

Ein Faktor der auf 6° Widder steht (6° des Zodiaks), hat seinen exakten Spiegelpunkt auf 24° Jungfrau (174° des Zodiaks) und umgekehrt: ein Faktor auf 24° Jungfrau hat seinen Spiegelpunktgrad auf 6° Widder. Diese sind direkte Spiegelungen und können als eine Art Konjunktion bezeichnet werden (in der Zeichnung gelb eingetragen).
Es gibt auch Spiegelpunkte, in die ein Aspekt fällt. Ein Beispiel für ein Spiegelpunkt-Quadrataspekt: Ein Planet auf 21° Waage hat seinen natürlichen Spiegelpunkt auf 9° Fische. Ein anderer Planet steht auf 9° Schütze und fällt so mit einem Quadrat in den Spiegelpunktgrad auf 9° Fische. Die Beziehung des Planeten auf 21° Waage zu seinen Spiegelpunkt wurde in der Zeichnung gelb eingetragen.
Und es würde sich um eine Spiegelpunkt-Opposition handeln, wenn neben dem ersten Faktor auf 21° Waage der zweite Faktor auf 9° Jungfrau stünde: Sein Oppositionsaspekt fällt auf 9° Fische, dem natürlichen Spiegelpunkt des Planeten, der auf 21° Waage steht.
Auch der Planet auf 9° Schütze hat seinen natürlichen Spiegelpunkt, dieser liegt auf 21° Steinbock. Es ist leicht zu sehen, dass der Faktor auf 21° Waage dorthin (auf 21° Steinbock) einen Spiegelpunkt Aspekt (als Quadrat) wirft.
Man denkt sich einen Faktor mit seinem natürlichen Spiegelpunkt. Fällt in den Spiegelpunkt direkt kein Faktor, aber ein Aspekt (Quadrat, Opposition), so wird dieser Spiegelpunktaspekt als indirekte Spiegelung bezeichnet.
Empfohlener Orbis bei Spiegelungen beträgt 2° für alle Faktoren, und zuweilen 3° für die Lichter Sonne und Mond. Wie bei den normalen Aspekten wirkt ein gradgenauer Spiegelpunkt umso stärker.
Allgemein wird den Spiegelpunkten zwar eine aspektähnliche Wirkung zugesprochen, indem die Faktoren durch die Spiegelung einfach zusammengeführt sind. Sie stehen für eine Empfindungshaltung und Erwartungshaltung, und wecken inneres Potential oder einen inneren Wunsch (Kristallisation eines Willens zur Gestaltung), eine Idee. Aber der Spiegelpunkt ist kein Aspekt, ihm fehlt die Aspektqualität (eines Quadrates, eines Trigons usw.). Dennoch verbinden sich auf diese Weise der Spiegelung zwei Planeten oder andere Faktoren.
Der Horoskopinhaber kann die beiden Fakoren - bedingt durch die Spiegelpunktverbindung - zusammenbringen, weil es durch die Spiegelpunktverbindung ihm nahelegt ist, diese Möglichkeit zu ergreifen. Es wird ein Bewusstseinsinhalt geschaffen, oder die betreffende Thematik kann leicht ins Bewusstsein geholt werden. Daraus erwächst auch eine Motivation, gewisse durch den Spiegelpunkt angezeigten Wege zu gehen.
Merkur im 3. Haus im
Spiegelpunktquadrat von Neptun im 11. Haus
könnte zum Beispiel dem Horoskopeigner als zwingende Auseinandersetzung
erscheinen, die man im Umfeld (getrieben von der Sehnsucht nach
Gesinnungsgenossen/Haus 11) führen muss oder sollte (das Quadrat
erzeugt den Impuls eines Wollens, eines Sollens, oder Müssens, die Energien sind in
Reibung - ob von aussen oder innen hervorgerufen); als Spiegelpunkt erscheint es dem Horoskopeigner als
leichter Wollensantrieb, verursacht durch die Beteiligung beider
Planeten über die Spiegelpunkte.
