Nebenaspekte bedeuten subtile Einflüsse, zusätzliche Motivationen und hintergründige Impulse. Nebenaspekte werden die durch die Hauptaspekte gegebenen Rahmenbedingungen zusätzlich färben, und die Psychologie eines Menschen mit zusätzlichen Motivationen und Nuancen versehen.
Die
Dynamik und richtungsweisende Kraft der Hauptaspekte werden
die Nebenaspekte sicherlich nicht
erreichen, aber es ist Tatsache, dass die Nebenaspekte wirken.
Der
geläufige
Satz: "dass man schon sehr feinfühlig sein muss, oder als
Horoskopeigner
eine gewisse
Ausgeglichenheit mit sich bringen muss, damit solche Aspekte erst
wirken und beobachtbar sind", bedeutet meinem Empfinden
nach eine
hohle Phrase, die
entstanden ist, weil diese
Nebenaspekte noch weitgehend unerforscht sind.
Vielleicht
meinte man die ganze Zeit sogar, nicht der Horoskopeigner muss
feinfühlig sein, um sie zu nutzen, sondern der Astrologe, um sie zu
erkennen.
Es liegt nahe, alle Aspekte, die sich durch 360 Grad teilen lassen, als Hauptaspekte zu definieren - doch meine ich, dass Halbsextil und Quinkunx nicht zu den Hauptaspekten gehören. Die Wirkung und Offensichtlichkeit vor allem des Halbsextils ist nicht so gegeben wie ein Quadrat oder Konjunktion. Ein Quinkunx kann aber eine sehr wichtige Information beitragen, und ich würde sagen, unter den Nebenaspekten allgemein ist das Quinkunx der stärkste Aspekt. In Bezug zu den Hauptaspekten ist das Quinkunx noch vergleichbar mit dem Trigon. Also durchaus das Quinkunx nicht vernachlässigen!
Ich benutze zur Deutung von
Geburtshoroskopen sowohl Halbsextil und noch mehr das Quinkunx.
Für die
Mundanastrologie und Stundenastrologie berücksichtige ich das
Halbsextil sehr viel weniger, aber ganz manchmal das Quinkunx.
Man trifft übrigens das Halbsextil nur sehr viel seltener an, als wie das Quinkunx, da das Quinkunx einen grösseren Orbis erhalten kann.
Sextil
und Trigon zählt man zu den
Hauptaspekten, da sie einerseits deutlich genug wirken und andererseits
auf einer 30° Ordnung basieren. Jeder Aspektwinkel,
in der die
Zahl 30 ein bis sechs Mal enthalten ist, gehört zu der 30° Ordnung.
Und
zu dieser Ordnung gehören auch das Halbsextil und das
Quinkunx.
Nun
sagt eine 30° Ordnung als Skala natürlich nichts darüber aus, ob diese
Aspekte wirksam sind
und in welcher Weise - die Erfahrung legt jedoch den Schluß nahe, dass
diese 30° Ordnung einen tieferen Sinn enthält und man das Quinkunx und
Halbsextil zu den Hauptaspekten zählen kann.
Als
Orben kommen meiner Erfahrung nach maximal 1° für alle beteiligten
Faktoren in
Frage, obwohl man
den Orbis für Sonne und Mond evtl. etwas vergrössern kann auf
max. 1.5° - aber nur bei manchen Nebenaspekten, die sich nicht mit
anderen überschneiden: Es ist zu beachten, dass
zum
Beispiel das Undecil mit dem Winkel von
32,72° sehr nahe am Halbsextil (30°) ist, und das Biseptil mit 102,85°
sehr nahe am Trilin (105°) ist. Bei einem Orbis von etwa 1.5° wäre ein
Planet auf 103.5° sowohl zum Biseptil als auch zum Trilin zu rechnen.
Aber Biseptil und Trilin weisen Unterschiede auf.
Um
eindeutige
Aussagen zu
gewinnen,
sollte
man daher die Nebenaspekte eigentlich stets unterhalb 1° halten. Das
Quinkunx wird jedoch noch spürbare Wirkung bei 2° aufweisen,
und
der
Orbis kann beim Quinkunx bei Beteiligung von Mond oder Sonne
auch
2.5°
betragen. Das Halbsextil sollte keinen grösseren Orbis als etwa 1.3°
erhalten.
Ich konnte zudem beobachten, dass die Wirkung bei den Nebenaspekten (ausgenommen Quinkunx!) zunehmend und rasch abnimmt, je grösser der Orbis wurde (über 1.5°). Einzig das Septil ist von allen Nebenaspekten in einem ziemlichen Abstand zu anderen Aspektwinkeln, so dass man seinen Orb auf 2° ansetzen kann, weil es hier keine Einmischung von anderen Aspektwinkeln gibt.
Was
die verschiedenen Beschreibungen angeht, die man hier und dort über
Nebenaspekte in der Literatur findet, sollte man deren vermeintliche
Widersprüchlichkeit nicht immer auf Fehldeutungen, sondern auch auf
verschiedene Perspektiven beziehen. Mit der Zeit verdichtete sich das
Wissen zum Beispiel über Quadrate, und man ist längst aus der Falle der
Einseitigkeit gelangt, wo man meint, es könne nur eine Wahrheit geben -
sondern es sind eben verschiedene Ansichten der einen Wahrheit.
Auch
gibt es schliesslich viele Astrologen, die keine Sextile und Trigone in
der Deutung berücksichtigen, da sie das Quadrat als
hervorragende
dynamische Faktoren sehen, während andere Astrologen in den Sextilen
und Trigonen massgebliche Stabilisierungsstützen der psychichen
Ausgeglichenheit sehen.
In
ihrem Buch "Aspekte und Aspektbilder" wies Karen Hamaker Zondag darauf
hin, dass der Zeichenhintergrund bei allen Nebenaspekten sehr
entscheidend ist.
Ein Anderthalbquadrat kann ja in untypischen Zeichen
gebildet werden, während ein Trigon typischerweise aufgrund des
Trigonverhältnis auch des Zeichenhintergrundes gebildet wird.
Diese
besondere A-Typik lässt sich auch bei anderen Nebenaspekten, ausgenommen dem
Halbsextil (1 Zeichen Differenz) und dem Quinkunx (5 Zeichen
Differenz), beobachten.
Konjunktion,
Sextil, Trigon, Quadrat, Quinkunx, Halbsextil bilden Abstände auf
Zeichenebene,
die durch die Zahl 360 Grad teilbar sind und gleichzeitig bei jedem Aspekt immer genau dasselbe
Verhältnis auf Zeichenebene wiedergeben. Der Ausdruck
Trigonverhältnis auf Zeichenebene bedeutet eigentlich nichts anderes
als dass es sich um eine Verbindung zwischen zwei Zeichen handelt, die
deutlich auf die Qualität des Trigons verweisen, und zwar elememtar
gesehen.
In jedem Fall verbindet sich mit der Aspektqualität eine besondere Zeichenqualität, was bei einem Aspekt eine Rolle spielen kann.

Hier
ein Beispiel eines Aspektes, das zwei nicht im Trigon zueinander
stehende Zeichen zu einem Trigonaspekt
verbindet. Das Trigon wird gebildet durch den Mond auf 29°
Skorpion, und Mars auf 2° Widder. Vom Aspekt her gesehen ist es ein
3 Grad genaues Trigon, also noch deutlich genug .
Von der Zeichenqualität - Skorpion und
Schütze werden verbunden - ist es ein Quinkunxverhältnis. Es wird also
die Qualität einer Entscheidungsschwierigkeit, Verneblung, dunkles
Ahnen und Sehnen hinzugefügt (Quinkunx der Zeichen).
Die Kraft und Wirkung eines Quadrates wird ein Trigon in so einem Fall nie erreichen können, aber es kann doch eine psychisch wirkende Komponente beigefügt werden, wenn das Trigon zwar vom Gradabstand (Aspektqualität) hilfreiche Gabe darstellt, aber die beteiligten Zeichen unvereinbare Energien beisteuern.
Wenn es sich um ein Quadrataspekt handelt, das von den Zeichen her eine Sextil- oder Trigonqualität hinzu gesellt bekommt, treten ebenso diese zusätzlichen Sextil- oder Trigonqualitäten in Erscheinung, subtil, und meist psychisch, zB als Motivation, Mentalität, Drang, Gespür usw..
Ein Quinkunx-Hintergrund könnte dem trügerischen Anstrich von Selbstverständlichkeit beim Trigon eine etwas spannungsvolle Suche oder auch eine gewisse Sehnsucht beigeben. Andererseits kann ein Quinkunx auch dafür stehen, dass wir ein Auge für ein bestimmtes Ziel entwickeln und mit der Zeit endlich verwirklichen.
Es kristallisiert sich möglicherweise mit dem Quinkunxanteil eine Art geheimes, tief gründendes Streben heraus, diesen Aspekt auch verwirklichen zu wollen , also die beteiligten Planeten zum Ausdruck zu verhelfen um eine Brücke über ein quälendes Verlangen (des Quinkunx) zu schlagen - und es lassen sich auch andere Möglichkeiten denken, wie dieser Quinkunxhintergrund auf die zugrundeliegende Trigonqualität des Aspektes mit wirken wird. Das kann auch negativ bedeuten, dass man das Talent des Trigons noch mehr aus den Augen verliert, wie es bei einem Trigon an sich schon der Fall sein kann, weil man evtl. mit dem Quinkunxanteil glaubt, zu viel leisten zu müssen um die Früchte zu ernten, und dass es sowieso nie ganz ausreicht. Erst in der Tat stellt sich heraus, dass die Schwierigkeiten geringer sind und die Möglichkeiten und Chancen grösser, als in der mentalen Annahme.
Hamaker
Zondags Annahme, dass
bei Beurteilung zB des Anderthalbquadrates die Zeichenwirkung sehr
entscheidend ist, konnte ich prompt bestätigt finden. Ein solcher
Ansatz ist sehr wertvoll.
Diese Zeichenqualität, die auf bestimmter
Ebene jeder Planetenverbindung dem eigentlichen Aspekt hinzu zugegeben wird, spielt bei allen Aspekten
eine Rolle. Aber insbesondere, wenn nämlich zB ein Trigon vom Zeichen her gesehen eine
Quadratqualität oder Qinkunxqualität hinzubekommt.
Hierbei erhät also die Zusammenführung der verbundenen Zeichen an sich eine besondere Aufmerksamkeit, was besonders bei den Nebenaspekten ja einige Varianten kennt (zB Anderthalbquadrat). Denn der Gradabstand wird nur durch den Zufall relativ wiederkehrende Erscheinungsart haben, ist aber praktisch gesehen immer wieder anders auf Zeichenebene gegeben.
In der Feinbeurteilung ergeben sich sowieso sehr viele Unterschiede. Auch
das Halbsextil kann zwischen Wassermann und Fische gebildet ganz anders
wirken, als wie zwischen Fische und Widder, oder Jungfrau und Waage. Da
entstehen ganz spezifische Wirkungen der Verbindung dieser jeweiligen Zeichen, wenn auch nicht überaus stark in
Erscheinung tretend. Es kann aber eine wichtige Nuance sein, die vieles
andere erklärt.
Daher lohnt es sich auch für
einen Anfänger, stets sich in die Bedeutung der Zeichen weiterzubilden,
um dann auch Nebenaspekte und überhaupt Aspekte besser verstehen zu
können. Denn die Zeichenebene kann einen nützlichen Ansatz bilden, um überhaupt Aspekte nachzuvollziehen.
Überhaupt
ist es eigentlich noch eine dritte Ebene, die man beachten sollte:
Nämlich wie der eigentliche Planet in Bezug zu dem jeweiligen anderen
Zeichen, mit dem er ja verbunden wird, steht. Ein Mars in Widder wird
in der Skorpion-Energie sicher ein anderes Trigonverhältnis finden, als wenn der Trigonaspekt von Mars in Widder zu
einem Planeten in Krebs gebildet wird.
Der Mars in Stier erhält mit einem Trigon zu einem Planeten in
Waage ebenso ein anderes Trigonverhältnis. (In diesen
Beispielen wird der Trigon Aspekt über die Zeichengrenze hinweg
gebildet).
Das bedeutet die Fragestellung:
mit welchen Energien ist der Planet, zB Mars schon ausgestattet, und
wie verhält sich diese Zeichenenergie, in der Mars steht, zu den
anderen Zeichen, mit denen Mars via Aspekt zu anderen Planeten
verbunden wird? Mars wird eine ganz andere Grundlage haben, wenn er in
einem guten Zeichen steht (zB Widder), um einen Planeten "zu
ertragen", der für Mars nicht so geeignet ist, zB Uranus.
Das alles führt uns vor Augen, wie
hilfreich es ist, die gesamten vor allem energetischen Ebenen der astrologischen
Zusammenhänge zu beachten. So wie also die Lebensinhalte und zu untersuchenden Sachverhalte auf unterschiedliche
Weise im Radix zusammen kommen oder gedeutet werden können.
Wer die Astrologie-Software Astroplus besitzt, kann sich ein Layout Set herunterladen, welches ich eigens für die Darstellung der Nebenaspekte gestaltet habe - mit der Auswahl aller unten angegebener Winkel in den angemessenen Orben.
Halbsextil
(Duodecil)
Undecil
Tridecil
Decil
Quintil
Biquintil
Nonil
(Nonagon)
Binonil
Quadrononil
Septil
Biseptil
Triseptil
Halbquadrat
Anderthalbquadrat
Bilin
Trilin
Quinkunx
Tao
30°
32,72°
108°
36°
72°
144°
40°
80°
160°
51,42°
102,85°
154,28°
45°
135°
75°
105°
150°
165°
Die verschiedenen Themen des Radix verfeinern und verdichten sich mit einem entsprechenden Impuls dieser Nebenaspekte, so wie ein minimaler Impuls und eine hinzukommende Eigenschaft bei einem noch nicht entschiedenen Ausgang einer Sache, zu einer endgültigen Richtung oder Geistesart beitragen kann. Wobei man dann sagen könnte: die Nuance hat entschieden.
