Mars:
Die Tatkraft und die Angst vor dem Scheitern
In diesem Artikel gehe ich auf Mars in vielleicht gewöhnungsbedürftige Weise ein. Meines Ermessens bietet der Zugang zum Mars
über den Begriff der Angst eine unbekannte, aber sehr zutreffende und
interessante Perspektive auf.
Mars
steht für die Tatkraft, Initiative und den Kampfgeist. Die
Angst
vor dem Scheitern wird aber
ebenso von Mars symbolisiert.
In dem von Mars besetzten Lebensbereich
(Haus) ergibt sich eine Psychologie des Mars, und ein Begriff des
erfahrenen oder erahnten Widerstandes. Darauf folgt dann, von der Angst mehr oder weniger berührt (oder von der Angst gepackt), eine veränderte Handlungsmodalität:
ein kompensiertes Handeln, das den erahnten Widerspruch ins Kalkül
zieht und von vorneherein darauf angelegt ist. So kann es geschehen,
dass zwischenmenschliche Probleme erst recht manifestiert werden, nur
weil wir sie kommen sahen oder einen Widerspruch ahnten.
Diese Psychologie geht nur auf,
indem man den Mars mit dem Begriff des Nachtplaneten und mit dem Bauchgefühl in
Verbindung bringt. Nachtplaneten herrschen unter dem Horizont. Das
Bauchgefühl regt sich bei vermuteten oder offenen Widerständen und ist
die Ursache für das Aufwallen. Oder für jegliche Aggressivität, und
auch Ängste, die damit verbunden sein könnten, wenn wir aus unserem
Bauch frei heraus handeln würden (!). Wir handeln dann im Angesicht von
Ängsten nicht frei und verändern das Handeln, bleiben aber
handlungsfähig.
Wir wollen handeln, besser gesagt handlungsfähig sein.
Wir wollen die Möglichkeit erhalten, dass uns nichts in die Quere
kommt. Eine mögliche Beschränkung von aussen erscheint uns oft im
Vorhinein als Unbehagen, ohne dass es diese Beschränkung wirklich
konkret geben muss (!) - das zeigt, wieviel Bauchgefühl mit dem Handeln
zusammenhängt. Auch
loten wir mit dem Bauchgefühl aus, wie und was wir überhaupt in einer
Situation handeln oder wirken können.
In
unserem Bauch tragen wir eine Überzeugung aus. Und die fliesst in
das Handeln ein. Bei alle dem, spielt das Ziel des Handelns eine grosse
Rolle.
Aus einem anderen Gesichtspunkt ergibt sich das Wilde. Eine
extreme, aber auch prinzipielle Betrachtung. Prinzipiell nämlich steht
Mars auch für einen Anteil des Wilden in uns. Das Animalische des Mars;
das Ausschlagen der Triebe. Dieses Austreiben von Trieben ist in
Reinform hemmungslos. Man tut, was man will.
An
dieser Stelle sollte sogleich gesagt sein, dass Mars mit jedem
kreativen oder zivilen oder sozialen Ziel nicht mehr wild sein muss.
Ziele und Einsatzgebiete können alle mögliche sein, und sie können dem
Leben dienen. Mit einem für das Wohl des Lebens angemessenen Einsatz
dient Mars mit einer seiner wesentlichsten Aufgaben dem vitalen Aspekt des Lebens. Die
Rückkopplung, die mit seinem vitalisierenden Ausdruck verbunden ist,
ist wirksam als Energie verstärkend, denn verausgabend.
Weiterhin:
Mars symbolisiert die
Art und
Weise, wie
wir uns für unsere Ziele einsetzen und in der Welt behaupten, mit
Leidenschaft oder Wagemut. Für eine Sache kämpfen oder für sie
eintreten, weil sie uns wichtig ist. Wir empfinden Unbehagen, wenn wir
es nicht tun.
Die Astrologin McCaffery sagt: "Mars
steht mit dem
endlosen, ewig neuen Energiestrom in Verbindung, der neue Formen
hervorbringt."
Von daher auch der Bezug zur Sexualkraft.
Womit
weiterhin auch Intimität angedeutet ist (ebenfalls ein Bauchgefühl).
Man gibt sich Preis, man öffnet sich durch seine Taten oder bedingt
durch den Drang des Bauchgefühls und gibt seine Überzeugung und
Innerstes frei.
Wenn man etwas weit ausholt, ergibt sich sogar der Bezug auf die
Versagensangst in der Sexualität, aber auch allgemein im Alltag.
Ferner
ist eine andere Angst nicht das Versagen, sondern die Vorstellung, dass
man etwas unterlässt - und so handelt man mit Mars gemäß der Angst
(Vorstellung). Allein in der Vorstellung tauchen viele Gründe für uns
auf, in einem entsprechenden Sinne tätig werden zu müssen oder Einfluss
auszuüben oder unseren Geltungsbereich zu verteidigen.
Auch hier sieht man die Beteiligung des Bauchgefühls. Zunächst
gab es irgendwelche Erfahrungen, und nun hat man gelernt sich
durchzusetzen, einen Weg zu finden, seinen angestammten Geltungsbereich
(Mars im Lebensbereich) in Szene zu setzen oder zu verteidigen. Dass
man dies tut, dazu genügen Situationen, die an Vergangenheit erinnern,
so dass man sich angerührt sieht.
Besonders stark ist diese Verwobenheit mit dem Bauchgefühl, wenn der Mond im Radix mit Mars in Aspekt steht.
Der
Lebensbereich (Haus) erfährt besondere Aufmerksamkeit und dort wollen
wir nicht jede Ansicht oder Art des Tuns Anderer gelten lassen.
Die Erfahrung von Widerständen oder Gegensätzen egal welcher Art
können anzutreffen sein.
Eingriffe in diesen Lebensbereich
oder Eingriffe in beteiligte psychische Bereiche werden als
unbehaglich empfunden, wenn sie dabei bestimmte Grundsätze missachten
(die meist sich durch das Zeichen erklären und im Haus sich auswirken
oder vorfindbar sind).
Aber Mars
ist viel umfassender auch eine Vitalkraft: Die Position
des Mars im Radix verlangt grundsätzlich nach Taten und dem
Einsatz
unseres
persönlichen Willens in dem betreffenden Lebensbereich
- hier
fühlen wir uns lebendig, wenn wir unsere Absichten und
Vorhaben manifestieren können.
Wenn wir handlungsfähig sein können,
wenn
wir etwas von uns selbst oder für uns selbst in die
Wirklichkeit
bringen können, und unseren Ideen, Zielen und Vorhaben zum Ausdruck
verhelfen können.
Widerstände
und
Konkurrenz können uns
gegenübertreten, oder wir glauben, dass diese uns gegenübertreten
werden.
Normal stellt die Konfrontation mit Widerständen eine
gesunde Stimulation des Mars dar.
Denn wir sehen uns
angespornt,
noch
besser zu sein oder trotz widriger Umstände zum Erfolg zu kommen.
In
dem Maße wie wir Widerstände vorfinden, kann unser Willen gestärkt und
unser Mut entwickelt werden und wir finden zu einer Bestätigung unseres
Selbst - sofern wir einen konstruktiven Weg
finden, mit
diesen Widerständen umzugehen oder uns angemessen über sie hinwegsetzen
können. Um das Hingwesetzen muss es gar nicht gehen, sondern um Orientierung, die wir mit den Widerständen erfahren können.
Das Leben ist in dieser Hinsicht ein Kampf, aber unser
persönlicher Kampf muss keine Gewalt, Zank oder Zwietracht bedeuten.
Es
gibt eine
Übertreibung dieser
Bezugnahme auf äußere Widerstände. Das ist dann der Fall, wenn die
Widerstände unsere Richtung der Aktivitäten zu sehr beeinflussen, so
dass die Reaktion
wichtiger
wird, als wie ein bewusstes Handeln und
zielstrebiges Handeln.
