Mars:
Die Tatkraft und die Angst vor dem Scheitern
Der
Zugang zum
Mars
über den Begriff der Angst
und des Widerstandes bietet eine vernachlässigte,
aber wichtige Perspektive des Mars.
Wir wollen mit Mars unsere Lebenskräfte
durchsetzen. Es ist beinahe schon unser Lebenseinsatz.
Auch noch bei einer Tat aus reinem Herzen verspüren wir den
warnenden
Instinkt,
wenn die
Umstände uns ein Scheitern signalisieren.
Kurz
gesagt, wann immer wir vor Augen haben, unseren Willen durchzusetzen,
ergeben sich Konsequenzen. Das wissen wir, es ist etwas, dass das Leben mit sich bringt. Unser Handeln bewirkt
Widerstände und das ist es, worauf wir achten sollten und worauf wir ja
auch von vorneherein schon achten.
Ein wirklich reiner Marsausdruck, so weit er einem Menschen möglich
ist, ein Ausdruck, der alle wichtigen Hemmnisse überwunden hat, aber
gleichzeitig sozial nicht unangemessen in Erscheinung tritt, hat das
lebendige Feuer des Menschen entflammt und nicht nur die des Egos.
Der Archetyp des Mars
Der
ist einer, der jederzeit handlungsfähig ist, der aktiv werden kann,
aber auch ein ganz klares Ziel hat. Es wäre anders, wenn jemand nur
aktiv werden kann, aber ihm eigentlich egal ist, was dabei heraus
kommt. Das wäre nicht Mars.
Er ist der Kämpfer, hat also Ziele,
für die er sich einsetzt, und man übertrage das Wort kämpfen auf den
Haushalt, dann ergibt sich auch ein sanfter Kämpfer, der für die
Familie sich einsetzt oder das Haus in Ordnung hält. Es ist also nicht
immer was kriegerisches, wenn wir von Männern, Mars oder Feuer reden.
Aber, das kann es leicht werden.
Mars ist beim Instandhalten des
Haushaltes nicht zweifelnd, wie die Jungfrau, sondern selbstbewusst und
weiss, was er kann (und was nicht). Wenn er etwas nicht kann, dann
sucht er einen Weg, den er vermag zu gehen.
Weniger geht es ihm
ums Lösen, oder Klären, wie bei der Jungfrau, zB ein Problem aus der
Welt schaffen. Vielmehr tut er um etwas zu bewirken. Was dabei heraus
kommt ist wichtig.
In der erfolgreichen Lösung eines
Problems, oder einer Situation liegt allerdings auch ein enormer
Kraftaufschwung, der einen bestärkt. Selbst wenn man einen bestimmten
Weg nicht gehen kann und einen anderen gehen muss.
Deswegen, weil
die Erfashrung positiv zurückwirkt auf diesen Archetypen Mars, sind
Hindernisse jeder Art nicht Widerstände oder Ärgernisse für diesen
Archetypen, sondern Herausforderungen, an denen er wachsen kann
und das gerne tut.
Sozusagen mit Feuer im Blut, lässt sich alles
leicht erledigen und bewirken. Man hat natürlich ein Ziel vor Augen,
ein Problem, oder eine Sache, die einem am Herzen liegt. Aber wenn man
wirklich bei der Sache ist, dann sieht man nicht das Problem oder die
Schwierigkeit es zu lösen, sondern der Weg, auf dem man sich befindet,
rückt in den Vordergrund und in die Aufmerksamkeit. Das Ziel besteht in
dem, was man jetzt tun muss, um das spätere zu erreichen, und man
kann jederzeit prüfen, ob die Früchte des Tuns erlauben, das Tun
weiterzuführen. Natürlich muss das Tun mit ihm selbst übereingehen,
dass er sich damit identifzieren kann und in den meisten Fällen genügt
es, sich damit zu identifizieren ein hilfsbereiter Mensch zu sein ohne
sich dabei korrumpieren zu lassen (das zu starke Anpassen wäre
nicht dem Mars entsprechend; er hat praktisch immer eine eigene Linie,
die er verfolgt und man merkt dann, dass er dieser Linie folgen muss
weil sonst gar nichts geht).
Der Mars Archetyp ist ein Macher. Er
kann, wenn er will. Und eigentlich will er. Er blickt einen an und in
seinem Blick steht fast die Frage, kann ich was tun? Er ist
handlungsbereit.
Diese
typisch männliche Haltung oder Archetyp kann natürlich auch von Frauen
gelebt werden. Es gitb Frauen, die haben einen typisch männlichen
(nicht mannhaften) Wesenszug. Und Männer, die ja auch etwas weiblicher
, zurückhaltender, sensitiver sein können. Und dann gibt es im Leben
immer Momente, wo man das eine oder andere sein kann.
Die
Konsequenzen und Folgen eines Handelns sind für uns zunächst
uninteressant, denn es zählt viel mehr, ob wir Erfolg haben
und auf welche Widerstände wir treffen.
Wir sehen uns bei
Widerständen, die gegen unser Ziel stehen,
prompt
herausgefordert - denn Widerstände verlangen
noch mehr Einsatz, oder aber das Zurückweichen. Es ist klug, zu wissen,
wo unser Handeln hinführt - wir beachten dann die Umstände, und
handeln zielgerichtet.
Wir richten uns mit unseren einflussnehmenden Kräften aus, und kommen zu einer Handlungsweise.
Mit
dem Zurückweichen wird es jedoch so sein, dass wir unser Handeln überdenken.
Wir können dann eine andere Weise des Tuns einschlagen. Oder wir setzen uns für andere Dinge ein, für ein anderes Vorhaben.
Wenn
wir diese Tat dann ohne Reue um das Vergangene und Vergeudete vor
uns bringen können, haben wir das Ziel erreicht und wir fühlen uns zufrieden.
Wir
werden alle Erfahrungen, die mit unserem Tun verbunden sind, in der
Weise filtern, wie unser Radix und die Mars-Stellung dies vorprägen.
Daraus ergeben sich verschiedene Blickwinkel, für das, was uns beim
Einsatz unserer Energien auffällt.
Ein
verheerender
Ausdruck des Mars kann einen Willen erfolgreich umgesetzt haben, aber
es können Umstände, vor allem sozialer Art auftreten, die uns daraufhin
beschränken werden.
Wenn wir
diese Umstände im Vorhinein beachten, finden wir für den Einsatz der
Marskraft einen geeigneten Handlungsrahmen. Normen der Gesellschaft
beinhalten ein "es geht", "hier auf diesem Weg und dieser Art ist es
möglich, zu handeln".
So erklärt sich auch die Erhöhung des Mars
im Steinbockzeichen, denn mit Hilfe des Steinbockprinzips kommt man
sehr leicht zu einer freien Bahn für Mars. Weniger indem man
sich mehr durchsetzt, sondern viel mehr weil man in einer Weise
handeln kann, die die Umstände und Normen beachtet. Es geht nicht um
Nachahmung, sondern dass man einen Weg findet, einer Norm gerecht zu
werden. Der Spielraum ist dabei vorgegeben durch die eigene Art und
Weise, mit der man etwas tut. Man kann die Marskraft nicht authentisch
ausdrücken, wenn man nicht mit eigenen Mitteln die Norm anstrebt. Die
Norm ist im besten Fall nur Richtlinie, Orientierunspgspunkt.
Widerstände werden so erst gar nicht entstehen, wenn wir einen objektiv geeigneten Weg finden, die Marskraft einzusetzen.
Der
Brennpunkt der mit dem Tun verbundenen Konsequenzen und die Umstände, die damit entstehen,
findet bei Mars statt. Zum Beispiel in dem Haus, in dem Mars steht.
Dort wird das Handeln immer eine Grundbedeutung des Hauses annehmen.
Wertungen und Ideen der anderen Planeten bedingen unsere Zielrichung
und Mars drückt sie aus, unter dem Maßstab des jeweiligen Hauses.
Man
könnte sagen, hier kann man ablesen, was für eine Bedeutung das Tun für
uns annimmt und welche Ziele wir uns daher setzen können.
Welche Dinge zu beachten sind und welche Konsequenz aus
dem Handeln erwachsen können, weil man mit Umständen des jeweiligen
Lebensbereiches konfrontiert wird (Haus). Das Leben und das Schicksal,
die Existenz und die Lebensweise, kennzeichnen dabei jene Dinge, die
chancenreich, nötig oder hilfreich sein könnten. Diese Dinge
als Ziel zu sehen, um gewisse Umstände günstig zu beeinflussen,
bedeutet, eine Funktion im Sinne des Lebens, und nicht nur im Sinne des
Wollens auszuüben.
Eine Angst kann aus der Begegnung mit den Umständen und der Erfahrung
erwachsen. Und wir werden zunehmend unser Handeln und Wollen ablenken
vom ursprünglichen Keim des Verlangens. In dem Lebensbereich des
Mars, wo wir unsere Energien einsetzen, erfahren wir die Begegnung
unserer impulsiven Triebes mit der Welt. Irgendwann ergeben sich für
uns als Kinder und Erwachsene taugliche Handlungsfelder, wo wir diese
vorwärtsgerichtete, immer aktive Mars Kraft einsetzen können. Wo wir
einem Wollen, etwas Bestimmtes zu tun, am konsequentesten Ausdruck
verleihen. Die Handlungsziele mögen bei jedem Menschen verschieden
sein, doch was in einem vor geht, wenn man etwas unbedingt tun will,
weil man es muss, weil es aus einem drängt, das zu tun, das nimmt
verschiedenen Charakter an. Je nachdem wo Mars im Radix steht, fallen
uns andere Dinge als wesentlich auf, die zu berücksichtigen sind. Wenn
wir einen wesentlichen Teil unseres nach Aussen tretenden Selbst in die
Welt bringen wollen gehen wir dabei in dem entsprechenden Haus vor.
Hier nimmt es seinen Anfang und es muss nicht bedeuten, dass dieser
Hauptaugenmerk für alle anderen ebenso bedeutend ist wie für uns.
Wenn wir Widerständen begegnen, und sie
in
erfolgreicher Form überwinden, erreicht uns
nicht das Scheitern, sondern der Erfolg und es wirkt vitalisiernd. Doch
in vielen Fällen steht uns das Scheitern bevor, jedenfalls sehen wir es
so. Dann können wir schlecht handeln - als gäbe es im Marsprinzip eine
Instanz, die den Erfolg sucht undgleichzeitig Angst vor dem Scheitern hat.
Als
soziale Wesen orientieren wir uns neben rein subjektiven Gründen an der
allgemeinen Bedeutung, die etwas oder unser Tun hat - auch
wenn wir die Freiheit und
Macht haben, selektiv diese Bedeutungen auszuwählen.
Wir können den Mars nicht ganz isolieren von diesem Aspekt des Sozialen
oder des Bezugnehmens auf die Welt. Wir könnten zum Handeln
aufgefordert sein, zB vom Schicksal, oder von uns selbst, etwa unserer
eigenen Bedürftigkeit wegen, und sei es das Überleben betreffend. Wir
könnten ohne das Ausmaß der Bedrohung vor Augen nicht entscheiden, wo
wie tätig werden wollen und tätig werden können, weil es uns zB nicht
vernichtet. Mars ist auf keinen Fall jemand, der sich selbst
vernichtet. Das wäre eher Pluto. Pluto ist der Faktor und das
Prinzip in der Schöpfung (den 12 Stufen des irdischen Lebens), das
symbolisch für den Tod steht, weil im Sinne des Lebens jeder Trieb
irgendwann sein Ende finden muss. Aber für Mars geht es nur um eine ,
um seine Richtung.
Wenn
wir uns durchsetzen,
rufen wir das ganze System unserer Psychologie wach, mitsamt
Gewissensgründen. Es ist nicht so, dass Mars mit seinem Tun
hinausgreift in die Welt und es ihm dann nichts mehr anginge.
Denn aus diesen Taten (oder auch Mangel an Taten) speist sich eine
Erfahrung, die dann später Grund sein kann für einen gehemmten oder
übertriebenen Ausdruck der Marskraft. Und diese Erfahrung, die kommt,
sehen oder spüren wir bei jedem Tun im Vorhinein. Wir richten
damit unsere Kraft zielgerichtet aus, oder kompensieren, oder sind
gehemmt.
Es kann sich beim Einsatz der Marskraft grundsätzlich
etwas im Aussen und Innen regen, das eine natürliche Hemmschwelle
anrühren mag. Natürlich hat es Mars als Inbegriff des Tuns viel
leichter als die Venus, sich über Gewissensfragen hinweg zu
setzen.
Daher ist unser
persönlicher Einsatz des Mars oft damit verbunden,
in wie
weit wir einen Mut zeigen können. Wir schaffen dann unser eigenes Gesetz.
Mars
steht für die Tatkraft, Initiative und den Kampfgeist. Vor
allem die
Lust und Vorliebe ist mit
Mars verbunden, nämlich in dem entsprechenden
Lebensbereich und in einer Weise des
jeweiligen Zeichens tätig zu werden. Mars bringt uns dazu, einen Willen zu bilden.
Es gibt eine Sache, ein Ziel, für
das man sich einsetzt. Was man von sich aus oder als
Anregung des Aussen sich zu eigen macht, um es zu handeln oder zu
bewirken.
Der
Mars/Widder-Archetyp benötigt die Physis, die Materie, die Realität,
die konkrete Wirklichkeit,
weil diese greifbare Bedeutung erhält - was er tut, ist dann am
besten, wenn es sichtbaren Erfolg präsentiert. So erklärt sich der
starke Bezug auf das Stoffliche oder Körperliche.
Ähnlich verhält es sich mit dem Willen: Der Wille ist direkt.
Bei einem bloßen Möchten
klingt nicht die nötige Entschiedenheit an. Die Bahn ist dann für das
Handeln oder den Sieg noch nicht geebnet.
Entschiedenheit ist
beinahe schon etwas greifbares, etwas reales. Es ist das höchste Maß an
Potenz, um etwas zu bewirken.
Bei einem Möchten wird nur
ein Wunsch geäussert, der noch keine durchschlagende Form enthält und
eigentlich ein Dürfen von Aussen verlangt.
Wer seine Marskraft
stärken will, soll also mehr zum "ich will" kommen und nicht mehr so
oft in den Kategorien des Möchten und Dürfen denken. Denn hinter
letzteren verbirgt sich nicht selten der Aspekt der Passivität und
Hemmung, was dem Mars nicht gerade seine Wesensart ist.
Man ist,
wie man handelt. Hinter dem Handeln verbergen sich Werte, und
Überzeugungen, Gewissheiten, was alles Antriebe bedeutet. Man soll nur
nicht denken, Mars sei nur
ein Kraftprotz. Er ist wie alle Feuerzeichen von einer grundlegenden
Thematik der Identität gekennzeichnet. Mit dieser ist auch
gewährleistet, dass man etwas tun kann, weil man davon überzeugt
ist und es gewissermaßen den Geist erfüllt und das Feuer zündet um dann
tätig zu werden.
Wenn
man für etwas eintritt, zB für eine Idee, für eine
Sache, die einem richtig scheint, und man deshalb Dinge
beeinflusst oder bewegt, dann erfüllt es einen, sonst würde man nicht
wirklich
oder nur halbherzig handeln. Daraus ergibt sich entweder das
unbeholfene naive Nachahmen,
oder die Authentizität. Mit Mars kann sich ein Teil
unserer Authentizität oder Kompetenz sichtbar für andere ausdrücken.
Man
spürt es bei Menschen, die ihre Marskraft kultiviert haben, und
einsatzfähig und tatenlustig ihr Leben in die eigene Hand genommen
haben. Sie erzeugen eine Energie um sich herum, die uns unmittelbar
oder unbewusst Respekt oder Anerkennung zollen lässt.
Wer dagegen nur
Handlungsräume stupide nutzt, ohne nach dem Sinn seines Tuns zu fragen,
erscheint uns als jemand, der an sich oder an der Sache vorbei
lebt.
Der Wunsch nach Anerkennung ist eine wichtige Beigabe
allen Feuers und auch des Mars. Anerkennung bedeutet Identität und
Gewissheit - auf der totalen Gegenseite der Anerkennung steht
die
Scham über das, was man getan hat, die für alle Feuerzeichen unbedingt
zu vermeiden ist und diese kränken kann.
Haus des Mars
Das Zeichen
des Mars ist zwangsläufig die
Dimension dessen, was an Energie vorfindbar ist und wie sie innerhalb
des Psychischen geleitet
und kanalisiert wird. Wie
man Umständen begegnet, ist zum
großen
Teil dem Zeichen zugehörig. Was
für Umstände man vorfindet und wie
man Situationen erlebt, d.h. aus welcher Perspektive, und
was einen dabei für Ideen kommen, um tätig zu weden, das zeigt das Haus
des Mars.
Der Lebensbereich, in dem
Mars tätig wird, das Haus, offenbart die Qualitäten, auf die
es
für uns ankommt, und die im Umgang mit Mars zu entwickeln sind. Es sind
die Arten
und Weisen, hier Umstände zu beeinflussen und Dinge zu bewirken.
Ein
Bild kann das näher erläutern: In alten Mythen, Sagen oder Geschichten
spricht
man manchmal symbolisch vom Kinn als Inbegriff des Willens, es ist der
Inbegriff des
Mars. Man richtet seinen Kopf und damit sein Kinn irgendwohin,
zwangsläufig, da man ihn hat. Genauso haben wir den Mars. Wir haben ihn
und er muss
irgendwo hin gerichtet und hin gelenkt sein, und das zeigt das Haus.
In diesem Haus fühlen wir uns angesprochen, tätig zu werden.
Darüberhinaus geht es im Detail natürlich auch um die Richtung, wie wir
Mars in diesem Haus einsetzen.
Das Haus zeigt für den Horoskopeigner nicht nur
Lebensbereiche, sondern auch die Potentiale Fähigkeiten und
Kompetenzen auszubilden.
