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Unter
den Expressionisten der
damaligen Zeit, gefällt mir Rohlfs am meisten.
Einige Bilder lassen für mich erkennen, dass er den gleichen
Rang einnimmt, wie die Grössten zu anderen Epochen (nur dass Rohlfs
natürlich die Epoche des 1900-1920 Jahre ausdrückt).
Er steht autark in
seiner Zeit und nimmt eine wichtige Rolle ein. Diese wird
gerechtfertigt durch die schöne "Musik der Farben" in einer grossen
Anzahl seinen Bildern, aber auch durch die Einheitlichkeit der
Bildwirkung.
Meiner Ansicht nach passt selten das Wort "schön" allgemein auf Bilder dieser Zeit - aber bei Rohlfs sagt man sich, "das ist Kunst". Die anderen Bilder von Künstlern jener Zeit (Picasso, einiges von Klee, Kirchner, Kandinsky und so weiter, aber auch durchaus einige Bilder von Rohlfs, trotz allem) haben für mich überwiegend einen seltsamen Wert, denn der beschränkt sich vornehmlich jeweils auf den Umstand, dass sie es zu historischen Rang gebracht haben. Sie gefallen mir aber persönlich nur insofern, indem man sich anschaut, was bis zum 1900. Jahrhundert undenkbar zu malen war und wo sie eine bisherige Grenze überschritten haben - was ausgesprochen eine kunstgeschichtliche Wertschätzung bedeuten muss, aber dennoch doch auch eine gewisse Authentizität aller dieser Bilder jener Zeit mit sich bringt! Heute so zu malen, wäre verpönt.
Im Detail - also die Bilder von Nah betrachtet - finde ich bei den
meisten Künstlern dieser Zeit noch zu sehr die Momentaufnahme
verkörpert: des epochalen Übergangs zur reinen bildnerischen Form,
unter Missachtung der Intention mit dem Pinsel eine Illusion erzeugen
zu wollen. Dieser Schritt zum reinen Bild, befindet sich bei den
meisten Künstlern in einem deutlichen Übergang. Zu
oft wird
noch an der alten Bildidee (namens "Illusion von Gegenstand und Form")
festgehalten, und so verlieren die Bilder jener Zeit etwas von ihrer
Eigenheit, Kunstwerke sein zu wollen.
Auch die Einheitlichkeit
der
Bildwirkung leidet unter dem Zurechtquetschen und der detaillierten
Formarbeit, wie man versucht ein abstraktes Bild "in
Anklängen an
die Vorgehensweise von Landschaftsmalern zu malen".
Die Kunst
will sich in der modernen Malerei auf die Weise ausdrücken, dass man
"auf einer Leinwand Eindrücke zu zaubern" beabsichtigt.
Es gibt
aber stellenweise schon die neuen Bilder, wo das Bild als solches als
Ganzes auffassbar wird, und die dann überhaupt das Diletanttische vermissen
lassen. Und diesbezüglich finde ich in Rohlfs einen Repräsentanten der
"echten Kunst".
Da Rohlfs zudem längere Zeit auch in Hagen gelebt und gearbeitet hat, fühle ich mich aus dieser Sicht, dass ich selbst aus Hagen stamme, mit Rohlfs verbunden. Überhaupt identifiziere ich mich stark mit Künstlern, die deutlich mit Hagen zu tun hatten.
Gerhard Richter hat eine breite Palette seines Stils entwickelt. Er ist so gesehen voller Stile, die er nebeneinander, paralell oder phasenweise entwickelt hat. Besonders angetan bin ich von seinen abstrakten Gemälden.
Wenn man ihm beim Malen zugeschaut hat (es gibt darüber
einige Videos), erkennt man seine Herangehensweise sehr gut, und auch
wie er persönlich an ein Bild herangeht. Das ist nicht
nur technisch oder aufbaumäßig gesehen überaus interessant. Richter
geht zwar ernsthaft, geplant vor, aber nie schränkt er sich
ein
oder will den Weg des Bildes zu sehr bestimmen, als wie er sich
offensichtlich mehr den Weg vom Bild eingeben lässt. Was natürlich für
die meisten abstrakten Künstler gilt, aber bei ihm besonders
stilistisch gelingt.
Dann guckt er,
welche Farbe, welche Form jetzt mit welcher Technik zu
setzen ist.
Oft nimmt er ein grosses Lineal, das als Spachtel dient, um die Ölfarbe
so über die Leinwand zu ziehen, wodurch ganz eigentümliche Effekte im
Verschmieren entstehen, die ganz neue Bilderwelten durch die Muster
innerhalb der so entstehenden Fläche erzeugen. In mehreren Stücken wird
so das abstrakte Bild aufgebaut.
