Autor: Stefan Arens

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Essay über Kunst:

In einem gesonderten INTRO zum Essay habe ich eine Einleitung geschrieben

Über Kunst und den Betrachter

Es gibt, wenn man so will, überall nur Kunst. Alles ist Kunst. 

Alles ist ein Ausdruck dessen, ein Ziel und Zweck zu verfolgen.

Und jeder Mensch, der eine Sache um eines Zweckes willen verfolgt, der ist ein Künstler.

Kunst ist es schon, wenn man sich irgendetwas betrachtet, was nämlich einen bestimmten Anschein von etwas erweckt oder erwecken soll, von dem man letztlich erwartet, dass es den Zwecken einer Kunst erfüllt.

Es muss also noch nicht mal um den wahren Zweck gehen, es genügt auch ein Zweck, der in der Sache gesehen werden will. 

Manchmal entfaltet sich ein Universum innerhalb eines Werkes, manchmal nur Kitsch und bloße Oberfläche, oder etwas ist wenigstens stilecht. 

Marcel Duchamp spielte mit den Rahmenbedingungen der Kunst und erklärte Alltagsgegenstände zur Kunst. Im Eigentlichen verweist Duchamp darauf, dass wir alles aus mehreren Perspektiven betrachten können. Doch insgesamt ist es natürlich so, dass wir die Alltagsgegenstände in einem Rahmen der Kunst auch schon mit anderen Vorzeichen betrachten. Für uns ist Duchamp ja nur innerhalb musealer Atmosphäre gegeben und damit in eine Geschichte verwoben, die der Alltagsgegenstand an sich nicht aufgestellt hat. Aber wir können diesen Schritt jederzeit selbst gehen: Und egal was wir betrachten, es so hinnehmen, was es ist. Ohne Frage nach dem Zweck. 

Das wäre nun sehr wenig, was man dann über Kunst reden könnte - es sei denn, die Wahrnehmung und Wahrnehmnungsfähigkeit selbst wird zum Zweck und zur Kunst erklärt.

Was wäre Kunst ohne die Erwartung oder den Verstand? Oder was ist das für eine Kunst, die ohne Ästhetik auskommt, oder was für eine Kunst, deren Umsetzung nicht gelungen ist? Und dann ist da ja noch die Frage: Was ist überhaupt Kunst? 
Und hängt es nicht genau an diesem Punkt auch mit der individuellen Erwartung zusammen? Mit dem Aspekt, ob man besser oder schlechter mit der Kunst in Resonanz treten kann? Und dass deshalb das Gerede um ein objektives Urteil über Kunst nicht immer fruchtbar ist weil es schliesslich auch noch vom Geschmack abhängt? Kennen wir die Kritiker, können wir sie einschätzen, und so können wir auch ihr Urteil besser verstehen. Denn es hat oft mit dem Zugang zu einem Werk zu tun. Es ist etwas an dem Werk, das vielleicht nur die Sprache oder die Symbole angeht, aber wir könnten sagen, das entspricht sich mit unserer Wellenlänge.
Gute Kunst, zB gute Filme, brauchen nicht irgendwann veraltet sein; denn sie haben immer noch die Art an sich, wie der Filmemacher etwas universelles tat: Eine Geschichte in Erlebnisform zu bringen. Das allein ist unwichtig, sondern das WIE ist entscheidend.

Bei guter Kunst finde ich die Erwartung niemals genau entsprochen, sondern dort ist ein kunstvoller Bruch und ein Spielen mit den Erwartungen merklich. Aber zuviele Erwartungen dürfen nicht gebrochen werden. Es  wird eine gute Kunst freilich auch gewissen Mindesterwartungen gerecht. 

Und dann fragt man sich noch: Was ist eigentlich wirklich wesentlich für eine bestimmte Gattung von Kunst? Ob es das Buch als Buchdruckerkunst betrifft, die Literatur mit dem Schriftsteller. Darin, in der Betrachtungsperspektive einer Sache liegt der jeweilige Zweck. Ein vorliegendes Buch kann man als Buchdruckerkunst verstehen, oder man schaut sich den Inhalt an und kommt zur Literatur, oder man betrachtet sich ein Detail, wie zB eine einzelne Romanfigur umgesetzt wurde - das sind alles und für sich genommen: ausnahmslos Zwecke. 

Alles ist Kunst

Das ganze Leben ist ja Lebenskunst. Weil man etwas umsetzt, was den Dingen inne wohnt. 
Genauer, was man meint, diese seien umzusetzen - und dann tut man es in einer ganz bestimmten Manier; aber wenn der Zweck erfüllt ist, dann ist es eine Kunst geworden. In jedem Fall. Ob es um ein Buch geht, das halten soll, oder um eine abstrakte Malerei, die nichts erkennen lassen will, was in einer gegenständlichen Malerei gang und gäbe ist.

