
Das Exil ist jeweils gegenüber den Domizilen, der Fall gegenüber den Erhöhungen (Erhöhungen im äusseren Kreis)
Eindeutig ist die Herrschaft folgender Zeichen:
Wassermann
- Uranus
Skorpion
- Pluto
Fische
- Neptun
Die Erhöhungen werden von verschiedenen Autoren zum Teil anders angegeben:
Uranus herrscht in
Wassermann und ist erhöht in Skorpion.
Pluto herrscht in Skorpion und ist erhöht in Löwe.
Neptun herrscht in Fische und ist erhöht in Wassermann.
Uranus und Pluto als Übeltäter. Neptun als Wohltäter.
Uranus herrscht in Wassermann und ist erhöht in Skorpion.
Pluto herrscht in Skorpion und ist erhöht in Löwe und Widder.
Neptun herrscht in Fische und ist erhöht in Wassermann und
Krebs.
Chiron herrscht in Jungfrau und ist erhöht in Wassermann.
Merkur herrscht in Jungfrau und Zwillinge und ist erhöht in Wassermann.
Neptun ist
erhöht in Krebs.
Pluto
ist erhöht in Wassermann (kein Schreibfehler meinerseits!), und
herrscht auch in Widder.
Merkur
ist erhöht in Wassermann.
Uranus ist in Skorpion erhöht.
Neuzeitliche Domizile und Herrscherbeziehungen
Die
neuzeitlichen Domizile
und die Besonderheiten der klassischen Würden (siehe
Grafik) sind einfach zu
lernen.
Neuzeitliche Domizile sind nur folgende: Skorpion
(Pluto),
Wassermann (Uranus) und Fische (Neptun).
Damit bleibt in
der
neuzeitlichen Betrachtung der Würden für Mars nur sein Domizil Widder,
für Saturn Steinbock und für Jupiter Schütze.
Venus herrscht
in Waage und Stier.
Merkur herrscht in Zwillinge und Jungfrau.
Sonne
herrscht in Löwe.
Mond herrscht in Krebs.
Alte
Herrschaften sind mit den neuzeitlichen Domizilen nicht
ungültig!
Sie sind sogar immer noch vom einem ähnlichen Rang:
Saturn herrscht weitehin
über Wassermann,
und Uranus ist
ein weiterer Archetyp, der aber aus der Reihe der persönlichen Planeten
tritt, ebenso wie Pluto und Neptun dies tun (analogisch entsprochen
durch einen grösseren Abstand zur Sonne von der Umlaufbahn aller
Planeten her gesehen, als wie Saturn noch als letzter persönlicher
Planet bezeichnet werden kann).
Mars bleibt Herrscher
über Skorpion, Pluto ist ein weiterer
wichtiger Archetyp des Skorpion.
Jupiter herrscht über
Fische, Neptun ein weiterer
wichtiger Archetyp des Fische.
Die
klassischen Herrscher sind in Stundenfragen, Ereignishoroskop und
Mundanastrologie naheliegendere Erfahrungsmittel als wie die
tatsächlichen bzw. neuzeitlichen Herrscher. Die inneren und mittleren
Planeten haben
grössere
bewegende Kraft, weil sie persönliche Planeten symbolisieren, und
damit insgesamt "schicksalsbewegende Planeten" darstellen.
Man bezeichnet diese
persönlichen Planeten auch oft als auslösende Planeten, während die
Transsaturnier den Inhalt symbolisieren, der (irgendwann) durch die
bewegenden Planeten ausgelöst werden soll. So sind die
persönlichen Planeten meist die einzigen, die die
Anliegen einer
Person in einer Stundenfrage beschreiben, und oft die einzigen, die
einer Person in ihrem Handeln, Denken oder ihrer Situation
signifikant entsprechen.
Man kann manchmal finden, dass die äusseren Planeten Pluto, Uranus und Neptun bestehende Energien verstärken, oder auch ein Thema unterstützen, das von klassischen (zB Saturn) und neuzeitlichen Herrscher (zB Uranus) gemeinsam beigetragen wird oder zuammengebracht ist.
Die Bezeichnung Dispositor bedeutet, dass ein Planet über ein Zeichen disponiert ist, in dem er natürlicher Herrscher ist. Der Ausdruck des Zeichens ist damit auch abhängig vom Stand seines Dispositors.
Die Doppelherrschaft von Venus und Merkur wird plausibel durch deren Eigenschaft, Morgenstern oder Abendstern sein zu können, also zwei Gesichter zu haben, je nachdem wie sie zur Sonne stehen.
Die Erhöhungen der Transsaturnier (Uranus, Pluto, Neptun) sollten zunächst als ungewiss beurteilt werden. Wobei immerhin Neptun in Krebs als gesichert gelten kann, vielleicht auch Pluto in Löwe.
Erhöhungen
In
Klammern
zusätzlich den besonders starken Grad
für
den Planeten nach Ibn Ezra (nach verschiedenen
Auffassungen ist
für eine Erhöhung eines Planeten
relevant a) nur
der Grad, auf dem der Planet stehen muss, b) ein gewisser Orbis von
diesem Grad entfernt, c) das ganze Zeichen, in dem sich der Grad
befindet; nach einfacher Überprüfung kann man sagen, dass in jedem Fall
die Erhöhung im ganzen Zeichen wirkt):
Sonne
in Widder (19°)
Mond in Stier (3°)
Venus in Fische (27°)
Mars in Steinbock (28)
Jupiter in Krebs (15°)
Saturn in Waage (21°)
Merkur in Jungfrau (15°)
Das Domizil ist das Zeichen für einen Planeten, in dem dieser seine natürlichste Eigenschaft und wesensverwante Energie findet. Hier fühlt er sich nicht nur wie zuhause, er ist zuhause. Er kann bestimmen und herrschen. Das bedeutet praktischerweise oft, dass andere Planeten, die im selben Zeichen oder Haus stehen, in ihrem Ausdruck von diesem Planeten bestimmt werden.
Das
Exil
ist jeweils
gegenüber
dem Domizil
des Planeten.
Das Exil kann
man gut im
Wortsinn verstehen: nämlich als Zeichen, in dem der Planet von
Fremdheiten
umgeben ist und dadurch auch in seiner Natur leicht abgelenkt wird; ihn
verlangt es eigentlich zurück in die Heimat, nämlich seiner eigenen
Wesensnatur gerecht zu werden; - der Planet kann sich
selbst nicht verleugnen, aber wird vom Zeichen einem Einfluß
ausgesetzt, der einer Verleugnung ähnlich ist.
Er ist gegen
äußere
Fremdheiten gestellt; was besonders dann akut
wird, wann immer er zusätzliche Konfrontationen durch weitere Faktoren
erhält (zB
Aspekte); der Planet findet nicht die Kraft, sich den Konfrontationen
konstruktiv zu stellen.
Die aufgestellten Probleme werden eigentlich nur deshalb zu solchen, weil der Planet im Exil zunächst nur zu solchen Mitteln greifen kann, die seiner Wesensnatur fremd sind. Die Konfrontation wird gleichermaßen durch das "gegensätzliche Zeichen" ,in dem er sich befindet, verstärkt - so kommt ein solcher Planet oft zu einer reaktiven Art des Ausdrucks, der erheblich vom Einfluss des Zeichens auf diesen Planeten bedingt wird. Er wird abgelenkt von seinen Aufgaben.
Um einen
solchen Planeten konstruktiv und sinnerfüllt zu
erleben, muss man daher vermutlich die Wesensnatur des Planeten
stärken, und das
Zeichen gleichwohl in die Ausdrucksweise des Planeten integrieren. So
kann zum Beispiel eine Venus im Widder (Exil) auch durchaus die gewisse
Spontaneität, und spielerische Offenheit des Widderzeichens nutzbar für
sich
machen innerhalb von Beziehungen usw.. - aber in der Regel wird der
Planet im
Exil als Magnet für gewisse Probleme erlebt, zu denen man keine
angemessene Haltung finden kann.
Das Exil wird auch manchmal
mit dem
Begriff Verbannung
beschrieben.
Zum
Beispiel: Mars hat
seine Exile
im Zeichen der Waage und des Stiers. Merkur hat seine Exile in Schütze
und Fische.
Das
Erhöhungszeichen beschreibt eine Wesensähnlichkeit für den Planeten und
hier fühlt sich der Planet nicht nur als willkommener Gast, sondern
kann "in seinem Urteil und Wille verwirklicht werden".
Ein
Planet ist im Fall jeweils gegenüber
seiner Erhöhung. Der Fall ist nicht ganz
so fremd für
den Planeten wie im Exil, aber im Grunde ähnlich zu
beschreiben,
wobei nicht die Eigenschaft der Fremdheit und Gegensätzlichkeit im
Vordergrund steht, sondern vielmehr eine Ablenkung durch das Zeichen,
das ein sehr verschiedenes Interesse ausdrückt (beim Exil ist das
Interesse völlig gegensätzlich).
Zum Beispiel: Mars hat
seinen
Fall in Krebs, da Mars in gegenüberliegenden Steinbock erhöht ist.
Die Zeichen Skorpion (für Mars), Wassermann (für Saturn), Fische (für Jupiter), Jungfrau (für Merkur) wurden in der klassischen Tradition jeweils als Domizil gewertet. Die zugeordneten Herrscher haben bereits andere, offensichtlichere Domizile, zB Merkur für Zwillinge, Uranus für Wassermann, oder Jupiter für Schütze.
Die Exile liegen jeweils gegenüber den Herrschaften bzw. Domizilen, und so ist offensichtlich, dass bis auf Sonne und Mond jeder Planet je zwei Domizile hat. Damit sind auch zwei Exile gegeben.
Weshalb Merkur in Jungfrau gemäß der klassischen Tradition sowohl sein Domizil als auch sein Erhöhungszeichen hat, ist mir allerdings unklar, kann aber darauf hindeuten, dass das Domizil Zwillinge für Merkur viel massgeblicher ist. Neuerdings neigt man dazu, Merkur auch in Wassermann als erhöht zu sehen. Er ist damit in Löwe in einem weiteren Fall.
Es
geht in den Herrscherbezügen um die Fliessrichtungen der Planeten,
sie suchen sich den leichtesten Weg.
Die Domizile
der persönlichen Planeten stellen daher die
massgeblichste Herrschaft dar.
Die Planeten bis einschliesslich Saturn stellen den inneren Kreis der Persönlichkeit dar, sie sind der Sonne nahe liegend, und dieses Bild macht Sinn und man es sprichwörtlich nehmen.
Da die Transsaturnier
aus einem
bestimmten Grunde sozusagen einen
längeren Weg mit sich bringen, sucht
sich das
Zeichen Skorpion für seinen Ausdruck in erster Linie den Planeten Mars,
und umgekehrt, sucht sich Mars seine Verwandtschaft zunächst in
Skorpion. Dasselbe gilt
für Wassermann, das auch über den Weg des Saturns den leichteren
(dynamischeren) Ausdruck findet.
Das
ist kein Widerspruch, weil sowohl Saturn wie auch Uranus die Integrität
des Selbst verfolgen, und für eine fixierende Wirkung stehen. Bei
Uranus ist der fixe Aspekt eine Beharrlichkeit des Egos, ebenso wie
Saturn
beharrlich seine Prinzipien verfolgt. Weiterhin ist es interessant,
dass in den medialen Readings von Edgar Cayce der Planet Saturn auch
als "Planet der Veränderung und Reinigung" bezeichnet wird: "Es ist
das, was getan worden ist, oder ungetan geblieben ist..." (Gammon; S.
58). Darauf, was getan worden ist, oder ungetan geblieben ist, folgt
die Rückkehr zu diesen Taten, was esoterische Astrologen als
Karma
beschreiben. Vor diesen Erfahrungen können wir nicht weglaufen, da sie
wie ein Magnet zu uns kommen. Wir werden mit unserer Unvollkommenheit
konfrontiert, aber eigentlich mit einem Ist-Zustand unserer Selbst,
solange, bis dass wir uns verändern.
Die Art der Veränderung ist bei Saturn niemals oberflächlich, sondern
ist nur dann eine, wenn wirklich eine neue Form (zB des Ausdrucks oder
Erlebens) aufgebaut wird, so dass ihre Existenz des Ausdrucks als
Manifestation von zielgerichteter Aktion zum sinnhaften
Ausdruck
aller bisherigen Bemühungen gewertet wird! Umgekehrt bedeutet jegliche
Manifestation die Veränderung
der Beweglichkeit, da eine Richtung beibehalten wird
(Steinbock).
Bei
Saturn ist eine zwingende
Auseinandersetzung
geschaffen, die wir auch bei Uranus in etwas anderer Form
antreffen. Wir können Uranus nicht ausweichen, er sorgt für
Extreme, von Hier auf Jetzt ändert sich eine Stimmung, Einfluß oder ein
Zustand. Diese Stöße verursachen in uns einen fixen Punktr. Die Extreme
sind nur die Oberfläche der Ausdrucksart des Uranus,
genauso wie bei Saturn die Beharrlichkeit oder der Konservatismus nur
die Ursachen psychologischer Wirkungen bedeutet. Uranus regt ebenso
an, eine innere Balance zu entwickeln, wie es bei Saturn der Fall ist.
Bei Uranus finden wir, dass wir abrupt abgelenkt werden, oder von einer
Seinsebene herunter rutschen, wenn wir diese Balance nicht finden, das
wollen wir nicht. Bei Saturn wollen wir verhindern, dass wir vom Leben
weg gerissen werden in die Richtungslosigkeit. Daher besteht das
Bedürfnis eine Balance
zu entwickeln, also Integrität aufzubauen. Bei Saturn finden wir,
dass es ebenso um Integrität geht. Von innen her betrachtet, haben
beide Planeten also grosse Ähnlichkeiten. Übrigens wurden in alter Zeit
Sonne und Mond gleichermaßen als wesensverwandt gesehen, und der Mond
war nicht in der Fremde, wenn er in Löwe stand, und die Sonne nicht,
wenn sie im Krebs stand.
Das Zeichen
Fische, und
die
Planeten Neptun und Jupiter,
werden plausibel in ihren Bezügen zu Fische, indem man den Idealismus
betrachtet,
der mit beiden Planeten verbunden sein kann. Auch Humanität und das
Fliessen von (psychischen) Energien ist für
beide Planeten eine gemeinsame Entsprechung.
Die Energien suchen sich die beweglichsten Planeten als Träger der Energien, und am beweglichsten sind nur die Planeten bis Saturn (im Sonnensystem von der Sonne aus gesehen). Die klassischen Herrscher sind nicht nur theoretische Konstrukte, sondern bewähren sich in der Praxis als hauptsächliche Träger der Energien.
Die Transsaturnier können als archetypische Qualität definiert werden, zu denen ein essentieller Teil der Energien durch das Zeichen in Verbindung gebracht wird. Daher verdienen die Transsaturnier Beachtung, durch eine gewisse Grundorientierung oder Grundarchetypik, die sie dem Horoskopeigner verleihen. Verfolgt man die Transsaturnier als Herrscher, ergeben sich also verwurzelte Motivationen, die die 7 Hauptplaneten allerdings an Dynamik nicht nahe kommen.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass die klassischen Domizile eine offensichtliche, und die neuzeitlichen Domizile eine hintergründig-archetypische Ordnung aufzeigen.
Ausgehend von der Würdelehre werden die Zeichen Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze und Steinbock als "Sonnenhäuser" bezeichnet, und die Zeichen Krebs, Zwillinge, Stier, Widder, Fische und Wassermann als "Mondhäuser". (Diese Systematik entspricht übrigens nicht der Einteilung in Tag- oder Nachtplaneten; Tag- und Nachtplaneten: siehe unten).
Der Zodiak wird in zwei Teile geteilt. Nach gil Brand spiegeln
die
Zeichen von Löwe bis Steinbock die aktive, evolutive und sonnenhafte
Bewegung wieder: "wohin gehe ich" (Selbstentwicklung und Streben nach
Vergeistigung); und die Zeichen Krebs bis Wassermann in umgekehrter
Bewegungsrichtung spiegeln die rezeptive, erinnernde und mondhafte
Bewegung wieder: "woher komme ich?" (Inkarnation, verwebend in
die
diesseitige Existenz).
In traditioneller Auffassung wird die
Sonne
und
der Mond auch als Einheit beschrieben, aus einer anderen Perspektive
gleichwohl
aber auch als Gegensätze.
Von Mond und Sonne aus, jeweils einmal in östliche und westliche Richtung gegangen, werden in denselben Abständen jeweils dieselben Planeten als Herrscher beschrieben. Zum Beispiel herrscht links von Krebs Merkur (in Zwillinge) und rechts von Löwe ebenso Merkur (in Jungfrau). Mars bildet dabei die Mitte bei Skorpion und Widder.
Nach den Lehren der Gnostiker symbolisiert dieser so beschriebene Tierkreis den der Wiedergeburt und Werdung. Diese beiden Zeichen Skorpion und Widder symbolisieren innerhalb des Kreislaufes die Stationen Tod und Wiedergeburt.
Der Begriff Würden bezeichnet man nicht nur des Planeten gehobene Stellung, wie diese durch des Zeichens Energiefeld verursacht wird. Die bekanntesten Würden sind Domizil und Erhöhung. Sondern auch Exile und Fälle, mit denen der tendenziell schlechte Stand beschrieben wird, den ein Planet im Zeichen hat. Eine neutrale, d.h. peregrine Stellung ist immer noch besser als ein Exil oder Fall.
Darüberhinaus gibt es noch einige weitere Würden als Stellungsmerkmale bezüglich des Zeichens, die nach klassischer Ansicht darüber entscheiden, ob ein bestimmter Planet stark oder schwach steht. Dekanate (auch Dekane genannt), Triplizitäten, Grenzen. Diese letzteren Würden sind aber nicht so bedeutend wie Domizile und Erhöhungen. Die Exile und Fälle sind eigentlich keine Würde, weil die Planeten dort eben nicht würdevoll stehen.
Alle diese Würden werden auch zodiakale Würden genannt. Es handelt sich um Zeichen und dessen besondere Bereiche - relativ zum Planeten der in diesem Bereich steht.
Im allgemeinen hat es sich aber eingebürgert, die Exile und Fälle mit dem Begriff Würde gleichzusetezn. Ein Begriff, der im speziellen aber nur den gehobenen Stand der Planeten beschreibt.
Ich selbst benutze aus praktischen Gründen den Begriff der Würde ausschliesslich bezogen auf Domizil, Exil. Umgangssprachlich betrachte ich auch Erhöhung und Fall eines Planeten als eine Würde, um die Sache nicht zu verkomplizieren. Allerdings ist es zweckdienlicher, wenn man Domizil oder Exil beim Namen nennt, und mit Würde nur den potentiell höheren Stand eines Planeten bezeichnet. Jeder weiss was gemeint ist, sobald das Wort Exil oder Fall und damit die Beurteilung "schwacher Stand" auftritt.
