Teil 1: Karmische Astrologie
Teil 2: Edgar Cayce
Teil 3: Die Gestaltung der Bewusstseinsreise
Jede astrologische Konstellation dient unserer seelischen Entwicklung und wird
sich zu gegebener Zeit erfüllen müssen.
Das Unterbewusste wird notfalls
als Erfüllungsgehilfe fungieren. Das ist quasi ein mechanischer
Prozess, da wir das
Zustandekommen einer entsprechenden Erfahrung nicht allein durch
unseren Willen beeinflussen können (obwohl ein bestimmter
Erfahrungsbereich kennzeichnend ist, zeigt die Astrologie dennoch keine deterministische Bestimmtheit auf).
Im übrigen ergibt sich daraus auch schon ein "Karma", nämlich im Sinne einer notwendigen Erfahrung, die aber aufgehalten wird sich zu erfüllen.
Nehmen
wir an, ein Hellseher könnte einer Person mitteilen, was aus seiner
Liebschaft wird. Das aber könnte dieser Person eine wichtige Erfahrung
nehmen. Im Endeffekt ist es wichtig, ob die Person am Ende etwas
geschafft hat, was sie ohne diese Erfahrung nicht hätte schaffen
können.
Es kommt manchmal darauf an, diese Erfahrung gemacht
zu haben. Ob man ein Leiden hätte vermeiden können, ohne dass man aber
reifer geworden wäre..., das ist etwas anderes, als hätte man ein überflüssiges Leiden hätte vermeiden können.
Es gibt eine Reihe von Menschen, besonders Schamanen, die nicht alles mitteilen, was sie über das Schicksal gewisser Personen wissen. Aber sie tun das nicht aus dem Grund, weil es ein evtl. schlechtes Schicksal wäre, sondern weil die Lektion bei wichtigen Lebensthemen darin bestehen kann, von selbst drauf zu kommen, wo das Glück liegt und sich dementsprechend zu entscheiden. Es kann einerseits nur darauf ankommen, dass man sich aus eigenem Herzen für eine Sache entscheidet, und andererseits, dass man begreift, warum das so ist. Warum man sich für eine Sache zugunsten einer anderen entscheidet. Und oft ist dazu ein Lernprozess nötig, um sich selbst davon zu überzeugen, anstatt sich einreden zu können, die Idee oder gar das Problem ginge auf jemand anderen zurück. Natürlich gibt es jede menge Zukunft, die man einem mitteilen kann, insofern es hilft, auf den Weg zu kommen.
In
Bezug zur Astrologie zweifle ich an, dass es möglich ist, dieselbe
Qualität der Zukunftschau aufzubringen, wie bei Sehern, Medien,
Kartenlegern und ähnlichen "echten Wahrsagern". Nichtsdestotrotz gibt
es einen deutlichen Zusammenhang zwischen den im
seelisch-geistigen Reifeprozess anstehenden Erfahrungen, und den
astrologischen Konstellationen ( seien sie im Radix begründet und/oder
durch Transite aktiviert). Natürlich hat die Astrologie durch die
feststehende Größe des Radix eine größtmögliche Exaktheit - insofern
Entscheidungsunsicherheiten zwischen verschiedenen Positionen
oder Richtungen, die man im Leben einschlagen könnte, sich oft durch
die im Radix angezeigten Anlagen weit genug klären lassen. Kompetenz in
der Deutung und Menschenkunde vorausgesetzt.
Dieser Zeitpunkt, wann bestimmte Konstellationen zur Erfüllung anstehen könnten, kann übrigens in manchen Fällen recht einfach mittels den rythmischen Auslösungen und Transiten bestimmt werden.
Etwaige
Kompensationen und Hemmungen mögen einerseits eine Konstellation
erfüllen (Kompensation und Hemmung erfüllen denselben Zweck einer
Erfüllung; für das Schicksal oder den Kosmos ist es egal, wie sich die
Sachen verhalten, Hauptsache sie verhalten sich). Aber andererseits
lann eine Kompensation oder Hemmung andere Konstellationen oder
Prinzipien am Ausdruck hindern.
Und zu gegebener Zeit kann das Schicksals des eigenen Entwicklungsweges
(in die Zeit und in das Leben gestellt zu sein) sich Bahn brechen
wollen. Und nicht zuletzt ist es unser eigener Wille, nachdem wir
diese Bahn uns brechen wollen.
Dieser ganze Prozess des Erfüllungszwangs entspringt der Grundsituation des seelischen Teils des
Menschen, nämlich in die Existenz gestellt zu sein um Erfahrungen
ausgesetzt zu sein.
Mit unserem reflektierenden und Einsicht gewinnenden Bewusstsein können wir für die Gestaltung geeigneter Wege sorgen, um so jene Erfahrungsdimensionen, die durch die Konstellationen angezeigt sind, zur geeigneten Erfüllung zu bringen.
Eine
Erfahrung machen zu müssen, heisst nicht, keine Wahl mehr zu
haben! Man kann sich nur selbst entscheiden, was das Beste für
einen selbst ist (und für das Wohl allen Lebens ), denn anders werden
wir mit einer Erfahrung, die aus uns einwirkt oder gegeben ist, nicht
umgehen können. Es macht Mut, zu wissen, dass eine Erfahrung uns auch
eine Chance bietet, weil wir auf jeden Fall bewegt werden und wir
persönliche Kraft gewinnen können. Es ist so, nach einem Tal und harten
Anstieg, werden wir innerlich gefestigter, stärker sein - vor allem,
weil wir diesen Weg gegangen
sind und uns jedes Mal von der Richtigkeit überzeugt haben. Nur sehen
wir vor dem Berg nie, wie es ist, oben angekommen zu sein. Aber der
Berg wäre kein Berg, wenn wir nicht wüssten, dass es die richtige
Anschauungsweise ist, weil da oben
wollen wir hinkommen. Wir sollten niemals anstreben, irgendwo weg zu
kommen, weil wir auf diese Weise festhalten und uns selbst
programmieren mit dem Status Quo.
Getriebenheit, das andere
Extrem, sollte man ebenso meiden. Hier und jetzt gibt es keinen
besseren Ort, als diesen. Flüchten? Wohin? Wenn etwas stört, dann gehen
wir woanders hin. Aber wie oft stört uns etwas, obwohl es theoretisch
gar nicht hätte stören brauchen? (im Nachhinein ergibt sich das einem
oft) - als seien wir leicht in Alarmbereitschaft zu bringen, weil etwas
in uns nagt, ein Stressfaktor.
Jede
Erfahrung dient nicht nur unserer seelischen Entwicklung sondern auch dem grossen Ganzen einer umfassenderen
Bewusstheit und vermutlich auch eines
allem innewohnenden Prinzips
der zielgerichteten Entwicklung (zur
Bewusstheit). Jeder einzelne Teil der umfassenden Bewusstheit (Menschen
und Lebewesen) wird damit immer auch ein Teil der umfassenden
Bewusstheit repräsentieren (Gott).
Das
Besondere für unsere Situation ist, dass wir
inkarniert sind in einen physischen Leib und damit auch ganz
besonderen (nämlich physischen) Bedingungen ausgesetzt sind, und auch
Stress gehört dazu (eigentlich ist zB der Stress, dem wir in unserer
modernen Lebensweise ausgesettzt sind, ein Gift der "mentalen
Klarheit". Als eine negativ wirkende Kettenreaktion führt es
zu einer bestimmten, meist nicht sehr originellen Begegnungen mit
Erfahrungen.
Die Radix zeigt, dass jeder Mensch auf andere Ursachen mit Stress reagiert.
In jedem Fall gilt: Aus seelischer Sicht bietet dies das Potential einer enormen Ausreizung der Entwicklungschancen. Ohne zu sehr in die gewöhnliche Evolutionslehre gehen zu wollen, kann man den seelischen Sinn der Entwicklung und Werdung als einen Prozess der Evolution des Bewusstseins definieren, sei dies das Bewusstsein einzelner oder letztlich des Ganzen.
Die astrologischen Konstellationen scheinen innerhalb der physischen Dimension der Wirklichkeit Ereigniszwang zu besitzen. So wie eine Billardkugel physisch gesehen eine andere Kugel unweigerlich auf ihrem Kurs beeinflussen wird. Dabei sind die Anfangsbedingungen analog eines Anfangsimpulses gesetzt, womit sich die Astrologie auch begründen lässt (etwa mit dem Geburtsaugenblick, wenn der Mensch das erste Mal den irdischen Raum voll und ganz für sich betritt. Ungeachtet dass der Säugling noch abhängig sein wird von der Mutter, ist es diese Grunderfahrung, zB leiblichen Bedürfnissen ausgesetzt zu sein, die nicht mehr automatisch erfüllt werden).
Aber in Wahrheit gibt es viele solcher Anfangsimpulse, wann immer nämlich etwas in die Zeit gesetzt wird und einen weiteren Prozess oder Verlauf mit sich bringt.
Zwei Liebende begegnen sich und bilden in dem Moment auch wieder einen Anfangsimpuls, der eine wichtige Phase ihres Zusammenseins bedeutet. Die Heirat kennzeichnet wiederum eine bestimmte Ebene ihres Zusammenseins, und das eigentliche Zusammensein wird durch beider Radices oder ein Schnitthoroskop wie das Combin anschaulich gemacht. Und so setzt sich das auf allen Ebenen fort: Kräfte begegnen sich, verbünden sich, bilden etwas weiteres und führen einander weiter, und das alles jeweils auf verschiedenen Ebenen.
Mehr zu dem Thema im dritten Teil des Artikels: Die Gestaltung der Bewusstseinsreise
Lösungen
Der erste Schritt sich in einem karmischen Sinne mit seinem Leben zu beschäftigen, wird sein, sich darüber klar zu werden, dass Bewusstheit Vorrang hat vor dem bloßen Ereignis. Zudem darf man nicht meinen, dass alles, was irgendwo einen Mangel aufweist, um jeden Preis behoben werden muss, wenn dies nicht auch von ganzem Herzen gewollt wird.
Man sollte beachten, dass vieles im wahren Leben nicht von heute auf morgen zu verändern ist.
Die
Kompensation
oder Hemmung, ebenso wie einseitig verwirklichte Konstellationen
können auch einen wichtigen Schutz darstellen, ohne den der Betreffende
viel arger dran wäre, nämlich Wirklichkeiten, Umständen und Situationen
ausgesetzt zu sein, die nämlich jeweils individuell verschiedene
Resonanz wachrufen werden.
Gewöhnlich
werden wir viel Zeit benötigen - und die Kraft dafür finden wir, indem
wir in kleinen und grösseren Schritten uns bewusst machen, was wir
wollen und was nicht. Oft müssen wir uns dazu manchen Erfahrungen
aussetzen, um dies endgültig zu klären, und einzusehen was die
Möglichkeiten für uns bereit halten.
Dafür müssen wir sicher
auch mal etwas Neues oder Unbekanntes ausprobieren. Oder aber in Kauf
nehmen, dass uns das Schicksal aufgrund unserer Resonanz und Anziehung
(der eigenen Konstellationen) uns dazu bringen wird, über einen
Sachverhalt Erfahrungen und Erlebnisse zu machen. Am Ende aller
gewichtigen Erfahrungen, steht meist eine Entscheidung darüber, ob und
welche Dinge wir wirklich wollen. Karma, verstanden als
Wirkungszusammenhang zwischen Konstellation und Lebenserfahrung,
ermöglicht uns im positiven Fall der Verwirklichung nichts anderes, als
dass wir bezüglich unserer persönlichen Muster und Anlagen eine
Entscheidung treffen. In jedem Falle gibt es eine seelische Richtung,
die sich zwar selten mit einer Radix eindeutig einfangen, jedoch mit
Hilfe einer Radix objektivieren läßt. Diese seelische Richtung, die man
mit erfüllenden Lebensglück und Lebensmeisterung assoziieren kann, wird
durch die Entscheidung sich entsprechend zu verhalten gestärkt oder
geschwächt - aber manchmal müssen wir bestimmte Erfahrungen machen, die
wir eigentlich nicht machen wollten. Oft scheint es im Nachhinein, als
hätten wir sie machen müssen, um uns über etwas klar zu werden.
Manchmal war das Geschehen unglücklich, nicht vorhersehbar, auch das
gehört wohl dazu, da sich viele Dinge wie bereits angedeutet
zwangsweise fügen. Der Glaube, dass solche Geschehnisse zu einem
Prozentsatz jedes menschliche Leben begleiten wird, kann uns helfen,
weiterhin noch an so etwas wie eine höhere Gerechtigkeit oder Gott zu
glauben, mit anderen Worten: Dass unser Leiden einen Sinn hat.
Gerechtigkeit wäre für uns gegeben, wenn sich am Ende ein Lohn der
Bemühungen abzeichnet. Lebenserfahrung und -weisheit werden wir ebenso
gewonnen haben, wie überhaupt eine Erfahrung gemacht zu haben und damit
einen auch seelischen Wissensgrund zu besitzen. Wer jemals diese
Qualitäten für sich aus einer schicksalshaften Erfahrung ziehen konnte
- und es müssen nicht mal grosse Ereignisse sein, die ein Schicksal
prägen - wird den Wert solcher Erfahrungen verstehen können und sie
nicht mehr als Unglück, oder Zufall missachten.
Die wichtigste Variabel bei Beachtung schwieriger Konstellationen ist die Angst. Wir finden die Angst in unserem Leben und die Angst kommt uns vor wie ein unbekannter Feind. Mit dem Verständnis der Konstellationen können wir verstehen, dass viele dieser Ängste in Wahrheit auf etwas hindeuten, das wir uns bewusst machen können um so nach und nach die Ängste zu überwinden. Es ist belanglos, ob wir in Bezug zu einem Radix oder Psychologie konkret von Angst reden, aber es ist entscheidend, dass wir die Angst als etwas begreifen, das sich verstehen lässt und damit seinen einstigen Schrecken verliert.
Die Konstellationen des Radix können den Weg weisen, wie unser persönlicher Lebenskampf mehr und mehr transzendiert werden kann zu einem Lebensweg.
Man kann die Zeichen zwar besser verstehen, indem man sie isoliert und in ihren Extremen beschreibt (zB "die heftige Getriebenheit des Widders" oder "die unentschlossene Indirektheit" der Waage).
Es ist
jedoch ein Irrtum anzunehmen, dass ein Mensch in diesen Extremen sich
verwirklichen könnte! Das wäre eine Astrologie, die sich auf
die
empirisch beobachtbaren und gelebten Negativentsprechungen beschränkt
und
keine Anleitung zur Selbstverwirklichung und zur Zufriedenheit
versucht.
Es geht um die Mitte, Synthese, um die Ausgewogenheit und
Integration, wie auch um Integrität.
Die bekanntesten karmischen Faktoren sind Saturn, Mond und Pluto in Zeichen, Haus und in ihren Aspekten auf andere Planeten. Auch Neptun kann man zu den karmischen Faktoren zählen. Manche bezeichnen Uranus und Mars als Angstplaneten. Zu Uranus, Pluto und Neptun habe ich auch im Artikel Horoskopdeutung noch etwas über ihre Bedeutung geschrieben.
Weiterhin sind von überragender karmischer Bedeutung die Mondknoten.
Die Aspekte können uns auf den Weg führen! Sie stellen sogar
gangbare Wege
bereits zur Verfügung.
Wir müssen nur noch die Richtung
bestimmen, die diese
Aspekte und die damit beteiligten Energien nehmen sollen.
Wir finden Lebensthemen vor, können sie mit den Planeten in Aspekten in einen Zusammenhang erkennen, und dann entscheiden, wie wir das Werkzeug, nämlich den Aspekt, dem wir ausgeliefert sind, konstruktiv einsetzen.
Wenn man nun einige schwierige Konstellationen im Radix hat, kann man die positiven Faktoren diesen schwierigen gegenüberstellen, und in den positiven Konstellationen eine Stütze der Stabilisierung sehen.
In karmischer Hinsicht können aber auch vermeintlich leichte Aspekte geradezu verleiten, eine bestimmte Erfahrung nicht zu machen, weil diese förderlichen Aspekte uns auf einen Weg des geringsten Widerstandes führen mögen: man öffnet mit diesen Aspekten dann eine Tür zu einem Verhalten, das uns selbstverständlich und unhinterfragbar scheint, oder bieten zwar einen Ausweg aus schwierigen Situationen, aber lassen dafür die Auseinandersetzung auf einem anderen Gebiet scheuen. Meist führt ein leichter Aspekt einfach nur dazu, dass wir eine schwierige Situation aus dem Wege gehen, ohne dabei für das nächste Mal etwas gelernt zu haben. Man sagt bei leichten Aspekten oft "Ja, okay", und passt sich an, und die leichteste Antwort bei schwierigen Aspekten ist oft "Nein", und geht einen eigensinnigen Weg weiter.
Wenn man mit Hilfe der förderlichen Aspekte wiederholt andere, schwierigere Faktoren im Radix umgeht, kann man diese Probleme auch nicht lösen und gewisse Muster werden mit der Zeit zu Komplexen ausgebaut.
Andererseits kann man bei manchen Trigonen oder Sextilen vermuten, dass wir hier auf Gaben stoßen, die in vergangenen Existenzen geschaffen oder erarbeitet wurden.
Insgesamt stellen Aspekte eine weitere Form des karmischen Erbes dar. Viele der grössten Zwänge (um zur Erfahrung mit den beteiligten Faktoren oder Themen zu kommen) werden durch Aspekte verursacht.
Man findet eine förderliche Hilfe (Sextil) oder eine stabilisierende Stütze (Trigon), auf die man immer wieder zurück kommen kann, und die in schwierigen Lebensumständen Mut bringen und Handeln mit Zuversicht erfüllen kann. Jedes Trigon, Sextil und einige Konjunktionen zeigen ein gewisses Vermögen an, welches man relativ leicht sich zugänglich machen kann.
