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Was ist ungesund am Zucker?

Zucker im Übermaß hat verheerende Folgen für den gesamten Stoffwechsel und den Organismus.

Freilich dienen Zuckerarten - genauer: verschiedene Formen der Kohlenhydrate - dem Körper der Energiegewinnung.
Zucker als Glukose ist unerlässlich als Energiequelle. 

Es kommt drauf an, in welchen Mengen der Zucker im Organismus in kurzer Zeit freigesetzt wird. Grosse Mengen an Zucker beeinflussen den Stoffwechsel in seinem Funktionsganzen erheblich.

Jeder Stoff kann ab einer bestimmten Menge auf den Organismus belastend wirken.  Zuviel Zucker im Blut verursacht durch den schnellen Anstieg und Abstieg der Aktivitätspotentiale darüberhinaus eine Art Überreizung.

Vollwertige Nahrung kann solche Konzentrationen des Zuckers im Blut nicht erzeugen, wie es der einfache konzentrierte Zucker schafft.

Nährstoffräuber?

Zucker ist in Übermengen ein Nährstoffräuber wie jeder andere Stoff in Übermengen. Aber ganz besonders gilt der Zucker als Nährstoffräuber, wenn man darunter versteht, dass Zucker zum Abbau im Körper gewisse Stoffe benötigt, und selbst keine Nährstoffe dem Körper zuführt.
Vor allem Vitamin B1 wird benötigt zur Energiegewinnung aus Zucker. Da es keinen Unterschied zu anderen Stoffen gibt, die nämlich auch Nährstoffe zum Abbau benötigen, braucht man nicht direkt von einem "Nährstoffräuber" beim Zucker sprechen.

Hauptsächliches Problem ist beim Zucker: er verdrängt durch sein fehlendes Nährstoffumfeld tendenziell die Aufnahme von Vitaminen. Der Effekt auf den Nährstoffhaushalt macht sich am  deutlichsten bemerkbar, wenn man sich zu lang und zu ausschliesslich von Zucker ernährt, was mindestens Launen und sogar Depressionen zur Folge haben kann - auch innerhalb eines Tages, an denen man nur zuckerhaltiges aß.
Vielleicht ist Zucker kein Nährstoffräuber - es gibt dazu allerdings Meinungen, die es als erwiesen ansehen. Betrachtet man sich die Konsequenzen eines Übermaß von Zucker, erscheint dieser Ausspruch durchaus naheliegend. Aber eigentlich ist es eine Sache der Ernährungsweise.

Mit Sicherheit können wir dem Körper keine Nährstoffe zuführen, wenn wir Zucker essen (weil im Zucker keine Nährstoffe sind!), und der Stress, den wir mit Zucker konkret physisch aber auch psychisch erleben, der verbraucht eben auch Nährstoffe. 

Bleibt alles im Rahmen und Gleichgewicht, wird kein Stoff, dem man dem Körper zuführt, negativ wirken können. Man muss also nicht komplett auf Zucker verzichten, aber man muss den Konsum ausgleichen mit Nährstoffen. Man muss den Zuckerkonsum einbetten in ein Nährstoffumfeld. Und das heisst in der Praxis, an denen Tagen wo man Zucker isst, sollte man auch mindestens Obst und Gemüse essen, bzw. auf dieses Umfeld von Nährstoffen beim Zuckerkonsum wert legen.

Ich persönlich übrigens bevorzuge Schokolade usw. anstatt Salate mit Zucker zu würzen. Für mich persönlich ist Zucker in der Küche beinahe Tabu. Denn ich sehe es grundsätzlich als Belastung an, Zucker zu essen. Wenn ich aber geniessen will, dann gönne ich mir das, zB durch leckere Schokolade. Daher spare ich an anderen Stellen am Zucker. Und achte natürlich ganz besonders auf eine ausgewogene nährstoffreiche Ernährung allgemein.

