Antidisch

Besser Schach spielen 

Wenn man danach sucht, besser Schach zu spielen, kann folgende Grundhaltung sehr helfen:
Effiziente Wege gehen lernen.
Das heisst: In jeder Hinsicht effizient vorzugehen.

Dazu zählt auch die Mentalität, also die Herangehensweise, die man beim Schachspiel aufbringt. Die Gedankenführung und Konzentration. 
Fritz: "Beim Schachspielen kann man sich kein Schnarchen erlauben..."

Im Kern geht es darum zielgerichtet vorzugehen!
Ein Ziel zu erkennen, zu fokussieren. Etwas nicht aus den Augen zu verlieren. Es ist fast egal, was es ist, hauptsache man hat ein Ziel gehabt.
Es ist manchmal sehr hilfreich: bewusst, wenn der Versuch auch misslingen mag, nach Angriffen zu suchen oder ähnliche Ideen hartnäckig umzusetzen zu versuchen. Angriffe vorbereiten. Das muss irgendwie wenn auch in Spuren ins Blut übergehen.
Astrologisch gesehen, die Mars Kraft aktivieren. Man muss unbedingt gewinnen wollen.

Auf Dauer wird das nicht ausreichen, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.
Es braucht eine Strategie, auch eine aufs Spielgeschehen ausgerichtete eigentliche Gestaltungsart aller strategischen Pläne. Kein solcher Plan kann allein aus Regeln bestehen, die man auswendig lernen könnte. Jedes Spiel im Ganzen gesehen ist einzigartig, und es zählt nicht immer der  objektiv beste Zug, sondern auch die Spielanlage, die mit dem eigenen Stil und auch den eigenen Fähigkeiten korrespondiert, und weder unter- noch überfordert noch auf Fehlgleise von zB Eröffnungsweisen führt, die einem nicht liegen. Nicht jeder ist auch der geborene Angriffsspieler. Man soll nicht unbedingt einen Angriffsspieler aus sich machen, wenn man eher strategischer Natur empfindet.

Astrologisch gesehen hat ein typischer Angriffsspieler eine starke Marsgewichtung im Radix; 1. Haus; Feuerelementbetonung usw. und oft dabei auch Merkur/Mars Spannungen. Der eher zurückhaltende, aufs ganze Geschehen gerichtete Blick geht typischerweise aus von Mond- und Wassereinflüssen des Radix, ebenso Wasserbetonungen, 4. Haus Betonungen oder Mond im 1. Haus usw. (es gibt dazu viele Wege, um etwas als naheliegend erscheinen zu lassen, entsprechend zu denken, zu empfinden, und danach zu handeln) .

Es gibt den Angriffsspieler und den eher zurückhaltend agierenden, nicht unbedingt passiven Spieler. Der Angriffsspieler übt sich in taktischen Sachverhalten, vernachlässigt vielleicht - gewollt oder in Kauf genommen oder übersehen - die strategische Anlage seiner Stellung, zum Beispiel seine Bauernstellung. Strategie ist immer etwas, wo es einen in späteren Phasen der Partie hinverlangt. Ein langfristiges Ziel. Am ehesten durch positionelles Gespür beschreibbar.

Taktik ist immer etwas, was in wenigen Zügen den Gegner an die Wand fährt.
Dafür ist es hilfreich, das Denken in Angriffsplänen zu üben. Man sucht dann nach Angriffsmöglichkeiten, oder sucht nach Mitteln und Wegen solche Angriffe einzuleiten. Angriffsmöglichkeiten bestehen in allerhand. Das können schwache Bauern des Gegners sein, oder dass dessen Zentrum schwach ist, oder schwache Läufer. Das alles und mehr kann man dem Gegner auch beifügen helfen.
Man muss jedoch dazu sagen, dass jede übergroße Initiative, und grosse Kraftentfaltung (zB vorgerückte Bauern), das Risiko in sich birgen, erobert zu werden, oder zum Abtausch gezwungen zu werden, womit sich eine neue Position ergibt. Am Ende zählt eben auch, was bei raus kommt und ausschliessliche Taktik ist wie blind auf ein Dartbrett Pfeile werfen.

Du verlierst immer? Obwohl Du eigentlich  viel besser spielen könntest? Du bist überspielt, hast aber trotzdem Lust (oder Verlangen) zu spielen?
Wenn man spielt, und es hat den Eindruck man kommt nicht aus der Bedrängnis zu verlieren, dann spiele man einfach wie ein Idiot, also versuche die einfachsten Stellungen und Spielweisen...
Manchmal hilft es, die eigene Spielweise zu verändern. Nicht, dass man etwas lernen würde dadurch, sondern viel eher geht es um eine Art Unterbrechung der alten Spielweise. Oft hat man gewisse Selbstverständlichkeiten, die dann immer wieder sich ereignen ohne dass man es merkt. Spielt man dann hinsichtlich der Spielanlage beinahe absichtlich öde (man muss natürlich versuchen immer gut zu spielen), kommt man in diesem Moment auch zu einer anderen Spielweise und evtl. neuen Einsichten.

Ein guter Plan, vielleicht die einzige gute unter den allgemeinen Eröffnungsweisen, ist mit einem guten starken Zentrum anzufangen. Daran lässt sich viel anknüpfen, und dies zentrum zu erreichen und zu halten ist gar nicht so leicht. Ohne Zentrum verliert man schnell Angriffsmöglichkeiten, und der Gegner bekommt sie zuerst.

Jede Situation, die auf dem Brett entsteht, benötigt eine neue taktische Sichtung. Zumindest die augenscheinlichsten Vorkommnisse gilt es zu prüfen.
Taktik ist all das, was in wenigen Zügen ziemlich viel auf den Kopf stellen kann. Gerade die typischen Patzer bestehen im Grunde aus übersehenen taktischen Fallen, aber recht einfacher Natur (dass man sich fragen muss, ob man überhaupt etwas vom Spiel richtig mitbekommt - denn dann muss man erst die Schachaufmerksamkeit wecken, bevor man sie trainieren kann).

Blackouts oder Patzer bei offensichtlichen Drohungen, das ist eigentlich nichts anderes als eine taktische Möglichkeit zu übersehen. Grobe Schnitzer aber sind was sie sind: Persönliche Unzulänglichkeiten. Patzer. Oder wenn man besoffen Schach spielt in einem lauten Turniersaal und dem Stress kleiner Kinder ausgesetzt, mit zerplatzenen Luftballons, einem nach Aas riechenden Mund eines Gegenüber, obwohl man ihm gar nicht so nahe sotzt, und einem 120 Dezibel Ansagesprecher der noch dazu eine Stimme wie ein Brummbär hat, dass man so auf keinen Fall optimal den Einflüssen widerstehen kann, wenn man sich mit schlechter Ernährung und üblen Gewohnheiten (bezogen auf den Sport) in inakzeptabler Weise schon schlecht auf dieses Trara vorbereitet.

Taktische Möglichkeiten können verborgen in einer Situation liegen. Die deutlichsten taktischen Möglichkeiten sind die Fallen, die dazu einladen, übersehen zu werden.
Eine Fesselung, und eine weitere, und plötzlich ist der Springer futsch. Je nach Spielschärfe, aber auch Können der beiden Spieler, ergeben sich vermehrt solche Situationen, in denen verborgen taktische Möglichkeiten schlummern. Sie wurden noch nicht komplett entschärft, weil es im Schach immer tendenziell weniger Power (Mars-Durchsetzungskraft) ergibt, wenn man die Stellung vereinfacht und die Spannung aus dem Spiel nimmt.
Es kann aber sinnvoll sein, sich nicht zu überfordern. Gerade wenn man einen deutlichen Vorteil bereits sicher hat (sei er positioneller Natur oder noch mehr materieller Art), und wenn man gleichzeitig vor der Wahl steht, eine Situation der Zukunft zu erhalten, die man nicht so gut übersehen kann (die Bedenkzeit ist immer ein Parameter dafür), dann wählt man doch den sicheren, einfacheren Weg (zB Stellung abtauschen um sie zu vereinfachen),  um den Vorteil zu behalten.

Nichts kann angemessen beurteilt werden, wenn man es nicht auch aus der übergeordneten Sicht der eigentlichen Bedeutung der jeweiligen Stellung bemisst.
Was hat man schon von einem starken Bauern, der aber kein Freibauer ist, wenn man dafür einen Springer hergeben muss? Oder was nützt ein Figurenvorteil, wenn man dafür in eine so schlechte Stellung kommt, dass man auf lange Sicht hin verliert oder nur durch Glück gewinnt, weil der Gegner einen Fehler macht?

Natürlich, hin und wieder kann eine dynamische, eine verwickelte, eine verzwickte Stellung mit schwer zu erkennenden taktischen Möglichkeiten den Gegner vor Probleme stellen. Und manchmal kann es vielleicht sinnvoll sein, auch mal das "scharf  spielen" zu kultivieren, das heisst über mehrere Partien hinweg immer nach Angriffen suchen. Es bewahrheitet sich, dass ein Tempo, den der Gegner zur Eroberung eines Bauern braucht, ein echter Vorteil ist. Damit hängt zusammen   ,  dass die gegnerische Figur, die im Nebenland irgendwo eine Figur  erobert hat, dann auch erst mal im Nebenland festsitzt und an anderen Stellen dann fehlt.

Auch das SCHNELL SPIELEN zu kultivieren kann sinnvoll sein. Es ist ja im Internet vor allem immer alles mit Uhr. Wenn man Spiele mit 15 Minuten Bedenkzeit pro Spieler spielt, dann bedeutet das eine sehr enge Zeitsetzung, obgleich deutlich mehr als eine 5 Minuten Partie. 15 Minuten erweisen sich als krumm. Man muss gegen Ende den eigenen Rythmus verändern, sonst verliert man auf Zeit oder kämpft gegen die Uhr. Also lohnt es sich, das schnell Spiel-Können zu kultivieren. Dafür spielt man BLITZ mit 3 Minuten Bedenkzeit. Vorraussetzung ist, dass man in irgendeiner Weise einen Draht zu schneller Auffassung der Stellung bekommt. Meiner Ansicht nach sollte es sich dabei aber um etwas handeln, was grundsätzlich jeder erlernen kann. Man muss nur wissen, auch mal Fehler hinzunehmen. Die macht man beim Blitzen natürlich öfter als in langen Partien. Aber der Gegner macht solche Fehler auch. Im Blitzen sollte man einfache Stellungen, einfache Angriffsvorhaben, typische Manöver probieren. Dann sieht man auch, wieviele Ideen man kennt und anwenden möchte. Es ist egal, ob diese Ideen immer zu befriedigenden Ergebnissen führen. Hauptsache, man hat auch beim Blitzen ein Konzept - denn  oft scheitert Blitzen an den mangelnden Konzepten, Ideen, Grund-Strategien. Da liegt dann nichts vor, und man spielt im wahrsten Sinne des Wortes den reinen Irrwitz. Darüber ärgert man sich (zurecht), doch man darf auch mal neue Ideen ausprobieren...

Leistungsgedanken sind wunderbar. Aber ein zu hoher Anspruch ist der Anfang vom Ende des Schachspielens. Dieses Ende fängt immer damit an, dass man keine Lust mehr auf das Schachspielen hat... - meiner Meinung nach kann man nur Lust am Schachspielen erlangen oder aufrecht erhalten, wenn man auch kleine Ergebnisse zu würdigen weiss. In diesen kleinen Erfolgserlebnissen gibt sich schon die Seele des Schachspiels bekannt.  Freilich. Das bedeutet schon noch, dass die meisten, die Lust aufs Schachspielen haben, Freude daran haben, wie sie mehr oder weniger ein Niveau halten können...

Im eigentlichen geht es darum, das Spielgeschehen beobachten zu lernen und Wege und Möglichkeiten zu erkennen, wie man Strategien, Pläne und bessere Positionen erreichen kann. Auch durch Manöver usw..

In erster Linie geht es dabei darum, die neutrale rein logische Schachaufmerksamkeit zu wecken und anzustreben: dass man einfach gesagt: genau hinschaut, um zu erkennen, was auf dem Brett eigentlich passiert. 

WAS PASSIERT DA EIGENTLICH? - das ist die Fragestellung, die mir als Formulierung vorschwebt, wenn ich etwas darüber sagen will, wie man besser Schach spielen lernt.

Allein den Gegner muss man mit eisernen Willen "fertig machen wollen". Bzw. seine Stellung, sein Potential untergraben.
Und sich immer wieder darin erproben ihm irgendwann einen Nachteil aufgezwungen zu haben.
Oder wo man ihn nieder gerungen hat zu einem Schach Matt.

Warum? Warum vernichten, überwinden? Weil das einzige der lohnenswerten Ziele im Schachspiel das Siegen ist. Es ist das, was am Ende die Partie bedeuten soll. Wenn es nicht gelingt, ist es Unentschieden. Auch damit hätte das Schachspiel sein Gesetz erfüllt. Doch irgendwie scheint es nicht das wahre Ziel. Remis? Es sagt uns nichts. Nur ein Sieg macht den Unterschied. Und der Unterschied ist von Anfang an eröffnet, mit dem ersten Zug von Weiß, der die Partie beginnen lässt.

Viele starke Spieler betonen immer wieder, dass es darauf ankommt, im Schachspiel  unbedingt gewinnen zu wollen. Das sei es, was für sie eigentlich entscheidend ist, so gut Schach spielen zu können. Man muss das "Siegen-Wollen" als Mentalität des Spieles verinnerlichen.

Es ist also sogar äusserst sinnvoll, für die mehr positionellen Spieler, konsequent auch mal Angriffsmöglichkeiten zu suchen oder den Gegner zu Fehlern verführen. Manchmal ist es sogar bloße Psychologie, wenn man mit jedem Zug den Gegner angreifen will, man bleibt so in Aufmerksamkeit dieser Angriffe. Etwa, wenn man einen Königsangriff formiert. Es ist Psychologie für einen selbst, aber auch für den Gegner, wenn er sieht, dass wir es ernst meinen.
Doch das Wesen des Spiels, besteht im Positionellen. Wer das Positionelle begreift, zum Beispiel den Unterschied zwischen starken Zentrumsbauern von einem selbst und den starken Zentrumsbauer von dem Gegner, wenn wir keine solche Bauern im Zentrum haben. Es geht also immer wieder darum, eine Beurteilung treffen zu können, von jeder Situation. Sei sie nun richtig oder nicht, darum geht es nicht. Es geht darum, den Blick dafür zu schulen. 

Es ist alles nur (?) ein Spiel. Es ist ja oft schmerzhaft zu verlieren -  das muss man sich vor allem als Anfänger klar machen: Dass man nicht mehr so leicht verlieren will

Man wird am besten auf das Wirken der Figuren auf dem Schachbrett achten. Wie die Figuren eine Kraft entfalten und damit der eigenen Partei erhebliche Möglichkeiten (Chancen) erschliessen. Das ist der konsequente Weg, von Anfang an auf solche Züge schauen lernen, die die größmögliche Kraft entfalten.

Dabei muss man natürlich beachten, wie gut man selbst im Schachspielen ist, um sich in der aufzubringenden Schachaufmerksamkeit weder zu unterfordern, noch zu überfordern. Der Blick muss immer versuchen, das Bestmöglichste aus der ganzen Situation zu holen.

Weiss, die Unschuldigste aller Farben hat den ersten Zug gemacht, und damit das Spiel eröffnet. Es ist herausgefordert worden zum Kampf. Mit Weiss beginnt jede Partie und so existiert jede Partie: Mit dem Beginn einer Erklärung, einer Kampfansage.
Es ist ein Kampf - alles andere wäre eine Lüge.

Die einzig sinnvolle Aggression im Schachspiel ist etwas ganz Sachliches. Es ist eine zweckdienliche Absicht, und keine verbale Gewalt, oder gar der Fusstritt oder  Stockschlag gegen ein Gegnüber.

Die zweckdienliche Absicht besteht aber darin, das Spiel in seinem Zweck zu verfolgen und dahingehend richtige Züge zu machen. Und das führt unweigerlich dazu, einen Gegner, anders gesagt: eine gegenüberstehende fremde nicht unter eigener Herrschaft stehende Kraft, besiegen zu müssen -   zumindest so gut wie es geht das immanente Ziel umzusetzen versuchen, das darin besteht, die grössmöglichste Kraft mit dem zu entfachen, was man zur Verfügung hat.

Der Kampf gilt allein mit den Mitteln und innerhalb der Regeln, die das Spiel aufstellt.

Der Kampf findet allein auf Ebene des Geistes statt. Eine kampfbereite Einstellung. Als auch die Wahrnehmung des Spiels, dessen Ordnungen in unserem Geist sich widerspiegeln, so gut wir dazu eben imstande sind, die vielfältigen Ordnungsgefüge und logischen Inhalte und Ordnungen, ja alle Geschehnisse und Kampfschauplätze zu erblicken.

In einer Stellung die richtigen Züge finden zu wollen, und die schlechten Stellungen der eigenen Figuren vermeiden zu suchen. Das ist es am Ende, worauf es praktisch hinaus läuft. Darunter kann auch fallen, dem Gegner eine schlechte Position aufzuwzingen und ihn zu Fehlern zu zwingen - denn irgendwann kann es einen Punkt geben, bei dem entscheidet sich, wer den ersten grösseren Fehler oder in der Summe entscheidenden kleineren Fehler begeht.

Das Schachspiel wird oft mit dem Leben verglichen: Es gibt viele Ähnlichkeiten.
Zum Beispiel ist es unmöglich, sowohl im Leben als auch im Schachspiel, keine Fehler zu begehen.

Aber man kann kleinere und grössere Fehler begehen... - und man begreift schnell, worauf es neben der Fehlerquote ankommt: Auf ein Ziel, einen Plan. Oder einige andere essentielle Dinge.

Man kann kaum eine Anleitung schreiben, wie man während einer Partie Schach effizient und folgerichtig die Gedanken und vor allem die Aufmerksamkeit als Werkzeug zu nutzen weiss.
Aber es gibt immer wieder dieselbe Notwendigkeit, das Maß der Aufmerksamkeit auf die Stellung im Schach hinsichtlich der eigenen Kapzitäten so gut wie möglich auszuschöpfen. 

Ein Ziel unter anderem besteht wesentlich daraus, dass man möglichst fehlerfreies Spielen lernen muss, und die billigsten Fehler nicht mehr begeht. Und dass man dabei den Spagat schafft, zugleich bei Spiellaune zu bleiben.
Ein Spiel ist bis zu einem gewissen, aber notwendigen Grad auch immer ein Vergnügen, dem man der Sache agewinnt. Das ist der Sportsgeist, dem man das zuschreiben muss. Das Vergnügen steigt, umso mehr man jeweils lernt, etwas dem Schachspielen abzugewinnen. Das ist eben vor allem die dem Schachspiel inne wohnende Logik, diese Ordnung, die mit den Kräften der Figuren zusammenhängt und mit dem ganzen Spielgeschehen...

Zum Beispiel gibt es im Schachspiel die wunderbare Ähnlichkeit mit dem Leben, dass es ein Grundkonzept gibt, das meist in jeder Stellung verborgen liegt.
Man braucht es nur erkennen.

Und man findet sogleich oder später Wege und Chancen, die der Gegner natürlich zu vermeiden versucht, sofern er die Tragweite einzelner Vorhaben wirklich genauso gut erkennt, wie wir selbst.
Wie dieses Grundkonzept aussieht, ist in jeder Stellung anders, und es ist ein Merkmal, mit dem immer auch Kampfschauplätze verbunden sind.
Jede Figur kann irgendwo drohen (einen Vorteil zu erreichen) und genau da liegt schon ein Kampfschauplatz. Ein Platz, an dem eine Figur stark wirkt. Oder Plätze, wie die bei offenen Linien, die ein Turm beherrscht, auf die also eine grosse Wirkung ausgeübt wird. Damit verbunden, mit starken Feldern, ist  es ja, dass immer mehr feindliche Figuren diese Plätze beherrschen und irgendwann die eigene Stellung zusammennricht. Statt dass man dies selbst erleidet, muss man danach trachten, es dem Gegner beizubringen.

Beachtet man die Aufstellung der Figuren,der Läufer, der Springer, der ganzen Bauern, und nicht nur das Zentrum (ob es blockiert oder offen ist).. - so ergeben sich auch Fragen hinsichtlich der eigentlichen Eröffnungsweise. Was liegt einem dabei eher und was nicht. Was kennt man und was entspricht dem eigenen Stil. Was ist sinnvoll und was umständlich? Usw.

Insgesamt ist es fast unerlässlich, dass man auch sein eigenes Spiel beobachten lernt, und ehrlich gegenüber sich selbst ist, was nicht demütigend ist, um nämlich die Wahrheit herauszufinden, woran es liegt, dass dies oder das während des Verlaufs einer Schachpartie geschieht. Und warum man dadurch zum Beispiel einen grossen Nachteil erhalten hat. Dafür muss man freilich auch darauf achten lernen, ein Spielgeschehen beurteilen zu können.
Am Anfang ist die Ursachenforschung oft unzureichend, da man noch nicht genug von der Sache versteht. Aber man kann eh nicht alles verstehen, und muss von Anfang an die Kunst lernen, eine Ambivalenz zu ertragen. Das ist ein Zustand, in dem zwei Möglichkeiten gegeben sind und (noch) nichts festgelegt ist. Man steht also vor einer Stellung und weiss nicht, ob das Urteil wirklich richtig ist, das man hat. Das ist der Weg des Kampfes, dass man trotzdem versucht, diese Schlacht so effizient wie möglich und nötig zu schlagen weiss.