Ebenso
wie bei den Hauptaspekten gilt auch hier natürlich, dass die Planeten
in Zeichen und Häuser darüber bestimmen, auf welcher genaueren Art
diese Energien grundlegend zum Ausdruck gebracht werden. Wie diese
Aspekte also im Radix eingebettet in einen Zusammenhang sind.
Beim
Tao
zum
Beispiel
kann es wichtig sein, ob einer der beiden Planeten in einem Wasserhaus
steht, weil das Tao sich dann noch mehr als psychische Stimmung und
leichter Druck auf den Horoskopeigner offenbaren könnte, und
ansonsten eher eine mentale, geistige Beeinflussung durch das Tao
stattfindet
(als ein auferlegter Gedanke) .
Im Folgenden rechne ich auch Unterarten (d.h. Vielfache) zu den genannten Nebenaspekten, zum Beispiel Biseptil und Triseptil, wenn von Septil die Rede ist. Weitere Forschung und Erfahrung muss mir noch zeigen, wie die Unterschiede innerhalb dieser gleichartigen Aspektreihen genau beschaffen sind, zum Beispiel zwischen einem 40° Nonil, 80° Binonil und 160° Quadrononil. Ich stellte bislang fest, dass es in Bezug zur grundsätzlichen Natur der Aspekte anscheinend keine gravierenden Unterschiede gibt, aber dass es minimale Feinheiten schon geben könnte.
Einige der Nebenaspekte bringen einen kreativen Optimismus mit sich, und lassen es leicht und gefällig erscheinen, um zu einer harmonischen Fügung der beteiligten Planeten zu gelangen, was man auch als ästhetische Fügung betrachten kann. Dinge oder Sachverhalte zum Wohl zu bringen, bedeuten in diesem Sinne Gaben der Harmonie (besonders bei der Nonilreihe, Quintilreihe, und ein wenig auch bei der Decil-Reihe: Halbsextil, Decil, Undecil, Tridecil).
Andere werden bei unzureichender Verwirklichung die entsprechenden Planeten in eine Unausgewogenheit führen (Halbquadrate, Anderthalbquadrate, aber auch manchmal sogar die der Decil-Reihe) - und zwar je nach Art des Nebenaspektes eher deutlich (Halbquadrate) oder subtil und oft vage (Decile).
Das Tao wirkt oft nur innerlich, wird innerlich registriert und verarbeitet. Über diesen inneren Weg kann es jedoch das Verhalten beeinflussen. Es kann aber auch zurückhaltend machen (aus Zweifel oder Behutsamkeit vor den Folgen, sich auf etwas einzulassen). Als Schlagwort scheint der Begriff "Zweifel" zutreffend für das Tao zu sein.
Man
wird bei Halbquadraten und Anderthalbquadraten
mehr oder
weniger
oft anecken, oder
ergreift
Vermeidungsstrategien bezüglich dem Thema und dem Zusammenwirken der
Planeten (Halbquadrat). Wie bei Quadraten erhält der Charakter oder
Habitus einen gewissen Schneid.
Oder
neigt zu rigorosen oder unüberlegten
Entscheidungen und Wechseln von Standpunkten (Anderthalbquadrat),
woraus beim Anderthalbquadrat in günstiger Verwirlichungsart
auch
eine kreative Inspiration entstehen kann, weil man
sich zu neuen Möglichkeiten vorwagt. Oft wird man durch das
Anderthalbquadrat angeregt, erkannte Chancen zu ergreifen. Das
Anderthalbquadrat hat eindeutig uranische aber im Grunde
doch auch friedfertige Qualität, drückt sich vor allem mental
aus,
und
bildet eine Motivation, zu der man angeregt wurde, weil einem etwas
Bestimmtes auffällt, das man erreichen oder berücksichtigen möchte.
Die Chance, die man bei den Halbsextilen, beim Quinkunx und den Aspekten der Decil-Reihe ergreifen kann, muss man erst erkennen, während eine solche Chance sich beim Anderthalbquadrat zwar aufdrängt, aber oft zunächst eine richtige Haltung gefunden werden muss, bevor man die Chance in irgendeinem Umstand, der mit der Wirkung dieses Aspektes zusammenhängt, erkennt.
Ganz allgemein verkennt man bei allen Aspekten oft die Chance, weil der positive, wohlwollende Wille erst noch gebildet werden muss - ansonsten regiert der Zufall unserer Triebe, Gedanken oder Verlangen. Bei den Halbsextilen und Quinkunxen entsteht beim Verkennen auch der deutliche Eindruck, etwas nicht genutzt zu haben, und man verkennt die Chance, weil man nicht genau hinsieht. Als Kompensation wird man die betreffenden Planeten unausgewogen leben, zu sehr in der Schwebe lassen. Man hat vielleicht den Eindruck, dass man etwas versäumt hat.
Im allgemeinen bilden alle Nebenaspekte solche Chancen. Einige müssen noch als solche erkannt werden, andere treiben bereits zu deutlichen Haltungen an, die man noch verfeinern sollte.
Bei
der
Nichtbeachtung oder Verkennung der Chancen, tritt bei den Nebenaspekten
meist nur vage der Eindruck von
versäumten
Möglichkeiten auf, was also insgesamt
vom Horoskopeigner
unbemerkt bleiben kann - das wäre dann der günstigste Einfluß dieser
Nebenaspekte, weil sie in diesem Fall nur Chancen bieten, die nicht
ergriffen wurden.
Beim Anderthalbquadrat aber ist es so,
dass hier
oft
eine Handlung begangen wurde oder Entscheidung getroffen wurde, dessen
psychologische Ursache weitgehend unerkannt blieb: man wird zum
Beispiel durch die Umstände zu
irgendetwas gebracht und kann nicht mehr nachvollziehen, auf welche
Motivation in einem selbst das Handeln zurückging. In dieser Weise
wirkt das
Anderthalbquadrat und auch das Halbquadrat ähnlich wie ein "unerlöstes
Quadrat" (bei dem man sich den Energien überlässt und den Weg des
geringsten Widerstandes geht).
Entscheidend ist, dass manche Nebenaspekte oft genutzt werden, ohne dass man darum weiss (in diesem Sinne ähneln sie dem Sextil, das eine Chance bietet und zur Anpassung an Gegebenheiten einlädt, wobei die geleistete Anstrengung oft mühelos erscheint).
Ich glaube, umso mehr Spannung in einer Aspektart vorhanden ist, desto eher wird sich der Aspekt in der triebhaften Psychologie eines Menschen auswirken (Impulse des Handelns und der Zielstrebigkeit, des Dranges etwas Bestimmtes zu erreichen). Umso mehr formgebende Harmonie vorhanden ist (zB Nonile, Decile, Quintile), desto eher wird die Mentalität und Geistesart betroffen sein (die Art wie man denkt und die Art wie man schöpferisch sein will). Gleichwohl können auch die harmonischen Aspekte gewisse Triebregungen begünstigen, die Heftigkeit wird dann aber sicher von anderen Konstellationen/Aspekten/Zeichen herrühren.
Es fällt mit harmonischen Aspekten sehr leicht, ein bestimmtes mit dem Aspekt verbundenes Verhalten für selbstverständlich zu halten oder als Teil seiner Eigenart zu betrachten, ohne es weiter zu hinterfragen.
Die Quinkunxe
erscheinen als ambivalent. Das Auf und Ab des Lebens bringt die Chance
mit sich, dass man mittels eines Quinkunx sich auf die stets
wechselnden Polungen im Leben einstellen kann.
Es kann allgemein eine Sache in der Schwebe stehen.
Das Quinkunx kann entweder ein Auseinandergleiten des Willens, oder aber ein besonderes Antriebsmoment bedeuten. Im letzteren Fall nämlich macht sich die positive Facette dieses Aspekts bemerkbar, indem durch den grundsätzlichen Umstand, dass die beiden Zeichen nicht viel miteinander zu tun haben, das eine Zeichen dem anderen eine Hilfestellung leisten kann.
Möglich ist, dass man in die verborgenen Dinge des Lebens leichter Einsicht erhält. Dinge, die ahnbar unter der sichtbaren Wirklichkeit ihr Werk verrichten.
Auch
kann das Quinkunx allgemein ein Ziel in den Fokus stellen, das
einem im Bewusstsein sonst zu entgleiten droht. Deshalb wird man mit
der Zeit
immer wieder das Auge auf innere oder äussere Umstände richten,
um nach Wegen zu schauen, wie man dieses Ziel erreichen kann: Der
Lebenskampf mag sich in manchen Fällen sogar um dieses Ziel
drehen (wenn die Sonne ein Quinkunx bildet). Zunächst, also wenn ein
Thema erwacht, oder sobald man erwachsen wird und aus der Jugend heraus
kommt, dürfte man den Eindruck haben, es nicht schaffen zu können. Das
Ziel erscheint als Möglichkeit oder Chance, oder man verliert es
vorübergehend aus den Augen und hält es für nicht möglich zu erreichen.
Mit der Zeit des gelebten Lebens finden wir vielleicht dann doch noch
die reale Möglichkeit.
Phasen der
Resignation können mit Phasen der Ermutigung abwechseln. Hat man
das Ziel erreicht, kann ein neues Thema in den Fokus rücken, oder man
wendet das Gelernte an und führt es weiter, so dass man in irgendeiner
Art und Weise die Spannung der Unentschiedenheit weiter austrägt oder
auseinandersetzt. Ein einfaches Beispiel könnte sein, dass man anderen
bei ähnlichen Problemen, die man selbst in Bezug zu dem Thema hatte, zu
helfen weiss.
Mit dem Quinkunx entdeckt man beinahe spitzfindig oder hellhörig, das etwas möglich ist.
Vielleicht steht der Gedanke im Hintergrund, dass einem ansonsten etwas entgehen würde.
Beiden Zeichen , die beim reinen Quinkunx zustande kommen, will man, soll man
gerecht werden. Einerseits weist die versteckt bedrohliche Anreizung der verschiedenen Zeichen auf die benachbarte Oppositionsqualität hin, andererseits die Chance auf das benachbarte Trigon.
Das
Quinkunx liegt archetypisch gesehen zwischen Trigonzeichen und
Oppositionszeichen . Das schwebende Moment in der Qualität des
Quinkunx weist allgemein auch auf die Archetypik des 12. Hauses
oder auf die Archetypik des Neptun hin.
Im
Endeffekt kann bei Beachtung der Aspektqualität im Leben ebenso wie bei
der Opposition auch beim Quinkunx viel gutes und chancenreiches
entstehen.
Ein Vorteil ist, dass ein Quinkunx nicht unbedingt die manifestierenden, fixierenden und identifikationsträchtigen Kräfte der Opposition aufweist. Aber eben auch nicht die "Selbstverständlichkeit" des Trigons (man sagt dem Trigon eine Einwirkung auf den Charakter nach, die darin besteht, leicht etwas in irgendeiner Weise für selbstverständlich zu halten). Daraus ergibt sich das Potential eines durchaus stark antreibenden Aspektes, sobald man die Energien nicht mehr als verwirrend erlebt, und sich daraus einstellen konnte, so dass man nicht mehr zwischen Extremen hin und her pendelt, oder von Wankelmut und Unsicherheit abgelenkt wird.
Das Quinkunx gilt auch als ein
sozialer Aspekt - es kann um Kontrolle der Anderen oder Hilfe gehen,
die man anderen angedeihen lässt oder ihnen zugute kommen lässt. Die
Kontrolle erwächst vermutlich einer Motivation, wo man die Bedrohung
wahrnimmt, die ansonsten von anderen ausgeht, wenn man sie nicht
beeinflussen würde, um die Dinge zu richten.
Das Richten scheint übrigens ach ein wichtiges Schlagwort für das Quinkunx.
Die Septile können als von leicht neutraler Natur aufgefasst werden, doch muss bei ihnen auch etwas geleistet werden, sonst kann es hier auch um solche Eigenschaften wie Selbstverherrlichung, Borniertheit oder Inflexibilität gehen - Septile sind keineswegs von sich aus nutzbringend wie es oft bei Nonilen der Fall ist, verschaffen aber auch ein gewisses Maß an psychischer Integrität durch eine gewisse Stabilität, sofern man sich auf die beim Septil verbundenen Planeten einlässt und die beteiligten Energien in ihrer Gelegenheit wahrnimmt und sachgerecht einsetzt.
Die
Quintile
und
Biquintile sowie die Nonile sind
wohl die harmonischsten unter den
aufgeführten Nebenaspekten. Gerade das Nonil zeigt
anscheinend eine ganz eigentümliche Wirkung des geschmeidigen
Energieflußes.
Quintile
und Biquintile verursachen einen Reiz, sich mit
den beteiligten Planetenenergien auseinanderzusetzen. Einem
Reiz,
dem man
gerne folgt - beim Biquintil
ist es auch manchmal eine
aufreizende Art, die zur Exzentrik neigen kann. Daraus kann also
durchaus eine gewisse spannungvolle Atmosphäre entstehen, die der
Betreffende (meist unbewusst) erzeugt: vieles kann geschehen.
Allgemein
zeigen Quintil
und Biquintil
schöpferische Talente an, in Kunst oder Intellekt. Das Schöpferische
steht noch mehr im Vordergrund , wenn man mehrere dieser Aspekte in
seinem Radix hat. Etwas abgeschwächt gilt das auch für Decile.