Psychologisch gesehen können solche Aspekte stabilisieren. Besonders das Trigon. Das Sextil kann als Aspekt gedeutet werden, mit dem man leicht in der Lage ist, auf Situationen flexibel zu reagieren, und eine Handlungsoption zu haben. Bei diesen Aspekten können wir das Schöpferische und die Leichtigkeit des Seins finden.
Ein Trigon kann aber auch mit irgendeiner Art von Überheblichkeit oder Bequemlichkeit verbunden sein. Selbstverständlichkeit ist es, mit der man sich hindert, etwas grösseres zu erreichen, als wie nur die Ahnung um solche Potentiale zu hegen.
Während
schwierige Faktoren das Entfalten von Bewusstsein mit Leiden
verbinden können, bringen sie damit aber auch die Konsequenz, einen
beständig
wach zu rütteln - doch müssen wir gleichwohl bereit sein uns
selbst zu läutern bzw. bereit sein, durch unsere Erfahrungen geläutert
zu werden.
Die schwierigsten Konstellationen eines Radix stehen aber auch gleichzeitig für die grössten Potentiale. Der Weg der konstruktiven Auseinandersetzung führt über das Sammeln von Lebenserfahrung, um mit eigenen Entscheidungen und der Erkenntnis, dass wir selbst für unser Leben verantwortlich sind, das volle Potential aus der Zusammenführung von Planeten in Aspekten zu schöpfen.
Was der Mond in seinem Zeichen beinhaltet, und in unsere Wahrnehmung einer seelischen Grundlage überführt, kann gewöhnlich kaum verändert werden und muss fast immer berücksichtigt werden. Wenn seine Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden, erzeugt das einen Konflikt in unserer grundsätzlichen Befindlichkeit. Das aber ist oft mit Identifikation verbunden und wir rechtfertigen unsere verschiedenen Launen. Wir drücken das Zeichen bedingt durch den Mond aus, doch wir können unsere durch den Mond gegebene Wahrnehmungsfähigkeit von den Launen und Empfindlichkeiten Stück für Stück befreien. So dringen wir zu einer geläuterten Wahrnehmungsart vor, bei der sich das Zeichen des Mondes als grundlegendes "Tastorgan für Wirklichkeiten" erweisen kann.
Der Mond beinhaltet das Vergangene, und das kann sich sowohl positives als auch negativ gesehen äussern. Positiv beinhaltet es die Bedeutung, und etwas, worauf man sich verlassen kann (es ist dann Nahrung), andererseits kann der Mond beinhalten, dass noch etwas aussteht um verdaut zu werden. Dann sind die vorliegenden Erfahrungsbestände und zu verdauenden Energien sprichwörtlich lastend (man muss es nicht als Belastung definieren; es hat etwas zu tun mit Verdauung aufgrund der Bedeutung, die dem Bestand vorliegt). Das der Mond Vergangenheit in sich trägt und damit zur weiteren Verarbeitung drängt und auch für Dinge steht, die genausogut dem Bewusstsein als Bestand oder Nahrung dienen können, das ist das eigentlich Karmische am Mond.
Ausserdem steht der Mond in seinem Hausbereich für die Art und Weise, wie wir uns mit Energien versorgen können, um uns sozusagen aufzutanken. Wir gehen dann den entsprechenden Tätigkeiten bzw. Lebensbereich nach und können uns mit einem positiven Grundgefühl versorgen.
Mit der Sonne und den anderen Planeten werden wir in der Lage sein, auf Launen oder Stimmungen zu reagieren. Und wir werden mitunter viele Regungen als überflüssig oder unnötig entlarven und sie demnächst verhindern können.
Die schwierigsten Aspekte für den Mond dürften besonders spannungsvolle Aspekte vom Mond zu Saturn sein. Wobei Trigone zwar nach wie vor für die Fähigkeit der Disziplinierung und Stabilisierung stehen, aber andererseits dennoch die bleierne und einfrierende Energie des Saturns den Mond berührt. Bei einem Sextil ist das weniger deutlich. Saturn steht für eine dem Mondprinzip entgegenstehende Beharrung und Bewegungslosigkeit. Der Mond fühlt sich am wohlsten, durch Abwechslung und bewegende Erfahrungen, die zudem natürlich möglichst unbelastet sein sollen.
Aber trotz dass der Mond unsere verletzlichste Stelle im Horoskop ist, kann ein Großteil der Probleme, die uns mit der Mondstellung gegeben sind, gelöst werden, wenn wir uns nicht mehr mit den inneren Regungen und Bedürfnissen identifizieren. Und Identifikation ist die zwingende Vorraussetzung, dass manche übertriebenen Bedürfnisse des Mondes gestillt werden wollen, oder statt der Erfüllung ein Entbehrung und Leiden erlebt werden muss. Vieles können wir loslassen, und dazu zählen alle Konditionierungen, aber auch Gewohnheiten und vertraute "Verwöhnungen". Jedes Mondzeichen hat seine übertriebene Eigenart, die nur genährt und aufrecht erhalten wird, aber später nicht mehr das zwingende Bedürfnis sein muss. Natürlich gibt es Dinge, die uns momentan überfordern würden, wenn wir sie einfach ignorierten, und ein Maß an Sicherheit oder Wohl werden wir benötigen. Doch es geht auch um die mittelfristigen oder langfristigen Perspektiven.
Wir
können ein Stück
weit versuchen
über den Dingen zu stehen. Daher ist es auch oft so, dass die
schwierigen Aspekte zum Mond weniger gewichtig werden, je älter wir
werden, weil wir lernen, mit diesen psychischen Belastungen
umzugehen.
Die wirklich schwerwiegenden Lebensproblematiken sind oft mit
Saturn oder Pluto zu erkennen. Aber auch Mars und Uranus stellen so
manches Problem auf. Im Zusammenhang mit solchen grundlegenden
Konstellationen von Saturn, Pluto, Mars und Uranus kann dann natürlich
der Mond anfällig machen für schwere Depressionen und ähnliches, wenn
er in solche Konstellationen verwickelt ist.
Manchmal müssen
verborgene
Strukturen und Gefühlsmuster erst mal erkannt werden, bevor wir uns
angenehme Gefühle bilden. Die Lösung kann oft weniger direkt
mit
dem Mond angegangen werden, als wie eine Lösung mit den
Transsaturniern gesucht werden muss - denn der Mond empfängt
all
diese
Einflüße, er ist sozusagen nur Indikator von Problemen, die durch den
Mond erlebbar werden, selbst wenn kein direkter Aspekt zu einem
Transsaturnier besteht.
In
pychologischer Hinsicht werden wir stets über eine Wahrnehmungsart
verfügen, die vor allem dem Mondzeichen entspricht und auf
unmittelbaren,
unreflektierten Eindrücken basiert. Die Wahrnehmungsart des Mondes kann
uns auch dienen, die Wirklichkeit und ihre Vorgänge unmittelbar zu
erfassen. Merkur kann nur vermitteln und ist niemals in der Lage einen
Eindruck zu bilden, sondern kann solche Eindrücke - von Organen erzeugt
- nur erfassen,
bewerten und weiterleiten. Der Mond ist natürlich kein Sinnesorgan in
dem Sinne, wie wir Augen oder Ohren haben. Doch aus dem, was
Merkur überleitet zu einer konkreten Wahrnehmung, kann der
Mond
den Bewusstseinsinhalt eine weitere Qualität an Wahrnehmung beisteuern.
Wenn wir befreit sind von Launen und Trieben, die uns an vergangene
Erfahrungen binden, wird der Mond auch Mittler von höheren Kräften der
Inspiration und Einfühlung, und daraus entspringt auch die Erfahrung
einer Geborgenheit innerhalb der Ganzheit der Erde und des
Kosmos.
Der Mond steht für die Fähigkeit, eine augenblickliche Erfahrung in
Bezug zu einem Urgrund an Erfahrungen zu setzen. Das kann die
Vergangenheit sein, dann nehmen wir in augenblicklichen Situationen
Bezüge zu unseren gespeicherten Erinnerungen und auch bereits
abgelegten Stimmungen und Gefühlen auf - so aber werden wir von
Konditionierungen nicht frei werden (auch ein Schwelgen in der
Erinnerung ist im Grunde ein solcher Bezug zur Vergangenheit).
Auf
einer höheren Stufe kann der Mond eine tiefe Geborgenheit erfahren,
indem umfassende Bezüge zum kosmischen Geschehen wahrgenommen werden.
Bis dahin is es ein langer Weg und in der Regel geht es allen Menschen
darum, die Gefühle von ihrer Bindung an die Vergangenheit mehr und mehr
zu lösen, um den Mond immer näher an die Essenz der Sonnenabsicht
heranzuführen, die untter anderem in der Wahrnehmung des Augenblicks
besteht.
Die dynamischen Aspekte des Mondes (Quadrate, Oppositionen etc.) zu allen Planeten zeigen oft ein sehr zwingendes Thema in der Erlebnisart und besonders Quadrate können für eine innere Zerissenheit stehen, die aber zugleich das Potential hat, das Leben tiefer zu verstehen, und tiefgründiger zu werden. Da wir immer wieder aufgefordert werden, eine Integrationsleistung von Erfahrung und Reizen zu bewerkstelligen, die mit dem im Quadrat zum Mond stehenden Planeten zusammenhängen.
Ferner ist in karmischer Hinsicht die Stellung des Mondes im Zeichen zu beachten. Auch seine Hausstellung ist für die grundsätzliche Deutung eines Horoskop wichtig, aber weniger im karmischer Hinsicht, also weniger problematisch. Das Zeichen zeigt gewöhnlich zunächst eine Art von Überbetonung, die man durch eine gewisse Losgelöstheit überwinden kann, indem man sich nicht mehr mit seinen Launen und abgründigen Befindlichkeitsstörungen identifiziert, sondern diese mit Hilfe der Sonne und Merkur neu beurteilt. Dann dient das Zeichen des Mondes als Wahrnehmungsqualität und kann auch andererseits oft sehr positiv genutzt werden.
Der Mond bindet die Vergangenheit an sich. Man kann die Mondstellung aber auch als gegenwärtige Aufgabe der Wahrnehmungsart betrachten, um der Seele durch die Eindrücke, die der Mond verursacht, eine tiefe Erfahrungsebene zu ermöglichen.
Aus der Stellung des Mondes, seinem Zeichen, seinen Aspekten, seinem Tierkreisgrad (zB kritische Grade nach Roscher und sabische Symbole nach M.E. Jones) soll ganz besonders die Herkunft aus einem vorhergegangenem Leben ablesbar sein, bzw. die Summe der Erfahrungen und Prägungen eines oder mehrerer vorheriger Leben, welche nun, durch die Verdichtung innerhalb vergangener Leben, erneut Thema geworden sind (sowohl negativ als auch positiv).
Allgemein handelt es sich beim absteigenden Mondknoten um einen Punkt, an dem wir ein tiefes Bedürfnis nach Beharrung in verdichteter Weise erfahren.
So hat dieser Punkt Ähnlichkeit mit dem Aszendenten oder dem Mond, denn beides kann aus Sicht des Horoskopeigners kaum vernachlässigt werden. Es geht hier am absteigenden Mondknoten (ebenso wie am AC und Mond) darum, dieses Bedürfnis in angemessener Weise einen Umgang zu finden.
So kann etwa ein
Merkur in Zwillinge am absteigenden MK ein lapidares aber tief
verwurzeltes
Bedürfnis nach
Information ausdrücken, sei es ein beharrliches Sammeln, oder
in
der
Art Informationen heranzuziehen, um sich über etwas klar zu werden. Der
absteigende Mondknoten im 2. Haus wird beim Geborenen in negativer
Erlebensart ein besonderes Augenmerk auf die Bewahrung eigener
Sicherheiten legen, oder in positiver Erlebensart weiss er, was es
bedeutet, solche Sicherheiten zu haben und sei es nur ein Eindruck
seines eigenen Selbstwertes.
Der absteigende Mondknoten
gibt nur dann ein Talent vor, wenn man zB bei Merkur am
absteigenden Mondknoten mit den Informationen auch etwas
anfangen kann (diesen Weg des Zwillingemerkurs am absteigenden
Mondknoten kann man analog mit der Verwirklichung des
Schützeprinzips setzen; da dann der aufsteigende Mondknoten die
Richtschnur für die Bewertung dessen aufbietet, was am absteigenden
Mondknoten verkörpert ist).
Am absteigenden Mondknoten wird
es
immer darum gehen, dass
man nicht das grosse Ganze vergisst oder den eigentlichen Sinn der
Tätigkeiten, die mit Planeten am oder Aspekten mit dem absteigenden
Mondknoten zusammenhängen. Beim Zwillinge-Merkur wird das erforderliche
Bestreben vielleicht so aussehen, dass
die Informationen, die man sucht und verarbeiten
möchte, überhaupt einen Sinn für die eigenen Beschäftigung
haben
und nicht nur Selbstzweck sind. Sonst
dreht man sich im Kreis und kommt nicht weiter, wenn
die übergeordneten Bezüge und Ideale (Schütze) fehlen.
Einem Planet am absteigenden Mondknoten fehlt oft die Bindung zur Welt und man wendet sich leicht von den öffentlichen Reizen ab, die normalerweise zur Erweiterung von Gesichtspunkten stimulieren oder Relativierung möglich machen. Man klebt auf sich selbst und ist wie in einem Universum des Selbst gefangen.
Steht
ein Planet am
absteigenden Mondknoten, kann die Zielvorgabe so gedeutet
werden,
dass wir diese
Planeten, die am absteigenden Mondknoten
stehen, mit dem
gegenüberliegenden
Zeichen ergänzen müssen. Im
Prinzip müssen wir also den oder die
Planeten am absteigenden MK durch die Ergänzung ihres
gegenüberliegenden Zeichens weiter
entwickeln und entfalten. So dass die Einseitigkeit
ihres Zeichens überwunden wird.
Planeten am absteigenden MK
muss man
als
Opposition zum aufsteigenden Mondknoten deuten und den aufsteigenden
Mondknoten als Kraftpol, den es zu berücksichtigen gilt.
Der
Planet am
absteigenden MK ist oft zu sehr in einen Selbstbezug geraten. Hier kann
man
die Langeweile des absteigenden MK überwinden und tatsächlich
das
Neue
erfahren, was immer auch Lebendigkeit und Bewegung mit sich
bringt. Ein
Planet am aufsteigenden MK, das soll nicht
vergessen werden,
fordert immer nach bewusster Integration,
und das geht
nicht von selbst, diese Forderung nach Integration
kann auch Probleme mit sich bringen, wie jeder andere Planet, der
integriert werden muss. Man kann sich überfordert vorkommen, und man am
absteigenden Mondknoten kann man sich wie eingesperrt vorkommen.
Hier
am aufsteigenden MK ist die Kraft eines Planeten etwas stärker, und
damit evtl. auch das
Problem, das an den Planeten von Außen oder von Umständen herangetragen
wird. Die Kraft des aufsteigenden MK ist eindeutig in die Welt
gerichtet, so könnte zunächst die
Verbindung mit dem eigenen Sein fehlen.
Stehen zwei Planeten sich jeweils auf der Mondknotenachse gegenüber, muss man einerseits die Opposition als solche deuten, und andererseits beide Planeten jeweils in Bezug zum jeweiligen Mondknotenpunkt.
Mit
dem Zeichen
des aufsteigenden MK kann man die meisten Probleme auf der
Mondknoten-Achse lösen. Doch muss man
den Weg zum
aufsteigenden MK erst noch finden: Es muss ein Bezug zu ihm geschaffen
werden.
Nicht als besonders schwer zu bewerten sind Quadrate auf die
Mondknotenachse, jedenfalls stehen sie eindeutig auch für das
Bewusstsein, dass es die Mondknotenachse gibt - und so findet man den
Weg sehr leicht, der allerdings vielleicht etwas schwerer zu gehen ist,
weil zwei Planeten zusätzlich integriert werden müssen. Hauptaspekte
betreffen immer beide Mondknoten. Ein Planet, der in Quadrat zu beiden
Mondknoten steht, kann grundsätzlich eine
Blockade bedeuten, aber allgemein gesehen eine besondere Kraft
darstellt, die man hinsichtlich
der
Integration am aufsteigenden MK und der Loslösung am absteigenden
Mondknoten einsetzen kann. Ausserdem erhält man gleich zwei Planeten
hinzu, die mit dem allgemeinen Eindruck von Bestimmung im Leben
zusammenhängen können, was natürlich ein besonderes Potential
darstellt, wie auch jeder andere Aspekt zum Mondknoten. Mit den
Eigenschaften von Entschiedenheit
und Konstruktivität, wird man dieses Quadrat auf die Mondknotenachse
letztendlich zu seinem Gunsten einsetzen können.
Bei einem
Sextil
wird
gleichzeitig ein Trigon zu dem anderen Mondknotenpunkt vorhanden sein.
Hier kommt es
drauf an, denn man kann mit dem Trigon zum absteigenden MK
negativ
gesehen ein Verhalten zeigen, um psychische Stabilität zu
bewahren, um auf bestimmte Dinge zu beharren oder man zeigt ein
Selbstverständnis für gewisse Dinge, die als nicht anfechtbar gelten.
Und mit dem Sextil auf den aufsteigenden
MK
kann man geneigt sein, die gegebenen Umstände für sich zum eigenen
Vorteil nutzen, insofern sich die von Verpflichtung befreite
Gelegenheit bietet, ohne dabei jedoch etwas für
seine Selbstverwirklichung getan zu haben; es kann ssogar
sein,
dass man den Planeten im Sextil dazu nutzt, die Eigenschaften,
die
mit dem Trigon zum absteigenden Mondknoten gegeben sind, zu stützen und
zu bestärken.
Ein Sextil zum absteigenden Mondknoten ist meiner Ansicht nach
weniger verführerisch an alten Haltungen oder Fixierungen kleben zu
bleiben. Ein Trigon zum aufsteigenden Mondknoten verheisst dem
Geborenen die Bedeutsamkeit der Gunst, die in der Integration
des
aufsteigenden Mondknotens liegt. Doch man kann das kaum
pauschalisieren, da es auch auf die beteiligten Planeten und
das
gesamte Radix ankommt.