Je nach dem, wie man seine Figuren aufstellt und in eine Gesamtanlage und ein gesamtes Gefüge bringt und so allgemein Kräfte als Wirkung entfalten, ergibt sich auch ein geheimnisvoller Hintergrund. Geringe Fehler können dann durch die konstruktive Gesamtanlage der aufgestellten Figuren leichter aufgefangen werden. Auch weil die Figuren so gut stehen, dass sie jederzeit neue Kampfschauplätze und damit Konterattacken bilden oder vorbereiten können.

Die Stellung erfordert immer wieder neue Aufmerksamkeit. 
In jeder Situation, die einem neuen Zug folgt, kann sich die Lage geändert haben. Ob man jederzeit alles erkennen kann, ist nicht wichtig, weil das unmöglilch ist. Aber man muss versuchen, das Nötigste zu erkennen.

Man hat Sportsgeist oder nicht.

Sportsgeist muss nicht so beschaffen sein, dass man der beste Schachspieler der Welt werden will, wenn man nicht die Talente dazu hat. Also ein entsprechender Ehrgeiz ist die eine Sache, ein unmögliches Unterfangen und ein übertriebener Ehrgeiz dabei ist eine andere Sache. Man muss also seine eigene Spielstärke in ein Verhältnis setzen zu weiteren Vorhaben und Umständen bzw. eigenen Talenten. 

Zum Sportsgeist gehört noch viel eher die Laune, sich dem Unterfangen eine Partie Schach auszusetzen. Wenn man dem Schachspielen etwas abgewinnen kann, ist das ein gutes Zeichen, dass man auch an anderen Tagen bei Laune sein kann.
Vielleicht spielt man irgendwann mal bei einem Schnellschachturnier (Dauer ein Nachmittag) mit. Solche Ausschreibungen gibt es landesweit ini vielen Städten und in Jahresfrist genug an der Zahl.

Eine Niederlage sollte nicht als Demütigugn erfahren werden, sondern als Konsequenz des Spiels hingenommen werden (und eventuell einer höheren Spielstärke des Gegners oder einer weiteren Erfahrung zugeschrieben werden). Es ist immer nützlich, genau hinzuschauen, um sich bei der Niederlage beantworten zu können, dass ein wichtiger Grund darin oder darin lag.

Es gibt immer wieder Situationen, wo wir begreifen, dass wir einen Fehler gemacht haben.
Eine der wichtigsten Regeln während der Partie: NIEMALS DIE NERVEN VERLIEREN!

Auch wenn man im Nachteil ist, oder einen schlechten Zug gemacht hat: Weiter konzentrieren, einfach weiter machen. Der Gegner bleibt gefordert. Und man kann selbst noch Druck entfachen.

Wenn es aber abzusehen ist, dass man verliert, ist es besser aufzugeben, und eine neue Partie zu beginnen - es sei denn man möchte noch etwas lernen oder ausgespielt sehen.

Die Partie erfordert in jedem Augenblick eine neue Sichtung. Das ist das Dogma, dem man sich immer unterwerfen muss.

In jedem Augenblick kann sich die Stellung verändern, und man muss lernen, wie die Figuren innerhalb typischer Stellungen wirken. Das gilt auch für die Figuren in Wechselwirkung untereinander, auch mit denen des Gegners.
Ein Läufer in der frühen Phase der Eröffnung kann abgetauscht werden und sich aber in Gefahr eines Tausches mit ebenbürtigen Figuren begehen. Also sehr früh von der Grundlinie auf das offene Feld ziehen. Wenn die Dame das zu früh tut und es gibt noch viele Figuren auf dem Brett, kann sie eventuell leicht abgedrängt werden und wir verlieren mindestens ein paar Züge (Tempi), um sie in Sicherheit  zu bringen, wenn sie angegriffen wird.

DUMME FEHLER VERMEIDEN LERNEN, das sind immer die typischen Fehler: Immer wieder dasselbe anwenden, was bisher nicht zum Erfolg führte.
In Fehler tappen, die der Gegner manchmal auch gewollt aufstellt, weil er damit kalkuliert, oder sogar  weiss, dass wir darauf hereinfallen.

Man muss in den Fluß kommen. Ein Gefühl für die Sache bekommen. Daher lohnt es sich sehr, auch mal solide, oder abwartend, oder noch besser strategisch zu spielen: Dass man sich Möglichkeiten offen hält.
Denn das ist die eigentliche Vorraussetzung, dass man im Fluß bleibt.

Mental gesehen, muss man eine neutrale, ungetrübte Schachaufmerksamkeit aufbringen und inhaltlich ist das nichts anderes als so weit blicken zu können, wie man sich dazu imstande sieht. Es bedeutet dies nicht, dass man weit im Voraus rechnen muss, das wird sogar dem Großmeister nur bis zu einer bestimmten Anzahl von Zügen gelingen. Vielmehr handelt es sich bei dieser SCHACHAUFMERKSAMKEIT um ein andauernden Urteilen und Abschätzen. Die Abschätzung beinhaltet die Stellungen, die zukünftig entstehen, mehr oder weniger ist das mit einem Urteil pber typische STELLUNGSMERKMAKLE verbunden.

Aber all oder noch anderes anzuwenden, das nützt gar nichts, wenn man keine Aufmerksamkeit für DAS EIGENTLICHE UND AUGENBLICKLICHE GESCHEHEN aufbringen kann. "Was passiert da?" Was für ein Urteil lässt sich mit dem, was die Figuren an Wirkung   anrichten verbinden?

Manchmal werden Linien geöffnet, die eine Stellung komplett verändern. Schon mit diesen Linien ergibt sich ein KAMPFSCHAUPLATZ. Auch eine Drohung auf eine schwache Figur ist ein KAMPFSCHAUPLATZ. Alles, worum sich die Figuren drehen und wo ein Vorteil erkämpft werden will, ist ein solcher KAMPFSCHAUPLATZ.

Großmeisterpartien finde ich am interessantesten zu verfolgen, wenn man diese Kampfschauplätze und die damit verbundenen Vorteile im Auge behält, und wie die beiden Parteien im Endeffekt meist einen sehr minimalen Vorteil auszuspielen versuchen. Auf diesem Niveau wird vieles in Nuancen entschieden und oft begreifen wir nicht immer, was einen Großmeister veranlässt, eine bestimmte Stellung oder Situation der anderen vorzuziehen.

Aufmerksamkeit ist ein Schlüßel. Damit verbunden ist
der Umstand, dass man andauernd das Urteilsvermögen schult.

Den Wert der Figuren beachten heisst, ihre starken und schwachen Felder zu begreifen.

Schwache und starke Felder allgemein können sich schon je nach Eröffnung ergeben. Mit verschiedenen Stellungen ergeben sich verschiedene mögliche Drohungen, und wenn zum Beispiel bloß ein erzwungener Abtausch ist.

Wenn ich aktiv werden will, oder angreifen will, wohin führen mich die ein oder zwei Schritte, die ich dann gehe? Wie sieht dann die Stellung aus? Kann ich damit leben? Will ich es wagen?

EINFACH HINGUCKEN, WAS DA PASSIERT. Was passiert da eigentlich: innerhalb eines Zuges, innerhalb einer Situation, und innerhalb der ganzen Partie.

Sich verbessern wollen, heisst vor allem: DAS EIGENE SPIEL BEOBACHTEN!
Es lohnt  sich nach typischen Mängeln Ausschau zu
halten, die man bei der eigenen Spielweise immer wieder antrifft.

Das kann zum Beispiel die Eröffnung betreffen, oder dass man immer wieder einen Isolani erhält, dieser aber nciht stark ist. Usw.
Man muss  versuchen einen roten (strategisch-gedanklichen)
Faden immer wieder zu finden, aber auch lernen ihn anzupassen an die jeweils neue Situation.
Dieser rote Faden beinhaltet in erster Linie die einfache Schau auf Stellungsmerkmale und die Übersicht auf die konkrete Stellung, mit ihren taktischen aber auch strategischen Möglichkeiten.


Taktik ist alles, was momentan (oder in einer zukünftigen Stellungen an einer ganz bestimmten Stelle) geht.
Strategie ist alles, was längerfristige Pläne verfolgt - so zählt auch jede positionelle Bewertung zur eigentlichen Strategie.

Man kann das Spiel als Zeuge des Geschehens wahrnehmen und
versuchen, stets das Beste aus der Situation zu machen.

Gut ist es bei einem Server wie  fics online Schach zu spielen. Praxis muss nicht bedeuten, täglich zu spielen, aber regelmässig und wenn es nur ein Mal im Monat ein paar Tage sind.

Bei FICS bekommt man auch eine sogenannte Rating (Wertungszahl). Die Ameldung und alles was man braucht um dort zu spielen ist kostenlos.

Es gibt keine einzige Richtlinie oder Regel des Erfolgs, die Ausschließlichkeit verlangt.

Jede einzelne Richtlinie, die man über das Gewinnen im Schach entdeckt, ist genau dann gültig und anwendbar, wenn ihre Zeit gekommen ist. Deshalb ist keine Regel oder Richtlinie der Alleinherrscher, um zu beurteilen, ob in einer Stellung eine bestimmte Regel anwendbar ist.
Alles muss eigentlich immer verglichen werden mit anderen Richtlinien und Regeln und vor allem mit der konkreten Position der Stellung.

Wie spiel man denn nun besser Schach? Tja, es bleibt nichts anderes, als selbst zu begreifen, worauf es ankommt. Das kann nämlich im Grunde bei jeden verschieden sein. Aber es gibt Dinge, die ändern sich nie.

Die grundlegende Aufmerksamkeit, die beim Schachspielen wichtig wird:
Man sollte einfach in jedem Augenblick in der Lage sein, auf wichtige Stellungsmerkmale achten zu können , und die offensichtlichsten Möglichkeiten einer Stellung auf Anhieb erkennen zu können. 

Diese Möglichkeiten einer Stellung entspringen den Stellungsmerkmalen. Stellungsmerkmale sind Bauernformationen, Figurengruppierungen und beherrschte Felder, schwache Bauern, das Figurenspiel der verschiedenen Spielsteine. Die optimalsten Stellungsmerkmale für ein Läuferpaar, Bauernketten, usw. - da gibt es Millionen Stellungsmerkmale und tausende, die typischerweise immer wieder kehren. 
Aber darum zu wissen, dass es prinzipiell immer bloß diese Stellungsmerkmale sind, auf die man achten muss, das ist schon mal gold wert.

Und wie das genau aussieht, zeigt sich in jeder einzelnen Partie.

Sogar in jeder einzelnen Partie jeweils anders, als wie in der vorigen. Aber was das angeht, dass die Stellungsmerkmale irgendetwas bedeuten werden, ist das nur die Oberfläche. In Wahrheit geht es natürlich um den Plan, den man mitsamt den Stellungsmerkmalen verbindet. Hier muss man einen roten Faden finden. Es ist schlecht, dazu eine Anleitung zu formulieren. Diese ganze Web-Seite ist ein Versuch, so eine Anleitung zu schreiben - und am Ende kann ich nicht sagen, dass es mir wirklich gelungen wäre. Aber darum zu wissen, ist auch noch mal gold wert, dass es nämlich um den Plan geht.

Es ist überhaupt hilfreich, als Lernender jede Partie anders anzugehen, ohne aber dabei willkürlich zu werden. Man kann dann jede Partie mit einem anderen Vorhaben, einem anderen (glücksverheissenden) Experiment beginnen lassen. Einem anderen grundlegenden Plan. Irgendwas von dem, mit dem man die Partie überstehen will, möglichst lustvoll. Aber Experimente solcher Art, die in den Untergang führen, sollte man tunlichst lassen und überlegen, an welchem Punkt des Experimentes es wirklich liegt, dass man dabei verliert.

Also es ist auch immer dann schlecht, wenn man nur noch spielt und spielt, ideenlos, kraftlos, lustlos, und noch nicht mal einen schlechten Plan, sondern gar keinen Plan hat. Einen Plan davon, wie man die Partie planen und gestalten könnte - einen solchen einfachen Plan muss man suchen. Pläne können sogar Kinder aufbringen, aber es kommt natürlich darauf an, dass der Plan jedes Mal auf der grundlegendsten aller Richtlinien basiert: Nämlich die Partie zu gewinnen. Und dass man dabei den richtigen Weg geht ist entscheidend. Im Endeffekt führt der Weg über die Stellungsmerkmale. Aber was sind diese, wenn sie  uns nicht auch anmuten zu Plänen zu kommen?

Nachdem man die Konzentrationsmöglichkeit gefunden hat, und merkt, wie es nicht allein an der Konzentration liegt, dass man verliert: kommt man endlich zu den eigentlichen Ideen, die man innerhalb eines jeden Plans umzusetzen versucht. Ideen, die beim Schachspiel im Grunde immer aus Motiven bestehen. Motive, die man innerhalb von Kampfschauplätzen einsetzen kann: Königsangriff, Angriff auf dem Damenflügel, Bauernvormarsch auf dem Damenflügel oder Königsflügel, Zentrum besetzen, Zentrum des Gegners zerstören, schwache Bauern beim Gegner schaffen (rückständige, isolierte, Doppel- oder  Trippelbauern usw.), Läuferpaar behalten (weil das stärker ist als Srpinger und Läufer) und solche Motive, oder einfach der Unterschied in der typischen Position, der durch die leicht andere Stellung eines einzigen Bauern verursacht wird. Alles an Mustern und darin liegenden Möglichkeiten hat seine Typiken, und man muss nur lernen, die feinen Unterschiede zu beachten. 

Und im weiteren Sinne gehört zu den nützlichen Motiven auch der Raumvorteil und sonstige positionelle Vorteile. Manche Motive oder Muster sind klassisch und sie kommen immer wieder in anderer Form auf, aber bei leibe nur die Heftigsten stehen in Büchern. Den Rest muss man selbst finden. Und es sind meist sehr einfache Dinge, typische Strukturen der Stellung, die das ganze Figurenspiel ermöglichen.

Alles Motive, die man einsetzen kann, und die die Findung eines Plans sogar antreiben können. Und mit dem Plan, also dass man weiss, in welche Richtung man gehen kann, kommen dann auch die Lernerfahrungen, die man wertvoll einsortieren kann. Denn wenn man versteht, dass es um den Plan geht, dann versteht man auch erst die Fehler, die man die ganze Zeit gemacht hat. Sonst denkt man womöglich die ganze Zeit nicht an den Plan, sondern man sucht die Fehler an der falschen Stellem, weil es schwerwiegendere gibt.
Es geht also um den Plan, den man in einer Partie einsetzen möchte, und einsetzen muss, und darum muss man wissen, dass das Planen oder alles, was mit dem Plan zu tun hat, einfach eine Vorgehensweise bezeichnet, um gute Züge auszuführen. Man kann den substantiellen Gehalt des Planes, also das, was man konkret und "jetzt tun muss", nicht durch eine Beschreibung gerecht werden, nicht einfach nur deshalb weil sie bei jedem anders aussieht, sondern weil jeder selbst sowieso darauf kommen muss. Da lohnt nicht die Irreführung des Lesers, dass er glauben mag, hier gibt es jetzt den Plan zu finden. Den muss man sich selbst basteln. Aber dafür gibt es auch die Richtlinien, die man überall und immer wieder mal hört und wenn man erst Tarrasch, Capablanca, Euwe, Lasker oder Suetin gelesen haben muss.

So viel Übersicht, Erfahrung, Cleverness hat man jedoch nicht, dass es verpönt wäre, nach geradezu einfachen Plänen zu suchen, um überhaupt mal eine Partie so zu überstehen, dass es einem einen Genuß verschaffte. Ja warum nicht, einfach zu spielen ist keine Schande.
Denn ob man verliert oder gewinnt, entscheidender ist es doch, wie man das tut. Mit dem Plan, lang- und kurzfristig gesehen besser spielen zu lernen, gelingt es eher. Das Einfache zu verfolgen ist kein Selbstzweck, sondern es verschafft doch gerade die Lust auf das Komplizierte. Immer mal wieder anders spielen, ist ein gutes Rezept. Eine Variante durchpauken, oder irgendeine Lektüre, mag hin und wieder reizvoll sein, aber man lernt doch  innerhalb einer selbst gespielten Partie unvergleichbar mehr, sofern man die richtige Herangehensweise, Aufmerksamkeit verfolgt.

Und so merkt man eben, dass es einfach an der persönlichen Herangehensweise liegt, wie man dazu kommen kann, eine gute Partie Schach zu spielen. Das sind jedoch immer subjektive Kriterien. 

Nach dieser Ernüchterung, trotz aller Motive, Ideen, Wissen um Kampfschauplätze, immer noch nicht weiter zu wissen, breitet sich eine Erkenntnis aus und nährt die leise Hoffnung: dass man vielleicht einfach mal gucken muss, wie es im Kopf aussehen muss. Und da genügt es nicht, Logik und Mathematik zu kennen, sondern es geht darum, herauszufinden, wie man persönlich dieses Spiel für sich annimmt. Wie man sich dem gegenübersieht, was man nämlich kultivieren kann. So wie man sich beobachtet, was man da tut. In welcher Weise, was man sieht, ob man das mal anders machen könnte, und was dann passiert, was man sieht. So gewinnt man mit jeder Partie immer noch Gefallen, weil man immer näher an die Geheimnisse des Schachspiels kommt. Nämlich Schachspielen ist bedeutenderweise auch immer eine mentale Übung.

Bei mir ist das so, dass ich mir die Lust am Schach erhalte, indem ich solche Dinge tue, wie ich sie hier beschreibe. Am ehesten ist es für mich immer wieder der Kampf um eine Disziplin, aber sie hat nichts anstrengendes, sondern setzt nur Willen voraus, weswegen das Schachspiel eine Art mentales Training ist, wie beim Zen. Der Erfolg der Übung, die gewonnene Übersicht, selbst wenn ich verlieren sollte, verschafft mir noch genügend Genugtuung.

Das kann man sich persönlich ausschmücken, wie man will, aber es läuft sicher bei jedem Spieler darauf hinaus, Wege zu finden, um gute Züge in einem Zusammenhang zu machen, die am Ende auch etwas gebracht haben.


Anfänge, oder um in Form zu kommen und
hilfreiche Stichworte wie folgt (es handelt sich um Pläne oder Vorgehensweisen, die sogar zeitweise schon die ganze Strategie und Herangehensweise bereit stellen können):


- einfache Stellungen überblicken lernen!
Damit man überhaupt einen Blick bekommt für das Figurenspiel und die damt verbundenen Kausalitäten einer Stellung. Das Figurenspiel dreht sich darum, die eigenen Figuren so kraftvoll wie möglich einzusetzen, sie zu positionieren, Druck aufzubauen um den Gegner mit diesen Kräften zu vernichten.
Wobei sich die Eröffnung als Stadium bemerkbar macht, in der typische Situationen durch die Ausgangsstellung hervor gebracht werden (wild Fischer Random Schach berücksichtigt diese Besonderheit und schafft neue Anfangsbedingungen). Aber man hat in der Eröffnung die günstige Chance, das auf Anhieb zu tun, was man sich da ja gezwungen sind zu tun: Figuren günstig aufstellen, wenn man muss - und man muss, weil man am Zug ist. Aber am Zug zu sein, ist immer die Chance, dass man die eigene Kraft so optimal ausrichtet wie möglich. Und genauso wichtig kann die Initiative sein. Das ist immer ein Zustand, in dem man den Gegner zwingen kann zu reagieren. Da hat man mehr oder weniger die Zügel in der Hand, die Initiative.
Da man nun die Figuren versucht nach den Maßstäben seiner Spielstärke einzusetzen, begreift man nicht nur die einfachsten Dinge, sondern kann schliesslich auch flexibler spielen. Weil man zwischen Dynamik, Position, Strategie, Taktik variieren kann, je nach Umstand, Vorliebe und Laune. Und je nach Lust.
- Wenn man einen Angriff sieht, angreifen! Es gibt nichts zu zögern, wenn der Angriff sicher und nachhaltig ist (zB einen Positionsvorteil verschafft, und wenn es nur eine Drohung oder ein schwacher Bauer des Gegners ist).
- Es kann manchmal entscheidend sein, dass man klug, abwartend, solide und nicht wagemutig spielt. Oder einfach so spielen, dass man auf den Fehler oder die Fehler des Gegners wartet, wofür man aber solide stehen muss. Auch nicht zu früh aufgeben oder remis anbieten, weil der Gegner noch einen Fehler machen kann.
Man darf dem Gegner keinem Platz lassen, und erst recht nicht zukommen lassen. Der Gegner darf sich möglichst nicht entfalten, im Gegenteil, das muss man für sich anstreben, ihm darin zuvorzukommen!
- Jeder Abtausch kann von Vor- oder Nachteil sein. Es spricht nichts dagegen, einem bereits bestehenden materiellen Vorteil auszubauen, indem man für ein konkretes Kräfteverhältnis sorgt, vor allem, wenn einem grad nichts besseres einfällt oder auffällt.
- Vereinfachen, wenn man einen handfesten Vorteil hat
- nach Wegen suchen, so vereinfachen zu können, dass ein Vorteil weiter auskristallisiert wird
- weiterhin: Positionsvorteile ausbauen; mögliche Manöver von Figuren ausnutzen, bevor diese Manöver nicht mehr möglich sind. Natürlich müssen diese Manöver sinnvoll sein.
- Bauernstruktur intakt halten oder nur schädigen, für den Lohn von nachhaltigen anderen Positionsvorteilen, und/oder recht guter Initiative
usw..

