ANTIDISCH

Musik von Stefan Arens aus den Jahren 1995-1998

Stilrichtung: Elektronische Musik, Minimal electro, Industrial, Experimentell, auch "Soundtrack-like".

Erinnerungen aus meiner Jugend (als ich 25 war)...
Ich bin sicher, so hat man das früher schon verstanden, dass die Jugend eine ganz feine Zeit beschreibt und nicht mit 18 schon vorbei wäre. Neben der feinen Zeit gibt es natürlich auch eine gewisse Schwere. Man sieht sich mitunter als enttäuscht von gewissen Dingen und Verläufen. Oder kämpft um etwas.

Als ich Musik machte, tat ich das in der freien Zeit dem Abitur. In der Musik gehts für mich vordergründig um einen Kampf, das Selbst  zu finden (damals formulierte ich es jedoch nicht in diesen Worten). Hintergründig ist die Seele, die sich befreien will. 

Und die Realität, die ich traurig fand ist auch eine, in der die Welt und Natur verschmutzt wird und vernachlässigt verwildert.
Kommerz und Wahnsinn zählt mehr als Heilung und Vernunft. Auch dies kommt in den "Ödland"-Suiten zum Ausdruck. Die Planierraupe, die die letzte Blume der Welt platt machen will. Aber ich stehe da, und versorge die Blume trotz dass der Kampf aussichtslos ist mit Wasser. Heute erst weiss ich, dass der Kapf sich lohnt, damals fühlte ich eine Ausweglosigkeit.
Irgendwo verbirgt sich ein Weltschmerz in der Musik, aber durchaus eine Realität von Schmerz , keine übertriebene Sentimentalität. Ähnlich wie dieser in Michael Jacksons "Earth" Song zum Ausdruck kommt. Und ich dachte, ich muss was machen, wo man zum Kämpfen für die richtige Sache, den eigenen Lebenskampf (der einer aller ist nebenbei gesagt) sich motiviert sehen will... - heute weiss ich, dass das mein Ideal war, das ich vertreten wollte für die damalige Zeit. Mein Verständnis einer Leitidee fürs Kollektive. Heute sehe ich meine Leitidee jedoch in ähnlichen Dingen in einem Dienst an der Menschheit und Mutter Erde... 

Es ist in Ödland die Seele, die nach Nahrung verlangt, wie die Blume nach Wasser verlangt . Und in dem Bild handelt es sich um die letzte Blume, wie man auch irgendeine Zukunft potentiell so annehmen kann, als würde man eine letzte Seele auf Erden annehmen, die es dann irgendwann mal gibt weil mittlerweile der Planet unbewohnbar geworden ist. Nicht mehr lebensfähiger Ort.

Weiteres zur Philosophie des ANTIDISCH 

Antidisch auf Myspace: http://www.myspace.com/antidisch
(inklusive Beispiel-Musikstücke zum online abspielen)
Download:

Unten auf dieser Webseite hier auf den jeweiligen Albumtitel klicken bzw. den jeweiligen Anbieter des Download-Service auswählen. 

Dann wird die Webseite des Host-Anbieters (in einem neuen Browser-Fenster) geladen. 


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Nur Megaupload erwies sich als verlässlich in Bezug zum Uploaden. Viele andere kostenlose Anbieter haben die Dateien nach einer Zeit einfach gelöscht. Nur muss man leider bei Megaupload immer 45 Sekunden warten.

Die Alben sind chronologisch nach dem Zeitpunkt des Entstehens sortiert.

In jeder zip-Datei befinden sich alle Stücke des jeweiligen Albums.

Alle Zip-Container sind auf Viren geprüft!

Viel Freude mit meiner Musik!