Wir
orientieren uns dabei aufgrund der Einflüße aus unserer
Umgebung, und
nicht aufgrund unserer eigenen Entscheidungen, die auf die Entfaltung
unseres eigenen Potentials zielen.
Der Antriebsmotor Mars
und das damit verbundene Tätigsein sollte eine klare
und entschlossene Richtung
bekommen, die aus unserem Selbst und unseren Zielen, und eben nicht in
erster
Linie aus der
Begegnung mit
Widerständen gespeist ist.
Mars
in einem entsprechenden Zeichen bedeutet oft eine bestimmte
Empfindichkeit gegenüber Reizen oder Umständen (je nach Zeichen), denen
wir uns nicht aussetzen wollen, wenn an den Umständen nicht auch etwas ist, das unser Wohlwollen geniesst.
Das Zeichen des Mars kann aber ebenso gut unsere Art der Durchsetzung beschreiben.
Wir können besonders bei einem Mars in
Verbindung mit Mond oder Merkur
anmassend werden, oder zum Streit neigen, werden leicht bewegt und
kommen leicht zur Reaktion innerhalb eines konkreten und sozialen Umfeldes.
Worum
es in diesem Artikel geht ist der Versuch eines Brückenschlages von
dem Prinzip der Durchsetzung, zu dem ebenfalls in Mars
angelegten Bereich des Unbehagens.
Ein Unbehagen, das
ebenfalls mit Mars zusammenhängen kann. Es ist ein Unbehagen, das sich
wohl am besten beschreiben lässt als ein Gespür um Widerstände, die
nicht immer real sein müssen, sondern bedrohlich wirken.
Es ist
dabei viel Bauch im Spiel. Deshalb herrscht Mars bei den Klassikern
der Antike auch in der unteren Horoskophälfte. Mars ist ein
Nachtplanet (ebenso wie Venus und Mond).
Wir sehen uns involviert
in einem Geschehen (Lebensbereich Haus) und spüren darin unsere
Vitalität und sind deswegen auf Störeinflüsse in diesem Bereich
gewöhnlich anfällig.
Manchmal bekommen wir nicht das, was wir wollen - was wir in unseren Augen unweigerlich bräuchten.
Nur was wir wirklich brauchen, dafür stehen wir so vehement ein wie es
bei Mars der Fall sein kann. Wofür wir jeweils einstehen
und unser Blut und Wahrheit nicht preis geben, das können viele Dinge
sein, und dafür kommt es auf das Radix an, auf das Zeichen, das Haus,
um konkrete Beispiele zu bringen...
Wir kommen mit Mars zur inneren Unruhe, nachdem wir keine konstruktiven
Wege
finden, uns im wahrsten Sinne des
Wortes abzureagieren auf jene Umstände, die uns störend gegenüber
treten - denn das kann durchaus wichtig sein, dass wir uns "bewähren",
auch wenn es nur in unseren Augen so ist. Weil es bei Mars viel um den
Bauch und Instinkt geht.
Wo Mars steht, da lassen wir nicht viel durchgehen, sondern neigen zu
einem Bestimmen der Umstände, wie die Dinge sein sollen, oder zu einem
bestimmten Ausdruck unseres Selbst.
Alle Verhinderungen in diesem Lebensbereich berühren uns und verschaffen Unbehagen.
Umso
mehr wir uns im Alltag und unkontrolliert abreagieren, desto weniger
Selbstbeherrschung ist zwangsläufig gegeben - wir werden dann immer
sehr leicht zornig oder können gar kaum einen Widerspruch dulden.
Wer
einen starken Mars hat, vor allem wenn der in einem öffentlichen Haus
steht (1, 3, 5, 7, 10, 11) sollte sich irgendwie eine Betätigung
suchen,
um diese Energien auch konstruktiv auszudrücken (zB Schach, Joggen,
Kampfsport
usw.).
Es
ist natürlich für den Mars gut, in solchen Häusern zu stehen,
da man auf diese Weise immer leicht einen Ausdruck für die vitalen
Energien findet. Man könnte fast meinen, es handle sich um ein wildes
Tier, wenn man an Mars denkt. Im Grunde ist dem etwas abzugewinnen.
Aber es ist natürlich nur eine Facette des Planeten. Jeder Planet weist
vielfältige Bedeutungsschichten auf.
Wenn
Mars in den anderen Häusern steht, besonders in den Wasserhäusern 4, 8
und 12, dann geht die Energie mehr nach innen und es kann eine innere
Laune entstehen. Dann sollte man diese Leidenschaft von innen her
annehmen und bewusst nach Wegen schauen, die Triebkraft des
Vorwärtsschreitens auszudrücken.
Allgemein kann man nicht sagen, man
ginge diesen Lebensbereich immer nach oder ist dort offensichtlich involviert. Denn Mars drückt sich in jedem Haus
anders aus, und kombiniert sich mit dem jeweiligen Anspruch des Hauses
auf ganz eigentümliche Weise. Man könnte sagen, nach Art des Lebens, und auch Art des übrigen Radix natürlich.
Allerdings kann man als ersten
Deutungs-Ansatz durchaus sagen, dass in diesem Lebensbereich, in dem Mars steht, dann erst
mal "das Feuer" des Mars hinzukommt, und eine innere Anregung verspürt
wird, die
aber ganz unterschiedliche Wirkung aufweist - je nach Haus.
Aspekte des Mars können den Einsatz unserer Tatkraft
nur wenig an weitere
Bedingungen knüpfen - Aspekte stellen aber manchmal zusätzliche
Schwierigkeiten oder zusätzliche Fähigkeiten bereit, die in
konstruktiver Nutzung dann den Ausdruck und Einsatz des Mars abrunden
können.
Meist geht es aber darum, dass sich Mars in jeglicher Weise
ausdrücken wird, dass Mars in jedem Fall nach Ausdruck
verlangt,
und dass dabei in den Aspekten angezeigt wird, welche anderen Faktoren
von diesem Ausdruck zusätzlich behelligt sein
können.
Besonders
schwierige Aspekte zwischen Mars und anderen Planeten können aber
unseren Einsatz der Marskraft mit Hemmungen oder Unsicherheiten
verbinden. Dann geht es darum, an diesen Unsicherheiten zu wachsen und
das Maß an innerer Stärke und Vertrauen aufzubringen, um auch wirklich
handlungsbereit zu sein, und für das Eigene einzutreten.
Wie
wir mit Widerständen
umgehen
Wenn wir auf
Widerstände reagieren, rührt das aus einer Resonanz her, die von Mars,
genauer: aufgrund seines Zeichens
beigesteuert wird.
Mit dem Marszeichen wird sich ergeben,
wie
diese
Widerstände erlebt werden
und worin zum Beispiel die Ursachen bestehen, aufgrund der wir
hauptsächlich Widerstände erleben.
Die
Sonne wird
entscheiden, in
welche Richtung
die Erfahrung
von Widerständen weiter
geführt werden soll. Und natürlich wie
wir überhaupt
handeln wollen. Wir können spontan handeln (Feuerzeichen) oder
über eine
längere
Zeit hinweg einen Plan fassen (Erdzeichen). Das hängt vom Zeichen der
Sonne, aber
auch vom Zeichen des Mars ab - letztlich bilden beide Zeichen
einen Zusammenhang der Willensbildung.
Die
Erfahrung von Widerständen kann konstruktiv genutzt werden, indem wir
uns darüber bewusst werden, was für mögliche Reibungen unser Handeln
mit sich bringen kann, woraus einfache Lebensweisheit entsteht und ein
wichtiges Wissen, wie man zur Tat schreitet.
Die
hab
Acht-Haltung
Mit
dem Einsetzen für irgendein persönliches Ziel
setzen wir uns Umständen aus. Inneren oder äußeren.