Es
lohnt sich, die Spiegelpunkte in Horoskopen von guten Bekannten
anzuschauen, Leuten die man kennt und denen man mitunter auch nahe ist,
um sich der Wirkung von Spiegelpunkten bewusster zu werden.
Gelegentlich kann man Zusammenhänge erkennen, die einem gewisse
Mentalitäten erklären, die man beim Geborenen findet. Umso besser man
jemanden kennt, desto besser kennt man gewöhnlich auch seine
Mentalität, Einstellung, die Art und Weise, wie er Dinge bewertet oder
was ihm wichtig ist. Dabei können Spiegelpunkt-Quadrate und
-Oppositionen ein zwingendes Thema oft gut veranschaulichen.
Faktoren, die durch einen Spiegelpunkt verbunden sind, wirken oft zunächst verborgen und untergründig auf den Horoskopeigner, und bilden eine innere Struktur aus, die man vielleicht als Bewusstseinsmatrix beschreiben kann; es ist keine Struktur, die deutliche Formen und Komplexität aufweisen würde, aber dennoch eine deutliche Kontur, einen Weg zu handeln oder zu denken bedeuten kann.
Verbinden sich Merkur und Venus im Spiegelpunkt, ergibt das den Zusammenhang der üblichen Aspektbedeutung dieser beiden Faktoren, nur wirkt sich diese Verbindung vorwiegend bezogen auf den Bewusstseinsinhaber aus, und nicht von aussen. Etwa im Sinne eines Interesses, von Ideen, einer Motivation, einer naheliegenden Möglichkeit, auf die man zurückgreifgen kann oder möchte, weil man sie als solche wahrnimmt. Was man nicht wahrnehmen kann oder wahrnehmen wird, kann auch nicht als Möglichkeit erkannt werden. Verbindungen aus Aspekten, Nebenaspekten oder Spiegelpunkte bringen uns zu den Möglichkeiten, die in diesen Aspekten liegen, weil wir sie wahrnehmen können. Solche Verbindungen können uns einen Teil der Antriebe eines Menschen veranschaulichen - weshalb man in gewisser Weise Dinge zu tun gewollt ist, oder in gewisser Weise über eine Sache denkt.
Diese Energie ereignet sich im Leben dadurch, dass der Bewusstseinsinhaber sich entsprechend verhält und reagiert, in einem Beispiel mit Merkur und Pluto etwa zu zwanghaften Denken neigt, oder das Denken als Machtfaktor zB zu zwanghaftem Redefluss führt, weil er auf diesem Weg besonders leicht kommen könnte. Oder aber man findet einen Weg zu tiefgründigen Analysen oder kann verborgene Bedeutungen durchschauen.
Es sind Ideen, die - verursacht durch den Spiegelpunkt - zu einem Rückgriff auf die beteiligten Planeten anregen; beinahe wie ein Impuls, der als Möglichkeit existiert; ein Spiegelpunkt verursacht nicht konkret dieselben Manifestationen wie bei den Aspekten, sondern es ist wie eine naheliegend erscheinende Möglichkeit, auf die man zurückgreift. Indem man sich über die tiefsitzenden Motivationen bewusst wird, kann diese Verbindung natürlich auch eine starke Beherrschung im positiven Sinne ausdrücken und sich als Gabe zeigen, indem erkannt wird, wie die Gedanken (Merkur) auch die Emotionen (Pluto) beeinflussen.