Glukose und Galaktose

Die einzige Energiequelle, die der Organismus für seine Zellen und Organe nutzen kann, ist Glukose. Vor allem das Gehirn braucht Zucker. 
Ein wichtiger Teil des Energiestoffwechsels des Gehirns ist der Traubenzucker, der nichts anderes als Glukose ist.

Der Körper wandelt grundsätzlich alle komplexen Kohlenhydratformen in einfachen Zucker um. Nur diesen einfachen Zucker kann er nutzen. Doch es kommt auf die Art des Zuckers an, nämlich wie dieser im Körper wirkt! Und in konzentrierter und isolierter Form wirkt der normale Haushaltszucker wie eine Brandbombe. Es ist dies natürlich relativ zum Blutzuckerspiegel.
So kann es hin und wieder die wahre Notwendigkeit geben, Zucker zB in Form eines Riegels zu essen, um dem Gehirn Zucker zuzuführen. Etwa in das Gehirn beanspruchenden Aktivitäten (Denkaufgaben, gewisse Arbeiten oder das typische Büroarbeiten). Nun gibt es mittlerweile auch regelrechte Wellness-Riegel, zB aus Vollkorn oder Protein/Sportler-Riegel, die dem glukosesiruphaltigen Karamelriegel vorzuziehen sind.

Hochwertige Kohlenhydrate befinden sich als natürlich belassene Nahrungsmittel in einem Nährstoffumfeld. Dieser Komplex erfordert eine längere Verdauung. Aber schon das Energiefeld schwingt dadurch anders, und diese Stoffe wirken im Organismus anders als der einfache Zucker.
Hochwertige Kohlenhydrate vermögen durch ihre relativ komplizierte Abbauarbeit anders in den Stoffwechsel einzutreten, langsamer. Ein Umgang mit ihnen fällt dem Körper aufs Ganze gesehen leichter.

Wir erhalten den Zucker am natürlichsten in Trockenobst und natürlich auch in frischen Früchten und ebenso aber in allen anderen Kohlenhydratquellen (zB Getreide). Das Besondere an diesen natürlichen Quellen: Die Konzentration der Zucker ist nicht so hoch wie in einem Schokoriegel.
Ausserdem erhalten wir in "pflanzlichen Originalen" auch Ballaststoffe, die die Verdauung des Zuckers unterstützen und den Eintritt der Stoffe in den Stoffwechsel sogar ein wenig regulieren helfen. 

Es gilt, dass Getreide, zum Beispiel Dinkel- oder Haferflocken, hochwertiger sind als Brote. Bei Broten handelt es sich um gemahlene Nahrungsmittel, sie sind von ihrem Nährstoffumfeld mehr (Weißbrot) oder weniger (braunes bis schwarzes Vollkornbrot) getrennt. Es sind in ihnen auch Ballaststoffe, die eine wichtige Funktion im Darm erfüllen, nämlich die Muskelbewegung des Darms erleichtern. Ballaststoffe können auch Gärprozesse durch Zucker und anderen Stoffen helfen einuzudämmen.

Obst oder Obstsaft als Bestandteil der Ernährung ist grundsätzlich ein vollwertiger Ersatz für den sonstigen Zucker in den Nahrungsmitteln, bei dem es sich oft um raffinierte, sehr einfache Zucker handelt. Aber Traubenzucker ist nicht nur in Obst enthalten, sondern Traubenzucker wird vom Körper immer aus allen Kohlenhydraten in der Nahrung gewonnen. Als Glukose.

Ein anderer wichtiger Einfachzucker für das Gehirn ist aber auch Galaktose, das mit in der Milch des Müslis in Form von Galactose bereits fertig synthetisiert in uns aufnehmen können (der Körper muss es in diesem Fall nicht selbst synthetisieren). Gleichwohl würde ich auch mal ein paar Tage einführen, an denen man keine Milch trinkt. Der Körper kommt auch auf andere Weise zur Galaktose.
Jedes Nahrungsmittel sollte man grundsätzlich auch ein paar Tage in der Woche oder länger aussetzen. Andere bedeutende Galaktose Quellen als Milch sind übrigens Hülsenfrüchte.