Die
hab-Acht Haltung
Wo Mars im Radix steht, gibt es
tendenziell ein unreflektiertes
Bewusstsein über unser mögliches
Scheitern, oder dass wir nicht bekommen, was wir wollen: eine "hab Acht-Haltung".
Es
ist der
Eindruck, nicht erfolgreich sein zu können und nicht das tun
zu
können, was wir wirklich wollen.
Wo wir
um unsere hauptächlichen Einsatzgebiete für unsere Marskraft wissen, da
spüren wir auch die Gefahr, dass uns der Raum für unsere Aktivitäten
genommen sein könnte!
Der
Widerstand
Wenn wir
tatsächlich einem Widerstand begegnen, regt sich die Marskraft in der
Regel umso mehr.
Die Folgen können gravierend sein für unsere
Initiative und Ausrichtung unserer Tatkraft - aber es hängt von unserer
Haltung ab, in welche Richtung des Verhaltens wir dann tatsächlich
kommen.
Wir können mit den Widerständen einerseits wachsen oder aber Orientierung finden. Die Gefahr besteht in den "Untergang
des Geistes" geführt zu werden, was sich einfach in einem destruktiven , also
geistlosen
Verhalten ausdrückt.
Mit
der Zeit haben wir erfahren, dass wir uns nicht immer
erfolgreich
durchsetzen konnten.
Und es wäre nicht im Sinne aller
Planeten und
auch
nicht im Sinne der Sonne, wenn wir uns immer um jeden Preis mit Gewalt
durchsetzen wollten, und Wildheit Bahn brechen lassen, oder aber im Gegensatz dazu zu einer absolut
passiven
Rolle kommen, und das Leben uns bewegt, ohne dass wir
irgendetwas
bewegen könnten. Im Extrem liegt der Teufel begraben.
Der
Freiraum für die Tatkraft
Je
nach Zeichen des Mars haben wir eine gewisse Zone,
die von
anderen überschritten werden und eine gewisse Anspannung oder
Aufreizung für uns bedeuten
kann.
Wir sollten mögliche Begrenzungen
unseres imaginären
Freiraumes als Anforderung an uns verstehen, die Marskraft nicht in die
falsche Richtung zu führen, sondern danach trachten den Kurs
der
Authentizität beizubehalten.
Durch diese
Belastungsproben
können wir immer mehr Kontrolle und Gelassenheit entwickeln. Wir können
nie wirklich verlieren, was wir wollen,
sofern wir tun können, was wir wollen.
Und bei Mars geht es ums Wollen und dem eigenständigen Handeln, und
eben nicht um den Widerstand und was sich aus dieser Erfahrung ergibt.
Das
wäre nur der Schatten.
Wenn wir Widerstände und
Begrenzungen
stets als
Bedrohung erfahren, und bevorzugt nur noch auf diese reagieren,
verhalten wir uns
tatsächlich wie die Tiere, denen
man nicht zu nahe kommen darf.
Der innerste Beweggrund
einer
Agression ist irgendeine (meist verschleierte)
Angst, unseren Ausdruck oder unsere Initiative zu verlieren, sonst
wäre der Widerstand als solcher unbedenklich für den Akteur.
Kompensation
und
Hemmung bei Mars
Man
kann die
Angst ganz besonders als solche
entlarven,
wenn es um Hemmung, also um den Verzicht einer Handlung, oder um
Vorsicht
geht. Die Lust
steht der Angst entgegen.
Mars steht für die Lust
am
Einsatz der
Tatkraft.
Mars ist der Planet, mit dem wir die Dinge oder
Situationen beeinflussen können, und das Beeinflussen
stellt
keine
Manipulation
dar, sondern
eine Strategie des Selbst (Sonne).
Mars steht nicht für
Strategie an
sich, aber für die
endgültige
Initiative und Handlungsbereitschaft. Eine Strategie, ein Plan
oder eine Taktik
wird ausgeführt,
realisiert.
Die
Aggressionen, die
mit
Mars einhergehen, sind ausschließlich
Resultat von Ängsten und empfundenen Bedrohungen! Oder weil wir Widerspruch und Gegensatz nicht dulden.
Die
Lust an der Tat
Mars
auszudrücken,
geschieht am reinsten
durch
die Lust an der Initiative und der Lust am
Tätigsein, woraus die Freude resultiert, etwas geschafft zu haben oder
schaffend tätig zu sein.
Darüberhinaus ist die
Angst und die darauf begründete Aggression in Bezug zu Mars
stets als überflüssiges Beiwerk zu beurteilen.
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie
der Mars von seiner reinen Natur abgelenkt ist.
Kompensation:
typischerweise durch
Mars ausgelebte Aggression, zB weil man seine empfundene
Verletzlichkeit prinzipiell vorweg nimmt, bevor man selbst verletzt
wird: Man will dem empfundenen Widerstand überwinden.
Aus
erlittener Schwäche (oft in der Vergangenheit) wird das Bemühen,
stärker als mögliche Bedingungen zu sein und zwar oft in einer wenig
abgeklärten, rigiden oder unreflektierten Art und Weise, rücksichtlos
gegenüber anderen Facetten einer Angelegenheit.
In
Bezug
zu einem anderen Menschen oder bestimmten Umständen hat man die
Widerstände vor Augen und richtet seine Taten vorwiegend an diesen
erkannten oder vermuteten Widerständen aus.
Man setzt
empfundenen
oder
eingebildeten (!) Widerständen im Vorhinein etwas entgegen, was
eben nicht aus den eigenen Zielen des Selbst hervorgeht und vor allem
und eigentlich eine Re-Aktion
bedeutet. Der wahre Grund für eine Kompensation liegt immer in der
empfundenen Schwäche bzw. es bilden sich Muster, deren Ursprung in
der Vergangenheit liegt.
Der
Motivationsgrund ist oft,
sich
zu wehren gegenüber lange zurück liegender Erfahrung von
Gegensätzlichkeit, die
man nun (projekiv) überträgt auf die jetzigen Situationen, was auch in
einem
Zusammenhang mit Projektionen steht. Das geschieht unbewusst und
stellt die Weiterführung unserer Kämpfe in Kindheit und Jugend
dar, aber auf anderer Ebene - so merken wir nicht, wie sehr wir mit
unserer Vergangenheit noch zu tun haben, auch wenn wir scheinbar alles
tun können. Nur wir tun es in einer bestimmten Weise, die zu überprüfen
ist, um festzustellen, ob wir kompensativ handeln.
Man setzt bei der Kompensation
den
Mars auf den Umwegen der Kompensation immer noch ein,
statt sich schuldig zu fühlen und nicht zu handeln (siehe unten die
Hemmung).
Oft
kann man beobachten, dass sich ein kompensierter Ausdruck des Mars
allein an den zu erwartenden Widerständen orientiert, und gerade
deshalb Situationen schafft, in dem der Geborene auf solche Widerstände
auch stoßen wird. Oft sind Projektionen anzutreffen, was auch erklärbar wird mit dem Bezug auf das Bauchgefühl (bei Mars).
Hemmung:
typischerweise handelt es sich um eingeübte Strategien der
Zurückhaltung des Ausdrucks und der Bereitschaft des Tätigseins.
Die
Zurückhaltung resultiert aus einer Anpassung an als zwingend
erfahrene Maßstäbe. Hier wurde in der Vergangenheit eine
Gegensätzlichkeit
zum eigenen
Willen erfahren und so der für Mars wichtige Freiraum in Frage
gestellt.
So hat
man
sich von innen her angepasst und will keine Widerstände
provozieren.
Und anstatt die aktuell
empfundenen
Gegensätzlichkeiten oder Schwierigkeiten mit einer Gegenreaktion nach
aussen
(Aggression, Kompensation)
zu
verbinden, will man der Konfrontation mit einem Außen oft ganz
aus
dem
Wege
gehen und kommt zu keiner oder nur einer halbherzigen Aktion.
