Es
handelt sich bei dem Thema um eine nicht unerhebliche Frage, die
aber viele Astrologen längst für sich geklärt haben, und deshalb
für sie kein Thema mehr
darstellt.
Es gibt Gründe, die zwar dafür, aber sehr viel mehr Gründe, die dagegen
sprechen, den Tierkreis für die südliche Hemisphäre um 180 Grad zu
drehen.
Letztendlich räumt die Erfahrung in der Horoskopdeutung "südlicher Horoskope" jeden Zweifel aus der Welt.
Gemeint sind Zweifel, die aus der angeblich ungenügenden theoretischen Begründung resultieren, warum eigentlich der Tierkreis am Frühlingspunkt aufgehängt werden soll, weil auf der südlichen Halbkugel schon die Jahreszeiten verschieden sind. Dieser Aspekt betrifft u.a. die erstaunliche Übereinstimmung zwischen Jahreszeiten auf der Nordhalbkugel und den Jahreszeiten auf der Südhalbkugel. Aber auf der Südhalbkugel ist es Sommer, wenn wir im kalten Winter sind! Der Widerspruch lässt sich für viele nicht anders lösen, als dass man nun für gleiche Verhältnisse sorgt.
Aber man kann auch danach fragen, warum eigentlich nicht auf der ganzen Welt ein und derselbe Tierkreis herrschen sollte? Warum sollte es nicht so sein? Allerdings, der Widerspruch bleibt bestehen, dass die Jahreszeiten nicht auf der ganzen Erde dieselben sind, und sich daraus Unterschiede ergeben. Um den Widerspruch zu lösen, könnte man den Tierkreis auch so anordnen, dass die Brasilianer sich daran erfreuen können, die Zeichen im Jahresverlauf mit den Jahreszeiten in Übereinstimmung zu sehen. Und wir dann in schiefen Verhältnissen leben. Aber sind die Verhältnisse schief? Kann es nicht auch sein, dass die Jahreszeiten nur zufällig auf einem Ort der Welt übereinstimmen mit gleichzeitigen Zeichenwechseln? Die Symbolik der Zeichen in Bezug zu den Jahreszeiten ist überwältigend.
Gemäß der These einer im Süden notwendigen Verdrehung der Zeichen um 180°, werden die gegenüberliegenden Zeichen für die Position eines Planeten verwendet. Es würden auf der Südhalbkugel generell die Planeten und Häuserspitzen dann in jenen Zeichen stehen, die den Zeichen unseres üblichen (nördlich vertrauten) Tierkreises jeweils gegenüber liegen. Wenn im Norden also der Mond oder Aszendent im Krebs steht, soll AS oder Mond im Süden der Erdkugel im Steinbock stehen.
Welche Gründe auch immer man anführt, um eine 180 Grad Verdrehung der Tierkreiszeichen zu rechtfertigen, sie erweisen sich nicht als zwingend. Oft erscheinen sie sogar kosntruiert und beliebig oder sogar widersprüchlich.
Nehmen wir an, ein Flugzeug startet in der Südhalbkugel und verunglückt in der Nordhalbkugel. Am Äquator wird plötzlich von einem Zentimeter auf dem nächsten eine 180° Drehung für die Zeichen gemacht. Man kommt schon aus diesem Grunde bei einer Synastrie zwischen Abflugshoroskop und Unglückshoroskop in arge Bedrängnis.
Das ist vorsichtig ausgedrückt eine recht exotische Herangehensweise, aber ungeachtet davon, müssen wir freilich zugestehen, dass die gesamte Astrologie für den Verstand nicht gerade sehr einsichtig ist in ihren Gründen.
Es kommt eigentlich nur darauf an, ob etwas richtig ist. Die Richtigkeit wird in der Astrologie nicht aus der Theorie gefolgert, sondern aus der Erfahrung. Die Theorie bildet freilich wichtige Anlässe, um etwas neues oder erhebliches dann in der Erfahrung begründet zu finden.
Erst recht müsste sich bei Verdrehung der Zeichen auch die Wirkung des Mondes
(vrgl. Mondkalender) in
sein Gegenteil verkehren, und zwar von einem Schritt auf den nächsten (am
Äquator).