Weitaus mehr als Galaktose ist Traubenzucker der wichtigste Energielieferant für das Gehirn und den Gehirnstoffwechsel. Galaktose kann vom Körper selbst hergestellt werden.
Damit bleibt  das Traubenzucker der wichtigste Energielieferant des Gehirns, da Galaktose nicht notwendig von aussen zugeführt werden muss, aber Traubenzucker in Form von Kohlenhydraten aller Art. 
Es ist durchaus notwendig für eine gute Energieversorgung, das wir verschiedene Formen von Zucker als Kohlenhydrate zu uns nehmen über verschiedene Zeiten des Tages. Aber wir müssen keinen raffinierten, konzentrierten Zucker zu uns nehmen. Was wir brauchen, was wichtiger ist, das sind auch Nährstoffe.

Es gibt Unterschiede, vor allem in der Menge des nicht mehr konkret verwertbaren Zuckers im Körper. Die Verführung ist gross, dass wir eine Tafel Schokolade oder die Packung Kuchen nicht über den einen oder zwei Tagen verteilt essen sondern auf einmal. Das kommt einer Bombe gleich. Das Feuer, das entfacht wird,  ist viel zu schnell und rasend für unseren Stoffwechsel. Der Körper muss diese Belastung ertragen, austragen.

Zählt man die sonstigen Gewohnheiten hinzu, wie wir in Übermaß zu Zucker kommen, ist eine Menge erreicht, wo es uns - auf den Stoffwechsel bezogen - auf lange Jahre gesehen nicht mehr gut tun kann, wenn wir daneben noch Gemüse und Obst uns angewöhnen zu verschmähen.
Offensichtlich verlangsamt der Zucker, wenn er ein bestimmtes Maß überschreitet, den Gesamtstoffwechsel des Körpers und in Wechselwirkung mit Kaffee ganz besonders drastisch (es kann zu regelrechten Entgleisungen kommen, die sich anfangs nur als Schwäche bemerkbar machen werden). 

Wie wirkt Zucker auf den Stoffwechsel?

Zu schnell kommt die Glukose ins Blut. Es wirkt wie eine Droge, nämlich hoch konzentriert und direkt. Eigentlich müsste man sehr viel kleinere Mengen davon konsumieren, als uns die grossen Packungen der Hersteller suggerieren.
Bis zu einem bestimmten Punkt kann der Stoffwechsel eine bestimmte Menge von Zuckern auch in konzentrierter Form tolerieren und kann sogar leistungssteigernd wirken. Gefahr droht, wenn man die Leistung durch Zucker noch ein wenig mehr erhöhen will - dann kommt es schnell zu einer Umkehrung und es finden Leistungseinbußen statt.

Der einfache Zucker scheint kurzfristig den Stoffwechsel zu aktivieren, umso mehr man jedoch zuführt, lässt diese Steigerung und   dieser Schwung nach. Überhaupt kann von einer Steigerung ab einem bestimmten Wert nicht mehr die Rede sein und der Gipfel verliert zunehmend an Höhe. Im weiteren Verlauf kommt es eher zu einer Schwächung und Verlangsamung des Stoffwechsels.
Ein Heißhunger entsteht. Jede weitere Gabe des Zuckers kann das Niveau nicht mehr halten oder erreichen, und macht der Stoffwechsel nur noch langsamer. Der Körper wird mit Zucker überschwemmt und Signale werden ausgeschüttet, und der Stoffwechsel ist mit Signalstoffen und Schlacken aus dem Zuckerstoffwechsel überladen und befindet sich zunächst mal in einen akuten Verfeuerungszustand.

Jede Form von einfachen Zucker (Kuchen, Glukosesirup, Schokolade usw.) muss als prinzipiell belastend für den Stoffwechsel eingeschätzt werden. Die Wirkungen zeigen sich vor allem in der Zeit nach dem Konsum. Bei massiven Konsum am Abend fühlt sich der nächste Morgen lau an. Man hat selten so gut geschlafen und fühlt sich frisch nach einem solchen Zuckerkonsum.  

