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Besser Schach spielen 

Anmerkung: Sei ermuntert, über diese lange Seite zu scrollen und an interessanten Stellen zu verweilen (dieser Artikel wird bald - bis Mitte 2012 - gekürzt).

Was ist der Dreh und Angelpunkt für ein besseres Schach?
Das herauszufinden, ist der Schlüßel um besser Schach zu spielen. Denn damit hat man einen Ansatz, auf den man immer wieder zurpckkommen kann, um von dort das besser Schachspielen zu lernen. 

Ich finde, man kann die Quintessenz besseren Schachspielens etwa darin suchen, vorausschauend mittels Erfahrung und angeeignetem Wissen die richtigen Wege zu finden.
Dabei kommt es auf die eigentliche Kunst an, die verschiedenen Wege im einzelnen zu bewerten. Das bedingt auch Mut, eigene schlechte Positionen anzuerkennen, sie kommen zu sehen, und sich damit auch sozusagen den dunklen Seiten des Spiels zu widmen und nicht nur darauf auszusein, energisch und kraftvoll zu agieren. Denn dem Gegner muss man entgegentreten, in der Weise: seine kommende Kraftentfaltung vorauszusehen und entsprechende Maßnahmen zu treffen, oder Überlegungen und Pläne anzupassen.

Das ist der eigentliche Dreh- und Angelpunkt: Die Bewertung. Man verschätzt sich oft, kalkuliert falsch, wendet Intuition falsch an. Daraus muss man lernen. Man beobachte sich, ob man wirklich objektiv ist im Urteil. Ich zum Beispiel konnte einen enormen Sprung in der Spielstärke machen, indem ich erkannte, dass ich oft den Fehler folgenderart begehe: Ich schätze eine Stellung ab, die nach einem bestimmten Zug entstehen wird. Finde daran nicht Optimales, oder genug Aussichtsreiches, und wähle dann - ohne aber die Alternative richtig und eingehend zu bewerten - beinahe blind einen anderen Weg, der nur vom Zufall und Glück abhängt, bei gegebener Spielstärke des Gegners aber sich als fatal erweist. Dies ist ein einfacher Disziplinierungsfehler. Weil man nicht wirklich vergleicht sondern das Annehmbare ablehnt. Das Annehmbare mag nicht zufrieden stellen in jeder Hinsicht, aber im Vergleich mit  anderen in einer Stellung möglichen Zügen ist es besser. Manchmal akkumulieren sich die Fehler in der Berechnung von Zügen, und man übersieht oft eine taktische Möglichkeit, mit der man besser (oder schlechter) dasteht, als man zunächst glaubte. Auch das kann dazu führen, dass man einen besseren Zug ablehnt, obwohl man ihn sich anschaute.

Man muss  bereit sein, aus Fehlern zu lernen und sich einzuüben, einen Blick für die Fehler zu bekommen. Oft gibt es eine schwierige Situation im Spiel und genau da scheitern wir dann. Wenn man Partien (zB im Internet gespielte) nachspielt, um bei gerade verlorenen Partien den Fehler noch mal vor Augen geführt zu bekommen, kann das den nächsten Fehler in solchen Positionen vermeiden helfen.

Man braucht das gar nicht gross analysieren, wenn man ein kleines Computerprogramm zur Hilfe hat geht es schneller, um die zwingenden Züge in einer Stellung zu finden. Verborgene taktische Kombinationen in einer Stellung müssen das nicht sein, aber man rechnet dann Antworten des Gegners mit dem Computer aus, um alternative Züge in einer Stellung rasch prüfen zu können, die dann anstelle des Fehlers treten können. Oder man guckt sich einfach an, was der Computer an Inspiration liefert aber in 30-50% der Fälle ist der Computer irgendwie nicht für unsere Spielstärke abgeschnitten und hat vor allem in manchen Stellungen ein offenes oder offensives Materialverständnis, will sagen der moderne Computer tauscht oftmals in eigentlichen Opferverhältnissen Figuren ab, wobei natürlich die Stellung ausschlaggebend für ihn ist und er etwas mehr auf dynamische Entfaltung der Figuren eingestellt zu sein scheint   (eine Stellung mit Angriff und aktiven Figuren ist dem Computer jedenfalls oft schon wichtig). Mit bloßem Auge sieht der einigermaßen geübte noch nicht mal starke Spieler die Möglichkeiten, die sich anbieten, und mit Hilfe des Computers kann man dann rasch die möglichen Antworten des Gegners objektiv vor Augen geführt bekommen, und damit die mögliche Stellung, die entstanden wäre ohne den Fehler. So kann man Partien rasch prüfen, die man verloren hat.
Manchmal verwerfen wir beim Überlegen wir einen Zug, und verlieren. Nun kann man sich diese Stellung angucken um zu sehen, ob der Zug nicht doch besser ist.
Manchmal findet man, ist die Stellung schon so, dass es schwer ist gute Züge zu finden. Und   mit dem Computer ergibt sich nur lange Szenarien, die am Ende nicht klar sind. So dass es oft auch eine Frage des Geschicks der Spieler ist (Fehler zu vermeiden).

Es gibt typische Stellungen, typische Figurenstellungen, die als schwach oder stark gelten und das  lernt man kennen - man kann bei  manchen Stellungen  es jedes Mal neu verifizieren und prüfen, ob eine Schwäche auf einer Seite des Brettes hinzunehmen ist, um an anderer Stelle große Stärke zu entfalten.

Der Großmeister kennt viel mehr Stellungstypiken und doch ist seine Bewertung allenfalls im Detail genauer, aber nicht völlig anders, als die eines Mittelklassespielers.
Zudem wächst mit der Spielstärke  das intuitive Spiel: bestimmte Stellungen bringen ein bestimmtes Figurenspiel mit sich, und die Chancen der aktuellen Brettsituation lässt sich nicht bis zum Ende durchrechnen, aber intuitiv erkennt man seine Chancen bei einem bestimmten Schlüßelzug oder beim Anstreben einer bestimmten Stellung, oder das Figurenspiel wird in seinen taktischen Möglichkeiten besser durchschaut.. Aber Stellungsmerkmale beurteilen, ist praktisch das A und O. Bestimmte Stellungstypiken auf Anhieb erkennen lernen (Bauernformationen, Diagonalen, offene Linien usw.). Zum anderen werden mit dem Zuwachs der Spielstärke auch die Haltung gegenüber den Richtlinein fast schon intuitiv verstanden, das es gibt immer Ausnahmen, zu denen man kommt, die aber im speziellen Fall gegen eine Richtlinie verstossen.

Für den Anfänger oder Mittelklassespieler bildet es motivierende Erfolgserlebnisse, eine kurze Zugabfolge und kommende Situation richtig eingeschätzt zu haben.
Dieses Vermögen der Sicht (Schachaufmerksamkeit) ist im Grunde die wichtigste Variable, um besser Schach zu spielen. In erster Linie bedeutet dieses Vorhaben, das taktische Auge zu schulen. Es bedeutet auch, die guten und schlechten Züge zu unterscheiden. Fehler zu erkennen.
Es bedeutet , das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden zu lernen.
Der (taktische) Blick , den man anstrebt zu vervollkommen, sollte immer die naheliegendsten, also erheblichsten und eindeutigsten Vorteile suchen - dazu gehört natürlich auch der unmittelbare Königsangriff. Der Königsangriff ist nicht nur eines der Motive, es ist das Motiv , das dem Schachspiel den grössten Reiz und die grösste Effektiv verleiht.
Dabei gilt es immer, so schlagkräftig wie möglich die Figuren aufzustellen, und nur die Zeit von wenigen Zügen macht einem das schwer, und man wird oft  mit zwei oder drei Schlüßelfiguren allein den Königsangriff leisten. Deshalb kommt es nicht allein auf die bloße Quantität und Qualität der Figuren an einem Ort an, sondern dass  Figuren an einem Ort bestimmte Hebelwirkungen, Öffnungen oder sonstige taktische Einschläge auf den gegnerischen Königsstandort erlauben. Nehmen wir an, beide Seiten hätten kurz rochiert. In bestimmten Situationen ist zum Beispiel der Punkt h7 verwundbarer als der Punkt f7. Analog dazu f2 und h2 auf der weissen Seite. Wie schwach bestimmte Felder sind,  kommt ganz drauf an, wie die eigenen und gegnerischen Figuren stehen. Deswegen kann ein Null Acht Fünfzehn Rezept nicht gut funktionieren, dass man also in derselben Wesie jedes Mal einen Königsangriff machen will. Man muss die Situation  ausloten, um zu schauen, was geht. Und was naheliegt. Nicht immer ist so ein Angriff von Erfolg, und man muss dann etwas in der Hinterhand wissejn, so etwa, dass die eigene Position nicht schon verloren ist. Zum Beispiel kann ein vorgerückter Bauer immer eine Menge Druck machen aber hat den Nachteil, dass man ihn meistens schwerer decken kann. Wenn man es geschickt anstellt, wird der vorgerückte Bauer einfach hingenommen, und zum Status Quo erklärt, so dass er sich halten kann. Ohne dass dabei die eigenen Figuren zu sehr von den Deckungsaufgaben an diesen Bauern gebunden werden. Das kann manchmal passieren und stellt einen kleinen Gau dar. Denn dann fehlen diesen Figuren die Beweglichkeit -  man kann dann versuchen, den Bauern in letzter Konsequenz dynamisch zu verwenden, indem man in vielen Fällen einen Abtausch erzwingen kann: ob des Bauern selbst, oder dass der Bauer eine Figur wiedernehmen kann (Beispiel: weisser Bauer steht auf f5, ein weisser Springer zieht nach e6 und ist durch f5 gedeckt. Wenn man den Gegner zwingt, auf e6 abzutauschen kann der Bauer f5 nach e6 schlagen und das ist vor allem dann günstig, wenn der Bauer f5 zB nicht so gut zu decken ist wie ein Bauer auf der e-Linie, zum Beispiel weil man auf der d-Linie noch einen Bauern hat, den man zur Deckung von  einem bauern auf e6 verwenden kann).

Der Gegner mag in seinem Königsangriff  nicht so erfolgreich sein wie wir, und wir behalten die Oberhand im Duell wenn wir richtig verteidigen und richtig angreifen. Richtig heisst in dem Sinne nur, dass wir gegenüber der einzigartigen Situation  angemessen agierten (  dass meist einer der Parteien, für uns am besten der Gegner, irgendwann einen Fehler macht gehört zum Spiel; darum spielt es auch eine grosse Rolle, Disziplin und Ausgeglichenheit anzustreben. Die Ausgeglichenheit der Psyche überträgt sich übrigens auf das Denken und es ist also auch wichtig, neben der mentalen auch die psychische Klarheit sprich Ausgeglichenheit anzustreben ).
Die grösste Motivator für das Schachspielen ist ist Lust am Spiel und am Schach. Wenn die Erkenntnisse möglich werden, entsteht automatisch auch ein Lusteffekt. Wenn man wirklich auf dem richtigen Weg ist, entdeckt man auch als Anfänger ganze Universen. Natürlich in erster Linie zuerst immer die Fehler. Und man sollte als Anfänger die Richtlinien mit den gemachten Fehlern vergleichen und untersuchen, ob die Richtlinien nicht vielleicht doch besser zum Verinnerlichen sind, und man eigentlich sowieso nur ein begrenztes Maß an Phantasie zur Anwendung bringen kann. Vieles müssen wir in jedem Zug nur noch vorfinden, und die Phantasie entscheidet sich  an wichtigen Schlüßelpunkten, aber nicht in jedem Fall und jedem Zug. Denn dann werden wir von der Realität  eingeholt. Die grösste Phantasie im Schach ist die Einbildung, dass man einen Fehler macht den man für den grössten Clou, für den genialen Ausdruck seines Wissens oder der Einsichtsfähigkeit hält, der doch nur den Mut widerspiegelt, sich auf Neuland einzulassen. Ja, für den Anfänger geht es ganz besonders darum, zu erkennen, dass der einzige Beweis auf dem Brett stattfindet und nicht in den tollen Ideen. Diese Demut oder  Bescheidenheit vor dem Spiel wäre aber falsch, wenn man keine Lust zum Schach gewinnt. Man findet ein Universum in jedem Fall, wenn man richtig hinguckt, das heisst, die Gesetze des Spiels mit eigenen Augen erkennt. Und die Lust entsteht von selbst, man muss dem nichts hinzutun. Der Lerneffekt wird größer, wenn man beginnt zu überlegen, was man eigentlich am meisten braucht, woran es am meisten mangelt. Und das sind beim Anfänger natürlich erst mal die Richtlinien, und dann meist Konzepte, Ideen. 
Übrigens: Eröffnungswissen sollte man mit Vertrautheit auf einem Terrain beschreiben, nicht als Variantenwissen.

Das Ziel, das am Anfang eingenommen werden sollte, wäre dabei unbedingt , dass man selbst immer mehr versteht, die Lust am Schachspiel zu gewinnen, weil man das Spiel  versteht. Am Anfang stehen die Richtlinien, und am Ende versteht man das Schachspiel in seinen Urgesetzen gut genug, um zu wissen, dass zB eine mit Türmen besetzte offene Linie einen großen Vorteil bedeutet. Usw.. Wenn man das Schachspiel versteht und sich nicht zu lange mit besonderen Eröffnungen auseinandersetzt, sondern allenfalls die daraus entstehenden Situationen kennen lernt, dann fällt einem immer irgendetwas ein, was man in einer Stellung spielen kann.
Man hat zudem Geduld gelernt, und vertraut darauf, dass jetzt vielleicht kein zwingender Zug gefunden werden kann, aber der Gegner ja auch noch ziehen muss, und sich dann eine Gelegenheit immer mehr ergeben kann.

Insgesamt findet man, dass man um besseres Schach zu spielen eigentlich nur eines braucht: Den unbedingten Willen, besser spielen zu wollen. Den Gegner besiegen zu wollen. Es geht nicht um das Besiegen, sondern das Siegen. Dieser Antrieb sorgt in jedem Sport für Höchstleistungen und ist natürlicher Ausdruck unserer Vitalkräfte.

Dann kommt natürlich hinzu, Fehlerquellen immer mehr abzustellen. Das kann bedeuten, einfach solide und fehlerlos spielen zu wollen, und dann auch immer mehr zu Ideen zu kommen, zu Motiven. Dann gibt es nämlich Fehler, die auf Unwissen beruhen und daher leicht zu beheben sind, wenn man zum Wissen kommt (zB in Form von Lehr-Büchern) . Zum Beispiel machen in der Eröffnung gerade Anfänger typische Fehler, die auf falschen Bewertungen beruhen, weil die Richtlinien fehlen.
Zum Beispiel können solche wichtigen Richtlinien sein, dass man die Figuren möglichst so aufstellt, dass sie sich einander unterstützen, und nicht behindern, dass man dieselbe Figur am Anfang der Partie generell nicht zwei mal zieht, und als Grundkonzept der Eröffnung dass man das Zentrum besetzt (wenn man das Zentrum nicht sofort besetzt, dass man darauf hinarbeitet, es später umso nachhaltiger zu besetzen, bzw. anzugreifen).
Es gibt das äusserst Wissen um Motive, - ein Motiv kann zB sein, dass man dem Gegner einen schwachen Punkt in dessen Königsnähe schafft, oder einen Vorposten (Figur im feindlichen Lager, die mit Bauern nicht vertrieben werden kann). Ein Motiv ist, eine offene Linie zu schaffen, eine Fesselung zu bewirken, oder Materialgewinn durch taktische Kombination, Springergabel oder sogar Abzugsschach. Wenn man es genau nimmt, alles, was einen Kampf bedeutet, weil dessen Eroberung oder Ausnutzung verheerende Konsequenzen hätte. Somit ergeben sich Kampfschauplätze, weil mit den Motiven sind immer Orte verbunden und an diesen Orten richten sich Figuren aus.
Eine Richtlinie für ein erfolgreiches Schach ist es, den Kampf zum Mittelpunkt des Geschehens und Denkens machen, weshalb einige Spieler sogar immer mit E4 beginnen, weil dies mehr offene Spielsituationen schafft, in denen mehr Taktik möglich ist und Gefahr zu begegnen ist. Ob man nun mit E4 beginnen will, ist m.E. Geschmackssache, der aktive Spielstil jedenfalls sollte Grundverständnis sein. Denn man muss schon danach schauen, den Gegner anzugreifen, Figuren zu erobern oder Matt zu setzen, weil er das sonst mit einem selbst tut. Die Erfahrung der Großmeister auf hohem Niveau zeigt, dass aktives Spiel die meiste Konsequenz erlaubt und das eigentliche Spielziel erreichen lässt (Matt des Gegners).
Freilich, es gibt fast immer Möglichkeiten der Zugwahl, wo man kurz angreift - aber dann nicht weiter weiss, wo der Angriff anders gesagt eine Sackgasse war

Man muss   immer mehr lernen, zu dem Punkt in der Vorstellung und Analyse zu kommen, wo sich eine Position nach allem Abtauschen oder nach Auflösung der Spannung ergibt. Eine Position, die man will, die man in Kauf nehmen will, oder man wartet , oder  zwingt den Gegner einen ungünstigen Abtausch auf.  
Damit man diese entstehende Stellung entweder vermeidet, darauf Einfluss nimmt bevor sie sich ergibt, oder sofort den Abtausch sucht um die Position zu klären bzw. festzulegen.

Dennoch können diese Richtlinien niemals pauschal sein und der Spieler muss eine Situation mutig und eigenverantwortlich jedes Mal neu einschätzen. Manchmal geht es darum, einfach genau hinzusehen und die Vorurteile abzulegen. So dass man immer genauer wird, in seinen Urteilen.

Ich finde, es ist auch immer wieder eine persönliche Herangehensweise und  Betrachtungsweise gefragt, zu der man nur selbst kommen kann. Dazu gehört auch, dass man einfach vom Grundtypus her mehr strategisch spielen will, und deshalb mit D4 eröffnet, oder mehr taktisch spielen will, und mehr E4 und Königsangriffe spielt. Ich finde beide Spielstile sollten gepflegt werden und die Stärke und Vorliebe ausgebaut werden. Aber das wären nur Details.
Im Grossen und Ganzen sind wir das Schach, indem wir es und während  wir es spielen - zumindest sind wir Werkzeuge des Schachs, indem wir Überlegungen und logische Abfolgen uns vor Augen führen, in der Vorstellung und auf dem Brett.

Irgendein lebendiger Bezug zum Schach kann helfen. Zum Beispiel habe ich oft vor Augen, jenes Gleichnis, dass man im Schach die grundlegende Anordnung irdischen Geschehens analog erkennen kann. Zwei Kräfte und eine jede von ihnen kann zu einem Zeitpunkt zusammen kommen, und gegeneinander oder miteinander wirken. So wie das Leben, als eine Kraft, die auf die Welt trifft, als andere Kraft. Man kann mit einer Kraft nur so umgehen, wie es Regeln vorsehen, aber mit dem verfügbaren Mitteln geht es immer darum, eine Kraft in ihrer optimalen Wirkung zu kennen. Im Schach um  diese Kraft hervorzurufen.
Ich finde diese Bilder nicht einfach nur interessant, sondern es ist, als würde man im Schach ein Geheimnis über Kräfte und Gesetze studieren. Diese Bild geht unzählige Male bei verschiedenen Situationen auf.

Es gibt da so ein paar Dinge, die man beim konkreten Spielen immer vor Augen hat. Das sind zB die eigentlichen Kampfsituationen, wo sich etwas entscheiden kann, oder überhaupt wo ein Tummelplatz für Figuren ist. Es dreht sich um Felder, Linien und Diagonalen. Man kann diesen Brettabschnitt "Kampfschauplatz" nennen. Wo ein Kampf stattfindet, meist mit mehreren Figuren des Gegners und der eigenen Farbe.

Es ist für jeden Spieler egal welcher Stufe sehr wichtig für das Lernen, diverse Stellungsmerkmale zu kennen, die wichtigsten Motive zu kennen.

Es lohnt sehr, aus dem Antiquariat Lasker, Euwe, Capablanca, Kotov oder andere Schachlehrbücher zu besorgen (Lehrbücher, die sich NICHT ausschließlich den Eröffnungen widmen)... oder im Internet nach besseren Schachseiten zu suchen, die irgendwie die Stellungsmerkmale erklären.    In vielen Büchern   werden sehr kompakt  typische Motive oder Strategien beschrieben. Bei der Analyse oder dem Nachspielen kann man sich eine besondere Schnelligkeit aneignen, ohne dass dabei zu viel aus dem Blick gerät. Man muss nicht jedes Mal stur eine ganze Partie zuende spielen, wenn man eigentlich nur Eröffnungen und Mittelspiel studieren will.
Am besten zum Nachspielen ist irgendeine Computermöglichkeit dazu, zB via Chessbase Light.
Man sollte sich   trainieren, Stellungsmerkmale und gewichtige Brandungszonen (Kampfschauplätze) einer Stellung auf Anhieb zu erkennen. Damit man sich bei  der Zugwahl immer auf die naheliegendsten Möglichkeiten und Notwendigkeiten konzentriert.  Leicht kann so ein solides Spielen zu passivem Spiel führen. Man muss also  andererseits immer wieder  etwas zu wagen versuchen, aktiv spielen wollen, das heisst die Spielweise des angreifens ebenso einüben. Einen Kampf entfesseln, schwache Punkte angreifen, ja bis zum Bauernopfer (desto schwächer der Spieler, je weniger sollte er allerdings an Bauernopfer denken). Bei aggressiven Spiel lernt man eigene schwache Punkte im Stellenwert und Priorität hinter die schwachen Punkte des Gegners zu stellen, das heisst man nimmt Komplikationen in Kauf an anderen Brettabschnitten, um den Gegner zum Beispiel mit einem Mattangriff zu kommen oder so einen zu drohen, was den Gegner an einer empfindlicheren Stelle unter Druck setzt..

Auch wenn man die Motive nicht sofort versteht (zB wie man Bauern-mehrheiten auf einem Flügel ausnutzt), wird man sie mit der Zeit  immer besser verstehen und anwenden können.

Pläne! Was sind denn Pläne? Am einfachsten wäre es wohl, sie als das zu beschreiben, was sie sind: Man greift entweder an einem Flügel an, im Zentrum an, oder man bringt Bauern zum Vormarsch, kämpft um Vorteile usw.. Es sind sehr konkrete Dinge. Sie ergeben sich nicht nur in der Stellung, sondern stehen in der Erfahrung zur Verfügung. Allgemeine aber oft wiederkehrende Motive, die einen Vorteil zum Ziel haben.
Doch vorher weiss man noch nicht, wie man die Idee genau umsetzen wird. Die Herausforderung besteht darin, dass man sie umsetzen muss angesichts immer neuer Stellungen. Aus vagen Ideen , Motiven, und Möglichkeiten werden dann konkrete Vorhaben, die man umsetzt, sobald man genug Erfahrung in den verschiedenen Stellungsarten hat. Das ist nicht nur eine Frage des Eröffnungswissens. Da die Stellungsarten allgemeiner Natur sind. Aber es ist hilfreich sich auf Eröffnungen zu konzentrieren, die einen liegen. Man sollte berücksichtigen, dass eine Niederlagenquote von etwa 50% normal ist, je nach Stärke des Gegners. Also gilt es nicht gleich die Eröffnung zu verdammen, wenn man ein paar Partien verliert. Ab und zu gibt es aber Eröffnungen, die nur mit Hartnäckigkeit des Willens immer wieder erneut angestrebt werden, aber keinen Vorteil bringen.
In jeder Eröffnung gibt es typische Pläne, um die es gehen kann. Die Stellung bringt diese enge Spanne mit sich. Das heisst nicht, dass nicht auch andere Möglichkeiten bestehen, aber üblicherweise ist es am einfachsten das Naheliegendste zu wählen. Dafür muss man manchmal ein paar Winkelzüge oder Eröffnungsweisen für eine bestimmte Eröffnung kennen, um die Figuren entsprechend aufzustellen, damit man annehmbare Positionen erhält. Das Verfeinern der Eröffnungsweise würde einem eine hohe Fehlerquote nehmen. Man sollte wohl die Eröffnungen wählen, wo man sich am ehesten zurecht findet und die einem vom Positionsgefühl liegen.

Analyse! Für Fortgeschrittene kann hin und wieder eine Analyse bzw. eine Reihe von durchgespielten Partien nacheinander (in rascher Folge)  sehr wertvoll sein (Partien von Großmeister). Man richtet den Blick dann einfach auf eine Thematik, zB das Zentrum: wie wird damit umgegangen, wie wirkt sich das Zentrum auf die Position aus, wie kann man Angriffe mittels des Zentrum formieren. Oder man schaut je nach Umstand, lässt sich inspirieren, was sich ergibt. Vorraussetzung ist, dass man der verfolgten Partie etwas  abgewinnen kann. Erst die Eröffnung: Die Figuren werden entwickelt, das ist immer in Stellung gebracht. Dann das Mittelspiel: Typische Kampfschauplätze werden geschaffen, zum Beispiel das Zentrum. Figuren werden verschoben um die Position oder / und Angriff zu verbessern. Das Endspiel: Eine Phase, in der zunehmend das reine Figurenspiel entscheidend wird, manche sprechen dabei von Technik. Ein Bauernendspiel ist zum Beispiel in verschiedenen Formen möglich und wenn man seinen eigenen König vor dem eigenen Freibauern hat und der Gegner läuft hinterher, und kann die Grundreihe nicht schützen, kann man im Endspiel die Technik auskosten auf dem Weg zum Gewinn. Aber komplizierte Endspiele stellen uns vor eine Herausforderung, wo wir diverse typische Manöver kennen lernen und diverse Taktiken anwenden können, um zum Beispiel einen Springer zu opfern um einen Freibauern durchzubringen. Die Herausforderung ist aber, dass es zum Beispiel Turmendspiele gibt, oder Endspiele, die so sehr auf Technik gründen, dass eine Stellung ein Remis unter Großmeistern ergäbe, und in Spielstärken weit darunter immer noch ein heftiger Kampf, einfach weil mehr "technische Fehler" begangen werden. Die Großmeister zeigen uns in der Regel immer eine ausgefeilte und korrekte Technik. Sie geben früh auf, weil sie die zwingenden Züge erkennen, und auch geben sie sich mit Remisen zufrieden, weil sie die Gewinnchancen einer Stellung einschätzen und wenn sie bei nur ausreichenden Gegenspiel des Gegners sehen, dass nichts zu machen ist, dann ist die Position remis. Andere Spieler würden zum Beispiel viele typische Stellungen des Russischen noch zuende spielen, wo die Großmeister nach 20 Zügen und abgetauschten Figuren remis sagen.
 
Besonders Anfänger aber auch Fortgeschrittene profitieren, wenn sie hauptsächlich  ihre eigenen Partien analysieren. Besonders die verlorenen. Man wird in den Stellungen Probleme finden, und eigene Lösungswege, die man gegangen ist. 
Und nun stellt man fest, dass einer dieser Wege nicht funktioniert hat (weshalb man verlor). Oft spürt man bereits in der Partie, als man den Zug ausführte, dass er schlecht war. Von solchen Zügen kann man viel lernen, weil es sind nämlich oft typische, wiederkehrende Stellungsarten, in denen wir nicht weiter wissen.
Kennt man die typische Stellung, und sucht in der Analyse nach besseren Möglichkeiten, lässt vielleicht mal einfach ein Computerprogramm laufen und einen Zug finden, wächst die Erfahrung mit dieser Stellung in ausserordentlichen Maße.
Erst dass man versteht, was man sonst noch tun kann ausser dem verlustbringenden Zügen oder  Plänen, macht den Erfahrungsgewinn der gespielten Partie auch komplett.
Oft stehen bei der Partie die eigenen Urteile im Raum und man kann diese prüfen -  man lernt dann mit der Analyse seine Urteile zu verfeinern und manchmal auch grobe Fehler oder Vorurteile mit der Zeit auszumerzen. Sehr oft geht es um typische Methoden. So zum Beispiel wie man im Endspiel mit dem Turm zwei Bauern aufhält, damit sie nicht weiter vorrücken können. Dafür gibt es einen speziellen Platz, an den der Turm muss. Oder wie man mit Springer und Läufer den gegnerischen König Matt setzen kann. Wissen um Methoden oder über das  Figurenspiel können einen auch in sonstigen Stellungen des Mittelspiels weiterhelfen. Alles was man in Erfahrung bringen kann, wird die Aufmerksamkeit für eine gegebene Position erweitern. Aber bis zu  einem bestimmten Punkt, ab dem man nicht mehr ausserordentlich stärker wird ohne noch tiefgründigere Arbeit, muss man einfach die groben Fehler abstellen.

Ich bin sicher, die meisten Anfänger, die weiter kommen wollen,  tun sich mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten (Fehlerquote) viel schwerer als mit Unkenntnis der Motive. Denn die Motive sind leicht zu finden.
Aber da kommen immer wieder Momente, wo man lange gut spielte und dann macht man einen falschen Zug.
Viele Urteile sind ungenau und auf falscher Berechnung gegründet oder weil man etwas "vergessen" hat, also nicht richtig hingeschauen hat. 
Man sollte sich unbedingt ansehen, wie man einen Zug auswählt, mit welchen Denkschritten, und welche psychologischen Stimmungen oder Ablenkungen es gibt. Gerade die Psychologie der Unterschätzung spielt manchmal eine grosse Rolle. Man hat zB eine gute Position, der Gegner Material weniger und dann beginnt  man zu schlampen, und plötzlich hat der Gegner wieder Überwasser, und nicht nur, weil er besser spielte, sondern wir mit dem eigenen Vorteil glaubten, wir könnten uns ausruhen.

Ich kann zwar durch Studium von Großmeisterpartien gelegentlich neues Wissen aneignen, oder bestehendes vertiefen, aber wirklich weiter komme ich nur, wenn ich in der Praxis einen Stil finde, der die vielen Fehler und Unzulänglichkeiten vermeidet. Ich habe gefunden, dass ich aber diesen "saubereren" Stil nur finde, wenn Spielfreude gegeben ist. Diese Spiellust ergibt sich durch Verständnis des Schachs, also das ich nachvollziehen kann, was ich als Stellung oder Situation vor das Auge bekomme. Es geht dabei nicht um die Tiefe einer Stellung, sondern dass man überhaupt etwas erkennt, und Gesetzmässigkeit ebenso wie Folgerichtigkeit beobachten kann. Man sieht eine Stellung und kann etwas damit anfangen, man versteht die Situation, wenngleich man nicht immer den besten Zug finden kann.

Es wird Leichtigkeit gesucht und diese zur Basis gemacht, aber es ist und bleibt immer eine Gratwanderung, da man auf Dauer mit einfachster Leichtigkeit nicht weiterkommt, auch nicht in der Spielfreude. Irgendwo muss es ein Spannungselement geben, vor allem, weil das Schach im Wesen so wechselhaft ist und man mit einem rigiden Konzept nicht weiter kommt.
Dieses Spannungsmoment findet sich jederzeit  leicht, auf verschiedene Wege und es gibt viele Wege, die Spannung und auch die Leichtigkeit zu finden und zu integrieren.
Man hat eine gute Ausgangsbasis, wenn man also so umfassend eingestellt ist, d.h. mehrere elementare Punkte im Auge behält, die nicht allein mit Wissen zu tun haben, wenn man sich und sein Spiel immer wieder beobachtet, und jede Partie als eigenständige Geschichte oder sogar Minikunstwerk begreift und vor Augen hat.

