Tierkreisgrade

Kritische Grade von Roscher und GSP nach Döbereiner. Zeichenwechsel und kritische Punkte

Zeichenübergänge, Anfangsgrad, Endgrad, GSP, sabische Symbole

Kritische Bereiche an den Zeichenübergängen

Es ist ein Verdienst Michael Roschers, die Aufmerksamkeit auf besondere Punkte und Bereiche im Zodiak gelenkt zu haben. 

Hier sind vor allem zu nennen die Zeichenübergänge.
Diese Punkte bringen eine besondere Dynamik auf, die man mit verschiedenen Eigenschaften beschreiben kann.
Diese Effekte treten am deutlichsten auf den letzten drei Graden eines Zeichens auf - besonders im letzten Grad ist ein leicht störender Einfluss zu bemerken, aber auch noch bis auf etwa 0°30' im Anfangsgrad des nächsten Zeichens (allerdings gibt es einen kontrastreichen Unterschied zwischen End- und Anfangsgrad hinsichtlich der Wirkung, die von der Zeichengrenze verursacht zu werden scheint).

Die Wirkung ist vor dem Zeichenende anders als wie nach dem Zeichenende, bzw. vor und nach dem Übergang.
Dennoch gilt beiden Bereichen die Gemeinsamkeit eines kritischen Bereiches, der von der Zeichengrenze an sich herrührt. Man könnte sagen, hier kommen zwei Einflussgrössen zusammen; wobei der Effekt, wie er von dem Anfang oder Ende eines Zeichens herrührt, mehr Gewicht beisteuert.

Unterschiede vor und nach der Zeichengrenze

Jemand, der mit Faktoren besonders in den Endbereichen des Zeichens geboren wird, weist oft eine Entsprechung einer dort gebildeteten Potenz der "Durch- oder Überschreitung von Ebenen des Seins" oder eine Potenz der "Durchschreitung von Lebensphasen", oder besser noch gegebene Tendenz der "Transzendierung von Lebensbereichen" auf. 

In schicksalshaften Ereignissen mag sich dies in Extremen sowohl positiv, als besondere Leistung (zum Beispiel der typische Durchbruch), als auch negativ als Vernichtung bisheriger Grundlagen auswirken, womit aber, durch die damit bedingte Krise, auch eine totale Lebensumkehr ausgedrückt sein kann. Als ob die Dinge auf den Kopf gestellt werden (aber nicht die Existenz an sich verloren sein muss, aber das kommt auch vor; es ist ein Wirken der Extreme angedeutet).
Was alles eine Überschreitung von Ebenen symbolisiert.

Es kann sein, dass es um einen Effekt geht, der mit der Verankerung des Faktors im Zeichen zusammenhängt, und der sich ähnlich vor und hinter der Zeichengrenze auswirkt, und auf einer anderen Ebene aber auch bedeutenderweise etwas unterschiedlich ist, je nachdem ob vor oder hinter der Zeichengrenze. Die Verankerung scheint deutlicher am Zeichenbeginn, und sehr viel losgelöster zu werden am Zeichenende.

Carol Rushman war der Ansicht, dass viele Milliardäre ihren Erfolg auf Planeten in Endgraden verdankten. Sie beschrieb den Effekt auf diesen letzten zwei oder drei Gradbereichen als "Alles oder Nichts" Haltung, und "Alles ist möglich". Den Anfangsbereich erwähnte sie nicht.

Weitere Astrologen sind der Ansicht, dass sensitive und besondere magische Fähigkeiten mit Stellungen in diesen Bereichen zusammenhängen. Manche Astrologen erwähnen den Begriff Transzendenz, oder konkreter eine Durchlässigkeit für das Transzendente. Und es erscheint mit äusserst stimmig und deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen hinsichtlich der Bedeutung der letzten Grade.
Transzendenz bezeichnet tatsächlich ein Überschreiten von Grenzen des Verhaltens, Erlebens und Bewusstseins, sowie das Sichbefinden jenseits dieser Grenzen.
Der ähnlich lautende Begriff Transzendental bezeichnet übrigens eine Erkenntnisart der Philosophie, und ist als ein Rückbezug auf die Bedingungen gemeint, die unserer Erfahrung des Gegenständlichen zugrundeliegen - Traszendental ist nicht gleichzusetzen mit Transzendenz, die ja über diese Bedingungen des gewöhnlich Erfahrbaren hinaus geht.

Es scheint, als würde mit Planeten an Zeichengrenzen es besonders leicht fallen, über bisherige Normalität hinaus zu stoßen in einen sprichwörtlichen Grenzbereich.
Vielleicht passt der Begriff Grenzbereich nur wenig, und es ist passender von einer Art Prägung durch die Bereiche an den Zeichgrenzen zu reden. Zeichengrenzbereiche, an denen solche Grenzen ja nicht nur existieren, sondern eine solche Grenze auch aufgehoben werden soll (im Sinne eines Überganges von einem Zeichen zum nächsten). Der Endbereich scheint prinzipiell bedeutender als der Anfangsbereich. 

Vielleicht erfahren die Geborenen allgemein durch den Effekt der Zeichengrenze auch einen beständigen Einfluss, und werden wie bei einem Selbst-Quadrat zu besonderen Leistungen oder Haltungen motiviert.
So ungefähr hat es Michael Roscher beschrieben. Er beschrieb die Zeichenübergänge als "Bereich starker Anspannung und Labilität", und erwähnte dabei die Energieform des Quadrates (tatsächlich beschrieb Roscher, wie er die Wirkung mit einem Quadrat der benachbarten Zeichenherrscher vergleicht). 

Es kann als sicher gelten, dass zwei Zeichen sich an ihrer Zeichngrenze in ein besonderes Verhältnis zueinander begeben. Es entsteht im Vergleich eine deutlich verschiedene Dynamik oder Energie. Gleichwohl scheint es einen kritischen Punkt an sich zu geben (Zeichengrenze), der auf beiden Seiten hin gleichermaßen wirkt. Ein Fehler wäre es, dies zu allgemein aufzufassen, sondern es ist im Vergleich mit der Gesamtwirkung nur eine sehr geringfügige Ebene, wo eine gleichbleibende Wirkung zu vermuten wäre. Wo genau dieser Punkt sich befindet, lässt sich meiner Ansicht nach nicht genau auf 0°00'01'' oder 29°59'59'' legen. Es schwebt dieser Punkt einer Zeichengrenze eher über dem ganzen Wirbel, der an der Zeichengrenze, besonders kurz vorher gebildet wird. Statt Wirbel könnte man es auch als Strudel beschreiben. Es muss betont werden, dass allgemein, also allein wie man die Wirkung eines Faktors vor oder hinter der Zeichengrenze erfährt, es deutliche Unterschiede beider Zeichengrenzenbereiche gibt!

Anfangsgrad, Endgrad und Zeichenmitten

Auf dem Anfangsgrad ist jener Effekt der Nähe zu Zeichengrenze, wie er auf den Endgrad beobachtbar ist, nicht mehr in derselben Weise zu beobachten. 
Die Nähe zur Zeichengrenze wirkt sich hier - bedingt durch den Zeichenanfang-, in einer anderen Qualität aus, als am Zeichenende. 

Ich gehe allgemein davon aus, dass Planeten in den übrigen Bereichen des Zeichens (also nicht an Zeichengrenzen, sondern in der Mitte eines Zeichens), etwas mehr die Tendenz haben, dass der Geborene sich mit den Erfahrungen, die er macht, identifiziert.
Ich beziehe mich hier auf grundsätzliche Erfahrungen, die der Geborene hinsichtlich der Zeichen und ihrer Eigenschaften bewertet. Dieser Bezug auf das Zeichen scheint an Zeichengrenzen etwas anders ausgeprägt sein.