Mit solchen Stichworten kann man bald beginnen, den Unterschied zwischen Stellungsmerkmalen mehr und mehr wahrzunehmen. Also ruhig mal ganz einfach alles abtauschen, wenn einem für einen Plan nichts besseres einfällt. Und dann aber dabei sehen lernen. Partie für Partie. Aber auf Dauer macht es keinen Spaß, die Fülle an Möglichkeiten ausser Acht zu lassen, und immer wieder zu simpel zu spielen. Deshalb sollte man auch hin und wieder sich an stärkere Spieler, mindestens aber an etwa gleichstarke Gegner wenden und mit ihnen spielen, damit man sich von ihnen zeigen lässt, ob das eigene Spiel nicht zu simpel und durchschaubar ist. Dann sieht man, ob man auch gegen diese Gegner gewinnen kann.

- im Grunde dreht es sich einfach immer wieder um den Punkt, wo man dem Schachspiel etwas abgewinnen kann. Für mich ist es ein Genuß Schach zu spielen, weil ich Dinge entdecke und anwenden kann. Nicht alle, aber einige. Das reicht, um Spaß zu haben.
Und man findet: irgendwie muss es Spaß machen und der Spaß besteht darin, dass man gewisse Momente kennt, wo man das Schachspielen mehr oder weniger versteht. Und wie man dem Geschehen folgen kann.

Eine Anleitung zu diesem Eindruck, den man auch einfach Schachaufmerksamkeit nennt, gibt es nicht, da muss jeder selbst drauf kommen und selbst aufbauen für sich. Und einen Plan zu haben, das ist alles! Mir ergeben sich viele Pläne, das kann auch mal eine defensive Spielweise sein, um im richtigen Augenblick zuzuschlagen. Man wartet auf die Chance, oder holt sie sich.
Aber es gibt viele Möglichkeiten, einen diesbezüglichen Plan zu fassen. Und wenn das ist, auf Zeit zu spielen. Alle Mittel sind recht, wenn sie den Spielregeln entsprechen.
So kann man auch mal versuchen, auf Zeit zu spielen, abwartend, oder sogar ein paar rasche Züge hinlegen, also psychologisch spielen, um den Gegner in Zeitnot zu bringen, aber vor allem um einen Plan zu haben, denn das ist für mich der Reiz beim Schachspiel. Egal was, alles ist anwendbar, wenn die Regel bleiobt, dass man sich beständig auch in den Grundlagen (vor allem Endspiel) schult.Ansonsten gehts im Spiel immer wieder um die Umsetzung von Plänen.
Weil das Pläne sind, man muss ungefähr wissen, was es so für Pläne gibt. Einen einzigen Plan zu haben, ist dürftige Mangelware. Das meiste fällt einen vor Ort, im gegebenen Augenblick ein. So kommt man auch dazu, seine Schachaufmerksamkeit auszubilden.

Es bewahrheitet sich, dass man in den Fällen, wo man einen grossen materiellen Vorsprung erhält, in einer anderen Weise aber irgendwo gegen einen ziemlichen Nachteil ankämpfen muss, oft positioneller Art, den man dann erst Mal in den Griff kriegen muss. Und oft verliert man solche Partien auch noch - das Annehmen eines Bauernopfers, eines auch harmlos wirkenden Bauerns, kann in manchen Fällen in den Abgrund führen und zum Totalverlust der Partie. 
Woran liegt das? An der Initiative, am Raumvorteil, dem Positionsvorteil, einem möglichen starken Druck auf die Königsstellung, an einer Mattmöglichkeit, einem Tempovorteil oder ähnlichem, was momentan oder dauerhaft für die andere Partei den materiellen Vorsprung kompensieren kann.

Neben einigen anderen Dingen sind andauernd die verschiedenen Stellungsmerkmale wichtig zu bewerten.
Es ist ein permanentes Durchdringen der Stellung nach auffallenden Merkmalen, nach offensichtlichen (aber auch bis zu einem gewissen Grad verborgenen Merkmalen), dessen Qualitäten und Besonderheiten man immer mehr kennen gelernt hat, und die meist ja im Entstehen begriffen sind. Daher muss man immerzu auch sein Auge schulen, um auch konzentriert und ohne Ablenkung, das Geschehen auf dem Brett im Auge behalten zu können.
Es hat sich erwiesen, dass die Disziplin im Denken entscheidend wird, also das Bemühen, in effizienter Art und Weise die Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten einer Stellung gewinnen zu können. 

Aber wenn man nicht genau wüsste, worauf man beim Schach achten soll, könnte man nicht umsetzen, was man eine gute Übersicht nennt. Worauf achtet man? Die Stellungsmerkmale sind einfach alle die Dinge, die man wie folgt beschreibend kann: die Kampfschauplätze, die Bauernstrukturen, die Diagonalen, die Vorposten, die schwachen Bauern, die starken Bauern, offene Linie oder Gabeln usw.; all das, was an Strukturen und Möglichkeiten in einer Stellung für den Spieler erkennbar ist.

Was für jeden einzelnen diese Schachaufmerksamkeit konkret bedeutet, lässt sich schwer sagen. Es hängt doch sehr davon ab, dass man in der Spielstärke ein bestimmtes Niveau hat, welches bestimmt, was für einen naheliegt, an einen bestimmten Zug zu geraten. Wenn man Schach spielen will, und sich überlegt, warum man immer verloren hat, kann man sich ruhig auch mal an schwächere Gegner wenden. Doch es kann von Übel sein, dass man in der Regel so gut spielt, dass man die einfachsten Fehler des Gegners zwar ausnutzt, aber dann einen groben Fehler macht und die Partie verliert.

Es ist jedenfalls wichtig, dass man sein persönliches Niveau als solches verstehen muss, das einem stets dazu bringen muss, ans persönliche Limit zu gehen. Aber man braucht sich nicht überfordern, und kann auch einmal einfachere Züge machen, denn das ist nämlich wichtig: Dass man die Übersicht behält. Und bei einfachen Stellungen kann das nicht verkehrt sein, insofern man diese wählt,  da man sich eines Vorteils an anderer Stelle gewiss ist.

Man muss immer das Beste aus der Situation machen wollen, aber gleichwohl seine eigenen Kapazitäten (Spielstärke) und Lust am Spiel bewahren. Aber für einen Wettkämpfler (Turnierschach) darf man sich nicht darauf beschränken, die einfachsten Wege zu gehen, da gilt es, das Beste aus einem selbst heraus zu holen.
Ob man gegen starke oder schwache spielt. Auf Dauer gegen zu schwache Gegner zu spielen: wenn man sie nicht alle gewinnt, dann hat man bald keine Lust mehr, weil man sich nicht mehr anstrengen muss.

Wenn ich mir anschaue, wie meine eigenen Gewinnpartien beschaffen sind, muss ich gemäß meiner Spielstärke (etwa 1600 DWZ) einfach sagen, dass ich umso öfter dann gewinne, wenn ich mir gewahr wurde, wie mein Denken sich auf die einfachsten Merkmale und hervorstechenden Möglichkeiten einer Stellung konzentrierte, und ich dabei keinen Fehler in der Feststellung der Offensichtlichkeiten beging. Man kann gar nicht alles sehen, aber wenn man in der Lage ist, eine Stellung auf den kleinsten Vorteil hin zu sichern, tut man dies irgendwann auch bei grösseren Vorteilen. 

Dass die Strategie, also der strategische Plan manchmal nicht besonders ausgefeilt ist, macht sich gegen stärkere Spieler bemerkbar. Aber gegen etwa gleich starke und vor allem schwächere, werden die meisten Partien durch den Fehler entschieden, den einer der Spieler eben zuerst begeht!

Man ist zwar kein Großmeister und wird nicht alles erkennen können - aber ich glaube, auch beim Großmeister dreht sich das logische Erfassen, was wir versucht sind als "Berechnung" zu definieren, nur um die eigentliche Aufgabe, eine ÜBERSICHT und ein Gespür für die Stellung zu entwickeln. Wichtiger noch ist das EFFEKTIVE DENKEN. Also ein Denken in geordneter, weil zweckbestimmter Weise. Und wichtiger zweck ist immer auch der Zeitfaktor, wonach man sich zunächst die leichtesten und plausiblesten Züge übnerlegt, um schon mal "einen sicheren zu haben", und dann behält man sich den Zug, überlegt dann einen komplizierteren, riskanteren, aber auch chancenreicheren. Und wenn man meint, dass dieser Zug nichts ist, kommt man auf den ersten zurück.
So haben das Großmeister schon mal geschildert, wie sie das angehen. Und wenn man in Zeitnot gerät, hat man den zuerst überlegten, der ja auch nicht so viel Zeit veranschlagt, auf jeden Fall schon mal sicher. In Wahrheit denkt man dabei auch an Stellungsmerkmale, Pläne und Strategien.

Es hilft überhaupt, dass man sich das überlegt, wie effektiv das Denken ist und wie effektiv es sein kann. 

Das Komplizierte erschöpft sich in unzähligen Möglichkeiten, aber das Einfache ist das Klarste, da weiss man, was man bekommt, wenn auch nicht immer  das Einfache auch das Beste ist.

Alles - alle Möglichkeiten einer Stellung -  wird auch der Großmeister nicht sehen können. Der Großmeister kann und wird das Naheliegende sehen und kennt die damit verbundenen Endspiele. Der Großmeister wird die einzelnen Zugabfolgen (Berechnungen) schneller für sich im Kopfe durchführen, als wie ein DWZ Spieler von 1600, aber im Vergleich mit einem sehr guten Bundesligaspieler (DWZ 2200), hat der Großmeister offensichtlich ein besseres Gespür oder Geschick für jene Stellungen, die zB typischerweise aus dem Mittelspiel heraus entstehen, um zu beurteilen, was diese wert sind.
Aber es ist der Prozess nicht wesentlich anders als wie bei einem Mittelklassespieler. Und der Meister kennt sich mehr im Endspiel aus, und im Figurenspiel, kann die verschiedenen Stellungsmerkmale aus Erfahrung besser einschätzen, und weiss, wie man bestimmte Manöver durchführen kann.
Das ist eben der Unterschied, warum er Großmeister ist, dass er alle "Tricks und Kniffe" beherrscht und sie im eigentlichen natürlich als Ausdruck der Logik des Spiels betrachtet. Das können wir auf etwas bescheideneren Ebenen auch tun.
Aber so zu denken, auf diesem Niveau, und lückenlose Aufmerksamkeit und äusserst verdichtetes Wissen um die wesentlichen Vorgänge aufbringen zu können, das ist das persönliche Talent eines Großmeisters.
So wie ein Musiker auf seine Weise ein Talent für die Musik hat. Daneben gibt es natürlich unzählige Spieler oder Musiker, die hin und wieder in den Bereich, und wenn es nur ein paar Augenblicke sind, in den Bereich des Großmeisterlichen vordringen. Das ist ja nicht abwegig, wenn man einen Zug macht, den auch ein Großmeister in derselben Stellung gemacht hätte, und dass man zumindest einen Teilbereich der damit verbundenen  Möglichkeiten zu erkennen glaubte.
Der Großmeister sieht mehr als wie schwächere Spieler. Anfänger haben auch oft noch mit Anfängerfehlern, wie mangelnde Konzentration oder Durchhaltevermögen zu schaffen. Manchmal liegt es an so etwas einfachen, wie sich bei Laune zu halten, dass man auch gewillt ist, diese fürs Schach so wichtige Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Wenn es hilft, kann man sich auch vorstellen, dass man vor einem Nationalgericht in Amerika sitzt und nur diese Partie Schach hat, die man gewinnen muss, um zu beweisen, dass man nicht der Staatsfeind Nummer eins ist. Denn wenn man das ist, wird man erschossen.
Oder man spielt in Prag in einer dämmrigen Kneipe bei Kerzenschein oder Sommerluft Schach, oder man hält sich in einer Amsterdamer Stube bei kaltem Wetter bei Freunden mit Schach auf.

Weil es Stress bedeutet, komplizierte Situationen hervor zu rufen, kann einem Anfänger  geraten werden, zunächst das solide Spielen zu lernen, statt zu voreilig einem Gespür für die Stellung auf die Schliche kommen zu wollen.
Und andererseits kann der Schachspieler auch mal bewusst übersichtliche Stellungen hervorzurufen -  damit man lernt, das Wesentliche und Notwendige zu sehen, und auch Wesentliches und Notwendiges auszuführen, das in der Stellung zu erkennen ist. 

Mit einem soliden Spiel schafft man sich gerade solche Umstände, die weitgehend überschaubar sind (man muss nicht immer einfach spielen, aber oft läuft es darauf hinaus, beim soliden Spielen sehr einfache Strukturen hervorzurufen). Kurz gesagt, meidet man das Komplizierte nicht aus Selbstzweck, sondern weil das Komplizierte die unüberschaubare Dynamik in sich trägt und damit natürlich sowohl das Risiko wie die Chance.  Und die Kompliziertheit zu handhaben, da muss man aber in Form sein oder eben solche Stellungen gut spielen können (dann ist man in Form) - und ein Anfänger kommt echt viel weiter, wenn er statt das Dynamische, erst mal das Einfache begreift. Und darauf aufbauend sich weiter vorwagt. Jede Partie was neues begreifen, ist besser, als in jeder Partie dasselbe Rezept anwenden zu wollen.

Damit kann man auch erst mal den eigenen Mangel überbrücken, wenn besonders in komplizierten Stellungen die Übersicht zu verlieren droht, weil man die vielen Merkmale (ob einzeln oder im Zusammenhang)  gar nicht genügend durchschaut und nicht weiss, wie die grundsätzlichsten Dinge eigentlich zu betrachten sind. Es ist einfacher als man denkt, dass man Stellungsmerkmale bewertet. Aber dafür braucht man Ansätze, und die liegen im Einfachen. Ist Erfahrungssache, das so zu sehen. Aus den einfachen Strukturen bauen sich die komplizierteren auf.

Verlieren. Was ja meist daran liegt, dass man sich als Anfänger mit bestimmten Stellungen überfordert.
Stattdessen wählt man übersichtliche Situationen und Stellungen, damit man erst das Gespür um die Stellungsmerkmale entwickeln lernen kann. 
Ausgehend von diesen einfachen Stellungsmerkmalen kommt man zum Komplizierten.
Oder man schlägt bei einem offensichtlichen Vorteil zu, und legt den  Gegner darauf fest, dass er uns einen dauerhaften Vorteil verschafft. Dafür müssen wir mit den einfachsten Merkmalemn umgehen können.

Es sieht für jeden anders aus, wie er für sich das Schachspielen begreift, was für Besonderheiten er im Wesen des Schachspiels entdeckt - oder die er in verschiedenen Momenten wahrnimmt (es gibt sicher viele gleichgute Zugänge zum Begriff des Schachspiels, und ein Spieler kommt sicher mit der Zeit zu verschiedenen Ansichten, darüber, was das Schach als besonderes Spiel auszeichnet). Es hilft jedenfalls, in dieser Weise ins Schachspiel einzudringen, dass man begreifen lernt, was es eigentlich im Grunde ist.

Wenn ich betrachten möchte, was man tun muss, um besser Schach spielen zu können oder sich auf dem Weg des Lernens zu begreifen, dann würde ich sagen, ist es ein Gespür für die Stellungen: Es kommt drauf an, dass man die Stellungsmerkmale, die in Gegenwart und Zukunft entstehen können, mehr und mehr begreifen lernen muss. So dass man Urteile fällen, und Pläne umsetzen können wird. Man kennt ein paar Motive, kann sie einschätzen. Ebenso wie die Stellungen finden, die mit den Motiven einher gehen.
Man kann Mattführungen vornehmen oder verhindern (auch durch simpelste Manöver). Figurenspiel entwickeln, Angriffe durchführen. Drohungen finden. Angriffe planen. Strategien entwickeln.

Und wenn ich betrachte, woran es meistens wirklich hapert, dann ist es die mangelnde Aufmerksamkeit auf das jeweils Wesentliche einer Stellung. Es lohnt sich daher, öfter zu Blitzen (unter 5 Minuten Spiellänge, am besten auch 3 Minuten - selbst wenn letzteres auch oft bedeutet, dass man aus Glück verliert oder gewinnt; denn es kommt darauf an, schnell spielen zu lernen, mit anderen Worten: Die Übersicht und die Auffassungsgabe zu trainieren). Ich kann finden, dass der Zeitfaktor für mich der wesentliche Umstand ist, warum das Denken diszipliniert, die Aufmerksamkeit konzentriert und trainiert und der ganze Zugwahlprozess effizient ablaufen sollte. das spielt nämlich auch dann eine Rolle, wenn es um Partien geht, in denen die zeit nicht gemessen wird.
Das ist gar nicht mal so schwer - es ist eine Frage der richtigen Herangehensweise an das eigentliche Spielen. Schnell spielen, wenn man sieht, dass die entstehende Stellung brauchbar ist, bedächtiger spielen, wenn es um Pläne geht, um Strategien, um Möglichkeiten der Stellung.

Man braucht keine Anleitung zu dieser Herangehensweise, aber vielleicht einige Anregungen, dann ergibt sich das Übrige der nötigen Schachaufmerksamkeit und des nötigen Praxiswissens wie von selbst.

Es ist gut, wenn man die wesentlichen Merkmale einer Stellung mit einem Blick erfassen kann, um  später ein paar Motive und Ideen zu probieren, verschiedene Ideen auszuprobieren, und sich auch mal dem Komplizierten tastweise anzunähern. 

Es ist eine grundlegende Notwendigkeit, zu begreifen, dass man mit den entstehenden Stellungen auch umgehen können sollte. Daher ist es nicht per se schlecht, "einfach" zu spielen  (also einfache Stellungen hervorzurufen im Vergleich zu den komplizierteren Möglichkeiten, die man hätte wählen können).
das ist ein gutes Training für den Anfang.

Gleichwohl noch wichtiger ist es , vom Prinzip her solche Stellungen hervorzurufen versuchen, die noch das Potential auf möglichst dynamische Entfaltung der eigenen Streitkräfte enthalten.

 Ein falscher Abtausch etwa: da nimmt man eine eigene starke Figur durch den Abtausch aus dem Spiel. Durch eigene Mutwilligkeit entlässt man so die Dynamik, die doch eigentlich für einen gesprochen hatte. 

Das ist erfahrungsgemäß äußerst wichtig: Es kommt darauf an, immer danach Ausschau zu halten, dass man die höchstmögliche Kraft versucht zu entfalten! Jene Kraft, die in der Stellung liegt, ist das konkrete Machtpotential unseres eigenen Spiels. 
Interessant wird das Spiel ja andauernd dadurch, dass andere Dinge diesem Ziel entgegen stehen können.

Wenn wir damit nicht umgehen können, und einen grossen Vorteil, der leicht zu halten wäre, doch nicht halten können, dann könnte das daran liegen, dass wir unsere grössten Chancen zu leichtfertig hergeben wenn wir zu unkonzentriert spielen.

Oft aber sind es die Details, die Feinheiten, die Nuancen, die wir übersehen haben oder hergeben, und die sich irgendwann summieren zu dem Punkt, wo der Gegner uns zuvorkommt mit seiner eigenen höchstmöglichen Kraftentfaltung und uns fertig macht. 
So gibt es ein Potential zu entfachen, und andererseits Ideen zu finden, wie man die eigenen Kräfte zur Anwendung bringen kann. Das gilt seit der Eröffnung. Ein genaues Ergebnis, wie die Stellug aussieht, kann ich mit keiner Eröffnung kennen. Deswegen gucke ich mir an, wie die Möglichkeiten ungefähr aussehen, wie die Figuren ziehen werden, je nachdem welche Eröffnung und welche Typiken ich wähle.
Immer wird es sich ums Zentrum drehen, was dabei entscheidend wird. Das Zentrum, das sind die Bauern, die dort stehen können.
Das Zentrum allein ist nicht alles, es ergeben sich je nach Aufstellung des Zentrums nämlich weitere Notwendigkeiten, die bestimmen, wie die Stellung in wichtigen Punkten aussehen kann.
Man wird sich immer schwache Punkte schaffen, das bringt das Spiel mit sich (weil man nie alles verhindern kann; es gibt kaum je einen Zug im Schachaspiel, bei dem ein Vorteil nicht gleichzeitig irgendwo auch ein Nachteil sein kann). Je nach Eröffnung wählt man sich quasi eine Spanne an schwachen und natürlich auch starken Punkten.