Jede Spielstärke wohl braucht einen unterschiedlichen Schwerpunkt.
Doch ist allein Spielern gemein, dass dieselben Grundlagen wichtig bleiben.
Ich finde, der Dreh- und Angelpunkt mündet bei jedem Menschen in dem Blick für die entscheidende Kraft, die im Schach wirkt. Oder in einer Position... - es geht wirklich um Kraft, Energie, Wirkung. Ich finde das eine wichtige Anschauungsweise, die mir persönlich einen konkreten Ansatz bietet, aus einer Stellung schlau zu werden: Nämlich das Geschehen als Ausdruck von einem Zusammenhang von Kräften zu verstehen. Wesentlich ist dabei, dass man immer eine Zeiteinheit (in Form des Zuges) zur Verfügung hat, die Kräfte zu arrangieren. Diese Gebundenheit an Zeit, dass man viele Vorbereitungen treffen muss, und Zeit auch ausnutzen kann, weil man zB den Gegner zum Reagieren veranlässt, ist eine wichtige Komponente, aber nicht die wichtigste. Am wichtigsten sind einfach die Figuren, und deren Wirken, und das drückt sich in Form von Kraft aus.
Man muss übrigens nicht den Besten Zug suchen, der objektiv in Frage kommt, sondern den besten Zug, der für die eigene Spielweise und Spielstärke entscheidend wird.

Die Erfahrung verdichtet sich mit jeder Partie weiter .
Man kann ausgehend von einfachen Strukturen , die man als Anfänger kennen lernen muss, zu den Besonderheiten kommen, den feinen Nuancen und Details. Es zeigt sich, das grundlegende Problem ist, dass man die Besonderheiten in ein paar Zügen voraus richtig einschätzen können muss - wenigstens was Grundstrukturen angeht.
Um dieses Problem der reinen Berechnung oder Schau, zu verkleinern, hilft Schulung  in der Disziplin und Übersicht  (also im mentalen Bereich der Zugwahl, wo unweigerlich die Schachaufmerksamkeit stattfindet).

Für die Zugwahl nützlich und ebenso für das Planen oder um den roten Faden zu finden,  ist ein Denken, das um den wesentlichen Brennpunkt der Stellung kreist. Dass man immer konkret werden kann, weil man das Offensichtliche der Stellung sieht. Wenn es einen solchen Brennpunkt nicht gibt, überlege man einfach, wie er sich aus der Stellung zukünftig ergeben könnte. Das Strategische ist natürlich eine Kunst. Aber im wesentlichen ein Prozess des Denkens, der sich nicht besonders von anderen guten Schachspielern unterscheidet.

Im Wesentlichen besteht die erfolgreich angewendete Haltung beim Schachspielen darin, dass man ein Konzept hat, welches einen anleitet. Es ist ein Schauen, ein Befolgen  von Techniken, die sich in den vorherigen Schlachten bewährt haben.
Es gibt viele Richtlinien, und diese muss man alle als Werkzeug verstehen, über das man Entscheidungsgewalt hat. Keine Richtlinie soll dogmatisch werden. Das Schachspiel ist gebunden an eine eigenverantwortliche Beurteilung.
Jeder Zug kann der letzte Zug sein, weil man einen Fehler macht. Aber diese Fehlerlosigkeit ist ja nur ein Grundanliegen, und unendliche Perfektion gibt es nicht - irgendwo hört die persönlich mögliche Genauigkeit auf.
Wesentlicher als die Fehler zu vermeiden ist es, gute Züge zu machen. Dafür gibt es keine Anleitung, aber ein Geheimnis: Man suche eine effektive Spielanordnung, also eine annehmbare Stellung, die zB auch das Zentrum beachtet, man verliere keine Zeit mit passiven Zügen, suche stets nach Dynamik und man lerne einen Bauern vorübergehend aufzugeben, um grösseren Vorteil anzustreben (es ist ein Gefühl für die Stellung nötig, wann man solche Opfer tun kann), man behalte Möglichkeiten der Verteidigung und Stabilisierung aber im Hinterkopf. Es ist irgendwie ein Ganzes, das man beim "Schachdenken" anwenden muss.

Die Spielanordnung ist  das, was man mit den Figuren anstellt, wie man sie auf Felder setzt . Wenn man diese Grundlage versteht, kann man in jeder Stellung ein Universum entdecken und einen ganzen Roman darüber schreiben. Diese Anordnung, das Arrangement, das man mit den Kräften trifft, sollte eine starke Wirkung auf bestimmte Punkte ergeben. Welche Punkte das sind, iost egal, sie werden vermutlich in des gegnerischen Lagers liegen.

Oft kann man Züge nur in wenigen Zügen voraus rechnen, und es ist das Geheimnis, dass man hinsichtlich der langfristigen Pläne Intuition anwendet, um bestimmte typische Stellungsmerkmale, die sich mit den Figuren ergeben, einzuschätzen. Das kann zB bedeuten, dass man einen Springer im Zweifelsfall   besser ins Zentrum als an den Rand stellt, und wenn er nicht im Zentrum stehen kann, dann besser irgendwo anders, Hauptsache nicht am Rand. Aber es kann auch bedeuten, dass alle diese Richtlinien eine Ausnahme erfahren und ein Springerzug an den Brettrand den Erfolg bringt. Denn das Schach ist zu vielfältig,  als dass man unveränderliche Richtlinien anwenden könnte
Meist sind es die entscheidenden Schwächen, dass man eben seine Figuren nicht optimal aufgestellt hat. Eine optimale Aufstellung bedeutet, dass man die Kraft der Figuren dadurch erhöht, dass sie möglichst VIELE FELDER beherrschen. Das ist eine ultimative Richtlinie, die vielleicht als eine der wenigen immer wahr sein wird: dass man mehr Erfolg bekommt, wenn man die eigenen Figuren stark macht (und wenn möglich die des Gegner schwächt).

Man muss anstreben, das Denken so anzuwenden, dass man mit wenig Mühe die wesentlichen Merkmale einer Stellung erkennen kann. Mit dieser eingeübten Schachdenke, ergibt sich auch leichter das komppliziertere Vorausrechnen, dass man manchen Schlüßelzug entdeckt. Es kommt oft darauf an, wie es dann später  aussieht. Das ist eigentlich immer nötig, im Auge zu behalten.
Umso stärker man wird, desto eher wird man die zweischneidigen Züge untersuchen wollen. Bis dahin sollte man möglichst klare Vorteile erst mal umsetzen lernen und im weiteren Verlauf durch kleine Vorteile gewinnen können.

Bei diesem Prozedere der Zugwahl gerade in komplizierten Situationen geht häufig etwas schief.
Es hilft in vielen Situationen und Zugwahlnöten das grundlegende Verständnis von Stellungsmerkmalen - man kann in Blitzpartien oft schätzen und von Schätzungen sprechen, die im Großteil aber zutreffend sein können.
Auch in Partien mit längerer Bedenkzeit kann man auch mal etwas ein-schätzen, und so schnell zu bestimmten Zügen kommen, die einfach auf der Hand liegen, ohne dass man sich alles genau angesehen hätte. Insofern man die Ergebnisse beurteilt und diese "Schnellmethode des Zugwählens" verfeinert, wird man auch effizienter im gesamten Denken. Weil man trimmt sich darauf, das Naheliegende auszuwählen.

Die nächste Hürde ist vielleicht, dass man eigentlich keinen Plan weiss. Man sieht eine Stellung und steht auf dem Schlauch. Was nun? Und dann entdeckt man, dass man sich ja zu einer Entscheidung durchringen wollte, und dass der eingeschlagene Weg nicht erfolgreich war. Und dann glaubt man, es liege vielleicht an etwas anderem, aber tatsächlich liegt es oft daran, dass man einfach keinen Plan hat.
Welche Idee? Ich glaube, massgeblich kommen hier immer einige Grundprinzipien zum Vorschein, die darüber Auskunft geben, ob eine Stellung besser oder schlechter ist.
So zum Beispiel, dass intakte Bauernstrukturen wichtig sind, aber gleichzeitig gibt es ein anderes Prinzip, dass man nicht rigoros eine Regel anwenden kann. In manchen Stellungen kann es vorteilhaft sein, einen Doppelbauern hinzunehmen und in anderen nicht. Man kann sowieso nie den Nachteil in einer Stellung vermeiden, der sich mit einem Vorteil ergeben mag. Zweifellos gibt es grosse und eindeutige Vorteile oder Nachteile einer Stellung, und nicht immer muss ein sonst gültiges Prinzip zur Anwendung kommen. Das ist eben die Kunst, dass man in jedem Augenblick auf der Höhe ist und dem Spiel an sich etwas abgewinnen kann. 
Und dann sind da die Züge, die Zugwahl, wo man sich etwas einfallen lassen muss. Es kommt auf die Stellung an und die Stellung ergibt sich immer durch die Figuren. Und man muss jedes Mal neu hinschauen und setzt ein Bewertungsschema ein. Dieses Schema muss man sich betrachten, es enthält unsere Fragen und Erwartungen und es spiegelt sich dann die Zugwahl mit den Fragen und Erwartungen, das was wir suchen. Man braucht Ideen.
Es kommt also auf die Figuren an. Wie sie stehen und wirken. Die Ideen verbinden sich damit, deren Wirkungsgrad potentiell zu erhöhen. Es gibt besondere Felder. Und das Zentrum. Objektiv ist das Zentrum am wichtigsten.
Man sieht, so kann man auf grundlegende Konzepte kommen und es ist immer derselbe Vorgang, genau hinzuschauen und Erfahrungswerte auszubauen.
Ein schlechter Plan sei besser als ein guter, was stimmt, weil man wenigstens irgendeinen Plan hatte (und so seine Erfahrung und Bewusstheit über diesen Plan schult). Aber ein schlechter Plan ist und bleibt schlecht, man muss ihn als solchen erkennen. Zum Beispiel kann es schlecht sein, den Abtausch so zuzulassen, dass man einen Doppelbauern erhält. Man kann ihn zulassen, wenn er wenigstens einen benachbarten Bauern hat, und vor allem, wenn der Gegner dafür einen Läufer hergibt.
In jedem Fall muss man darauf Acht geben, wie sich das Spiel entwickelt, denn wenn der Doppelbauer durch bereits anklingende Diagonalen und offene Linien leichte Beute werden kann, sollte man ihn vielleicht besser grundsätzlich (in dieser Stellung) vermeiden.

Der Zugwahlprozess ist das Wichtigste im ganzen Schachspiel. Er findet statt in einem mentalen Umfeld, und bezieht sich auf einen konkreten Moment (die Stellung). Man braucht Ideen. Ein Konzept. Man kann in der Eröffnung danach trachten, einen guten Weg zu finden, die Figuren herauszubringen. Irgendwann werden Prinzipien ungültig und man muss konkret werden, aber wenn man Ideen sucht, kann man die einfachsten Dinge heranziehen. Also eine handvoll Grundlagen, die leicht kennen  zu lernen sind.

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Hier nun der Artikel in seiner ursprünglichen Form (ganze Webseite):
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Der Augenblick ist entscheidend. In diesem geschieht etwas, ereignet sich etwas, Kräfte wirken und blockieren sich - und das Schachspiel fordert uns auf, die verschiedenen Stellungsmerkmale in ihrer Typik zu erkennen,  und das Wirken der Figuren in diesen Strukturen zu erkennen.

Es lohnt, das Auge in wiederkehrende Muster zu schulen, und in solchen Zügen zu schulen, die eine Stellung merklich verändert haben.
Wichtig ist dabei, die zugrundeliegenden neuen Stellungsmerkmale zu beachten, und zu erkennen. Und sie dann vorab bereits kommen zu sehen und entsprechend eingestellt zu sein, dass man sie auch vermeiden kann, wenn sie unerwünscht sind.

Man wird irgendwann sehen oder bereits gemerkt haben, dass Bauernzüge oft besondere Mittel darstellen, um eine Stellung so zu verändern, dass mehr taktische Möglichkeiten entstehen. Nicht immer muss es sich dabei um ein Opfer von Bauern handeln.
Das bedeutet übrigens, dass man seine Figuren synergistisch genug aufgestellt haben muss, damit sie gut miteinander auf taktische Möglichkeiten zielen.
Nach Angriff zu suchen ist ein konsequenter Weg und es ist nicht nur modern, sondern effektiv, weil nur mit Angriffen kann man eine Partie gewinnen. Um sich im Angriff zu schulen lohnt es, Königsangriffe zu studieren. Und immer wieder einen eigenen Königsangriff auf den gegnerischen König zu planen und umzusetzen.
Es ist immer wieder bemerkenswert, dass die Dinge im Schach immer eine gewisse Komplexität aufweisen und viele Möglichkeiten innerhalb einer gewissen Zeitspanne möglich bleiben, und gleichfalls auch immer wieder völlig neue Dinge für das eigene Auge entstehen.
Schult man sich im Taktischen, schult man sich eigentlich in der schachlichen Aufmerksamkeit, also man übt sich mit Taktik in der Form. Umso besser man in Form ist, desto besser. Aber irgendwann ist eine Schwelle erreicht, wo es auf grundlegendes Positionsgefühl ankommt, oder Strategie und Pläne.

Taktik ist überall dort im Spiel, wo eine Figur besondere Wirkung entfalten kann und zwar im Zusammenhang mit anderen Figuren innerhalb einer Stellung.
Selten, dass eine einzelne Figur bereits einen taktischen Schlag ausführen kann - wenn  ich es mir überlege, würde ich sowieso als Taktik nur solche Dinge bezeichnen, wo mehrere Figuren in einer Zugfolge zu einem Ergebnis kommen. Aus Studium des Endspiels wird schnell klar, dass Taktik aber bereits in jedem Figurenspiel angelegt ist, das innerhalb eines Zusammenhangs mit weiteren Figuren stattfindet.
Gewöhnlich bezeichnen wir als Taktik aber einfach, dass es bestimmte besondere Zugfolgen gibt, deren erster Zug spektakulär anmutet, und  wenig offensichtlich war, weil die Stellung sicher schien. Aber dieser eine Zug öffnet Linien, erweitert das Figurenspiel usw. und schafft eine neue Situation. Daran sieht man, dass trotz allem Taktik immer ein wesentliches Merkmal des Spiels ist und es immer wieder nützlich sein wird, sich in Kombinationen zu üben. Es ist nicht so wesentlich, dass man seinen Schwerpunkt auf Taktik legen bräuchte. Taktik aber sollte man nicht vernachlässigen! Wenn man einen Angriffsstil pflegt, kommt man automatisch immer wieder zur Taktik. Aus Gewohnheit, Angriffe zu suchen.
Schwerpunkt aller Übung sollte   den Stellungsmerkmalen gewidmet werden, verschiedene Grundprinzipien, oder wie man einen Zug (mental) auswählt, oder Motive erkennt und umsetzt. Das alles führt schon zur Taktik... - denn Stellungsmerkmale beinhalten taktische Möglichkeiten.

Man muss in einer Stellung sehr viele Dinge beachten, verschiedene Prinzipien gerecht werden. Es ist eine gewisse Übersicht gefragt.

Eine sehr konkrete Gesetzmäßigkeit ist, dass eine offene Linie Wirkungsfeld für Figuren ist, und wenn man dort das Geschehen verpennt, wird es einen übel geschehen, wenn der Gegner über eine offene Linie ins eigene Lager eindringt. Eine andere Sache ist, dass Bauern beweglich gehalten werden wollen. Wenn Bauern vom Gegner blockiert werden, weil er wichtige Felder vor den Bauern beherrscht, kann man keine Bauern vorschieben. Wichtig ist also, bei der Stellungsbeurteilung und Zugfindung auch die Beweglichkeit der Bauern zu beachten - und oft ist dies eine Grundstrategie, und in einer Partie kann es lange nur darum gehen, Vorherrschaft über die Möglichkeit zu erhalten, Bauern vorzuziehen oder zu blockieren, sie auch in ihren Felder festzulegen (ein gegnerischer Läufer, der auf derselben Farbe wie eigene Bauern steht, wird umso schwächer, je mehr eigene Bauern auf seiner Farbe stehen). Und in einer Überlegung können all diese Prinzipien einfliessen und man sucht den Zug, der am ehesten die Möglichkeiten solcher Art offen hält.

Egal um was es geht, wir werden finden, dass eine alleinige Richtschnur oder Regel und nicht helfen, sondern immer nur mehrere. Wir müssen einen Balanceakt gehen zwischen zu berücksichtigenden Dingen. Jede Situation offenbart uns davon einen neuen Ausschnitt, oder neuen Standpunkt. 

Das Schachspiel erfordert in jedem Spiel den Balanceakt erneut durchzustehen. Mental gesehen kommt es in erster Linie auf die Fähigkeit zur Konzentration an, und schliesslich in zweiter Linie auf die Art , wie man sich die Züge überlegt. Mit welchen Pläne, Ideen, und auch Erfahrungswerten und Einsichten (Motive, Angriffe, Königsangriffe, taktische Schläge, Stellungsmerkmale).

In einer x-beliebigen Stellung, zB im Spanischen nach dem 3. Zug, oder im Italienischen nach dem 4. Zug usw. prüfen wir die Stellung, welche Möglichkeiten sie bereit hält, und wir bewerten dies durch Kenntnis verschiedener Stellungsmerkmale aus der Erfahrung. Wir wissen dann, auf dem Brett wird dieses oder jenes Feld immer wichtig sein, und evtl. je nach Spielweise des Gegners manche Felder... - all solche DInge können Ausgangspunkt sein, für die Herangehensweise.

Man übt sich in (Er-)Kenntnis der verschiedenen Begleitumstände einer Figur, nämlich in einer gegebenen Stellung.
Das was sich konkret vor uns ergibt , ist ein Stellungsmerkmal, zB eine Bauernkette, ein Isolani im Zentrum oder ein Vorposten nahe des gegnerischen Königs. Oder man schult sich darin, wie man eröffnet und sucht dabei immer nach dem guten Mittelspiel (worin man Chancen hat mit Angriff und Möglichkeit zur Aktion).

Was in die Aufmerksamkeit fällt, das sind die Stellungsmerkmale. Sie haben verschiedene Bedeutungen. Es sind Motive, Kampfschauplätze, Möglichkeiten, Ideen, Methoden, schwache Felder, aber vor allem Strukturen.
Verschiedene Figuren können diese Strukturen unterschiedlich zum eigenen Vorteil verwenden oder werden durch sie gehemmt.

Am anschaulichsten sind die Stellungsmerkmale anhand Bauernstrukturen und deren schützende, druckbildende oder strukturierende Wirkung. Die Bauern sind ansonsten vom Material her gesehen die schwächsten Figuren, da sie nur sehr begrenzt wirken. Aber sie können bestimmte Punkte ins Visier nehmen. Und sie haben besondere Eigenschaft, dass sie blockiert werden können, weil sie nach vorne nicht schlagen können.
Aber auch andere Figuren bilden momentane Stellungsmerkmale. Eine offene Linie, die man selbst mit Schwerfiguren besetzt hat, ist anders in der Wirkung, als wo der Feind diese Linie besetzt hätte.

Die Bauernstrukturen verleihen einer Stellung über lange Zeit ihr Skelett oder Gerüst, woran sich alles andere aufbaut. Insofern sind sie die Seele des Schachspiels, da sie wie keine anderen Steine Einfluss auf die Struktur der jeweiligen Partie haben.
Am kritischsten sind die Bauernstrukturen am Königsflügel. Bei massiertem Angriff des Gegners müssen zur Verteidigung der Bauern am König diese Bauern von anderen Figuren, am meisten Springer, Turm und Dame überdeckt werden können, wenn dies nötig ist (das soll so mal ein Großmeister gesagt haben) . Generell ist es vorteilhafter, mehr   nach Angriffen zu suchen als nach Verteidigung, denn wenn wir angreifen, kann man sagen, ist es die beste Verteidigung, weil der Gegner abgelenkt wird durch unseren Angriff und er seine Figuren nicht zu seinem Angriff verwenden kann.
Die Initiative ist Gold wert, die den Gegner nicht zum Zuge kommen lässt mit seinen Angriff, weil wir ihn mit der Initiative die wir in der hand halten   zuvor zu Zugeständnissen zwingen können .

Jeder Zug ist eingebettet in eine Abfolge von Kausalitäten, die auf frühere Ursachen zurückgehen. Die Stellung, die sich mit einem Zug ergibt oder verändert hat, erfordert jedes Mal eine neue Besinnung auf diese Stellung und unsere Pläne, die sich aus einer Stellung für uns ergeben. Diese Sicht auf den konkreten Zugwahlprozess kann als Ausgangspunkt dienen, aber nur wenn man versteht, was man einer Stellung wesentliches entnehmen kann. Man sucht als Anfänger zunächst nach den wichtigsten Stellungsmerkmalen und seien es nur die, die am häufigsten vorkommen. Es ist hilfreich , irgendwo sich kundig zu machen,  beispielhaft youtube Videos übers Mittelspiel, wie man zu Ideen kommt, in einer Stellung  einerseits zu verteidigen und andererseits anzugreifen. Man kann das ganze Suchen nach Zügen auf Angriff und Verteidigung reduzieren, doch wird es nur sinnvoll, wenn man versucht  auf der Waagschale den Angriff oben zu halten. Und man schule die Denkweise, die Konzentration, mit der man seine Erfahrung ausbauen kann.
Als Fortgeschrittener erweitere und vertiefe man die Kategorien der Stellungsmerkmale. Und wird genauer im Bewerten und verfeinert die Nuancen des Urteils.
Man wird finden, dass eine mentale und innere und  durchaus auch gefühlsmässige Disziplin eine wichtige Grundlage ist, für ein effizientes Denken, das allen Überfluss beiseite lässt und zu den Notwendigkeiten vordringen kann.

Es ist eine Aufmerksamkeit gefragt, die die besonderen Merkmale einer Stellung erfasst. Man speichert in seinem Wissensschatz die Erfahrung mit verschiedenen typischen Stellungsmerkmalen. Entscheidend werden nicht alle, sondern naheliegende Stellungsmerkmale. Weil die sind es, auf die es immer wieder ankommt und die das meiste Potential beinhalten oder sei es, weil sie die grösste strukturverändernde Wirkung aufweisen.

Man sieht sich während des Zugwählens vorwiegend jene Stellungsmerkmale oder typischen Muster an, die entstehen können, die am ehesten die besten Möglichkeiten verheissen. Das macht das Denken effizient, wenn man versucht mit würzigem Angriff, die Konsequenz des Spiels der Kräfte auszuschöpfen versucht. Wenn man diese Würze versucht dem ganzen Spiel aufzudrücken. Denn es scheint, als würde man so auch der Seele aller Figuren gerecht werden, wenn sie ihre Kraft einsetzen können, insofern die Stellung für sie wunderbare Schlachtfelder schafft.

Es sind die Stellungen, die am meisten Dynamik und Kraft enthalten und von großen Vor- oder auch Nachteil sein können. Man muss diese vordergründigen Merkmale als erstes beachten. Um das Denken effizient zu machen, hilft es, einfache Strukturen in Blitzschach einzuüben.

Man greift beim Schachspielen auch auf eine Intuition zurück. Das ist nichts anderes, als ein Gespür um die Wirkung zukünftiger Stellungen, wobei nicht die Zukunft intuitiv erfasst wird, sondern die zukünftige  Stellung wird mit der Vorstellungskraft wach gerufen, und man guckt sich die möglichen Stellungsmerkmale an und beurteilt sie (meist noch nicht mal alle, sondern ganz bestimmte Brettabschnitte).
Die Anfänger und nicht so starken Spieler müssen die Fehlerquote ihrer Auswahl von Stellungsmerkmalen beschränken. Man hat sich von manchen Stellungen mehr erwartet und wenn man genauer rekonstruiert, wie sich Vorstellung und logische  Zugabfolge vereinbaren liessen, war es ein einfacher Denkfehler. Man übt sich im "Schachdenken" durch Kenntnis der Stellungsmerkmale, man labt sich an der Erkenntnis der im Schach wirkenden Gesetzmäßigkeit. Für mich sind die Stellungsmerkmale wie Archetypen, die zwar im Detail unendlich sind, aber im groben doch eine gewisse Kategorisierung erlauben. Zum Beispiel die Bauern, die haben eine gewisse Wirkung, je nachdem wie sie stehen. Es gibt Bauernhebel, Vorposten, Löcher, Phalanx, oder die Phalanx, die vorgerückt ist, oder die Bauern, die den König decken, die Zentrumsbauern, es gibt einen einzelstehenden Bauern (Isolani), zwei verbundene Bauern und drei verbundene Bauern usw. - diese typischen Muster haben ganz verschiedene Wirkung, und rufen bestimmte Stellungsmöglichkeiten hervor. Man wird sehen, dass diese Muster nicht einseitig einen Vorteil oder aber Nachteil haben. Es kommt immer drauf an. Und manchmal entscheiden Details der Stellung, was diese Stellungsmerkmale für das Spiel bedeuten.
Bauern sind die Seele des Spiels und ich verstehe Philidors Spruch sowohl sprichwörtlich als symbolisch. Sprichwörtlich, verleihen die Bauern der Spielanlage und dem Geschehen (dem Konzept und der Strategie) eine Seele. Und symbolisch verkörpern die Bauern damit vielleicht sogar das Geheimnis des Schacherfolgs, wenn man ganz besonders sich der Bauern bewusst wird.
Man hat derer acht, und sie sind einerseits sehr wirkungsarm, weil sie nur zwei Felder beherrschen. Der Springer kann bis zu acht Felder beherrschen und Läufer und Turm mehr und die Dame noch mehr. Ein Unterschied macht es, ob Figuren diagonal oder vertikal/horizontal wirken können. Deshalb gilt ein Turm als leicht stärker denn ein Läufer, weil der Turm auf einer Linie merkwürdigerweise viel stärkere Wirkung aufweist und das mag an der Form des Schachbrettes mit seinen 64 Feldern liegen, auf denen die offenen Linien eine hauptsächlichen Kampfschauplatz bedeuten , und die Läufer Allzweckwaffen sind, die vor allem durch Kombinationen , Spieße und Fesselungen Wirkung entfalten, aber eben auf Diagonalen. Das ergibt ganz unterschiedliche Wirkung, und wenn man von Archetyp redet, ist der Archetyp des Läufers anders beschaffen als der des Turms oder der Bauern.
Die Bauern haben  eine besondere Wirkung, weil sie eben entbehrlich sind und gegenüber allen anderen Figuren nur eine genügende Unterstützung brauchen, um die viel wertvolleren Figuren zu bedrohen. Es ist jede Bedrohung durch Bauern immer ein drohender Materialverlust, es sei denn die Bauern von Weiss und Schwarz bleiben unter sich. Und viele Kombinationen ergeben sich mit ihrem Vorhandensein.
Figuren haben unterschiedliche Kraft, aber Material ist nicht alles in der Welt und die Position in ihrem Gefüge kann wichtiger sein. Zum Beispiel weil man einige Vorteile hat -  etwa Raumvorteil, Initiative, oder wenn der Gegner eigesperrte an Wirkung arme Figuren hat. 

Initiative ist die Spielweise, bei der man dem Gegner seine Reaktion aufzwingt, und mit anderen Worten das Spiel seinen Stempel aufdrückt. In der Praxis bedeutet dies in erster Linie Angriffszüge zu spielen, wo man einen Angriff sieht, und wenn es nur eine Drohung  ist. Weiterhin gilt es , immer aktive Figuren versuchen aufzustellen. Aktiv steht eine Figur, wenn sie mehr Felder beherrscht als woanders.
Es zeigt sich, dass diese Spielweise Möglichkeiten schafft, mit denen man gut leben kann.

Beim Denkprozess wägen wir zwischen Vor- und Nachteil ab. Das Wichtigste dabei scheint mir folgende Überlegungsweise: einen Nachteil zugunsten eines größeren Vorteils in Kauf zu nehmen, oder anders gesagt, manchmal muss man einen Kompromiss schließen.

Es gibt keine perfekte Spielweise oder Spielanordnung, um die Stellungsmerkmale rein zu halten, so dass sie in ihrer Typik hundertprozentig "beachtet" wären. Einen Isolani muss man eben nicht immer verhindern. Aber seine Wirkung ist verschieden. Im Zentrum ist er immer eine Besonderheit. Er steht sicherer, wenn ihm gegenüber ein gegnerischer Isolani steht. Er steht angriffslustiger und dynamischer, wenn der Gegner keinen Isolani gegenüber unseren eigenen hat. Es gibt einen besonderen Fall, wo der Gegner auf der benachbarten Linie einen Bauern  hat, egal ob Isolani oder angebunden. Der Isolani kann dann mit diesem Bauern oft günstig abgetauscht werden, um den eigenen Isolani zu beseitigen.
In manchen Fällen kann ein Isolani so viel Druck entfachen, dass er ein großer Vorteil ist, weil er zB kurz davor ist auf die Grundreihe vorzurücken und man kann auch jederzeit planen, ihn zu opfern (sofern man ein spielstärkerer Spieler ist).
Aber Tatsache ist, kein Stellungsmerkmal ist einseitig. Und es gibt keine ultimative Palette von Zügen, die alle Probleme vermeiden würden. Es gibt immer Probleme.

Es ist kaum möglich, dass man alles im Griff hätte, dass  man alle potentiell schwachen Strukturmerkmale vermeidet - ich denke, besonders Anfänger leiden unter dem fehlenden Plan, weil die Entscheidung schwer fällt wegen möglicher Nachteile. Andererseits findet man nicht genügend aktive Züge, wenn man zu passiv spielt, ja zu "passiv denkt".

Dass man  den kleineren Nachteil in Kauf nimmt für nachhaltige Sicherung eines Vorteils, kann in vielen Stellungen genau das Richtige sein. Es ist eben die Kunst, zu entscheiden, wann es richtig ist, einen aktiven oder die Stellung öffnenden Zug zu wählen.

Oft ist es ein Feingefühl für die Stellung und die Figuren, das einem in der Überlegung leitet. Oder man nennt es Intuition.
Um Anfänger, der auf dem Sprung zum besseren Spieler ist, einen Tipp zu geben: Es kann helfen, sich grundlegende Konzepte zu überlegen, um mit ihnen zu planen, wenn einem sonst nichts einfällt. Solche Grundregeln wurden vielfach geäussert.
Prinzipien können in der Eröffnung und im Mittelspiel sein: 
- möglichst Zentrum besetzen, Zentrum sichern oder Einfluss auf das Zentrum vergrössern. Es ist sowieso nötig, immer ein Auge auf mögliche Veränderungen im Zentrum zu werfen, da der Gegner es auch besetzen und beeinflussen wird.
- aktives Spiel suchen, das heisst schon mit der Absicht antreten, Angriffszüge und offene Spielfelder für das Wirken der Figuren zu schaffen (offene Eröffnungen bevorzugen, zB mit e2-e4).
- Figuren entwickeln (!), Figuren koordinieren (dass die eigenen Figuren sich gegeneinander nicht im Wege sind und ebenfalls nicht zu lose voneinander gestellt sind sondern sich möglichst unterstützen). Figuren besser postieren. Vorposten anstreben schaffen und/oder  besetzen. 
- Bauern vorziehen um Raum zu gewinnen. Bauernstruktur beachten und verbessern. Königsflügel möglichst intakt halten und das bedeutet, der ursprüngliche Zustand der Phalanx vor den Bauern ist in der Regel am besten (es gibt immer Ausnahmen jeder Regel!).
- Raumvorteile beachten. Regel: Umso weiter die Bauern vorrücken, desto mehr Raum gewinnt man. Nachteil: Vorgeschobene Bauern verpflichten zu Zugeständnissen, der wichtigste Begleitumstand ist, dass sie zwar Druck ausüben, aber auch leicht Druck erfahren können und nur in bestimmter Weise gedeckt werden können. Man überlege sich, welche Deckungsweisen von Bauern in der Regel die besten sind: man wird finden, am besten decken sich Bauern untereinander.
Umso dynamischer man zu spielen bereit ist, wird man vorgerückte Bauern durch andere Figuren nur vorübergehend decken wollen und mit den vorgerückten Bauern Wege suchen, sie zu einem Angriff zu verwenden. Es geschieht dann häufig, dass ein Bauer einen Abtausch mit einem Bauern des Gegners erzwingt.
Wenn man in der Eröffnung ist, kann man sich Pläne noch vage  halten, und erst mal die Figuren entwickeln. Und entwickeln heisst, die Figuren einfach so gut wie möglich aufstellen.