Je
nach Lebensbereich ergeben sich verschiedene
Hauptaugenmerke, verschiedene Dinge, die für uns wichtig werden. Weil
wir darin
sind, im Lebensbereich. Weil Dinge uns
anmuten (in unser Blickfeld geraten), weil wir Notwendigkeit sehen, oder
einfach nur Lust verspüren. Nur mit
diesem
Lebensbereich können wir unser hauptsächliches Anliegen in die Tat
umsetzen. Im
Haus des Mars wird unser Handeln konkret greifbar und
Ergebnisse sichtbar. Wenn es ein Problem gibt, und wir uns zum
Handeln aufgefordert sehen, dann findet Mars den Anfang, und oft
tauchen im Haus des Mars auch die ersten Probleme auf.
Wir fühlen uns
nicht im Leben angekommen, fühlen uns nicht wohl in der Haut, wenn
unsere Energie stockt. Die Energie und der Lebensbereich des
Mars muss in einem Fluß sein - als bräuchten wir hier die
Gewissheit, einen Handlungsraum prinzipiell
unhinterfragt und
offen zur Verfügung zu
haben.
Mars ist ein raumgreifendes Prinzip.
Widerstände sind aber nicht nur Verbote oder Gebote, sondern können
auch richtungsweisend für den weiteren Verlauf sein. Wir können
Umstände entsprechend beeinflussen oder unsere Einstellung
verändern, wenn wir auf Widerstände treffen.
Steht
Mars in einem Wasserhaus oder auch im 7. Haus, kann das natürliche
Verlangen Aktivität auszuüben, in diese ausgesprochen soziale
Lebensbereiche
einfließen,
und man wird zwangsläufig auf die zwischenmenschliche, soziale oder
psychologische Dimension des Handelns geraten.
Natürlich ergeben sich
damit auch Chancen, Vorteile oder besondere Begabungen (zB positives
Einwirken wo andere keine Lust verspüren).
Mars kann eine vorliegende Situation oder einen Menschen
anleiten, sich auszurichten, um den Energiefluß - auf welcher Ebene
auch
immer - herzustellen oder zu verbessern.
Mit Mars ist man also nicht grundsätzlich egoistisch
auf sich selbst bezogen. Die Auswirkungen auf Andere speisen sich
jedoch aus einem sehr subjektiven Standpunkt, der anderen
manchmal
nicht passen muss.
Mars steht wie kein anderer Planet für die eigene
Sichtweise.
Ganz egal wie
und in welcher Weise durch Zeichen und Aspekte die Wunschnatur des Mars
geprägt ist, und wie man eine Energie zielgerichtet mit seiner Lebensweise einfließen
lässt: Stattfinden wird es im Haus, in einem Lebensbereich.
Das
Schicksal als unweigerliche Erfahrung, ein schicksalsmäßiger
Erfahrungsbereich, ergibt
sich durch ein Haus und den damit angesprochenen
Lebensbereich.
Mit dem Zeichen können wir nicht anders, und es ist kaum
Schicksal, sondern Bestimmung zu nennen, wenn wir mit dem Zeichen so
sind, wie wir sind. Und so tun, wie wir sind. Aspekte vermitteln dazu
zusätzliche Einflüsse.
Beim Haus haben wir die
Qual der Wahl, geeignete Maßnahmen oder Richtlinien zu entwickeln, Ja
oder Nein zu sagen, und uns auf den Lebensbereich einzustellen und auf
verschiedene Facetten dieses Bereiches einzulassen.
Sogar
aussuchen können wir in Rahmen des Lebensbereiches, womit wir uns
konkret einlassen wollen. Viel öfter aber kommen Dinge, die wir
nicht wollten, sie
sind Resultat des Lebens, Fügungen und sozusagen Schicksal - und aus
uns heraus drängt in allen Fällen Mars, der vorfindbares
beeinflussen oder anderes bewirken will, was eben gerade in
seinen Blick gerät. Es ist, als seien wir hier quasi immer auf den
Sprung und warteten auf Gelegenheiten, Mars einzusetzen.
Wenn
wir den Lebensbereich untersuchen, entdecken wir solche Probleme, die
uns als solche oft nicht klar genug sind. Wir könnten versucht sein,
die Schuld anderen zu geben. Die anderen sind eben unfähig, nicht
schnell genug, oder faul. Wir merken schlecht, dass es unser besonderes
(Mars-)Anliegen ist, welches uns viele Dinge als wichtig erscheinen
lässt und in den Fokus rückt.
Wenn es ein Problem gibt, hängt es oft
damit zusammen, dass wir uns dort nicht trauen oder ärgern, dass
uns widerspruchsfreies Handeln unmöglich ist. Oder wir verzetteln uns
im Lebensbereich, zB weil wir etwas tun und störende Dinge
mitverursachen. Der Einsatz der Marskraft ist entweder gehemmt oder
übertrieben und richtungslos, beachtet nicht die Umstände mit ihren
besonderen Ansprüchen.
Das
Haus kann zeigen, wo die Probleme und Krisen entstehen, die
beim
Einsatz unserer Energien eine Rolle spielen können.
Es ist etwas anderes, wenn Mars im 4. Haus steht, als
wie wenn er im 10. Haus steht. Weil er im zehnten Haus danach
ausgerichtet
ist, sich in der objektiven Welt zu erfahren. Im vierten Haus
erfährt
er sich und sein Wirken vor allem in der
subjektiven Welt.
Der Standpunkt und die damit erkannten
Problemzonen
sind je nach Haus anders. Einige Häuser tendieren mehr nach einen
Bezug im Aussen, andere nach Innen. Obwohl die auslösenden Reize
in beiden Fällen von Aussen
herrühren können, betrachten und erleben wir sie
anders.
Beim
4. Haus wird ein Mars den Widerhall sehr viel greifbarer in sich
vorfinden, und gibt es ein Problem, mag man aus Gründen der
Selbstreflektion die Zurückhaltung öfter wählen, als beim 10.
Haus, wo das Tun als sichtbares Ergebnis objektiver dasteht, auf das
sich alle
Augen richten können.
Das eine ist mehr subjektiv, das andere mehr
objektiv. Da Mars nach aussen gerichtet ist, ist jedes Aussen und jede
Objektivität prinzipiell besser geeignet für ihn.
Alle Probleme im
Umgang mit Mars, die durch Radixstellungen gegeben sind, können aber eine besondere
Begabung mit sich bringen, wie alle schwierigen Faktoren des Radix.
Es
ist sprichwörtlich so, dass wir mit den Widerständen und
Schwierigkeiten wachsen. Ausserdem ergeben sich auf anderer Ebene bei
jedem Mars in einem der zwölf Häuser ganz bestimmte
Möglichkeiten, die diese Marsstellung IMMER zur Besonderheit und
besonderen Begabung erheben.
Für den Einsatz des Willens und der Mars-Energie braucht es
ein
Vorhaben, eine Lust, ein Interesse, einen Willen, einen Punkt, ein Ziel,
auf den man sein bewirkendes Feuer richten kann.
In
dem Haus wird auf jeden Fall eine
Energie
eingesetzt werden müssen. Und das weckt die Möglichkeit, dass
aus
diesem Lebensbereich Probleme auftreten, die entstehen, wenn wir mit
Mars tätig werden.
Und das kann auch geschehen, wenn wir Widerstände
bemerken, ohne dass wir gerade tätig sind.
Auf sie fällt unsere
Aufmerksamkeit, als würden wir uns daran reiben, als sei Mars auch ein
Gespür um mögliche Widerstände. Wir sehen dann, dass uns etwas nicht
passt, was wir anders haben wollen.
Schließlich
finden wir Wege, Handlungsweisen und Mittel, die wir einsetzen. Diese
Wege speisen sich am meisten durch das Zeichen. Das Zeichen wird
sozusagen in dem betreffenden Haus eingesetzt. Aspekte
beeinflussen die weitere Weise und fügen Dinge an, die zu beachten
sind. Zum Beispiel bei Venus Beziehungsfragen oder Saturn
allgemeine Normen, verbindliche Formen sowie Einschränkungen und
gleichermaßen die Chancen sich damit zu arrangieren.
Wenn
Mars im zehnten Haus steht, wirkt
man durch seinen persönlichen Einsatz in einer Zone der
Öffentlichkeit. Diese Zone gewährleistet diesen Menschen, dass die
Dinge eine Bedeutung für
ihn haben. Das Ergebnis wirkt zurück als vitalisierend. Dasselbe
sollte in jedem anderen Haus geschehen könnten. Im 1. Haus wirkt das
Handeln zurück als Bestätigung der eigenen Person (1. Haus), was
eine sehr genugtuende Erfahrung sein kann.
Nicht andere Menschen und dessen Augen der
Beurteilung sind beim zehnten Haus
in erster Linie wichtig,
sondern dass man an diesem Platz der Welt sein Werk
vollbringt.
Die Welt ist dabei immer öffentlich - aber dass es Menschen gibt,
die den Dingen im zehnten Haus Bedeutung verleihen, ist Resultat aber
nicht Wesen
des zehnten Hauses.
Mars
steht daher im zehnten Haus prinzipiell besser als im
vierten, weil die Widerstände und Grenzen im zehnten Haus als
objektivierbare Umstände definiert werden können, und nicht
so leicht
mit der subjektiven Verhaftung und Identifikation des vierten Hauses
verschränkt sind. Mars steht im ersten Haus prinzipiell besser als
im siebten Haus. Hier liegt es daran, dass Mars vor allem ein
Faktor ist, der die Dualität erzeugt. Er steht für die Einseitigkeit,
Subjektivität und eben nicht für die total entgegengesetzte
gestaltende Bezugsnahme der Venus. Was Mars gestalten will ist
ausschließlich der eigene Trieb (!). Das erste Haus entspricht sich mit
dieser Einseitigkeit. Zweifel entstehen hier nicht weil man direkt mit
dem Blick auf marsfremde Dinge geraten würde. Allenfalls ein
Schatten kann entstehen, dass man blind wird, wie das eigene Agieren
von anderen wahrgenommen wird. Es muss noch nicht mal die Anderen
stören, es würde uns aber vielleicht manchmal erschrecken, wenn wir mit
anderen Augen sehen, wie wir uns gehen lassen oder impulsiv herum
wirbeln.
All
diese potentiell besseren oder schlechteren
Stellungen sollten nicht als Determinante eines unliebsamen Schicksals
verstanden werden, sondern kennzeichnen einfach zusätzliche
Besonderheiten, auf die man mit der Zeit sich immer besser
einrichten kann. Bei einem Mars im siebten Haus kann es zB oft
geschehen, dass man mit seiner ganzen Art "erkennbar " wird, auch in
den
Schattenanteilen oder dem, was eigentlich nicht zur Sache gehört.
Man handelt und drückt gleichermaßen auch das aus, was sich
alles in der Psyche abspielt und unsere Motivationen, Ideen oder
Urteile kennzeichnet. Das Ergebnis wird mit diesen Dingen leicht
verzweigt und anderen fällt leicht auf, wenn es einen
Widerspruch oder unbewussten Schatten gibt, wo sie ansonsten (10.
Haus) einfach eher auf das Ergebnis schauen würden, um etwas zu
beurteilen. Oder wenn Mars im 1. Haus stünde, es den natürlichen
Lebensäusserungen eines jemanden zuschreiben.
Andere werden dies im siebten Haus leichter
enthüllen, als man selbst. Oder man ist angewiesen auf die
Rückwirkung anderer, um gewisse Aspekte des eigenen Handelns zu
verfeinern oder anders auszurichten. Es kommt dabei nur darauf an,
welche Dinge uns wichtig sind und über welche Facetten wir
gleichgültig sind.
Mars ebenso wie Widder kann jedoch sehr edel ausgedrückt werden und man
muss nicht als jemand auffallen, der mit seinem Eifer die Welt
überfällt. In positiven Sinne sind Marsnaturen ebenso wie Widdernaturen
ehrliche und authentische Menschen, sie sind hilfreich und zuvorkommend, und meistens auch freizügig. Auch wenn sie in mancher
Gestalt oder Faser etwas ursprüngliches oder archaisches an sich
haben, was manche vielleicht als plump oder einfältig verkennen.
Mars grösste Verführung besteht darin, etwas erreichen zu wollen, und
unbedingt greifbar zu machen, aber zu vergessen, dass man dafür etwas
tun muss.
Man kleidet dann mitunter seine Taten in einen Rahmen,
der ihnen nicht entspricht. Das können auch Mars Stellungen im Stier,
Waage, Krebs und evtl. Fische mit sich bringen. In irgendeiner Weise
geht die Aufmerksamkeit nicht in erster Linie auf das Tun, sondern auf
die Umstände, die das Tun mit sich bringt. Oder man will etwas tun und denkt, es genüge, nur so zu tun als ob.
Und
demgemäß entsteht auch das
Mimikri (biologischer Begriff), also dass man eine Form entwirft, die
eine Ähnlichkeit erzeugen will mit bestimmten sekundären Dingen. Mars
beginnt sich dann entweder anzupassen, oder verliert seine klare
Richtung , weil das Ergebnis als zweiter Schritt vor dem ersten getan
wird.
Würde
man mehr das Ziel im Auge haben, würden sekundäre Dinge nicht
wichtig genug sein.
Der Schatten des Mars sieht dann nur den Erfolg
als Maßstab, das Ergebnis, das mit ein paar Tricks eher erreicht werden
will, und die Wege sind dazu vielfältig. Man ist tätig, aber stellt das
Ergebnis nicht her, kleidet aber das Tun in diesem Rahmen. Oder man
sieht soziale Aspekte
als wichtig an, oder um ein Ideal wird zu viel Wind gemacht ohne
authentisch zu sein.
Innerhalb des Radix können Stellungen eines
Mars im schlechten Zeichen (Fall und Exil) dann sehr abhängig machen
von den Motiven und Ideen der anderen Planeten. Kurz gesagt: In die Tat
schleicht sich dann so manches ein, und die Tat wird zweckentfremdet.
Dahinter steht einfach der Aspekt, dass uns bei Mars leicht die
Kontrolle entgleitet, was wir eigentlich bezwecken wollen und wie wir
uns dabei noch ins Auge sehen können (im übertragenen Sinn). Mars
ist im puren Sinne die
Aufrichtigkeit pur. Und er muss sich nicht verstellen.
Mars kommt zum Einsatz durch seine eigene Energie und auch
anderweitig verfügbare Energien, über die Mars bzw. der Horoskopeigner
mächtig wird, um eine Tat zu bewirken, die ihm gefällt, als sei es das,
wofür man einzig kämpfen kann. Oder weil es einfach naheliegend ist
oder Lust bereitet. Die Logik oder verspürte Sinn
der Ziele, die man
hat, um seine Kraft für etwas einzusetzen, ist natürlich auch
abhängig von anderen Horoskopfaktoren.
Verschiedene
Planeten im Aspekt nähren die Ideen, die jemanden kommen, um die
Lust am Leben durch den Widerhall des Erfolgs zu kosten.
Wenn das Andersartige als Reibungspunkt an Kraft und Reiz
verliert,
verlieren die
Sachen für den Horoskopeigner schnell an
Bedeutung. Widerstände nähren also als Herausforderung den
Eindruck, dass das Tun eine Bedeutung hat und damit real
ist. Viele Schachspieler haben eigentlich nicht nur einen
starken Merkur , sondern auch einen starken Mars! Das entspricht sich
mit dem Durchbruch in der gespielten Partie, dass man den Widerstand,
den der Gegner bietet, brechen will. Ein Sieg ist einfach das Tollste,
was dem Mars geschehen kann. Und es ist ein natürlicher Ausdruck des
Lebens - so manche Wettkämpfe sind also nicht nur Muskelspiele,
sondern es geht dabei im wesentlichen um ein Lebensgefühl.
Ähnlich ist das Besteigen
eines Berges. Der Berg ruft, heisst es. Solange man auf dem Weg ist,
erscheint der Gipfel als
möglicher Sieg, den man erringen will. Kehrt man vorzeitig um, bedeutet
einem der zurückgelegte Weg wenig und man ist unzufrieden. Auf dem
Gipfel merken wir zwar, dass
es nichts mehr zu erreichen gibt, aber das Werk ist vollbracht und
jetzt können wir mit reinem Gewissen umkehren. Manchmal ist der
Weg hinunter dann allerdings von einem merkwürdigen Vakuum
gekennzeichnet, das mitunter typisch zu sein scheint für
Mars. Denn um dieses Vakuum zu vermeiden, sucht er sich ständig neue
Handlungsmöglichkeiten und Herausforderungen. Wenn man dann den Berg
hinunter rennen würde, statt gemächlich hinunter zu wandern, um
sich noch ein letztes Vergnügen zu machen, so wäre das typisch. Man
könnte aber auch sein, Mars treibt eben andauernd an., egal w0 es
hingeht.
Der Erfolg
zeigt, dass jemand etwas erreicht hat. Es wirkt zurück und genau diese
Rückwirkung sorgt beim Mars für einen vitalisierenden Effekt (es klingt
darin - in der Bedeutung, die etwas hat - die
Wesensverwandtschaft mit dem Sonnenprinzip an).
Konkurrenz
ist mitunter
reiner Selbstzweck, so gesehen. Denn man wird nur mehr zum Tätigsein
und Leisten angespornt. Daher kann man auch verstehen lernen,
dass nicht jeder Mensch automatisch Egoist aus Herzensgründen ist, wenn
er aktiv für seinen Vorteil eintritt. Denn er selbst erlebt es einfach
als vitalisierend, wenn er sich bewähren konnte vor Konkurrenz. Wenn
die Welt entsprechend Handlungsräume bietet, wird der Mars/Widder Typus
diese leicht nutzen wollen. Daraus ergibt sich auch oft der praktische
Sinn dieser Zeichen, negativ beschreibbar als archaische Grobheit im
Urteil oder Sinn.
Es
zeigt ihm die Tat und der Sieg gegenüber den Widerständen der Welt,
dass er handlungsfähig ist, tatkräftig ist und sein Tun sich
über die Bedingungen der Welt hinweg setzen kann. Oft ist mit
dem
Erfolg durch eigenes Tun ja auch Existenz, Bedeutung, Reales ,
Materielles verbunden. Der Erfolg zeitigt damit immer auch ein bisschen
Lebensgefühl, das für alle Feuer überhaupt wichtig ist. Status
und
Symbol können damit angesprochen sein, weil man aus diesem heraus seine
Kraft und Willensbildung beziehen kann.