Mir hat sich bislang nur in einzelnen oft auftauchenden Stellungen von Eröffnungen sich erwiesen, dass es lohnt, Varianten so gut zu kennen, dass man sie auswendig kann (wie ein oder zwei Varianten des Französischen bis zum dritten oder vierten Zug, manchmal sechs Züge, oder wie die sechs Züge der bestimmten Abwicklung im Spanischen usw. ) ; - immer ist es so, dass ich diese Eröffnungen eben deshalb gut kenne, weil ich so oft spiele, nicht weil ich sie auswendig gelernt habe. Mir ist es wichtiger, grundlegende Merkmale einer jeweiligen Eröffnung zu kennen, damit ich dafür gewappnet bin. Im Französischen zB wird die eigene Königsstellung allein durch den vorgestellten weissen Bauern auf e5 dazu einladen, einen weissen  Königsangriff vorzubereiten. Das muss ich kennen und von Anfang an in die Planung mit einbeziehen.  Denn der Bauer auf e5 (in vielen Varianten des Französischen) drückt auf f6 und ich kann keinen Springer auf f6 zur Verteidigung heranziehen, ausserdem droht jederzeit der weisse Bauernmarsch am Königsflügel, was die Stellung des schwarzen Königs öffnen will.

Jede Eröffnung schafft ganz andere Bedingungen und legt doch jederzeit immer wieder typische aber andere Kampfschauplätze frei. Ob es um die Möglichkeit eines Mattangriffs geht , oder die Positionierung des Zentrums. Der kleinste mögliche Vorteil, ist schon Schauplatz eines Kampfes um diesen Vorteil.

Deshalb geht es darum, dass man die Eröffnungen so wählt und spielt, wie man mit den entstehenden Kampfschauplätzen auch zurecht kommt, so dass einem Ideen einfallen, und man Pläne fassen kann.
Sobald man beginnt, zu erkennen, worauf es dabei ankommt, wird man auch begreifen, dass man nur selbst diese nötige "Gewinner-Aufmerksamkeit" in sich schulen kann. Man kann sie nur selbst aufbauen. Und dabei kommt es darauf an, zu erkennen, was wesentlich und notwendig ist, und was das Ziel ist (Kraftentfaltung), und wie die Werkzeuge (Denken, Logik) dafür sind. Und das ist ein individueller Zustand wie Prozess, diesen Zustand bessern zu wollen.

Stellungsmerkmale

Für die eigene Partei günstige Merkmale der Stellung können in folgenden Möglichkeiten bestehen:

  • Intakte Bauernketten (das sind solche, die nicht unterbrochen sind. Man nennt Bauernketten Phalanx, da sie wie eine Mauer vorrücken können und grosse Macht entfalten; und solche Bauern, die auf benachbarten Reihen stehen; dagen sind Isolani, Doppelbauern und umso mehr einzelne kleine Bauernketten ein Nachteil; man nennt dies Inseln, sie stehen für sich. Umso mehr Bauern in Inseln stehen, ist auch klar, dass die Bauernstruktur etwas schwächer ist; es ist dieser Vorteil einer intakten Bauernkette nur ein kleiner, aber er kann der ganzen Strategie einen Stempel aufdrücken indem man gleichzeitig danach trachtet, dem Gegner eine schlechte Bauernstruktur zu verschaffen, die noch besser wird, wenn er einen schwachen Bauern bekommt. Denn ein schwacher Bauer wird deshalb so genannt, da er vom Gegner so schlecht verteidigt werden kann, dass man ihn folglich angreifen kann)
  • Läuferpaar (besonders wenn der Gegner kein Läuferpaar hat)
  • Fesselungen (besonders wenn sie nicht einfach abzuwehren sind)
  • Raumvorteil (die eigenen Figuren können sich flexibel bewegen und des Gegners Figuren können sich nicht so gut bewegen; dazu gehört auch der Umstand, ob ein Läufer eingesperrt ist oder sich schlecht bewegen kann; grundsätzlich ist jede Stellung für eine Figur zu vermeiden, die es eine Zeit lang bedingt, dass eine eigene Figur nicht so leicht aktiviert werden kann und abseits steht)
  • Freibauer (ein Bauer, der weit vorgeprescht, entfacht durch seine Eigenschaft, dass man ihn aufhalten muss, Druck - weil sonst wandelt er sich in eine Dame; und so ein Bauer kann dem Gegner manchmal das Genick brechen oder Zugeständnisse des Gegner erfordern)
  • offene Linien, die man mit Figuren besetzt hat oder Linien und Diagonalen, die sonstwie stark sind
  • starkes Zentrum (ein mit Figuren besetztes Zentrum; hauptsächlich Zentrumsbauer auf e und d Linie, was ein Zentrum ergibt, das zusätzlich noch von Bauern auf den benachbarten Linien f und c unterstützt werden kann)
  • Vorposten und andere starke Felder für die eigenen Figuren (ein typischer Vorposten besteht meist durch die Strukturen, die Bauernketten verursachen; man kann diese Vorposten auch Löcher nennen. Ein Vorposten ist umso stärker, wenn eine drauf befindliche eigene Figur nicht mehr so leicht vom Gegner vertrieben werden kann).
  • Initiative (das Vorrecht, die Dynamik des Spielgeschehens bestimmen zu können  bzw. den Gegner zwingen, zu reagieren).
  • Tempo (man gewinnt ein Tempo; zB durch einen Zug, der die eigene Figur an einen gewünschten Ort bringt, während der Gegner gezwungen wird, irgendwo zu reagieren; gewöhnlich zieht man dann zwei Züge, um eine Figur zu bewegen, aber ist eigentlich nur ein einziger Zug; es gibt viele Möglichkeiten in Tempo zu kommen, also die Zugeinheit bzw. Zeit für sich ausnutzen zu können).

Schlechtere Merkmale der Stellung können in folgenden Möglichkeiten bestehen:

  • Entblößte eigene Königsstellung (die muss verteidigt werden und bindet eigene Figuren oder zur Initiative des Gegners)
  • Eingesperrte Figuren (die in ihrem Bewegungsmöglichkeiten beschränkt sind und in dieser Situation lange verweilen könnten; jede Figur, die nicht am Spielgeschehen teilnehmen kann, ist für diese Zeit wie ein vorübergehender Materialverlust).
  • hängende Bauern (das sind Bauern, die rückständig sind und von keinem anderen benachbarten Bauern mehr gedeckt werden können; dabei wird die Schwäche eines hängenden Bauern besonders dann deutlich, wenn vor ihm kein eigener oder fremder Bauer steht und somit die Linie halboffen ist)
  • evtl. kann auch eine zu lange Bauernkette, die sich quer über die Diagonale zieht verhängnisvoll werden (zB von a2 über b3, c4 nach d5), wenn diese nämlich von gegnerischen Bauern gesprengt zu werden droht und man mti der Bauernstruktur Probleme bekommt oder einzelne Bauern nicht mehr decken kann
  • und es gibt unzählige weitere Stellungsmerkmale, die man kaum alle systematisch aufzählen kann; desweiteren ist eine eigene Schwäche auch an dem Gegenteil der jeweils positiv zu bewertenden Stellungsmerkmale abzulesen, nämlich insofern der Gegner solche Möglichkeiten erhält und wir gerade nicht über diese Möglichkeiten verfügen (zB Raumvorteil, Läuferpaar usw.).
Das sind die vordergründigsten Stellungsvorteile, die man immer irgendwo und irgendwann finden wird...;
Und schliesslich gilt natürlich der reine Materialvorteil, der zwar nur indirekt mit der Stellung zu tun hat, aber das gewichtigste Element für eine klare Entscheidung ist. Es ist richtig, dass man sagt, wie ein Bauer zum Gewinn reicht.
Beispiel Partie 

SCHWARZ AM ZUG:
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Hier ist Schwarz dadurch in Vorteil, dass er den materiellen Vorsprung eines Bauern bis zum Ende der Spielzeit umgesetzt haben wird. Hier offenbar selbst wenn Schwarz seinen Turm verliert, während der Weisse seinen Turm behält. Der Bauer des Weißen auf a7 wandelt sich auf a8 um in eine Dame, und Schwarz muss den Turm hergeben um die verwandelte Dame auszuschalten (auf a8 schlagen).

Frage: Wer gewinnt die Partie?

Zum Beispiel könnte Schwarz jetzt h3-h2 spielen, wonach der weisse Turm eine wichtige Aufgabe erhält, nämlich den Bauern h2 aufzuhalten. Der weisse Turm ist so äusserst abgelenkt.
Und Schwarz kann irgendwann d7-d5 spielen um dann schliesslich die Freibauern mit Hilfe des Königs versuchen durchzubringen. Egal wann und ob Weiss auf a8 den Bauern umwandelt. 

Der Gedanke ist: Der weisse Turm kann das nicht unendlich lange hinauszögern, also dass Schwarz einen seiner Bauern umwandelt, selbst wenn es keinen schwarzen Turm mehr gibt. So bekäme Schwarz seinen Turm zurück.

Es sind hier zu viele Freibauern für den Schwarzen und das wahre Problem ist, dass der weisse König sehr weit weg in der Ecke steht. Und dass ausserdem Weiss selbst keinen Freibauern hat (ein Freibauer ist jeder Bauer, der vor sich keinen anderen gegnerischen Bauern hat). 

Wenn Weiss hier in der unteren Hälfte wäre, um die Bauern aufzuhalten, dann wäre der materielle Vorteil eines Turms sicher anders zu bewerten wenn Weiss auf a8 umwandeln würde, und Schwarz mit dem Turm nehmen müsste und so seinen Turmverliert und dem positionell gesehen nichts entgegen setzen kann.

ABER!
Nun kann natürlich das Unterfangen des Weissen von Erfolg gekrönt sein, etwa durch das Manöver 1. ... e3-e2 (schwarzer Zug) 2. f3-f4 +!, was ein scheinbares Bauernopfer ist, um dann den Turm hinter den e-Bauern auf e3 zu bekommen, diesen Bauern zu erobern (Schwarz kann das nicht verhindern da sein Turm auf der 8. Reihe benötigt wird), und schliesslich dem Schwarzen zu genauem Spiel zu zwingen.
Aber auch wenn diese Partie für Schwarz verloren gehen wird, dann kann man doch anhand des Beispiels sehen, dass sich die Überlegung lohnt, noch das Beste aus der Stellung machen zu wollen, da nicht jeder Spieler als Gegenüber so gut ist, und irgendwann vielleicht einen Fehler macht.

Für diesen Zweck muss man allerdings nahe am Limit des Möglichen spielen, und auf Anhieb erkennen lernen, worauf eine Stellung hinausläuft. Und das zu beurteilen, egal was in einer Stellung liegt: Die Chance oder die Niederlage, ist unweigerlich an Stellungsmerkmalen gebunden. 

Und es gibt viele Partien, die Ähnlichkeit mit obigem Beispiel aufweisen und wo sich zeigt, dass ein materielles Plus nicht reicht und die Position und ihre Merkmale den materiellen Nachteil kompensieren können.

Es gibt auch viele Partien, wo selbst scheinbar klare Verhältnisse in materieller Hinsicht nicht ausreichen, dass man einen klaren materiellen Vorteil hat, und es dann doch nur remis wird.

Der häufigste Fehler ist es, ein wirklich schlechtes Stellungsmerkmal in Kauf zu nehmen, nur um ein billiges Manöver durchzuziehen, das am Ende nichts eingebracht hat, was das schlechte Stellungsmerkmal hätte rechfertigen können.

Man muss desweiteren und am besten die ganze Partie hindurch, in jedem Augenblick es dem Gegner so schwer wie möglich machen, damit er den ersten kleinen oder grösseren Fehler begeht.

Es geht also um den Überblick

Es geht also immer darum, eine Beurteilung dieser Stellungsmerkmale aufbringen zu können. Dazu gehört, dass man voraussieht, was sich logisch und einsehbar an Möglichkeiten dieser Stellungsmerkmale typischerweise ergibt.
Es braucht diese Aufmerksamkeit, aufgrund der die Möglichkeiten, die in der Stellung liegen, überhaupt erst wahrgenommen werden können. So kann eine notwendige weil das Spiel bedingende Zugwahl als zielgerichter Prozess etabliert werden. Wobei das Ziel darin besteht, möglichst soviel Kraft wie möglich aus der Stellung zu ziehen, bzw. diese Kraft zu erhalten.
Die Kraft kann sich verschieden äußern, als Initiative, Raumvorteil, Positionsvorteil, Materialvorteil...

So überlegt man sich einen Zug, weil man mit den verschiedenen typischen Möglichkeiten und einigen Stellungsmerkmalen vertraut geworden ist, und etwas damit anfangen kann. Und schliesslich kommt es, dass man immer mehr Erfahrung darüber sammelt.
Um in  einer Partie Schach so weit wie möglich den Eindruck zu haben, dass man eine Zeit lang gut mitspielen kann, wird man oft dazu kommen müssen, so weit es geht das Spiel überschauen zu können, dass man die wichtigsten Merkmale beachtet. Man kann gar nicht alles beachten, und diese Fehlerquote ist das Maß der Spielstärke.

Es ist taktisches Sehvermögen. Man sollte in der Lage sein, auf Anhieb die zwingenden Züge zu finden. Dabei ist es sehr relevant, im Vergleich einzelner Spielstärken, dass dabei jeder ein anderes Maß an diesem Sehvermögen aufgrund seiner Spielstärke überhaupt aufbringen kann. 
Das Schachspiel ist ein Spiel, das durch Fehler entschieden wird. Und es gibt immer die Möglichkeit, an eine gute Chance zu kommen, um sie einzusetzen, damit das Spiel in diesen wichtigen Punkten weder vom Zufall noch von Glück abhängig ist. Dass man lernt, so gut wie möglich die Fehlerquote abzustellen - der eigene Blick ist entscheidend, wie weit man dabei sich zutrauen darf zu gehen.

Die Erfahrungen, die man während des Übens macht sind wertlos, genauso wie die eigenen Urteile, wenn in der Auseinandersetzung mit einer gespielten Partie Schach nicht gleichzeitig diese Urteile auch unvoreingenommen, das heisst möglichst objektiv gefunden werden. Objektiv heisst, dass man in der zwingenden Logik der möglichen Züge keinen anderen weil besseren hätte finden können.

Ein Anfänger und Übender kann schnell voran kommen, seine Schachaufmerksamkeit zu schulen, indem er zunächst begreift, dass es wesentlich darauf ankommt, Stellungsmerkmale zu bewerten. Das Geschehen begreifen lernen. Zu lernen, dass in manchen Stellungen taktische Möglichkeiten lauern, die mit einem Mal aus dem Verborgenen heraus einen grossen Druck entfachen können. Zu lernen, dass in manchen Stellungen solche Drohungen aufgebaut werden können. Gute Fallen, die man aufstellt, mögen sie noch so einfältig sein, haben in sich immer die Konsequenz, dass der Gegner drauf reagieren muss und entsprechend seine Figuren aufstellt, wie wir damit planten. Schlechte Drohungen sind weniger relevant als wie keinen Plan gefasst zu haben. Auf diese Weise kann man sogar lernen, Pläne zu schmieden, indem man es nicht bei einem oberflächlichen weil taktischen Auge belässt, das nämlich oft positionell-strategische Möglichkeiten und Notwendigkeiten ausser Acht lässt.
Um all das zu lernen, braucht er ein Auge für typische Stellungsmerkmale. Diese Merkmale liessen sich nicht einzeln aufzählen. Sie sind unendlich vielfältig. Aber man kann sagen, dass sie irgendwo immer auf das Figurenspiel gegründet sind. Figurenspiel, das ist das Spiel der Figuren, welches sie kraft ihrer gegebenen Fähigkeiten erhalten. Damit sind Figuren und die jeweilige Qualität Werkzeuge.
Gemeint sind auch die Möglichkeiten , die sich durch verschiedene Anordnung der Spielfiguren ergibt. Damit wird das Werkzeug der Spielfigur  geführt, und nicht nur benutzt. Eigentlich braucht es auch etwas übergeordnetes: Einen Plan und Ideen, die sich in diesem Plan umsetzen lassen. 

Das ist die Art Schach zu spielen, in der man gewöhnlich besonderes Augenmerk auf strategische Merkmale der Partie richtet, und geradezu das Mittelspiel und dessen Notwendigkeit einen Plan zu finden beachten lernt. Um das Mittelspiel zu einem geeigneten Endspiel zu führen, muss es vorher eröffnet werden. Für die Eröffnung sollte man daher nach einer bestimmten Art und Weise der Spielereröffnung suchen. Beruhend auf prinzipiellen Erwägungen der Notwendigkeiten, und der jeweiligen Chance der Aufstellung der Figuren. So entseht schlisslich das Mittelspiel, in dem es darum geht einen Plan zu fassen. Also sollte man die Eröffnung hinsichtlich des entstehenden Mittelspiels auffassen. Eine gute Figurenentwicklung ist halbgar, wenn man nicht einige Möglichkeiten sich abwägt, wie das Aufstellen der eigenen und der gegnerischen Figuren schliesslich eine Situation schafft. Wenn man locker Pläne fasst, kann man lernen, darauf zu achten, wie diese Pläne durch gegnerische Züge durchkreuzt werden. Man muss also auch etwas lernen darüber, wie leicht der Gegner unsere Pläne durchkreuzen kann. Und so lernen wir, damit umzugehen, was der Gegner unsere Pläne durchkreuzen wollen wird. Dies liegt alles noch in der jeweiligen Stellung. Ob der Gegner es ausführt ist unwesentlich. Sondern ob wir das jeweilige Merkmal erkennen können und den Gegner zwingen, etwas zu tun, was ihm unangenehm ist und uns weitere Möglichkeiten schafft. Dieser Prozess und diese Art der Gestaltung ist ein typisches Merkmal der Mittelspielstellung. Man schaut danach, sich Möglichkeiten zu bedienen, um einerseits den Gegner zu irgend etwas zu zwingen (daher das Wort "be-zwingen"), und andererseits solche Pläne zu schmieden, dass man den Gegner in kurzer oder mittlefristiger Zeit irgendeiner Hinsicht zu einem Nachteil zwingen kann und ihn schliesslich am Ende so schnell und sicher wie möglich bezwingen kann.

Im Endspiel wird das Geschehen abgewickelt und es zeigt sich dann, wer die Stellung, das Mittelspiel, die Strategie und seine taktischen Einfälle zu einem Sieg führen konnte. Im Endspiel verdichten sich Vor- und Nachteile - sie kristallisieren sich aus, da mit wenigen Figuren prinzipiell nur noch wenig Dynamik entstehen kann, um einen etwaigen materiellen Nachteil noch kompensieren zu können. So wird im Endspiel  das, worauf das Spiel als Ergebnis hinaus will, unumgänglicher mit jedem Zug. Es sei denn der Gegner patzt.

Grundsätzlich alles, was in jeder Situation auf dem Brett sich ereignen kann, ist ein Moment voller Möglichkeiten. Umso weniger Figuren auf dem Brett sind, desto überschaubarer wird das Geschehen. Um sich damit vertraut zu machen, worauf es beim Beurteilen von Stellungsmerkmalen ankommt, und um so besser Schach spielen zu lernen, lohnt es sich, einfache Abwicklungen zu suchen, die Stellung zu vereinfachen und sich stets zu fragen, ob man auch wirklich stets versucht, das Beste aus einer Stellung herauszuholen. Man muss sich schulen im Fassen von Urteilen, die berücksichtigen, dass man als Spieler sich bei der Wahl des jeweiligen Zuges weder unterbietet noch überfordert, je nach dem, was für Stellungen dabei heraus kommen mit denen man entsprechend umgehen kann. Kompliziertes meiden, mit dem man nicht umgehen kann oder zu einfache Züge solcher Art meiden, die einem früher oder später zum Nachteil und Verlust gereichen - oft geschehen die Fehler aus Mangel an einem grundsätzlichen Plan! (daher ist es wichtig, eine Strategie zu verfolgen; und betreffend eines Mittelspielwissen immer mehr in die simplen Geheimnisse der Notwendigkeiten der Planung, des taktischen Sphähens und der individuellen Leistungsfähigkeit einzutauchen, all diese Dinge im Geschehen - auf dem Brett - zu erkennen).

Es ist natürlich wichtig, je nach Spielstärke und Potential (man kann das eigene Limit nie genug ausreizen!): danach zu streben, dass man solche Züge wählt und spielt, die immer das Beste aus der Situation machen,  und zwar in einer Weise, dass man damit angesichts der Umstände zufrieden sein kann.

Aber das eigentliche Problem ist es, all diese Dinge gleichzeitig im Blick zu haben. Dinge, die man nun beachten sollte, also Stellungsmerkmale, die möglichen Vorteile, Nachteile, die Eigenschaften des Figurenspiels, ferner die Methoden, Ideen, Pläne usw. allesamt gleichzeitig zu berücksichtigen und auch umzusetzen lernen.
Man wird erkennen oder nicht, dass es nicht allein hilft, sich einseitig über diese Sache Gedanken zu machen, dass man sich vornimmt, besser Schach spielen zu lernen. 
Man braucht ein paar Einsichten, Geistesblitze, Erkenntnisse, die, richtig eingeordnet, integriert und weiterverarbeitet, des Geistes Substanz heranbilden, auf das man zurückgreifen wird. Das kann nur ein sehr individueller Prozess sein. Es ist nur klar, dass es Richtlinien gibt, in welche Richtung man dabei gehen sollte oder gehen kann. Man benötigt solche Einsichten und Geistesblitze, die einem nicht eine einzelne Stellung beleuchten, sondern die Gesetze, Mechanismen und Besonderheiten des Umstandes, überhaupt eine Partie Schach zu spielen.