Den Nonilen
fehlt dieser auffordernde Reiz, sie fördern jedoch deutlich die
Bereitschaft, sich auf die beteiligten Planetenenergien einzulassen und
man könnte in manchen Fällen auch sagen, dass Nonile eine
gewisse Selbstverständlichkeit hervorbringen, die in seltenen Fällen
aber auch
dafür stehen kann, eine "schlechte" Gewohnheit entstehen zu lassen: man
kommt dann zu den Planeten, die im Nonilaspekt stehen,
weil es - bedingt durch die Leichtigkeit und Zugänglichkeit - das
Naheliegendste für einen ist. Eine Gewohnheit wird dann
"schlecht", wenn man sie nicht verfeinert und an ein bewusstes Ziel
ausrichtet, und ein Verhalten oder eine Ansicht nur noch mechanisch
wachruft und gewisse Denk- oder Handlungsmuster für selbstverständlich
hält. Diese Muster entstammen den beteiligten Planeten und werden durch
die verschiedenen Aspekt unterschiedlich zusammen gebracht. Bei
einem Nonil
entsteht so gut wie keine Reibung und damit kann ein Nonil in
gewisser Weise leicht unentdeckt bleiben. Bei einem Sextil oder Trigon
ist die Auswirkung der Fügung (der beteiligten Planeten)
offensichtlicher und leichter einen Rückschluß auf ein vorhandenes
Talent zu schliessen.
Aspekte aus
der Reihe Halbsextil,
Undecil, Tridecil sind nicht eindeutig
positiv aber nur sehr leicht
spannungsvoll, und bringen vielleicht ähnlich wie beim Quinkunx eine
gewisse Unentschiedenheit mit
sich. Sie können allgemein den Forschergeist wecken, aber auch für ein
Verlangen stehen, das man insgeheim gestillt haben möchte, aber bei dem
man auch fähig ist zu warten - woraus eben auch die Unentschiedenheit
resultieren kann.
Man sieht vor allem beim Halbsextil die
Möglichkeiten, aber traut sich nicht demgemäß zu handeln oder kommt
nicht zielstrebig genug zu der entsprechenden Aktion -
vielleicht aus der Furcht heraus, dass die Ergebnisse einem nicht
gefallen könnten, oder aber es erscheint einem einfach abwegig, weil
man nur ungenau hinschaut oder die geringe Wirkung nicht wert schätzen
kann. Vielleicht spielt hier auch Perfektionismus
eine Rolle,
der es verhindert tätig zu werden, weil die Ergebnisse nicht
so vielversprechend und wie ein überflüssiger Schnörkel
erscheinen.
Doch
handelt man nicht entsprechend der Planetenverbindung, ergibt sich oft
der Eindruck, etwas verloren zu haben. Im Grunde scheint das Stichwort
Überwindung hier sehr passend, um die
beteiligten Planetenenergien optimal zu verwirklichen. Auch
das Optimum ist ein Thema, dass diese Aspekte bieten.
Die
Anderthalb-
und Halbquadrate sowie Biline
und Triline sind allgemein von schwieriger Natur.
Die
Anderthalb-
und Halbquadrate sind mit Spannung
versehen und können, ebenso wie Biline
und Triline, als abgeschwächte Quadrate
aufgefasst
werden.
Der Unterschied zu Bilinen
und Trilinen liegt in der Offensichtlichkeit
der Anderthalb-
und Halbquadrate. Auch sind letztere eher konkret
und von aussen kommend erfahren oder nach aussen tretend, während Biline
und Triline eher
hintergründig und verborgen wirken,
mehr auf das Psychologische (bzw. Triebhafte, Instinktive) bezogen sind - Biline
und Triline haben
eine
Ähnlichkeit mit dem Pluto-Prinzip, da sie psychische
Energien ähnlich wie Pluto aufwühlen können, die dann
verarbeitet
werden müssen.
Andererseits kann man mit diesen beiden Aspekten auch verleitet werden,
wie mit der Brechstange etwas erzwingen zu wollen.
Positiv an
Bilin
und Trilin ist
vor allem der
erforderliche und gewonnene Mut zur Auseinandersetzung und Überwindung
eigener Blockaden oder Aggressionen, man kommt zur Klarheit und
Reinheit
der Motive. Man wurde durch Umstände oder Einflüsse auf die eigene
Psychologie aufgefordert sich etwas klar zu machen, woraus
auch ein geringes Maß an Selbsterkenntnis resultieren kann,
und vor
allem jedoch Gelassenheit.
Eine
negative Ausdrucksart wäre es, wenn man sich diesen Energien
unhinterfragt überlässt und
aus dem inneren Druck heraus zB zu Projektionen kommt: Die Ursache für
die
eigenen Probleme und für den Druck wird bei jemand anderen oder den
Umständen gesehen. Oder man findet sich mit seiner eigenen Hemmung ab,
die nur entstanden ist, weil man sich vor der Auseinandersetzung
gescheut hat.
Bei Anderthalb- und Halbquadrate geht es ebenso um den Mut, selbst tätig zu werden und dabei Gründe für einen eventuellen Misserfolg nicht bei anderen zu suchen. Bei Bilinen und Trilinen ist es der Mut, sich zunächst den aufgewühlten Energien zu stellen, und eben nicht sofort tätig zu werden. Es sind oft Luftblasen, die jedoch - esoterisch gesehen - dazu anregen können, sich mit den beteiligten Planetenenergien bekannt zu machen. Daraus kann echte Erkenntnis über diese Kräfte erwachsen, und man führt den "inneren Hund" nicht mehr an der Leine, der einen mal dort hin und mal woanders hin zerrt, sondern der innere Hund beruhigt sich, anscheinend schon dadurch, weil man eine Distanz zu diesen Kräften aufbringt und sich nicht mehr verleiten lässt. Nach etlicher Reifung kann man Biline und Triline nutzen, indem man durch die Kenntnis der Wirkungsweise dieser Energien, oder durch wiederholte Auseinandersetzungen mit diesen aufgewühlten Energien, nach und nach zu einem höheren Niveau kommt, um diese Energien der beteiligten Planeten schliesslich doch noch ausgewogen zum Einsatz bringen zu können, es steht einem dann zu, bei Bedarf auf die Möglichkeit zurückzugreifen, die durch Planeten, welche durch Biline und Triline verbunden sind, gegeben sind. Doch kommt das meiner Erfahrung nach sehr selten vor und es steht viel öfter im Vordergrund, gewisse Dinge zu vermeiden, und genau hierhin kann man das Talent sehen, das mit Bilinen und Trilinen gegeben ist, die Energien stehen einem notwendig zur Verfügung, weil diese beiden Aspekte eindeutig zu den dynamischen Aspekten gezählt werden müssen. Die Energien können aber in einer Weise ausgerichtet werden, dass es keine Probleme verursacht. Man hat sozusagen mit der Zeit genügend Erfahrung gesammelt.
Ein Trilin
(105°) ist zwar grundsätzlich
problematisch, es stimmt
im Vergleich aber etwas optimistischer als das Bilin
(75°). Das Bilin
hat eine etwas stärkere und erheblich negativere Wirkung als wie
das Trilin.
Beim Bilin
hat man den Eindruck vor einer (drohenden) Gefahr gestellt zu
sein, oder wenn einem dieses Gespür fehlt (oft aus Nachlässigkeit),
dann kann auch ein Verlust eintreten, der verhinderbar gewesen wäre.
Oft arrangiert man Angelegenheiten in einer Weise, die abhängig macht
von besonderen Umständen. Die Umstände können sich aber wandeln oder
notwendige Handlungen bedingen, und falls man diese Handlungen
ausser Acht lässt, können entsprechende Konsequenzen folgen
- je
nach dem beteiligten, langsameren Planeten.
Bei
einem Trilin
scheint diese Gefahr vorüber, es ist dann im psychischen Erleben so,
als ob man "den
Erfahrungswert in Erinnerung hätte". Es kann darum gehen, dass man mit
den Folgen konfrontiert ist, die aus einer Vernachlässigung
resultieren, etwa wegen einem mangelhaften Einsatz der Energien bzw.
einer mangelhaften Ausführung von etwas, oder mangelhaften
Einstellung. Bilin
und Trilin haben viel mit Unordnung zu tun. Der langsamere (überpersönliche) Planet
des Aspektes kann Impulse und Energien liefern, die für den schnelleren (persönlichen) Planeten zu
grob sind, und so - falls keine Achtsamkeit erfolgt
- die psychische oder sonstige Unordnung verursachen.
Das Bilin
bringt eine schwer erkennbare Unordnung in die Thematik der
beteiligten Planeten. Wenn zum Beispiel Mars und
Venus im Bilin
stehen, kann die Wirkung des Bilin zu
Handlungen innerhalb von
Beziehungen führen, die irgendeine Art von Unordnung in diese Beziehungen hinein
tragen. Die
psychologische Auswirkung ist beim Bilin
eine
Art Hemmung (in Angesicht der Gefahr), die Folge kann auch ein
unkontrolliertes
Agieren sein. Das kann sich in vielerlei Arten auswirken und auch für
Missverständnisse stehen, weil man etwas falsch beurteilt (weil man aus
einem Druck heraus zu
schnell urteilt).
Das Trilin
könnte eine Art
Scheuklappe bedeuten (um der Gefahr nicht zu erliegen). Die Energie
wirkt beim Bilin
eher hemmend. Beim Trilin wirkt
die Energie "verklebend", man
muss sich herauswinden; manchmal kommen wir zu schnell zu einem Urteil, weil wir uns durch das Trilin bedrängt / gedrängt sehen. Bei einem Bilin
mag es dasselbe Urteilen sein, aber meist trauen wir uns dieses Urteil
nur in Bezug auf uns selbst zu, betrifft zum Beispiel die Art, wie wir
über etwas denken. Das Trilin
ist also etwas freier oder dynamischer, weil nach aussen gerichtet,
womit sich eher direkt einsehbare Folgen ergeben, die wir reflektieren
können, und aus denen wir lernen können. Das Bilin scheint mehr nach innen gerichtet.
Ein Halbquadrat
hat eine Wirkung zwischen den beteiligten Faktoren ähnlich wie bei
einem
Quadrat, nämlich hin und hergerissen zu sein, und sich zwanghaft dem
einen
Faktor zuzuwenden und den anderen dadurch in Problematiken zu
verstricken, nur ist dies, weil es sich um einen Nebenaspekt handelt,
etwas subtiler als wie bei einem Quadrat.
Das Anderthalbquadrat
ist oft ein wenig
äußerlicher,
das heisst, seine Wirkungen mainfestieren sich oft in der Außenwelt,
oder kommen (seltener) von der Außenwelt zum Beispiel durch Impulse,
deren Ursachen man mit bestimmten Situationen oder anderen Menschen
identifiziert. Es kann
sich psychologisch äußern als Konflikt, den man mit den
beteiligten Planeten
erfährt. Es kann sich beim Anderthalbquadrat
um eine offene Frage
handeln,
wie man mit etwas umgehen soll. Insgesamt steht es vor allem für eine
Mentalität.
Beim Halbquadrat
wird der vorhandene Konflikt zwischen
den beteiligten Planetenprinzipien
oft zu einer Haltung
bzw. einem Verhalten ausgebaut, das sehr viel deutlicher ist als wie
beim
Halbsextil; im Vergleich mit dem Halbsextil handelt es sich
beim Halbquadrat
nicht um eine Chance, die man nur noch ergreifen bräuchte, sondern die
Tendenz ist schon vorhanden, die beteiligten Planeten zur Wirkung zu
bringen, aber das geschieht zunächst meist sehr unausgewogen.
Einer der beiden Planeten beeinflusst die Verwirklichung des anderen,
und zwar einseitig oder bringt ihn vom Kurs ab. Beim Anderthalbquadrat
wird eher die
Mentalität beeinflusst, die Motivation und der Antrieb.
Das Halbquadrat
zeigt seine Wirkungen vor allem
in Bezug zur psychologischen Natur und bildet Verhaltensmuster.
Nonile, Binonile und Quadrononile fördern die psychische Integrität eines Horoskopeigners, das freie Fliessen der Energien. Geschmeidigkeit. Zugänglichkeit. Je nach beteiligten Planeten auch Hilfsbereitschaft (zB Venus).
Die Nonile
verursachen Bereitschaft und bringen die Ansicht mit sich, dass ein
Befolgen der zusammengebrachten Planetenthematik sinnvoll und
gut
ist, ja sogar heilsam für alles Leben. Man ist bei Nonilen bereit
sich
einzulassen und hinzugeben, in den "Fluß" zu bringen oder sich in den
"Fluß" zu begeben (Fließen der Energien). Es ist im wahrsten Sinne ein
Aspekt, der spirituelle Orientierungen begünstigen
kann. Nonile
stehen dafür, dass einem die beteiligten Planeten, welcher Natur auch
immer sie sind, einem sehr vertraut sind und man sich bei den
so
verbundenen Planeten gewissermaßen zuhause fühlen kann.
Steht
der Mond in einem Nonil
mit
Pluto, wird man leicht und mit Vertrauen die Plutokraft für sich nutzen
können, zB ist das Bedürfnis (Mond) nach Wahrheit (Pluto) freundlich
und harmonisch, und nicht zwanghaft, man wird nicht so sehr
von
Einflüssen oder Situationen gezwungen, sich in seinen Konditionierungen
oder Verhaftungen zu lösen, sondern erkennt bereitwillig den Nutzen und
folgt den Impulsen der Veränderung. Natürlich ist bei einem solch
leichten Fließen der Energien auch eine Gefahr
gegeben, man könnte die
eigene Sicht, wie diese Energien bei einem selbst gegeben sind, auch
auf andere projizieren, und sich zB wundern, warum andere gewisse Dinge
anders sehen oder erleben. Ausserdem kann aus der Bereitschaft "sich
den Energien zu überlassen" trotz oder gerade wegen des harmonischen
Potentials eine gewisse Neigung entstehen, das eigene So-Sein und
eigene Haltungen nicht mehr zu hinterfragen. Denn auch wenn es ein
harmonischer Aspekt ist, wird das nicht bedeuten, dass man damit
automatisch ein Heiliger wird, sondern man kann zum Beispiel in einer
Weise belehrend
werden, ohne dass man versteht, dass das eigene Leben, welches man hat,
seine eigenen Gesetze hat, die nicht gleichermaßen für andere gelten
mögen. Und es kann
sein, dass man die beteiligten Planeten zu sehr sich selbst überlässt,
ohne die geeigneten Handlungsfelder und vor allem
Zielrichtungen zu
finden, also wo und
wie man diese Planetenenergien besonders günstig einsetzen kann.