Den ureigentlichen Begriff Würde (als hohen Stand) als besonders geeignete und entsprechende Zonen für einen Planeten zu definieren, oder den Begriff nur auf einige wenige speziell deutliche Bereiche anwendet... - das ist noch nicht klassisch.
Wie man es auch versteht - es ist mitunter der eigenen Methode geschuldet von Anpassungen an die astrologische Symbolsprache. Zunächst entscheidet über die Richtung die Auswahl von Zeichenhaftigkeit (Symbol, Energie, Prinzip, Kraft, Eigenschaft, Zusammenhang, Kombination, Form, Gestalt, Archetyp usw.). Innerhalb der zur Verfügung stehenden astrologischen Anordnung ist die Auswahl zwar begrenzt, aber bis zu dieser Grenze des Vertretbaren frei zu wählen. Vertretbar ist, was einem genügenden Kriterium entspricht. Wahr oder unwahr: Da ist es so, dass der Begriff Klassisch wahrhaftig nur einen Bezug auf eine Stilform (Form) aufweist, deren Inhalte andauernd rezipiert werden. Die Inhalte können nicht mehr zum Leben erweckt werden, jeder Rückgriff aus heutiger Zeit wird immer ein Moderner bleiben. Sprich: Die Sache wird einfacher, sobald man beginnt die Zeichenhaftigkeit der zwölf Zeichen, in denen ein Planet stehen kann, aufzutrennen in 1. Symbol und 2. Wirkung des Umfeldes (Zeichen) für einen Planeten. Das Symbol ist das Ursächliche, es liegt im Zeichen. Die Wirkung ist das in Erscheinung tretende, das Gewirkte, Leben, Form, Wirklichkeit, Reusltat. Das Resultat oder Gewirkte sollte entsprechend seinen Zielen (Planet, Funktion) unterstützt werden . Das Gewirkte oder Resultat ist ureigentliches Selbstverwirklichen, Erfahrung, Werden (Sonne und eigentlicher Sinn des ganzen Unterfangens): die klassischen Astrologen sahen das Gewirkte mehr auf das Schicksal bezogen, die modernen sehen es auf das Psychologische bezogen.
Die Unterstützung erhält der Planet durch das Zeichen, den Nährboden, den Boden, das Umfeld , in dem er steht und auch aufgeht.
Die Würde als hoher Stand ist ersichtlich durch 1) Domizile und 2) Erhöhungen. Weitere hohe Stände (Würden) können entstanden sein durch die 3) Triplizität, die 4) Stellung im Dekanat (Gesichter) des jeweiligen Zeichens, 5) wenn ein Planet in für ihn geeigneten Grenzen (Abschnitten) eines Zeichens steht.
Domizil, Erhöhung, Exil, Fall, Triplizität, Dekanat: das sind zodiakale Würden. Sie werden auch als essenzielle Würden bezeichnet.
Es
gibt aber auch
akzidentelle Würden:
- Bewegungsrichtung muss direktläufig
sein (Rückläufigkeit bedeutet eine Schwächung);
-
Hausstellung
(6., 8., und 12. Haus sind ungünstig; dann fallende Häuser; und etwas
noch das 7. Haus bei einigen Planeten wie Mars, Saturn; als ein Haus
der konkreten Begegnung kann ein Planet im 7. Haus zu einem
Stolperstein für
die Interaktion mit der Welt werden, wo ansonsten Offenheit und
Harmonie hilfreich ist);
- vor allem Aspekte;
besonders
ungünstig wenn ein Planet keine
Aspekte innerhalb des Zeichens bildet bzw. keine
erhalten wird (applikative).
Die
akzidentellen Würden können oft erst entscheiden,
welche
grosse Schwächung aus einem Exil
oder
Fall resultieren wird. Diese Schwächung von Exil oder Fall ist
potentielll nicht so erheblich wie die Stellung in einem würdevollem
Zeichen, da eine von zwei Energien zusammen kommen können, die
sich gegenseitig in einem grösserem Maß stärken können
(synergetischer Effekt), als wie sich zwei Kräfte schwächen können. Das
Exil oder Fall besagt meist einfach den besonderen Umstand, dass
Selbsterkenntnis wichtig wird. Alles Weitere kann sich sowohl zum Guten
als auch zum Schlechten entwickeln, abhängig von der Kenntnis dieses
Gefahr des Abdriftens in das Unbewusste, bei einem Planeten im Exil
oder Fall.
Ein Planet auf einem Endgrad kann unter Umständen schwach wie gut stehen. Es kommt meist auf die Umstände an, wie weit er an der Zeichengrenze steht, was seine Würde angeht, und was den Bezug zu seinem Dispositor angeht.
Es kommt bei jedem Planeten in der Würde oder in Exil und Fall steht, erheblich darauf an, wie gut sein Dispositor steht, und ob er oder der Dispositor einen ( oder mehreren) günstigen Aspekt innerhalb eines gültigen Orbis bildet.
Diese
Anschauung ist meines Wissens
nicht
original in der klassischen Literatur überliefert; und muss noch weiter
geprüft werden, scheint sich aber zu bestätigen.
Andererseits scheint es so zu sein , dass ein Planet
auf
einem Endgrad keine besondere Kraft mehr durch das Zeichen
erhält, in dem er steht. Er verliert die Verankerung, aber für den
Umgang mit den Kräften und Potentialen kann das sehr vorteilhaft sein.
Da wäre dann schliesslich die Frage, ob auch der Dispositor noch darüber entscheiden kann, ob der Endgrad für einen Planeten auf dem Endgrad wichtig wird.
Es
handelt sich beim Endgrad jedenfalls um eine leichte Besonderheit, die
zumindest überragende Geltung zu haben scheint für Geburtshoroskope.
Vielleicht hat
ein Endgrad auch leicht plutonischen, jovialen oder uranischen
Charakter, da der Horoskopeigner
sich mit dem Planeten und seinem Thema meist sehr intensiv
auseinandersetzt und Höhen wie Tiefen (=Lebenserfahrung) mit
diesem verbinden wird - was natürlich sowohl in die Richtung der
Manifestation nach aussen als wie nach innen gilt.
Der
Herrscherbezug taucht
dagegen in der klassischen Literatur freilich sehr bedeutsam auf:
Beispiel:
rückläufiger Mars auf 29° Zwillinge im 11. Haus (neutrale bis gute
Hausstellung), und Merkur steht in 3° Konjunktion mit der
Sonne (=verbrannt) im 4. Haus und in Schütze (Exil des Merkurs
und
gleichzeitig Opposition
zu Mars, wenn auch nur vom Zeichen her).
Mars steht in
diesem
Beispiel sehr schlecht und die starke Stellung des Merkurs in einem
Eckhaus
gilt nur als leichte Abmilderung. Mit genügend Lebenserfahrung und der
Einsicht, was wirklich zählt (auch durch Endgrad verursacht), gelingt
es aber zuweilen, das Potential des Mars zu erfüllen. Weiteres zu der Besonderheit des
Endgrades
habe ich an anderer Stelle noch beschrieben. Vielleicht steht Jupiter
in diesem Radix gut, dann kann ein verwirklichter Merkur helfen, auch
dem Mars im Zwillinge zur Geltung zu bringen, da Merkur durch seinen
Dispositor
Jupiter (Merkur in Schütze) eine Stütze erfahren könnte, und Mars dann
auf Umwegen ebenso begünstigt
werden wird.
Andererseits ist es gerade der Merkur, der die Richtung des Mars in Zwillinge bestimmen kann, und daher die gegebenen Probleme des Mars auch immer von Merkur abhängen werden. Also benötigt der Merkur ein Aufgabengebiet, in dem sich auch der Mars in seiner Aufgabe und Natur und mit einer Zielvorstellung verwirklichen kann.
Der
Endgrad ist
nicht mit dem nächsten Zeichen verbunden. Die klassische Literatur ist
hier zwar eher unklar, doch kann man den Angaben entnehmen, dass der
Endgrad noch auf dem Boden des Zeichens steht, er nur keine Kraft mehr
vom Zeichen erhält.
Während der Planet aber noch vom Zeichen
des
Endgrades gespeist wird, schwingt das nächste Zeichen ab 15-30
Bogenminuten vor der Zeichengrenze leicht herüber, was man vielleicht
mit der Wirkung eines Aspektes vergleichen kann. Der Grad am Ende eines
Zeichens brandet vor die Barriere gegensätzlicher Energie. Im ersten
Grad (ab 0°01; 0°00 ist gleich 30°00'!) ist die Energie pur,
wenn
auch jungfräulich, frisch, zuweilen gefangen in sich selbst bis etwa
0°30' - aber das
vorherige Zeichen ist jetzt nicht mehr enthalten, allenfalls in der
Archetypik des jeweiligen Abschnittes (individuelle Natur des ersten
Dekanat bzw. erstes Drittel des
Zeichens).
Peregrin steht ein Planet, wenn er weder in seiner Würde (Domizil, Erhöhung) noch Exil oder Fall steht, und auch nicht in seiner Triplizität. Dann ist der Planet dem Wortsinn (peregrin=): auf fremden Boden. Dies suggeriert eine Stellung ähnlich Exil oder Fall. Aber ein Planet, der peregrin steht, ist gewissermaßen nur auf Reisen, und nicht unbedingt in einem schlechten Ort zu Gast.
Man versteht die Peregrinität, wenn man sich radikal vorstellt, dass grundsätzlich jedes Zeichen einen Planeten belästigt und die Belästigung dann ertäglich wird, wenn der Planet in Würden (Domizil, Erhöhung oder Triplizität) steht. Eine Rezeption kann nach klassischer Auffassung solche Planeten im Exil oder Fall, ebenso wie in der Peregrinität, aber wieder bedeutend stärken.
In erster Linie kann sich dieser Planet natürlich und besonders leicht entfalten, und er ist aufgrund seiner Würde oft einer der massgeblichsten Gestaltungskräfte im Horoskop und Leben, umso mehr, desto stärker er auch in Haus und Aspekt steht.
Ein
Planet im Zeichen
seines Domizils oder im Zeichen seiner
Erhöhung kann wegen durch das Zeichen erhaltenen
Energie
und daraus resultierenden Stärke
durchaus Probleme bereiten
(Einseitigkeit durch die hervorgehobene Stellung). Er schluckt und
bündelt regelrecht die Energien (auch solche, die ihn durch Aspekte
erreichen), wie eine kleine Sonne im Radix.
Das sind
Probleme
welche durch einen schlechten Stand im Haus oder zusätzlichen Aspekt zu
einem anderen Planeten
massgeblich angezeigt und
konkretisiert sein können.
Besonders erheblich wird es, wenn ein Planet (im Domizil oder Erhöhung) im Aspekt mit einem anderen Planeten steht, der im Fall oder Exil ist. In alle diesen Fällen muss man einen solchen Planeten im Domizil oder Erhöhung mit dem übrigen Horoskop harmonisieren, weil die zusätzliche Schwierigkeit des Exilplaneten ihn noch weiter überhöhen mag und aus dem übrigen Verbund bringen kann.
Oft ist es aber auch so, dass dieser Planet nach Beachtung verlangt, und man findet wie von selbst einen Kanal für diesen Planeten, ansonsten muss man einen Kanal finden (besonders wenn er einen Exilplaneten oder Fallplaneten aspektiert), um die hervorragenden Möglichkeiten zu nutzen; gelingt das, kommt das Gefühl zustande, im Leben angekommen zu sein.
Viele Planeten im Domizil oder in der Erhöhung können ein starkes Radix bedeuten, und in gewisser Weise fehlende Aspekte kompensieren. Solche Planeten vermitteln dem Horoskopeigner eine ähnliche Kraft, die er ansonsten durch Aspekte erhalten würde.
Exil und Fälle zeigen grundsätzliche Schwierigkeiten im Umgang
mit den jeweiligen Erfahrungen an, die mit dem beteiligten
Planetenprinzip verbunden sind. Die bestimmte Art des jeweiligen
Zeichens offenbart die Auswirkung, doch die Ursache liegt im schlechten
Stand des Planeten, und der Horoskopeigner kommt sich damit vor wie in
einem fremden land, er versteht die Zeichen und Erfahrungen zunächst
oft als Bedrohung oder kommt zu falschen Entscheidungen bzw.
Haltungen. Eben, weil er sich nicht hinsichtlich den Erfahrungen, die
mit dem Planeten verbunden sind, nicht so gut orientieren kann. Als
fehlte ihm der verlässliche Halt, sich über die Erfahrungen und damit
verbundenen Auswirkungen sicher zu sein (in der Frage was die
Erfahrungen bedeuten oder was man aus ihnen entnehmen kann; als wäre
die verwendete Sprache undeutlich und als könne dieselbe Erfahrung aber
von jemand anderen ohne Probleme gemeistert werden) . Dass jemand mit
einem Planeten im Exil oder Fall tiefe Erfahrungen machen kann,
ist sicher. Man neigt nur oft dazu, sich nicht näher mit dem zu
befassen, was diese Planetenstände mit sich bringen. So besteht auch
die Gefahr, dass man gerade bei diesen Planeten im Exil oder Fall
zwar sehr beschäftigt sein kann, aber nicht deren Auswirkungen zu
kontrollieren weiss. Als würde man einfach sich dem Geschehen
überlassen.
Es fehlt prinzipiell auch eine gewisse
Grundbewusstheit oder Distanz gegenüber solchen Planeten, und man hält
deren problematische Auswirkungen irgendwo für selbstverständlich.
Das heisst, man muss sich gerade bei Exilen oder Fällen bewusst machen,
was man mit diesen Planeten tut, und ob man es nicht auch anders,
besser tun könnte. Hier gilt: Von nichts kommt nichts. Man muss eine
bewusste Anstrengung auf sich nehmen, um den wackligen Stand
auszugleichen. Vorteilhaft erwächst daraus natürlich auch ein gewisser
Schneid, dem man dem Leben abgewinnen kann (der sonstigen Schwäche von
Planeten in Exilen oder Fällen steht bei konstruktiver Begegnung mit
den damit verbundenen Herausforderungen das Positive gegenüber; wie es
auch Resultat ist, wann immer man aus seinen eigenen Schwächen die
Stärken zieht: die persönliche Kraft, Ausstrahlung von Stärke,
Gereiftheit) .
Die Wirkung des Exils ist leicht negativer
als die
Wirkung des
Falls, und
die Wirkung des Domizils ist stärker als die der Erhöhung.
Und
das Domizil ist in seiner Wirkung hinsichtlich der aufgebrachten
Energien, sehr viel stärker als die Minderung von Kräften eines
evtl. Exils oder Falls - wenn man beides im Verhältnis zueinander vergleicht.
Ein Planet im Fall oder im Exil hat nicht weniger Wirkung, sondern zeigt sich nach klassischer Auffassung oft in seinen schlechtesten Eigenschaften bzw. die des Zeichens.
Bei solchen Planeten in Exil o. Fall, ist
eine
Achtsamkeit
des Horoskopinhabers gefragt, damit die Planeten nicht "abrutschen" in
ihre negative Rolle.
Schlimm sind solche Plätze besonders für Menschen, die
ihr
Schicksal dem Lauf der Dinge überlassen wollen und keinerlei
Selbsterkenntnis anstreben. Mit Selbsterkenntnis ist eigentlich nichts
anderes verbunden, als sich zu kennen, gewöhnlich aber kennt man sich
nur in jenen Bedürfnissen, mit denen das Leben besser und
leichter
zu geniessen ist, und dazu gehören meist die Wege des geringsten
Widerstandes. Man lässt sich gehen, weil der Planet dem Druck des
Zeichens ausgeliefert ist und man noch keine genügende Leistung
aufbringt, um den Planeten mit anderen Mitteln zu stärken, da ihm schon
die geringfügige Stärkung durch ein neutrales Zeichen fehlt.
Die
nötige Achtsamkeit bringt mit
sich, dass man einen "Griff" ansetzen muss, den man sonst nicht hätte
ansetzen
müssen. Dies ist eine einfachste Lebenserfahrung, es ist tatsächlich
ein Stück Reife, das man durch das Exil oder den Fall eines
Planeten gewinnen kann. Oft ist eine gewisse und zeitweise Distanz zu
inneren
Regungen oder Reaktionen hilfreich. Man kann so ein Exil oder Fall
durchaus mit einem
"imaginären Selbstquadrat" oder einer "Selbstopposition" vergleichen,
als
würde
dieser Planet sich selbst behindern, was natürlich durch das Zeichen
massgeblich verursacht ist; es ist so, dass zwei wenig
zueinander passende
Energien (des Zeichens und des Planets) zusammen kommen.
In
der Praxis erweist es sich jedoch, dass die
Exile und Fälle nicht immer die schlechteste Wirkung offenbaren. Es
hängt nämlich davon ab, wie weitere Faktoren stehen oder hinzukommen.
Allgemein
wirken ungünstige Aspekte, die der Planet im Exil oder Fall erhält,
erst als
Katalysator für die Probleme, die man mit einem solchen Planeten haben
kann. Erhält der Planet keine oder aber günstige Aspekte,
verursacht der Planet meist auch keine Probleme, es sei denn
er steht in einem fallenden Haus oder (manchmal) im 8. Haus.
Auch Herrscherbezüge bzw. Dispositoren sind ausserordentlich wichtig, um zu entscheiden, wie ein Planet im Exil oder Fall wirklich steht. Der Herrscher des Krebs, der Mond, kann in seiner Stellung im Zeichen und Haus zeigen, wie schlecht Mars im Krebs wirklich steht. Der Herrscher des jeweiligen Zeichens ist wahrscheinlich noch wichtiger als ungünstige Aspekte, die ein solcher Planet im Exil oder Fall erhält. Die Zeichen bilden immer die Grundlage der Planeten, auch über Herrscherbezüge bzw. Dispositoren. Ich glaube, dass es vor allem darauf ankommt, ob das Zeichen des Dispositors für den betreffenden Planeten günstig ist. Wenn Mars in Krebs steht und sein Dispositor Mond in Stier, ist das vielleicht wegen der Erhöhung des Mondes ein ausgleichender Faktor (Ausgeglichenheit) - was sich auch in Bezug zu Mars zeigen kann; aber das Stierzeichen als Dispositor kann andererseits fehlende Initiativkraft mit sich bringen, denn hier steht Mars im Exil. Steht der Mond aber in Widder, erhält der Mars einen für ihn viel günstigeren Rückraum.