Allgemein sagt man, die Mondknotenachse wird verwirklicht, indem man auch über die Aspekte geht. Förderliche Aspekte stellen dabei - sofern richtig genutzt - Hilfen dar. Ansonsten können in ihnen auch Verführungen liegen, man kommt zur Flucht in ein überholtes Verhalten oder geht die Wege nicht zuende. Dann kommen halbherzige Entscheidungen, Haltungen und Einstellungen zustande.
Die Mondknoten können aus mehreren Perspektiven betrachtet und gedeutet werden, auf einer psychologischen als der massgeblichsten Ebene, und die schicksalshafte, gesellschaftliche Ebene, und ebenso kann man am Mondknoten ablesen, was man mit in dieses Leben gebracht hat.
Die psychologische
Wirkung
des
absteigenden Mondknoten strebt in die Richtung der
Verwurzelung.
Der
aufsteigende Mondknoten erzeugt eine Wirkung der
Energien in
Richtung des
expansiven und
austreibenden. Mit dem aufsteigenden MK ist das Neue verbunden, weil
hier
Wachstum stattfindet, aber es findet in einem Neuland statt und die
vorfindbaren Verhältnisse müssen in jene Zielrichtung integriert
werden, die der aufsteigende Mondknoten in Zeichen, Haus und Aspekten
aufstellt. Daher auch die symbolische Umschreibung des aufsteigenden
Mondknotens als Ort der Integrationsleistung.
Wie
bei einer
Pflanze, will der
aufsteigende
Mondknoten uns in die Entwicklung neuer Muster und Strukturen bringen;
doch der Vergleich mit der Pflanze hört hier schon auf, denn der absteigende
Mondknoten greift nur symbolisch in die
Erde oder in die Seelische
Vergangenheit, in die Vergangenheit auch der Konditionierungen, und
bringt
eben nicht Stabilität als eine Errungenschaft, sondern ein Beharren und
Festhalten als einen krampfhaften Versuch, im Ei zu bleiben, anstatt
die Schalen der Begrenzung zu durchstoßen. Ein Planet am absteigenden
Mondknoten hat
daher mit sich selbst zu kämpfen, mit der Beharrung auf sich selbst,
mit
seiner Isolierung vom übrigen. Man steht auf sich selbst mit dieser
isolierten Einseitigkeit, die oft konkret durch
das Zeichen angezeigt ist, in dem der Planet (nicht der MK) steht.
Positiv ist ein solcher Planet geschützt und man kann ihn in der Regel wunderbar einsetzen. Es sei denn, ein solcher Planet ist mit seinen Eigenschaften weitgehend isoliert, zB wenn die entsprechende Qualität im übrigen Radix nicht unterstützt wird. Bei vielen erfolgreichen Sportlern, die über ihre Grenzen hinauswachsen, kann man aktive Planeten (zB Mars, Jupiter, Uranus) am absteigenden Mondknoten entdecken. Man kann annehmen, dass passive Planeten in ähnlicher Weise für besondere Leistungsfähigkeit stehen, nur eben in anderen Bereichen; sofern es Gründe (Antriebe) gibt, diese Fähigkeiten auch einzusetzen. Diese Antriebe sehen natürlich bei Sportlern anders aus (zB Quadrate zwischen übrigen Planeten), als wie bei Wissenschaftlern (Oppositionen) oder Sozialarbeitern (hier mögen allgemein alle möglichen Faktoren in Frage kommen, die für Sensibilisierung oder Einfühlung stehen, oder einen solchen Reiz liefern). Fehlt ein solcher Anreiz, bleiben die Kräfte des absteigenden Mondknoten allerdings oft genug wie in einem Gefängnis und finden für dieses Leben keine Entfaltung.
Andererseits
haben wir auch einen vertrauten Umgang mit den Kräften des
absteigenden Mondknoten, denn mit diesen Kräften fühlten wir uns seit
eh und je verbunden. Doch was nutzt es schon, auf ewig an ein
bestimmtes Muster und eine bestimmte Art gebunden zu sein??
Diese
Einseitigkeit der Muster gilt auch für das Haus, ja ganz besonders für
das Haus, denn man hat hier im
Grunde ein Haus, das oft Probleme an einen stellt, weswegen man auch
"kleben bleiben" kann am absteigenden Mondknoten, insofern man sich
nicht aufraffen kann, einen neuen Weg zu gehen.
Sicher, es ist
wichtig, diese Bedürfnisse des Hauses des absteigenden MK zu
befriedigen,
aber es ist nicht das
einzige Zeichen und Haus, es gibt noch die anderen Häuser. Und vor
allem gibt es das
gegenüberliegende Haus mit dem aufsteigenden Mondknoten, denn hier
liegt
gewissermaßen das Tor zur Befreiung aus der Einseitigkeit.
Das
Haus des
absteigenden Mondknoten stellt Bedingungen auf, an die man sich so
lange
ausgeliefert empfindet, wie man das gegenüberliegende Haus des
aufsteigenden Mondknoten nicht integriert in die ganze Lebensart oder
Lebensweise. Dann stellt man fest, das dort eigentlich wirklich
Freiheit liegt. Man empfindet nun eine gewisse Ganzheit, die man für
sich erringen kann.
Die
Zuordnungen von Saturn zum absteigenden Mondknoten
und Jupiter
zum
aufsteigenden Mondknoten machen Sinn, denn die energetische Wirkung der
Mondknotenpole entsprechen tatsächlich sehr diesen beiden Planeten.
Am
absteigenden Pol geht es um Substanz und am aufsteigenden um das
Potential - Substanz und
Potential sind sehr verschiedene Dinge, denn die Potentiale müssen erst
gefügt und integriert werden, und die Substanz ist schon fertig gefügt
und kann dem weiteren Prozess nur noch als Boden und Grundlage dienen,
was natürlich richtig und wichtig ist.
Es geht hier
um die
energetische Wirkung der Konzentration (Saturn) und Entfaltung
(Jupiter), wobei man letzteres noch erweiternd erklären müsste mit den
Begriffen Integration, Vervollständigung.
Meinem
Empfinden nach passt auch die Sonne zu dieser Symbolik, und
man siehe: die
Mondknotenachse korrespondiert mit den Schnittpunkten der
Umlaufbahnen von Mond und Sonne. Und der Mond hat einen symbolischen
Bezug zu
Saturn, da es bei beiden um konzentrierte Erfahrung geht. Die Sonne
steht auch für Integration. Also wäre eine weitere Möglichkeit der
symbolischen Zuordnung mit Mond und Sonne gegeben.
Der
absteigende Mondknoten symbolisiert den Zustand, der entstanden ist,
weil etwas in der Vergangenheit erschaffen wurde, aber nun
will
der
aufsteigende Mondknoten wiederum etwas neues schaffen.
Die
alte
Struktur muss nun der zu bildenden, neuen Struktur (oder Sache, Energie
etc.) dienen, es ist die Aufgabe, eben das Neue zu integrieren, um
etwas zum Wachstum zu bringen, das als Grundlage das Alte hat.
Gewöhnlich ist es gar nicht so schwer, das Zeichen des aufsteigenden MK
zu integrieren. Die Energie des aufstg. MK lädt dazu ein, aber oft
verliert man es aus der Aufmerksamkeit, wenn nicht gerade ein
Planet dort steht.
Man darf allerdings nicht pauschal davon ausgehen, dass das Zeichen und der Planet am absteigenden MK schon sehr entwickelt wären, insofern wir doch so viel Umgang damit gepflegt hätten, denn das Gegenteil ist in den meisten Fällen zutreffend. Es ist eine archaische Rohheit mit dem Ausdruck des absteigenden MK verbunden. Es fehlt eben die Ergänzung des anderen Pols. Und es ist eben der Bezug auf ein Innen-Ich mit dem absteigenden Mondknoten verbunden, und zwar in einer etwas behäbigen Weise.
Ein Planet am absteigenden Mondknoten kann grundsätzlich als Hindernis gedeutet werden, uns im Ganzen weiter voran zu entwickeln. Er ist aber nach wie vor wichtig, doch jetzt muss das gegenüberliegende Zeichen am aufsteigenden Mondknoten als Ergänzung hinzugenommen werden. Die Verwurzelung am absteigenden Mondknoten steht für einen Lernprozess der Loslösung, man muss die eigene Bildnheit für den aufsteigenden Mondknoten überwinden.
Quadrate auf die Mondknotenachse machen diesen Bezug auf das Zeichen des aufstg. MK noch umso nötiger.
Ein Planet wird hier am absteigenden MK in gewisser Weise festgezurrt, eingesperrt, festgehalten, und vom übrigen Radix abgeschloßen. Dieser Planet verursacht als psychologische Haltung immer einen Bezug nach Innen und auf sich selbst. Positiv daran ist natürlich, dass man sich hier auskennt, der Planet ist einem mehr vertraut geworden. Vielleicht muss man etwas Distanz aufbringen, um nicht zu sehr an ihm kleben bleiben. Hier steht besonders das betroffene Haus im Vordergrund, weil der Planet und der absteigende Mondknoten diesen Lebensbereich als gewichtiges Thema definiert haben, in dem nicht immer alles glatt zu laufen scheint, weil überholte Einstellungen nichts nach vorne bringen. Das rührt auch daher, weil hier viele Energien zusammen kommen und sich verdichten, vor allem durch die Neigung, den betreffenden Planeten am absteigenden Mondknoten (gilt auch für Aspekte) zu oft einzuspannen in nur ganz bestimmte Aufgabenbereiche, eben indem man den Bezug zum Ganzen vernachlässigt.
Am aufsteigenden Mondknoten scheinen die Energien dagegen nach Verknüpfung und konstruktiver Bezugnahme zu streben, sie müssen oft geradezu integriert werden, zu einem Sinn und Zweck gebracht werden, und ein persönlicher Umgang gefunden werden.
Und so stellt der absteigende MK einen karmischen Faktor dar. Hier ist der Punkt, an dem auch eine Kraft auf unsere Neigung ausgeübt wird, nämlich zu sehr den Blick nach innen zu richten, man richtet den Blick zu wenig in die Welt (anscheinend eine Grundbedeutung des absteigenden MK). Es besteht eine Neigung an unseren Verhaltensmustern oder den betreffenden Zeichenqualitäten zu sehr festzuhalten, man hält die mit dem absteigenden Mondknoten zusammenhängenden Eigenschaften irgendwie für zu wichtig; das Resultat ist, ihnen zu grosses Gewicht zu geben. Der absteigende MK trägt zu diesem Bezug auf das eigene "Ich" eine saturnische Qualität bei: Bei Saturn will man bewahren, und findet darin Vertrauen, wenn man Kontinutität und Gleichartigkeit erfährt. Aber es ist ein tatsächlicher und energetisch verursachter Sog, der den absteigenden Mondknoten zu seinen Eigenschaften von Konzentration, Kontraktion und Zusammenziehung bringt. Das Verhältnis des absteigenden Mondknoten zum ganzen Übrigen des Radix muss vom Geborenen geklärt werden.
Am
aufsteigenden Mondknoten sind die Energien geöffnet und es
ensteht ein energetischer Sog, der mit folgenden Eigenschaften
beschrieben werden kann: Aufstrebend, Ungebunden und damit
Losgelöst,
geöffnet. Es ist der verheissungsvolle Beginn einer Konstruktivität.
Ungeordnete
Bezüge, aber auch Bindungskräfte, die allerdings einer Integration
bedürfen. Ohne Integrationsleistung bleiben die Energien unerfüllt.
Der
Effekt nach erfolgter Integration
geht in das
Bewusstsein oder in die Psychologie ein, als ein wahrnehmbarer Sinn.
Ein Sinn, der darin liegt, etwas geschaffen zu haben, geschafft zu
haben, etwas in ein Ganzes
integriert zu haben. Bestimmung zu erfahren.
Diese Bestimmung
ist
polar entgegengesetzt der Langeweile, die man am absteigenden
Mondknoten empfindet.
Der aufsteigende Mondknoten bringt bei erfolgreichen Integrationsbemühungen den Reiz von Lebenslust einerseits, und ein in die bewusste Wahrnehmung und Mentalität strömende konstruktive Lebensauffassung andererseits. Erfüllung.
Kommt
man nicht zu der Verwirklichung des aufsteigenden Mondknoten, entsteht
subtil ein vager Eindruck, an etwas vorbei zu
leben, etwas nicht als sinnhaft erfahren zu können, abgeschlossen zu
sein. Dies bildet durchaus ein unterschwelliges Lebensgefühl und hat
gewichtigen Anteil
daran, dass ein Mensch sein Leben nicht als sinnvoll erfahren
kann!
Die
Energien des aufsteigenden Mondknoten hinterlassen in der Weise einer
Nichtbeachtung also dennoch eine Wirkung - es fehlt eben die
Integrationsleistung.
Man
weiss in der Regel bei einem aufsteigenden Mondknoten oft
nicht um
den Weg, sofern in dessen Haus und Zeichen kein anderer Planet steht,
der die Hinlenkung zum Mondknoten etwas erleichtert. Steht ein Planet
am aufsteigenden Mondknoten ist dieser praktisch und konkret zu
integrieren. Dieser Planet ist Neuland und kann durch Erfahrung und
Öffnung für das Leben schliesslich in das eigene Sein integriert
werden. Daraus entsteht dann ein Eindruck von Erfüllung.
Aus
diesem Grunde, dass der aufsteigende Mondknoten so viel mit Integration
zu tun hat, erklärt sich die Bedeutung des aufsteigenden
Mondknotens als grundsätzlicher Kontaktpunkt mit der
Öffentlichkeit.
Eine mögliche Erklärung sieht so aus: In
der Begegnung zwischen zwei Menschen
handelt es sich um zwei verschiedene Positionen, und es gibt keine
Gleichartigkeit. Diese wäre faktisch auch gar nicht möglich.
Also
treten stets zwei verschiedene Positionen in einer Begegnung
aufeinander, und verursachen einen gewissen "Strudel" der noch nicht
integrierten Energien und Positionen, woraus stets in der Begegnung
etwas neues entstehen kann. Dieser Umstand verweist auf
die
Inkarnation als solches, in der uns aufgeben ist, zu wachsen, also neue
Erfahrungen zu integrieren. Auf der Ebene des Wachstums ist
der
Impuls des aufsteigenden Mondknotens nur sekundär für uns, denn die
wirklichen Wachstumsaufgaben werden durch die Planeten gezeitigt.
Dennoch bildet der Mondknoten ein wichtiges Trittbrett, um die Energien
des ganzen Lebens (und Radix) in eine angemessene Richtung zu
bringen, meist einfach, indem die Integrationsleistung erbracht wird.
Ohne diese für den aufsteigenden Mondknoten wichtige
Integrationsleistung kann uns der "Strudel" ungeordneter Bezüge und
schicksalshafter Einflüsse (mögen sie im Kontext des Ganzen noch so
geringfügig sein), leicht ablenken, weil sie für Problemzonen sorgen,
die bei fehlender Bewältigung ein Schwergewicht der Erfahrung bilden.
Es geht beim Mondknoten und seinem Bezug zur Begegnung mit der Öffentlichkeit (oder einzelnen Personen) nicht um Harmonie und Austausch, sondern um eine grundlegende Struktur von Begegnung. Die allgemeine Atmosphäre dessen, was in konstruktiver Weise niederschlägt als Resultat der Begegnung, ist am Zeichen des aufsteigenden Mondknotens abzulesen. Es ist das Klima, mit dem ein Mensch bei einem anderen einen Eindruck hinterlassen hat, und zwar indem man erkennen kann, was dieser der Begegnung beigetragen hat, und allen Situationen als Hintergrund hinzufügt, die mit der Begegnung zusammenhängen können. Insofern kann man die Wirkung des aufsteigenden Mondknoten ein wenig mit der Wirkung des Sonnenprinzips vergleichen, weil hier Gestaltungen von "Begegnungsräumen" und Atmosphären der Begegnung geschaffen werden.
Hierbei
braucht nichts in
der
Welt an Angelegenheiten manifestiert werden, um diesen Bezug zwischen
Mondknoten und Öffentlichkeit herzustellen, sondern jeder der
Beteiligten wird vom Energiefeld und der geistigen
Position des anderen beeinflusst, ob er will oder nicht - und
genau das, was nach der Begegnung mit einem geschehen ist, und was als
Resultat einer jeden Begegnung als Realität geschaffen wurde oder was
erweitert wurde, entspricht dem Resultat der Integration, die in dem
Begegnungsverhalten meist automatisch erfolgt. Kein Horoskopeigner kann
auf der Ebene der "Begegnung mit der Öffentlichkeit" verhindern, dass
das Zeichen des aufsteigenden Mondknotens in dieser unwillkürlichen
Integrationsleistung ausgedrückt wird. Allenfalls kann das Niveau und
die Maßstäbe des Ausdrucks bestimmt werden, was oft allerdings einher
geht mit der bereits erreichten Verwirklichung der Sonnenkraft.
Es
geht auch nicht um Beeindruckbarkeit in einem Sinne des 8. Hauses,
sondern der Mondknoten steht einerseits für das, was man in sich
verwurzelt hat (absteigender Mondknoten), und was man auf der anderen
Seite neu in sich aufnimmt, und zwar unabhängig davon, ob ein Gegenüber
das bewusst oder unbewusst beabsichtigt. In dieser Weise erfüllt
sich bereits eine Begegnung, bevor der bloße Kontakt
erweitert wird zum persönlichen Austausch oder der konkreten
Vermittlung von
Bedürfnissen und Informationen - dann wird der Ausdruck verstärkt und
vertieft. Beide Personen, die sich begegnen, tragen auf ihre Weise dazu
bei, das Zeichen ihres jeweiligen Mondknotens in die Situation der
Begegnung zu tragen, und hinterlassen jeweils beim anderen einen
Eindruck der unwillkürlichen Integrationsleistung. Diese
Integrationsleistung entsteht aus einem Lebensimpuls heraus, der ebenso
eine Entsprechung zum aufsteigenden Mondknoten zu sein scheint und den
man vielleicht in Verbindung bringen kann, mit jenem Impuls, mit dem
etwas auf Erden inkarniert wird und beginnt Bezüge (zur Aussenwelt)
aufzunehmen.