Man könnte diesen und andere Spiegelpunkte bewusst als Impuls wahrnehmen, als Idee. So wie eine platonische Idee, ohne dass sie sich in der Wirklichkeit ereignet hätte, und die zunächst ohne Erscheinung ist, und nur als Idee hinter einer Erscheinung bestehen kann (vrgl.: Zeichen, die niemals Erscheinungen werden, sondern sich nur durch die Planeten auswirken). Nur durch die Verbindung von Planeten und unserer (bewusste oder unbewusste!) Entscheidung, wird die beteiligte Energie dann ausgedrückt, weil ein Weg (durch die Spiegelung) entsteht. Es entsteht ein Bewusstsein über die so verbundenen Energien oder Themen. Steht die Sonne in Spiegelpunktquadrat mit dem Pluto, erkennt (Spiegelpunktverbindung) der Horoskopeigner die Notwendigkeit (Quadrat), Macht über das zu gewinnen, was seine Persönlichkeit ausmacht, also Macht über die Einstellung, das Denken und Gefühle. Er könnte andererseits es als deutlich erleben (weil Spiegelpunkt), wann immer unbewusste Strukturen seines Selbst die Macht gewinnen und gegen seine eigenen bewusst-mentalen Zielsetzungen stehen (Sonne/Pluto Thema). In der Empfindung und Erlebnisart, lenkt sich die Bewertung eines Erlebnisses oder einer verdichteten Erfahrung, in die Richtung der zusammenkommenden Planetenthematik. Der Spiegelpunkt bietet einen Kanal, die Welt so zu erleben und einzuordnen, je nachdem, welche Planeten es sind, die sich durch den Spiegelpunkt "anbieten".
Mir scheint, dass man auch oft die Wahl hat, zwischen den Spiegelungen. Man kann auf die eine Seite kommen, und diese betonen oder die Sache aus der anderen (gespiegelten) Perspektive betrachten.
Es sind
anscheinend die
Spiegelpunkte anders als wie die normalen
Aspekte, sehr viel mehr auf das Bewusstsein und die innere Motivation
bezogen, werden also nicht wie bei den im Zodiak materiell
anzutreffenden
Planeten von
aussen an den Horoskopeigner herangetragen, obwohl das in manchen
Momenten ebenso möglich ist, wenn bereits andere Konstellationen eine
gewisse Grundenergie liefern, die durch einen Spiegelpunkt ähnlicher
Planetenthematiken dann noch mal zugespitzt wird. Spiegelpunkte
bilden wirksame Zusammenhänge, aber anscheinend vorwiegend auf
der
Ebene des Bewustseins.
Der Astrologe Frank Glahn hat sich intensiv mit Spiegelpunkten
beschäftigt. Zitat: "Und so kommen wir zu der überraschenden
Entdeckung, dass die Planeten selbst die Ereignisse verursachen oder
anzeigen, und die Spiegelpunkte die inneren Gründe, die zum Handeln
geführt haben". Klaus Wessel betont den lunaren Charakter der
Spiegelpunkte als (emotionalen) Wunsch, was mir eine sehr stimmige
Beschreibung scheint. Der Spiegelpunkt ist sozusagen ein sensitiver Punkt mit der Eigenschaft von Schatten - und ich
stelle mir des öfteren vor, wie der Aszendent die Geburt aller
sensitiven Punkte markiert und der Aszendent ebenso etwas gemeinsam hat mit dem
Mond, in seinem Bezug auf die Instinkte und das innere Selbst.
Es ist durchaus denkbar, dass auch eine Spiegelung über die veränderlichen oder fixen Zeichen enorme Deutungsmöglichkeiten offenbaren. Denn diese Spiegelungen, das ist das entscheidende, werden stets anders lauten, wenn sie die Qualität verlassen (also wenn man von kardinalen Zeichen zu fixen oder von veränderlichen zu fixen kommt usw.). Wichtig ist nur, dass sich die grundlegende Bedeutung der jeweiligen Spiegelungen auch ändern könnte. Wir reden hier sozusagen stets von der kardinalen Qualität, da über Krebs/Steinbock gespiegelt wird.
Die kardinale
Achse gilt seit jeher als die Beschreibung manifestierender Kräfte,
deshalb sind die Spiegelungen über diese Achsenpunkte naheliegender.