All diese besonderen Merkmale sehe ich ausgehend von den Zeichen und ihrem Wechsel, nicht ausgehend von den Graden an sich. Zeichen (damit aber auch Beginn, Mitte und Ende!) und Grad sind zwei verschiedene Angelegenheiten. 

In Bezug zu den Mitten eines Zeichens deutet vieles daraufhin, dass ein Faktor (Planet und besonders Aszendent) hier regelrecht ins Zeichen gedrückt ist. Hier scheint eine besondere Identifikation mit den Eigenschaften, Anliegen oder Themen des jeweiligen Zeichens hervorgehoben.

Bei Planeten scheint die jeweilige Funktion des Planeten zunehmend gestört zu werden, umso näher der Planet an der Zeichengrenze steht (maximal 3°30' Grad vor, und 0°30' Grad nach der Grenze). Auf anderer Ebene nimmt ein wenig die Dynamik zu, die sich offenbar vor allem durch die Nach-Außenwirkung am Zeichenende ergibt .

Nach der Zeichengrenze, ab 0°00' bis etwa 0°30', scheint es sich um eine gewisse Minderung der Dynamik zu handeln, dafür ist aber die Tendenz zur Identifikation wieder etwas stärker, ohne dass der Geborene aber das Zeichen (hinsichtlich des Planeten) ganz annehmen könnte, so wie es vergleichsweise in der Mitte der Zeichen der Fall ist. Es ist nicht unbedingt Passivität am Zeichenbeginn einhergehend, sondern die Zuwendung zum jeweiligen Planeten scheint nicht besonders nach aussen gerichtet, wie es am Ende des Zeichens sehr viel stärker in Erscheinung tritt. Planeten, die sich nach aussen richten, wollen erlebt werden: Sie wollen als Welt für sich in Erscheinung treten und benutzen daher auch die Welt der Möglichkeiten. Am Zeichenbeginn wird ein Planet eher als zu einem selbst gehörig empfunden, es ist weniger Distanz aber auch mehr Instinktnähe, Gewöhnung oder Körperlichkeit mit ihm verbunden. Es ist, als sitze man in der Knospe gefangen, was natürlich auch eine gewisse Nähe zu den eigenen Urgründen schafft und nicht nur negativ zu verstehen ist. Deshalb ist ein Planet auf Anfangsgrad zwar deutlich anders, aber nicht unbedingt negativer. Denn er ist weitgehend autark, fügt sich eigenen Bedürfnissen ohne dafür unbedingt in die "Welt" gehen zu müssen. Hat dafür aber auch nicht die Dynamik, wie es bei der vollen Aussaat des Zeichens am Zeichenende der Fall ist und des damit verbundenen in die Welt gehens. Bei der Blütenphase der Zeichenmitte, wenn man so will, ist man stark mit den Eigenschaften des Zeichens identifiziert und wird auch stark in der Welt (der Umgebung usw.) mit diesen Eigenschaften identifizierbar. Man steht in der Blüte und wird wahrgenommen aufgrund dessen, was da zur Blüte ansteht.

Vielleicht kann man sagen, dass das Zeichen dem Geborenen am Anfang noch etwas fremd oder unbekannt ist, ein typisches Neuland, das sich ihm noch  nicht völlig  entfaltet hat. Die Konzentration des Zeichens ist im ersten Grad auf einer bestimmten Ebene sehr stark, aber eher nach innen gerichtet als wie es passiv wäre. Die Macht der Knospe am Zeichenbeginn ist nicht vereinnehmend, aber durchdringend. Es kann gleichwohl die bewusste Reflektion fehlen, weshalb einem ein Planet am Zeichenbeginn regelrecht entschwindet: Man empfindet ihn so sehr als Teil seiner Selbst, dass es einem selbstverständlich scheint, was dieser Planet auch immer an Bedürfnisse oder Verhaltensweisen aufstellt.

Der Endbereich eines Zeichens breitet anscheinend seine Energie eher nach aussen hin aus, ist aber von der Quantität her als ausgeprägter anzusehen. Man könnte den Endgrad als komplex und den Anfangsgrad als gedrungen, und die Mitte als konzentriert beschreiben. Während der Geborene sich auf Endgraden eventuell verloren vorkommen mag oder haltlos, die Orientierung geht in die Breite, kommt ein Geborener auf dem Anfangsgrad sich vielleicht wie in sich gefangen vor, der Blick geht nach innen oder auf einen Punkt hin und kann den Standpunkt nicht verlassen. Darüberhinaus kann es wie gesagt vorkommen, dass der Geborene diesen Planet zu sehr als Selbstverständlichkeit auffasst, ihn zu seinem Wesen zählt und nicht die Möglichkeiten erkennt, die dieser Planet bei bewusstmachenden Umgang alles ermöglichen kann. Anders wie am Zeichenende der Planet konkretes Wirken in die Welt hinein sehr leicht mit sich bringen kann, wird der Planet  am Zeichenbeginn vielleicht eher ein Talent oder Gabe mit sich bringen, dass man lernen kann verschieden einzusetzen.

Meines Erachtens nach kann die Funktion eines Planeten am Zeichenende zwar leicht ausgehebelt werden - was aber bei allen Planeten auch positive Seiten annehmen kann: Es sind ja solche Planeten, die man allesamt als Schicksalskräfte ansehen kann. Also Planeten, die zurecht als das Leben bewegende Wirkmächte beschrieben werden. Hinsichtlich der Lokalisierung und auch Verarbeitung von Erfahrungen, wie sie gemäß den Inhalten der Zeichen vom Horoskopeigner bewertet oder ausgelöst werden, wird eine Stellung in solchen Bereichen eine Besonderheit darstellen. Der Bezug des Horoskopeigners zu den Ursachen seiner Erfahrung ist an den Zeichengrenzen jedenfalls anders, als in den Zeichenmitten.

Michael Roscher spricht zurecht von einem Bereich an den Zeichenübergängen, wo eine Veränderung der Ausdrucksweise eines Zeichens beobachtbar ist und ein kritischer Punkt erreicht ist. 

Der konkrete Zeichenübergang 

Es gibt verschiedene Ansichten darüber, wie sich die Zeichengrenze, vor allem hinsichtlich der klaren Zeichenzuordnung, auswirkt. 

Ich möchte an dieser Stelle meine eigenen Erfahrungen und Forschungen darlegen.

Dass der Bereich eines fliessenden Überganges so gross ist, dass er zum Beispiel gleichmässig zwei ganze Grade abdeckt, kann ich auf keinen Fall bestätigen. 
Gelegentlich hört man auch von einem nur ein Grad grossen Bereich (0.5° vor und nach dem Zeichenübergang). 

Ich stütze mich bei meinen folgenden Aussagen sowohl auf die Auswertung von unzähligen Horoskopen, als auch auf intuitiv-mediale Beobachtungen des Mondes am Himmel und der Zeichenübergänge des Aszendenten. Auch andere Astrologen kommen zu ähnlichen Ergebnissen (zB Hamaker-Zondag in ihrem Buch "Deutung von Aspekten und Aspektfiguren").

Ich beschäftige mich seit meinen Anfängen in der Astrologie mit dem Zeichenübergang und bin von Anfang an darauf ausgerichtet gewesen, durch die Praxis und rein gar nicht durch Theorien oder vage Spekulationen, mir über den Zeichenübergang Klarheit zu verschaffen - die Erforschung dieser Besonderheiten stellt ein Hauptanliegen von mir dar, und ist allerdings, was Details anbelangt,  noch nicht ganz abgeschlossen.  