Dasselbe
gilt für mundane Prozesse. Die Welt der mundanen Ereignisse wäre
in zwei "totale" Gegensätze gespalten, weil verschiedene
Schwerpunkte
gebildet werden im Süden und im Norden.
Daraus könnte sich das für die These sprechende Argument ergeben:
die Zeichen SIND eben jeweils doppelgesichtig, und passen daher
austauschbar mit ihrem Gegenüber jeweils im Norden und Süden der Erdhalbkugel.
So als wäre
im Norden und Süden also für die Zeit Ende Dezember und Anfang Januar
sowohl Steinbock und Krebs beide massgeblich und richtig.
Was für einen Sinn macht dann aber der Zodiak, der mit seinen oppositionellen Zeichen in Gegensätzen aufgebaut ist? Konsequenterweise müsste man, jedenfalls nach dieser Folgerung, dem Tierkreis eine Dimension nehmen und die 6 Achsen zusammenfassen und als jeweils ein Zeichen deuten.
Zunächst
einmal ist es eine ziemliche Unterstellung, dass die Babylonier
sich an den Sachverhalten der Jahreszeiten orientiert hätten, um die
verschiedenen
Qualitäten der Tierkreiszeichen zu definieren. Man hört diese Thesen
von verschiedensten Seiten immer wieder. Besonders übrigens von
Seiten rationalistischer Wissenschaftler.
Es ist viel naheliegender, dass die Babylonier die Zeichen unabhängig von äusseren jahreszeitlichen Gleichzeitigkeiten (des Klimas und der metereologischen Jahreszeiten) "geschaut" haben. Sie haben die Zeichen in ihren Qualitäten dadurch erkannt, wie sie die Wirkung der Sonne oder anderer Planeten aufgrund eines Gespürs um diese Dinge aufgebracht haben.
Es ist ein bedeutender Unterschied, ob sie die Jahreszeiten beobachteten oder ihr Gespür für die Wirkungen der symbolischen Einheiten (12 Zeichen oder überhaupt eine Anzahl von Zeichen) - und zwar kann dies auf allen Ebenen der Wirklichkeit inklusive des persönlichen Erlebens der Fall gewesen sein. Die rein äußerliche Bezugnahme auf die Sonnenwendpunkte ist nicht zwingend, um die Herkunft der Zeichen zu erklären und damit die Begründung auf eine natürliche Assymmetrie zwischen Nord und Süd zu lenken. Das Argument, der Tierkreis sei allein ausgehend von einer sozusagen egozentrischen Sicht des Nordens entstanden, und man müsse diese Sichtweise anpassen an die Bedürfnisse des Südens, lässt die wichtige Frage unbeantwortet und unbegründet, warum der Tierkreis nicht ebenso global für alle Orte der Welt gültig sein kann. Selbst wenn auch nicht leicht begründet werden kann, wieso der Tierkreis global gültig ist, so führt die gegenteilige Behauptung allein noch nicht zur Begründung dieser gegenteiligen Behauptung. Alle Theorien und Argumente, die ich darüber gehört habe, erweisen sich als beliebig und konstruiert und können allein durch ihre Plausibilität überzeugen, die sie aber nur für einen bestimmten Aspekt des Verstandes aufweisen. Wie gesagt offenbart die Methode einer 180° Verdrehung vor allem in der Praxis ihre eigentliche Inplausibilität.
Gegen
die
These der Verdrehung könnte man die Erfahrung im Deuten von
entsprechenden Horoskopen anführen. Diese Erfahrungsgründe werden
auch von
Vertretern der These angeführt, wonach um 180 Grad umgedeutete Horoskope von
Prominenten (angeblich) stimmig sein sollen. Ich erkläre mir diese
Stimmigkeit zum Teil dadurch, dass die Zeichen bei einer 180° Drehung
immer in ihr Gegenteil fallen.
Beide Zeichen befinden sich auf einer
gemeinsamen Achse, die zwingend ein beiden Zeichen gemeinsames Thema aus zwei
verschiedenen Schwerpunkten zutage bringt.
Diese
durchaus angelegte
Gemeinsamkeit zweier Zeichen macht die Differenzierung unter den
gewissen Umständen eines nur oberflächlich bekannten Menschen, dessen
Horoskop man deutet, durchaus schwierig. Und die mangelnde Kenntnis der
Prominenten bilden den anderen gewichtigen Grund, warum es vereinzelt
solche Argumente geben kann, wie man dies mit einer 180° Verdrehung
alles geprüft hätte.