Hauptsächlich aber ist Mars eine das Lebendige und das Leben
bewirkende Energie. Eine Angelegenheit, die eine gewisse Macht besitzt,
indem es Leben erzeugt und voranbringt, so wie der Ast aus dem Stamm
heraus wächst durch einen permanenten Wachstumstrieb und Drang. Unweigerlich
ist es keine Geschmackssache, sondern
lebensnotwendig,
dass wir unsere Energien einbringen.
Diese Energien verbinden sich mit
komplexen Zusammenhängen des Psychologischen, was vor allem
durch Zeichen
und Aspekte beschrieben wird, aber auch durch das Haus
konkretisiert wird. Das Haus zeigt uns , mit
welchen
Umständen wir rechnen müssen, wenn wir uns in einem ganz
bestimmten Bereich am Leben erfahren und dahingehend einen ganz
bestimmten Eindruck von uns selbst, wie wir handeln und zum Handeln
aufgefordert werden, und wie wir den uns gegebenen und
persönlichen Erfordernissen gerecht werden durch eine Reaktion dem
Leben gegenüber.
Auch
wenn wir uns nicht
bewusst sind über die Macht des Bauchgefühls, nimmt dieses
einen grossen Teil unseres Selbst ein, und lenkt ein
wenig
die
Aktivität des Mars. Wir sehen uns bedrängt von Widerständen und
Widersprüchen, Zweifeln und Gewissheiten, die zu beachten sind. Bei
jedem Tun fordern wir Umstände heraus. Darauf richten wir uns ein, auch
indem wir Wege zum Ausdruck unserer Marskraft suchen und finden.
Die
Angst
vor dem Scheitern wird ebenso von Mars symbolisiert.
In dem von Mars besetzten Lebensbereich
(Haus) ergibt sich eine Psychologie des Mars, und ein Begriff des
erfahrenen oder erahnten Widerstandes. Darauf folgt dann, von der Angst
mehr oder weniger berührt oder von der Angst gepackt zu
werden, und es ergibt sich eine
veränderte
Handlungsmodalität:
ein kompensiertes Handeln, das den erahnten Widerspruch ins Kalkül
zieht und von vorneherein darauf angelegt ist. So kann es geschehen,
dass zwischenmenschliche Probleme erst recht manifestiert werden, nur
weil wir sie kommen sahen oder einen Widerspruch ahnten.
Diese Psychologie geht auf,
indem man den Mars mit dem Begriff des Nachtplaneten und mit dem Bauchgefühl in
Verbindung bringt.
Der
Sachverhalt wird verständlicher, wenn man bedenkt, dass jede
Eigenschaft eines Planeten, hier die Kraft des Mars, durch verschiedene
Faktoren geprägt wird und auch durch die sogenannte essentielle
Würde: wenn Mars als Nachtplanet an einem dafür sehr
geeigneten Ort der beiden Horoskophälften steht:
Wenn
die
Sonne im 1. bis 6. Haus unter dem Horizont steht ist es eine
Nachtgeburt,
und wenn Mars in diesem Fall über dem Horizont am sichtbaren
Nachthimmel stünde, ist der Stand
des Mars stark;
steht
die Sonne über dem
Horizont ist es eine Taggeburt, dann würde Mars stärker
stehen
wenn er unter dem Horizont steht in den Häusern 1. bis 6., das
ist der nicht sichtbare
Nachthimmel .
Die Sonne sorgt für die Bezugnahme, die Reflektion, aber Mars handelt
am liebsten ohne das Licht der Reflektion, also instinktiv, wie es der
Symbolik der Nacht entspricht. Denn Nähe zu den Instinkten zu haben ist
gleichbedeutend mit Natürlichkeit, und Natürlichkeit kann ein
unverfälschter Ausdruck des Selbst sein, und ist in jedem Fall
natürlicher Ausdruck des Menschseins (daher ist es auch spirituell
gesehen gesund, zu seiner Sexualität zu stehen und "es
hin und wieder aufleben zu lassen"; freilich kann unsere Reflektion
mehr draus machen und Sexualität oder Erotik in einen kultivierten und
anmutenden Rahmen stellen; denn plumpes Ausagieren ist uns gerade bei
der Sexualität nicht ganz geheuer; denn man sieht auch hieran, dass
fast bei jeder Aktion des Mars die potentielle Reflektion greift).
Wann immer Mars "in der Nacht" steht, und gewissermaßen
in
der anderen Hälfte des Horoskops als wie die Sonne steht, ist Mars
stark
gestellt. Dies ist eine alte klassische Regel, die sich auf vielen
Ebenen bestätigt. Ich selbst bin diesem Geheimnis (Stand 2011)
noch nicht völlig auf den Grund gekommen. Es fällt mir nur
auf, dass bei entsprechenden Horoskopeigners der Einsatz der Marskraft
jeweils leichter konstruktiv und "rein" wird, wenn er in der
Nachthälfte steht.
Das
Bauchgefühl regt sich bei vermuteten oder offenen Widerständen und eine
die Ursache für das Aufwallen, das man bei Mars oder Quadraten auf Mars
so oft erleben kann.
Oder
Mars steht für jegliche Aggressivität, und
auch Ängste, die damit verbunden sein könnten, wenn wir aus
unserem
Bauch frei heraus handeln würden (!). Aggressionen regen sich
nicht ohne Grund, der Grund ist , das wir uns angefochten sehen und
nicht gern den Fluß der Handlungsfähigkeit verlieren - wobei
das eben auch oft ein sehr persönlicher, subjektiver Eindruck ist,
was uns gegeben sein muss, um nicht den Eindruck zu haben, wir
dürften nicht. Mars setzen wir ein, sobald wir darauf eine
Reaktion finden. Aber der Grund, warum wir das tun, wirkt sich
ausgehend von dem Haus aus, in dem Mars steht, womit naheliegend wird,
dass Mars direkt etwas mit dem Bauchgefühl und damit
Grundbegriffen der Angst und des Schattens zu tun hat.
Wir handeln dann im Angesicht von
Ängsten nicht frei und verändern das Handeln, bleiben aber
handlungsfähig. Weil Mars verlangt es in erster Linie nach Ausdruck,
egal auf welchem Weg.
Wir wollen handeln, besser gesagt handlungsfähig sein.
Wir wollen die Möglichkeit erhalten, dass uns nichts in die Quere
kommt. Eine mögliche Beschränkung von aussen erscheint uns oft im
Vorhinein als Unbehagen, ohne dass es diese Beschränkung wirklich
konkret geben muss (!) - das zeigt, wieviel Bauchgefühl mit dem Handeln
zusammenhängt. Auch Vorstellungen ergeben sich, und damit eben die
Einsatzgebiete.
Auch
loten wir mit dem Bauchgefühl aus, wie und was wir überhaupt in einer
Situation handeln oder wirken können.
In
unserem Bauch tragen wir eine Überzeugung aus, was zu tun ist,
was wir wollen, dass geschieht.
Und diese Überzeugung fliesst
in
das Handeln ein. Dabei spielt das Ziel des Handelns eine grosse
Rolle, nicht das Handeln selbst.
Mars schafft und
gebiert. Bei jeder Geburt wird die Erfahrung gemacht, dass
das
Neue in die Welt hinaustritt und auf Widerstand oder Gegensatz stoßen
kann - und dass es von Zeit zu Zeit wirklich die Erfahrung eines
Widerstands gibt. Aus diesen Erfahrungen
speist sich praktisch eine Urangst. Diese dualistische Grunderfahrung
können wir auch mit dem
Reaktionspotential des Aszendenten erkennen: Mit unserer
spontanen Haltung und unserem natürlichen Habitus treten wir am
Aszendenten unbekümmert mit unseren Anlagen und unserem Sosein der
Empfindungen in die
Welt hinaus.
Analogie Mars - Aszendent (1. Haus)
Bekanntlich wird das erste Haus, die 1. Hausspitze und Mars
analogisch gleichgesetzt.
Beim Ausdruck sowohl des Aszendenten als auch des Mars kann es
geschehen, dass unser spontaner
aber auch einseitiger, weil subjektiver Ausdruck noch nicht
zusammenpasst mit dem Aussen - sei es, dass wir im Aussen den Gegensatz
anziehen, in Form anderer Menschen und ihrer Taten, oder dass wir im
Aussen konkret das gespiegelt bekommen, was uns durch die Einseitigkeit
fehlt, was uns dann ebensowenig passt. Jeder Aszendent hat seine Art,
mit der Welt klar zu kommen, und Einstellungen zu gewinnen aus denen
Lösungen und Antworten auf Lebensumstände hervorgehen. Mit dem
Aszendenten richten wir uns aus, auf die Begegnung mit der
Welt und dem
Leben. Wir nehmen zB als Krebs-Aszendent
grundsätzlich die Steinböcke
als herrisch und massregelnd wahr, weil diese eine ganz andere
Sichtweise, Denkweise und Handlungsweise besitzen, die uns bedrängend
vorkommt. Sie ängstigt den kindlichen Aspekt des Krebs-Aszendenten.
Oder als Jungfrau-AS neigen wir dazu , die Chaotik anderer Menschen
oder die unpassende soziale Ordnung als bedrohlich
wahrzunehmen. Diese
Dinge bekümmern den kindlichen Aspekt des Jungfrau-AS. Diese Dinge sind
tendenziell auch wesensfremd.
Die zu erbringende Leistung jedes Aszendenten besteht übrigens darin,
das Gegenzeichen zu integrieren und wann immer nötig dessen
Eigenschaften wachzurufen. Denn diese Vollständigkeit hilft ihm nicht
nur bei der Lebensbewältigung, sondern sorgt auch für eine andere
Anziehung und Resonanz und einem Aszendenten tritt so das Fehlende
nicht mehr zwangsweise gegenüber.
Wir sehen uns prinzipiell in
unserem Ausdruck unserer Aszendenteneigenschaften angegriffen,
oder
aber finden im Aussen eine Welt vor, die wir nicht wollen.
Fische sind
für Jungfrauen Chaoten, Steinböcke für Krebse Idioten. Usw.
Natürlich,
irgendwann lernen wir das Bild, das wir als Aszendent von der Welt
haben, in anderen Farben zu sehen und kommen aus der prinzipiellen
Einseitigkeit. Aber manchmal kommen noch Phasen im Leben oder Alltag,
wo uns genau diese Reaktionen entlockt werden.
So ähnlich geschieht es dem
Mars. Er macht etwas, ist dabei von seinem Antrieb her sehr subjektiv,
und im Aussen kann sich etwas befinden, was dem entgegensteht, und es
kann den Charakter einer Infragestellung bekommen.
Der Mars wird
zwar als männlich beschrieben, doch kennen wir die Männer nicht auch
als Angsthasen? Es heisst, Frauen könnten in vielen Dingen mehr Angst
und Leid vertragen. Männer sehen sich sofort ausser Gefecht gesetzt und
das macht ihnen sehr zu schaffen.
Der Anfang beim Mars
Der Anfang bei Mars/Widder / 1. Haus ist nicht unbedingt
nachhaltig:
eine Flamme, die bei Mars/Widder/1. Haus das Licht erblickt, kann
leicht abflauen. Oder es droht der Widerstand, die Reibung mit der
konkreten Wirklichkeit.
Es
zählt eben bei Mars/Widder mehr die Eroberung,
das in den Raum greifen, dabei entsteht auch zwangsläufig das
Hineingreifen in eine bestehende Welt und der potentielle Widerstand
und Widerspruch. Solange sich ein Tun bewährt und Erfolge bringt,
kann
man über manche Widersprüche jedoch hinweg gehen und sie
stärken dann einen in der Tatkraft, aber auch in dem geistigen
Prinzip des Tätigseins. Für den Mars/Widder geht es um dieses
Tätigsein. Was immer im Aussen passiert, oder wo sich
Gelegenheiten bieten, da ist er schnell dabei und beginnt das
Handeln. Denn Dinge und Situationen reizen ihn, zur Tat zu schreiten
und sich in dieser Weise am Leben zu erfahren.
In wenig schicklicher Form wird dieses Handeln triebhaft, unbestimmt
oder nutzlos, und verweist zu sehr auf den egoistischen Aspekt des
Handelns (allein dass man handelt zählt dann, aber nicht, was es
bedeutet).
In verfeinerter Weise kann er durch sein Handeln
und Initiative die Welt der Ereignisse nach vorne bringen, und zwar
konstruktiv und nicht mehr fahrlässig.
Für die Sonne als
fixes Prinzip des Feuers geht es zum Beispiel um die Gegenwart einer
Tat, das man sich gewissermaßen in den Ergebnissen sonnt. Die Sonne im
esoterischen Sinne steht mit ihrem Geburtszeichen für einen Schritt,
den die Seele gehen soll, und man sagt, dieses Zeichen habe die Seele
in vorherigen Leben vernachlässigt, quasi vergessen. Die Sonne rückt
ins Zentrum, und integriert ins Leben.
Hier
will die
Schöpfung bewahrt bleiben und soll prachtvoll aufstrahlen - es
verletzt den Stolz des Löwen, wenn das Leben nicht ist, oder verhüllt
wird. Notfalls kommt der Löwe zur Oberflächlichkeit
der
Bedeutung, die für ihn wichtig ist. Hier steht als fixes Zeichen die
Bewahrung im Vordergrund.
Für den Schützen geht es um die
Möglichkeiten, die durch Taten und dem Einsatz des Feuers entstehen,
ihm geht es nicht wie beim Widder um das Neue, sondern um das Weitere,
und
er geht dabei auch Wege der Vorstellung, und verliert wie jedes
Feuer-Zeichen,
nur eben auf seine Art, die Bodenhaftung.
Im ersten Haus als
mundanes Symbol für das Marsprinzip sehen wir sehr anschaulich, wie ein
Trieb oder Anlagebedürfnis die Welt erblickt. Etwas will heraus, es
kommt aus der Einheit (das unhinterfragte Selbst), und dann passiert
folgendes: Dieser nach aussen
tretende Pfeil und Impuls trifft auf das Andere, den potentiellen
Widerstand. Die Welt wird irgendwo immer die Erfahrung bereit halten,
dass man nicht einfach so drauf los handeln kann.
Je
nach Mars Typ und übrigen Radix (Charakterbildung) übergeht man
mehr oder weniger Belange des Aussen, und entscheidet , was
von
Belang sein soll. Das kann von Erfolg und Nutzen sein, womit das Aussen
dann kein Problem zeigt.
Oder man spürt mehr die
bestätigende oder korrigierende Kraft der Erfahrung und wird das Tun
anpassen oder neu ausrichten müssen.
Generell neigt Mars zur Einseitigkeit.
Der Widder und
auch der Mars erweisen sich als lernfähig, indem jede neue Tat auf der
bereits gemachten
Erfahrung aufbauen kann. Oft erscheint sein Anfang impulsiv und grob.
Der Mars Typ kann sich schließlich aber regelrecht
einarbeiten und zum Experten oder Fachmann werden.
Da
Mars nach einem Ergebnis verlangt, nach Tat und Bedeutung, fühlt er
sich im zehnten Haus tendenziell wohler, als im vierten Haus.
Das
wird einsichtig auch dadurch, dass Mars im zehnten Haus mehr
mit dem
ihm ähnlichen
Steinbockprinzip korrespondieren kann (Mars steht in Steinbock in
seiner Würde erhöht), und dass im 4. Haus die Bauchebene und
damit das Passive eine grössere Rolle erhält. Mond und Mars sind
überhaupt nicht ideale Partner. Einmal wegen der Passivität des Mondes,
und weil mit dem Mond der natürliche Widerhall einer jeden
Tat
gesteigert und verstärkt wird in der Rückwirkung auf einen selbst. Aber
vor allem, weil der Mond mit seinen spontanen Eingebungen eine Tat in
eine falsche Richtung lenken kann: Ein Schlagwort wäre das "unüberlegte
Handeln", indem man auf das falsche Pferd setzt, einen falschen Anfang
macht, etwas nicht wichtiges zum Leitprinzip entwirft, auch ohne darum
zu wissen.
Die
Energien des Mars richten sich bei Kontakten mit der Mondsphäre
tendenziell sehr nach innen und können auf einen selbst wirken,
was man bei Aggressionen besonders unangenehm finden kann, weil man
sich mitgerissen vorkommt (durch innere und äussere Einflüsse).
Man
lässt sich von Mars aktivieren, und findet keine Ruhe.
Vielleicht
kann man die Energie nicht
konkret einbringen, oder man wird in seiner Richtung
abgelenkt. Das Handeln zur rechten Zeit ist dann wichtig, dass man
genau weiss, mit welchem Trieb und Antrieb, welchem Anfangsimpuls, man
seinem Handeln eine Richtung gibt. Man kennt es aus dem Alltag, dass
man manchmal sich nicht sicher ist, ob man etwas tun sollte. Und dann
kommt ein Moment, wo wir es wissen und/oder eine Entscheidung treffen
können.
Richtung, Strahl, Eindeutigkeit und reibungsloses
Vorwärtskommen , das
sind überhaupt sehr zutreffende und wichtige Begriffe für Mars.
Allerdings kann ein Widerstand, also Reibung, die Tatkraft stimulieren,
aber nur, wenn darauf hin das Vorwärtskommen möglich ist.
Die
Lösung in Fällen der Ablenkung, zB durch eigene übersteigerte
Reizbarkeit - etwa durch Kombinationen mit Mond/4. Haus/Wasserhäuser -
besteht in der Besonnenheit, nämlich auf das eigentliche Ziel zu
kommen. Die
Gabe und Lösung ist, dass man
zur rechten Zeit tätig wird. Damit lassen
sich nicht nur soziale Probleme oder psychologische Bedrängnis
vermeiden, sondern man kennt sie auch und kann darauf eingehen. Es
scheint als würde mit dem Mondprinzip auch der
natürliche Rythmus von uns stark betont werden, und alles was mit dem
Mond zusammen gebracht wird, unterliegt dann ein wenig mehr diesem
Rythmus. So könnten wir leicht in unserem Instinkt (Mars) von Gefühlen
(Mond oder Pluto u.a.) überrannt werden, die aus der Welt zu uns
herüber drängen, und uns dadurch zur unbesonnenen Tat genötigt sehen.