Mir hat sich ein Bereich offenbart, den man ungefähr bei 29°59'55'' lokalisieren kann: Ab diesem Bereich beginnt eine ganz besondere Wirkung des Zeichenüberganges aufzutreten, sie kann als Strudel, Wirbel oder Durchschlupf beschrieben werden. Aber dennoch ist der Herrscherbezug eindeutig bis wirklich auf die letzten Bogensekunden.

Es kann regelrecht von einer Wandlung oder Transformation gesprochen werden, hin zum neuen Zeichen.
Es ist kein Schalter, der umgelegt wäre. Sondern dieser Übergang wird langsam bereits vorbereitet auf den letzten drei Graden, und umso näher die Zeichengrenze kommt, desto akuter werden die Effekte, und besonders die Eigenschaften, die dadurch zustande kommen werden prägnanter.
Dennoch geschieht der konkrete Übergang innerhalb weniger Bogensekunden, womit eine recht enorme Aufwirbelung der Energien des Zeichen einher zu gehen scheint.

Die Tendenz zum neuen Zeichen keimt ab dem oben genannten Bogensekunden-Bereich auf, und die Wandlung kann in den ersten Bogensekunden auf 0° als vollzogen angesehen werden. Ich würde jedoch zudem sagen, sie ist noch nicht ganz vollzogen bis etwa 0°00'20'' oder spätestens 0°00'45'' (Bogensekunden!). Aber das neue Zeichen an dieser Stelle überwiegt eindeutig und der Herrscherplanet des neuen Zeichens übernimmt auch seine Rolle als massgeblicher Herrscher bereits an dieser Stelle des Zeichens, schon ab den ersten Bogensekunden. Allerdings gibt es Besonderheiten an dieser Grenze zwischen 29°59'55'' und etwa 0°0'20''.

Besonders das Element des Zeichens kann einige Bogensekunden vor 0° beobachtet werden, wie es sich wandelt und transformiert zum Element des nächsten Zeichens, und das geschieht exponentiell zunehmend. Das Element ist besonders im Bereich nach der Zeichengrenze nicht so ausgeprägt wie an sonstigen Stellen des Zeichens.

Das Zeichen drückt sich vor der Zeichengrenze ganz anders aus, wie nach der Zeichengrenze. Der Unterschied zwischen Endgrad und Anfangsgrad ist besonders (aber nicht allein) auf der elementaren Ebene überaus deutlich. 

Nach der Zeichengrenze ist es vor allem das Element, das noch verhältnismässig lange braucht, nämlich bis ungefähr 0°30', um deutlicher zu werden. Ein Feuerzeichen hat bis 0°30' zum Beispiel noch nicht den Esprit oder sprühenden Charakter, ein Luftzeichen noch nicht die Offenheit, ein Erdzeichen ist noch nicht so substanziell oder dicht, und ein Wasserzeichen noch nicht so fliessend und tief. Da merkt man noch die Berührung mit den Eigenschaften des vorheigen Zeichens, aber das neue Zeichen überwiegt im Vergleich eindeutig. Es ist nur eine "Berührung".

Die Wirkung des Elementes lässt sich meinem Empfinden nach am Zeichenbeginn als flach oder dumpf bezeichnen.
Das Zeichen und seine Eigenschaften (dessen grundsätzliche Wesensnatur) ist noch wie in einer Knospe eingefaltet in sich selbst. 

Schon einige Grade vor dem Zeichenende verliert der Planet zunehmend (anfangs aber noch nicht deutlich) durch eine gewisse Zerstreuung oder Loslösung die Verankerung in das alte Zeichen, ohne aber die Orientierung durch dieses (alte) Zeichen ganz einzubüßen. Man kann diesen Bereich ab 26°30' annehmen. Mindestens jedoch für die letzten drei Grade.

Auf dem letzten halben Grad scheint der Planet eine deutlicher gestörtere Stellung aufzuweisen.
Ab ein Grad vor dem Zeichenübergang beginnt das nächste Zeichen zunehmend und zunächst leicht auf die Eigenschaften des vorherigen Zeichens einzuwirken, was aber nicht anders beschrieben werden kann, als wie mit einer Stimulation. Es gibt also eine Beeinflussung des nächsten Zeichens auf diesen Grad, aber es hat weder etwas mit dem Herrscherbezug noch einer Vermischung dieser Bereiche zu tun.

Bei Häuerachsen ist die Wirkung des Zeichenüberganges sehr viel flacher, hier wird weniger gestört oder stimuliert, als dass mehr die Eigenschaften und die Ausprägung des Elementes an der jeweiligen Stelle des Zeichenüberganges eine Besonderheit oder besondere Gewichtung aufweisen.

Es gibt hier mehrere Ebenen, auf denen die Besonderheit des Zeichenüberganges wirkt. Die individuelle Gradbedeutung bleibt von diesen Wirkungen meiner Ansicht nach unberührt, aber der einzelne Grad erfährt dennoch einen zusätzlichen Einfluss, der zu dem Grad hinzu kommt.
Endgrad und Anfangsgrad eines Zeichens erlangen offenbar eine Besonderheit, da der Zeichenübergang in diese Grade fällt, und diese beiden Grade jeweils unterschiedlich mitfärbt. Und weil sich Zeichenende und Zeichenanfang in diese Grade erstrecken.
Ich selbst erachte die individuelle Bedeutung des Grades jedenfalls als unabhängig von diesem beschriebenen Einflüssen, die meiner Ansicht nach einerseits von dem besonderen Bereich des Zeichens an dieser Stelle ausgeht, und andererseits aber auch von dem Gegensatz der Zeichen (kritischer Punkt) auszugehen scheinen, womit eine gewisse Dynamik entsteht, die von dem kritischen Punkt ausgeht. 

Es gibt bedingt durch den kritischen Punkt des Übergangs zwar einen gewissen Bereich, den man insgesamt als Störungszone bezeichnen kann, und die sich auf beide Seiten hin auswirkt, aber dessen Einflussbereich nicht mit der Gradlänge von genau oder auch nur annähernd 60 Bogenminuten einher geht.

Hier lassen sich mehrere Ebenen der Wirkung des Zeichenüberganges unterscheiden. Eine Ebene resultiert aus dem kritischen Punkt des Zeichenüberganges auf allgemeine Art, dann der elementaren und essentiellen Qualität des Zeichens in spezifischer Art. Eine weitere Ebene betrifft besondere Eigenschaften, die mit diesen Bereichen vor und nach der Zeichengrenze zustande kommen und beim Geborenen erfahrbaren Einfluss gewinnen, und eine andere Ebene dreht sich um den eindeutigen Herrscherbezug an dieser Stelle der Zeichen (der Bereich, in dem diese Zuordnung deutlich unklar sein kann, liegt in einem Bogensekundenbereich).

Die Frage nach dem Herrscherbezug

Ein Herrscherbezug bis 29°59'59'' hat sich mir noch als genügend eindeutig herauskristallisiert. Und ab ungefähr 0°00'04'' ebenso eindeutig. Der Bereich könnte sogar noch geringer sein (was weitere Forschung noch ergeben muss). Diese Fragen sind ja wichtig für die Bestimmung massgeblicher Dispositoren oder Häuserherrscherbezüge.