Zu beachten ist, dass auch sehr weite Konjunktionen, die aber innerhalb des Zeichens stattfinden, auf diese Weise einen leichten Aspekt bilden können, selbst wenn der Orbis theoretisch bis zu 29° gross wäre, ungeachtet ob es ein separative oder appplikative Konjunktion ist. Das Zeichen verbindet darin stehende Planeten immer miteinander, wenn auch nicht so deutlich wie bein einer vom Orbis her genauen Konjunktion. Umso genauer eine Konjunktion, desto zugespitzter kann eine Konjunktion wirken und desto mehr Kraft wird konkret gebündelt. Wenn Saturn oder Mars also innerhalb desselben Zeichens eines Planeten im Exil oder Fall stehen, kann der Planet im Exil oder Fall auch umso leichter Probleme kriegen. Viel mehr, als wie dass bei anderen Aspektverbindungen zu Mars oder Saturn der Fall wäre.
Auch in einem Domizil kann ein Planet Schwierigkeiten verursachen, weil er so viel Unterstützung erhält, dass er das ganze Radix dominieren mag. Er wird allerdings im Exil nicht die Dynamik entfalten können, die er in für ihn günstigen Zeichen entwickeln kann, sondern immer etwas von Interessen oder Antrieben abgelenkt, die den Horoskopeigner letztendlich behindern können, um den Planeten bezüglich seiner Funktion rein und authentisch in den positivsten Eigenschaften des Zeichens auszudrücken. Es ist geradezu ein etwas längerer Weg, die Qualitäten des Zeichens über diesen Planeten positiv auszudrücken.
Ein Planet im Exil oder Fall steht nicht viel schlechter, was seine Präsenz und Kraft anbelangt, als wie in einem neutralen Zeichen. Aber er verhält sich so, als ob er geradezu in Opposition zur Energie des Zeichens stünde.
Üblicherweise wird zu viel darum gegeben, dass man die Wirkung des Planeten im Exil oder Fall aus dem Gegensatz zum Domizilzeichen oder Erhöhungszeichen zu erklären versucht - was meiner Meinung ein etwas trügerischer Weg ist, da es offensichtlich um die Wirkung von Energien geht und die Dynamik des Oppositionsaspektes erklärt sich ja auch nur wenig aus dem Gegensatz der Konjunktion (als würde man die Opposition erklären, indem man die Konjunktion heranzieht und die Opposition als Gegensatz der Konjunktion betrachtet; das mag einige stimmige Aussagen erlauben, aber im Kern an der Realität der faktischen Wirkung vorbeizielen). Es sind einfach zwei verschiedene Dinge, wenn man die Planeten im Exil oder im Domizil betrachtet. Nur in der astrologischen Anordnung erkennt man diesen deutlichen Gegensatz und die Würden lassen sich theoretisch auch durch diese Anordnung plausibel machen.
Man sollte jedenfalls Exil und Domizil jeweils aus einer eigenen Perspektive betrachten. Ein Exil ist letztendlich (d.h. praktisch) nicht zu verstehen, indem man es als Gegensatz des Domizils auffasst. Die Wirkung von Domizilen lässt sich in der Erfahrung schnell überprüfen. Die von Exilen und Fällen jedoch nicht so leicht. Denn es handelt sich um eine ganz andere Ebene, als wie die leicht zu erkennenden Domizile und Erhöhungen, die durch eine in eine Richtung strebende Energiekombination verursacht wird.
Diese Energien können füreinander arbeiten oder gegeneinander. Arbeiten sie gegeneinander, ist das eine ganz anders geartete Dynamik, als wenn sie füreinander arbeiten. Keine Energie geht verloren. So kann ein Planet im Exil nicht einfach schlechter stehen, als hätte er nun weniger Energie. Aber ein solcher Planet im Exil wird auf der Ebene seiner Natur gezwungen sich auf eine Energie einzulassen, die ihm - in seiner Natur - einfach keine Unterstützung bietet, und in manchen Fällen macht es das Zeichen schwerer, die Energie des Planeten so einzusetzen, wie es der Planet in seiner Natur verlangt. Meist wird er entschieden in eine Richtung der Ausdrucksweise der Kombination gedrängt. Die Wirkung ist bei jedem Planeten in seinem Exil anders, aufgrund der jeweiligen Natur und der Eigenschaften des Planeten und Zeichens. Und es mag auch eine Rolle spielen, wie das übrige Radix und Dispositoren mitwirken, die Auswahl der Ausdrucksart (Form, Gestalt) festzulegen.
Bei einem Domizil erkennt man schon deutlich, dass der Planet sich ungezwungen und klar präsentieren kann.
Meist wird ein Planet im Exil von Interessen abgelenkt, die ihm nichts angehen und ihn nur ablenken. Er kommt dann leicht zu den schwächsten Ausdrucksweisen des Planeten, also negativen Entsprechungen. Ein Mars in Krebs könnte von Zeit zu Zeit launische Gemütsregungen verursachen, die dann die Durchsetzungskraft leicht zur Wahrnehmung von Widerständen bringt, weil man immer wieder ein Bedürfnis verfolgt, und das kleinere Übel wählt, infolgedessen auch Hemmung entstehen könnte. Aber was den puren Einsatz der Marskraft anbelangt, dazu kann auch das Zeichen Krebs beflügeln. Kein Mensch mit einem Planeten im Exil oder Fall muss auf die Stärke des Planeten verzichten, im Gegenteil, der Planet kann auch sehr kraftvoll in Erscheinung kommen, selbst wenn er im Exil oder Fall steht!
Es geht einerseits um Energien, und ähnliche Energien bilden zusammengebracht in der Potenzierung viel mehr an Wirkung, als wenn Energien gegeneinander arbeiten. Im Vergleich mit neutralen Energien, die sich wenig zu sagen haben, sind die Energien, die gegeneinander arbeiten und sich überhaupt nichts zu sagen haben (eigentlich sich in die Quere kommen), auch nicht bedeutend schlechter dran; nur im Vergleich mit dem Domizil wird deutlich, dass ein Domizil die Energien leicht "potenzieren" kann (bringt man zwei Energien zusammen, die füreinander arbeiten, ist die energetische Endwirkung unvergleichlich größer, als würde man zwei Energien bloß addieren, wenn die zusammengebrachten Energien verhältnislos nebeneinanderstehen, weil sie nichts gemeinsames haben, das sie ergänzen würde). Allerdings stimmt es nun auch kaum, dass bei einem Planet in einem Exil-Zeichen, die beiden Energien sich nichts zu sagen haben, im Gegenteil, nur findet der Planet es nicht so toll, was er da gesagt bekommt - er wird abgelenkt.
Andererseits geht es um die Art des Ausdrucks und im Exil zeigt der Planet sich oft in seinen schlechtesten Eigenschaften, was aber auch bedeutet, dass der Horoskopeigner hier einen Erfahrungsgewinn erhält, weil er sich in besonderer Weise mit solchen Planeten auseinandersetzen muss. Gelingt es ihm, den Umgang in die richtige Richtung zu führen, hat er damit logischerweise eine Anstrengung vollbracht, also in gewisser Weise ein Leistungsvermögen aufgebracht, das ihm grundsätzlich immer wieder zugute kommen kann.
Man darf nicht vergessen, dass jedes Zeichen niemals einen Planeten in seiner Natur vollkommen bestätigt, da Zeichen und Planeten schon ganz verschiedene Angelegenheiten sind. Selbst ein Mars in seinem Domizil Widder wird von der Archaik des Widderprinzips beeindruckt und so auch irgendwo belästigt (jedes Zeichen belästigt in gewisser Weise den Planeten). Der Planet könnte theoretisch nur in reinster Weise wirken, wenn es keine Zeichen gäbe, in denen dieser stehen muss. Aber im Domizil und Erhöhung findet der Planet seine wesensverwandteste Kraft, verglichen mit allen anderen Zeichen.
Man
kann diese
Zusammenhänge
zwischen Zeichen und Planeten auch umgekehrt aus
einer besonderen Perspektive betrachten, und in den Zeichen stets die neutrale
Instanz erkennen (sozusagen als Urqualität), die nur
gefärbt
durch Planeten und
Häuser vermittelt
wird.
Das
heisst, das Zeichen Waage kann nur vermittelt wahrgenommen
werden, indem es im 6. oder einem anderen Haus, oder in dem Merkur oder
ein anderer Planet in Waage steht, und natürlich über den
Herrscher der Waage (=Venus), und geringfügiger über Saturn (Erhöhung
in der Waage) oder ähnliche Zusammenhänge, in denen das Prinzip, das in
Waage verteilt ist, zum Ausdruck kommt. Das Prinzip selbst ist noch
schwieriger zu entdecken. Denn was man systematisch erhält,
hängt
von der Ebene ab, auf der man die Zeichenebene betrachtet, um zu dieser
(unfassbaren) Ebene hinzugelangen.
Man kann einen
Planeten im Exil beikommen, ihn also positiv verwirklichen,
wenn
man ihm Achtsamkeit zollt, und die Richtung seines Ausdrucks
durch
das Zeichen bestimmt, in dem er steht - ungeachtet wie fremd das
Zeichen für ihn ist. Denn das Zeichen bietet ihm die einzigen Mittel,
die er zur Verfügung hat. So gesehen geht es um eine Art Anstrengung,
eine Brücke zwischen Planet und Zeichen zu bilden, dem Planeten
Bodenhaftung im Zeichen zu vermitteln. Im Grunde wird das dadurch
geschehen, wenn wir den Planeten angemessen ausdrücken oder
verwirklichen können. Unangemessen wird es, wenn das Zeichen ihn
ablenkt von seiner Wesensnatur und kein Ansatzpunkt für die wichtige
Harmonie geschaffen ist.
Letztlich
kann jeder Faktor sich mit jedem anderen harmonisch verbinden und eine
harmonische Synthese ergeben, nur die Wege und Mühen sind
unterschiedlich!
Die Domizile und Erhöhungen bilden für mich deutlich wahrnehmbare Bedingungen. Aber auch hier finden wir oft den Fall, dass ein Mond in Krebs eben auch sehr sehr empfindlich machen kann und es ist also nicht immer die Stellung eines Planeten im Domizil eine für den Horoskopeigner unbedingt günstige Stellung, sondern wir stellen fest, dass es allein um die Wirkung des Planeten geht.
Bei
Exil
und Fall geht es mehr um zusätzliche Einflüsse, die den Planeten
ablenken und belästigen, aufgrund der er sich nicht wie in anderen
Zeichen der Mittel bedienen kann, die ihm durch das Zeichen
gegeben werden. Und bei Erhöhungen und sonstigen
Würden ist
der Ausdruck einfach ungezwungener, und infolge der Unterstützung durch
das Zeichen kann der Planet auch besser aufstrahlen und sich zeigen.
Nur aufgrund der Strahlkraft sind wir geneigt, diese Stellungen als
positiv zu betrachten, also als günstig, denn wir können mit diesem
Planeten viel leichter umgehen. Im Exil und Fall
denke ich, handelt es sich sehr hintergründig um zusätzliche
Impulse, die den Planeten einfach in den "Schatten seiner
selbst"
stellen können. Aber der beobachtbare Ausdruck dieser Planeten, also
die Präsenz, mag im Vergleich mit neutralen Zeichen nicht anders sein.
Der Ausdruck eines Planeten im Domizil ist schon sehr
bedeutend und
man
wird diesen Planeten immer als einen der wichtigsten im gesamten Radix
erkennen können. Ein Planet im Exil ist aber nur
durch weitere Faktoren bedeutend schlecht, und fehlen zusätzliche
erschwerte Bedingungen: dann eben doch noch eher neutral.
Steht zB ein Mars in Krebs, kann es auch erheblich davon abhängen, in
welchem Zeichen der Mond (als Herrscher des Krebses) steht und in einem
erweitertem Bezug auch in welchem Zeichen die Sonne steht
(da die Sonne und der Mars eh schon einen Zusammenhang hinsichtlich
des Handelns und der Handlungsabsichten bilden oder aus klassischer
Sicht als Freunde gelten). Diese letzten Besonderheiten
sind für mich viel entscheidender, als wie die
isolierte Betrachtung von Exilen und Fällen. Exile und Fälle kann
man im Radix nicht isoliert analysieren!
Es handelt sich um zwei Planeten, beide sind jeweils in dem Domizil des anderen Planeten. Planeten, die auf diese Weise miteinander verbunden sind, wirken jeweils in einem Verhältnis zu dieser Rezeption. Es kommt auf die beteiligten und in Rezeption verbundenen Zeichen und Planeten insgesamt an, um zu entscheiden, wie ein Planet wirkt, der in Rezeption steht.
Das Resultat der gegenseitigen Rezepttion ist eine aspektähnliche, hintergründige Verbindung. Die Zeichen und Planeten können sich gegenseitig bedrängen oder voranbringen, es bedeutet einen Kreislauf der Energien. Diese Verbindung bedeutet eine gegenseitige Verstärkung durch die beteiligten Planetenkräfte, und kann sowohl Macht als auch Blockierung mit sich bringen (wenn einer der Planeten zB einen Transit erhält, wird der andere dadurch ebenso beeinflusst).
Beispiel: Saturn in Löwe und Sonne in Steinbock. Dies ist eine Rezeption, sie wird durch die Domizile eines Planeten bestimmt (Herrscher des Zeichens Löwe ist die Sonne, und die Sonne steht in Steinbock, und das Zeichen Steinbock wird von Saturn regiert; - beide Planeten stehen jeweils in dem Domizil des anderen Planeten).
Beide Planeten
werden im Radix
miteinander über die Zeichenebene verbunden. Die Zeichenebene steht für
die Fliessrichtung der Energien und die eventuelle Verbindung von
Planeten über
die Zeichenebene (Rezeption) wird durch die Herrscher angezeigt. Dabei
können die Planeten auch als Erhöhungsplaneten verbunden
werden,
was aber etwas schwächer ist. Die Planeten selbst können überdies auch
in einem für sie ungünstigen Zeichen stehen: Mond in Steinbock und
Saturn in Krebs zB.
Die Rezeption ist stets machtvoll, aber
es
muss nicht heissen, dass die Rezeption immer eine besonders leicht
zugängliche Kraft darstellt, besonders wenn die Planeten in Fall oder
Exil stehen.
Einer der beiden Planeten kann bestimmend auf die Rezeption einwirken, und das tut der Planet, der im Zeichen oder den akzidentellen Würden besser steht. Hat einer der beiden Planeten mehrere Aufgaben, zum Beispiel weil er noch Herrscher des Aszendenten-Zeichens und/oder Sonnenzeichens ist, und steht selbst gleichzeitig schlecht (!), dann verstärkt das die Probleme des Planeten und meist ist dann der andere Planet, zu dem er in Rezeption steht, bestimmender. Steht ein solcher Planet, der viele Aufgaben zugeteilt bekommt, aber gut, wird er meist bestimmender sein, da er die grössere strukturelle Bedeutung hat (als Dispositor wichtiger Faktoren).
Gelegentlich wird eine Rezeption auch gegenseitige Rezeption genannt, um verschiedene Arten von Rezeptionen voneinander abzugrenzen, in denen zum Teil auch Aspekte eine bedeutende Rolle einnehmen. Nach gil Brand benutzt man das Wort Rezeption allgemein dann, um "das Empfangen einer Wirkung durch einen anderen Planeten" zu beschreiben.
Engere Definitionen beschreiben die Rezeption nur dann gegeben, "wenn ein Planet in die Würden eines höheren [also langsameren] Planeten gelangt und ihn dabei aspektiert". Nur durch einen solchen Aspekt auf seinen Dispositor wird die Rezeption also wirksam. Man bezeichnet solche Rezeptionen als "einfache Rezeptionen". Die Rezeption wird noch verstärkt, wenn die beiden Planeten ähnlicher (freundschaftlicher) Natur zueinander sind. Dadurch erhält der schnellere Planet, der durch den langsameren disponiert wird, eine deutliche Aufwertung seiner Stellung. Beispiel: Mars in Fische steht im Aspekt zu Jupiter. Stünde Mars in Stier in Aspekt zu Jupiter, stünde der Mars nicht in einer Würde des Jupiter und es käme keine Rezeption zustande. Und steht Mars in Fische nicht in einem vom Orbis her gültigen Aspekt zu Jupiter, ist es - gemäß klassischer Auffassung - auch keine "einfache Rezeption".
Manche mittelalterlichen Astrologen sahen eine solche einfache Rezeption auch dann gegeben, wenn der langsamere Planet in den Würden des schnelleren steht (Beispiel: Mars in Zwillinge in Aspekt zu Merkur in Löwe). Es ist offensichtlich beides tatsächlich wirksam, doch wird es einen Unterschied der Stärke geben. Die Stärke hierbei erklärt sich daraus, dass die langsameren und damit ranghöheren Planeten ihre Herrschaft stets an die schnelleren Planeten übermitteln, was sich besonders bei Aspekten regelmässig beobachten lässt. Der langsamere Planet ist immer über den schnelleren bestimmender.
Diese
einfache Rezeption, die an verstärkende Bedingungen geknüpft
ist
(Verbindung durch Aspekt), wird zur
gegenseitigen Rezeption, wenn auch der schnellere Planet
in
einer Würde des langsameren Planeten steht. Dann sind Aspekte nicht
mehr erforderlich.
Gewöhnlich berücksichtigt man nur noch letztere Rezeption, die
gegenseitige Rezeption, und man bezeichnet oft mit dem alleinigen
Gebrauch des Begriffs Rezeption auch nur noch letzteres. Es gibt auch
eine gemischte Rezeption,
wenn
ein Planet im Domizil des anderen steht, und der andere in seinem
Erhöhungszeichen oder auch im Zeichen der Triplizität. Wenn eine
Rezeption gefunden werden will, muss ein Planet im Zeichen der Erhöhung
oder des Domizils des anderen Planeten stehen. Weitere Autoren beachten
auch Rezeptionen mit Beteiligung der Grenzen.
Es kann einen
feindlichen Einfluss geben. Beispiel: Merkur in Steinbock und Saturn
in
Fische. Dadurch erhält der Merkur einen feindlichen Einfluss, von
Saturn übermittelt, da Fische das Exil des Merkurs ist. Wenn
der
Dispositor, hier Saturn, von der Sonne verbrannt ist oder rückläufig
ist, sei die Rezeption dadurch - nach klassischer Auffassung - ebenso
verhindert (nach moderner Auffassung würde man es differenzierter
betrachten und von "erheblich
geschwächt" reden; es kann sein, dass je nach beteiligten Planeten in
der Rezeption und weiteren Umständen, dann eine solche verhindert ist,
aber das muss nicht immer so sein) .
Letztlich kann man zur
Aussage kommen, dass nur
die
stärksten und günstigsten Verhältnisse der Energien eine Rezeption
ermöglichen, und eine gegenseitige Rezeption ist die stärkste und kennt
kaum Einschränkungen. Man kann vielleicht sagen, dass
ein genaues Quadrat zwischen Sonne in Widder und Mars in Steinbock eine
gegenseitige Rezeption in der Auseinandersetzung mit dem Leben mit
einer zusätzlichen Spannung versorgt, wahrscheinlich auch die Rezeption
an sich mit Spannung versorgt und damit grundsätzlich verstärkt, wenn
auch auf psychologischer Ebene Probleme entstehen. Wie bereits bei
gemischten Rezeptionen erwähnt: Man
kann die Rezeptionen auch über Erhöhungen finden.