Damit können sich unwirsche Anfänge ergeben, ein impulsives Anfangen,
wo dann später die Scherben erst mal beseite geräumt werden müssen.
An sich
ist der Mars allerdings in seinem eigenen Rythmus und er schafft sich
seinen Rythmus. Wenn uns eine Idee
kommt, die sich als lohnend erweist, können wir mit Mars
sofort
tätig werden und setzen sie um, suchen sofort nach den richtigen
Ansätzen, oder versuchen die Gelegenheiten zu ergreifen.
Mars kann
auch gut helfen, dass Menschen Erfüllung finden, und zur Tat
schreiten können. Er steuert dazu nicht nur eigene Initiative und
Lust an der Tat bei, sondern auch konkret anwendbares Wissen, das er
sich angeeignet hat.
Das auf den Punkt bringen und eine Linie verfolgen macht
diesen
Planeten Mars direkt und erfolgreich, was das Bewirken angeht,
sei es von
Wirklichkeiten, Dingen, oder die Beeinflussung von
Lebensumständen. Direkte Wege sind solche, die am schnellsten für
Realität sorgen.
Die
Sonne steht wie kein anderer
Planet für die Gegenwart und das Hier und Jetzt.
In
und mit der Sonne soll das Leben enthalten sein. Der Lebensauftrag
ist damit, das zu sein, was in einem bereits als Anlage wohnt - auf
diese Weise
weckt man Lebenslust und findet Erfüllung und Glück. Indem
man zum
Beispiel dem Aszendenten verhilft sich zu geben, und auszudrücken,
wird man
feststellen, dass es dem Geschick und dem "nährenden Feuer" der
Sonne bedarf, solche Qualitäten und Eigenschaften des
Aszendenten in
sich
zu finden, die auszudrücken es wert sind. Weil sonst keine Richtung,
keine Wertung entstünde, und man genauso gut die schlechten
Eigenschaften des Aszendenten kultivieren könnte. Der Aszendent kommt -
analogisch durch Mars entsprochen - aus spontaner Impulsivität heraus.
Es kann ohne Richtung alles mögliche herauskommen. In Bezug zum
Aszendenten fehlt dem dort angelegten Marsprinzip die bewusste
Reflektion und Haltung.
Die Sonne steuert dem eine Richtung bei, doch anders wie der
Planet Mars ist dieser
Beitrag eher indirekt und nach allen Seiten hin ausstrahlend. Die Sonne
ist eigentlich das bewahrende Feuer, der Mars das gebärende Feuer. Es
wird etwas ans Licht geholt.
Symbolisch bedeutet jede Geburt einen Anfang, der in die Zeit
hinein wirken wird, und damit aber auch grundsätzlich den
Schatten hervor ruft.
Auch
die Schattenqualität des
Deszendenten
veranschaulicht, dass Schattenthemen, das Unbewusste, und die
Nacht und der Bauch eine Rolle für Mars spielen. Am Aszendent
stößt der Impuls der Geburt in die Welt und trifft auf das, was nicht
diesem Impuls entspricht. Leicht erkennt man dann das Andere nicht, und
es verschwindet in den Schatten. Und von dort stört es einen nur noch
mehr.
Das Wilde
Aus einem anderen Gesichtspunkt ergibt sich das Wilde. Eine
extreme, aber prinzipielle Betrachtung. Gewöhnlich ist das der
Grund, warum man ihn in alten Zeiten als Übeltäter
bezeichnete. Er musste und muss sein.
Mars
kann nicht anders. Dass er handeln und tätig sein muss,
damit ergeben sich Veränderungen durch Einwirkungen,
Fortführungen und Ketten an Manifestationen, es ergeben sich
auf den Punkt gebrachte Entscheidungen, und je nach Zeichen direktere
oder indirektere Einwirkungen auf Lebensbereiche. Wildheit ist dann der
Umstand, wenn man nicht nachlässt und in jedem Fall über die
Belange anderer Entitäten oder Menschen hinweg geht. Es geht bei Mars
nur um den eigenen Willen, das eigene Ziel, die eigene Tat für
irgendetwas, was einem wichtig ist. Widerstände können den Reiz der
Bedeutung bieten, und wenn man Widerstände oder Konkurrenz überwindet,
im Vergleich den Sieg davon trägt, ist das wie eine belebende Energie.
Und wenn diese Widerstände schwinden, verliert die Sache oft
ihren
Reiz und Bedeutung.
Prinzipiell steht
Mars natürlich und selbstverständlich für einen
Anteil des Wilden in uns. Denn als Kind toben wir uns aus, es ist der
Krieg des kleinen Ares. Mit der Zeit fügt sich Mars den Weisungen durch
Eltern und Umstände, und setzt seine Kraft gerichteter ein. Organisch
wächst der Mensch hier mit seinen Fähigkeiten und in der Pubertät
explodiert die bisherige Bandage, die zurückhält vom Austoben
jener Energien, die man aufgenommen hatte und mit Mars im Haus, Zeichen
und Aspekt kanalisiert werden muss. Man sieht sehr, gut wie Jugendliche
mit starken Mars je nach Lebbensumständen darauf gebracht werden, zB
als Gewalt oder Verbrechen Unheil anzurichten (starker Mars
im Sinne von klar hervortretend) und nicht ganz allein darauf
kämen, ohne dass das Klima einer Gesellschaft eine
Rolle
spielte (verweist eben wieder auf das Bauchgefühl, mit dem sich ein
gerechtes, gewissenhaftes Handeln ergibt).
Ein Aspekt mit Neptun bedarf
einer heilen Welt um einen herum. Neptun kann den Mars zum Betrug
und
Täuschung als Manöver verführen, zum Teil nur deshalb, weil man den
Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, und Chaos befürchtet -
ansonsten ist ebenso Inspiration möglich, um die Welt mit Taten etwas
gutes zu tun.
Bei
Aspekt mit Pluto können für die inbrünstigen oder energischen
Energien angemessene Räume und Gelegenheiten geschaffen sein,
um
diese
ausdrücken
zu können - die aber die
Gesellschaft zur Verfügung stellen muss, sonst erntet die Gesellschaft
sprichwörtlich den Schatten, den sie selbst mit der Abwehr der
plutonischen Kräften
entfesselt - als Folge einer Gegenreaktion oder als Folge
gesellschaftlicher Amoralität, die vom Individuum (Mond/4. Haus)
übernommen wurde. Pluto hat viel mit dem Wandel zu tun, und Mars/Pluto
kann diesen energisch vorantreiben und Entschiedenheit
verstärken.
Inbrünstige Plutoenergien können sein: geheime, oder
moralisch zweifelhafte, oder tiefintime
Angelegenheiten (wo man normal "die Finger von lässt").
Pluto
zeigt als Eigenschaften auch Verkehrungen, Übertreibungen
oder auch besondere Verstärkung marsianischen Einsatzes, also zB ein
Potential zu erfüllen, eine den
Sachen innewohnende Tat umzusetzen , und zwar auf eine verborgene
untergründige
Art.
Er treibt dann von innen zur Tat und Bewirkung.
Mars/Pluto Kontakte sind ähnlich
Mars/Neptun Kontakte schwierige Angelegenheiten für den Mars. Können
in beiden Fällen aber ein sehr präzizes Handeln ermöglichen, indem man
bei Pluto Untergründe berücksichtigt, und damit tiefgreifend und
umfassend wirkt, oder bei Neptun das Handeln mit Sinn und Ideal
verfeinert.
Pluto
ist eine dem Mars noch ähnliche Kraft, denn auch Pluto besitzt die
Macht zu (be)wirken. Deshalb die Zweitherrschaft des Mars in Skorpion.
Gerade
bei Pluto kann sich das Wilde noch
indirekter aber mächtiger ausdrücken, ist damit versteckt im Antlitz
des
Menschen aber drängt wie ein bestimmendes ganzes Wesen empor. Mars und
Pluto bleiben aber
nichtsdestotrotz Ansporn,
der jemanden voran treiben kann. Damit ergibt sich eine gewisse Macht.
Die Macht des Mars ist einsehbarer, Pluto versteckter und will sich
auch versteckt halten.
Das Wilde ergibt sich nicht
absichtlich, weil jemand wild sein will - Wild zu sein wäre eher noch
Uranus. Bei Uranus erscheint die Gewaltplötzlich. Worin sich auch
manchmal rechtfertigen lässt vor sich selbst, das ist bei Uranus der
Aspekt, dass die Gesetzmäßigkeit der gesellschaftlichen Ordnung
infragegestellt wird. Weil man die Lebensgesetze auf der einen Seite
sieht, und die geschriebenen Gesetze auf der anderen, und sie "nicht am
funktionieren sieht". Die Polarität ergibt sich und Uranus hatt es satt
mit den Dualitäten, weshalb er sie überwindet und auf seine Art Ordnung
schafft. Während man mit einer Ethik des Uranus diese
Gesetze und die Einhaltung dieser selbst herstellt, übergeht man
prinzipiell die
Lebensordnung. Dies kann unter Umständen eine andere Form der
potentiellen Gewalt der
sogenannten Langsamläufer bedeuten, etwa dann, wenn sich die
herrschende Norm nicht an diesen neu geschaffenen Lebensordnungen
(durch Uranus) erfreuen kann. Wobei man natürlich fragen
kann, ob
die Gesellschaft dabei nicht etwas versäumen könnte, nämlich einen
humanistischen Ideal näher zu sein, als einen zB inhumanen kollektiven
Lebenswandel. Mars in Aspekt mit Uranus befreit sich nicht absichtlich,
aber er will etwas, das in erster Linie den Mars klärt und reinigt von
der natürlichen Bezüglichkeit auf das Aussen und die Normen, oder
Uranus hilft , Abstand zu der
objektiven
Wirklichkeit zu gewinnen mit ihren Normen und Möglichkeiten, und man
folgt eigenen Ideen, Intuitionen und Eingebungen.
Aspekte
auf Venus werden die Beziehung , Begegnung oder auch
betreffende
ästhetische Fragen mit dem Marsprinzip würden, und es kann sich
ausdrücken als die stetige Bemühung, mit Aktivitäten (in Natur, ins
Theater, mit dem Motorrad usw.) die Beziehung zu erleben, oder als
merkbarer Umstand, dass die Aktivitäten des Partners stets ein Teil der
Beziehung zu sein scheinen. Aspekte auf Merkur machen das Reden
energisch, man setzt die Energie in die Verbalität ein, und es kann
auch Geschäftssinn oder Wissen mit Tatkraft und
persönlichem Einsatz für eine Sache verbinden. Man wird jemand sein,
der stets ein Wort beitragen kann und selten nichts zu sagen weiss,
weil man ist geübt durch andauernde Bemühungen gegebenfalls
aktiv
zu sein , zuweilen weil es im Bauch sich regt, das zu tun.
Bei
Mars zu handeln, gescheiht sehr selten aus Empfindlichkeit, sondern es
ist ein leiser Stolz , der sich dabei regt und einem die Lust bereitet,
dass das Tun möglich wird oder nötig ist.
Es ist dann nur noch
eine Frage von Nuancen, von kleinsten Regungen und Anmutungen, ob man
zur Tat schreitet. In welcher Weise man das tut, darin zeigt sich die
Stellung und das Zeichen des Mars. An sich bemerkt man bei Mars eine
Energie, die
sich im Handeln und Einsatz verkörpert und im
jeweiligen Lebensbereich Dinge bewirkt.
Das Wilde beim Mars, aber auch
noch zuweilen bei Pluto ergibt sich durch die krasse Fügung,
hervorgehend aus dem Ausleben eigener Triebe.
Allerdings tritt das Wilde
infolge der verborgenen Angst vor den Reaktionen (auftretende
Widerstände) selten offensichtlich auf. Es ist meist in versteckter
Weise wild. Mit Uranus kann das Wilde zuweilen jedoch exzentrisch
hervortreten. Weil es fehlt mit Uranus prinzipiell die Bezüglichkeit
auf das vereinzelte Subjektive, dem Rechnung zu tragen wäre, und das
Subjektive wird als Gesetzmäßigkeit des Kosmos definiert und
gleichgestellt, und in den Rahmen aller Subjekte gestellt, so dass
jeder subjektiv sein kann und sein darf... - bei Mars-Uranus geht es
vor allem um die Freiheit des Selbstausdrucks, die entweder bedrängt
wird oder unbedingt nötig ist. Aber auch geht es ein wenig um
die Überwindung des Egos, um die natürliche Distanz zu der
Bedeutung, die das Ego kollektiv als Maske und Persona erhält.
Das
Animalische des Mars bedeutet ein Ausschlagen der Triebe, so wie jemand
Lust am Leben erfährt oder Lust, eine bestimmte Tat zu
vollbringen.
Es sind im
eigentlichen Sinne Lebenstriebe. Andere Planeten und Anlagen bedingen,
in
welche Richtung diese Triebe gehen.
Die Astrologin McCaffery sagt: "Mars
steht mit dem
endlosen, ewig neuen Energiestrom in Verbindung, der neue Formen
hervorbringt."
Von daher auch der Bezug zur Sexualkraft.
Man kann beim Mars
im
Radix nach dem Umstand schauen, in wie weit es eine selbstbezogene
überlebensorientierte Kraft
gibt, die die anderen dominierenden Kräfte des Radix und die damit
verbundenen Ideale und die stets praktisch orientierten
Lebenskonzepte ans Ziel zu bringen vermögen.
Mars selbst ist ausschließlich selbstbezogen, ein
Akteur auf eigene Rechnung. Mars ist in seinem Element, wenn er keine
Widerstände und Konkurrenz fürchten muss. Eine entsprechende
Einstellung und Lebensweisheit genügt, wo man konstruktiv auf
Widerstände eingeht - und man muss nicht mehr mit dem Kopf durch die
Wand und anderen andauernd den Streit und Widerstreit beweisen oder
stattdessen sich zu sehr zurückhalten.
Element des Mars
Mars ist der typischste Vertreter eines
Feuerplaneten.
Als
Feuerplanet kennen wir Mars, Sonne und Jupiter. Sowohl Jupiter als Mars
können über feurige wie wässrige Zeichen herrschen. Mars herrscht über
Widder und Skorpion. Jupiter über Schütze und Fische. Jupiter in seinem
Feuer erweist sich als die zündende Idee, die bei Schütze vor allem
geistig wirkt. Im wässrigen Gefilde des Fische erweckt es mehr die
Vorstellungskraft auf emotionaler Ebene, hier muss das Gefühl der
Existenz in Ordnung sein um den Lebensgeist aufrecht zu erhalten. Im
Skorpion erhält der Mars einen zusätzlichen Aspekt des Wollens und der
Sichtweise auf Bedeutung. Diese Bedeutung ist nunmehr noch subjektiver,
das heisst nach innen bezogen. Das stärkt andererseits dem Willen der
Durchsetzung.
Die Natur des
Mars ist
vor
allem ein kardinales Feuer, sie richtet sich auf die Manifestation und
Geburt.
Ein Mars
in Widder oder Steinbock steht stark weil er dort Wesensverwandtschaft
vorfindet. In beiden Fällen richtet sich seine Energie auf klare
Ziele.
Wo etwas konkret und greifbar ins Auge gefasst wird, kann
sich
eine
Kraft bündeln und strukturieren. Mars bringt oft Dinge auf
kürzesten
Wege auf den Punkt. Dabei kann er zuweilen etwas naiv wirken,
weil
ursprünglich und roh. Durch diese "archaische Rohheit" wird
gewährleistet, dass er so einfach und bestimmt handeln kann. Er
kennt eben in seiner Essenz der Symbolik nicht viele Dinge, die sonst
noch zu berücksichtigen wären.
Übereifer kann entstehen. Als Faktor, der verbrennt,
sind sowohl Mars als auch die Sonne bekannt.
Üblicherweise überwiegt jedoch der Lebensgeist der Sonne, der die
Freude am Sein anstrebt und damit den verbrennenden Charakter des
Fixsterns Sonne in den Hintergrund rückt.
Umso näher man seiner Sonnenabsicht, und sich selbst kommt, in dem
Aspekt, was man ist oder sein kann,
desto mehr zündet man die Idee des Menschen in sich, und nicht mehr das
bloß
Animalische.
Das gilt im Prinzip auch für Mars oder Jupiter als weitere
Feuerplaneten.
Man
transportiert Energien, die das Leben in dem nähren
wollen,
was den Dingen inne wohnt als jeweiliges Potential. Das Feuer wird
somit als Überbringer und Bewirker des geistigen Prinzips, der Idee des
Menschen.
Das
Feuer repräsentiert einen wichtigen Teil dessen, was den Dingen inne
wohnt. Was sich regt, und entzündet werden kann, was zum Leben erweckt
werden kann.
Feuer
durchdringt die Wirklichkeit um sie zu inspirieren oder zu
beleben, damit Dinge werden können.
Die Sonne
kann es durch Egozentrismus und zu
starker Einbindung egoistischer Wesensanteile zu weit
bringen, dass
durch den Esprit der Lebensgeist nicht gesteigert, sondern erniedrig
wird. Der Mars/Widder setzt sichmöglicherweise über andere
hinweg,
und Jupiter/Schütze zündet möglicherweise Ideen, die auf lange Sicht
nichts nützen und auch hier den Fall mit sich bringen.
Allen Feuerplaneten wohnt das Wollen inne, und das Streben
nach Identität.
Das
Potential der Überheblichkeit, Arroganz und manchmal auch
Gewalttätigkeit wohnt ebenso den Feuerplaneten und Feuerzeichen inne.
Beim Schütze/Jupiter resultiert eine Art von Gewalt oft nur als der
gross anlegte Versuch, auf geistiger Ebene Trennung und
Unterschiedenheit zu erzeugen oder eine Idee oder Ethik gegen andere
auszuspielen.
