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Mars:
Die Tatkraft und die Angst vor dem Scheitern

In diesem Artikel gehe ich auf Mars in vielleicht gewöhnungsbedürftige Weise ein. Meines Ermessens bietet der Zugang zum Mars über den Begriff der Angst eine unbekannte, aber sehr zutreffende und interessante Perspektive auf.

Mars steht für die Tatkraft, Initiative und den Kampfgeist. Die Angst vor dem Scheitern wird aber ebenso von Mars symbolisiert. 

In dem von Mars besetzten Lebensbereich (Haus) ergibt sich eine Psychologie des Mars, und ein Begriff des erfahrenen oder erahnten Widerstandes. Darauf folgt dann, von der Angst mehr oder weniger berührt (oder von der Angst gepackt), eine veränderte Handlungsmodalität: ein kompensiertes Handeln, das den erahnten Widerspruch ins Kalkül zieht und von vorneherein darauf angelegt ist. So kann es geschehen, dass zwischenmenschliche Probleme erst recht manifestiert werden, nur weil wir sie kommen sahen oder einen Widerspruch ahnten.

Diese Psychologie geht nur auf, indem man den Mars mit dem Begriff des Nachtplaneten und mit dem Bauchgefühl in Verbindung bringt. Nachtplaneten herrschen unter dem Horizont. Das Bauchgefühl regt sich bei vermuteten oder offenen Widerständen und ist die Ursache für das Aufwallen. Oder für jegliche Aggressivität, und auch Ängste, die damit verbunden sein könnten, wenn wir aus unserem Bauch frei heraus handeln würden (!). Wir handeln dann im Angesicht von Ängsten nicht frei und verändern das Handeln, bleiben aber handlungsfähig.

Wir wollen handeln, besser gesagt handlungsfähig sein. Wir wollen die Möglichkeit erhalten, dass uns nichts in die Quere kommt. Eine mögliche Beschränkung von aussen erscheint uns oft im Vorhinein als Unbehagen, ohne dass es diese Beschränkung wirklich konkret geben muss (!) - das zeigt, wieviel Bauchgefühl mit dem Handeln zusammenhängt. Auch loten wir mit dem Bauchgefühl aus, wie und was wir überhaupt in einer Situation handeln oder wirken können.
In unserem Bauch tragen wir eine Überzeugung aus. Und die fliesst in das Handeln ein. Bei alle dem, spielt das Ziel des Handelns eine grosse Rolle.

Aus einem anderen Gesichtspunkt ergibt sich das Wilde. Eine extreme, aber auch prinzipielle Betrachtung. Prinzipiell nämlich steht Mars auch für einen Anteil des Wilden in uns. Das Animalische des Mars; das Ausschlagen der Triebe. Dieses Austreiben von Trieben ist in Reinform hemmungslos. Man tut, was man will.
An dieser Stelle sollte sogleich gesagt sein, dass Mars mit jedem kreativen oder zivilen oder sozialen Ziel nicht mehr wild sein muss. Ziele und Einsatzgebiete können alle mögliche sein, und sie können dem Leben dienen. Mit einem für das Wohl des Lebens angemessenen Einsatz dient Mars mit einer seiner wesentlichsten Aufgaben dem vitalen Aspekt des Lebens. Die Rückkopplung, die mit seinem vitalisierenden Ausdruck verbunden ist, ist wirksam als Energie verstärkend, denn verausgabend. 

Weiterhin: Mars symbolisiert die Art und Weise, wie wir uns für unsere Ziele einsetzen und in der Welt behaupten, mit Leidenschaft oder Wagemut. Für eine Sache kämpfen oder für sie eintreten, weil sie uns wichtig ist. Wir empfinden Unbehagen, wenn wir es nicht tun.

Die Astrologin McCaffery sagt: "Mars steht mit dem endlosen, ewig neuen Energiestrom in Verbindung, der neue Formen hervorbringt." 
Von daher auch der Bezug zur Sexualkraft.
Womit weiterhin auch Intimität angedeutet ist (ebenfalls ein Bauchgefühl). Man gibt sich Preis, man öffnet sich durch seine Taten oder bedingt durch den Drang des Bauchgefühls und gibt seine Überzeugung und Innerstes frei.

Wenn man etwas weit ausholt, ergibt sich sogar der Bezug auf die Versagensangst in der Sexualität, aber auch allgemein im Alltag. 

Ferner ist eine andere Angst nicht das Versagen, sondern die Vorstellung, dass man etwas unterlässt - und so handelt man mit Mars gemäß der Angst (Vorstellung). Allein in der Vorstellung tauchen viele Gründe für uns auf, in einem entsprechenden Sinne tätig werden zu müssen  oder Einfluss  auszuüben oder unseren  Geltungsbereich zu verteidigen.  
Auch hier sieht man die Beteiligung des Bauchgefühls. Zunächst gab es irgendwelche Erfahrungen, und nun hat man gelernt sich durchzusetzen, einen Weg zu finden, seinen angestammten Geltungsbereich (Mars im Lebensbereich) in Szene zu setzen oder zu verteidigen. Dass man dies tut, dazu genügen Situationen, die an Vergangenheit erinnern, so dass man sich angerührt sieht. 
Besonders stark ist diese Verwobenheit mit dem Bauchgefühl, wenn der Mond im Radix mit Mars in Aspekt steht.

Der Lebensbereich (Haus) erfährt besondere Aufmerksamkeit und dort wollen wir nicht jede Ansicht oder Art des Tuns Anderer  gelten lassen. Die  Erfahrung von Widerständen oder Gegensätzen egal welcher Art können anzutreffen sein.  
Eingriffe in diesen Lebensbereich oder Eingriffe in beteiligte psychische Bereiche werden als unbehaglich empfunden, wenn sie dabei bestimmte Grundsätze missachten (die meist sich durch das Zeichen erklären und im Haus sich auswirken oder vorfindbar sind).

Aber Mars ist viel umfassender auch eine Vitalkraft: Die Position des Mars im Radix verlangt grundsätzlich nach Taten und dem Einsatz unseres persönlichen Willens in dem betreffenden Lebensbereich - hier fühlen wir uns lebendig, wenn wir unsere Absichten und Vorhaben manifestieren können.
Wenn wir handlungsfähig sein können, wenn wir etwas von uns selbst oder für uns selbst in die Wirklichkeit bringen können, und unseren Ideen, Zielen und Vorhaben zum Ausdruck verhelfen können.  

Widerstände und Konkurrenz können uns gegenübertreten, oder wir glauben, dass diese uns gegenübertreten werden.

Normal stellt die Konfrontation mit Widerständen eine gesunde Stimulation des Mars dar.
Denn wir sehen uns angespornt, noch besser zu sein oder trotz widriger Umstände zum Erfolg zu kommen.
In dem Maße wie wir Widerstände vorfinden, kann unser Willen gestärkt und unser Mut entwickelt werden und wir finden zu einer Bestätigung unseres Selbst - sofern wir einen konstruktiven Weg finden, mit diesen Widerständen umzugehen oder uns angemessen über sie hinwegsetzen können. Um das Hingwesetzen muss es gar nicht gehen, sondern um Orientierung, die wir mit den Widerständen erfahren können.
Das Leben ist in dieser Hinsicht ein Kampf, aber unser persönlicher Kampf muss keine Gewalt, Zank oder Zwietracht bedeuten.