Dieser Nachvollzug der im Schach liegenden Gesetze führt zu einer Einsicht, die unabhängig davon ist, ob man verliert oder gewinnt. Der beste Garant für mich, um eine beständige Lust am Schachspiel zu erfahren, liegt darin, dass ich hin und wieder ein Blick tun kann über den Tellerrand dieses so unglaublich offenen und gerechten Spiels. Solche Einsichten sind gar nicht mal was besonderes, sondern es genügt zB vor Augen geführt zu bekommen, was immer wieder in jeder Partie vorhanden ist, oder was wieder kehren kann oder Thema wird. Das kann oft das Thema  "Kampfschauplatz" sein. Diese müssen nicht offen ausgetragen sein, und lauern erst oft nur verborgen in der Stellung (taktische verborgene Möglichkeiten kommen hinzu). Aber die ganzen Züge, auch die des Gegners zielen darauf, solche Kampfschauplätze zu erschaffen oder einen kampfschauplatz mit Vorteil für sich zu entscheiden. Und alles kann ein Kampfschauplatz werden. Das sind alle die Plätze, an denen bedeutende und gefährliche Figuren stehen werden, oder weit aus mehr noch bloßen Einfluss ausüben. Darum geht es auch darum, auf jene Felder zu schauen, die einfach nur potentiell eine Gefahr sind (für sich oder dem Gegner).

Daher ist eine gut ausgeprägte FÄHIGKEIT ZUR ÜBERSICHT, dass man mit einem Blick die zwingendsten Merkmale und Zugmöglichkeiten der Stellung erfassen lernt, unausweichlich erforderlich, um schliesslich den Blick auf die Besonderheiten von Details der in einer Stellung möglichen Züge richten zu können.

Wenn man noch nicht mal die einfachsten weil zwingendsten Züge von miserablen unterscheiden kann, dann fehlt einem offensichtlich das Gespür und die Erfahrung zur Beurteilung von grundlegenden Stellungsmerkmalen. Oder man spielt unkonzentriert.

Die Konzentration ist relativ einfach auszubilden, man braucht nur die Disziplin, und einer gewisse Beharrlichkeit, es immer wieder neu zu versuchen, mit seiner Schachaufmerksamkeit Urteile über das Geschehen auf dem Brett bilden zu können.

Im Grunde ist es beim "Schach-Denken" bei mir zB so, dass ich die Möglichkeiten nicht alle kommen sehe, aber in entscheidenden Moment mich auf Möglichkeiten einlasse.

Da spielt für mich eine Art effizientes Denken eine Rolle. Der bevorstehende Zug des Gegners bringt eine Veränderung der Möglichkeiten mit sich (=Stellungsmerkmale!), so lange ich keinen Zug habe, um das zu verhindern. Es sind oft solche Möglichkeiten, auf die ich mich vorher bereitwillig eingelassen habe, sonst hätte ich jene Möglichkeit (zB ein Stellungsmerkmal, das entstehen kann) versucht zu vermeiden...; - es ist also eigentlich so, dass man bei der Schachaufmerksamkeit oder beim Denken die zwingendsten Züge versucht zu entdecken, die die Stellung am stärksten beeinflussen können. 

Man hat bald einen Blick für die Offensichtlichkeit einer Stellung und kommt rasch zu den Notwendigkeiten, wobei es egal ist, ob man an den jeweiligen Zügen noch länger überlegen muss, um eine Breite von Möglichkeiten einzugrenzen. Es geht prinzipiell ja darum, sich bei der Wahl einiger möglicher Züge (die einem vorschweben), so gut wie möglich einzugrenzen, auf jene Züge, die am meisten vesprechen.
Aber man muss trotz aller Klarheit, die man glaubt in der Stellung zu erkennen, freilich immer auf der Hut vor verborgenen taktischen Wendungen sein. Das sind einzelne Züge, die plötzlich alles verändern.

Formprobleme?

Wenn man ausser Form ist, kommt man am besten in Form, wenn man zunächst eine Schachpartie versucht solide zu spielen.

Unbedingt und ohne Kompromisse zunächst einmal solide spielen lernen.

Eine solide Spielweise bringt mit sich, dass man zwangsläufig einfach und ideenlos spielen wird - das ist aber nicht die Absicht.
Sondern was man anstrebt: eine gesunde Grundlage hervorzurufen.

Erst wenn man einigermaßen in Form ist, kann man im wahrsten Sinne des Wortes Schach spielen lernen, sich also versuchen zu bessern in der Spielstärke.

Um in Form zu kommen, spielt der eine rasch ein paar Partien, und ein anderer mag stundenlang knausern, wo er anfangen soll, um Lust auf das Schachspielen zu gewinnen. Denn Lust ist eine wesentliche Vorraussetzung eines jeden Spiels und wenn man keine Lust hat, wenn man eine Sache nicht gern hat, dann sagt man sich bald davon los und will auch nicht besser werden - das ist insofern die Konsequenz. Irgendwann kriegt man wieder Lust, und verliert sie wieder schnell. Weil man nicht begriffen hat, wie man sich die Lust am Schach spielen erhält!

Auch wenn man schlecht spielt, so können kleine Erfolge doch immer wieder die Lust anstacheln, dazu gehört aber auch das Gefühl, dass es Sinn macht, Schach und nicht Dame oder ein Würfelspiel zu spielen.

Ich glaube, dass es für jeden Spieler zunächst darum geht, eine gesunde Grundlage aus dem Ärmel schütten zu können; also zu einer Spielweise fähig zu sein, in der man sich nicht gross anstrengen muss, um das Notwendigste zu leisten und die Partie bis zu einem Grad zu kontrollieren. Wobei dieses Maß an Kontrolle zunächst ganz weit unten angesetzt ist, also dort, wo man noch mit Leichtigkeit Einfluß ausüben kann: seine eigene Stellung betreffend. Es sind die grundlegendsten Züge erst mal so zu spielen, dass man sich eine Stabilität der Stellung verschaffen kann besser gesagt halten kann.

Und das Maß der Stabilität ist dann gut gewählt, wenn man meinen könnte: Die Partie ist noch nicht entschieden, weil man die eigene Stellung noch nicht mit Leichtigkeit oder Schlampigkeit ruiniert hat bzw. den Gegner dazu einlädt.

Um in Form zu kommen, ist es egal, ob man an seinem persönlichen Limit spielen kann, oder so gut spielt, wie man gewöhnlich gerade noch so hinkriegt, und sei es an der untersten Skala der eigenen Spielstärke.
Ich finde es wichtig, sich  klar zu machen, wie stark man als Spieler eigentlich ist.

Tip:
Je nach Spielstärke kann es darum gehen, aus einer entstandenen Notwendigkeit oder auch Schwäche einer Stellung nach Aspekten der Dynamik zu suchen, die den Gegner unter Stress setzen und das eigene Spiel mit Initiative befruchten können. Das kann zum Beispiel ein schwacher Bauer sein, den man, um ihn aus der Angriffsfläche des Gegners zu nehmen, einfach vorrückt, womit zwar die Schwäche prinzipiell nicht behoben wird, aber wobei der Gegner einerseits für eine gewisse Zeit ins Leere läuft, und andererseits man mit jedem vorgerückten Bauer, umso näher er der gegnerischen Grundlinie kommt, ein grosser Druck aufgebaut werden kann.

Dann wählt man statt der eingestandenen Schwäche die Dynamik, und es wird sich oft genug (aber nicht immer) zeigen, dass solche Stellungen plötzlich einen nachhaltigen Vorteil für die eigene Partei erkennbar werden lassen.


Es geht bei einer soliden Spielweise darum, dass man von Eröffnung an möglichst solche Züge wählt, die die Möglichkeiten der Stellung noch nicht allzusehr festlegen, und noch nicht so viel Dynamik ins Spiel bringen - und das kann auf verhältnismässig einfachen Zügen aufgebaut sein. Jedenfalls steht man eben auf sicheren Posten, man steht solide.

Nach und nach kann man sich dann in das Spielen einfinden oder einfühlen, und erkennt, was man besser machen kann oder besser machen sollte. Man kann lernen, die Partie und ihren Verlauf wahrnehmen zu können, so dass einem nicht entgeht, wenn eine bestimmte Strategie oder Plan nicht aufgeht, und dass man auch erkennen mag, woran der Verlust eines Vorteils oder einer Partie wirklich festzumachen ist (das kann verschiedene Ursachen haben und man muss eben lernen, das Spiel zu lesen, man sollte lernen, aus welchen Punkten der Partie immer wieder alles weitere oder das meiste der weiteren Partie resultiert).

Oft wählen wir für die Umsetzung irgendeiner Idee einen verworrenen oder überhasteten Weg. Es geht ja wesentlich im Schach darum, irgendwelche Ideen umzusetzen (zB einen Königsangriff oder ein Bauernvormarsch auf dem Damenflügel) - und genau diese Fehler, die entweder an der mangelhaften Umsetzung liegen (welche Züge mit welchen damit verbundenen Vorhaben), oder an einfachsten Flüchtigkeitsfehlern.

Sobald man solide spielen kann, lassen sich auch Flüchtigkeitsfehler ausmerzen, denn man lernt ja ein Auge dafür zu bekommen, dass man möglichst stabil bleibt, und das bedeutet zwangsläufig erst mal die Fehlerquote gering zu halten. Und man lernt ein Auge zu entwickeln für die Balance des Kräftegleichgewichts, die sich ebenfalls durch das solide Spielen ergibt. Denn man muss zunächst die Stellung halten können, bevor man daran geht, die Richtung der Stellung beeinflussen zu wollen.
Durch die Grundfähigkeit eines soliden Spiels, kann man einen sich erarbeiteten Vorteil dann auch besser halten.

Nachdem man also solide spielen kann, kann man aus dieser Notlösung heraus es sich zur praktischen Maxime machen, das solide Spielen als Grundlage immer wieder in jeder Partie stückweise und sogar  als eigentlich roten Faden zu befolgen.
Man bekommt dadurch einfach schneller  ein Gefühl für die Sache, für die Stellung, für die ganze Art, wie man an die Partie herangeht (und ich meine, das Gefühl für die Sache kann man nur persönlich ausbilden bei sich, und nirgendswo als Anleitung vorfinden). Solides Spielen bringt diese persönliche Herangehensweise noch nicht mit sich, erleichtert aber die Findung.
Irgendwann später, kann man aus dieser persönlichen Art, wie man das solide Spielen anwendet, wie man jede Menge weitere Dinge, und Ideen kennen gelernt hat, und Erfahrung dazu gesammelt hat, einen persönlichen Stil entwickeln.

Leitende Ideen, wonach man das Spiel gestalten will, können die typischen Angriffsmotive sein, es können taktische Möglichkeiten sein, die gerade mit einem Zug in der gegebenen Stellung eingeleitet (herbeigezwungen) werden können, oder Pläne, oder andere strategische Ideen. Eigentlich ist es eher ein Ganzes, wonach man motiviert und zuversichtlich wird die Partie zu gestalten, und jeden Schritt mutig und keineswegs verzagt vorzugehen.
Wenn man einen Plan fassen kann, dann ist das ein gutes Zeichen! Denn dann beginnt man die Ideen zu sehen.

Man merkt aber auch, dass es nicht allein die Ideen sind. Sondern die Umsetzung. Eine Idee (zB Bauernvormarsch) muss sich in das Ganze der Stellung einfügen, bzw. wir müssen als Spieler die Idee so umsetzen, dass andere Notwendigkeiten in der Stellung nicht vernachlässigt werden. Beizeiten muss man daher auch lernen, mehrere Pläne gleichzeitig zu verfolgen.
Bald kann man auch einige Pläne verfolgen, deren Möglichkeiten man sich lange offen hält.
Und auch kann man von einigen Plänen abweichen. Es geht in jeden Fall einerseits um Pläne und andererseits genau das, was die Stellung hergibt, und damit ergeben sich jede Menge taktische Züge, also einzigartige besondere Merkmale einer Stellung, die man alle beachten muss.

Es ist so, dass man nach einer Zeit des "Ausser-Form seins" (man verliert nur noch) nach Mitteln und Wegen sucht, um wieder besser Schach zu spielen. Dazu gehört zunächst, wieder Lust am Schachspielen zu gewinnen. Man sucht die Ideen, die man in einer Partie anwenden kann. Aber bevor man diesen Ideen nachkommt, muss man erst ein gewisses Gefühl für die minimalen Unverhältnismässigkeiten einer Stellung bekommen - um aus diesem Kraftakt eines "Balanceakts" weiteres zu schöpfen. Eines Balanceaktes, um immer wieder in der schwierigen Situation einer Stellung den Eindruck zu gewinnen, dem Geschehen nicht mehr widerstandslos ausgeliefert zu sein.

Dass man sich keine künstlichen Schwächen schafft, oder solche Stellungen, mit denen man nicht umzugehen weiss , gilt als selbstverständlich und muss vorrausgesetzt werden als Grundhaltung.

Und dass man Lust auf das Schachspielen bekommt, das gelingt am besten durch Lustbereitung. Aber wenn man zu oft hintereinander spielt und keine Lust gewinnen kann, sollte man eine kurze Pause machen und schauen, wann die Lust wieder kehrt - vielleicht auch eine neue Idee darüber, was man demnächst anders machen will. Jedes Machen ist tatsächlich auch nicht mehr als ein Versuch. Immer wieder werden wir neu versuchen, das Beste aus einer Stellung zu machen - mitunter mit jeweil ganz  unterschiedlichen Ideen.

Mit der soliden Spielweise schafft man sich den Boden, auf dem der Prozess sein Spiel verbessern zu wollen erst auch wachsen kann -  so dass man also beginnen kann, nach Ideen zu suchen, und Ideen zu erproben. Weil man überhaupt in der Lage ist, erreichte Vorteile behalten und ausbauen zu können.

Wenn man aber nicht solide spielen kann, oder nicht weiss, wie das geht, hilft es, sich zu vergegenwärtigen, dass es meist darauf hinausläuft ganz grundlegende - und auch einfache  Strategien zu verfolgen. Mit dem Einfachen kommt man hinaus zum Komplexen.

Und der Grundsatz des soliden Spiels lautet pragmatisch gesehen: Das Spiel , so weit es in den Möglichkeiten liegt, so zu gestalten, dass man durch eigene Züge nicht in frühzeitigen oder zu grossen Nachteil kommt.

Es hilft sich zu vergegenwärtigen, dass das Schachspiel durch Fehler und nur durch Fehler entschieden werden kann.
Wenn man es also mit einer soliden Spielweise (die auch zum Teil abwartend sein kann), nebenher und indirekt anstrebt, dass der Gegner zuerst Fehler macht, dann hat man auch schon eine Grundstrategie, wie man an ein jedes Spiel herangehen kann.

Wenn man schon nicht solide spielen kann, dann werden die eingesetzten oder erprobten Ideen auch nicht beurteilt  werden können - da man nicht unterscheiden kann, ob es an der allgemeinen und persönlichen Spielweise lag, wenn man verloren hat, oder aber an den Ideen.
Es gibt ein bestimmtes Maß aller Dinge, so auch beim Schach, das darüber entscheidet, wie man als Spieler diese Unterscheidung vornimmt. Die sieht bei jedem anders aus. Aber ist der Maßstab erfüllt, dann weiss man es mit Sicherheit, ob man etwa die Idee nur ungenügend  umgesetzt hat, oder  sei es, dass man zu gierig, ungeduldig war, oder einfach die Art der Umsetzung nicht unseren Möglichkeiten entsprach ( wohl aber den Möglichkeiten eines stärkeren Spielers).


Zum "soliden Spiel" gehört auch das "richtige Abtauschen": das heisst, dass man nur dann abtauscht, wenn man sich durch die entstehenden Verhältnisse nicht in Nachteil bringt.

Darauf zu achten, scheint manchmal zu einfach, als ob man sich da anstrengen müsste.
Aber wenn man sein Spiel beobachten lernt, und auf seine Gedanken und Berechnungen achtet, dann wird man sicher feststellen, dass man in vielen Fällen übersieht, zu einem guten Zeitpunkt die Stellung zu vereinfachen -  konsequent und richtungsweisend ins Endspiel zu gehen und die Vorteile in ihrer materiellen oder auch positionellen Art auszuspielen.

Keine Ideen für die Partiegestaltung?

Nachdem man nun solide spielen gelernt hat, ist es an der Zeit zu den Ideen zu kommen, die man in jeder Partie einsetzen möchte.

Oft stellt man fest, wie es einem an Ideen mangelt: Die Strategie oder Planung usw., die ganze Aufbauweise mangelt an Ideen.

Hinzu kommen natürlich persönliche Vorlieben (mag man es dynamisch oder will man abwartend spielen - beides geht nicht ohne Ideen, die sich auch in der Partie bewähren müssen, aber je nach Spielweise ergeben sich verschiedene Ideen; ausserdem wird es den einen Spieler mehr ins Taktische ziehen und der andere will längerfristige Planungen, also Strategien entwickeln lernen).

Übrigens: Es hat sich mir persönlich erwiesen, dass noch so viel lesen nichts bringt, wenn man nicht versteht, dass es eine gewisse Grundhaltung gibt, mit der sich die besten Ergebnisse im Schachspielen erzielen lassen: Das ist nichts anderes als eine Einstellung dem Geschehen gegenüber.
Man braucht einen gewissen Blick und eine gewisse geordnete "Gedankenwelt", eine bestimmte Aufmerksamkeit für das, was man eigentlich tut.
Es ist der Blick für die Art, an das ganze Unternehmen aus pragmatischer Sicht zuzugehen.

Und was sind Ideen? Ideen, das sind Kampfschauplätze. Das sind Motive. Das ist der Königsangriff, das ist der Bauernmarsch, das ist ein schlechter Läufer, den man dem Gegner verpasst, das ist die Bauernkette im Zentrum, das ist der Raumvorteil, das sind Vorposten, also starke Felder, das sind schwache Bauern beim Gegner, die man ihm verschaffen kann, das sind Abtauschszenarien, bei denen man nach dem Abtausch eine offene Linie mit einem Turm besetzt, das sind Fesselungen und Drohungen.
Ideen, das sind die eigentlichen Anliegen, die man versucht umzusetzen, die einen anleiten, die einen Ziele geben, ja die einen meist stark motivieren, eine Partie Schach zu spielen. Diese Ideen machen die Sache so interessant. Und es erweist sich, mit den Ideen verbunden sind immer Kampfschauplätze. Die kann man sprichwörtlich nehmen.

Manchmal sind Kampfschauplätze nur indirekt vorhanden und warten auf den Ausbruch.
Wer Großmeisterpartien verfolgt, wird das andauernd entdecken: Wie es ein einziger Kampf um einen Kampfschauplatz darstellt, der aber lange Zeit nur schwelt, nur vorbereitet wird, wo man in der Lauer liegt, wo andere Kämpfe an anderen Brettorten geschehen - und dennoch bündelt sich das ganze Geschehen in einigen wenigen Punkten oder sogar nur einem gewissen Punkt auf dem Brett, der auch bei Verhinderung eines offenen Kampfschauplatzes  schliesslich entscheiden sein kann, weil man ja zur Verhinderung einiges tun musste, was einen davon abbringt, selbst über den Kampfschauplatz zu bestimmen. Man stellt auch fest, dass man nie so wie ein Großmeister die entstehende und nicht entstehende Stellung beurteilen kann - da hilft es nur sich zu vergegenwärtigen, dass es im Grunde auch bei Großmeistern oft darauf hinaus läuft, mit welchen Stellungen sie sich einlassen wollen und welche nicht. Wir können nicht so viel sehen, wie duie Großmeister, dennoch können wir ein gefühl dafür entwickeln, WARUM ein Großmeister gewisse Züge bevorzugt hat. 

Offen und konkret sichtbar werden Kampfschauplätze meist erst dann, wenn es schon zu spät ist und sich zB eine Figur gut postiert hat und einen enormen Vorteil bedeutet und weiter Druck ausübt. Oder dass der Punkt erreicht ist, wo man infolge des Kampfes um den Kampfschauplatz Material einbüßen musste.

VIDEO ANALYSEN YOUTUBE
Eine hilfreiche Sache sind die vielen Analysen, die man sich bei YOUTUBE anschauen kann. Zum Beispiel von folgendem Link einfach die weiteren Videos, die dort gelistet sind, auswählen oder selbst suchen:
http://www.youtube.com/watch?v=us6i5JITqR0

Solide Spielen:

Dass man also eine Stellung versucht so gut wie möglich und nötig zu kontrollieren, auch wenn es relativ einfache Züge beinhaltet.

Das riskante Spiel, also riskante Züge, die überbetonte Wahl von Initiative, um Vorteile auszubauen oder zu erstreben, sollte nur gewählt werden, wenn es auch gewährleistet ist, dass man die eigene Stellung, also vor allem eigene Schwachpunkte in den Griff kriegt. Eine solide Spielweise strebt eine solche Kontrollierbarkeit der Stellung indirekt an.