Bei
Mars ist es die Tat selbst, die
aneckt oder Andersartigkeit erzeugt. Mars ist die Gewalt schlechthin,
und wurde deshalb, weil er in das Leben eingreift und Tatsachen
schafft, als Übeltäter bezeichnet. Ähnlich greift auch
Saturn von Aussen leicht in das Leben anderer, aber auch Uranus vermag
dies sehr konkret.
Hinter
der klassischen Bezeichnung der beiden Planeten Mars und
Saturn
als Übeltäter
steht vermutlich , dass man aus Pragmatismus und Praxisgründen
diese
Bezeichnungen wählte. Die Astrologie wurde im Mittelalter anders
aufgefasst. Dem Mittelalter fehlte die psychologische
Dimension (man denke nur an die Revolution des Psychologischen
,
die von Freud und C.G. Jung im letzten Jahrhundert eingeleitet wurde).
Die Astrologie wurde damals wohl erst in Krisenzeiten
interessant, weil man auf Fragen Antworten suchte. Und es gab nicht
viele Möglichkeiten, Antworten zu finden. Aber immer könnte
es die
Krise gewesen sein, weshalb man ins Radix schaute, und derethalber
findet man in der Krise Saturn und Mars als jene Kräfte, die
am
ehesten eine Krise verschärft haben und als Veursacher in
einem
Stundenhoroskop oder bei Transit gelten.
Sie sind die
Faktoren,
die am meisten Druck erzeugen, und Dinge nachhaltig oder entschieden
bewirkt haben, wo wir - innerhalb einer Krise und Fragestellung - einen
Einfluss identifizieren können. Und damit sehen wir handelnde
Personen repräsentiert, die die eigentlichen
Übeltäter
sind,
welche man mit Saturn und Mars pragmatisch (auf die Situation bezogen)
beschrieb.
Wer Feuerzeichen im Radix aufweist, findet in ihnen
die Möglichkeit, im Leben leicht selbst einen selbstbestimmten
Weg aus allen Problemen gehen zu
können. Man hat den Antrieb, die jeweilige Position, Chance oder
Zielsetzung allein und mit eigenen
Mitteln in die Tat umzusetzen.
Wer keine Feuerzeichen betont hat, findet in den stets
vorhandenen Feuerplaneten
diese Möglichkeit. Ein Horoskopeigner wird diese Möglichkeiten der
Entschlossenheit nutzen können, wenn er mit diesen Planeten verbundene
Schwierigkeiten, Aspekte und häusertypische Probleme zu lösen vermag.
Ähnlich
wie der Fixstern Sonne kann auch Jupiter verbrennend wirken,
durch die Übertreibung, dem der Fall oder Weltuntergang einer
Vorstellung folgt - bei sich oder anderen. Feuerzeichen drängen
vorwärts und verursachen dabei einen Wind der Taten.
Mars/Widder
weiss, wo es lang gehen kann und geht diesen Weg. Er begreift die
Chance oder Möglichkeit, seine Energien einzusetzen und ein Ergebnis zu
erzielen. Dabei gibt
er auch. Das Verhängnis für ihn ist, wenn das Tun
oder Geben nicht genügenden Widerhall, oder sogar heiklen
Widerhall
findet. Wenn er gewissermaßen feststellt, dass er allein ist und
sein Geben keine Akzaptanz noch Liebe findet. Das
findet er oft in der Weise heraus, dass sich Umstände oder
Personen
gegen ihn stellen. Eine Sonne/Löwe erwartet in der Hinsicht viel
mehr Akzeptanz, aber auch Mars/ Widder leidet unter der fehlenden
Akzeptanz.
Sonne/Löwe wollen etwas an den Tag bringen,
wollen eine Bedeutung mit Leben füllen und in der Welt den
Widerhall davon entdecken. Die Enttäuschung findet statt,
wenn etwas nicht mehr ganz so ist, wie wir es und aus unserer
subjektiven Sicht alle es mit Leben
füllen sollten. Der Widerhall des Sonne/Löweprinzips besteht
darin,
dass das, was wir für uns und alle als bedeutungsvoll erkennen
wollen,
für andere es nicht ist, und sie uns nicht darin bestärken,
und damit ein wichtiger Teil der Bedeutung des
Ganzen für uns genommen ist. Wenn wir zB für jemanden etwas
Gutes wollen, weil wir das Gute für ihn darin erkennen, und er
sieht es aber anders und will anderes, kränkt es insgeheim unser
Löweherz.
Für den Schützen/Jupiter brechen durch das
Missverhältnis zwischen dem, was er sich aufbauen wollte oder was
für
eine Sache er Antrieb verleihen wollte, und dem, was wirklich in der
Realität zustande kommt, schon mal Welten zusammen. Mars /Widder
hat es vielleicht noch am leichtesten, weil er sich relativ leicht
damit abfinden kann, und sich sagt, dass er einfach etwas anzubieten
hat - wenn es nicht genommen wird, könnte er auf seine Weise
eingeschnappt sein, und das bedeutet evtl. Abgrenzung. So wie
beim
gegenüberliegenden Stier tendiert der Mars /Widder dann zu einer
Art Cliquen-Denken, Herdendenken. Ich und Wir hier, die Anderen sind
dort und gehen ihren eigenen Weg. Im günstigsten Fall bleibt Mars/
Widder tolerant. Anders als der Skorpion ist Mars /Widder auch selten
nachtragend.
Alle Feuerzeichen
erleben die Zeit schnelllebig, und wenn die erlebte Zeit nicht mehr die
Energie
bereit stellt, an die die Feuerzeichen so sehr gewöhnt sind, ist das
wie ein das Feuer verlöschendes Wasser (Ahnungen, Verletzungen, denen
schmerzhafte Einsicht folgt), oder wie Erde , das die Glut durch
Sachzwänge erstickt (Umstände,
Realitäten).
Es gibt also das kardinale Feuer des Mars, das fixe feuer der
Sonne und das veränderliche Feuer des Jupiters.
Die
Sonne als Feuer vergegenwärtigt sich oder ihr Wollen. Sie sieht sich
oder das, wofür eingestanden wird, bewahrt durch eine Art
Seinspräsenz. Ihr
kommt es auf jene Vergegenwärtigung an, dass das Feuer brennt.
Der
Schütze und der
Jupiter, wie sie typischerweise das veränderliche Feuer
repräsentieren, ist bekannt für das Auferstehen aus der Asche
und kann als Enthusiast auffallen, der immer wieder etwas neues findet,
oder ein Ideal lebensfähig macht (in einer schwierigen Welt, die
sich
stets ändert). Er will daran entflammt werden oder
andere entflammen, weil er
in alle Richtungen orientiert ist , in alle Richtungen etwas zu tun
bereit ist oder nur in bestimmten Richtungen, um
seinem
Lebensfunken,
worin auch immer er besteht, zum Einsatz zu bringen. Er verzettelt sich
dabei in den Möglichkeiten, weil er anders als Mars/Widder nicht
damit
anfängt, etwas sehr konkretes zu greifen und zu tun. Mars / Widder
dagegen fängt oft an und hört dann wieder auf. Auch ein
Quadrat hat eine marsianische Dynamik, es gibt dann immer wieder
Zeitpunkte, wo die Energie zugenommen hat und wir sehr viel leisten
können, und dann folgen wieder Phasen wo uns der Anfang
und das energische Umsetzen eines Vorhabens fehlen.
Dahingehend, dass Mars den Lebensfunken von etwas in die Welt
hinaus tragen will,
verrichtet Mars potentiel auch immer ein Stück der
Sonnenabsicht. Womit sich erklärt, warum die Sonne in Widder
erhöht ist (in ihren Würden).
Mars benötigt klare Ziele, greifbare Möglichkeiten
(am besten Werkzeuge, die man einsetzen kann), und
feststehende Handlungsräume, oder er schafft sich diese bzw. nimmt sich
diese. Aus
seinem
Wirken geht daher auch Pionierhaftes für das Leben hervor und wieder
einmal erinnert Mars damit an seine kardinale Natur, nämlich Taten und
Anfänge
zu gebären.
Der Widder und das kardinale
Feuer sind nicht so vielseitig wie der Schütze, denn Mars
/Widder
benötigen immer eine klare Kontur oder einen Punkt oder Ziel oder eben
grenzsetzende Erfahrungsräume, auf den sie
ihr Augenmerk und ihren Einsatz richten können. Damit definieren sie
das für sie Mögliche.
Aspektierung
mit den Planeten jenseits der Schwelle
Die
Planeten
Jupiter und Saturn verursachen bei Aspekten auf Mars einen
zwar
starken Einfluß, aber sie bedeuten gleichwohl noch einen bedeutend
bewussteren Zugang, als wie das bei Pluto, Uranus oder Neptun der Fall
ist. Ab Saturn beginnt der Einfluß dieser Planeten tiefere Schichten
unserer Persönlichkeit zu erreichen, und das Leben bringt es mit sich,
dass wir für diese vielschichtigeren Einflüsse noch nicht immer bereit
sind und wir den Umgang lernen müssen. Beinahe symbolisch verweist die
späte Entdeckung bei Neptun und schließlich am deutlichsten
noch
bei Pluto auf die noch zu machende Verdichtungsleistung, aber sie gilt
auch bei Uranus, der uns in seinem Wirken noch nicht ganz in seiner
Essenz bekannt zu sein scheint.
Die Planeten Pluto, Uranus, Neptun bedeuten in Aspekten auf
Mars einen starken Einfluß und
unterstehen nicht mehr nur persönlichen Kräften, die uns
bekannt wären.
Sie führen uns in die Gebiete, die jenseits des Persönlichen stehen -
wir aber wachsen auf in der Verhaftung an das Persönliche. Oft geht es
bei diesen Einflüssen auf Mars um die zu erbringende Gewährleistung
ursprünglicher als sinnhaft geplanter Aktion.
Vor allem Pluto und Neptun bringen uns in Bereiche
menschlichen
Erlebens, das in fast allen Fällen mit Schattenthemen und dem
Unbewussten
zusammenhängt.
Was die kollektiven Energien angeht, sind sie bei Pluto,
Neptun und Uranus nicht mehr öffentlich gangbar, sondern kommen als
eigentlich problematische Angelegenheit zur Erscheinung, in Bezug zu
der Integrität eines Kollektivs.
Das
liegt aber auch daran, weil das Kollektiv wie auch einzelne Wesen, die
Teil des Kollektivs sind, diese Planetenkräfte ihrem Wirken und dem
Schicksal weitgehend der animalischen Grundnatur überlassen. Und man
hat sie noch nicht in geeignete Bahnen kanalisiert. Die Einzelwesen
folgen dann den Vorlagen, auch in einem Antagonismus. Das gegenwärtige
Kollektiv, das in irgendeiner Weise immer seinen eigenen Mythos
zelebriert, wird immer bestimmte Ebenen für die Energien von Neptun,
Pluto und Uranus bilden, aber es kommt auch darauf an, dass wir selbst
diese Energien für unser Leben, und nicht nur fürs Kollektiv erfahrbar
machen können.
Wenn diese Planeten mit persönlichen Planeten verbunden sind, sind wir
persönlich sogar gezwungen, uns mit diesen Energien zu arrangieren,
also Kanäle zu finden.
Mit
Neptun erscheint uns entweder ein lähmender Nebel,
oder aber die Gefangennahme durch Wünsche, die unbedingt gestillt sein
wollen, anstatt die Wirklichkeit vielmehr innerhalb der Wahrnehmung zu
transzendieren, wo man nicht mehr gefangen genommen wird von einem
auferlegten Wert, der die Marskraft idealistisch umschwärmt und dessen
Direktheit nimmt und zu Umwegen führt. Man schwankt zwischen
selbstlosen Motiven und subjektiven Vorlieben. Die selbstlosen Motive
führen über das Persönliche hinaus. Positiv vermögen sie das Handeln
weiter veredeln. Der veredelnde Einfluss von Neptun auf unsere Taten
kann auch geschehen, indem Neptun andere persönliche Planeten surch
Aspekte anstrahlt. Das Wirken des Mars im Einzelnen, auf die
Sache
bezogen, bliebe dann konkreter, dynamischer, und willensstärker.
Insgesamt kann Neptun / Mars viel damit zu tun haben, dass man
seine Ziele nicht aus den Augen verlieren soll.
Bei Pluto werden wir mit Mächten verführt, die uns antreiben einen
Willen auszubilden, der nicht immer zu unserem Besten führt
oder
dem der anderen. Aber Pluto ist 50% gut und 50 % schlecht, genau wie
jeder andere Planet. Seine Gaben bestehen darin, die Wirklichkeit mit
zusätzlichen Herausforderungen anzureichern, deren Widerstände oder
Tiefgründe uns unweigerlich mit Bedeutung erfüllen, als seien wir dem
wahren Leben näher gekommen. Dazu gehören auch Mächte und Willen,
Funktionen und (kosmische Natur-)Gesetze, die über uns Menschen walten
und denen wir zwangsläufig unser Opfer oder Tribut zollen
müssen. Mars/Pluto zeigt einen Bereich, wo wir mit unserem
Willen
gegen andere kämpfen könnten, und einen Weg suchen müssen, wie wir die
Kraft einsetzen. Folge und Gabe können sein, dass wir uns auf Kräfte
konzentrieren können, die den Wesen oder Dingen inne wohnen, um unsere
Kraft mit oder gegen sie anzuwenden. Auch das Themengebiet Untergrund
und Unbewusstes, und alles was verborgen ist, klingt mit Mars/Pluto an.
Aus Pluto hervorgehende Schatten sind mächtige Verbündete, das heisst
binden sich an uns und unser Wirken, auch wenn wir es nicht wirklich
wollen. Die Aufarbeitung des Schattens und der Betonung der Eigenmacht
(eigenmächtiger Wille), führt praktisch über die Erfahrung, das heisst,
wir dürfen bei Mars/Pluto nicht immer nur an uns denken, indem wir uns
zum Maßstab des Gangbaren und Zumutbaren erheben.
Jupiter und Saturn sind so gesehen noch Faktoren, die
die Bewusstheit bestärken, und uns auch Kräfte beisteuern, die wir im
Leben gut gebrauchen und integrieren können, weil sie unsere
Persönlichkeit
schmieden. Während Pluto, Neptun und Uranus uns mit
zusätzlichen Einflüssen konfrontieren, die wir besonders bei
Konjunktionen,
Quadraten und Oppositionen in unser Lebensgefüge oft erst noch
integrieren
müssen und die unser Grundempfinden allerdings ebenso stark
beeinflussen können, wie Saturn und Jupiter.
Je
nach Aspekten mit Mars beeinflussen diese Planeten unser Vermögen, zur
Tat zu schreiten. Der Ausdruck kann leicht gesteigert, exzentrisch,
kompensiert oder
gehemmt werden.
Und in vielen Fällen, besonders verbunden mit Pluto,
verstärkt sich jener Beweggrund des Bauches bei Mars, wenn man leicht
durch Ängste
geschürt wird.
Manchmal
können diese Regungen so selbstbezogen sein,
dass gemeinschaftliche oder soziale Werte auf der Strecke bleiben oder
uns der Blick für objektive Wirklichkeit abhanden kommt. Im
günstigen Fall versteht man mögliche Auswirkungen und versteht sich
selbst, wie man diesen Einflüssen unterliegt, und vermag in
diesen Bereich konstruktiv zu agieren.
Viele
Führungspersönlichkeiten, die sich und Ideen wissen durchzusetzen,
haben oft Aspekte im Radix zwischen Mars und Planeten jenseits der
Schwelle von Saturn.
Soziale Aspekte
Mars ist mit jedem
kreativen, zivilen, allgemeingültigen oder sozialen Ziel nicht mehr nur
wild oder
erbarmunglos. Normal gibt es in uns eine Instanz, die das "Gute" will,
also einen Sinn, ein Gewissen erfüllt. Die Feuerzeichen verkörpern
diesen Sinn der Tat. Für sie macht ihr Tun Sinn, es füllt sie mit
Begeisterung, sonst würden sie nicht tun.
Die
Natur, im Detail betrachtet, offenbart eine dem Mars ähnliche
grundlegende
Tendenz wilden Emporspriessens, das nur gestoppt wird durch
weitere Bedürfnisse oder Widerstände. Wie zB, dass eine Pflanze einfach
um eine andere
Pflanze
herumwächst, um zum Licht zu gelangen - dafür gilt ihr ganzer
Kampf, ihr Vorantreiben und manche Pflanzen brechen dabei sogar
Mauerwerk für die Wurzeln. Dass grosse Pflanzen
unweigerlich Lebensraum für kleinere Pflanzen stehlen, ist nur
natürlich. Es liegt dem Emporkommen inne.
Insgesamt erfüllt sich das Emporkommen durch einen weiteren
Faktor,
der Venus.
Es zeigen die grösseren Einheiten der Natur einen
enstprechenden Nutzen, eine Ökologie (Venus) durch ihr
grösseres
Wirkspektrum und Zusammenhang. Ein Bezug entsteht, und gegenseitiges
Nutzen. Eine Menge von
Gräsern bedeutet eine Wiese, eine Menge von Bäumen ist ein
Wald, allerdings schon mit
viel komplexeren ökologischen Zusammenhängen.
Generell erweist
sich der Mensch als eine sehr gross
wirkende Einheit, indem er grossflächig Landschaften zB zu verwüsten
vermag, oder gestalten kann.
Auf das Tun folgt normalerweise die natürliche Reaktion des Ausgleichs,
in Form venusischer Berachtung. Ästhetik, Geschmack, Sinn des Ganzen.
Die Dinge, die man will (Mars), nehmen
(ästhetische, harmonische) Form an.
Die Pflanzen die emporstrießen ,
sind verschieden, beginnen untereinander aber dennoch einen
Zusammenhang und Funktion zu erfüllen.