Es gibt eine Übertreibung dieser Bezugnahme auf äußere Widerstände. Das ist dann der Fall, wenn die Widerstände unsere Richtung der Aktivitäten zu sehr beeinflussen, so dass die Reaktion wichtiger wird, als wie ein bewusstes Handeln und zielstrebiges Handeln.
Wir orientieren uns dabei aufgrund der Einflüße aus unserer Umgebung, und nicht aufgrund unserer eigenen Entscheidungen, die auf die Entfaltung unseres eigenen Potentials zielen. 

Der Antriebsmotor Mars und das damit verbundene Tätigsein sollte eine klare und entschlossene Richtung bekommen, die aus unserem Selbst und unseren Zielen, und eben nicht in erster Linie aus der Begegnung mit Widerständen gespeist ist. 

Mars in einem entsprechenden Zeichen bedeutet oft eine bestimmte Empfindichkeit gegenüber Reizen oder Umständen (je nach Zeichen), denen wir uns nicht aussetzen wollen, wenn an den Umständen nicht auch etwas ist, das unser Wohlwollen geniesst.
Das Zeichen des Mars kann aber ebenso gut unsere Art der Durchsetzung beschreiben. 

Wir können besonders bei einem Mars in Verbindung mit Mond oder Merkur anmassend werden, oder zum Streit neigen, werden leicht bewegt und kommen leicht zur Reaktion innerhalb eines konkreten und sozialen Umfeldes. 

Worum es in diesem Artikel geht ist der Versuch eines Brückenschlages von dem  Prinzip der Durchsetzung, zu dem ebenfalls in Mars angelegten  Bereich des Unbehagens. 

Ein Unbehagen, das ebenfalls mit Mars zusammenhängen kann. Es ist ein Unbehagen, das sich wohl am besten beschreiben lässt als ein Gespür um Widerstände, die nicht immer real sein müssen, sondern bedrohlich wirken.
Es ist dabei viel Bauch im Spiel. Deshalb herrscht Mars bei den Klassikern  der Antike auch in der unteren Horoskophälfte. Mars ist ein Nachtplanet (ebenso wie Venus und Mond).
Wir sehen uns involviert in einem Geschehen (Lebensbereich Haus) und spüren darin unsere Vitalität und sind deswegen auf Störeinflüsse in diesem Bereich gewöhnlich anfällig.

Manchmal bekommen wir nicht das, was wir wollen - was wir in unseren Augen unweigerlich bräuchten.
Nur was wir wirklich brauchen, dafür stehen wir so vehement ein wie es bei Mars der Fall sein kann.    Wofür wir jeweils einstehen und unser Blut und Wahrheit nicht preis geben, das können viele Dinge sein, und dafür kommt es auf das Radix an, auf das Zeichen, das Haus, um konkrete Beispiele zu bringen...

Wir kommen mit Mars zur inneren Unruhe, nachdem wir keine konstruktiven Wege finden, uns im wahrsten Sinne des Wortes abzureagieren auf jene Umstände, die uns störend gegenüber treten - denn das kann durchaus wichtig sein, dass wir uns "bewähren", auch wenn es nur in unseren Augen so ist. Weil es bei Mars viel um den Bauch und Instinkt geht.

Wo Mars steht, da lassen wir nicht viel durchgehen, sondern neigen zu einem Bestimmen der Umstände, wie die Dinge sein sollen, oder zu einem bestimmten Ausdruck unseres Selbst. 

Alle Verhinderungen in diesem Lebensbereich berühren uns und verschaffen Unbehagen.

Umso mehr wir uns im Alltag und unkontrolliert abreagieren, desto weniger Selbstbeherrschung ist zwangsläufig gegeben - wir werden dann immer sehr leicht zornig oder können gar kaum einen Widerspruch dulden.
Wer einen starken Mars hat, vor allem wenn der in einem öffentlichen Haus steht (1, 3, 5, 7, 10, 11) sollte sich irgendwie eine Betätigung suchen, um diese Energien auch konstruktiv auszudrücken (zB Schach, Joggen, Kampfsport usw.).
Es ist natürlich für den Mars gut, in solchen Häusern zu stehen, da man auf diese Weise immer leicht einen Ausdruck für die vitalen Energien findet. Man könnte fast meinen, es handle sich um ein wildes Tier, wenn man an Mars denkt. Im Grunde ist dem etwas abzugewinnen. Aber es ist natürlich nur eine Facette des Planeten. Jeder Planet weist vielfältige Bedeutungsschichten auf.

Wenn Mars in den anderen Häusern steht, besonders in den Wasserhäusern 4, 8 und 12, dann geht die Energie mehr nach innen und es kann eine innere Laune entstehen. Dann sollte man diese Leidenschaft von innen her annehmen und bewusst nach Wegen schauen, die Triebkraft des Vorwärtsschreitens auszudrücken.
Allgemein kann man nicht sagen, man ginge diesen Lebensbereich immer nach oder ist dort offensichtlich involviert. Denn Mars drückt sich in jedem Haus anders aus, und kombiniert sich mit dem jeweiligen Anspruch des Hauses auf ganz eigentümliche Weise.  Man könnte sagen, nach Art des Lebens, und auch Art des übrigen Radix natürlich.
Allerdings kann man als ersten Deutungs-Ansatz durchaus sagen, dass in diesem Lebensbereich, in dem Mars steht, dann erst mal "das Feuer" des Mars hinzukommt, und eine innere Anregung verspürt wird, die aber ganz unterschiedliche Wirkung aufweist - je nach Haus.

Aspekte des Mars können den Einsatz unserer Tatkraft nur wenig an weitere Bedingungen knüpfen - Aspekte stellen aber manchmal zusätzliche Schwierigkeiten oder zusätzliche Fähigkeiten bereit, die in konstruktiver Nutzung dann den Ausdruck und Einsatz des Mars abrunden können. 

Meist geht es aber darum, dass sich Mars in jeglicher Weise ausdrücken wird, dass Mars in jedem Fall nach Ausdruck verlangt, und dass dabei in den Aspekten angezeigt wird, welche anderen Faktoren von diesem Ausdruck zusätzlich behelligt sein können.

Besonders schwierige Aspekte zwischen Mars und anderen Planeten können aber unseren Einsatz der Marskraft  mit Hemmungen oder Unsicherheiten verbinden. Dann geht es darum, an diesen Unsicherheiten zu wachsen und das Maß an innerer Stärke und Vertrauen aufzubringen, um auch wirklich handlungsbereit zu sein, und für das Eigene einzutreten.

Wie wir mit Widerständen umgehen

Wenn wir auf Widerstände reagieren, rührt das aus einer Resonanz her, die von Mars, genauer: aufgrund seines Zeichens beigesteuert wird. 

Mit dem Marszeichen wird sich ergeben, wie diese Widerstände erlebt werden und worin zum Beispiel die Ursachen bestehen, aufgrund der wir hauptsächlich Widerstände erleben. 

Die Sonne wird entscheiden, in welche Richtung die Erfahrung von Widerständen weiter geführt werden soll. Und natürlich wie wir überhaupt handeln wollen. Wir können spontan handeln (Feuerzeichen) oder über eine längere Zeit hinweg einen Plan fassen (Erdzeichen). Das hängt vom Zeichen der Sonne, aber auch vom Zeichen des Mars ab - letztlich bilden beide Zeichen einen Zusammenhang der Willensbildung.

Die Erfahrung von Widerständen kann konstruktiv genutzt werden, indem wir uns darüber bewusst werden, was für mögliche Reibungen unser Handeln mit sich bringen kann, woraus einfache Lebensweisheit entsteht und ein wichtiges Wissen, wie man zur Tat schreitet.