Es schult das strategische Denken, wenn man bei Anwendung dieser grundlegenden Prinzipien hin und wieder überlegt, welche Kampfschauplätze sich vielleicht entwickeln werden, um evtl. Prophylaxe oder Vorbereitungen (für eigene Angriffe)  zu planen und umzusetzen.

Kampfschauplätze sind der Dreh- und Angelpunkt der Zugwahl -  wenn man keinen Plan hat und die Figuren sind bereits einigermaßen entwickelt, überlege man sich, wie es ist, wenn man eine Linie öffnet, oder Bauern vorzieht, um zB Vorposten zu schaffen, oder wie man dem Gegner schwache  Bauern oder andere Figuren verpassen kann. oder diese Dinge planen kann.
Eine wichtige Überlegung für fortgeschrittene Spieler ist, zwischen schlechten und guten Läufer zu unterscheiden. Ein guter Läufer ist immer ein Läufer, der nicht durch eigene Bauern behindert wird und viele Felder beherrschen kann. Manchmal kann man dem Gegner zwingen, einen schlechten Läufer zu haben. Der Anfänger muss sich der Wirkung der Figuren bewusst werden. Dann sieht er irgendwann, dass alle Figuren dann viel mehr Möglichkeiten bieten, wenn sie aktiv wirken können und dass sich viele Strategien und Pläne ergeben, wenn man zB Bauernstrukturen beobachtet, hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Spiel mit den eigenen Läufern. Dabei wird  man finden, dass es selten so einfach ist, weil man zwei Läufer hat und beide bei irgendeiner Stellung  schlecht stehen können. Meist ist es inspirierend, einfach zu schauen, welche Möglichkeiten das eine oder andere mit sich bringt, und dann einfach die Option zu wählen, wo man insgesamt - in der Grundkoordination aller Figuren - den meisten Angriffschancen findet.

Um gute Felder zu bekommen, wird man oft etwas riskieren, besser gesagt einsetzen müssen.
Figuren sind wie  Kräfte, die wirken. Man kann auch mal eine schlechte Bauernstruktur hinnehmen wollen, wenn dafür andere Figuren gut stehen. Dann riskiert man die schlechte Bauernstruktur. Oft ermöglichen vorgerückte Bauern oder Bauern im Zentrum aber sehr aktives Spieln und Initiative.

Sich einen Zug zu überlegen ist als Vorgang immer derselbe bei jedem Menschen - allerdings vermag man diesen Vorgang nicht so gut beschreiben .
Der Zugwahlprozess hat etwas an sich, wo man von einem ganzheitlich Vorgang sprechen muss, und da verlaufen die Worte im Sand. Man kann vielleicht sagen,dass man gewisse Grundlagen beherrscht, gewisse Prinzipien anwenden kann, und eine gewisse Aufmerksamkeit für das Geschehen hat. Doch wenn man eine Partie spielt, kommen viele Gründe zusammen und wir befinden uns in einer akuten Situation, in der wir gezwungen sind, eine Entscheidung zu treffen - es lohnt sich, den eigenen Zugwahlprozess zu beobachten, zB als Anfäger ganz besonders nach Vorurteilen suchen, die auf mangelndem Wissen beruhen.

Man sucht nach den Gründen, warum man nicht besser Schach spielen kann und findet vielleicht: das, was ein Großmeister tut sei etwas Aussergewöhnliches, eine "Rechenkunst", weil man überlegt sich als Anfänger, "ich muss das alles durchschauen können". Man erkennt bei seinen eigenen Spielen gegen starke Spieler, dass man auf viele Züge gerät, die einen überfahren.
Und viele davon hat man vergessen sie zu "berechnen", hat man nicht gesehen, aber in Wirklichkeit sieht man da die taktischen Züge und glaubt, die ganze Großmeisterebene denkt eben alles in Taktik durch oder kennen alle Situationen, die sich einstellen. Sie sehen eine gewisse Spannweite der Zukunft, aber der Prozess findet eher anhand Stellungsmerkmalen und Vorstellungskraft statt, als mit logischen Berechnungen. Taktik ist nur die Hälfte der Wahrheit und die andere ist eine Schachaufmerksamkeit, die prinzipiell nicht auf ein rein expansives Wissen setzt, sondern auf ein fundiertes. Aus Erfahrung gewachsen.
Die eigentliche Anstrengung im Schach, und zugleich der Lohn findet auf Ebene des Mentalen statt.
Der Spielgenuß kann sich zB leicht einstellen, indem der Partie etwas abgewinnt, weil man die verschiedenen Stellungen in ihrer Bedeutung erfassen kann und sich als Feldherr erweisen kann, der seine richtungsweisende Anordnungen trifft.

Es ist keine Frage, dass man sich in den Grundlagen der Eröffnung, in kritischen Situationen des Mittelspiels schulen kann, wenn man diese besonderen Momente in ihrem Wirken und Zusamenspiel unterscheiden und eine Verbindung aufstellen kann. Es ist viel wesentlicher, eigenen Ideen und Gedanken zu folgen, als der Ebene zu folgen, die vielleicht für andere relevant ist aber nicht für einen selbst.

All die verschiedenen Ebenen , die beim Überlegen eines Zuges relevant werden, wo es keine feste Reihenfolge und Regel gibt, keine Formel, die man auswendig lernen könnte, keine Rechenkunst, die mathematischen Genies überlassen werden muss, das alles auseinanderzuhalten ist eine besondere Anstrengung aber nicht auf die  Spitzensportler (Großmeister) begrenzt. Es geht um eine Schachaufmerksamkeit, weniger als um Wissen. Das  Wissen ergibt sich erst noch. Und das  alles behält zudem  subjektive Rahmenbedingungen und wie wir als Mensch gewissen Ideen folgen und Pläne schmieden ist im Grunde nie davon zu trennen, wer wir sind. Wir haben unsere Vorlieben und wir sollten einfach unsere Stärken als Fundament betrachten, um von ihnen aus an dern Schwächen zu arbeiten. Das heisst, wir versuchen so besser Schach zu spielen, wie wir am meisten Freude entwickeln können, auch weil sich das Spiel verbessert. Freude ergibt sich auch, wenn man versteht, was man tut. Wenn man sieht, was geschieht. Und wenn man in kleinen Dingen etwas bewirken kann.
Denn die Lust an der Sache wird einen starken Antrieb bedeuten und ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass ohne Lust ein Spieler jemals wirklich stärker werden könnte, jedenfalls in einem Maße, wie es ihm möglich wäre mit Lust an der Sache. Spielfreude, nichts anderes ist gemeint. Sie stellt sich bei mir zB  ein, wenn ich beobachten kann, welche Felder besondere sind und welche Wirkungen von Figuren ausgehen, als würde ich eine Palette von Grundstrukturen begutachten und wiedererkennen, denn man erkennt letztlich nur das, wo der Blick auch hingeleitet wird. Das heisst, meiner Erfahrung nach ist es am wichtigsten, die Grundkategorien zu kennen und sie in einer Partie selbst wiederzufinden und weiter zu erforschen (genau beobachten, was sich als Erfahrung mit einer typischen Stellung oder Bauernstruktur usw. tatsächlich ergab, meist ist dies sehr offensichtlich, auch wenn man nicht alles versteht an einer Stellung. Man vertraut am besten immer darauf, dass jetzige Fragen sich  später  von selbst beantworten, wenn man am Ball bleibt und Beobachtungen anstellt. Man wird sehen dass man mit einigen Antworten auf Probleme und Fragen auch weitere Probleme  löst, die komplexer sind.
Wesentlich ist also die Überprrüfung einer Stellung, was dort geschieht:
Die Wirkung von offenen Linien und Diagonalen, einfachste Angriffe auf schwache Figuren.
Felder sind die Plätze, von denen aus eine Figur wirken kann. Es gitb Felder im Feindesland, und wenn dort eigene Figuren gut und sicher stehen können ist das eine sehr starke Figur.
Eine starke Figur entfaltet Kraft auf die gegnerischen Felder oder Figuren, eine schwache Figur ist nicht verteidigt und macht Sorgen, zB durch gegnerische Angriffe auf diese Figur besonders wenn es der König ist.  
Es gibt Bauernstrukturen, verschiedene Wirkungen von Isolani im Vergleich zu verbundenen Bauern und Kampfschauplätze um Felder , Figuren oder den gegnerischen König. Dergleichen viel mehr. All das sind Motive und typische Strukturen.

Wenn wir noch Probleme haben, zum Beispiel nicht zu wissen, wo unsere Stärken sind, kann man  versuchen die Prinzipien zu begreifen, um sie umsetzen zu lernen, und an den entstehenden Stellungen immer wieder erneut eine Grundaufmerksamkeit zu entwickeln, die sich darum dreht, zu erkennen, was wirkt, was passiert und wie die Situation jetzt aussieht und welche Möglichkeiten man vielleicht umsetzen kann. Grundprinzipien  sind zB, dass Raumvorteil  wichtig ist; dass ein vorgeschobener Bauer gefährlich sein kann, er aber auch potentiell schwach werden kann und also alles seinen Vor- und Nachteil hat. Grundprinzipien sind, dass man eine Figur bewegt, die dann nicht mehr auf bestimmte Felder wirkt und auf andere. Und die Felder, wo sie nicht mehr Deckungsaufgaben erledigen kann, könnte sich in der Folge ein gegnerischer Kampfschauplatz einstellen. Es ist also fast zwangsläufig, dass jeder Zug Vor -   und Nachteile hat. Grundprinzipien in der Eröffnung sind zB, das Zentrum zu besetzen, die Figuren entwickeln und ihren Aktionsradius nicht ungeschickt einzuengen durch eigene Versäumnisse oder kleinere Fehler.

Der Vorgang und die Strukturen des Denkens sind annähernd bei jedem Menschen gleich. Aber wie man es genau macht, ist individuell verschieden. Kampfschauplätze sind es aber immer, die man im Auge behält, und man mag diese Geschehnisse nur auf andere Weise benennen.
Es geht also um den Blick für das Gemeinte, nicht nur einen Begriff .

Schachaufmerksamkeit, was nicht nur Verständnis des Geschehens bedeutet, sondern auch subjektive Sprachregelungen beinhaltet -  darunter liegt aber eigentlich immer dieselbe Struktur, die bei besseren Spielern  auf jeder Ebene von Strategie bis Taktik ausgereifter und fehlerloser ist . Eine endgültige Perfektion ist selbst Computern im Schach nicht möglich. Die Schachaufmerksamkeit erfasst das Wirken von Figuren, das was geschieht, erfasst Motive und Stellungsmerkmale, Pläne und Vorhaben und man versucht auf das Gesehene hin Entscheidungen zu treffen.

Nehmen wir mal eine offene Linie. Sie ist ein Merkmal, das besonders für die Türme wichtig werden kann, die Türme werden meist Unterstützungsarbeit auf dieser offenen Linie leisten können, gelegentlich aber eine Linie auch beherrschen. Oder nehmen wir Diagonalen, sind diese für Dame oder Läufer relevant. So etwas herzustellen, eine für die eigenen Figuren günstige offene Linie oder Diagonale, geschieht oft indirekt als potentielle Möglichkeit (das Verborgene ist ein Reiz am Schachspiel), wird vorbereitet, und/oder in einem Augenblick umgesetzt. Manche, meist stärkere Spieler sind daher öfter bereit, je nach Stellung, einen Bauern zu opfern, um eine offene Linie oder Diagonale auszunutzen. Aber im richtigen Moment abzutauschen kann auch schon eine solche Linie zum eigenen Vorteil öffnen. und darum geht es, um solche Überlegungen und Pläne, neben vielen anderen Dingen.  Die Aufmerksamkeit richtet sich konkret auf das Wirken  von Figuren in typischen Stellungsmustern , die fast immer bis auf  Ausnahmen (vor allem im Endspiel), vielfältig sind und niemals alle bereits durch Erfahrung abgedeckt sind. Man steht also immer vor Neuland, aber kennt auch typische Strukturen. Man beobachtet Kampfschauplätze.

Manchmal können Springer an allen Kampfschauplätzen vorbeilaufen, manchmal können sie direkt auf den Punkt zielen und ganz bestimmte taktische Möglichkeiten mit sich bringen.
Oder nehmen wir die Endspiele. Für viele scheint dies eine Frage der Technik. Das bedeutet aber, dass man hier keine Varianten lernen muss, sondern man begreift die Typik anhand von Erfahrung oder Umgang.  Was ausschlaggebend wird, ist Wissen. Die Technik um im Endspiel einen Bauern zur Dame zu bringen, beruht auf dem Wissen, wie man die Bauern den König, den Turm anordnen muss, um diesen Zweck zu erfüllen. Im Endspiel erhält das besondere Merkmal von Zeit im Schach Gewicht. Ein Zug, den man ausführen muss und jeder Zug kann der letzte Zeit. Wenn man im Endspiel einen Zug zu spät kommt, kann alles vorbei sein.
Kluge Spieler werden in ihren Überlegungen auch den Gedanken an das Endspielszenario einbauen, wenn es im Mittelspiel darum geht, zB auf welche Bauernstrukturen man sich festlegt.
Die Figuren und ihre Wirkung im Endspiel zeigen feste Handlungsverläufe, die sich in keiner Partie ändern. Es sind Gesetzmässigkeiten.
Es gibt die Wirkungen der Figuren, und besondere Umstände, wie zB Zugzwang oder Zugpflicht, woraus die sogenannte Oppositionsstellung der Könige zueinander wichtig wird.
Man kann es überprüfen, ob man die besten Möglichkeiten hat, die Stellung zu halten, wenn man mit seinem letzten Zug stets versucht IN Opposition zum gegnerischen König zu kommen, das heisst auf dieselbe  Reihe oder Linie wie der gegnerische König zu ziehen. Denn der andere König muss nun die Opposition verlassen. Es ist ein Erfahrungswert, den man leicht illustrieren kann mittels einem Freibauern, den einer der beiden durchbringen will. Der die Opposition verlässt, wird derjenige sein, der bei Zugpflicht kein anderes Feld mehr hat, weil der eigene König dessen Zugmöglichkeiten beschränkt und den Bauern in der Folge verlieren wird, weil man ihm nach und nach mit dem eigenen König die Felder streitig macht, mit denen er den Bauern decken könnte. Sobald einer die Opposition verlässt, ist es generell die Einbüßung von Raum und kann verheerende Wirkungen haben, da man unter Umständen ihn nicht mehr zur Verteidigung oder auch Angriff einsetzen kann.

Wenn man sich einen Zug überlegt, und auf Anhieb  keinen Plan findet, dann sucht man einfach  nach den typischen Mustern, die nichts besonderes an sich haben als zu einem Kampfschauplatz zu führen.

Und man zerbröselt   die Stellung nicht durch zu passive Züge . Wenn ein Angriffsmoment enthalten ist, sind es generell die stärkeren Züge. Doch als nicht so spielstarker Spieler wird man öfter finden, dass in jedem Zug auch ein Nachteil enthalten ist - so zum Beispiel am eindrücklichsten ablesbar an einem Isolani, der im Feindesland nicht weiter durchkommt. Und dass es fast zwangsläufig ist, dass man mit den Kräften bzw. Figuren gut umzugehen weiss, das  ergibt sich im Endeffekt aus allen Erfahrungen im Umgang mit dem Schachspiel.
Man wird finden, dass der Verbund von Kräften eine besondere Wirkung hat, die das Feindesland zu durchdringen weiss und sich dort Raum und Wirkung  verschafft, womit klar ist, dass der Gegner kurz vor dem Matt stehen könnte. Dass man die Figuren in  ihrer Koordination beachtet  und sie hinsichtlich allgemeiner Zwecke, die jetzt nicht bekannt sein müssen, aufstellt (am besten dass sie sich untereinander stützen und unterstützen).

Man braucht keine Regel auswendig lernen, keine Idee verinnerlichen, keine Regelwerke studieren, um irgendeinen funktionierenden Grundsatz anzuwenden.
Dieser Grundsatz könnte so lauten: man hält in der Eröffnung Ausschau  nach den typischen Strukturmerkmalen: raumgreifende oder raumsichernde  Züge; stabile Bauern und Druck durch vorgerückte Bauernketten; Zentrum; gute Entwicklung der Figuren, ohne dass ihre Koordination zueinander beeinträchtigt wird, so sollten die Figuren  möglichst Initiative, Vorposten, Löcher schaffen oder ausnutzen usw..
Ein Gespür um alle Kampfschauplätze im Fortgang der Partie von Anfang an entwickeln; zur Not verteidigen; immer als erste Möglichkeit den möglichen Angriff den Vorzug geben, mit einem Blick erkennen was konkret angreifbar is und ergründen wie die Stellung daraus wird, und was weitere Möglichkeiten angeht

Unsere Mentalität wird entscheiden, wie wir mit dem Schachspiel oder dem Leben umgehen. Das Schachspiel spiegelt auf eine interessante Weise das Leben.
Wie wir Wirkungen erzeugen und erfahren, hängt nicht allein von unserem Talent in einer jeweiligen Sache ab. Sondern ob wir eine bestimmte Schachaufmerksamkeit aufbringen , mit der die Grundlagen zum Lernen geschaffen sind.

Diese Mentalität, die wir benötigen, muss freilich der Spielstärke und  der entweder mehr strategischen oder taktischen Anlage entsprechen. Denn mit beidem wird man bestimmte Vorlieben entwickeln. Immer wieder und vor allem später sollte es darum gehen, strategisches Verhalten und taktisches Sehvermögen beidermaßen zu schulen. Taktisches Sehvermögen ist überaus lohnend, da man so in der Breite  der wahrgenommenen taktischen Wendungen, die man auf dem Brett mittels Vorstellungsvermögen und Berechnen entdeckt,  viel mehr Möglichkeiten hat, einen Zug zu finden und das Spiel zu entscheiden.

Das Schachspiel drückt auf seine Art aus, wie wir eine Partie, die das Wirken von Kräften aufzeigt, gestalten.
Da es ein implizites Ziel gibt welches dem Spiel zugrundeliegt, ist die Art der Ideen zwangsläufig: Der Kampf, weil das Ziel im Gewinnen besteht.

Dazu zählt auch, dass wir das Spiel auf einer objektiven Ebene begegnen, und uns nicht ärgern, über verschiedene Fehler oder Unzulänglichkeiten. Sofern man diese Fehler versteht, ist eine Partie immer lohnenswert gewesen, auch wenn man dieses oder jenes Spiel deshalb verlieren wird.
Um besser zu spielen ist es am besten, beim Spielen von Schachpartien sich gleichstarke oder bessere Gegner zu suchen. Um Vergnügen zu finden, sollte man aber zumindest - in Ratingszahlen ausgedrückt - nicht zu oft mit Gegner spielen, die mehr als 150 Punkte niedriger in der Ratingszahl sind.

Dem Denken der Großmeister zu folgen, bedeutet grundlegende Konzepte, ja vielleicht eine grundlegende Konzeption zu entdecken, die man für jeden Zug anwenden kann. Es ist nicht mit ein paar Prinzipien getan, sondern mit sehr vielen , die man nach und nach kennen lernen muss. Der Großmeister behält die Übersicht und hat ein klares Gespür für die Bedeutung der verschiedenen Stellungen und der Pläne, die in diesen Stellungen verborgen bereit liegen, ans Licht gebracht zu werden.
Aber man könnte es auf viele Weisen beschreiben und all die Worte umkreisen es nur. Es ist letztendlich eine Schachaufmerksamkeit, dass man sieht, was geschieht, so dass man die Figuren bis zu einem gewissen Maße effektiv anzuwenden weiß.

Sogar von dem Beginn der Partie an kann man einen Grundplan oder ein Grundanliegen befolgen. Es ist die Suche nach Aktivität und Drohung.
Das Grundpirnzip kann anders formuliert bedeuten: Man bringt eine Kraft zur Wirkung. Und am besten tut man es, umso nachhaltiger diese Kraft wirken kann. Bis ins Letzte wird auch ein Großmeister eine Stellung selten durchschauen können, und es geht mehr um einen Blick für das Wesentliche.

Wenn man sich einen Zug überlegt, geht es um einen Grund, mit dem man zu Spielzügen kommt. Man sucht ja etwas ganz bestimmtes, einen starken Zug.
Es gilt die Möglichkeiten der Stellung hinsichtlich von massgeblichen Motive günstig zu beeinflussen. Es gibt viele solcher Motive.

Diese Motive sind nicht von Anfang an klar, aber sie liegen bereit, mit dem Wirken einer Kraft verbunden zu werden. Die Motive oder Möglichkeiten schweben als Ideen über dem Ganzen. Sie sind nicht immer einzusetzen mit Erfolg, aber es ist eben der Reiz, sie ausfindig zu machen, darauf hinzuarbeiten oder  sie zu verhindern. Man wartet eine Zeit, hält Dinge im Auge, im Blick und schult sein Auge um zu entdecken, welche schwachen Felder man immer behutsam im Auge behalten muss, und entwickelt dabei aber niemals nur Verteidigungszüge sondern versucht das Gewicht auf den Angriff zu legen. Das bedeutet praktisch, man schaut sich immer zuerst die Züge an, die unmittelbar etwas zu erkennen geben, wo etwas möglich ist.
Mit  dem taktischen Sehvermögen entwickelt sich der Blick. Es lohnt sich kritische Stellungen in Großmeisterpartien zu studieren, nämlich den Zeitpunkt sich näher anschauen, wo eine Position zB geöffnet wird, oder eine Aktion alles verändert. Kampfschauplätze werden ersichtlich.
Die andere Möglichkeit, die man mit dem taktischen Blick gewinnt, das ist: Der Blick für die Kombinationen schult den Blick für Kampfschauplätze an sich und es besteht eine direkte Verbindung zwischen Figuren und Kampfschauplätze - daher kann man sagen, prinzipiell, als allererstes: muss man bei dem Aufbau und herauskommen aus der Eröffnung  die starken Felder suchen, und die schwachen umgehen, und wird finden, es kommt oft auch drauf an und man muss einen Kompromiss bilden. Weil mit einem Vorteil ist eben immer auch ein Nachteil verbunden, sonst würde sich auf dem Brett nie etwas bewegen. Und natürlich kommt es auf viele weitere Dinge an. Und man muss immer wieder etwas unter einem Hut bringen...

Es gibt zum Beispiel bemerkenswerte Situationen, wo sich das Spiel strategisch-positionell grundlegend ändert, zB von einer geschlossenen Stellung in eine offene oder halboffene übergeht. Das ist ein ganz besonderer Moment, weil die Stellung eine andere geworden ist.  Daraus kann weiterer Abtausch sich ergeben und man hat eine Stellung in der ein Vorteil klar ersichtlich wird.
Man kann diesen Moment bei einer klaren Gelegenheit wählen, zum Beispiel dass man im Zentrum Bauern vorbewegt, die etwas öffnen,  und geht das Spielen mit weniger Möglichkeiten ein (da die Stellung sich entscheidet, legt sie sich zugleich fest auf Grundstrukturen) . Aber man hat dafür eine sichere Stellung.

Oder man hält die Stellung weiterhin geschlossen und bereitet weiter vor.
Allerdings kann man den richtigen Zeitpunkt versäumen, oder in der Planung etwas vernachlässigen. Ohne auf der Flanke, im Zentrum oder sonstwo etwas vorzuhaben... - damit könnte man nicht so oft gewinnen, als wenn man aus der Passivität heraus kommt, und bewusst ein gesundes Verhältnis zu aktiven und kraftvollen Zügen zum Einsatz  bringt. Schlussendlich muss sich ja etwas zu unserem Gunsten entwickeln, und wir brauchen Pläne, die funktionieren. Wir erkennen das auf vielerlei Wege, zB über Studium von Geroßmeisterpartien, von Youtube-Videos und Videos der Chessbase "Fritz Trainer" Reihe oder indem man ganz einfach einen Blick für die wichtigen Felder und Strukturen und ihre Wirkungen gewinnt.
Besser Schach spielen
Wenn  man besser Schach spielen lernen will, geht nichts über die Praxis. Für mich besteht der Dreh- und Angelpunkt besseren Schachspielens in der Fähigkeit, die Wirkung von verschiedenen Stellungsmerkmalen im Auge zu behalten, zu beurteilen, und das Wirken der Figuren damit zu verbinden.
Das sind zwar nur rein technische Vorgänge, aber sie sind der Weg, um Erfahrungen zu sammeln, um taktische Kombinationsmöglichkeiten zu erkennen. Es sind Erfahrungen möglich,  die sich bei Konzentration auf das Geschehen von selbst einstellen werden. Sobald man weiss, was Stellungsmerkmale bedeuten und welche Wirkung man mit ihnen in Verbindung bringen kann. Wenn man irgendeinen Ansatz hat, um das Geschehen  einzuordnen und in Beziehung zu bringen zB mit Kraftentfaltung, Matt, Sieg oder großer Vorteil. Der Grad an Möglichkeiten, die man hat, Nachteile abzuschütteln und Vorteile zu verwirklichen.

Zum Beispiel  gibt es wichtige Strukturen, die lange Zeit erhalten bleiben und solche, die nur kurzfristig an Wirkung zeigen. Die langfristigen Strukturen werden massgeblich durch Bauernzüge verursacht - da die Bauern verhältnismässig beschränkt in ihrer Flexibilität sind, bringen sie es mit sich, strukturbildend zu sein. Hat man sie einmal bewegt, stehen sie in einer entsprechenden Anordnung und weitere Möglichkeiten sind festgelegt.

Es gibt für jede typische Situation typische Felder oder Abschnitte des Brettes, an dem sich ein Kampfschauplatz zuspitzt. Zum Beispiel ist das Zentrum naheliegender Kampfschauplatz, und beide Parteien versuchen auf es einzuwirken. 
Man wird ebenso finden, dass jede Situation und jeder Zug auch einen Nachteil in sich birgt und man wird finden, dass es gilt, diese Nachteile mit den Vorteilen abzuwägen, die sich ebenso ergeben. Der Blick und der Fokus, das Gewicht, geht vom Angriff aus. Es bringt es typischerweise mit sich, quasi syntropistisch, dass ein Angriff selten ohne Wirkung bleibt und man zumindest den Gegner beschäftigt.  Die Situationen, zb die des Zentrums, können verschieden mit Möglichkeiten gekennzeichnet sein, zum Beispiel als offenes oder geschlossenes Zentrum vorliegen. Als offenes Zentrum bringt es die Figuren besser zur Wirkung, was auf der Hand liegt, da keine Bauern im Zentrum die Felder blockieren und Linien und Diagonalen für die Figuren frei machen. Üblicherweise gibt es mehr Löcher und Vorposten in offenen Stellungen als in geschlossenen.
Dass sie jeweils verschieden sind  von Partie zu Partie macht die Sache spannend. Aber das ganze Geschehen eint den Gedanken, dass es immer auf die grosstmögliche Wirkung von Kräften hinsichtlich bestimmter Punkte ankommt, und die Art und Weise, wie diese Kräfte von Eröffnung an angeordnet werden, entscheidet über diese späteren Kampfverläufe. Das Schachspiel lerhrt uns damit auch eine gekonnte Art der Weitsicht.

Man kann das Denken der Großmeister als Vorbild nehmen, versuchen wie ein Großmeister zu denken -  man wird wohl kaum  so gut werden,  wie Großmeister oder andere Meister, die statistische Wahrscheinlichkeit spricht dagegen. Doch sie denken in einer Art, die grundsätzlich für alle Spielstufen in Frage kommt und Großmeister denken in Kampfschauplätzen und Stellungsmerkmalen.
Sie suchen den Dreh- und Angelpunkt in bestimmten Situationen und sehen das stärkstmögliche Potential. Grundsätzlich  versuchen sie es zu erreichen, dieses Momentum stärkstmöglicher Kraftentfaltung. Was sie sehen ist immer an das Wirken von Figuren, Feldern oder Stellungen gebunden. Es ist etwas konkretes, nicht so abstrakt, wie man glaubt, weil man meint, Großmeister könnten nur viel tiefer rechnen. Freilich haben sie im Vorstellungsvermögen eine grössere Genauigkeit.
Man kann sich anschauen, wie Großmeister oder allgemein stärkere Spieler Probleme lösen. Zum Beispiel, wann das Zentrum zum Beispiel bedeutend wurde. Oder wie man in einer schwierigen Stellung ein passendes Motiv  gefunden hat (was meist durch Eröffnung eines Kampfschauplatzes ersichtlich wird; etwa ein Bauernangriff, oder Öffnung einer Linie oder Diagonale, eine akute Fesselung usw.).

Man kann den Großmeistern gut folgen bis zur kritischen Mittelspielstellung, wo es oft dann um den Einsatz der aufgestellten Figuren geht, und es um taktische Züge gehen kann. Bis zum Mittelspiel kann man von den Großmeistern Anschauungsunterricht in grundsätzlichen Plänen sehen, wie man aus der Eröffnung heraus kommt und dabeidie Strukturen beachten, das Wirkungsfeld von Figuren und die hauptsächlichen Merkmale von Stellungen (zB schwache oder starke Felder). Und wie sie dabei aus der Eröffnung heraus kommen, und eine Stellung fügen, in der die greifbaren Möglichkeiten von der Initiative abhängen, die man einsetzen kann. Das heisst, in einer guten Entwicklung der Spielanlage geht es um das Ausnutzen oder Suchen von Initiative, die durch das Aufstellen der eigenen Figuren massgeblich gefördert oder gehemmt wird. Großmeisterpartien sind Beispiele, in denen man hin und wieder beachten muss, dass sie viel feiner das Material gegen die Position abwägen, was ein spielschwächerer Spieler sich nicht leisten will (zB Springeropfer für eine gute Angriffsoption). Denn viele taktische Wendungen mögen zu Positionen führen, die uns überfordern, aber den Großmeister eine Situation bieten, wo sie diese feinen Nuancen von Kraft zum Erfolg durchbringen können, die sich allein mit der besseren Position bei materiellen Nachteil  ergibt. Immerhin kann einem diese Überlegungsweise inspirieren und ein besserer Spieler versucht nun sehr  viel öfter, Position gegen Material abzuwiegen. Wenn man einen Blick für den wichtigsten Kampfschauplatz hat, für die Drohungen die mit dem König verbunden sind, nämlich dem Mattangriff, wird man als zweiten Schritt die richtigen Züge der Verteidigung suchen müssen. In Partien der Großmeister erweist sich der Erfolg dadurch, dass sie niemals sicherheitshalber verteidigen, allenfalls einen wichtigen Zug des Gegners "prophylaktisch" zu begegnen. Aber nicht, wenn keine Gefahr droht zu verteidigen, weil es kommt auf jedes Tempo an.

Jeder Zug kann die eigene Situation verbessern oder verschlechtern.  
Im Leben wie im Schach geht es um Energien. Es geht um die Funktion und das Wirken von Kräften, im Schachspiel symbolisiert durch Figuren auf einem eingegrenzten Spielfeld. Bedeutend sind die vielen Ebenen, auf denen das Geschehen mit den Figuren stattfindet. Es gilt in einem Zug die Position, die Möglichkeiten, die Verteidigung, ein Brettabschnitt, schwache Felder, potentiell schwache Felder zu beurteilen. Man wird finden, es ist unzureichend, weil zu umständlich, eine Strichliste zu machen, mit der man jeden Zug nach und nach durchgeht und alles bis ins einzelne berechnet. Nein, die Kunst der Großmeister besteht darin, eine sehr gute Übersicht über die bedeutenden Stelungsmerkmale zu haben, und erst dann rechnen sie einen Zug durch. Das Können, einen Zug durchzurechnen ist gar nicht so verschieden von Großmeistern zu schwächeren Spielern - es gibt eine Schwelle in der Funktion des logischen Denkens, analog dem Durchrechnen von Zügen, ab der keine Steigerung mehr möglich ist.  
Die Rechenkunst ist nicht so wichtig, wie das "bildliche" Denken. Gemeint ist nicht Phantasie oder Inspiration.
Die Intuition , die mit dem Urteil verbunden ist, ist nicht jene Intuition, die auf Gutglück zum richtigen Ziel kommt.
Sondern diese Form der schachlichen Intuition ist das zutreffende Erfassen von grundlegenden Gesetzen, wo das Urteil sich auf die Wirkungsweise der Position und Figuren bezieht, ohne es dabei auf einen einzelnen Zug anzulegen, sondern etwas, was mit der Stellung und ihrem Wirken zu tun hat.