Größe der zip-Datei: 52MB
Antidisch:
http://Mein Disch (1997-1998) [bei Megaupload]

Mein Disch

1.   ASH 1
2.   ASH 2
3.   ASH 3
4.   Mein Disch
5.   Es ist soweit
6.   Zweifelmut
7.   Hardcore
8.   Abwärts
9.   Fatal
10. Task
11. La difficulté
12. La lune par la nuit
13. Les Doutes
14. Zweisam
15. Elegie
16. Abschluß Moll
17. Aktivität
18. Rhapsody
19. Scherzo in G

5. "Es ist soweit": Einige Teile notengetreu aus der Partitur der 6. Symphonie (A-Dur) von Bruckner verarbeitet, dann als Variation weitergeführt

Größe der zip-Datei: 40MB
Antidisch:
Badlands (1996) [bei Speedshare]

Badlands

1.   Badlands
2.   Deserted Prospects
3.   Apocalypse
4.   Emptiness
5.   Deadly Evolution
6.   Dreaming
7.   No progress
8.   Exodus
9.   Conquest
10. Fatal plantes
11. Threshold to infinity
12. Emergencia este guarda

Größe der zip-Datei: 20MB
Antidisch:
http://Ödland & Buchsbaum [ bei File-Upload ]

Ödland

1. Badlands 
2. Deserted Prospects & Apocalypse
3. Deadly Evolution

Buchsbaum

1.  Buchsbaum Suite IV
2.  Buchsbaum Suite V
3.  Buchsbaum Suite VI
4.  Buchsbaum Suite VII
5.  Buchsbaum Suite VIII
6.  Buchsbaum Suite IX
7.  Buchsbaum Suite X
8.  Buchsbaum Suite XI

Einzelner Download: Buchsbaum Stück IX (3MB)

Größe der zip-Datei: 26MB
Antidisch:
http://Kali Yuga (1995-1996) [ bei File-Upload ]

Kali Yuga

1.  Rebirth of rushhour
2.  Bottles and hammers
3.  Paradise
4.  Inspiration
5.  Free in mood
6.  Haze
7.  Tolerance everyday
8.  Streets to the light
9.  Moment musical
10. Funk stalks
11. Radius 0.5
12. Whodunit?
13. Narrow love path
14. Senseless hunt
15. Stalwart Carpenter Reprise

9. "Moment Musical": komponiert von F. Schubert (1828);
arrangiert für Synthesizer und digitales Schlagzeug von Stefan Arens

Brennen auf CD ausdrücklich empfohlen (und natürlich erlaubt), um sich die Stücke auf der Stereoanlage anhören zu können, sofern keine direkte Verbindung vom PC zur Stereoanlage besteht. 

Das empfiehlt sich, weil die dynamischen Frequenzwerte auf diese Weise eher durchkommen, da die Aufnahmequalität schon etwas dürftig war. Das betrifft vor allem den Bassbereich, für den ich bei der Komposition immer besonders kreativ gewesen war, und den man über gute Boxen erst richtig heraushört. Auch wenn ich keine besonders grossartige Tonmischung zustande brachte (evtl. ist ein Kanal, links oder rechts, etwas lauter).

Hinweis: Eventuell muss man beim Abspielen einiger Musikstücke die Lautstärke nach oben oder unten hin leicht anpassen... 

Antidisch:

Eine kurze Zusammenfassung gibt es auf MySpace (Link siehe ganz oben). Darüberhinaus empfinde ich ein Bedürfnis noch mehr zu meiner Musik zu erzählen.

Eingestandene Mängel

Die Qualität der Aufnahmen ist leider nicht digital. Die Art und Weise, wie ich die einzelnen Klangfarben zusammen mischte, und oft nicht für einheitliche Dynamik (Lautstärke) bei der Aufnahme und Zusammenstellung von Stücken auf ein Album sorgte, und auch wie ich die Stücke in Details komponierte, ist aus meiner heutigen Sicht stellenweise überarbeitungs- oder erweiterungsfähig: ich erkenne einfachste Möglichkeiten, die ich damals versäumt habe, und die manche Stücke noch ein bisschen geschmeidiger und wirkungsvoller machen würden. Auch in Bezug zu der Komposition. 