Die hab Acht-Haltung

Mit dem Einsetzen für irgendein persönliches Ziel setzen wir uns Umständen aus.  Inneren oder äußeren.

Die hab-Acht Haltung

Wo Mars im Radix steht, gibt es tendenziell ein unreflektiertes Bewusstsein über unser mögliches Scheitern, oder dass wir nicht bekommen, was wir wollen: eine "hab Acht-Haltung".

Es ist der Eindruck, nicht erfolgreich sein zu können und nicht das tun zu können, was wir wirklich wollen.
Wo wir um unsere hauptächlichen Einsatzgebiete für unsere Marskraft wissen, da spüren wir auch die Gefahr, dass uns der Raum für unsere Aktivitäten genommen sein könnte!

Der Widerstand

Wenn wir tatsächlich einem Widerstand begegnen, regt sich die Marskraft in der Regel umso mehr. 
Die Folgen können gravierend sein für unsere Initiative und Ausrichtung unserer Tatkraft - aber es hängt von unserer Haltung ab, in welche Richtung des Verhaltens wir dann tatsächlich kommen. 

Wir können mit den Widerständen einerseits wachsen oder aber Orientierung finden. Die Gefahr besteht in den "Untergang des Geistes" geführt zu werden, was sich einfach in einem destruktiven , also  geistlosen Verhalten ausdrückt. 

Mit der Zeit haben wir erfahren, dass wir uns nicht immer erfolgreich durchsetzen konnten.
Und es wäre nicht im Sinne aller Planeten und auch nicht im Sinne der Sonne, wenn wir uns immer um jeden Preis mit Gewalt durchsetzen wollten, und Wildheit Bahn brechen lassen, oder aber im Gegensatz dazu zu einer absolut passiven Rolle kommen, und das Leben uns bewegt, ohne dass wir irgendetwas bewegen könnten. Im Extrem liegt der Teufel begraben.

Der Freiraum für die Tatkraft

Je nach Zeichen des Mars haben wir eine gewisse Zone, die von anderen überschritten werden und eine gewisse Anspannung oder Aufreizung für uns bedeuten kann. 

Wir sollten mögliche Begrenzungen unseres imaginären Freiraumes als Anforderung an uns verstehen, die Marskraft nicht in die falsche Richtung zu führen, sondern danach trachten den Kurs der Authentizität beizubehalten. 

Durch diese Belastungsproben können wir immer mehr Kontrolle und Gelassenheit entwickeln. Wir können nie wirklich verlieren, was wir wollen, sofern wir tun können, was wir wollen. Und bei Mars geht es ums Wollen und dem eigenständigen Handeln, und eben nicht um den Widerstand und was sich aus dieser Erfahrung ergibt. Das wäre nur der Schatten.

Wenn wir Widerstände und Begrenzungen stets als Bedrohung erfahren, und bevorzugt nur noch auf diese reagieren, verhalten wir uns tatsächlich wie die Tiere, denen man nicht zu nahe kommen darf.

Der innerste Beweggrund einer Agression ist irgendeine (meist verschleierte) Angst, unseren Ausdruck oder unsere Initiative zu verlieren, sonst wäre der Widerstand als solcher unbedenklich für den Akteur. 

Kompensation und Hemmung bei Mars

Man kann die Angst ganz besonders als solche entlarven, wenn es um Hemmung, also um den Verzicht einer Handlung, oder um Vorsicht geht. Die Lust steht der Angst entgegen.

Mars steht für die Lust am Einsatz der Tatkraft.
Mars ist der Planet, mit dem wir die Dinge oder Situationen beeinflussen können, und das Beeinflussen stellt keine Manipulation dar, sondern eine Strategie des Selbst (Sonne).

Mars steht nicht für Strategie an sich, aber für die endgültige Initiative und Handlungsbereitschaft. Eine Strategie, ein Plan oder eine Taktik wird ausgeführt, realisiert.

Die Aggressionen, die mit Mars einhergehen, sind ausschließlich Resultat von Ängsten und empfundenen Bedrohungen! Oder weil wir Widerspruch und Gegensatz nicht dulden.

Die Lust an der Tat

Mars auszudrücken, geschieht am reinsten durch die Lust an der Initiative und der Lust am Tätigsein, woraus die Freude resultiert, etwas geschafft zu haben oder schaffend tätig zu sein.

Darüberhinaus ist die Angst und die darauf begründete Aggression in Bezug zu Mars stets als überflüssiges Beiwerk zu beurteilen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie der Mars von seiner reinen Natur abgelenkt ist.

Kompensation: typischerweise durch Mars ausgelebte Aggression, zB weil man seine empfundene Verletzlichkeit prinzipiell vorweg nimmt, bevor man selbst verletzt wird: Man will dem empfundenen Widerstand überwinden. 

Aus erlittener Schwäche (oft in der Vergangenheit) wird das Bemühen, stärker als mögliche Bedingungen zu sein und zwar oft in einer wenig abgeklärten, rigiden oder unreflektierten Art und Weise, rücksichtlos gegenüber anderen Facetten einer Angelegenheit. 

In Bezug zu einem anderen Menschen oder bestimmten Umständen hat man die Widerstände vor Augen und richtet seine Taten vorwiegend an diesen erkannten oder vermuteten Widerständen aus.
Man setzt empfundenen oder eingebildeten (!) Widerständen im Vorhinein etwas entgegen, was eben nicht aus den eigenen Zielen des Selbst hervorgeht und vor allem und eigentlich eine Re-Aktion bedeutet. Der wahre Grund für eine Kompensation liegt immer in der empfundenen Schwäche bzw. es bilden sich Muster, deren Ursprung in der  Vergangenheit  liegt.

Der Motivationsgrund ist oft, sich zu wehren gegenüber lange zurück liegender Erfahrung von Gegensätzlichkeit, die man nun (projekiv) überträgt auf die jetzigen Situationen, was auch in einem Zusammenhang mit Projektionen steht. Das geschieht  unbewusst und stellt die Weiterführung unserer Kämpfe in Kindheit und Jugend dar, aber auf anderer Ebene - so merken wir nicht, wie sehr wir mit unserer Vergangenheit noch zu tun haben, auch wenn wir scheinbar alles tun können. Nur wir tun es in einer bestimmten Weise, die zu überprüfen ist, um festzustellen, ob wir kompensativ handeln.

Man setzt bei der Kompensation den Mars   auf den Umwegen der Kompensation immer noch ein, statt sich schuldig zu fühlen und nicht zu handeln (siehe unten die Hemmung). 

Oft kann man beobachten, dass sich ein kompensierter Ausdruck des Mars allein an den zu erwartenden Widerständen orientiert, und gerade deshalb Situationen schafft, in dem der Geborene auf solche Widerstände auch stoßen wird. Oft sind Projektionen anzutreffen, was auch erklärbar wird mit dem Bezug auf das Bauchgefühl (bei Mars).

Hemmung: typischerweise handelt es sich um eingeübte Strategien der Zurückhaltung des Ausdrucks und der Bereitschaft des Tätigseins.

Die Zurückhaltung resultiert aus einer Anpassung an als zwingend erfahrene Maßstäbe. Hier wurde in der Vergangenheit eine Gegensätzlichkeit zum eigenen Willen erfahren und so der für Mars wichtige Freiraum in Frage gestellt. 

