Wenn man danach sucht, besser Schach zu spielen, kann folgende Grundhaltung sehr helfen:
Effiziente Wege gehen lernen.
Das heisst: In jeder Hinsicht effizient vorzugehen.
Dazu
zählt auch die Mentalität, also die Herangehensweise, die man beim
Schachspiel aufbringt. Die Gedankenführung und Konzentration.
Fritz: "Beim Schachspielen kann man sich kein Schnarchen erlauben..."
Im
Kern geht es darum zielgerichtet vorzugehen!
Ein Ziel zu erkennen,
zu fokussieren. Etwas nicht aus den Augen zu verlieren. Es ist fast egal, was es ist, hauptsache man hat ein Ziel gehabt.
Es ist manchmal
sehr hilfreich: bewusst, wenn der Versuch auch misslingen mag, nach
Angriffen zu suchen oder ähnliche Ideen hartnäckig umzusetzen zu versuchen.
Angriffe vorbereiten. Das muss irgendwie wenn auch in Spuren ins Blut übergehen.
Astrologisch gesehen, die Mars Kraft aktivieren. Man muss unbedingt gewinnen wollen.
Auf Dauer
wird das nicht ausreichen, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.
Es
braucht eine Strategie, auch eine aufs Spielgeschehen ausgerichtete
eigentliche Gestaltungsart aller strategischen Pläne. Kein solcher Plan kann
allein aus Regeln bestehen, die man auswendig lernen könnte. Jedes
Spiel im Ganzen gesehen ist einzigartig, und es zählt nicht immer der objektiv beste Zug,
sondern auch die Spielanlage, die mit dem eigenen Stil und auch
den eigenen Fähigkeiten korrespondiert, und weder unter- noch
überfordert noch auf Fehlgleise von zB Eröffnungsweisen führt, die
einem nicht liegen. Nicht jeder ist auch der geborene Angriffsspieler.
Man soll nicht unbedingt einen Angriffsspieler aus sich machen, wenn
man eher strategischer Natur empfindet.
Astrologisch gesehen hat
ein typischer Angriffsspieler eine starke Marsgewichtung im Radix; 1.
Haus; Feuerelementbetonung usw. und oft dabei auch Merkur/Mars
Spannungen. Der eher zurückhaltende, aufs ganze Geschehen gerichtete
Blick geht typischerweise aus von Mond- und Wassereinflüssen des Radix,
ebenso Wasserbetonungen, 4. Haus Betonungen oder Mond im 1. Haus usw.
(es gibt dazu viele Wege, um etwas als naheliegend erscheinen zu
lassen, entsprechend zu denken, zu empfinden, und danach zu
handeln) .
Es
gibt den Angriffsspieler und den eher zurückhaltend agierenden, nicht
unbedingt passiven Spieler. Der Angriffsspieler übt sich in taktischen
Sachverhalten, vernachlässigt vielleicht - gewollt oder in Kauf
genommen oder übersehen - die strategische Anlage seiner Stellung, zum
Beispiel seine Bauernstellung. Strategie ist immer etwas, wo es einen
in späteren Phasen der Partie hinverlangt. Ein langfristiges Ziel. Am
ehesten durch positionelles Gespür beschreibbar.
Taktik ist immer etwas, was in wenigen Zügen den Gegner an die Wand fährt.
Dafür
ist es hilfreich, das Denken in Angriffsplänen zu üben. Man sucht dann
nach Angriffsmöglichkeiten, oder sucht nach Mitteln und Wegen solche
Angriffe einzuleiten. Angriffsmöglichkeiten bestehen in allerhand. Das
können schwache Bauern des Gegners sein, oder dass dessen Zentrum
schwach ist, oder schwache Läufer. Das alles und mehr kann man dem
Gegner auch beifügen helfen.
Man muss jedoch dazu sagen, dass jede
übergroße Initiative, und grosse Kraftentfaltung (zB vorgerückte
Bauern), das Risiko in sich birgen, erobert zu werden, oder zum
Abtausch gezwungen zu werden, womit sich eine neue Position ergibt. Am
Ende zählt eben auch, was bei raus kommt und ausschliessliche Taktik
ist wie blind auf ein Dartbrett Pfeile werfen.
Du
verlierst immer? Obwohl Du eigentlich viel besser spielen
könntest? Du bist überspielt, hast aber trotzdem Lust (oder Verlangen)
zu spielen?
Wenn man spielt, und es hat den Eindruck man kommt
nicht aus der Bedrängnis zu verlieren, dann spiele man einfach wie ein
Idiot, also versuche die einfachsten Stellungen und Spielweisen...
Manchmal
hilft es, die eigene Spielweise zu verändern. Nicht, dass man etwas
lernen würde dadurch, sondern viel eher geht es um eine Art
Unterbrechung der alten Spielweise. Oft hat man gewisse
Selbstverständlichkeiten, die dann immer wieder sich ereignen ohne dass
man es merkt. Spielt man dann hinsichtlich der Spielanlage beinahe
absichtlich öde (man muss natürlich versuchen immer gut zu spielen),
kommt man in diesem Moment auch zu einer anderen Spielweise und evtl.
neuen Einsichten.
Ein guter Plan, vielleicht die einzige gute unter den allgemeinen Eröffnungsweisen, ist mit einem guten starken Zentrum anzufangen. Daran lässt sich viel anknüpfen, und dies zentrum zu erreichen und zu halten ist gar nicht so leicht. Ohne Zentrum verliert man schnell Angriffsmöglichkeiten, und der Gegner bekommt sie zuerst.
Jede
Situation, die auf dem Brett entsteht, benötigt eine neue taktische
Sichtung. Zumindest die augenscheinlichsten Vorkommnisse gilt es zu
prüfen.
Taktik ist all das, was in wenigen Zügen ziemlich viel auf
den Kopf stellen kann. Gerade die typischen Patzer bestehen im Grunde
aus übersehenen taktischen Fallen, aber recht einfacher Natur (dass man
sich fragen muss, ob man überhaupt etwas vom Spiel richtig mitbekommt -
denn dann muss man erst die Schachaufmerksamkeit wecken, bevor man sie
trainieren kann).
Blackouts
oder Patzer bei offensichtlichen Drohungen, das ist eigentlich
nichts anderes als eine taktische Möglichkeit zu übersehen. Grobe
Schnitzer aber sind was sie sind: Persönliche Unzulänglichkeiten.
Patzer. Oder wenn man besoffen Schach spielt in einem lauten
Turniersaal und dem Stress kleiner Kinder ausgesetzt, mit zerplatzenen
Luftballons, einem nach Aas riechenden Mund eines Gegenüber, obwohl man
ihm gar nicht so nahe sotzt, und einem 120 Dezibel Ansagesprecher der
noch dazu eine Stimme wie ein Brummbär hat, dass man so auf keinen Fall
optimal den Einflüssen widerstehen kann, wenn man sich mit schlechter
Ernährung und üblen Gewohnheiten (bezogen auf den Sport) in
inakzeptabler Weise schon schlecht auf dieses Trara vorbereitet.
Taktische
Möglichkeiten können verborgen in einer Situation liegen. Die
deutlichsten taktischen Möglichkeiten sind die Fallen, die dazu
einladen, übersehen zu werden.
Eine Fesselung, und eine weitere, und
plötzlich ist der Springer futsch. Je nach Spielschärfe, aber auch
Können der beiden Spieler, ergeben sich vermehrt solche Situationen, in
denen verborgen taktische Möglichkeiten schlummern. Sie wurden noch
nicht komplett entschärft, weil es im Schach immer tendenziell weniger
Power (Mars-Durchsetzungskraft) ergibt, wenn man die Stellung
vereinfacht und die Spannung aus dem Spiel nimmt.
Es kann aber
sinnvoll sein, sich nicht zu überfordern. Gerade wenn man einen
deutlichen Vorteil bereits sicher hat (sei er positioneller Natur oder
noch mehr materieller Art), und wenn man gleichzeitig vor der Wahl
steht, eine Situation der Zukunft zu erhalten, die man nicht so gut
übersehen kann (die Bedenkzeit ist immer ein Parameter dafür), dann
wählt man doch den sicheren, einfacheren Weg (zB Stellung abtauschen um
sie zu vereinfachen), um den Vorteil zu behalten.
Nichts kann angemessen beurteilt werden, wenn man es nicht auch aus der übergeordneten Sicht der eigentlichen Bedeutung
der jeweiligen Stellung bemisst.
Was hat man schon von einem starken
Bauern, der aber kein Freibauer ist, wenn man dafür einen Springer
hergeben muss? Oder was nützt ein Figurenvorteil, wenn man dafür in
eine so schlechte Stellung kommt, dass man auf lange Sicht hin verliert
oder nur durch Glück gewinnt, weil der Gegner einen Fehler macht?
Natürlich, hin und wieder kann eine dynamische, eine verwickelte, eine verzwickte Stellung mit schwer zu erkennenden taktischen Möglichkeiten den Gegner vor Probleme stellen. Und manchmal kann es vielleicht sinnvoll sein, auch mal das "scharf spielen" zu kultivieren, das heisst über mehrere Partien hinweg immer nach Angriffen suchen. Es bewahrheitet sich, dass ein Tempo, den der Gegner zur Eroberung eines Bauern braucht, ein echter Vorteil ist. Damit hängt zusammen , dass die gegnerische Figur, die im Nebenland irgendwo eine Figur erobert hat, dann auch erst mal im Nebenland festsitzt und an anderen Stellen dann fehlt.
Auch das SCHNELL SPIELEN zu kultivieren kann sinnvoll sein. Es ist ja im Internet vor allem immer alles mit Uhr. Wenn man Spiele mit 15 Minuten Bedenkzeit pro Spieler spielt, dann bedeutet das eine sehr enge Zeitsetzung, obgleich deutlich mehr als eine 5 Minuten Partie. 15 Minuten erweisen sich als krumm. Man muss gegen Ende den eigenen Rythmus verändern, sonst verliert man auf Zeit oder kämpft gegen die Uhr. Also lohnt es sich, das schnell Spiel-Können zu kultivieren. Dafür spielt man BLITZ mit 3 Minuten Bedenkzeit. Vorraussetzung ist, dass man in irgendeiner Weise einen Draht zu schneller Auffassung der Stellung bekommt. Meiner Ansicht nach sollte es sich dabei aber um etwas handeln, was grundsätzlich jeder erlernen kann. Man muss nur wissen, auch mal Fehler hinzunehmen. Die macht man beim Blitzen natürlich öfter als in langen Partien. Aber der Gegner macht solche Fehler auch. Im Blitzen sollte man einfache Stellungen, einfache Angriffsvorhaben, typische Manöver probieren. Dann sieht man auch, wieviele Ideen man kennt und anwenden möchte. Es ist egal, ob diese Ideen immer zu befriedigenden Ergebnissen führen. Hauptsache, man hat auch beim Blitzen ein Konzept - denn oft scheitert Blitzen an den mangelnden Konzepten, Ideen, Grund-Strategien. Da liegt dann nichts vor, und man spielt im wahrsten Sinne des Wortes den reinen Irrwitz. Darüber ärgert man sich (zurecht), doch man darf auch mal neue Ideen ausprobieren...
Leistungsgedanken sind wunderbar. Aber ein zu hoher Anspruch ist der Anfang vom Ende des Schachspielens. Dieses Ende fängt immer damit an, dass man keine Lust mehr auf das Schachspielen hat... - meiner Meinung nach kann man nur Lust am Schachspielen erlangen oder aufrecht erhalten, wenn man auch kleine Ergebnisse zu würdigen weiss. In diesen kleinen Erfolgserlebnissen gibt sich schon die Seele des Schachspiels bekannt. Freilich. Das bedeutet schon noch, dass die meisten, die Lust aufs Schachspielen haben, Freude daran haben, wie sie mehr oder weniger ein Niveau halten können...
Im eigentlichen geht es darum, das Spielgeschehen beobachten zu lernen und Wege und Möglichkeiten zu erkennen, wie man Strategien, Pläne und bessere Positionen erreichen kann. Auch durch Manöver usw..
In erster Linie geht es dabei darum, die neutrale rein logische Schachaufmerksamkeit zu wecken und anzustreben: dass man einfach gesagt: genau hinschaut, um zu erkennen, was auf dem Brett eigentlich passiert.
WAS PASSIERT DA EIGENTLICH? -
das ist die Fragestellung, die mir als Formulierung vorschwebt, wenn
ich etwas darüber sagen will, wie man besser Schach spielen lernt.
Allein den Gegner muss man mit eisernen Willen "fertig machen wollen". Bzw. seine Stellung, sein Potential untergraben.
Und
sich immer wieder darin erproben ihm irgendwann einen Nachteil aufgezwungen zu
haben.
Oder wo man ihn nieder gerungen hat zu einem Schach Matt.
Warum?
Warum vernichten, überwinden? Weil das einzige der lohnenswerten Ziele im Schachspiel das Siegen
ist.
Es ist das, was am Ende die Partie bedeuten soll. Wenn es nicht
gelingt, ist es Unentschieden. Auch damit hätte das Schachspiel sein
Gesetz erfüllt. Doch irgendwie scheint es nicht das wahre Ziel. Remis?
Es sagt uns nichts. Nur ein Sieg macht den Unterschied. Und der
Unterschied ist von Anfang an eröffnet, mit dem ersten Zug von Weiß,
der die Partie beginnen lässt.
Viele
starke Spieler betonen immer wieder, dass es darauf ankommt, im
Schachspiel unbedingt gewinnen zu wollen. Das sei es, was für sie eigentlich
entscheidend ist, so gut Schach spielen zu können. Man muss das
"Siegen-Wollen" als Mentalität des Spieles verinnerlichen.
Es
ist also sogar äusserst sinnvoll, für die mehr positionellen Spieler,
konsequent auch mal Angriffsmöglichkeiten zu suchen oder den Gegner zu
Fehlern verführen. Manchmal ist es sogar bloße Psychologie, wenn man
mit jedem Zug den Gegner angreifen will, man bleibt so in
Aufmerksamkeit dieser Angriffe. Etwa, wenn man einen Königsangriff
formiert. Es ist Psychologie für einen selbst, aber auch für den
Gegner, wenn er sieht, dass wir es ernst meinen.
Doch das Wesen des
Spiels, besteht im Positionellen. Wer das Positionelle begreift, zum
Beispiel den Unterschied zwischen starken Zentrumsbauern von einem
selbst und den starken Zentrumsbauer von dem Gegner, wenn wir keine
solche Bauern im Zentrum haben. Es geht also immer wieder darum, eine Beurteilung
treffen zu können, von jeder Situation. Sei sie nun richtig oder nicht,
darum geht es nicht. Es geht darum, den Blick dafür zu schulen.
Es
ist alles nur (?) ein Spiel. Es ist ja oft schmerzhaft zu verlieren
- das muss man sich vor allem als Anfänger klar machen: Dass man nicht mehr so leicht
verlieren will.
Man wird am besten auf das Wirken der Figuren
auf dem Schachbrett achten. Wie die Figuren eine Kraft entfalten und
damit der eigenen Partei erhebliche Möglichkeiten (Chancen)
erschliessen. Das ist der konsequente Weg, von Anfang an auf solche
Züge schauen lernen, die die größmögliche Kraft entfalten.
Dabei muss man natürlich beachten, wie gut man selbst im Schachspielen
ist, um sich in der aufzubringenden Schachaufmerksamkeit weder zu
unterfordern, noch zu überfordern. Der Blick muss immer versuchen, das
Bestmöglichste aus der ganzen Situation zu holen.
Weiss, die Unschuldigste aller Farben
hat den ersten Zug gemacht, und damit das Spiel eröffnet. Es ist herausgefordert worden zum Kampf. Mit Weiss beginnt jede Partie und so existiert jede Partie: Mit dem Beginn einer Erklärung, einer Kampfansage.
Es ist ein Kampf - alles andere wäre eine Lüge.
Die
einzig sinnvolle Aggression im Schachspiel ist etwas ganz Sachliches.
Es ist eine zweckdienliche Absicht, und keine verbale Gewalt, oder gar der
Fusstritt oder Stockschlag gegen ein Gegnüber.
Die zweckdienliche
Absicht besteht aber darin, das Spiel in seinem Zweck zu verfolgen und dahingehend richtige Züge zu machen. Und
das führt unweigerlich dazu,
einen Gegner, anders gesagt: eine gegenüberstehende fremde nicht unter
eigener Herrschaft stehende Kraft, besiegen zu müssen
-
zumindest so gut wie es geht das immanente Ziel umzusetzen versuchen,
das darin besteht, die grössmöglichste Kraft mit dem zu entfachen, was
man zur Verfügung hat.