Leider besteht keine Möglichkeit mehr, diese leichte Optimierung nachträglich zu erreichen - weil das Quell-Material (Sequencer-Spuren) und auch die Instrumente mir nicht mehr vorhanden sind. Die Zeit meiner Leidenschaft fürs Komponieren scheint auch längst vorbei.

Diese ganzen Ausführungen auf dieser Web-Seite sollen nicht über die Unproffessionalität hinweg täuschen, sondern es ist die Freiheit, die ich mir genommen habe, nämlich einen Hintergrund zu bilden, der zudem wahr und authentisch ist. Fehler gibt es in aller Musik - und der einwandfreie technische Aspekt in mancher Musik täuscht meiner Meinung nach oft über eine mögliche innere oder kompositionelle Qualität, die nämlich fehlen mag, hinweg. Letztendlich ist es  die Frage, ob man einer Musik etwas abgewinnen kann. Wenn es nicht die saubere Technik ist, dann mag es der Inhalt sein und umgekehrt.

Meine Haltung damals war vom Motto geprägt: Ich habe es getan. Und auch das ist Antidisch: Gegen den Mangel (Mangel=Disch) nichts mehr einzuwenden. Und es präsentieren, als sei es das Letzte, was man noch tun kann. Warum also nicht?

Was ich unten noch beschreibe, bildet den gedanklichen und ideellen Hintergrund meiner Musik... und der Anspruch ist authentisch, wenn es auch in gewisser Weise eine Ironie auf den sonstigen Größenwahn bedeutet, den man bei Musikern heutiger Zeit immer wieder findet, die sich rein und makellos präsentieren und wo technische Reinheit und gekaufte und kopierte Drumloops dennoch vor der Inspirationslosigkeit hinweg täuschen können. 

Da brauche ich mich - so denke ich für mich - nicht verstecken, weil es eben irgendwo einen Makel immer gegen wird. 

Mein Bezug auf die Klassik soll übrigens nicht andeuten, dass ich da jemals wirklich in die Tiefe der Harmonie-Gesetze vorgedrungen wäre, aber ich habe mich inspirieren lassen und versucht das eine oder andere auch anzuwenden. Die Klassik war eine wichtige Inspiration für mich.
Einfach fand ich es so: um stets die strukturelle Ordnung zu finden, kam ich zur Art des traditionellen Liedaufbaus, die Struktur "A-B-A" zum Beispiel.
Oder die Bezugnahme auf Takte. Drei Viertel, Vier Viertel - beide Takarten sind verschieden. Man kann eine Musik machen, bei der der Takt keine Rolle spielt - und viele elektronische Musik ist heutzutage schon sozusagen "taktlos", was einen grossen Vorteil haben kann, denn damit ist Abstraktheit gegeben, die dem Zeitgeschmack am ehesten entspricht (allenfalls die 80er Jahre waren noch zeitgemäß für den Takt). Mit dieser Musik, die sehr auf dem Taktmaß basiert, bin ich aber eher konkret und nciht abstrakt gewesen. Heute würde ich, hätte ich Instrumente, vielleicht auch einen abstrakteren Weg gehen. Aber die gestalterischen Möglichkeiten sehe ich nach wie vor im Takt! 

Nähere Beschreibung der Musik und Hintergründe:

Romantisch. Jugendlich. Aber weder Klassisch noch Pop. Instrumental. 

Die Komposition meiner Musik ist stets auf Takten aufgebaut und der 4/4 Zakt ist sowohl klassisch gesehen, wie auch modern die meist verwendete Taktart in der Musik. Aber ich versuchte mich ebenso in 3/4 als wie in Triolen.

Vom Inhalt her heiter, melodiös, aber auch ernste Bass-Linien, und dunkle und mysteriöse Harmonien.
Das Optimistische und ein gewollter "Durchbruch zur Lebensfreude" schimmert aber stets durch, dennoch: vordergründig ist eben der Moll-Charakter, der auch durchweg vorhanden ist. Diese Tonart offenbart den Kampf des imaginären Protagonisten, der sich auf einem Weg hinaus aus einem Labyrinth befindet, oder sich in irgendeiner mit einem Traum zu vergleichenden Szenerie befindet. Der Protagonist muss irgendwelche Herausforderungen bestehen.