So hat man sich von innen her angepasst und will keine Widerstände provozieren.
Und anstatt die aktuell empfundenen Gegensätzlichkeiten oder Schwierigkeiten mit einer Gegenreaktion nach aussen (Aggression, Kompensation) zu verbinden, will man der Konfrontation mit einem Außen oft ganz aus dem Wege gehen und kommt zu keiner oder nur einer halbherzigen Aktion

Der konstruktive Ausdruck des Mars führt zwar vermutlich oft über die Reibung, um dann zu einem angemessenen Ausdruck der Marskraft zu kommen, doch der Gehemmte zeigt nur sehr wenig Bereitschaft, sich dieser Reibung mit den Umständen überhaupt auszusetzen und wird folglich auch nur sehr wenig lernen, mit der Marskraft einen persönlichen Ausdruck zu finden und im richtigen Moment etwas für sich tun zu können. Man kann mit Mars überhaupt nur etwas richtig tun, wenn man es selbst tut.

Ein weiteres und sehr übliches Verhalten für den Gehemmten ist es, die Anderen einzubeziehen: man entschuldigt sich, oder sichert sich ab, windet sich heraus, fleht oder bittet um Mitleid, oder rechtfertigt seine eigene Zurückhaltung mit irgendwelchen Gründen oder eigenen halbseidenen Wertvorstellungen. 

Mars aber ist reine Tatkraft - man ist ein Gehemmter, wenn man nicht tätig sein kann, zB weil man Ängste empfindet bei der Vorstellung, im Handeln nicht erfolgreich sein zu können, oder von anderen Reaktionen erwarten zu müssen - und wenn es sich nur um Unsicherheit oder Beklemmung handelt, dann ist es nur Makulatur, dabei nicht von Ängsten zu reden, es sind nämlich auch dann geringe Ängste. 

Es ist eine beliebte Täuschung, sich Wege aufgrund der Angst zu suchen, um sich dann zu sagen, so halte ich es nun einmal für richtig. Man kann diesen Weg einer Vermeidung ab und zu gehen, aber man sollte es natürlich nicht massgeblich zu seiner Grundhaltung ausbauen, denn dann wird man nie das Beste aus den Möglichkeiten seines Lebens herausholen können. 

Es geht auch um die Ausstrahlung und um die Anziehung des Gleichen (auch Synchronitität); - wenn andere Leute erkennen, dass man seine aktivste Kraft im Horoskop zum Ausdruck bringen kann, werden diese auch unbewusst anders auf einen reagieren und es kann sein, dass in dieser Weise weitere Gelegenheiten und Chancen für einen entstehen - oder man wird gelinde gesagt (unbewusst) von anderen geachtet.

Verdrängung, Rechtfertigungen oder Schuldgefühle begleiten die passive Rolle, in die der Geborene schlüpft, und die dafür sorgen, dass man nicht tätig wird, wie es eigentlich das eigene Blut im gegebenen Augenblick verlangt. Es muss gar nicht darum gehen, sich durchzusetzen, aber es ist wichtig, seinem Willen zur Erfahrung eines Ausdrucks zu verhelfen, so dass man sich authentisch erleben kann. Hält man aber jeglichen Ausdruck zurück, wird eine innere Blockade geschaffen und man kann kaum entscheiden, was man überhaupt tun kann, wie man sich Ausdruck verschaffen kann, und wo die eigenen Grenzen wirklich liegen.

Wenn man schliesslich darüber nachdenkt, warum man sich in irgendeinerweise gehemmt verhalten hat, kommt man oft zu Rechtfertigungen oder Rationalisierungen  - besonders, wenn man von anderen kritisiert wird. Diese Kritik ist gleichzusetzen mit einem empfundenen Widerstand und bewegt in uns nur noch weiter jene Ängste, die wir hatten und was damit verbunden sein kann. So können wir uns regelrecht in diese Ängste und Hemmungen verstricken, wenn wir nicht einfach das tun können, was wir für richtig halten, weil es dann immer wieder Gründe gibt, uns mit unserer Hemmung zu begnügen.

Wenn es für uns einen Widerstand gibt, lehnt sich unser Wille bei kompensierter Marskraft nach aussen hin auf. Sucht sich Überwindung, bricht einen imaginären oder realen Widerstand, was auch nur etwas Gedachtes betreffen kann.
Der gehemmte Ausdruck der Marskraft staut aber eher den inneren Ärger und bringt sich nicht über Widerstände, auch moralischer Art.

Manchmal verzweigen sich Hemmung und Kompensation, dann wird man zum Beispiel launisch oder frustriert und drückt seine innere Qual indirekt aus, ohne aber direkt gegen ein Außen aggressiv vorzugehen. Von Zeit zu Zeit mag das dennoch zu Explosionen führen, wenn die Hemmschwelle zB durch Alkohol sinkt und der auftretende Reiz der Widerstände als unzumutbar empfunden wird, obwohl auch dann oft festzustellen ist, dass die Widerstände nur angehäuft und wiederholt erfahren wurden, aber diese Widerstände oder gegensätzlichen Reizgebungen im Augenblick nicht besonders drastisch gewesen waren. Ein kleiner Anlaß kann dann genügen.

Angst oder Unsicherheit, gekränkter Stolz oder der Eindruck, sich nicht genügend geachtet vorzukommen, das alles sind Dinge, die auf derselben Ebene geschehen und man kann sie alle in dem Begriff der Angst bündeln. Aus diesen Empfindungen heraus, wird dann ein Grossteil der Energien auf die vermeintlichen Widerstände gerichtet.

Herman Meyer vermutet beim Gehemmten auch einen Zusammenhang mit der Kindrolle. In dieser Weise einer Zurückhaltung der eigenen Auflehnung gegen Widerstände, erhofft man sich von anderen Anerkennung.
Es ist gewissermaßen eine "kindliche Instinkthandlung", die als eine Ableitung des Überlebenstriebes bezeichnet werden könnte. Der Mond repräsentiert diese Rolle des Kind-Ichs.

Beim kompensierten Einsatz der Marskraft ist es das Erwachsenenen-Ich (repräsentiert durch die Sonne), welches selbst dafür eintritt, die Umgebung zu beeinflussen - doch dabei ist es in der kompensierten Ausdrucksweise bedeutsamer Weise so beschaffen, dass der vermeintliche Widerstand vorweg genommen wird: die Erwartungshaltung, dass man nicht bekäme, was man will, prägt schliesslich die Form des Ausdruck und man tut so, als ob "es ja immer schon so wäre, dass einem Widerstände entgegen treten, also muss ich mich gleich so verhalten, dass ich die erwarteten Widerstände ins Auge fasse, und mein Verhalten darauf ausrichte, sonst bekomme ich nicht, was ich will". 

Die Aggression muss kein Extrem darstellen, sie ist in anderen Worten die Auflehnung oder direkte Bezugnahme gegen Widerstände. Und das Handeln sollte sich nicht auf Widerstände fokussieren. Das Handeln sollte ein massgebliches Ziel haben und von einer Absicht getragen sein, und Widerstände als willkommene Möglichkeiten der Entwicklung von Ausdauer, Geschick, Gelassenheit oder Durchhaltevermögen aufgefasst werden.

Man ist sowohl bei der Kompensation, als auch bei der Hemmung der Vergangenheit ausgeliefert. Der Mensch mit einem kompensierten Verhalten, trägt die Hemmung noch in sich, will aber die Demut und das Schuldgefühl in sich nicht aufbringen, die der Gehemmte zeigt. In beiden Fällen handelt es sich nicht um ein authentischen Ausdruck des Mars.