Der Kampf gilt allein mit
den Mitteln und innerhalb der Regeln, die das Spiel aufstellt.
Der Kampf findet allein auf Ebene des Geistes statt. Eine kampfbereite
Einstellung. Als auch die Wahrnehmung des Spiels, dessen Ordnungen in
unserem Geist sich widerspiegeln, so gut wir dazu eben imstande sind,
die vielfältigen Ordnungsgefüge und logischen Inhalte und Ordnungen, ja
alle Geschehnisse und Kampfschauplätze zu erblicken.
In einer
Stellung die richtigen Züge finden zu wollen, und die schlechten
Stellungen der eigenen Figuren vermeiden zu suchen. Das ist es am Ende,
worauf es praktisch hinaus läuft. Darunter kann auch fallen, dem Gegner
eine schlechte Position aufzuwzingen und ihn zu Fehlern zu zwingen -
denn irgendwann kann es einen Punkt geben, bei dem entscheidet sich,
wer den ersten grösseren Fehler oder in der Summe entscheidenden
kleineren Fehler begeht.
Das Schachspiel wird oft mit dem Leben verglichen: Es gibt viele Ähnlichkeiten.
Zum
Beispiel ist es unmöglich, sowohl im Leben als auch im Schachspiel,
keine Fehler zu begehen.
Aber man kann kleinere und grössere Fehler
begehen... - und man begreift schnell, worauf es neben der Fehlerquote
ankommt: Auf ein Ziel, einen Plan. Oder einige andere essentielle Dinge.
Man
kann kaum eine Anleitung schreiben, wie man während einer Partie Schach
effizient und folgerichtig die Gedanken und vor allem die
Aufmerksamkeit als Werkzeug zu nutzen weiss.
Aber es gibt immer
wieder dieselbe Notwendigkeit, das Maß der Aufmerksamkeit auf die
Stellung im Schach hinsichtlich der eigenen Kapzitäten so gut wie
möglich auszuschöpfen.
Ein Ziel unter anderem besteht wesentlich daraus, dass man möglichst fehlerfreies Spielen lernen
muss, und die billigsten Fehler nicht mehr begeht. Und dass man dabei den Spagat schafft, zugleich bei Spiellaune zu bleiben.
Ein Spiel ist bis zu einem gewissen, aber notwendigen Grad auch immer
ein Vergnügen, dem man der Sache agewinnt. Das ist der Sportsgeist,
dem
man das zuschreiben muss. Das Vergnügen steigt, umso mehr man jeweils
lernt, etwas dem Schachspielen abzugewinnen. Das ist eben vor allem die
dem Schachspiel inne wohnende Logik, diese Ordnung, die mit den Kräften
der Figuren zusammenhängt und mit dem ganzen Spielgeschehen...
Zum Beispiel gibt
es im Schachspiel die wunderbare Ähnlichkeit mit dem Leben, dass es ein
Grundkonzept gibt, das meist in jeder Stellung verborgen liegt.
Man
braucht es nur erkennen.
Und man findet sogleich oder später Wege und Chancen, die der
Gegner natürlich zu vermeiden versucht, sofern er die Tragweite
einzelner Vorhaben wirklich genauso gut erkennt, wie wir selbst.
Wie dieses Grundkonzept
aussieht, ist in jeder Stellung anders, und es ist ein Merkmal, mit dem
immer auch Kampfschauplätze verbunden sind.
Jede
Figur kann irgendwo drohen (einen Vorteil zu erreichen) und genau da
liegt schon ein Kampfschauplatz. Ein Platz, an dem eine Figur stark
wirkt. Oder Plätze, wie die bei offenen Linien, die ein Turm
beherrscht, auf die also eine grosse Wirkung ausgeübt wird. Damit
verbunden, mit starken Feldern, ist es ja, dass immer mehr
feindliche Figuren diese Plätze beherrschen und irgendwann die eigene
Stellung zusammennricht. Statt dass man dies selbst erleidet, muss man
danach trachten, es dem Gegner beizubringen.
Beachtet
man die Aufstellung der Figuren,der Läufer, der Springer, der
ganzen Bauern, und nicht nur das Zentrum (ob es
blockiert oder offen ist).. - so ergeben sich auch Fragen hinsichtlich
der
eigentlichen Eröffnungsweise. Was liegt einem dabei eher und was nicht.
Was kennt man und was entspricht dem eigenen Stil. Was ist sinnvoll und
was umständlich? Usw.
Insgesamt ist es fast unerlässlich, dass man auch sein eigenes Spiel beobachten
lernt, und ehrlich gegenüber sich selbst ist, was nicht demütigend ist,
um nämlich die Wahrheit herauszufinden, woran es liegt, dass dies oder
das während des Verlaufs einer Schachpartie geschieht. Und warum
man dadurch zum Beispiel einen grossen Nachteil erhalten hat. Dafür
muss man freilich auch darauf achten lernen, ein Spielgeschehen
beurteilen zu können.
Am
Anfang
ist die Ursachenforschung oft unzureichend, da man noch nicht genug
von der Sache versteht. Aber man kann eh nicht alles verstehen, und
muss von Anfang
an die Kunst lernen, eine Ambivalenz zu ertragen. Das ist ein Zustand,
in dem zwei Möglichkeiten gegeben sind und (noch) nichts festgelegt
ist. Man steht also vor einer Stellung und weiss nicht, ob das Urteil
wirklich richtig ist, das man hat. Das ist der Weg des Kampfes, dass
man trotzdem versucht, diese Schlacht so effizient wie möglich und
nötig zu schlagen weiss.
Je
nach dem, wie man seine Figuren aufstellt und in eine Gesamtanlage und
ein gesamtes Gefüge bringt und so allgemein Kräfte als Wirkung entfalten, ergibt sich auch ein geheimnisvoller
Hintergrund. Geringe Fehler können dann durch die konstruktive
Gesamtanlage der aufgestellten Figuren leichter aufgefangen werden.
Auch weil die Figuren so gut stehen, dass sie jederzeit neue
Kampfschauplätze und damit Konterattacken bilden oder vorbereiten
können.
Die Stellung erfordert immer wieder neue Aufmerksamkeit.
In
jeder Situation, die einem neuen Zug folgt, kann sich die Lage
geändert haben. Ob man jederzeit alles erkennen kann, ist nicht
wichtig, weil das unmöglilch ist. Aber man muss versuchen, das Nötigste
zu erkennen.
Man hat Sportsgeist oder nicht.
Sportsgeist
muss nicht so beschaffen sein, dass man der beste Schachspieler der
Welt werden will, wenn man nicht die Talente dazu hat. Also ein
entsprechender Ehrgeiz ist die eine Sache, ein unmögliches Unterfangen
und ein übertriebener Ehrgeiz dabei ist eine andere Sache. Man muss
also seine eigene Spielstärke in ein Verhältnis setzen zu weiteren
Vorhaben und Umständen bzw. eigenen Talenten.
Zum Sportsgeist gehört noch viel eher die Laune,
sich dem Unterfangen eine Partie Schach auszusetzen. Wenn man dem
Schachspielen etwas abgewinnen kann, ist das ein gutes Zeichen, dass
man auch an anderen Tagen bei Laune sein kann.
Vielleicht spielt man
irgendwann mal bei einem Schnellschachturnier (Dauer ein Nachmittag)
mit. Solche Ausschreibungen gibt es landesweit ini vielen Städten und
in Jahresfrist genug an der Zahl.
Eine Niederlage sollte nicht
als Demütigugn erfahren werden, sondern als
Konsequenz des Spiels hingenommen werden (und eventuell einer höheren
Spielstärke des Gegners oder einer weiteren Erfahrung zugeschrieben
werden). Es ist immer nützlich, genau hinzuschauen, um sich bei der
Niederlage beantworten zu können, dass ein wichtiger Grund darin oder
darin lag.
Es gibt immer wieder Situationen, wo
wir begreifen, dass wir einen Fehler gemacht haben.
Eine der
wichtigsten Regeln während der Partie: NIEMALS DIE NERVEN VERLIEREN!
Auch
wenn man im Nachteil ist, oder einen schlechten Zug gemacht hat: Weiter
konzentrieren, einfach weiter machen. Der Gegner bleibt gefordert. Und
man kann selbst noch Druck entfachen.
Wenn es aber abzusehen
ist, dass man verliert, ist es besser aufzugeben, und eine neue Partie
zu beginnen - es sei denn man möchte noch etwas lernen oder
ausgespielt sehen.
Die Partie erfordert in jedem Augenblick eine neue Sichtung. Das ist das Dogma, dem man sich immer unterwerfen muss.
In
jedem Augenblick kann sich die Stellung verändern, und man muss lernen,
wie die Figuren innerhalb typischer Stellungen wirken. Das gilt auch
für die Figuren in Wechselwirkung untereinander, auch mit denen des
Gegners.
Ein Läufer in der frühen Phase der Eröffnung kann
abgetauscht werden und sich aber in Gefahr eines Tausches mit
ebenbürtigen Figuren begehen. Also sehr früh von der Grundlinie auf das
offene Feld ziehen. Wenn die Dame das zu früh tut und es gibt noch
viele Figuren auf dem Brett, kann sie eventuell leicht abgedrängt
werden und wir verlieren mindestens ein paar Züge (Tempi), um sie in
Sicherheit zu bringen, wenn sie angegriffen wird.
DUMME
FEHLER VERMEIDEN LERNEN, das sind immer die typischen Fehler: Immer
wieder dasselbe anwenden, was bisher nicht zum Erfolg führte.
In
Fehler tappen, die der Gegner manchmal auch gewollt aufstellt, weil er
damit kalkuliert, oder sogar weiss, dass wir darauf hereinfallen.
Man
muss in den Fluß kommen. Ein Gefühl für die Sache bekommen. Daher lohnt
es sich sehr, auch mal solide, oder abwartend, oder noch besser strategisch zu spielen: Dass man sich Möglichkeiten offen hält.
Denn das ist die eigentliche Vorraussetzung, dass man im Fluß bleibt.
Mental
gesehen, muss man eine neutrale, ungetrübte Schachaufmerksamkeit
aufbringen und inhaltlich ist das nichts anderes als so weit blicken zu
können, wie man sich dazu imstande sieht. Es bedeutet dies nicht, dass
man weit im Voraus rechnen muss, das wird sogar dem Großmeister nur bis
zu einer bestimmten Anzahl von Zügen gelingen. Vielmehr handelt es sich
bei dieser SCHACHAUFMERKSAMKEIT um ein andauernden Urteilen und
Abschätzen. Die Abschätzung beinhaltet die Stellungen, die zukünftig
entstehen, mehr oder weniger ist das mit einem Urteil pber typische
STELLUNGSMERKMAKLE verbunden.
Aber all oder noch anderes
anzuwenden, das nützt gar nichts, wenn man keine Aufmerksamkeit für DAS
EIGENTLICHE UND AUGENBLICKLICHE GESCHEHEN aufbringen kann. "Was
passiert da?" Was für ein Urteil lässt sich mit dem, was die Figuren an
Wirkung anrichten verbinden?
Manchmal werden Linien
geöffnet, die eine Stellung komplett verändern. Schon mit diesen Linien
ergibt sich ein KAMPFSCHAUPLATZ. Auch eine Drohung auf eine schwache
Figur ist ein KAMPFSCHAUPLATZ. Alles, worum sich die Figuren drehen und wo ein Vorteil erkämpft werden will, ist ein solcher KAMPFSCHAUPLATZ.
Großmeisterpartien
finde ich am interessantesten zu verfolgen, wenn man diese
Kampfschauplätze und die damit verbundenen Vorteile im Auge behält, und
wie die beiden Parteien im Endeffekt meist einen sehr minimalen Vorteil
auszuspielen versuchen. Auf diesem Niveau wird vieles in Nuancen
entschieden und oft begreifen wir nicht immer, was einen Großmeister
veranlässt, eine bestimmte Stellung oder Situation der anderen
vorzuziehen.
Aufmerksamkeit ist ein Schlüßel. Damit verbunden ist
der Umstand, dass man andauernd das Urteilsvermögen schult.
Den Wert der Figuren beachten heisst, ihre starken und schwachen Felder zu begreifen.
Schwache
und starke Felder allgemein können sich schon je nach Eröffnung
ergeben. Mit verschiedenen Stellungen ergeben sich verschiedene
mögliche Drohungen, und wenn zum Beispiel bloß ein erzwungener Abtausch
ist.
Wenn ich aktiv werden will, oder angreifen will, wohin
führen mich die ein oder zwei Schritte, die ich dann gehe? Wie sieht
dann die Stellung aus? Kann ich damit leben? Will ich es wagen?
EINFACH
HINGUCKEN, WAS DA PASSIERT. Was passiert da eigentlich: innerhalb eines
Zuges, innerhalb einer Situation, und innerhalb der ganzen Partie.
Sich verbessern wollen, heisst vor allem: DAS EIGENE SPIEL BEOBACHTEN!
Es lohnt sich nach typischen Mängeln Ausschau zu
halten, die man bei der eigenen Spielweise immer wieder antrifft.
Das
kann zum Beispiel die Eröffnung betreffen, oder dass man immer wieder
einen Isolani erhält, dieser aber nciht stark ist. Usw.
Man muss versuchen einen roten (strategisch-gedanklichen)
Faden immer wieder zu finden, aber auch lernen ihn anzupassen an die jeweils neue Situation.
Dieser
rote Faden beinhaltet in erster Linie die einfache Schau auf
Stellungsmerkmale und die Übersicht auf die konkrete Stellung, mit
ihren taktischen aber auch strategischen Möglichkeiten.
Taktik ist alles, was momentan (oder in einer zukünftigen Stellungen an einer ganz bestimmten Stelle) geht.
Strategie ist alles, was längerfristige Pläne verfolgt - so zählt auch jede positionelle Bewertung zur eigentlichen Strategie.
Man kann das Spiel als Zeuge des Geschehens wahrnehmen und
versuchen, stets das Beste aus der Situation zu machen.
Gut ist es bei einem Server wie fics
online Schach zu spielen. Praxis muss nicht bedeuten, täglich zu
spielen, aber regelmässig und wenn es nur ein Mal im Monat ein paar
Tage sind.
Bei FICS bekommt man auch eine sogenannte Rating
(Wertungszahl). Die Ameldung und alles was man braucht um dort zu
spielen ist kostenlos.
Es
gibt keine einzige Richtlinie oder Regel des Erfolgs, die
Ausschließlichkeit verlangt.
Jede einzelne Richtlinie, die man über das
Gewinnen im Schach entdeckt, ist genau dann gültig und anwendbar, wenn
ihre Zeit gekommen ist. Deshalb ist keine Regel oder Richtlinie der
Alleinherrscher, um zu beurteilen, ob in einer Stellung eine bestimmte
Regel anwendbar ist.
Alles muss eigentlich immer verglichen werden
mit anderen Richtlinien und Regeln und vor allem mit der konkreten
Position der Stellung.
Wie spiel man denn nun besser Schach? Tja, es bleibt nichts anderes, als selbst zu begreifen, worauf es ankommt. Das kann nämlich im Grunde bei jeden verschieden sein. Aber es gibt Dinge, die ändern sich nie.
Die grundlegende Aufmerksamkeit, die beim
Schachspielen wichtig wird:
Man
sollte einfach in jedem Augenblick in der Lage sein, auf wichtige
Stellungsmerkmale achten zu
können , und die offensichtlichsten
Möglichkeiten einer Stellung auf Anhieb erkennen zu können.
Diese
Möglichkeiten einer Stellung
entspringen den Stellungsmerkmalen. Stellungsmerkmale sind
Bauernformationen, Figurengruppierungen und beherrschte Felder,
schwache Bauern, das Figurenspiel der verschiedenen Spielsteine. Die
optimalsten Stellungsmerkmale für ein Läuferpaar, Bauernketten, usw. -
da gibt es Millionen
Stellungsmerkmale und tausende, die typischerweise immer wieder
kehren.
Aber darum zu wissen, dass es prinzipiell immer bloß diese Stellungsmerkmale sind, auf die
man achten muss, das ist schon mal gold wert.
Und wie das genau
aussieht, zeigt sich in jeder einzelnen Partie.