Der Bereich, wo eine eindeutige Zeichenzuordnung schwierig wird, erstreckt sich meiner Erfahrung nach nur auf die letzten und ersten Bogensekunden des Zeichens, und es sind vielleicht auch nur drei Bogensekunden vor und nach der Zeichengrenze, wo man beide Herrscher heranziehen müsste; - dem Herrscher des benachbarten Zeichens gebührt dann eine Rolle als "Schattenherrscher" (sozusagen im Schatten des Zeichens liegend). Was mich verwundert ist, dass der Effekt jener Schattenherrscherschaft am Anfang des Zeichens anscheinend stärker ist, als wie im Endbereich eines Zeichens. Das heisst, man könnte hier den Herrscher des alten Zeichens noch viel eher als Schattenherrscher heranziehen. All diese Aussagen sollten als unter Vorbehalt stehend aufgefasst werden. Künftige Forschung muss diese Bereiche noch näher erforschen.

Der faktische Stand im Zeichen ist meiner Erfahrung nach jedenfalls bis zu den letzten und ab den ersten Bogensekunden eines Zeichens gegeben, vor allem auf das Element gesehen wird das sehr deutlich. Um nichts verkehrt zu machen, sofern man seine Zweifel hat, kann man den Bereich zunächst auf 15 Bogensekunden ansetzen. Und innerhalb dieses Bereiches beide Herrscher heranziehen oder individuell (von Horoskop zu Horoskop) entscheiden.

Herleitung der kritischen Grade von Michael Roscher

Diese Punkte an Zeichengrenzen waren für Roscher solche Bereiche, wo eine eindeutige Zeichenzuordnung schlecht möglich sei. So kam Roscher zu seinem Ansatz, bestimmte Planetenkombinationen dem Anfangs- und Endgrad zuzuordnen. Ich gehe hier nur auf die wichtigsten Herleitungen von Michael Roscher ein. 

Michael Roscher war der Ansicht, dass um diesem Punkt herum (dem Bereich zwischen 29° und 1°) eine tendenzielle oder sogar durchgängige Einheit besteht. 
Er zog die beiden benachbarten Herrscherplaneten heran um eine Planetenkombination zu diesen Graden zu bilden. 
Der jeweilige Herrscherplanet des Zeichens dominierte zwar nach seiner Auffassung: auf 29° Fische handelt es sich um Neptun in der Kombination Neptun/Mars, und auf 1° Widder ist Mars dominierend in der Kombination Mars/Neptun. Dennoch würde es mit Roscher bedeuten, dass an dieser Stelle kein bedeutsamer Unterschied zwischen den beiden Zeichen gegeben wäre. 

Weiterhin befinden sich in den Mitten der Zeichen vergleichbare kritische Punkte. Durch die stärkst mögliche Konzentration und Verdichtung des Zeicheninhalts solle nach Roscher das gegenüberliegende Prinzip wie ein Magnet angezogen werden. Michael Roscher sah diesen Punkt exakt auf 15° und definierte auch hier einen Wirkbereich von ein Grad in beide Richtungen (14°-16°).
Roscher gebrauchte in frühen Veröffentlichungen ("Der Mond", 1986) den Begriff des Orbis, der von diesem kritischen Punkt einer Zeichenmitte und einer Zeichengrenze ausginge.
Michael Roscher gebrauchte ein Wellenmodell, genauer das Modell einer Sinuskurve, die ihre Maxima und Minima in Bezug zu den Mittenpunkten der Zeichen finden, und zwar analog den bekannten weiblichen und männlichen Achsen (+/- Polungen). An den Zeichengrenzen identifizierte Roscher mittels dieses Modells Zeichenübergänge und Störzonen.

Es wohl eher so, dass nach der Herleitung eines maximalen verdichteten Punktes des Zeichens auf 15° dieses sich auf diesem Grad doch eher allein auf das Zeichen beziehen müsste, und nicht auf das Gegenzeichen - was also schon in der Begründung der Herleitung widersprüchlich ist.

Die beiden Grade auf 8° und 23° wurden ausgehend von kritischen Punkten auf 7.5° und 22.5° von Roscher gefunden.
Michael Roscher beschrieb diese beiden Punkte als einen "point of no return". Bildlich gesprochen soll dies bedeuten: Wenn man sich auf einer 30 Grad grossen Strecke befindet, würde an diesen Punkten eine Umkehr keinen Sinn mehr machen, da man die gleiche Strecke, die man zurücklegen müsste, auch weitergehen könnte, mit derselben Anstrengung; - nur würde als Verheissung am Ende der Erfolg stehen, und bei der Rückkehr ein Scheitern. 

Die kritischen Grade auf 1°, 15°, 16°, 8°, 23° und 29° beruhen auf verschiedenen Annahmen über kritische Punkte eines Zeichens. 

Man könnte mit ähnlicher Berechtigung auch andere kritische Punkte definieren, zum Beispiel durch den goldenen Schnitt auf 12° und 19°, oder die Übergänge der Dekane auf 10° und 20°. 

Ein zweiter Schritt bleibt in jedem Fall noch die Herleitung der Planetenkombinationen. Zumindest in Bezug zu den Graden an  Zeichengrenzen und Zeichenmitten ist die Herleitung bei Michael Roscher einfach nachzuvollziehen. Ob aber diese Herleitung überzeugt? Man könnte ja immerhin auch andere Theorien suchen und sie in passende Bezüge stellen? Bei Roscher steht der Bezug eigentlich in Nähe der Zeichengrenzen, und haben meinem Verständnis nach gar nichts mit den Graden gemein. Die anderen Grade, die nicht auf kritischen Punkten basieren, sind dagegen anscheinend auf den Grad bezogen. Wenn ich mir das so anschaue, hat Michael Roscher verschiedene Ebenen durcheinandergeworfen, und hat sich auf Annahmen der fliessenden Zeichenwechsel gestützt, die es real so aber nicht gibt.

Die Herleitungen von Planetenkombinationen ergeben sich bei Roscher aus den kritischen Punkten selbst. Und zwar indem sich die Wirkung des Grades an dieser Stelle des Punktes zu den natürlichen Herrschern der Zeichen hin ausprägen würde, die in einem bestimmten Verhältnis zu dem Grad liegen.

Auf 29-1° ergibt sich damit die Kombination aus dem Herrscher des Zeichens, in dem der jeweilige Grad liegt und des Herrschers seines Nachbarzeichens. Für 14-16° soll sich der Grad gemäß des Herrschers des Zeichens, in dem der Grad liegt, und des gegenüberliegenden Herrschers des Zeichens ausdrücken.
Die Herleitung der Planetenkombinationen auf 8° und 23° bezieht sich auf den Herrscher des Zeichens des näher gelegenden Nachbarzeichens und den Herrscher des gegenüberliegenden Grades. 

Die anderen Grade, die Michael Roscher mit Planetenkombinationen beschrieben hat, wurden zumindest nicht in den mir bekannten Büchern (siehe Literaturliste) mit einer theoretischen Herleitung in Verbindung gebracht und man kann zumindest denken, dass man hier eine Annäherung an die wirkliche Bedeutung des Grades finden kann - aber auch nicht in jedem Fall. Michael Roscher erwähnt nämlich noch Symmetrien, die sich bereits aus den theoretischen Herleitungen der oben genannten typisch kritischen Grade ergaben. Es kann sein, dass er dieses Symmetriegesetz schliesslich auf alle anderen Grade anwandte: Immerhin sind alle anderen Grade über das jeweilige Zeichenkreuz gesehen, zwingend symmetrisch, das heisst zum Beispiel: alle 1-2° der beweglichen Zeichen sind Mars/Jupiter Grade (Schütze, Jungfrau, Zwillinge, Fische). Das könnte vielleicht auch wieder ein Hinweis auf den ausserordentlilchen Theoriebezug sein. 