Zunächst gibt es beim Mars irgendwelche Erfahrungen,
und
nun hat man gelernt sich
durchzusetzen, einen Weg zu finden, seinen angestammten
Geltungsbereich in Szene zu setzen oder zu verteidigen. Dass
man diese Erfahrungen heranzieht, dazu genügen Situationen, die an
die Vergangenheit erinnern,
so dass man sich angerührt , angemutet sieht. Wenn eine
Erfahrung
uns in der Gegenwart an Widerstand ahnen lässt, ist es mit dem freien
Fluß unseres Willens geschehen und wir suchen quasi reflexhaft Wege,
den Widerstand zu überwinden.
Besonders stark ist diese Verwobenheit mit dem Bauchgefühl, wenn der
Mond im Radix mit Mars in Aspekt steht.
Der jeweils angesprochene
Lebensbereich (Haus) erfährt bei jedem Planeten besondere
Aufmerksamkeit und dort wollen
wir bei Mars nicht jede Ansicht oder Art des Tuns
Anderer gelten
lassen. Sondern vorzugsweise, wie es uns passt.
Eingriffe in diesen Lebensbereich
oder Eingriffe in beteiligte psychische Bereiche werden als
unbehaglich empfunden, wenn sie dabei bestimmte Grundsätze missachten
(die meist sich durch das Zeichen erklären und im Haus sich auswirken
oder vorfindbar sind).
Vitalkraft
Mars
ist viel umfassender auch eine Vitalkraft: Die Position
des Mars im Radix verlangt grundsätzlich nach Taten und dem
Einsatz
unseres
persönlichen Willens in dem betreffenden Lebensbereich
- hier
fühlen wir uns lebendig, wenn wir unsere Absichten und
Vorhaben manifestieren können.
Wenn wir handlungsfähig sein können,
wenn
wir etwas von uns selbst oder für uns selbst in die
Wirklichkeit
bringen können, und unseren Ideen, Zielen und Vorhaben zum Ausdruck
verhelfen können.
Widerstände
und
Konkurrenz können uns
gegenübertreten, oder wir glauben, dass diese uns gegenübertreten
werden.
Normal stellt die Konfrontation mit Widerständen eine
gesunde Stimulation des Mars dar.
Denn wir sehen uns
angespornt,
noch
besser zu sein oder trotz widriger Umstände zum Erfolg zu kommen.
In
dem Maße wie wir Widerstände vorfinden, kann unser Willen gestärkt und
unser Mut entwickelt werden und wir finden zu einer Bestätigung unseres
Selbst - sofern wir einen konstruktiven Weg
finden, mit
diesen Widerständen umzugehen oder uns angemessen über sie hinwegsetzen
können. Um das Hingwesetzen muss es gar nicht gehen, sondern um
Orientierung, die wir mit den Widerständen erfahren können.
Das Leben ist in dieser Hinsicht ein Kampf, aber unser
persönlicher Kampf muss keine Gewalt, Zank oder Zwietracht bedeuten.
Es
gibt eine
Übertreibung dieser
Bezugnahme auf äußere Widerstände. Das ist dann der Fall, wenn die
Widerstände unsere Richtung der Aktivitäten zu sehr beeinflussen, so
dass die Reaktion
wichtiger
wird, als wie ein bewusstes Handeln und
zielstrebiges Handeln.
Wir
orientieren uns dabei aufgrund der Einflüße aus unserer
Umgebung, und
nicht aufgrund unserer eigenen Entscheidungen, die auf die Entfaltung
unseres eigenen Potentials zielen.
Der Antriebsmotor Mars
und das damit verbundene Tätigsein sollte eine klare
und entschlossene Richtung
bekommen, die aus unserem Selbst und unseren Zielen, und eben nicht in
erster
Linie aus der
Begegnung mit
Widerständen gespeist ist.
Mars
in einem entsprechenden Zeichen bedeutet oft eine bestimmte
Empfindichkeit gegenüber Reizen oder Umständen (je nach Zeichen), denen
wir uns nicht
aussetzen wollen, wenn an den Umständen nicht auch etwas ist,
das unser Wohlwollen geniesst.
Wir können besonders bei einem Mars in
Verbindung mit Mond oder Merkur
anmassend werden, oder zum Streit neigen, werden leicht bewegt und
kommen leicht zur Reaktion
innerhalb eines konkreten und sozialen Umfeldes.
Worum
es in diesem Artikel geht ist der Versuch eines Brückenschlages von
dem Prinzip der Durchsetzung zu dem ebenfalls in Mars
angelegten Bereich des Unbehagens.
Ein Unbehagen, das
ebenfalls mit Mars zusammenhängen kann. Es ist ein Unbehagen, das sich
wohl am besten beschreiben lässt als ein Gespür um Widerstände, die
nicht immer real sein müssen, sondern bedrohlich wirken.
Es ist
dabei viel Bauch im Spiel. Deshalb herrscht Mars bei den Klassikern
der Antike auch in der unteren Horoskophälfte. Mars ist ein
Nachtplanet (ebenso wie Venus und Mond).
Wir sehen uns involviert
in einem Geschehen (Lebensbereich Haus) und spüren darin unsere
Vitalität und sind deswegen auf Störeinflüsse in diesem Bereich
gewöhnlich anfällig.
Wie
wir mit Widerständen
umgehen
Wenn wir auf
Widerstände reagieren, rührt das aus einer Resonanz her, die von Mars,
genauer: aufgrund seines Zeichens
beigesteuert wird.
Mit dem Marszeichen wird sich ergeben,
wie
diese
Widerstände erlebt werden
und worin zum Beispiel die Ursachen bestehen, aufgrund der wir
hauptsächlich Widerstände erleben.
Die
Sonne wird
entscheiden, in
welche Richtung
die Erfahrung
von Widerständen weiter
geführt werden soll. Und natürlich wie
wir überhaupt
handeln wollen. Wir können spontan handeln (Feuerzeichen) oder
über eine
längere
Zeit hinweg einen Plan fassen (Erdzeichen). Das hängt vom Zeichen der
Sonne, aber
auch vom Zeichen des Mars ab - letztlich bilden beide Zeichen
einen Zusammenhang der Willensbildung.
Die
Erfahrung von Widerständen kann konstruktiv genutzt werden, indem wir
uns darüber bewusst werden, was für mögliche Reibungen unser Handeln
mit sich bringen kann, woraus einfache Lebensweisheit entsteht und ein
wichtiges Wissen, wie man
zur Tat schreitet.
Die
hab
Acht-Haltung
Mit
dem Einsetzen für irgendein persönliches Ziel
setzen wir uns Umständen aus. Inneren oder äußeren.
Die
hab-Acht Haltung
Wo Mars im Radix steht, gibt es
tendenziell ein unreflektiertes
Bewusstsein über unser mögliches
Scheitern, oder dass wir nicht bekommen, was wir wollen: eine
"hab Acht-Haltung".
Es
ist der
Eindruck, nicht erfolgreich sein zu können und nicht das tun
zu
können, was wir wirklich wollen.
Wo wir
um unsere hauptächlichen Einsatzgebiete für unsere Marskraft wissen, da
spüren wir auch die Gefahr, dass uns der Raum für unsere Aktivitäten
genommen sein könnte!
Der
Widerstand
Wenn wir
tatsächlich einem Widerstand begegnen, regt sich die Marskraft in der
Regel umso mehr.
Die Folgen können gravierend sein für unsere
Initiative und Ausrichtung unserer Tatkraft - aber es hängt von unserer
Haltung ab, in welche Richtung des Verhaltens wir dann tatsächlich
kommen.
Wir können mit den Widerständen einerseits wachsen oder aber
Orientierung finden. Die Gefahr besteht in den "Untergang
des Geistes" geführt zu werden, was sich einfach in einem destruktiven
, also
geistlosen
Verhalten ausdrückt.
Mit
der Zeit haben wir erfahren, dass wir uns nicht immer
erfolgreich
durchsetzen konnten.
Und es wäre nicht im Sinne aller
Planeten und
auch
nicht im Sinne der Sonne, wenn wir uns immer um jeden Preis mit Gewalt
durchsetzen wollten, und Wildheit Bahn brechen lassen,
oder aber im Gegensatz dazu zu einer absolut
passiven
Rolle kommen, und das Leben uns bewegt, ohne dass wir
irgendetwas
bewegen könnten. Im Extrem liegt der Teufel begraben.
Der
Freiraum für die Tatkraft
Je
nach Zeichen des Mars haben wir eine gewisse Zone,
die von
anderen überschritten werden und eine gewisse Anspannung oder
Aufreizung für uns bedeuten
kann.
Wir sollten mögliche Begrenzungen
unseres imaginären
Freiraumes als Anforderung an uns verstehen, die Marskraft nicht in die
falsche Richtung zu führen, sondern danach trachten den Kurs
der
Authentizität beizubehalten.
Durch diese
Belastungsproben
können wir immer mehr Kontrolle und Gelassenheit entwickeln. Wir können
nie wirklich verlieren, was wir wollen,
sofern wir tun können, was wir wollen.
Und bei Mars geht es ums Wollen und dem eigenständigen Handeln, und
eben nicht um den Widerstand und was sich aus dieser Erfahrung ergibt.
Das
wäre nur der Schatten.
Wenn wir Widerstände und
Begrenzungen
stets als
Bedrohung erfahren, und bevorzugt nur noch auf diese reagieren,
verhalten wir uns
tatsächlich wie die Tiere, denen
man nicht zu nahe kommen darf.
Der innerste Beweggrund
einer
Agression ist irgendeine (meist verschleierte)
Angst, unseren Ausdruck oder unsere Initiative zu verlieren, sonst
wäre der Widerstand als solcher unbedenklich für den Akteur.
Kompensation
und
Hemmung bei Mars
Man
kann die
Angst ganz besonders als solche
entlarven,
wenn es um Hemmung, also um den Verzicht einer Handlung, oder um
Vorsicht
geht. Die Lust
steht der Angst entgegen.
Mars steht für die Lust
am
Einsatz der
Tatkraft.
Mars ist der Planet, mit dem wir die Dinge oder
Situationen beeinflussen können, und das Beeinflussen
stellt
keine
Manipulation
dar, sondern
eine Strategie des Selbst (Sonne).
Mars steht nicht für
Strategie an
sich, aber für die
endgültige
Initiative und Handlungsbereitschaft. Eine Strategie, ein Plan
oder eine Taktik
wird ausgeführt,
realisiert.
Die
Aggressionen, die
mit
Mars einhergehen, sind ausschließlich
Resultat von Ängsten und empfundenen
Bedrohungen! Oder weil wir Widerspruch und Gegensatz nicht
dulden.
Die
Lust an der Tat
Mars
auszudrücken,
geschieht am reinsten
durch
die Lust an der Initiative und der Lust am
Tätigsein, woraus die Freude resultiert, etwas geschafft zu haben oder
schaffend tätig zu sein.
Darüberhinaus ist die
Angst und die darauf begründete Aggression in Bezug zu Mars
stets als überflüssiges Beiwerk zu beurteilen.
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie
der Mars von seiner reinen Natur abgelenkt ist.
1. Kompensation:
typischerweise durch
Mars ausgelebte Aggression, zB weil man seine empfundene
Verletzlichkeit prinzipiell vorweg nimmt, bevor man selbst verletzt
wird: Man will dem empfundenen Widerstand überwinden.
Aus
erlittener Schwäche (oft in der Vergangenheit) wird das Bemühen,
stärker als mögliche Bedingungen zu sein und zwar oft in einer wenig
abgeklärten, rigiden oder unreflektierten Art und Weise, rücksichtlos
gegenüber anderen Facetten einer Angelegenheit.
In
Bezug
zu einem anderen Menschen oder bestimmten Umständen hat man die
Widerstände vor Augen und richtet seine Taten vorwiegend an diesen
erkannten oder vermuteten Widerständen aus.
Man setzt
empfundenen
oder
eingebildeten (!) Widerständen im Vorhinein etwas entgegen, was
eben nicht aus den eigenen Zielen des Selbst hervorgeht und vor allem
und eigentlich eine Re-Aktion
bedeutet. Der wahre Grund für eine Kompensation liegt immer in der
empfundenen Schwäche bzw. es bilden sich Muster, deren
Ursprung in
der Vergangenheit liegt.
Der
Motivationsgrund ist oft,
sich
zu wehren gegenüber lange zurück liegender Erfahrung von
Gegensätzlichkeit, die
man nun (projekiv) überträgt auf die jetzigen Situationen, was auch in
einem
Zusammenhang mit Projektionen steht. Das geschieht unbewusst
und
stellt die Weiterführung unserer Kämpfe in Kindheit und Jugend
dar, aber auf anderer Ebene - so merken wir nicht, wie sehr wir mit
unserer Vergangenheit noch zu tun haben, auch wenn wir scheinbar alles
tun können. Nur wir tun es in einer bestimmten Weise, die zu überprüfen
ist, um festzustellen, ob wir kompensativ handeln.
Man setzt bei der Kompensation
den
Mars auf den Umwegen der Kompensation immer noch ein,
statt sich schuldig zu fühlen und nicht zu handeln (siehe unten die
Hemmung).
Oft
kann man beobachten, dass sich ein kompensierter Ausdruck des Mars
allein an den zu erwartenden Widerständen orientiert, und gerade
deshalb Situationen schafft, in dem der Geborene auf solche Widerstände
auch stoßen wird. Oft sind Projektionen anzutreffen, was auch erklärbar
wird mit dem Bezug auf das Bauchgefühl (bei Mars).
2. Hemmung:
typischerweise handelt es sich um eingeübte Strategien der
Zurückhaltung des Ausdrucks und der Bereitschaft des Tätigseins.
Die
Zurückhaltung resultiert aus einer Anpassung an als zwingend
erfahrene Maßstäbe. Hier wurde in der Vergangenheit eine
Gegensätzlichkeit
zum eigenen
Willen erfahren und so der für Mars wichtige Freiraum in Frage
gestellt.
So hat
man
sich von innen her angepasst und will keine Widerstände
provozieren.
Und anstatt die aktuell
empfundenen
Gegensätzlichkeiten oder Schwierigkeiten mit einer Gegenreaktion nach
aussen
(Aggression, Kompensation)
zu
verbinden, will man der Konfrontation mit einem Außen oft ganz
aus
dem
Wege
gehen und kommt zu keiner oder nur einer halbherzigen Aktion.
Der
konstruktive
Ausdruck des Mars führt zwar vermutlich oft über
die Reibung, um dann zu einem angemessenen Ausdruck der Marskraft zu
kommen, doch der Gehemmte zeigt nur sehr wenig Bereitschaft, sich
dieser Reibung mit den Umständen überhaupt auszusetzen und wird
folglich auch nur
sehr wenig lernen, mit der Marskraft einen
persönlichen Ausdruck zu
finden und im richtigen Moment etwas für sich tun zu können. Man kann
mit Mars überhaupt nur etwas richtig tun, wenn man es selbst tut.
Ein weiteres
und sehr übliches Verhalten
für
den Gehemmten ist es, die
Anderen einzubeziehen: man entschuldigt sich, oder sichert sich ab,
windet sich heraus, fleht oder bittet um Mitleid, oder rechtfertigt
seine eigene Zurückhaltung mit irgendwelchen Gründen oder eigenen
halbseidenen Wertvorstellungen.
Mars
aber
ist reine Tatkraft -
man ist ein Gehemmter, wenn man nicht tätig sein kann, zB weil man
Ängste
empfindet bei der Vorstellung, im Handeln nicht erfolgreich sein zu
können, oder von anderen Reaktionen erwarten zu müssen - und wenn es
sich nur um Unsicherheit oder Beklemmung
handelt, dann ist es nur Makulatur, dabei nicht von Ängsten zu reden,
es sind nämlich auch dann geringe Ängste.
Es
ist eine beliebte Täuschung, sich Wege aufgrund der Angst zu suchen, um
sich
dann zu sagen, so halte ich es nun einmal für richtig. Man kann diesen
Weg einer Vermeidung ab und zu gehen, aber man sollte es natürlich
nicht
massgeblich zu seiner Grundhaltung ausbauen, denn dann wird man nie das
Beste aus den Möglichkeiten seines Lebens herausholen können.
Es
geht
auch um die Ausstrahlung und um die Anziehung des Gleichen (auch
Synchronitität); - wenn andere
Leute erkennen, dass man seine aktivste Kraft im Horoskop zum
Ausdruck bringen kann, werden diese auch unbewusst anders auf einen
reagieren und es kann sein, dass in dieser Weise weitere Gelegenheiten
und Chancen für einen entstehen - oder man wird gelinde gesagt
(unbewusst) von anderen
geachtet.
Verdrängung,
Rechtfertigungen oder
Schuldgefühle
begleiten
die
passive
Rolle, in die der Geborene schlüpft, und die dafür sorgen, dass man
nicht
tätig wird, wie es eigentlich das eigene Blut im gegebenen Augenblick
verlangt. Es muss gar nicht darum gehen, sich durchzusetzen, aber es
ist wichtig, seinem Willen zur Erfahrung eines Ausdrucks zu verhelfen,
so dass man sich authentisch erleben kann. Hält man aber jeglichen
Ausdruck zurück, wird eine innere Blockade
geschaffen und man kann kaum entscheiden, was man überhaupt tun kann,
wie man sich Ausdruck verschaffen kann,
und wo die eigenen Grenzen wirklich liegen.
Wenn man
schliesslich
darüber nachdenkt,
warum man
sich in
irgendeinerweise gehemmt
verhalten
hat, kommt man oft
zu
Rechtfertigungen oder Rationalisierungen - besonders, wenn
man von anderen kritisiert wird. Diese Kritik ist gleichzusetzen
mit einem empfundenen Widerstand und bewegt in uns nur noch
weiter jene Ängste, die wir hatten und was damit verbunden sein kann.
So
können wir uns regelrecht in diese Ängste und Hemmungen verstricken,
wenn wir nicht einfach das tun können, was wir für richtig halten, weil
es dann immer wieder Gründe gibt, uns mit unserer Hemmung zu begnügen.