Warum sollte man es sonst Kunst nennen? Sonst bleibt es ein Versuch. Eine Versuchung mitunter.

Die Lebenskunst eines gescheiterten Lebens bedeutet unter Umständen nichts - aber die Lebenskunst bedeutet viel, trotz einer gescheiterten Ehe oder Karriere trotzdem glücklich zu werden: denn das ist wieder eine Kunst. Denn was sonst sollte Sinn des Lebens sein? Zum Beispiel das Beste aus der Sache zu machen.

Wenn der Zweck nicht erfüllt ist, ist es keine Kunst. Wohnt dem Leben nicht eine Absichtm inne, so wie in der Kunst? Hier ist es Ästhetik, dort im wahren Leben der Genuß der Schönheit, und zwar in Momenten.

UMSETZUNG IST EINE KUNST

So ganz sicher darüber, was Kunst ist, und was nicht mehr, kann man sich nicht sein. Gehen wir ins Detail der eigentlichen Kunst, dass man etwas entsprechend einer Erwartung (Ziel) umsetzt. Dann finden wir stets einen wichtigen Daseinsgrund, der erfüllt sein muss in diesem Wirken. 

Es ist bei einem weitgefassten Kunstbegriff, also einer weitgefassten Betrachtung darüber, was alles Kunst sein kann - DASS ALLES EINE KUNST IST - dann naheliegend zu sagen: Alles, was einen Zweck erfüllen soll, hat damit einen Daseinsgrund. Und zwar bedeutenderweise einen Daseinsgrund hinsichtlich genau dieses Zweckes, den man der Sache beigab, um den jeweiligen Daseinsgrund zu erfüllen. Was wir als Künstler wider Willen andauernd tun, könnte mn Schicksal nennen, oder von Gott bereit gestelltes kosmisches Spiel. 

In Details muss nicht jede Kunst allen Leuten gefallen.
Und umso breiter die Wahrnehmung von Kunstwerken wird, desto mehr streut sich auch, was man von Kunst erwarten kann. Eines ist sicher, es gibt eine Erwartung, ein Publikum, einen stillen Auftraggeber, mit dem man insgeheim rechnet.
Manchmal geht es auch um die Art, wieweit das Wirken einen bestimmten Zweck noch verfolgt, oder ob man es anders machen müsste, um es noch beim Namen nennen zu können - da es droht den eigentlichen Daseinsgrund aus den Augen zu verlieren?!

Sonst macht es zB keinen Sinn, etwas als Literatur zu bezeichnen, wenn die sprachliche Umsetzung dem nicht genügt. Es braucht etwas, was andere nicht ohne weiteres tun können: um ein bestimmtes Kriterium zu erfüllen, das man heranzieht um etwas als Literatur zu bezeichnen. Und etwas anderes kommt für den Künstler, den Schaffenden und Wirkenden nicht mehr in Frage. 

Bei diesem bestimmten Etwas, das jeweils bei einer Sache, also jeder Kunst betrachtet wird, ist es erst mal egal, was dabei wirklich heraus kommt (ob gute oder schlechte Kunst). 

Sicher spielt der Geschmack eine grosse Rolle, aber es gibt einen Bereich, ab dem die Masse aller Urteile schliesslich demokratisch verkündet: Das ist keine Kunst. Allerdings ist das demokratische Urteil kein Garant, und es giubt viele ästhetisch Blinde, die die Formen und Strukturen, die Stile und Stoffe nicht genügend unterscheiden können, in egal welcher Kunst, und die trotzdem enormes gehör finden können. Wir leben ja in einer Demokratie, in der das Lügen und das Banausentum nicht weniger weit verbreitet ist, wie der fahle Kunstgeschmack.

Wenn man mit Fug und Recht der Ansicht ist, dass etwas Bestimmtes, von dem man einen bestimmten Eindruck erwecken wollte, leider keine Kunst mehr ist, hat sich zunächst mal die Investition bei der Kunstbetrachtung nicht gelohnt, diese Momente von Zeit, manchmal schliesslich sogar das Warten auf den Effekt: das alles ist verlorene Zeit. Das macht Kunst normalerweise aus: dass die Investition der Zeit und Aufmerksamkeit sich gelohnt hat. Energie, im Grunde alles eine Frage der Energie, die Kunst dem leben beisteuern soll. Aus kosmischer Sicht ist das schon so ein allesumfassender Zweck, dass es klug wäre, ihn stets anzuwenden versuchen.