Die überwiegende Anzahl der Grade in ihrer von Roscher angegebenen Planetenkombination konnten sich jedenfalls für mich nicht in der Praxis bestätigen: es gab kein genügend deutliches Offenkundigwerden.
Weiter unten gehe ich noch näher darauf ein, welche Tücken es geben kann, wenn man - egal welche Gradkombinationen - in der Praxis zu verifizieren versucht.

Die theoretische Herleitung der kritischen Grade auf 29-1°, 8°, 14-16° und 23° und ihrer jeweiligen Planetenkombinationen, hat Michael Roscher in verschiedenen Büchern beschrieben (siehe Literaturhinweise). 

Es gibt neben den Büchern, die mir zur Hand lagen, aber auch noch weitere Beschreibungen, zu den Graden, und zwar in seiner Seminarmitschrift über die kritischen Grade - das ich aber nicht zu meinem Literaturbestand zählen kann. Ich glaube, dass ich letztlich mit der Seminarmitschrift nicht neues mehr erfahren hätte, und erwarte auch in einem Buch über die kritischen Grade, nämlich "kritische Grade im Horoskop", eine (wenn auch nur skizzierte) Darlegung der wichtigsten Begründungen; diese können mich aber - auch mit Hinzunahme dessen, was ich sonst von Roscher an Büchern über die kritische Grade gefunden habe - schon in der Herleitungsart kaum überzeugen.
Man kann da gleichermaßen auch andere Theorien konstruieren, um eher ideelle Fundierungen zu schaffen.

Wie wirken die Tierkreisgrade?

Grundsätzlich nehme ich an, dass die einzelnen Grade schon jeweils individuelle Bedeutungen aufweisen, unabhängig an welchen Stellen des Zeichens sich diese Grade befinden. 

Die Tierkreisgrade enthalten eine Bedeutung. Diese Grade zu ergründen und anzuwenden ist mittlerweile ein spannendes Feld der Forschung geworden und der praktischen Arbeit. Aber auf welcher Deutungsebene können wir diese Grade verstehen, und wie wirken sie eigentlich?

Vielleicht gibt es einen Bezug des Grades zu im Radix gleichlautenden Planetenkräften: ein Uranus/Pluto Grad würde davon abhängen, wie Uranus und Pluto im Radix stünden? 

Es erscheint mir aber tatsächlich so, dass ein Thema oder eine Energie, die durch den GSP (Gruppenschicksalspunkte nach Döbereiner) angezeigt wird, sich stärker in das Radix ereignen kann oder aufgenommen werden kann, wenn man schon diesbezüglich Radixkonstellationen aufweist, die nämlich eine ähnliche Energie oder ein ähnliches Thema erzeugen und damit den GSP verstärken. Diese Ähnlichkeit kann auf verschiedene Weise zustande kommen und muss nicht sprichwörtlich dieselbe Kombination beinhaltet, sondern auch nur einen Teil.
In dieser Hinsicht hängen die GSP sehr deutlich von den übrigen Radixfaktoren ab, was nämlich deren Deutlichkeit angeht. Es ist wahrscheinlich, und so wird es gelegentlich berichtet, dass der GSP in seiner Ausdrucksart auch überhaupt von anderen (allen) Radixfaktoren abhängt.

In der Kombination der GSP sind anscheinend nicht gegeneinander wirkende Energien beschrieben, sondern eine zusammengebrachte Energie oder ein Thema, das verschieden ausgedrückt werden kann, oder zur beobachtbaren Einflussgrösse wird. Die Kombination Saturn/Uranus muss also nicht zwangsläufig als Reibung aufgefasst werden, sondern man könnte schauen, was sich aus beiden Planetenprinzipien in der Kombination ergibt (wie bei einem Molekül entsteht etwas drittes aus der Verbindung).
So wie das Zeichen als allgemeine klimatische Bedingung für einen Planeten beschreibbar ist, könnte man einen Tierkreisgrad als einzelne Nährstoffe beschreiben, die ein Planet oder anderer Radixfaktor Faktor aufnehmen kann oder sogar aufnehmen muss. Die im Grad enthaltene Energie oder das Thema lässt sich vielleicht auch als Gestalt beschreiben. 

Wir können annehmen, dass die Grade in das Radix und damit das Leben eines Geborenen in irgendeiner Weise einfliessen, und zB durch weitere Konstellationen oder Auslösungen in ihrem Gehalt oder ihrer gestaltbildenden Energie aktiviert werden.
Die GSP von Döbereiner haben sich mir schon mehrmals in Verbindung mit Auslösungen gezeigt, vorzugsweise in Bezug zu einer Hausspitze, die im Radix mit einem GSP verbunden war und gleichzeitig durch einen Transit berührt wurde. Auch in Stundenfragen hat sich die Einflussgrösse der GSP aufzeigen lassen. 

Ähnlich wie ich selbst den Wechsel des Zeichens beim Mond am Himmel (also nicht am Horoskopbild) verfolgen kann, kann ich gelegentlich auch die Gradpunkte atmosphärisch wahrnehmen, wenn ein solcher in der aktuellen Zeitqualität am Aszendenten berührt wird. So bestätigen sich mir leibhaftig durch meine Intuition (bzw. Beobachtung und Einfühlung) sehr stimmige Kombinationen, die Wolfgang Döbereiner mit seinen Gruppenschicksalspunkten angegeben hat. 

Die sabischen Symbole haben sich oft bewährt, um ein zwingendes Grundthema des Geborenen identifizieren zu können, was sich besonders gut auf den Aszendenten anwenden lässt.  

Verifizierung in der Praxis

Seit den Anfängen meines Studiums der Astrologie habe ich mich zunächst mit den kritischen Graden beschäftigt, und schliesslich wurde ich mit den GSP bekannt, die mir das erste Mal die Wirkung der Grade vor Augen führten. 
Etwas später konnte ich dies mit den sabischen Symbolen vertiefen, wie nämlich die Tierkreisgrade wirken können. Aus alle dem, haben sich mir in der Praxis einige Dinge herausgestellt. Die kritischen Grade nach Michael Roscher konnten letztlich und im Ganzen jedoch nicht mittels meiner Erfahrung bestätigt werden.

Die Übereinstimmungen der kritischen Grade mit der Praxis liessen sich durch gleichlautende GSP erklären, die ich im Vergleich mit dem untersuchten Horoskop später fand. 

Die Zuordnungen (zB Merkur/Uranus) aus egal welcher Herleitung - ungeachtet der Plausibilität der Herleitungen dieser Kombinationen -, stellen sich in der Praxis grundsätzlich als schwer verifizierbar heraus. Man sollte um einige Besonderheiten und Schwierigkeiten wissen:
Der Zugang zum Tierkreisgrad ist von vorneherein erschwert, da die Tierkreisgrade hintergründiger wirken - als wie zB die Wirkungen von Planeten.

Ein grundsätzliches Problem kann darin bestehen, wie man die verschiedenen Ebenen im Radix mit der tatsächlichen Wirkung der Tierkreisgrade verwechseln könnte. 
Da man die beschriebene Bedeutung des Grades erwartet, und nach ihr im Radix und Leben sucht, ist man verleitet, jeden kleinsten Hinweise auf das Wirken dieser Kombination zu beachten. 

Man wird die Teile einer Planetenkombinationen oder die gesamte Konstellation in der Biografie, der täglichen Lebensorientierung des Geborenen oder sonstigen Ereignissen im Leben eines Einzelnen eigentlich immer wiederfinden können.