Man bringt sich mit dem aufsteigenden Mondknoten ein in die Gesellschaft. Hier wird etwas offenbar und sichtbar, was auch etwas über uns aussagen kann. Hier findet der Wachstumsprozess bezüglich der Mondknotenachse statt. Und auf dieser Ebene persönlichen Wachstums, entscheidet sich auch, was wir der Gesellschaft konstruktiv beitragen können.
Wo der absteigendende Mondknoten
oft
einen Druck mit sich bringt, bringt der aufsteigende aber gewöhnlich
die Luft einer
gewissen Losgelöstheit und Freiheit.
Hier ist ein Punkt
geschaffen,
wo
Verbindungen zwischen uns und dem öffentlichen Leben zur Geltung kommen
können.
Die Aspekte zum Mondknoten zeigen nicht nur an, wie dieser Kontakt abläuft, sondern auf welche Weise wir uns einbringen, vielleicht auch, was von uns erwartet wird, oder aber was diesen Kontakten erschwerend hinzu kommt. Das Zeichen des aufsteigenden Mondknoten und Planeten im Aspekt zum Mondknoten zeigen, was wir für die Gesellschaft oder andere vorzuweisen haben, was hier bei uns für die öffentliche Welt des Wirkens vorfindbar ist und Interesse an uns erzeugt.
Der
absteigende Mondknoten kann ein Talent und
nützliches oder
grundsätzliches Wissen
bereit stellen, in anderen Worten handelt es sich um Substanz.
Man
könnte sagen, es ist ein Erbe, das man mit in dieses Leben nimmt. Aber
wirklich von Nutzen werden diese Eigenschaften (vor allem an der
Zeichenqualität abzulesen) erst dann, wenn man auch den aufsteigenden
Mondknoten (Zeichen, Haus, Aspekte auf MK) verwirklicht.
Unter Umständen kann der Herrscherplanet des absteigenden Mondknotens nähere Auskünfte über die Art dieser Talente, oder die bereits vorhande Substanz aufzeigen, und zwar ganz besonders hinsichtlich des Hauses, in dem dieser steht. Und natürlich in erster Linie anhand Konjunktionen, die dieser Herrscherplanet des abstg. MK hat und weitere Aspekte. Hierzu sollte man keineswegs die Asteroiden oder Fixsterne vergessen, in zweiter Linie auch die Aspekte beachten, die der Mondknoten erhält von Planeten. Man sollte für diese Beziehungen die Kochhäuser wählen.
Zum
Beispiel kann der absteigende Mondknoten
in Widder stehen (6. Haus), und der Herrscherplanet Mars steht im 8.
Haus. Dies kann für ein Wissen um die Psychologie des Menschen
stehen. Das 8. Haus kann man in Bezug zum Schlagwort "Verbindlichkeit"
setzen, aber auch übersetzen als Verbindlichkeit gegenüber tief
sitzenden
Verhaltensmustern, bis dass diese abgelöst oder überwunden werden - und
das sind ja die Themen der Psychologie, und ein Planet in einem Haus
veranschaulicht durch dieses Haus und die Aspekte, die der Planet
erhält, Erfahrung und Wissen, ebenso
die Zielrichtung eines Interesses, und nicht nur die persönliche
Aufgabenstellung, die allgemein mit dem Mondknoten zusammenhängt. Das
erhält zusätzliche Tragweite, wenn der Herrscherplanet des
absteigenden Mondknotens in einem weiteren Bezug zum
Mondknoten steht (durch Aspekte, Spiegelpunkte, Halbsummen
usw.).
Zusammen
mit dem 6. Haus des Mondknoten und dem 8.
Haus des Herrschers ergibt sich die typische Konstellation eines
Psychiaters oder Therapeuten, der vielleicht bereits aus vergangenen
Leben über Talente
in Bezug zur Beobachtung und Ergründung menschlichen Verhaltens verfügt.
Es
kommt natürlich auf die
Gesamtanlage des Radix an, und die genannte Konstellation kann ebenso
für einen Gerichtsvollzieher
stehen, der sich um Verbindlichkeiten auskennt, und die von Gläubigern
eingefordert werden. Die Entsprechungen sind vielzählig, und ohne den
gesamten Blick ins Radix nebst Kenntnis des Horoskopeigners kann man
hier natürlich keine stimmige
Entsprechung auswählen. Der
Rückschluß auf
mögliche und verborgene Begabungen kann helfen, das Leben in seiner
Bestimmung zu verdichten.
Manchmal sind diese
Talente mit dem
Beruf zusammenhängend, den man in diesem Leben gewählt hat, mit
Begabungen, die sich im Alltag nutzen lassen, oder es hat
mit den Lebensumständen zu tun, oder auch einfach mit
persönlichen
Verhaltensmustern und persönlichen Schwierigkeiten, die sich aus der
eigenen Psychologie und Einstellung ergeben.
Das Haus des absteigenden Mondknotens ist natürlich ebenso wichtig, um sich ein Gesamtbild zu verschaffen, es liefert oft den entscheidenen Deutungsschritt für diesen wahrlich interessanten Aspekt des absteigenden Mondknotens, hinsichtlich der Talente und "Mitbringsel" aus vergangenem Leben.
Man kann diese Talente auch als tief verankertes Wissen bezeichnen, etwas worin wir uns zuhause fühlen und wo es uns leicht fällt, weiter voran zu kommen.
Bei
mir selbst zum Beispiel steht der absteigende
Mondknoten
für mein persönliches Erbe bezüglich der Astrologie: Mondknoten in
Zwillinge (11. Haus), Herrscherplanet Merkur (5. Haus) in Konjunktion
mit Urania (Urania steht
ganz besonders für die Astrologie) und Merkur in Konjunktion mit Neptun
(der Orbis von 8° wird durch das dasselbe Zeichen und Haus annehmbar);
weiterhin gibt es ein genaues Trigon zwischen Merkur und
Chiron. Merkur ist der Vermittler und stehtt auch klassisch schon für
die Asrologie, besonders wenn Neptun beteiligt ist. Aber auch Chiron
steht für esoterisches Wissen und Kenntnisse um
Ganzheiten und somit auch in leichtem Bezug zur Astrologie.
Man
sieht daran, wie praktisch die Asteroiden bestehende Grundtendenzen des
Radix mit stimmigen Bedeutungen ausfüllen.
Hier am absteigenden Mondknoten wissen wir Bescheid und können - falls wir die richtige Richtung einschlagen - auch in diesem Leben das Wissen weiterentwickeln, weiterführen oder überhaupt sinnvoll zum Einsatz bringen.
Allerdings bleibt auch hier wichtig, dass der absteigende Mondknoten mehrere Bedeutungsebenen hat: wenn es keine wirkliche Entwicklung der ganzen Persönlichkeit gibt, bleibt dieses Wissen nur oberflächlich genutzt und oft verstrickt man sich in die übergeordnete Problematik des absteigenden Mondknotens, die zum grundsätzlichen Thema im Leben anwachsen kann.
Die Mondknoenachse kann eine Grundtendenz zeigen, eine Beharrung in die Richtung des absteigenden Mondknotens, und ein Streben in die Richtung des aufsteigenden Mondknotens. Der aufsteigende Mondknoten verlockt und reizt, man muss nur noch den Weg zu ihm finden.
Dort, wo der aufsteigende MK steht, findet die wichtige Auseinandersetzung statt, wenn es um die Integration des ganzen Selbst geht - der Horoskopeigner wird gewöhnlich hier auch die Entfaltung suchen. Schwierig wird es, wenn am absteigenden Mondknoten Planeten stehen. Dann muss der aufsteigende MK regelrecht gesucht werden - ansonsten drängt er sich meist von selbst als Notwendigkeit auf. Das kann verbunden sein mit dem Eindruck der Neuartigkeit einer Erfahrung.
Stehen
die meisten
Planeten und der aufsteigende Mondknoten
in der oberen
Hälfte, fehlt der tendenzielle
Ausgleich,
denn der aufsteigende MK
in der oberen Hälfte verstärkt die übrige Tendenz dann ja noch. Die
Gefahr ist hier die
Einseitigkeit, man könnte zum Beispiel alle Entwicklung und Entfaltung
in den Beruf und dem öffentlichen Wirken investieren, während man
zuhause und vor allem in seinen Grundlagen des Psychischen (untere
Hemisphäre) sich nur wiederholt und dort
keine Entwicklung anstrebt (bedingt durch die Tendenz der Beharrung
durch den absteigenden
MK).
Diese Gefahr einer Vernachlässigung ist übrigens
weniger gegeben, je näher die Mondknotenachse an der
MC/IC-Achse
steht, weil dadurch die bewusste Aufmerksamkeit direkt auf
dieMondknotenachse gelenkt wird, sofern der Abstand zur
MC/IC-Hauptachse nicht grösser als 15° ist.
Siehe
folgendes Beispiel:

Andererseits stehen hier auch viele Kräfte zur Verfügung, um den aufsteigenden Mondknoten in seinem Quadranten und der oberen Hemisphäre bei der Integration zu helfen. Gewöhnlich sollte man diese Ausrichtung von Tendenzen als vorteilhaft ansehen können.
Es kann aber sein, dass man in gewisser Weise von der Integration des aufsteigenden Mondknotens (Haus und Zeichen, ebenso Aspekte des MK) abgelenkt wird, weil die Kräfte der anderen Planeten anderes verlangen. Man muss alle diese Kräfte versuchen in die Richtung des Mondknotens zu bringen, dann fällt einem die Integration des MK leichter. Man darf natürlich nicht seine angestammten Konstellationen (dieser Planeten) total vernachlässigen oder verdrehen, sondern sollte versuchen, all diesen Planeten eine Richtung zu geben, die genügend ist, um die Anforderungen des aufsteigenden Mondknotens gerecht zu werden.
Wenn der aufsteigende Mondknoten in der oberen Hälfte, aber die meisten Planeten in der unteren Hälfte stehen, ist die Grundtendenz eigentlich einseitig in Richtung des Seelischen gelagert, so kann der aufsteigende MK hier einen Ausgleich bringen.

In diesem Fall ist die Gefahr nicht Einseitigkeit, sondern eine Schwierigkeit den fernen Weg zum aufsteigenden Mondknoten zu finden und zu gehen, der ja gegenüber den Planeten isoliert steht.
Hier geht es noch mehr darum, die alten Wege zu hinterfragen (zB Verhaltensmuster), weil man zu diesen alten Wegen wegen dem absteigenden MK und dem Bezug auf die Planeten auch leichter finden wird, es entsteht eine gewisse Konzentration und ein Selbstbezug. Und das ist so, weil einem die Unterstützung für den aufsteigenden Mondknoten fehlt.
Massgeblich ist hier der Eindruck sich ins Neuland zu begeben, aber auch in ein unwägbares, unsicheres Neuland, ohne Möglichkeit einen Halt zu finden. Diesen Halt muss man sich selbst erarbeiten und das erfordert ein bisschen Wagemut. Es kann sein, dass einem der Weg einfach zu weit erscheint.
Man sollte sich für neue Möglichkeiten öffnen: der aufsteigende MK in der oberen Hemisphäre fordert die Hinwendung zur Welt, und den Möglichkeiten in ihr. Das kann bedeuten, jene Dinge, die man selbst tut oder hervorbringt, zu einem wirklichen Nutzen zu bringen, was dann der Fall ist, wenn zB auch andere etwas von den eigenen Taten haben. Genauer gesagt heisst es hier, dem Leben Bedeutung zu geben. Hier gilt es irgendeinen Kontakt mit der Aussenwelt (obere Hemisphäre) zu suchen, was in vielerlei Weise geschehen kann und nicht unbedingt in einem offensichtlichen Kontakt oder einer direkten Teilhabe am öffentlichen Leben bestehen muss, sondern es kann auch eine Erweiterung des Horizonts bedeuten. Man fühlt sich einfach im Leben angekommen, wenn man Bezüge mit dem Leben und den Schöpfungen anderer aufstellen kann.
Pluto
bringt ans Licht, damit neu entschieden werden kann, was aus
dem
ans Licht getretenen Eigenschaften oder Haltungen werden soll. Pluo lässt sein Ebenbild im Skorpion-Prinzip erkennen.
Es
ist ein Prinzip, dass Substanz von Wirklichkeiten vor sich hält, das es
einzuverleiben (Stier) oder als Leitbild zu entwerfen (Skorpion) gilt.
Das Plutoprinzip bindet eine starke Vorstellung an sich. Es ist an sich
ein Bild. Ein Vorstellungsbild; eine Vorstellung, die noch
Wirklichkeit werden will. So wenn ich erwarte, dass etwas geschieht und
darauf dränge, weil ich das entsprechende Bild davon entwerfe. Es ist
egal ob ich es draussen vorfinde, oder als Idee über ein legitimes
Aussen (es muss nur für mich funktionieren) in mir erfinde, als Vorstellung wach rufe. Und der Verbrecher würde sich eines mächtigen Vorstellungsbildes
verschreiben, wenn er sich vor Augen hält, was für ein toller Fang es
wäre, dass dies Wirklichkeit wird, vor allem weil es möglich scheint.
Es ist "überzeugend", überzeugend genug, dass der Handelnde es für sich
Wirklichkeit werden will. Das Gefühl, die eomtionale Überzeugung
sozusagen, ist der Leitträger dieser Idee von Wirklichkeit.
Bei
Pluto muss meist eine Haltung
gefunden
werden, um mit den starken und grösstenteils aufwühlenden Energien
einen Umgang und Kanal zu finden. Diese Energien rühren aus dem tiefen
Unbewussten her, und können deshalb auch selten leicht
beobachtet werden in ihren Ursachen, so wie man seine Gedanken
beobachten könnte. Dennoch können Bilder und anfassbare Wirklichkeiten
darüber entstehen, die dann befolgt werden. Pluto/Skorpion auf der
einen und Stier auf der anderen Seite. Zwei unterschiedliche
Prinzipien, die ein beiden gemeinsames übergeordnetes Prinzip
auszudrücken gedenken (das der Achse), auf der sich beide Prinzipien
befinden.
Der Pluto ist bereit zu opfern, auch Sicherheiten, um das Ziel zu
erreichen. Bei beiden, Stier und Skorpion, geht es um das verlockende
Bild von Wirklichkeit, das als Bild auch auf dem Weg gefühlt wird, als Emotion, nicht anders wie man auch andere Emotionen als Träger von handfesten Wirklichkeiten empfindet.
Wirklichkeiten, die anfassbar sicher, d.h. entweder gefühlsmässig oder
materiell und existenziell gebunden. Beide weisen dieselbe
Leitbildfunktion auf.
Die Energien des Pluto bringen jedoch manchmal an der Oberfläche auch fixe Vorstellungen und Verhaftungen mit sich. Es kann sich auch um die Verstrickung in Situationen handeln, aus der man sich nicht befreien will, weil man irgendetwas nicht missen will, oder einen Machanspruch geltend machen will.
Pluto
bringt uns aus der Tiefe das empor, was wir uns anschauen sollen, um zu
entscheiden, was daraus werden soll. Eigentlich holen wir mit einem
erkannten Trieb oder der Leidenschaft die fixen Vorstellungen und
Erwartungen
herauf, und die gilt es unter Umständen zu wandeln. Dann lassen wir
das, was wir herauf geholt haben wieder "bereinigt" von diesen
Vorstellungen und Erwartungen sinken. Das ist für mich auch die
Therapie und Regeneration, die man mit Pluto in Zusammenhang bringen
kann.
Was er ebenfalls hinauf bringen kann, ist ein Wille,
der
sich
durchsetzen will, oder gewisse Aufwallungen, die durch Reize von aussen
aktiviert werden. Genau da gibt es dann die Möglichkeit, sich wieder zu
entscheiden zu einer neuen und reiferen Haltung. Meist geht es um den
springenden Punkt, etwas loslassen
zu können, oder, wenn es wirklich sein muss, weil es gut ist, oder
wichtig genug ohne destruktiv zu werden, festzuhalten und gewahr zu werden.
Im karmischen Sinne handelt es sich bei Pluto in der Regel um Energien, die das Bisherige zu ersetzen notwendig machen - in manchmal sehr unterschiedlichen Weisen. Dabei handelt es sich oft um Bindungen und Haltungen, die überwunden werden sollten.
Bei Pluto geht es um Machtthemen, tief verwurzelte Strukturen und Energien in der Psyche, der Persönlichkeit aber auch innerhalb von Beziehungen, auch unbewusste Regungen wie Schattenthemen von einem selbst, oder von anderen, an die man gerät.
Allgemein steht Pluto für den unbedingten Durchsetzungswillen (ähnlich Mars, nur ist Pluto emotionaler). Man empfindet ein starkes Bedürfnis in irgendeiner Weise die Kontrolle über das Geschehen zu haben, oder zumindest nicht den Eindruck zu haben, dass andere die Kontrolle an sich reissen. Ausserdem ist als positive Kraft die Einstellung zu nennen, dass man sich selbst etwas beweisen möchte und über sich hinaus wächst. Auch darin liegt im eigentlichen Sinne eine Wandlung, und zwar eine Wandlung des Niederen ins Höhere.
Besonders
bei Spannungsaspekten kann man Pluto extrovertiert leben. Das
bedeutet oft, dass man das Potential der Wandlungskräfte auf andere
projiziert, die anderen sollen sich dann dem Eigenen fügen (und sich in
gewisser Weise wandeln).