Es gibt auch Rezeptionen über die Häuserherrscher-Ebene. Wenn ein Planet A in einem Haus steht, und der Herrscher B des Zeichens an der Spitze des Hauses seinerseits in dem Haus steht, worüber Planet A herrscht. Auch hier sind beide Lebensbereiche (Häuser) miteinander verschränkt.
Beide Planeten stehen für die Eigenschaften der Trennung. Während Jupiter und Venus die Einheitserfahrung begünstigen, und unser Grundgefühl von Zufriedenheit unterstützen können. Das Leben baut sich aus Wärme und Feuchtigkeit auf, die genau in Jupiter entsprochen wird.
Der
Begriff Übeltäter könnte sich daraus erklären, dass die meisten
Menschen, die im Mittelalter Übel verbreiteten oder erlebten, mit diesen beiden
Planeten ein enges Bündnis aufwiesen (dass diese Planeten im Radix
stark standen) oder solche Transite erfuhren.
Offensichtlich sind wir der Zeit entronnen,
und
können differenziertere Worte wählen. Wir sollten den Begriff
Übeltäter deshalb nicht verwerfen, aber ihn nur als technischen Begriff
verwenden, oder wann immer wir Bezüge zur klassischen Astrologie
aufstellen.
Die
beiden Übeltäter verkörpern psychologische
Funktionen, die uns leicht von unserem inneren Selbst abbringen können;
beide Planeten bringen unsere Lebenskräfte einerseits zu sehr nach
aussen und andererseits zu sehr nach innen; zB indem Mars zu sehr durch
die Instinkte bewegt wird, oder die
Erfahrung äußerer Widerständen und der Aufreizung durch sie. Saturn
kann einen Druck
verursachen, dem wir mangels Stärke oder Belastbarkeit dann auch
erliegen.
Infolge Saturn wird ein Planet oft aus dem Spiel
der Kräfte
genommen, blockiert sich, oder bildet einen Gegensatz der
Starrheit gegenüber den viel bedeutenderen Kräften des sich bewegenden
Lebens. Meist können wir Saturnprobleme lösen, indem wir mehr
Aufmerksamkeit für den von Saturn beeinflussten Faktor aufbringen, da
Saturn uns meist automatisch schon genügend Aufmerksamkeit abverlangt
(Disziplin, Pflichtbewusstsein, Geradlinigkeit oder Konstanz,
Kontinuität und Sicherung, Bewahrung und Konservatismus,
Beharrungsvermögen). Dem sollten wir zwar gerecht werden, aber
darüberhinaus auch das Eigene (zB von Merkur, Venus, Mond, Jupiter,
Sonne) nicht verlieren. Diese Planeten können nur verwirklicht werden,
indem sie das in sich verkörpern zu beginnen, was Saturn verlangt, aber
von ihrer Funktion her sich nicht verlieren in den Eigenschaften des
Saturns. Der Mond zB braucht die Fähigkeit der Beweglichkeit (von
Emotionen berührt zu werden und sich nicht vor Eindrücken zu
verschliessen), und ist im Prinzip ein ultimativer Gegensatz
zur Bewegungslosigkeit des Saturns. Diese Fähigkeit der Flexibilität
müssen wir uns bei starken Saturneinfluss bewahren oder heranbilden.
Aus psychologisch-esoterischer Sicht erkennen wir übrigens in der kalt-trockenen Natur des Saturns aber den Faktor, der dazu nötig ist, seelisch zu reifen und dem Entwicklungsauftrag gerecht zu werden. Und auch Mars kann sehr positiv verwendet werden. Genau wie Jupiter grosse Probleme mit der Selbsteinschätzung (Selbstverherrlichung) bedeuten kann. Es sind also ganz bestimmte Betrachtungsebenen mit dem einen oder anderen Sachverhalt verbunden. Üblicherweise kann die klassische Lehre die Verzweigung und Wechselwirkung der Kräfte von Planeten auf diese Weise gut beschreiben; aber es ist nur eine von vielen Betrachtungsweisen.
Die
Wohltäterin Venus macht sich neben ihren grundsätzlichen Funktionen
auch bemerkbar durch ihre Eigenschaft, die Übeltäter Mars und Saturn zu
beschwichtigen
und zu harmonisieren. Ausserdem stellen Venus und Jupiter Kräfte dar,
die mit unserem (optimistisch veranlagten) Lebenskern Sonne sehr viel
mehr Ähnlichkeit haben, als wie Saturn und Mars im Vergleich. Venus und
Jupiter stellen somit direkt eine Erweiterung der auf Entfaltung und
Harmonie ausgerichteten Kräfte unseres Lebens dar. Und so wird klar,
dass ihr Einfluss unser Leben ganz sicher und immer positiv beeinflusst
und uns innere Zufriedenheit schenken können.
Die Venus ist
bestrebt Probleme zu
lösen. Ähnliches gilt für Jupiter, da Jupiter die Entfaltung und
Optimierung im Sinn hat, aber auch dafür steht, solche inneren
Blockaden aufzulösen, die der Entfaltung im Wege sind (nicht jeder
Jupiter Transit ist gleichzusetzen mit Enttfaltung, sondern kann auch
eine einfache Sinnkrise bringen, in Folge der wir aber zum Leben
zurückfinden). Erfahrungsgemäß kann Jupiter aber noch mehr
als die Venus auch für Extreme stehen und für einen Energieeinsatz, der
unausgewogen ist. Jupiter kann zum Energieeinsatz verleiten.
Mond-Jupiter Quadrate und Venus-Mond Quadrate bilden Sonderfälle und meiner Meinung nach kommt es da darauf an, wie das jeweilige Radix in den Gesamtkonstellationen, den Elementen und vor allem natürlich den jeweiligen Konstellationen von Mond, Venus bzw. Mond, Jupiter bestellt ist. Siehe dazu auch die Urqualitäten der Planeten.
Ein Mond/Jupiter Quadrat kann allgemein eine Spur Größenwahn beitragen (das Feuer würde dann überwiegen), oder aber Inspiration und Intuition (zB wenn der Mond oder Jupiter in einem Wasserzeichen steht); ein Mond/Venus Quadrat kann für eine leichte innere Zerissenheit stehen (besonders wenn Mond oder Venus schlecht stehen) oder für relativ harmlose Aufhebung der traditionellen Geschlechterrollen oder Beziehungsmuster.
Übrigens: Alle Begriffe der "Negativität", "Schwäche" oder sonstige Wertungsbegriffe, sind nicht als solche Wertungen sprichwörtlich zu nehmen, sondern dienen der Einordnung.
Mond ist Wasser
Merkur ist Luft
Sonne ist Feuer
Mars ist Feuer
Saturn ist Erde
Venus: Luft, Erde, Wasser.
Jupiter: Feuer, Luft, Wasser.
Venus und Jupiter sind nicht eindeutig einem Element zuzuordnen und können in der Regel auch mit (fast) allen Elementen korrespondieren (bis auf Feuer bei Venus und Erde bei Jupiter). An diesen Eigenschaften bestätigt sich auch wieder die Wohltäterfunktion von Jupiter und Venus.
Allerdings ist Venus etwas stärker in Luft und Jupiter etwas stärker im Feuer, folgt man den klassischen Auffassungen und den Erfahrungen anderer Astrologen (zB Frank Felber). Meines Erachtens ist für den nordischen Kulturkreis Venus eher der Luft entsprechend, für einen südländischeren eher dem Wasser.
Die
maximale Schnelligkeit und die Beschleunigung stärken den Planeten,
machen ihn "lichtvoll" im Sinne seiner Strahlkraft und des Einflusses,
den er im Radix hat.
Langsamkeit und Rückläufigkeit schwächen den Planeten und
machen es
schwer, sich mit dem Planeten auseinanderzusetzen (man braucht längere
Zeit zur Bewältigung evtl. Probleme, die in der jeweiligen
Konstellation liegen).
Merkur
kann sich
maximal 28° von der Sonne entfernen (östliche oder westliche Elongation
genannt).
Venus kann sich maximal 47° von der Sonne
entfernen.
Damit ist der maximale Abstand zwischen Venus und Merkur 75°. Dieser grösste Abstand zueinander tritt aber nur sehr selten auf.
Wenn die Venus bzw. Merkur ihre grösste Elongation erreichen, werden sie rückläufig.
Elongation bezeichnet als Begriff die Entfernung eines Planeten zur Sonne.
Venus ist im Vergleich mit den anderen Planeten am seltensten rückläufig (6% in Bezug zur gesamten Umlaufzeit).
Diese Angaben (exklusive Mond) in "circa", d.h. ohne Stunden..
Jede Rückläufigkeit erschwert grundsätzlich die Auseinandersetzung mit dem Planeten. Rückläufigkeit steht aber auch für eine Treue zu sich selbst und kann die Selbsterfahrung besonders leicht mit Selbsterkenntnis verbinden, sofern eine gewisse Durchdringung des meist übertriebenen Selbstbezuges stattfindet.
Progressionen:
Progressionen betreffen das reale Bewegungsmaß eines sich am Himmel
bewegenden Planeten, das in Beziehung gesetzt wird zu einem
Zeitschlüßel, der die Zeit in Form der Progressionen vergrössert zeigt.
Die Primärprogression entspräche den normalen Transiten, hier wird kein
Schlüßel angewendet.
Sekundärprogressionen:
um
die
Ereignisse im 12. Lebensjahr der Geburt zu untersuchen,
untersuche ich die Himmelstände am 12. Tag der Geburt.
Die Planeten bewegt um einen Tag, entspricht 1 Jahr
Lebenszeit.
1 Tag gleich 1 Jahr.
Tertiärprogression 1:
1
Tag gleich 1 Monat. Die Planeten bewegt um einen Tag,
entsprechen
einem (tropischen!) Monat Lebenszeit (1 Tag=27.32158 Tage!).
Tertiärprogression
2:
1 (tropischer) Monat gleich 1 Jahr. Faktisch entspricht die
Tertiärprogression II dem Lunar. Untersucht man die Zeit des ersten
vollendeten Lebensjahrs mit der TP2, und hat den Geburtstag
eingestellt, untersucht man nichts anderes als da erste Lunar nach der
Geburt. Jeder Tag im Leben kann untersucht werden, denn mit dem
Zeitschlüßel werden die Planeten so weit bewegt, wie es der
untersuchten Lebensezit entspricht. Progressionen stellen zeitliche
Vergrösserungen dar.
Direktionen:
alle Planeten
werden um ein selbes festes Maß weiter bewegt; bei den progressiv
bewegten Planeten werden alle Planeten nicht nach einem festen Maß
weiterbewegt, sondern ihre
Bewegung ist eine natürliche und jeder progressiv bewegte Planet ist
daher relativ zu seiner natürlichen Bewegung.
Direktionssysteme
betonen die Sonne/Erde Beziehung, ebenfalls wie die progressiven
Systeme. Nur auf einer jeweils anderen Ebene. Bei den Direktionen ist
die Ekliptik und die Gradeinteilung entscheidend.
Sonnenbogendirektion:
1
Tag entspricht 1 Jahr. Alle
Horoskopfaktoren werden um das Maß der täglichen Bewegung der Sonne
weitergeschoben: eines Wegs, den die Sonne seit der Geburt zurückgelegt
hat und dem untersuchten Zeitraum entspricht (6. Lebensjahr
entspricht 6. Tag nach der Geburt).
Die Sonne bewegt sich nicht
gleichmässig schnell. Daher gibt es verschiedene Methoden, dem Rechnung
zu stellen. Der wahre zeitliche Verlauf wird am besten interpoliert
(ähnlich wie bei den Ephemeriden also ausgerechnet). Dieser wahre
Verlauf ist nicht ganz übereinstimmend mit dem technisch nur
korrekt aussehenden, aber praktisch inkorrekten Naibodschlüssel. Der
Naibdoschlüßel geht von einem Mittelwert aus, und zwar der
durchschnittlichen Bewegung der Sonne. Es hat sich erwiesen, dass der
Naibodschlüßel in der Zeit ab etwa 50 oder 60 Lebensjahren ungenau
wird. Es gibt auch einen dritten Weg, nämlich exakt 60
Bogenminuten als Maß zu wählen, was eigentlich der Graddirektion
entspricht (SB: 1 Tag entspricht 1 Jahr).
Graddirektionen:
alle Horoskopfaktoren werden um das Mass eines
Tierkreisgrades (1 Grad pro Jahr) vorgeschoben.
Anmerkung: Der 1. Tag der Geburt ist eigentlich nicht automatisch gleich Geburtstag (wenn man nicht exakt auf 0 Uhr geboren wurde), sondern technisch die ersten vollen 24 Stunden Lebenszeit. Man sollte vorsichtig sein, mit vereinfachenden Rechnungen nach dem Motto: Ich schaue mir den 3. Tag an um das 3. Lebensjahr zu untersuchen.
ergibt 12 Unterteilungen mit der Größe von 2.5 Grad bzw. 2°30` (2 Grad und 30 Bogenminuten! 60 Bogenminuten sind 1 ganzer Grad/1°. Von den Bogenminuten sind übrigens noch 59 Minuten darstellbar, denn 60 sind dann schon der nächste volle Grad mit 0 Bogenminuten, zB 2°00)
| 0°00' - 2°29` | Widder |
| 2°30' - 4°59` | Stier |
| 5°00' - 7°29` | Zwillinge |
| 7°30'- 9°59` | Krebs |
| 10°00'-12°29` | Löwe |
| 12°30' (usw.) | Jungfrau |
| 15°00' | Waage |
| 17°30' | Skorpion |
| 20°00' | Schütze |
| 22°30' | Steinbock |
| 25°00' | Wassermann |
| 27°30' | Fische |
Es ist nützlich sich über die Stellung eines Transsaturniers klar zu werden, indem man die Sektoren hinzunimmt, sie erlauben eine Feinabstimmung des Standes von Pluto, Uranus oder Neptun, wo ansonsten nur das Zeichen zur Verfügung stünde.
Ob diese
Sektoren den Dekanaten überlegen sind oder eher die Dekanate den
Sektoren? Ich tendiere zu der klassischen Ansicht, und es
ergibt
sich folgenden zunächst groben Reihenfolge (Dekane, Triplizitäten und
Grenzen müssen in ihrer einflussreichen Wirkung - verglichen mit den
Häusern und Aspekte - noch näher erforscht werden!):
1. die Zeichen, 2. in egal welcher Reihenfolge: die
Dekanate, Grenzen, Triplizität ebenso wie
Häuser und Aspekte. Dadurch kann man die Kraft und die
Stellung eines Planeten herauszufinden. In dieser Aufzählung kommen die
Sektoren nicht vor.
Die Sektoren sind wahrscheinlich eine subtile Einflussnahme auf die Richtung und Charakteristik des Planeten, dessen Ursache über die Stellung in einem Zeichen hinaus geht (und so an Charakteristik beiträgt und eine um den Faktor 12 individuellere Deutung des Planeten im Zeichen erlaubt).
Aber die Sektoren sagen meiner Meinung nach nichts oder nur sehr marginal etwas über die Stärke eines Planeten im Zeichen aus. Unter anderem hat auch noch der Stand eines Planeten am Anfang oder am Ende eines Zeichens mehr Gewicht als die Sektoren, um einen Großteil unserer persönlichen Eigenart und Erscheinungsweise zu beeinflussen. Ähnlich den Sektoren sind die verschiedenen Tierkreisgrade zu sehen. Sie erlauben keine Aussage darüber, ob ein Planet gut oder schlecht steht- zumindest so weit ich das sehen kann (es muss auch dies noch näher erforscht werden).
Es scheint, dass die Sektoren den Planeten eine zusätzliche Facette einverleiben. Mehr eine Orientierung als wie es sich um eine ausdrucksstarke Kraft handeln würde.
Es gibt auch eine Auffassung, nach der die Sektoren zwar in derselben Reihenfolge (Nachbarzeichen) unterteilt werden, aber der erste Sektor eines Zeichens entspricht jeweils dem ganzen übergeordneten Zeichen. Also bei dem Jungfrau-Zeichen ist dann der erste Sektor Jungfrau und der letzte Sektor des Zeichens Jungfrau entsprechend Löwe. Beim Steinbock-Zeichen ist der erste Sektor Steinbock und der letzte Sektor des Zeichens Steinbock ist Schütze.
Ich glaube, dass diese letzte Einteilung im Grunde etwas ganz anderes darstellt, und was im Indischen als Segmenthoroskop Dwadashamsha und in der klassischen Astrologie als Dodekatemorien bekannt ist. Jedes Zeichen wird dabei durch 12 geteilt und jedes erste Zwölftel wird vom eigenen Zeichen regiert und die Abfolge der nächsten Sektoren innerhalb dieses Zeichens ist analog dem Tierkreis. Der erste Sektor des Stiers ist also ein Stier-Sektor und der erste Sektor des Fische ist ein Fische-Sektor usw.
Die Sektoren, die oben zunächst angeführt werden, sind in einem anderen und viel grundsätzlicheren Zusammenhang zu betrachten. Die anfänglichen Grade eines jeden Zeichens haben eine Natur des Ausdrucks, die stets mit der vorwärtsdrängenden, ungezwungenen und jungfräulich-archaischen Prinzip des Widders korrespondieren; Identität ist das Schlüsselwort. Es ist auf diese Weise ein Zeichen damit analog zu den zwölf Zeichen unterteilt und am Ende jedes Zeichens wird vorbereitet (Fische) zu dem Übergang ins neue Zeichen. Man sollte allerdings nicht vermuten, nur weil der letzte Sektor eine Fischenatur hat, dass die Zeichengrenzen zweier benachbarter Zeichen sich vermischen. Der erste Grad als Widdersektor bildet stets eine deutliche Grenze.
Die verschiedenenen Zonen eines Zeichens, die in Bezug zur Deutung gewöhnlich besonders verwertet werden, lässt sich durch den goldenen Schnitt errechnen.
Frank Felber hat die Formel in seinem Buch angegeben:
30 x 0,618 = 18,54 umgerechnet in Grad: 18°32
30 - 18,54 = 11°28` (=umgerechnet in Grad)
Der Feuerpunkt ist immer bei 0°.
Der Luftpunkt ist bei 11°28.
Der Wasserpunkt ist bei 18°32.
Der
Erdpunkt ist theoretisch bei 29°59 oder 0°
des nächsten Zeichens.
Frank Felber nennt die Zone ausgehend vom Wasserpunkt bis zum
neuen
Zeichen
insgesamt als
Erdzone und mir erscheint diese
Bezeichnung sehr stimmig.
Es gibt weiterhin Ansichten (API/Huber Schule), wonach der Luftpunkt ein für den Planeten besonders günstiger Punkt ist und er hier seine volle und unverfälschte Stärke zum Ausdruck bringen kann.