Das ist der Moll-Charakter: dass sich das Leben stets wandelt. Man steht vor Neuland und Ungewissheit, und damit vor neuen Herausforderungen, die mit jeder Wandlung oder Veränderung einhergehen. So kommt der Protagonist immer wieder zu neuen Aspekten des Kampfes mit den Elementen oder mit sich selbst und seinen Zielen, die er gewöhnlich niemals aufgibt (irgendein Ziel wird der Protagonist immer vor Augen haben). Der Protagonist ist der Held, welcher ein Schicksal zu bestehen hat.

Meine Musik ist vom ideellen oder thematischen Gehalt her am ehesten mit der klassischen Romantik (als Musikgenre) vergleichbar.
Der Lebens-Kampf zwischen Sehnsüchten und erfahrenen Widerständen drückt innerhalb des Lebens einen Moll-Charakter aus, womit sich auch die Leidenschaften ergeben. 
Der Dur-Charakter in einer jeden Musik beschreibt dagegen die einfache Lebensfreude, Ausgelassenheit, Lebhaftigkeit oder spielerische Art (Beispiel: Scherzo in G).

Die Moll-Tonleiter ist seit jeher von einer sehr eigenen Charakteristik, so wie auch die Dur-Tonleiter. Benutzt man entweder Dur oder Moll ergibt sich zwangsläufig eine thematische Grundhaltung des jeweiligen Stückes. Ich bevorzugte die Moll-Tonleitern, weil sie mit meinem Lebensgefühl am ehesten kompatibel gewesen sind.

Romantik

In der Musik der Romantik wird als hintergründiger Ton oft der innere Leidensprozess veranschaulicht, den das Leben eigentlich seit allen Zeiten stets aufs Neue in uns heran bildet, und das Leben erst mit Spannung auflädt. Die Ziele, die man hat, werden durch diese Spannung oder Hoffnung erst erstrebenswert.

Es ist der innere Kampf, nämlich endlich zum Sieg gelangen zu wollen, der - gemäß der Programmatik des "Antidischs" - nicht in irgendwelchen Rebellionen in Bezug auf Äußerlichkeiten und auch in keine kompromisslose Anpassung münden soll. Denn in einem Selbst rumort es, dass man sich selbst nicht verlieren will. Das war für mich sowieso schon immer der wahre Grund, wenn es "Disch" machte. In der Comic-Sprache: Disch: etwas geschieht, was einem wie ein Schlag vorkommt, oder negativ auf einen einwirkt, so als würde man einen Faustschlag ins Gesicht kriegen, aber es kann auch ein Faustschlag auf das eigene Gewissen sein.
Um diesen Knüppeln, die das Leben einen zwischen die Beine wirft zu entgehen, hat man mehrere Möglichkeiten zur Wahl: Man rebelliert, wird zornig oder passt sich an, und wird brav. Oder aber man wählt den vernünftigen Weg, und zwar mit Herz und Verstand. Das ist auch, was die Romantik beschreibt. Sie ist kein Heavy Metal, sondern eine genügsame Art, sich dem Leben zu widmen, aus dem Standpunkt heraus, dass es keine bessere Weise gibt, als die, wo man Natur und Leben verherrlicht. 

In der Zeit von 1995 bis 1998 befand ich mich in der Hochphase meiner Jugendlichkeit (als Ausdruck neue Weg zu finden), und es gab viele Ideale und die Suche nach Bedeutung (zB Symbole oder Inhalte, die mit jeder Musik ausgedrückt werden).