Eine dazu gegensätzliche
Möglichkeit
ist die introvertierte Art, den Pluto
auszuleben. So gerät man freiweillig (oder unfreiwillig und damit
unbewusst) an solche
Situationen und Menschen, wo man an einen starken Willen
gerät. Man will sich diesem gegenüber nicht etwa behaupten (das wäre
die extrovertierte Art), sondern
ist bereit sich selbst zu wandeln und mit dem starken Willen
eines
anderen zu
gehen. Auch diese Verhaltensart
kann Probleme mit sich bringen, wenn es einem irgendwann zu viel wird
und sich die Eruption einer Erfahrung ausbreitet, dass die Grenze
endgültig oder zu stark überschritten wurde.
Es
geht bei Pluto nicht generell um den abstrakten Tod
(zB in Form eines Loslassens von Erwartungen) oder das
Scheiden an
sich, das sind nur beiläufige und
mögliche Resultate, so ähnlich wie Saturn als beiläufiges Resultat uns
zur Verantwortung oder Disziplin bringt.
Sondern es geht in erster Linie bei Pluto um die
Erkenntnis von dem, was für uns echten Wert aufweist, und was keinen
Wert hat.
Es geht um Gegenwärtigkeit, die es wert ist erfahren zu werden, und
zwar tiefgründig.
Im Fluß des Lebens geht es darum, den vitalen Impuls weiterzuführen,
der besteht aber als Teil unseres animalischen Willens, und
nicht
so sehr als Identifikation unseres Geistes. Fast immer ist jede
Identifikation in Bezug zu Pluto ein Zeichen für
Unausgewogengeit.
Wenn es aber (echter) Wille ist, dann ist es oft ein gutes Zeichen, es
sei denn er führt zum erkennbaren Unsinn, Untergang oder Zerstörung,
Auslöschung von Bedeutung. Überhaupt ist Distinktion
anzutreffen:
Auslöschung eines Reizes. Das kann auch positiv sein. Meist ist es aber
auf Zorn und Abneigung gegründet, mit der man sich erhofft, Distanz zu
schaffen zu seinen eigenen Abgründen.
Der Wandel des Lebens fällt uns nur deshalb so
schwer, weil wir so viele Identifikationen und fixe Vorstellungen haben.
An sich ist Pluto
ein animalischer Teil in uns, der mit niederen
Beweggründen
in Verbindung steht: starke Emotionen der Leidenschaft, des
Habenwollens oder Zorn als "Abfertigung" und Abreaktion.
Man
kann
auch
Angst vor diesen Leidenschaften haben, wodurch sich komplizierte
Sublimationen ergeben (Strukturen in der Psychologie des Menschen, die
auf Umwegen die Energien ausleben oder gar zurückhalten). Es können
Kontrollverluste und Ohmacht erzeugt werden.
Man
kann durch solche Energien oder Ängste im Schach gehalten werden; durch
Energien,
die
bei Pluto sehr oft auch in Form von Situationen, Ereignissen,
Begegnungen oder Beziehungen an uns herantreten. Pluto verursacht nicht
etwas Konkretes, sondern überträgt das Konkrete,
was nur der
Erfahrung anhaftet irgendwie (ein wenig mit Saturn
zu vergleichen). Pluto bringt uns eine Erfahrung, auf die eine
Reaktion und
Haltung entweder gehalten werden will, oder gewandelt werden muss.
Saturnprobleme lösen,
heisst
Kraft zielgerichtet auf einen Zweck hin so
zu organisieren, dass sich eine langfristige Stabilität ergibt.
Plutoprobleme lassen sich oft durch ein Loslassen lösen. Was sind denn
denn
diese Energien, die in uns empordrängen? Oft nur bloße Blasen, die uns
aushöhlen. Aber natürlich kann man das nicht verallgemeinern, denn
Pluto kann auch mit tiefen Komplexe verbunden sein, die nicht verdrängt
werden sollten. Meist muss die Transformation und Wandlung in
den
Fixierungen,
also den Gefühls- und Denkmustern stattfinden, und man braucht gar
nicht direkt an einem Trieb
oder an einer Leidenschaft ansetzen, denn letztere sind eben nur mit
Gefühls- und
Denkmustern verbunden. Ändern sich diese Muster, verändert sich auch
die Einstellung gegenüber Leidenschaften oder Trieben.
Man
hat oft Angst
davor, von aussen vereinnahmt zu
werden und
man setzt alles in Bewegung, damit dies nicht geschieht (damit man
nicht der Ohnmachtserfahrung ausgesetzt wird). Es ist auch hier eine
innere
Blase, angefüllt mit Energie. Und doch kann man nicht hineinstechen,
weil es wie Wasser ist. Es wühlt nur auf und versetzt in Rage, bis hin
zu Ohnmachtserfahrungen (wie bei einer Folter).
Mitunter
gibt es zwei mögliche Entsprechungen (besonders wenn Pluto in einem
Eckhaus steht): Ein
Wille lehnt sich
auf - gegen andere oder einen selbst. Das wäre meist die
unerlöste Variante. Und
die für einen selbst günstigere Variante lässt sich wie folgt
beschreiben:
Man wird von einem starken Willen
und Drang,
den man in sich weiss,
geleitet.
Wenn es um Belange der eigenen Art geht, so will dieser Wille, der mit Pluto verbunden ist, auch Bedeutung erfahren. Diese steckt in einer Vision, einer Vorstellung, einem Wunsch, etwas besonderes zu leisten, in einer Überzeugung, einer Verhaltensweise, und selbst in der Wandlung, die man mit Pluto oft erlebt, oder die man zuläßt. Die Bedeutung kann auch erwartet werden, und für die Bedeutung tritt man ein.
Ebenso kann Pluto ein Licht auf etwas werfen, allerdings ein Licht, das ausschließlich darin besteht, eine besondere Aufmerksamkeit zu zeigen. Es muss deshalb noch nicht bewusst werden, was man da genau "im Auge" hat. Aber das Licht erzeugt eine Faszination.
Pluto kann tiefe Erfahrungen verursachen, manchmal traumatische. Oft aber geht es wirklich nur um die Erfahrung an sich, man setzt sich zum Beispiel Gefahren aus, um eine besondere (Grenz-) Erfahrung zu machen. Das kann durchaus von Reiz sein, und das Leben bereichern, vielleicht auch zur Tiefgründigkeit führen, das Leben in der Tiefe helfen auzuschöpfen; - eine solche Grenzerfahrung kann aber auch sehr töricht werden, wenn sie nur noch um ihrer selbst willen ausgeübt wird.
Auf
die frühen
Erfahrungen
der Kindheit
anknüpfend, können sich lebenslange Ängste aufbauen oder
Komplexe.
Es wird mit
Pluto ein Punkt im Radix geschaffen, wo vieles einfach intensiviert
ist. Wenn man von Sensibilisierung und Diffusität bei Neptun spricht,
so kann man von Intensivierung und Tiefe bei Pluto sprechen.
Es
geht
aber auch um ein Bedürfnis, das gestillt werden will. Man will etwas in
der Hand haben (gewissermaßen um darin Bedeutung zu erfahren).
Steht Pluto zum Beispiel im zweiten Haus, wird das Thema Selbstwert in irgendeiner Form eine bedeutende Rolle im Leben spielen, und das muss nicht einmal auf offensichtliche Art geschehen.
Es gibt bei Pluto immer zwei Möglichkeiten: introvertiert und damit auf das Sein und die Psychologie bezogen, oder extrovertiert und auf Dinge, Äußeres, Weltliches oder andere Menschen bezogen.
Wenn man der Meinung ist,
unter
einem Pluto-Problem zu leiden (vor allem Pluto Quadrate), hilft der
Versuch, sich die Vergangenheit klar zu machen, und vergangene oder
auch
gegenwärtige Einflüße wertneutral und bewusst zu
betrachten,
und der Liebe
und dem Vergeben einen höheren Stellenwert zu geben als wie dem Hass
oder
der Abneigung (bzw. den aufwühlenden Emotionen).
Mit der Liebe zu
sich selbst ergibt sich Besinnung auf
das, was wirklich zählt. Was wirklich zählt sind die vitalen Kräfte des
Lebens und die mögliche Erhaltung dieser Kräfte, die in konstruktiver
Weise eingesetzt werden wollen. Gemeint ist die Liebe zu sich
selbst
und wenn man sich soweit bringen kann: auch die Liebe zu anderen, zum
ganzen
Leben an sich. Man ist, was man ist, selbst wenn man nicht das bekommt,
was man begehrt oder wovon man sich etwas verspricht... - was will man
festhalten an einer Leidenschaft und einem Eigensinn, der
alles zu zerstören vermag durch Blindheit?
Man
braucht
sich weder versklaven lassen, noch braucht
man vor dem Loslassen den ganzen Geschirrschrank
umstoßen.
Verzeihen (was man noch nicht einmal
verbal oder durch Gesten ausdrücken braucht), und das Loslassen sind
hier die Tugenden, anstatt
dem erneuten
Vertiefen
in alte
Emotionen
in die Falle zu gehen.
Bei Pluto handelt es sich entweder um Energien, die vereinnahmen wollen, oder es handelt sich um Energien, die unbedingt beachtet werden wollen (und was freilich oft nicht nötig ist und zum Verhängnis wird). Eine starke Überzeugung kann daraus erwachsen, das sind fixe Vorstellungen, oder im günstigsten Fall Visionen, und ein großer Wunsch nach Umwälzung und Bemächtigung (kann auch neutral oder positiv sein, nicht nur negativ; etwa wenn es um besondere Leistungen geht, oder Unternehmungen, Projekte, Erfüllungen).
Pluto ist ein Faktor, mit dem wir etwas Großes erwarten wollen oder können, und sogar herbeiführen möchten. Es ist der Wille, der auch immer noch mehr will.
In Bezug zum
Haus, in dem
Pluto steht, muss
man
also manchmal acht geben, dass man die Grenzen des Möglichen nicht
übertritt, zB in gesundheitlichen, sozialen oder finanziellen
Belastungen. Aus
diesen Eigenschaften von Bedeutung, Wille und Erwartung, wird dann auch
die Eigenschaft der Dominanz verständlich, denn wenn wir dominant sind,
oder uns in solche Selbst-Erfahrungsbereiche hinein bringen,
die
mit
Macht
und Dominanz zu tun haben, verschafft uns das auch sehr tiefgreifende
Erfahrungswerte. Das entspricht einer großen Bedeutung, die
mit
uns allein zu tun hat, und
mit
der wir uns leicht identifizieren können oder sogar identifizieren
wollen.
Das alles kann natürlich viele Facetten
beinhalten und muss
nicht immer negativ sein. Die Potentiale des Pluto sind manchmal auch
sehr natürlich, man
sollte Pluto nicht grundsätzlich als destruktiv erachten. Es ist unser
ungewohnter Umgang und mangelnde Transzendierung, die die niederen
Entsprechungen von Pluto ans Licht bringen.
In der Sexualität wird Energie zuerst zusammen geballt, bis dass sie explosiv entladen wird, was eine sehr tiefgreifende Erfahrung ist. So wird allgemein in vielen Bereichen des Lebens auch Energie investiert, mit der Erwartung eines späteren großen Nutzens (das ist die Erwartung und Bedeutung, die man sich erhofft), so erklärt sich auch die Manipulation mit all diesen Eigenschaften, die man Pluto zuschreiben kann. Die Macht der Suggestion ergibt sich aus dem Willen zur Kontrolle und Bewirkung, da scheint sicher die Kenntnis der verborgenen und unbewussten Muster als hilfreich - obwohl die Suggestion meist unbewusst diese Quellen benutzt - was aber auch bewusst geschehen kann, wenn auch oft die Richtung unklar bleibt und der Erfolg zufällig: Dann wird versucht aus dem Nichts Tatsachen zu schaffen, Strukturen gebildet, und kleinste Ansatzpunkte zusammen geballt, größer gemacht, als sie sind, damit sich zum Beispiel eine zwingende Vorstellung ergibt. Werbung ist eine Mischung zwischen Verführung (Venus) und Pluto (Suggestion, Appelle ans Unbewusste).
Auch Bindungen werden durch diese Eigenschaften Plutos entworfen, und allgemein in vielen Bereichen des Lebens Verbindlichkeiten erzeugt. Die Verbindlichkeit kann man auch als Konsequenz der Erfahrungen betrachten.
Fehlt die Bedeutung, und man wird dennoch mit Dingen oder Sachen konfrontiert, an die man sich ausgeliefert fühlt, kann die Haltung auch verachtend und giftig werden, und in Bezug auf sich selbst auch selbstzerstörerisch.
Das Positive, das man aus Pluto gewinnen kann, sind vielleicht
zunächst nicht offensichtliche Gaben einerseits und andererseits bringt
Pluto auch immer Endgültigkeit oder will zu dieser hinführen.
Manchmal
kann es ein Vorteil
sein, wenn man einen unbedingten Willen zum Einsatz bringen kann, und
wenn man
über ein gewisses Energiepotential (Haus, Aspekte) verfügen kann. Dann
kommt es darauf an, mit diesen Energien umgehen zu lernen. Es
kann
sein, dass man einen Willen erkennen muss, bevor man ihn ablegen oder
annehmen kann.
Die Lernerfahrungen, oder wenn man so will Lektionen, die mit Pluto
(auch mit seinen Transiten)
einhergehen, bringen oft die Forderung mit sich, Aufgestautes und Altes
zu transformieren, und zu verändern. Routinen werden verschoben auf
eine neue Ebene, auf der offensichtlich werden kann, dass diese
Routinen sinnlos, schädlich oder sonstige unangenehme Wirkungen
verursachen.
Es scheint, als ginge
es darum, auf
dem Wege oder am Ende
dieser
Konfrontation mit Pluto mit sich ins Reine zu kommen, gewisse Dinge
abzuschliessen, oder einfach sein Verhalten und seine Einstellung zu
ändern, zu einem höheren Sinn zu führen, hinsichtlich der Befreiuung
von Zwängen. Man sieht sich der Wahl ausgesetzt zwischen "Zulassen" und
"Nicht-Zulassen".
Mit Pluto verbunden
ist die letzte Konsequenz einer Erfahrung, es ist die Frage, was
bringt es mit sich, wenn ich mich auf eine gefährliche Reise einlasse,
was kann ich an Erfahrung gewinnen oder an wichtigen Dingen (Gesundheit
zB) verlieren.
Solche Erfahrungen oder Unternehmungen können
jene
Verbindlichkeiten mit sich bringen, die man ja Pluto oft genug
nach
sagt.
Aus der Alles oder Nichts Haltung erwächst in
erlöster Form eine
Verantwortung. Man begreift die Verpflichtung und Konsequenz.
Andererseits ist auch immer die Klarheit mit Pluto verbunden, man will
wissen, was ist, und Zweideutigkeiten werden bei Pluto kaum geduldet.
Klarheit und Entschiedenheit bzw. nüchternes Urteil, statt die
Verlockung. Distanz ist dann die Lösung, auch bei jenem
gewagten Versuch sich anderer zu
bemächtigen oder es zuzulassen, von ihnen bemächtigt zu
werden.
Ausserdem geht es bei Pluto oft um dunkle Energien, um Abgründe, um Triebhaftes, auch Verbotenes, weil solcherlei in die Unsichtbarkeit, Nichtwahrnehmbarkeit gestoßen wurde, wodurch im Untergrund noch mehr Energie entfaltet werden kann, weil die bewusste Kontrolle fehlt - auch diese dunklen Energien haben eine tiefe Bedeutung und Macht. Ausserdem steht Pluto für die Lebensenergien, ähnlich wie es bei Mars um die Immunkraft geht, steht Pluto vor allem für die Regenerationskraft, und auch für den Weg zurück zum Ganzen, zur Ganzheit zu finden.
Pluto führt uns die sprichwörtliche Macht und Konsequenz vor Augen. Daher ist das unausweichliche Schicksal im Guten wie im Schlechten oft mit Plutos Transiten angesprochen, aber selten zeigen sich diese Manifestationen äusserlich, sondern viel öfter auf innerer Erfahrungsebene. Andere Personen sind oft nur Auslöser der eigenen Plutothemen.
Wir kommen mit Pluto oft in Situationen, deren Schwierigkeiten wir selbst heraufbeschwören, weil - man könnte es fast so sagen - wir einen Überschuß an Energien (Pluto) haben oder einen grossen Schatz für uns nicht verlieren wollen. Paradox ist, dass wir meist einen anderen grossen Schatz erhalten, wenn wir jenen Schatz, an dem wir festhalten, einfach loslassen
Die
Lösung für gewisse Probleme, die mit Pluto verbunden sein können,
scheint immer, auf sich selbst und
in sich selbst zu schauen, die Regungen zu verstehen, und zu
hinterfragen. Objektivität zu lernen, ist bei den Transsaturniern immer
angesagt.
Man kann kein pauschales Rezept auflisten, aber ich
glaube, die Lösung ergibt sich oft wie von selbst, wenn man aktiv
bleibt, ohne zu drängen oder zu zwingen, und passiv werden kann, ohne
Zwang und Herrschaft
im Bewusstsein einer solchen Herrschaft zu erdulden oder sich
erniedrigen zu lassen.
Der
Weg führt einfach über
Korrekturen in sich selbst, zB in der Einstellung oder im Verhalten und
der strengen Unterscheidung zwischen Notwendigkeit und
Überfluß,
wobei das Wesentliche der Maßstab wird.
Das Alte wird dann fortgeführt auf eine neue Stufe, oder einfach hinter
sich gelassen. Es erfordert eine psychische Kraft,
gewisse alte Verhaltensweisen, Vorstellungen oder Obsessionen hinter
sich zu lassen.
Diese Kraft, die man aufwenden musste, steht einem später als etwas
anderes zur
Verfügung, was man übersetzen könnte mit der Erfahrung und Haltung, die
entsteht, nachdem man eine Hölle gemeistert hat. Überhaupt bringt es
dem Unbewussten eine Kraft, die gespeichert wird, wenn man sich auf
Erfahrungen einlassen kann, sie durchlebt und dabei geringe Wandlungen
durchmacht, was an sich Grenzerfahrungen sein können. Solche
Grenzerfahrungen werden oft nur zu solchen, weil man sie so erlebt.