Am Wasserpunkt wird die Qualität des Zeichens in den introvertierten Ausdruck gedrängt. An einem Luftpunkt stehen die Möglichkeiten eher gleichberechtigt zur Verfügung; der Mangel hierbei ist natürlich, keine entschiedene Tendenz zum einen oder zum anderen zu haben.
Die
antiken Griechen dachten sich die
Himmelskörper aus himmlischen Feuer gemacht.
Dieses
Feuer konnte im Äther für sich bestehen. Es war damit rein, beseelt und
ewig, und muss nicht verbrennen, um zu existieren.
Ursprünglich wurden die Elemente in warm, trocken, feucht und kalt eingeteilt aus deren Paarungen sich Feuer, Luft, Wasser und Erde bildeten; zB ergibt Warm-Trocken zusammengebracht das Feuer. Es handelt sich dabei nach klassischer Auffassung um "zusammengesetzte Naturen 2. Grades". Die Eigenschaft Warm allein genommen würde eine Natur 1. Grad beschreiben.
Feuer: Warm-Trocken (das Warme)
Luft: Feucht-Warm (das Feuchte)
Erde: Trocken-Kalt (das Trockene)
Wasser: Kalt-Feucht (das Kalte)
Eigentlich bestehen die Elemente (Feuer, Luft etc.) also aus Urqualitäten, die warm, trocken usw. genannt werden.
In der zusammengesetzten Verteilung
dieser Urqualitäten schliesst sich aus irgendeinem Mechanismus oder
kosmischer Gesetzmässigkeit zB
Warm-Warm aus. Weil sich diese Grundbausteine (Urqualitäten) jeweils in
GEGENSATZPAAREN anordnen müssen.
Feucht und Trocken sind
passive
Qualitäten und bilden somit eine Einheit. Warm und Kalt sind aktive
Qualitäten und bilden ebenso eine Einheit, und keinen
Gegensatz.
Warm und Kalt wirken (aktiv) auf Trockenheit und Feuchtigkeit ein und
letztere erleiden deren Wirkung "passiv".
Warm und Trocken bilden vereint als Element schliesslich die Sonne, oder das chinesische Yin. Und Kalt-Feucht bilden Mond oder chinesisch Yang.
In der üblichen bzw. astrologischen Verwendung der Elemente überwiegt jeweils eine dieser Urqualitäten (zB bei Feuer überwiegt das Warme über das Trockene). R. gil Brand erwähnt, das Verhältnis sei mit 5:4 angegeben (Lehrbuch der klassischen Astrologie; S.74).
Kombiniert man Luft mit Feuer ergibt sich ein Übergewicht an
Warm, und
so unterstützt die Luft das Feuer, da das Warme beim Feuer in der
Essenz überwiegt (5:4) und sich die elementaren Energien
stets zielgerichtet auf die grösste Ansammlung oder Qualität von
Energien hin bewegt.
Meiner Meinung nach erhält das
Feuer
verhältnismässig
grössere Unterstützung als wie die Luft vom Feuer, ohne das näher
begründen zu können. Es könnte daran liegen, dass das Feuer als
aufsteigendes Element den grösseren Sog verursacht. Analog dazu verhält
sich Wasser und Erde: Wasser erhält grössere Unterstützung durch die
Erde, als wie die Erde durch Wasser unterstützt bzw. verstärkt wird.
Kombiniert man Wasser und Erde ergibt sich ein Übergewicht an Kälte, und es wird das Wasser obsiegen. Auch hier erhält das Wasser verhältnismässig grössere Unterstützung von Erde als wie die Erde von Wasser.
Wenn Feuer und Erde zusammen kommen, gibt es zwar die
gegenseitige Unterstützung durch das Trockene, aber gleichzeitig auch
einen deutlichen Gegensatz zwischen kalt und warm. Ähnlich verhält es
sich mit Wasser und Luft (das Feuchte als Unterstützung und Kalt-Warm
als Gegensatz). Demnach kann man hier von annähernder Verträglichkeit
reden, aber es bleibt eine leichte Spannung, wenn zB Luft und Wasser
zusammen kommen.
Die Elemente bilden eine Einheit, sie sind
nicht zusammengesetzt, obwohl man das von den Urqualitäten her meinen
könnte. Eine Erklärung für diese Besonderheit könnte man auf die
Unwirklichkeit der Urqualitäten zurückführen, da diese
Urbausteine nur in unserer Welt der physischen Realisierung
eine Wirklichkeit erlangen und ansonsten gar nicht "sind" und nur Ideen
darstellen (in Bezug zu der Elementelehre handelt es sich nicht um
Eigenschaften,
die wir kennen würden als Warm usw, sondern IDEEN, und zwar im
platonischen Sinne).
Eigentlich ist also die Reihenfolge der Elemente Feuer, Luft, Erde, Wasser. Feuer und Wasser bilden nach dieser Ansicht die stärksten Gegensätze in den Elementen.
Feuer: Warm-Trocken (Sonne, Mars)
Luft: Feucht-Warm (Jupiter)
Wasser: Kalt-Feucht (Mond, Venus)
Erde:
Trocken-Kalt (Saturn)
Setzt man die
Planeten in Bezug zu ihrer Elementenzugehörigkeit,
ergeben sich Feindschaften und Freundschaften - man kann zB
bei einem
Quadrat Mond-Jupiter schauen, ob bei dieser Verbindung in
irgendeiner Weise die Qualität "feucht" von einem weiteren Faktor
beigesteuert wird, um die Feindschaft beinahe zu neutralisieren,
anstatt die Qualität "warm" noch mehr die Feindschaft bestätigen
würde.
Planeten in Feindschaft zeigen sich nicht durchweg feindlich, und kennen auch Momente, wo es relativ neutral zugeht, umso mehr von einem weiteren Faktor eine angleichende Qualität beigesteuert wird.
| Sonne | Saturn |
| Mond | Saturn |
| Merkur | Jupiter, Venus |
| Venus | Mars, Merkur |
| Mars | Venus, Jupiter |
| Jupiter | Merkur, Mars |
| Saturn | Sonne, Mond |
Hier scheint es wirklich um gegenseitige, und nicht einseitig abzielende Schädigungen zu gehen. Wohl deshalb taucht Mond/Mars und Merkur/Mars hier nicht auf.
Sonne und Mars gelten esoterisch gesehen als Freunde, ebenso wie Mond und Venus.
Saturn und Mars kommen aus einer bestimmten Perspektive einigermassen gut miteinander aus (ähnliche Ziele: Manifestierung, Erfolg, Durchsetzung, Leistung und Einsatz).
Ebenso sind folgende Paare relativ harmonisch, aber auch nur
aus gewissen Blickwinkel:
Jupiter und Mond
(Wahrnehmung, Ganzheit)
Venus und Jupiter (die
glückliche Beziehung)
Saturn und Venus
(die stabile Beziehung)
Man sieht, dass sich alles aus verschiedenen Blickwinkel betrachten lässt. Saturn und Venus schädigen sich aufgrund ihrer verschiedenen Qualitäten (trocken-kalt versus feucht-warm), aber aus psychologischer-sozialer Sicht ergeben sich neue Qualitäten (letzteres ist sozusagen auch eine besondere Perspektive moderner Astrologie)
Sonne-Mond (der Vollmond ist beinahe eine günstige Konsellation, aber vor allem Neumond ist bedenklich; Quadrat etwas weniger bedenklich als Neumond, psychologisch aber das Quadrat gravierend)
Sonne-Venus (Konjunktion ist der einzig mögliche Aspekt und ist regelmässig bedenklich besonders für die Venus; eine Venus Konjunktion mit der Sonne ist bedenklicher als eine Konjunktion des Merkurs mit der Sonne)
Mond-Mars (besonders Quadrat)
Venus-Mars (besonders Opposition)
Jupiter-Saturn (Opposition und Quadrat)
Die jeweils zugeordneten Planeten (zB oben bei Freundschaften, Feindschaften, aber auch Grenzen usw.) sind in verschiedenen Ausführungen und unter verschiedenen Gesichtspunkten berichtet, je nach Autor. Offensichtlich ist ihre Wertung aus jeweils einer bestimmten Eigenschaft heraus dargelegt, die betont wird. Oder die Bewertung unterliegt einer zugrundegelegten Ebene der Betrachtung.
Die teilweise verschiedenen Angaben erklären sich einerseits durch unterschiedliche Deutungsperspektiven der einzelnen Autoren, aber auch durch den Bezug auf jeweils verschiedene Ebenen, Betonungen, Skalen, persönliche Perspektiven, Faktoren oder Bedingtheiten, Willkür, Bezüge, Anwendungen usw..
Die Astrologie ist dermaßen reichhaltig und spiegelt sowohl das ganze komplexe Leben als auch den Kosmos in seiner Ordnung wieder, dass es zwangsläufig so kommen muss, dass die Zuordnungen teilweise unterschiedlich ausfallen - was nicht immer falsch sein muss.
Massgeblich scheint mir zu sein: Verschiedene Systeme und Perspektiven bringen verschiedene Gewichtungen zustande und es kann manchmal auch nur um Nuancen gehen, das heisst, dass mehrere (wenn auch widersprüchliche) Auffassungen zB bei den Grenzen richtig sein könnten. Man sollte aber eigentlich erwarten, dass es letztlich eine grösstmögliche Klarheit gibt, die nur eben manchmal nicht immer erkannt wurde und falsch angegeben wurde - dann ist es aber auch die Frage, ob sich der Ausdruck der Planeten und Bereiche eines Zeichens über die Zeit hinweg vielleicht ändert. Also, ob manche Zuordnung mit der Zeit von Jahrhunderten einfach anders ausfallen kann, weil sich die Wirkungsweise der Planeten leicht verändern kann.
Zwei Planeten in einem Zeichen sind miteinander prinzipiell wirksam verbunden, was sich entweder über die Energien des Zeichens ausdrückt oder aber, was sehr wahrscheinlich ist, über eine Art energetisches Feld, wobei auch der Aszendent auf dem 25. Grad die Kraft des ganzen Feldes anzapft, während ein Planet auf 4° stehen kann und seinerseits als Planet das Feld beeinflusst und "färbt" oder energetisch lädt.
Das
ist so, selbst wenn es sich um einen separativen Aspekt handelt (die
beiden Planeten kommen innerhalb dieses Zeichen nicht mehr zusammen: zB
Mond auf 27° und Saturn auf 1°), wenn gleich eine Konjunktion natürlich
eine stärkere Wirkung entfaltet, die auch sehr offensichtlich ist. Man
könnte diese Wirkung von Planeten im selben Zeichen auf 1/3 oder 1/4
der Kraft
der Konjunktion beziffern. Wenn zwei Planeten im selben Zeichen stehen
und beide Planeten sich gegenseitig feindlich gesinnt
sind, so wirkt es
sich mehr hintergründig und allgemein aus, als wie wenn sie in direkter
Konjunktion wären. Motto: Die "Schärfe" fehlt,
aber die Probleme könnte es auf einer gewissen Ebene oder Art dennoch
geben. Manchmal drückt sich hier auch eine
Tendenz des ganzen Radix zusätzlich noch mal aus, dann wird die erlebte
Wirkung einer solchen Konjunktion im Zeichen etwas stärker sein, wenn
andere Konstellationen an anderen Orten des Radix diese bestätigen (und
dann verstärkt die Konjunktion die anderen Themen).
Bei
einer exakten Konjunktion ist das Thema immer
offensichtlicher und ist akut.
Natürlich gilt diese Regel auch für harmonische Zusammenfügungen der Planeten in einem Zeichen, nur ist es immer von bedeutsamen Belang, dass gegensätzliche Naturen der Planeten immer auch etwas mehr Kraft oder Energie verursachen; in jedem Fall kann man das Zeichen so ansehen, als ob die Planeten auf einer gewissen Ebene (die des Zeichens oder des energetischen Feldes) zusammengeführt sind, und es ist dabei egal, wo die Planeten sich jeweils im Zeichen befinden.
Die applikative Konjunktion bezüglich des schnelleren Faktors verstärkt natürlich eine solche Konjunktion innerhalb eines Zeichens, auch hier, kann zB der Merkur auf 1° stehen und Jupiter auf 28°. Diese applikative Konjunktion ist eine Nuance stärker, vordergründiger, als wenn es sich um eine separative Konjunktion innerhalb eines Zeichens handelte.
Der Orbis ist eine komplizierte Angelegenheit, um hier endgültige oder absolute Maßstäbe formulieren zu wollen.
Für das Sextil sollte man stets einen halben bis ganzen Grad weniger Orbis ansetzen; ich habe in der unten stehenden Tabelle der Übersicht halber beide Aspekte zusammengefasst behandelt. Natürlich handelt es sich nur um Faustregeln aufgrund meiner eigenen Erfahrung und Sichtweise; die Orben der klassischen Astrologen mögen hier und dort etwas verschieden sein.
Manche der klassischen Astrologen
benutzten nach Schilderung von gil
Brand nur einen festgesetzten Orbis, zB 4° für alle Planeten.
Die
frühesten Astrologen verstanden Aspekte als von den Zeichen gegeben:
wenn
also ein Planet auf irgendeinem Grad eines Zeichens stand, war dieser
bestimmte Grad belanglos, denn ein Aspekt zu einem anderen
Planeten in
einem anderen Zeichen wurde allein aufgrund des Verhältnisses zwischen
den Zeichen gewertet.
Ich denke, hinsichtlich der Betrachtung von Aspekten gibt es immer wieder Sonderfälle, Zeichengrenzen, aber auch Planeten, die zwischen den verschiedenen Aspekten stehen, so dass letztlich das Augenmaß immer das letzte Wort hat, und die Orben im Grunde nur die Anschauung vereinfachen. Es gilt, dass applikative Aspekte einen grösseren Orbis erhalten, wenn der Aspekt noch innerhalb der Zeichen gebildet wird, in dem die Planeten stehen.
Die Aspekte als solche und ein durch sie angezeigtes Thema werden bei grösserem Orbis geringer wirksam und treten kaum in Deutlichkeit hervor, aber die Verbindung der Planeten ist bei einem gewissen Orbis noch gegeben und verursachen grundarchetypische Bedingungen (vergleichbar einer Hochspannung bei exakten Aspekten und Grundspannung bei weitem Orbis).
Merkur, Venus,
Mars, Jupiter, Saturn (Transsaturnier: etwa 2°
weniger):
Konjunktionen: 10°
wenn innerhalb des Zeichens, und 6° wenn nicht innerhalb des
Zeichens
gebildet;
Quadrate/Oppositionen: 7.5°,
sofern nicht
über
Zeichengrenze gebildet, sonst 4.5°;
Trigone/Sextile: 4.5°,
wenn über die Zeichengrenzen 3°;
Mond
und Sonne:
15° jede
Konjunktion sofern
innerhalb des
Zeichens, wenn über die Zeichengrenze hinweg: 9°-10°;
Oppositionen: 10° (untereinander: 12°), Quadrate: 8.5° (10°) , wenn
über die Zeichengrenze hinweg: 6°; Trigone/Sextile: 5°, wenn
über die Zeichengrenze hinweg: 3.5°.
3.5°-4°
Orbis
für alle
Aspekte und Planeten, auch Transsaturnier;
ob über die Zeichengrenze hinweg oder nicht.
Ausnahme Konjunktionen: 5°-6°, auch über
Zeichengrenze
hinweg.
Sonne/Mond:
hier
beträgt der separative Orbis meiner
Erfahrung nach etwa 12° bei Quadraten/Konjunktionen/Oppositionen ; aber
wenn über Zeichengrenze hinweg dann nur10°.
Hierunter versteht man die Hälfte eines festgesetzten Orbis für einen Planeten. Jeder Planet erhält einen Orbis und die Hälfte (französisch: moiety) davon wird von beiden Planeten beigetragen und ergibt in der Addition den wirksamen Orbis. Diese Art der Betrachtung stammt - ungeachtet des franzöischen Begriffes - aus der englischsprachigen Astrologie, die bekannt für den Bezug auf die Stundenastrologie ist.
Sonne
15°
Mond 12°
Merkur 7°
Venus 7°
Mars
8°
Jupiter 9°
Saturn 9°
Diese Regel gilt sowohl für separative als auch für applikative Aspekte. Für Saturn ist moiety 4.5° und für Sonne 7.5°. Wenn es einen Aspekt zwischen Sonne und Saturn gibt, beträgt der Orbis 4.5°+7.5° = 12°. Angaben nach Slooten.
Es
gibt Anschauungen, die für den Orbis nur die Aspektart berücksichtigen
(ein Sextil
hat gewöhnlich weniger Orbis als eine Konjunktion), und es gibt
Anschauungen, die nur den Planeten mit seinem Orbis berücksichtigen, so
wie es bei dieser
Methode (moiety) der Fall ist.
Als geradezu modern
gilt es,
wenn man
wohl beides berücksichtigt und eine Art Mittelwert bildet; manche
Computerprogramme vereinfachen sowohl die eine als auch die andere
Methode gleich gut.
Für praktische Horoskopdeutung benutze ich aber weitaus geringere Orben, um stets die kräftigsten Konstellationen vor Augen zu haben. Nur wenn der Blick tiefgründiger werden soll, beachte ich obige Orben.
Tagplaneten: Sonne, Jupiter, Saturn.
Nachtplaneten: Mond, Venus, Mars.
Merkur gilt klassisch gesehen als variabel (anpassend, angleichend).
Ein Tagesplanet steht bei Tage gut in der oberen Hälfe (also in der Tageshälfte), und bei Nacht gut in der unteren (in der Nachthälfte). In beiden Fällen steht er in seiner Hemisphäre. Wenn der Tagesplanet bei Tage in der unteren Hälfte steht, steht er etwas schlechter. Dasselbe gilt für Nachtplaneten, die nicht in ihrem Licht stehen (in der Hemisphäre, arabisch halb).
Ein Nachtplanet steht bei Tage gut in unteren (!) Hälfte, und bei Nacht gut in der oberen (!) Hälfte.
Wenn ein Tages- oder Nachtplanet zusätzlich noch in einem Zeichen seiner Natur (männlich/weiblich) steht, ist das noch einmal ein Stück besser. Und man bezeichnet diese Stellung als "Kondition seiner Domäne" (arab. hayiz).
Tag ist, wenn die Sonne oberhalb des Horizonts (AC/DC Achse) steht.
Die Tagzeichen sind die aktiven, männlichen Zeichen (Luft- und Feuerzeichen).
Die Nachtzeichen sind die passiven, weiblichen Zeichen (Wasser- und Erdzeichen).
Es gibt verschiedene Zuordnungen - man könnte die einfache Zuordnung wählen, wonach die männlichen Planeten gleichzeitig die Tagesplaneten sind, und die weiblichen die Nachtplaneten. Dann ist Mars ein weiblicher Planet.