Es ist fast so, als würde das Nonil sagen: "nutze mich", "nutze die beteiligten Energien". Nonile unterstützen ein wohlwollendes Integrieren der beteiligten Planeten, deshalb auch Zuversicht, Vertrauen. Man kann gut mit den beteiligten Planeten umgehen. Der Horoskopeigner betrachtet die beteiligten Planeten keineswegs in Begriffen von Notwendigkeit oder Qual, sondern sie ergeben sich einen als eine Art Selbstverständlichkeit oder Leichtigkeit, man sagt sich: Ich kann noch diese Planeten bzw. das durch ihnen aufgezeigte Thema integrieren. Es erscheint einem zu einem drittel als günstig, aber zu zwei Dritteln vor allem als sinnvoll, als eine Art geistige oder spirituelle Errungenschaft, als gutes Gewissen, wenn man herangeht, das Thema zu integrieren. Es macht sich für den Betreffenden dann fast bemerkbar als ganzheitliche Erfahrung oder noch eher als lebensbejahenden Optimismus (eine Fähigkeit erfahren, eine Kraft erfahren zu können, zu etwas in der Lage sein). Negativ erwartet man ähnliche Leistungen oder Motivationen auch von anderen, ohne es ihnen direkt abzuverlangen, es ist eine Erwartung, die sich aus dem Gewissen speist, daraus kann ein Gefühl von zB Melancholie entstehen, eine Art Weltschmerz.
Nonile, Binonile und Quadrononile könnten mit Neptun analog gesetzt werden, und stehen dann für die positive Seite von Neptun, während einige Facetten des Quinkunx für die negative Seite von Neptun stehen.
Das Tao kann den Horoskopeigner dazu bringen, seine innere Haltung gemäß des beteiligten Planeten anzupassen: es werden durch das Tao bestimmte Gedanken oder Zweifel ins Bewusstsein gerufen, woraus auch fixe Vorstellungen oder leichte Ängste resultieren können. Vereinzelt auch Vermeidungsstrategien. Zweifel.
Man vermutet, etwas könnte eintreten, was mit dem langsameren der beteiligten Planeten zusammenhängt. Man ist versucht, gewisse Folgen zu vermeiden.
Reaktionen auf diesen Eindruck sind negativ gesehen:
ungeschicktes,
überflüssiges
Berücksichtigen von gewissen Details in Sachverhalten. Man neigt
dazu, sich vom langsameren Planeten einen zusätzlichen Gesichtspunkt
des Handelns einreden zu lassen.
Das Tao gibt einem Zweifel oder Kritikpunkte auf. An einem Tao entzündet sich oft ein erster Kritikpunkt an einer Sache.
Das Tao gibt
einem etwas
mit. Und es handelt sich oft um eine leichte Bremse oder Warnung, die
zwar als solche Bremse in Gedanken erfahren wird, aber letztendlich
nicht immer in
der
erlebbaren Realität auch wirklich so entsprochen wird, also mehr oder
weniger Scheu, Einbildung, Furcht.
In
dieser
Weise
kann das Tao mit einer leichten Paranoia verglichen werden, die aber
nicht akut ausbricht, sondern nur schwelt.
Die beteiligten Energien wirken nicht so direkt in der Psychologie wie es bei einer Opposition der Fall ist, also nicht als dynamische Antriebe, sondern anscheinend vorwiegend nur in Gedanken oder als Zweifel oder Skepsis verbreitende Stimmung. Oft hat das Tao etwas von einem verhüllten Prinzip, ähnlich wie beim 12. Haus als Vorhaus des Aszendenten. Auch die schwelende Erinnerung, Echo könnten als Stichwort eine Rolle spielen.
Aus dieser Stimmung kann eine unreflektierte Vorsicht entstehen. Andererseits kann einem das Tao nicht nur Gedanken, Zweifel oder Skepsis auferlegen, sondern hintergründig verlockend wirken, indem man beim beteiligten Planeten und seinen Prinzipien eine Rechtfertigung vorfindet. Damit kann es unsere Handlungsweise beeinflussen, indem wir durch das Tao zu bestimmten Haltungen, Gedanken oder Einschätzungen kommen.
Bei einem Tao ist der langsamere Planet (zum Beispiel Saturn und Neptun sind langsamer als Venus) merklich der bestimmende Faktor, er erlegt dem schnelleren Planeten etwas auf. Übrigens gilt dieser Fluß vom langsameren zum schnelleren Planeten generell bei allen Aspekten; mir scheint es beim Tao ein Stück deutlicher.
Dabei
könnte es sich bei Saturn in Bezug
auf Merkur um eine Achtsamkeit, um Zweifel, Kritik, Reue,
Mahnung
oder
Beharrung auf irgendetwas handeln - oder etwas zu berücksichtigen.
Eine gewisse Mahnung kommt bei Saturn vor allem
dann auf, wenn es um Autoritäten geht, oder um jegliche Anforderung von
aussen (gemäß dem Saturn Prinzip). Mit Merkur könnte sich dann ergeben,
dass man zB möglichst schnell Briefe von Behörden beantwortet, damit
der Zweifel, die Mahnung als erledigt angesehen werden kann.
Diesbezüglich mahnt das Tao zur
Berücksichtigung, Vergewisserung, Sollerfüllung oder
Pflichterfüllung.
Es handelt sich teils auch um überflüssige oder übertriebene
Rücksichtsnahmen, die letztendlich zu einer gewissen Neigung
der Selbstkritik führen können. Oder dass man nicht so frei,
geordnet empfindet, oder so ungezwungen
zu handeln traut, wie es der schnellere der beteiligten
Planeten
verlangt.
Positiv
ist aber, wie bei vielen Nebenaspekten, auch hier, dass
gewisse Sachverhalte oder Details überhaupt berücksichtigt werden
können, und so kommt man mit dem Tao auch zu einer gewissen Zunahme an
Berücksichtigung, Vollständigkeit, Rücksichtsnahme, Weisheit
und
Tiefe.
Weiterhin zu nennen ist die Fähigkeit zur Selbstkritik, die aber beim Tao meist erst entstehen kann, wenn man bewusst vermeidet, andere zu kritisieren. Wenn man also die Projektion vermeidet. Man könnte dazu neigen, jene Dinge bei anderen abzulehnen, die einem missfallen oder als Projektionsfläche eigener Vorurteile dienen - daraus entsteht dann oft auch noch Zynismus oder Sarkasmus.
Die
Wirkung des Tao kann
auch
untergründige Reize auf die eigene Motivation verschaffen, was dann in
spannungsvollen Situationen als Widerwille auftreten kann, die meist
gespeist ist aus Ängsten oder Beklemmungen. Es kann auch darum gehen,
dass man etwas, was nicht mehr tragfähig ist, absondert, abscheidet
oder aber man legt besondere Rücksicht an den Tag, dass genau dies bei
bestimmten Themen nicht geschieht.
Wenn Uranus
mit Venus im Tao Aspekt steht,
könnten Impulse der Eigenwilligkeit oder Abgrenzungstendenzen (Uranus)
aufkommen, oder sich solche in Beziehungen (Venus) einschleichen, und
einen leichten Widerstand oder Unwillen erzeugen
(Unbill) . Auch hier erlegt das Tao der Venus etwas auf.
Anders als wie in einer Opposition wird hier kaum ein dauerhaftes und kein zwingendes psychologisches Thema geschaffen. Das Tao kann man als leichte Nötigung (ausgehend vom langsameren Planeten) verstehen.
Es tritt zeitweilig auf, um auf eine Spannung zu verweisen, die meist bloß eine mögliche Spannung ist; - so kommt es, dass man den Eindruck erhält, "man müsse noch auf etwas achten".
Es ist ja der Aspekt, der nach dem Quinkunx und vor der
Opposition liegt: es tritt in einer Weise auf, indem man noch
an
etwas denkt,
noch Rücksicht auf etwas Bestimmtes nehmen sollte.
Bei einem Tao zwischen Mond und Venus zum Beispiel, könnte man in gegebenen Momenten allzu bereitwillig eine Rücksicht auf partnerschaftliche Belange walten lassen, vielleicht um sich dem Rückhalt der Partnerin / des Partners zu vergewissern. Die Motivation ist nicht immer Hilfsbereitschaft, sondern man möchte eine krisenhafte Situation vermeiden.
Diese durch das Tao stimulierten Gedanken
oder
Motivationen sind oft auch
nicht bewusst
überlegt und genau durchdacht, sondern der Wille dazu entstammt oft
einer Vorsicht oder ängstlichen Bedachtsamkeit, als wäre bei
Nichtbeachtung in irgendeiner Form ein Konflikt zwingend zu erwarten,
oder
eine unangenehme Atmosphäre der Situation oder ungünstige Fügung.
Daher ist dem Tao
manchmal etwas
Übertriebenes
zu eigen. Bei einem Quadrat zB wird man oft schon sehr direkt dazu
gedrängt, sich genau
anzusehen, ob ein Verhalten wirklich notwendig ist, und die Erfahrung
als Rückwirkung
zeigt beim Quadrat auch sehr viel leichter, ob das
Verhalten oder Reaktion angemessen
war oder nicht.
Das
Tao
streift
einen in gewisser
Hinsicht. Es ist
weder die volle Last eines Aufpralls, noch eine unerkannte
Berührung. In gewisser Hinsicht ein "Sticheln", eine "Stichelei".
Manchmal ein Anstacheln: "denk noch daran".
Man
kann mit den am Tao beteiligten Planeten zur Spitzfindigkeit
neigen, und andere werden
möglicherweise
diese Spitzfindigkeiten übertrieben finden,
wenn man sie denn ausdrückt oder zur Sprache bringt.
Man
könnte die Wirkung des Tao in jedem Fall einen
"Gedanken" oder Impuls des langsameren Faktors (zB
Saturn) nennen,
den
der untere Faktor
(zB Merkur) tragen muss.
Es ist wie eine Motivation, oder Orientierung,
nämlich ein zu berücksichtigender Gedanke - er ist mit jenen Inhalten
gefärbt, die dem
langsameren Planeten entspricht, was einem irgendwie
aufgezwungen
scheint
(einerlei, ob man glaubt, man tue es, weil aus Erfahrung
klug geworden, oder aus
Furcht
vor Konsequenzen).
Man kann auch von Zwang oder Einflußnahme
in Bezug zum Tao reden. Aber der Zwang manifestiert sich nicht so sehr
im Aussen, wenn, dann nur, weil das Tao unsere Stimmung,
Gedanken
oder Einschätzung einer Situation vorher beeinflusste.
Positiv
bringt das Tao die beteiligten Planeten
(und Häuser) zusammen, weil man noch "an eine Möglichkeit gerät", oder
in
anderen Worten erwächst aus dem Tao positiv: Behutsamkeit, Achtsamkeit,
Verantwortung; zum Teil wirkt sich diese Verantwortung aber auch als
Moral
aus. In unerlöster Form ausgedrückt könnte das manchmal von
anderen als
unerwünschte Beeinflussung oder ein "Zuviel des Guten" (Zuviel an
Achtsamkeit und Ernst) erlebt werden.
Manchmal wird man das
entsprechende Thema (der im Tao verbundenen Planeten und
Häuser)
wohl nur ausdrücken, wenn die Umstände dafür
geeignet scheinen, und keine Widerstände zu erkennen sind. Denn diese
will man ja gerade beim Tao vermeiden.
Der
Horoskopeigner
selbst könnte so empfinden, als wäre man unfrei und wird
bezwungen, erzwungen, gezwungen nämlich entsprechenden Gedanken oder
Motivationen des langsameren Planeten nachzugehen, eben auf etwas zu
achten, wobei eine gewisse
Zwanghaftigkeit erfahren werden könnte.
Die
Impulse des Tao
werden nicht immer direkt zu Handlungen führen, sondern oft
nur
dann,
wenn es besonders leicht und einfach scheint, diesen Impulsen
nachzukommen. Ansonsten vermitteln sie eine Hemmung, die
beteiligten Energien auszudrücken oder zu erfahren.
Es kommt
beim
Tao auch drauf an,
welche Prioritäten der Horoskopeigner hat, oft werden diese beim Tao
allerdings durch den langsameren Planeten vorgegeben.
Positiv
erwächst aus dem Tao eine gewisse
Bedachtsamkeit, oder eine Art Weisheit, wie man sie ansonsten bei
bereits älteren Menschen sieht, oder es ist aber geradezu das Fehlen
dieser
Weisheit; - es ist ein
zusätzlicher Gedanke an den beteiligten (langsameren)
Planeten, bei Saturn zB ein Hauch Ernsthaftigkeit und
Realismus.
Saturn prüft Merkur im Tao nicht wie bei
einem
Quadrat
oder einer Opposition,
sondern stichelt ein wenig und vermittelt positiv gesehen
zusätzliche Aufmerksamkeit oder steht negativ für Einflußnahme, die
unerkannt bleibt. Der
beteiligte (höhere) Faktor sagt: "Denk
an mich, vergewissere dich meiner". Daraus kann die Möglichkeit
entstehen, auf etwas zu achten, was man ansonsten vernachlässigen würde.
Ein Tao Aspekt kann die Auseinandersetzung nach innen verlagern (Zweifel, Selbstzweifel, Hemmung, Vorsicht) oder aber es wird direkt ausgedrückt, manchmal nämlich an einer bestimmten Sache etwas auszusetzen zu haben, oder aber auch ergänzen zu können. Wie bereits erwähnt, mainfestiert sich das Tao eher als Antreiber, als wie als Akteur.
Aus alle dem kann eine Art Kontrolle oder Prüfung erwachsen, eine hilfreiche Instanz, ein Wissen um Besonderheiten - sofern es gelingt sich nicht andauernd anstiften zu lassen, indem man eine Sache übertrieben aus einem gewissen Gesichtspunkt zu bewerten neigt. Die Energie des Tao ist aber nicht besonders stark, wirkt aber nichtsdestotrotz in der Psychologie eines Menschen manchmal sehr deutlich und verursacht einen gewissen Lebensernst.