Die Musik ist natürlich stets frei von jedem Idealismus. Doch kann man im Hintergrund meiner Musik den inneren Kampf und die Sehnsucht - was beides seit jeher Inhalt der Romantik ist -, vielleicht ahnungsvoll wiedererkennen. Die Kämpfe des Lebens münden bei manchen Musiken stets in die mit der Musik entworfenen Bilder.
Musik ist in diesem Sinne wie ein Traum. Da einerseits eine gewisse Freiheit der Gestaltung der Inhalte besteht, aber andererseits das meiste Material aus den Grundstimmungen und dem Unbewussten oder Erinnerungen herrührt. 

Dieses Material basiert damit stets auf den Urgründen unserer individuellen Art, mit der wir auch das alltägliche Leben erfahren - es kann gar nicht anders sein, als dass unsere Kunst ein Ausdruck unseres Selbst bedeutet. Als Kunstwerk sind diese Träume schliesslich auch für andere nachvollziehbar - und man hört gewöhnlich Musik auf eine Art, so als wie man jenen Traum, und die Klanglandschaft als Protagonist selbst erleben würde, den die Musik beschreibt.  Ich aber war nicht der Protagonist in meiner Musik, sondern es handelt sich allenfalls um einen universalen Archetyp, den auch andere Musiker in ihrer Musik entwerfen.

Stil und Genre

Die Schlagzeug-Takte und Rythmen in meiner Musik waren für mich sehr wichtig und sie basieren auf verschiedenen Musikstilen. Mit diesen Rythmen und der ausschliesslichen Verwendung von elektronischen Klangerzeugern wird die Musik nicht leicht zuzuordnen sein. 

Die Rythmen und Takte der Anfangszeit enthalten Elemente des Punks, der Disco, des Pops, und anderen typischen Stilformen, ohne dass aber die Klangfarben der übrigen Instrumente diesen Stilen klar entsprechen. Meine Musik entspricht darüberhinaus nur nur in Ansätzen allen bekannten Arten des Pops; da der Wohlklang, einfache Aufbau und gleichmässige Rythmus, der dem Pop eigen ist und der zum Tanzen einlädt, bei mir nicht zu finden ist. Meine Musikhat auch ein wenig Ähnlichkeit mit Soundtracks.

Meine Musik enthält weiterhin deutliche Elemente aus dem Industrial. Vielleicht kann man die Musik einfach zum Genre Experimentell zuordnen. Die enger gefasste und typische Eletronica-Musik ist jedoch abstrakt, meine Musik ist eher konkret, was sich vor allem durch die akustische Nachvollziehbarkeit der Takte ergibt. Ich denke insgesamt, dass mein Stil am ehesten mit minimal electro der 80er Jahre zu vergleichen ist, obwohl ich nicht versuchte minimalistisch zu sein. Ich versuchte sogar stets die Möglichkeiten auszuschöpfen, also ein Stück mit Klang aufzufüllen. Es gibt Stücke (Task, Fatal) wo es einen gewissen Minimalismus gibt.

Das Album "Badlands" 

Romantisch ist die Thematik des Albums "Badlands" zu nennen. In diesem Album wird thematisch eine Landschaft der Öde entworfen. Das Grundthema wird in 12 Stücken durch variiert. Das Thema ist, dass Ressourcen nicht unendlich sind, und es noch andere Werte gibt, als wie Urwälder auszubeuten, bis dass nichts mehr da ist. Im selben Maße, wie wir in der äußeren Welt für Ödland sorgen, sorgen wir in sozialen Bezügen und in uns selbst (also im Seelischen) für ein solches Ödland.
Der Protagonist der 12 Musikstücke ist ein Mensch, der in einem Traum fällt, und darin die letzte Blume auf Erden pflegt. Aber die Planierraupen rollen an, und letztendlich wird innerhalb der Suite die Blume nur der Einstieg für die in Ton gefasste Geschichte sein, der Einstieg in einen unaufhörlichen Prozess der Schaffung von Ödländern.
Nachdem die Erde unbewohnbar wird, wiederholt sich die Geschichte auf jeden weiteren von Menschen eroberten  Planeten des Kosmos. Das Stück "Dreaming" stellt die Schwelle innerhalb dieser Geschichte dar, ab der eine Umkehr noch möglich ist - doch mit dem Stück "Exodus" ist die Schwelle unumkehrbar erreicht, und der Aufbruch beginnt, nachdem die Erde unbewohnbar ist, zu neuen Ufern, mit neuen Plänen und Hoffnungen. Auf einem neuen Planeten beginnt mit "Conquest" der verheissungsvolle Neuaufbau, und dennoch werden diese Eroberungsfeldzüge im Nichts der Weite des Weltalls verklingen, da dieselben Fehler begangen werden, die geistigen Ideale dieselben geblieben sind, und Eroberungsstrategien keine Kultur erschaffen können. Die Geschichte endet mit "Fatal Planets". 