Nach al-Biruni gibt es eine andere Zuordnung: Alle oberen Planeten sind männlich, wobei Saturn ein Eunuchh ist. Venus und Mond sind weiblich, Merkur hermaphroditisch (wenn er mit männlichen Planeteten verbunden ist, ist er männlich, und mit weiblichen Planeten weiblich; allein gestellt: männlich). Mars istt männlich.
Triplizitäten sind nicht unbedeutende Kriterien, um den Stand eines Planeten zu beurteilen. Die Anwendung ist komplizierter, kann aber mit ein wenig Übung in Fleisch und Blut übergehen.
Slooten
erklärt den
Zusammenhang zwischen Exil und Fall und Triplizitäten mit einem
doppelten Charakter dieser Planeten, die in Exil oder Fall stehen, aber
durch Triplizitäten wiederum (zwangsläufig) etwas besser da stehen, als
wie andere Exile und Fälle ohne Triplizität. Zum Beispiel ist
der
Mond in Skorpion im Fall, aber hat - gemäß der ältesten
Triplizitätenlehre - dort auch eine geringe Triplizität (als
partizipierender Planet). Für Saturn in Widder gilt ähnliches.
Hin
und wieder zeigt ein solcher Planet im Exil oder Fall und
gleichzeitiger Triplizität auch eine günstige Seite.
Von
der
Rangfolge kommen Triplizitäten direkt nach den grossen Würden Domizile
und Erhöhungen.
Eine Taggeburt ist dann der Fall, wenn die Sonne über der AC/DC Achse steht (steht die Sonne unterhalb: dann ist es eine Nachtgeburt).
| Triplizität | Herrscher bei Tag | Herrscher bei Nacht |
| Feuer | Sonne, Jupiter, Saturn | Jupiter, Sonne, Saturn |
| Luft | Saturn, Merkur, Jupiter | Merkur, Saturn, Jupiter |
| Wasser | Venus, Mars, Mond | Mars, Venus, Mond |
| Erde | Venus, Mond, Mars | Mond, Venus, Mars |
Der Planet an dritter Stelle dieser Tabelle hat nur Teil an der Triplizität: die Auswirkung in einem Zeichen der Triplizität zu stehen, ist bei ihm schwächer. Er wird auch partizipierender Planet genannt. Man erkennt, dass dieser Planet für das jeweilige Element sowohl bei Tag als auch bei Nacht herrscht.
Ansonsten gilt der Fall, dass
ein Planet in dem Element
(Triplizität)
dann gut steht, wenn er (siehe Tabelle) bei Tag oder Nacht entsprechend
über dieses Element herrscht.
Zum Beispiel steht Venus in einem Wasserzeichen stark, wenn
es Tag ist. Wenn es Nacht wäre, stünde Mars in einem Wasserzeichen
stärker.
| Triplizität | Herrscher bei Tag | Herrscher bei Nacht | Sowohl bei Tag als auch bei Nacht |
| Feuer | Sonne | Jupiter | Saturn |
| Luft | Saturn | Merkur | Jupiter |
| Wasser | Venus | Mars | Mond |
| Erde | Venus | Mond | Mars |
Der partizipierende Planet (dritte Spalte) ist halb so stark wie der dominante (erste beiden Spalten).
Lilly gebraucht eine vereinfachte Systematik, in der nur Tages- und Nachtherrscher gelistet sind. Darin ist bei der Triplizität Wasser der Mars sowohl für Taggeburten als wie für Nachtgeburten massgeblich, und also nicht Venus als Tagesherrscher.
Der
Begriff Dispositor bezeichnet
die Verteilung von Aufgaben über den
Herrscherplaneten. Es existiert ein Zusammenhang zwischen einem
Planeten, der in einem Zeichen steht und dem Planeten, der über das
Zeichen herrscht. Der disponierte
Planet ist sozusagen der Ausgangsplanet, der Dispositor bezeichnet
den Planeten,
der im Zeichen des disponierten Planeten herrscht (oder seine Erhöhung
findet). Wenn man den Zusammenhang von Mars in Krebs mit einem Mond in
Stier
betrachtet: Dann bezeichnet man Mars als disponierten Planeten
und
den Mond als Dispositor des Mars. Mars verteilt (lat. disponere)
Aufgaben an den Dispositor. Der disponierte Planet verteilt Aufgaben an
den Dispositor, und kann, wenn der disponierte Planet sehr schlecht
steht, ihn auch vertreten.
In der Regel wird der disponierte
Planet (Ausgangsplanet) als Anfang der Sache gewertet, und der
Dispositor bestimmt den weiteren Ausgang. Steht der disponierte Planet
sehr schlecht aber sein Dispositor gut, kann eine Sache zunächst
schlechte Aussichten verheissen, dann aber durch den guten Stand des
Dispositors letztlich die Chancen zutage treten lassen.
Ich
persönlich gehe davon aus, dass der gute Stand des Dispositors aus zwei
Perspektiven zu bewerten sein kann. Einmal in Bezug zu dem disponierten
Planeten
und einmal indem man nur den Stand
des Dispositors bewertet.
Einmal kann Mars in Waage zwar ungünstig stehen (Exil), erhält aber
förderlichen Einfluss durch Venus in Widder, weil das Widder Zeichen ja
für Mars sehr förderlich ist, und durch die Venus als Herrscher über
Waage schliesslich in einem
Zusammenhang mit Mars steht (Mars in Waage). Und das andere Mal erhält
zB ein Merkur in
Schütze (Exil) durch Jupiter in Fische eine gewisse Stärkung, weil
Jupiter in
Fische an sich sehr gut steht; in diesem Beispiel erhält
aber Merkur
wieder einen gewissen feindlichen Einfluss aus dem Zeichen Fische, in
dem Merkur ja im Exil ist. Hier steht also der Dispositor gut, aber in
Bezug zum disponierten Planeten schlecht.
Das zeigt, dass man bei Beurteilung der Stellung immer genau hinsehen muss, wie stark die beteiligten Planeten wirklich stehen und welcher Zusammenhang gebildet wird. Im letzteren Fall könnte man die Sache so einschätzen: Jupiter in Fische löst die Probleme, die Merkur in Schütze verursachen mag, aber Merkur erhält keine sonderliche Hilfe, und kann also selbst nicht besondere Hilfe erfahren. Im letzteren Fall steht nur der Dispositor gut, ohne dass dieser gute Stand aber gleichzeitig den disponierten Planeten direkt stärkt.
Allgemein
ist es vermutlich besser, wenn der Dispositor für seine eigenen
Verhältnisse gut steht. Mit der Zeit mag der Horoskopeigner besonders
günstige Verwirklichungsformen des disponierten Planeten finden,
ungeachtet, ob dieser in Exil oderFall steht (dann bedarf es
allerdings der konfrontationswilligen und lernbereiten
Auseinandersetzung; aus seinen Fehlern zu lernen fällt jedoch in diesem
Usmtänden leichter, als wenn der Dispositor selbst sehr schlecht steht,
auch wenn er dann für den disponierten Planeten ein günstiges Zeichen
besetzt).
Die Energie eines Planeten,
zB Mars in Stier,
wird von der Zeichen- und Hausstellung des
Herrschers dieses
Zeichens, hier Venus, disponiert.
Beispiel: Mars in Stier (Exil), kann etwas besser stehen,
wenn etwa
die Venus (als Dispositor des Mars in Stier) in Widder steht. Freilich
steht die Venus in Widder selbst sehr schlecht (Exil). Mars
kann
seine Aufgaben vielleicht dann ganz gut erfüllen, wenn es keine
Beziehungsproblematiken gibt (oder ähnliche Schwierigkeiten, die mit
der Venus zusammenhängen). Immer dann, wenn Venus Probleme bekommt,
wird das - in Bezug zur Venus - auffällig und so erweitern sich die
Probleme über die Dispositorenverbindungen. Der Mars könnte in
Angelegenheiten, die nicht mit Venusthemen zusammenhängen, allerdings
durchaus angemessen handeln können, da der Dispositor in einem für Mars
günstigen Zeichen steht.
Stünden
in einem Radix tatsächlich Mars in Stier und Venus in Widder, ergäbe
sich übrigens auch eine Rezeption dadurch und eine gegenseitige
Abhängigkeit, beispielsweise bei Transiten. Keiner der beiden Planeten
steht offensichtlich besser und bestimmt die Rezeption, daher kommt es
darauf an, wie das ganze Horoskop eine Energiequalität vorgibt, und
welcher der beiden Planeten davon eher profitieren kann, dazu kann auch
genügen, dass Venus oder Mars in einem für den jeweiligen Planeten
günstigen Haus stehen. Es kann einen bestimmenden - weil
besser
stehenden - Planeten in
einer Rezeption
geben...; die Rezeption muss jedes Mal neu beurteilt werden, denn es
geht auch darum, wie die beiden Planeten und Zeichen miteinander sich
zu etwas neuem verbinden. Die Rezeption hat immer eine gewisse Macht,
so wie bei einer Konjunktion, doch wie sich die Rezeption genau zeigt,
hängt von den beteiligten Faktoren ab.
Die Wirkung eines relativ ungünstig stehenden Planeten (Rangfolge: peregrin, Fall, Exil) wird bedeutend davon abhängen, wie sein Dispositor steht. Anscheinend sind mittelalterliche Astrologen der Ansicht gewesen, dass ein stark stehender Dispositor anscheinend auch die Hausherrschaft eines Planeten übernehmen kann. Beispiel: Haus drei steht in Zwillinge. Merkur steht in Fische (Exil) im 12. Haus. Jupiter steht in Schütze im 8. Haus. Dann wird das meiste, was das 3. Haus angeht, mit dem Jupiter entschieden, der im 8. Haus steht. Es ist sicher nützlich, wenn nicht sogar wichtig, solche Zusammenhänge (der Häuserherrschaft) auf diese Weise zu beachten. Vermutlich sind die Regeln der logischen Anordnung, die man nur bis zu einem bestimmten Punkt betrachtet, sogar sehr oberflächlich und könnten, wer weiss, manche Deutung durch Unschärfe verwaschen.
Bei
den Aspekten ist es nach klassischer Auffassung wichtig, auch die Natur
und
mögliche Ähnlichkeit beteiligter Planeten in Betracht zu ziehen. Ein
Quadrat zwischen Sonne und Mars, zwischen Mond und Venus oder zwischen
Sonne und Jupiter
ist etwas
harmloser als wie ein Quadrat zwischen Sonne und Pluto, oder Sonne und
Saturn. Aber manchmal ist das auch nicht so
offensichtlich, und
ein Quadrat der Venus auf den Mond kann für den Mond
schlimmer sein als ein Quadrat des Jupiters auf den Mond. Es kommt
drauf an, wie die Planeten im Zeichen stehen und welche Zusammenhänge
und Konstellationen das Radix ingesamt bietet sowohl in der Art als
auch in der Qualität, zB der besetzten Häuser im Vergleich der Planeten
die darin stehen oder in diesen herrschen (zB Rezeptionen der
Häuserherrscher).
Saturn
und Sonne
vertragen sich nur wenig und beide Planeten
erfahren in einem Spannungsaspekt eine Minderung ihrer potentiell
angelegten Kraft. Das gilt
besonders für Oppositionen.
Aktive Planeten
können sich in
der
Opposition gegenseitig stärken (in der Regel wird der ranghöhere seine
Kraft auf den niedrigeren übertragen, zB Uranus auf Mars). Sensitive
Planeten (Venus, Mond) und vielleicht auch der Saturn werden
durch
Opposition anscheinend eher gebremst und blockiert. In abgeschwächter
Form könnte das auch für Quadrate und Konjunktionen gelten.
Bei
einer
Opposition von Mond (passiver Planet) und Mars (aktiver Planet)
erschweren sich beide Planeten gegenseitig in ihrer Wirkung; obwohl der
Mond ja sonst wenig einen anderen Planeten beeinflusst, zeigt sich
seine Wirkung psychologisch (strukturell) und hat von der
Befindlichkeit ausgehend Teil am Ganzen - sowohl Mars als auch
Mond stehen mit den
Trieben in Verbindung: hier wird eine ganze Fläche oder Bereich der
Psychologie beeinflusst, wenn Mond und Mars in Aspekt stehen.
Aspekte
zwischen ähnlichen Planeten intensivieren die jeweilige Energie.
Ein
Aspekt eines Planeten zu einem im Zeichen schwierig stehenden Planeten
(zB Mars in
Fische), kann diesen Planeten helfen, wenn der erste Planet seiner
Natur entspricht. Handelt es sich zB um die Sonne in Konjunktion mit
Mars (beide in Fische), wird die Sonne dem Mars etwas stärken können,
weil die Sonne eine ähnliche (feurige) Qualität wie der Mars hat und
das Quadrat ebenso dem Feuer entspricht
(normalerweise wird aufgrund der Umlaufgeschwindigkeit und daraus
hervorgehender Rangfolge die Sonne aber eher von Mars beeinflusst; hier
aber
steht Mars in einem ungünstigen Zeichen und kann nicht so viel
beeinflussen, als wie er mehr beeinflusst wird).
Das
gilt auch, wenn die Sonne und der Mars zwar im selben Zeichen
stehen, aber der Orb für eine nennenswerte Konjunktion zu gross ist
(selbst wenn die Sonne auf 29° steht und Mars auf 1°).
Steht
Mars auf 29° Waage (in einem für Mars ungünstigen Zeichen) und erhält
ein Quadrat von der Sonne, aber der Aspekt würde erst genau, wenn Mars
in Skorpion stünde (ein Aspekt über die Zeichengrenze hinaus), ist die
Stärkung ebenso wirksam, aber schwächer; sie wäre natürlich
stärker, wenn der Aspekt genau
wäre und der Aspekt innerhalb der Zeichen exakt werden
würde. Man
kann in Stundenhoroskopen Aspekte, die über die Zeichengrenze hinaus
ragen, aber einen gewissen annehmbaren Orbis sehr wohl
beachten. Sie wirken momentan auf die Angelegenheit ein.
Steht Mars in Opposition zur Sonne, ist er natürlich rückläufig. Er erhält aber auch hier eine Stärkung, wenn er etwa in einem für ihn ungünstigen Zeichen steht. Ansonsten ergibt sich ein komplizierter Zusammenhang, wenn der Mars stark im Zeichen steht, aber rückläufig in Opposition zur Sonne ist.
Man kann
die Würden der
Planeten allerdings kaum auch auf die Häuserebene übertragen. Man muss
für die Häuserebene eine
andere Perspektive
wählen, denn die Häuser sind nicht gleichzusetzen mit den Zeichen -
beide wirken verschieden voneinander.
Nun gibt es zwei Reihen, die aus dem arabischen Mittelalter
überliefert wurden mit zwei besonderen Perspektiven, einmal bezogen auf
den Planeten und einmal bezogen auf die Aufgaben des Hauses. In der
ersten werden die Freuden
der Planeten genannt,
wo er sich wohl fühlt; die andere Reihe folgt ganz unten von Al-Biruni:
Freuden
der Planeten:
Sonne im 9. Haus
Mond im 3. Haus
Merkur im 1.
Haus
Venus im 5. Haus
Mars im 6. Haus
Jupiter im 11.
Haus
Saturn im 12.
Haus
Stellungen in diesen Häusern sind für die Planeten gut.
Aus dem Gesichtspunkt der Häuser (also nicht
aus dem Blickwinkel der Planeten)
stehen nun die Planeten in folgenden Häusern gut (nach Al-Biruni), und
zwar hinsichtlich der Belange, Aufgaben und psychologischen Natur des
entsprechenden Hauses:
Sonne im
10.
Haus
Mond
im 4. Haus
Merkur im
9. Haus
Venus im 7.
Haus
Mars
im 3. Haus
Jupiter im
2. Haus
Saturn
im 8. Haus
Dabei
handelt es sich um Teilabschnitte
in einem Zeichen, wo ein entsprechender Planet (ohne Sonne und Mond,
aber alle
persönlichen Planeten bis Saturn) eine günstigere Wirkung als wie im
Rest des Zeichens entfalten kann. Ptolemäus berichtet
komplizierte
Regeln, wie sich diese Grenzen herausgebildet haben bzw. begründen
lassen. Er berichtet
von einer ägyptischen Manier, bei der die Grenzen an
die
Regentschaft der Häuser angelehnt sind, und einer chaldäischen Manier,
bei der die Trigonverhältnisse entscheidend sind; und bietet auch noch
sein eigenes System an. Die ägyptische Herleitung ist wohl am
komplexesten und das chaldäische am einfachsten nachzuvollziehen. Die
meisten Astrologen des Mittelalters orientierten sich an der
ägyptischen Manier.
(siehe auch gil
Brand:
Lehrbuch der klassischen
Astrologie; S. 197 und Ptolemäus: Tetrabiblos S. 62 im ersten Buch).
Dass die Größe der Grenzen zum Ende eines Zeichens - verhältnismässig zum Anfang - kleiner werden, kann damit erklärt werden, dass die Zeichen am Ende jeweils verdichteter sind und so einen kleineren Raum beanspruchen.
Es müssen wohl noch Erfahrungen über die Grenzen gesammelt werden. Eine Hinzunahme in die Deutung mag vielen verlockend erscheinen, weil es dann ein weiteres Mittel ist, das man anwenden kann. Aber ob das sinnvoll ist, wenn man nur weiss, dass viele Astrologen vor 1700 die Grenzen angewendet haben, und doch nicht weiss, welche Perspektive damit verbunden ist? Es ist kla, dass man die Grenzen und sowieso alle Dinge selbst überprüfen muss, damit man auch die Wirkung versteht, falls diese Wirkung oder Grundlage auch wirklich stimmig und eindeutig ist. Auch die Intuition oder Versuche durch Meditation diesen Grenzen näher zu kommen, können sich lohnen.
Viele moderne Astrologen verwenden die Grenze nicht, daher ist auch der Erfahrungsbestand geringer. Die Bücher, die heute darüber geschrieben haben, aber auch manch alter Astrologe, haben oft nur das berichtet, was bereits darüber geschrieben stand. Alte Astrologen (des Mittelalters oder der Antike) mögen zwar eine wichtige Lücke hier und dort schliessen, weil sie die Grenzen erklären oder kommentieren, aber es gibt eben so viele verschiedene Systeme der Grenzen, dass am Ende nur die Annahme übrig bleibt, dass entweder die Grenzen konstruiert sind und willkürlich, oder aber die verschiedene Ausprägung bei verschiedenen Epochen und Autoren daran liegt, wie zB in ähnlicher Weise Merkur und Venus je zwei Gesichter haben, und jeder Planet solchermaßen sein Gesicht wandeln kann. Dann wird vielleicht klar, warum bei dem einen Autor Merkur auf einer bestimmten Zone eines Zeichens als Grenze regiert (Merkur die ersten 7° Wassermann), und bei einem anderen Autor in fast derselben Zone Saturn - das könnte dann so übersetzt werden, dass Merkur und Saturn unter gegebenen Umständen eben auch ein ähnliches "Gesicht" haben können; immerhin als vielleicht weit hergeholter Gedanke (und gleichfalls konstruiert): In der modernen Astrologie wird Uranus (Wassermann) als höhere Oktave des Merkurs angesehen, und auf der Ebene der Würden herrscht Saturn über Wassermann - so entstünde schon mal ein Zusammenhang, der zumindest die Verschiedenheit der Perspektiven oder Auffasungen begründet. Usw.