Objektiv betrachtet kann eine solche Erfahrung zum Beispiel schon darin
bestehen, eine ganze Nacht durchzuarbeiten. Schon der Verlust einer
Routine und ein neuer Rythmus bringt die typische Wandlung,
die man Pluto als zentralen Begriff anheften kann. Damit einher gehen
muss natürlich immer wieder die Ausrichtung auf das Wesentliche, also
zum Beispiel auf die Vergegenwärtigung der Gesundheit oder der vitalen
Kräfte. Und so mag es nach einer Nacht, die man durchgearbeitet hat,
schliesslich eine Konsequenz und Forderung geben, wieder zum gesunden
Tagesrythmus zurückzufinden.
Saturn kann bei selbst auferlegter Strenge vom Erfahren des Wirklichen abhalten. Jenes Wirklichen, das einen seelischen Gehalt enthält. Also im Sinne des 12. Hausses, sich selbst der Wirklichkeit überlassen, sehen was kommt, erleben was ist. Dann ist das subjektive Befinden in einem störenden Bezug zur Wirklichkeit. Man will das Wirkliche dann vorwegnehmen, baut sich strenge Richtlinien oder Normen auf, die letztlich ein Surrogat für Wirklichkeit beinhalten. Das geht von Erfahrungen der Dingwelt bis zur Gestaltung von Beziehungen. Daraus resultieren viele Formen der Moral. Damit wird das Eigene strukturiert, aber auch jeder Einlass des Wirklichen kommt durch diese Strukturierungsformel. Die Ich-Struktur ist dann zuweilen äusserst verhärtet.
Unter Saturns Einfluß fehlt es dem Geborenen oft an Standfestigkeit; es entsteht für ihn der Eindruck, dass man betreffend Saturns Hausstellung meist nicht die Mittel und Fähigkeiten hat, die einem notwendig erscheinen - oft beruhen diese Nöte auf äußeren Mahnungen, oder einem Druck, den man vernehmen kann (Mahnungen und Druck der Umstände, sozialer und gesellschaftlicher Kontexte, anderer Menschen, Dinge, in die man involviert ist usw.). Oft stehen materielle oder soziale Bedingungen Pate, um den Eindruck von vorhandenen und eigenen Mängeln zu erzeugen.
Das Resultat unserer Mängel hinsichtlich den Erfordernissen kann in Misstrauen, fehlendem Mut, übertriebene Behutsamkeit, Vedrängung, Flucht oder Vermeidung bestehen. Als Gegensatz dazu kann auch eine Delegation der eigenen Verantwortung an andere geschehen.
Saturn steht im Zusammenhang mit in der Vergangenheit verursachten und strukturierten Notwendigkeiten eines darauf folgenden Jetzt. Die Folge und Konsequenz einer in der Vergangenheit liegenden Ursache, tritt durch Saturn gebündelt in einem Jetzt auf. So verdichtet Saturns Wirken das persönliche Erleben von Zeit mit einer Bedeutung, die in der Vergangenheit erfüllt wurde und jetzt zum Tragen kommt. So erklärt sich auch der Bezug zu Depressionen bei Saturn, da Depressionen stets vergangene Ursachen und Fehlhaltungen bedingen, oder nicht ergriffene Maßnahmen und Entwicklungen bedeuten.
Die Erinnerung bringt oft die Furcht, die von gegenwärtigen Situationen ausgelöst werden kann und in der Annahme einer unbegreiflichen Unzulänglichkeit münden kann. Die Spirale nach unten, die zustande kommt durch die tiefe Hoffnungslosigkeit, die Saturn entstehen lassen könnte, das ist vielleicht ein dämonisches Resultat, das aus dem Sein und seiner psychologischen Einwirkung auf uns selbst entsteht, aber meiner Meinung nach nicht durch Saturn direkt verursacht wird.
Saturn allein als Prinzip betrachtet, steht allerdings sehr deutlich für eine Kontraktion und Zusammenziehung auf einen Punkt hin, und in dieser Wirkung steht diese Eigenschaft - der Konzentration auf einen Punkt hin - der Entfaltung des Selbst entgegen. Doch gäbe es Saturn als massgebliche Instanz der Eingrenzung und Stabilisierung nicht, würde sich das Sein vom Körper lösen und sich das Bewusstsein in alle Richtungen zerstreuen. Es gäbe keine Mitte und keinen Bezugspunkt mehr. So steht Saturn auch analogisch für unsere Inkarnation in irdische Formen und in die irdischen Bedingungen hinein. Dadurch erklärt sich ein Bezug zu allen möglichen Verhaftungen, also der Bezugnahme auf Dinge, denen wir zu grossen Wert beimessen. Diese Dinge bedeuten unserer Persönlichkeit Anpassungen zu leisten, und regen an, Persönlichkeitsstrukturen aufzubauen, und zB eine gesellschaftliche Rolle zu tragenm oder tätigkeitsbezogene Haltungen mitsamt unseren selbstverständlichen Meinungen über diese Tätigkeit aufrecht zu erhalten.
Saturn
steht für das, was sich
kristallisiert hat zu einer Gesetzmäßigkeit.
Oft entsteht daher der Eindruck, dass gewisse
Vorraussetzungen erfüllt sein
müssen, bevor man sich auf den Lebensbereich (Haus) des
Saturn einlassen will.
Nur mit ein wenig
Mut und
Bereitschaft auch mal auf die Schnauze zu fliegen, oder mit
Konsequenzen konfrontiert zu werden, kann man in diesem
Hausbereich über sich hinauswachsen.
Saturn zeigt
jedoch
grundsätzlich die Fähigkeit, ganz eigene Maßstäbe einer konzentrierten Strebsamkeit
aufzubauen, und das kann im weiteren Lebensalter noch viel
eher
erreicht werden, als wie in früheren Jahren, woraus sich dann
Weisheit, Geduld und Integrität ergibt: der
Fels in der Brandung.
Es ist ein sehr
trockenes, realistisches Streben, gar
nicht impulsiv oder initiativ wie Mars. Bei Saturn bereitet man sich
auch auf die möglichen Bewährungsproben vor.
Dennoch
wird mit
Saturn etwas manifestiert,
und für etwas Bestimmtes beharrlich eingetreten, ein Soll kann erfüllt
werden (welches sich meist konkret in den Aspekten und der Hausstellung
des Saturns ablesen lässt).
Es ist als würde mit Saturn ein konkretes oder abstraktes Gewicht dem Bewusstsein auferlegt, um den Horoskopeigner immer wieder auf einen Kernbereich (Saturn) zu führen.
Weiterhin ist es
interessant, dass in den medialen Readings von Edgar Cayce der Planet
Saturn auch als "Planet der Veränderung und Reinigung" bezeichnet wird:
"Es ist das, was getan worden ist, oder ungetan geblieben ist..."
(Gammon; S. 58). Es ist nchts anderes als Karma, etwas steht zur
Läuterung und Veränderung an. Vor diesen Erfahrungen können wir nicht
weglaufen,
da sie wie ein Magnet zu uns kommen. Wir werden mit unserer
Unvollkommenheit konfrontiert, aber eigentlich mit einem Ist-Zustand
unserer Selbst, der zu wandeln ist und wir werden solange konfrontiert
und einem Druck ausgesetzt, bis dass wir uns verändern. Daher ergibt
sich auch dieses beharrliche Streben, das durch Saturn verursacht wird.
Denn im Grunde regt Saturn tatsächlich an, uns zu verändern,
und wenn wir Strukturen aufbauen, erhält dies ein Gewicht; und
zwangläufig verändert sich unsere Persönlichkeitsstruktur dadurch, dass
gewisse Bestandteile unserer Persönlichkeit in ihrer Bedeutung und
ihrer Verzweigung überwunden werden müssen, und ein neuer Schwerpunkt
gebildet wird.
Die Art der
Veränderung ist bei Saturn niemals oberflächlich, sondern ist nur dann
eine, wenn wirklich eine neue Form (zB des Ausdrucks oder Erlebens)
aufgebaut wird!
Edgar Cayce schreibt weiter: "Bei Saturn beginnen die irdischen Leiden, denen alles Unvollkommene am Anfang unterworfen wird." [Lesung 900-100]
Aber ganz vordergründig ist die Hilfe, die Saturn der Seele zum Wachstum bietet. Ausserdem steht Saturn für das karmische Gleichgewicht. Mit jeder Tat, mit jeder Richtung, die wir mit diesen Taten verfolgen, werden wir in einem Gleichgewicht gehalten, in Bezug auf spirituelle und mentale Einflüsse. Wir können also unserer Bestimmung nicht entfliehen, weil das Gleichgewicht uns wieder in uns angestammte Richtung führen wird, nur müssen wir vielleicht Hindernisse, die wir selbst aufgebaut haben, dann später wieder abbauen; - während dieselben Taten und Richtungsentscheidungen für einen anderen Menschen, vielleicht genau die waren, mit denen er im Einklang mit seiner individuellen Entwicklungsrichtung stand.
Veränderungen
sind bei Saturn in der Weise gegeben, dass wir
herausgefordert
sind, zB durch typische saturnische Mängel (Armut, Unwissenheit), zu
einer Entscheidung zu stehen, und die bewirkende Kraft dieser
Entscheidung zu stabilisieren und zu stärken, und uns der Mangel kein
Grund ist, vor unserer Aufgabe zu fliehen. Eine genügende Stabilität
ist Vorraussetzung um eine neue Ebene egal welcher Art zu betreten.
Es
ist nur die Frage, ob man etwa
der Armut ausgesetzt ist, um wissender zu werden, oder ob es eine
andere Aufgabe ist, in deren Folge auch die Armut verschwinden wird.
Irgendetwas erhalten wir als Zielrichtung, die wir nur uns noch bewusst
machen müssen. Üblicherweise benötigen wir dafür Ausdauer,
Beharrlichkeit, Treue zu den Maßstäben, um diese Kristallisationsarbeit
zu übernehmen.
Eine karmische Horoskopanalyse müsste aufzeigen können, aber vielleicht
nicht in jedem Radix, welche Richtung der Umgang mit den durch Saturn
gegebenen Mangeln nehmen sollte.
Gewöhnlich - und ganz
unkarmisch
betrachtet - stellen wir aber fest, dass jede Leistung, die wir
erbringen, und die im Einklang mit unserem Selbst und den
eigenen
Talenten steht, auch immer den entsprechenden und uns
zufriedenstellenden Lohn, ob materiell oder immateriell, uns noch in
diesem Leben zukommen lässt.
Aus Sicht des "Ichs" bringt Saturn ein starkes Bedürfnis zustande. Aber wenn man es nicht tragen kann, ergibt sich eine Belastung. Und es ergibt Sinn, wirklich von Bedürfnis zu reden, weil der Horoskopeigner (positiv verwirklicht) Saturn als einen Faktor begreift, wo etwas beharrlich strukturiert oder manifestiert werden soll. Jede Struktur ist aber nicht von Saturn gebracht, sondern Saturn stabilisiert die Struktur oder eine Form nur, macht sie gefestigt. Die Struktur und den Maßstab muss man selbst beisteuern.
Wie bei jedem Bedürfnis geht es hier um die kontrollierte Richtung, sonst bilden sich leicht Kompensationen, Berührungsängste mit den Ursachen eines Problems, behelfsmäßige Verwirklichungen, Verdrängungen, welche alle nur zeitweise zufrieden stellen können und oft nur eine Flucht bedeuten. Man möchte weggehen. Vielleicht ist es manchmal aber auch gut, wegzugehen um nämlich anzukommen. Weg aus den verdichteten Alltagsstrukturen oder Gewohnheiten heraus.
Bei Saturn ist es wohl so, dass man gut daran tut, sich ihm im gewissen Sinne anzupassen, dass Notwendige zu leisten oder sich den Notwendigkeiten zu fügen, seinen Forderungen nachzugehen, um dadurch Standfestigkeit, Realismus und Bodenständigkeit aufzubauen und auch Ernsthaftigkeit - man kann mit Saturns Hilfe Erfahrungen bündeln und sich zur psychischen Integrität bringen ("Fels in der Brandung"). Bei Saturn bringt die positive Verwirklichung oft psychische Stabilität mit sich. Negativ ist es, dass wir uns unter Wert verkaufen wollen, dass wir uns bedrängen lassen von den Erfahrungen, die wir machen, und dass wir allen Druck auf uns laden wollen, obwohl es genügen würde, eine andere adäquate, aber für uns bessere Möglichkeit zu finden, mit dem Druck fertig zu werden.
Sich
dem, was sich mit
Saturn im Zeichen und
Aspekt ergibt, zu stellen - das ist eigentlich die
Aufgabe. Sich bedingungslos zu fügen kann aber ein
Fehler
sein, vor allem wenn der Mond mit Saturn beteiligt ist, dann müssen wir
lernen zu unseren Emotionen zu stehen, sie entfalten "dürfen".
Doch
ansonsten geht es auch beim Mond in Verbindung zum Saturn darum, den
Saturneinfluss positiv zu nutzen, etwa Gefühle zu stabilisieren, oder
bei Venus/Saturn die Beziehungsmuster zu stabilisieren, und bei
Mars/Saturn den
Einsatz der Energien, die wir zur Durchsetzung aufbringen,
auszurichten, und Maßstäbe zu finden. Saturn kann einen aspektierten
Planeten mit der Zeit einfach und gelinde gesagt stärken; nur ist
der Weg, den man
bis dahin zurücklegen muss, besonders bei Spannungsaspekten einem
Bergaufstieg vergleichbar. Man hat dabei lange den Eindruck immer nur vor dem Berg zu
sein.
Wenn Saturn rückläufig ist, verliert man leicht diese Maßstäbe aus den Augen und muss sich vermehrt darum bemühen, sich solche nicht nur zu bilden, sondern auch danach zu leben, um sie zu verwirklichen.
Saturn beschränkt nicht immer nur, sondern konzentriert, und bringt Belastung, um zu prüfen, ob wir bestimmten Herausforderungen gewachsen sind. So werden wir aus dieser Prüfung in Erfahrung bringen können, was wirklich Bestand hat, und was wirklich erhalten bleiben wird und was in der Lage ist, erhalten zu bleiben.
Saturn
bewirkt in
uns entweder
Konzentration und Ausdauer, oder aber möglicherweise auch ein Zuviel an
Beharrung. Es kann ein Zuwenig
dieser so typischen Eigenschaften gegeben sein, besonders wenn Saturn
Spannungsaspekte bildet, oder im
Zeichen oder Haus schlecht steht. Mit Saturn können wir etwas in
Struktur bringen, so dass es Bestand hat. Viel öfter wird uns
diese Forderung auch von Saturn vor die Füße gelegt. Dabei kann es
auch um Werte gehen, etwa um solche der Verläßlichkeit und persönlichen
Maßstäbe, oder um die
Eigenschaften der Bodenständigkeit oder Ernsthaftigkeit.
Man
muss
fähig
werden, eine Sache, auf die Einschränkungen oder Begrenzungen
einwirken
(was oft mit Saturn verbunden sein kann), weiterzuführen zu einer
Stärkung
und Stabilität dieser Sache, oder Verwurzelung der Sache in die
Realität.
Mit
Saturn wird die Sache im besten Fall zum Fels in der Brandung. Saturn
zieht vielleicht gewisse Probleme an, die bei der Sache, Tat oder dem
Verhalten dann zu berücksichtigen sind, die aber im Endeffekt auch dazu
dienen können, Stärke aufzubauen.
Mit
Saturn
geht es darum,
dass man die Angst in sich überwindet, die als unbegründete Furcht
auftritt, so dass man sie
ertragen
lernt, keineswegs ihr nachgeben, sondern versucht sowohl positives und
realistisches zu sehen. Das führt schliesslich auch zu
disziplinierten Denken und dadurch können auch die Gefühle
ausgerichtet werden.
Es gibt eine Prüfungsangst,
weil man sich nicht vorbereitet hat, das ist dann mit der Leichtigkeit
von Uranus zu lösen, denn wenn man sich tatsächlich nicht genügend
vorbereitet hat, hilft dann ja oft nur weiter, dass man
sich von den Bedingungen lossagt, und keine Erwartungen mehr hat, zu
einem neuen Standpunkt kommt und einfach wie der Narr in der Tarotkarte
das Kommende angeht, ohne sich den Zwängen ausgeliefert zu sehen: in
dieser Befreiung von Ängsten kann man oft noch das Beste leisten, was
einem noch möglich ist, und es ist nicht auszuschließen, dass man dann
die Prüfung gerade halbwegs noch besteht.
So
wie der
Tod das scheidet, was
auf der weiteren seelischen Reise nicht
mitgenommen werden kann, konfrontiert eine schwierige Saturnstellung
den Menschen mit dem, was
im Sinne der geistig-seelischen Evolution nicht im weiteren Verlauf des
Lebens mitgenommen werden kann. Zum Beispiel muss eine
(negative)
Folge der Taten abgearbeitet und die Konsequenzen getragen werden, oder
es muss entschieden werden, was einfach überflüssig ist.
Was
von
Saturn berührt wird, ist wie ein
Brennpunkt, als ob das
Schicksal sich gerade diese Lebensbereiche oder persönlichen Kräfte
(Aspekte zu persönlichen Planeten) ausgesucht hätte, um uns darin in
sowohl spiritueller Sicht zu prüfen (Verfeinerung der persönlichen
Eigenschaften und Fähigkeiten), als auch in rein weltlichen Belangen,
also in dem, was wir von der Welt herausgefordert werden und von ihr
erwarten dürfen, und in wie weit wir mit unserer eigenen Durchsetzung
und Leistungsfähigkeit erarbeiten können und von der Welt
zurückerhalten (Ernten).