Mögliche Krisen sind normaler Natur, nur beim Tao möchte man diese nicht erleben, weil man sie insgeheim als vermeidbar einschätzt.
Das
Tao führt anders wie
das Quinkunx anscheinend nicht so sehr zu den weiteren negativen Folgen
bei
Nichtbeachtung, sondern ist sofort zu spüren und funkt in gewisser
Weise einfach dazwischen, verursacht ein schlechtes Gewissen, oder
prägt die Energien der beteiligten
Planeten in Bezug auf das Erleben des Horoskopeigners, ähnlich wie beim
Anderthalbquadrat (aber dieses ist noch mehr in Bezug zum Mentalen).
Das
Tao sorgt also
prompt für seine Bemerkbarkeit.
Hier gibt es keine späteren
Konsequenzen, die nicht sofort durch seine Vorhandenheit resultieren
würden.
Der Begriff
"Einmischung", aber auch "Krise" passt zum Tao, wobei
aber die Krise auch immer etwas ist, was zu einem Ende
geführt werden soll, wo eine Entscheidung getroffen werden soll. Ein
Zweifel wird geweckt und erfordert eine Richtungsentscheidung. Das
Tao erweckt diesen Eindruck: vergewissere dich und führe es zu einem
Ende bzw. entscheide.
Das Tao könnte als "Echo der Opposition" aufgefasst
werden (der Tao Winkel befindet sich zur Hälfte des Winkel-Abstandes
zwischen Quinkunx und Opposition).
Das
Tao kommt auf den
Punkt und das Tao wird nicht als Spannung erlebt, sondern als
ein Impuls, dem (anscheinend) Folge zu leisten ist
(Stichelei).
Man
sollte bedenken, welchen Prioriäten man
wirklich Folge zu
leisten trachtet und in welcher Art.
Der
Tao-Aspekt kann im
Horoskop einen wichtigen
Hinweis liefern, welche Teilmotivation ein entsprechender Planet
aufweist.
Es
ist immer damit zu rechnen,
dass das Tao in
speziellen
Situationen deutlich ausgedrückt wird, aber anscheinend zunächst allein
auf der Ebene des Psychologischen. Die Art und Weise wird durch die
bestehende Thematik der verbundenen Planeten aufgezeigt (und dabei wird
der schnellere Planet vom langsameren beherrscht).
Das Tao ist
zwar ein deutlicher Aspekt aber kein allzu negativer Aspekt, weil man
ihn recht gut erkennen kann, und seine Auswüchse recht leicht zu
kontrollieren sind. Doch bemerkt man ihn nicht, dann ist es fast so,
als tauchte der Aspekt unerkannt aus dem Hintergrund auf, und
beeinflusst einen, so wie ein kleiner Teufel (im Ohr) etwas in die
Waagschale legt, und man wüsste nicht, wieso und warum das nun so sein
muss.
In dieser Hinsicht und Erklärung könnte man
auch die
Deutung des
Tao als "Hinterhalt" nachvollziehen, wie man es bei M. Roscher oder in
der TPA (Transpersonale Astrologie) lesen kann. Dass das Tao für
"Hinterhalte und Krisen" steht, wurde bereits von Kepler beschrieben.
Das Tao ist also schon seit Kepler bekannt.
Das Quinkunx ist eher problematisch, bringt aber auch eine Motivation besonderes zu leisten.
Das Quinkunx
steht allgemein für den Eindruck: "dass etwas geschehen
kann". Manchmal aber auch, dass "etwas verloren gehen kann",
wenn
man sich nicht bemüht (besonders beim 210° Quinkunx).
Dieser Eindruck einer Krise kann jedoch zu sehr verschiedenen
Handlungsweisen oder Einstellungen führen.
Dem Begriff Krise haftet etwas negatives an, was nur dadurch entsteht, weil man sich hilflos oder verzweifelt fühlt. Eine Krise ist aber schon das eigentliche Leben, wenn man den Begriff der Krise richtig versteht. Eine Krise verlangt immer ein genaues Hinsehen auf die Ursachen und auch auf die Möglichkeiten, die integriert werden können, um nämlich aus der Krise gestärkt hervorzugehen.
Das Quinkunx erscheint oft wie ein Resonanzboden für tiefgreifende oder langwierige Prozesse oder Zustände im Leben.
Besonders
psychischer Art, oder die Leistungsmotivation betreffend - positiv
(motivierend, zielbewusst, fügend und fördernd) wie negativ (illusionierend,
hemmend, verunsichernd, auseinandergleitend).
Man fühlt beim Quinkunx
sich innerlich aufgefordert, etwas Bestimmtes oder auch
sehr
Ungewisses zu berücksichtigen,
oder man sucht das Ungewisse zu klären; man will sich
absichern, sich eine Grundlage verschaffen oder vergewissern.
Diese Grundlage besteht im günstigen Fall aus dem
eigenen Vermögen, das man
sich
beim Quinkunx
mit der Zeit schaffen kann. Man geht Wege, die geeignet sind, bringt
sich selbst in eine Richtung, die geeignet ist. Man kann eigene Urteile
fällen, und gleichwohl fremde Urteile prüfen und integrieren, muss sie
nicht blind übernehmen oder blind ablehnen. Oft besteht eine
Unklarheit, wie man mit etwas umgehen soll, weil man etwas
naheliegendes fühlt, erkennt oder in bzw. um sich weiss, aber nicht ob
diese naheliegende Etwas in welcher Weise gebraucht werden kann oder zu
einem Ziel oder Grundlage geführt werden kann. Man
ahnt etwas, aber kriegt es nicht genauer zu fassen, und das Resultat
ist, dass man sich vorkommt wie zwischen den Stühlen zu sitzen.
Bis es dazu kommt, das volle Potential des Quinkunx nutzen zu können,
oder überhaupt der Unklarheit etwas entgegenzusetzen, die Leere mit
Bedeutung aufzufüllen, muss man sich einige
Dinge klar machen, in die Aufgabe hineinwachsen, Erfahrungen
und
Gewissheiten sammeln.
Man verliert die kleinsten Dinge aus den Augen, und hat den Eindruck, dass gerade diese nicht in den Griff zu bekommen sind, um die gesamte Spannung abzubauen. Aber möglicherweise sind es gerade die kleinen Dinge, auf die es ankommt, aber denen man sich im Ganzen widmen muss. Es bedarf einer Übersicht, und eben nicht Fokussierung auf Details! Die kleinen Dinge werden vielleicht eher greifbar oder lösbar, wenn man es indirekt versucht, bzw. durch einen Prozess, der nicht direkt an diesen Details ansetzt. Man wird dann vielleicht sehen, dass die kleinen Probleme verschwinden, wenn man im übergeordneten Sinn richtig vorgeht. Wenn man also einen grossen Weg sucht, der auch indirekt das Kleine zu beheben weiss.
Es
ist wie ein Bild zu malen: Um den letzten Pinselstrich zu setzen, muss
man sich an das ganze Bild halten, d.h. man muss die Farbe für den
letzten Pinselstrich so wählen, dass sie zu den anderen Farben im Bild
passt. Die anderen Farben im Bild bleiben aber unberührt. Umso weniger
einem der letzte Pinselstrich gelingt, weil die Farbe nun einmal schwer
zu treffen ist, muss man nur noch mehr an anderen Stellen des Bildes
herum "docktern". Dann kommt zu dem letzten Pinselstrich immer noch ein
weiterer Pinselstrich.
In der Art kann man mit einem Quinkunx
zunehmend weiser werden, und Lebensreife sammeln. Und umso weiter man
lernt, desto eher gelingt einem der letzte Pinselstrich.
Es entschwindet einem
das Greifbare.
Doch irgendwann ebnet sich der Weg und man kann ein echtes Talent mit
den beteiligten Planeten verbinden.
Insgesamt kann das Quinkunx stets eine große Chance bieten, etwas bestimmtes und besonderes für sich selbst, sozialen Kontexten, oder berufliche Arbeiten zu erreichen.
Nicht nur eine Sehnsucht, etwas zusammenzufügen, ist gegeben, sondern das Sehnen kann zu einem Drang anwachsen, der zB bei Quinkunxen zwischen Sonne, Mond, Aszendent oder MC (also zwischen zwei dieser Faktoren) das ganze Sein erfüllt, und aus dem Hintergrund uns antreibt, ja fast einen schwelenden Kampfgeist weckt, nämlich ein Ziel zu verfolgen, an etwas dran zu bleiben, bei dem wir Erfüllung finden.
Aber dieser Kampfgeist fehlt zunächst, ist aber latent eine Eigenschaft, zu der es einem hindrängt. Es ist nicht das Bedürfnis, besonderes zu leisten; aber unverhofft ist es genau diese Eigenschaft, die sich ergeben kann: etwas besonderes zu leisten, höher und weiter zu streben, als es gewöhnlich getan wird. Denn wir haben mit dem Quinkunx die Anlage bereits in uns, zu vermuten, dass etwas noch besser sein kann.
Es ist nützlich, die Quinkunxe in zwei verschiedene Qualitäten zu unterscheiden, je nachdem, ob der schnellere Planet auf die Opposition mit dem zweiten Planeten zuläuft oder der schnellere Planet die Opposition bereits hinter sich hat. Eine Besonderheit diesbezüglich stellt die Rückläufigkeit dar, wozu ich weiter unten noch einige Erläuterungen notiert habe.
Der Unterschied zwischen 150°
und 210° Quinkunx:
Der übliche Quinkunx
weist den Winkel von 150° auf, also 30° bis zur Opposition (=die Größe
eines ganzen Zeichens).
Es
gibt aber noch den speziellen Fall, dass das Quinkunx
nach
der Opposition
stattfindet, das ist ein Quinkunx
zum Beispiel von Mond auf 15° Zwillinge zur Sonne 15°
Skorpion. Der wird 30° nach der Opposition gebildet.
Dieses Quinkunx
kann man als Winkel von 210° beschreiben.
Bei einem Quinkunx, welches nach der Opposition stattfindet, handelt es sich um eine in den offenen Kontext (Welt) gerichtete Bemühung. Man könnte vielleicht auch den Begriff Makrokosmos verwenden, um diese Zuwendung in den offenen, meist sozialen Kontext zu beschreiben. Es ist eine andere Motivation und Zielsetzung mit diesem Quinkunx (210°) verbunden, als wie bei dem Quinkunx (150°) vor der Opposition.
Das Quinkunx, welches vor der Opposition gebildet wird (zB Mond auf 15° Widder und Sonne auf 15° Skorpion), ist ein Quinkunx welches mehr auf das eigene Selbst zielt, auf den eigenen Mikrokosmos .
Möglicherweise erfährt man leicht Wechselwirkung und Unterstützung durch äußere Kontexte. Das Motto ist: Leistung macht sich bezahlt. Langwierige Auseinandersetzung führte zur Einsicht in die Bedingungen, die es zu berücksichtigen gilt, um ein Ziel zu erreichen.
Der Bezug zum eigenen Selbst könnte etwas verloren gehen. Man könnte sich zum Beispiel vieles von den Umständen oder anderen Personen vorschreiben lassen, da man gewisse Maßstäbe oder Werte anderer nicht für willkürlich konstruiert hält, sondern für alle gleichermaßen bestimmend hält - so könnte man insgeheim glauben, "es müsse so sein, wie man sich verhält". Diese Orientierung und Gedanken stellen sich ein, wenn man den quälenden Druck der Quinkunx Spannung in zu einfacher Weise abbauen möchte.
Oder aber man hält die Anforderungen oder Erwartungen, die andere aufstellen, als genügend geeignet, und passt sich daran an, ohne besonders viel Wert auf eine Selbstbestimmung zu legen.
Besonders
wichtig ist aus eigener Anstrengung die Einschätzung der Umstände
vorzunehmen und dem zur Verfügung stehenden Wissen zu vertrauen. Wenn
es nötig ist, sollte man sicher auch mal dem Persönlichen einen
Ausdruck verleihen.
Man kann im günstigen Fall beim 210°
Quinkunx mit besonderen Leistungen aufwarten, die einen
Sinn und Nutzen für die Gemeinschaft haben.
Bei einem unerlöstem Ausdruck der Quinkunx
Energien kann man so weit geraten, dass man Umstände vor allem
sozialer Art braucht und
unbewusst anzieht, die einen bewegen oder helfen, weil man sonst selbst
nicht dazu
kommen würde, die Spannung abzubauen oder etwas durch Erfahrung zum
Wissen oder Gewissheit hin zu verdichten.
Auch beim Quinkunx geht es
um Sinnerfüllung und Lebensfreude. Diese geht verloren, wenn man den
Eindruck hat, dass man irgendwie fehl am Platz sei, oder man
nicht
gebraucht wird.
Es kann natürlich auch darum gehen, dass man die
Integration dieser Quinkunx-Art
(210°) erst dann leisten kann, wenn man einen Weg findet, mit dem
eigenen Selbstausdruck die
Bedingungen der sozialen Kontexte zu erfüllen. Indem man
nur
den eigenen Selbstausdruck im Auge hat, wird es Probleme geben, weil
der Kontext aussen fehlt, und
wenn man sich zu sehr an Umstände anpasst, fühlt man sich verloren oder
fremdbestimmt und den Kontexten ausgeliefert. Diese Problematik bleibt
oft auch unbewusst.
Vielleicht gibt es
irgendwo eine dumpfe Ahnung des Ausgeliefertseins oder man kämpft auf
verlorenen Posten; - wenn wir etwas tun, während unsere eigene
Vitalität sich nicht durch die Rückwirkung eines als vollständig
erfahrenen Einbezugs in die Welt stärken kann, ist die
Folge oft
Mattigkeit oder mangelnde Lebenslust. Genau dieser Mangel an Lebenslust
kann aber entstehen, wenn wir diesen Quinkunx
(210°)
völlig ausser Acht lassen. Dann entsteht sehr leicht der Eindruck, dass
die Welt an einem vorbei geht, oder wie man einen Zug
verpasst.