Die Tatkraft und sein Schatten

Mars ist eine "zielgerichtete Kraft im Totalen".
Eigentlich unterteilt sich der Mars in zwei voneinander losgelöste Bedeutungsebenen: Die Tatkraft an sich
Und schliesslich ein möglicher Widerstand, und damit das Bewusstsein über ein mögliches Scheitern. Positiv erhalten wir aber durch dieses Bewusstsein eine Orientierung, wie wir mit unserer Initiative und Entschlossenheit und welchen Zielen vor gehen können.

Beide Bedeutungsebenen - der Wille zur Tat einerseits und Angst vor dem Widerstand oder Angst vor dem Scheitern andererseits - sind in der Auswirkung unabhängig voneinander, und einzig die Hausposition des Mars verbindet beides.

Mars in einem Aspekt mit einem anderen Planeten bringt meist nicht die Angst vor dem Scheitern sondern trägt nahezu ausschliesslich die Bedeutungsebene der Tatkraft. Dieser Planet wird von Mars animiert und stimuliert, zu einem Einsatz gemäß des jeweiligen Planeten zu kommen.
Im Haus des Mars dagegen findet sich oft eine gewisse Resonanz gegenüber Widerständen. Wenn in diesem Haus etwas geschieht, und es entspricht nicht unseren Willenabsichten oder Selbstverständnis, können wir den Eindruck haben, an eine Situation ausgeliefert zu sein und damit weiteren Widerständen zu begegnen. Anpassung ist das, was der Mars nicht will und so kommt leicht ein unzufriedener Zustand hervor.

Mars erzeugt die Erwartungshaltung eines freien Durchsetzungsweges oder Getungsbereiches, und mögliche Widerstände erzeugen einen Bruch dieser mehr oder weniger unbewussten Erwartung eines freien Flußes der Energien. 

Ein drohender Kontrollverlust, und sich keine Blöße geben wollen oder auch nur der Eindruck eine eigene Meinung, die man äusserte, öffentlich oder unter Freunden revidieren zu müssen, auch wenn man in Wahrheit tatsächlich mittlerweile eine andere Überzeugung gewonnen hat -  all das basiert auf Ängsten. Unbehagen. 

Es müssen also noch nicht mal Todesängste auszustehen sein, sondern meist handelt es sich einfach um eine Unsicherheit, sich der Bedingungen äußerer Umstände auszusetzen. In diesem Bereich spürt man (bedingt durch den Bezug des Mars auf das Bauchgefühl ) was geschieht, man sieht sich involviert und wird dementsprechend in diesem Bereich aufmerksam sein, und unter Umständen auch seinen Geltungsbereich abstecken, vereinahmen oder verteidigen, was den Protagonisten natürlich auch mit den Vorgängen dieses Lebensbereiches weiter verknüpft, so dass seine Aktivitäten auch für andere leichter einsehbar werden, weil sich seine Motivation oft mit ausdrückt und durch Mars erkennbar wird, besonders wenn Mars in einem Haus in der Taghälfte des Horoskops steht.

Die wirklich Erfolgreichen (nicht nur vom Bauchgefühl her) haben sich ihrer Angst gestellt, sie sind über sich hinaus gewachsen. Ohne die Umwege der Kompensation oder Hemmung zu gehen.  Sie benötigen keine wuchtigen Impulse mehr, und sehen in anderen Menschen keinen Widerstand mehr oder Konkurrenz. Sie tun, was sie tun, in erster Linie für ihre eigenen Augen. 

Ängste im Horoskop

Im Radix sind Ängste anhand der vier Planeten Saturn, Pluto, Mars und Uranus leicht zu entdecken - und der Zusammenhang ist fast immer gegeben zwischen Ängsten im Leben und diesen vier Planeten. Eine Astrologin nannte diese vier Planeten einerseits Angstplaneten und andererseits "die vier Freunde", um zum Ausdruck zu bringen, dass diese vier Planeten auch als Entwicklungsmotoren betrachtet werden können - in dieser Hinsicht gehen diese vier Planeten einem "freundlich zur Hand", weil sie uns Lektionen stellen, mit denen wir uns selbst beständig weiterentwickeln können.

Üblicherweise halten uns Ängste jedoch vor der Entwicklung ab, weil wir noch nicht über diesen Ängsten stehen können. Wir kommen zum Wachstum, wenn wir uns den Ängsten in uns stellen.

Zunächst müssen wir wohl fähig sein, uns der Verletzlichkeit aussetzen zu können - dann werden wir merken, dass wir als Erwachsene überhaupt nur noch selten wirklich verletzt werden können. Doch wenn wir merken, dass wir immer noch eine zum Teil sehr infantile Grundhaltung haben, weil der geringste Anlaß uns glauben macht, einen Widerstand zu unserer Handlungsabsicht zu erfahren, müssen wir auch diese beschämende Einsicht ertragen können, dass wir unbewusst immer noch vorgeben bedürftig wie Kinder zu sein.
Was würde es nützen, wenn wir uns vor dieser Einsicht verschließen, weil wir uns für bessere Erwachsene halten, die wir doch vermutlich so lange nicht sind, wie wir uns innerlich benehmen wie die Tiere oder kleine Kinder, denen man den Schnuller weg nimmt? 

Wir können viel gewinnen, wenn wir entdecken, was für Ursachen manche unserer Ängste haben können.

Grundlegend ist die Erfahrung

Es gibt gewichtige Erfahrungen, die wir als Angst auslösend bezeichnen können. Je nach Planet ergeben sich dabei verschiedene Erfahrungsdimensionen.

Saturn: Beschränkung, Zwang zur konzentrierten Erfahrung. Eine Prüfung erleiden, um das Vermögen zur Belastbarkeit oder dauerhaften Veränderung zu entwickeln.
Saturn legt einen Nachdruck auf den Aufbau von Formen und steht damit durchaus in Bezug zur Veränderung; Stabilität oder Beharrlichkeit ist ein Resultat der Veränderung. Anhaltender Druck veranläßt uns zu  Veränderungen und wenn wir Belastbarkeit in Bezug zu irgendeinem Einfluß aufgebaut haben, dann ist das ein Resultat unserer Veränderung!

Pluto: Verluste und Ohnmacht, um sich durch Wandlung in neue und höhere Stufen des Seins zu entwickeln. Angst vor den dunklen, aber letztlich vitalen Kräften in uns oder die von anderen Menschen, und deren Einflüsse. 

Uranus: Von aussen kommende Erfahrungen bringen Situationen des Neuen und Anderen, woraufhin eine Angst entsteht, unseren Freiraum verlieren zu können. Es gilt Integrität zu entwickeln, die den Extremen von äußeren Einflüßen gewachsen ist. Ist die Integrität nicht gegeben, verlieren wir uns zB in der Zerstreuung oder Haltlosigkeit, werden beunruhigt, wir verlieren unsere Mitte.

Mars: Es geht darum, dann das Richtige zu tun, wenn die Situation es in unseren Augen erfordert oder sich eine gute Chance bietet, unsere Lebendigkeit zu entfalten. Alle potentiellen Widerstände können konstruktiv genutzt werden. Destruktiv wird es, wenn wir unsere Handlungsrichtung aufgrund äußerer Umstände aus den Augen verlieren und das Reagieren vor der Aktion stellen. 

Authentischer Ausdruck

Was der authentische Ausdruck des Mars bedeuten kann, wird ersichtlich durch die symbolische Nähe von Sonne und Mars zueinander. Es geht dabei um die Vitalität, die unter einer angemessen Mentalität umgesetzt  wird. Der Mars dient symbolisch gesehen der Sonne sehr. 