Hans Hartung versteht es mit den Formen und der Komposition des Bildes Eindrücke hervorzurufen, die die Benutzung der Fläche der Leinwand zur Musik machen. Dabei wirkt die konsequente Bejahung von Gestalten, die sich als Bestandtteile der Abstrakten Formen ergeben, nicht störend sondern ästhetisiert. Ich finde bei Hartung ein abklärtes "Spiel mit den malerischen Möglichkeiten". Jede benutzte Form, die an menschliche oder tierische (animalisch-organische) Formen erinnert, ist konzeptionell für sich stehend, bedeutet ein ästhetisches Übergewicht, wodurch jener Eindruck, an Gestalten erinnert zu werden, im Ganzen aufgeht.
Obwohl
ich betreffend einer Anzahl von abstrakten Bildern, die mir von
Schumacher bekannt sind, diese Bilder selbst hätte in Details anders
gemacht, bieten einige
Bilder
einen grossen Reiz. Ich möchte
mich nicht in der Formensprache verlieren, wo innerhalb des
Bildgefüges Tiere und Menschen zu erkennen sind, die eigentlich noch
nicht mal Bestandteil des Bildes sein sollen, also in die Bildidee wie
hineingerutscht erscheinen - wie es bei Schumacher
aber teilweise deutlich der Fall ist.
Was dann in vielen Fällen -
meinem Empfinden nach zu urteilen - zu wenig mit dem groben und
gewagten Pinselaufstrich korrespondiert.
Dennoch sind einige Formen, die Ästhetik dieser Formen, die
Art und Weise der Bildaufteilung in höchstem Maße anregend und das
zeugt auch von dem Können Schumachers hinsichtlich der Malerei.
Ich habe Schumacher malen gesehen, und es war interessant, wie er an ein Bild heranging. Man könnte es so ausdrücken: Er überwand sich in der Gestik des Duktus; seine Tätigkeit beschreibend: er schlenkerte die Form aus seinem Handgelenk, wollte sie nicht willentlich und zielgerichtet durch detaillierte Fummelei und durch kein genaues Augenmaß getrübt "setzen". Für ihn sollte die Malerei offensichtlich absichtslos sein - dennoch meine ich, dass sich Schumacher zu sehr auf sein Unbewusstes eingelassen hat und es sogar willkommen hiess, wenn sich da solche gestalten ergaben. Daher bin ich nicht überaus angetan von des Schumachers gesamten Werk. Als Hagener empfinde ich aber insgesamt eine Verbindung zu Schumacher, wenn man einige Bilder heraus greift, und ins Kalkül ziehe, wie mich sein Konzept der Absichtslosigkeit als Ansatz durchaus überzeugt und anbetracht der Tatsache, dass Schumacher in Hagen gelebt und gemalt hat, und nicht besonders elitär schien, also abgeschottet, und ich vor seinem Tod dacon schwärmte, ihn im Laufe der Zeit einmal zu begegnen.
Was ich von Merwart gesehen habe, zeugt von einer klaren, weil konsequenten, und interessanten Formensprache, ebenso von interessanten Ansätzen und Wegen. Allerdings habe ich nicht viel gesehen, und bei einigen Bilder muss ich auch hier meinen, dass sich vielerorts Gestalten eingeschlichen haben, die sich wie so oft bei Malern im Bild ergeben, wo man nur noch schauen muss, so dass sie sich ergeben. Während ich für mich denke, dass gute abstrakte Kunst genau dies nicht ermöglichen sollte, jedenfalls sollte es nicht so leicht für den Betrachter sein, im Bild Gestalten, Gespenster, Tiere oder Menschen usw. zu erkennen. Mögen sie noch so degeneriert sein, dass die Gestalten zwar Abstraktionen darstellen, aber dennoch Gestalten sind.
Interessante Wege und Ideen, aus dem Portrait etwas neues und anderes zu machen, als wie man es sonst von Portraits kennt. Da gibt es ja schon so einige Künstler, die da neue Richtungen und Wege verfolgten.
Farbenfrohe, gemütliche aber auch moderne Bilder. Die Nordlichter-Nordgesichter bieten eine wolhtuende "Gemäldisierung" des Gesichtes und den Reiz, wie man bei jedem Bild etwas neues findet und sich diese Gestaltung auch mit dem Eindruck der Person deckt, die man als Portraitbild vor sich hat. Wie also Gestaltung und Person einen Weg zueinander suchen und zu finden scheinen.
Maler. Lebte und starb in Hagen. Ich weiss, in welcher Apotheke in Wehringhausen Erwin Hegemann seine Zutaten für Kaseinfarben einkaufte; dem Apotheker war Erwin Hegemann ein Begriff.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_ZiegenfeuterIn Hagen geborener Grafiker.
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_BrocksieperIn Hagen geborener und lebender Maler und Experimentalfilmer.
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