Es ist das solide Spielen aber nicht unbedingt eine defensive Spielweise. Sondern eine Spielweise, in der die einfachsten und naheliegendsten Pläne gefasst werden. Das werden oftmals solche Pläne sein, die keine grösseren Schwächen in der eigenen Stellung hervorrufen.
Schon ein vereinzelter Mittelbauer oder ein Doppelbauer wäre in dieser Spielweise eigentlich zu vermeiden.

11. Juli 2007 12:01 Uhr 

Wichtige Punkte:

1. Stellungsmerkmale beurteilen!
Stellungsmerkmale ergeben erst die besondere Situation, in der man an einer Lösung bauen muss, oder ein Ziel für sich definiert.
Vielleicht gibt es eine schwache Königsstellung, oder die gegnerischen Figuren stehen so schlecht, dass ein Angriff oder Bauernvormarsch am Damenflügel sinnvoll wird.
Vielleicht kann man sich einen oder mehrere starke Vorposten schaffen oder dem Gegner schwache Bauernstrukturen bereiten? Die Ideen liegen in der Stellung, man muss sie nur finden.

2. Figurenspiel lernen zu begreifen!
Das Figurenspiel ist ein ganz elementares Ding.
Es geht darum zu lernen, welche Eigenschaften eine Figur hat: Zum Beispiel die Möglichkeiten der Springer, ein Brett zu "beherrschen" (es dreht sich immer um Felder!). Die Springer und das Figurenspiel, das ist ein Kappitel für sich. Man muss erkennen lernen, was gewisse typische Stellungen mit sich bringen, etwa dass sich gegenseitig deckende Springer grundsätzlich eine gewisse Blockierung der eigenen Spielanlage mit sich bringen können, wenn sie nicht auch durch andere Figuren gedeckt werden und der Gegner sie angreift. Denn wenn man dann einen Springer wegziehen will, mit ihm arbeiten will, dann verliert der andere die Deckung.

Oder das Figurenspiel der Dame, die nämlich Diagonalen und Linien gleichzeitig beherrschen kann.

Keine Figur kann aber alle Felder beherrschen - da andere Figuren den Weg versperren;  das merkt man besonders bei der Dame, die viele Felder beherrschen könnte, aber auch deswegen immer dann besonders aktiv werden kann, wenn sie viele Felder beherrscht.
Sie kann dann gut mit anderen Figuren zusammenarbeiten.
Nach allgemeinen Erfahrungsgründen beurteilt, sollte die Dame selbst aber nicht in vorderster Front aktiv werden, wenn noch viele Figuren auf dem Brett sind.
Denn umso weniger Felder sie beherrscht, desto schwieriger wird es irgendwann, eine günstige Position für sie zu finden (sie kann leicht abgedrängt werden und die Schmach  für die Dame ist es, wenn sie zum Beispiel auf a2, a7, h2 oder h7 hinter einem Bauern sich in Sicherheit bringen muss).

Daher ist es wichtig, die Besonderheiten einer bestimmten Stellung hinsichtlich des möglichen Figurenspiel erkennen zu lernen. Und natürlich sich nur auf solche Stellungen einzulassen, wo man etwas in der Hinterhand hat, für den Fall der Fälle.
Man muss schauen, was dann passieren könnte, und wie man dann  immer noch optimal seine Figuren aufstellen können wird.
Rückzugsfelder sollten immer mit dem noch vorhandenen Potential verbunden werden, wenn man eine Figur zurückziehen muss. Das heisst, wenn man sich Rückzugsfelder schafft, dann muss damit ein weiterer Zweck verbunden sein, zB zieht man dann einen Bauern vor, der ein Rückzugsfeld schafft aber gleichzeitig auch das Zentrum besetzt usw..

Jede Figurenart ist anders. Man muss sich das anschauen - man sagt sich vielleicht: JA NATÜRLICH WEISS ICH, DASS EIN SPRINGER EINE GABEL MACHEN KANN. Aber kann man dieses Wissen auch einsetzen? 
Es zeigt sich, dass es in der Tiefe immer noch etwas zu entdecken gibt. Man lernt praktisch nie aus.

Ein Springer beherrscht ja durch diese Eigenschaft eine Gabel bilden zu können, auch indirekt jene Felder, die er momentan nicht beherrscht - denn in einem möglichen nächsten Zug beherrscht er diese Felder, wenn er gezogen hat, was den Gegner vor ziemliche Schwierigkeiten stellen kann!
So kann der Springer auch über grosse Bereiche des Bretts regelrecht hüpfen, weil er zwischenzeitlich für Drohungen sorgen kann, auf die der Gegner zunächst reagieren muss.

Man kann , wenn man sich des Figurenspiels und der für eine Figur nötigen Felder (!) bewusst ist, sich dadurch sehr viele taktischen Möglichkeiten erschliessen.


3. Besser Schach spielen lernen wollen!
Ist man bereit etwas neues zu lernen oder will man nur Spaß haben? Der Spaß im Schach wächst aber, umso mehr man versteht und umso mehr Spiele man gewinnen kann - und zwar durch eigenen Einsatz, durch jene eigene Kraftanstrengung.
Deswegen ist Schach auch ein Wettkampfsport, weil man seine Leistung, Konzentration, Disziplin usw. unmittelbar als Ergebnis erleben kann, was natürlich eine gewisse Genugtuung mit sich bringt, dass sich der Einsatz gelohnt hat.

EINE GUTER PLAN IST DIE HALBE MIETE!
EIN GRUNDLEGENDER PLAN, ZU ERÖFFNEN, IST IMMER DAS ZENTRUM zu BESETZEN ODER DIESS VORZUBEREITEN, UND DAMIT AUCH DEM GEGNER SEIN ZENTRUM GAR NICHT ERST ENTSTEHEN ZU LASSEN. Das bedeutet einfach, auf der Hut zu sein, was immer auch mit dem Zentrum geschehen mag.

Das Zentrum ist sowieso das Maß der Eröffnung und oft des ganzen Mittelspiels. Hier bieten sich Angriffspunkte und starke weitere Möglichkeiten. Dazu zählt nicht zuletzt das Vorrücken des Zentrums, um einen nachhaltigen Vorteil wie zB einen Vorposten zu schaffen.


4. Urteilen lernen, weil man die Stellungsmerkmale in ihrer Bedeutung immer mehr kennen lernt.

Man muss sich im Schachspiel ein Urteil bilden, und das ist die wahre Problematik.
Man muss sich die Stellungen angucken, um ihren logischen oder ungefähren Verlauf zu erahnen. Das, was sie beinhalten.
Eine Idee davon haben, was weniger gut ist, und was mehr lohnt.

Nachbetrachtung eines Spieles: Jene Momente, in denen der Gegner  etwas herbeiführte, woran man unterging. Dies kann man ganz besonders analysieren, und zwar vor allem hinsichtlich der Frage: WAS WAR DER WIRKLICHE GRUND, WARUM ICH VERLOR? Dieser Grund liegt oft lange zurück und wenn man sich erinnert, dass es dieser und kein anderer Zug war, dann spricht das für das eigene Urteilsvermögen.
Ja, man macht Fehler, weil man es nicht genau weiss oder weil man meint, man könne es riskieren. Es geht darum zu erkennen, welche Fehler typisch sind.

Oft geht es einfach darum, dass ein riskanter Zug zwar möglich war, und er allein noch nicht schlecht sein muss, aber dass die nachfolgenden Züge diesem riskanten Zug nicht genügend Rechnung trugen. Dann kann es die Frage sein, ob man solche Züge besser nicht wählt, die einen nämlich überfordern (ein stärker Spieler könnte vielleicht damit umgehen). Lieber mal einfacher spielen als wie zu riskant. Und wenn man zu einfach spielt, sollte man aber auch mal was ausprobieren.
Irgendwann findet man vielleicht seine Spielweise, wenn man verschiedene Dinge ausprobiert hat. Aber man sollte das Experimentieren nicht als Kompensation für das Unvermögen heranziehen - ich meine jenes Unvermögen, Ideen zu beurteilen, Kampfschauplätze zu erkennen, diese selbst anzustreben oder zu gestalten. Denn dann wird das Experimentieren bald zu dem Punkt führen, wo man die Lust am Schach verliert.


FICS: Free Internet Chess Server

Mit dem obigen Link (Banner), der zur  Seite von FICS führt, kann man sich bei einem grossen kostenlosen Schachserver anmelden und schon bald Schach spielen. Am besten ein "Interface" dort downloaden.

Gut ist der kostenlose Service bei freechess.org (http://www.freechess.org). Dort kann man die gespielten Spiele (mit einer Software zum runterladen) auch online nachspielen und analysieren. Es ist wie oben bereits erwähnt sehr gut und nützlich, wenn man der Frage nachgeht, warum man verloren hat - für alle Spielklassen gilt das.

Oft ahnt man schon in der Partie die Antwort, nachdem sich ein Nachteil immer mehr verfestigt. 

Bei einem Sieg kann man prüfen, ob er durch eigene Arbeit zustande kam: war es die Stellung, die man besser im Griff hatte, waren die Ideen gut genug? Oder hat man einfach Glück gehabt, weil der Gegner einen sehr grossen Fehler machte? Oder welche Schwachpunkte hatte man nicht oder nur schlechter im Griff, ohne dass sie vom Gegner ausgenutzt werden konnten?

Spielt man auf remis oder soll man besser einen gewissen Angriffsstil bei sich fördern? Es gibt immer etwas zu verbessern. Natürlich kann stets jeder noch besser spielen lernen.

Es ist aber immer derselbe Aspekt der Fragestellung:

"Was muss ich konkret tun, um besser Schach zu spielen?"

Diese Frage taucht auf unzähligen Ebenen stets wieder auf. Ist ja klar, eine einfache Frage.

Die Antwort, ebenso einfach und klar:

Wenn man spielt, sucht man.

Man will:
Antworten auf die gegebenen Probleme finden, oder dem Gegner solche Probleme aufstellen..
. - darin besteht die Suche. Man muss etwas Geeignetes finden. Das sind nicht einfach nur einzelne Züge! Es sind Strategien. Lang anhaltende Phasen, in denen man um Vorherrschaft kämpft und den Gegner Fallen stellt oder seine Angriffe klug einleiten oder auch verteidigen muss. Verteidigen darf nie bedeuten, dass man seine eigenen Angriffspläne vollkommen aufgibt. Wenn das nötig ist, sollte man versuchen immer einen Angriffsplan in die Hinterhand zu bekommen, also hinterrücks zu planen, der dann irgendwann umgesetzt werden kann.

Der schlechteste Verteidigungszug ist noch der, der zugleich dem Gegner noch eine weitere Möglichkeit zum Angriff gibt - und der allermieseste Verteidigungszug bedeutet eine eingesperrte Figur, die man in Kauf nehmen muss. Manchmal gibt es nichts besseres, aber man sollte letzteres nicht ohne wirkliche Notwendigkeit tun, denn dann kommt der Gegner noch mehr dazu, seine Figuren auf unsere Schwachpunkte zu formieren. Dann überlässt  man es dem Geschickk des Gegners, uns fertig zu machen.

Ich muss mir als Schachspieler die Stellung und ihre Merkmale anschauen. Ich muss Pläne schmieden, um Merkmale solcher Art hervorrufen zu können, die man als vorteilhaft erachtet, zB wenn man eine offene Linie früh besetzen kann, wenn man seine Figuren  aktiv im Spiel hat oder wenn man eine intakte Bauernstruktur hat.
Und es gibt viele weitere Dinge, die man beachten muss.

Eine Variante aus dem Buch "ungefähr kennen zu lernen" ist besser als sie auswendig zu lernen (bis auf seltene Ausnahmen); - das Auswendiglernen von Eröffnungsvarianten ist nicht produktiv genug - es muss viel mehr darum gehen, zu beurteilen, was für Merkmale diese Stellungen bekommen, die mit einer bestimmten Eröffnung verbunden sind. Wie stellt man seine Figuren darin am besten auf? Was sind typische Merkmale, die immer wieder auftauchen. Das kann man sich in Großmeuisterpartien anschauen, aber sollte man nicht auswendig lernen. Wie stehen die Springer oder Läufer und was macht man mit ihnen gewöhnlich? Was für typische Angriffe entwickeln sich sowohl auf eigener als auch auf gegnerischer Seite? Wenn man die kennt, vermeidet man Überraschungen. Aber es stellt sich so dar, dass die Angriffe variieren - und die Zugabfolgen auswendig zu lernen ist vielleicht dem Großmeister vorbehalten, der ja darüberhinaus sowieso einen besonderen Blick und Kenntnis dieser Eröffnungenn bereits hat, der kann das viel besser im Gedächtnis aufnehmen. Einem  normalen Spieler bringt das nur in seltenen Fällen etwas. Es kann aber nicht schaden, gewisse typische Eröffnungen in den Varianten zu kennen, vor allem, wenn das so Fallen beinhaltet. Im Vierspringerspiel etwa, da habe ich mir  persönlich einfach einige Varianten so oft angeguckt, dass ich sie mittlerweile auswendig kenne. Jedenfalls eine bestimmte Abfolge. Aber ansonsten kenne ich keine besondere Anzahl von Varianten und komme in der Eröffnung ganz gut klar, weil ich mich an Capablancas Spruch halte (sinngemäß): Das Konzept der Eröffnungund der Spielaufbau wird jedes Mal neu bewertet, aufgrund von allgemeinen Stellungsmerkmalen und Richtlinien. 

Man lernt das Beurteilen am besten, wenn man sich seine eigenen Stellungen anschaut, und sich fragt, welche Potentiale liegen darin? Und vor allem, kann ich damit auch umgehen? Spiele ich eigentlich, oder pfusche ich? 

Ein Urteil ist nichts festes, es kann sich in jeder Stellung wieder ändern.  Das Urteilen selbst gründet sich auf Stellungsmerkmale und Aussichten in dieser Stellung.
Das Ungefähre wird nicht "berechnet", sondern nur das geschaut, was man kennt. Umso mehr Stellungen man kennt, und auch zu beurteilen gelernt hat,desto mehr kann man das Ungefähre beachten, besser gesagt es ergibt sich einem mehr oder wenigr intuitiv ein Bild. Man orientiert sich freilich immer mehr darauf, was man kennt. Aber auch der Großmeister kennt nicht alles und kann auch nicht alles bis ins letzte "berechnen" (es ist eine Illusion, die man als Nicht-Großmeister oft hat, dass der Großmeister alles berechnen würde; er wählt sich die offensichtlichsten Möglichkeiten aus, und nur die berechnet er genauer).

Die wesentlichen Momente einer jeden Stellung sind immer dieselben:
Die Entwicklung der Figuren von der Eröffnung an, das wird immer zu einer besonderen und kritischen Stellung führen. Man nennt das Mittelspiel.

Dann wird - sofern man noch keine groben Eröffnungsfehler gemacht hat und in einer noch ausgeglichenen Partie befindet - der weitere Verlauf der Partie durch die nun folgenden Richtungsentscheidungen bestimmt.
Schlägt man die falsche Richtung ein, verliert man oder gerät zumindest in Nachteil.

Wenn man als schwacher Spieler gegen einen starken spielt, sollte man einfach tun, was man für richtig hält. Solide spielen ist aber gegen solche Gegner besser, als wenn man sich beweisen will mit überaus komplizierten Stellungen, die der stärkere Spieler gewöhnlich besser überschauen kann. Manchmal ist das aber auch ein Trick, um den besseren Spieler erst vor Schwierigkeiten zu stellen, dass man gegen einen besseren Gegner komplizierte Stellungen wählt! Auf Dauer wird das aber nicht gut gehen - denn es gehört schon Glück dazu, eine solche Partie mit kompliziert gewähltem Spiel auch zu gewinnen oder gar ein remis zu schaffen.

Man darf sich aber auch nicht einigeln, und den Gegner das Heft überlassen. Ein Stück Mut und Wagemut kann also sicher manchmal (aber nicht in der Regel!) helfen, in eine vorteilhafte Position auch gegen stärkere Spieler zu kommen.

Man wird gewöhnlich am ehesten ein guter Schachspieler werden, wenn man das Figurenspiel einigermaßen beherrscht.
Das Figurenspiel besteht darin, die eigenen Figuren so gut wie möglich für eine gegebene Stellung einzusetzen. Und auch sie zu nutzen, um die Aussichten auf aktiven Einsatz der Figuren aufrecht zu erhalten.
Manchmal kann es um ein Manöver gehen, um eine Figur auf einen bestimmten Brettabschnitt zu bekommen.

Jemand, der schon lange dabei ist und mit der Zeit etwas besser im Schachspiel geworden ist, der findet vermutlich, dass man nur grob, aber immerhin, die Richtung des Geschehens bestimmen kann - und manchmal kommt auch Glück oder eine glückliche Wendung hinzu, zB wenn der Gegner einen Fehler macht. Aber noch wichtiger ist, dass man selbst diese Fehler nicht macht. Und erkennt, dass man sie macht.

Man muss jederzeit in der Laune sein, sich einen materiellen oder positionellen Vorteil zu verschaffen, weswegen man fortwährend danach zielen muss, solche Züge zu wählen, welche den Gegner vor die grössten Probleme stellt. 

Hier ist das Schwert gezückt,
um sich zu messen
den Kräfteverhältnissen.

Aber wenn man nur abwartend spielt, könnte der Gegner einen zuvorkommen.

Bald weiss man, worum es in einem Kampf geht. Das Spiel ist ein Messen zweier Kräfte und es definiert sich durch das Ziel, am Ende die stärkste Macht zu sein. 
Aus dem Zweck des Spiels ergibt sich die Vorliebe mancher Spieler, stets nach möglichen Mattangriffen zu schauen. Fast gleichrangig zu dieser elementaren Regel ist: dass man immer bestrebt sein muss, die Initiative zu ergreifen.

Initiative beinhaltet die Option, die Richtung des Spiels zu bestimmen. Der Gegner muss folgen.

Die Initiative ist auch nötig, um  Mattangriffe oder einen grossen Materialvorteil zu erhalten.
Daraus ergibt sich eine weitere grundlegende Regel, dessen genaue Befolgung dazu führen wird, den Gegner zuvorzukommen. Letztendlich entscheidet sich das aber auch mental, durch bestimmte Schwerpunkte der Betrachtungsweise und Denkweise während eines Schachspiels.

Man muss immer ein Auge für sehr viele Dinge haben: Angriffsmotive, ebenso wie Materialvorteile oder Positionsvorteile beachten. Und mit diesem Auge für die Bewertungsmaßstäbe von Stellungen verbunden ist ja auch immer ein Wissen um das Figurenspiel. Da die Stellungen, in denen sich Kampfschauplätze ergeben, auch immer Veränderungen in Bezug zu der Einsatzfähigkeit unserer Figuren bringen können. Die eigenen Figuren müssen effektiv zum Einsatz kommen.

Wenn sich eine Position ergeben kann, in der man die eigenen Figuren sehr effektiv einzusetzen imstande ist, kann  der Druck der Figuren auf schwache Punkte des Gegners oft dermaßen gross werden, dass der Gegner letztendlich zusammenbrechen muss.
Da aber der Gegner selbst das ebenso versucht, muss man ihm gleichzeitig auch durch Tempo, Schärfe und Effektivität zuvorkommen.

Immer gibt es irgendwann eine Stellung, in der es noch völlig unentschieden ist, wie sich der weitere Verlauf und Wandlung der Stellungsmerkmale ergeben könnte; - vieles ist dann möglich, und man muss einen Plan finden, der sich auf verheissungsvolle Aussichten begründet.

Man wird diese Stellung, in der die Richtung wichtig wird, und in der die Aufstellung bzw. Entwicklung der Figuren weitgehend abgeschlossen sein muss, als Mittelspielstellung bezeichnen.

Diese Stellungen enthalten oft genau einen kritischen Punkt, ab dem die beiden Spieler zu ihren Plänen kommen müssen: irgendein Zug kann zum Beispiel mittelfristig weitere Verwicklungen einleiten, und solche Züge müssen an einen Plan gebunden sein; - und wenn dieser Plan erst mal nur grob ist, aber eine vage Idee beinhaltet, die noch weitere Möglichkeiten offen lässt, ist das besser, als wenn man ziellos spielt.
Es ist also auch wichtig, dass man auch von Zeit zu Zeit so spielen können muss, wie man sich konkret noch offen lässt, wo es genau hingeht. Obschon man einige Ziele schon vage ins Visier nimmt, hält man sich lauernd bereit (auch wenn man unbewusst den Gegner Fehler nicht zutraut... - man wird irgendwann erkennen, dass die meisten Spiele durch Fehler und Fehleinschätzungen verloren gehen; Fehler sind es, die jedes Spiel entscheiden - aber einer bestimmten Spielstärkenstufe, werden es nur noch Fehleinschätzungen auf lange Sicht sein, die ein Spiel entscheiden, und nicht grobe Fehler oder gar Patzer.

Spielt man gegen einen stärkeren Gegner, wird man Fehler machen, die dieser Gegner ausnutzt.
Spielt man gegen einen schwächeren Gegner, muss man dessen Fehler ausnutzen können.