Sogar in
jeder einzelnen Partie jeweils anders, als wie in der vorigen. Aber was das angeht, dass die Stellungsmerkmale irgendetwas
bedeuten werden, ist das nur die Oberfläche. In Wahrheit geht es
natürlich um den Plan, den man mitsamt den Stellungsmerkmalen
verbindet. Hier muss man einen roten Faden finden. Es ist schlecht,
dazu eine Anleitung zu formulieren. Diese ganze Web-Seite ist ein
Versuch, so eine Anleitung zu schreiben - und am Ende kann ich nicht
sagen, dass es mir wirklich gelungen wäre. Aber darum zu wissen, ist
auch noch mal gold wert, dass es nämlich um den Plan geht.
Es ist überhaupt hilfreich, als Lernender jede Partie anders anzugehen, ohne aber dabei willkürlich zu werden. Man kann dann jede Partie mit einem anderen Vorhaben, einem anderen (glücksverheissenden) Experiment beginnen lassen. Einem anderen grundlegenden Plan. Irgendwas von dem, mit dem man die Partie überstehen will, möglichst lustvoll. Aber Experimente solcher Art, die in den Untergang führen, sollte man tunlichst lassen und überlegen, an welchem Punkt des Experimentes es wirklich liegt, dass man dabei verliert.
Also es ist auch immer dann schlecht, wenn man nur noch spielt und spielt, ideenlos, kraftlos, lustlos, und noch nicht mal einen schlechten Plan, sondern gar keinen Plan hat. Einen Plan davon, wie man die Partie planen und gestalten könnte - einen solchen einfachen Plan muss man suchen. Pläne können sogar Kinder aufbringen, aber es kommt natürlich darauf an, dass der Plan jedes Mal auf der grundlegendsten aller Richtlinien basiert: Nämlich die Partie zu gewinnen. Und dass man dabei den richtigen Weg geht ist entscheidend. Im Endeffekt führt der Weg über die Stellungsmerkmale. Aber was sind diese, wenn sie uns nicht auch anmuten zu Plänen zu kommen?
Nachdem man die Konzentrationsmöglichkeit gefunden hat, und merkt, wie es nicht allein an der Konzentration liegt, dass man verliert: kommt man endlich zu den eigentlichen Ideen, die man innerhalb eines jeden Plans umzusetzen versucht. Ideen, die beim Schachspiel im Grunde immer aus Motiven bestehen. Motive, die man innerhalb von Kampfschauplätzen einsetzen kann: Königsangriff, Angriff auf dem Damenflügel, Bauernvormarsch auf dem Damenflügel oder Königsflügel, Zentrum besetzen, Zentrum des Gegners zerstören, schwache Bauern beim Gegner schaffen (rückständige, isolierte, Doppel- oder Trippelbauern usw.), Läuferpaar behalten (weil das stärker ist als Srpinger und Läufer) und solche Motive, oder einfach der Unterschied in der typischen Position, der durch die leicht andere Stellung eines einzigen Bauern verursacht wird. Alles an Mustern und darin liegenden Möglichkeiten hat seine Typiken, und man muss nur lernen, die feinen Unterschiede zu beachten.
Und im weiteren Sinne gehört zu den nützlichen Motiven auch der Raumvorteil und sonstige positionelle Vorteile. Manche Motive oder Muster sind klassisch und sie kommen immer wieder in anderer Form auf, aber bei leibe nur die Heftigsten stehen in Büchern. Den Rest muss man selbst finden. Und es sind meist sehr einfache Dinge, typische Strukturen der Stellung, die das ganze Figurenspiel ermöglichen.
Alles Motive, die man
einsetzen kann, und die die Findung eines Plans sogar antreiben können.
Und mit dem Plan, also dass man weiss, in welche Richtung man gehen
kann, kommen dann auch die Lernerfahrungen, die man wertvoll
einsortieren kann. Denn wenn man versteht, dass es um den Plan geht,
dann versteht man auch erst die Fehler, die man die ganze Zeit gemacht
hat. Sonst denkt man womöglich die ganze Zeit nicht an den Plan,
sondern man sucht die Fehler an der falschen Stellem, weil es
schwerwiegendere gibt.
Es geht also um den Plan, den man in einer
Partie einsetzen möchte, und einsetzen muss, und darum muss man wissen,
dass das Planen oder alles, was mit dem Plan zu tun hat, einfach eine
Vorgehensweise bezeichnet, um gute Züge auszuführen. Man kann den
substantiellen Gehalt des Planes, also das, was man konkret und "jetzt
tun muss", nicht durch eine Beschreibung gerecht werden, nicht einfach
nur deshalb weil sie bei jedem anders aussieht, sondern weil jeder
selbst sowieso darauf kommen muss. Da lohnt nicht die Irreführung des
Lesers, dass er glauben mag, hier gibt es jetzt den Plan zu finden. Den
muss man sich selbst basteln. Aber dafür gibt es auch die Richtlinien,
die man überall und immer wieder mal hört und wenn man erst Tarrasch,
Capablanca, Euwe, Lasker oder Suetin gelesen haben muss.
So viel Übersicht, Erfahrung, Cleverness hat man jedoch nicht, dass es verpönt wäre, nach geradezu einfachen
Plänen zu suchen, um überhaupt mal eine Partie so zu überstehen, dass
es einem einen Genuß verschaffte. Ja warum nicht, einfach zu spielen
ist keine Schande.
Denn ob man verliert oder gewinnt,
entscheidender ist es doch, wie man das tut. Mit dem Plan, lang- und
kurzfristig gesehen besser spielen zu lernen, gelingt es eher. Das
Einfache zu verfolgen ist kein Selbstzweck, sondern es verschafft doch
gerade die Lust auf das Komplizierte. Immer mal wieder anders spielen,
ist ein gutes Rezept. Eine Variante durchpauken, oder irgendeine
Lektüre, mag hin und wieder reizvoll sein, aber man lernt doch
innerhalb einer selbst gespielten Partie unvergleichbar mehr, sofern
man die richtige Herangehensweise, Aufmerksamkeit verfolgt.
Und so merkt man eben, dass es einfach an der persönlichen Herangehensweise liegt, wie man dazu kommen kann, eine gute Partie Schach zu spielen. Das sind jedoch immer subjektive Kriterien.
Nach dieser Ernüchterung, trotz aller Motive, Ideen, Wissen um Kampfschauplätze, immer noch nicht weiter zu wissen, breitet sich eine Erkenntnis aus und nährt die leise Hoffnung: dass man vielleicht einfach mal gucken muss, wie es im Kopf aussehen muss. Und da genügt es nicht, Logik und Mathematik zu kennen, sondern es geht darum, herauszufinden, wie man persönlich dieses Spiel für sich annimmt. Wie man sich dem gegenübersieht, was man nämlich kultivieren kann. So wie man sich beobachtet, was man da tut. In welcher Weise, was man sieht, ob man das mal anders machen könnte, und was dann passiert, was man sieht. So gewinnt man mit jeder Partie immer noch Gefallen, weil man immer näher an die Geheimnisse des Schachspiels kommt. Nämlich Schachspielen ist bedeutenderweise auch immer eine mentale Übung.
Bei mir ist das
so, dass ich mir die Lust am Schach erhalte, indem ich solche Dinge
tue, wie ich sie hier beschreibe. Am ehesten ist es für mich immer
wieder der Kampf um eine Disziplin, aber sie hat nichts anstrengendes,
sondern setzt nur Willen voraus, weswegen das Schachspiel eine Art
mentales Training ist, wie beim Zen. Der Erfolg der Übung, die
gewonnene Übersicht, selbst wenn ich verlieren sollte, verschafft mir
noch genügend Genugtuung.
Das kann man sich
persönlich ausschmücken, wie man will, aber es läuft sicher bei
jedem Spieler darauf hinaus, Wege zu finden, um gute Züge in einem
Zusammenhang zu machen, die am Ende auch etwas gebracht haben.
Anfänge, oder um in Form zu kommen und
hilfreiche
Stichworte wie folgt (es handelt sich um Pläne oder Vorgehensweisen,
die sogar zeitweise schon die ganze Strategie und Herangehensweise
bereit stellen können):
Es bewahrheitet sich, dass man in den Fällen, wo man einen grossen
materiellen Vorsprung erhält, in einer anderen Weise aber irgendwo
gegen einen ziemlichen Nachteil ankämpfen muss, oft positioneller Art,
den man dann erst Mal in den Griff kriegen muss. Und oft verliert man
solche Partien auch noch - das Annehmen eines Bauernopfers, eines auch
harmlos wirkenden Bauerns, kann in manchen Fällen in den Abgrund führen
und zum Totalverlust der Partie.
Woran liegt das? An der
Initiative, am Raumvorteil, dem Positionsvorteil, einem möglichen
starken Druck auf die Königsstellung, an einer Mattmöglichkeit, einem
Tempovorteil oder ähnlichem, was momentan oder dauerhaft für die andere
Partei den materiellen Vorsprung kompensieren kann.
Neben einigen anderen Dingen sind andauernd
die verschiedenen Stellungsmerkmale
wichtig zu bewerten.
Es ist ein permanentes Durchdringen der Stellung nach auffallenden
Merkmalen, nach offensichtlichen (aber auch bis zu einem gewissen Grad
verborgenen Merkmalen), dessen Qualitäten und Besonderheiten man immer
mehr kennen gelernt hat, und die meist ja im Entstehen begriffen sind.
Daher muss man immerzu auch sein Auge schulen, um auch konzentriert und ohne Ablenkung, das Geschehen auf dem Brett im
Auge behalten zu können.
Es hat sich erwiesen, dass die Disziplin im
Denken entscheidend wird, also das Bemühen, in effizienter Art und
Weise die Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten einer Stellung
gewinnen zu können.
Aber
wenn man nicht genau wüsste, worauf man beim Schach achten soll, könnte
man nicht umsetzen, was man eine gute Übersicht nennt. Worauf
achtet man? Die Stellungsmerkmale sind einfach alle die Dinge, die man
wie folgt beschreibend kann: die Kampfschauplätze, die
Bauernstrukturen, die Diagonalen, die Vorposten, die schwachen Bauern,
die starken Bauern, offene Linie oder Gabeln usw.; all das, was an Strukturen und Möglichkeiten in einer Stellung für den Spieler erkennbar ist.
Was
für jeden einzelnen diese Schachaufmerksamkeit konkret bedeutet, lässt
sich schwer sagen. Es hängt doch sehr davon ab, dass man in der
Spielstärke ein bestimmtes Niveau hat, welches bestimmt, was für einen
naheliegt, an einen bestimmten Zug zu geraten. Wenn man Schach spielen
will, und sich überlegt, warum man immer verloren hat, kann man sich
ruhig auch mal an schwächere Gegner wenden. Doch es kann von Übel sein,
dass man in der Regel so gut spielt, dass man die einfachsten Fehler
des Gegners zwar ausnutzt, aber dann einen groben Fehler macht und die
Partie verliert.
Es ist jedenfalls wichtig, dass man
sein persönliches Niveau als solches verstehen muss, das einem stets
dazu bringen
muss, ans persönliche Limit zu gehen. Aber man braucht sich nicht
überfordern, und kann auch einmal einfachere Züge machen, denn das ist
nämlich wichtig: Dass man die Übersicht behält. Und bei einfachen
Stellungen kann das nicht verkehrt sein, insofern man diese
wählt, da man sich eines Vorteils an anderer Stelle gewiss ist.
Man muss immer das Beste aus der
Situation
machen wollen, aber gleichwohl seine eigenen Kapazitäten (Spielstärke)
und Lust am Spiel bewahren. Aber für einen Wettkämpfler (Turnierschach)
darf man sich nicht darauf beschränken, die einfachsten Wege zu gehen,
da gilt es, das Beste aus einem selbst heraus zu holen.
Ob man gegen starke oder schwache spielt. Auf Dauer
gegen zu schwache Gegner zu spielen: wenn man sie nicht alle gewinnt,
dann hat man bald keine Lust mehr, weil man sich nicht mehr anstrengen
muss.
Wenn
ich mir anschaue, wie meine eigenen Gewinnpartien beschaffen sind, muss
ich gemäß meiner Spielstärke (etwa 1600 DWZ) einfach sagen, dass ich
umso öfter dann gewinne, wenn ich mir gewahr wurde, wie mein Denken
sich auf die einfachsten Merkmale und hervorstechenden Möglichkeiten
einer Stellung konzentrierte, und ich dabei keinen Fehler in der
Feststellung der Offensichtlichkeiten beging. Man kann gar nicht alles
sehen, aber wenn man in der Lage ist, eine Stellung auf den kleinsten
Vorteil hin zu sichern, tut man dies irgendwann auch bei grösseren
Vorteilen.
Dass die Strategie, also der strategische Plan manchmal nicht besonders ausgefeilt ist, macht sich gegen stärkere Spieler bemerkbar. Aber gegen etwa gleich starke und vor allem schwächere, werden die meisten Partien durch den Fehler entschieden, den einer der Spieler eben zuerst begeht!
Man
ist zwar kein Großmeister und wird nicht alles erkennen können - aber
ich
glaube, auch beim Großmeister dreht sich das logische Erfassen, was wir
versucht sind als "Berechnung" zu definieren, nur um die eigentliche
Aufgabe, eine ÜBERSICHT und ein Gespür für die Stellung zu entwickeln.
Wichtiger noch ist das EFFEKTIVE DENKEN. Also ein Denken in geordneter,
weil zweckbestimmter Weise. Und wichtiger zweck ist immer auch der
Zeitfaktor, wonach man sich zunächst die leichtesten und plausiblesten
Züge übnerlegt, um schon mal "einen sicheren zu haben", und dann behält
man sich den Zug, überlegt dann einen komplizierteren, riskanteren,
aber auch chancenreicheren. Und wenn man meint, dass dieser Zug nichts
ist, kommt man auf den ersten zurück.
So
haben das Großmeister schon mal geschildert, wie sie das angehen. Und
wenn man in Zeitnot gerät, hat man den zuerst überlegten, der ja auch
nicht so viel Zeit veranschlagt, auf jeden Fall schon mal sicher. In
Wahrheit denkt man dabei auch an Stellungsmerkmale, Pläne und
Strategien.
Es hilft überhaupt, dass man sich das überlegt, wie effektiv das Denken ist und wie effektiv es sein kann.
Das
Komplizierte erschöpft sich in unzähligen Möglichkeiten, aber das
Einfache ist das Klarste, da weiss man, was man bekommt, wenn auch
nicht immer das Einfache auch das Beste ist.
Alles - alle
Möglichkeiten einer Stellung - wird auch der Großmeister
nicht sehen können.
Der Großmeister kann und wird das Naheliegende sehen und kennt die
damit verbundenen Endspiele. Der Großmeister wird die einzelnen
Zugabfolgen (Berechnungen) schneller für
sich im Kopfe durchführen, als wie ein DWZ Spieler von 1600, aber im
Vergleich mit einem sehr guten Bundesligaspieler (DWZ 2200), hat der
Großmeister offensichtlich ein besseres Gespür oder Geschick für jene
Stellungen, die zB typischerweise aus dem Mittelspiel heraus entstehen, um zu beurteilen,
was diese wert sind.
Aber es ist der Prozess nicht wesentlich
anders als
wie bei einem Mittelklassespieler. Und der Meister kennt sich mehr im Endspiel aus,
und im Figurenspiel, kann die verschiedenen Stellungsmerkmale aus Erfahrung
besser einschätzen, und weiss, wie man bestimmte Manöver durchführen
kann.
Das ist eben der Unterschied, warum er Großmeister ist, dass er
alle "Tricks und Kniffe" beherrscht und sie im eigentlichen natürlich
als Ausdruck der Logik des Spiels betrachtet. Das können wir auf etwas bescheideneren Ebenen auch tun.
Aber so zu denken, auf
diesem Niveau, und lückenlose Aufmerksamkeit und äusserst verdichtetes
Wissen um die wesentlichen Vorgänge aufbringen zu können, das ist das
persönliche Talent eines Großmeisters.
So
wie ein Musiker auf seine
Weise ein Talent für die Musik hat. Daneben gibt es natürlich unzählige
Spieler oder Musiker, die hin und wieder in den Bereich, und wenn es
nur ein paar Augenblicke sind, in den Bereich des Großmeisterlichen
vordringen. Das ist ja nicht abwegig, wenn man einen Zug macht, den
auch ein Großmeister in derselben Stellung gemacht hätte, und dass man
zumindest einen Teilbereich der damit verbundenen Möglichkeiten
zu erkennen glaubte.