Wenn
es
für uns
einen Widerstand gibt, lehnt sich unser Wille bei
kompensierter
Marskraft
nach aussen hin auf. Sucht sich Überwindung, bricht einen imaginären
oder realen Widerstand, was auch nur etwas Gedachtes betreffen kann.
Der gehemmte
Ausdruck der
Marskraft
staut aber eher den inneren Ärger und bringt sich nicht über
Widerstände, auch moralischer Art.
Manchmal verzweigen sich
Hemmung und
Kompensation, dann wird man zum Beispiel launisch oder frustriert und
drückt seine innere Qual indirekt aus, ohne aber direkt gegen ein Außen
aggressiv vorzugehen. Von Zeit zu Zeit mag das dennoch zu Explosionen
führen, wenn die Hemmschwelle zB durch Alkohol sinkt und der
auftretende Reiz der Widerstände als unzumutbar empfunden
wird, obwohl auch dann oft festzustellen ist, dass die
Widerstände
nur angehäuft und wiederholt erfahren wurden, aber diese Widerstände
oder gegensätzlichen Reizgebungen im Augenblick nicht besonders
drastisch gewesen
waren. Ein kleiner Anlaß kann dann genügen.
Angst oder
Unsicherheit, gekränkter Stolz oder der Eindruck,
sich nicht genügend geachtet vorzukommen, das alles sind Dinge, die auf
derselben Ebene geschehen und man kann sie alle in dem Begriff der
Angst bündeln. Aus diesen Empfindungen heraus, wird dann ein Grossteil
der Energien auf die vermeintlichen Widerstände gerichtet.
Herman
Meyer vermutet beim Gehemmten auch
einen
Zusammenhang mit der Kindrolle. In dieser Weise
einer
Zurückhaltung der eigenen Auflehnung gegen Widerstände, erhofft man
sich
von
anderen Anerkennung.
Es ist gewissermaßen eine "kindliche
Instinkthandlung", die
als eine Ableitung des Überlebenstriebes bezeichnet werden
könnte. Der Mond repräsentiert diese Rolle des Kind-Ichs.
Beim
kompensierten Einsatz der Marskraft ist es das
Erwachsenenen-Ich (repräsentiert durch die Sonne), welches
selbst dafür eintritt, die Umgebung zu beeinflussen - doch dabei ist es
in der kompensierten Ausdrucksweise bedeutsamer Weise so beschaffen,
dass der vermeintliche Widerstand vorweg genommen wird: die
Erwartungshaltung, dass man nicht bekäme, was man will, prägt
schliesslich die Form des Ausdruck und man tut
so, als ob
"es ja immer schon so wäre, dass einem Widerstände entgegen
treten, also muss ich mich gleich so verhalten, dass ich die
erwarteten Widerstände ins Auge fasse, und mein Verhalten darauf
ausrichte, sonst bekomme ich nicht, was ich will".
Die
Aggression muss kein
Extrem darstellen, sie ist in anderen Worten die Auflehnung oder
direkte Bezugnahme gegen Widerstände. Und das Handeln sollte sich nicht
auf Widerstände fokussieren. Das Handeln sollte ein massgebliches Ziel
haben und von einer Absicht getragen sein, und Widerstände als
willkommene Möglichkeiten der Entwicklung von Ausdauer, Geschick,
Gelassenheit oder Durchhaltevermögen aufgefasst werden.
Man
ist sowohl bei der Kompensation, als auch bei der Hemmung der
Vergangenheit
ausgeliefert. Der Mensch mit einem kompensierten Verhalten, trägt die
Hemmung noch in sich, will aber die Demut und das Schuldgefühl in sich
nicht aufbringen, die der Gehemmte zeigt. In beiden Fällen handelt es
sich nicht um ein authentischen Ausdruck des Mars.
Die
Tatkraft und sein Schatten
Mars
ist eine
"zielgerichtete Kraft im Totalen".
Eigentlich
unterteilt sich der
Mars in zwei
voneinander
losgelöste Bedeutungsebenen: Die Tatkraft an sich.
Und
schliesslich ein möglicher Widerstand, und damit
das
Bewusstsein
über ein mögliches Scheitern. Positiv erhalten wir aber durch dieses
Bewusstsein eine Orientierung, wie wir mit unserer Initiative und
Entschlossenheit und welchen Zielen vor gehen können.
Beide Bedeutungsebenen - der Wille zur Tat
einerseits und Angst
vor dem Widerstand oder Angst vor dem Scheitern
andererseits - sind in der Auswirkung unabhängig
voneinander,
und
einzig die Hausposition des Mars verbindet beides.
Mars in einem Aspekt
mit einem anderen Planeten bringt meist nicht die Angst vor dem
Scheitern sondern trägt nahezu
ausschliesslich die Bedeutungsebene der Tatkraft. Dieser Planet wird
von Mars animiert und stimuliert, zu einem Einsatz gemäß des jeweiligen
Planeten zu kommen.
Im Haus des Mars
dagegen findet sich oft eine gewisse Resonanz gegenüber Widerständen.
Wenn in diesem Haus etwas geschieht, und es entspricht nicht unseren
Willenabsichten oder Selbstverständnis, können wir den Eindruck haben,
an eine Situation
ausgeliefert zu sein und damit weiteren Widerständen zu begegnen.
Anpassung ist das, was der Mars nicht will und so kommt leicht ein
unzufriedener Zustand hervor.
Mars erzeugt
die Erwartungshaltung eines freien Durchsetzungsweges oder
Getungsbereiches, und mögliche
Widerstände erzeugen einen Bruch dieser mehr oder weniger unbewussten
Erwartung eines freien Flußes der Energien.
Ein drohender
Kontrollverlust, und sich
keine Blöße geben wollen
oder
auch nur der Eindruck eine eigene Meinung, die man
äusserte, öffentlich oder unter Freunden revidieren
zu müssen, auch wenn man in Wahrheit tatsächlich
mittlerweile
eine andere
Überzeugung gewonnen hat - all das
basiert
auf Ängsten. Unbehagen.
Es müssen also noch nicht mal Todesängste auszustehen sein,
sondern
meist handelt es sich einfach um eine Unsicherheit, sich der
Bedingungen äußerer Umstände auszusetzen. In diesem Bereich spürt man
(bedingt durch den Bezug des Mars auf das Bauchgefühl ) was geschieht,
man sieht sich involviert und wird dementsprechend in diesem Bereich
aufmerksam sein, und unter Umständen auch seinen Geltungsbereich
abstecken, vereinahmen oder verteidigen, was den Protagonisten
natürlich auch mit den Vorgängen dieses Lebensbereiches weiter
verknüpft, so dass seine Aktivitäten auch für andere leichter einsehbar
werden, weil sich seine Motivation oft mit ausdrückt und durch Mars
erkennbar wird, besonders wenn Mars in einem Haus in der Taghälfte des
Horoskops steht.
Die
wirklich
Erfolgreichen
(nicht nur vom Bauchgefühl her) haben sich ihrer Angst gestellt, sie
sind über sich hinaus
gewachsen. Ohne die Umwege der Kompensation oder Hemmung zu gehen.
Sie benötigen keine wuchtigen Impulse mehr, und sehen in
anderen Menschen keinen Widerstand mehr oder Konkurrenz. Sie tun, was
sie tun, in erster Linie für
ihre eigenen Augen.
Ängste
im Horoskop
Im
Radix sind Ängste anhand der vier Planeten
Saturn, Pluto, Mars und Uranus leicht zu
entdecken - und der Zusammenhang ist fast immer gegeben zwischen
Ängsten im
Leben und diesen vier Planeten. Eine Astrologin nannte diese vier
Planeten einerseits Angstplaneten und andererseits "die vier Freunde",
um zum Ausdruck zu bringen, dass diese vier Planeten auch als
Entwicklungsmotoren betrachtet werden können - in dieser Hinsicht gehen
diese vier Planeten einem "freundlich zur Hand", weil sie uns Lektionen
stellen, mit denen wir uns selbst beständig weiterentwickeln
können.
Üblicherweise
halten uns Ängste jedoch vor
der Entwicklung ab, weil wir noch nicht über diesen Ängsten stehen
können. Wir kommen zum Wachstum, wenn wir
uns den Ängsten in uns stellen.
Zunächst
müssen wir wohl fähig
sein, uns der Verletzlichkeit aussetzen zu können - dann
werden
wir merken, dass wir als Erwachsene überhaupt nur noch selten
wirklich verletzt werden können. Doch wenn wir merken, dass
wir immer noch eine zum Teil sehr infantile Grundhaltung
haben,
weil der geringste Anlaß uns glauben macht, einen Widerstand zu unserer
Handlungsabsicht zu erfahren, müssen wir auch diese beschämende
Einsicht ertragen können, dass wir unbewusst immer noch vorgeben bedürftig wie Kinder
zu sein.
Was würde es nützen, wenn wir uns vor dieser Einsicht verschließen,
weil wir uns
für bessere Erwachsene halten, die wir doch vermutlich so lange nicht
sind,
wie wir uns innerlich benehmen wie die Tiere oder kleine Kinder, denen
man den Schnuller weg nimmt?
Wir können viel gewinnen, wenn
wir entdecken, was für Ursachen manche unserer Ängste haben können.
Grundlegend
ist die Erfahrung
Es gibt gewichtige
Erfahrungen, die
wir als Angst auslösend bezeichnen können. Je nach Planet ergeben sich
dabei verschiedene Erfahrungsdimensionen.
Saturn:
Beschränkung, Zwang zur konzentrierten Erfahrung. Eine Prüfung
erleiden, um das Vermögen zur Belastbarkeit oder dauerhaften
Veränderung zu entwickeln.
Saturn
legt einen Nachdruck auf den Aufbau
von Formen und steht damit durchaus in Bezug zur Veränderung;
Stabilität oder Beharrlichkeit ist ein Resultat der Veränderung.
Anhaltender Druck
veranläßt uns zu Veränderungen und wenn wir Belastbarkeit in
Bezug zu irgendeinem Einfluß aufgebaut haben, dann ist das ein Resultat
unserer Veränderung!
Pluto:
Verluste und Ohnmacht, um sich durch Wandlung in neue und höhere Stufen
des Seins zu entwickeln. Angst vor den dunklen, aber letztlich vitalen
Kräften in uns oder die von anderen Menschen, und deren
Einflüsse.
Uranus: Von
aussen
kommende Erfahrungen
bringen Situationen
des Neuen und Anderen, woraufhin eine Angst entsteht, unseren Freiraum
verlieren zu können. Es gilt Integrität zu entwickeln, die den
Extremen von äußeren Einflüßen gewachsen ist. Ist
die Integrität nicht gegeben, verlieren wir uns zB in der Zerstreuung
oder Haltlosigkeit, werden beunruhigt, wir verlieren unsere Mitte.
Mars: Es
geht darum, dann das Richtige zu tun, wenn die Situation es in unseren
Augen erfordert oder sich eine gute Chance bietet, unsere Lebendigkeit
zu entfalten. Alle potentiellen Widerstände können konstruktiv genutzt
werden. Destruktiv wird es, wenn wir unsere Handlungsrichtung
aufgrund äußerer Umstände aus den Augen verlieren und das Reagieren vor
der Aktion stellen.
Authentischer
Ausdruck
Was der authentische Ausdruck des Mars bedeuten kann, wird
ersichtlich durch die symbolische Nähe von Sonne und Mars zueinander.
Es geht dabei um die Vitalität, die unter einer angemessen Mentalität
umgesetzt wird. Der Mars dient symbolisch gesehen der Sonne
sehr.
Ein authentischer
Ausdruck der
Marskraft kennt keine Widerstände mehr, weil diese Tatkraft nur noch
für das eingesetzt wird, was man selbst für richtig hält. Mars
ist eine Tatkraft
an sich, da ist kein anderes Bedürfnis als wie die Tat selbst, es
ist fast ein Zwang, eine Notwendigkeit: Energie
soll eingesetzt, einem Impuls gefolgt werden. Mit einem
lohnenswerten Ziel ist es kein zwanghaftes Agieren mehr.
Es
liegt einzig und
allein am weisen Einsatz der Marskraft, mit der wir
eine Situation entscheidend beeinflussen, und zwar so wie wir es für
richtig halten oder unser Gewissen aber auch unser Blut es uns
vorgibt. Das soll kein aufwallendes Blut sein, sondern das Blut ist
Träger unserer Herzensabsichten der Belebung und Vitalisierung.
Das
reine
Marsprinzip ist es nach vorne zu drängen auf ein Ziel hin. Der Schatten
des Marsprinzips ist immer ein möglicher Widerstand - es ist und
bleibt ein erkannter
Freiraum,
den unsere Wahrnehmung
bezüglich
dem Ausdruck des
Marsprinzips benötigt.
Frei zu handeln, ohne
Vorbehalte, das setzt uns
jedoch auch der
Verletzlichkeit aus, da wir unsere Schutzschilde verlieren.
Diese
Schutzvorrichtungen und Abwehrstrategien (das Bauchgefühl ist
hier wieder wichtig) brauchen durch unsere neue
Haltung nicht mehr, brauchen nicht mehr durch Mars verteidigt und
aufrecht erhalten zu werden.
Wenn wir davon überzeugt sind, dass wir frei sind, sind wir es auch.
Dass diese Haltung so wichtig ist, gilt gerade in Bezug zu Mars,
scheint mir. Denn wenn wir uns nicht frei fühlen, regt sich auch leicht
unser Mars, als ginge es darum, Frust abzubauen oder Vitalität zum
Ausdruck zu verhelfen, sich freie Bahn zu machen. Denn wenn man etwas
tut, dann bewegt das einen auch selbst.
Also
kommt es auch darauf an, genügend seelisches oder psychisches
Rückgrat zu haben, welches die künstlichen Schutzschilde vollständig
ersetzen kann. Wagemut und Entschlossenheit für die richtigen Taten,
die wir für uns tun, das ist ein Schlüßel um
diese Leistung zu
vollbringen. Wenn wir uns dann der Erfahrung
aussetzen, empfinden wir die früheren Widerstände nicht mehr
als
solche, und sehen sie nun mindestens als neutral gegenüber uns Selbst
an.
Symbolik
des
Mars
Mars
in Bezug zu den Ängsten
wird bestätigt, indem man einige Symbole und
analogische
Entsprechungen zu Mars in
Betracht
zieht.
Mars
als Symbol besteht in einem Kreis, aus dem ein Pfeil nach
aussen
tritt.
Das entspricht der Symbolik von
Aktivität, der (totalitären) Tatkraft und das aktive und
zielgerichtete Prinzip, das von innen nach
aussen gerichtet ist.
Das "Innen" verweist auf einen
Handlungsimpuls,
der sich im "Aussen" Geltung verschaffen will.
Die Richtung nach
"Aussen" verweist weiterhin auf die Zielrichtung einer
Konkretheit, und andererseits auf die Begegnung mit der Welt.
Mit
dem
symbolischen "Oben" identifizieren wir den Himmel und mit dem "Unten"
die Unterwelt, also des Bereiches der Triebe.
Beim Symbol
des Mars ist
der Pfeil schräg gestellt, was
vielleicht andeutet, dass sowohl Instinkt (Unten) als auch
mental-geistige Verwirklichung der Sonnenabsicht (Himmel, Oben)
angesprochen sind.
Jedes Prinzip, welches
in seinem Symbol
einen Pfeil aufweist, der nach aussen tritt, bedarf eines
gewissen
Freiraumes. Bei Mars wird dieser Freiraum erwartet,
um
handeln zu können. Auch bei Uranus ist der Freiraum erwartet, nur ist
der Grund ein anderer. Bei Uranus geht es um den Raum der
Selbstentfaltung.
Konventionen, Abhängigkeiten,
Einflussnahmen von
Aussen
oder Normen können den Freiraum für die
individuelle Selbstentfaltung
zu
sehr beengen. Uranus bringt dafür ein Gespür, wie Mars ein Gespür für
den
Widerstand mit sich bringt, der unserer Tatkraft entgegen treten kann.
Beides liegt nicht in der Natur der Prinzipien, sondern wird in unserer
Psychologie bewirkt, ist also das Resultat der wirksamen Prinzipien!
Es
geht bei Mars nicht
um den Trieb und seinen Zweck
oder Sinn, sondern um die
Tatkraft, die den Trieb
befördert.
Die Richtung oder das Ziel der
Handlung wird durch unsere Entscheidung bestimmt, aber Mars kennt
dieses Ziel im Grunde nicht, sondern will nur tätig sein um dieses Ziel
umzusetzen, nämlich einem Impuls zur Wirklichkeit zu verhelfen.
Ein
Widerstand ist sein Feind. So wie das Herz
pumpt und das Blut durch die Adern
fliesst,
steht
bei Mars die triebhafte Aktion, die immer möglich sein soll.
Deshalb
ist ein gespürterFreiraum notwendig für den Eindruck, dass
Mars prinzipiell
jederzeit in der Lage
ist, tätig zu sein. Dieser Freiraum kann im Grunde nicht gegeben
sein, sondern nur verhindert sein, indem wir einen entsprechenden
Eindruck
in uns erwecken, dass es Widerstände gibt.
Mars wird
symbolisch
auch durch
das Blut verkörpert, das andauernd im Fluß ist. Bei einer
Verstopfung der Adern kommt es zur Embolie und Gewebe
sterben
ab, weil sie nicht mehr durch Sauerstoff versorgt werden.
Man
denke konkret an den Blutfluß;
dieser ist immer aktiv im
Fluß, und
die Instinkte, die mit Mars zusammenhängen, brauchen den "erahnbaren
Freiraum", damit der (instinktive) Eindruck
entsteht, dass auch wirklich alles im Fluß ist. Eine Blockade der Ader
erzeugt sozusagen einen Widerstand für den Blutfluß und Embolie oder
einen Schlaganfall.
Auch
das Immunsystem
zeigt uns einen symbolischen Zusammenhang mit Mars (das Immunsystem
entspricht
dem Marsprinzip). Das Immunsystem beginnt erst tätig zu werden, wenn es
eine erkannte Gefahr gibt. Weiter gedacht (auf psychologischer Ebene):
Wo Gefahr ist, ist die Angst
nicht weit.