Der
konstruktive
Ausdruck des Mars führt zwar vermutlich oft über
die Reibung, um dann zu einem angemessenen Ausdruck der Marskraft zu
kommen, doch der Gehemmte zeigt nur sehr wenig Bereitschaft, sich
dieser Reibung mit den Umständen überhaupt auszusetzen und wird
folglich auch nur
sehr wenig lernen, mit der Marskraft einen
persönlichen Ausdruck zu
finden und im richtigen Moment etwas für sich tun zu können. Man kann
mit Mars überhaupt nur etwas richtig tun, wenn man es selbst tut.
Ein weiteres
und sehr übliches Verhalten
für
den Gehemmten ist es, die
Anderen einzubeziehen: man entschuldigt sich, oder sichert sich ab,
windet sich heraus, fleht oder bittet um Mitleid, oder rechtfertigt
seine eigene Zurückhaltung mit irgendwelchen Gründen oder eigenen
halbseidenen Wertvorstellungen.
Mars
aber
ist reine Tatkraft -
man ist ein Gehemmter, wenn man nicht tätig sein kann, zB weil man
Ängste
empfindet bei der Vorstellung, im Handeln nicht erfolgreich sein zu
können, oder von anderen Reaktionen erwarten zu müssen - und wenn es
sich nur um Unsicherheit oder Beklemmung
handelt, dann ist es nur Makulatur, dabei nicht von Ängsten zu reden,
es sind nämlich auch dann geringe Ängste.
Es
ist eine beliebte Täuschung, sich Wege aufgrund der Angst zu suchen, um
sich
dann zu sagen, so halte ich es nun einmal für richtig. Man kann diesen
Weg einer Vermeidung ab und zu gehen, aber man sollte es natürlich
nicht
massgeblich zu seiner Grundhaltung ausbauen, denn dann wird man nie das
Beste aus den Möglichkeiten seines Lebens herausholen können.
Es
geht
auch um die Ausstrahlung und um die Anziehung des Gleichen (auch
Synchronitität); - wenn andere
Leute erkennen, dass man seine aktivste Kraft im Horoskop zum
Ausdruck bringen kann, werden diese auch unbewusst anders auf einen
reagieren und es kann sein, dass in dieser Weise weitere Gelegenheiten
und Chancen für einen entstehen - oder man wird gelinde gesagt
(unbewusst) von anderen
geachtet.
Verdrängung,
Rechtfertigungen oder
Schuldgefühle
begleiten
die
passive
Rolle, in die der Geborene schlüpft, und die dafür sorgen, dass man
nicht
tätig wird, wie es eigentlich das eigene Blut im gegebenen Augenblick
verlangt. Es muss gar nicht darum gehen, sich durchzusetzen, aber es
ist wichtig, seinem Willen zur Erfahrung eines Ausdrucks zu verhelfen,
so dass man sich authentisch erleben kann. Hält man aber jeglichen
Ausdruck zurück, wird eine innere Blockade
geschaffen und man kann kaum entscheiden, was man überhaupt tun kann,
wie man sich Ausdruck verschaffen kann,
und wo die eigenen Grenzen wirklich liegen.
Wenn man
schliesslich
darüber nachdenkt,
warum man
sich in
irgendeinerweise gehemmt
verhalten
hat, kommt man oft
zu
Rechtfertigungen oder Rationalisierungen - besonders, wenn
man von anderen kritisiert wird. Diese Kritik ist gleichzusetzen
mit einem empfundenen Widerstand und bewegt in uns nur noch
weiter jene Ängste, die wir hatten und was damit verbunden sein kann.
So
können wir uns regelrecht in diese Ängste und Hemmungen verstricken,
wenn wir nicht einfach das tun können, was wir für richtig halten, weil
es dann immer wieder Gründe gibt, uns mit unserer Hemmung zu begnügen.
Wenn
es
für uns
einen Widerstand gibt, lehnt sich unser Wille bei
kompensierter
Marskraft
nach aussen hin auf. Sucht sich Überwindung, bricht einen imaginären
oder realen Widerstand, was auch nur etwas Gedachtes betreffen kann.
Der gehemmte
Ausdruck der
Marskraft
staut aber eher den inneren Ärger und bringt sich nicht über Widerstände, auch moralischer Art.
Manchmal verzweigen sich
Hemmung und
Kompensation, dann wird man zum Beispiel launisch oder frustriert und
drückt seine innere Qual indirekt aus, ohne aber direkt gegen ein Außen
aggressiv vorzugehen. Von Zeit zu Zeit mag das dennoch zu Explosionen
führen, wenn die Hemmschwelle zB durch Alkohol sinkt und der
auftretende Reiz der Widerstände als unzumutbar empfunden
wird, obwohl auch dann oft festzustellen ist, dass die
Widerstände
nur angehäuft und wiederholt erfahren wurden, aber diese Widerstände
oder gegensätzlichen Reizgebungen im Augenblick nicht besonders
drastisch gewesen
waren. Ein kleiner Anlaß kann dann genügen.
Angst oder
Unsicherheit, gekränkter Stolz oder der Eindruck,
sich nicht genügend geachtet vorzukommen, das alles sind Dinge, die auf
derselben Ebene geschehen und man kann sie alle in dem Begriff der
Angst bündeln. Aus diesen Empfindungen heraus, wird dann ein Grossteil
der Energien auf die vermeintlichen Widerstände gerichtet.
Herman
Meyer vermutet beim Gehemmten auch
einen
Zusammenhang mit der Kindrolle. In dieser Weise
einer
Zurückhaltung der eigenen Auflehnung gegen Widerstände, erhofft man
sich
von
anderen Anerkennung.
Es ist gewissermaßen eine "kindliche
Instinkthandlung", die
als eine Ableitung des Überlebenstriebes bezeichnet werden
könnte. Der Mond repräsentiert diese Rolle des Kind-Ichs.
Beim
kompensierten Einsatz der Marskraft ist es das
Erwachsenenen-Ich (repräsentiert durch die Sonne), welches
selbst dafür eintritt, die Umgebung zu beeinflussen - doch dabei ist es
in der kompensierten Ausdrucksweise bedeutsamer Weise so beschaffen,
dass der vermeintliche Widerstand vorweg genommen wird: die
Erwartungshaltung, dass man nicht bekäme, was man will, prägt
schliesslich die Form des Ausdruck und man tut
so, als ob
"es ja immer schon so wäre, dass einem Widerstände entgegen
treten, also muss ich mich gleich so verhalten, dass ich die
erwarteten Widerstände ins Auge fasse, und mein Verhalten darauf
ausrichte, sonst bekomme ich nicht, was ich will".
Die
Aggression muss kein
Extrem darstellen, sie ist in anderen Worten die Auflehnung oder
direkte Bezugnahme gegen Widerstände. Und das Handeln sollte sich nicht
auf Widerstände fokussieren. Das Handeln sollte ein massgebliches Ziel
haben und von einer Absicht getragen sein, und Widerstände als
willkommene Möglichkeiten der Entwicklung von Ausdauer, Geschick,
Gelassenheit oder Durchhaltevermögen aufgefasst werden.
Man
ist sowohl bei der Kompensation, als auch bei der Hemmung der
Vergangenheit
ausgeliefert. Der Mensch mit einem kompensierten Verhalten, trägt die
Hemmung noch in sich, will aber die Demut und das Schuldgefühl in sich
nicht aufbringen, die der Gehemmte zeigt. In beiden Fällen handelt es
sich nicht um ein authentischen Ausdruck des Mars.
Die
Tatkraft und sein Schatten
Mars
ist eine
"zielgerichtete Kraft im Totalen".