Diese
Besonderheiten verschiedener Möglichkeiten zu spiegeln, müssen noch
weiter untersucht und erforscht werden. Tatsache ist, eine Spiegelung
über Widder/Waage wird dieselben "Verbindungen" schaffen, wie bei einer
Spiegelung über die andere kardinale Achse, nämlich Krebs-/Steinbock.
Nur die Vorzeichen ändern sich, aus einer Konjunktion mit einem
Spiegelpunkt wird eine Opposition. Letztendlich könnte sogar egal sein,
ob eine Opposition auf den Spiegelpunkt vorliegt oder ein Quadrat oder
eine Konjunktion, und es jedes Mal dieselbe Art der Verbindung ist.
Ich
gehe davon aus, dass beim Wechsel der
mundanen Achsen in ihrer QUALITÄT (also zB eine Spiegelung über die
fixe Achse Skorpion/Stier), auch die Deutungsperspektive eine ganz
andere sein
muss. Einmal geht es um die kardinale Energie, mit dem Thema
Manifestierung, und einmal um die fixe Achse, mit dem Thema Bewahrung,
Verinnerlichung oder vielleicht auch Gewahrsein. Vielleicht kann die
fixe Achse auf Talente, verinnerlichtes Wissen oder
Selbstverständlichkeiten ebenso wie Quellen innerer Stärke
hindeuten. Das alles muss noch weiter erforscht und
auch
begründet werden; es ist aber schon offensichtlich, dass man der
Grundstruktur des Zodiaks und auch der Bedeutung einzelner Zeichen
näher kommt, indem man die Zeichen in der Ordnung zueinander
betrachtet, wie sie sich diese durch Spiegelungen ergibt, worunter aber
auch die Spiegelungen über die beiden anderen Qualitäten zählen
(zwangsläufig muss sich natürlich die Perspektive jeweils ändern, so
wie sich auch die Perspektive ändert, je nachdem ob wir es mit
veränderlich oder fix zu tun haben usw.
Eine weitere Idee könnte
dabei übrigens sein, dass man den Quadrataspekt als von Konjunktion und
Opposition (in Bezug zu Spiegelpunkten) unterscheidet; denn Konjunktion
und Opposition tauschen ihr Gesicht, wenn man die kardinale
Zeichenachse tauscht, aber Quadrat bleibt Quadrat.
Vorläufig kann man folgende Annahmen in Bezug zu Aspekten auf
Spiegelpunkte bilden:
Bei Aspekten
auf Spiegelpunktgrade
(Opposition, Quadrat) - werden
wahrscheinlich die jeweiligen Schattenseiten der beteiligten
Planeten vermehrt betont werden (im Vergleich zum Umstand, als hätten
sie keinen
Spiegelpunktaspekt), und was vielleicht weniger als innere Reibung, als
wie ein innerer Konflikt erfahren
werden
könnte - wie bei normalen Aspekten vermutlich bedingt durch eine
fehlende
bewusste Integration der beteiligten Faktoren.
Ein bestehendes Mißverhältnis der beteiligten Faktoren zueinander (durch andere, herkömmliche Aspektbeziehungen verursacht), wird bei Quadraten und Oppositionen auf Spiegelpunktgraden dadurch etwas mehr betont. Aber andererseits auch die Auseinandersetzung in der Motivation noch einmal in den Vordergrund gerückt, das heisst, jemand der schon eine reale Opposition zweier Planeten im Radix hat, wird mit einer Spiegelpunktopposition zusätzlich bestätigt, dass dies eine zwingende Auseinandersetzung bedeutet.
Quadrate bleiben bei diesen zwei Methoden einer Spiegelung auf der kardinalen Achse (also Krebs/Steinbock und Widder/Waage) jedoch dieselben.
Aspekte auf Spiegelpunkte sollte man sich nicht wie eine klassische Aspektverbindung vorstellen, sondern als ein Aspekt oder ein Planet, der direkt in den Spiegelpunkt (Schattenpunkt) eines Planeten fällt.