Ein Bauer, den man als Vorteil hat - so ist eine bewährte Regel-, der reicht schon zum Sieg. 

Gegen gleich starke Spieler entscheidet, wer zuerst den Fehler macht,  oder am gröbsten die Stellung falsch eingeschätzt hat. Viele Fehler, die in eine unumkehrbar schlechte Position münden, werden in einer wichtigen kritischen Stellung gemacht, die immer wieder als Phase einer Partie auftritt: nämlich in der Mittelspielstellung und den damit zusammenhängenden Richtungsentscheidungen. Manchmal ist der begangene Fehler zuerst noch unklar. Aber umso weiter man spielt, bekommt man den Fehler nicht mehr in den Griff. Nur wenn der Gegner selbst wiederum einen Fehler macht oder nicht klug genug vorgeht, kann man den Fehler wieder gerade bügeln. Das kommt vor, und deshalb sollte man bei einem Nachteil in seiner Stellung nicht verzagen sondern weiter kämpfen.

Hier in der Mittelspielstellung muss man aufpassen, auf was man sich einlässt.

Der Anfänger kennt die vielen Möglichkeiten noch nicht, welche Stellungen es auch immer sind, die mit dem Schachspiel alle möglich sind. Es stellt sich aber heraus, dass es eine bestimmte Spannbreite dessen gibt, innerhalb dem man sich bewegen kann. Das heisst, absolute Narrenzüge stellen sich als eher ungünstig heraus (zB mit a2-a4 zu eröffnen; das sollte noch warten bis dass man einige Strukturen im Zentrum festgelegt hat).   

Viele Stellungsmerkmale sind bis zu einem gewissen Grad natürlich für alle Spieler ungewiss, bevor sie gespielt sind. Mehr als 3 Züge genau voraussehen zu können (unter dem Aspekt der zwingenden Kombination vernachlässigt man in der "Kopfrechnung" dann jene Züge, die schon verlieren würden), weil sie sich zwingend ergeben, das ist schon eine besondere Leistung, aber die meisten solcher Kombinationen sind Einzelfälle. Was man gewöhnlich sieht : die Chance, das Potential, das in einer Stellung liegt.

Die Besten unter den Schachspielern, kennen sehr viele dieser Stellungsmerkmale, und haben ein Gespür entwickelt.

Eine Mittelspielstellung braucht nicht kompliziert sein.
Das Merkmal der Mittelspielstellung ist die Notwendigkeit des Planens der näheren und vielleicht sogar ferneren Zukunft einer Stellung und ihrer Merkmale. Was alles bedingt ist durch die vorliegenden massgeblichen Strukturen, die einen weiteren Verlauf enthalten (den man nie vollständig erfassen können wird), und vielen anderen Dingen, die im Jetzt ja bereits eingeleitet werden können (sofern man sie auch wahrnimmt).

Bauernstrukturen werden nun sehr wichtig, weil sie im Endspiel schliesslich entscheidend werden können. Ausserdem: ein schwacher Bauer kann schon bald angegriffen werden, und vielleicht hat man einen Bauern Vorteil, der aber dann oft zum Verlust reicht, weil man sich darauf einlässt, ihn zu behalten.
Wenn man einen Bauern vorrückt, kann dieser erst Druck machen, um dann aber verteidigt werden zu müssen! Das muss man also bedenken, wenn man plant, einen Bauern des kurzfristigen Druckes wegen weit vorzuziehen.

Ab dieser Position des Mittelspiels wird der weitere Verlauf genau zu planen sein. Man muss sich dann für eine Richtung entscheiden, die fast immer mit der Schaffung von Kampfschauplätzen zusammenhängt. Kampfschauplätze sind offene oder halboffene Linien, starke oder schwache Felder, Vorposten, das Bauernzentrum, schwache Figuren. Königsstellung.

Komplizierte Stellungen offenbaren, dass sie fast immer auch mehrere Kampfschauplätze aufweisen, oder aber, viel öfter, solche bald entstehen lassen! Allein ein ganz normales Feld kann Kampfschauplatz werden, denn wenn der Gegner dieses Feld besetzen würde, könnte sich dann ein erheblicher Nachteil (zB ein weiterer Kampfschauplatz in Form eines Angriffs auf die Königsstellung) ergeben.

Bis zur Mittelspielstellung sind es in der Regel nur Züge, die eine Stellung manifestieren, indem die Figuren auf einen Platz gebracht werden. Eine Stellung, die von den gegebenen Möglichkeiten am verheissungsvollsten aussieht, die Figuren werden entweickelt. Es ergibt sich mit der Mittelspielstellung eine Stellung, in der am Anfang der Partie eben oft nur potentiell in eine bestimmte Richtung von Kampschauplätzen gedrängt wurde. Die Fronten sind noch nicht abgesteckt.

Das meiste sieht immer verhältnismässig gleich aus, und zwei Bauern stehen sich gegenüber. So einfach ist das aber nicht. Denn je nachdem wie die Bauern vorgezogen werden, um das Zentrum aufzulösen oder auch von der Seite her das Zentrum zu sprengen, ergeben sich wieder Besonderheiten!
Es wird wichtig sein, zu wissen: Mit diesen gegenüberstehenden Bauern ist zB die Möglichkeit verbunden,  wie sich offene oder halboffene Linien ergeben (! denn benachbarte Bauern können diese angreifen und so können eine der beiden Linien oder sogar beide geöffnet werden)... - auf diesen Linien ergeben sich die Positionen für die Türme. Wer eine solche Linie zuerst mit den Türmen besetzt, ist immer im Vorteil. 

Wenn man eröffnet, sollte man eine Sache beachten: Dass man keine Figuren auf die Turmreihe (1. oder 8. Reihe) entwickelt, es sei denn, man verbindet einen Plan damit. An die Entwicklung der Türme denkt man am besten zuletzt. Man muss nur wissen, dass mit einem Bauernabtausch, der in vielen Formen Gestalt annehmen kann, offene Linien geschaffen werden. Und dann wird plötzlich offenbar, wie ein Springer auf der Grundreihe einfach sehr stört und man schnell in Nachteil geraten kann. Dass man eine Figur nicht auf die Grundreihe stellen sollte, ist also nur wegen den Türmen so. Wenn die Türme aber vom Rand in die Mitte schon bewegt sind, dann ist es natürlich meist egal, ob man einen Springer zum Beispiel auf f8 oder f1 stellt. Dies kann manchmal sogar ein guter Zug sein, um die Königsstellung "von unten" her zu verteidigen (analog eines Springers auf f3 oder f6).

Man kann sich angucken, was man am besten gegen die Eröffnungen tut, in die man regelmässig hineingezwängt wird.
Es ergeben sich immer grundlegende Stukturen, mit einer kleinen Spannbreite typischer Merkmale, bei egal welcher Eröffnung. Wenn man zB immer gegen d2-d4 spielen muss und man spielt es nicht so gerne, guckt man sich aus, welche Stellungsmerkmale einem am besten zusagen: zB Königsfianchetto mit g7-g6 (und d7-d6 nicht vergessen, wegen 2. e2-e4!). Oder einfach d7-d5? Dann könnte das Damengambit kommen, wenn Weiss c2-c4 spielt. Also das guckt man sich an, meist weiss man das aus Erfahrung und überlegt sich Eröffnungsweisen, in die man mit der Zeit auch immer mehr hineinwächst, um so einen halbwegs passablen Weg zu finden "gegen seine unliebsamen Eröffnungen".

Man kann das genauso bei e2-e4 tun. Spielt man lieber Sizilianisch oder Französisch? Dem einen behagt nicht immer das, was einem anderen behagt. 

Man sollte aber grundsätzlich in der Lage sein, immer alles spielen zu können, auch wenn es dann flach oder ideenlos wird, das heisst angemessen und ohne gravierenden Fehler. Bei seinen Lieblingseröffnungen muss das Konzept aber passen.

Wenn die Könige rochiert haben, dann ist die Mittelspielstellung in der Regel erreicht.

Diese Mittelspielstellung kann bei einigen Eröffnungen schon nach 10 Zügen erreicht sein, bei anderen Partien findet sich bereits nach 5 Zügen das Bestreben, einen konkreten Kampfschauplatz zu etablieren; dann wird die Partie von Anfang an sehr taktisch geprägt sein. 

Manche Eröffnungen sind zum Beispiel sehr offen, das heisst, es gibt viele Angriffsmöglichkeiten der Figuren. Und darauf reagiert natürlich der Gegner durch Verteidigung oder seinerseits Angriff unserer Schwachstellen, und es entwickeln sich rasch die konkreten Kampfschauplätze. 

Auch das banale Zentrum kann so einen Kampfschauzplatz darstellen. Wer durch Bauern im Zentrum den Gegner an die Wand stellen kann, hat immer einen Vorteil; meist ist das schon durch den Raum gegeben, den man beansprucht, aber der oft auch zu weiteren Vorteilen führen kann, indem sich taktische Möglichkeiten ergeben. 

Taktische Möglichkeiten sind immer Züge, die in der Stellung liegen und erst noch erkannt werden müssen. Gute Spieler haben eine gutes Auge für die verborgenen taktischen Möglichkeiten einer Stellung.
Taktik bedeutet nicht auf lange Sicht zu planen, das wäre Strategie. Sondern Taktik ist gegeben, wenn man einen Zug findet, der einen sofort in Vorteil bringt - oft ist das mit der Drohung eines Materialgewinns verbunden, oder der Gegner bekommt einen schwachen Bauern, der oft schon genügen mag, um die Partie zu entscheiden. 

Es muss also noch nicht mal um Materialgewinn gehen.

Initiative ist gegeben, wenn man die Richtung des Spiels bestimmen kann. Mit taktischen Zügen reisst man die Initaitive an sich. Diese taktischen Züüge sind aber selten offensichtlich, aber diese machen den Reiz einer Partie erst aus!

Wichtig wird jedoch immer das Planen und das Herbeiführen von Kampfschauplätzen sein, mit denen sich dann auch taktische Möglichkeiten ergeben.
Man versucht zum Beispiel immer einen Kampfschauplatz zu wählen, an dem der Gegner Schwierigkeiten bekommt. Man orientiert seine eigenen Figuren auf den oder die Kampfschauplätze hin.

Es ist eine gute Anleitung für ein erfolgreiches Spielen, immer auf die möglichen Kampfschauplätze zu achten, denn auch so erhält das eigene Spiel eine Richtung und das Fassen von Plänen wird leicht. 

Ein typischer Kampfschauplatz ist zum Beispiel eine offene Linie, wo man nicht vergessen darf, dass man versuchen muss, als erster mit Türmen diese Linie besetzen zu können. Das ist schon ein Plan. Auch die mögliche Verdoppelung der Türme auf dieser Linie stellt einen Plan dar. Dann wird der Gegner eventuell genötigt, einen oder beide der Türme abzutauschen, und so ist es die Frage, wie dann die Stellung aussieht.

Nach einem Abtausch in Bezug zu dieser offenen Linie, ist es gewöhnlich IMMER besser, wenn man als letzter auf dieser Linie steht und so die Linie mit den eigenen Figuren beherrscht.
Es gibt nur dann Ausnahmen, wenn man zum Beispiel an anderen Orten des Spielfeldes aktiv werden kann und man dort einen grösseren Vorteil erhält, als wenn man sich allein auf diese offene Linie konzentrieren würde. Dann kann der Gegner diese offene Linie zwar besetzen, aber man hat woanders noch seine Möglichkeiten, die einen grösseren Vorteil bedeuten könnten. Dann kommt es auf das Übergewicht an: Hat der Gegner mit seiner offenen Linie mehr Vorteil als wie ich mit meinem Königsangriff?  

Und ähnliches gibt es andauernd und es hängt alles mit Kampfschauplätzen zusammen, an denen sich die Figuren und ihre Kraft bündeln. Kampfschauplätze! Kampfschauplätze! Kampfschauplätze! 

Darum zu wissen, macht Schach erst zu einem so reizvollen Spiel! Man kann sich Großmeisterpartein erst wirklich genußvoll ansehen, wenn man um solche Kampfschauplätze weiss!


Ein Weg führt letztlich zu einem Kampfschauplatz, der erfolgverheissende Aussichten bietet.



Die Wahl zu einer Spielanlage und einem Plan (Strategie), und auch die Wahl der einzelnen Züge und Abwicklungen (Taktik): das alles ist gebunden an die eigene Spielstärke.

Man kann nur das tragen wollen, was man tragen kann.

Man darf sich nicht überfordern. Und unterfordern aber auch nicht.

Das Zentrum ist der zentrale Ort, an dem um Initiative gekämpft werden kann: denn wer das Zentrum besetzen kann, so heisst es, hat die Initiative.

Mehr als nur eine Gratwanderung ist es, wenn man mit seinem Randbauer einen Angriff auf der jeweiligen Flanke vorbereiten will und dieser Zug mit dem Randbauer aber zu früh kommt, und der Gegner im Zentrum seine Initiative schon ausbauen kann... - dann hat der Angriff auf der Flanke keinen Sinn, weil man im Zentrum schon zur Verteidigung gezwungen wird.


Schach spielen heisst, aus Spaß Ernst zu machen.

Das heisst, eine ernsthaft und gewinnorientierte Partie Schach zu spielen.

Dass der Spaß nicht zu kurz kommt, bedeutet wohl, immer so zu spielen, dass man gewinnen kann.

 (1. Juni 2008; der Augenblick als der Gegenspieler aufgab, in einer Partie Schach; 9:46 Uhr
Begangene Fehler sind oft entscheidende Weichenstellungen für die Niederlage gewesen.

Stellung nach dem 11. Zug von Weiss (11. c2-c3):


Stellung nach c2-c3 (Schwarz jetzt am Zug)

Schwarz zog jetzt Dame e5+.


Auf Dame e5 + folgte von Weiss Turm h3-e3 - es stellte sich heraus, dass die ganzen Aktionen des Schwarzen am Damenflügel nicht gerechtfertigt waren. Diese begannen mit Sb4, der ein Patzer war.

 Bereits in der Eröffnung wurde ein falsches Gambit gespielt, bei dem der schwarze Bauer e5 nicht zurückgewonnen werden konnte, und auch kein ausgleichendes Druckspiel für den Schwarzen entstand.

Den Versuch Druck zu entfachen sieht man hier mit Sb4, der auf c2 zielt und gefährlich werden könnte, doch der weisse Springer a3 ist ein einfacher Zug um in dieser Stellung Gefahr zu verhindern! 

Die Spielstärke des Gegners war übrigens deutlich schwächer als die meine.

Besser Schach spielen heisst: noch aufmerksamer zu werden...

Astrologie

In einem Geburts-Radix, kann der Geburtsmoment des Geborenen, also sein Horoskop aufzeigen, ob es einen Zusammenhang mit der besonderen Bedeutung von Chiron hinsichtlich des Schachtalents des Geborenen gibt.

Ein solcher Zusammenhang gibt es in fast jedem Horoskop eines Großmeisters und infolgedessen kann Chiron neben Merkur und Mars als besonders relevant für besondere Schachspielfähigkeiten angesehen werden.

Es gibt typische Beispiele, in denen das der Fall ist. Meist sollte auch der Mars in einem Radix in irgendeiner Weise hervorgehoben sein. Denn Mars steht für den unbedingten Willen, zu gewinnen. Das sagen Großmeister immer wieder: Sie spielen deshalb so gut, weil sie unbedingt gewinnen wollen. Es ist aso keineswegs albern, sondern essentiell, auch wirklich gewinnen zu wollen und die Niederlage zu hassen wie die Pest. Das ist nämlich ein starker Antrieb.

Besonders bei R.J. Fischer, steht Chiron genau in Konjunktion mit dem Mondknoten, einem der wichtigsten Punkte des Horoskops (am Mondknoten findet eine Integrationsleistung und Streben nach Anwendung statt).

Neben den Hauptachsen ist die Mondknoten-Achse in ihren beiden Mondknotenpolen oft ein besonderer Punkt von Energieausdruck und Erfahrung einer notwendigen Integrationsleistung.

Das Beispiel Fischer zeigt, wie bedeutend der Mondknoten einzuschätzen ist. Sicher ist es nicht zwingend, dass man mit Chiron am Mondknoten oder in anderen Betonungen (Chiron/Merkur Aspekte) nun Schachspieler wird. Aber es fällt auf, dass bei guten Schachspielern oft Chiron im Radix besonders betont ist. Ebenso kommt Mars/Merkur für eine besonders intellektuelle oder logisch-verstandesmässige Schlagfertigkeit in Frage. Also: Merkur/Chiron Aspekte, Mars/Merkur Aspekte können als förderlich für das Schachspiel angesehen werden. 

Die Statistik hat bewiesen, dass - im Vergleich mit zwölf anderen untersuchten Berufsgruppen (darunter Sportler, Medizinern und Schriftsteller)-, die meisten Chiron/Merkur Aspekte von Schachspielern beigesteuert werden!

26. Februar 2008

Mögliche Fehlerquellen
Überhastete Züge während noch genug Zeit vorhanden ist... das ist das Dümmste, wenn es schief geht. Aber noch dümmer sind Züge, die man macht, nur um mit SCHNELLIGKEIT zu imponieren. Man meint, man könne dem Gegner so psychologisch vor die Wand fahren.

Ein Spiel, dessen  eigene  Niederlage bereits genug abzuschätzen ist, kann man aufgeben, und statt sich und den Gegner zu quälen eine neue Partie spielen; in Partien mit Zeitkontrolle lohnt sich aber ein Blick auf des Gegners Uhr!

Der König im Zentrum (1. Juni 2008)

Die Erfahrung zeigt, dass der König im Zentrum nur dann stehen soll, wenn auch die entstehende Stellung es zulassen. Nicht zu rochieren kann gut oder sehr schlecht sein.
Gut ist es meist, wenn man das innere Zentrum geschlossen halten kann, und die eigenen Figuren genügend Raum haben.
Das ist sehr selten der Fall, und ich denke, man muss stets rochieren, selbst wenn man lange wartet, weil man sich um die Initiative zu scheren beginnt, denn nicht zu rochieren bedeutet ja auch einen Tempogewinn!!
Es kann sich durchaus lohnen, danach Ausschau zu halten, wann es besser ist, zu rochieren - es  sogar darauf anzulegen, nicht zu rochieren; wenn also die Stellung sich nämlich dann tatsächlich als vorteilhaft erweist. Aber in der Regel bringt es immer Probleme mit sich. Und genau die muss man von Anfang  an bedenken, also sich danach richten. Dazu gehören vor allem die beiden Türme, die durch einen mittigen König versperrt werden, so muss irgendwann der König den Platz frei machen für die eigene Beweglichkeit.

Übrigens, es gibt für Weiss wohl auch das sofortige Königsfianchetto, um schon nach drei Zügen rochieren zu können. Dann kann man einen anderen Weg folgen, geradezu oppositionell, dass man also sehr schnell rochiert um möglichst früh angreifen zu können, zB im Zentrum. Letztendlich kann man eine grundlegende Stellung herbeiführen, mit der man gut klar kommt. 

Es gibt Eröffnungen wie Französisch
(1. e2-e4 e7-e6 2. d2-d4 d7-d5),
in der es für Schwarz manchmal vorteilhafter ist, nicht zu rochieren.
Das sollte aber ausprobiert werden, ob es der eigenen Spielanlage entspricht. Ich zB verliere im Französischen öfter, wenn ich rochiere und weniger oft, wenn ich nicht rochiere. Ich kenne aber Spieler, bei denen es genau anders rum ist!

Um schnellstens zu rochieren, ergibt sich neben direkten Vorstößen ins Zentrum (zB Italienisch 1. e2-e4 e7-e5 2. Sg1-f3 Sb8-c6, 3. Lf1-c4 oder Spanisch als zweitbeliebteste Zugfolge unter 1. e2-e4), auch das Rochieren nach Art des Fianchetto, indem man den Läufer  1. g2-g3 zieht und dann (egal was Gegner zieht...): 2. Lg2 (..) 3. Sf3 (..) 4. 0.0 oder auch in anderer Reihenfolge: 1. Sf3 2. g3 usw.. 

Wenn aber Schwarz e7-e5 zieht, mit der Drohung e5-e4 zu ziehen, sollte man besser d3 zwischen schalten (selbst e2-e4 zu spielen würde das Eröffnungskonzept etwas untergraben, da man den Läufer auf g2 fianchettiert hat, möchte man diese Diagonale auch möglichst aktiv gestalten: ein eigener Bauer e4 auf diese Diagonale zu stellen, ist dann etwas kontraproduktiv). 

Aber wenn man will, kann man es wohl spielen mit e4, es ist natürlich spielbar, obwohl es wohl eigentlich eher gefällt, wenn man e4 nur dann spielt, wenn der Gegner noch nicht e7-e5 gespielt hat und somit unseren eigenen Vorstoß auf e5 blockiert.

Mit dem Königsfianchetto (g3 und Lg2) wird auf b7 d5 und c6 gezielt, also aufs Zentrum und die Diagonale auf a8 ist immer ein guter Angriffspunkt.


12. Juli; Donnerstag 17:35

"Man will mal was neues ausprobieren..."