Hin und wieder nützlich ist die Leitidee: Nicht beeindrucken lassen. Wenn der Gegner einen Angriff versucht, dann kann man die Folgen ergründen und es versuchen auszunutzen. Man wird sehen, dass der Gegner einen auch die Tür öffnen kann, wenn man es absieht und versucht auszunutzen. Es muss nicht der klassische Konterangriff sein, sondern dass man die Position durch die Aktivität des Gegners nicht verschlechtern, sondern sogar verbessern konnte.V ersuchen, den Vorteil , der möglich wird, zu erkennen und  für sich zu erzwingen so dass der gegnerische Vorteil durch den eigenen Vorteil nicht mehr so stark erscheint.

Massgeblich für starkes Spiel ist das Schauen und das  Urteils-Vermögen: die Stellungen in ihrer Bedeutung zu erfassen, die verschiedene Momente, Ebenen und Stellungen in der Vorstellungskraft auseinanderzuhalten und zu beurteilen.
Man wird als nicht so starker, und so erfahrener Spieler sicher nicht besonders deutlich das Kommende einer Stellung voraussehen, oder wie sich Strukturen ergeben und entfalten, aber man kann beginnen um sie zu ahnen. Mit der Zeit vertieft man das Wissen durch Erfahrung.

Es geht mehr um die Bedeutung des Geschehens, um die Stellungsmerkmale als um die Rechenkunst allein.

Dieses Spielfeld offenbart ganz bestimmte Möglichkeiten - zum Beispiel wird eine Figur im Zentrum anders wirken und andere Möglichkeiten vorfinden, als am Rand des Brettes. Verschiedene Stellungen bringen ein verschiedenes Wirken der Figuren hervor, und verschiedene Vor- oder Nachteile. Es gitb typische Stellungsmotive und Erfahrung über das Wirken dieser Stellungen vertieft die Umgangsweise mit solchen Stellungen.

Es ist hilfreich, die Strukturen zu studieren, die sich mit den Stellungen der Bauern ergeben. Man beobachtet, wie Figuren im Zusammenhang mit diesen Stellungsmerkmalen wirken.
Man kann den Raum ins Auge fassen, der sich massgeblich dadurch ergibt, wie die Bauern stehen. Offene Linien, offene Diagonalen - oder Potentiale, die zu offenen Linien und Diagonalen führen. Manchmal drückt sich das auf Umwegen aus, die auf den ersten Blick als nicht durchführbar scheinen - aber bei näheren Blick eine taktische Wendung enthalten, als ginge man zwei oder drei Schritte, die etwas erzwungen haben und befindet sich nun in einer Situation, die einem genehm ist.

Es offenbart sich nicht nur die Wichtigkeit der Bauernstrukturen, sondern im Grunde die Bedeutung des ganzen Spielfeldes, das durch Figuren eine Besonderheit erhält - und zwar je nach dem wo sie stehen (!). Man erkennt, dass das Spielfeld seine Bedeutung verändert, je nach Figuren, die auf dem Feld angeordnet werden.  Bauern erweisen sich dabei als grundlegende Fixpunkte, die eine Stellung fixieren können, also festlegen können. Sie sind die wahren Strukturgeber. 

Wenn ich mir überlege, wie ich in den Hochgenuß des Schachspielens komme, dreht es sich dabei nicht um das Gewinnen, sondern Erkennen grundlegender Merkmale. Wenn ich im Schach beobachten kann, wie Strukturen sich verändern, Strategien zum Einsatz kommen und Kampfschauplätze ihr Gesicht ändern... und sich schließlich Vor- oder Nachteile manifestieren...
Dabei ist es vordergründig, dass man in jedem Augenblich der Zugwahl verschiedene Möglichkeiten der Stellung berücksichtigen muss. Manchmal, sehr oft eigentlich, ändert sich mit einem Zug des Gegners oder einem eigenen Zug die Möglichkeit des weiteren Geschehens und diese Dinge in der Übersicht zu behalten, stellt eine der Herausforderungen dar. Dazu gehört, dass man auch Probleme, die sich auftun, begegnen muss. Das kann zB ein geschickter Umgang mit der Aufstellung der Figuren bedeuten, wenn man einen schwachen Läufer hat (der von eigenen Figuren abgesperrt ist, vor allem durch eigene Bauern; dann stellt man zB den Läufer oder andere Figuren entsprechend auf Felder, wo noch großtmögliches Potential der Läufer in Aussicht steht).

Wir befinden uns in einem Spielfeld der Wirkung von verschiedenen Kräften, die vereint und gegeneinander angeordnet werden können, mit dem Ziel, die bestmögliche Verteilung und Anordnung der Kräfte zu sichern. Es gibt da so einen König, der als die schwächste  Figur gilt. Dies ist der besondere Faktor, der die Sache spannend macht.

Das Spielfeld zu verbessern im Sinne eines Ganzen, ist bereits grundlegender Sinn der Natur und aller Kräfte, die es gibt. Es gibt ja nicht nur das Spielfeld des Schachspiels, auch andere Spiele (zB Dame oder selbst Monopoly), wo es um Kräfte geht, die ihre bestimmte Wirkung haben. Kräfte haben es an sich, auf Gegenkräfte zu stoßen (zB Schwarz/Weiss).

Je nachdem, wo wir stehen, erfahren wir diese Kräfte verschieden und wir sichern uns - laut einem Naturgesetz - instinktiv die besten Plätze. Aber es geht nicht um Sicherheit in dem Sinne, dass man nur noch Gefahren und Risiken vermeidet. Da es um die höchstmögliche Energieaufbereitung geht, kommt man nicht umhin, auch ein Risiko anzuwenden. Die Gefahr zu verlieren ist natürlich (k)ein Weltuntergang. Die Größe zeigt sich nicht nur wie man spielt, sondern auch darin, wie man verliert.

Im Leben gibt es weitere Spielfelder, wo Kräfte eingesetzt werden. Sie alle haben verschiedene Ausformung und Dimensionalität, doch sie alle eint, ein Spielfeld von Kräften zu sein. Nun, was wäre eine Schlachtfeld, ohne Ziel? Es wäre nur Chaos. Ein wildes Aufeinandertreffen von Kräften, ohne Entscheidung. Sobald ein Ziel existiert, gibt es die Möglichkeit der Entscheidung.

Schach ist mehr als nur ein Strategiespiel. Es ist mehr als nur ein Denksport, sondern auch ein Kampf. Die Strategie wäre bedeutungslos, ginge es nicht um das Gewinnen oder ein anderes Ziel, das im Schach begründet wäre.
Schach hat ein Klischee abbekommen, es sei ein Spiel für intelligente Leute oder es ist so etwas wie Skat, nur für Experten. Es ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber so schwer ist Schachspielen nicht. Es ist eine Sache für sich, in der man die Regeln bald kennt, aber die wichtigsten Regeln sind darauf gebaut, wie man besser Schach spielen lernt. Und auf dem Weg, eine stetige Verbesserung zu erreichen oder überhaupt Ideen dazu zu haben, die ein Ergebnis zeitigen, verfeinert man im Grunde auch seine Auffassungsgabe.
Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das Schachspiel allgemein auch als eine Übung im Denken angesehen werden kann. Mit dem Denken lässt sich eine gewisse Disziplin aneignen. Erst kommt dies, dann das. Man studiert eine Ordnung, erfährt eine Unterscheidung von Kräften und Zusammenhängen.
Man erfährt also diesen vielfältigen aber geordneten Impuls, der sich subtil auch auf das allgemeine Denken im Alltag auswirken kann. Die bestmögliche Ordnung zu finden, die sich letztendlich in dem ausdrückt, was man in der Hand hat und beeinflussen kann.

Aber wie spiel man nun besser Schach? Ich bin der Meinung, es gibt dafür eine goldene Regel, die alles zusammenfasst. Die muss man allerdings selbst verinnerlichen. Es nützt wenig zu sagen, man muss das Schachspielen in seinen eigenen Gesetzen erkennen. Also nicht nur das Schachspiel mit seinen Regeln, sondern das Spielen gehört auch dazu, damit man diese Gesetze und Regeln versteht in ihrer Bedeutung.
Es gibt entscheidende Merkmale, die immer wieder ausschlaggebend sind und die besseren Spieler wenden diesxe Grundlage bewusst oder unbewusst an. Im Grunde läuft es daraufhinaus, dass man gewinnen will. Es ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Der bessere Spieler sucht die Angriffsmöglichkeiten. Er versucht in einer materiell unausgeglichen Positionen noch das Heft in der Hand zu behalten, indem er auf die Angriffsmöglichkeiten und Initative achtet und kontinuierlich versucht das Tempo, das der Gegner durch das Opfer verloren hat, auszubauen oder zu erweitern. In einer Partie muss sich nach einem Opfer von Material noch beweisen, ob man diese Energie die man vor allem durch die aktivere Figurenaufstellung nebst Drohungen gewinnt, genügend umsetzen und verwalten kann.

Kennt man das Ziel, ist der Weg jedenfalls schon vorgezeichnet. Denn man versucht zu gewinnen. Dafür muss man Gewinnwege kennen. Man prüft dann noch, welcher Weg nicht zum Ziel führt und sammelt Erfahrung.
Es gibt immer wieder besondere Ausnahmen oder spezifische Dinge zu beachten. So zum Beispiel geht es natürlich immer um den besten Zug, aber es spielt auch eine Rolle, mit welchem Ausgangspunkt man ausgestattet ist. Manchmal spielt man zB bestimmte Eröffnungen, weil man vom Spieltypus diese bevorzugt, oder man wählt eine Stellung, die intuitiv oder nach allgemeinen Kriterien beurteilt geeignet scheint. Man versteht nicht immer alles in der Stellung, sieht aber zB dass die eigenen Figuren flexibel sind, und in wenigen Zügen verschiedene Brettabschnitte erreichen können, oder dass die eigenen Bauern bestimmte Stellungen schliessen oder öffnen können zum eigenen Vorteil.

Diese grundlegenden Konzepte, die man in der Hinterhand hat, ergeben sich oft nebenbei. Und sind Resultat einer soliden Spielweise.
Auch wenn man nicht konkret absehen kann, dass ein Springer, den man an den Rand des Feldes stellt, dort wirklich schlechter steht, ist es ein Zug, den bessere Spieler nicht zur Priorität machen werden. Am besten stellt man die Figuren immer so auf, dass sie gut wirken, auch wenn nichts konkret ist. Es offenbart sich so eine Art "Glück", das mit der Aufstellung der eigenen Figuren zusammenhängt. Man hat es nicht berechnet, aber es hat sich ergeben.

Man kann selbst als Großmeister nicht nur die besten Züge finden. Man sollte nicht versuchen, Großmeisterpartien daraufhin zu untersuchen, ob es der beste Zug ist, sondern ob man die Stärke und Absicht, oder Idee versteht. Und manche Ideen erweisen sich eben auch bei Großmeistern als falsch und als Schwächung der Stellung. Man soll nicht meinen, nur weil es ein Großmeister gespielt hat, kann man es selbst anwenden, denn das ist auch an der Spielstärke gebunden, ob man mit der Situation umgehen kann.

Den impliziten Sinn , der einer Sache zugrunde liegt, kann man erkennen, wenn man das Spiel der vielen Kräfte studiert.  Es offenbart sich als zwangsläufige Logik, die sich aus dem Wirken und den verschiedenen Grundlagen der Kräfte ergibt.

Man findet, dass eine Ästhetik, eine Bewertung ausschlaggebend wird. Diese Ästhetik, der Geschmack an starken Zügen, bedeutet im Schachspiel das Wissen um den bestmöglichen Zug, denn dieser stärkste Zug offenbart das eigentliche Ziel, worum es geht.

Das ist dann der geschulte Geschmack für jene Züge, die man bevorzugt, und die aktiver sind, die stärker sind und mehr Potential bereit halten, die eigene Kraft bzw. eigene Kräfte optimal zur Wirkung zu bringen. Selten, dass dies Ziel mit  Hauruckmethoden funktioniert. Selbst im Leben können wir uns nicht einfach nehmen, was wir wollen, auf dem Spielfeld Erde müssen wir darum kämpfen und es bedeutet eine Auseinandersetzung, die über mehrere Etappen geht.

Es gibt unter den unzähligen Möglichkeiten eine Angelegenheit, die immer wieder naheliegend wird, um davon auszugehen. Das ist der Angriffszug. Entweder kann man attackieren, um direkt zu gewinnen, oder es gibt die Nötigung der Verteidigung, aus der man sich mit einem wohl überlegten Angriffszug befreien kann. Oder mit dem man zumindest sich Möglichkeiten des Angriffs so gut wie möglich offen hält.

Es geht im Prinzip eines jeden Zuges gesehen darum, möglichst die Initiative zu suchen.
Solche Züge zu bevorzugen, die den Gegner zu etwas zwingen. Das sind Züge, wo man im nächsten Zug mehr Freiheiten erhält, weil man praktisch ein Tempo mit des Gegners Reaktion gewonnen hat. Es entsteht eine Situation, in der  man anstelle ihm den weiteren Angriff zu bestimmen vermag.
Insgesamt geht es darum, die größmögliche Kraft mit dem einen Zug zu suchen, den man augenblicklich zur Verfügung hat, so weit man die Stellung beurteilen kann.

Ein Angriff ist natürlich immer auch ein Risiko. Die Kunst besteht darin, das Risiko tragen und den wahren Lohn einsacken zu können.
Fortgeschrittene Spieler wählen dazu auch sogenannte Opfer (man opfert eine Figur, die den Raum öffnet oder andere Vorteile bewirkt, um dadurch Kompensation mittels neuer Angriffsmotive zu erhalten).
Natürlich ist der pauschale Angriff kein taugliches Konzept. Vielmehr geht es um das Prinzip, und praktisch oft um die Vorbereitung dieser Angriffe, oder um die Möglichkeiten, die man sich aufrecht erhält , um im richtigen Moment zuzuschlagen.

Man sucht solche Züge, bei denen jeder Zug möglichst das Angriffspotential aufrecht erhält, auch wenn der Gegner bestimmte Angriffsmotive neutralisiert. Das bringt mit sich, dass man immer ein Auge auf die Position haben muss, die sich entwickelt.
Das bedeutet zum Beispiel, dass Figuren die an den Rand des Brettes gestellt werden, je nach Figur, schlechter stehen als in der Mitte und dem Zentrum  des Brettes.

Wichtiger als alle Regeln zu befolgen, ist es den Augenblick zu erkennen, in dem etwas geschieht. Man beobachtet und sammelt Erfahrungen und wendet es in der Praxis an und beobachtet wiederum, während man unentweg alles, was man sehen kann, beurteilt.

Die Stellungen weisen verschiedene Merkmale auf. Es ist wohl kaum möglich, jede einzelne Stellung in ihren späteren Auswirkungen genau vorherzusehen. Sondern man schätzt typische Stellungsmerkmale ab, die grundlegend in der Stellung festgelegt sein werden. Das sind Vorposten (Figur kann durch Bauern vertrieben werden, Löcher (kann durch keinen gegnerischen Bauern vertrieben werden, oder Bauernstrukturen und Wirkungsräume für die Figuren.
Eine Sache wird sich niemals ändern, dass der König sicher stehen muss, damit man seine Angriffspläne umsetzen kann.
Angriffspläne, das kann alles mögliche sein. Eine offene Linie zum eigenen Vorteil schaffen, oder ein direkter Königsangriff.
Mit dem Suchen nach Dynamik, Energie, ergibt sich die passable Methode, nicht auf Nummer Sicher zu gehen, sondern für den Augenblick auch  eine Deckungsfigur, die momentan keinen ZWECK erfüllt, weil nichts bedroht wird, abzuziehen um sie am Angriff teilnehmen zu lassen.
Eigene Schwächen vorübergehend in Kauf zu nehmen, um den Gegner direkt und konkret zu beschäftigen, ist eine effektive  Grundspielweise, um die zu wissen,  sehr hilfreich ist. Man setzt also mehr auf Angriff, als auf Deckung im Moment nicht bedrohter Felder, denn die Figuren sollen am besten zum Einsatz kommen und nicht untätig sein.
Man sucht am besten immer nach der stärkstmöglichen Anordnung der Figuren.

Es erweist sich immer wieder als zutreffend, dass man für die Betrachtung und Bewertung einer Stellung - in jedem Augenblick, in jedem Zug -  mehrere Ebenen auseinander und zusammen nehmen muss. Ebenen, auf denen man die Stellungsmerkmale betrachtet und sie einander abwägen lernt. Denn es gibt da sehr vieles, was man beachten muss. Es gibt Prioritäten.
Das Wichtigste ist der König, ob er angegriffen werden kann. Danach kommen andere Figuren, auf die man Druckspiel ausüben kann um entscheidenden vor allem materiellen Vorteil zu erhalten.

Das Figurenspiel. Mit dem Figurenspiel verbunden sind die Wirkungen der Figuren auf dem Spielfeld, das beinhaltet auch taktische Kombinationen.
Man betrachtet die Wirkung, die die Figuren in einer bestimmten Stellung haben. Es ist der Weg zum Erfolg, diese Bedeutungen zu erkennen, die eine Stellung mit ihren Strukturen aufweist. Die Strukturen gehen typischerweise und grundlegend von den Bauern aus, wie sie angeordnet sind.
Man braucht dabei ein wenig Flexibilität, um die verschiedenen Stellungen immer wieder neu ins Auge zu fassen.
So ist zum Beispiel  ein isolierter Bauer immer eine besondere Schwäche. Aber da jede Figur - in einer entsprechenden Stellung - auch einen Vorteil aufweisen kann, zusammen mit dem Nachteil, gibt es kein Dogma zu befolgen.
So gibt es zB verschiedene Eröffnungssysteme, in der Schwarz meist mit dem c5 Sprengungszug einen isolierten Damenbauern hinnimmt, zB nach der Zugfolge:

1. d2-d4 
d7-d5 
2. c2-c4
e7-e6
3. Sb1-c3
c7-c5

Man kann diesen isolierten Bauern auf d5, der sich nach dem Abtauschen ergibt:
4. c4xd5 e6xd5 sowohl als Nachteil als auch potentiellen Druckmacher ansehen.
Der Bauer ist nicht per se schlecht, da er vom Zentrum ausgehend das weisse Spiel beeinflussen kann. Wenn Weiß den Bauern auf c5 nimmt, entstünde der isolierte Bauer für Schwarz. Dieser hätte dann aber keinen gegnerischen Bauern vor sich, nur auf e3, und das macht ihn zum starken Bauern. Es würde ganz anders aussehen und wirken, wenn ein  isolierter Bauer von einem gegnerischen Bauern blockiert ist, das wäre ein schlechter isolierter Bauer. In beiden Fällen bleibt es aber ein isolierter Bauer (auch Isolani genannt), der seine besonderen Eigenschaften hat ,  eine davon wird immer  seine Schwäche sein. Wer den Isolani hat, sollte auf ihn achten, und aber nicht prinzipiell verteidigen, sondern versuchen ihn   aktiv einzusetzen. Weiterhin wird der Spieler mit Isolani versuchen, die Figuren auf dem Brett zu halten und der Gegner versuchen abzutauschen um Verteidigungsfiguren für den Bauern vom Brett zu bekommen und gleichzeitig das Aktionspotential eines Isolanis zu nehmen, wenn ihn keine weiteren Figuren unterstützen.
Meist ergibt sich, dass der Gegner den Bauern mit einer Figur verteidigt, und in einer Weise  des Abtausches, er selbst später dort einen Bauern bekommt so dass sich zwei Isolani gegenüber stehen. Darauf kann Schwarz hinarbeiten, oder es als Ziel anvisieren, dass er auf dem Blockadefeld vor dem Isolani eine gegnerische Figur abtauschen kann, so dass der Gegner mit einem Bauern zurücknehmen muss.

Insgesamt kann bei oben genannter Variante Schwarz seine anderen Figuren durch die offenen Linien leicht ins Spiel bringen, das Spiel ist für ihn vorteilhaft geöffnet . Er kann  das weitere  Spiel danach ausrichten versuchen, den eigentlichen Schwachpunkt des isolierten Bauern zu einer Stärke auszunutzen . Weiss will natürlich versuchen, den Bauern in seiner Schwäche offenzulegen oder den Vorteil zu untergraben, durch einen günstigen Abtausch (zB mittels seinem e-Bauern).

Anderes Beispiel:
Eine Phalanx nennt sich eine Bauernkette, deren Bauern auf derselben Reihe stehen, zB am Königsflügel h4, g4, f4.
Eine typische Wirkung der Phalanx ist eine gewisse Macht, sie begrenzt das Spiel zu einer gewissen Linie, die blockiert ist und mit der alles weitere geschehen kann. Linien sind geschlossen, übrigens vor allem Diagonalen.
Stehen Bauern auf einer Diagonalen, zB h2, g3, f4, dann offenbaren sie eine Lücke, mehrere Felder, in denen und durch die Figuren wirken können. In erster Linie ist es vorteilhaft, findet man
selbst auf der Seite des Gegners diese offenen Strukturen, an denen sich Wirkung zusammenballt, und verhindert sie auf der eigenen Seite, so dass der König lang genug in Sicherheit steht. Oft - ja sehr oft, es ist fast das Besondere an diesem Spiel - oft ist es eine Frage des Tempos, dass man schneller ist als der Gegner und ihn "mit den eigenen Drohungen im Schach halten" kann (sowohl sprichwörtlich als auch im übertragenen Sinne).

Die Phalanx von Bauern gilt als stärkste Anordnung von Bauern - aber natürlich nur prinzipiell und nicht pauschal. Generell ist diese Phalanx aber ein Merkmal, das viele Spieler anstreben, weil es die Probleme von Bauern vermeidet und Im Gegenteil einige wichtige Vorteile bringt. Die Phalanx kann sich jederzeit auch wieder lösen um größeren Druck mit den Bauern auszuüben oder taktische Wendungen zu erzwingen. 
Jede Stellung schafft ihre eigene Möglichkeiten und man muss auch beurteilen, worauf das Verschieben von Bauern hinaus läuft und sich später durch das jetzige Vorrücken der Bauern und dem Lösen aus der Phalanx eine viel stärkere Phalanx von Bauern ergibt, die weit in das Feindesland hineinwirken. Es gibt sogar Mattstellungen, wo die Bauern den König mattsetzten.

Weitere Beispiele bei Bauernstrukturen ergeben sich, wenn man die Möglichkeiten betrachtet, die eine bestimmte Anordnung eigener und gegnerischer Bauern mit sich bringt. In bestimmten Stellungen kann ein gegnerischer Bauer die Handlungsmöglichkeiten der eigenen Bauern einschränken, indem er das weitere Vorrücken verhindert oder erschwert. Wenn man, bevor es dazu kommen kann, die eigenen Bauern entsprechend bewegt oder anordnet, kann man sich diesen schweren Nachteil entgegen stellen. Oft bedeutet dies, dass man einen Bauern vorrückt, um das gegnerische Vorrücken zu erschweren, aber es muss damit nicht eine geschlossene, festgelegte Bauernstruktur entstehen. Man will die Bauern auch zusammenhalten, und der Gegner will seine schlechten los werden um uns schlechte Strukturen zu verpassen. Bauernstrukturen offenbaren verschiedene Qualitäten und Kräfte, je nachdem wie sie aufgebaut sind, und welche typischen Strukturen sie bilden.
Solche Dinge entdeckt man, wenn man die Stellungen genau beurteilt, und immer wieder Zusammenhänge feststellt mit anderen Figuren.

In manchen Stellungen ist es wichtig, wie die Läufer stehen und welche Möglichkeiten sie haben. Sie erfüllen ja sonst keine Funktion. Und wenn der Gegner seinerseits die volle Funktion seiner eigenen Figuren entfalten kann, macht sich der Nachteil der eigenen vom Spielfeld abgedrängten Figuren erst recht bemerkbar.
Es hat sich erwiesen, dass es immer wichtig ist, den schlechten Läufer zu beachten, den man aufgrund der Bauernstruktur hat (der ist eingeschlossen durch eigene Bauern; wenn also eigene Bauern auf Feldern derselben Farbe des Läufers stehen). Wo dabei die gegnerischen Figuren oder Bauern stehen ist nicht so wichtig, das ergibt sich die Erfahrung. Denn es zählt mehr, was man mit seinen eigenen Figuren, also zB den starken Läufern, Türmen und der Dame entwickeln kann. Wenn man es sehr geschickt anstellt, werden auch die Springer stark wirken, doch gewöhnlich sind sie oft im Nachteil gegenüber Läufern.

Wichtig für besseres Schachspielen ist also: Dass man auf das Figurenspiel achtet, auf die Wirkung einer Figur. Das ist nicht nur, was zB schlechte Läufer angeht, sondern überhaupt, welche Wirkung potentiell in der Stellung enthalten ist auch für andere Figuren. Das mit den schlechten Läufern ist ein wichtiger Merksatz.
Es gibt auch einen anderen Merksatz: Die Figuren wirken erfahrungsgemäß umso stärker, je besser und gesicherter sie im Zentrum stehen und von dort wirken können.

Eine wichtige Regel ist , dass das Spielgeschehen die Bauernstruktur auf den Kopf stellen kann, also soweit verändern kann, dass man keinen schlechten Läufer mehr hat, sondern einen etwas besseren oder sogar guten. Es kommt immer darauf an, wie die Bauern stehen, um das zu beurteilen. Der Läufer kann sich nur auf einer Farbe bewegen, weissen oder schwarzen Feldern - man nennt ihn schwarzfeldrigen oder weissfeldrigen Läufer, je nachdem auf welchen Feldern er sich bewegen kann.
Je mehr eigene Bauern auf den Feldern der Farbe des Läufers stehen, umso schlechter ist es prinzipiell. Natürlich muss man nicht auf Gedeih und Verderb für gute Felder sorgen, weil das ganze Geschehen bringt es immer wieder mit sich, dass einer der Läufer schlechter ist oder sogar beide nicht ganz so gut. Es kommt darauf, diese Umstände zu berücksichtigen, damit man sich darauf einstellt und bei Gelegenheit kann man auch manche Stellungen verändern. Oder der Gegner tut dies.
Es zeigt sich, dass man immer sehr viele Dinge im Schach überschauen muss, aber sie ergeben sich praktisch von selbst, wenn man schaut, was so passiert und die wichtigen Motive kennt.

Wissen was man tut, heisst schauen lernen, die Motive erkennen. Die Bedeutungen annäherungsweise und tiefer zu verstehen, was es bedeutet, eine schwache Königsstellung zu haben oder eine gegnerische Figur kommt auf ein bestimmtes Feld wo es von Schaden ist für die eigene Position. Die  Verteidigung -  man muss entweder zuviel Verteidigung leisten oder hat zuwenig geleistet und das Beste ist, wenn man zB in einer Weise denkt, wo der Verteidigungszug zugleich an potentieller oder direkter Angriffszug ist. Sucht man immer das Beste, wird man auch das Wesen des Schachspiels begreifen. Aber die Motive muss man kennen, also Dinge, die man anwenden kann, und typische Strukturen, die eine Wirkung haben.

Doch mehr als nur Motive zu kennen, muss man taktisches, strategisches beachten, und augenblickliche Probleme erkennen -  es gibt dabei die Besonderheit quasi technischer Leistung, die Probleme  mit grundlegender Taktik und auch mit der Effizienz zu lösen zu versuchen.
Zu der Effizienz gehört auch die Prüfung der eigenen Vorgehensweise, ob man ans Ziel seiner Überlegungen kommt, ob man versteht, was man mit den eigenen Figuren anstellt. Wenn man die Grundregel der Initiative kennt und die Bedeutung des Zentrums als vordergründigster und wichtigster und problematischster Kampfschauplatz , wird man von allem Anfang an darauf doch eigentlich achten wollen.
Deshalb empfehlen Großmeister, immer mit einem Zug zu beginnen und weitere in der Eröffnung zu planen, die grundlegend das Geschehen dahin gehend anordnen können, dass grundlegende Kampfbedingungen ausgeglichen gegeben sind, wozu auch das objektiv wichtige Zentrum gehört. Wenn der Gegner das Zentrum besetzen kann, muss man dagegen angehen. Es wäre praktisch das Aufgeben des Kampfes um Initiative.
Also blockiert man zumindest das Zentrum, sagen die Großmeister wohl, zum Beispiel mit geschlossenen Stellungen. Man bewertet einen Bauern im gegnerischen Lager zugleich als Vorteil für den Gegner (achtet die Stärke der feindlichen Kraft), aber sieht ihn zugleich als eigenen Vorteil, nämlich ein Angriffsobjekt und Zielpunkt zu haben. Ob der Angriff später wirklich auf den Bauern gerichtet ist oder sich während dessen weitere Kampfschauplätze offenbaren, ist nicht so wichtig, als dass ein Angriff stattfindet. Das lässt sich anhand der Beurteilung der Wirkung von Figuren feststellen, ob ein Angriff stattfindet , denn wenn dieser stattfindet, ist er zugleich die Offenbarung darüber, dass bestimmte Dinge möglich sind (die anzustreben sind). Das bedeutet alles, es ist wirklich sehr von Vorteil, die Wirkung der Figuren zu beobachten. Und das Geheimnis scheint zu sein: Ohne Kenntnis der Motive und grundlegenden Strukturelemente, wird man das Wirken der Zusamenhänge und wesentlichen Bedeutungen nicht feststellen können. Denn das Wirken der Figuren ist typischerweise gebunden in verschiedene Kampfschauplätze, wo Motive umgesetzt werden,

Das wichtigste Motiv ist immer, ein starkes Zentrum anzustreben. So denken Grolßmeister.
Man gibt ja das Zentrum auf, wenn man nicht mit e2 oder d4 eröffnet, oder zumindest mit Sf3 eröffnet. Und deshalb spielen so viele Spieler, auch Großmeister auch ausschliesslich e4 , weil sie damit eine aktive, auf Kampfschauplätze ausgerichtete Eröffnung umsetzen können. Taktische Kombinationen ergeben sich besonders in offenen Stellungen oder halboffenen Stellungen (zB Sizilianisch). Geschloße Stellungen beinhalten die feinen Nuancen, die das Wirken der Figuren betreffen. 
Kombinationen, wie sie in offenen Stellungen durch das Wirken der Figuren herbeigeführt werden können, sind dagegen keine Nuancen mehr, da geht es ums Ganze zuweilen oder große Vorteile.
Also je nach Spielweise, wird man auch verschiedene Eröffnungen anstreben und man kann hier besser unterscheiden, zwischen den Anfängern und DWZ bis 1400, weil manchmal geht es darum, seine Erfahrungen zu suchen und zu machen. Ich bin sicher: Wenn man besser wird in der Spielstärke, wird sich das mit dem Zentrum wie von selbst ergeben. Es ist die Geschichte des Schachspiels, die einen Erfahrungsprozess zeitigen könnte, wonach Eröffnungen wie 1. f2-f4, oder 1. b2-b4, oder 1. g2-g3 .
Man lässt bei g2-g3 mit nachfolgenden Lf1-g2 und schneller kurzer Rochade den gegnerischen Bauern , der von e7 nach auf e5 zog, nicht auf e4 vorrücken wo er den Springer auf f3 bedroht, es sei denn man hat einen Plan , der funktioniert. Aber normal sollte man irgendwann d2-d3 ziehen.
So ergeben sich immer dieselben Zentrumsstellungen, und schon als Weißer bemüht man sich um Sprengung des Zentrums. Aus logischem Gesichtspunkt, kann daher 1. g2-g3 mit keinem der E- oder d-Bauern auf der vierten Reihe gut sein. Also muss man bei 1. g2-g3 praktisch immer e2-e4 oder d2-d4 spielen , sonst ist die Eröffnungsweise verbaut (es geht ums Zentrum, objektiv gesehen). Wenn gegnerische Bauern sich auf die vierte Reihe stellen können, wo eigentlich mindestens ein eigener Bauer stehen sollte, und die Situation ist nicht behoben, kann man von einem Eröffnungsfehler reden.