Kunst ist etwas, zu dessen Hervorbringung gehört, dass es einen ganz bestimmten Zweck erfüllt. Und das ist die eigentliche Kunst bei jeder Sache. Ob man Schreiner ist, Klempner, ob man am Tisch sitzt und isst und Nahrung zu sich nimmt, oder sich mit Müll befasst, ob man unterwegs ist und sich in der Nase popelt und sich überhaupt nichts dabei denkt, weil man eben relaxed ist, ob man auf die Toilette geht, alles ist Kunst und soll einen bestimmten Zweck erfüllen. Man tut es oft, wie es einem im Sinn ist; und man begeht keine Torheit, wenn man dabei nicht an das denkt, was die Leute dazu sagen könnten, und lieber auf sich selbst hört. Wenn es dann noch gelingt, nicht zu viel Aufsehen über das Purzelbaumschlagen in der Innenstadt zu erzeugen, es sei denn man legt es darauf an, dass man angeglotzt wird, wegen seinem Kunstverständnis: wenn man es vermeiden kann, sich auszugrenzen, dann hat man sich den Freiraum schon mal im Außen gesichert, um all das zu tun, was man in den Sinn bekommt.

Wenn man zu etwas sagt: Das ist keine Kunst. Und man wird gefragt, warum nicht. Man würde darauf antworten: "Weil diese vorliegende Gestaltung voller Unzulänglichkeiten ist hinsichtlich des umzusetzenden Zweckes."

Was man als Kunst bezeichnet, ist immer etwas, das man als eine Kunst versteht: wie es gemacht wurde. Klug und geschickt, verwirrend, kompliziert, einfach, naiv, spannungsvoll und energisch, oder saft- und kraftlos?
Aber auch in wie weit es vor allem Erwartungen entsprochen hat, das zählt. Ab diesem Punkt muss man zwischen Individuum und den jeweils Anderen unterscheiden. Denn jeder hat auch individuelle Erwartungen.

Was geht mich das an mit dieser oder jenen Kunst?

Es ist hin und wieder in der realen Welt eine Kunst der Illusion

Man will das in der herkömmlichen Kunst (Malerei, Film) ja ausschließlich tun: Eine Kunst der Illusion erzeugen.

Also in der  Malerei, im Film, in der Literatur usw., da soll man sich versenken können. Als Betrachter. "Die Zeit soll eine andere werden".
All das, was wir nämlich mit Ästhetik am ehesten in Verbindung bringen, ist, dass es uns gefällt, und in Wahrheit verschmelzen wir aber mit der Kunst; aber nur wenn sie uns gefällt.  

Die Illusion besteht bei guter Kunst darin, dass die Illusion perfekt ist, und man nicht den Eindruck hat, für Momente woanders zu sein.

Zum Beispiel ist es verpönt, dass man in einem Film den Produktionsleiter oder einen Kameramann durch Bild rennen sieht, oder ein Mikrofon von oben ins Bild ragt. Es sei denn, das ist so gewollt und ergibt irgendeinen Sinn.

Bei schlechter Kunst merkt man dem Werk und dem Wirken an, dass es einer Kunst unwürdig ist, weil es schlecht umgesetzt wurde. Dabei gilt es aber verschiedene Stile und Feinheiten zu berücksichtigen. So mögen die "Dogma Filme" von Lars von Trier und andere Filme von L. von Trier und andere "Dogma Filme" im Vergleich mit der reinen Kunst der kameraführung etwas exzentrisch sein, doch die Gratwanderung gelingt, weil das Übrige hervorragend ist und die Kameraführung dies durch ihre Wirkung auf das Szenische unterstützt (in heftigen Bewegungen der führenden Kameramannhand).

Im Theater, Film und aller Kunst, sollte die Kunst der Illusion in der Regel in Reinform auftreten. 

Es geht aber in Wahrheit um etwas viel wichtigeres: Die Kunst ist ein Spiegel des Lebens und der Auffassung des Lebens. Die Kunst als Lebenskunst ist unser reicher Schatz, der uns anleitet, die Richtung des Künstlerischen weiter zu verfolgen. 

Jede Rolle in einem Film, zeigt uns zum Beispiel, wie unwirklich wirklich jede Rolle sein kann. In solchen Allegorien, Symbolismen und Spiegelfunktionen, kann das Betrachten der Kunst, aller Kunst, dazu führen, auf die Zwecke aufmerksam zu werden, und damit zu den Absichten, die in den Werken stecken.