Der Großmeister sieht mehr als wie schwächere Spieler. Anfänger haben
auch oft noch mit Anfängerfehlern, wie mangelnde Konzentration oder
Durchhaltevermögen zu
schaffen. Manchmal liegt es an so etwas einfachen, wie sich bei Laune
zu halten, dass man auch gewillt ist, diese fürs Schach so wichtige Aufmerksamkeit aufrecht zu
erhalten. Wenn es hilft, kann man sich auch vorstellen, dass man
vor einem Nationalgericht in Amerika sitzt und nur diese Partie Schach
hat, die man gewinnen muss, um zu beweisen, dass man nicht der
Staatsfeind Nummer eins ist. Denn wenn man das ist, wird man
erschossen.
Oder
man spielt in Prag in einer dämmrigen Kneipe bei Kerzenschein oder
Sommerluft Schach, oder man hält sich in einer Amsterdamer Stube bei
kaltem Wetter bei Freunden mit Schach auf.
Weil es Stress bedeutet, komplizierte
Situationen hervor zu rufen, kann einem Anfänger geraten
werden, zunächst das solide
Spielen zu lernen, statt zu voreilig einem Gespür
für die Stellung auf
die Schliche kommen zu wollen.
Und andererseits kann der Schachspieler auch mal bewusst übersichtliche
Stellungen hervorzurufen - damit man lernt, das Wesentliche und
Notwendige zu sehen, und auch Wesentliches und Notwendiges
auszuführen, das in der Stellung zu erkennen ist.
Mit einem soliden Spiel schafft man sich gerade solche Umstände, die weitgehend überschaubar sind (man muss nicht immer einfach spielen, aber oft läuft es darauf hinaus, beim soliden Spielen sehr einfache Strukturen hervorzurufen). Kurz gesagt, meidet man das Komplizierte nicht aus Selbstzweck, sondern weil das Komplizierte die unüberschaubare Dynamik in sich trägt und damit natürlich sowohl das Risiko wie die Chance. Und die Kompliziertheit zu handhaben, da muss man aber in Form sein oder eben solche Stellungen gut spielen können (dann ist man in Form) - und ein Anfänger kommt echt viel weiter, wenn er statt das Dynamische, erst mal das Einfache begreift. Und darauf aufbauend sich weiter vorwagt. Jede Partie was neues begreifen, ist besser, als in jeder Partie dasselbe Rezept anwenden zu wollen.
Damit
kann man auch erst mal den eigenen Mangel überbrücken,
wenn besonders
in komplizierten Stellungen die Übersicht zu verlieren droht, weil man
die
vielen Merkmale (ob einzeln oder im Zusammenhang) gar nicht
genügend
durchschaut und nicht weiss, wie die grundsätzlichsten Dinge eigentlich
zu betrachten sind. Es ist einfacher als man denkt, dass man
Stellungsmerkmale bewertet. Aber dafür braucht man Ansätze, und die
liegen im Einfachen. Ist Erfahrungssache, das so zu sehen. Aus den einfachen Strukturen bauen sich die komplizierteren auf.
Verlieren. Was ja meist daran liegt, dass man sich als Anfänger
mit bestimmten Stellungen überfordert.
Stattdessen
wählt man übersichtliche Situationen und Stellungen, damit man erst das
Gespür um die Stellungsmerkmale entwickeln lernen kann.
Ausgehend von
diesen einfachen Stellungsmerkmalen kommt man zum
Komplizierten.
Oder
man schlägt bei einem offensichtlichen Vorteil zu, und legt den
Gegner darauf fest, dass er uns einen dauerhaften Vorteil verschafft.
Dafür müssen wir mit den einfachsten Merkmalemn umgehen können.
Es
sieht für jeden anders aus, wie er für sich das Schachspielen
begreift, was für Besonderheiten er im Wesen des Schachspiels entdeckt
- oder die er in verschiedenen Momenten wahrnimmt (es gibt
sicher viele gleichgute Zugänge zum Begriff des Schachspiels, und ein
Spieler kommt sicher mit der Zeit zu verschiedenen Ansichten, darüber,
was das Schach als besonderes Spiel auszeichnet). Es hilft jedenfalls,
in dieser Weise ins Schachspiel einzudringen, dass man begreifen lernt,
was es eigentlich im Grunde ist.
Wenn ich
betrachten möchte, was man tun muss, um besser Schach spielen zu können
oder sich auf dem Weg des Lernens zu begreifen, dann würde ich sagen,
ist es ein Gespür für die Stellungen: Es kommt drauf an, dass man die
Stellungsmerkmale, die in Gegenwart und Zukunft
entstehen können,
mehr und mehr begreifen lernen muss. So dass man Urteile fällen, und
Pläne umsetzen können wird. Man kennt ein paar Motive, kann sie
einschätzen. Ebenso wie die Stellungen finden, die mit den Motiven
einher gehen.
Man kann Mattführungen vornehmen oder verhindern (auch durch simpelste
Manöver). Figurenspiel entwickeln, Angriffe durchführen. Drohungen
finden. Angriffe planen. Strategien entwickeln.
Und
wenn ich betrachte, woran es
meistens wirklich hapert, dann ist es die mangelnde Aufmerksamkeit auf das
jeweils Wesentliche einer Stellung. Es lohnt sich daher, öfter zu
Blitzen (unter 5 Minuten Spiellänge, am besten auch 3 Minuten - selbst
wenn letzteres auch oft bedeutet, dass man aus Glück verliert oder
gewinnt; denn es kommt darauf an, schnell spielen zu lernen, mit
anderen Worten: Die Übersicht und die Auffassungsgabe zu trainieren).
Ich kann finden, dass der Zeitfaktor für mich der wesentliche Umstand
ist, warum das Denken diszipliniert, die Aufmerksamkeit
konzentriert und trainiert und der ganze Zugwahlprozess effizient
ablaufen sollte. das spielt nämlich auch dann eine Rolle, wenn es um Partien geht, in denen die zeit nicht gemessen wird.
Das
ist gar nicht mal so schwer - es ist eine Frage
der richtigen Herangehensweise an das eigentliche Spielen. Schnell
spielen, wenn man sieht, dass die entstehende Stellung brauchbar ist,
bedächtiger spielen, wenn es um Pläne geht, um Strategien, um
Möglichkeiten der Stellung.
Man braucht keine Anleitung zu dieser Herangehensweise, aber vielleicht einige Anregungen, dann ergibt sich das Übrige der nötigen Schachaufmerksamkeit und des nötigen Praxiswissens wie von selbst.
Es ist gut, wenn man die wesentlichen Merkmale einer Stellung mit einem Blick erfassen kann, um später ein paar Motive und Ideen zu probieren, verschiedene Ideen auszuprobieren, und sich auch mal dem Komplizierten tastweise anzunähern.
Es
ist eine grundlegende Notwendigkeit, zu begreifen, dass man mit den
entstehenden
Stellungen auch umgehen können sollte. Daher ist es nicht per
se
schlecht, "einfach" zu spielen (also einfache Stellungen
hervorzurufen im Vergleich zu den komplizierteren Möglichkeiten, die
man hätte wählen können).
das ist ein gutes Training für den Anfang.
Gleichwohl noch wichtiger ist es , vom
Prinzip her solche Stellungen hervorzurufen
versuchen, die noch das Potential
auf möglichst dynamische Entfaltung der eigenen
Streitkräfte enthalten.
Ein falscher Abtausch etwa: da nimmt man eine eigene starke Figur durch den Abtausch aus dem Spiel. Durch eigene Mutwilligkeit entlässt man so die Dynamik, die doch eigentlich für einen gesprochen hatte.
Das ist erfahrungsgemäß äußerst wichtig: Es
kommt darauf an, immer danach Ausschau zu halten, dass man die
höchstmögliche Kraft versucht zu entfalten! Jene Kraft, die in der
Stellung liegt, ist das konkrete Machtpotential unseres eigenen
Spiels.
Interessant wird das Spiel ja andauernd dadurch, dass andere Dinge
diesem Ziel entgegen stehen können.
Wenn wir damit nicht umgehen können, und einen grossen Vorteil, der leicht zu halten wäre, doch nicht halten können, dann könnte das daran liegen, dass wir unsere grössten Chancen zu leichtfertig hergeben wenn wir zu unkonzentriert spielen.
Oft
aber sind es die Details, die Feinheiten, die Nuancen, die wir
übersehen haben oder hergeben,
und die sich irgendwann summieren zu dem Punkt, wo der Gegner uns
zuvorkommt mit seiner eigenen höchstmöglichen Kraftentfaltung und uns
fertig macht.
So
gibt es ein Potential zu entfachen, und andererseits Ideen zu finden,
wie man die eigenen Kräfte zur Anwendung bringen kann. Das gilt seit
der Eröffnung. Ein genaues Ergebnis, wie die Stellug aussieht, kann ich
mit keiner Eröffnung kennen. Deswegen gucke ich mir an, wie die
Möglichkeiten ungefähr aussehen, wie die Figuren ziehen werden, je
nachdem welche Eröffnung und welche Typiken ich wähle.
Immer wird es
sich ums Zentrum drehen, was dabei entscheidend wird. Das Zentrum, das
sind die Bauern, die dort stehen können.
Das Zentrum
allein ist nicht alles, es ergeben sich je nach Aufstellung des
Zentrums nämlich weitere Notwendigkeiten, die bestimmen, wie die
Stellung in wichtigen Punkten aussehen kann.
Man wird sich immer
schwache Punkte schaffen, das bringt das Spiel mit sich (weil man nie
alles verhindern kann; es gibt kaum je einen Zug im Schachaspiel, bei
dem ein Vorteil nicht gleichzeitig irgendwo auch ein Nachteil sein
kann). Je nach Eröffnung wählt man sich quasi eine Spanne an
schwachen und natürlich auch starken Punkten.
Mir hat sich bislang nur in einzelnen oft auftauchenden Stellungen von Eröffnungen sich erwiesen, dass es lohnt, Varianten so gut zu kennen, dass man sie auswendig kann (wie ein oder zwei Varianten des Französischen bis zum dritten oder vierten Zug, manchmal sechs Züge, oder wie die sechs Züge der bestimmten Abwicklung im Spanischen usw. ) ; - immer ist es so, dass ich diese Eröffnungen eben deshalb gut kenne, weil ich so oft spiele, nicht weil ich sie auswendig gelernt habe. Mir ist es wichtiger, grundlegende Merkmale einer jeweiligen Eröffnung zu kennen, damit ich dafür gewappnet bin. Im Französischen zB wird die eigene Königsstellung allein durch den vorgestellten weissen Bauern auf e5 dazu einladen, einen weissen Königsangriff vorzubereiten. Das muss ich kennen und von Anfang an in die Planung mit einbeziehen. Denn der Bauer auf e5 (in vielen Varianten des Französischen) drückt auf f6 und ich kann keinen Springer auf f6 zur Verteidigung heranziehen, ausserdem droht jederzeit der weisse Bauernmarsch am Königsflügel, was die Stellung des schwarzen Königs öffnen will.
Jede Eröffnung schafft ganz andere Bedingungen und legt doch jederzeit immer wieder typische aber andere Kampfschauplätze frei. Ob es um die Möglichkeit eines Mattangriffs geht , oder die Positionierung des Zentrums. Der kleinste mögliche Vorteil, ist schon Schauplatz eines Kampfes um diesen Vorteil.
Deshalb geht es darum,
dass man die Eröffnungen so wählt und spielt, wie man mit den
entstehenden Kampfschauplätzen auch zurecht kommt, so dass einem Ideen
einfallen, und man Pläne fassen kann.
Sobald man beginnt, zu
erkennen, worauf es dabei ankommt, wird man auch begreifen, dass man
nur selbst diese nötige "Gewinner-Aufmerksamkeit" in sich schulen kann.
Man kann sie nur selbst aufbauen. Und dabei kommt es darauf an, zu
erkennen, was wesentlich und notwendig ist, und was das Ziel ist
(Kraftentfaltung), und wie die Werkzeuge (Denken, Logik) dafür sind.
Und das ist ein individueller Zustand wie Prozess, diesen Zustand
bessern zu wollen.
Für die eigene Partei günstige Merkmale der Stellung können in folgenden Möglichkeiten bestehen:
Schlechtere
Merkmale der Stellung können in folgenden
Möglichkeiten bestehen:

Hier ist Schwarz dadurch in Vorteil, dass er den materiellen Vorsprung eines Bauern bis zum Ende der Spielzeit umgesetzt haben wird. Hier offenbar selbst wenn Schwarz seinen Turm verliert, während der Weisse seinen Turm behält. Der Bauer des Weißen auf a7 wandelt sich auf a8 um in eine Dame, und Schwarz muss den Turm hergeben um die verwandelte Dame auszuschalten (auf a8 schlagen).
Frage: Wer gewinnt die Partie?
Zum Beispiel könnte
Schwarz jetzt h3-h2 spielen, wonach der
weisse Turm eine wichtige Aufgabe erhält, nämlich den Bauern
h2 aufzuhalten. Der weisse Turm ist so äusserst abgelenkt.
Und Schwarz kann irgendwann d7-d5 spielen um dann schliesslich die Freibauern mit Hilfe des
Königs versuchen durchzubringen. Egal wann und ob Weiss auf a8 den
Bauern umwandelt.
Der Gedanke ist: Der weisse Turm kann das nicht unendlich lange hinauszögern, also dass Schwarz einen seiner Bauern umwandelt, selbst wenn es keinen schwarzen Turm mehr gibt. So bekäme Schwarz seinen Turm zurück.
Es sind hier zu viele Freibauern für den Schwarzen und das wahre Problem ist, dass der weisse König sehr weit weg in der Ecke steht. Und dass ausserdem Weiss selbst keinen Freibauern hat (ein Freibauer ist jeder Bauer, der vor sich keinen anderen gegnerischen Bauern hat).
Wenn Weiss hier in der unteren Hälfte wäre, um die Bauern aufzuhalten, dann wäre der materielle Vorteil eines Turms sicher anders zu bewerten wenn Weiss auf a8 umwandeln würde, und Schwarz mit dem Turm nehmen müsste und so seinen Turmverliert und dem positionell gesehen nichts entgegen setzen kann.
ABER!
Nun
kann natürlich das Unterfangen des Weissen von Erfolg gekrönt sein,
etwa durch das Manöver 1. ... e3-e2 (schwarzer Zug) 2. f3-f4 +!, was
ein scheinbares Bauernopfer ist, um dann
den Turm hinter den e-Bauern auf e3 zu bekommen, diesen Bauern zu
erobern (Schwarz kann das nicht verhindern da sein Turm auf der 8.
Reihe benötigt wird), und schliesslich dem
Schwarzen zu genauem Spiel zu zwingen.
Aber auch wenn diese Partie für
Schwarz verloren gehen wird, dann kann man doch anhand des Beispiels
sehen, dass sich die Überlegung lohnt, noch das Beste aus der
Stellung
machen zu wollen, da nicht jeder Spieler als Gegenüber so gut ist, und
irgendwann vielleicht einen Fehler macht.
Für diesen Zweck muss man allerdings nahe am Limit des Möglichen spielen, und auf Anhieb erkennen lernen, worauf eine Stellung hinausläuft. Und das zu beurteilen, egal was in einer Stellung liegt: Die Chance oder die Niederlage, ist unweigerlich an Stellungsmerkmalen gebunden.
Und es gibt viele Partien, die Ähnlichkeit mit obigem Beispiel aufweisen und wo sich zeigt, dass ein materielles Plus nicht reicht und die Position und ihre Merkmale den materiellen Nachteil kompensieren können.
Es gibt auch viele Partien, wo selbst scheinbar klare Verhältnisse in materieller Hinsicht nicht ausreichen, dass man einen klaren materiellen Vorteil hat, und es dann doch nur remis wird.
Der häufigste Fehler ist es, ein wirklich schlechtes Stellungsmerkmal in Kauf zu nehmen, nur um ein billiges Manöver durchzuziehen, das am Ende nichts eingebracht hat, was das schlechte Stellungsmerkmal hätte rechfertigen können.
Man muss desweiteren und am besten die ganze Partie hindurch, in jedem Augenblick es dem Gegner so schwer wie möglich machen, damit er den ersten kleinen oder grösseren Fehler begeht.
Es geht also immer darum, eine Beurteilung
dieser
Stellungsmerkmale aufbringen zu können. Dazu gehört, dass man
voraussieht, was sich logisch und einsehbar an Möglichkeiten dieser
Stellungsmerkmale typischerweise ergibt.
Es
braucht diese Aufmerksamkeit, aufgrund der die Möglichkeiten, die in
der Stellung
liegen, überhaupt erst wahrgenommen werden können. So kann eine
notwendige weil das Spiel bedingende Zugwahl als zielgerichter Prozess
etabliert werden. Wobei das Ziel darin besteht, möglichst soviel Kraft
wie möglich aus der Stellung zu ziehen, bzw. diese Kraft zu erhalten.