Grenzen sollen auch Einfluss auf Aspektbildung haben - wenn zB ein applikativer Aspekt (Beispiel: Konjunktion) nicht innerhalb der Grenze stattfindet, ist das bei einigen Autoren (al Biruni) schon kein echter Aspekt mehr, er ist verhindert. Dies gilt ansonsten nur für einen dritten Planeten, die zwischen den beiden steht oder einer Zeichengrenze.
Eine Grenze gibt es zum Beispiel auf den ersten sechs Graden des Löwe, in dem Jupiter etwas besser steht als im übrigen Zeichen Löwe. Und Venus findet auf den ersten sechs Graden Steinbock ihre Grenze (Ptolemäus). Jedoch bei den Ägyptern nimmt Merkur die ersten sieben Grade von Steinbock als Grenze. Die Grenzen werden von den Triplizitäten, Domizilen und Erhöhungen eines Zeichens hergeleitet.
Den Dekanen, jene drei gleichgrosse Abschnitte des Zeichens, weisen eine Besonderheit auf, was die Verarbeitung, Bewertung und Bezugsnahme auf alle Erfahrungen angeht, die man mittels eines Zeichens macht. Es gibt für jeden Dekan eines Zeichens auch einen entsprechenden Versuch, ihm Planeten zuzuordnen, die darin jeweils einen besseren oder schlechteren Stand hätten. Bislang sind dazu kaum Erfahrungswerte vorhanden, um diese Zuordnungen belegen zu können.
Eine einheitliche Struktur der Dekane wiederholt sich aber bei allen zwölf Zeichen und das betrifft die unterschiedliche Ausrichtung der Energien in den drei Abschnitten eines Zeichens.
Die Dekane (auch Dekanate genannt) sind gleichgrosse Unterteilungen der Zeichen. Jedes Zeichen weist dabei drei Dekane auf - somit ist jedes Dekan 10° groß.
Die Dekane verkörpern meiner Ansicht folgende Besonderheiten eines unterschiedlich angelegten Innen/Aussen-Bezuges:
Frank Felber nennt die drei Bereiche: mental, astral und physisch.
In diesen drei Abschnitten eines Zeichens verursacht das Zeichen eine jeweils verschiedene Grundorientierung. Es geht um die Bezugnahme, mit der der Geborene die Qualitäten des Zeichens verwirklichen will, und die im Leben gemachten Erfahrungen mittels des Zeichens bewerten kann.
Der Bezug geht eindeutig nach Innen oder Außen, oder es gibt keinen eindeutigen Bezug: Dann übernimmt nicht Innen oder Außen die massgebliche Rolle, um eine Erfahrung zu lokalisieren, sondern im 2. Dekan das Zeichen. Das Zeichen ist in der Mitte am wesentlichsten ausgeprägt.
Im 2. Dekan gilt die Identifikation dem Zeichen (Sein), die des 1. Dekan der inneren Welt der Erfahrung (Identität) und im 3. Dekan gilt die Identifikation der äusseren Welt der Erfahrung (Wirken).
Die Identifikation mit dem Zeichen (im 2. Dekan) führt zu
keiner minder schweren Einseitigkeit. Jede Dekanstellung hat
ihre Besonderheiten.
Die
Mitte eines Zeichens, also der zweite Dekan nimmt eine
Sonderrolle
ein, da sich hier kein eindeutiger Bezug ergeben kann (die Bezugnahme
geht sowohl nach aussen wie nach innen), und so ergibt sich eine
stärkere Identifzierung mit dem Zeichen. Denn das Zeichen nimmt die
Rolle eines festen Bezugspunktes an. Eigentlich wird das
Zeichen
zum Bezugspunkt der gemachten Erfahrung. Im ersten Dekan geht der Bezug
nach Innen, und im dritten Dekan nach aussen.
Die Identifikation
im ersten Dekan entspricht der subjektiven Erfahrung des
Zeichens,
wie es in einem selbst widerhallt.
Die Identifikation im dritten Dekan entspricht der Identifikation des
Eigenen und des
Zeichens, wie es durch die Geschehnisse der äußeren Welt widerhallt
oder ein Anspruch zum Handeln entsteht, weil man im Außen gewisse
Energien (des Zeichens) erwartet.
Statt von Bezugnahme oder Identifkation (aus Sicht des Geborenen) kann man diese Umstände und Eigenschaften mit dem Begriff Polung oder Ausrichtung der Energien beschreiben.
Die
klassische Regel: zuerst die Planeten in den Zeichen auf Würden hin
untersuchen (Domizil und Erhöhung), dann die Triplizitäten.
Erst
nach dieser grundlegenden Bestimmung die Häuser und Aspekte, dies sind
akzidentelle Würden. Ebenso kann ein wenig über beisteuern, ob
ein Planet in seinem eigenen Licht steht (ein Tagplanet oberhalb
des Horizontes, ein Nachtplanet unterhalb).
Normalerweise werden zu den klassischen Würden auch Grenzen und Dekanate gezählt. Aus modener Sicht kann man freilich versuchen eine Rangfolge aufzustellen. Ich betrachte die Dekanate und Grenzen theoretisch nur, wenn die ersten vier Kriterien nicht ausreichen; praktisch benutze ich die Grenzen und Dekanate aber noch nicht, um die Stärke eines Planeten zu bestimmen, weil die Angaben darüber verschieden sind und eigene Erfahrung noch nicht vorgedrungen ist zu individuellen Charakteristika der Dekane oder Grenzen :
1. Würden in den Zeichen (Domizil und Erhöhung)
3.
Häuser:
Eckhaus Rangfolge:
10.
Haus, 7. Haus, 4. Haus, 1. Haus (1. und 4. Haus können unter Umständen ihre Rangfolge vertauschen);
Planet steht nicht
in Bezug zum 12., 6.
oder 8. Haus (Mars steht aber nach klassischer Auffassung gut in 6 und
Saturn gut in 12; siehe auch die Freuden
der Häuser).
4.
Aspekte
Günstige zu
Venus und Jupiter
Ungünstige zu Mars und Saturn
Weitere
Aspekte
5. Grenzen
6. Dekanate
Es kann auch wichtig sein zu beachten, wieviele Aufgaben im Horoskop ein Planet hat, also wie sehr er strukturell integriert ist.
Wenn zum Beispiel unklar ist, welcher von zwei Planeten im Domizil der stärkste sein könnte, wird es vielleicht offensichtlicher, wenn einer von diesen beiden auch gleichzeitig mit dem Aszendenten in Verbindung steht, und sei es, dass er nur erhöht in diesem Zeichen des AC stünde (=Herrscherbezug zweiten Grades). Es kann auch ein Planet sein, der über zwei sonstige Häuser herrscht, weil zwei Hausspitzen in diesem Zeichen stehen. Die Planeten Saturn, Mars, Jupiter, Merkur und Venus herrschen jedoch von Natur aus schon über zwei Zeichen, und diese natürlichen Regentschaften müssen unterschieden werden von eventuellen Regentschaften über solche Zeichen, die über zwei Häuser herrschen.
Weiterhin, ob ein Planet von
vielen anderen Planeten ein Dispositor ist (wenn zum Beispiel 5
Planeten in
Steinbock stehen, kommt Saturn eine enorme Bedeutung zu). Diese
Kriterien stellen offensichtlich akzidentelle Würden dar, obwohl das so
nicht in der klassischen Literatur explizit genannt wurde.
Dabei
sollte auch beachtet werden, wie gut die Dispositoren stehen im
Verhältnis zum disponierten Planeten. Beispiel: Mars in Widder ist
Enddispositor. Er stünde sehr gut zu einer Sonne, die in Widder ihren
Enddispositor findet (da Widder das Erhöhungszeichen der Sonne ist).
Oder anderes Beispiel: Saturn in Waage als der Dispositor des
Wassermann-Aszendenten, einer Steinbocksonne und einigen anderen
Planeten in Wassermann oder Steinbock. Saturn in Waage ist erhöht und
hat damit einen guten Stand. Usw. Wenn der Stand eines Dispositors
schlecht ist, dann dürften die disponierten Planeten
Bei dem stärksten Planeten geht es um die Gestaltungskraft, die dem Horoskopeigner am besten zur Verfügung steht.
Der Geburtsherrscher
oder
Horoskopherrscher
steht dagegen in Bezug zu der Lebensauffassung, und dem Seinskonzept,
das einem Menschen gegeben ist.
Einen Geburtsherrscher muss es in jedem Horoskop geben! Es kann dennoch schwer sein, einen solchen Planeten zu identifizieren. Moderne Astrologen nehmen dazu einfach den Herrscher des AC-Zeichens, egal wie gut oder schlecht dieser steht.
Beim Horoskopherrscher wird in jedem Fall der Bezug auf den Aszendenten hergestellt. Und zwar indem man schaut, welche Planeten, die in einem Bezug zum Aszendenten stehen, am stärksten sind.
Van
Slooten nennt in Anlehnung an die klassische Astrologie eine Methode,
um den Horoskopherrscher zu
bestimmen, die meines Erachtens nach sehr stimmig ist:
1.
Zunächst schaue man stets auf den Herrscher des Aszendenten-Zeichens.
Steht dieser Planet in Domizil, Erhöhung, Triplizität oder
akzidenteller Würde (Eckhaus, gute Aspekte, keine ungünstigen Aspekte)?
Dieser Planet muss nun mit den weiteren Möglichkeiten verglichen
werden:
Wenn ein Planet
am AC steht, übernimmt er in der Regel die Aufgabe des
Geburtsherrschers, er darf nur nicht zu weit entfernt stehen.
Steht er
zu weit entfernt im 1. Haus oder im 12. Haus (noch weniger wirksam),
und steht er überdies im AC-Zeichen nicht in Würde (Domizil, Erhöhung,
Triplizität), muss weiter verglichen werden.
2. Der eventuelle
Erhöhungsplanet des
AC-Zeichens, wenn bisher noch kein
Planet gefunden werden kann.
Aber nicht jedes Zeichen
kennt eine traditionelle Erhöhung.
3. Schliesslich bietet sich als dritter Weg den der Triplizitätsherrschaft an (einer der Planeten, der zum Aszendenten-Zeichen in Triplizität steht; zB ist das bei einem Jungfrau-AC und einer Taggeburt die Venus, und als partizipierender Planet auch Mars). Dieser Triplizitätsherrscher aber muss zugleich bedeutend stark stehen, in akzidentellen oder am besten noch in essentiellen Würden.
4.
Falls
kein Planet am AC steht und sich weder der AC-Herrscher, sein
Erhöhungsplanet und auch kein Triplizitätenherrscher, der selbst gut
steht,
anbietet, kann man untersuchen, ob der Dispositor
des
AC-Herrschers gut
steht; wenn der Aszendent
Stier
ist und die Venus in
Widder
steht, so
ist Mars der Dispositor
des
AC-Herrschers Venus (Stier-AC).
5. Dispositor von Sonne oder Mond. Sonne und Mond sind immerhin noch Bestandtteil der Strukturen des Seins und der Persönlichkeit (vergl. Aszendent) - und wenn der Dispositor stark genug steht, während alle anderen Zusammenhänge des Aszendenten schwach stehen, wird der Hintergrund, mit dem der Horoskopeigner sich in seiner Welt zurechtfinden will und Orientierung und Handlung sucht, vom stark stehenden Dispositor von Sonne oder Mond vermutlich erheblich bestimmt werden; womit dann eine besondere Verdeutlichung in die Strukturen des Seins vorliegt, mit der sich die Dispositoren von Sonne und Mond anbieten können - selbst wenn sie über keine offensichtlichen Verbindungen zum Aszendenten verfügen.
6. Der MC-Herrscher; hier wäre der Dispositor des MC-Herrschers schon ein zu langer Weg. Aber wenn alle anderen genannten Faktoren schlecht stehen und der MC-Herrscher aber gut, zB im Domizil, kann auch dieser die oben genannten Bestimmung und Leitidee für den Horoskopeigner erfüllen. Der normale Geburtsherrscher (Herrscher des AC) ist dann, und zwar abhängig von seiner Stellung, entweder Ziel der Erfüllung, oder regelmässig Teil einer Schwierigkeit der Erfüllung. Während der MC-Herrscher Land sieht und Land gewinnt.
Beispiel: Krebs-AC. Mond in 4,
Mond in
Skorpion. Dispositor
des
Skorpion, der Mars, steht in 10 in seinem Domizil Widder.
Der andere
Dispositor Pluto steht zwar in einem Eckhaus akzidentell stark, aber
zunächst verfolge ich immer den schnelleren Planeten als Herrscher bzw.
Dispositor.
Jupiter
als
Erhöhungsplanet des AC-Zeichens steht in Wassermann und im 7. Haus,
also einem Eckhaus und in (partizipierender) Triplizität, und damit
nicht mehr peregrin.
Die Konjunktion
mit Venus wird
nicht zustande
kommen, weil Venus vorher rückläufig wird - es ist deshalb nur ein vom
Orbis
her gültiger, aber kein vollwertiger Aspekt.
Jupiter hat sonst nur ein
applikatives Quadrat
zum Mond (immerhin steht Jupiter im Zeichen des Mondes in
Erhöhung; Mond/Jupiter -Verbindungen können vermutlich als in
der
Tendenz günstig angesehen werden); das Sextil zu Merkur ist beinahe
schon 6° separativ und mag
nur schwach wirksam eine Rolle spielen, immerhin steht Merkur in
Schütze
und damit im Zeichen des Jupiters, und man mag das Sextil durchaus als
vorhanden, aber schwach einschätzen, da Merkur zudem noch im Exil steht.
Mars
hat ein Sextil zu Saturn im 12. Haus, einem Haus in dem Saturn in
der Freude
steht. Damit steuert Saturn einen nicht mehr ganz
ungünstigen Einfluss bei. Ich tendiere allgemein auch zu der
Auffassung, dass man
die weiteren Aspekte in moderner Hinsicht betrachten und beurteilen
kann, und da weist Mars eine Opposition zu Uranus und ein Trigon zur
Sonne auf, was beides den Mars noch Antrieb oder Kraft (Uranus) und
Absicht (Sonne)
verleiht. Uranus und Sonne sind Planeten des Selbst, nur führen beide
unterschiedliche Wege an, um das Selbst zu erreichen.
Das Sextil des Mars zu Saturn kann immerhin noch
leicht
die Durchsetzung durch Disziplin und Konsequenz ergänzen.
Der
Mond
steht im Zeichen Skorpion in Fall; aber ein abgemilderter Fall durch
die gleichzeitige (partizipierende) Triplizität des Mondes, und der
Mond steht in seinem eigenen Licht (d.h. als
Nachtplanet unterhalb des Horizonts), in einem Eckhaus
und sogar in seinem eigenen Haus. Der
Mond und Jupiter böten
sich
wegen ihres direkten Bezuges zum Aszendenten vielleicht an, wenn es
keinen stärkeren Planeten gäbe, und wenn der Mond nicht durch Aspekte
geschwächt wäre.
Daher steht Jupiter ein wenig besser als der Mond. Jupiter ist auch
Dispositor der Sonne. Jupiter steht überdies in einer
partizipierenden Triplizität, was auch der Mond tut, aber der Mond
steht im Skorpion gleichzeitig auch in Fall.
Nun ist aber der
Dispositor des
Skorpion, also Mars, dermassen stark gestellt, dass er die Rolle des
Horoskopherrscher (Geburtsherrschers) eindeutig übernimmt und noch dazu
im ganzen Horoskop der stärkste Planet ist. Ausserdem ist der Mars auch
MC-Herrscher.
Man
kann es aber auch erkennen, dass Mars mit Jupiter und etwas
weniger mit dem Mond die
Aufgabe des Horoskopherrschers
sich teilen.
Bei diesem Horoskop handelt es sich übrigens um mein eigenes.
Der Horoskopherrscher hat eine grössere Bedeutung als ein ansonsten stark in den Würden stehender Planet. Der von den Würden stärkste Planet kann allerdings ein hervorragendes Gestaltungsmittel für den Horoskopeigner bedeuten und ist aus dieser Perspektive der stärkste Planet.
Die klassischen Astrologen sahen
die
Triplizität mit einigem Gewicht.
Wenn ein Planet zB
Herrscher
des
Aszendenten ist (sein Domizil dort hat), und zusätzlich in einem
Zeichen steht, wo er ein Domizil aufweist, kann der
Erhöhungsplanet des AC-Zeichens mit diesem
ersten vielleicht konkurrieren, wenn er in einem Zeichen
steht, wo er auch nur eine Erhöhung haben braucht. Weitere akzidentelle
Würden und evtl. Triplizität bestimmen nun, wer der stärkere ist, viel
wahrscheinlicher teilen sie sich aber die Aufgabe.
Weiteres:
Eventuell
als leicht ungünstige Stellung - bei der Notwendigkeit zu
differenzieren - auch Planeten im 3. oder 9. Haus, weil fallende
Häuser.
Slooten nennt auch das 7. Haus als bedenklich, aber
ich
würde das 7. Haus nur für Mars und Saturn als ungünstig hinsichtlich
dieser Untersuchungen ansehen, vielleicht noch für Merkur und dann noch
ein bisschen weniger an Relevanz für die Sonne.
Der
Horoskopherrscher (der in Bezug zum
Aszendenten ermittelt wird) stellt einen wichtigen Teil der
Persönlichkeit dar, über dessen Verwirklichung tiefe Erfüllung gefunden
werden kann. Dieser Planet ist weitaus mehr noch Orientierungspunkt und
damit überhaupt sehr wichtig für alle Interessen, Aufgaben, Chancen
oder Nöte im Leben des Horoskopeigners.
Ist der
Horoskopherrscher zugleich auch der
stärkste
Planet im Horoskop (zB weil kein anderer Planet stärker steht), dann
wird es der Horoskopeigner anfangs vielleicht schwer finden,
die
gewaltigen Verwirklichungsaufgaben zu entsprechen, aber kann dann
später umso mehr alle seine Bedürfnisse, um sich glücklich und im Leben
angekommen zu fühlen, unter einem Hut zu bringen.
Zu
weiteren
(akzidentellen) Würden
gehört auch, wenn ein Planet
in
seinem Licht steht. Das ist dann der Fall, wenn ein
Planet, der
am Tag herrscht (zB Sonne, Jupiter und Saturn) in einem Tageshoroskop
oberhalb des Horizontes steht. Analog bei Nachtplaneten unter dem
Horizont.