Eigentlich
unterteilt sich der
Mars in zwei
voneinander
losgelöste Bedeutungsebenen: Die Tatkraft an sich.
Und
schliesslich ein möglicher Widerstand, und damit
das
Bewusstsein
über ein mögliches Scheitern. Positiv erhalten wir aber durch dieses
Bewusstsein eine Orientierung, wie wir mit unserer Initiative und
Entschlossenheit und welchen Zielen vor gehen können.
Beide Bedeutungsebenen - der Wille zur Tat einerseits und Angst vor dem Widerstand oder Angst vor dem Scheitern andererseits - sind in der Auswirkung unabhängig
voneinander,
und
einzig die Hausposition des Mars verbindet beides.
Mars in einem Aspekt
mit einem anderen Planeten bringt meist nicht die Angst vor dem
Scheitern sondern trägt nahezu
ausschliesslich die Bedeutungsebene der Tatkraft. Dieser Planet wird
von Mars animiert und stimuliert, zu einem Einsatz gemäß des jeweiligen
Planeten zu kommen.
Im Haus des Mars
dagegen findet sich oft eine gewisse Resonanz gegenüber Widerständen.
Wenn in diesem Haus etwas geschieht, und es entspricht nicht unseren
Willenabsichten oder Selbstverständnis, können wir den Eindruck haben,
an eine Situation
ausgeliefert zu sein und damit weiteren Widerständen zu begegnen.
Anpassung ist das, was der Mars nicht will und so kommt leicht ein
unzufriedener Zustand hervor.
Mars erzeugt
die Erwartungshaltung eines freien Durchsetzungsweges oder Getungsbereiches, und mögliche
Widerstände erzeugen einen Bruch dieser mehr oder weniger unbewussten
Erwartung eines freien Flußes der Energien.
Ein drohender
Kontrollverlust, und sich
keine Blöße geben wollen
oder
auch nur der Eindruck eine eigene Meinung, die man
äusserte, öffentlich oder unter Freunden revidieren
zu müssen, auch wenn man in Wahrheit tatsächlich
mittlerweile
eine andere
Überzeugung gewonnen hat - all das
basiert
auf Ängsten. Unbehagen.
Es müssen also noch nicht mal Todesängste auszustehen sein, sondern
meist handelt es sich einfach um eine Unsicherheit, sich der
Bedingungen äußerer Umstände auszusetzen. In diesem Bereich spürt man
(bedingt durch den Bezug des Mars auf das Bauchgefühl ) was geschieht,
man sieht sich involviert und wird dementsprechend in diesem Bereich
aufmerksam sein, und unter Umständen auch seinen Geltungsbereich
abstecken, vereinahmen oder verteidigen, was den Protagonisten
natürlich auch mit den Vorgängen dieses Lebensbereiches weiter
verknüpft, so dass seine Aktivitäten auch für andere leichter einsehbar
werden, weil sich seine Motivation oft mit ausdrückt und durch Mars
erkennbar wird, besonders wenn Mars in einem Haus in der Taghälfte des
Horoskops steht.
Die
wirklich
Erfolgreichen
(nicht nur vom Bauchgefühl her) haben sich ihrer Angst gestellt, sie sind über sich hinaus
gewachsen. Ohne die Umwege der Kompensation oder Hemmung zu gehen.
Sie benötigen keine wuchtigen Impulse mehr, und sehen in
anderen Menschen keinen Widerstand mehr oder Konkurrenz. Sie tun, was
sie tun, in erster Linie für ihre eigenen Augen.
Ängste
im Horoskop
Im
Radix sind Ängste anhand der vier Planeten
Saturn, Pluto, Mars und Uranus leicht zu
entdecken - und der Zusammenhang ist fast immer gegeben zwischen
Ängsten im
Leben und diesen vier Planeten. Eine Astrologin nannte diese vier
Planeten einerseits Angstplaneten und andererseits "die vier Freunde",
um zum Ausdruck zu bringen, dass diese vier Planeten auch als
Entwicklungsmotoren betrachtet werden können - in dieser Hinsicht gehen
diese vier Planeten einem "freundlich zur Hand", weil sie uns Lektionen
stellen, mit denen wir uns selbst beständig weiterentwickeln
können.
Üblicherweise
halten uns Ängste jedoch vor
der Entwicklung ab, weil wir noch nicht über diesen Ängsten stehen
können. Wir kommen zum Wachstum, wenn wir
uns den Ängsten in uns stellen.
Zunächst
müssen wir wohl fähig
sein, uns der Verletzlichkeit aussetzen zu können - dann
werden
wir merken, dass wir als Erwachsene überhaupt nur noch selten
wirklich verletzt werden können. Doch wenn wir merken, dass
wir immer noch eine zum Teil sehr infantile Grundhaltung
haben,
weil der geringste Anlaß uns glauben macht, einen Widerstand zu unserer
Handlungsabsicht zu erfahren, müssen wir auch diese beschämende
Einsicht ertragen können, dass wir unbewusst immer noch vorgeben bedürftig wie Kinder
zu sein.
Was würde es nützen, wenn wir uns vor dieser Einsicht verschließen,
weil wir uns
für bessere Erwachsene halten, die wir doch vermutlich so lange nicht
sind,
wie wir uns innerlich benehmen wie die Tiere oder kleine Kinder, denen
man den Schnuller weg nimmt?
Wir können viel gewinnen, wenn
wir entdecken, was für Ursachen manche unserer Ängste haben können.
Grundlegend
ist die Erfahrung
Es gibt gewichtige
Erfahrungen, die
wir als Angst auslösend bezeichnen können. Je nach Planet ergeben sich
dabei verschiedene Erfahrungsdimensionen.
Saturn:
Beschränkung, Zwang zur konzentrierten Erfahrung. Eine Prüfung
erleiden, um das Vermögen zur Belastbarkeit oder dauerhaften
Veränderung zu entwickeln.
Saturn
legt einen Nachdruck auf den Aufbau
von Formen und steht damit durchaus in Bezug zur Veränderung;
Stabilität oder Beharrlichkeit ist ein Resultat der Veränderung.
Anhaltender Druck
veranläßt uns zu Veränderungen und wenn wir Belastbarkeit in
Bezug zu irgendeinem Einfluß aufgebaut haben, dann ist das ein Resultat
unserer Veränderung!
Pluto:
Verluste und Ohnmacht, um sich durch Wandlung in neue und höhere Stufen
des Seins zu entwickeln. Angst vor den dunklen, aber letztlich vitalen
Kräften in uns oder die von anderen Menschen, und deren
Einflüsse.
Uranus: Von
aussen
kommende Erfahrungen
bringen Situationen
des Neuen und Anderen, woraufhin eine Angst entsteht, unseren Freiraum
verlieren zu können. Es gilt Integrität zu entwickeln, die den
Extremen von äußeren Einflüßen gewachsen ist. Ist
die Integrität nicht gegeben, verlieren wir uns zB in der Zerstreuung
oder Haltlosigkeit, werden beunruhigt, wir verlieren unsere Mitte.
Mars: Es
geht darum, dann das Richtige zu tun, wenn die Situation es in unseren
Augen erfordert oder sich eine gute Chance bietet, unsere Lebendigkeit
zu entfalten. Alle potentiellen Widerstände können konstruktiv genutzt
werden. Destruktiv wird es, wenn wir unsere Handlungsrichtung
aufgrund äußerer Umstände aus den Augen verlieren und das Reagieren vor
der Aktion stellen.
Authentischer
Ausdruck
Was der authentische Ausdruck des Mars bedeuten kann, wird
ersichtlich durch die symbolische Nähe von Sonne und Mars zueinander.
Es geht dabei um die Vitalität, die unter einer angemessen Mentalität
umgesetzt wird. Der Mars dient symbolisch gesehen der Sonne
sehr.