Positiv:
Man
möchte seine eigenen Fähigkeiten integrieren, in die Welt von
Umständen
oder in
soziale Kontexte hinein bringen.
Daraus kann eine tendenziell sehr soziale oder kultivierte
Einstellung erwachsen.
Man hat meist ein Auge für die Wechselwirkungen zwischen äußeren Begebenheiten und inneren Wünschen. Die Wünsche bestehen darin, diese äußeren Umstände mit dem eigenen Vermögen zu gestalten, oder äußere Abläufe in eine nach eigenem Ermessen günstige Richtung zu lenken. Im Grunde betrachtet man gewisse äußere Umstände als Teil der eigenen Verantwortung, weil man begreift, dass man selbst hinsichtlich dieser Umstände etwas leisten kann.
Man kann durch dieses Quinkunx angeregt sein, ein bestimmtes Verhalten oder Fähigkeiten aufzubauen, weil der Eindruck entsteht, diese werden gebraucht; der Eindruck mag sein: das ist, was fehlt. Welche Eigenschaften das sind, zeigen die am Quinkunx beteiligten Planeten an.
Negativ: Wenn man sich selbst mit
anderen innerhalb von sozialen Verbindlichkeiten sieht, kann
das Quinkunx
negativ zu Projektionen oder Erwartungshaltungen führen, die
man (von anderen oder den Umständen)
erfüllt sehen will.
Auch kann es bei diesem Quinkunx
die Tendenz der Zerstreuung und Ablenkung der eigenen Absichten geben.
Oder man könnte den Eindruck haben, vor einer Mauer
zu
stehen, die in den eigenen Augen von den Umständen her aufgestellt ist.
Man
möchte Druck abbauen, der durch den langsameren Planeten verursacht
sein kann. Dabei kann es geschehen, dass der langsamere Planet auf
einem zu einseitigen Niveau gelebt wird und man sich nicht der Fülle
des Lebens bedienen und sich den Rahmen der Möglichkeiten erweitern
kann.
Es muss ein Bezug zu den Umständen geklärt werden, und zwar wieviel die Umstände von einem selbst die Anpassung verlangen sollten und wie man sich anpassen kann, ohne sich selbst zu verlieren. Die Anpassung ist dann gut, wenn man selbst auch etwas davon hat, und Erfüllung möglich wird, und es nicht nur ein Weg bleibt, möglichst harmlos, geschmeidig, untätig, unauffällig zu sein.
Die Motivation kann allgemein bei diesem Quinkunx darin bestehen, dass man durch eine bestimmte Einflussnahme sich selbst absichern will oder sich um eine stabile Grundlage kümmert - was in positiver Verwirklichungsform dann entsteht, wenn man seine eigenen Fähigkeiten in einen Zusammenhang mit äußeren Bedingungen oder Umständen bringen kann. Die quälenden Selbstzweifel verschwinden, weil man erkannt hat, dass es einen Weg gibt, in dem man hineinwachsen kann oder bereits hineingewachsen ist (dann gilt es weiter zu machen, am Ball zu bleiben, um den Weg zuende zu gehen und seine Ziele zu erreichen).
Das Quinkunx, welches nach der Opposition stattfindet, verschafft manchmal das Gespür oder die Befürchtung, dass man in irgendeiner Weise fallen kann, und es dann keine Absicherung (Netz) geben könnte. Dieser - mehr oder weniger eingebildeten - Angst vor dem Absturz will man voraus eilend einen Riegel vorschieben, doch führt dieses zwanghafte Verhalten selten zur inneren Zufriedenheit und etwas seltener auch nicht zur Zufriedenheit anderer führt, die von den eigenen Handlungsimpulsen beeinflusst werden können. So würde man nicht als jemand gesehen, der "schon bereit ist" oder "gereift ist". Letztendlich wird dadurch die Spannung in die Realität endgültig manifestiert, ohne wirklich die beteiligten Planeten zusammenzubringen.
Es liegt in der Natur des Quinkunx, dass man selbst entscheidet, was wirklich realisiert wird - so gesehen erweist sich eine Art selbsterfüllende Prophezeiung, bei der man tatkräftig das Befürchtete realisiert hat. Positiv an diesem Quinkunx, das nach der Opposition stattfindet, ist die Tendenz die vorfindbaren Umstände durchdringen zu können, bzw. solche Umstände und ihre Bedingungen im Auge haben zu können, und sowohl für sich selbst als auch für andere günstigen Einfluss ausüben zu können, indem man instinktsicher Dinge in eine Richtung führen mag oder Dinge und Abläufe beeinflussen mag.
Ein Quinkunx, das vor der Opposition stattfindet, zB Mars auf 1° Widder zu Merkur auf 1° Jungfrau, ist im Vergleich mit der anderen Art des Quinkunx, mehr selbstbezogen, individualistischer.
Beim 150° Winkel, der vor der Opposition der beteiligten Faktoren steht, ist es viel eindeutiger, dass man etwas für sich selbst erreichen möchte.
Man
kommt auch oft zu Eigenschaften oder
Zielvorstellungen, die mit dem gewöhnlichen und sozialen Kontext wenig
gemein haben brauchen.
Man ist zwar nicht grundsätzlich aussergewöhnlich, aber in gewissen
Punkten macht man einfach immer wieder die Feststellung, mit anderen
nicht sehr viele Gemeinsamkeiten zu haben. Dort leben sie, und man ist
hier und vielleicht denkt man auch anders über Dinge nach.
Bei diesem Quinkunx ist man ebenso bemüht, seine eigenen Fähigkeiten zu erweitern, doch stehen die Bemühungen weitgehend im Kontext des eigenen Selbst, und man erfährt auch hier wenig äußere Hilfestellungen. Hier muss die Brücke von innen nach aussen gebaut werden. Der ausgeprägte Selbstbezug muss geklärt und geordnet werden.
Dieser Quinkunx
könnte allgemein etwas schwieriger sein, da er einen grösseren
Selbstbezug mit sich bringt; so wirken die Energien und Spannung zum
Teil etwas unbewusster, introvertierter.
Vorteilhaft könnte dieser Selbstbezug
sein,
indem man sich weniger Ablenkungen von aussen gegenüber sieht, und die
Neigung geringer ist, sich von aussen ablenken zu lassen. Man
wird eher noch von eigener Unbewusstheit abgelenkt.
Während bei dem anderen Quinkunx (210°) die Tendenz eine Zerstreuung oder aber eine als solche empfundene Mauer sein kann, die von aussen her resultiert, und die Frage aufstellen könnte, dass man sich nicht genügend angepasst hat - ist es bei diesem Quinkunx (150°) eher ein Empfinden, als würde die Mauer oder Zerstreuung durch eigene Unzulänglichkeit aufgestellt.
Negativ: Während es bei der
anderen Quinkunx
Art um übertriebene Erwartungshaltungen gehen kann, geht es bei diesem Quinkunx
oft um zu starke Selbstbezogenheit. Man könnte die
eigene soziale Rolle und die eigenen Möglichkeiten der Einflussnahme,
zum eigenen Gunsten
ausnutzen wollen, indem man etwa auf soziale Bezüge und
Situationen Einfluss nimmt, um die Spannung in einem selbst abzubauen.
Das mag natürlich auch positiv sein, wenn man die Umstände beeinflussen
kann, aber es kommt darauf an, ob man dabei etwas bestimmtes erreichen
will oder nur eine gewisse Spannung irgendwie vermeiden
möchte.
Konkretheit scheint ein Schlüßelwort für jedes Quinkunx
zu sein und nach dieser Konkretheit sucht man mit einem Quinkunx.
Der Quinkunx (150°) unterscheidet sich von dem anderen Quinkunx nur leicht, und im Grunde findet der Unterschied nur statt in der Art und Weise, wie man das Quinkunx wahrnimmt, entweder mit einem Blick nach aussen in die Welt, oder wie man das Quinkunx wahrnimmt, mit einem Blick nach innen (vor der Opposition).
Wie man beim Quinkunx (210°) die Welt und ihre Vorgänge durchdringen kann und die eigene Beteiligung in diesen Vorgängen, so kann man bei dem Quinkunx 150° (vor der Opposition) das eigene Selbst durchdringen, und die Beteiligung der Welt an den eigenen inneren Vorgängen erkennen.
Man kann den Quinkunx vor der Opposition auch introvertiert und den Quinkunx nach der Opposition extrovertiert nennen.
Diese Unterscheidung in zwei verschiedene Qualitäten des Quinkunx kann auch für die Deutung eines Yods interessant sein - indem man schaut, ob einer der beiden Quinkunxe individueller orientiert oder in erster Linie nach äußeren oder sozialen Umständen orientiert ist (Yod: Aspektfigur mit zwei Quinkunxen und einem Sextil).
Nicht automatisch sind bei einem Yod beide Quinkunx-Arten
vorfindbar
- da die Bildung der beiden Quinkunxarten von der
Umlaufgeschwindigkeit der Planeten abhängt, und nicht von der
statischen Position im Raum; so kann es zB sein, dass die
Sonne
zwei Quinkunxe zu Mond und Pluto bildet und beide Quinkunxe vor der Opposition
sind.
Mit
dem Quinkunx
einher gehen oft Diffusität, Langwierigkeit,
Unentschiedenheit und Unklarheit. Es schwebt in manchen Fällen
etwas in der Luft, etwas, das eintreten könnte. Aber es ist niemals
so konkret. Daraus erwächst entweder Ungeduld, Zwanghaftigkeit
oder
Furcht.
Als günstige Entsprechungen sind zu nennen:
Behutsamkeit,
Kenntnis, Durchdringung, Erfahrungsgewinn und Verdichtung, Übersicht,
Geduld, und vor allem: Vertrauen
.
Handelt es sich um ein Quinkunx zwischen Aszendent und einem anderen Planeten, so spürt man in sich ein Verlangen, die betreffende Planetenenergie für sich nutzen zu lernen.
Damit einher geht auf einer anderen Seite auch oft
der
Eindruck,
dass einem etwas fehlt, was andere ohne Mühe haben, denn das
Quinkunx schafft auch eine gewisse Entfernung, als würde ein langer
Stab einen "weg gedrückt haben".
Doch
gewöhnlich bereitet einem das kein Kopfzerbrechen sondern spornt nur
weiter an, seinen eigenen Weg zu gehen, um schliesslich durch eigene
Bemühungen zu erreichen, was
einem fehlt (der Eindruck dessen, was fehlt, ist massgeblich an dem
Planeten abzulesen, der im Quinkunx
mit
dem Aszendenten seht).
Ähnliches gilt für ein Quinkunx zum Medium Coeli. Hier will man sich meist berufliche oder öffentliche Anerkennung verschaffen, durch ein eigenständiges Verwirklichen des betreffenden Planetenprinzips, das mit dem MC in Quinkunx steht. Man will einen Weg finden und sich ebnen, mit dem man den Planeten in Bezug zum MC verwirklichen kann; - man möchte fast sprichwörtlich: den Planeten ins 10. Haus (MC) bringen.
Man möchte den Planeten für die Belange des 10. Hauses bzw. des MC einbringen und die beteiligte Planetenenergien diesbezüglich nutzen. Während ein Quadrat zum MC ein mögliches Wissen über den angemessenen Einsatz für die Belange des MC durch Erfahrungszuwachs hervorbringen kann, steht das Quinkunx für einen langwierigen Weg mit vielen Umwegern, auch Kurven und Tälern. Auf- und Abstiegen, schlängelnden Pfaden - man benötigt also eine gewisse Ausdauer, und man gewinnt den Eindruck, dass man stets am Ball bleiben muss und vielleicht alle Erfahrungen immer wieder neu anordnen muss, je nachdem wie der aktuelle Stand des Wissens ist.
Planeten, die im Aspekt zum MC stehen, können oft Aussage darüber geben, in welcher Art man berufliche Verwirklichung findet, oder welche Qualitäten man diesbezüglich einsetzen kann. Das ist beim Quinkunx nicht anders - ich glaube zudem, dass beim Quinkunx eine besondere Neigung zu Selbstständigkeit angezeigt sein könnte, jedenfalls wird man sich bei einem Quinkunx seltener von anderen etwas vormachen lassen, und öfter eigene Wege gehen wollen, ja vielleicht sogar gehen müssen.
Mit dem Quinkunx wird zwar durchgängig eine gewisse Facette von Neptun entsprochen, die einiges Gewicht hat, um den Quinkunx in vielen seiner Eigenschaften beschreiben zu können. Doch gibt es gleichzeitig auch eine entschiedene Strebsamkeit, die meines Wissens nach bislang nur von wenigen Astrologen betont wurde. Man spricht allerdings von Sehnsucht, die man mit dem Quinkunx in Verbindung bringt; aber wenn man es so beschreibt, bleibt noch offen, ob diese Sehnsucht auch erfüllt werden kann, oder sogar erfüllt werden sollte, und es steht für mich zu sehr das Scheitern und die Enttäuschung im Vordergrund, wenn man von Sehnsucht spricht. Oder es klingt an, dass diese Sehnsucht verhängnisvoll wäre. Ich denke, das Quinkunx kann ein richtiger Leitstern für das eigene Leben sein und die Ziele, die es weckt, sind es wert, erreicht zu werden.
Dieses aus dem Quinkunx
sich
ergebende Streben resultiert aus der Chance, die man wahrnehmen möchte,
und die Motivation dazu resultiert aus der dem Quinkunx
gegebenen Spannung - es ist nicht so, dass einem die Chance klar
aufleuchtet, sondern als ob man aus einem instinktiven Grund oder einer
Ahnung zu dieser Motivation kommt. Und ein Beweggrund mag sein, dass
man etwas glaubt zu verlieren, wenn man dieser Motivation nicht
nachkommt.
Es stehen einem jedoch selten Mittel oder
Gelegenheiten
zur Verfügung, die zum Beispiel durch die Aussenwelt bereit
gestellt würden. Man hat den Eindruck, so was wurde noch nicht getan,
dafür gibt es keinen Weg.