Weitere Kriterien, die man heranziehen
kann, sind
die Aufgaben, die ein Planet zu erfüllen hat, wenn er zB von mehreren
anderen Planeten Dispositor ist oder über mehrere Zeichen herrscht,
oder über bedeutende Hauptachsen herrscht (evtl. auch über den
aufsteigenden Mondknoten).
Die Venus als Abendstern hat Waage-Eigenschaften (Luft) und steht folglich in 7 noch besser, als wenn sie im 7. Haus stünde während sie Morgenstern wäre (Stier-Qualitäten), aber auch dann steht sie im 7. Haus gut; - die Venus als Morgenstern hat Stier-Eigenschaften (Erde) und steht im 2. Haus folglich sehr gut. Aber auch als Abendstern (Jungfrau-Qualitäten) wird sie im 2. Haus gut stehen.
Der Merkur als Abendstern hat Jungfrau-Qualitäten (Erde) und steht in 6 sehr gut; der Merkur als Morgenstern hat Zwillinge-Qualitäten (Luft) und steht in 3 noch besser, als wenn er als Abendstern dort stünde. Wenn Venus und Merkur in ihren jeweiligen Häusern stehen, und das Zeichen nicht grundsätzlich ungünstig ist (zum Beispiel Fische für Merkur oder Skorpion für Venus), ist es ein fast so starke Wirkung, als stünde Venus/Merkur in ihrem eigenen Zeichen.
Dann kann man die Planetenstunde noch heranziehen (jede Zeit des Tages hat seine Planetenstunde), um vielleicht zwei Planeten, die beidermassen stark stehen zu differenzieren. Denn vielleicht entspricht die Planetenstunde oder der Wochentag einem dieser Planeten und kann diesen Planeten so gesehen unterstützen in seiner Kraft.
Anmerkung zu den essentiellen Würden, akzidentelle Würden, die Rezeptionen und weitere bestimmende Zusammenhänge: Es geht immer um die stärksten Energien. Viele besonderen Fälle, wie sich diese Energien im Radix verteilen und bestimmen lassen, sind nicht immer berücksichtigt. Meiner Meinung nach, wird eine gewisse Breite und Tiefe genügen, um die "Kontur" und den roten Faden der stärksten Energien nachzuvollziehen. Aber man mag überrascht sein, auf wie viele Dinge man bislang kein Auge hatte, weil man sie noch nicht kannte. Denn all das kommt zusammen. Es wird wichtig sein, dass man immer vor Augen hat, dass es um die stärksten Energien geht, zuerst das Grobe, das oberst sturkturierende, und dann erst die Details und Feinheiten. Manche Details können das ganze Gebäude mit einem gewissen zusätzlichen Impuls ausstatten, aber umso tiefer man gehen wird, wird man feststellen, dass dabei auch der Impuls immer geringer im Verhältnis zu den wichtigsten und massgeblichsten Energien wird. Letztlich dreht es sich aber auch um Schichten und Perspektiven, die man auf diese Weise der Beachtung von Details erhält.
In der klassischen Astrologie findet man leider nicht so viel
dazu. Einer der wenigen modernen Astrologen, die sich mit der
Planetenstunde und Tag beschäftigt haben, ist Frank Felber.
Er
spricht von der Planetenstunde
als Indikator für das
besondere Interesse, welches jemand Zeit seines
Lebens haben wird. Die Planetenstunde ist die besondere
Kraft im Leben
eines Menschen, mit dem dieser sich positiv wie negativ
auseinandersetzen wird.
Das kann bei der Sonne nicht nur die
richtungsweisende Kraft sein, ein selbstständiges Leben zu führen,
sondern kann auch möglicherweise leicht zu Eitelkeiten führen oder
Egozentrik mit sich bringen.
Es ist eine Kraft, unter der
jemand geboren wird und ist meiner Meinung nach vielleicht vergleichbar
mit dem Nachnamen und der Herkunft (sozusagen ein Auftrag der
Familienidee, der als solcher erkannt ist, mit dem man sich
identifiziert, und somit nicht mehr Auftrag sondern
Verlangen ist). Diese Kraft will eingesetzt werden.
Frank Felber spricht weiterhin von dem Wochentag, an dem man geboren wurde, als Signifikator eines möglichen Berufsweges oder als Tätigkeitsfeld (zB Mittwoch=Merkur: Schriften, Sprache, Kommunikation, Beratung durch Analyse und Kommunikation, Transport durch kurze Reisen, Handel; Freitag=Venus: Mode, Kunst, Beratung durch Begegnung und Austausch, auch Geschäfte; Samstag=Saturn: Verwaltung, Autoritäten wie Beamte oder leitende Positionen, Verantwortung). Unter dieser Kraft wird man geboren und es prägt das Geschick eines Menschen - ähnlich wie man in einem Land geboren wird, das bestimmte Eigenschaften auszeichnet, so übernimmt man einen Teil dieser Eigenschaften, weil man diese gelernt hat.
Felber nennt auch den höchsten Planeten, der im Horoskop am höchsten steht, der aber nicht mit der Stellung des MC übereinstimmen muss. Allerdings weiss ich nicht, welche Bezugspunkte dieser höchste Punkt hat, also wie man ihn tatsächlich bestimmt. Manche Astrologieprogramme berechnen diesen Punkt. Felber meint, in der Regel ist der höchste Punkt in der nördlichen Hemisphäre der Punkt, der ins Quadrat zur AC/DC Achse fällt. Ein Planet, der am höchsten steht (oder auch auf sekundärer Ebene ein Asteroid) genau an diesem Punkt bedeutet für den Horoskopeigner der persönlicher Leitstern, ein Faktor, der ein Ziel darstellt, dessen Verwirklichung die höchste Bedeutung für den Horoskopeigner hat (spiritueller Aufstieg). Ob dieser höchste Punkt allerdings einen Planeten stärkt, ist nun nicht ganz klar. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass, wenn dieser Punkt im zehnten Haus liegt und wenn ein Hauptplanet aber kein anderer für diesen Planeten ungünstiger Hauptplanet in der Nähe dieses Punktes steht, und der Planet schon eine starke Position hätte, ihn der höchste Punkt noch weiter leicht stärkt.
Rückläufigkeit ist immer ein Minuspunkt für die Stärke eines Planeten. Diese Planeten sind nicht schlechter, haben aber eine Wirkung und Zielsetzung, die vom übrigen Radix gewissermaßen nicht geteilt wird und andererseits die Negativität des Planeten und damit auch den negativen Ausdruck des Zeichens betonen können. Ausserdem kann man diese Kraft des Planeten nicht so leicht im Leben einsetzen - ich denke, genau danach richtet sich die Beurteilung von stark stehenden Planeten, dass man sie im Leben gut einsetzen kann, wozu auch die mögliche Kontrolle oder Handhabung der entsprechenden Funktionen oder Möglichkeiten des Planeten gehört.
Nach klassischer
Auffassung kann ein Planet etwas schlechter dran sein, wenn er selbst
zwar nicht im Exil oder Fall ist, aber einen solchen Planeten im Exil
oder Fall aspektiert.
Ich denke, es kommt hier aber stark
drauf an, ob dieser Planet, der von einem anderen schlecht stehenden
Planeten aspektiert wird, selbst schneller oder langsamer ist, denn die
Energien fliessen immer in Richtung schnelleren Planeten.
Wenn
also Jupiter in einem neutralen Zeichen im Aspekt zu Merkur
steht, der im Exil schlecht steht, dann wird Jupiter kaum berührt und
im Gegenteil der schnellere Merkur durch den stabilen
Jupitereinfluss vielleicht etwas gestützt, aber kann auch genausogut
von jedem Aspekt sehr beeinflusst sein, da er keinen grossen Rückhalt
in seinem Zeichen hat.
Ein Aspekt des Planeten zum Aszendenten stärkt diesen Planeten angeblich ein wenig.
Ein Aspekt zu Wohltätern (Jupiter, Venus) stärkt den Planeten wie oben bereits erwähnt ein wenig, ein Aspekt von Übeltätern (Saturn, Mars) schwächt den Planeten ein wenig.
Steht der Planet am absteigenden Mondknoten wird der Planet ebenso ein wenig geschädigt. Der aufsteigende Mondknoten kann eher als neutral angesehen werden, jedoch sieht die indische Astrologie auch diese Konstellation als schädlich für einen Planeten an.
Eine
Konjunktion (nicht
Opposition oder
Quadrat) zur Sonne wird als
prinzipiell leichte Schädigung des anderen Planeten angesehen. Dieser
Planet wird auch psychologisch gesehen mit Anliegen überfrachtet. Die
Sonne kann andererseits oft zum kompensierten oder übertriebenen
Ausdruck
gebracht werden (besonders bei Konjunktionen mit langsameren
Planeten). In klassischer Hinsicht wird die Sonne spricht man aber in
erster Linie von einer Schädigung des anderen Planeten bei
einem Orbis unter etwa 7°. Die Schwächung
eines
anderen Planeten findet noch leicht statt, bei einem Orbis von etwa
15°-18°, was aber keine Verbrennung darstellt, sondern man bezeichnet
es als "unter den Strahlen der Sonne".
In
moderner (psychologischer) Betrachtungsart gilt das Augenmerk
gleichermaßen der Sonne wie dem anderen Planeten,
ansonsten wird bei
einem spannungsvollen Aspekt immer der Planet am meisten geschädigt,
der der schnellere
Planet ist. Klassisch gesehen scheint es keinen Unterschied in
Bezug zu der Umlaufgeschwindigkeit zu geben; was vielleicht auch
dadurch erklärt werden kann, dass die Transsaturnier noch nicht bekannt
waren, bei denen dieser Unterschied viel gravierender ist als wie zB
bei Jupiter oder Saturn. Die alten Astrologen schauten auch viel mehr
auf die Naturen der Planeten, wie sie beeinflusst wurden - wir
schauen mehr auf die Ausdrucksebene in der Psychologie eines
Menschen.
Die Sonne bildet bei den Aspekten eine leichte Sonderrolle, da sie als Lebenskern immer beteiligt ist, auch wenn es "nur" der Mond ist, der ein Quadrat zur Sonne bildet oder die Venus in Konjunktion mit der Sonne stünde. In allen diesen Fällen wird auch unsere Lebensrichtung (Sonne), und nicht nur der andere Planet (wie in diesem Beispiel Mond und Venus) erheblich beeinflusst. In der Regel ist es bei Aspekten mit der Sonne leichter nachzuvollziehen, dass der schnellere Planet von ihr geschädigt wird und ein langsamerer Planet mehr die Sonne beeinflusst.
Planeten an den Anfangsgraden eines Zeichens haben Feuerqualität, Planeten auf den Endgraden Erdqualität. Mir scheint, dass Planeten auf Endgraden komplizierter sind, und sowohl schädigend wirken können (Verausgabung, Haltlosigkeit oder Absturz, wobei nicht das Schicksal, sondern das Erleben dieses Schicksals bedeutsam ist), als wie auch zu überaus glücklichen Lebensumständen und Leistungsvermögen führen können. Man bezeichnet diesen Grad zurecht als "Alles oder Nichts" Grad und eine lange Zeit mag gar nichts gehen, und plötzlich manifestiert sich eine Wende und man ist im Leben angekommen. Genausogut kann man aber auch aus seinem Lebensfluß herausgerissen werden. Allgemein sagt man, dass ein Planet in den Endgraden von dem Zeichen, in dem er steht, keine Kraft mehr erhält. So ist die mögliche positive Qualität eines solchen Grades sicher neutralisiert aber die negative Eigenschaft des 29° auch nicht überragend. Vielleicht sollte man bedenken, ob der Planet in seinem Zeichen gut oder schlecht steht, um zu einem jeweiligen Urteil zu kommen.
Es gibt keine Vermischung zweier Zeichen an den Zeichengrenzen. Der Zeichenübergang ist abrupt und absolut. Es gibt ab ca. 29°30' nur eine Beeinflussung durch das nächste Zeichen, aber der Planet ist und bleibt in dem Zeichen, bevor er nicht ganz im neuen angelangt ist. Die leichte Beeinflussung wird offenbar verstärkt durch die Tendenz eines solchen Planeten, sich in seiner Kraft etwas losgelöster entfalten zu können, was vermutlich sowohl negativ wie positiv wirken kann.
Rafael
Gil Brand, Lehrbuch der klassischen Astrologie; Chiron Verlag
Erik
van Slooten, Klassische Horoskopdeutung; Chiron Verlag
Frank
Felber, Lehrbuch der exoterischen und esoterischen
Astrologie,
Jupiter-Uranus Verlag.
Daniela Weise & Klemens Ludwig,
Das große
Lexikon der
Astrologie, Bassermann Verlag.
Erin Sullivan, Rückläufige Planeten, Astrodata Verlag.
Margaret
H.
Gammon, Astrologie ohne Geheimnisse, Acrturus Verlag.
Es gibt meiner Meinung zwar eine klassische Ordnung, eine klassische Gesetzmäßigkeit, die alle Astrologen aller Zeiten entdecken und wiederentdecken können. Ob man aber diese Gesetze und Ordnungen allein mit dem Rückgriff auf klassische Astrologen findet, bezweifle ich sehr!
Von den Überlieferungen der Klassiker sind letztlich viele Aussagen und Systematiken auf ausgewählte Sichtweisen gegründet, auf perspektiven, nicht viel anders als wie heute - das ist auf persönliche Einschätzung und Auswahl der Perspektive gegründet. Es ist ein Irrtum, alle Aussagen der klassischen Astrologie als ungeprüfte und absolute Regeln zu nehmen.
Vor allem dann, wenn die in der Klassik aufgezeigten Verhältnisse und Zusammenhänge kompliziert werden und verzweigt in andere Details sind, fällt die Bewertung aus heutiger Sicht schwer - wir wissen kaum zu beurteilen, auf welche hintergründigen Paradigmen und auch Vereinfachungen der Deutung sie sich ihre ausgesprochenenen und auch unausgesprochenen Grundlagen erbauten.
Dass Intuition, Wissen, Einsicht gegeben war, ist anzunehmen, aber es war eine andere Zeit als wie die heute. Man differenzierte nicht so sehr wie heute.
Man
darf die Aussagen der alten Astrologen zu einem gegebenen Horoskop (das sie deuteten)
nicht überinterpretieren, und als absolut nehmen.
Der Astrologe bezog
sich damals auf ein
Horoskop, und meint in der Art, wie er ein Horoskop
deutet, nicht immer einen Regelsatz (das kann sein, muss aber nicht
sein) - sondern wenn er etwas sagt, bezieht sich das auf das
ihm
vorliegende Ereignis oder Person und Horoskop. Und eben nicht auf den
Versuch, zu einem Zeichen oder Konstellation eine allgemeine Regel
aufzustellen.
Was sonstige Regelsätze angeht, handelt es sich um grobe Einschätzung der tauglichsten Herangehensweise, die sich bei jedem Astrologen je nach Grad und Art der Feinfühligkeit unterscheiden kann. Auch muss unbedingt in Rechnung gestellt werden, was nicht ausgesprochen wurde. Wenn heute jemand angibt, er meide die 3 Tage nachdem der rückläufige Merkur stationär wurde, und ein anderer meint, "das stehe aber in keinem klassischen Regelwerk", so muss einfach gesagt sein, dass Letztere keine Ahnung hat, was derjenige überhaupt an massgeblichen Einflüssen heranzieht. Und das ist sicher nicht gebunden daran, ob die Formuluierung bereits in einem Regelwerk der Alten stand. Das wäre wirklich eine ungeprüfte Astrologie.
Der klassische Astrologe schrieb in der Regel kein Lehrbuch, wie wir heute eines erwarten würden, sondern führte Protokoll über seine Deutung. Er führte Protokoll, er dachte sozusagen laut. Was geschrieben ist, spiegelt seine Gedanken, und die sind direkt und konkret auf den vorliegenden Fall gerichtet und nicht auf allgemeine Regeln. In 85% aller Aussagen eines klassischen Astrologen verhält es sich ausschliesslich so. Der Rest beinhaltet sicher das, was sich an allgemeinen Regeln aufstellen lässt, aber sie sollten heute als Ideen verstanden werden. Und diese Ideen müssen in ihrem Gehalt wirklich verstanden werden und nicht nur wiedergekäut werden. Das geht nur über den eigenen Nachvollzug, und was stellt man in der Praxis dann fest? Dass es auch andere Methoden als die der Alten gibt.
Es geht auch um praktische Gesichtspunkte: es lassen sich zum Beispiel die Gradzahlen für Orben nicht genau durch eindeutige Zahlen festzulegen, wobei man aber sicherlich unterscheiden kann zwischen einer gewissen Schwelle, ab der ein Aspekt überhaupt keinen Einfluss mehr hat, und einer Schwelle, unter der die Kräfte deutlich wirksam und gut beobachtbar sind.
Da hat aber letztlich jeder Astrologe seine eigene Pragmatik, oder Beurteilung, und es gibt zu viele Besonderheiten (damit verschiedene Ebenen), die eine allgemeine Regel unmöglich machen.
Es gibt eine Klassische Astrologie und eine klassische Astrologie (klassisch klein geschrieben). Diesen Unterschied sollten sich die Hardliner der Klassischen Astrologie vergegenwärtigen, bevor sie wieder mit dem Aburteilen beginnen, dass dies oder das ja keine echte Klassische Astrologie sei. Als ob man klassische Grundsätze nur auf eine bestimmte Astrologie anwenden könnte.
Ich glaube, in der
Musik und bestimmten Stilepochen der Kunst kann man von Klassik reden,
die einen Rückbezug auf die Antike vollzieht, und was vor allem die
Formensprache betrifft. Diese Ästhetik der Alten ist geleitet von der Idee des Schönen.
Für
die Astrologie aber müssen wir in Betracht ziehen, dass das antike
Verständnis der Astrologie zwar tiefgründig war, aber zudem auch sehr
eng gefasst war. In Teilen offenbart das antike und mittelalterliche
Wissen die fehlende psychologische Komponente (Menschen- und
Seelenkunde). Wahre antike Astrologie müsste hingegen Sehertum gewesen sein.
In der Astrologie ist meiner Meinung nach klassisch all das zu nennen, was eine solide und unveränderliche Grundordnung der wirkenden astrologischen Faktoren betrifft. Insofern stellt sich damit Wahrheit dar. Schreibt man Klassische Astrologie, also Klassik als Nomen, dann beschreibt man einen Rückgriff auf die Methoden alter Astrologen. Ob sich die alten Methoden völlig nachvollziehen lassen, bezweifle ich aber sehr. Letztlich muss eine Deutung geleistet werden, und das geht nur über das Hier und Jetzt und den heutigen Bedingungen psychologischer oder kultureller Wissensbestände.