Ein authentischer
Ausdruck der
Marskraft kennt keine Widerstände mehr, weil diese Tatkraft nur noch
für das eingesetzt wird, was man selbst für richtig hält. Mars
ist eine Tatkraft
an sich, da ist kein anderes Bedürfnis als wie die Tat selbst, es
ist fast ein Zwang, eine Notwendigkeit: Energie
soll eingesetzt, einem Impuls gefolgt werden. Mit einem
lohnenswerten Ziel ist es kein zwanghaftes Agieren mehr.
Es
liegt einzig und
allein am weisen Einsatz der Marskraft, mit der wir
eine Situation entscheidend beeinflussen, und zwar so wie wir es für
richtig halten oder unser Gewissen aber auch unser Blut es uns
vorgibt. Das soll kein aufwallendes Blut sein, sondern das Blut ist
Träger unserer Herzensabsichten der Belebung und Vitalisierung.
Das
reine
Marsprinzip ist es nach vorne zu drängen auf ein Ziel hin. Der Schatten
des Marsprinzips ist immer ein möglicher Widerstand - es ist und
bleibt ein erkannter
Freiraum,
den unsere Wahrnehmung
bezüglich
dem Ausdruck des
Marsprinzips benötigt.
Frei zu handeln, ohne
Vorbehalte, das setzt uns
jedoch auch der
Verletzlichkeit aus, da wir unsere Schutzschilde verlieren.
Diese
Schutzvorrichtungen und Abwehrstrategien (das Bauchgefühl ist
hier wieder wichtig) brauchen durch unsere neue
Haltung nicht mehr, brauchen nicht mehr durch Mars verteidigt und
aufrecht erhalten zu werden.
Wenn wir davon überzeugt sind, dass wir frei sind, sind wir es auch.
Dass diese Haltung so wichtig ist, gilt gerade in Bezug zu Mars,
scheint mir. Denn wenn wir uns nicht frei fühlen, regt sich auch leicht
unser Mars, als ginge es darum, Frust abzubauen oder Vitalität zum
Ausdruck zu verhelfen, sich freie Bahn zu machen. Denn wenn man etwas
tut, dann bewegt das einen auch selbst.
Also
kommt es auch darauf an, genügend seelisches oder psychisches
Rückgrat zu haben, welches die künstlichen Schutzschilde vollständig
ersetzen kann. Wagemut und Entschlossenheit für die richtigen Taten,
die wir für uns tun, das ist ein Schlüßel um
diese Leistung zu
vollbringen. Wenn wir uns dann der Erfahrung
aussetzen, empfinden wir die früheren Widerstände nicht mehr
als
solche, und sehen sie nun mindestens als neutral gegenüber uns Selbst
an.
Symbolik
des
Mars
Mars
in Bezug zu den Ängsten
wird bestätigt, indem man einige Symbole und
analogische
Entsprechungen zu Mars in
Betracht
zieht.
Mars
als Symbol besteht in einem Kreis, aus dem ein Pfeil nach
aussen
tritt.
Das entspricht der Symbolik von
Aktivität, der (totalitären) Tatkraft und das aktive und
zielgerichtete Prinzip, das von innen nach
aussen gerichtet ist.
Das "Innen" verweist auf einen
Handlungsimpuls,
der sich im "Aussen" Geltung verschaffen will.
Die Richtung nach
"Aussen" verweist weiterhin auf die Zielrichtung einer
Konkretheit, und andererseits auf die Begegnung mit der Welt.
Mit
dem
symbolischen "Oben" identifizieren wir den Himmel und mit dem "Unten"
die Unterwelt, also des Bereiches der Triebe.
Beim Symbol
des Mars ist
der Pfeil schräg gestellt, was
vielleicht andeutet, dass sowohl Instinkt (Unten) als auch
mental-geistige Verwirklichung der Sonnenabsicht (Himmel, Oben)
angesprochen sind.
Jedes Prinzip, welches
in seinem Symbol
einen Pfeil aufweist, der nach aussen tritt, bedarf eines
gewissen
Freiraumes. Bei Mars wird dieser Freiraum erwartet,
um
handeln zu können. Auch bei Uranus ist der Freiraum erwartet, nur ist
der Grund ein anderer. Bei Uranus geht es um den Raum der
Selbstentfaltung.
Konventionen, Abhängigkeiten,
Einflussnahmen von
Aussen
oder Normen können den Freiraum für die
individuelle Selbstentfaltung
zu
sehr beengen. Uranus bringt dafür ein Gespür, wie Mars ein Gespür für
den
Widerstand mit sich bringt, der unserer Tatkraft entgegen treten kann.
Beides liegt nicht in der Natur der Prinzipien, sondern wird in unserer
Psychologie bewirkt, ist also das Resultat der wirksamen Prinzipien!
Es
geht bei Mars nicht
um den Trieb und seinen Zweck
oder Sinn, sondern um die
Tatkraft, die den Trieb
befördert.
Die Richtung oder das Ziel der
Handlung wird durch unsere Entscheidung bestimmt, aber Mars kennt
dieses Ziel im Grunde nicht, sondern will nur tätig sein um dieses Ziel
umzusetzen, nämlich einem Impuls zur Wirklichkeit zu verhelfen.
Ein
Widerstand ist sein Feind. So wie das Herz
pumpt und das Blut durch die Adern
fliesst,
steht
bei Mars die triebhafte Aktion, die immer möglich sein soll.
Deshalb
ist ein gespürterFreiraum notwendig für den Eindruck, dass
Mars prinzipiell
jederzeit in der Lage
ist, tätig zu sein. Dieser Freiraum kann im Grunde nicht gegeben
sein, sondern nur verhindert sein, indem wir einen entsprechenden
Eindruck
in uns erwecken, dass es Widerstände gibt.
Mars wird
symbolisch
auch durch
das Blut verkörpert, das andauernd im Fluß ist. Bei einer
Verstopfung der Adern kommt es zur Embolie und Gewebe
sterben
ab, weil sie nicht mehr durch Sauerstoff versorgt werden.
Man
denke konkret an den Blutfluß;
dieser ist immer aktiv im
Fluß, und
die Instinkte, die mit Mars zusammenhängen, brauchen den "erahnbaren
Freiraum", damit der (instinktive) Eindruck
entsteht, dass auch wirklich alles im Fluß ist. Eine Blockade der Ader
erzeugt sozusagen einen Widerstand für den Blutfluß und Embolie oder
einen Schlaganfall.
Auch
das Immunsystem
zeigt uns einen symbolischen Zusammenhang mit Mars (das Immunsystem
entspricht
dem Marsprinzip). Das Immunsystem beginnt erst tätig zu werden, wenn es
eine erkannte Gefahr gibt. Weiter gedacht (auf psychologischer Ebene):
Wo Gefahr ist, ist die Angst
nicht weit.
Ein
zu erwartender Schmerz wird durch
eine Handlung abgewehrt, dessen Motivation die Angst
darstellt. Dabei erkennen wir
durch die Angst, das uns etwas schmerzen könnte, und handeln,
bevor der
Schmerz eintritt. Angst vor einem zu erwartenden Schmerz führt zur
Abwehr. Auf physischer Ebene ist das ein Automatismus, und wir
sollten nicht glauben, dass wir diese mechanische Arbeit auf die Ebene
des Geistes übertragen sollten, denn das Instinktive gehört nicht in
die Ränge des Geistes, der unsere Befindlichkeit schalten und lenken
kann.
So
steht
die Angst entfernt mit dem Überlebensdrang in Verbindung, und es ist
von
hier nicht mehr weit bis zum Prinzip des Mars, der mit seinem
Willen
zur Durchsetzung wie kein anderer Planet das Überleben sichern
kann.