Suchen wir nach Uranusthemen.
Wir alle weisen zum Beispiel einen Uranus im Radix auf, und ein elftes Haus, weil auch das elfte Haus als Uranus-Entsprechung immer seinen Ausdruck findet, ja selbst noch, wenn wir keinen Planeten darin haben, und auch kein prägnanter Herrscherbezug besteht. Egal ob diese Faktoren nun massgeblich im Radix prägnant oder betont sind, wir haben alle Prinzipien im Radix irgendwo vertreten, und weisen sie damit auch im beobachtbaren Leben auf.
Aber erst recht wenn wir ein solches Haus analog eines Prinzips (zB Uranus = 11. Haus) im Radix betont haben, lassen sich die Grade leicht verwechseln mit dieser Bedeutung, die ursprünglich ein Planet im Haus, der noch dazu Aspekte erhalten kann, oder wie über die Häuser-/Herrscherbeziehungen ein Thema aufgestellt ist. 

Also kommt es darauf an, die Einflussgrösse des Tierkreisgrades zu bestimmen und die Ebene seines Beitrages.

Gehen wir davon aus, wir seien ein Forscher, der die Grade untersuchen und beschreiben will. Nehmen wir an, wir stellen im Bezug zu einem Grad diverse Themen fest, und wollen dieses Thema oder Energie eines Grades mit einer Planetenkombination beschreiben. 
Die allein mit empirischen Mitteln angestrebte Belegung und Überprüfung eines Grades hinsichtlich einer anzugebenen Kombination, oder die Suche nach einer passenden Kombination fällt nicht automatisch leicht: Die Planeten und damit auch die Prinzipien, die man mit Planetenkombinationen beschreiben will, weisen stets eine Vielfalt von Bedeutungsspektren und Bedeutungsebenen auf. 
Zum Beispiel können je für sich genommen sowohl Mond, Mars, Neptun und Pluto auf die animalische Ebene verweisen, und sowohl Merkur, Sonne, Jupiter und Uranus auf die geistige Ebene. Natürlich sind damit jeweils verschiedene Perspektiven oder Ebenen verbunden. Oder wir sehen eine konkrete Energie (wenn wir intuitiv oder einfühlend an die Sache herangehen), und verwechseln den Charakter dieser Energie mit Neptun/Mondknoten, während tatsächlich Saturn/Mondknoten dort wirksam ist.

Gerade ein nur allgemeiner Bezug zum Triebhaften oder Emotional-Unbewussten (zum Beispiel), kann auf verschiedene mögliche Prinzipien verweisen, die in Frage kommen. Dabei geht es um Nuancen, um diese Unterschiede festzulegen. Und man muss die Ebene finden, auf der sich der Grad ausdrückt.
Kennt man eine Gradbeschreibung, ist es einfacher, diese Ebene zu finden, als würde man vor einem sozusagen leeren Grad stehen. Dies alles erfordert nicht allein Erfahrung und Empirie, sondern auch ein gehöriges Maß an Intuition, um zu erekennen, auf welcher Ebene man die Zusammenhänge, die man vor Augen hat, stellen muss. Und man muss auch die kleinsten Nuancen differenzieren können. Hat man bereits eine theoretische Herleitung oder eine Annahme, kann dies verleiten, genau diese Kombination bestätigt zu sehen, anstatt die kleinsten Nuancen noch zu unterscheiden, die diese theoretischen Annahmen letztlich widerlegen würden. 

Was die empirischen Beschreibungen in Textform angeht, die Michael Roscher zu den Gradbeschreibungen angefügt hat, bin ich zu der Ansicht gekommen, dass einige aufgezeigten Themen sehr stimmmig sind. 
Aber es ist auch so, dass man innerhalb der verschiedenen, breit gestreuten Entsprechungen, die von Roscher angegeben sind, immer etwas passendes finden wird - somit lassen sich diese Beschreibungen schwerlich einwandfrei in der Praxis belegen. Es scheint mir in vielen Fällen auch eher so zu liegen, dass die Entsprechungen, die angegeben wurden, aus dem jeweiligen Tierkreiszeichen abgeleitet wurden, und nicht zu dem Grad. Endgültig darüber befinden will ich aber nicht. Die gewisse Unspezifizität gibt mir aber zu denken und ich gehe davon aus, dass nicht alle Beschreibungen (gemeint sind die Texte zu den Graden) akurrat sind. Dass die angegebenen Kombinationen (also zB Saturn/Merkur) zu den Graden überwiegend und regelrecht falsch von Roscher zugeordnet sind, ist mein persönliches Urteil. Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Urteil für mich behalten sollte. Letzten Endes überzeugte mich die massgebliche Instanz freier Meinungsäusserung, auf dass jeder selbst entscheiden möge, aufgrund welcher Informationen er zu seinem Urteil kommt. Dafür ist es aber nötig, dass die verschiedenen Erfahrungen auch mitgeteilt werden - mögen sie noch so subjektiv oder persönlich sein. Ich kann mich letztlich nur auf meine eigene Erfahrung stützen. Sehe mich aber auch bestätigt durch andere Astrologen.

Dass die kritischen Punkte an Zeichengrenzen existieren, ist richtig, und dass die Zeichenmitten, besonders bei den fixen Zeichen eine Besonderheit darstellen ebenso.

Geburtszeitkorrektur mit Tierkreisgraden 

Die Astrologie beschreibt zwölf Prinzipien in unterschiedlicher Ausprägung und Zusammenstellung. Die Tierkreisgrade werden oft mit zwei mal zehn Prinzipien beschrieben, eventuell auch zusätzlich mit dem Prinzip Mondknoten (in Zweierkombinationen).

Das bedeutet in der Praxis, bei drei oder auch zehn benachbarten Graden der Häuserachse finde ich bei Korrektur des Aszendenten eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich bei irgendeinem dieser Grade das Schicksal eines Geborenen am besten mit den geeigneten Gradkombinationen beschreiben lässt (Haus auf Tierkreisgrad) - doch mag dieses Hin und Her verschieben auch trügerisch sein, selbst wenn die anderen Häuserachsen untersucht werden. Suche ich die richtige Zeit, oder nur eine passende Kombination? Vielleicht ist das AS-Zeichen schon nicht das richtige, oder ich bevorzuge bei der Betrachtung der Biografie eines Menschen nur bestimmte Themen und vernachlässige ein zwingenderes Thema. Vielleicht hat der Klient mir als Deuter nicht genug erzählt oder nur bestimmte Themen beschrieben. Kaum jemals drückt sich der AS bei verschiedenen Radizes in derselben Weise aus, was eine enorme Flexibilität und Unterscheidungsfähigkeit des Deuters verlangt, wenn er bei der Korrektur am Aszendenten ansetzt. Allein ein genauer Aspekt zu Mars kann einen Fische Aszendenten so weit beeinflussen, dass man subtil an Facetten der Eigenschaften eines Widder Aszendenten erinnert wird.

Es besteht bei den Tierkreisgraden die berechtigte Hoffnung und auch Möglichkeit, dass man mit ihnen die Geburtszeit korrigieren oder rekonstruieren kann. Aber das Unterfangen, mit nur wenigen Methoden oder wenigen Direktionsmethoden (oder gar nur einer), die Geburtszeit herausfinden zu wollen, ähnelt der Lotterie; - mir hat sich erwiesen, dass es geradezu notwendig ist, das gesamte Bild zu verdichten, indem man viele Dinge zu berücksichtigen pflegt. Auch der einfache Blick auf einen Planeten im Haus, ob dieser zu der Lebens-, Erlebens- und Erscheinungsweise des Geborenen passt, gehört dazu. Und selbst bei allen Methoden, die man heranziehen könnte, gibt es am Ende keine absolute Gewissheit.