Die Erfahrung mit der Deutung entsprechender Horoskope hat bisher eher gegen die These gesprochen. Es gibt bestimmte Kriterien der Erfahrung, die den Zweifel auch für mich endgültig ausräumen, so dass ich die Zeichen für jeden Ort der Erde in derselben Weise verwenden sollte, ja muss. Das entscheidende für mich ist dabei gewesen, dass man sorgfältig die Wirkungen der Häuser, Häuserherrscher und Aspekten von denen der Zeichen differenziert, damit sich nicht Beliebigkeit einschleicht bei der Prüfung entsprechender Horoskope.
Mir ist ein Freund sehr gut bekannt gewesen (er ist verstorben), der in Südafrika geboren wurde. Nichts ist deutlicher als seine Waage- und Jungfraubetonung, und nichts weniger passend als eine etwaige Fischebetonung, ausgenommen seines Mondes in Fische (was aber eine ganz andere, merklich andere Ebene darstellt, die man vom Sonnenstand klar unterscheiden kann - gerade diese Opposition konnte das äusserst verdeutlichen!). Eine eingehende Analyse und Beschreibung spare ich mir an dieser Stelle - sie hat mir die weltweite Richtigkeit des tropischen Widderpunktes am 21. März beweisen können. Bei seiner Schwester, die ja auch in Südafrika geboren wurde, ist es dasselbe; bei ihr liegt eine Wassermannbetonung und Fischesonne vor. Da ist keine Löwe-, und auch keine Jungfrauqualität bei ihr zu entdecken.
In jedem Fall benötigen wir neben den Erfahrungsgründen auch ein Eingehen auf die astronomischen Verhältnisse.
Die Ekliptik als Umlaufzone der Planeten mit ihren verschiedenen dreissig Grad grossen Einteilungen wird mit ihrem Widderpunkt an jener Stelle aufgehängt, wo die Sonne in ihrer Umlaufbahn den Äquator in Richtung Norden überschreitet, und zwar betrachtet von einem imaginären (mathematischen) Punkt der Erdmitte.
Die Definition ist unabhängig von einem Beobachter. Dass die astronomische Mathematik der Ekliptik mit der Astrologie korrespondiert, müssen wir hinnehmen. Täten wir es nicht, wäre damit der Äquator oder die Ekliptik für uns sowieso nicht relevant. Und daher auch the Vertauschung um 180° nicht relevant. Wir müssen auch hinnehmen, dass die Koordinaten einen strengen Norden kennen.
Es
erweist sich jedenfalls auch hier, dass die mathematische Berechnung
der Verhältnisse exakt mit den astrologischen Wirkungen korrespondiert.
Ähnliches finden wir bei Lilith und den Mondknoten, die ebenso
aufgrund
solcher mathematischer Berechnungen definiert sind. Und beide kennen
eine Polung, die offensichtlich und leicht zu deuten ist (zumindest
besagt die Deutung der Horoskope
von in der nördlichen Hemisphäre Geborener, dass die Mondknoten diese
duale Polung aufweisen, und sich damit die mathematische Berechnung
anhand von Schnittpunkten als richtig erweist).
Die Herleitung der Ekliptik und der dabei massgebliche Sonnenwendpunkt hat definitiv rein gar nichts mit den metereologischen Jahreszeiten zu tun, oder der Stellung eines Beobachters auf dem Erdrund und auch nicht mit den Sonnenwendpunkten. Die Definition wird an allen Orten der Erde zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt vorgenommen. Die Sonnenwendpunkte ergeben sich ebenso aufgrund einer Konvention des Koordinatensystems mit der Bevorzung des Nordens, worauf die Sonne astrologiswch gesehen in Richtung Norden (der asronomischen Herleitung gemäß) bestimmenderen, weil beginnenden Charakter erhält.
Die Ekliptik als astrologisches Messband basiert auf der Position der Erde im Verhältnis zur Sonne, die die Erde umkreist. Daraus ergibt sich die scheinbare Umlaufbahn der Sonne über das Band der Ekliptik aus Sicht der Erde.