Vielleicht kann man in Horoskopbeispielen irgendeine Wirkung nachvollziehen, die einem veranschaulichen wird, wie das im einzelnen wirkt.
Befinden sich zwei
Planeten schon
im normalen Aspektverhältnis
zueinander, bilden im Spiegelpunkt aber einen Oppositions-
oder
Quadrataspekt, wirkt sich dies wahrscheinlich als untergründige
Spannung aus. Auf der einen Seite wird zB ein Trigon Aspekt die
entsprechenden Qualitäten als Möglichkeit an einen herantragen, doch im
Untergrund besteht eine Spannung im Spiegelpunktverhältnis. Gertrud
Hürlimann ("Astrologie";
Oesch Verlag) spricht in diesem
Zusammenhang von einem Mißverhältnis, das sich kritisch auswirkt.
Weiterhin spricht Hürlimann von latenten Charakteranlagen, von
Absichten und Überzeugungen, die Ursachen eines Geschehens, die Art und
Weise des Fühlens und Denkens.
Ist der Spiegelpunkt direkt (Konjunktion), und ein Aspekt hat
Spannung (Quadrat, Opposition etc.), könnte die Integration bzw.
Erlösung der aspekthaften Spannung vom Bewusstsein her vielleicht
leichter bewerkstelligt werden.
Die "Idee" wird leichter erkannt.
Allgemein drücken bei solchen Konstellationen Spiegelpunkt und
Aspepte zwischen Radix
Faktoren einen Unterschied aus. Die Radix Faktoren zeigen die
Wirkung auf
das Erleben, zeigen das Sichtbare und die Auswirkungen,
also das Ereignis. Die Spiegelpunkte können tatsächlich als Motivation
aufgefasst
werden, etwas, das dem Horoskopeigner wichtig schien; und mir ist, als
sei es ganz besonders wichtig, das Wort "scheinen" dabei zu betonen:
"Er
schien sich einer besonderen Möglichkeit (Motivation) bewusst." Es
braucht bei einem Spiegelpunkt keine Reflektion stattfinden, es ist ein
Impuls, wie ein bereit stehender Gedanke.
Es kann der Weg des
leichtesten
Widerstandes bedeuten, oder die Neigung des Horoskopeigners, sich den
Motivationen dieser Planeten bewusst zu sein, die durch Spiegel-Punkte
verbunden werden - wobei der Spiegelpunkt ein Schattenpunkt des
Planeten
ist.
Spiegelverhältnisse und Aspektverbindungen befinden sich auf zwei Ebenen und müssen dementsprechend auch gedeutet werden. Die Spiegelung ist nicht weniger bedeutsam, und stets hintergründig, "unter" dem Radix, den normalen Aspekten nachgelagert, im Verborgenen, und daher vielleicht auch nicht immer bewusst und ein Spiegelpunkt kann regelrecht den Schatten eines Menschen repräsentieren. Ist er sich bewusst, über diese zusätzliche Motivation, verfügt er über eine zusätzliche Chance, die er im Leben mit diesen Motivationen und Gedanken verwirklichen kann. Die Chance für den Horoskopeigner besteht darin, dass er diese Kräfte ansonsten gar nicht zu fassen bekommen würde, hier aber sind sie durch einen bestimmten verborgenen Mechanismus verbunden.
Die Spiegelpunkte
laufender
Planeten
offenbaren eine Besonderheit des Tierkreises (in Bezug zum Phänomen
Spiegelpunkt):
Wenn ein Planet von 1° Widder fortläuft zu 29° Widder,
so wandert der Spiegelpunkt rückwärts durch das Spiegelzeichen
Jungfrau, von 29° beginnend
in Richtung 1° Jungfrau. Die Spiegelung kehrt die Bewegungsrichtung um.