Man ist sicher gut beraten, nicht nur alles an Techniken und Methoden zusammen zu nehmen, und verschiedene Ebenen des Radix zu differenzieren und den wirkenden Ursachen zuzuorden, sondern auch bereit sein anzunehmen, dass nicht jede Direktion oder jede Bedeutung eines Tierkreisgrades unbedingt ausgelöst werden wird (im Jetzt oder früher). Oder dass eine Auslösung zu einer deutlichen Entsprechung auf der Ebene der stets gegenwärtigen Erlebensweise (so wie ein Mensch ist) führt, oder im äusseren Schicksalshaften.

Es kann immer sein, dass sich ein Faktor in irgendeiner Weise ausdrückt, doch auf welcher Ebene, gilt dann zu unterscheiden. Und das gilt ganz besonders bei jedem untersuchten Tierkreisgrad, wenn ich zB den Aszendenten in seinen benachbarten Graden auf Stimmigkeit untersuchen will.

Intuitiv-mediale Herleitungen

Die sabischen Symbole wurden von Marc Edmond Jones und der medial begabten Elsie Wheeler (auch als Hellseherin bezeichnet) in wenigen Tagen gefunden. Sie verwandten Karteikarten, mit der Bezeichnung einzelner Tierkreisgrade, und mischten sie. Dann zog Jones eine Karte und Elsie Wheeler begann daraufhin das Bild zu sehen, das Jones dann aufschrieb.
Später wurden die Beschreibungen in Textform ausgestaltet und als Beschreibung des Bildes hinzugefügt.

Der Vorteil dieser Art Herleitung liegt einmal in der Einheitlichkeit - denn die Sichtweise oder Herangehensweise, die Wheeler aufbrachte, wurde stets wieder als Ausgangspunkt genommen (was Jones als Matrix des Bewusstseins bezeichnete). Auf diese Weise wurde jeder Grad mit derselben Draufsicht gesehen, und auf derselben Ebene geschaut.

Ein weiterer Vorteil liegt in dem Vordringen zur Ebene des Gehaltes des Grades, ohne den Umweg über die Empirie gehen zu müssen. Auf diese Weise wird für den Grad eine Bedeutungsebene beschrieben, die nicht durch gelebtes Leben gefiltert ist, und so kann der Grad auch eine ursprüngliche Bedeutung erhalten.
Der Grad weist dann auch nicht vorwiegend negative Bedeutungen auf, weil viele Menschen erfahrungsgemäß eben die Energien eher negativ als positiv ausdrücken. 

Anders ging Charubel meines Wissens nach vor, denn er bezog sich auf die Verwirklichungsform des Aszendenten um die Tierkreisgrade zu beschreiben (Tierkreisgrade nach Charubel).

Der erwiesene Nachteil ist bei solchen abstrakten Bescheibungen, wie bei den sabischen Symbolen, dass der Zugang zu der Bedeutung, die dieses Symbol beschreiben will, oft nicht auf direkter Art gefunden werden kann. Hat man einige Erfahrungen, erweisen sich die beschreibenden Texte von M.E. Jones möglicherweise als hilfreicher, als wie das sabische Symbol (als Bild) allein genommen. 

Die Tierkreisgradkombination (zB Saturn/Uranus) weisen allerdings eine gewisse Verführung auf, da man geneigt sein könnte, die Kombination zu konkret und sprichwörtlich verstehen zu wollen. 
Beide Arten von Beschreibungen sind für die moderne Astrologie auf jeden Fall eine Bereicherung. Daher ist das sabische Symbol im Grunde auch geschützt vor Verfremdung in der praktischen Anwendung.

Intuitiv-mediale und empirische Herleitung im Vergleich

Die konkrete Arbeit mit beispielhaften Biografien hat den Vorteil der empirischen Fallstudie (konkrete Realisierungsweisen im Leben). Fallstudien, die sich individuell in verschiedener Weise ergeben können. Aber die empirische Methode weist den Nachteil auf, dass die eindeutige Gradbedeutung nur zu erschliessen ist, indem der Weg über die verschiedenen Realisierungsweisen des Grades genommen wird. Das bedeutet einen Umweg.

Das Beobachtungsmaterial liegt in Form von erlebter und gelebter persönlicher Geschichte vor, die anzunehmenderweise den betreffenden Grad ausgedrückt und zur Erscheinung gebracht hat.

Wenn wir solche Fallstudien empirisch auswerten, müssen wir ausgehehend vom Beobachtbaren (zB Biografie) zu dem zugrundeliegenden Symbol oder der wirkenden Ursache vordringen.
Hinsichtlich der Tierkreisgrade kommt erschwerend hinzu, dass ein Grad an sich keine mit Planeten vergleichbare Strahlkraft hat, sondern nur Form und Prinzip ist, welches sich ausdrückt abhängig von dem Mittler (zB Planet oder Hausspitze). Das heisst, wir sehen einen Grad mittels empirischen Fallstudien nur indirekt, und niemals direkt.

In dieser Hinsicht kann eine mediale Herleitung ein Stück näher an den Ursprung dieser astrologisch wirksamen Energien gelangen - vielleicht wird die Sicht unter der Maßgabe gestellt, wie die Symbole auf den Menschen allgemein eine Bedeutung erst erhalten werden.
Das Material, welches zu beobachten ist, liegt im Grad - bewegungslos und bereit sich als Archetyp erkennen zu lassen - freilich von dem Blickwinkel abhängig, der auch Charubel von Jones unterscheidet und Jones von Charubel.

Es bleibt bei Charubels Graden einerseits und den sabischen Symbolen andererseits bei einer Ausgangsbasis, die nicht hauptsächlich von alltäglichen Fallbeispielen noch von systematischen Begründungen gefärbt ist. Sondern die Ausgangsbasis liegt in erster Linie bei den seherischen, intuitiven Einsichten betreffend eines bestimmten Grades (falls man hier von Intuition redet, kann explizit nur eine Intuition auf aussergewöhnlich höchstem Niveau gemeint sein).

Sowohl mediale als auch empirische Herleitungen über die Bedeutung eines Grades erweisen sich zwangsläufig an eine bestimmte Ausgangsebene gebunden. Bei den empirischen Herleitungen liegt diese Ausgangsebene im alltäglichen Leben, da ein Faktor durch die im Leben beobachtbaren Themen bereits ausgedrückt wurde, und sich also tendenziell der Beobachtungsgegenstand vom verursachenden Ursprung entfernt hat.
Bei theoretischen Herleitungen andererseits muss sich die Theorie noch in der Praxis beweisen, bevor man sagen könnte, dass die Theorie auf die richtigen Annahmen gestützt ist.

Bei der Empirie wird die Deutungsrichtung eines Faktors durch das gelebte Leben ausgerichtet, und die Empirie wird vielleicht, so glaubt man, natürlich auch sehr konkret sein können, aber tendenziell immer nur Fallbeispiele aufführen, es fehlt tendenziell das Essentielle, das Prinzipielle.

Fixsterne

Die Fixsterne stehen nicht auf der Ebene der Grade, und so sollte man sie sich auch denken.
Dennoch enthalten die Grade auch durch die Fixsterne bedingt ein Stück Individualität - je nach Fixsternposition, die erst in Schritten von Jahrhunderten (in 72 Jahren um genau zu sein) vorübergehen wird. 

Es kommt aber eigentlich darauf an, die Grade und andere Radixfaktoren in ihrer Einflussart und Einflussgröße voneinander zu unterscheiden.

Dekane

Bei dieser Gelegenheit will ich zum Abschluß kurz einen Sachverhalt beschreiben, der vielleicht manchmal darüber täuschen lässt, dass die Übergänge zwischen zwei Zeichen fliessend seien.