Diese einfachen Zucker, die, bedingt durch die leichte Verwertbarkeit, zu schnell in unseren Stoffwechsel gelangen, wirken auch auf die Psyche in einer ganz anderen Weise als  hochwertige Kohlenhydrate dies leisten, die nämlich durch ihre langsamere Aufnahme ganz anders auf den Stoffwechsel und Gehirnstoffwechsel wirken (vom Stoffwechsel aus wirkt jeder Zucker auch auf die Hormone, Drüsen, Psyche usw.).

Bessere Kohlenhydrate als der einfache Zucker können dem ganzen Organismus eine optimale Art der Energiezufuhr gewähren über mehrere Stunden und in einer viel angenehmeren Laune, die diese komplexen Kohlenhydrate und eine vollwertige Kost mit sich bringt. 

Zucker wirkt schnell, und lässt schnell den Blutzuckerspiegel ansteigen: Aber Zucker im Übermaß hinterlässt so etwas wie einen Kater, der den Stoffwechsel für eine gewisse Zeit träge macht, bis dass der Zucker und seine Stoffwechselprodukte abgebaut sind . Was Alkohol für die Leber ist, nämlich Gift, ist der Zucker in Reinform und hoher Konzentration für den Stoffwechsel.

Auf lange Sicht kann ein träger Stoffwechsel schliesslich krankhafte Veränderungen an bestimmten Stellen des Körpers verursachen, in erster Linie an der Haut. Solche Veränderungen deuten darauf hin, dass Zucker im Körper ein bestimmtes Klima erzeugt, und es ist überhaupt nur ein Genussmittel, ebenso wie Alkohol - was beides nur in Maßen genossen werden sollte. Vor allem sollte dem Körper Zeit zur Erholung zwischen den massiven Konsum dieser Stoffe gegeben werden. Dann dürften diese Stoffe keine besonders schädliche Wirkung insgesamt zeigen. 

Übersäuerung

Zuckerkonsum wirkt besonders stark hinsichtlich des Säuremileus im Körper. Die möglichen Folgen bestehen letztlich in den Symptomen der Übersäuerung. Wie man sie angedeutet  in den verschiedenen Formen des Chronischen-Müdigkeits-Syndrom vorfindet (Chronicle Fatigue Syndrom: CFS Definitionsskala, auch hier eine Definition: CFS). Ich denke, dass bei CFS bzw. einer starken Übersäuerung letztlich viele Organe in einem Schwächezustand geraten sind. Dazu zählt vor allem die Leber, die den nötigen Stoffwechsel und die natürliche (und andauernde) Entgiftungsarbeit nicht mehr leisten kann und die Niere, die nicht nur Stoffe ausscheidet, sondern nach der traditionellen chinesischen Medizin sogar einen wichtigen Beitrag zur grundsätzlichen Entfaltung der Lebenskraft liefert, was auch die Leistungsbereitschaft oder Leistungsfähigkeit anbelangt.
Schwächelt die Niere, sind oft Rückenschmerzen, bei Belastung leichte Erschöpfung und allgemeine Unlust die Folge. Der (Lebens-)Funke will nicht überspringen.

Jede Übersäuerung macht sich im veränderten Stoffwechsel und in der körperlichen und psychischen heruntergesetzten Belastbarkeit bemerkbar. Auch die Psyche ist vom Nährstoffgehalt der Nahrung  und der Funktionsweise des Stoffwechsels abhängig.
Bei einer noch leichten aber sehr verbreiteten Form der Übersäuerung, formt man mit seiner psychischen Haltung bereits jene Merkmale aus, die später dann chronisch vorliegen, und leichter beobachtbar sind. 

Die Fehlhaltung des Stoffwechsels bringt über die Jahre weitere organische Funktionsstörungen mit sich, bis hin zu ernsthaften Beschwerden wenn dieser Zustand zu lange anhält und entsprechende Anlagedispositionen vorliegen (zB Gene und astrologische Konstellationen).