Die Kraft kann sich verschieden äußern, als Initiative, Raumvorteil,
Positionsvorteil, Materialvorteil...
So
überlegt man sich einen Zug,
weil man mit den verschiedenen typischen Möglichkeiten und einigen
Stellungsmerkmalen vertraut geworden ist, und etwas damit anfangen
kann. Und schliesslich kommt es, dass man immer mehr Erfahrung
darüber sammelt.
Um in einer Partie Schach so weit wie
möglich den Eindruck zu haben, dass man eine Zeit lang gut mitspielen
kann, wird man oft dazu kommen müssen, so weit es geht das Spiel
überschauen zu können, dass man die wichtigsten Merkmale beachtet. Man
kann gar nicht alles beachten, und diese Fehlerquote ist das Maß der
Spielstärke.
Es ist taktisches Sehvermögen. Man sollte in
der Lage sein, auf Anhieb die zwingenden Züge zu finden. Dabei ist es
sehr relevant, im Vergleich einzelner Spielstärken, dass dabei jeder
ein anderes Maß an diesem Sehvermögen aufgrund seiner Spielstärke
überhaupt aufbringen kann.
Das Schachspiel ist ein Spiel, das
durch Fehler entschieden wird. Und es gibt immer die Möglichkeit, an
eine gute Chance zu kommen, um sie einzusetzen, damit das Spiel in
diesen wichtigen Punkten weder vom Zufall noch von Glück abhängig ist.
Dass man lernt, so gut wie möglich die Fehlerquote abzustellen - der
eigene Blick ist entscheidend, wie weit man dabei sich zutrauen darf zu
gehen.
Die Erfahrungen, die man während des Übens macht sind
wertlos, genauso wie die eigenen Urteile, wenn in der
Auseinandersetzung mit einer gespielten Partie
Schach nicht
gleichzeitig diese Urteile auch unvoreingenommen, das heisst möglichst
objektiv gefunden werden. Objektiv heisst, dass man in der zwingenden
Logik der möglichen Züge keinen anderen weil besseren hätte
finden können.
Ein
Anfänger und Übender kann schnell
voran kommen, seine Schachaufmerksamkeit zu schulen, indem er zunächst
begreift, dass es wesentlich darauf ankommt, Stellungsmerkmale zu
bewerten. Das Geschehen begreifen lernen. Zu lernen, dass in manchen
Stellungen taktische Möglichkeiten lauern, die mit einem Mal aus dem
Verborgenen heraus einen grossen Druck entfachen können. Zu lernen,
dass in manchen Stellungen solche Drohungen aufgebaut werden können.
Gute Fallen, die man aufstellt, mögen sie noch so einfältig sein, haben
in sich immer die Konsequenz, dass der Gegner drauf reagieren muss und
entsprechend seine Figuren aufstellt, wie wir damit planten. Schlechte
Drohungen sind weniger relevant als wie keinen Plan gefasst zu
haben. Auf diese Weise kann man sogar lernen, Pläne zu
schmieden,
indem man es nicht bei einem oberflächlichen weil taktischen Auge
belässt, das nämlich oft positionell-strategische Möglichkeiten und
Notwendigkeiten ausser Acht lässt.
Um all das zu lernen, braucht er ein Auge für typische
Stellungsmerkmale. Diese Merkmale liessen sich nicht einzeln aufzählen.
Sie sind unendlich vielfältig. Aber man kann sagen, dass sie irgendwo
immer auf das Figurenspiel
gegründet sind. Figurenspiel, das ist das Spiel der Figuren, welches
sie kraft ihrer gegebenen Fähigkeiten erhalten. Damit sind Figuren und
die jeweilige Qualität Werkzeuge.
Gemeint sind auch die
Möglichkeiten , die sich durch verschiedene Anordnung der
Spielfiguren ergibt. Damit wird das Werkzeug der Spielfigur
geführt, und nicht nur benutzt. Eigentlich braucht es auch etwas
übergeordnetes: Einen Plan und Ideen, die sich in diesem Plan umsetzen
lassen.
Das ist die Art Schach zu spielen, in der man
gewöhnlich besonderes Augenmerk auf strategische Merkmale der Partie
richtet, und geradezu das Mittelspiel
und dessen Notwendigkeit einen Plan zu finden beachten lernt. Um das
Mittelspiel zu einem geeigneten Endspiel
zu führen, muss es vorher eröffnet werden. Für die Eröffnung
sollte man daher nach einer bestimmten Art und Weise der
Spielereröffnung suchen. Beruhend auf prinzipiellen Erwägungen der
Notwendigkeiten, und der jeweiligen Chance der Aufstellung der Figuren.
So entseht schlisslich das Mittelspiel, in dem es darum geht einen Plan
zu fassen. Also sollte man die Eröffnung
hinsichtlich des entstehenden Mittelspiels auffassen. Eine gute
Figurenentwicklung ist halbgar, wenn man nicht einige Möglichkeiten
sich abwägt, wie das Aufstellen der eigenen und der gegnerischen
Figuren schliesslich eine Situation schafft. Wenn man locker Pläne
fasst, kann man lernen, darauf zu achten, wie diese Pläne durch
gegnerische Züge durchkreuzt werden. Man muss also auch etwas lernen
darüber, wie leicht der Gegner unsere Pläne durchkreuzen kann. Und so
lernen wir, damit umzugehen, was der Gegner unsere Pläne durchkreuzen
wollen wird. Dies liegt alles noch in der jeweiligen Stellung. Ob der
Gegner es ausführt ist unwesentlich. Sondern ob wir das jeweilige
Merkmal erkennen können und den Gegner zwingen, etwas zu tun, was ihm
unangenehm ist und uns weitere Möglichkeiten schafft. Dieser Prozess
und diese Art der Gestaltung ist ein typisches Merkmal der
Mittelspielstellung. Man schaut danach, sich Möglichkeiten zu bedienen,
um einerseits den Gegner zu irgend etwas zu zwingen (daher das Wort
"be-zwingen"), und andererseits solche Pläne zu schmieden, dass man den
Gegner in kurzer oder mittlefristiger Zeit irgendeiner Hinsicht zu
einem Nachteil zwingen kann und ihn schliesslich am Ende so schnell und
sicher wie möglich bezwingen kann.
Im Endspiel wird
das Geschehen abgewickelt und es zeigt sich dann, wer die Stellung, das
Mittelspiel, die Strategie und seine taktischen Einfälle zu einem Sieg
führen konnte. Im Endspiel verdichten sich Vor- und Nachteile - sie
kristallisieren sich aus, da mit wenigen Figuren prinzipiell nur noch
wenig Dynamik entstehen kann, um einen etwaigen materiellen Nachteil
noch kompensieren zu können. So wird im Endspiel das, worauf
das Spiel als Ergebnis hinaus will, unumgänglicher
mit
jedem Zug. Es sei denn der Gegner patzt.
Grundsätzlich
alles, was in jeder Situation auf dem Brett sich ereignen
kann, ist ein Moment voller Möglichkeiten. Umso weniger Figuren auf dem
Brett sind, desto überschaubarer wird das Geschehen. Um sich damit
vertraut zu machen, worauf es beim Beurteilen von Stellungsmerkmalen
ankommt, und um so besser Schach spielen zu lernen, lohnt es sich,
einfache Abwicklungen zu suchen, die Stellung zu vereinfachen und sich
stets zu fragen, ob man auch wirklich stets versucht, das Beste aus
einer Stellung herauszuholen. Man muss sich schulen im Fassen von
Urteilen, die berücksichtigen, dass man als Spieler sich bei der Wahl
des jeweiligen Zuges weder unterbietet noch überfordert, je nach dem,
was für Stellungen dabei heraus kommen mit denen man entsprechend
umgehen kann. Kompliziertes meiden, mit dem man
nicht umgehen kann oder zu einfache Züge solcher Art meiden, die einem
früher oder später zum Nachteil und Verlust gereichen - oft geschehen
die Fehler aus Mangel an einem
grundsätzlichen Plan! (daher ist es wichtig, eine Strategie zu
verfolgen; und betreffend eines Mittelspielwissen immer mehr in die
simplen Geheimnisse der Notwendigkeiten der Planung, des taktischen
Sphähens und der individuellen Leistungsfähigkeit einzutauchen, all
diese Dinge im Geschehen - auf dem Brett - zu erkennen).
Es ist natürlich wichtig, je nach Spielstärke und Potential (man kann das eigene Limit nie genug ausreizen!): danach zu streben, dass man solche Züge wählt und spielt, die immer das Beste aus der Situation machen, und zwar in einer Weise, dass man damit angesichts der Umstände zufrieden sein kann.
Aber
das eigentliche Problem ist es, all diese Dinge gleichzeitig im Blick
zu haben. Dinge, die man nun beachten sollte, also Stellungsmerkmale,
die möglichen Vorteile, Nachteile, die Eigenschaften des Figurenspiels,
ferner die Methoden, Ideen, Pläne usw. allesamt gleichzeitig zu
berücksichtigen und auch umzusetzen lernen.
Man wird erkennen oder
nicht, dass es nicht allein hilft, sich einseitig über diese Sache
Gedanken zu machen, dass man sich vornimmt, besser Schach spielen zu
lernen.
Man braucht ein paar Einsichten, Geistesblitze,
Erkenntnisse, die, richtig eingeordnet, integriert und
weiterverarbeitet, des Geistes Substanz heranbilden, auf das man
zurückgreifen wird. Das kann nur ein sehr individueller Prozess sein.
Es ist nur klar, dass es Richtlinien gibt, in welche Richtung man dabei
gehen sollte oder gehen kann. Man benötigt solche Einsichten
und
Geistesblitze, die einem nicht eine einzelne Stellung beleuchten,
sondern die Gesetze, Mechanismen und Besonderheiten des Umstandes,
überhaupt eine Partie Schach zu spielen.
Dieser
Nachvollzug der im
Schach liegenden Gesetze führt zu einer Einsicht, die unabhängig davon
ist, ob man verliert oder gewinnt. Der beste Garant für mich, um eine
beständige Lust am Schachspiel zu erfahren, liegt darin, dass ich hin
und wieder ein Blick tun kann über den Tellerrand dieses so unglaublich
offenen und gerechten Spiels. Solche
Einsichten sind gar nicht mal was besonderes, sondern es genügt zB vor
Augen geführt zu bekommen, was immer wieder in jeder Partie vorhanden
ist, oder was wieder kehren kann oder Thema wird. Das kann oft das
Thema "Kampfschauplatz" sein. Diese
müssen nicht offen ausgetragen sein, und lauern erst oft nur verborgen
in der Stellung (taktische verborgene Möglichkeiten kommen hinzu). Aber
die ganzen Züge,
auch die des Gegners zielen darauf, solche Kampfschauplätze zu
erschaffen oder einen kampfschauplatz mit Vorteil für sich zu
entscheiden. Und alles kann ein
Kampfschauplatz werden. Das sind alle die Plätze, an denen bedeutende
und gefährliche Figuren stehen werden, oder weit aus mehr noch bloßen
Einfluss ausüben. Darum geht es auch darum, auf jene Felder zu schauen,
die einfach nur potentiell
eine Gefahr sind (für sich oder dem Gegner).
Daher ist eine gut ausgeprägte
FÄHIGKEIT ZUR ÜBERSICHT, dass man mit einem Blick die zwingendsten
Merkmale und Zugmöglichkeiten der Stellung erfassen lernt,
unausweichlich erforderlich, um schliesslich den Blick auf die
Besonderheiten von Details der in einer Stellung möglichen Züge richten
zu können.
Wenn man noch nicht mal
die einfachsten weil zwingendsten
Züge von miserablen unterscheiden kann, dann fehlt einem
offensichtlich das Gespür und die Erfahrung zur Beurteilung von
grundlegenden Stellungsmerkmalen. Oder man spielt unkonzentriert.
Die
Konzentration ist relativ einfach auszubilden, man braucht nur die
Disziplin, und einer gewisse Beharrlichkeit, es immer wieder neu zu
versuchen, mit seiner Schachaufmerksamkeit Urteile über das Geschehen auf
dem Brett bilden zu können.
Im
Grunde ist es beim "Schach-Denken" bei mir zB so, dass ich die
Möglichkeiten nicht alle kommen sehe, aber in entscheidenden Moment
mich auf Möglichkeiten einlasse.
Da
spielt für mich eine Art
effizientes Denken eine Rolle. Der bevorstehende Zug des Gegners bringt
eine
Veränderung der Möglichkeiten mit sich (=Stellungsmerkmale!),
so
lange ich keinen Zug habe, um das zu verhindern. Es sind oft solche
Möglichkeiten, auf
die ich mich vorher bereitwillig eingelassen habe, sonst hätte ich jene
Möglichkeit (zB ein Stellungsmerkmal, das entstehen kann) versucht zu
vermeiden...; - es ist also eigentlich so, dass man bei der
Schachaufmerksamkeit oder beim Denken die zwingendsten Züge versucht zu
entdecken, die die Stellung am stärksten beeinflussen können.
Man
hat
bald einen Blick für die Offensichtlichkeit einer Stellung und
kommt rasch zu den Notwendigkeiten, wobei es egal ist, ob man an den
jeweiligen Zügen noch länger überlegen muss, um eine Breite von
Möglichkeiten einzugrenzen. Es geht prinzipiell ja darum, sich bei der
Wahl einiger möglicher Züge (die einem vorschweben), so gut wie möglich
einzugrenzen, auf jene Züge, die am meisten vesprechen.
Aber man muss trotz aller
Klarheit, die man glaubt in der Stellung zu erkennen, freilich immer
auf der Hut vor verborgenen taktischen Wendungen sein. Das sind
einzelne Züge, die plötzlich alles verändern.
Tip:
Je nach Spielstärke kann es darum gehen, aus einer entstandenen
Notwendigkeit oder auch Schwäche einer Stellung nach Aspekten der Dynamik
zu suchen, die den Gegner unter Stress setzen und das eigene Spiel mit
Initiative befruchten können. Das kann zum Beispiel ein schwacher Bauer
sein, den man, um ihn aus der Angriffsfläche des Gegners zu nehmen,
einfach vorrückt, womit zwar die Schwäche prinzipiell nicht
behoben wird, aber wobei der Gegner einerseits für eine
gewisse
Zeit ins Leere läuft, und andererseits man mit jedem vorgerückten
Bauer, umso näher er der gegnerischen Grundlinie kommt, ein grosser
Druck aufgebaut werden kann.
Dann wählt man statt der
eingestandenen Schwäche die Dynamik, und es wird sich oft genug (aber
nicht immer) zeigen, dass solche Stellungen plötzlich einen
nachhaltigen Vorteil für die eigene Partei erkennbar werden lassen.
VIDEO ANALYSEN
YOUTUBE
Eine
hilfreiche Sache sind die vielen Analysen, die man sich bei YOUTUBE
anschauen kann. Zum Beispiel von folgendem Link einfach die weiteren
Videos, die dort gelistet sind, auswählen oder selbst suchen:
http://www.youtube.com/watch?v=us6i5JITqR0

Mit dem obigen Link (Banner), der zur Seite von FICS führt, kann man sich bei einem grossen kostenlosen Schachserver anmelden und schon bald Schach spielen. Am besten ein "Interface" dort downloaden.
Gut ist der kostenlose Service bei freechess.org (http://www.freechess.org). Dort kann man die gespielten Spiele (mit einer Software zum runterladen) auch online nachspielen und analysieren. Es ist wie oben bereits erwähnt sehr gut und nützlich, wenn man der Frage nachgeht, warum man verloren hat - für alle Spielklassen gilt das.
Oft ahnt man schon in der Partie die Antwort, nachdem sich ein Nachteil immer mehr verfestigt.
Bei einem Sieg kann man prüfen, ob er durch eigene Arbeit zustande kam: war es die Stellung, die man besser im Griff hatte, waren die Ideen gut genug? Oder hat man einfach Glück gehabt, weil der Gegner einen sehr grossen Fehler machte? Oder welche Schwachpunkte hatte man nicht oder nur schlechter im Griff, ohne dass sie vom Gegner ausgenutzt werden konnten?
Spielt man auf remis oder soll man besser einen gewissen Angriffsstil bei sich fördern? Es gibt immer etwas zu verbessern. Natürlich kann stets jeder noch besser spielen lernen.
Es ist aber immer derselbe Aspekt der Fragestellung:
"Was muss ich konkret tun, um besser Schach zu spielen?"