Man kann ja sogar mit g2-g3 eröffnen, da sich dadurch eine praktisch gleich schnelle Einwirkung auf das Zentrum ergibt. Nur muss man gewisse Dinge im Auge behalten.
Aber man kann auch später g2-g3 ziehen, nachdem man das Zentrum besetzt hat. In jedem Fall nimmt man dafür eine typische  Königsstellung hin, in dessen Umgang, d.h. Beachtung der Besonderheiten der Löcher auf h3 und wenn der e-Bauer zieht auch auf f3 . Wenn man allerdings genügend darauf hin gearbeitet hat, ist es solide  spielbar . Es bietet eine besondere Diagonalwirkung des Läufers, auf die man sich im weiteren Verlauf immer wieder erproben kann, ob sich eine Kombination oder Angriff daraus ergeben kann.
Schaden kann es nicht, mit dem ersten Zug und allen weiteren bereits irgendwelche Anfangszüge anzustellen, die das Angriffspotential der eigenen Figuren in einer optimalen Weise entwickeln. Es ist sogar prinzipiell  das Beste, was man machen kann, auch wenn sich noch keine Motive, oder Angriffspläne ergeben. Man stellt die Figuren so auf, dass sie beweglich bleiben und miteinander arbeiten können, was man Koordination der Figuren nennt.
Man vertieft die Erfahrung im Schach, wenn man zumindest eine Idee verfolgt und ihre Bedeutung kennen lernt und immer wieder die Idee neu vertieft und das Wissen darum konzentriert. Manche Erfahrung oder Idee, die man experimentell anwendet, mag gerade  in der Absicht des Prüfens einer Idee liegen. Man probiert es aus, auch wenn es schief geht. Auf Dauer will man nicht verlieren und zwingt sich damit zu der richtigen Vorgehensweise, indem man mutig versteht, was man da vorfindet und die Figuren zur Wirkung bringen kann. Es gibt so einige Dreh- und Angelpunkte, um die es sich dann immer wieder dreht. Sie bestehen eigentlich in einer ganz persönlichen Schachaufmerksamkeit. Da ich feststelle, wie manches, was man selbst so tut, und anwendet, auch bei vielen anderen so ist, kann man intuitiv schlußfolgern, dass es ein ultimatives Konzept ist, das in der Grundstruktur immer gleich beschaffen ist, nur individuell ganz auf eigene Weise gefunden werden muss. Weil man es sonst nicht so recht versteht...
Die Motive und das Wirken der Figuren (Figurenspiel) zu verstehen,  hilft  dabei, ein wichtiges Teil dieses Konzeptes zu begreifen. Dabei kommt es viel darauf an, aktive Figuren zu bevorzugen, Angriffe suchen, Angriffe aufbauen, erzwingen, taktische Motive erkennen, Bauernketten zu beachten, und all das ist gebunden an Stellungen. Also wenn man die Motive in den Stellungen wiedererkennt und ihre Bedeutung erfährt und per Einsicht versteht, dann hat man auf jeden Fall das Grundzeug, besser Schach zu spielen.
Im weiteren Verlauf kommt es natürlich darauf an, wieviel Zeit man einsetzen kann und will, und wie man sein Talent einschätzt, was man glaubt, einmal schaffen zu können.
Ich glaube, aus allem, was ich gehört habe, wird man ein Großmeister nur, wenn man bereits mit frühen Jahren anfing, und mindestens bis 18 Jahren bereits die Spielstärke hat, wo der nationale Meister beginnt (oder sagen wir ELO 2100; bei 2300 erübrigt sich die Frage, das ist dann schon nahe dran aber es gibt immer noch Mängel, die dann ausschlaggebend werden). Wenn man zu spät die Idee hat, zu erproben ja zu wünschen,  Großmeister zu werden, wird das wohl nichts werden. Das Gehirn ist sicher nicht adäquat darauf eingestellt durch die frühe Übung, besonderes in diesem Spiel zu leisten, aber festlegen würde ich mich da allerdings nicht. Es ist einfach ein Zeichen, dass das Talent nicht groß genug ist, wenn man nicht bereits in frühen Jahren darauf aufmerksam machte. Aber nicht jedes Talent ähnelt da dem anderen und es gibt sicher auch Spätstarter.
Aber man kann in jedem Fall besser Schach spielen lernen , bis dahin wo das Talent noch hinreicht.
Dafür , um ein starkes Schach zu spielen, gibt es diverse Grundregeln, mit denen man sein Konzept aufbauen kann. Ein wichtiger Umstand ist es immer, auf Initiative aus zu sein: Das ist, wenn man den Gegner zu etwas zwingen kann, wenn er also reagieren muss. Dann übt man Initiative aus. Man behält das Heft in der Hand. Deshalb nutzen manche Eröffnungszüge mehr als andere. Der Gegner wird in vielen Fällen auf unsere Züge reagieren und wir brauchen daher eine Bewertung der Stellung, die über die aktuelle Position hinaus geht.
Manchmal ist es sehr hilfreich, Partien nachzuspielen, und Sinn macht es, dabei die verschiedenen Varianten durchzuspielen, entweder mit einem Computer oder durch Augenmaß. Um zu vergleichen, wie verschieden Stellungen sein können, die dann später , auch nach zehn Zügen und mehr, ausschlaggebend sind.

Eine weitere grundregel: Es ist besser mit seinen Zügen einen Plan zu haben, als keinen Plan zu haben. Keine Ideen mit den Zügen zu verbinden, die man spielt, ist blindes Stochern.

Man kann sicher auch andere Eröffnungen ausprobieren, als direkt im Zentrum zu agieren, in denen man von der Flanke her das gegnerische Zentrum her aufbricht oder die Zeit für einen Königsangriff vorbereitet. Es kommt nur darauf an, ob man erkennt, was da passiert und genügend Gegenspiel entwickeln kann (daran zeigt sich, ob man die Eröffnung erfolgreich bewältigt hat, wenn das Spiel zumindest ausgeglichen ist).
Im Profischach  ist es so, dass man mit Weiss einen kleinen Vorteil   aufgibt, wenn man nicht darum bemüht ist, das Zentrum zu besetzen oder zu blockieren. Mit Weiss sollte man daher bewusst aktiv vor gehen, und zB das Zentrum sofort übernehmen, um den Anfangsimpuls zu nutzen.
Man sieht daran schon, dass es von Anfang an um Kampfschauplätze und Felder geht, mit denen dann  Motive wie Königsangriff, offene Linien, starke Bauern, schwache Bauern, Vorposten oder  Löcher, gute Läufer, schwache Läufer  verbunden sind.
EIn Erfahrungswert: Die  Läufer kriegen die Diagonalen und man beachtet  Bauern, um gute Läufer zu bekommen.
Der Springer bekommt die Löcher und Vorposten zugeteilt. Es erweist sich, dass Vorposten und Löcher , die sich durch Bauernstrukturen ergeben, für Springer am geeignetsten sind, vor allem, da sie zum Abtausch die richtige Figur sind. Denn die Springer sind  tatsächlich in ihrer Wirkweise 
prinzipiell nicht  so stark wie die Läufer   ( objektiv und aus Erfahrung). Und die Vorposten und Löcher bringen es mit sich, dass dort der Gegner einwirken kann, und sich sehr wahrscheinlich ein Abtausch ergeben kann ( das Rätsel des Erfolgs: es kommt drauf an, ob eine Figur am Ende des Abtausches dort steht, die man dort stehen haben will weil sie gut wirkt vor allem in der augenblicklichen Position im Vergleich mit einer anderen Figur).
Aber natürlich sind sie herrliche Angriffswaffen, und Springer können das von Vorposten und Löchern aus sehr gut beweisen.

Erfahrungen ergeben sich umso tiefgründiger, je mehr man vom Geschehen versteht, und Bedeutungen ablesen kann. Wenn man erkennt, wie die Figuren wirken, und was man dafür tun kann. Großmeisterpartien sind dafür sehr vorteilhaft, am besten wenn sie kommentiert sind.
Doch nichts geht über die eigene Erfahrung. Am besten entdeckt man die Motive bei den Großmeistern, und dann sucht man sie stets wiederzufinden im eigenen Spiel, oder dem von Freunden usw.. Aber das Entscheidende ist, umso eigenständiger man dabei vorgeht, desto klarer wird die Angelegenheit, da sie dann auf die grundsätzliche Syntropie des Schachspielens kommt, wo das Schachspiel auch eine gewisse Übung für die Lebenskräfte bedeutet, indem man sich auf grundlegender Ebene, geistig, ein Bild von der Sache machen muss. Für mich hat Schachspielen, richtig angestellt, immer auch etwas kontemplatives, da man sich auch der Bilder und eben nicht nur der Operationen bedient. Diese sind nur Zweck, um die Bilder dann vor sich zu haben, mit der Vorstellungskraft zu zu verstehen. Wenn man etwas sieht, dann fasst man einen Plan. Pläne zu haben, ist so ziemlich das Grundlegendste im Schach.

Man wird Erfahrungen selbst dann noch sammeln, wenn die Pläne unzureichend waren. Es ist immer wieder so, dass man altes Wissen revidieren muss und neues Wissen mit den Erfahrungen integriert.


Auf Youtube findet man eine gute Möglichkeit, sich ohne weiteres - also quasi auf Anhieb - im Schach eine kleinere Schulung zu erfahren.
Man versucht die Züge zu verstehen, die Kommentatoren, die Varianten zeigen und erklären, die Bedeutung verschiedener Stellung nachzuempfinden, wenn man sich anschaut, was für Pläne und was für Wirkungen die Figuren hatten, welche Motiove zum Einsatz kamen. Großmeisterpartien  können einem dabei vorzüglich helfen, diverse grundlegende Pläne, bestimmte Züge und Stellungen zu verstehen.
Wenn man die Motive kennt, um die es immer geht, kann man die Kommentare noch besser verstehen. Man verfolgt, wovon die Kommentatoren sprechen. Gute sind dabei sehr tiefgründig, Manchmal wird man nicht alles verstehen, weil ihre Erklärungen Lücken lassen... - je nach eigener Spielstufe wird man verschiedene Dinge sehen. Gerade ein Anfänger kann eine wunderbare Schulung erfahren, welche Dinge typischerweise wichtig werden, wenn jemand beschreibt, warum er einen bestimmten Zug anstelle eines anderen getan hat, weil sich eine bestimmte Stellung (Position) damit ergeben hätte, nämlich  so abgewickelt zu haben. Hat man die Stellung vor Augen, wird es einem leichter klar. Und es gibt unzählige Partien in denen immer wieder dieselben Motive wiederkehren.

Beispiele:
http://www.youtube.com/watch?v=nFD8AUp0C00

Noch besser die Kommentare des Chessbase Channels:
http://www.youtube.com/watch?v=g24FUY03npI
Wer das Englische einigermaßen versteht, wird viel Freude mit der breiten Spanne englischer Partien haben, die auf Youtube analysiert werden. Einfach mal probieren, ob man denen folgen kann.

Übrigens, bei Kommentatoren von Pfleger und Hort wird man oft sehr oberflächliche Analysen hören, da die meiste Zeit nur getratscht wird. Es gibt "dichtere" Analysen, die den Zeitaufwand mehr lohnen. Das liegt daran, dass beide sich einen Stil angewöhnt haben, u.a. mehr über die Personen zu reden als über das Schach. 

Eine gute Trainingsmethode ist bei Beobachten egal welcher Partien, immer, sich zu überlegen, was man selbst ziehen würde, und/oder auf welche Dinge man achten muss. Manchmal lohnt es , auf Pause zu drücken, wenn man sich Stellungen näher angucken muss, um bestimmte Dinge zu verstehen und zu ergründen, mit eigenen Augen. Wenn man dann hört, wie im Spiel etwas ganz anderes gezogen wird oder besprochen wird, besteht die Kunst darin, zu unterscheiden, ob die eigenen Überlegungen gänzlich abwegig waren (weil man eine wichtige Sache vernachläsigte) oder es nur an der Spielstärke liegt, dass man zu anderen Gedanken kommt. Solcherlei macht das Lernen effektiv.
Man muss auch nicht immer beim Kommentator bleiben, und kann sich derweil die Stellung aufgrund anderer Dinge anschauen. Der Kommentator wird einem nicht immer das persönlich Brauchbare liefern. Da empfiehlt es sich Stopp zu drücken und die Stellung genauer anzuschauen. Es ist so, der Kommentator liefert eine Sicht der Dinge, und man kann derweil anderes im Auge behalten. Es ist äusserst wohltuende, wenn man mit eigenen Gedanken dieselben Dinge sieht, die dann auch vom Kommentator erwähnt werden. Es bestärkt einem darin, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Es ist also vorteilhaft, Motive zu lernen, und ganz wichtig: Strukturen und ihre Bedeutung zu erfassen. Was bedeutet mangelnde Bewegungsfreiheit und der mangelnde Raum für die eigene Position? Was bedeutet es, wenn man das Zentrum dem Gegner überlässt? Was bedeutet es, wenn man eine offene Linie vor dem Gegner besetzen kann usw..

Man kann sich als etwas stärkerer Spieler erlauben, eine augenblickliche Lage in Kauf zu nehmen, die man ansonsten vermeiden würde (zB schwache Bauern und auch anderes) - sofern man sehr viel augenblickliche Aktivität und/oder nachhaltigen Vorteil aus der Stellung ziehen kann. Mancher Vorteil ergibt sich ja erst nach und nach.
Denn manchmal kann es sein, dass eigene Figuren zB sehr exponiert stehen und leicht angreifbar sind, aber wenn sie eine Menge Druck ausüben, dann kann dieser Augenblick ein spielbewegender Moment sein.
Nach diesen Momenten muss man suchen, wo am meisten Kraft der Figuren erzeugt werden kann, auch wenn dabei die Verteidigung leidet. Die Kunst besteht darin, das richtige Maß zu finden. Die Verteidigung der materiellen oder positionellen Art darf prinzipiell umso mehr vernachlässigt werden, je stärker der eigene Angriff ist.
Wenn man das lernen will, empfiehlt es sich Beispiele zu finden und sie auszubauen, oder noch besser in Großmeisterpartien nach diesen Motiven zu  suchen bzw. in Videos sie erklärt zu bekommen. (ZB auf Youtube).
Freilich, jeder Spieler bringt andere Voraussetzungen mit. Ich versuche hier eine Schachaufmerksamkeit zu beschreiben, von der ich glaube, dass sie auf jeden, ob Anfänger oder Internationaler Meister zutrifft, weil es grundlegendste Dinge sind.
Wenn einem nicht wirklich der rote Faden zufällt, ein guter Plan, und zwar von Eröffnung an, kann man zu Lernzwecken etwas experimentieren mit dem Gedanken, einfach die Figuren erst mal aufzustellen gemäß der Grundregeln der Eröffnung: keine Figuren zweimal ziehen, erst wenn einige Figuren entwickelt sind; zentrale Felder den Flankenfelder vorziehen; König in Sicherheit bringen; Zentrum entweder besetzen, stützen, öffnen (zerschlagen), oder Vormarsch des Gegners unterbinden. Dann kann man beobachten, was daraus entsteht. Es macht Spaß die entstehenden Kampfschauplätze zu beobachten (zB der Kampf um offene Linien, Kampf um das Zentrum, um Bauernstrukturen, starke Felder usw.).

Die Kunst ist es, dass es niemals gerade Wege gibt und keine Regel, die immer gültig sein muss. Es geht zwar um Aktion, aber auch um ein langfristiges Ganzes. Deshalb muss man jeden Zug immer wieder neu bewerten und doch braucht es einen roten Faden, an den man sich in jeder Partie hängeln kann. Millionen spielstarke Spieler wenden dabei ein Grundkonzept der Überlegung an, wo sie nach Vorteilen suchen, um die Stellung und Partie für sich zu entscheiden. Sie wägen etwaige Nachteile ab, aber die Vorteile sind es, um die es in erster Linie geht.

Es ist Tatsache, dass man auch mal eine schlechter postierte Figur im geeigneten Moment in Kauf nehmen muss, und andere Figuren manövrieren auf ihrem Weg zu einer wirklichen guten Position auf dem Brett. Wenn der Gegner einen passiv aussehenden Zug macht, sollten die Alarmglocken zuweilen angehen, um zu schauen, was er damit vor hat.
Was die eigenen Züge angeht, sollte man als Anfänger nicht nur auf den Zug achten, den man selbst tut, sondern auf die gegnerischen Antworten. Diese sind es eigentlich, die die Stellung verändern und daraufhin muss man im vorhinein weitere Züge, Pläne, oder Absichten verbinden. Sonst reitet man auf plausibel aussehenden Angriffszügen rum, die der Gegner leicht parieren kann und wie aus heiterem Himmel manövriert sich der Anfänger in eine miserable Stellung.

Im Schachspiel finden wir Motive. Typische Manöver bauen auf Motiven auf. Wie bringe ich einen Freibauern durch? Wie kann ich mich dem Ziel nähern, ein starkes Feld zu beherrschen? Wie kann ich Profit aus der schlechten Stellung des Königs ziehen? Wie kann ich einen Freibauern von Beginn der Eröffnung an anstreben? Oft wird es dabei niemals um ein einziges Ziel gehen, sondern man bedenkt so viele wie möglich und hält die Position für seine Zwecke dementsprechend, dass diese oder andere Motive möglich bleiben. Es ist fast in jedem dritten Zug nötig, einen Kompromiss zu finden oder einzugehen. Es ist fast jeder zweite Zug ein Mittel, um ein langfristiges Ziel zu verfolgen und es vorzubereiten. Es aber jeder Zug immer eine Entscheidung, etwas an der Situation zu verändern. Aus Gründen, die vielleicht im Verborgenen liegen, kommt es so, dass der allererste Anfang immer wieder bedeutend wird, um eine langfristige Tat zu verfolgen. Wenn man also andauernd versucht, mit jedem Zug ein aktiverer Spiel zu erhalten, ist es der beste Weg, sich jeden Zug etwas einfallen zu lassen, auf den einzelnen Zug bezogen, und auf das Ganze. Wenn einem kein Zug einfällt, weil sie alle schlecht zu sein scheinen, so lautet ein Spruch: man ziehe dann die Figur, die am schlechtesten steht, um das Wirken dieser zu verbessern. 
Natürlich ist die Sache nie einfach und man muss erst mal die Figur und das Feld finden. Oft geht es auch um Züge, die einfach nur Raum schaffen, und die Bewegungsfreiheit eigener Figuren erweitern oder verbessern.

Wie kann ich einen Köningsangriff früh im Spiel beginnen? Das sind die Fragen, die wir ans Schachspiel richten. Das sind die Motive. Ausser Motive gibt es auch Strukturen, die diese Motive erlauben und mit sich bringen. Man kann sagen, mit den Strukturen ergibt sich ein Wirkungsfeld für die Figuren.
Strukturen sind zB offene Linien und Diagonalen, Raumvorteil, intakte Bauernketten. Sie bringen mit ihrer Struktur ein typisches Szenario mit sich - die Strukturen können zu einem Vorteil ausgebaut werden. Es gibt aber auch geschlossene Strukturen, wo sich das Spiel oftmals darum dreht, im geeigneten vorteilhaften Moment das Spiel zu öffnen oder schleichend einen Köningsangriff vorzubereiten oder einen anderen Kampfschauplatz für sich zu entscheiden. 

Wir brauchen wohl einfach nur eine Erfahrung, eine Praxis, wo wir mit Kenntnis der Motive diese in unserem eigenen Spiel wiederfinden. Motive sind die Dinge, um die man streben kann. Es geht gar nicht so sehr um alle möglichen Kombinationen, die man nur durchrechnen bräuchte. Wenn man wirklich besser werden will, muss man den Blick auf die eigentlichen ABSICHTEN, ZIELE werfen. Das sind genau die Stellungen, wo etwas zwingend wird, und wo man das Motiv, um dessen Verwirklichung es geht, klar und deutlich greifbar sieht. Wenn etwas zu realisieren ist, dahin richtet sich der Fokus und man überlegt und berechnet erst aufgrund dieses Motivs.
In Blitzpartien kann man so oft auch zu den naheliegenden Zügen kommen, weil der BLICK IN RICHTUNG HÖCHSTMÖGLICHE ENTFALTUNG DER FIGUR BZW. KRAFT zielt.

Hat man einmal einen Blick für die Potenz in einem Spiel, gewinnt man die Einsichten wie von selbst. Man muss einen Blick bekommen für jene Stellungsmerkmale, die diese höchstmögliche Kraftentfaltung einer Figur beinhalten. Dann kann man nach Winkelzügen und Hebelwirkungen suchen, um dieses Ziel möglichst umzuetzen.
Der Gegner wird das verhindern versuchen. Das Ergebnis ist die Position. Die Überlegung bei beinahe jedem Zug beinhaltet, ob die Position annehmbar ist. Die Position ist immer etwas, das festgelegte Strukturen aufweist (zB durch Bauernketten kann sich ergeben, dass es eine offene Linie gibt, oder dass man einen schlechten oder guten Läufer hat).
Ein schlechter oder guter Läufer ist ein sehr komplexer Sachverhalt. Es soll hier nur der Hinweis folgen, dass man immer wieder mehrere Aspekte im Schachspiel berücksichtigen muss, damit man vermeidet, sich weder taktische und nicht offensichtliche Winkelzüge einzufangen, noch eine schlechte positionelle, das heisst strategische Ausgangslage. Der Kampf um diese und andere Motive findet auf einem Brettabschnitt oder auf bestimmten Feldern statt und dieser ort nennt sich Kampfschauplatz.

In den Partien  starker Spieler oder Großmeistern, wird man die Kämpfe auf diesen Feldern oft nur unsichtbar beobachten, die Stellungen und Motive sind noch verborgen, um die es geht - doch man kann hinsehen, erkennt die Motive, weil sie oft einfachster Art sind (zB offene Linien) . Und begreift die Bedeutung dieser Felder durch diese Praxis des Wiedererkennens immer mehr.
Weil man die Motive kennt, kann man dem Geschehen folgen. Man versteht die Partie, man kann ihr folgen wie ein Buch, das man liest. Und man braucht nicht die große Übersicht und logische Abteilung eines Großmeister, um diese Motive und Strukturen zu kennen, zu erinnern, und damit hin und wieder die Züge wirklich zu verstehen. Man kann nicht alles verstehen. Ich glaube, dass viele Anfänger sich zuerst immer zu viel zumuten und nach (für sie) unöglichen Lösungen suchen. Sie wollen alles verstehen, und weil sie das nicht tun, glauben sie, dass Schachspielen für sie nicht in Frage käme. Dabei ist es einfach so, dass man klein anfangen muss und dann in die Sache - je nach Talent - immer mehr hineinwachsen kann. Es gibt etwa 1000 Großmeister. Dann gibt es vielleicht 1.000.000 Internationale Meister. Und dann jede Menge guter Vereinsspieler, das man fast von einem Land der Größenordnung eines Kontinents sprechen könnte oder noch mehr. Und wenn man das weiter hochrechnet, gibt es immer noch genügend starke Spieler, was alles zeigt, dass ein bestimmtes Niveau des Schachspielens für jeden Menschen möglich ist. Und das Geheimnis ist nicht das Talent, sondern in erster Linie die Schachaufmerksamkeit und das Wissen, das sich auch in der Beobachtung von Großmeisterpartien anwenden lässt.
Noch was, es gibt immer mehr starke Spieler, weil die Bekanntheit des Schachs und die Trainingsmethoden durch das Informationszeitalter besser wurden.

Man kann dies auch in eigenen Partien  verstehen lernen. Es ist nicht (!) an den Blick eines Großmeisters gebunden, überhaupt eine solche Aufmerksamkeit leisten zu können, sondern der Grad dieser Aufmerksamkeit entscheidet, wie gut man Schach spielt und mit der Zeit besser wird. Es geht also mehr um Strukturen und Motive, als um bloße Berechnungen.

Womit hat man es beim Schachspiel eigentlich zu tun? Ein Vergleich hilft:
Grundlegend handelt es sich um die Anordnung von Kräften. Das ist das ganze Geschehen.

Auch im Leben finden wir Kräfte, die nichts anderes im Sinn haben, als ihre Kraft durchzusetzen. 
Die meisten dieser Kräfte befinden sich übrigens im Menschen selbst. Dort erleben wir andauernd einen Widerstreit von Kräften, ohne den das Leben nicht mühelos, sondern auch langweilig wäre. Aber das Spielfeld des Menschen, sein Innenleben, das ist auch das Spielfeld, um das es andauernd geht: Im Leben etwas tun oder nicht tun bedeutet, Einfluss zu nehmen auf das Innenleben.
Das wäre nicht so bedeutend, wenn das Innenleben nicht gleichbedeutend mit dem Umstand wäre, eine objektive Wirklichkeit wahrzunehmen. Wir können wahrnehmen, was wir wollen - dem Leben gerecht werden wir nur, wenn wir die Kräfte in einer Weise anzuordnen wissen, das wir glücklich werden. Denn ein Chaos an Innenleben bedeutet Unglück. Es ist ein beinahe magische Konsequenz, dass das Leben, wie wir es empfinden und damit auch im Aussen anziehen, von Innen ausgeht, und nicht so sehr die Wirklichkeit in einem Aussen suchen müssten.

Im Leben streben wir nach Harmonie und können die Kräfte nicht leugnen und müssen sie integrieren.

Übertragen auf das Schachspiel ist es derselbe Kampf um Integration. Nur ist nun der Gegensatz deutlicher, und ein Gegner tritt auf als eine Kraft, die sich der unsrigen Kraft entgegenstellt. Sie hat dasselbe vor wie wir. Also müssen wir dieser Gegenkraft zuvorkommen. Aber eigentlich geht es darum, dass wir bereits Aufseher und Anordner einer Kraft sind, die wir mit einer Spielfarbe führen.
Es geht darum, diese Kräfte angemessen anzuordnen. Gäbe es dafür keinen Prüfstein, kein Gegenüber, keine Gegenkraft, bliebe alles namenlos, unbegriffen, ungeschehen, und wir könnten  keine Bedeutung aus dem Spiel ziehen.

Im Schachspiel drückt sich symbolisch der Anfangimpuls des Werdens aus, bei dem es darum geht, eine innewohnende Kraft (Trieb, Lebensimpuls) durch eine Entscheidung in die Wirklichkeit zu realisieren. 
Im mentalen Bereich wird der Grundstein für besseres Schach gelegt. Man kann sich noch sehr anstrengen wollen, wenn die Physiologie einerseits (Ernährung des Gehirns!) und die mentale Denkordnung andererseits nicht hilfreich sind, bleiben die Versuche wohl vergebens.

Schach ist eine Sache, die man auch spielen kann, wenn man nur mechanisch Erinnerungen wachruft, über Stellungsmerkmale . Stärkere Positionen und ausgefeilte taktische Schläge ergeben sich, wenn man über den einen Zug hinaus die Stellung in guter Übersicht hat. Wenn man einsehen kann, was auf dem Brett geschieht.
Es ist eigentlich mehr eine Frage der Denk-Leistung, als eine schon gute Spielstärke davon abhinge, wie talentiert man ist. Oder sagen wir so, man wird die persönlich bestmögliche Leistung nur dadurch ausschöpfen können, wenn man physiologisch die Kapazität dazu hat. Schach ist so gesehen ein Sport, da man eine gewisse mentale Trainiertheit vorweisen muss. Es ist weitaus mehr als die bloße Konzentrationsleistung. Sondern ein mentaler Akt. Die besseren Spieler sehen die naheliegenden Merkmale auf Anhieb und können die verschiedenen Ebenen der Zugfolgen logisch viel besser einsehen, weil sie im Jonglieren der Eindrücke von Felder und Figuren einen gewissen Durchblick aufweisen. 
Das, was unbedingt gewährleistet sein muss, für diese Tiefe des Blicks, ist eine physiologische Wohlernährung und Stressfreiheit bzw. Resistenz gegen Stress. Wenn wir diese Faktoren näher untersuchen, stellen wir unweigerlich fest, dass dies auch psychologische Faktoren sind und wir uns psychologisch auf das Schach optimal einstellen  können, ebenso wie physiologisch.
Gesunde vitaminreiche Kost (mit Suchmaschinen: "Ernährung und Gehirn") führt zu besserer Denkleistung. Nun, optimale Grundlagen zur Verfügung, die nicht an Wissen oder Talent gebunden sind, lässt sich das eigentliche Schachgeschehen beobachten.
Die meisten Fehler, meiner Meinung nach, beruhen eigentlich auf Konzentrationsschwäche. Die  kann gesteigert werden, wenn man sich optimal ernährt und auch Ruhephasen einhält. So kann es vorteilhaft sein, nach einer längeren Partie erst eine halbe Stunde zu warten bis zur nächsten Partie, auch wenn man sich augenblicklich noch fit fühlt.

Schach ist  eine gute Übung, sich geistig von  all jenen Urteilen zu befreien, die - um es kurz zu machen: wenig Sinn ergeben, und vor allem Vorurteile, Gemeinplätze oder falsche Schlüße der Vergangenheit auszuräumen. Das bringt die Notwendigkeit der Ehrlichkeit mit sich. Man braucht nicht eine Niederlage empfinden, oder die Verunsicherung steigern, wenn man feststellt, das alte Urteile nichts wert sind oder verfeinert werden müssen.
Jeder Erkenntnisakt ist eine Bereicherung, aber menschlich ist es, darin auch eine Verletzung zu sehen, weil prinzipiell wird mit jeder Erkenntnis das Weltbild angerührt.
Das Schach lehrt auch, im Hier und Jetzt zu verweilen. Man muss die Pläne immer wieder neu anpassen und jede Ideologie ist auf verlorenem Weg (zB die blinde Anwendung von Angriffsplänen in einer Art Masche könnte besondere Stellungsmerkmale einer Partie missachten). Man muss also auch Flexibilität finden.

Man lenkt die Aufmerksamkeit immer auf das momentane Geschehen, das heisst, man muss sich mental immer wieder neu fokussieren, weil jeder Zug des Gegners die Stellung verändert hat.

Das Mentale ist alles, womit man an das Schachspiel herangeht. Mit ihr werden die Sachverhalte erkannt. Es ist eine Schachaufmerksamkeit, mit der sich Stellungsmerkmale, augenblickliche Möglichkeiten, Initiative oder Raumvorteile und Bauernstrukturen erkennen und bewerten lassen, ebenso wie die vielen Drohungen und taktischen Schläge.