Politik

Und dann sieht der Zuschauer einen Stoff, der letztlich ebenso wie die Ästhetik dabei immer auch der Umsetzung bedarf. 

Übertragen auf den Alltag, ist das, was umgesetzt wird, ein jeweiliger Zweck. 

Auch in der Politik erkennen wir die Kunst, Politik zu sein. 

Oberflächlich geht es um die Umsetzung von Gesetzen. Faktisch aber um ein Demokratieverständnis.

Man kommt der Wirklichkeit auf die Schliche und entdeckt Grausames, man entdeckt die harten Fakten, während man den Absichten eines Handelns auf die Schliche kommt, nämlich etwas Bestimmtes zu tun. die Zuschreibung und das Selbstverständnis der Politiker ist egal; es geht darum, was die Sache (Politik) an sich macht, und zwar im Vergleich mit dem Sinn, in dem sie eingebettet ist, und zwar dem Sinn einer Demokratie. War es nicht   Faschismus, wenn eine Gruppe sich so aufmacht, die eigene Position und Privilegien gegen andere nicht nur zu verteidigen, sondern auf Kosten der Anderen durchzusetzen und gleichzeitig am Hebel der Macht zu sitzen?

Demokratie ist Volksvertretung. Und die Auswahl der zu verwirklichenden Ideen ist   eine Auslegungssache der Demokratie, von dessen Begriff "Demokratie" sich keine rechte Vorstellung zeigt, die wirklich umfassend würdig wäre, Demokratie genannt zu werden.  Es sei denn, man hängt die Messlatte sehr tief. Im Grunde sollte Demokratie gebunden sein an die Freiheit des Menschen, das steht so schon in der Nationalhymne.
Aber nun ist das nur eine Perspektive von vielen, die doch immer gebunden ist an Vorsätzen oder Vorhaltungen, eben an subjektive Wertempfindungen. Bündeln sich einzelne Subjekte zu einer Gemeinsamkeit, erhalten wir eine Mehrheit. Und können das Demokratie nennen. Denn im Extrem könnte sich keine Einigung, keine Politik ergeben, wenn jeder was anderes wollte.  So könnte man meinen, die momentane Politik macht es so gut wie möglich, es gibt Wahlen, wir wählen ein paar Ideen aus. Meist sind es für einen bestimmten in der Realität zu behandelnden Fall, wozu Gesetze verabschiedet werden sollen, sogar nur eine oder zwei Ideen.
Dann wieder ergäbe sich das Extrem einer Entfernung vom Wohl des Ganzen. Irgendwo muss sich ja die Betrachtung drauf gründen. Eine kluge Erfindung. Es ist ja festgeschrieben , zB das Gesetz der Würde des Menschen: Sie ist unantastbar. Es wäre aber die Frage, was ist die Würde? Man könnte weiterhin das Extrem finden, dass diese Würde in einem orwellschen Sinne definiert ist, und zwar als Abschaffung des eigentlichen Begriffes. Wir erleben ständig, dass die Würde angetastet werden kann. Die kluge Erfindung der Verfassung wird also nur halbwegs umgesetzt, so dass sich wieder das Bild ergäbe einer Politik, die imstande ist, sich letztendlich in ihrer Ideenversammlung  selbst erhält, aber die Würde der Betroffenen von ihren Gesetzen zunächst prinzipiell nicht befragt. Es wird die Macht einiger weniger Ideen, die sich ausgerechnet in diesen Kreisen von Wirtschaft, Arbeit und Haushalt ergeben, umgesetzt. Und zwar werden die Ideen in einer Art umgesetzt, dass es den vertrauten Strukturen dient (und das heisst der momentanen  wirtschaftsabhängigen Politik dient, welche sich auf grundsätzlich grosse Summen verständigen muss) , aber nicht unbedingt den Erfordernissen von darin existierenden mit viel kleineren Geldbeuteln gerecht wird. Diese Erfordernisse von Einzelnen werden gerne dann beachtet, wenn das Übrige davon abhängig ist. Aber das Übrige ist erst mal nur der Haushalt. Der finanzielle Haushalt ist das Problem, Wirtschaft die Lösung, und Arbeit die Räder und das Getriebe. Das Mittel zur Lösung ist Arbeit. Arbeit, Wirtschaft und Haushalt ist die Triade, die es zu erhalten gibt.