Zucker gärt.
Durch die Gärung entsteht Ethanol, das zusätzliche Abbauprozesse  fordert, ohne einen Nutzen  für den Stoffwechsel zu bedeuten. Ethanol gehört zu den Stoffwechselgiften. Freilich entsteht ebenso das giftige Stickstoff bei jedem Abbau von Eiweißen. In natürlicher Weise entstehen also Stoffwechselgifte.  Doch auf die Menge kommt es jeweils an. Der Zucker liegt uns in hohen Konzentrationen vor, was erst das Problem bedeutet. 

In grösseren Mengen schädigt Alkohol die Zellen und die Leber.  '
Gärungsprozesse aller Art erleichtern es Bakterien und Viren, sich zu vermehren und auszubreiten.

Aus vielen Gründen kann man eine Warnung vor den Zucker aufstellen, genauso wie man es auch beim Alkohol macht. Der Geschmack einerseits und die physiologische bzw. biochemische Rückwirkung aufgrund des ansteigenden Blutzuckerspiegels andererseits wirkt jeweils verführerisch, nämlich mehr und mehr davon regelrecht im Stofwechsel zu konzentrieren.

Geniessen

Nun soll das nicht verleiten, dem Zucker das absolut Böse zu unterstellen.
Zucker ist aber kein Nährstoff. Es ist von den Lebensmitteln nur wenig geeignet, die Funktion des Körpers und damit unsere Gesundheit zu einem optimalen Prozess zu führen und in einem optimalen Zustand zu erhalten, sondern im Gegenteil belastet Zucker, falls im Übermaß vorhanden, diesen normalen Prozess. 

Bei fast allen Stoffen entscheidet die Menge, ob sie als giftig einzuschätzen sind, oder notwendiger Bestandtteil von körperlichen Prozessen sind. Der einfache Zucker ist im Grunde als Glukose wichtiger Bestandteil von körperlichen Prozessen, genauer gesagt: Betriebsstoff und Energie. Alle hochwertigen Kohlenhydrate werden vom Körper sowieso in Glukose umgewandelt.

Es handelt sich zum Beispiel bei Selen oder Arsen um wichtige Stoffe für den Körper, sie wirken ab einer bestimmten Menge aber giftig.
Der Zucker ist an sich nicht giftig, aber er liefert nichts essentielles, und verbraucht dennoch Mineralien und Vitamine, damit er abgebaut werden kann. Ein Übermaß liefert uns also keine Energie, sondern verausgabt diese. Es ist mit Übermengen eine Schwelle erreicht, wo sich die Energiegewinnung aus Zucker umwandelt in Energieverlust.

Ich würde den Zuckerkonsum, zum Beispiel als Kuchen, als das ansehen, was er ist: Ein Genußmittel, dass man nicht zur täglichen Gewohnheit machen sollte. Genausowenig wie man dies normalerweise beim Alkohol tut.

Was heisst Verzichten?

Wir verzichten nicht auf ein Genussmittel, sondern wir verzichten auf unsere Gesundheit, wenn wir die Genussmittel als Nahrungsmittel missverstehen. Denn Nährstoffe sind nicht darin.

Nehmen wir bald diese Nahrung nicht schon mit anderen Augen auf, wenn wir über das Wissen verfügen, was diese "bedenklichen Nahrungsmittel" im Körper verursachen? In einigen Sätzen lässt sich das Wissen über die Wirkungen des einfachen Zuckers folgendermaßen beschreiben: In Übermengen verzehrter Zucker, den wir zudem in höchst möglicher Konzentration aufnehmen, ist genauso bedenklich wie der tägliche Gebrauch von Calcium-Brausetabletten oder Vitamin-C Brausetabletten.