Die Erfahrung geht als Wissen in die Erinnerung ein, doch mehr noch bekommt man einen Blick für das Geschehen, für das Wirken von Kräften. Als ob man wie ein Musiker bald den Läufer als eine typische Form und Wirkung versteht, den Springer, den Turm, offene Linien, schwache Punkte und Hebelpunkte. Man sieht mehr als nur diese Dinge, sondern Bedeutungen.
Man sollte so im Augenblick auch ohne Kenntnis der neuen Situationen entscheiden können. Weil man irgendeine Idee hat - wenn man die Grundessenz großmeisterlichen Denkens in diversen Punkten kennen lernen konnte, geht einem auf, dass es Richtlinien  gibt, die jederzeit eingesetzt werden können, weil Großmeister vordenselben Problemen stehen wie unsereiner. So kann ein Mittel des Denkens und der Zugwahl sein, einfach die Position verbessern und wenn es keinen guten weil den Gegner zwingenden Zug gibt, wähle man einfach einen, der die Stellung immerhin nicht verschlechtert. Wenn man versteht, wo die Figuren auf dem Brett gut stehen, weiss man auch zu beurteilen, was eine bessere und schlechtere Position ist.
Umso stärker man wird, desto mehr Sicherheit hat man zwangsläufig, um mit eigenen Opfern umzugehen, weil man  auf der Kehrtseite immer den Vorteil im Auge hat (und sich darin nicht täuscht, weil man es klar sieht).

Das Schachspiel gibt seine Regeln bekannt, und nur in bestimmter Weise ergeben die Kräfte untereinander Wirkungen. Die Rahmenbedingungen können nur durch Mogeln verändert werden. Anders gesagt, durch das Schachspiel wird man sich bei Kenntnis einer verborgenen Kombination nicht schleichen, sondern hellwach bewusst sein, um die verborgenen Möglichkeiten, die die Stellung bietet. Wenn man seine Kräfte bereit hält, und sie optimiert, nutzt das alles nichts, wenn man kein Ziel hat.
Die Funktion und der Zweck des Schachspiels besteht darin, den König matt zu setzen, als Spiel.
Zugleich wird gezeigt, wie Kräfte auf einer materiellen, stofflich und anschaulich und objektiv fassbaren Weise angeordnet sind. Das Schachspiel wird oft mit dem Leben verglichen, zurecht - und es gibt viele mögliche Perspektiven, um strukturelle oder sonstwelche Ähnlichkeiten anzudeuten . Das Schachspiel in seinem Dualismus eines Kampfes zeigt nicht die Wirklichkeit des Lebens. Aber das Schachspiel zeigt eine Zuspitzung, um ein Prinzip zu verdeutlichen.  Dieses Prinzip wirkt immer und zugleich gibt es darauf die Begegnung, wie wir nämlich damit umgehen, eine Kraft in ihrem Wirken zu erfahren. Wir sind jeweils eine Kraft, und in uns sind viele Kräfte, jeder Trieb, jeder Zugwahlprozess im Schachspiel und alles was sich denken lässt, ist auf eine Kraft zurückzuführen, die bewegt, anordnet, gestaltet, beeinflusst bis das Potential sich an etwas entzündet. Das heisst, sie ist nicht immer eine willentlich kontrollierbare Kraft, sondern sie erfährt eine Gegenreizung, die diese Kraft herausfordert, und es gilt Identität zu suchen. Wenn man die Identität des Schachspielers sucht, dann ist das der Handwerker, der komplizierte Stellungsaufgaben so gut wie möglich durchschreitet, um am Ende den Sieg, das Werk vollbracht zu haben. Im Bereich des Schachspiels fasziniert uns aber nicht allein , dass wir als Kraft obsiegen, sondern es ist das  Schachspiel vielmehr ein Gleichnis für das Wirken von Kräften, um den Dualismus in der irdischen Welt zu symbolisieren, und wie dieser Dualismus auf eine Kraft beruht, die erfährt, dass es Gegenkräfte gibt.
So dass man die Kraft in  einer  Weise anordnen kann, dass   die Gegenkraft gemeistert werden kann. Das Leben kennt ein Ziel (man könnte es zB als Liebe beschreiben oder als Evolution), es tendiert natürlicherweise dahin, Ausdruck eines höheren Prinzips zu sein; mit der Liebe finden Dinge ihren Zusammenhalt und die Spaltung der Kräfte verliert sich).
Das Schachspiel kennt ein Ziel: Kraftentfaltung. In Wahrheit gibt es im Schachspoiel grundsätzlich auch eine ausstrahlende und eine passiv aufnehmende Kraft: Der sogenannnte Sieger und der Verlierer, auf den die Kräfte einwirken, und er das bekommt, was die andere Kraft möchte: Ein Matt. Bewegungslosigkeit des Königs. Gefangennahme oder aber auch einfach nur eine der beiden Kräfte konnte schlußendlich wirken.


Die besten Möglichkeiten offenbaren eine Zunahme von Schlagkraft, Energie und Wirkung.

So wie man im Schach lernen kann, wird man auch im Leben lernen.
Ob strategisch, taktisch oder psychologisch gesehen ist dabei das effektivste Zugpferd des Strebens, dass man immer die bestmögliche Variante den Vorzug gibt, die man erkennen kann.
Immer das Beste anstreben und nicht nur das, sondern auch umsetzen lernen. Das ist die Kunst dabei. Denn indem man begreift, was man dafür tun muss, fügt sich das Weitere. Es gilt, das Geschehen zu beobachten und die wesentlichen Pläne zu erkennen, die sich mit einer Stellung ergeben.In der Eröffnung sieht das anders aus, und es werden noch Figuren entwickelt, aber schon im Mittelspiel geht es um die Kunst des Angriffs.

Man bekommt einen Blick dafür, was in einer Stellung gefragt ist, oder möglich und verheissungsvoll ist,  wenn man verschiedene Motive und Kampfschauplätze untersucht -  man begreift immer mehr, dass es bestimmte Strukturen gibt, die eine bestimmte Möglichkeit mit sich bringen und wendet sie in der Partie sehr viel vielfältiger und solider an als zuvor... - wir müssen einfach die Stellungsmerkmale und Motive kennen lernen und ergründen, um bessere Schachspieler zu werden.Das wichtigste Motiv ist der Königsangriff und wir merken mit diesem Angriff auf den König auch, dass es allgemein zwingende Züge gibt, die man taktische Wendungen nennt. Sobald man diese Kombinationen kennt, erscheint es einem verständlicher, doch oft sind sie in einer Stellung verborgen und es braucht ein taktisches Sehvermögen.

Im Schach wie im Leben gilt es die Zeit zu nutzen denn wie wir Zeit nutzen, bedingt  wie  wir Entscheidungen treffen und eine Situation verändern. Meist ist ineffektives Nutzen der Zeit einhergehend mit anderen Mängel in der Zugwahlphase. Das Schach kann uns das Denken anleiten zu disziplinieren und ist daher auch eine wunderbare Kontemplationsmethode oder mentale Übung.

Wenn man sich einen Zug überlegen will, gibt es eine bestimmte Schachaufmerksamkeit, die für diesen Zweck optimal ist. Man sucht dabei eine Energie zu verwirklichen, die den höchstmöglichen Anspruch an das eigene Können erfüllt. Es geht nicht um den Zug allein, sondern um das Ganze, das beim Spielen eingesetzt wird. Zu allererst gilt es die Spielfreude zu entwickeln, der Rest fügt sich fast von allein- die Spielfreude entwickelt man, indem man mehr und mehr vom Geschehen versteht. Spielfreude entwickelt sich, wenn man die Stellungsmerkmale zu erfassen lernt und   die verschiedenen Kampfschauplätze offfensichtlicher werden..., zB schwache und starke Felder, Vorposten, Löcher oder offene Linien und Diagonalen und Angriffe aller Art.

Besser Schach zu spielen ist nicht nur am bloßen Schawissen gelegen, sondern wie man das Wissen anwendet. Es liegt am am Können, nicht am Wissen allein.
Man braucht ausserdem Lust und Freude. Und man sollte vorerst mit dem Spiel aufhören, wenn man müde wird und dem Geschehen auf dem Brett immer weniger folgen kann. Aber wenn man es als Spiel erkennen kann, dem ein eigener Kosmos zugrundeliegt, kann allein das Erkennen von Gesetzen und Gesetzmäßigkeiten die Spielfreude bringen - egal ob man  gewinnt oder verliert.

Das Wissen kann man so weit verinnerlichen, dass das eigene Auge in einer eigenen Partie wichtige Stellungsmerkmale und lohnende Möglichkeiten finden, beachten oder herbeiführen kann. 

Dieses praktische Können ist vor allem an das organisierte Denken gebunden. Man wird Großmeister fragen, und sie werden zustimmen. Es wird also ein Können entscheidend, das zum Teil unabhängig ist von dem Eröffnungswissen, Mittelspielwissen oder Endspielwissen. Daher empfiehlt es sich, mehr in die Praxis als die Theorie zu kommen. Man braucht eine Schachaufmerksamkeit! Dinge erkennen können, nicht nur aus Beispielen um sie wissen.

Manche Trainingswerkzeuge, wie Schach-Trainings DVDs für den PC, sind sehr hilfreich, aber ein Buch, ausgeliehen bei der Bibliothek oder günstig im Antiquariat gekauft, tut es auch. Man guckt sich dann hin und wieder bestimmte Themen an, um das Wissen, die Kategorien zu erweitern. Dann kann man diese Kategorien in einer selbst gespielten Partie wiederfinden anstreben. Ohne dieses Wiederfinden in der Praxis bleibt das Wissen trocken!

In der Eröffnung nach Varianten zu gehen, ohne das Spiel und Geschehen zu verstehen, ist sinnlos.
Man beachtet besser grundlegende Eröffnungsprinzipien.

Weiterhin äusserst wichtig ist es, imer solche Züge zu bevorzugen, die Aktion und aktiv aufgestellte Figuren mit sich bringen. Das gewährleistet eine grundlegende Ganzheit, in der das Spiel auf einem Weg gebracht werden will, wo man es gewinnen kann. Denn mit jedem Angriff (Aktion und Drohung und Möglichkeit), wird auch die Potentialität bewahrt, den Gegner von seinen Angriffen abzubringen und ihn eher zu besiegen.

Man geht einen Weg von der Eröffnung über das Mittelspiel, bis zum Endspiel. Das Mittelspiel enthält wesentlich die Kampfschauplätze.
Kampfschauplätze sind alle Plätze, an denen Figuren einwirken und einen Kampf um diesen Platz bedeuten. Zum Beispiel bedeutet das Zentrum immer wieder einen entscheidenden Kampfschauplatz. Figuren wirken auf es ein. Und starke Zentrumsbauern, Druck auf das Zentrum, und die Drohung offene Linien zu schaffen oder die endgültige Schaffung einer offenen Linien bedeuten Kampfschauplätze. Es gibt jede Menge von ihnen und sie sind nicht auf das Zentrum beschränkt.

Das Zentrum ist nur der allererste Kampfschauplatz, in einer Eröffnung, und das deshalb, weil das Zentrum ein Platz auf dem Brett ist, das für die unmittelbaren Situation und den weiteren Verlauf der Partie sehr entscheidend ist. Es ist sprichwörtlich das Zentrum des Geschehens. Sowohl der Damenflügel als auch der Königsflügel kann von Figuren erreicht werden, die im Zentrum stehen, ob Bauern oder Läufer und Springer.
Eine offene Linie, die im Zentrum entsteht, ist deshalb äusserst entscheidend, weil diese offene Linie, mit Türmen besetzt, unglaublichen Druck ausübt. Alle Felder, die sich im Zentrum befinden, werden abgedeckt. Von dort können dann weitere Figuren wirken, und ein vorgerückter Bauer kann durch seine diagonale Schlagmöglichkeit immer auch den Flügel schwächen, auf dem sich der König befindet.

All das , was mit dem Zentrum zusammenhängt, sind bereits ultimative Ideen, wenn einem in der Eröffnung nichts anderes einfallen will. Mehr noch, sollte man das Zentrum immer beachten, weil es eben zentral für den Kampf um Vorteile wird.
Ein möglicher Königsangriff ist natürlich der wichtigste Kampfschauplatz von allen - und man muss auch für sich selbst berücksichtigen, genügend Verteidigungszüge zu finden, um den gegnerischen Angriff gar nicht erst möglich werden zu lassen.

Man hat einen Grundwortschatz: Motive, Angriffsmethodenl. Man hat Ideen, um Figuren anzuordnen und in Stellung zu bringen. Sie sollen eines leisten: Einen Vorteil herausarbeiten. Das ist das Ziel. Die Denkstruktur muss oft viele Dinge beachten, aber irgendwo anfangen. Man fängt immer mit den Zügen  an, sie näher zu berechnen, die am vielversprechendsten sind. Dafür muss man wissen, welche Motive oder Möglichkeiten typisch sind.

Von Zeit zu Zeit gilt es eine Situation in Kauf zu nehmen. Man hat einen Blick für ganz besondere Stellungsmerkmale, die mit der Zeit besser kennen lernt.
Man kann nicht alles berechnen und genau analysieren, denn es kommt mehr auf den Blick auf eine Stellung an, auf das Urteilen einer ganzen Situation.

Ein einfacher Kampfschauplatz ist ein schwacher Bauer. Er wird  lange eine Rolle spielen, und kann das Spiel in eine Richtung lenken. Sei es, weil Weiß sich diesem entledigen will (durch erzwungenen Abtausch), seine anderweitige Kraft ausnutzen will, oder Schwarz darauf hinarbeitet, den Bauern noch mehr zu schwächen weil Weiß Figuren zu dessen Verteidigung formieren muss.
Wenn eine Partei eigene Figuren nicht mit Verteidigungszwecken verbinden muss, ist das immer ein geringfügiger Nachteil. Umso zahlreicher die Figuren ohne Angriff zu entfalten verteidigen müsen, desto größer der Nachteil.

Im folgendem Beispiel handelt es sich zwar um einen schwachen Bauern auf c4, aber er ist gleichzeitig auch stark, da er auf das Zentrum einwirkt. Schwarz wird eine lange Zeit beschäftigt sein mit diesem Bauern.


Jeder Zug kann ultimativ die ganze Stellung verändern. Deckungsfelder können verloren gehen und das ist etwas, was oft in der Überlegung sprichwörtlich im Schatten liegt. Man sieht zu sehr auf die Möglichkeiten, die sich ergeben, und vernachlässigt die Möglichkeiten des Gegners, die sich mit unseren Zügen ergeben. Jeder Zug wird nicht nur einen möglichen Vorteil bringen, sondern man kann sagen : in jedem Zug ist auch ein Nachteil. Und es geht darum abzuwägen, wo die größten Vorteile und die geringsten Nachteile liegen.
Würde Weiß hier zB schon c5 ziehen, verliert der Bauer auf c4 fast alle seine Stärken. Er wirkt zB nicht mehr auf d5 ein und kann sehr leicht durch b7-b6 von Schwarz abgetauscht werden, wenn er es will. Der Bauer wäre auf c5 stärker, wenn er nicht vom Zentrum aus gedeckt wäre, sondern von einem Bauer auf b4. Aber auf der b-Linie steht kein weißer Bauer mehr.

Stärken und Schwächen können sich mit derselben Figur ergeben und das ist oft eine Frage der jeweiligen Stellung. Die Stellung kann sich verändern und mehr der Nachteil sichtbar werden, als der Vorteil . Es geht also stets um einen Kampfschauplatz und es verbinden sich weitere Kampfschauplätze damit.

Hier ist der Bauer auf C4 also eine schwache Angelegenheit. Es ist mit logischen Ermessen auf dem ersten Blick nicht ersichtlich, warum dieser Bauer schwächer ist als der Bauer auf C3.

Die Erfahrung - nämlich der weitere typische Spielverlauf und die der Stellung zugrundeliegenden Möglichkeiten - zeigen  , dass dieser Bauer C4 schwach wird. Die weiße Partei wird damit rechnen müssen, dass Schwarz ganz leicht diesen Bauern angreift über b6 und Läufer auf a6, und einen Springer, der sich rasch auf a5 manövrieren konnte, der von dort ja wegen einem fehlenden weissen Bauern auf der b-Linie nicht leicht vertrieben werden kann, und durch b6 gedeckt wäre, falls die Dame den Springer auf a5 angreifen will (der weisse Läufer auf c1 braucht zu lange, um den Springer zu decken, aber wenn Weiß dennoch schneller ist, wird es ein Nachteil für Schwarz in diesem Fall).  

Ein schwacher Bauer wird zu einem, weil kein benachbarter Bauer ihn von hinten decken kann, und oft noch mehr, wenn er exponiert, also weit vorgerückt wurde.

Andere Kampfschauplätze bestehen in gefährlichen offene Diagonalen, sichere Vorposten egal wo auf dem Brett aufgrund von Bauernstrukturen, starke Felder für eigene Figuren, schwache Felder, schwache Bauern, Fesselungen, materielle Vorteile, positionelle Vorteile, so gering sie auch seinen mögen - all das sind Kampfschauplätze.
An diesen Plätzen, mehr noch UM DIESE PLÄTZE und um diese EROBERUNGEN VON FELDERN UND FIGUREN spielt sich ein Kampf ab. Entweder sollen sie verhindert werden, oder gefördert werden, und mit eigenen Ideen verbunden werden, so dass sich der Kampf um diese Plätze zum eigenen Gunsten auswirkt.

Man darf nur nicht ausschließlich oder rigide werden, und nur noch schwache Felder bei sich vermeiden wollen. Denn in jeder Stellung kann sich ein schwaches Feld oder eine Figur auftun   - es ist sehr selten, keine Schwächen zu haben, weil man könnte fast sagen: So ist das Schach, so ist das Leben. Vielmehr kommt es darauf an, sie zu beachten, was aus ihnen wird, und wie man gleichzeitig sein eigenes ANGRIFFSSPIEL durchsetzen kann.

Die Eröffnung entwirft bereits grundlegende Kampfschauplätze. Es können verschiedene sein. Und  was man in Kauf nimmt, um auf Kampfschauplätze hinzuarbeiten, ist was den eigenen Stil und Spielweise betrifft. 

Vorgerückte Bauern und Bauernhebel, die daraus entstehen, sind an sich Vorreiter für weitere Kampfschauplätze. Was passiert, wenn sich   Bauernstrukturen  ändern? Es werden offene Linie und Diagonalen geschaffen. In und auf  diesen Linien und Diagonalen wirken die Figuren, die man entsprechend aufstellen will.
Zur rechten Zeit wird dann die Linie versucht zu öffnen. Entscheidend sind dabei immer schwache Punkte, also zB auf dem Königsflügel. Dort zielen die Figuren hin. Und eine im richtigen Moment durchgeführte Drohung , um Linien und Diagonalen zu öffnen, kann solche Angriffe stark unterstützen und einleiten.

Lange kann es darum gehen, Vorbereitungen für diesen Fall zu treffen, und noch kann keiner den Bauernhebel auflösen, ohne einen Vorteil einzubüßen oder Nachteil in Kauf zu nehmen.

Wenn man um die möglichen und potentiellen Kampfschauplätze weiss, wird man bald feststellen, dass dabei sehr vieles  eine Frage der Zeit ist. Wieviele Züge braucht es, um etwas bewirken zu können?
Oft geht es darum, mehrere Dinge gleichzeitig zu berücksichtigen. Aus vielen Gründen ergeben sich oft Schlüsselzüge - also ein einzelner Zug, der die Stellung in den Griff bekommen kann, weil er gerade noch rechtzeitig kommt für etwaige Eventualitäten und zugleich eigene Möglichkeiten bereit hält.

Die Eröffnung leitet immer schon zum Mittelspiel hin und es wäre unsinnig, bloß Varianten zu lernen ohne deren zugrundeliegenden typischen Kampfschauplätze zu verstehen. Zu ergründen, was die typischen Kampfschauplätze für einen selbst und die eigene Spielweise bedeuten. Denn sie bedeuten eine Mittelspielstellung, die man bei den entsprechenden Varianten in Kauf nimmt. Und wichtig ist auch, dass jeder Spieler ein anderes Temperament hat, eine andere Wesensart, aufgrund der er bestimmte Dinge mit einem Schwerpunkt belegt, wo andere Spieler woanders Schwerpunkte legen. Nicht jeder spielt gerne Sizilianisch, nicht weil es eine dynamische Spielweise ist sondern weil man nicht verstanden hat, worum es bei jeder Eröffnung geht. 

Kampfschauplätze ist auch der Umstand, wenn man eine Diagonale oder offene Linie nutzen kann, um einen Königsangriff zu planen, oder einen Angriff auf schwache Felder und schwache Figuren.
Fortgeschrittene Kampfschauplätze sind die in einer Stellung verborgenen Vorteile, die genau diese Merkmale (offene Linien, Diagonalen, Königsangriff usw.) enthalten.

Es ist im Grunde ganz einfach, wenn man es einmal entdeckt hat. Es geht wesentlich um die Aufmerksamkeit für das Geschehen.

Dem Geschehen zugrunde liegen Kampfschauplätze - mögliche und schon realisierte. Man muss  nur noch die Kampfschauplätze in einer Stellung erkennen können, und die noch verborgenen erntdecken. Und um das zu tun, muss man Stellungen und das Wirken von Figuren beurteilen können.
Der eigentliche Denkprozess, der Zugwahlprozess, was in einem vorgeht, wenn man sich einen Zug überlegt, beläuft sich auf Effektivität: Man denkt in Prioriäten, sieht zunächst die naheliegenden Züge und  Möglichkeiten.

Schon der erste Zug entscheidet die weiteren Möglichkeiten von Kampfschauplätzen. Man versucht sich in einer Art Eröffnung, und was wäre verhängnisvoller, eine Variante zu kennen oder die Prinzipien anzuwenden, die immer dieselben sind: zB keine Figur zu früh zweimal ziehen müssen, taktische Möglichkeiten (zB durch Fesselungen) erkennen, Initiative nicht verschenken, Bauernstrukturen und ganz wichtig: Das Zentrum besetzen. Diese Prinzipien sind keine hohlen Phrasen mehr, wenn man versteht, was sie bedeuten und konkret mit sich bringen. Wenn man beobachtet, warum man selbst verliert und wo der Gegner erfolgreich war. Freilich, ohne gesunde Verteidigung ist jedes aktive Spiel vergebens. Man muss also immer ein Auge auf den potentiellen Angriffszug des Gegners haben. So ergibt sich auch Flexibilität als Errungenschaft, dass man sich immer wieder neu auf die Situation einstellt.
Aktives Spiel zu suchen hat sich als grundlegendes Erfolgskonzept erwiesen. Man sucht nach dem Verständnis dieser Prinzipien, und wird von allen eines am durchschlagendsten sehen: Den Königsangriff und seine Vorbereitung.

E2-E4 oder D2-D4 besetzt das Zentrum und beansprucht Raum. Man sagt immer, diese Züge müssen für Weiß die einzig richtigen sein, im Sinne des mit dem ersten Zug erklärten Kampfes um Vorteile (um letztlich zu gewinnen). Sie besetzen das Zentrum in größtmöglicher Weise und wirken auf zwei Felder ein, die in der Hälfte des Gegners liegen und können, wenn der Gegner nichts unternimmt, noch mehr Druck entfalten.
Oft ist dies ein Kampf über mehrere Züge und es wäre zu plump, immer sofort das Zentrum zu klären und zu entscheiden, weil die besonderen Stellungsmerkmale, die einen größeren Vorteil bereit stellen, oft subtiler sind und lange Zeit um diese Vor- und Nachteile ein Kampf schwelt.
Deshalb können auch andere Züge als jene beiden Bauern des Zentrums (E2 oder D4)  sinnvoll sein, zum Beispiel C2-C4 oder selbst G2-G3.
C2-C4 ist im Grunde ein sehr festlegender Zug. Das kommt daher, weil die Situation auf dem Brett das mit sich bringt, wo das Zentrum vom Damenflügelbauer unterstützt wird, und das  schon mit dem ersten Zug geleistet wird, und damit  erst mal das Zentrum auf der D-Linie blockiert. Auch andere Züge können auf das Zentrum subtil einwirken und es muss nicht gleich ein Bauernzug der erste Zug der Eröffnung sein (zB 1. Sf3). Der Vorteil indirekt einwirkender Züge liegt auch darin, dass man erst mal abwarten kann, auf welche Dinge sich  der Gegner einlassen will (worauf er ja ebenso direkt oder subtil hinwirken kann, so dass es einer Stellung ablesbar wird, wo sich die Kampfschauplätze formieren werden).

Iimmer wieder - in jeder Eröffnung stellt sich heraus, dass der Kampf um  das Zentrum eine längere Phase einer Partie bedeutet, zumindest über die ersten ca. 7 Züge. Verschiedene Manöver und Aufstellungen der Figuren werden ja folgen, und damit Einwirkungen auf das Zentrum.
Daher kann man im ersten Zug bereits das Zentrum verschiedener Weise formieren. Wenn man die Partie lernt als zusammenhängendes Ganzes zu betrachten, also über ein paar Züge hinaus denkt, bekommt man ein Gefühl für die entstehenden Situationen.
Dabei wird ein Blick, eine Übersicht für die Stellung wesentlich sein, als dass man ALLE Möglichkeiten durchrechnet (das wäre ein sinnloses Unterfangen, da gerade in der Eröffnung sich mit jeder neuen Stellung die Situation schnell ändern kann).

Grundsätze für die Eröffnung sind einfach. Figuren entwickeln, dabei auf die weiteren Möglichkeiten achten, Zentrum besetzen oder für später die Entwicklungen dort beachten, und den König in Sicherheit bringen. Der König , der nicht in Sicherheit ist, stellt einem vor Probleme, die man besser von vorneherein vermeidet. Dennoch kann es natürlich auch Spiele geben, wo es sinnvoll sein kann gar nicht zu rochieren. Meiner Erfahrung nach ist es aber besser, die Rochade zur Regel zu machen, da das typische Szenario ja immer im Zentrum stattfindet (und dort steht der nicht rochierte König). Wenn man allerdings einen Schritt zur Seite macht, kann der König bei einer fehlenden Rochade auch in Sicherheit kommen. Deshalb lohnt es sich, zu schauen, ob eine Stellung für eine nicht ausgeführte Rochade sinnvoll ist: Zum Beispiel wenn man mit dem Turm auf der Ecklinie einen Angriff führen kann (meist indem man den h-Bauern vorzieht). Das gilt dann meist aber nur, wenn der gegnerische König rochiert hat und keine  absehbare Gefahr für den eigenen König droht.

G2-G3 ist deshalb sinnvoll, weil es ja ermöglicht den Läufer zu entwickeln und die Rochade bei anderen Läuferentwicklungen faktisch nicht schneller sein kann. Es ist aber dennoch nötig, in den folgenden Zügen auf das Zentrum zu achten, und wenn Schwarz droht zu weit vorzurücken, zB mit seinem E-Bauern, muss rechtzeitig D3 gespielt werden. Wenn die eigene Spielweise zunächst mehr auf den taktischen Vorteil früh das Zentrum zu besetzen zielt, wird man vermutlich eher D2-D4 oder C2-C4 spielen. Es gibt da keine feste Regel, zumindest nicht auf dem Niveau unterhalb der Großmeister. Doch selbst Großmeister spielen gelegentlich G2-G3 als allerersten Zug.  Sie beachten dann aber , was im zentrum passiert.
Es ist eine Regel, dass ein unbesetztes und auch sonstwie vernachlässigtes Zentrum, wo der Gegner dann Kraft entfalten  kann, ein großer Nachteil ist.
Es gibt viele solcher Merkmale einer Stellung, die sich aus den Anfangszügen ergeben. Deshalb sollte man in der Eröffnung die Figuren gut entwickeln, was bedeutet für Nachhaltigkeit und Konsequenz zu sorgen. Wenn man eine Figur mehrmals ziehen muss, ist das ein Zeitverlust. Jeder Zeitverlust wird im Schach leicht bestraft, das ist eine weitere Regel. Denn der Gegner hat dann einen ganzen Zug Zeit, für das bessere Wirken seiner Figuren zu sorgen.

In der Eröffnung und im fortgeschrittenen Mittelspiel geht es um das Wirken einer Situation, in die die Figuren aufgestellt sind. Man muss die Stellung in ihrem Wirken erkennen können, denn dann kann man auch beurteilen, welche Figuren wo gut , und wo schlecht stehen. Diese Situation ist an Kampfschauplätze gebunden. Denn diese Kampfschauplätze sind es, auf die Figuren einwirken.

Es sind nicht immer dieselben Situationen und Stellungen. Aber typische Kampfschauplätze kennzeichnen und durchziehen eine Eröffnung, zB Spanisch oder abgelehntes Damengambit usw. -  es ergeben sich verschiedene Szenarien, und typische Stellungsbilder.

Im Damengambit zeigt sich der Kampfschauplatz  oft  in dem fortschreitenden Möglichkeiten auf den Flügeln aktiv zu werden.
Oft ist der schwarze Damenflügel ein Angriffs- oder aber Schwachpunkt. Zum Beispiel weil der Läufer c8 beachtet werden muss, wird Schwarz vielleicht  Kompromisse in Kauf nehmen.
Manchmal muss Schwarz sich davor hüten, im Damengambit keinen unangenehmen Angriff über die offene C-Linie zu bekommen zum Beispiel durch ein diagonales Schach von einer Figur auf b5 oder a4.

Anders gesagt, gewisse Punkte und Abschnitte des Brettes in einer Eröffnung können einen Kampfschauplatz bedeuten und müssen unbedingt beachtet werden. Denn das Geschehen kann sich darum drehen, solche potentiellen Kampfschaupplätze akut werden zu lassen.
Aber es sind nie dieselben Kampfschauplätze. Das Zentrum ist jedoch fast immer ein solcher und man sollte in erster Linie den Kampfschauplatz des Zentrums beobachten lernen. Weiterhin kann ein Zentrum auch einen Angriff auf der c oder f-Linie unterstützen. So wird ein Angriff mit dem F-Bauern , ob von Weiß oder Schwarz , immer sehr gefährlich werden können. Auch weil diese beiden Linien, f und c, auf das Zentrum noch Einfluss haben und überhaupt von allen Bauern stehen Bauern in der Mitte - zwischen c und f-Linie - am zentralsten. Klassische Regel ist, dass D- und E-Bauern die wichtigsten sind.  C und F-Bauern sind für typische Sprengungszüge geeignet, mit denen sich das Zentrum aufbrechen lässt. Aber gerade auf der F-Linie kann auch ein entscheidender Königsangriff gestartet werden.

Die Figuren beherrschen im Zentrum mehr Felder und wichtigere Felder. Und sie blockieren damit auch Aktivitäten auf der gegnerischen Seite an diesen Plätzen und bedeuten Raumvorteil. Raumvorteil ist auch dann gegeben, wenn Figuren allgemein sich in der Hälfte des Gegners behaupten können, vor allem  Bauern schaffen erst Raum und bedeuten im Endspiel einen schnelleren Weg einen Freibauern zu bekommen.

Eine Regel ist grundlegend:  Die Figuren sollten so viel Wirkung wie möglich entfalten.

Es ist nicht  allein damit getan, die Figuren in der Eröffnung nur ins Spiel zu bringen, sie also aufzustellen. Denn man entwirft mit ihnen auch Szenarien, die verschiedene Kampfschauplätze beinhalten. Kampfschauplätze sind im Mittelspiel enthalten und die Eröffnung zielt auf die Situationen, die sich daraus ergeben können, wenn man gewisse Kampfschauplätze ermöglicht und fördert.
Was sind Kampfschauplätze?

Wenn man sich genau anschaut, wie man im Schachspielen etwas neues lernt, integriert und damit besser wird, sind es jeweils Einsichten, die man anhand dessen gewinnt, was man mit dem Spiel und in dem Spiel selbst tut und beobachten kann, und wie man klug daraus hervor geht. Eine geschulte Beobachtungsgabe über das, was man von Zug zu Zug tut, ist also sehr hilfreich, ja fundamental wichtig, um besser und besser zu spielen. Es ist ein Teil bewusste und disziplinierte Aufmerksamkeit. Eine effektive Mentalität. Aber dazu gehört auch das Denken innerhalb des Zugwahlprozesses. Also nicht alles durchrechnen, sondern mit einem geschulten Blick die naheliegenden Möglichkeiten und Prioritäten, zB geschwächte Felder oder einen geschwächten König zu entdecken. Oft sind auch psychologische Faktoren entscheidend, also innere Ablenkungen durch irgendwelche Begegebenheiten, die nichts mit der Schachstellung zu tun haben.