Die Ekliptik ergibt sich in ihren massgeblichen Verhältnissen aus der Berücksichtigung der beiden Mittelpunkte von Sonne und Erde, und bezeichnet konsequent eine Ebene, in der sowohl der Mittelpunkt der Erde als auch der Mittelpunkt der Sonne liegen.
Da die Berechnung und die Verhältnisse der Ekliptik allein auf den Mittelpunkten der Bezugsgrößen Sonne und Erde basieren, ist ein eventueller Jahreszeiteneffekt irrelevant für die Betrachtung der Qualitäten der Zeichen.
Der Jahreszeiteneffekt und ebenso die damit verbundene Länge und Kürze eines Tages resultieren aus der Erdneigung, nicht aufgrund der Stellung der Bezugsgrößen Erde und Sonne zueinander (jenen Mittelpunkten als Berechnungsgrundlagen für die Ebene der Ekliptik).
Aus astronomischen Gründen schon, ist der tropische Tierkreis im Süden der Erdhalbkugel derselbe wie im Norden.
Es fällt analogisch gesehen auf, dass die Antarktis mit ihrem Südpol viel kälter als der Nordpol ist, und doch sehr zum Steinbock (Saturn) passt. Während der Nordpol mit der Fluktuation des Wachsens und Schmelzens des (Treib-)Eises sehr zum Krebs (Mond) passt.
Die Sommersonnenwende im Norden liegt im Zeichen Krebs, die Sommersonnenwende im Süden im Zeichen Steinbock. Dies liefert mir eine weitere triftige Anschauung, dass der tropische Tierkreis in dieser Weise einen tiefen Sinn macht und tatsächlich mit den Verhältnissen in erstaunlicher Weise korrespondiert.
Es passt übrigens ebenso ins Bild, dass die nördliche Hemisphäre üblicherweise mehr einen Widder-Charakter aufweist (Kapitalismus) und die südliche Hemisphäre einen Waage-Bezug (in verschiedener Hinsicht; zB leidet die sogenannte dritte Welt an der Ausbeutung durch den Kapitalismus; aber auch der typisch südländische Charme und die sozial ausgeprägten Stammeskulturen in Afrika oder Australien). Wenn die Sonne am Äquator den Norden betritt, steht sie im Zeichen Widder, übertritt die Sonne den Äquator Richtung Süden, steht sie im September im Zeichen Waage.
Hermes Trismegistos
aus dem kosmologischen Schöpfungsmythos:
KORE KOSMOU - Die Weltenjungfrau
...und ich will ein geheimes Werkzeug erfinden, das nach einem irrtumsfreien und unwandelbaren Gesetze arbeitet, dem zwangsweise alles auf Erden unterworfen wird von der Geburt bis zur letzten Vernichtung, an dem alles Geschaffene festgehängt wird. Dieser Einrichtung wird sich alles fügen, was auf der Erde ist.
Es ist also festzustellen, dass der Norden eine gewisse Betonung erhält. Es ist eine offene Frage, warum das so sein muss.
Es könnte ja auch im September der Widder aufgehängt werden, wenn die Sonne aus Sicht des Südens den Äquator in Richtung der eigenen Hemisphäre betritt. Wir - also aus Sicht des Nordens - erfahren den Sachverhalt so, dass die Sonne im März am Frühlingspunkt aufgehängt wird, wenn die Sonne unsere nördliche Halbkugel betritt.
Nun - einerseits widerspräche die Unterscheidung zwischen Norden und Süden der astronomischen Herleitung (siehe oben), und andererseits:
das Problem besteht darin, dass wir nicht wissen, warum wir am
Frühlingspunkt, definiert mit dem Überschreitens der Sonne am
Äquator in Richtung der nördlichen Hemisphäre, Widder aufhängen sollen!
Wir könnten auch Krebs oder
Steinbock am Frühlingspunkt des 21. März aufhängen!?
Allein
mit der astrologischen
Erfahrung in der Praxis deckt sich doch 0° Widder als
Aufhängepunkt. Auch im
Süden der Erdhalbkugel. Und sie alten Astrologen haben sicher ihre
Gründe gehabt, es so zu richten, und sind nicht von ihrem eigenen
Standpunkt ausgegangen, sondern von einer universellen Anschauung, die
ihnen zeigte, dass der Tierkreis allgemein so aufgehängt werden muss.