Dass am Ende eines Zeichens das nächstfolgende Zeichen in seiner jeweiligen Archetypik schon spürbar ist, hat nichts mit einem möglichen Einfluß des benachbarten Zeichens zu tun, sondern dieser Umstand ergibt sich offenbar aus der Systematik und Anordnung des Zodiaks selbst.
Dasselbe gilt auch für den Anfang eines Zeichens. Der Anfang Stier weist Qualitäten auf, die einen Teil der archaischen Archetypik des Widders beinhalten. Der Ende Schütze weist einen Teil der Archetypik des zielgerichteten Steinbocks auf. Sowohl dem Dekan am Ende des Steinbocks und der Dekan Anfang Wassermann könnte man als einen Bereich des Gemeinschaftlichen bezeichnen. Und man kann sagen, dass am Ende Wassermann die Haltung des Wassermanns idealistischer ist. Und wie der Anfang Fische vielleicht als sozialer zu beschreiben ist, als wie Ende Fische individualistischer sein mag. Usw. 

Diese benachbarten Zonen, die man mit den Dekanen (10° grosse Unterteilungen der 12 Zeichen) beschreibt, ergeben sich meines Erachtens aus der Anordnung des Zodiaks heraus. So ähnlich wie sich aus dem Zodiak auch die zyklische Abfolge der Zeichen ergibt. Somit ergeben sich drei verschiedene Qualitäten eines Zeichens.
Vom Augenschein her könnte man meinen, dass sich eine Beeinflussung der beiden benachbarten Zeichen miteinander ergibt.

Manchmal mag man den Eindruck haben, dass man als ein auf den Endgraden eines Zeichens Geborener, schon die Inhalte des anderen Zeichens als Orientierung oder massgebliche Mentalität für sich vorfindet. Hier sollte man überprüfen, ob der erste Neumond nach der Geburt in diesem nächsten Zeichen stattfindet, da der erste Neumond immer einen erheblichen Einfluss auf die Orientierung des Geborenen bildet.

Was die Haltung des Geborenen gegenüber dem Zeichen angeht, finde ich bislang eine deutliche Unterscheidung zwischen dem ersten und dem dritten Dekan. Ich würde hier als Ansatz von einer Innenwirkung (erstes Dekan) und Aussenwirkung (dritter Dekan) sprechen - ich meine das so, dass im ersten Dekan ein Geborener mit dem Planeten mehr die Identität mit dem Zeichen in sich selbst fühlen wird und das Zeichen ihm aus dieser Richtung entgegen tritt, und im dritten Dekan mehr über das Wirken oder Beobachtbare im Aussen diese Identität mit dem Zeichen (nebst der Funktion des Planeten) für ihn hergestellt wird.
Im ersten Dekan könnte man von einer grundsätzlichen Befangenheit sprechen, und im dritten Dekan erfährt der Geborene statt dieser Befangenheit eine an ihn heran getragene Aufgabenstellung, die immer mit dem äusserlich Beobachtbaren oder Erfahrbaren lokalisiert wird. Dagegen lokalisiert man im ersten Dekan eher die Eindrücke in sich selbst.
Das zweite, also mittlere Dekan stellt eine Besonderheit dar, in der es eine ähnliche Befangenheit gibt, ich würde als Ansatz sagen, hier geht sie allein vom Zeichen aus; das Zeichen findet hier seine Betonung. Man ist das Zeichen und verkörpert es wie in keinem anderen Dekan. Der 15° Punkt ist aber nicht gleichzusetzen mit dem zweiten Dekan und stellt an sich wieder eine Besonderheit dar, ähnlich wie die Anfänge und Ende der Zeichen.

Der ganze dritte Dekan eines Zeichens ist vermutlich so beschaffen, dass es um manifestierende Energien des jeweiligen Zeichens geht, die man leicht in die Wirklichkeit hinein bringen kann und will, aber die Endgrade stellen weitere Bedingungen an diesem Ende des Zeichens auf, die dieses Wirken des dritten Dekans noch mit einer Art zusätzlicher Dynamik und weiteren Eigenschaften ausstatten. 

Während der erste Dekan sich eher auf einer Ebene der Identität ausdrückt, von der der Geborene erfüllt wird, will der im dritten Dekan stehende Planet dieselben Energien nach aussen hin verwirklichen oder durch Taten diese Energien im gewirkten Zustand erkennen (im ersten Dekan wird nicht weniger getan, nur ist der Sinn dabei ein anderer, hier will die Energie im Tun erlebt werden).

Nomenklatur (Lesart der Grade)

Ein Zeichen beginnt bei 0°00'01'' und endet bei 30°00'00''. Wenn man einen einzelnen Grad nennt oder bezeichnet, zielt diese Bezeichnung üblicherweise auf den komplett vollendeten Grad.

Da der Beginn eines Zeichens nicht bei 0°00'00'' liegt sondern bei 0°00'01'', sind 30 Grade vollendet mit einschliesslich 30°00'00''. 

30°00'01'' gibt es schon nicht mehr bzw. das würde eigebtlich das nächste Zeichen beschreiben (als 0°00'01''). 

Dasselbe gilt für einen einzelnen Grad, der aus 60 Bogenminuten besteht. 
16° bezeichnet technisch gesehen also den Bereich von 15°01' bis einschliesslich 16°00'00''. Den nullten Grad (0°) gibt es nicht. Es gibt keinen realen Punkt von 0°00'00''. 

Technisch aber auch praktisch bezeichnet ein sogenannter nullter Grad (0°) den dreissigsten Grad des vorherigen Zeichens. Allerdings bezeichnet bereits die erste Bogensekunde, also 0°'00'01'', das neue Zeichen.

Die von Roscher verwendete Lesart der Grade bezieht sich einfach auf die Nennung von Gradbereichen, er schreibt also 0-1°, 1-2°, 2-3° usw., was die Informationsaufnahme und Orientierung vereinfachen mag.
Letztendlich ergibt sich in Bezug zu Michael Roschers Gradzuordnungen, dass die traditionelle Lesart beibehalten wurde.
Wenn Michael Roscher die Beschreibung eines Zeichens bei 29-1 beginnt und mit 1-2° fortführt, so ist logisch, dass bei ihm die Bezeichnung 1° den Bereich von 0°01' bis 1°00' bezeichnen muss. Wenn man also die Häuserspitze (technisch gesehen) auf 1°00' hat, müsste man streng gesehen bei Roscher unter 29-1 nachschauen.
Man nimmt also bei Roschers Gradbeschreibungen die zweit genannte Zahl, um den Grad zu nennen, der gemeint ist. 

Dies zu erörtern, ist wichtig für eine klare Nomenklatur. Wenn man vom dritten Grad spricht, muss klar sein, ob exakt der Punkt 3°00' bezeichnet wird, und nicht 2°01' bis 3°00'.

Literaturhinweise:

Von Michael Roscher:
Der Mond (1986)
Kritische Grade im Horoskop (2005)
Praxis der Horoskopinterpretation - Einführung in TPA (1992)

Links:

Forum für Rythmenlehre - MRL (nach Döbereiner); dort auch zu GSP und 7'er Rythmus (Auslösungen):
http://www.astrologix.de/(...)ConfID2

Homepage von Norbert Giesow mit Studien, Einschätzungen und Erfahrungswerten zu den Tierkreisgraden:
http://www.giesow.de/tierkreisgrade-1000011.html

Liste von konstruierten Tierkreisgrad-kombinationen:
Zur Prüfung der eigenen Methodik (beruht das Erfolgserlebnis auf eingeübter Methodik der Findung?)

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Stefan Arens
November 2008