Man muss schauen, ob es gerechtfertigt ist, ständig neue Wege zu gehen. Man darf nicht originell sein wollen, sondern muss den Eindruck haben, dass es sich lohnt, in einer gewissen Weise zu spielen. Originalität beschränkt sich allein auf die erfolgreiche Wahl einer offensiven, taktischen oder dynamischen Spielweise, aber wenn man sich damit sein eigenes Grab schaufelt, ist das kaum noch originell zu nennen.

Im Schach gibt es vielleicht sogar keine lohnenswerte Originalität, sondern nur das eiserne Gesetz der Logik scheint lohnenswert zu beachten. 
 



14. Juli; Freitag 23:12
Es bewahrheitet sich irgendwie, dass die besten Eröffnungszüge solche sind, dessen aufgestellte Figuren später nicht behindernden Charakter bekommen.

Über die Intuition und das 'innere Zentrum' des Schachspielens

16. Juli 2007; 13:40
Wenn man an besagte Mittelspielstellungen (KRITISCHE STELLUNG) kommt, dann gilt es langfristige Überlegungen anzustellen: worauf läuft die Stellung hinaus?

Und man darf nicht ungünstig abwickeln, also ungünstig abtauschen.

Und der Anfänger fragt sich tatsächlich: "aber was ist das, eine langfristige Überlegung, eine ungünstieg Abwicklung?" Unglückliche Abwicklungen verschlechtern die Stellung - und eine Häufung dergleichen oder grobe Fehlabwicklungen führen in ein verlorenes Endpspiel.

Im Endspiel wird nur noch ausgespielt, was die Stellung hergibt. Grosse Veränderungen der Tendenz werden nur noch durch das technische Geschick der Spieler entschieden. 

Das einfachste Motiv ist immer das Zentrum: Wie stehen die Bauern im Zentrum, was kann der Gegner seinen Vorteil mir zum Nachteil führen, und was habe ich für Möglichkeiten, wie sieht die ganze Stellung aus?; dann könnte ich solche Züge vorbereiten, die meine Stellung verbessern. Und damit geht es hier auch um langfristige Unternehmungen. Man darf nicht einfach einen Bauern weit nach vorne ziehen, wenn man nur kurzfristig damit Druck aufbaut aber langfristig dieser Bauer nicht mehr gedeckt werden kann!

Es heisst ja: In manchen Fällen, in denen einem nichts einfällt, könnte sich als nützlich bewahrheiten, dass man stets die am schlechtesten stehende Figur zieht, um seiner Stellung und seinem Spiel noch etwas Gutes zu tun. Diese Maxime wurde einst von einem Großmeister angegeben und hat sich tatsächlich als Lösung für viele Fälle von Situationen erwiesen, wenn man von Unentschiedenheit geplagt wird, einen bestimmten Zug auswählen zu müssen (im Zugzwang an der Reihe zu sein).

Denn oft ist die Stellung wirklich nicht sonderlich zu bewegen, ohne dass eigene Figuren schlechter stehen. Dann muss man die geringsten Veränderungen herbeiführen. Denn der Gegner muss ja auch ziehen, und daraus , dass er Fehler macht, kann sich die Möglichkeit ergeben.

Ein schwerwiegender Fehler, den man machen kann, liegt darin, eine Regel oder Richtlinie zu verallgemeinern oder als Dogma aufzufassen - im Schachspiel ist jeder Moment einzigartig in seinen Bedingungen. Es gibt keine Dogmen im Schach.

15:32

Es lohnt sich auf die typischen Motive zu schauen, und sich eine Spezialität herauszusuchen, die man kultivieren möchte.
Für mich ist es momentan angezeigt, dass ich die typischen Angriffsmotive auf die feindliche Königsstellung in den verschiedenen Partien ausprobiere. Es zeigt sich mir, dass diese Angriffe ja zwingend sind, weil sie dem König gelten, das heisst, wenn man dort angreift, dann kann der Gegner oft nicht anders, als darauf zu reagieren und seine sonstigen Angriffsversuche vorübergehend einzustellen, manchmal gehts aber auch  darum, dass man schneller ist als des gegnerischer Angriff.

Dieser Aktivismus, unbedingt den gegnerischen König anzugreifen ist aber alles andere als leicht, denn oft wird es keine zwingende Möglichkeit geben, etwa eine Figur zu opfern, mit der Folge damit die Stellung des gegnerischen Königs so weit zu ruinieren, dass ein grosser Schaden oder sogar Matt entsteht, was allein die Opferung eines Läufers, Springers, ja sogar Turms rechtfertigen kann.

Das Schachspiel als Wissenschaft betrachten, heisst nichts anderes, als zu begreifen, wie es gespielt wird.

Gespielt wird es mit Vernunft und eben doch nicht mit Logik (die Logik wird nur angewendet). Würden wir die Logik geflissentlich anwenden können, wären wir Meister. Und jeder Großmeister wäre unbesiegbar.
Es zeigt sich, dass jeder Spieler aber nur versucht, seine Vernunft in bester Weise zu gebrauchen. 

Psychologische Faktoren kommen hinzu, und das mag in Unkonzentriertheit bestehen. Mit der Vernunft entscheiden wir uns nicht nur für die möglichen Wege in einer Partie, sondern auch zur Konzentration und dem Aufrechterhalten von Plänen und Zielen. Um wirklich durchhalten zu können, brauchen wir nicht nur gute Pläne und sinnvolle Ziele, sondern auch Leidenschaft und energische Entschlossenheit, nämlich gewinnen zu wollen. Neben der Grundlage, dass wir zur Konozentration über einen gewissen Zeitraum fähig sind. Deshalb ist Schach auch eine gute mentale Übung.

   


4. August 2007 12:00 Uhr

Man ist gut beraten, sich in einer Eröffnung immer alles offen halten zu können. Es kommt drauf an, was der Gegner zulässt, und im Vorhinein wissen wir das noch nicht, wie der Gegner spielt.

Der eingesperrte Läufer c8 im Damengambit:
Mit schwarzen Steinen.
Der Läufer c8 wird geplant zu entwickeln, wenn er sich nicht sogleich entwickeln kann - man geht im Damengambit oft ein zweischneidiges Spiel ein, wenn man ihn zu früh entwickelt und irgendwann muss man vielleicht e6 ziehen, oder man entwickelt den Läufer schnell, und plant vielleicht Lb7 oder La6. Den Läufer nämlich zu früh nach g4 oder f5 zu entwickeln, bringt dem Gegner die Möglichkeit mit seinen Figuren auf der entblößten Damenflügelseite anzugreifen, weil der schwarze Läufer dann fehlt, um den Angriff abzuwehren.

Das Damengambit mit Schwarz zu spielen kann eine gute Übung sein, sich Pläne zu schmieden. Denn es gibt immer dieselben Komplikationen. Egal mit welcher Eröffnung man sich beschäftigen will: Man sollte dabei nicht immer denselben Weg versuchen, sich durch die jeweilige Eröffnung zu bringen, denn das steht oft dafür, dass man keinen Plan fassen kann.

Wenn man im Damengambit konkrete Ziele hat, die realisierbar sind, dann wird sich bald zeigen, dass man auch jede andere Eröffnung planen, also spielen kann. Man wird sehen, dass es auf Ideen hinaus läuft, die man in bestimmten Eröffnungen anwenden kann. Im Sizilianischen gibt es andere Ideen als wie in Russisch und im Schottischen andere Ideen als wie im Damengambit.
So eine Idee kann zum Beispiel im Damengambit für Schwarz der Vorstoß des Bauern e7-e5 sein, oder c7-c5 - je nachdem, welche Variante man vorher gewählt hat bzw. wie die Stellung aussieht. Dieses Unterfangen kann nicht immer durchgesetzt werden und man muss schauen, dass man sich die Möglichkeiten offen hält - und genau das ist der Reiz des sehr frühen Stadium des Mittelspiels. Die Eröffnung ist offensichtlich eine sehr jungfräuliche Knospe des entstehenden Mittelspiels. Das heisst, wenn man sich von Anfang an klar macht, dass schon die ersten Züge der Eröffnung darauf hinaus laufen, eine Mittelspielstellung zu konkretisieren, fällt einem auch das Planen leichter.
Diese ersten Züge werden unweigerlich Strukturen schaffen, auf die sich jedes Mittelspiel aufbauen wird.


6. Januar 2008 18:34

Es ist doch immer dasselbe: Es geht um die Aufmerksamkeit für die Geschehnisse. 

Hat man erst diese Gabe bei sich entwickelt (mehr oder weniger), kommen auch die ersten Einblicke zustande - oder für einen reiferen Spieler schon die typischen Motive einer Stellung ins Bewusstsein. Als ob sie sich eingeben. Ohne dass man danach krampfhaft suchen muss.

12. Februar 2008 10:20

Sich die Laune des Schachspiels durch eine Metapher erhöhen:

Es geht darum: Das Spielgeschehen vor Augen haben. 
Man kann sich noch motivieren durch verschiedene Tricks.

Um sich vorab in Laune zu bringen, könnte man sich den Ernst der Lage als Gleichnis vorstellen: 

Spielen täte man jede Partie so, als sei es die einzigste letzte Tat, die man hier auf dieser Insel noch verbringen würde, weil nach dem Ende der Partie und einem Verlust: der Pilot mich nicht mit sich nehmen würde, und ich hier bleiben müsste in der Wildnis für alle Ewigkeit.  

Oder als würde man eine Partie spielen, und nach dem Ende dieser Partie stirbt man (ob gewonnen oder verloren), und man lebt dann in einer realen Welt, die genau der Partie, die man gespielt hat, nachgebildet ist - und so sei es die allerletzte Partie oder allererste, nämlich der Schritt in die Welt, die man gestaltet - wenn man gewinnt, sorgt man für ein Leben als König oder Herrscherkaste (je nachdem wie gut man spielt, wie gross die Spielstärke ist), wenn man verliert, wird man Untertan. Dann will man gut spielen.

Es zeigt sich, dass Kampfgeist wichtig ist. Wenn man sich sagt: ICH WILL GEWINNEN UND ICH HASSE ES ZU VERLIEREN, dann zwingt man sich die besten Züge zu suchen. Man muss leiden können, und sollte sich aber nicht ärgern. Aber durch das Leiden spürt man , warum man gewinnen will. Warum es sich lohnt, besser werden zu wollen.

Wenn man sich ärgert, ist das schlecht, weil es zeigt, dass man psychologisch gesehen noch leicht aus der Balance gebracht werden kann. In einer wichtigen Partie ist es oft viel wesentlicher, dass man sich und seine Emotionen im Griff hat und nicht die Emotionen einen im Griff haben.

12. September 2009; 16:19 Uhr

Jetzt sucht man die ganze Zeit nach einer Antwort, wie man denn besser Schach spielen lernen kann. Und sieht endlich, dass es wesentlich darauf ankommt, eine Idee davon zu haben, wie man besser Schach spielen lernen kann. Man sucht ja nicht diese Web-Seite zB auf, wenn man nicht irgendwie daran interessiert sei, was für einen wohl der beste Weg ist, besser Schach spielen zu lernen.

Für mich etwa, gehts eigentlich oft darum, die Stellung überhaupt einschätzen zu können. Das heisst, es gibt viele Stellungen in der Schachpartie, die mich in ihren wesentlichen Möglichkeiten überfordern. Ich merke das immer dann, wenn der Gegner mir zeigen kann, wie ich die Stellung aus den Augen verliere und sei es deshalb, weil ich patze - wenn er es mir präsentiert, hat er es offensichtlich gemacht. Die Frage ist dabei nicht zu vernachlässigen, ob man den Gegner nicht auch dazu eingeladen hat, genau dies zu tun. Insofern man schlechte Züge wählte, oder in irgendeiner Bedrängnis genötigt war, schlechtere Züge zu wählen. Womit man schlechtere Ausgangslagen bekommen wird für den nächsten Zug und die nächsten Manöver.

Wenn ich nun, um zu verhindern, dass die entstandene Stellung mich überfordert, nächstes Mal einen einfachen Zug wähle, so muss dieser auch dabei ankommen, ein gewünschtes Ziel zu erreichen. Was für ein anderes Ziel ist dies also, nach allem was wir wissen: Dass man mit jeder Partie Schach alle funktionell möglichen und zweckdienlichen Inhalte dieses Geschehens möglichst erfüllt, als da wären die Schachaufmerksamkeit, das taktische Auge, die Art der strategischen Planung, und Ideen, die einem dabei anleiten und motivieren; - nicht zu vergessen den wichtigsten Aspekt: Dass man sich die Lust am Schach erhält.

So sehen wir, dass dies unweigerlich ein rein persönlicher Aspekt des Schachspielens ist, wie man dahin kommt, im Schachspielen immer besser zu werden. Weil die Wege, dies zu lernen, für jeden im Detail anders sind. So muss jeder woanders mehr Arbeit investieren als ein anderer. 
Ich sehe ein, dass das Maß eines spielstarken Spielers auch damit zusammenhängt, dass er statt das Einfache zu wählen, das Dynamische erfolgreich erprobt und das Einfache aber dann wählt, wenn damit ein klarer Vorteil verbunden ist.

Man sollte als blutigster Anfänger (mit zerschundener Schachlust), möglichst die materiellen Vorteile im Auge behalten, damit man ein Gefühl zwischen Position und Materialverhältnis bekommt.
Denn nicht immer, ist ein Bauer, der in Rückstand ist, so schlimm, wenn man dafür eine Menge positionellen Vorteil bekommt, und vielleicht den Bauern mit späteren Gewinn zurückholen kann. Sei der Gewinn wiederum im Positionellen oder Materiellen enthalten. Doch andererseits muss man auf der Hut sein, nicht unangemessen über eine Position bzw. Stellung zu urteilen. Manchmal überschätzt man sich und seine Möglichkeiten.

Noch öfter liegt der eigene Fehler an der mangelhaften Ausbildung der Schachaufmerksamkeit oder ungenügende Schulung für die Fähigkeit, das Geschehen im Geiste (mental-logisch) zu berechnen, also Züge und deren Auswirkungen zu unterscheiden und jeweils für sich das wesentliche an gegebenen Möglichkeiten einzuschätzen. Wobei die Einschätzung sich überwiegend darauf gründen kann, die in einer Stellung liegenden Möglichkeiten mit wenigen Blicken zu erkennen (wie schwache oder starke Felder, Vorposten, starke oder schwache Bauern, Räume, Bauernstrukturen usw.).

Diese Fähigkeit des logischen Berechnen beinhaltet meiner Erfahrung nach nicht, dass man jeden Zug sehr weit im Voraus berechnet. Das ist die Vorgehensweise eines linear arbeitenden Computers. Wir als Menschen berücksichtigen vielmehr einen Haufen gleichzeitiger Informationen, um eine Stellung zu beurteilen. Desweiteren kommt der vorschauende Blick zustande, indem man eine Stellung so einschätzt, dass man in den typischen Stellungsmerkmalen auf diese Möglichkeiten von Stellungsmerkmalen schliessen kann (schwache oder starke Felder die mit den nächsten Zügen entstehen können, Vorposten, starke oder schwache Bauern, Möglichkeiten für das Figurenspiel, Bauernstrukturen usw.).

Für die logische Berechnung ist es am einfachsten , immer das Nächstliegende heranzuziehen - und auch hierfür kann man sich einen Blick schulen: das, was als naheliegendste Zug-Möglichkeit vorhanden ist, möglichst rasch zu erkennen und von zweischneidigen oder halbgaren Entscheidungen zu unterscheiden.
Das Nächstliegende ist etwas, was offensichtlich ist, eine Drohung, grossen nachhaltigen Vorteil, oder Materialgewinn verursacht. Solche Züge sollte man auf Anhieb erkennen können. Und natürlich wird man sich je nach Spielstärke darin auch ein Grad schulen können, wie man Berechnuungen anstellt, die ja immer damit verbunden sind, Urteile, Werturteile abzugeben und zwar über die Stellungsmerkmale und darin liegenden Möglichkeiten. Gewöhnlich nennt man es "Berechnen eines Zuges", aber auf den Menschen bezogen ist es eher ein ganzheitlicher Vorgang, als wie nur eine simple Rechnung. Man macht sich eigentlich ein Bild, und je nach Erfahrung erkennt man es mehr oder weniger gut, was das Bild zeigen oder wo hinführen soll.

Effektiv ist es, immer den Zug zuerst zu untersuchen, der am zwingendsten aussieht. Wobei jeweils "das Notwendigste weil Zwingendste" sehr viele Gesichter haben kann und immer wieder anders daher kommt. Meist ist es für mich jener Zug, der eine offensichtliche Drohung, ja die offensichtlichste Drohung ausführt. Aber es ist nicht immer der Beste, also:
Nachdem man den  für einen selbst zwingendsten  Zug ausgekundschaftet hat, kann man schliesslich andere Aspekte berücksichtigen, etwa in die Zukunft schauend das Strategische bedenkend, oder nach taktischen Möglichkeiten suchen, die in der Stellung noch für die Zukunft lauern. 

Aufgrund dass ich Stellungsmerkmale begutachten kann und zu beurteilen vermag, komme ich danach zu der weiteren Überlegung, die möglichen Züge, die über diese Punkte entscheiden können,kommen zu sehen oder Wege dahin berechnen zu können.
Dass man auch hier bei dem Vorausberechnen wie überall Fehler machen kann, gehört zum Spiel - aber es gehört auch zum Spiel, dass man sich bemüht, keine grösseren Fehler mehr zu begehen, dass man das eigene Niveau zum eigenen Genuß hoch hält, weil sonst der eigentliche Aspekt des (sportlichen) Spiels verloren gehen wird.
Wer Wettkampf, das Kräfte-Messen will, muss es so machen, den Gegner zu besiegen und sich in der vorliegenden Partie zu beweisen und zu bewähren (von Anfang an geht es darum, dass ein Ungleichgewicht entstehen muss: Eine Entscheidung, sonst gäbe es für das Spiel weder Sieg noch Niederlage).

Es gibt ja viele Arten von Züge, die mich verleiten, statt des Komplizierten und Dynamischen das Einfache zu wählen. Schlampige Züge, "patzerige" Züge, unbewusst gewählte Züge, die noch das grösste Übel sind (da unbewusst gewählte Züge bedingen, dass man nicht die nötige Aufmerksamkeit aufbringt, für das, was man tut).

Ich muss zu allererst natürlich so eine Art Schach-Aufmerksamkeit aufbringen. Um mein Tun identifizieren, also ergründen und weiterbringen zu können.
Der Pfeil der Aufmerksamkeit richtet sich unaufhörlich auf diese einsichtsverheissende Essenz eines klar gegebenen Schach-Momentes, und bringt alle weitere Aufmerksamkeit genau in Richtung des best möglichen Weges, genau dies zu tun: eine Aufmerksamkeit für das aufzubringen, was man Schach spielen nennt. Zum Schachspielen gehört vor allem, dass man das Geschehen von seinem Wesensgehalt her erfüllt, und das Schachspielen zu einer Kunst macht, in der sogleich auch das Bestreben enthalten ist, sich darin immer wieder ein Stück mehr zu perfektionieren, auf einem nach oben hin offenen Weg, so weit die Grenzen für einen gesteckt sind.
Schach spielen - so wie man als Kompliment zu jemanden sagt, "der oder die kann Schach spielen und nicht nur Figuren hin und her schieben", weil derjenige weit über den Status hinweg ist, typische Anfängerzüge zu machen, also Patzer (Patzer, unbewusste Züge usw.). Jemand der aber Schach spielt, der sieht, was in einer Stellung Aufmerksamkeit verdient. Das eigene Spiel sieht für einen Profi nicht besonders drastisch aus, wenn es an der Umsetzung der Ideen lag, und nicht an den Ideen selbst, dass man verlor.

Wenn man nun gerade eine Schwäche im Aufbau der Partie hat (gerade bei mehreren Figuren, die noch auf dem Brett sind), lohnt es sich, sich an das Vereinfachen zu wenden, um auch mal ganz einfache Stellungen zu bekommen. Solche, in denen man viel übersichtlicher schauen kann, was für Möglichkeiten solche jeweils für sich typische Stellungen einem bieten.
Da tauchen dann auch Ideen auf, und nun kann man erst mal mit den Püppchen üben (einfache Stellung bedingt das Minimalistische), bevor man es mit den Titanen wagt (alle Figuren auf dem Brett begeben sich nach und nach und immer tiefer  in komplizierte und dynamische Kräfteverhältnisse).
Wobei man natürlich gemessen an der eigenen Spielstärke entsprechende Wege gehen sollte, die einem weder überfordern, noch unterfordern. Es ist aber falsch ein Dogma daraus zu machen - man kann auch mal extra gegen sehr starke, sehr schwache Spieler antreten, wenn es nicht zur Chronik wird, dass man verliert und immer noch nicht gewinnen kann (zu starke Gegner), nie etwas lernt (gegen zu schwache Gegner), oder bald die Lust verliert.

Und es ist wichtig, jede einzelne Stellung beurteilen zu lernen. Wobei es egal ist, wie man zu einem Urteil kommt. Hauptsache man kommt zu einem Urteil. Dann kann man sehen, ob das Urteil gerechtfertigt war.

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