1. Diese Stoffe sind isoliert von einem Ganzen, und wirken dadurch auch anders. Sie sind 2. zu hoch dosiert. Wenn man genauer hinschaut, ist es wie eine Mast, ständig oder dauerhaft  (Monatelang) hoch konzentrierte Stoffe zu uns zu nehmen. Dabei muss und wird 3. der Körper diese Übermengen sowieso ausscheiden, doch 4. kann er manchmal nicht alles ausscheiden und die Stoffe bleiben im Stoffwechsel, oder sie werden gespeichert und sind im Übermaß eben auch nicht mehr so nützlich, eher schädlich (es ergibt sich damit eine andere Wirkung). Es wird ein Ungleichgewicht geschaffen.  
Ausserdem verursacht wie bereits erwähnt der gewaltige Abbau von Stoffen immer einen Verbrauch von Nährstoffen. 

Bei Zucker sieht es so aus, dass ein Stoffwechsel, einen entgleisenden Impuls bekommt, und er wieder Zeit benötigt, um zum Beispiel den Blutzuckerspiegel zu normalisieren und zu regulieren. Das kann bei übermässigen Zuckerkonsum bei sonst gesunder Lebensweise vielleicht noch als Mattigkeit und mentale Dumpfheit erlebt werden.

Das Hungergefühl nach dem Zucker zeigt, wie stark wirksam Impulse sind, die wir dem Körper zuführen. Das gilt auch für eine Zeit des Morgen. Der Impuls kehrt morgen wieder, und wenn wir ihm wieder nachgeben, wird der Impuls auch umso stärker.

Und umso längere Zeitabschnitte wir überschauen, entdecken wir die Unterschiede noch stärker, wenn man nämlich auf Zucker und andere schlechte Impulse für den Stoffwechsel verzichten würde und stattdessen auf die gesunden Qualitäten als Impulsgeber setzt.

Verzichten bedeutet in diesem Sinne, auf solche Mengen an Stoffe zu verzichten, die in ihrer Menge als Gifte wirken.

Depressionen und Launen

Weniger ist Mehr, das bewahrheitet sich in der gesunden Ernährung immer wieder. Aber auch bewahrheitet sich: was wir zu uns nehmen, ist an sich bedeutsam. Schokolade in geringen Mengen hat Stoffe in sich, die glücklich machen. Aber es hat keine Bedeutung, wenn der Stoffwechsel bei zu grossen Mengen unglücklich wird.

Was das zugeführte an Stoffen tatsächlich verursacht, das ist die einzige Wahrheit, die in dieser Hinsicht beachtenswert ist.

Wenn wir beobachten, was passiert, wenn wir uns einen Tag nur von  Zucker ernähren, aber auch wenn wir wiederholt Übermengen von Fetten, oder Eiweißen essen, so stellen wir fest, dass Gemüse und Obst im direkten Vergleich uns mehr Wohlbefinden verschafft und einen nützlichen, ja wichtigen Puffer darstellen.

Gesunde Ernährung, auch ballaststoffreich durch Obst und Gemüse, lässt langfristig den Stoffwechsel nicht wie bei Zucker, Kaffee und Eiweißanhäufung verschlacken und beeinträchtigt den Stoffwechsel nicht in seiner Funktion.

Was in der Krankengeschichte als Wirkung bei der Psyche anfängt, und schliesslich beim Körper aufhört, ist ein Symptom, das auf der Art des Impulses basiert, den wir unserem Körper und Sein zuführten. Zuerst verändert sich bei denselben Impulsen unsere Psyche, dann der Körper. 

Die meisten Depressionen liegen klar an einem Nährstoffdefizit, und hängen weiterhin zusammen mit dem Stoffwechselgeschehen (zB Blutzucker, Nährstofflösung im Blut, Schadstofflösung im Blut usw..).
Freilich liegt die wichtigste Schicht von Ursachen in anderen Impulsen begründet, die aus unserer psychischen Erfahrung herrühren (zB Kindheitserfahrungen und Anpassungen, und unverarbeiteten Komplexen und ungeklärten Haltungen). Wir erhalten aber Zeit und Raum, diese Probleme zu klären, zu verdauen, eine Haltung zu finden, wenn wir nur die Kraft und unser Potential finden, das uns genau diese Wege ermöglicht. Ein Nährstoffdefizit lässt uns weniger kreativ darüber sein, und wir können so nicht die ambivalenten Zusammenhänge und komplexen Syntheseschritte für uns leisten, die das Leben von uns fordert und zu denen wir fähig sein könnten!