Man muss nicht gewinnen, um am Ende einen Erfahrungsgewinn gemacht zu haben.
Andererseits, die schiere Freude über eine verlorene Partie wäre unangebracht, denn man muss das Gewinnenwollen anstreben und kultivieren.  Man kann sich in gesunder Weise ärgern, ohne dabei jedoch ärgerlich zu bleiben. Es ist Sportgeist gemeint, nicht emotionsgeladener Eifer.

Das ist, was Schachspielen mit dem ersten Zug beginnt: Das Streben nach dem Gewinn und damit gleichbedeutend das Vermeiden des Verlustes.

Wenn man von Schachkönnen spricht, kann man darunter die Auffassungsgabe verstehen, mit der man all das beobachtet und vergleicht, was man in jedem Zug so alles anstellt. Denn man staunt über die wiederkehrenden Motive und ihre Variation, und entdeckt die vielen Geheimnisse einer Position, wenn man eine gute Auffassungsgabe hat.

Allein, einen einzigen Moment zu betrachten führt nicht weiter, man muss den Zusammenhang mehrerer Züge verfolgen und bewerten, was die Bewertung des eigenen Konzepts und Plans betrifft.
Man wird   die prägnanten Stellungsmerkmale verfolgen, oder die in einer Stellung liegenden möglichen zukünftigen Stellungsmerkmale, die sich herauskristallisieren und zu verewigen drohen. Und man wird auch verstehen lernen, dass man eine Strategie, einen roten Faden braucht um grundlegende Stellungsmerkmale zu schaffen, umzusetzen, die über dem Ganzen schweben. Ein roter Faden, der an Kampfschauplätze und deren Bedeutung gebunden ist. Der Kampf ums Zentrum ist oftmals fundamental, das heisst der erste Gedanke zur Planbildung in einer Eröffnung und während des Mittelspiels. Denn das Zentrum ist der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Anfangs- bis Mittelphase und oft noch darüberhinaus. Wer das Zentrum beherrscht, der hat in den meisten Fällen bereits einen wichtigen Vorteil. 
Betrachtet man sich die Verhältnisse und Eigenschaften der Flanken im Vergleich mit  der Bedeutung des Zentrums, hat eine im Zentrum stehende Figur eine viel grössere Reichweite und Wirkkraft. Die Bauern im Zentrum vereiteln oder ermöglichen die Besetzung des Zentrums.
Ebenso stark ist eine offene Linie, die man im Zentrum erhält und mit eigenen Figuren besonders von der Grundreihe stärker beherrscht als der Gegner.

Man muss ein Auge entwickeln, dass einem die besten und möglichsten Kampfschauplätze nicht entgehen und man sie zum eigenen Vorteil wenden kann, wenn es sich anbahnt, dass sie zu erzwingen sind. Deshalb ist es gut, zunächst die verschiedenen Kampfschauplätze in einer Partie kennen zu lernen. Die wichtigsten drehen sich immer um Möglichkeiten, Drohungen aufzubauen, wenn auf bestimmten Feldern, Linien oder Diagonalen eigene Figuren stehen. Vorposten zum Beispiel oder die Schaffung einer offenen Linie durch Bauern. Auch Bauernhebel gehören dazu, deren Auflösung der auflösenden Partei Nachteile oder Vorteile verschafft (Bauernhebel: zB zwei Bauern auf e4 für weiß und d5 für Schwarz  könnten sich diagonal schlagen, aber solche Hebel können auch lange Zeit in einer Partie ruhen und die Spannung aufrechterhalten, sofern dies von Vorteil ist).
Mit Kampfschauplätzen ergeben sich bereits echte Strategien.

Noch mal zum effektiven Denken.
Manchmal macht der Gegner Fehler, aber manchmal man ihn zu erst, den Fehler. Macht man selbst einen Fehler, einen gravierenden (Blackout), dann muss man nicht glauben, man könnte jetzt alles wieder aufholen durch waghalsige Züge, die entsprechend kompensieren "wollen", denn das einzig Richtige ist dann oft, "jetzt erst recht" die angemessene Aufmerksamkeit zu suchen, mit der man zumindest auf grundlegender Ebene dem Spiel die zwingendsten, weil offensichtlichsten Möglichkeiten entlockt. Also zur Disziplin zu finden. Wenn man so will, hat man zumindest den psychologischen Vorteil, weil ein Vorteil für den Gegner tendenziell dazu verleitet, dass er nachlässig wird (er glaubt bereits den Vorteil zu sichern, während man selbst umso effektiver nach Angriffspunkten sucht).
Wenn man einen Fehler in der Art eines Blackouts, eine "Schachblindheit" begeht, dann kann es nichts besseres geben, diesen Moment zu nutzen, um wieder zurück zum Grund des Ganzen zu kommen, nämlich eine Haltung und Denkweise anzuwenden (Zugabwicklung und Stellungsbewertung), jene innere Haltung und Denkweise zu prüfen und eine tauglichere zu suchen als die , die zum Fehler führte.  

Immer muss es darum gehen, dem Geschehen möglichst folgen zu können, so dass man in einer gegenwärtigen Situation viele Dinge beachtet, nicht weil man sie durchrechnet, sondern weil man sie auf Anhieb erkennt. Muster und Motive gleichen sich und brauchen dann nur noch näher betrachtet, viel kürzer durchgerechnet werden, wenn man deren grundlegende Bausteine oder Merkmale kennt. Es ist also auch das sinnvolle Erfassen einer Situation oder Stellung wichtig, was eine Frage der Prioritäten ist, wie man wichtige oder unwichtigen Details von Stellungsmerkmalen unterscheidet.

Wenn man die Bedeutung zum Beispiel zentraler Felder versteht, die Bedeutung der verschiedenen Arten von Fesselungen oder Springergabeln, und indirekte Drohungen und die entscheidenden Manöver, wie man einfachste schwache Bauern schafft... - untersucht und beachtet man Kampfschauplätze.

Kampfschauplätze sind Orte, an denen man einen Vorteil sichern kann.
Es sind Kampfschauplätze, auf die es grundlegend zu achten gilt. Diese bergen die eigentlichen Kreuzungspunkte, an denen sich uns ein greifbarer Vorteil ergibt. Zum Beispiel der Vorposten für eine eigene Figur, der wegen der Bauernstellung verewigt ist.

Ein rote Faden ist leicht zu finden, wenn man einen guten Plan sucht. Irgendein Kampfschauplatz, der weitere Optionen bereit hält. Letztlich ist auch immer der gegnerische König ein Kampfschauplatz. Ein Königsangriff kann unter Umständen    die Partie  bekanntlich entscheidend. Um den Kampfschauplatz des gegnerischen König zu erweitern, sind die Ziele die Verteidigungsfiguren des Königs.

Die Schachaufmerksamkeit ist etwas, was man jederzeit anwenden kann, um sich grundlegend zurechtzufinden in der jeweiligen Stellung. Der rote Faden ist die Idee, die man in der Stellung greifen kann. Sie ergibt sich eigentlich von selbst und muss man nur noch finden und auswählen.

Eine grundlegende Strategie für jede Zugwahl ist es immer, Angriffszüge zu bevorzugen. Oder sonstwie aktive Züge. Ein Großmeister schrieb mal, wenn man keinen guten Zug findet, wähle man immer jenen, der eine schlechter postierte Figur besser postieren kann, weil sich damit langfristig eben Angriffsmöglichkeiten ergeben. Was auch immer man angreifen kann, es ist immer der Zug am besten, der die grössten Angriffsmöglichkeiten bietet.

Etliche Großmeister weisen auf eine Idee hin, die eine jeweilige Stellung in sich verbirgt, und die zudem den grössten oder zumindest tendenziell grössten Angriffschancen und den Vorteil erbringt. Jedoch ist die Idee auch daran gebunden, welcher Spieltypus man ist. Es gibt typischerweise mehr den Angriffspieler (Taktiker), und den Positionsspieler und Strategen, der sich zurückhält um im entscheidenden Moment einen sicheren Vorteil zu sichern oder derweil sich darum Gedanken und Pläne macht und diese umzusetzen trachtet. Es ist nicht unbedingt ein passiverer Stil, als vielmehr eine langfristigere Angelegenheit. Im Grunde sollte ein Spieler beide Möglichkeiten zu seinen Stärken ausbauen. Aber einer diesen Spielrichtungen wird wohl grundlegend vorherrschen.
Andererseits ist jederzeit auch immer ein Auge auf die Verteidigung zu richten. Es hängt vom Spielstil ab, ob man dabei schon mal Material oder Position hergibt, um mehr Möglichkeiten auf einen Königsangriff oder anderen Vorteil zu erhalten, von dem man sich viel verspricht.

Es sind Pläne in jeder Stellung enthalten. Und auch das Denken kreist um diesen Punkt, um zum Beispiel erst eine gute Eröffnung und dann ein gutes Endspiel zu erhalten. Man sucht nach Wegen, die man gehen kann und die Schwierigkeit ist, ob man wirklich mit ihnen umgehen kann oder diese allgemein geeignet sind. Der Fehler in der Bewertung einer Stellung kommt sehr häufig bei Anfängern vor, Mittelklassespieler machen dagegen oft den Fehler, sich nichts oder zuviel zuzutrauen und eine Stellung immer nach gleichem Rezept abzuwickeln.

Das Mittelspiel ist das Hauptszenario, in dem sich Kämpfe Kampfschauplätze verbergen oder offen zutage treten.
Schon eine offene Linie oder eine mögliche Fesselung, und die daraus sich ergebenden Konsequenzen können einen Kampfschauplatz ergeben. Lange Zeit ist dieser vor allem in gehobenen Spielstärken noch nicht entschieden, aber es liegt in der Stellung eingebettet und die Spieler gehen darauf ein, diesen zu verwirklichen oder zu verhindern und eine ganze Phase lang, kann es um diesen einen Kampfschauplatz gehen, und irgendwann ergibt sich der feine Unterschied, dass die Position nach und nach entweder umkippt, oder an anderen Stellen ein anderer Kampfschauplatz tatsächlich verwirklicht wird und sich als ein Nachteil herausstellt. 

Man nun versucht, die Figuren in einer Stellung in ihrer Funktion möglichst umfassend und attackierend genug einzusetzen, also von der Eröffnung bis ins weitere Spiel gelangen. Dabei muss man sich Möglichkeiten eventuell offenhalten. Also braucht es auch eine gewisse Flexibilität. Während man immer irgendwo ein Auge auf die Stellung hat, die sich ergibt und zwingend wird.
Dies muss man einige Züge im voraus natürlich erkennen können, aber man wird nicht alles erkennen können und auch die Bewertung ist an die Spielstärke gebunden. Denn andere Spieler können in den Verteidigungslinien oder materiellen Nachteil mehr kompensieren als andere und ob man zB in der Eröffnung Gambit spielen will, sollte man sich gut überlegen. 

Es ist auch so,  dass die Welt der Möglichkeiten sich ständig neu ergibt und ständig auch zubetoniert wird, indem die Stellung sich materialisiert und konkreter wird und in ihrem Stellungsmerkmal unabwendbarer ist (zum Beispiel indem man sich eine offene Diagonale einfängt oder Bauern weit vorgerückt sind). Im Verlauf der Partie wird die Breite an Möglichkeiten stets geringer und die Situation festgelegter. Also muss man auch langfristiges Denken um die Stellungsmerkmale beachten.
Vorgerückte Bauern mögen zunächst Druck machen, sind später aber daran gebunden, verteidigt werden zu müssen. Je nach Situation, ob Läufer oder Springer im Spiel sind, muss man daher vorgerückte Bauern sich gut überlegen, wie man darauf noch eingeht, um sie zu verteidigen - wenn das Endspiel, das sich ergibt , gut für einen aussieht, kann  ein Abtausch zur rechten Zeit entscheidend werden.

Ich kann eine passive oder aktive Eröffnung beabsichtigen. Die aktive ist tendenziell viel ausschlaggebender, und äussert sich zum Beispiel in der Suche nach Initiative, dass man stets handlungsbereit ist und gleichzeitig den Ton angibt. Es gibt immer wieder dynamische Erwiderungsarten auf Eröffnungen, und wenn einem das taktische Element im Blut liegt, sollte man nicht drauf verzichten, stets aktive dynamische Eröffnungen zu wählen, um mit Taktik den Ton anzugeben. Manchmal ist es freilich angebracht, zu spüren, wann es  passivere Züge zu machen gilt, weil man kein offenes Scheunentor riskieren darf. Andere Spieler sind mehr positionell ausgerichtet, streben eine solide Grundstellung mit langfristig verfolgten Vorteilen an. Doch grundlegend wird immer wieder empfohlen, die aktive Spielweise in sein Grundrepertoire aufzunehmen, so dass man es hin und wieder anzuwenden weiss (wenn nämlich eine Stellung einen taktischen Vorteil verheisst, ist es gut, in dem taktischen Blick geschult zu sein).

Der rote Faden,  ändert sich sehr oft, weil man seine alten Pläne an neue Situationen anpassen muss. Das brint also neben einer  Auffassungsgabe und Übersicht auch die Flexibilität als wichtigste Grundlagen mentaler Art. Im Verständnis grundlegender Dinge lernt man immer mehr, auch komplexere Stellungen zu verstehen.

Effizient denken bedeutet nicht nur einen soliden Zugwahlprozess (die zwingendsten Möglichkeiten zuerst beachten): Wenn man versteht, was man tut, weil man die Bedeutung dessen bewerten kann, was man tut, ist es für das Lernen äusserst vorteilhaft. Denn man erhöht die Effizienz und Lernnutzen einer jeden Partie. Es reicht im Grunde, eine Partie besser zu beobachten, und ehrlich zu sein, was eigene Fehler angeht, um mit jeder Partie  einen Erfahrungsgewinn zu machen.

Effiziente Wege gehen lernen. Das ist auch, dass man möglichst direkte Wege sucht, um sein Schachspiel zu verbessern.
Das heisst: In jeder Hinsicht effizient vorzugehen. Psychologisch und mental, in der Denkweise, in der Zugüberlegung, in der Auffassung der Stellung und der  grundlegenden Bedeutung von Stellungsmerkmalen (die wir entsprechend unserer Spielstärke erblicken und bewerten können). Stellungsmerkmale sind zB Bauernstrukturen, wie die Läufer wirken, wie viele Felder die Springer haben oder ob sie Vorposten besetzen können. Meist sind Stellungsmerkmale eng an die Bauernstrukturen geknüpft.

Beispiel in psychologischer Hinsicht:
Wenn man einen Fehler gemacht hat, soll man sich nicht ärgern.
Aber was bedeutet ein Fehler?
Es ist eine Möglichkeit, etwas zu lernen, oder noch mehr zu beabsichtigen. Gerade in diesem Moment muss man sich zusammennehmen und das Beste versuchen, was man sonst auch zu leisten imstande ist.  Das Denken schweift während einer Partie oft ab, und das ist  im Grunde immer wieder zu erneuern: Die Schachaufmerksamkeit.

Grundlegend ist die Schachaufmerksamkeit, dass man den Geschehnissen folgen kann.

Der körperliche Aspekt wird wichtig. Hinsichtlich der sportlichen Komponente, die sich in der körperlichen Leistungsfähigkleit ausdrückt, handelt es sich um mentale Klarheit und Frische - ohne sie kann die Schachaufmerksamkeit nicht klar und eindrücklich zustande kommen.

Für das Schach unmittelbar davor eine schwere Mahlzeit ist der Frische abträglich, genausowie Bier. Allerdings kann beim  "Bierschachen" die Lust an der Routine des Blicks für die Stellung ausgekostet werden. Nur auf Dauer würde man in seiner Spielstärke sich nicht halten und nicht optimieren können, weil man unter der Berauschung nicht allzu viel neues lernen wird. Die Klarheit des Blicks fehlt dann.

Im Denken bedeutet das effiziente Denken auch, dass man sich nicht in einer Logik und Perfektion versucht, die einem gar nicht entspricht.

Was zum Beispiel Großmeister tun, kann nur hin und wieder erhellend sein. Weil ihre Auffassungsgabe entsprechend ist, würden wir scheitern an den komplizierten Stellungen oder Verläufen. Sie erzählen uns Geschichten, die wir studieren, und auch ergründen versuchen und oft erscheint deren Handeln unachvollziehbar, aber manchmal ist es auch an Schlüßezügen gebunden die wir nicht ganz verstehen oder wo wir es in einer eigenen Partie nicht anwenden könnten. Auch was andere Spieler verfolgen, ist mitunter eine Vorlilebe für bestimmte Wege und Stellungsmerkmalen, oder grundlegenden Kampfschauplätzen in der Art der benutzten Figuren oder der Bauernstellung. Effizient ist also auch zum Teil, dass man sich selbst gerecht wird. Dass man seine Vorlieben achtet, denn darin liegt die eigene Stärke.

Zur effizienten Denkweise zählt auch die Mentalität, die Herangehensweise, die man beim Schachspiel aufbringt. Die Gedankenführung bei der Zugwahl, der strategischen Komponente, und Konzentration um die taktischen Merkmale zu entdecken (Kombinationen, versteckte Möglichkeiten, eine Stellung grundlegend für sich zum Vorteil zu entscheiden oder der Kampf darum).  

Im Kern geht es darum zielgerichtet vorzugehen!

Ein Ziel zu erkennen, zu fokussieren aber immer wieder neu zu prüfen und evtl. ein neues suchen. Dabei beobachten, wie folgerichtet die eigenen Züge  sind. Sofern man sich immer wieder Probleme einheimst, die an einem ungünstigen Figurenspiel liegen, muss man den Dreh- und Angelpuntk finden, mit welchen Absichten oder Methoden man sich diese Probleme einheimst: das heisst, die eigene Strategie und positionellen Ideen überdenken.

Die Eröffnung führt zu einem Geschehen, das bestimmte Möglichkeiten bereit stellt. Man kann zu einr klugen Eröffnungsweise sagen, dass man damit schnellstmöglich und je nach Situation die entscheidenden Vorteile realisiert, sich entweder Probleme zu entledigen oder größere Vorteile zu erkämpfen. Dafür muss man erkennen können, was ein starker, deutlicher Vorteil ist.  
Oft ist es natürlich ein Kampf um minimale Vorteile.

Die beste Weise einen Zug zu finden, ist einfach stets den Angriff  zu suchen.

Die Herausforderung besteht darin, dass man damit auch mal auf die Schnauze fallen kann. Der weitere Schritt besteht darin, aus dem Angriffswollen, den man in jedem Zug sucht, und der jeweilgen Bedeutung der Art von Angriffszügen, schlau zu werden in jeweils etwas zuu prüfen, von dem man am meisten erwarten kann. Man vermeidet also einfach auch die Umwege, und versucht sehr konkret zu werden.

Im Schachspiel geht es von Anfang an darum, zu gewinnen. Das Schachspiel zeigt uns eine Notwendigkeit und es kommt uns die Anordnung vor, als spiegele sie lebendige Vorgänge, in denen auch bestimmte Kräfte wirken (im Sinne  der Figuren) und die sich immer wieder neu anordnen und einen Zusammenhang bilden (zum Beispiel sind die Stellungen der Bauern für das Läuferspiel eminent wichtig) - egal welche Form diese Kräfte haben, zeigen sie doch eine bestimmte Anzahl typischer Erscheinungsformen.
Archetypisch ist das Schachspiel ein Ausdruck der astrologischen Marskraft (der Wille zur Durchsetzung) und des Merkur (des Verstandes).  Mars drückt sich symbolisch dadurch aus, dass ein Kraft nach Durchsetzung verlangt, also zB eine Figur gut wirken soll und täte man das nicht, würde man die Essenz des Schachspielens untergraben, da es darum geht, zu gewinnen (wofür man das Beste aus den Kräften herausholen muss).

Es hat sich gezeigt und erwiesen, dass für das bessere Schachspielen unbedingter Kampfgeist und Gewinnenwollen wichtig ist. Es ist der Antrieb, mit dem sich alles weitere ergibt: Die Mentalität, der Zugwahlprozess, der Wunsch nach Verbesserung der Strategie und Taktik...

Es ist manchmal sehr hilfreich: bewusst, wenn der Versuch auch misslingen mag, nach Angriffen zu suchen oder ähnliche Ideen hartnäckig umzusetzen zu versuchen. Angriffe vorbereiten. Das muss irgendwie wenn auch in Spuren ins Blut übergehen. Denn der Angriff ist praktisch und theoretisch die Essenz des Schachspiels.
Astrologisch gesehen, die Mars Kraft aktivieren. Man muss unbedingt gewinnen wollen.

Auf Dauer wird es jedoch nicht ausreichen, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Man muss die Durchsetzungkraft einer und aller Figuren mit dem Verstand einsetzen, anordnen  und leiten.

Es zählt nicht immer der  objektiv beste Zug, sondern auch die persönliche  Spielanlage, die mit dem eigenen Stil und auch den eigenen Fähigkeiten korrespondiert, und weder unter- noch überfordert noch auf Fehlgleise von zB Eröffnungsweisen führt, die einem nicht liegen. Nicht jeder ist auch der geborene Angriffsspieler. Man soll nicht unbedingt einen Angriffsspieler aus sich machen, wenn man eher strategischer Natur empfindet.

Jede Situation, die auf dem Brett entsteht, benötigt eine neue taktische Sichtung. Zumindest die augenscheinlichsten Vorkommnisse gilt es zu prüfen.
Taktik ist all das, was in wenigen Zügen ziemlich viel auf den Kopf stellen kann. Gerade die typischen Patzer bestehen im Grunde aus übersehenen taktischen Fallen, aber recht einfacher Natur (dass man sich fragen muss, ob man überhaupt etwas vom Spiel richtig mitbekommt - denn dann muss man erst die Schachaufmerksamkeit wecken, bevor man sie trainieren kann).

Blackouts oder Patzer bei offensichtlichen Drohungen, das ist eigentlich nichts anderes als eine taktische Möglichkeit zu übersehen. Grobe Schnitzer aber sind was sie sind: Persönliche Unzulänglichkeiten. Patzer. Oder wenn man besoffen Schach spielt in einem lauten Turniersaal und dem Stress kleiner Kinder ausgesetzt, mit zerplatzenen Luftballons, einem nach Aas riechenden Mund eines Gegenüber, obwohl man ihm gar nicht so nahe sotzt, und einem 120 Dezibel Ansagesprecher der noch dazu eine Stimme wie ein Brummbär hat, dass man so auf keinen Fall optimal den Einflüssen widerstehen kann, wenn man sich mit schlechter Ernährung und üblen Gewohnheiten (bezogen auf den Sport) in inakzeptabler Weise schon schlecht auf dieses Trara vorbereitet.

Taktische Möglichkeiten können verborgen in einer Situation liegen. Die deutlichsten taktischen Möglichkeiten sind die Fallen, die dazu einladen, übersehen zu werden.
Eine Fesselung, und eine weitere, und plötzlich ist der Springer futsch. Je nach Spielschärfe, aber auch Können der beiden Spieler, ergeben sich vermehrt solche Situationen, in denen verborgen taktische Möglichkeiten schlummern. Sie wurden noch nicht komplett entschärft, weil es im Schach immer tendenziell weniger Power (Mars-Durchsetzungskraft) ergibt, wenn man die Stellung vereinfacht und die Spannung aus dem Spiel nimmt.
Es kann aber sinnvoll sein, sich nicht zu überfordern. Gerade wenn man einen deutlichen Vorteil bereits sicher hat (sei er positioneller Natur oder noch mehr materieller Art), und wenn man gleichzeitig vor der Wahl steht, eine Situation der Zukunft zu erhalten, die man nicht so gut übersehen kann (die Bedenkzeit ist immer ein Parameter dafür), dann wählt man doch den sicheren, einfacheren Weg (zB Stellung abtauschen um sie zu vereinfachen),  um den Vorteil zu behalten.

Nichts kann angemessen beurteilt werden, wenn man es nicht auch aus der übergeordneten Sicht der eigentlichen Bedeutung der jeweiligen Stellung bemisst.
Was hat man schon von einem starken Bauern, der aber kein Freibauer ist, wenn man dafür einen Springer hergeben muss? Oder was nützt ein Figurenvorteil, wenn man dafür in eine so schlechte Stellung kommt, dass man auf lange Sicht hin verliert oder nur durch Glück gewinnt, weil der Gegner einen Fehler macht?

Natürlich, hin und wieder kann eine dynamische, eine verwickelte, eine verzwickte Stellung mit schwer zu erkennenden taktischen Möglichkeiten den Gegner vor Probleme stellen. Und manchmal kann es vielleicht sinnvoll sein, auch mal das "scharf  spielen" zu kultivieren, das heisst über mehrere Partien hinweg immer nach Angriffen suchen. Es bewahrheitet sich, dass ein Tempo, den der Gegner zur Eroberung eines Bauern braucht, ein echter Vorteil ist. Damit hängt zusammen   ,  dass die gegnerische Figur, die im Nebenland irgendwo eine Figur  erobert hat, dann auch erst mal im Nebenland festsitzt und an anderen Stellen dann fehlt.

Auch das SCHNELL SPIELEN zu kultivieren , kann sinnvoll sein. Es ist ja im Internet vor allem immer alles mit Uhr. Wenn man Spiele mit 15 Minuten Bedenkzeit pro Spieler spielt, dann bedeutet das eine sehr enge Zeitsetzung, obgleich deutlich mehr als eine 5 Minuten Partie. 15 Minuten erweisen sich als krumm. Ästhetisch gesehen und vom Eindruck, wie man seine Zeit einteilt. Man gewöhnt sich ja einen Rythmus an von Zug zu Zug und Phase zu Phase. Gelegentlich muss man bei 15 Minuten diiesen Rythmus umstellen, um in den wichtigen Phasen (zB Mittelspiel) länger zu überlegen und andere Züge rascher abzuwickeln: Das schult den Blick auf  taktische Momente, auf die eine annehmbare Stellung entsteht, und die sich leicht abwickeln lassen.

Im Blitzen sollte man einfache Stellungen, einfache Angriffsvorhaben, typische Manöver probieren, Routinen erproben. Dann sieht man auch, wieviele Ideen man kennt und anwenden möchte. Es ist egal, ob diese Ideen immer zu befriedigenden Ergebnissen führen. Hauptsache, man hat auch beim Blitzen ein Konzept - denn  oft scheitert Blitzen an den mangelnden Konzepten, Ideen, Grund-Strategien. Da liegt dann nichts vor, und man spielt im wahrsten Sinne des Wortes den reinen Irrwitz. Darüber ärgert man sich (zurecht), doch man darf auch mal neue Ideen ausprobieren...

Leistungsgedanken sind wunderbar. Aber ein zu hoher Anspruch ist der Anfang vom Ende des Schachspielens. Dieses Ende fängt immer damit an, dass man keine Lust mehr auf das Schachspielen hat... - meiner Meinung nach kann man nur Lust am Schachspielen erlangen oder aufrecht erhalten, wenn man auch kleine Ergebnisse zu würdigen weiss. In diesen kleinen Erfolgserlebnissen gibt sich schon die Seele des Schachspiels bekannt.  Freilich. Das bedeutet schon noch, dass die meisten, die Lust aufs Schachspielen haben, Freude daran haben, wie sie mehr oder weniger ein Niveau halten können...

Im eigentlichen geht es darum, das Spielgeschehen beobachten zu lernen und Wege und Möglichkeiten zu erkennen, wie man Strategien, Pläne und bessere Positionen erreichen kann. Auch durch Manöver usw..
WAS PASSIERT DA EIGENTLICH? - das ist die Fragestellung, die mir als Formulierung vorschwebt, wenn ich etwas darüber sagen will, wie man besser Schach spielen lernt. Denn alles weitere ergibt sich.

Weiss, die Unschuldigste aller Farben hat den ersten Zug gemacht, und damit das Spiel eröffnet. Es ist herausgefordert worden zum Kampf. Zur Entscheidungsfindung. Mit Weiss beginnt jede Partie und so existiert jede Partie: Mit dem Beginn einer Erklärung, einer Kampfansage.
Es ist ein Kampf - alles andere wäre eine Lüge.

Die einzig sinnvolle Aggression im Schachspiel ist etwas ganz Sachliches. Es ist eine zweckdienliche Absicht, und keine verbale Gewalt, oder gar der Fusstritt oder  Stockschlag gegen ein Gegnüber.

Die zweckdienliche Absicht besteht aber darin, das Spiel in seinem Zweck zu verfolgen und dahingehend richtige Züge zu machen. Und das führt unweigerlich dazu, einen Gegner, anders gesagt: eine gegenüberstehende fremde nicht unter eigener Herrschaft stehende Kraft, besiegen zu müssen -   zumindest so gut wie es geht das immanente Ziel umzusetzen versuchen, das darin besteht, die grössmöglichste Kraft mit dem zu entfachen, was man zur Verfügung hat.

Der Kampf gilt allein mit den Mitteln und innerhalb der Regeln, die das Spiel aufstellt.

Der Kampf findet allein auf Ebene des Geistes statt. Eine kampfbereite Einstellung. Als auch die Wahrnehmung des Spiels, dessen Ordnungen in unserem Geist sich widerspiegeln, so gut wir dazu eben imstande sind, die vielfältigen Ordnungsgefüge und logischen Inhalte und Ordnungen, ja alle Geschehnisse und Kampfschauplätze zu erblicken.

In einer Stellung die richtigen Züge finden zu wollen, und die schlechten Stellungen der eigenen Figuren vermeiden zu suchen. Das ist es am Ende, worauf es praktisch hinaus läuft. Darunter kann auch fallen, dem Gegner eine schlechte Position aufzuwzingen und ihn zu Fehlern zu zwingen - denn irgendwann kann es einen Punkt geben, bei dem entscheidet sich, wer den ersten grösseren Fehler oder in der Summe entscheidenden kleineren Fehler begeht.

Das Schachspiel wird oft mit dem Leben verglichen: Es gibt viele Ähnlichkeiten.
Zum Beispiel ist es unmöglich, sowohl im Leben als auch im Schachspiel, keine Fehler zu begehen.

Aber man kann kleinere und grössere Fehler begehen... - und man begreift schnell, worauf es neben der Fehlerquote ankommt: Auf ein Ziel, einen Plan. Oder einige andere essentielle Dinge.

Man kann kaum eine Anleitung schreiben, wie man während einer Partie Schach effizient und folgerichtig die Gedanken und vor allem die Aufmerksamkeit als Werkzeug zu nutzen weiss.
Aber es gibt immer wieder dieselbe Notwendigkeit, das Maß der Aufmerksamkeit auf die Stellung im Schach hinsichtlich der eigenen Kapzitäten so gut wie möglich auszuschöpfen. 

Ein Ziel unter anderem besteht wesentlich daraus, dass man möglichst fehlerfreies Spielen lernen muss, und die billigsten Fehler nicht mehr begeht. Und dass man dabei den Spagat schafft, zugleich bei Spiellaune zu bleiben.
Ein Spiel ist bis zu einem gewissen, aber notwendigen Grad auch immer ein Vergnügen, dem man der Sache agewinnt. Das ist der Sportsgeist, dem man das zuschreiben muss. Das Vergnügen steigt, umso mehr man jeweils lernt, etwas dem Schachspielen abzugewinnen. Das ist eben vor allem die dem Schachspiel inne wohnende Logik, diese Ordnung, die mit den Kräften der Figuren zusammenhängt und mit dem ganzen Spielgeschehen...