Dieses Phänomen erinnert stark an die überlieferte Bedeutung des
Krebses, der sich im Rückwärtsschritt fortbewegen kann. Damit
scheint ein Indiz für die Bedeutung der Krebs/Steinbock Achse gegeben
zu sein. Ein Bezug in die Vergangenheit, in den Schatten. Jeder
Schatten ist erst geworden, indem etwas anderes wurde. Der Schatten ist
also immer das Produkt eines anderen Anfangs.
Bei einer Spiegelung über die Krebs/Steinbock Achse spiegeln
sich die
kardinalen Zeichen stets in den veränderlichen
Zeichen. Jedoch spiegeln sich die fixen stets in den fixen Zeichen. Ein
interessanter Zusammenhang, der die fixen Zeichen in ihrer gewissen
Macht herauszustellen scheint, oder auch ein Hinweis auf die
Dynamik des Zodiaks, bei der die kardinalen Zeichen und ihr Impuls des
Manifestierens von den veränderlichen gespiegelt und verarbeitet
werden, aber die fixen Zeichen vielleicht für so etwas wie einen fixen
Dreh- und Angelpunkt bilden - einerseits stehen die fixen Zeichen für
persönliche (innere) Stärke und andererseits für die Möglichkeit des
Speicherns, ja des Seins
überhaupt. Was wäre eine Geburt (durch die kardinalen Zeichen), wenn es
nichts gäbe, was bewahrend wirkt, und das Sein auszubreiten hilft?
Das Feuer Element spiegelt sich stets im Erd Element, das Wasser
Element stets im Luft Element.
Eine
Spiegelung über die
Widder/Waage Achse bringt dieselben Verbindungen hervor, nur macht
diese Achsenänderung aus einem Spiegelpunkt, der als Konjunktion
vorliegt (zB Venus auf 22° Zwillinge spiegelt sich direkt auf 8°
Krebs), eine indirekte Opposition (die Venus auf 22° Zwillinge würde
auf 8° Steinbock direkt gespiegelt), womit sich die
(Deutungs-)Perspektive - bedingt durch den Wechsel der
zugrundeliegenden mundanen Achsen - ändert, aber die Verbindungen
(Aktivierungen) bleiben dieselben.
Bei der
Spiegelung über
Widder/Waage würden sich das Element Feuer in Wasser spiegeln, und Erde
in Luft. Die Spiegelung der Zeichenqualität (kardinal/veränderlich)
bleibt indessen dieselbe.
Eine andere Bezeichnung für Spiegelpunkt ist Antiszie. Die Spiegelung über Widder/Waage wird Gegenantiszie genannt.
Spiegelung
über die Achse Stier/Skorpion (0° Stier):
Stier spiegelt sich in
Widder. Zwillinge in Fische. Usw. - Auch über Wassermann/Uranus wird es
dieselben Verbindungen geben, wenn auch aus Konjunktionen Oppositionen
werden.
Spiegelung über Jungfrau/Fische (0° Fische):
Fische
spiegelt sich in Wassermann. Widder in Steinbock. Usw.
Interessant ist, dass bei Spiegelungen über fixe oder veränderliche Zeichen auch Zeichen gespiegelt werden, die im normalen Zodiak im Trigonverhältnis zueinander stehen, zB Schütze und Widder bei einer Spiegelung über Jungfrau/Fische.
Noch eine Anmerkung, als Hyopthese:
Wenn man sich überlegt, dass zB Krebs sich im Zwillinge spiegelt, könnte man eine Analogie erwarten. Diese gespiegelten Zeichen zeigen eine Beziehung zueinander, enthalten einen Stammbegriff, der beides eint. Zum Beispiel kann man bei Zwillinge und Krebs von Funktionalität sprechen. Der Merkur in seiner Zwillingequalität sucht sich die Funktionalität des Intellektes, und der Krebs sucht sich die Funktionalität der seelischen Eigenart. Die Schattenbeziehung zeigt, wie leicht das eine das andere bedingt oder beeinflussen kann. Starke Emotionen trüben das Denken, und duale oder einseitige Vorstellungen von der Wirklichkeit hemmen die Gefühlswirklichkeit.