Diese Frage taucht auf unzähligen Ebenen stets wieder auf. Ist ja klar, eine einfache Frage.
Die Antwort, ebenso einfach und klar:
Man
will:
Antworten
auf die gegebenen Probleme finden, oder dem Gegner solche
Probleme
aufstellen...
- darin besteht die Suche. Man muss etwas Geeignetes finden. Das sind
nicht einfach nur einzelne Züge! Es sind Strategien. Lang anhaltende
Phasen, in
denen man um Vorherrschaft kämpft und den Gegner Fallen stellt oder
seine Angriffe klug einleiten oder auch verteidigen muss. Verteidigen
darf nie bedeuten,
dass man seine eigenen Angriffspläne vollkommen aufgibt. Wenn das nötig
ist, sollte man versuchen immer einen Angriffsplan in die Hinterhand zu
bekommen, also hinterrücks zu planen, der dann irgendwann umgesetzt
werden kann.
Der schlechteste
Verteidigungszug ist noch der, der zugleich dem Gegner noch eine
weitere Möglichkeit zum
Angriff gibt - und der allermieseste Verteidigungszug bedeutet
eine eingesperrte Figur, die man in Kauf nehmen muss. Manchmal gibt es
nichts besseres, aber man sollte letzteres nicht ohne wirkliche
Notwendigkeit tun, denn dann kommt der Gegner noch mehr dazu, seine
Figuren auf unsere Schwachpunkte zu formieren. Dann überlässt
man es dem Geschickk des Gegners, uns fertig zu machen.
Ich
muss mir
als Schachspieler die Stellung und ihre Merkmale anschauen. Ich muss
Pläne schmieden, um Merkmale solcher Art hervorrufen zu können, die man
als vorteilhaft erachtet, zB wenn man eine offene Linie früh besetzen
kann, wenn man seine Figuren aktiv im Spiel hat oder wenn man
eine intakte Bauernstruktur hat.
Und es gibt viele weitere Dinge, die
man beachten muss.
Eine Variante aus dem Buch "ungefähr kennen zu lernen" ist besser als sie auswendig zu lernen (bis auf seltene Ausnahmen); - das Auswendiglernen von Eröffnungsvarianten ist nicht produktiv genug - es muss viel mehr darum gehen, zu beurteilen, was für Merkmale diese Stellungen bekommen, die mit einer bestimmten Eröffnung verbunden sind. Wie stellt man seine Figuren darin am besten auf? Was sind typische Merkmale, die immer wieder auftauchen. Das kann man sich in Großmeuisterpartien anschauen, aber sollte man nicht auswendig lernen. Wie stehen die Springer oder Läufer und was macht man mit ihnen gewöhnlich? Was für typische Angriffe entwickeln sich sowohl auf eigener als auch auf gegnerischer Seite? Wenn man die kennt, vermeidet man Überraschungen. Aber es stellt sich so dar, dass die Angriffe variieren - und die Zugabfolgen auswendig zu lernen ist vielleicht dem Großmeister vorbehalten, der ja darüberhinaus sowieso einen besonderen Blick und Kenntnis dieser Eröffnungenn bereits hat, der kann das viel besser im Gedächtnis aufnehmen. Einem normalen Spieler bringt das nur in seltenen Fällen etwas. Es kann aber nicht schaden, gewisse typische Eröffnungen in den Varianten zu kennen, vor allem, wenn das so Fallen beinhaltet. Im Vierspringerspiel etwa, da habe ich mir persönlich einfach einige Varianten so oft angeguckt, dass ich sie mittlerweile auswendig kenne. Jedenfalls eine bestimmte Abfolge. Aber ansonsten kenne ich keine besondere Anzahl von Varianten und komme in der Eröffnung ganz gut klar, weil ich mich an Capablancas Spruch halte (sinngemäß): Das Konzept der Eröffnungund der Spielaufbau wird jedes Mal neu bewertet, aufgrund von allgemeinen Stellungsmerkmalen und Richtlinien.
Man lernt das Beurteilen am besten, wenn man sich seine eigenen Stellungen anschaut, und sich fragt, welche Potentiale liegen darin? Und vor allem, kann ich damit auch umgehen? Spiele ich eigentlich, oder pfusche ich?
Ein
Urteil ist
nichts festes, es kann sich in jeder Stellung wieder ändern.
Das
Urteilen selbst gründet sich auf Stellungsmerkmale und Aussichten in dieser Stellung.
Das
Ungefähre wird nicht "berechnet", sondern nur das geschaut, was man
kennt. Umso
mehr Stellungen man kennt, und auch zu beurteilen gelernt hat,desto
mehr kann man das Ungefähre
beachten, besser gesagt es ergibt sich einem mehr oder wenigr intuitiv
ein Bild. Man orientiert sich freilich immer mehr darauf, was
man
kennt. Aber auch der Großmeister kennt nicht alles und kann
auch
nicht alles bis ins letzte "berechnen" (es ist eine Illusion, die man
als Nicht-Großmeister oft hat, dass der Großmeister alles berechnen
würde; er wählt sich die offensichtlichsten Möglichkeiten aus,
und nur die berechnet er genauer).
Die
wesentlichen Momente einer jeden Stellung sind immer dieselben:
Die
Entwicklung der Figuren von der Eröffnung an, das wird
immer zu
einer besonderen und kritischen
Stellung führen. Man nennt das Mittelspiel.
Dann wird - sofern
man noch keine groben Eröffnungsfehler gemacht hat und in
einer noch ausgeglichenen Partie befindet - der weitere Verlauf der
Partie durch
die nun
folgenden Richtungsentscheidungen bestimmt.
Schlägt man die
falsche
Richtung ein, verliert man oder gerät zumindest in Nachteil.
Wenn
man als schwacher Spieler gegen einen starken spielt, sollte man
einfach tun, was man für richtig hält. Solide spielen ist aber gegen
solche Gegner besser, als wenn man sich beweisen will mit überaus
komplizierten Stellungen, die der stärkere Spieler gewöhnlich besser
überschauen kann. Manchmal ist das aber auch ein Trick, um den besseren
Spieler erst vor Schwierigkeiten zu stellen, dass man gegen einen
besseren Gegner komplizierte Stellungen wählt! Auf Dauer wird das aber
nicht gut gehen - denn es gehört schon Glück dazu, eine solche Partie
mit kompliziert gewähltem Spiel auch zu gewinnen oder gar ein
remis zu schaffen.
Man darf sich aber auch nicht einigeln, und den Gegner das Heft überlassen. Ein Stück Mut und Wagemut kann also sicher manchmal (aber nicht in der Regel!) helfen, in eine vorteilhafte Position auch gegen stärkere Spieler zu kommen.
Man wird gewöhnlich am ehesten ein
guter Schachspieler werden, wenn man das Figurenspiel einigermaßen
beherrscht.
Das
Figurenspiel besteht darin, die eigenen Figuren so gut wie möglich
für eine
gegebene Stellung einzusetzen. Und auch sie zu nutzen, um die
Aussichten auf aktiven Einsatz der Figuren aufrecht zu erhalten.
Manchmal kann es um ein Manöver gehen, um eine Figur auf einen
bestimmten Brettabschnitt zu bekommen.
Jemand, der schon lange dabei ist und
mit der
Zeit etwas besser im Schachspiel geworden ist, der findet vermutlich,
dass man nur grob, aber
immerhin, die Richtung des Geschehens bestimmen kann - und manchmal
kommt auch Glück oder eine glückliche Wendung hinzu, zB wenn der Gegner
einen Fehler macht. Aber noch wichtiger ist, dass man selbst diese Fehler
nicht macht.
Und erkennt, dass man sie macht.
Man muss jederzeit in der
Laune
sein, sich
einen materiellen oder positionellen Vorteil zu verschaffen, weswegen
man fortwährend
danach
zielen muss, solche Züge zu wählen, welche den Gegner vor die grössten
Probleme stellt.
Hier ist das Schwert gezückt,
um sich zu
messen
den Kräfteverhältnissen.
Aber wenn man nur abwartend spielt,
könnte der Gegner einen zuvorkommen.
Bald weiss man, worum es in einem
Kampf geht. Das Spiel ist ein Messen zweier Kräfte und es definiert
sich durch
das Ziel, am Ende die stärkste Macht zu sein. Aus dem Zweck des Spiels
ergibt
sich die Vorliebe mancher Spieler, stets nach möglichen Mattangriffen
zu schauen. Fast
gleichrangig zu dieser elementaren Regel ist: dass man
immer
bestrebt sein muss, die Initiative zu ergreifen.
Initiative
beinhaltet die Option, die Richtung des Spiels zu bestimmen. Der Gegner
muss folgen.
Die Initiative ist auch nötig,
um Mattangriffe oder einen grossen Materialvorteil zu
erhalten.
Daraus ergibt sich eine weitere grundlegende Regel, dessen
genaue Befolgung dazu führen wird, den Gegner zuvorzukommen.
Letztendlich entscheidet sich das aber auch mental, durch bestimmte
Schwerpunkte der
Betrachtungsweise und Denkweise während eines
Schachspiels.
Man muss immer ein Auge für sehr
viele Dinge haben: Angriffsmotive,
ebenso wie Materialvorteile oder Positionsvorteile beachten.
Und mit diesem Auge für die Bewertungsmaßstäbe von Stellungen
verbunden ist ja auch immer ein Wissen um das Figurenspiel. Da die
Stellungen, in denen sich Kampfschauplätze ergeben, auch immer
Veränderungen in Bezug zu der Einsatzfähigkeit unserer Figuren bringen
können. Die eigenen Figuren müssen effektiv zum Einsatz
kommen.
Wenn
sich eine Position ergeben kann, in der man die eigenen Figuren sehr
effektiv einzusetzen imstande ist, kann der Druck
der
Figuren auf schwache Punkte des Gegners oft dermaßen gross werden, dass
der Gegner letztendlich zusammenbrechen muss.
Da aber der Gegner selbst das
ebenso versucht, muss man ihm gleichzeitig auch durch Tempo, Schärfe
und Effektivität zuvorkommen.
Immer gibt es irgendwann eine Stellung, in der es noch völlig unentschieden ist, wie sich der weitere Verlauf und Wandlung der Stellungsmerkmale ergeben könnte; - vieles ist dann möglich, und man muss einen Plan finden, der sich auf verheissungsvolle Aussichten begründet.
Man wird diese Stellung, in der die Richtung wichtig wird, und in der die Aufstellung bzw. Entwicklung der Figuren weitgehend abgeschlossen sein muss, als Mittelspielstellung bezeichnen.
Diese Stellungen enthalten oft genau einen
kritischen
Punkt, ab dem die beiden Spieler zu ihren Plänen kommen
müssen: irgendein Zug kann zum Beispiel mittelfristig weitere
Verwicklungen einleiten, und solche Züge müssen an einen Plan
gebunden sein; - und wenn
dieser Plan erst mal nur grob ist, aber eine vage Idee beinhaltet, die
noch
weitere Möglichkeiten offen lässt, ist das besser, als wenn man ziellos
spielt.
Es ist also auch wichtig, dass man auch von Zeit zu
Zeit so spielen
können muss, wie man sich konkret noch offen lässt, wo es genau
hingeht. Obschon man
einige Ziele schon vage ins Visier nimmt, hält man sich lauernd
bereit (auch wenn man unbewusst den Gegner Fehler nicht
zutraut...
- man wird irgendwann erkennen, dass die meisten Spiele
durch Fehler und Fehleinschätzungen verloren gehen; Fehler
sind
es, die jedes Spiel entscheiden - aber einer bestimmten
Spielstärkenstufe, werden es nur noch Fehleinschätzungen auf lange
Sicht sein, die ein Spiel entscheiden, und nicht grobe Fehler oder gar
Patzer.
Spielt
man gegen einen stärkeren Gegner, wird man Fehler machen, die dieser
Gegner ausnutzt.
Spielt man gegen einen schwächeren Gegner, muss
man
dessen Fehler ausnutzen können.
Ein Bauer, den man als Vorteil hat - so ist eine bewährte Regel-, der reicht schon zum Sieg.
Gegen gleich starke Spieler entscheidet, wer zuerst den Fehler macht, oder am gröbsten die Stellung falsch eingeschätzt hat. Viele Fehler, die in eine unumkehrbar schlechte Position münden, werden in einer wichtigen kritischen Stellung gemacht, die immer wieder als Phase einer Partie auftritt: nämlich in der Mittelspielstellung und den damit zusammenhängenden Richtungsentscheidungen. Manchmal ist der begangene Fehler zuerst noch unklar. Aber umso weiter man spielt, bekommt man den Fehler nicht mehr in den Griff. Nur wenn der Gegner selbst wiederum einen Fehler macht oder nicht klug genug vorgeht, kann man den Fehler wieder gerade bügeln. Das kommt vor, und deshalb sollte man bei einem Nachteil in seiner Stellung nicht verzagen sondern weiter kämpfen.
Hier in der Mittelspielstellung muss man aufpassen, auf was man sich einlässt.
Der Anfänger kennt die vielen Möglichkeiten noch nicht, welche Stellungen es auch immer sind, die mit dem Schachspiel alle möglich sind. Es stellt sich aber heraus, dass es eine bestimmte Spannbreite dessen gibt, innerhalb dem man sich bewegen kann. Das heisst, absolute Narrenzüge stellen sich als eher ungünstig heraus (zB mit a2-a4 zu eröffnen; das sollte noch warten bis dass man einige Strukturen im Zentrum festgelegt hat).
Viele Stellungsmerkmale sind bis zu einem gewissen Grad natürlich für alle Spieler ungewiss, bevor sie gespielt sind. Mehr als 3 Züge genau voraussehen zu können (unter dem Aspekt der zwingenden Kombination vernachlässigt man in der "Kopfrechnung" dann jene Züge, die schon verlieren würden), weil sie sich zwingend ergeben, das ist schon eine besondere Leistung, aber die meisten solcher Kombinationen sind Einzelfälle. Was man gewöhnlich sieht : die Chance, das Potential, das in einer Stellung liegt.
Die Besten unter den Schachspielern, kennen sehr viele dieser Stellungsmerkmale, und haben ein Gespür entwickelt.
Eine
Mittelspielstellung braucht nicht kompliziert sein.
Das
Merkmal der Mittelspielstellung ist die Notwendigkeit des Planens der
näheren und vielleicht
sogar ferneren
Zukunft einer Stellung und ihrer Merkmale. Was alles bedingt ist durch
die vorliegenden massgeblichen Strukturen, die einen weiteren Verlauf
enthalten (den man nie vollständig erfassen können wird), und vielen
anderen Dingen, die im Jetzt
ja bereits eingeleitet werden können (sofern man sie auch wahrnimmt).
Bauernstrukturen
werden
nun sehr wichtig, weil sie im Endspiel schliesslich entscheidend werden
können. Ausserdem: ein schwacher Bauer kann schon bald angegriffen
werden, und
vielleicht hat man einen Bauern Vorteil, der aber dann oft zum Verlust
reicht, weil man sich darauf einlässt, ihn zu behalten.
Wenn man einen
Bauern vorrückt, kann dieser erst Druck machen, um dann aber verteidigt
werden zu müssen! Das muss man also bedenken, wenn man plant, einen
Bauern des kurzfristigen Druckes wegen weit vorzuziehen.
Ab dieser Position des Mittelspiels wird der weitere Verlauf genau zu planen sein. Man muss sich dann für eine Richtung entscheiden, die fast immer mit der Schaffung von Kampfschauplätzen zusammenhängt. Kampfschauplätze sind offene oder halboffene Linien, starke oder schwache Felder, Vorposten, das Bauernzentrum, schwache Figuren. Königsstellung.
Komplizierte Stellungen offenbaren, dass sie fast immer auch mehrere Kampfschauplätze aufweisen, oder aber, viel öfter, solche bald entstehen lassen! Allein ein ganz normales Feld kann Kampfschauplatz werden, denn wenn der Gegner dieses Feld besetzen würde, könnte sich dann ein erheblicher Nachteil (zB ein weiterer Kampfschauplatz in Form eines Angriffs auf die Königsstellung) ergeben.
Bis zur Mittelspielstellung sind es in der Regel nur Züge, die eine Stellung manifestieren, indem die Figuren auf einen Platz gebracht werden. Eine Stellung, die von den gegebenen Möglichkeiten am verheissungsvollsten aussieht, die Figuren werden entweickelt. Es ergibt sich mit der Mittelspielstellung eine Stellung, in der am Anfang der Partie eben oft nur potentiell in eine bestimmte Richtung von Kampschauplätzen gedrängt wurde. Die Fronten sind noch nicht abgesteckt.