Dass
es auch um Reflexe geht, zeigt uns auch der Aszendent, an dem wir
erkennen, dass wir in "Momenten des Überraschtwerdens" prompt Muster
des
Verhaltens wach rufen können, und uns in dieser Weise eine Maske
aufsetzen. Hier ist es eine Art Mimikry, ein Verbergen unseres wahren
Selbst - also auch eine Art Abwehr. Aber es handelt sich auch um ein
Reaktionsmuster des spontanen
Ausdrucks (AC), um ein Verhalten zeigen zu
können, ohne darüber reflektiert haben zu müssen (Sonne).
Der
Aszendent selbst entspricht symbolisch dem Marsprinzip (am Aszendenten
treten wir in die Welt hinaus, und das erste Haus ist von der Symbolik
des Zodiakhäuserkreises ein Widderhaus). Man spricht vom
natürlichen Herrscher des 1. Haus, welcher im jedem Horoskop
von
Mars entsprochen wird.
Ein Mond des
Mars trägt
den Namen "Phobos", ein anderer "Deimos". Darin drücken sich deutlich
zwei wichtige Attribute des Mars aus. Attribute sind begleitende
Eigenschaften, nicht essentielle Bedeutungen des Prinzips. Phobos
bedeutet "Furcht" (davon abgeleitet: Phobie).
In der Mythologie ist Phobos mit seinem Bruder Deimos
("Schrecken")
ein Begleiter des Ares. Es ist schon kein wunderliches Zufall mehr,
dass viele Himmelskörper Namen tragen, die mit der astrologischen
Bedeutung sehr eng korrespondieren. Bei jedem Asteroiden, der
mittlerweile bekannt ist, und es sind über 300.000 an der Zahl, klingt
in seinem Namen eine Facette der Bedeutung an. Eine mögliche Erklärung:
Gleiches zieht Gleiches an, die Dinge fügen sich durch Synchronizität.
Manchmal stellt sich noch die Frage, ob jeder gefundene Name wirklich
der beste Name ist; Tatsache ist aber, dass es eine Beziehung zwischen
astrologischer Bedeutung und Namen gibt. Bei den Monden des Mars ist
die Namensgebung aber schon sehr eindeutig. Sowohl Angst (Furcht) als
auch Gewalt (Schrecken) sind nicht die wahre Natur des Mars, sondern
haften ihm gewöhnlich nur an (wie Monde, umkreisen
diese
beiden Eigenschaften oft menschliches Verhalten und menschliche
Wahrnehmung, wann immer es um Taten geht).
Daher
lassen sich in diesem
Prinzip des Mars, wie er sich auf unterschiedlichen Ebenen darstellt,
einige deutliche Zusammenhänge
mit der Angst und Abwehr bestätigen. Es ist daher keinesfalls
abwegig, von Angst in Bezug zu Mars zu sprechen. Jede
Radixdeutung hat mir selbst zudem bestätigt, dass dieser Zusammenhang
stets existiert, wenn auch nicht immer in derselben Tragweite.
Folgende
Begriffe stehen im Mittelpunkt:
Instinkt, Reflex, Abwehr, Aggression, Hemmung, Angst,
Schutz(-bedürfnis), Widerstand. Diese Sachverhalte haben
alle eine gemeinsame Wurzel, die sich mit dem Marsprinzip in einen
Zusammenhang bringen lassen.
Die Tatkraft an sich, ist an
einige
dieser Sachverhalte gebunden
und wird
durch deren Eigenschaften zu dem, was sie im Radix und Leben für uns
ist. Die
Abwehr zum Beispiel setzt die Tatkraft als eine "totale Waffe" ein. Der
Instinkt warnt uns vor Gefahren. Die Aggression setzt ein, wenn es
einen Widerstand zu brechen gilt, und dieser empfundene
Widerstand befindet sich meist nur in uns (als Wahr-nehmung, als
Interpretation, als Resonanz) und nicht in der Welt.
Selbst
wenn
dieser
Widerstand in der Welt real wäre - das ist ganz wichtig zu verstehen -
wird der Widerstand erst in uns wachgerufen als Wahrnehmung. Denn es
geht darum, dass Mars nur Einsatz will, ihm ist der Widerstand ein
Feind und der Mars soll durch unsere Entscheidung für die Ziele
eingesetzt
werden, die wir für richtig halten, und wo es die Situationen möglich
machen, aber auch im Sinne von moralischen und ethischen Überlegungen,
die jedoch andererseits oft wiederum Ängste oder Hemmungen erzeugen.
Instinkte
und die Einheit
des Selbst
Die
Instinkte kann
man auf das Selbst beziehen, welches als ein einziges in sich
geschlossenenes Etwas existiert. Die Instinkte beginnen aus diesem
Etwas (Selbst) herauszudrängen, und daraus entstanden die Sinnesorgane
als Tastfühler, um zu entdecken, was drumherum eigentlich
existiert.
Durch
diese rückwirkende Erfahrung wird man sich selbst
erkennen
können - worin
wahrscheinlich auch der ganze kosmische Sinn liegt, dass es eine
Einheit gibt, die aus sich selbst heraus tritt, und in Vermittlung zu
einer Andersartigkeit tritt, die dadurch als prinzipieller Gegensatz
zur
Einheit im Außen besteht - durch diese Erfahrung einer Andersartigkeit
entsteht über den Umweg der Erfahrung von eigener Einzigartigkeit der
Eindruck der Identität (als Individuum).
In
der
Art, wie man aus sich selbst - zielgerichtet nach aussen -
herausgreift, wird eine entsprechend komplementäre Rückwirkung
erzeugt. Wenn man
stark nach aussen drängt, kann der Aufprall auf einen Widerstand umso
heftiger sein. Anders kann es
nicht
sein, sondern würden wir nicht in einer materiellen Existenz verwurzelt
sein. Wenn jemand einen stark stehenden Mars hat, drängt dieser aus ihm
natürlich auch desto stärker heraus - die Erfahrung von Widerständen
und
Unterdrückung seines Freiraumes (in der Vergangenheit), kann daher umso
stärkere Hemmung oder Aggressionen hervorbringen.
Der
Tastsinn
war einst ein sich
hinaus
streckender Fühler. Bei
Schnecken sieht man sehr gut, wie bei einem Widerstand dieser
Fühler
zurück weicht - wenn die Schnecke eine Bewegung von aussen - auf sie
selbst hinzielend - wahrnimmt, verzieht sich der ganze Körper
der
Schnecke ins Schneckenhaus zurück, um Schutz zu
suchen, vor
dem sich bewegenden Etwas da draussen, das vielleicht ein Angreifer ist.
Mit
diesen Überlegungen zum Instinktbereich und der Symbolik kann man eine
gewisse Archetypik schlussfolgern, die
grundlegend und auf mehreren Ebenen in der Schöpfungsordnung
festgelegt ist (was sich zum Beispiel in den Gegensätzen der Zeichen
ausdrückt und darin, dass Mars dem Aszendenten symbolisch entspricht,
als dem Anfang des Häuserkreises, und dass das Widderzeichen als
Herrscher des Mars den Beginn der zodiakalen Systems markiert, den
Anfang aller Zeichen): Es geht um eine zur
Verwirklichung drängenden Kraft oder Energie. Dem steht ein
Widerstand entgegen, eine gegensätzliche Andersartigkeit, ein anderer
Weg, eine andere Methode. Und so geht es für jede der beiden Kräfte um
den Freiraum der Durchsetzung, beides ist polar
entgegengesetzt. Zwischen beiden muss aber vermittelt werden, sonst
würde die Einheit des Lebens in Gefahr geraten.
Der
Mars im Zeichen
Wenn
wir das Zeichen des Mars ausdrücken, wird das immer durch irgendeine
Tat oder eine Handlungsweise geschehen.
Man
kann es so verstehen, dass der Einsatz und die
Tatkraft des
Mars, von der Sonne erkannt wird, und sich die Sonne daran
erfreut.