Der Zucker aber scheint  problembeladene (emotionale) Urerfahrungen ans Licht zu holen, uns quasi dran zu binden, als würde der Mond (als psychoastrologische Funktion) starr werden und verfange sich in seiner Vergangenheit. Zucker wirkt stark auf den Mond, aber äusserst negativ in höheren Konzentrationen.
Zucker ist wie die negative Seite des Saturns. Auch der Ich-Bezug formt sich stärker aus, wird egozentrischer, fixierter, gebannter.

Ebenso wie mit der Psyche und Einstellung, beeinflussen wir auch mit der Nahrung unser Selbst und auch das Morgen.
Wir prägen mit unserer Psyche das vegative Nervensystem, und geben Impulse an ihm ab, und weitere Impulse kommen aus der Nahrung. Fehlen Nährstoffe, macht sich das im Gehirnstoffwechsel bemerkbar, schliesslich nehmen wir die Welt subtil anders war. 

Psyche, Wahrnehmung und Gehirnstoffwechsel sind nicht ohne den übergeordneten Stoffwechsel des Ganzen zu verstehen. Aggressionen, Wutanfälle und Launen sind dadurch erklärbar, dass uns bereits auf körperlicher Ebene die Tendenz und Neigung fehlt, um eine bestimmte Richtung des Fühlens und Denken zu bevorzugen.

Wir sind dann sprichwörtlich dem verhaftet, was wir die Psyche in der jüngsten Vergangenheit geprägt haben, und wie wir den Körper auf einer anderen Ebene ernährt haben. 

Beidermaßen dreht es sich um eine Ernährung. Die Psyche kann ebenso ernährt werden, wenn wir uns in Stimmung und Launen bringen, und uns Umständen ausgesetzt haben. Es ist keine Mär, wenn man gemeinhin behauptet, dass wir mit unserem ICH-Gefühl oder unserer Seinsart am heutigen Tag das Morgen prägen - es bestätigt sich, dass Impulse auf verschiedener Ebene wiederkehren. Eine Neigung entsteht. Der Körper verstärkt diese Neigungen hin zum guten, durch die Chancen, wie wir mit einem optimal versorgten Gehirnstoffwechsel eine entsprechende Klarheit gewinnen können.

Wirkstoffe, die in der Nahrung enthalten sind, bedeuten mit ihrer Einwirkung auf körperlicher Ebene auch eine Einwirkung auf psychischer Ebene. Und es ist alles nur eine Gewohnheit, ein Geschmack, der sich für uns etabliert hat. Deshalb, weil wir eine Geniesserzunge haben, fällt es uns schwer, einen anderen Geschmack zu verfolgen, obwohl wir es innerlich wünschen könnten. Der Körper ist träge und man braucht Geduld, oder Disziplin, ein paar Tage zu überstehen, im Durst, in der Leere, ausharrend und den Impuls nährend.

Ein zähes und schmerzhaftes Verzicht üben ist nicht unbedingt notwendig. Es genügt, wenn wir uns davon selbst überzeugen, was unsere Taten und unsere Ernährung letztendlich für uns selbst bedeuten werden, wenn wir nämlich das Gesunde als Powernahrung begreifen. Dann begreifen wir den Verzicht als etwas kluges, und nicht lästiges.
Wir lernen mit dem Verzicht auf die regelmässigen Übermengen einen Verzicht auf Schädliches. Wir entdecken den Unterschied zwischen Störung  und Gesundheit nur, wenn wir selbst versuchen, einen Blick für unsere Gesundheit zu erhalten - etwa  indem wir einen Vergleich haben, wie es uns geht, wenn wir uns besser ernähren.

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Mai 2010
Stefan Arens