Das meiste sieht immer verhältnismässig gleich
aus, und zwei Bauern stehen sich gegenüber. So einfach ist das aber
nicht. Denn je nachdem wie die Bauern vorgezogen werden, um das Zentrum
aufzulösen oder auch von der Seite her das Zentrum zu sprengen, ergeben
sich wieder Besonderheiten!
Es wird wichtig sein, zu
wissen: Mit diesen gegenüberstehenden Bauern ist zB die
Möglichkeit verbunden,
wie sich offene oder
halboffene Linien ergeben (! denn benachbarte
Bauern können diese angreifen und so können eine der beiden Linien oder
sogar beide geöffnet werden)... -
auf diesen Linien ergeben sich die Positionen für die Türme. Wer eine
solche Linie zuerst mit den Türmen besetzt, ist immer im
Vorteil.
Wenn man eröffnet, sollte man eine Sache beachten: Dass man keine Figuren auf die Turmreihe (1. oder 8. Reihe) entwickelt, es sei denn, man verbindet einen Plan damit. An die Entwicklung der Türme denkt man am besten zuletzt. Man muss nur wissen, dass mit einem Bauernabtausch, der in vielen Formen Gestalt annehmen kann, offene Linien geschaffen werden. Und dann wird plötzlich offenbar, wie ein Springer auf der Grundreihe einfach sehr stört und man schnell in Nachteil geraten kann. Dass man eine Figur nicht auf die Grundreihe stellen sollte, ist also nur wegen den Türmen so. Wenn die Türme aber vom Rand in die Mitte schon bewegt sind, dann ist es natürlich meist egal, ob man einen Springer zum Beispiel auf f8 oder f1 stellt. Dies kann manchmal sogar ein guter Zug sein, um die Königsstellung "von unten" her zu verteidigen (analog eines Springers auf f3 oder f6).
Man kann sich angucken, was man am besten gegen die
Eröffnungen tut, in
die man regelmässig hineingezwängt wird.
Es
ergeben sich immer grundlegende Stukturen, mit einer
kleinen Spannbreite typischer Merkmale, bei egal welcher
Eröffnung. Wenn man zB immer gegen d2-d4
spielen muss und man spielt es nicht so gerne, guckt man sich aus,
welche Stellungsmerkmale einem am besten zusagen: zB Königsfianchetto
mit g7-g6 (und d7-d6 nicht vergessen, wegen 2. e2-e4!). Oder einfach
d7-d5? Dann könnte das Damengambit kommen, wenn Weiss c2-c4 spielt.
Also das guckt man sich an, meist weiss man das aus Erfahrung und
überlegt sich Eröffnungsweisen, in die man mit der Zeit auch immer mehr
hineinwächst, um so einen halbwegs passablen Weg zu finden "gegen seine
unliebsamen Eröffnungen".
Man kann das genauso bei e2-e4 tun. Spielt man lieber Sizilianisch oder Französisch? Dem einen behagt nicht immer das, was einem anderen behagt.
Man sollte aber grundsätzlich in der Lage sein, immer alles spielen zu können, auch wenn es dann flach oder ideenlos wird, das heisst angemessen und ohne gravierenden Fehler. Bei seinen Lieblingseröffnungen muss das Konzept aber passen.
Wenn die Könige rochiert haben, dann ist die Mittelspielstellung in der Regel erreicht.
Diese Mittelspielstellung kann bei einigen Eröffnungen schon nach 10 Zügen erreicht sein, bei anderen Partien findet sich bereits nach 5 Zügen das Bestreben, einen konkreten Kampfschauplatz zu etablieren; dann wird die Partie von Anfang an sehr taktisch geprägt sein.
Manche Eröffnungen sind zum Beispiel sehr offen, das heisst, es gibt viele Angriffsmöglichkeiten der Figuren. Und darauf reagiert natürlich der Gegner durch Verteidigung oder seinerseits Angriff unserer Schwachstellen, und es entwickeln sich rasch die konkreten Kampfschauplätze.
Auch das banale Zentrum kann so einen Kampfschauzplatz darstellen. Wer durch Bauern im Zentrum den Gegner an die Wand stellen kann, hat immer einen Vorteil; meist ist das schon durch den Raum gegeben, den man beansprucht, aber der oft auch zu weiteren Vorteilen führen kann, indem sich taktische Möglichkeiten ergeben.
Taktische Möglichkeiten sind immer Züge, die in
der Stellung liegen und erst noch erkannt werden müssen. Gute Spieler
haben eine gutes Auge für die verborgenen taktischen Möglichkeiten
einer Stellung.
Taktik bedeutet nicht auf lange Sicht zu planen, das
wäre Strategie. Sondern Taktik ist gegeben, wenn man einen Zug findet,
der einen sofort in Vorteil bringt - oft ist das mit der Drohung eines
Materialgewinns verbunden, oder der Gegner bekommt einen schwachen
Bauern, der oft schon genügen mag, um die Partie zu
entscheiden.
Es muss also noch nicht mal um Materialgewinn gehen.
Initiative ist gegeben, wenn man die Richtung des Spiels bestimmen kann. Mit taktischen Zügen reisst man die Initaitive an sich. Diese taktischen Züüge sind aber selten offensichtlich, aber diese machen den Reiz einer Partie erst aus!
Wichtig
wird jedoch immer das Planen und das Herbeiführen von Kampfschauplätzen
sein, mit denen sich dann auch taktische Möglichkeiten ergeben.
Man
versucht zum Beispiel immer einen Kampfschauplatz zu wählen, an dem der
Gegner Schwierigkeiten bekommt. Man orientiert seine eigenen Figuren
auf den oder die Kampfschauplätze hin.
Es ist eine gute Anleitung für ein erfolgreiches Spielen, immer auf die möglichen Kampfschauplätze zu achten, denn auch so erhält das eigene Spiel eine Richtung und das Fassen von Plänen wird leicht.
Ein typischer Kampfschauplatz ist zum Beispiel eine offene Linie, wo man nicht vergessen darf, dass man versuchen muss, als erster mit Türmen diese Linie besetzen zu können. Das ist schon ein Plan. Auch die mögliche Verdoppelung der Türme auf dieser Linie stellt einen Plan dar. Dann wird der Gegner eventuell genötigt, einen oder beide der Türme abzutauschen, und so ist es die Frage, wie dann die Stellung aussieht.
Nach einem
Abtausch in Bezug zu dieser offenen Linie, ist es gewöhnlich IMMER
besser, wenn man als letzter auf
dieser Linie steht und so die Linie mit den eigenen Figuren beherrscht.
Es gibt nur dann Ausnahmen, wenn man zum Beispiel an anderen Orten
des Spielfeldes aktiv werden kann und man dort einen grösseren Vorteil
erhält, als wenn man sich allein auf diese offene Linie konzentrieren
würde. Dann kann der Gegner diese offene Linie zwar besetzen, aber man
hat woanders noch seine Möglichkeiten, die einen grösseren Vorteil
bedeuten könnten. Dann kommt es auf das Übergewicht an: Hat der Gegner
mit seiner offenen Linie mehr Vorteil als wie ich mit meinem
Königsangriff?
Und ähnliches gibt es andauernd und es hängt alles mit Kampfschauplätzen zusammen, an denen sich die Figuren und ihre Kraft bündeln. Kampfschauplätze! Kampfschauplätze! Kampfschauplätze!
Darum zu wissen, macht Schach erst zu einem so reizvollen Spiel! Man kann sich Großmeisterpartein erst wirklich genußvoll ansehen, wenn man um solche Kampfschauplätze weiss!

Das Beispiel Fischer zeigt, wie bedeutend der Mondknoten einzuschätzen ist. Sicher ist es nicht zwingend, dass man mit Chiron am Mondknoten oder in anderen Betonungen (Chiron/Merkur Aspekte) nun Schachspieler wird. Aber es fällt auf, dass bei guten Schachspielern oft Chiron im Radix besonders betont ist. Ebenso kommt Mars/Merkur für eine besonders intellektuelle oder logisch-verstandesmässige Schlagfertigkeit in Frage. Also: Merkur/Chiron Aspekte, Mars/Merkur Aspekte können als förderlich für das Schachspiel angesehen werden.
Die Erfahrung zeigt, dass der
König im Zentrum nur dann
stehen soll, wenn auch die entstehende Stellung es
zulassen. Nicht zu rochieren kann gut oder sehr schlecht sein.
Gut ist
es meist, wenn man das innere Zentrum geschlossen halten kann, und die
eigenen Figuren genügend Raum haben.
Das ist sehr selten der Fall, und
ich denke, man muss stets
rochieren, selbst wenn man lange wartet, weil man sich um die
Initiative zu
scheren beginnt, denn nicht zu rochieren bedeutet ja auch einen
Tempogewinn!!
Es
kann sich durchaus lohnen, danach Ausschau zu halten, wann es
besser ist, zu rochieren - es sogar darauf anzulegen, nicht
zu
rochieren;
wenn
also die Stellung sich nämlich dann tatsächlich als vorteilhaft
erweist. Aber in der Regel bringt es immer Probleme mit sich. Und genau
die muss man von Anfang an bedenken, also sich danach
richten.
Dazu gehören vor allem die beiden Türme, die durch einen mittigen König
versperrt werden, so muss irgendwann der König den Platz frei machen
für die eigene Beweglichkeit.
Übrigens, es gibt für Weiss wohl auch das sofortige Königsfianchetto, um schon nach drei Zügen rochieren zu können. Dann kann man einen anderen Weg folgen, geradezu oppositionell, dass man also sehr schnell rochiert um möglichst früh angreifen zu können, zB im Zentrum. Letztendlich kann man eine grundlegende Stellung herbeiführen, mit der man gut klar kommt.
Es gibt Eröffnungen wie Französisch
(1.
e2-e4 e7-e6 2. d2-d4 d7-d5),
in der es für Schwarz manchmal
vorteilhafter ist, nicht
zu rochieren.
Das sollte aber ausprobiert werden, ob
es der eigenen Spielanlage entspricht.
Ich zB verliere im Französischen öfter, wenn ich rochiere und weniger
oft, wenn ich nicht rochiere. Ich kenne aber Spieler, bei denen es
genau anders rum ist!
Um schnellstens zu rochieren, ergibt sich neben direkten Vorstößen ins Zentrum (zB Italienisch 1. e2-e4 e7-e5 2. Sg1-f3 Sb8-c6, 3. Lf1-c4 oder Spanisch als zweitbeliebteste Zugfolge unter 1. e2-e4), auch das Rochieren nach Art des Fianchetto, indem man den Läufer 1. g2-g3 zieht und dann (egal was Gegner zieht...): 2. Lg2 (..) 3. Sf3 (..) 4. 0.0 oder auch in anderer Reihenfolge: 1. Sf3 2. g3 usw..
Wenn aber Schwarz e7-e5 zieht, mit der Drohung e5-e4 zu ziehen, sollte man besser d3 zwischen schalten (selbst e2-e4 zu spielen würde das Eröffnungskonzept etwas untergraben, da man den Läufer auf g2 fianchettiert hat, möchte man diese Diagonale auch möglichst aktiv gestalten: ein eigener Bauer e4 auf diese Diagonale zu stellen, ist dann etwas kontraproduktiv).
Aber wenn man will, kann man es wohl spielen mit e4, es ist natürlich spielbar, obwohl es wohl eigentlich eher gefällt, wenn man e4 nur dann spielt, wenn der Gegner noch nicht e7-e5 gespielt hat und somit unseren eigenen Vorstoß auf e5 blockiert.
Mit dem Königsfianchetto (g3 und Lg2) wird auf b7 d5 und c6 gezielt, also aufs Zentrum und die Diagonale auf a8 ist immer ein guter Angriffspunkt.
"Man will mal was neues ausprobieren..."
Man muss schauen, ob es gerechtfertigt ist, ständig neue Wege
zu gehen. Man darf nicht originell
sein wollen,
sondern muss den Eindruck haben, dass es sich lohnt, in einer gewissen
Weise zu spielen. Originalität beschränkt sich allein auf die
erfolgreiche Wahl einer offensiven, taktischen oder dynamischen
Spielweise, aber wenn man sich damit sein eigenes Grab schaufelt, ist
das kaum noch originell zu nennen.
Im Schach gibt es vielleicht sogar keine lohnenswerte Originalität,
sondern nur das
eiserne Gesetz der Logik scheint lohnenswert zu beachten.
16.
Juli 2007; 13:40
Wenn
man an besagte Mittelspielstellungen (KRITISCHE STELLUNG) kommt, dann
gilt es langfristige
Überlegungen anzustellen: worauf läuft die Stellung hinaus?
Und man
darf
nicht ungünstig abwickeln, also ungünstig abtauschen.
Und der Anfänger fragt sich tatsächlich:
"aber was ist das, eine langfristige Überlegung, eine ungünstieg
Abwicklung?" Unglückliche Abwicklungen verschlechtern die Stellung -
und
eine Häufung dergleichen oder grobe Fehlabwicklungen führen in ein verlorenes
Endpspiel.
Im
Endspiel wird nur noch ausgespielt, was die Stellung hergibt. Grosse
Veränderungen der Tendenz werden nur noch durch das technische Geschick
der Spieler entschieden.
Das einfachste Motiv ist immer das Zentrum: Wie stehen die Bauern im Zentrum, was kann der Gegner seinen Vorteil mir zum Nachteil führen, und was habe ich für Möglichkeiten, wie sieht die ganze Stellung aus?; dann könnte ich solche Züge vorbereiten, die meine Stellung verbessern. Und damit geht es hier auch um langfristige Unternehmungen. Man darf nicht einfach einen Bauern weit nach vorne ziehen, wenn man nur kurzfristig damit Druck aufbaut aber langfristig dieser Bauer nicht mehr gedeckt werden kann!
Es heisst ja: In manchen Fällen, in denen einem nichts einfällt, könnte sich als nützlich bewahrheiten, dass man stets die am schlechtesten stehende Figur zieht, um seiner Stellung und seinem Spiel noch etwas Gutes zu tun. Diese Maxime wurde einst von einem Großmeister angegeben und hat sich tatsächlich als Lösung für viele Fälle von Situationen erwiesen, wenn man von Unentschiedenheit geplagt wird, einen bestimmten Zug auswählen zu müssen (im Zugzwang an der Reihe zu sein).
Denn oft ist die Stellung wirklich nicht sonderlich zu bewegen, ohne dass eigene Figuren schlechter stehen. Dann muss man die geringsten Veränderungen herbeiführen. Denn der Gegner muss ja auch ziehen, und daraus , dass er Fehler macht, kann sich die Möglichkeit ergeben.
Ein schwerwiegender Fehler, den man machen kann, liegt darin, eine Regel oder Richtlinie zu verallgemeinern oder als Dogma aufzufassen - im Schachspiel ist jeder Moment einzigartig in seinen Bedingungen. Es gibt keine Dogmen im Schach.
15:32
Es
lohnt sich auf die
typischen Motive zu
schauen, und sich eine
Spezialität herauszusuchen, die man kultivieren möchte.
Für mich ist es
momentan angezeigt, dass ich die typischen Angriffsmotive auf
die feindliche Königsstellung in den verschiedenen Partien ausprobiere.
Es zeigt sich mir, dass diese Angriffe ja zwingend sind, weil sie dem
König gelten, das heisst, wenn man dort angreift, dann kann der Gegner
oft nicht anders, als darauf zu reagieren und seine sonstigen
Angriffsversuche vorübergehend einzustellen, manchmal gehts aber
auch darum,
dass man schneller ist als des gegnerischer Angriff.
Dieser
Aktivismus, unbedingt den gegnerischen König anzugreifen ist aber alles
andere als leicht, denn oft wird es keine zwingende Möglichkeit geben,
etwa eine Figur zu opfern, mit der Folge damit die Stellung des
gegnerischen Königs so weit zu ruinieren, dass ein grosser Schaden oder
sogar Matt entsteht, was allein die Opferung eines Läufers, Springers,
ja
sogar Turms rechtfertigen kann.
Das Schachspiel als Wissenschaft betrachten, heisst nichts anderes, als zu begreifen, wie es gespielt wird.
Gespielt wird es mit Vernunft
und eben
doch nicht mit Logik (die Logik wird nur angewendet). Würden wir die
Logik geflissentlich anwenden können,
wären wir Meister. Und jeder Großmeister wäre unbesiegbar.
Es
zeigt
sich, dass jeder Spieler aber nur versucht, seine Vernunft in bester
Weise zu
gebrauchen.