Zukunfts- und Gegenwartskonzepte sind natürlich auch ein kollektives Phänomen und im letzten Sinne kann man die Politik , wie sie momentan besteht, als verbesserungswürdig in ihrem  Demokratieverständnis bezeichnen, aber als menschenunfreundlich insofern die bloße Tatsache, Arbeit zu haben, mehr Wert ist, als dass der Arbeiter selbst seine persönlichen Triaden erfüllen kann, die für ihn ganz sicher sehr viel anders aussehen können. Es ist eine Frage der Ethik, und soll hier nicht behandelt werden, in welcher Weise und wie weit das persönliche Interesse eines Einzelnen zählt. Doch insofern nicht jeder machen kann was er will, ohne damit in die Quere eines allgemeinen Grundverständnis möglicher und erlaubter Handlungen zu geraten, ist es ja auch wichtig, dass es eine allgemeine Norm gibt, die auch durchgesetzt wird. Jede Politik und ihre ausführenden Organe an der Macht erfüllen also eine wichtige Aufgabe, die strukturell, und um Anarchismus zu vermeiden notwendig ist. Ohne Staat oder sagen wir Gesellschaftsordnung, gäbe es  keine für den Einzelnen lebensfähige Grundordnung, auf die er sich berufen kann in seinen Handlungen. Oder es wäre alles ein Kampf und Bekriegen in der Gesellschaft.
Es ist eine Kunst für sich, die nicht ohne Fragen und  Antworten bleibt, zu einer Betrachtungsweise von einer möglichen Demokratie zu kommen. Die Gesellschaftsordnung zu hinterfragen, darf nicht zu einem Vermeiden, Versäumen, Verweigern führen - es  ist  das allgemeine Menschenbild und Gewissen, welches uns in diesen Fragen das ästhetische Maß liefert. Und selbstverständlich sollte es so sein, dass wir auch politisch auf höchsten Ebenen nach einer Lebensordnung für alle suchen, die nichts zukünftiges verspricht . Utopien sind schön, aber nicht realistisch genug für viele und deshalb ist es lohnender gleich auf das zu kommen, was im Jetzt ansteht). Sondern das Gegenwärtige in den Missverhältnissen gilt es zu erkennen und zu verbessern.Dann ist jener ethische Grundpfeiler der Politik entsprochen und es kann von einer besseren  Kunst gesprochen werden, die da umgesetzt wird. Ich bin aber überzeugt, dass es nicht am Willen allein liegt, sondern auch an den Umständen und den Strukturen, ob Kunst überhaupt möglich wird. Da befinden wir uns aber ein einem heiklem Umstand, wenn die strukturgebenden Politiker gefangen sind in einer Struktur, die (wahre) Kunst verhindert.

Man betrachte sich mal die realen Erscheinungsformen dieser politischen Kunst auf Ebene der Sozialsysteme. Es wird beim Gesundheitssystem ein System geschaffen, dass nur noch für die Krankheit da ist, und nicht für Gesundung. Link: http://www.phoenix.de/_milliardengrab_gesundheit/314571.htm

Man erkennt, wieviele Dinge keine Kunst sind, und wie viele Dinge etwas bezwecken, was dem eigentlichen Ziel (Zweck) entgegen steht. 

Die Ansicht, dass wir uns kollektiv und politisch gesehen ausruhen könnten, wäre keine grosse Kunst für eine Politik. Die Argumentation ist oft aber unbewusst: weil es woanders ja noch schlechter ist. Doch es spiegelt eine Hybris wieder, die zwangsläufig die Tendenz verschärft, auf absteigenden Zyklen den Zerfall des Ganzen einzuleiten. Manche Kunst ist also auch lebensfeindlich.
Kunst ist immer und wird immer mit dem Leben eine Symbiose eingehen, und Kunst wird sich niemals vom Leben ablösen können.

Und der der Betrachter?

Der ist selbst verantwortlich für das, was er sieht und sehen will. Es ist sein Genuß, und er hat das Recht zu sehen, was er will. Denn was seine Absicht beherbergt, ist die Kunst zu sehen. Und damit auf die Zwecke zu schliessen.

So wird Bewusstsein sich Bahn brechen, um die Wirklichkeit der Wahrnehmungsfähigkeit in alle Welt zu bringen; - allein dass man Betrachter ist und Zeuge, schafft man schon das Potential aller Künste.

Hat man eine Kunst begriffen, begreift man wie in einem Kettenbrief der Kausalitäten, auch andere Künste umso leichter. Und Kunst betrachten, also Umsetzung von Zwecken zu sehen, ist etwas, was meiner Ansicht nach jeder Mensch auf Erden lernen kann - ob in der Eifel, in Grönland oder einem dritte Welt Land. Und damit einen wichtigen Schritt zur Kunst gemacht hat. 

Stefan Arens (25.September 2009)