Die empirische Erfahrung kennt eine andere Logik, eine viel zwingendere Logik, als die verstandesmässige Kenntnis aller Regeln, Mechanismen und Gesetzmässigkeiten. Und diese Gesetze (das "Warum") kennen wir eben nicht vollständig. Da können wir natürlich viele Theorien anführen, sie sind solange nichts besonderes, wie sie sich nicht mit der astrologischen Erfahrung eindeutig decken.
Symmetrie im
Gegensatz zur Asymmetrie, das ist eine andere Frage.
Eigentlich gibt es
Symmetrien auch nicht überall in der Astrologie.
In Bezug zum Sonnenaufgang liegt dieser
immer im Osten. Warum dreht sich die
Erde so, dass in Richtung Osten und nicht im Westen die Sonne aufgeht?
Warum drehen sich alle Planeten in einer Richtung um die Sonne?
Es gibt
also offensichtlich nicht nur Symmetrien, sondern auch Asymmetrien, die der
astronomischen Berechnung und damit der Astrologie zugrundeliegen.
Folgende Grafik veranschaulicht, wie die Ekliptik ein feststehendes System darstellt. Die grünen Kreise symbolisieren die Erdposition zum Zeitpunkt der Sonnenwenden. Dieser Grafik wohnt keine unbedingte Beweiskraft inne - sie soll der Veranschaulichung dienen.

Es gibt (esoterische) Ansichten, dass die Sonne eine
Art energetische Verbindung, Ausfluß oder Kanal darstellt, über die die
Tierkreissektoren als Energien in
unser Sonnensystem eintreten und sich auf die 12 Planeten verteilen.
Meist wird Alice Bailey damit in Verbindung gebracht.
Die
Ekliptik bezieht sich ja massgeblich auf die Sonne. Daher ist es für
mich sehr plausibel, dass auch aus geozentrischer Sicht die Ekliptik
ein feststehendes "Energiegürtel"-System ist. So wird es auch von
anderen Astrologen beschrieben.
Wichtig für das Verständnis ist folgendes: die Erde steht bei ihrem Umlauf immer gegenüber der zentralen Sonne. Wir würden, falls wir das wollen, die Erde im Horoskop immer gegenüber der Sonne einzeichnen.
Die Position der Sonne in den Zeichen ergibt sich durch den Stand der Erde zur Sonne. Anders gesagt blicken wir auf die Sonne und sehen hinter der Sonne einen Sternbildhintergrund. Das ist nichts anderes als die Ekliptik. Das Band der Ekliptik, das heisst die Planetenumläufe, beschreiben in unserem Blick von der Erde auf die jeweiligen Planeten immer dieselben Sternbildhintergründe, also zum Beispiel niemals den Orion oder den großen Bären, sondern Schütze, Steinbock usw..
Die Ekliptik bezeichnet die Ebene, auf der die Umläufe stattfinden.
Letztlich
entscheidet die Deutung entsprechender Horoskope zweifelsfrei die
Richtigkeit des uns vertrauten und verbreiteten Systems.
Die Klarheit der Konzeption, den Tierkreis in dieser Weise zu
verwenden, dass die Zeichen gleich bleiben, überzeugt zusätzlich.
Es
sind jene Gründe nicht ganz unwichtig,
die dadurch Nahrung gewinnen, wenn man sich jene Verhältnisse
zum Vergleich betrachtet, die sich ergeben, wenn man die Zeichen
um 180° getauscht werden.
Es fällt auf, dass die Diskussion meist von Repräsentanten der nördlichen Hemisphäre geführt wird, während bislang niemand aus der südlichen Hemisphäre sich lauthals gemeldet hätte - jedenfalls so, dass man davon mitbekam. Man sollte den Astrologen der Südhalbkugel sicher auch zuerkennen, dass sie es wohl am besten von uns allen wissen müssten.
Der siderische Tierkreis definiert sich unabhängig von den Sonnenwenden, und bezieht sich allein auf den Frühlingspunkt in Abhängigkeit des Sternenhintergrundes und der Präzession des Frühlingspunktes. Womit noch einmal Erdmittenpunkt und Achsenpunkte betont werden, unabhängig von einer Relevanz der Sonnenwenden.