Ein authentischer Ausdruck der Marskraft kennt keine Widerstände mehr, weil diese Tatkraft nur noch für das eingesetzt wird, was man selbst für richtig hält. Mars ist eine Tatkraft an sich, da ist kein anderes Bedürfnis als wie die Tat selbst, es ist fast ein Zwang, eine Notwendigkeit: Energie soll eingesetzt, einem Impuls gefolgt werden. Mit einem lohnenswerten Ziel ist es kein zwanghaftes Agieren mehr.

Es liegt einzig und allein am weisen Einsatz der Marskraft, mit der wir eine Situation entscheidend beeinflussen, und zwar so wie wir es für richtig halten oder unser Gewissen aber auch unser Blut es uns vorgibt. Das soll kein aufwallendes Blut sein, sondern das Blut ist Träger unserer Herzensabsichten der Belebung und Vitalisierung.

Das reine Marsprinzip ist es nach vorne zu drängen auf ein Ziel hin. Der Schatten des Marsprinzips ist immer ein möglicher Widerstand - es ist und bleibt ein erkannter Freiraum, den unsere Wahrnehmung bezüglich dem Ausdruck des Marsprinzips benötigt.

Frei zu handeln, ohne Vorbehalte, das setzt uns jedoch auch der Verletzlichkeit aus, da wir unsere Schutzschilde verlieren.

Diese Schutzvorrichtungen und Abwehrstrategien (das Bauchgefühl ist  hier wieder wichtig)  brauchen durch unsere neue Haltung nicht mehr, brauchen nicht mehr durch Mars verteidigt und aufrecht erhalten zu werden. Wenn wir davon überzeugt sind, dass wir frei sind, sind wir es auch. Dass diese Haltung so wichtig ist, gilt gerade in Bezug zu Mars, scheint mir. Denn wenn wir uns nicht frei fühlen, regt sich auch leicht unser Mars, als ginge es darum, Frust abzubauen oder Vitalität zum Ausdruck zu verhelfen, sich freie Bahn zu machen. Denn wenn man etwas tut, dann bewegt das einen auch selbst.

Also kommt es auch darauf an, genügend seelisches oder psychisches Rückgrat zu haben, welches die künstlichen Schutzschilde vollständig ersetzen kann. Wagemut und Entschlossenheit für die richtigen Taten, die wir für uns tun, das ist ein Schlüßel um diese Leistung zu vollbringen. Wenn wir uns dann der Erfahrung aussetzen, empfinden wir die früheren Widerstände nicht mehr als solche, und sehen sie nun mindestens als neutral gegenüber uns Selbst an.

Symbolik des Mars

Mars in Bezug zu den Ängsten wird bestätigt, indem man einige Symbole und analogische Entsprechungen zu Mars in Betracht zieht.

Mars als Symbol besteht in einem Kreis, aus dem ein Pfeil nach aussen tritt. 

Das entspricht der Symbolik von Aktivität, der (totalitären) Tatkraft und das aktive und zielgerichtete Prinzip, das von innen nach aussen gerichtet ist.
Das "Innen" verweist auf einen Handlungsimpuls, der sich im "Aussen" Geltung verschaffen will.

Die Richtung nach "Aussen" verweist weiterhin auf die Zielrichtung einer Konkretheit, und andererseits auf die Begegnung mit der Welt. 
Mit dem symbolischen "Oben" identifizieren wir den Himmel und mit dem "Unten" die Unterwelt, also des Bereiches der Triebe. 

Beim Symbol des Mars ist der Pfeil schräg gestellt, was vielleicht andeutet, dass sowohl Instinkt (Unten) als auch mental-geistige Verwirklichung der Sonnenabsicht (Himmel, Oben) angesprochen sind. 

Jedes Prinzip, welches in seinem Symbol einen Pfeil aufweist, der nach aussen tritt, bedarf eines gewissen Freiraumes. Bei Mars wird dieser Freiraum erwartet, um handeln zu können. Auch bei Uranus ist der Freiraum erwartet, nur ist der Grund ein anderer. Bei Uranus geht es um den Raum der Selbstentfaltung.
Konventionen, Abhängigkeiten, Einflussnahmen von Aussen oder Normen können den Freiraum für die individuelle Selbstentfaltung zu sehr beengen. Uranus bringt dafür ein Gespür, wie Mars ein Gespür für den Widerstand mit sich bringt, der unserer Tatkraft entgegen treten kann.
Beides liegt nicht in der Natur der Prinzipien, sondern wird in unserer Psychologie bewirkt, ist also das Resultat der wirksamen Prinzipien!

Es geht bei Mars nicht um den Trieb und seinen Zweck oder Sinn, sondern um die Tatkraft, die den Trieb befördert. Die Richtung oder das Ziel der Handlung wird durch unsere Entscheidung bestimmt, aber Mars kennt dieses Ziel im Grunde nicht, sondern will nur tätig sein um dieses Ziel umzusetzen, nämlich einem Impuls zur Wirklichkeit zu verhelfen.

Ein Widerstand ist sein Feind. So wie das Herz pumpt und das Blut durch die Adern fliesst, steht bei Mars die triebhafte Aktion, die immer möglich sein soll. 
Deshalb ist ein gespürterFreiraum notwendig für den Eindruck, dass Mars prinzipiell jederzeit in der Lage ist, tätig zu sein. Dieser Freiraum kann im Grunde nicht gegeben sein, sondern nur verhindert sein, indem wir einen entsprechenden Eindruck in uns erwecken, dass es Widerstände gibt.

Mars wird symbolisch auch durch das Blut verkörpert, das andauernd im Fluß ist. Bei einer Verstopfung der Adern kommt es zur Embolie und Gewebe sterben ab, weil sie nicht mehr durch Sauerstoff versorgt werden. 

Man denke konkret an den Blutfluß; dieser ist immer aktiv im Fluß, und die Instinkte, die mit Mars zusammenhängen, brauchen den "erahnbaren Freiraum", damit der (instinktive) Eindruck entsteht, dass auch wirklich alles im Fluß ist. Eine Blockade der Ader erzeugt sozusagen einen Widerstand für den Blutfluß und Embolie oder einen Schlaganfall.

Auch das Immunsystem zeigt uns einen symbolischen Zusammenhang mit Mars (das Immunsystem entspricht dem Marsprinzip). Das Immunsystem beginnt erst tätig zu werden, wenn es eine erkannte Gefahr gibt. Weiter gedacht (auf psychologischer Ebene): Wo Gefahr ist, ist die Angst nicht weit.
Ein zu erwartender Schmerz wird durch eine Handlung abgewehrt, dessen Motivation die Angst darstellt. Dabei erkennen wir durch die Angst, das uns etwas schmerzen könnte, und handeln, bevor der Schmerz eintritt. Angst vor einem zu erwartenden Schmerz führt zur Abwehr. Auf physischer Ebene ist das ein Automatismus, und wir sollten nicht glauben, dass wir diese mechanische Arbeit auf die Ebene des Geistes übertragen sollten, denn das Instinktive gehört nicht in die Ränge des Geistes, der unsere Befindlichkeit schalten und lenken kann.

So steht die Angst entfernt mit dem Überlebensdrang in Verbindung, und es ist von hier nicht mehr weit bis zum Prinzip des Mars, der mit seinem Willen zur Durchsetzung wie kein anderer Planet das Überleben sichern kann. 