Der Träumer befindet sich im Halbschlaf, und erkennt, dass sich einerseits die Geschichte stets wiederholt, wenn die geistigen Werte seiner eigenen Kultur und Zeit ins Extrem weitergeführt werden würden. Der Träumer erkennt andererseits, dass es nirgendwo so schön sein wird, wie auf dem Planeten Erde. Der Träumer malt sich das Ende des Traumes aus, und rekapituliert, was er geträumt hat. Mit "Threshold to infinity" bleibt nur noch die Unendlichkeit, um die Nahrung des Lebens zu finden, dessen die Seele bedarf - und in der Weite des Alls beginnt die Suche der Seele nach einem neuen Ort des Lebens, und findet ihn vielleicht niemals und so endet die Geschichte eigentlich im Nichts. Mit "Emergencia este guarda" wacht der Träumer endgültig auf, als der Wecker klingelt und der Alltag die Warnung oder den Weckruf des Traumes beiseite fegt...  - ich hatte übrigens wirklich einen Traum über eine Blume, der nach Wasser dürstete. Ich verstand den Traum als Weckruf, meinen eigenen Weg weiter zu suchen und es war 1999 schliesslich eine Kehrtwende in meinem Leben erreicht, ab der ich endgültig meinen Weg fand. Von dem Traum liess ich mich damals zu einer Melodie inspirieren, zu denen ich verschiedene Variationen innerhalb der Suite "Badlands" schuf. Ich veränderte die Bedeutung des Traumes, und schuf eine eigene Geschichte, bezog den Inhalt nun vor allem auf die Kultur und Zivilisation.

Buchsbaum

Diese Stücke erachte ich als meine persönlichen Favoriten. Ich liess mich inspirieren durch klassische Komposition und Harmonielehre. Freilich: Für mich war es eine Spielerei und ich habe nie Komposition studiert -  ich wollte etwas machen, was sich gut anhört und ein gewisses inneres Gefüge aufweist. Ich stellte mir jedenfalls vor, ich sei ein Komponist aus aus der Zeit Schumanns oder der 1900 Jahrhundertwende - das war sehr inspirierend. Der Buchsbaum (Gewächs) steht symbolisch für die Kontrolle über die Leidenschaften.

Bandmitgliedschaft

Bis 2002, als ein guter Freund starb, spielte ich regelmässig bei Sessions mit. Die Zusammenkünfte von bis zu fünf Freunden konnte man als Band-Aktivität bezeichnen. Seitdem der Freund gestorben ist, bei dem die Zusammenkünfte stattfanden, und dessen Heimstudio der Mittelpunkt aller Sessions war, geht nur noch einer der ehemaligen Bandmitglieder regelmässig der Musik nach - ich selbst habe das eigene Musikschaffen seit 1998 weitgehend eingestellt, und ab 2003 gab es auch keine Sessions mehr. Die letzte Session 2003 war als Hommage an den verstorbenen Freund gedacht.

Zu Minimal Electro als Stilrichtung: http://de.wikipedia.org/wiki/Minimal_Electro

Zu Industrial als Stilrichtung: http://de.wikipedia.org/wiki/Industrial

Mehr zur Programmatik des Antidisch