Psychologische Faktoren kommen hinzu, und das mag in Unkonzentriertheit bestehen. Mit der Vernunft entscheiden wir uns nicht nur für die möglichen Wege in einer Partie, sondern auch zur Konzentration und dem Aufrechterhalten von Plänen und Zielen. Um wirklich durchhalten zu können, brauchen wir nicht nur gute Pläne und sinnvolle Ziele, sondern auch Leidenschaft und energische Entschlossenheit, nämlich gewinnen zu wollen. Neben der Grundlage, dass wir zur Konozentration über einen gewissen Zeitraum fähig sind. Deshalb ist Schach auch eine gute mentale Übung.
4.
August 2007 12:00 Uhr
Man ist gut beraten, sich in einer
Eröffnung immer
alles offen halten zu können. Es kommt drauf an, was der Gegner
zulässt, und im Vorhinein wissen wir das noch nicht, wie der Gegner
spielt.
Der eingesperrte Läufer
c8 im Damengambit:
Mit schwarzen Steinen.
Der Läufer
c8 wird geplant zu entwickeln, wenn er sich
nicht sogleich entwickeln kann - man geht im Damengambit oft ein
zweischneidiges Spiel
ein, wenn man ihn zu früh entwickelt und irgendwann muss man vielleicht
e6 ziehen, oder man entwickelt den Läufer schnell, und plant vielleicht
Lb7 oder La6. Den Läufer nämlich zu früh nach g4 oder f5 zu entwickeln,
bringt dem Gegner die Möglichkeit mit seinen Figuren auf der entblößten
Damenflügelseite anzugreifen, weil der schwarze Läufer dann fehlt, um
den Angriff abzuwehren.
Das Damengambit mit Schwarz zu spielen
kann eine gute Übung sein, sich Pläne zu schmieden. Denn es gibt immer
dieselben Komplikationen. Egal mit welcher Eröffnung man sich
beschäftigen will: Man sollte dabei nicht immer denselben
Weg versuchen, sich durch die jeweilige Eröffnung zu bringen,
denn das steht oft
dafür, dass man keinen Plan fassen kann.
Wenn man im Damengambit
konkrete Ziele hat, die realisierbar sind, dann wird sich bald zeigen,
dass man auch jede andere Eröffnung planen, also spielen kann. Man wird
sehen, dass es auf Ideen hinaus läuft, die man in bestimmten
Eröffnungen anwenden kann. Im Sizilianischen gibt es andere Ideen als
wie in Russisch und im Schottischen andere Ideen als wie im Damengambit.
So eine Idee kann zum
Beispiel im Damengambit für Schwarz der Vorstoß des Bauern e7-e5 sein,
oder c7-c5 - je nachdem,
welche Variante man vorher gewählt hat bzw. wie die Stellung aussieht.
Dieses Unterfangen kann nicht immer
durchgesetzt werden und man muss schauen, dass man sich die
Möglichkeiten offen hält - und genau das ist der Reiz des sehr frühen
Stadium des Mittelspiels. Die Eröffnung ist offensichtlich eine sehr
jungfräuliche Knospe des entstehenden Mittelspiels. Das heisst, wenn
man sich von Anfang an klar macht, dass schon die ersten Züge der
Eröffnung darauf hinaus laufen, eine Mittelspielstellung zu
konkretisieren, fällt einem auch das Planen leichter.
Diese ersten Züge werden unweigerlich Strukturen schaffen, auf die sich
jedes Mittelspiel aufbauen wird.
6. Januar 2008 18:34
Es ist doch immer dasselbe: Es geht um die Aufmerksamkeit für die Geschehnisse.
Hat man erst diese Gabe bei sich entwickelt (mehr oder weniger), kommen auch die ersten Einblicke zustande - oder für einen reiferen Spieler schon die typischen Motive einer Stellung ins Bewusstsein. Als ob sie sich eingeben. Ohne dass man danach krampfhaft suchen muss.
Es geht
darum: Das Spielgeschehen vor Augen
haben.
Man kann sich noch motivieren durch
verschiedene Tricks.
Um sich vorab in Laune zu bringen, könnte man sich den Ernst der Lage als Gleichnis vorstellen:
Spielen täte man jede Partie so, als sei es die einzigste letzte Tat, die man hier auf dieser Insel noch verbringen würde, weil nach dem Ende der Partie und einem Verlust: der Pilot mich nicht mit sich nehmen würde, und ich hier bleiben müsste in der Wildnis für alle Ewigkeit.
Oder als würde man eine Partie spielen, und nach dem Ende dieser Partie stirbt man (ob gewonnen oder verloren), und man lebt dann in einer realen Welt, die genau der Partie, die man gespielt hat, nachgebildet ist - und so sei es die allerletzte Partie oder allererste, nämlich der Schritt in die Welt, die man gestaltet - wenn man gewinnt, sorgt man für ein Leben als König oder Herrscherkaste (je nachdem wie gut man spielt, wie gross die Spielstärke ist), wenn man verliert, wird man Untertan. Dann will man gut spielen.
Es zeigt sich, dass Kampfgeist wichtig ist. Wenn man sich sagt: ICH WILL GEWINNEN UND ICH HASSE ES ZU VERLIEREN, dann zwingt man sich die besten Züge zu suchen. Man muss leiden können, und sollte sich aber nicht ärgern. Aber durch das Leiden spürt man , warum man gewinnen will. Warum es sich lohnt, besser werden zu wollen.
Wenn man sich ärgert, ist das schlecht, weil es zeigt, dass man psychologisch gesehen noch leicht aus der Balance gebracht werden kann. In einer wichtigen Partie ist es oft viel wesentlicher, dass man sich und seine Emotionen im Griff hat und nicht die Emotionen einen im Griff haben.
Jetzt
sucht man die ganze Zeit nach einer Antwort, wie man denn besser
Schach spielen lernen kann. Und sieht endlich, dass es
wesentlich darauf ankommt, eine Idee davon zu haben, wie man besser
Schach spielen lernen kann.
Man sucht ja nicht diese Web-Seite zB auf, wenn man nicht irgendwie
daran interessiert sei, was für einen wohl der beste Weg ist, besser
Schach spielen zu lernen.
Für mich etwa, gehts eigentlich oft darum, die Stellung
überhaupt einschätzen zu können.
Das heisst, es gibt viele Stellungen in der Schachpartie, die mich in
ihren wesentlichen Möglichkeiten überfordern. Ich merke das immer dann,
wenn der Gegner mir zeigen kann, wie ich die Stellung aus den
Augen verliere und sei es deshalb, weil ich patze - wenn er es mir
präsentiert, hat er es offensichtlich gemacht. Die Frage ist dabei
nicht zu vernachlässigen, ob man den Gegner nicht auch dazu eingeladen
hat, genau dies zu tun. Insofern man schlechte Züge wählte, oder in
irgendeiner Bedrängnis genötigt war, schlechtere Züge zu wählen. Womit
man schlechtere Ausgangslagen bekommen wird für den nächsten
Zug
und die nächsten Manöver.
Wenn ich nun, um zu
verhindern, dass die entstandene Stellung mich überfordert, nächstes
Mal einen einfachen Zug wähle, so muss dieser auch dabei ankommen, ein
gewünschtes Ziel zu erreichen. Was für ein anderes Ziel ist dies also,
nach allem was wir wissen: Dass man mit jeder Partie Schach alle
funktionell möglichen und zweckdienlichen Inhalte dieses Geschehens
möglichst erfüllt,
als da wären die Schachaufmerksamkeit, das taktische Auge, die Art der
strategischen Planung, und Ideen, die einem dabei anleiten und
motivieren; - nicht zu vergessen den wichtigsten Aspekt: Dass man sich
die
Lust am Schach erhält.
So sehen wir, dass dies unweigerlich ein rein
persönlicher Aspekt des Schachspielens ist, wie man dahin kommt, im
Schachspielen immer besser zu werden. Weil die Wege, dies zu lernen,
für jeden im Detail anders sind. So muss jeder woanders mehr Arbeit
investieren als ein anderer.
Ich sehe ein, dass das Maß eines
spielstarken Spielers auch damit zusammenhängt, dass er statt das
Einfache zu wählen, das Dynamische erfolgreich erprobt und das Einfache
aber dann wählt, wenn damit ein klarer Vorteil verbunden ist.
Man
sollte als blutigster Anfänger (mit zerschundener Schachlust),
möglichst
die materiellen Vorteile im Auge behalten, damit man ein Gefühl
zwischen Position und Materialverhältnis bekommt.
Denn nicht immer, ist
ein Bauer, der in Rückstand ist, so schlimm, wenn man dafür eine Menge
positionellen Vorteil bekommt, und vielleicht den Bauern mit späteren
Gewinn zurückholen kann. Sei der Gewinn wiederum im Positionellen oder
Materiellen enthalten. Doch andererseits muss man auf der Hut sein,
nicht
unangemessen über eine Position bzw. Stellung zu urteilen. Manchmal
überschätzt man sich und seine Möglichkeiten.
Noch
öfter liegt der eigene Fehler an der mangelhaften Ausbildung der
Schachaufmerksamkeit oder ungenügende Schulung für die Fähigkeit, das
Geschehen im Geiste (mental-logisch) zu berechnen, also Züge und deren
Auswirkungen zu unterscheiden und jeweils für sich das wesentliche an
gegebenen Möglichkeiten einzuschätzen. Wobei die Einschätzung sich
überwiegend darauf gründen kann, die in einer Stellung liegenden
Möglichkeiten mit wenigen Blicken zu erkennen (wie schwache oder starke
Felder, Vorposten, starke oder schwache Bauern, Räume, Bauernstrukturen
usw.).
Diese Fähigkeit des logischen Berechnen beinhaltet meiner
Erfahrung nach nicht, dass man jeden Zug sehr weit im Voraus berechnet.
Das ist die Vorgehensweise eines linear arbeitenden Computers. Wir als
Menschen berücksichtigen vielmehr einen Haufen gleichzeitiger
Informationen, um eine Stellung zu beurteilen. Desweiteren kommt der
vorschauende Blick zustande,
indem man eine Stellung so einschätzt, dass man in den typischen
Stellungsmerkmalen auf diese Möglichkeiten von Stellungsmerkmalen
schliessen kann (schwache oder starke Felder die mit den nächsten Zügen
entstehen können, Vorposten, starke
oder schwache Bauern, Möglichkeiten für das Figurenspiel,
Bauernstrukturen usw.).
Für die logische Berechnung ist es am
einfachsten , immer das
Nächstliegende heranzuziehen - und auch hierfür kann man sich einen
Blick schulen: das, was als naheliegendste Zug-Möglichkeit vorhanden
ist, möglichst rasch zu erkennen und von zweischneidigen oder halbgaren
Entscheidungen zu unterscheiden.
Das
Nächstliegende ist etwas, was offensichtlich ist, eine
Drohung, grossen nachhaltigen Vorteil, oder Materialgewinn
verursacht. Solche Züge sollte man auf Anhieb erkennen können. Und
natürlich wird man sich je nach Spielstärke darin auch ein Grad schulen
können, wie man Berechnuungen anstellt, die ja immer damit verbunden
sind, Urteile, Werturteile abzugeben und zwar über die
Stellungsmerkmale und darin liegenden Möglichkeiten. Gewöhnlich nennt
man es "Berechnen eines Zuges", aber auf den Menschen bezogen ist es
eher ein ganzheitlicher Vorgang, als wie nur eine simple Rechnung. Man
macht sich eigentlich ein Bild, und je nach Erfahrung erkennt man es
mehr oder weniger gut, was das Bild zeigen oder wo hinführen soll.
Effektiv ist es, immer den Zug zuerst zu
untersuchen, der am zwingendsten aussieht. Wobei jeweils "das
Notwendigste weil Zwingendste" sehr viele Gesichter haben kann und
immer wieder anders daher kommt. Meist ist es für mich jener Zug, der
eine offensichtliche Drohung, ja die offensichtlichste Drohung
ausführt. Aber es ist nicht immer der Beste, also:
Nachdem man
den für einen selbst zwingendsten Zug
ausgekundschaftet
hat, kann man schliesslich andere Aspekte berücksichtigen,
etwa in
die Zukunft schauend das Strategische bedenkend, oder nach taktischen
Möglichkeiten suchen, die in der Stellung noch für die Zukunft
lauern.
Aufgrund dass ich Stellungsmerkmale
begutachten kann und zu beurteilen vermag, komme ich danach zu der
weiteren Überlegung, die möglichen Züge, die über diese Punkte
entscheiden können,kommen zu sehen oder Wege dahin berechnen zu können.
Dass man auch
hier bei dem Vorausberechnen wie überall Fehler machen kann, gehört zum
Spiel - aber es gehört auch zum Spiel, dass man sich bemüht, keine
grösseren Fehler mehr zu begehen, dass man das eigene Niveau zum
eigenen Genuß hoch hält, weil sonst der eigentliche Aspekt des
(sportlichen) Spiels verloren gehen wird.
Wer
Wettkampf, das Kräfte-Messen will, muss es so machen, den Gegner zu
besiegen und sich in der vorliegenden Partie zu beweisen und zu
bewähren
(von Anfang an geht es darum, dass ein Ungleichgewicht entstehen muss:
Eine Entscheidung, sonst gäbe es für das Spiel weder Sieg noch
Niederlage).
Es gibt ja viele Arten von
Züge, die mich verleiten, statt des Komplizierten und Dynamischen das
Einfache zu wählen. Schlampige Züge, "patzerige" Züge, unbewusst
gewählte Züge, die noch das grösste Übel sind (da unbewusst gewählte
Züge bedingen, dass man nicht die nötige Aufmerksamkeit aufbringt, für
das, was man tut).
Ich muss zu allererst natürlich
so eine Art Schach-Aufmerksamkeit aufbringen. Um mein Tun
identifizieren, also ergründen und weiterbringen zu können.
Der
Pfeil der Aufmerksamkeit richtet sich unaufhörlich auf diese
einsichtsverheissende Essenz eines klar gegebenen Schach-Momentes, und
bringt alle weitere Aufmerksamkeit genau in Richtung des best möglichen
Weges, genau dies zu tun: eine Aufmerksamkeit für das aufzubringen, was
man Schach spielen
nennt. Zum
Schachspielen gehört vor allem, dass man das Geschehen von seinem
Wesensgehalt her erfüllt, und das Schachspielen zu einer Kunst macht,
in der sogleich auch das Bestreben enthalten ist, sich darin immer
wieder ein Stück mehr zu perfektionieren, auf einem nach oben hin
offenen Weg, so weit die Grenzen für einen gesteckt sind.
Schach spielen - so wie man als Kompliment zu jemanden sagt, "der oder
die kann Schach spielen
und nicht nur Figuren hin und her schieben", weil derjenige weit über
den Status hinweg ist, typische Anfängerzüge zu machen, also Patzer
(Patzer, unbewusste Züge usw.). Jemand der aber Schach spielt, der
sieht, was in einer Stellung Aufmerksamkeit verdient. Das eigene Spiel
sieht für einen Profi nicht besonders drastisch aus, wenn es an der
Umsetzung der Ideen lag, und nicht an den Ideen selbst, dass man verlor.
Wenn
man nun gerade eine Schwäche im Aufbau der Partie hat (gerade bei
mehreren
Figuren, die noch auf dem Brett sind), lohnt es sich, sich an das
Vereinfachen zu wenden, um auch mal ganz einfache Stellungen zu
bekommen. Solche, in denen man viel übersichtlicher schauen kann, was
für
Möglichkeiten solche jeweils für sich typische Stellungen einem bieten.
Da tauchen dann auch Ideen auf, und nun kann man erst mal mit den
Püppchen üben (einfache Stellung bedingt das Minimalistische), bevor
man es mit den Titanen wagt (alle Figuren auf dem Brett begeben sich
nach und nach und immer tiefer in komplizierte und dynamische
Kräfteverhältnisse).
Wobei
man natürlich gemessen an der eigenen Spielstärke entsprechende
Wege gehen sollte, die einem weder überfordern, noch unterfordern. Es
ist aber falsch ein Dogma daraus zu machen - man kann auch mal extra
gegen sehr starke, sehr schwache Spieler antreten, wenn es nicht zur
Chronik wird, dass man verliert und immer noch nicht gewinnen kann (zu
starke Gegner), nie etwas lernt (gegen zu schwache Gegner), oder bald
die Lust verliert.
Und es ist wichtig, jede
einzelne Stellung beurteilen zu lernen. Wobei es egal ist, wie man zu
einem Urteil kommt. Hauptsache man kommt zu einem Urteil. Dann kann man
sehen, ob das Urteil gerechtfertigt war.