Was wir aus Saturns Konfrontation mit dem Radix Haus und
Aspekten gewinnen, ist zunächst kein Gewinn an sich, sondern
die
Einsicht, dass wir viel Mühe
in diesem Bereich auf uns nehmen müssen. Dieser Vorgang sich
einzulassen auf die Lektionen Saturns, hat viel
Ähnlichkeit mit
einem Muskel, den man trainiert: denn eines Tages werden wir im Umgang
mit dem entsprechenden Saturn-Themen zwangsläufig sehr reif geworden
sein.
Es
ist als mache es Saturn nötig, einen bestimmten Lebensbereich
vorzufinden, innerhalb dem wir lebenslang lernen müssen; es ist ein
Lebensbereich, wo wir lernen müssen,
aber wir
können es auch als ein lernen können
auffassen, um uns psychologisch gesehen eines kleinen Tricks zu
bedienen, und
nicht mehr nur von Zwängen zu reden. Positiv ist nämlich, dass wir in
diesem Lebensbereich zur Realisierung, Manifestation, Klärung,
Stabilität oder einfacher Weisheit und Reife fähig werden, eben durch
die
Konfrontation mit Notwendigkeiten.
Weiteres zu Saturns Wirkung und dem, was er in uns anregt (auch esoterisch gesehen) , im Artikel "Mars und Angst"...
Die
laufenden Planeten (die Transite) bieten uns immer einen Anreiz, dass
die
Veränderung, die wir durchführen können und wollen, auch handfest
werden. Nur
laufen die Planeten eben nicht an wenigen Tagen durch das ganze Radix.
Deshalb braucht man sich im Grund nur einstimmen auf ein Thema (zB
eines Hauses), und dann arbeitet die Zeit für einen, wenn man bereit
ist mit der Zeit und mit dem Planetenthema zu gehen.
Nehmen
wir an, man möchte an einem bestimmten Planetenthema arbeiten, zB wie
man mit Saturn umgeht. Man kann einerseits mit den Transiten arbeiten
und sich an diesen gegebenen Möglichkeiten der Entfaltung orientieren,
also zB
wie der langsamlaufende Saturn Radixpositionen aspektiert und Häuser
durchschreitet. Und man kann in Bezug zu einem bestimmten Planetenthema
immer auch dann arbeiten, wenn andere Planeten im Transit
den Radix Saturn aspektieren. In beiden
Fällen kann man
sich mit Saturn
auseinandersetzen. Es geht dabei um die psychisch erfahrbare
Planetenenergie. Darüberhinaus bringt der Transitplanet oft
entsprechende
Themen ins Bewusstsein, die durch die Radixposition des gleichen
Planeten schon
angedeutet sind und erlebt werden.
Bei Saturn gibt es eine besondere Tragweite seines Transit durch die Häuser, der man nicht ausweichen kann (je nach vorgeleisteter Arbeit wirkt sich der Saturntransit dann als Prüfung, schwerer noch als Mangel oder aber als Ernte der guten Vorarbeit aus).
Der Saturn im Transit durch ein Haus erscheint als langfristig angelegte Aufgaben, man hat manchmal viel Zeit, aber auch lange Zeit einige Mängel zu ertragen, bis man in dieser Hinsicht etwas gereift ist. Vor allem der Endbereich eines Hauses zeigt die Möglichkeit, noch einmal ganz intensiv zu klären, in wie weit man die Lektionen des Saturns im entsprechenden Haus nutzen kann, um diesen Prozess abzuschliessen.
Saturn im Transitaspekt kann eine bestimmte Thematik noch mal direkt vor Augen führen und in gewisser Weise zuspitzen (durchaus auch in manchen Fällen positiv, was dann die entstehende Klärung anbelangt). Manchmal kann man nichts konkretes machen, aber man lernt, und man ist sensibilisiert, und so kann die gewonnene Erfahrung sehr von Nutzen sein und geht in die Lebenserfahrung ein.
Neptun weist ist ein Prinzip der Auflösung. Neptun weist oft auf Unsicherheit und Täuschung über innere Vorgänge hin, was deren Ursachen angeht. Neptun kann man mit dem Fischeprinzip in Verbindung setzen.
Wenn
Neptun in einer gegebenen Zeit und mit dem gegebenen Hintergrund der
Radixeinbindung nicht herausgefordert ist (zB Spannungaspekte im
Radix zu Neptun, Auslösungen, Transite usw., aber auch Sextile und
Trigone), dann steht Neptun für die Inspiration, wie sie durch die
innere Wesensnatur der Dinge wahrnehmbar werden oder in anderer
Inspiration.
Es können Täuschungen, in extremen Fällen
zerstörerische (auflösende) Irttümer entstehen, auch Selbstlügen
entstehen. Ferner weist Neptun natürlich jederzeit auf irgendeine Art
Hemmung,
Verzicht oder
Lähmung hin, wo man sich der Wirklichkeit entziehen will, um nicht den
Grad der Anpassung zu gehen, der nötig wäre, um solche Wirklichkeit zu
ordnen und zu festigen.
Konfrontiert mit diesen Eigenschaften auflösender Wirkung kommt es
manchmal zu einer Art Selbstläufer, die Dinge nehmen unter der
Vorraussetzung einer ordnenden Hand ihren Verlauf. Oft muss dann in
diesen Phasen des Lebens ein angemessener Umgang gefunden werden (es
sind nicht nur Transite die das auslösen).
Die Quintessenz bei
Neptun ist
fast immer mit der Frage nach Vertrauen zusammenhängend, zu dem man
finden muss. Und wenn es nur darin liegt, dass man Wirklichkeit für
sich geordnet hat (womit die Gegenseite des Jungfrauprinzips als
allgegenwärtige Herausforderung besteht. Das Zeichen Jungfrau liegt
gegenüber Fische, kraft des fundamental gegensätzlichen Prinzips. Jenes
Prinzips, das im Grunde dasselbe ist. Es geht bei beiden um das
Prinzip, der Lebenswirklichkeit gerecht zu werden
- aber es wird ganz unterschiedlich verwirklicht in Fische als in
Jungfrau. Daher besteht das Jungfrau Zeichen als total gegensätzilch zu
Fische).
Neptun als Transit bringt oft ein Gefühl von Ungewissheit und doch gibt es die reale Chance, hinsichtlich des ensprechend angesprochenen Lebensbereiches zum Vertrauen zu finden und sich hinzugeben an eine schicksalsmässige Fügung.
Am deutlichsten werden die Auswirkungen des Neptun im Radix sein, wenn Neptun in Opposition zu einem Planeten steht. Bei einer Opposition ist es oft der Fall, dass man sich über sein eigenes Vorgehen im Unklaren ist, man schätzt Situationen falsch ein, erkennt nicht, was man wirklich will, oder geht Impulsen nach, die man in sich spürt, und dazu gehören auch Ahnungen, wie eine Sache verlaufen könnte, und man verleiht diesen Vorstellungen manchmal zu grosses Gewicht, besonders wenn es um düstere Vorahnungen geht. Wenn es dazu kommt, wird aber meist Pluto - an egal welcher Stelle im Radix - in irgendeiner Weise zugleich hervorgehoben wirken.
Verbunden mit weiteren Planeten, ist Neptun manchmal auch als Angstfaktor bemerkbar. Er steht aber nicht für die Angst als solche, sondern für Ungewissheit und Unklarheit. Nur unsere Erfahrungen mit der Haltlosigkeit führen zu der Beklemmung, die Neptun eigen ist, und mit der wir der Sehnsucht unseres Herzens nur schwer folgen können, und so auch nicht unseren individuellen Weg finden, uns mit dem Ganzen verbunden zu fühlen - sich in dieser Weise hinzugeben, vermittelt auf Dauer dann einen völlig anderen Eindruck als wie von Auflösung oder Haltlosigkeit - Neptun bewirkt in uns eine mögliche Erfahrung eines Einheitsbewusstseins.
Aspekte zwischen Neptun und anderen Planeteoder introvern
offenbaren
eine
besondere
Angelegenheit, zB kann ein Spannungsaspekt von Neptun (vor allem
Quadrat) eine grosse spirituelle Motivation verleihen. Solche
Spannungen können für eine
bodenständigere Spiritualität sorgen, als wie es ein Trigon oder
Sextil eines persönlichen Planeten zu Neptun zu befördern vermag. Man
mag bei
Spannungsaspekten viel dringlicher
darauf
verwiesen werden, die Täuschungen und Illusionen zu hinterfragen.
Gleichwohl wird man verführt in die Bereiche des Seins, die nicht
direkt zugänglich sind. Aus dieser darin angelegten Verführung und
Hinterfragung wird man einerseits viel dringlicher auf die spirituellen
Fragen
verwiesen, und andererseits hat man früh ein Gespür für das,
was
authentisch und wahr ist, und was nicht.
Es
gibt jederzeit eine allumfassende Realität, die unseren Träumen und
Illusionen vergleichbar ist, Neptun lässt uns das Grosse und Ganze
erahnen, in das wir eingebettet sind.
Neptun
ist die Freiheit von dem, was wir Persönlichkeit nennen. Uranus ist
ähnlich dazu die Freiheit, nicht etwa eine Person sein zu wollen,
sondern
mit seiner Persönlichkeit, aber mehr noch mit seiner Indivdiualität
Freiheit(en) zu erfahren. Nur bei Uranus kann dadurch auch ein starker
Bezug auf die Persönlichkeit gebildet werden.
Eine
Person ist man nur für andere, Persönlichkeit (und das Selbst) ist man
im Grunde nur für sich
selbst. Uranus will diese Freiheit. Aber sie dient dem Selbst.
Etwas ähnliches will Neptun, nur schafft er Loslösung und es ergibt
sich
mit Neptun die Freiheit durch Loslösung und einem Vertrauen ins Sein.
Die Kraft, die mit Neptun im positiven angesprochen ist, ist die Einfühlung und Sensitivität. Auch Inspiration, Kreativität, weil Neptun uns stets mit etwas verbindet, was mit feinstofflichen Energien zu tun ha; eine Kunst oder Musik, erzeugt in gewisser Hinsicht ästhetische Formen, die im Grunde nur Ausdruck von energetischen Äquivalenzen sind, oder einfacher gesagt: in einer Form (ob klanglich oder visuell) liegt eine bestimmte Qualität oder Frequenz und Gesamtheit von Energie, die mit den feineren Ebenen unserer Sinnesorgane wahrnehmbar wird.
Darüberhinaus
geht es
immer um die
allumfassende
Realität, die über die der Verstandeswelt und der Welt der Sinne weit
hinaus geht und letztlich in dem Seinsgrund führt. Es geht um
die
Ahnung der was Wissen, dass man
mit allem verbunden ist. Diesen Eindruck bewirkt man in sich vor allem
mittels Imagination und Vorstellungskraft.
Energie und Sein,
Identität und Seele, wie man
es auch nennt, es befindet sich auf einer Ebene, die von Neptun
durchdrungen werden kann. Mit der Durchdringung ergibt sich auch die
Liebe zu einer Beschäftigung, Sache, Menschen, Tieren, die Liebe, mit
der man Hobbies nachgeht, oder dem Beruf. Nämlich die Liebe,
die
Neptun in dem Hausbereich erzeugt, und zwar zu jenen Dingen, die diesem
Hausbereich entsprechen. Man fühlt sich eins mit der Sache und sieht
vielleicht eine innere Bestimmung und eine Mission darin, dieser Sache
nachzugehen und sich in der Ausübung oder Beteiligung mit der Sache zu
vervollkommnen.
Es ist keine Liebe, wie man sie gewöhnlich mit
dem anderen Geschlecht erfährt, sondern eine Art Eigenschaft, die auf
Neptuns amorphe Durchdringung zurückgeht.
Weiterhin
geht
es um einen Idealismus entweder im
existentiellen oder ganzheitlichen Sinne. Es ist die Frage,
oder
der Eindruck
vielmehr, worin man verwebt ist, welchem Ganzen man sich
verbunden
fühlen kann, was der Sinn wohl sein mag.
Bei Jupiter
bestimmen wir diesen Sinn selbst, und wir schaffen uns durch Jupiter
einen Sinn, oder erfahren einen Sinn, weil etwas konkret greifbar wird.
Die Gedanken und Einstellungen über
einer Sache fügen sich in einer Weise, die weitgehend von den Umständen
bedingt ist, aber von der persönlichen Zielsetzung noch zusätzlich
ausgerichtet werden.
Bei Neptun ergibt sich der
Sinn irgendwie aus dem Ganzen. Es ist ein Ganzes, in
das man
das persönliche Erleben verwoben
sieht - auch aus dem Unfassbaren kann dieser Sinn
rühren. Hinter den
Erscheinungen liegt
irgendwie immer ein Zeichen bereit, um erkundet zu werden, auf diesem
steht der Name des Gesetzes, vermittelt vom Ganzen, in einer Sprache,
die nur von der Energie
des Neptunprinzips erfasst
werden kann.
Dadurch, dass der Idealismus so sehr mit Neptun
angesprochen ist, wird auch plausibel, dass er für die Beschönigung von
Tatsachen steht, und für Fluchttendenzen, wenn wir uns selbst
oder
andere mit Schein und Trug versorgen, anstatt in die
volle Wahrheit von Ursache und Wirkung zu blicken. Mit solchen
Beschönigungen, die
der Sehnsucht und Hoffnung etwas ähnlich sind, wollen wir den
Augenblick möglichst voll auskosten und uns in einer
entsprechenden
Seinsphäre entheben, ohne Rücksicht auf ein Morgen, womit
sich schließlich auch die Sucht als Entsprechung für Neptun ergibt.
Unsicherheit kann von Neptun verursacht
sein, ein Unsicher-sein. Oder einfachste Konfusion, oder Verwirrung,
ebenso das vage Element, das sich einer Situation
beifügt: es
gibt
Hintergründe, die vorhanden sind, aber noch nicht klar genug offenbar
geworden sind, so dass man sich über sie täuscht (während Einfühlung,
Instinkt oder Ahnung einem diese Einsichten bieten könnte).
Das,
was man darüber dann annimmt,
was
allem zu Grunde liegt, oder liegen
sollte, ist bei Neptun auch oft zu einer Art Puffer verzerrt. Es ist
dann eine
"Knautschzone zum
Weltbild"; dann entsteht ein Weltbild, welches selbst zwar aus
(einzelnen) Fakten heraus gebildet sein mag, aber
zusammenhanglos zu den wirklichen Ursachen ist - oft werden
die
Fakten aus Mangel an Kenntnis oder Einsicht über die wahren Ursachen
dann falsch
ausgelegt. Über- oder untergeordnete Dinge werden vermutet,
die nicht wirklich bekannt sind, und nicht wirklich belegt werden
können. So
werden dann aus den vorhandenen Fakten
Annahmen zu über- und untergeordneten Zusammenhängen gebildet. Dies
kann man
in allen Wissenschaften oder Wissensbereichen
entdecken: selbst
bei den vertrauenswürdigsten Wissenschaften sind
die
Annahmen nicht immer richtig, und können dennoch in die kollektive
Meinung übergehen, weil sie den trügerischen Eindruck von Ganzheit
erwecken. Tatsachen werden offenbar und ergeben ein undurchsichtiges
Ganzes. Daraus werden auch
Verschwörungstheorien. Bei
Neptun gibt es eigentlich keine Fakten, sondern die Haltungen
resultieren aus dem
Sein, und der Vermutung, was darüber oder darunter ist.
Die Hemmung ist bei Neptun fast immer eine Angst vor der Auseinandersetzung im entsprechenden Lebensbereich, Angst vor Enttäuschung, Versagen, Auflösung, Loslösung. Auch der Verlust der Möglichkeit zu träumen oder sich etwas zu erhoffen. Neptun zeigt im Hausbereich und Aspekt den grundsätzlichen Mangel an Differenzierung beim Entfalten und Wachstum. Das Konkrete und der Anatz fehlt oft, damit bleibt vieles in der Schwebe.
Neptun zeigt sich oft in einer lapidaren Erschwerung des Lebensbereiches (Haus). Weil wir hier oft etwas vorfinden, was unerklärkliche Ursachen hat, undurchsichtig ist oder wo wir uns verstricken, weil wir blind vorgehen und uns zB in Sehnsüchte oder Träumereien ergeben. Es geht sehr oft um eine Abstimmung der grundsätzlichen emotionalen Haltung dem Leben gegenüber.
Ein
sinnvolles Ideal, das Neptun zeitigen kann, wäre, den
erlebten Einschränkungen des Weltlichen nicht direkt entkommen zu
wollen, sondern durch eine innere Einstellung die Beschränkungen zu
transzendieren und innerhalb den Gesetzen des Lebens ein höheres Gesetz
zu erahnen, das mit unserem eigenen Sein zu tun hat. Neptun verleiht
uns das gerechtfertigte Vertrauen in
das Leben, weil alles beseelt ist und die vorhandene Wirklichkeit aus
seelischer Sicht schon
Sinn beinhaltet, den man eigentlich nicht direkt suchen kann, aber zu
uns findet, wenn wir bereit dafür sind.
Allerdings stören
Impulse
der Persönlichkeit das Finden des Sinnhaften und es läuft oft
darauf hinaus, dass Neptun
eine Unklarheit oder gerade das fehlende Vertrauen aufzeigt - dann wäre
die paradoxe Aufgabe, das prinzipiell Unfassbare im Leben zuzulassen,
oder einfach einen festen Halt in seinem Alltag zu finden, so dass man
sich dem Grenzenlosen öffnen kann, der in unserem Sein begründet
liegt.
Unaspektierte Planeten bilden keinen deutlich wirksamen Hauptaspekt zu anderen Planeten. Für diese besondere Beurteilung empfiehlt sich ein Orbis bei Konjunktionen von 6-7°, für Opposition und Quadrat: 5° und für Trigon, Sextil: 4°. Bei einem genauen Quinkunx kann unter Umständen die Unaspektiertheit nicht gegeben sein (unter 2°).