Das Zeichen des Mars kann uns zeigen, wieviel Freude es
machen kann, einfach nur diese Eigenschaften des Zeichens während des
Ausdrucks des Mars zu erfahren. Für die Sonne geht es im Grunde darum,
die Zeichen zu erfahren.
Wenn wir fähig sind, unser
Glück
nicht mehr in der
Überwindung von Widerständen zu sehen, ist es nicht mehr nötig, dass
wir uns am Eindruck irgendeines Ziels berauschen, weil wir die
Aufmerksamkeit auf das Tätigsein im Hier und Jetzt lenken
können.
Ein
Widder Mars verbreitet die Stimmung einer spontanen
Handlungsbereitschaft, während ein Geborener mit einem Zwillinge
Mars seine momentane Tat als neugierig-belebend
erfährt und stets viele Optionen vor sich findet.
In beiden Beispielen kann der Akteur der Umwelt ausgesetzt
sein,
aber er
erfährt darin in der erlösten Erlebnisweise keine irrealen,
auch
keine realen
Widerstände mehr, womit die Ängste nicht mehr gegeben
sind.
Ein
Einbruch der Handlungs-Stimmung ist nicht mehr zu befürchten.
Diese Stimmung wird vom Horoskopeigner erfahren, und ausgedrückt, und
nur über dieses eine Zeichen wird bestimmt, von welcher Art
unsere
Handlungen geprägt sind. Es steht auf einem anderen Blatt, was uns mit
dem Ziel
der Handlungen versprechen (Sonne), oder in welcher Weise wir Bezüge zu
anderen aufnehmen (Venus).
Im Endeffekt kann
sich ein
tatsächliches
Scheitern ergeben. Aber Mars interessiert das nicht. Ihn interessiert
nur, ob er augenblicklich tätig ist, und das Zeichen ausleben kann. Und
das tun wir eigentlich immer. Es fragt sich nur, ob es die erlösten
oder unerlösten Varianten sind.
Was wir tun,
entscheiden die Planeten, wie wir es tun
verursachen die Zeichen. Bei Mars geht es um die Tatkraft. Wir setzen
in erlöster Weise diese Tatkraft um ihrer selbst willen ein. Dann
fühlen wir uns
lebendig. Wenn wir die Absichten der Sonne mit unserer Tatkraft in
Verbindung bringen, kommen wir heraus aus der
Triebhaftigkeit und zur
Erfahrung der reinen Planetenkräfte (die sich in Zeichen befinden) und
damit zum Selbst.
Das
Zeichen des Mars wird auf der Ebene der Handlung
ausgedrückt.
Der ganze Ausdruck des Mars ist mit einem Buntstift
vergleichbar:
Das Zeichen ist die Farbe,
und das Schreiben als
Tätigkeit ist der Mars. Was wir schreiben
entscheiden die Sonne und mit
ihr die anderen Planeten, und dass wir schreiben,
beruht auf unserem
Mut, auch wirklich tätig zu werden.
Wo wir
schreiben und für wen oder was,
das
ist der Lebensbereich, massgeblich das Radix-Haus des Mars, wo sich
entscheidet, wo und in welchem Lebensbereich wir schreiben tun - und
hier könnte man uns sagen, dass wir zum
Beispiel in den Augen anderer undeutlich schreiben, oder die Umstände
uns sonstwie
vermitteln, dass unser Schreiben auf Widerstände von aussen stößt. Wir
schreiben die Zeichen, die von uns künden und es ist ein Selbstzweck,
der unserem Ausdruck dient. Wir setzen Zeichen.
Sportlicher
Wettkampf, Fitness, Jogging, Kampfkunst, auch das Schachspiel, kann
eine gute Möglichkkeit darstellen, seine Aggressionen in konstruktiver
Form auszuleben. Aber meiner Meinung sollte nicht mehr von Aggressionen
die Rede sein, insofern es sich um einen konstruktiven Einsatz der
Marsenergien handelt, und Widerstände als Stimulation erfahren werden.
Der Begriff Aggression sollte aus dem Vokabular der erlösten Marskraft
gestrichen werden.
Wir fühlen uns aber gut, wenn wir
diese treibende Kraft in uns spüren, und wir merken, wie sie uns
belebt, vitalisiert, wie sie strömen darf - und sie nicht mehr daran
gebunden ist, dass wir sie vor uns beweisen müssen.
Wir können ein
Energiepaket sein, ohne davon Zeichen geben zu müssen. In der Schlange
im Supermarkt können wir beobachten, wie wir ungeduldig werden, es soll
fliessen, voran gehen - aber wir können auch in der Ruhe diesen
lebendigen Impuls in uns geniessen, und werden nicht mehr ungeduldig.
Saturn zum Vergleich
Saturn
steht - vom Prinzip her gesehen - für die
Kontraktion auf einen Mittelpunkt hin und für Verdichtung, die zur
Festigkeit einer Form oder Struktur führt. Das ist ebenso eine Art von
Beharrung. Saturn tritt aktiv dafür ein, dass Maßstäbe und Werte
gesichert bleiben.
Neuerungen werden als bedrohlich und wesensfremd
erlebt. Das aber ist nur die eine Seite des Saturns, ja sozusagen fast
schon eine unerlöste Form der Verwirklichung. Betrachtet
man die
Entwicklungsaufgabe, die sich uns esoterisch gesehen mit Saturn ergibt,
müssen wir feststellen, dass jeder Druck, der von Saturn symbolisiert
werden kann, uns zur Veränderung drängt, oder anders gesagt, er prüft
einerseits, was unvollkommen ist und dem Druck nicht standhält und
andererseits, was an Formen, Gesetzmässigkeit oder Struktur aufzubauen
nötig ist.
Stellen
wir uns vor, wie Saturn oftmals materielle Nöte entstehen lässt. Diese
sind plötzlich da, wir spüren sie, oder es kann sich um Umstände
handeln, die von anderen verursacht, in Form gebracht wurden, wir
spüren auch diese. Und nur wenn wir sie spüren, ist der Schwellenwert
erreicht, ab dem wir uns bewusst werden, dass eine Situation nun völlig
anders ist, als wie vorher. Auch diese Belastungen stellen eine
Veränderung dar. Diese Belastungen prüfen uns, sie werden nur Teil
unseres Selbst durch unsere Gedanken, die wir mit ihnen verbinden, aber
sie fordern uns heraus, Ausdauer, Geduld oder eine Wahrheitsliebe (was
ist für unser Leben angemessen und nötig) zu entwickeln, also wiederum
etwas (ins uns selbst) zu verändern. Überlassen wir uns der Wirkung,
dann verändern wir nichts.
Abschließende
Bemerkung
Merkur,
Venus,
Jupiter, und die
Sonne, lassen sich nicht deutlich mit der tiefenpsychologischen
Ebene von
Ängsten in Verbindung bringen. Sie stehen allerhöchstens für
gestörte Funktionen, wenn die Leistungsfähigkeit, oder die
Beziehungsfähigkeit
usw. in
eine Problemlage geraten ist - doch wenn es diese Probleme gibt, werden
sie durch
Aspeke oder andere Einflüsse von Saturn, Uranus, Pluto oder Mars
meist bewirkt.
Die
Angst steht oft Pate für die schwerwiegendsten Probleme im Leben.
Die
Angst, die wir im Leben erfahren, wird massgeblich von diesen
vier Planeten ausgehen: Saturn, Uranus, Pluto und Mars. Die Angst
ist ein starker Beweggrund. Durch das Bewältigen der Angst
kommen
wir zur Entwicklung und zum Wachstum, und natürlich auch zur
Lebensfreude. Wir gelangen zu der Fähigkeit uns selbst einzusetzen, und
Situationen auszuhalten, und Situationen entscheidend zu
beeinflussen.