Dass es auch um Reflexe geht, zeigt uns auch der Aszendent, an dem wir erkennen, dass wir in "Momenten des Überraschtwerdens" prompt Muster des Verhaltens wach rufen können, und uns in dieser Weise eine Maske aufsetzen. Hier ist es eine Art Mimikry, ein Verbergen unseres wahren Selbst - also auch eine Art Abwehr. Aber es handelt sich auch um ein Reaktionsmuster des spontanen Ausdrucks (AC), um ein Verhalten zeigen zu können, ohne darüber reflektiert haben zu müssen (Sonne).
Der Aszendent selbst entspricht symbolisch dem Marsprinzip (am Aszendenten treten wir in die Welt hinaus, und das erste Haus ist von der Symbolik des Zodiakhäuserkreises ein Widderhaus). Man spricht vom natürlichen Herrscher des 1. Haus, welcher im jedem Horoskop von Mars entsprochen wird.

Ein Mond des Mars trägt den Namen "Phobos", ein anderer "Deimos". Darin drücken sich deutlich zwei wichtige Attribute des Mars aus. Attribute sind begleitende Eigenschaften, nicht essentielle Bedeutungen des Prinzips. Phobos bedeutet "Furcht" (davon abgeleitet: Phobie). In der Mythologie ist Phobos mit seinem Bruder Deimos ("Schrecken") ein Begleiter des Ares. Es ist schon kein wunderliches Zufall mehr, dass viele Himmelskörper Namen tragen, die mit der astrologischen Bedeutung sehr eng korrespondieren. Bei jedem Asteroiden, der mittlerweile bekannt ist, und es sind über 300.000 an der Zahl, klingt in seinem Namen eine Facette der Bedeutung an. Eine mögliche Erklärung: Gleiches zieht Gleiches an, die Dinge fügen sich durch Synchronizität. Manchmal stellt sich noch die Frage, ob jeder gefundene Name wirklich der beste Name ist; Tatsache ist aber, dass es eine Beziehung zwischen astrologischer Bedeutung und Namen gibt. Bei den Monden des Mars ist die Namensgebung aber schon sehr eindeutig. Sowohl Angst (Furcht) als auch Gewalt (Schrecken) sind nicht die wahre Natur des Mars, sondern haften ihm gewöhnlich nur an (wie Monde, umkreisen diese beiden Eigenschaften oft menschliches Verhalten und menschliche Wahrnehmung, wann immer es um Taten geht).

Daher lassen sich in diesem Prinzip des Mars, wie er sich auf unterschiedlichen Ebenen darstellt, einige deutliche Zusammenhänge mit der Angst und Abwehr bestätigen. Es ist daher keinesfalls abwegig, von Angst in Bezug zu Mars zu sprechen.  Jede Radixdeutung hat mir selbst zudem bestätigt, dass dieser Zusammenhang stets existiert, wenn auch nicht immer in derselben Tragweite.

Folgende Begriffe stehen im Mittelpunkt: Instinkt, Reflex, Abwehr, Aggression, Hemmung, Angst, Schutz(-bedürfnis), Widerstand. Diese Sachverhalte haben alle eine gemeinsame Wurzel, die sich mit dem Marsprinzip in einen Zusammenhang bringen lassen.
Die Tatkraft an sich, ist an einige dieser Sachverhalte gebunden und wird durch deren Eigenschaften zu dem, was sie im Radix und Leben für uns ist. Die Abwehr zum Beispiel setzt die Tatkraft als eine "totale Waffe" ein. Der Instinkt warnt uns vor Gefahren. Die Aggression setzt ein, wenn es einen Widerstand zu brechen gilt, und dieser empfundene Widerstand befindet sich meist nur in uns (als Wahr-nehmung, als Interpretation, als Resonanz) und nicht in der Welt.
Selbst wenn dieser Widerstand in der Welt real wäre - das ist ganz wichtig zu verstehen - wird der Widerstand erst in uns wachgerufen als Wahrnehmung. Denn es geht darum, dass Mars nur Einsatz will, ihm ist der Widerstand ein Feind und der Mars soll durch unsere Entscheidung für die Ziele eingesetzt werden, die wir für richtig halten, und wo es die Situationen möglich machen, aber auch im Sinne von moralischen und ethischen Überlegungen, die jedoch andererseits oft wiederum Ängste oder Hemmungen erzeugen.

Instinkte und die Einheit des Selbst

Die Instinkte kann man auf das Selbst beziehen, welches als ein einziges in sich geschlossenenes Etwas existiert. Die Instinkte beginnen aus diesem Etwas (Selbst) herauszudrängen, und daraus entstanden die Sinnesorgane als Tastfühler, um zu entdecken, was drumherum eigentlich existiert. 

Durch diese rückwirkende Erfahrung wird man sich selbst erkennen können - worin wahrscheinlich auch der ganze kosmische Sinn liegt, dass es eine Einheit gibt, die aus sich selbst heraus tritt, und in Vermittlung zu einer Andersartigkeit tritt, die dadurch als prinzipieller Gegensatz zur Einheit im Außen besteht - durch diese Erfahrung einer Andersartigkeit entsteht über den Umweg der Erfahrung von eigener Einzigartigkeit der Eindruck der Identität (als Individuum). 

In der Art, wie man aus sich selbst - zielgerichtet nach aussen - herausgreift, wird eine entsprechend komplementäre Rückwirkung erzeugt. Wenn man stark nach aussen drängt, kann der Aufprall auf einen Widerstand umso heftiger sein. Anders kann es nicht sein, sondern würden wir nicht in einer materiellen Existenz verwurzelt sein. Wenn jemand einen stark stehenden Mars hat, drängt dieser aus ihm natürlich auch desto stärker heraus - die Erfahrung von Widerständen und Unterdrückung seines Freiraumes (in der Vergangenheit), kann daher umso stärkere Hemmung oder Aggressionen hervorbringen. 

Der Tastsinn war einst ein sich hinaus streckender Fühler. Bei Schnecken sieht man sehr gut, wie bei einem Widerstand dieser Fühler zurück weicht - wenn die Schnecke eine Bewegung von aussen - auf sie selbst hinzielend - wahrnimmt, verzieht sich der ganze Körper der Schnecke ins Schneckenhaus zurück, um Schutz zu suchen, vor dem sich bewegenden Etwas da draussen, das vielleicht ein Angreifer ist.

Mit diesen Überlegungen zum Instinktbereich und der Symbolik kann man eine gewisse Archetypik schlussfolgern, die grundlegend und auf mehreren Ebenen in der Schöpfungsordnung festgelegt ist (was sich zum Beispiel in den Gegensätzen der Zeichen ausdrückt und darin, dass Mars dem Aszendenten symbolisch entspricht, als dem Anfang des Häuserkreises, und dass das Widderzeichen als Herrscher des Mars den Beginn der zodiakalen Systems markiert, den Anfang aller Zeichen): Es geht um eine  zur Verwirklichung drängenden Kraft oder Energie. Dem steht ein Widerstand entgegen, eine gegensätzliche Andersartigkeit, ein anderer Weg, eine andere Methode. Und so geht es für jede der beiden Kräfte um den Freiraum der Durchsetzung, beides ist polar entgegengesetzt. Zwischen beiden muss aber vermittelt werden, sonst würde die Einheit des Lebens in Gefahr geraten.

Der Mars im Zeichen

Wenn wir das Zeichen des Mars ausdrücken, wird das immer durch irgendeine Tat oder eine Handlungsweise geschehen.