Man hat ein Bedürfnis zu diesen verbundenen Planetenenergien des Quinkunx vorzudringen, sie zu verwirklichen.
Wer zwei oder mehr Quinkunxe im Radix hat, wird oft den Eindruck haben, in seinen Wollen und Bestrebungen selten unterstützt zu werden, als ob man nicht verstanden wird in seinen Zielvorstellungen, oder als wären diese eigenen Ziele belanglos für andere, oder als seien einfach die Umstände ungünstig. Ein Rätsel, das besondere Anstrengung erfordert und mehrere Variablen berücksichtigen muss.
Aus diesem Grunde, weil der Zusammenhalt mit dem sozialen Kontext oder den Umständen nicht gegeben ist, verzichtet man oft auf die konstruktive Selbstverwirklichung mit Hilfe des Quinkunx, und kommt eher zu einer negativen Entsprechung, um sich entweder bedingt durch das Quinkunx die Gunst anderer zu verschaffen; oder aber andere zu beeinflussen, um einen eigenen Vorteil zu erhalten, der manchmal in irgendeiner Weise mit sozialer Absicherung zu tun hat.
Das wäre in dem Sinne eine Anpassung gegenüber der ansonsten geahnten Isolation. Das kann und muss nicht negativ sein, denn es mag zuweilen auch soziale Hilfsbereitschaft damit einher gehen.
Anpassung ist überhaupt die Gefahr beim Quinkunx, insofern man nicht mehr weiter geht, bei der Auseinandersetzung mit diesen Energien ; oder wenn man dem Eindruck erliegt, sich den Dingen oder Umständen endgültig fügen zu müssen; da kann auch ein Blick auf Pluto lohnen und seine Konstellationen im Radix. Denn diese Endgültigkeit, die man erwartet, mag nicht eintreffen - aber wenn man sich immer wieder dazu gedrängt sieht, sich damit abzufinden, dass man sich selbst verliert, mag es auch an Pluto liegen, der diese Quinkunx Spannung problematisiert.
Wir müssen natürlich irgendwo uns fügen,
aber diese Fügung sollte von einem inneren Leitstern (Zielvorstellung)
angetrieben werden, der Bezug zum Selbst also nicht verloren gehen.
Es
fällt grundsätzlich schwer, den eigenen Willen zur Durchsetzung zu
verhelfen. Und andere Menschen oder Autoritäten könnten einen gewissen
Anpassungsdruck entfalten, welcher der Quinkunx-Energie
entsprechen kann.
Auch hier haben wir dann den Eindruck, unseren Willen aufgeben zu
müssen. Doch das würde den Verlust an Inspiration und Potential
bedeuten. Wir dürfen den Kontakt zu unseren eigenen Vorstellungen und
Willensabsichten nicht verlieren.
Weitere
Entsprechungen:
Man empfindet und
fühlt mit
anderen oft Mitleid und verschafft ihnen durch Gesten, kleineren
Hilfestellungen oder Aufmerksamkeit etwas Gutes. Dabei
kann es manchmal auch ein Beweggrund sein, dadurch das eigene
Gewissen zu befriedigen. Alles das sind ebenfalls typische
Entsprechungen des Neptunprinzips beim Quinkunx: Sehnsucht,
Träumen, Hilfsbereitschaft, Mitleid, List, Alleinsein,
Verlorenheit, Gewissen.
Es geht viel um die Geduld. Die
Bereitschaft, ab und zu zu beobachten, wie sich die Dinge fügen, wenn
man sich anders als wie gewohnt verhält, oder eine neue
Handlungsrichtung einschlägt - dabei kommt es auf eine gewisse
Ambivalenz an: einerseits erwartet man einen Ausgang und anderserseits
darf man die Wege hin zu diesem Ziel nicht im Vorhinein allzu sehr
definieren. Damit wird dann auch Inspiration und Intuition möglich.
Man ist wie auf einem Weg, dessen weitere Verläufe man nicht kennt.
Die durch Quinkunx
verbundenen
Planetenenergien sind für den Horoskopeigner zwar irgendwie
ungreifbar,
aber
doch deutlich zu ahnen - man
muss oft auf passende Gelegenheiten warten, so dass sich die Dinge
schliesslich günstig fügen oder genügend verdichtet haben. Das bedarf
manchmal der Lauerstellung, der Bereitschaft zum ambivalenten Denken
(es
könnte sein, es kann auch nicht sein).
Es ist manchmal so, dass man einen Quinkunx oft gar nicht bewusst handhabt, und unbewusst eine disharmonische Unordnung in seinem Leben ermöglicht, eine Zerreissprobe. Oder auch Aufbietung von Widerständen gegen drohende Verluste, was oft durch einen der beiden Planeten auch für andere erlebbar in der Realität manifestiert werden kann.
Der Quinkunx Aspekt gibt dem Geborenen auf, dass es etwas gibt, was sein könnte, was sein sollte, oder aber dass es etwas gibt, das geschehen könnte.
Das Quinkunx verbindet zwei Zeichen, die im Prinzip die geringsten Verträglichkeiten miteinander aufweisen (weder die Elemente noch die Qualitäten sorgen für Verbindung oder für Reibungspunkte). So klingt an, dass es einen langen Weg zu gehen gilt und wenig Energien für die Dynamik sorgen können.
Eine positive Möglichkeit, die man durch das Quinkunx erhält, ist zunächst immer eine einfache Erfahrung im Umgang mit den beteiligten Planetenenergien, die man mit der Zeit zu einem Wissen im Umgang mit diesen Planeten oder den durch die Planeten aufgestellten Themen verdichten kann.
Möglichkeiten der Gestaltung können dann wachsen.
Man verfügt über
die
Erfahrung. Mit dieser Erfahrung kann man gewisse Dinge zum Beispiel
besser
abschätzen,
die mit den Prinzipien und Themen der beteiligten Planeten zu tun
haben.
Im ungünstigen Fall, erwächst eine Art Voreingenommenheit, man
bildet sich in Bezug zu den beteiligten Planeten vieles ein, weil man
den Weg der Klärung nicht zuende gegangen ist, oder man sich künstliche
Brücken oder Puffer geschafft hat, um die diffuse Spannung des Quinkunx
zu
mindern.
In jedem Fall kann mit dem Quinkunx ein deutliches Talent oder Fähigkeit angezeigt werden.
Man muss
danach streben, einen Griff, Halt und Mittel zu finden, wenn man
gewisse Talente, die mit dem Quinkunx
latent angezeigt sind, für sich verwirklichen will - man muss den
Schleier der Unkenntnis durch eigene Anstrengung durchstoßen.
Um das zu entscheiden, ob ein Quinkunx vor oder nach der Opposition ist, spielt auch die reale Bewegungsrichtung der Planeten eine Rolle: wenn also der rückläufige Mars auf 23° Stier in Quinkunx mit zB Pluto auf 23° Schütze steht, dann mag er statisch gesehen vor der Opposition sein, aber real bewegt sich Mars von der Opposition weg. Ein solcher Quinkunx hat die Opposition gewissermaßen hinter sich und wirkt wie ein Quinkunx, der nach der Opposition gebildet ist.
Bei einem rückläufigen Merkur, und ganz besonders bei einem Quinkunx eines langsameren Planeten zu ihm, und wenn sich der Quinkunx statisch/räumlich gesehen nach der Opposition befindet, verhält es sich ausgesprochen schwierig: so ein Quinkunx bringt besonders viel Unklarheit mit sich. Der Quinkunx ist dann noch verborgener, aber gleichwohl gibt es noch eine schwelende Spannung. Eine solch zusätzliche Schwierigkeit scheint jedoch nicht bei einer rückläufigen Venus gegeben zu sein, ungeachtet ob es ein Quinkunx nach oder vor der Opposition ist. Nur wird eine solche rückläufige Venus in Bezug zu einem langsameren Planeten als ein Quinkunx gedeutet, der sich vor der Opposition befindet, sofern das Quinkunx statisch bzw. räumlich gesehen nach der Opposition ist.
Man beachtet einfach die reale Bewegungsrichtung des in der Umlaufgeschwindigkeit schnelleren Planeten, um zu entscheiden, ob die Opposition noch gebildet wird oder bereits verlassen wurde. Ob die Opposition überhaupt noch real, also faktisch gebildet wird, scheint allerdings dabei nicht von Gewicht (denn der rückläufige Planet könnte in einigen Fällen vor der Bildung der Opposition wieder direktläufig werden und in anderen kommt eine Opposition erst lange Zeit später zustande usw.).
Beim
Halbsextil
ist es nur ein Schritt, den man gehen muss, und die
Anstrengung und Mühe
sind
sehr viel geringer als wie beim Quinkunx. Es ist nur
ein Schritt, der getan werden muss, und dieser Schritt gleicht
der
Berücksichtigung einer Chance, dass entweder etwas Bestimmtes nicht aus
den Fugen
gerät oder dass man Naheliegendes zusammenbringt. Dass etwas aus den
Fugen geraten kann, ist beim Quinkunx auch gegeben, es entsteht aber
anders als wie beim Halbsextil ein
Bedürfnis, dass dieses "Aus den Fugen geraten" verhindert wird.
Beim Halbsextil
ist es eher eine Möglichkeit, die günstige Gelegenheit daraus zu
ergreifen, dass man verhindert, wie etwas aus den Fugen gerät. Weil man
beim Halbsextil
geradezu eine Möglichkeit erhält, die beiden Planeten wirklich konkret
zu nutzen während man gleichzeitig durch die geleistete Aufmerksamkeit
verhindert, dass die beiden Planetenenergien ungünstig zusammenwirken.
Man
greift beim Halbsextil
in gewisser Weise der willkürlichen Wirkung vor, indem man den beiden
Planeten eine Richtung verleiht.
Das Halbsextil
verkörpert etwas, was man als Chance begreifen könnte. "Aha, da habe
ich noch eine Möglichkeit." Aber das zu erbringende Zusammengehen
ähnelt dem Kunstgriff mit einem dazu passenden
Werkzeug. Man muss den
richtigen Hebel in der richtigen Weise ansetzen. Bei einem Sextil ist
es eher ein Handgriff, es gelingt beim Sextil
leichter.
Das Halbsextil
verlangt Mut als eine
Entschlossenheit, das vermeintlich Ungleiche und
Nebensächliche zustande bringen zu können. Dieser Mut ist eher eine Art
ästhetische Überzeugung, dass die Dinge sich fügen werden, obwohl es
zunächst so
scheinen mag, dass es eigentlich ein schmaler Grat ist, wenn man das
Halbsextil verwirklicht, dass es also Unordnung hervorbringt - aber es
bringt keine Unordnung hervor. Viel öfter aber als dieser Mut, wird
Aufmerksamkeit verlangt, um die Chance, die das Halbsextil bietet,
erkennen und nutzen zu können.
Neben dieser allgemeinen sich
bietenden
Chance,
verbindet natürlich der Aspekt an sich, also ohne bewusste Anstrengung,
die beteiligten Planeten, und
kann so auch für Hemmnisse stehen. Oder für eine zusätzliche (aber
recht
einfache) Aufgabe. Denn aus Unbewusstheit rutscht man in gewisser Weise
"in die Aspekte hinein" (egal um welchen Aspekt es sich handelt), das
heisst: man
nimmt ein Verhalten an, dass dem Zusammenwirken der beiden
Planeten verschuldet ist (je nach Art der Planeten und des Aspektes
kann sich so ein Verhaltensmuster, ein Denkmuster oder auch
Gefühlsmuster bilden).
Bei einem Halbsextil
ist das nicht ganz
unähnlich dem Sextil, es ist etwas, was sich (auch aus Unbewusstheit)
mit Leichtigkeit fügt, aber beim Halbsextil
wie ein geringfügiger Stolperstein
wirken kann.
Das Septil kann auf die Haltung oder Einstellung hinweisen, dass die Bemühungen am Ende erfolgreich, anerkannt oder segensreich sind. Leicht zu erreichende psychische Integrität, von der hier bei Nonilen Rede war, kann auch ein Stück weit bei Septilen gegeben sein. Doch wird immer auch ein gewisses Maß an Verantwortung, Gewissenhaftigkeit oder Genauigkeit nötig sein.
In Einzelfällen kann man das Septil auch beschreiben als Bewusstsein über die Folgen einer Haltung zu einer Sache, oder im Gegenteil als fehlendes Bewusstsein über die Folgen einer Haltung, was manchmal dann anderen auffällt bzw. in der Realität als Manko in Erscheinung treten kann: die Verantwortung, Genauigkeit und Ernsthaftigkeit fehlten dann.
Eventuell können Septile zur Projektion anfällig machen, oder zur Erwartungshaltung beim betreffenden Horoskopeigner führen, was dann in seltenen Fällen ebenso sichtbar nach aussen getragen werden könnte als ginge es darum, dass andere die Erwartungen, die man hegt, doch respektieren müssten und einem entgegen kommen sollten, oder dass andere sogar diesen Erwartungen entsprechen müssten. Dies kann auch als Gerechtigkeitsempfinden beschrieben werden. Diesem Empfinden kann man allerdings selbst entsprechen, und also im Sinne der beteiligten Planeten gerecht handeln.
Bei
Septilen, Biseptilen und Triseptilen wird die im
Aspekt
zusammengefügte Planetenthematik
als mögliche
Aufgabe erlebt. Die beteiligten Planetenenergien verursachen oft eine
selbst auferlegte Verantwortung, es wird als etwas erlebt, das
man tun kann oder sogar sollte. Es kommt einem als etwas vor, dass ein
lohnendes Ergebnis bringen wird, wenn man sich darin engagiert.
Wird
dem nicht Folge geleistet, dann ist die Folge dennoch eine Art
Anpassung oder Kompensation, eine (mangelhafte)
Behelfskonstruktion; - oder
man delegiert die Angelegenheit an andere (delegieren=man
gibt die Verantwortung weiter an andere, sieht also andere in der
Pflicht,
die Aufgaben zu lösen, die jedoch für einen selbst bestimmt wären).