Zum Beispiel gibt es im Schachspiel die wunderbare Ähnlichkeit mit dem Leben, dass es ein Grundkonzept gibt, das meist in jeder Stellung verborgen liegt.
Man braucht es nur erkennen.

Und man findet sogleich oder später Wege und Chancen, die der Gegner natürlich zu vermeiden versucht, sofern er die Tragweite einzelner Vorhaben wirklich genauso gut erkennt, wie wir selbst.
Wie dieses Grundkonzept aussieht, ist in jeder Stellung anders, und es ist ein Merkmal, mit dem immer auch Kampfschauplätze verbunden sind.
Jede Figur kann irgendwo drohen (einen Vorteil zu erreichen) und genau da liegt schon ein Kampfschauplatz. Ein Platz, an dem eine Figur stark wirkt. Oder Plätze, wie die bei offenen Linien, die ein Turm beherrscht, auf die also eine grosse Wirkung ausgeübt wird. Damit verbunden, mit starken Feldern, ist  es ja, dass immer mehr feindliche Figuren diese Plätze beherrschen und irgendwann die eigene Stellung zusammennricht. Statt dass man dies selbst erleidet, muss man danach trachten, es dem Gegner beizubringen.

Beachtet man die Aufstellung der Figuren,der Läufer, der Springer, der ganzen Bauern, und nicht nur das Zentrum (ob es blockiert oder offen ist).. - so ergeben sich auch Fragen hinsichtlich der eigentlichen Eröffnungsweise. Was liegt einem dabei eher und was nicht. Womit kann man besser umgehen? Was kennt man und was entspricht dem eigenen Stil. Was ist sinnvoll und was umständlich? Usw.

Insgesamt ist es fast unerlässlich, dass man auch sein eigenes Spiel beobachten lernt, und ehrlich gegenüber sich selbst ist, was nicht demütigend ist, um nämlich die Wahrheit herauszufinden, woran es liegt, dass dies oder das während des Verlaufs einer Schachpartie geschieht. Und warum man dadurch zum Beispiel einen grossen Nachteil erhalten hat. Dafür muss man freilich auch darauf achten lernen, ein Spielgeschehen beurteilen zu können.
Am Anfang ist die Ursachenforschung oft unzureichend, da man noch nicht genug von der Sache versteht. Aber man kann eh nicht alles verstehen, und muss von Anfang an die Kunst lernen, eine Ambivalenz zu ertragen. Das ist ein Zustand, in dem zwei Möglichkeiten gegeben sind und (noch) nichts festgelegt ist. Man steht also vor einer Stellung und weiss nicht, ob das Urteil wirklich richtig ist, das man hat. Das ist der Weg des Kampfes, dass man trotzdem versucht, diese Schlacht so effizient wie möglich und nötig zu schlagen weiss.

Je nach dem, wie man seine Figuren aufstellt und in eine Gesamtanlage und ein gesamtes Gefüge bringt und so allgemein Kräfte als Wirkung entfalten, ergibt sich auch ein geheimnisvoller Hintergrund. Geringe Fehler können dann durch die konstruktive Gesamtanlage der aufgestellten Figuren leichter aufgefangen werden. Auch weil die Figuren so gut stehen, dass sie jederzeit neue Kampfschauplätze und damit Konterattacken bilden oder vorbereiten können.

[1.-13. Mai 2011]

Die Stellung erfordert immer wieder neue Aufmerksamkeit. 
In jeder Situation, die einem neuen Zug folgt, kann sich die Lage geändert haben. Ob man jederzeit alles erkennen kann, ist nicht wichtig, weil das unmöglilch ist. Aber man muss versuchen, das Nötigste zu erkennen.

Man hat Sportsgeist oder nicht.

Sportsgeist muss nicht so beschaffen sein, dass man der beste Schachspieler der Welt werden will, wenn man nicht die Talente dazu hat. Es ist wohl ausgeschlossen Großmeister zu werden, wenn man nicht bereits mit 12 Jahren so gut spielte, dass man im Verein gegen die stärksten Spieler bestehen konnte. Ein entsprechender Ehrgeiz ist die eine Sache, ein unmögliches Unterfangen und ein übertriebener Ehrgeiz dabei   eine andere Sache.

Zum Sportsgeist gehört noch viel eher die Laune, sich dem Unterfangen eine Partie Schach auszusetzen. Wenn man dem Schachspielen etwas abgewinnen kann, ist das ein gutes Zeichen, dass man auch an anderen Tagen bei Laune sein kann.

Wenn es aber abzusehen ist, dass man verliert, ist es besser aufzugeben, und eine neue Partie zu beginnen - es sei denn man möchte noch etwas lernen oder ausgespielt sehen (weil es einem nicht ganz klar ist).

Die Partie erfordert in jedem Augenblick eine neue Sichtung. Das ist das Dogma, dem man sich immer unterwerfen muss.Es sind Kampfschauplätze, auf die es grundlegend zu achten gilt. Diese bergen die eigentlichen Kreuzungspunkte, an denen sich uns ein greifbarer Vorteil ergibt. Zum Beispiel der Vorposten für eine eigene Figur, der wegen der Bauernstellung verewigt ist.

Gut ist es bei einem Server wie  fics online Schach zu spielen. Praxis muss nicht bedeuten, täglich zu spielen, aber regelmässig und wenn es nur ein Mal im Monat ein paar Tage sind.

Bei FICS bekommt man auch eine sogenannte Rating (Wertungszahl).

Die Ameldung und alles was man braucht um dort zu spielen ist kostenlos.

Es gibt keine einzige Richtlinie oder Regel des Erfolgs, die Ausschließlichkeit verlangt.

Jede einzelne Richtlinie, die man über das Gewinnen im Schach entdeckt, ist genau dann gültig und anwendbar, wenn ihre Zeit gekommen ist.

Deshalb ist keine Regel oder Richtlinie der Alleinherrscher, um zu beurteilen, ob in einer Stellung eine bestimmte Regel anwendbar ist.
Alles muss eigentlich immer verglichen werden mit anderen Richtlinien und Regeln und vor allem mit der konkreten Position der Stellung. Ein Gefühl für eine Stellung oder Position ist hilfreich, da es den Zugwahlprozess beschleunigt.

Um in Form zu kommen -
hilfreiche Stichworte wie folgt (es handelt sich um Pläne oder Vorgehensweisen, die sogar zeitweise schon die ganze Strategie und Herangehensweise bereit stellen können):


- einfache Stellungen überblicken lernen!
Damit man überhaupt einen Blick bekommt für das Figurenspiel und die damt verbundenen Kausalitäten einer Stellung. Das Figurenspiel dreht sich darum, die eigenen Figuren so kraftvoll wie möglich einzusetzen, sie zu positionieren, Druck aufzubauen um den Gegner mit diesen Kräften zu vernichten.
Wobei sich die Eröffnung als Stadium bemerkbar macht, in der typische Situationen durch die Ausgangsstellung hervor gebracht werden (wild Fischer Random Schach berücksichtigt diese Besonderheit und schafft neue Anfangsbedingungen). Aber man hat in der Eröffnung die günstige Chance, das auf Anhieb zu tun, was man sich da ja gezwungen sind zu tun: Figuren günstig aufstellen, wenn man muss - und man muss, weil man am Zug ist. Aber am Zug zu sein, ist immer die Chance, dass man die eigene Kraft so optimal ausrichtet wie möglich. Und genauso wichtig kann die Initiative sein. Das ist immer ein Zustand, in dem man den Gegner zwingen kann zu reagieren. Da hat man mehr oder weniger die Zügel in der Hand, die Initiative.
Da man nun die Figuren versucht nach den Maßstäben seiner Spielstärke einzusetzen, begreift man nicht nur die einfachsten Dinge, sondern kann schliesslich auch flexibler spielen. Weil man zwischen Dynamik, Position, Strategie, Taktik variieren kann, je nach Umstand, Vorliebe und Laune. Und je nach Lust.
- Wenn man einen Angriff sieht, angreifen! Es gibt nichts zu zögern, wenn der Angriff sicher und nachhaltig ist (zB einen Positionsvorteil verschafft, und wenn es nur eine Drohung oder ein schwacher Bauer des Gegners ist).
- Es kann manchmal entscheidend sein, dass man klug, abwartend, solide und nicht wagemutig spielt. Oder einfach so spielen, dass man auf den Fehler oder die Fehler des Gegners wartet, wofür man aber solide stehen muss. Auch nicht zu früh aufgeben oder remis anbieten, weil der Gegner noch einen Fehler machen kann.
Man darf dem Gegner keinem Platz lassen, und erst recht nicht zukommen lassen. Der Gegner darf sich möglichst nicht entfalten, im Gegenteil, das muss man für sich anstreben, ihm darin zuvorzukommen!
- Jeder Abtausch kann von Vor- oder Nachteil sein. Es spricht nichts dagegen, einem bereits bestehenden materiellen Vorteil auszubauen, indem man für ein konkretes Kräfteverhältnis sorgt, vor allem, wenn einem grad nichts besseres einfällt oder auffällt.
- Vereinfachen, wenn man einen handfesten Vorteil hat
- nach Wegen suchen, so vereinfachen zu können, dass ein Vorteil weiter auskristallisiert wird
- weiterhin: Positionsvorteile ausbauen; mögliche Manöver von Figuren ausnutzen, bevor diese Manöver nicht mehr möglich sind. Natürlich müssen diese Manöver sinnvoll sein.
- Bauernstruktur intakt halten oder nur schädigen, für den Lohn von nachhaltigen anderen Positionsvorteilen, und/oder recht guter Initiative
usw..

Mit solchen Stichworten kann man bald beginnen, den Unterschied zwischen Stellungsmerkmalen mehr und mehr wahrzunehmen. Also ruhig mal ganz einfach alles abtauschen, wenn einem für einen Plan nichts besseres einfällt. Und dann aber dabei sehen lernen. Partie für Partie. Aber auf Dauer macht es keinen Spaß, die Fülle an Möglichkeiten ausser Acht zu lassen, und immer wieder zu simpel zu spielen. Deshalb sollte man auch hin und wieder sich an stärkere Spieler, mindestens aber an etwa gleichstarke Gegner wenden und mit ihnen spielen, damit man sich von ihnen zeigen lässt, ob das eigene Spiel nicht zu simpel und durchschaubar ist. Dann sieht man, ob man auch gegen diese Gegner gewinnen kann.

- im Grunde dreht es sich einfach immer wieder um den Punkt, wo man dem Schachspiel etwas abgewinnen kann. Für mich ist es ein Genuß Schach zu spielen, weil ich Dinge entdecke und anwenden kann. Nicht alles sehe und begreife ich, aber einige. Und was man entdeckt, das reicht, um Spaß zu haben.
Und man findet: irgendwie muss es Spaß machen und der Spaß besteht darin, dass man gewisse Momente kennt, wo man das Schachspielen mehr oder weniger versteht. Und wie man dem Geschehen folgen kann. Es ergeben sich damit nicht nur Bewertungen, sondern es ist der eigentliche Reiz, das Schachspiel so zu verfolgen, als würde man einen Roman lesen (so gut es geht auch verstehen), oder eben einem Geschehen folgen können.

Eine Anleitung zu diesem Eindruck, den man auch einfach Schachaufmerksamkeit nennt, gibt es nicht, da muss jeder selbst drauf kommen und selbst aufbauen für sich. 

Es bewahrheitet sich, dass man in den Fällen, wo man einen grossen materiellen Vorsprung erhält, in einer anderen Weise einen ziemlichen Nachteil erhält - oft positioneller Art, den man dann erst Mal in den Griff kriegen muss. Man erobert zB einen Bauern und der Gegner kann die Zeit dazu nutzen, eine Figur mit Tempogewinn aktiv aufzustellen und meine Figur ist derweil auch noch oft an den Rand des Geschehens gebracht worden, als sie den Bauern eroberte.

Und oft verliert man solche Partien auch noch - das Annehmen eines Bauernopfers, eines auch harmlos wirkenden Bauerns, kann in manchen Fällen in den Abgrund führen und zum Totalverlust der Partie. 
Woran liegt das? An der Initiative, am Raumvorteil, dem Positionsvorteil,  aktiven Figurenspiel, dem möglichen Angriff auf den König,  an einer Mattmöglichkeit, einem Tempovorteil oder ähnlichem, was momentan oder dauerhaft  den materiellen Vorsprung kompensieren kann.

 Ein falscher Abtausch: da nimmt man eine eigene starke Figur durch den Abtausch aus dem Spiel. Durch eigene Mutwilligkeit entlässt man so die Dynamik, die doch eigentlich für einen selbst gesprochen hatte. Der Gegner kann sich  freuen.

Das ist erfahrungsgemäß äußerst wichtig: Es kommt darauf an, immer danach Ausschau zu halten, dass man die höchstmögliche Kraft versucht zu entfalten! Jene Kraft, die in der Stellung liegt, ist das konkrete Machtpotential unseres eigenen Spiels. Manchmal braucht es dazu einen Mut, dass man komplexe Stellungen in Kauf nimmt. Manchmal entspricht es jedoch der Spielstärke, "vorsichtshalber" leichtere Vorteile oder gegnerische Möglichkeiten zu unterbinden. Es ist der entscheidende Moment, das eine vom anderen zu unterscheiden

Oft  sind es die Details, die Feinheiten, die Nuancen, die wir übersehen haben oder hergeben, und die sich irgendwann summieren zu dem Punkt, wo der Gegner uns zuvorkommt mit seiner eigenen höchstmöglichen Kraftentfaltung und uns dann sprichwörtlich fertig macht. 
Man wird sich immer schwache Punkte schaffen, das bringt das Spiel mit sich (weil man nie alles verhindern kann; es gibt kaum je einen Zug im Schachspiel, bei dem ein Vorteil nicht gleichzeitig irgendwo auch ein Nachteil sein kann). Je nach Eröffnung wählt man sich quasi eine Spanne an schwachen und natürlich auch starken Punkten. Die schwachen Punkte muss man abwägen mit den starken, so dass man im Endeffekt möglichst mehr starke Punkte, Möglichkeiten oder Felder hat.

Stellungsmerkmale

Für die eigene Partei günstige Merkmale der Stellung können in folgenden Möglichkeiten bestehen:

  • Intakte Bauernketten (das sind solche, die nicht unterbrochen sind. Man nennt Bauernketten Phalanx, da sie wie eine Mauer vorrücken können und grosse Macht entfalten; und solche Bauern, die auf benachbarten Reihen stehen; dagen sind Isolani, Doppelbauern und umso mehr einzelne kleine Bauernketten ein Nachteil; man nennt dies Inseln, sie stehen für sich. Umso mehr Bauern in Inseln stehen, ist auch klar, dass die Bauernstruktur etwas schwächer ist; es ist dieser Vorteil einer intakten Bauernkette nur ein kleiner, aber er kann der ganzen Strategie einen Stempel aufdrücken indem man gleichzeitig danach trachtet, dem Gegner eine schlechte Bauernstruktur zu verschaffen, die noch besser wird, wenn er einen schwachen Bauern bekommt. Denn ein schwacher Bauer wird deshalb so genannt, da er vom Gegner so schlecht verteidigt werden kann, dass man ihn folglich angreifen kann)
  • Läuferpaar (besonders wenn der Gegner kein Läuferpaar hat)
  • Fesselungen (besonders wenn sie nicht einfach abzuwehren sind)
  • Raumvorteil (die eigenen Figuren können sich flexibel bewegen und des Gegners Figuren können sich nicht so gut bewegen; dazu gehört auch der Umstand, ob ein Läufer eingesperrt ist oder sich schlecht bewegen kann; grundsätzlich ist jede Stellung für eine Figur zu vermeiden, die es eine Zeit lang bedingt, dass eine eigene Figur nicht so leicht aktiviert werden kann und abseits steht)
  • Freibauer (ein Bauer, der weit vorgeprescht, entfacht durch seine Eigenschaft, dass man ihn aufhalten muss, Druck - weil sonst wandelt er sich in eine Dame; und so ein Bauer kann dem Gegner manchmal das Genick brechen oder Zugeständnisse des Gegner erfordern)
  • offene Linien, die man mit Figuren besetzt hat oder Linien und Diagonalen, die sonstwie stark sind
  • starkes Zentrum (ein mit Figuren besetztes Zentrum; hauptsächlich Zentrumsbauer auf e und d Linie, was ein Zentrum ergibt, das zusätzlich noch von Bauern auf den benachbarten Linien f und c unterstützt werden kann)
  • Vorposten und andere starke Felder für die eigenen Figuren (ein typischer Vorposten besteht meist durch die Strukturen, die Bauernketten verursachen; man kann diese Vorposten auch Löcher nennen. Ein Vorposten ist umso stärker, wenn eine drauf befindliche eigene Figur nicht mehr so leicht vom Gegner vertrieben werden kann).
  • Initiative (das Vorrecht, die Dynamik des Spielgeschehens bestimmen zu können  bzw. den Gegner zwingen, zu reagieren).
  • Tempo (man gewinnt ein Tempo; zB durch einen Zug, der die eigene Figur an einen gewünschten Ort bringt, während der Gegner gezwungen wird, irgendwo zu reagieren; gewöhnlich zieht man dann zwei Züge, um eine Figur zu bewegen, aber ist eigentlich nur ein einziger Zug; es gibt viele Möglichkeiten in Tempo zu kommen, also die Zugeinheit bzw. Zeit für sich ausnutzen zu können).

Schlechtere Merkmale der Stellung können in folgenden Möglichkeiten bestehen:

  • Entblößte eigene Königsstellung (die muss verteidigt werden und bindet eigene Figuren oder zur Initiative des Gegners)
  • Eingesperrte Figuren (die in ihrem Bewegungsmöglichkeiten beschränkt sind und in dieser Situation lange verweilen könnten; jede Figur, die nicht am Spielgeschehen teilnehmen kann, ist für diese Zeit wie ein vorübergehender Materialverlust).
  • hängende Bauern (das sind Bauern, die rückständig sind und von keinem anderen benachbarten Bauern mehr gedeckt werden können; dabei wird die Schwäche eines hängenden Bauern besonders dann deutlich, wenn vor ihm kein eigener oder fremder Bauer steht und somit die Linie halboffen ist)
  • evtl. kann auch eine zu lange Bauernkette, die sich quer über die Diagonale zieht verhängnisvoll werden (zB von a2 über b3, c4 nach d5), wenn diese nämlich von gegnerischen Bauern gesprengt zu werden droht und man mti der Bauernstruktur Probleme bekommt oder einzelne Bauern nicht mehr decken kann
  • und es gibt unzählige weitere Stellungsmerkmale, die man kaum alle systematisch aufzählen kann; desweiteren ist eine eigene Schwäche auch an dem Gegenteil der jeweils positiv zu bewertenden Stellungsmerkmale abzulesen, nämlich insofern der Gegner solche Möglichkeiten erhält und wir gerade nicht über diese Möglichkeiten verfügen (zB Raumvorteil, Läuferpaar usw.).
Das sind die vordergründigsten Stellungsvorteile, die man immer irgendwo und irgendwann finden wird...;
Und schliesslich gilt natürlich der reine Materialvorteil, der zwar nur indirekt mit der Stellung zu tun hat, aber das gewichtigste Element für eine klare Entscheidung ist. Es ist richtig, dass man sagt, wie ein Bauer zum Gewinn reicht.
Beispiel Partie 


Es geht also um den Überblick

Es geht also immer darum, eine Beurteilung dieser Stellungsmerkmale aufbringen zu können. Dazu gehört, dass man voraussieht, was sich logisch und einsehbar an Möglichkeiten dieser Stellungsmerkmale typischerweise ergibt. 

Man hat bald einen Blick für die Offensichtlichkeit einer Stellung und kommt rasch zu den Notwendigkeiten.
Es geht prinzipiell   darum, sich bei der Wahl der  möglichen Züge (die einem vorschweben und die man näher überlegt), so gut wie möglich einzugrenzen, auf jene Züge, die am meisten Sinn und Wirkung vesprechen.
Man muss freilich immer auf der Hut vor verborgenen taktischen Wendungen sein. Das sind einzelne Züge, die plötzlich alles verändern.

Formprobleme?

Wenn man ausser Form ist, kommt man am besten in Form, wenn man zunächst eine Schachpartie versucht solide zu spielen.

Unbedingt und ohne Kompromisse zunächst einmal solide spielen lernen.

Eine solide Spielweise bringt mit sich, dass man zwangsläufig einfach und ideenlos spielen wird - das ist aber nicht die Absicht.
Sondern was man anstrebt: eine gesunde Grundlage hervorzurufen.

Erst wenn man einigermaßen in Form ist, kann man im wahrsten Sinne des Wortes Schach spielen lernen, sich also versuchen zu bessern in der Spielstärke.

Um in Form zu kommen, spielt der eine rasch ein paar Partien, und ein anderer mag stundenlang knausern, wo er anfangen soll, um Lust auf das Schachspielen zu gewinnen. Denn Lust ist eine wesentliche Vorraussetzung eines jeden Spiels und wenn man keine Lust hat, wenn man eine Sache nicht gern hat, dann sagt man sich bald davon los und will auch nicht besser werden - das ist insofern die Konsequenz. Irgendwann kriegt man wieder Lust, und verliert sie wieder schnell. Weil man nicht begriffen hat, wie man sich die Lust am Schach spielen erhält!

Auch wenn man schlecht spielt, so können kleine Erfolge doch immer wieder die Lust anstacheln, dazu gehört aber auch das Gefühl, dass es Sinn macht, Schach und nicht Dame oder ein Würfelspiel zu spielen.

Ich glaube, dass es für jeden Spieler zunächst darum geht, eine gesunde Grundlage aus dem Ärmel schütten zu können; also zu einer Spielweise fähig zu sein, in der man sich nicht gross anstrengen muss, um das Notwendigste zu leisten und die Partie bis zu einem Grad zu kontrollieren. Wobei dieses Maß an Kontrolle zunächst ganz weit unten angesetzt ist, also dort, wo man noch mit Leichtigkeit Einfluß ausüben kann: seine eigene Stellung betreffend. Es sind die grundlegendsten Züge erst mal so zu spielen, dass man sich eine Stabilität der Stellung verschaffen kann besser gesagt halten kann.

Und das Maß der Stabilität ist dann gut gewählt, wenn man meinen könnte: Die Partie ist noch nicht entschieden, weil man die eigene Stellung noch nicht mit Leichtigkeit oder Schlampigkeit ruiniert hat bzw. den Gegner dazu einlädt.

Um in Form zu kommen, ist es egal, ob man an seinem persönlichen Limit spielen kann, oder so gut spielt, wie man gewöhnlich gerade noch so hinkriegt, und sei es an der untersten Skala der eigenen Spielstärke.
Ich finde es wichtig, sich  klar zu machen, wie stark man als Spieler eigentlich ist.

Tip:
Je nach Spielstärke kann es darum gehen, aus einer entstandenen Notwendigkeit oder auch Schwäche einer Stellung nach Aspekten der Dynamik zu suchen, die den Gegner unter Stress setzen und das eigene Spiel mit Initiative befruchten können.


Es geht bei einer soliden Spielweise darum, dass man von Eröffnung an möglichst solche Züge wählt, die die Möglichkeiten der Stellung noch nicht allzusehr festlegen, und noch nicht so viel Dynamik ins Spiel bringen - und das kann auf verhältnismässig einfachen Zügen aufgebaut sein. Jedenfalls steht man eben auf sicheren Posten, man steht solide.

Nach und nach kann man sich dann in das Spielen einfinden oder einfühlen, und erkennt, was man besser machen kann oder besser machen sollte. Man kann lernen, die Partie und ihren Verlauf wahrnehmen zu können, so dass einem nicht entgeht, wenn eine bestimmte Strategie oder Plan nicht aufgeht, und dass man auch erkennen mag, woran der Verlust eines Vorteils oder einer Partie wirklich festzumachen ist (das kann verschiedene Ursachen haben und man muss eben lernen, das Spiel zu lesen, man sollte lernen, aus welchen Punkten der Partie immer wieder alles weitere oder das meiste der weiteren Partie resultiert).

Oft wählen wir für die Umsetzung irgendeiner Idee einen verworrenen oder überhasteten Weg. Es geht ja wesentlich im Schach darum, irgendwelche Ideen umzusetzen (zB einen Königsangriff oder ein Bauernvormarsch auf dem Damenflügel) - und genau diese Fehler, die entweder an der mangelhaften Umsetzung liegen (welche Züge mit welchen damit verbundenen Vorhaben), oder an einfachsten Flüchtigkeitsfehlern.

Sobald man solide spielen kann, lassen sich auch Flüchtigkeitsfehler ausmerzen, denn man lernt ja ein Auge dafür zu bekommen, dass man möglichst stabil bleibt, und das bedeutet zwangsläufig erst mal die Fehlerquote gering zu halten. Und man lernt ein Auge zu entwickeln für die Balance des Kräftegleichgewichts, die sich ebenfalls durch das solide Spielen ergibt. Denn man muss zunächst die Stellung halten können, bevor man daran geht, die Richtung der Stellung beeinflussen zu wollen.
Durch die Grundfähigkeit eines soliden Spiels, kann man einen sich erarbeiteten Vorteil dann auch besser halten.

Nachdem man also solide spielen kann, kann man aus dieser Notlösung heraus es sich zur praktischen Maxime machen, das solide Spielen als Grundlage immer wieder in jeder Partie stückweise und sogar  als eigentlich roten Faden zu befolgen.
Man bekommt dadurch einfach schneller  ein Gefühl für die Sache, für die Stellung, für die ganze Art, wie man an die Partie herangeht (und ich meine, das Gefühl für die Sache kann man nur persönlich ausbilden bei sich, und nirgendswo als Anleitung vorfinden). Solides Spielen bringt diese persönliche Herangehensweise noch nicht mit sich, erleichtert aber die Findung.
Irgendwann später, kann man aus dieser persönlichen Art, wie man das solide Spielen anwendet, wie man jede Menge weitere Dinge, und Ideen kennen gelernt hat, und Erfahrung dazu gesammelt hat, einen persönlichen Stil entwickeln.

Leitende Ideen, wonach man das Spiel gestalten will, können die typischen Angriffsmotive sein, es können taktische Möglichkeiten sein, die gerade mit einem Zug in der gegebenen Stellung eingeleitet (herbeigezwungen) werden können, oder Pläne, oder andere strategische Ideen. Eigentlich ist es eher ein Ganzes, wonach man motiviert und zuversichtlich wird die Partie zu gestalten, und jeden Schritt mutig und keineswegs verzagt vorzugehen.
Wenn man einen Plan fassen kann, dann ist das ein gutes Zeichen! Denn dann beginnt man die Ideen zu sehen.

Man merkt aber auch, dass es nicht allein die Ideen sind. Sondern die Umsetzung. Eine Idee (zB Bauernvormarsch) muss sich in das Ganze der Stellung einfügen, bzw. wir müssen als Spieler die Idee so umsetzen, dass andere Notwendigkeiten in der Stellung nicht vernachlässigt werden. Beizeiten muss man daher auch lernen, mehrere Pläne gleichzeitig zu verfolgen.
Bald kann man auch einige Pläne verfolgen, deren Möglichkeiten man sich lange offen hält.
Und auch kann man von einigen Plänen abweichen. Es geht in jeden Fall einerseits um Pläne und andererseits genau das, was die Stellung hergibt, und damit ergeben sich jede Menge taktische Züge, also einzigartige besondere Merkmale einer Stellung, die man alle beachten muss.

Es ist so, dass man nach einer Zeit des "Ausser-Form seins" (man verliert nur noch) nach Mitteln und Wegen sucht, um wieder besser Schach zu spielen. Dazu gehört zunächst, wieder Lust am Schachspielen zu gewinnen. Man sucht die Ideen, die man in einer Partie anwenden kann. Aber bevor man diesen Ideen nachkommt, muss man erst ein gewisses Gefühl für die minimalen Unverhältnismässigkeiten einer Stellung bekommen - um aus diesem Kraftakt eines "Balanceakts" weiteres zu schöpfen. Eines Balanceaktes, um immer wieder in der schwierigen Situation einer Stellung den Eindruck zu gewinnen, dem Geschehen nicht mehr widerstandslos ausgeliefert zu sein.

Dass man sich keine künstlichen Schwächen schafft, oder solche Stellungen, mit denen man nicht umzugehen weiss , gilt als selbstverständlich und muss vorrausgesetzt werden als Grundhaltung.

Und dass man Lust auf das Schachspielen bekommt, das gelingt am besten durch Lustbereitung. Aber wenn man zu oft hintereinander spielt und keine Lust gewinnen kann, sollte man eine kurze Pause machen und schauen, wann die Lust wieder kehrt - vielleicht auch eine neue Idee darüber, was man demnächst anders machen will. Jedes Machen ist tatsächlich auch nicht mehr als ein Versuch. Immer wieder werden wir neu versuchen, das Beste aus einer Stellung zu machen - mitunter mit jeweil ganz  unterschiedlichen Ideen.

Mit der soliden Spielweise schafft man sich den Boden, auf dem der Prozess sein Spiel verbessern zu wollen erst auch wachsen kann -  so dass man also beginnen kann, nach Ideen zu suchen, und Ideen zu erproben. Weil man überhaupt in der Lage ist, erreichte Vorteile behalten und ausbauen zu können.

Wenn man aber nicht solide spielen kann, kann man einfach auf typische Grundregeln achten, zB Eröffnungsgrundsätze oder Raumvorteil, die aufgestellten Figuren in ihrer Aufstellung verbessern, schwache Felder erkennen und starke (Vorposten und  Lächer durch Bauern schaffen oder drohen und auf die Konsequenzen hin weitere Überlegungen anstellen, typische Bauernstrukturen im Zentrum durchdenken; hat man einmal den Dreh raus und kennt verschiedene und typische Muster von Bauernhebeln, kann man mit einem Blick erkennen, welche Züge man nun im Zentrum nach und nach durchgehen muss, um zu sehen, was passiert. Anfänger scheuen diese Stellungen, weil sie schwer zu durchschauen sind, und sobald man besser wird, kann man mit komplexeren Stellungsmerkmalen umgehen; man geht als Anfänger einfach davon aus, was man an typischen Bauernstrukturen erfährt und setzt weiter daran an und bald wird man komplexere Muster verstehen und wiedererkennen, d.h. als letztestes, was man noch tun kann, ist das Auge zu schulen um die Wirkungen von Strukturen zu beobachten und man wird finden, es gibt Stellungsmerkmale , die will man haben und Dinge die will man nicht). Ein erstes Hindernis kann sein, falls noch nicht überwunden:  die Objektivität der Wahrnehmung, dass man sich bei den Zügen, die man aussucht, nichts vormacht und einen Fehler vor  sich selbs eingesteht, um daraus zu lernen. Es ist die beste Methode, besser zu werden, wenn man seine Fehler erkennt und in Großmeisterpartien kann man nun ähnliche Stellungsmerkmale suchen, geht die Partien durch und beobachtet, wie die Probleme gelöst wurden. Wohlwissend, dass Großmeister zuweilen komplexe taktische Kombinationen anwenden, aber wichtig sind da erst mal nur die Momente, die eine gewisse Methode zur Anwendung bringen und andere Strukturen  vermeidet. Wenn man Glück hat, kann man in einer Partie auch sehen, wie schlechte Strukturen dann ausgenutzt wurden. Man kann sich bestimmte typische Strukturen des Mittelspiels aussuchen, und in den GM-Partien zu der Stelle gehen, wann sich die Strukturen verändern und vrsuchen zu verstehen, warum dadurch die Partie verloren wurde. Weil bestimmte Figuren wirken konnten... und zwar nicht in vielen Zügen, sondern oft in wenigen, absehbaren, wenn man einmal die Stellungsmerkmale unterscheiden kann und viel bessere Arrangements trifft..

Schachlinks:

http://www.schwachspieler.de/