Man kann es so verstehen, dass der Einsatz und die Tatkraft des Mars, von der Sonne erkannt wird, und sich die Sonne daran erfreut. Das Zeichen des Mars kann uns zeigen, wieviel Freude es machen kann, einfach nur diese Eigenschaften des Zeichens während des Ausdrucks des Mars zu erfahren. Für die Sonne geht es im Grunde darum, die Zeichen zu erfahren.

Wenn wir fähig sind, unser Glück nicht mehr in der Überwindung von Widerständen zu sehen, ist es nicht mehr nötig, dass wir uns am Eindruck irgendeines Ziels berauschen, weil wir die Aufmerksamkeit auf das Tätigsein im Hier und Jetzt lenken können.

Ein Widder Mars verbreitet die Stimmung einer spontanen Handlungsbereitschaft, während ein Geborener mit einem Zwillinge Mars seine momentane Tat als neugierig-belebend erfährt und stets viele Optionen vor sich findet. In beiden Beispielen kann der Akteur der Umwelt ausgesetzt sein, aber er erfährt darin in der erlösten Erlebnisweise keine irrealen, auch keine realen Widerstände mehr, womit die Ängste nicht mehr gegeben sind. 

Ein Einbruch der Handlungs-Stimmung ist nicht mehr zu befürchten. Diese Stimmung wird vom Horoskopeigner erfahren, und ausgedrückt, und nur über dieses eine Zeichen wird bestimmt, von welcher Art unsere Handlungen geprägt sind. Es steht auf einem anderen Blatt, was uns mit dem Ziel der Handlungen versprechen (Sonne), oder in welcher Weise wir Bezüge zu anderen aufnehmen (Venus).

Im Endeffekt kann sich ein tatsächliches Scheitern ergeben. Aber Mars interessiert das nicht. Ihn interessiert nur, ob er augenblicklich tätig ist, und das Zeichen ausleben kann. Und das tun wir eigentlich immer. Es fragt sich nur, ob es die erlösten oder unerlösten Varianten sind.

Was wir tun, entscheiden die Planeten, wie wir es tun verursachen die Zeichen. Bei Mars geht es um die Tatkraft. Wir setzen in erlöster Weise diese Tatkraft um ihrer selbst willen ein. Dann fühlen wir uns lebendig. Wenn wir die Absichten der Sonne mit unserer Tatkraft in Verbindung bringen, kommen wir heraus aus der Triebhaftigkeit und zur Erfahrung der reinen Planetenkräfte (die sich in Zeichen befinden) und damit zum Selbst.

Das Zeichen des Mars wird auf der Ebene der Handlung ausgedrückt. Der ganze Ausdruck des Mars ist mit einem Buntstift vergleichbar:
Das Zeichen ist die Farbe, und das Schreiben als Tätigkeit ist der Mars. Was wir schreiben entscheiden die Sonne und mit ihr die anderen Planeten, und dass wir schreiben, beruht auf unserem Mut, auch wirklich tätig zu werden.
Wo wir schreiben und für wen oder was, das ist der Lebensbereich, massgeblich das Radix-Haus des Mars, wo sich entscheidet, wo und in welchem Lebensbereich wir schreiben tun - und hier könnte man uns sagen, dass wir zum Beispiel in den Augen anderer undeutlich schreiben, oder die Umstände uns sonstwie vermitteln, dass unser Schreiben auf Widerstände von aussen stößt. Wir schreiben die Zeichen, die von uns künden und es ist ein Selbstzweck, der unserem Ausdruck dient. Wir setzen Zeichen.

Sportlicher Wettkampf, Fitness, Jogging, Kampfkunst, auch das Schachspiel, kann eine gute Möglichkkeit darstellen, seine Aggressionen in konstruktiver Form auszuleben. Aber meiner Meinung sollte nicht mehr von Aggressionen die Rede sein, insofern es sich um einen konstruktiven Einsatz der Marsenergien handelt, und Widerstände als Stimulation erfahren werden. Der Begriff Aggression sollte aus dem Vokabular der erlösten Marskraft gestrichen werden.

Wir fühlen uns aber gut, wenn wir diese treibende Kraft in uns spüren, und wir merken, wie sie uns belebt, vitalisiert, wie sie strömen darf - und sie nicht mehr daran gebunden ist, dass wir sie vor uns beweisen müssen.
Wir können ein Energiepaket sein, ohne davon Zeichen geben zu müssen. In der Schlange im Supermarkt können wir beobachten, wie wir ungeduldig werden, es soll fliessen, voran gehen - aber wir können auch in der Ruhe diesen lebendigen Impuls in uns geniessen, und werden nicht mehr ungeduldig.

Saturn zum Vergleich

Saturn steht - vom Prinzip her gesehen - für die Kontraktion auf einen Mittelpunkt hin und für Verdichtung, die zur Festigkeit einer Form oder Struktur führt. Das ist ebenso eine Art von Beharrung. Saturn tritt aktiv dafür ein, dass Maßstäbe und Werte gesichert bleiben.
Neuerungen werden als bedrohlich und wesensfremd erlebt. Das aber ist nur die eine Seite des Saturns, ja sozusagen fast schon eine unerlöste Form der Verwirklichung. Betrachtet man die Entwicklungsaufgabe, die sich uns esoterisch gesehen mit Saturn ergibt, müssen wir feststellen, dass jeder Druck, der von Saturn symbolisiert werden kann, uns zur Veränderung drängt, oder anders gesagt, er prüft einerseits, was unvollkommen ist und dem Druck nicht standhält und andererseits, was an Formen, Gesetzmässigkeit oder Struktur aufzubauen nötig ist. 
Stellen wir uns vor, wie Saturn oftmals materielle Nöte entstehen lässt. Diese sind plötzlich da, wir spüren sie, oder es kann sich um Umstände handeln, die von anderen verursacht, in Form gebracht wurden, wir spüren auch diese. Und nur wenn wir sie spüren, ist der Schwellenwert erreicht, ab dem wir uns bewusst werden, dass eine Situation nun völlig anders ist, als wie vorher. Auch diese Belastungen stellen eine Veränderung dar. Diese Belastungen prüfen uns, sie werden nur Teil unseres Selbst durch unsere Gedanken, die wir mit ihnen verbinden, aber sie fordern uns heraus, Ausdauer, Geduld oder eine Wahrheitsliebe (was ist für unser Leben angemessen und nötig) zu entwickeln, also wiederum etwas (ins uns selbst) zu verändern. Überlassen wir uns der Wirkung, dann verändern wir nichts.

Abschließende Bemerkung

Merkur, Venus, Jupiter, und die Sonne, lassen sich nicht deutlich mit der tiefenpsychologischen Ebene von Ängsten in Verbindung bringen. Sie stehen allerhöchstens für gestörte Funktionen, wenn die Leistungsfähigkeit, oder die Beziehungsfähigkeit usw. in eine Problemlage geraten ist - doch wenn es diese Probleme gibt, werden sie durch Aspeke oder andere Einflüsse von Saturn, Uranus, Pluto oder Mars meist bewirkt. 

Die Angst steht oft Pate für die schwerwiegendsten Probleme im Leben.
Die Angst, die wir im Leben erfahren, wird massgeblich von diesen vier Planeten ausgehen: Saturn, Uranus, Pluto und Mars. Die Angst ist ein starker Beweggrund. Durch das Bewältigen der Angst kommen wir zur Entwicklung und zum Wachstum, und natürlich auch zur Lebensfreude. Wir gelangen zu der Fähigkeit uns selbst einzusetzen, und Situationen auszuhalten, und Situationen entscheidend zu beeinflussen.

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Stefan Arens
April 2008