Was beim
Septil oft vorkommt ist Inflexibilität oder Uneinsichtigkeit. Die
erwähnte
Kompensation oder ungenügende Behelfskonstruktion entsteht auf
psychologischer Ebene: man schleppt sich zum Beispiel mit
ungenügenden Denkmustern durch alltägliche Aufgabenfelder, anstatt mit
ein wenig Anstrengung passende Denkmuster zu erzeugen (ebenso in Bezug
zu Verhaltensmustern). Dabei müssen keine grösseren Ursachen als
Konsequenz erzeugt werden, was entsteht, ist eher eine Art
Mangel - man könnte den Effekt beschreiben als "es könnte ja besser
sein". Ein Hang zum Perfektionismus ist beim Septil jedoch nicht
gegeben.
Es kann ein Hang
entstehen, die betreffende Mischung der Planetenenergien zwanghaft
auszuleben, eben in einer Art Kompensation oder auf eigensinnige Art,
oder in einer übertriebenen Aufmerksamkeit in Bezug zu gewissen
Detailfragen, womit auch die gewisse
Beharrlichkeit zusammenhängt, die
im Septil grundsätzlich bzw. symbolisch angelegt ist.
Man
erkennt manche opportune Gelegenheit, es passt auch das Stichwort
Opportunismus zum Septil, aber keineswegs muss man deswegen vielseitig
sein. Das kann sich darin äußeren, dass man zum
Beispiel beim Septil Venus-Merkur eine Gesundheitskur als Chance
betrachtet, um sich dadurch nicht nur gesundheitlich zu reinigen,
sondern auch geistig fit zu machen oder das
Rauchen abzugewöhnen - so
als würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Positiv
entsteht durch das Septil Ausdauer, Geduld, Beharrungsvermögen,
Zielstrebigkeit -
aber auch zum Teil eine nicht hilfreiche Haltung: nämlich die
Einstellung, besonders
viel Zeit
zu haben, um ein durch die Planeten verursachtes Thema auszuleben,
anzugehen usw. und daraus kommt dann zwar selten die Verhinderung, aber
oft eine Aufschiebung der Auseinandersetzung zustande - im
Gegensatz dazu kann natürlich auch das
Bewusstsein
aufkommen, gerade die Zeit nutzen zu wollen. Wie sich ein Aspekt
auswirkt, ist grundsätzlich von der Haltung und Reife des
Betreffenden abhängig, in einem weiteren Sinne auch von gegebenen
Umständen.
Wenn
es um ein Beharrungsvermögen geht, dann
ist
es besonders hintergründig ausgeprägt und nicht vordergründig, man wird
also andere mit der eigenen Aktivität nicht
mitreissen; andere stehen
oft neben dem
Akteur.
Weiterhin kommt vor: Standhafte Überzeugung, unbeirrt
sein in
einer Haltung, oder unbeirrt in Überzeugung zu einer Sache
(leicht
ähnlich dem Nonil), dies alles auf einer
tiefen Ebene in
der Psyche verankert, vielleicht manchmal auch sehr unbewusst, so dass
man es selbst kaum merkt.
Eigentlich
bringt das Septil die Möglichkeit ins Bewusstsein, dass Aufgaben
und Bemühungen in Bezug zu den beteiligten Planeten am Ende nicht
umsonst sein werden. Es ist also ein Aspekt, der einem den Eindruck
vermitteln kann,
dass etwas Vollendetes von anderen beachtet werden wird, oder eine
Funktion
eintreten wird - und offenbar ist dies auch real der Fall, so
dass das
Septil als förderlich für Unternehmungen angesehen werden kann, da
diese am Ende eine gute Chance haben, beachtet und honoriert zu werden,
besonders bei Septilen zum MC.
Ich bringe die Begriff Honorieren und Erwartung mit dem Septil in Zusammenhang (beide im weitesten Sinne verstanden). Eine leicht zu erreichende psychische Integrität, dessen Tendenz man bei Nonilen antrifft, kann auch ein Stück weit bei Septilen gegeben sein.
Die Planetenenergien werden je nach Aspektqualität unterschiedlich zusammengebracht. Je nach Aspektqualität und beteiligte Planeten werden Motivationen, Antriebe, Impulse, Fähigkeiten, Möglichkeiten des Umgangs, Talente oder ganz allgemein gesagt: Eigenschaften erzeugt.
Diese liegen im Bewusstsein bereit, als bloße Möglichkeiten des Handelns und des Denkens, oder sind in die Strukturen der Persönlichkeit als Verhaltensmuster, Empfindungsmuster und Handlungsmuster weniger oder fester eingebunden - gewöhnlich umso dringender und fester, wenn es sich um Konjunktionen, Quadraten und Oppositionen handelt.
Daneben existieren natürlich auch schicksalsmässige Einflüße, die nicht sehr viel mit der Heranbildung einer Psychologie eines Menschen zu tun haben.
Bei einem günstigen Uranus Winkel auf die Sonne kann es oft Möglichkeiten geben, noch in schwierigen Lebensphasen einen günstigen Ausweg zu finden. Ist es ein schwieriger Uranus Winkel, könnte dieser Ausweg ebenso möglich sein, fordert aber mehr Konsequenzen (zB der inneren oder äußeren Veränderung).
Grundsätzlich
kann man auch sagen, dass sich die Planeten ergänzen
und in ihrer Zusammenfügung neue Möglichkeiten schaffen, so wie aus
zwei einzelnen Atomen mit jeweils verschiedenen Eigenschaften, ein
neues Molekül mit neuen Eigenschaften entsteht.
Spannungsvolle
Aspektqualitäten bringen ein Thema
zur Manifestation und die Notwendigkeit, eine Lösung im Umgang
zu
finden; der angemessene Umgang muss meist noch gefunden werden
oder bildet sich von Kindheit an.
Harmonische Aspektqualitäten schaffen die
Möglichkeit zur Lösung. Das heisst, die spannungsreichen Aspekte bringen
schon das Thema in die Realität zur
Auseinandersetzung, aber die harmonischen Aspekte bieten nur
die Wege, die man dann noch gehen muss.
Einer der beiden Planeten ist immer der langsamere und beeinflusst den schnelleren verhältnismässig stärker.
Das Ausschlaggebende dafür, warum man von einem persönlichen
Planeten spricht, ist, dass der persönliche Planet eine
psychologische Funktion
hat. Bei Merkur: Kommunikation,
Sprache,
Ausdruck, Denken und auch gewisse Facetten der Mentalität. Bei Venus:
die Beziehungsfähigkeit und Art, wie man mit anderen Menschen Umgang
hält und
pflegt, wie man Kontakte sucht und herstellt, und welchen Geschmack man
hat, und manchmal auch wie man einen Bezug zu seiner Gesundheit,
Selbstwert und Wohlbefinden herstellt. Bei Mars geht es um
Durchsetzung, Art der Initiative und die
Art des Einsatzes, den man aufbringt um für irgendein Ziel oder
Bedürfnis einzutreten.
Usw.
Mit Jupiter und Saturn wird der Bereich der näheren psychologischen Funktionen verlassen. Obwohl Jupiter (Optimismus und Art der Entfaltung), Saturn (Beahrrungsvermögen und Standhaftigkeit), Uranus (Wahrheitssuche und Freiheitsstreben), Neptun (Sensibilisierung) und Pluto (Wille) solche Funktionen in ähnlicher Weise erfüllen, so gibt es einen deutlichen Unterschied eben darin, dass diese Funktionen viel allgemeiner sind. Es ist auch so, dass die persönlichen Planeten vor allem dadurch gekennzeichnet sind, dass sie von den letztgenannten viel mehr beeinflusst werden (durch die Aspekte). Das Wichtigste: Die persönlichen Planeten bilden deshalb individuelle Strukturen heraus, die uns von anderen unterscheiden, weil diese Planeten sich schnell auf ihrer Umlaufbahn um die Erde bewegen und daher die Wahrscheinlichkeit wächst, dass sich die Menschen unterscheiden, weil die Planeten in verschiedenen Zeichen und verschiedenen Aspekten stehen.
Es geht bei den Aspekten um ein
Thema. Zum
Beispiel
wird Saturn/Merkur grundsätzlich ein Thema erzeugen, das immer aus
Eigenschaften von Merkur und Saturn besteht. In irgendeiner Weise
kommen hier Funktion (persönlicher Planet) und zusätzlicher Einfluß
(langsamerer Planet) zusammen.
Sehr
kurz und allgemein
könnte man es deuten als Gewicht (Saturn) auf die Sprache (Merkur). Das
Gewicht des Saturns kann zur Hemmung führen, aber auch zur besonderen
Achtsamkeit. Dieser Unterschied, wie es sich wahrscheinlich auswirkt,
ist eben durch die Aspektqualität angezeigt, aber auch vom übrigen Radix
Doch
darf nicht der Schluß entstehen, dass jemand mit einem Quadrat
grundsätzlich Schwierigkeiten oder Hemmungen hätte, es kann sich auch
auf einer ganz anderen Ebene auswirken: man kann
durch
das Quadrat
dazu geführt werden, beharrlich (Saturn) auf Fehler (Quadrat, Saturn)
in der Sprache (Merkur) zu achten und dadurch gerade zu einem sehr
genauen Schreiber werden, der sich auch genauestens ausdrückt.
Das
Quadrat kann nämlich eine grosse Aufmerksamkeit erzeugen, die man von
Kind auf anzuwenden bereit war; dadurch kommt man zum Lernen und der
vertieften Auseinandersetzung. Bei anderen mag das Quadrat jedoch von
Kindheit an Hemmungen erzeugen, und durch schlechte Erfahrungen mag
sich
diese Hemmung vertiefen, was dann vielleicht später zu einem schlechten
Schreibstil führt usw.- was man natürlich beheben kann, indem
man sich
diesem Problem widmet und die anfängliche Hemmung, sich mit dem Thema
intensiver auseinanderzusetzen, überwindet, und mit
Aufmerksamkeit "dran
bleibt" an der wirklichen Lösung und Aufarbeitung.
Ein
Quadrat bringt die Planeten immer in einer Weise zusammen, dass
zunächst das Unvereinbare
eine grosse
Rolle spielt,
während es bei
einem Trigon das Vereinbare ist. Erst der gelernte Umgang entscheidet,
ob man über die Phase hinaus kommt, wo das Unvereinbare störend wird.
Je nach Aspektqualität wird also auch die Handhabung angezeigt, in welcher Weise man mit den Planetenenergien umgehen kann. Bei einem Trigon gibt es zum Sextil den Unterschied, dass das Sextil schöpferisch angegangen werden muss (man bereitet es zu), während man beim Trigon schon eher über das Schöpferische verfügen kann (man findet es vor).
Nonile oder Quintile bringen die Planeten leicht zueinander. Die Planeten werden bei Septilen verhältnismässig ausgewogen zusammengebracht, und bei Trilin, Bilin, Anderthalbquadraten, Halbquadraten eher in einen Gegensatz gebracht.
Das Tao ist ebenfalls ein leichter Gegensatz. Quinkunx und Halbsextil und die Decile verhalten sich eher diffus, die zusammengebrachten Energien sind zwar keineswegs harmonisch, können aber beim Quinkunx durch Übersicht und beim Halbsextil mit Geschicklichkeit gehandhabt werden.
Meiner Meinung nach sind die dynamischen Aspekte (Quadrat, Anderthalbquadrat usw.) vor allem Lernaspekte. Sie bringen das Talent oder die Gabe erst durch eigene Anstrengung ans Licht; damit verbunden ist natürlich auch eine Lebenserfahrung und gewachsene Reife, die im Verhältnis steht mit den Anstrengungen, die man aufbringen musste. Ausserdem können diese Aspekte auch als Antreiber wirken und einen zu überwältigenden Leistungen bringen.
Auf der anderen Seite stehen
die
Trigone, Sextile oder Quintile, die klar aufzeigen: Was bringt es
schon, Talente zu haben, wenn man sie nicht nutzt?
Die Schwierigkeit
der harmonischen Aspekte bestehen in dem Hang, sich zu leichtfertig
und ungeübt ihrer zu bedienen oder sie gar zu vernachlässigen;
- sie sind daher Bequemlichkeitsaspekte, sie enthalten eben auf ihre
eigene Art einen gewissen
Nachteil.
Hauptaspekte geben die grobe Richtung vor. Gibt es zum Beispiel Nonile und Quintile zu einem bestimmten Planeten, aber dieser erhält auch eine Opposition und ein Quadrat (oder so ähnlich), kann mit den Nebenaspekten zusammen mit der gegebenen Auseinandersetzung von Opposition und Quadrat, besonders leicht eine Feinabstimmung des Handelns entstehen. Es wird mit jedem Aspekt harmonischer Natur eine Art Weg innerhalb des Möglichen aufgezeigt, auf diese Herausforderungen mit bestimmten Eigenschaften zu antworten.
Das kann natürlich auch bei relativ harmonischen Nebenaspekten, im Angesicht der Quadrate und Opposition, dazu führen, ein kompensatives Verhalten zu entwickeln, oder gewisse Persönlichkeitsmuster zu verstärken, und diese nicht weiter zu hinterfragen.
Wie
man einen möglichen Weg geht, führt immer in zwei
mögliche
Richtungen: Entweder Verfeinerung der Anlagen, oder man belässt es bei
der Art, wie
die Aspekte schon vom Leben in eine Richtung gelenkt wurden, was ja oft
auf eine gewisse grobe oder ungeschickte Art hinausläuft.
Dann
wird
auch nur das Interesse geweckt, aber nicht das Talent. Interesse
(Hingezogenheit, auch Neugierde) und Talent
(geübter Umgang, und aus dem vollen Potential schöpfen können) sind
verschieden.
Die Nebenaspekte erweisen sich wie die Hauptaspekte als Talente und Gaben, auch wenn es sich um schwierige Nebenaspekte handelt. Gewöhnlich ist es so, dass man dann umso mehr Nebenaspekte vorfindet, wenn es weniger Hauptaspekte gibt.