Der
Aufgang des Tages folgt einer natürlichen Richtung von Links nach
Rechts. Das ist überall auf der Erde so, da die Erdachsendrehung immer
dieselbe ist.
Osten ist im Süden immer noch Osten und die Sonne
geht auch im Süden im Osten auf.
Nur der Zenit der Sonne liegt auf der
Südhalbkugel im Norden. Die Nacht ist auch im Süden unterhalb des Horoskops gezeichnet.
Die Erdachse weist immer in dieselbe Richtung (würde man sich die Erde zum Beispiel vom All aus betrachten). Die nördliche Deklination weist durch den immer gleichen Standpunkt der Erde immer denselben Charakter auf, ebenso wie die südliche. Und die Sonne kommt immer zur selben Jahreszeit (in Bezug zu den Monaten) in eine entsprechende nördliche oder südliche Breite.
Ein gewisser Breiteneffekt ensteht durch verschieden schnell aufsteigende Zeichen am Aszendenten (im Osten), je nach dem ob man mehr in den Norden oder Süden kommt.
Die Sonne stellt das Zentrum unseres Sonnensystems dar, alle Planeten werden durch ihre Masse in ihren jeweiligen Umlaufbahnen gehalten. Weiterhin scheint sich die Ekliptik in ihrer symbolischen Bedeutung nicht aufgrund irdischer Verhältnisse zu definieren (das wären die Häuser), sondern aufgrund der zentralen und feststehenden Sonne. Wenn die Energien der Zeichen also von der Sonne ausgehen, scheint es plausibel, dass die Erdachse in ihrer Achse bleibt, also nur seitwärts um ihre Achse rollt, aber nicht von Pol zu Pol, da es eine Ausdrichtung durch die Anziehung der Planeten gibt, da die Sonne selbst polare Ausrichtung aufweist. Und wie damit dann auch plausibel wird, dass Sonnenwenden aus Sicht der Sonne nun einmal zwei verschiedene Ausprägungen erhalten, aber der Widderpunkt sich auf den Frühlingspunkt (am 21. März) bezieht, der auf einer Ebene mit dem Mittelpunkt der Sonne liegt und damit die zentrale Bedeutung der Sonne als Zentrum aller Planeten noch mal betont.
Man könnte das Zeichen Widder in Bezug
zum Äquator auch zu dem Zeitpunkt definieren, wenn die Sonne den
Äquator aus Sicht der Hemisphäre verlässt. Was aus dem Norden
betrachtet am 21. März eben Waage bedeuten würde, aus dem Süden
betrachtet aber erst im September Waage bedeuten würde.
Der
Grund, warum dieser Punkt
definiert wird, wenn die Sonne den Äquator nach oben hin
überquert, muss in anderen Verhältnissen gesucht werden - nicht in
dem Verhältnis der Sonnenwendkreise und Hemisphären. Diese haben mit
der Fragestellung offensichtlich nichts zu tun. Denn:
Was allein
noch interessant und wichtig sein kann, ist, warum dieser Tierkreis so
aufgehängt funktioniert. Die Erfahrung zeigt, dass er das tut.
Man
stellt die Frage: Warum muss an jenem Zeitpunkt, wenn die Sonne den
Äquator Richtung Norden überschreitet , ausgerechnet Widder beginnen?
Weil
man darauf keine Antwort findet, will man eine konstruieren.
Ist es also sinnvoller, eine Theorie zu finden, die einem alle Antworten liefert, aber in der Praxis nicht funktioniert (es sei denn man macht sich was vor)? Oder ist es sinnvoller, eine Annahme in der Praxis zu prüfen, ungeachtet ob die mit der Theorie verbundenen Implikationen verwirren? - egal wie diese Theorie aussieht.
Es geht nur um die Praxis. Und da alles darauf hinausläuft, muss man annehmen, dass die Annahme, man müsse die Tierkreiszeichen auf der Südhalbkugel um 180 Grad drehen, auf ungenügener und unzureichender Praxisarbeit beruht. Nur so lässt sich erklären, dass man an dieser (falschen) Theorie festhalten möchte, während die Praxis zeigt, dass eine Verdrehung der Zeichen zu falschen Ergebnissen führt.