Ein
zu erwartender Schmerz wird durch
eine Handlung abgewehrt, dessen Motivation die Angst
darstellt. Dabei erkennen wir
durch die Angst, das uns etwas schmerzen könnte, und handeln,
bevor der
Schmerz eintritt. Angst vor einem zu erwartenden Schmerz führt zur
Abwehr. Auf physischer Ebene ist das ein Automatismus, und wir
sollten nicht glauben, dass wir diese mechanische Arbeit auf die Ebene
des Geistes übertragen sollten, denn das Instinktive gehört nicht in
die Ränge des Geistes, der unsere Befindlichkeit schalten und lenken
kann.
So
steht
die Angst entfernt mit dem Überlebensdrang in Verbindung, und es ist
von
hier nicht mehr weit bis zum Prinzip des Mars, der mit seinem
Willen
zur Durchsetzung wie kein anderer Planet das Überleben sichern
kann.
Dass
es auch um Reflexe geht, zeigt uns auch der Aszendent, an dem wir
erkennen, dass wir in "Momenten des Überraschtwerdens" prompt Muster
des
Verhaltens wach rufen können, und uns in dieser Weise eine Maske
aufsetzen. Hier ist es eine Art Mimikry, ein Verbergen unseres wahren
Selbst - also auch eine Art Abwehr. Aber es handelt sich auch um ein
Reaktionsmuster des spontanen
Ausdrucks (AC), um ein Verhalten zeigen zu
können, ohne darüber reflektiert haben zu müssen (Sonne).
Der
Aszendent selbst entspricht symbolisch dem Marsprinzip (am Aszendenten
treten wir in die Welt hinaus, und das erste Haus ist von der Symbolik
des Zodiakhäuserkreises ein Widderhaus). Man spricht vom
natürlichen Herrscher des 1. Haus, welcher im jedem Horoskop
von
Mars entsprochen wird.
Ein Mond des
Mars trägt
den Namen "Phobos", ein anderer "Deimos". Darin drücken sich deutlich
zwei wichtige Attribute des Mars aus. Attribute sind begleitende
Eigenschaften, nicht essentielle Bedeutungen des Prinzips. Phobos
bedeutet "Furcht" (davon abgeleitet: Phobie).
In der Mythologie ist Phobos mit seinem Bruder Deimos
("Schrecken")
ein Begleiter des Ares. Es ist schon kein wunderliches Zufall mehr,
dass viele Himmelskörper Namen tragen, die mit der astrologischen
Bedeutung sehr eng korrespondieren. Bei jedem Asteroiden, der
mittlerweile bekannt ist, und es sind über 300.000 an der Zahl, klingt
in seinem Namen eine Facette der Bedeutung an. Eine mögliche Erklärung:
Gleiches zieht Gleiches an, die Dinge fügen sich durch Synchronizität.
Manchmal stellt sich noch die Frage, ob jeder gefundene Name wirklich
der beste Name ist; Tatsache ist aber, dass es eine Beziehung zwischen
astrologischer Bedeutung und Namen gibt. Bei den Monden des Mars ist
die Namensgebung aber schon sehr eindeutig. Sowohl Angst (Furcht) als
auch Gewalt (Schrecken) sind nicht die wahre Natur des Mars, sondern
haften ihm gewöhnlich nur an (wie Monde, umkreisen
diese
beiden Eigenschaften oft menschliches Verhalten und menschliche
Wahrnehmung, wann immer es um Taten geht).
Daher
lassen sich in diesem
Prinzip des Mars, wie er sich auf unterschiedlichen Ebenen darstellt,
einige deutliche Zusammenhänge
mit der Angst und Abwehr bestätigen. Es ist daher keinesfalls
abwegig, von Angst in Bezug zu Mars zu sprechen. Jede
Radixdeutung hat mir selbst zudem bestätigt, dass dieser Zusammenhang
stets existiert, wenn auch nicht immer in derselben Tragweite.
Folgende
Begriffe stehen im Mittelpunkt:
Instinkt, Reflex, Abwehr, Aggression, Hemmung, Angst,
Schutz(-bedürfnis), Widerstand. Diese Sachverhalte haben
alle eine gemeinsame Wurzel, die sich mit dem Marsprinzip in einen
Zusammenhang bringen lassen.
Die Tatkraft an sich, ist an
einige
dieser Sachverhalte gebunden
und wird
durch deren Eigenschaften zu dem, was sie im Radix und Leben für uns
ist. Die
Abwehr zum Beispiel setzt die Tatkraft als eine "totale Waffe" ein. Der
Instinkt warnt uns vor Gefahren. Die Aggression setzt ein, wenn es
einen Widerstand zu brechen gilt, und dieser empfundene
Widerstand befindet sich meist nur in uns (als Wahr-nehmung, als
Interpretation, als Resonanz) und nicht in der Welt.
Selbst
wenn
dieser
Widerstand in der Welt real wäre - das ist ganz wichtig zu verstehen -
wird der Widerstand erst in uns wachgerufen als Wahrnehmung. Denn es
geht darum, dass Mars nur Einsatz will, ihm ist der Widerstand ein
Feind und der Mars soll durch unsere Entscheidung für die Ziele
eingesetzt
werden, die wir für richtig halten, und wo es die Situationen möglich
machen, aber auch im Sinne von moralischen und ethischen Überlegungen,
die jedoch andererseits oft wiederum Ängste oder Hemmungen erzeugen.
Mars
steht auch für alles, was aus reinem Antrieb aus dem Körper heraus
wächst wie Haare, Zehennägel, auch evtl. Zähne, wobei auch Stier als
Entspechung für die Zähne in Frage kommen, ebenfalls
Steinbock.
Wenn man sich einen Zehennagel ziehen lässt, sollte man allerdings auf
die übergeordnete Körperzone, hier Fische=Füße achten (sprich beim
Eingriff Fische meiden) , und bei einen Fingernagel auf die körperliche
Entsprechung Zwillinge.
Widder/Mars entspricht allgemein dem Kopf und Gehirn.
Instinkte
und die Einheit
des Selbst
Die
Instinkte kann
man auf das Selbst beziehen, welches als ein einziges in sich
geschlossenenes Etwas existiert. Die Instinkte beginnen aus diesem
Etwas (Selbst) herauszudrängen, und daraus entstanden die Sinnesorgane
als Tastfühler, um zu entdecken, was drumherum eigentlich
existiert.
Durch
diese rückwirkende Erfahrung wird man sich selbst
erkennen
können - worin
wahrscheinlich auch der ganze kosmische Sinn liegt, dass es eine
Einheit gibt, die aus sich selbst heraus tritt, und in Vermittlung zu
einer Andersartigkeit tritt, die dadurch als prinzipieller Gegensatz
zur
Einheit im Außen besteht - durch diese Erfahrung einer Andersartigkeit
entsteht über den Umweg der Erfahrung von eigener Einzigartigkeit der
Eindruck der Identität (als Individuum).
In
der
Art, wie man aus sich selbst - zielgerichtet nach aussen -
herausgreift, wird eine entsprechend komplementäre Rückwirkung
erzeugt. Wenn man
stark nach aussen drängt, kann der Aufprall auf einen Widerstand umso
heftiger sein. Anders kann es
nicht
sein, sondern würden wir nicht in einer materiellen Existenz verwurzelt
sein. Wenn jemand einen stark stehenden Mars hat, drängt dieser aus ihm
natürlich auch desto stärker heraus - die Erfahrung von Widerständen
und
Unterdrückung seines Freiraumes (in der Vergangenheit), kann daher umso
stärkere Hemmung oder Aggressionen hervorbringen.
Der
Tastsinn
war einst ein sich
hinaus
streckender Fühler. Bei
Schnecken sieht man sehr gut, wie bei einem Widerstand dieser
Fühler
zurück weicht - wenn die Schnecke eine Bewegung von aussen - auf sie
selbst hinzielend - wahrnimmt, verzieht sich der ganze Körper
der
Schnecke ins Schneckenhaus zurück, um Schutz zu
suchen, vor
dem sich bewegenden Etwas da draussen, das vielleicht ein Angreifer ist.
Mit
diesen Überlegungen zum Instinktbereich und der Symbolik kann man eine
gewisse Archetypik schlussfolgern, die
grundlegend und auf mehreren Ebenen in der Schöpfungsordnung
festgelegt ist (was sich zum Beispiel in den Gegensätzen der Zeichen
ausdrückt und darin, dass Mars dem Aszendenten symbolisch entspricht,
als dem Anfang des Häuserkreises, und dass das Widderzeichen als
Herrscher des Mars den Beginn der zodiakalen Systems markiert, den
Anfang aller Zeichen): Es geht um eine zur
Verwirklichung drängenden Kraft oder Energie. Dem steht ein
Widerstand entgegen, eine gegensätzliche Andersartigkeit, ein anderer
Weg, eine andere Methode. Und so geht es für jede der beiden Kräfte um
den Freiraum der Durchsetzung, beides ist polar
entgegengesetzt. Zwischen beiden muss aber vermittelt werden, sonst
würde die Einheit des Lebens in Gefahr geraten.
Der
Mars im Zeichen
Wenn
wir das Zeichen des Mars ausdrücken, wird das immer durch irgendeine
Tat oder eine Handlungsweise geschehen.
Man
kann es so verstehen, dass der Einsatz und die
Tatkraft des
Mars, von der Sonne erkannt wird, und sich die Sonne daran
erfreut.
Das Zeichen des Mars kann uns zeigen, wieviel Freude es
machen kann, einfach nur diese Eigenschaften des Zeichens während des
Ausdrucks des Mars zu erfahren. Für die Sonne geht es im Grunde darum,
die Zeichen zu erfahren.
Wenn wir fähig sind, unser
Glück
nicht mehr in der
Überwindung von Widerständen zu sehen, ist es nicht mehr nötig, dass
wir uns am Eindruck irgendeines Ziels berauschen, weil wir die
Aufmerksamkeit auf das Tätigsein im Hier und Jetzt lenken
können.
Ein
Widder Mars verbreitet die Stimmung einer spontanen
Handlungsbereitschaft, während ein Geborener mit einem Zwillinge
Mars seine momentane Tat als neugierig-belebend
erfährt und stets viele Optionen vor sich findet.
In beiden Beispielen kann der Akteur der Umwelt ausgesetzt
sein,
aber er
erfährt darin in der erlösten Erlebnisweise keine irrealen,
auch
keine realen
Widerstände mehr, womit die Ängste nicht mehr gegeben
sind.
Ein
Einbruch der Handlungs-Stimmung ist nicht mehr zu befürchten.
Diese Stimmung wird vom Horoskopeigner erfahren, und ausgedrückt, und
nur über dieses eine Zeichen wird bestimmt, von welcher Art
unsere
Handlungen geprägt sind. Es steht auf einem anderen Blatt, was uns mit
dem Ziel
der Handlungen versprechen (Sonne), oder in welcher Weise wir Bezüge zu
anderen aufnehmen (Venus).
Im Endeffekt kann
sich ein
tatsächliches
Scheitern ergeben. Aber Mars interessiert das nicht. Ihn interessiert
nur, ob er augenblicklich tätig ist, und das Zeichen ausleben kann. Und
das tun wir eigentlich immer. Es fragt sich nur, ob es die erlösten
oder unerlösten Varianten sind. Nebenbei gesagt, es ist auch die Frage,
was wir als erlöst und unerlöst ansehen. Wir kommen zu einer guten
Unterscheidung, wenn wir betrachten, wie es unserem Lebenskern,
Lebenszentrum, unserem Anspruch zu sein dabei ergeht (Sonnenabsicht ist
Erfüllung eines Potentials, der wir werden sollen; also muss man erst
erkennen, was man im Wesen ist bzw. was da schlummert, wo es am besten
hin soll). Üblicherweise fnden wir allgemeine Erlebensweisen, die sich
wiederholt als unerlöst kennzeichnen lassen. So zum Beispiel, dass Mars
eben oft mit dem Kopf gegen die Wand rennt, oder andere bedrängt, bis
dass er sein Wirken verändert. Das ist einfach eine unerlöste Weise,
weil es allen besser geht, wenn Mars seine Kraft zwar zielgerichtet,
aber doch weise einsetzt.
Was wir tun,
entscheiden die Planeten, wie wir es tun
verursachen die Zeichen. Bei Mars geht es um die Tatkraft. Wir setzen
in erlöster Weise diese Tatkraft um ihrer selbst willen ein. Dann
fühlen wir uns
lebendig. Wenn wir die Absichten der Sonne mit unserer Tatkraft in
Verbindung bringen, kommen wir heraus aus der
Triebhaftigkeit und zur
Erfahrung der reinen Planetenkräfte (die sich in Zeichen befinden) und
damit zum Selbst.
Das
Zeichen des Mars wird auf der Ebene der Handlung
ausgedrückt.
Der ganze Ausdruck des Mars ist mit einem Buntstift
vergleichbar:
Das Zeichen ist die Farbe,
und das Schreiben als
Tätigkeit ist der Mars. Was wir schreiben
entscheiden die Sonne und mit
ihr die anderen Planeten, und dass wir schreiben,
beruht auf unserem
Mut, auch wirklich tätig zu werden.
Wo wir
schreiben und für wen oder was,
das
ist der Lebensbereich, massgeblich das Radix-Haus des Mars, wo sich
entscheidet, wo und in welchem Lebensbereich wir schreiben tun - und
hier könnte man uns sagen, dass wir zum
Beispiel in den Augen anderer undeutlich schreiben, oder die Umstände
uns sonstwie
vermitteln, dass unser Schreiben auf Widerstände von aussen stößt. Wir
schreiben die Zeichen, die von uns künden und es ist ein Selbstzweck,
der unserem Ausdruck dient. Wir setzen Zeichen.
Sportlicher
Wettkampf, Fitness, Jogging, Kampfkunst, auch das Schachspiel, kann
eine gute Möglichkkeit darstellen, seine Aggressionen in konstruktiver
Form auszuleben. Aber meiner Meinung sollte nicht mehr von Aggressionen
die Rede sein, insofern es sich um einen konstruktiven Einsatz der
Marsenergien handelt, und Widerstände als Stimulation erfahren werden.
Der Begriff Aggression sollte aus dem Vokabular der erlösten Marskraft
gestrichen werden.
Wir fühlen uns aber gut, wenn wir
diese treibende Kraft in uns spüren, und wir merken, wie sie uns
belebt, vitalisiert, wie sie strömen darf - und sie nicht mehr daran
gebunden ist, dass wir sie vor uns beweisen müssen.
Wir können ein
Energiepaket sein, ohne davon Zeichen geben zu müssen. In der Schlange
im Supermarkt können wir beobachten, wie wir ungeduldig werden, es soll
fliessen, voran gehen - aber wir können auch in der Ruhe diesen
lebendigen Impuls in uns geniessen, und werden nicht mehr ungeduldig.
Saturn zum Vergleich
Saturn
steht - vom Prinzip her gesehen - für die
Kontraktion auf einen Mittelpunkt hin und für Verdichtung, die zur
Festigkeit einer Form oder Struktur führt. Das ist ebenso eine Art von
Beharrung. Saturn tritt aktiv dafür ein, dass Maßstäbe und Werte
gesichert bleiben.
Neuerungen werden als bedrohlich und wesensfremd
erlebt. Das aber ist nur die eine Seite des Saturns, ja sozusagen fast
schon eine unerlöste Form der Verwirklichung. Betrachtet
man die
Entwicklungsaufgabe, die sich uns esoterisch gesehen mit Saturn ergibt,
müssen wir feststellen, dass jeder Druck, der von Saturn symbolisiert
werden kann, uns zur Veränderung drängt, oder anders gesagt, er prüft
einerseits, was unvollkommen ist und dem Druck nicht standhält und
andererseits, was an Formen, Gesetzmässigkeit oder Struktur aufzubauen
nötig ist.
Stellen
wir uns vor, wie Saturn oftmals materielle Nöte entstehen lässt. Diese
sind plötzlich da, wir spüren sie, oder es kann sich um Umstände
handeln, die von anderen verursacht, in Form gebracht wurden, wir
spüren auch diese. Und nur wenn wir sie spüren, ist der Schwellenwert
erreicht, ab dem wir uns bewusst werden, dass eine Situation nun völlig
anders ist, als wie vorher. Auch diese Belastungen stellen eine
Veränderung dar. Diese Belastungen prüfen uns, sie werden nur Teil
unseres Selbst durch unsere Gedanken, die wir mit ihnen verbinden, aber
sie fordern uns heraus, Ausdauer, Geduld oder eine Wahrheitsliebe (was
ist für unser Leben angemessen und nötig) zu entwickeln, also wiederum
etwas (ins uns selbst) zu verändern. Überlassen wir uns der Wirkung,
dann verändern wir nichts, doch kann die anhaltende Wirkung uns
zunehmend zerbrecheb oder schließlich doch noch Veränderung
(und
sei es in Form einer Anpassung) erzwingen.
Abschließende
Bemerkung
Merkur,
Venus,
Jupiter, und die
Sonne, lassen sich nicht deutlich mit der tiefenpsychologischen
Ebene von
Ängsten in Verbindung bringen. Sie stehen allerhöchstens für
gestörte Funktionen, wenn die Leistungsfähigkeit, oder die
Beziehungsfähigkeit
usw. in
eine Problemlage geraten ist - doch wenn es diese Probleme gibt, werden
sie durch
Aspeke oder andere Einflüsse von Saturn, Uranus, Pluto oder Mars
meist bewirkt.
Die
Angst steht oft Pate für die schwerwiegendsten Probleme im Leben.
Die
Angst, die wir im Leben erfahren, wird massgeblich von diesen
vier Planeten ausgehen: Saturn, Uranus, Pluto und Mars. Die Angst
ist ein starker Beweggrund. Durch das Bewältigen der Angst
kommen
wir zur Entwicklung und zum Wachstum, und natürlich auch zur
Lebensfreude. Wir gelangen zu der Fähigkeit uns selbst einzusetzen, und
Situationen auszuhalten, und Situationen entscheidend zu
beeinflussen.