Solchen Planeten fehlt die Bindung zum übrigen Horoskop, sie sind daher sprichwörtlich losgelöst. Allgemein fehlt ihnen damit die Integration in die allgemeine Psychologie. Alle Planeten stellen stellen eine psychologische Funktion dar, und durch Hauptaspekte sind diese Seinsbereiche miteinander verbunden. Wo es eine Verbindung gibt, wird auch die Erkenntnis über diese psychischen Inhalte leichter fallen. Unaspektierte Planeten fehlt meist ein wenig die bewusste Handhabung. Im Gegensatz zu rückläufigen Planeten sind unaspektierte Planeten aber in der Regel äusserst aktiv tätig und drängen nach aussen.
Ihnen kommt in der Regel eine bedeutende Rolle zu, da
sie ihre Kraft bzw. Energie entweder ohne Einschränkung und Einbezug
der
anderen Planeten zur Geltung bringen können. Es ist selten, dass sie
überhaupt nur wenig zur Geltung kommen können.
Beides kann deswegen der Fall sein, weil ihre Einbindung in die übrigen Faktoren des
Horoskops fehlt. Wobei in der Regel andere Planeten ja mit
Aspekten schon einen Zuammenhang bilden und ihrerseits eine
zusammenhänge Einheit oder Ganzheit bilden.
Der unaspektierte
Planet bildet eine für sich eigene Ganzheit und findet nicht so leicht zur
übergeordneten Ganzheit des Radix.
Auch zwei Planeten können miteinander einen Aspekt haben, aber nicht weitere Aspekte mit den übrigen Radixfaktoren. Diese beiden Planeten bilden dann einen für sich abgegrenzten Bereich, ähnlich wie bei einem einzelnen unaspektierten Planeten. Solche Planeten, von K. Hamaker-Zondag als Duett bezeichnet, bilden damit einen psychologischen Bereich, der so wirkt wie ein unaspektierter einzelner Planet, nur eben im Bunde.
Diese losgelöste Kraft kann sehr stark sein, gerade weil sie keine Unterstützung und Einbindung in das Radix vorfindet. Der losgelöste Planet bildet seine eigene Zielrichtung und muss früher oder später in einen Dialog mit dem Übrigen treten. Dasselbe gilt beim Duett, nur in Bezug zu den beiden betreffenden Planeten, die sich einander zwar unterstützen, aber auch für sich eben ohne Dialog mit dem Übrigen verharren. Wenn der Aspekt beim Duett ein Quadrat oder Opposition ist, wird durch diese Energie die losgelöste Kraft beider Planeten noch sehr verstärkt und meist findet man hier den vordergründigsten Problembereich eines Horoskopeigners.
Es kommt allein auf den Horoskopeigner an, wie diese Kraft eines unaspektierten Planeten zur Wirkung kommt. Oft wird sie egozentrisch ausgedrückt, aber der introvertierte Ausdruck, also der mangelnde Zugang des Geborenen zu diesem Planeten, ist gegentlich ebenso anzutreffen. Es benötigt einen Erkenntnisprozess und oft kann man diesen nur für sich finden, wenn man sich auch traut, trotz der eventuell empfundenen Unzulänglichkeit diesen Planeten auch auszudrücken.
Wenn der Planet seine Kraft übermässig in den Vordergrund stellen kann, so sollte diese Kraft besonders bewusst gehandhabt werden.
Dieser
Planet
kann aber
auch -
weil unberührt von den anderen Planeten - seine Eigenschaften und
die des Zeichens immerhin auf besonders authentische und reine Weise
ausdrücken. Auch beim Duett entsteht so eine sehr konzentrierte Kraft beider verbundener Planeten.
Bald merkt man, was einem fehlt. Wenn es zum Beispiel
Merkur ist, der unaspektiert ist, dann wird man irgendwann besondere
Anstrengungen unternehmen wollen, seinen sprachlichen oder
schriftlichen Ausdruck zu verbessern. Dabei kann es zu enormen
Leistungen kommen, aber erst nachdem man in gewisser Weise "den Dreh
raus bekommt", wie man mit diesem Planeten umgehen kann. Ähnliches gilt
für Venus, nur eben auf die Beziehungsgestaltung bezogen und bei
anderen Planeten je nach ihrer Funktion.
Und ein solcher Planet
kann sich - weil keine vordergründige
Aspekt-Verbindung
angegeben ist - auch prinzipiell mit allen anderen Planeten
verbinden, was jedoch eine besondere Aufgabe für den
Horoskopeigner darstellt.
Bis zu dem Punkt der Kontrolle oder
bewussten
Handhabung ist der unaspektierte Faktor in der Regel immer erst als
Störenfried des Horoskops wirksam.
Es kann jedoch der seltenere Fall eintreten, dass ein unaspektierter
Faktor insgesamt zu
wenig zur Geltung kommt. Er findet keine Unterstützung und wird
sozusagen vergessen. Eine weitere Variante tritt besonders bei
Langsamläufern auf, wenn der unaspektierte Planet zwar keine besonders
ins Leben drängende Kraft darstellt, aber dennoch durch die fehlende
Einbindung ins Radix ein Eigenleben führt und man schlechten Zugang zu
ihm findet, um seine Impulse angemessen auszudrücken oder die eigene
Haltung zu diesen Impulsen zu kontrollieren. Das wirkt sich natürlich
besonders im Haus aus, in dem dieser Planet, zB Uranus steht.
Etwas ähnliches wie für die Unaspektiertheit gilt für einen stationären Planeten. Solch ein Planet wird oft als mächtig beschrieben, er ist wie ein Protzklotz mit einer unglaublichen Sturheit. Ein wirklich rückläufiger Planet hat indessen eine andere Wirkung als ein stationärer Planet.
Die Rückläufigkeit eines Planeten ist als karmischer Faktor bekannt.
Ein rückläufiger Planet bewegt sich entgegen der üblichen Richtung des Tierkreises (von der Erde aus gesehen) und so kann man auch ansatzweise die Bedeutung von Rückläufigkeit umreissen: Sie erschweren die reine Äusserung des Planetenprinzip zum Teil, und man muss sich lange auseinandersetzen um die Funktion des Planeten adäquat zu nutzen, in einen Bezug mit der äusseren oder sozialen Wirklichkeit zu setzen, oder überhaupt einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu erfahren. Es ist fast so, als würde man gegen den Strom schwimmen; - nur hier ist es der einzelne Planet, der gegen den Strom schwimmt, den man ja in das Ganze integrieren möchte.
Der
rückläufige
Planet ist in
der Regel schwer zugänglich, weil ein starker
Selbstbezug immer
geradezu auf die eigene Person
oder das eigene Ich lenkt, wobei man die wahren Ursachen gewisser
Regungen oft nicht erkennt; als ob man auf sich selbst stehen würde,
und sich den freien Blick dadurch zwangsläufig nimmt.
Hier
muss man
sich oft mit der
Schwierigkeit auseinandersetzen, die Planeten nach aussen hin zur
Wirkung zu bringen und gleichzeitig zu erkennen, wie das, was man mit
diesem Planetten bewirkt, im Außen Wirkungen verursacht. Natürlich
haben rückläufige Planeten auch ein paar
Eigenschaften vorzuweisen, die einem von Nutzen sein können.
Hauptsächlich geht es um die Treue zu sich selbst. In dem
Artikel
Horoskopdeutung, habe ich in einem gesonderten Absatz weiteres über
diese Chance
der Rückläufigkeit geschrieben.
Besetzungen der Wasserhäuser sind auf jeden Fall als sehr karmische Faktoren zu benennen, karmischer als wie es bei sonstigen Besetzungen von Häusern der Fall ist. Diese Häuser nennen sich seelische Häuser. Hier werden Eindrücke aufgenommen und gesammelt, ohne dass man entscheiden könnte, wie man beeindruckt wird, es geschieht einfach. Allenfalls hat man die Macht, im Vorhinein sich Situationen mit einer eigenständigen Einstellung auszusetzen, und im Nachhinein frei und losgelöst zu bewerten.
Die Wasserhäuser bringen das Leben prompt in eine Orientierung zum Seelischen und machen diese prinzipiell eher unbewusste, also verborgene Ebene zur Aufgabe bzw. nötigen Auseinandersetzung. Gerade in einer eher materialistischen Zeit erweist sich eine Betonung der Wasserhäuser als Besonderheit. Diese seelischen Räume (innere Räume) sind so sehr mit uns verbunden, dass wir einfach sehr stark von diesen Häusern beeinflusst werden und eine Vernachlässigung gar nicht auszuhalten ist - in dieser Hinsicht binden sie uns, ähnlich wie es eben bei karmischen Faktoren der Fall ist.
Im
8. Haus geht
es darum, Wandlungen zu erfahren, die durch jede neue Situation oder
Begegnung möglich werden. Mit einem Planeten im 8. Haus wird eine
Aufmerksamkeit auf diese Wandlung gerichtet.
Das 8. Haus
wurde
einst
das Haus des Todes genannt, weil man hier die Gegenwart verliert, indem
neue Erfahrungen drohen in einem verankert zu werden und dadurch
bestehende Gegenwärtigkeit mit neuer ausgefüllt wird. Das erzeugt eine
gewisse Aufmerksamkeit auf diese möglichen Wandlungen. Und daraus
entsteht eine Wunschnatur, man möchte dass gewisse Dinge in einer
bestimmten Weise geschehen, aber es ist eben oft nur ein "könnte",
"sollte", "müsste" und es fehlt die Erfüllung dieser Vorstellungen.
Aufgrund dieser fixierten Gedanken und Bilder möchte man jedoch
Wandlung lange Zeit vermeiden, weil man sich zunächst vorbereiten
möchte auf die Wandlung. Mit der Zeit zunehmender Notwendigkeit von
Konfrontation oder Entscheidung, scheut man sich jedoch oft, den
letzten Schritt zur Wandlung zu gehen. Bis dass ein innerer
Leidensdruck oder gewonnene Einsicht gross genug ist. Wie gesagt kann
eine solche Wandlung schon alleine darin bestehen, sich auf eine neue
Erfahrung, oder einen neuen Lebensabschnitt einzulassen. Denn diese
werden einen im Inneren verändern, und das weiss man mit Planeten im 8.
Haus.
Der Veränderungsprozess ist mit einem Planeten im 8. Haus in ein Licht der bewussten Aufmerksamkeit gerückt. Das kann dazu führen, dass man alle Erfahrungen in ihrem Widerhall im Inneren beobachten lernt.
Schwierige Planeten im 8. Haus können schließlich zur Erdrückung der Lebendigkeit (Depression) führen, weil man möglichst jeder Veränderung aus dem Wege gehen möchte. Aber das Leben ist Bewegung und andauernde Veränderung. Oder man scheut sich vor nötigen Veränderungen, doch irgendwann bricht die Veränderung dann doch noch durch, und das wissen die meisten mit einem Planeten im 8. Haus auch bald. Also geht es darum, zu lernen, mit den Veränderungen zu gehen, und sich ein Wandlungsvermögen aufzubauen, und das Vertrauen zu gewinnen, dass man sich selbst nicht verliert, wenn man jede neue Erfahrung willkommen heissen kann, weil man gerüstet ist, für die Berührung mit "Wirklichkeiten".
Die Sonne kompensativ verwirklicht führt zu Egozentrik, übertriebener Autorität, Scheinheiligkeit und aufgeblasenem Ich-Gefühl ("Ich weiss alles besser"-Syndrom).
Auf
der anderen Seite
steht bei der verhinderten Verwirklichung der Sonne, zum Beispiel auch
bei schwierigen Aspekten, tendenziell eine
Lebensangst, eventuell auch eine übertriebene Anpassung, mangelnde
Schöpferkraft, und sehr oft ein passives Verhalten, Lustlosigkeit,
evtl. auch
Schüchternheit.
Die
Zentrierung des Menschen wird in solchen Fällen auf
die Ebene des Mondes verlagert und der Mensch lebt dann eigentlich aus
dem Mond und den unbewussten Regungen heraus. Er passt sich deshalb
bedingt durch die Bedürftigkeit des Mondes den Umständen an, anstatt
eine eigene Autorität (Sonne) zu werden. Sein Verhalten nach
aussen beruht nicht auf den Schöpferkräften der Sonne, sondern rührt
aus instinktiven Regungen her. Man funktioniert nur noch.
Beide mangelhaften Verwirklichungsformen der Sonne sind die Vorlagen, sein ganzes Schicksal noch weiter herauszufordern - besser gesagt sich herausfordern zu lassen -, und sich dem Lauf der Dinge zu überlassen, anstatt es in bester Weise zu bewältigen und die Möglichkeiten schätzen zu lernen, denen man ausgesetzt ist.
Bei der Gelegenheit
sei auch auf Jupiter
verwiesen, der eine enorme Bedeutung für jedes spirituelle Lebensziel
erhalten kann. Jupiter ist von der Masse her, der grösste Planet nach
der Sonne in unserem Sonnensystem. Er wird von manchen Astrologen daher
insgeheim (und von den Eigenschaften her auch zurecht) als zweite Sonne
bezeichnet.
Jupiter erweitert und steht für den
lebendigen Fluß von jeglichen Energien.
Durch
Jupiter werden die Kräfte harmonisiert, ganz besonders veredelt,
ähnlich wie bei Venus. Jupiter kann einen Planeten darüberhinaus einen
übergeordneten Zweck oder Sinn verleihen, zu dem der Planet ansonsten
nicht kommen würde. Jupiter steht auch für eine mächtige Kraft der
Bewirkung und Einflußnahme, mit einer Rücksicht nur auf Dinge von
Belang - woraus als Schatten dann Rücksichtslosigkeit
entstehen
kann, wenn die Interessen zu sehr vom Ego angeleitet werden, und nicht
vom Gewissen oder einem höheren ethischen Sinn. Jupiter steht auch für
den Kontakt mit weiter Öffentlichkeit, auch und deshalb sagt man einem
Jupiter im 10. Haus auch Glück in allen irdischen
Angelegenheiten
nach.
Was man bei Jupiters Transiten nicht vernachlässigen
sollte,
ist, dass Jupiter nicht einfach nur grosszügig beschenkt, sondern viel
öfter das Bewusstsein weckt, in welchem Lebensbereich wir selbst etwas
ändern müssen, um die Energien in Fluß zu bringen oder Lebensfreude zu
entfalten. Gibt es bereits durch andere Konstellationen und/oder
Transite Probleme, kann ein zusätzlicher Jupitereinfluss die
Problematik insgesamt erheblich erweitern. Damit einher geht meist aber
auch die erweiterte Möglichkeit, einerseits wie man Probleme lösen kann
und andererseits was nach dem Lösen der Probleme dann als Chance
offenbar werden kann.
Mars ist wichtig, um sein Leben in den Griff zu kriegen und das Leben weitgehend unter eigener Kontrolle zu führen. Mars ist sogar ein wichtiger Faktor für lebensnahe Spiritualität, denn wir können mit einem starken Mars darum kämpfen, zum Beispiel unser Verhalten zu ändern oder ein spirtituelles Ziel zu verfolgen und umzusetzen. Viele spirituellen Wegbereiter hatten einen starken Mars, zum Beispiel im 1. Haus. Es ist also keineswegs ein unspiritueller, materialistischer Planet. Denn er ist Werkzeug und kann für vieles eingesetzt werden.
Mars sorgt dafür, dass die Willensabsichten der Sonne (Impulse des Selbst) umgesetzt werden. Nötig ist es dabei, dass man prinzipiell bereit ist, Erfahrungen zu machen und sich nicht scheut, auf Widerstände zu treffen - Widerstände, die einen herausfordern, entweder seinen Weg weiter zu gehen, oder neue Ziele zu definieren und zu verfolgen.
Der Mars kann andere Planeten, die mit ihm in einem Haus stehen, so weit färben, dass der Ausdruck der anderen Planeten im Haus oft einen gewissen marsischen Charakter bekommt, das ist eine gewisse Komponente von urwüchsiger Impulsivität oder archaischer Rohheit.
Einem nicht verwirklichten Mars fehlt die Entschiedenheit und überzeugte Entschlossenheit, und der Eindruck, etwas Eigenes zu tun. Vor allem fehlt die Initiative, die Aktion und Tatkraft. Es wird ein Energiefeld erzeugt, welches unter Umständen dafür sorgen kann, entsprechende Personen und Situationen anzuziehen, und dieses Energiefeld beeinflusst die Situation selten zum eigenen Gunsten, man kann ausgenutzt werden, oder bevormundet.
Jede Art von Konflikten kann erzeugt werden, in Zusammenhängen des eigenen Willens und jenen Willensabsichten, die aus der Welt und anderen Personen herrühren.
Die eigene Angst, sich einzubringen kommt auf, weil man den Eindruck hat, der eigene Wille könnte durch die Welt gebeugt werden, also versucht man es gar nicht erst. Ohnmacht kann entstehen, weil auftauchende Hindernisse jeglicher Art nicht überwunden werden können. Diese Widerstände können auch nur in der Einbildung bestehen. Die mangelnde Initiativkraft führt dann weiter zu Depressionen, Antriebsschwäche.
Wenn es etwas gibt, was einen Menschen zurückdrängt, bringt es einen zur Frustration und Resignation, er wehrt sich auf irgendeine Weise nicht, und das mag nun in Einzelfällen durchaus weise sein, aber auf Dauer muss diese Marsenergie dann auf anderen Wegen zum Ausdruck gebracht werden, sie muss sich sprichwörtlich einen Kanal suchen, und die Frustrationen oder Agressionen sind die Folge. Oder aber die Marskraft verliert sich in irgendeinem gefundenen aber unbewussten Kanal, was sich so nicht konkret mitteilt, und zur Psychosomatik führen kann.
Ein starker, bewusst gelebter Mars ist im Einklang mit der Persönlichkeit und den Willensabsichten der Sonne, und erzeugt ein Energiefeld, welches das Wohlwollen anderer, den eigenen Erfolg und die Förderung durch die Umstände anzuziehen vermag - während sich bietender Gelegenheiten. Um den Mars auszudrücken, muss man an sich glauben können und vor allem seine inneren Hemmungen und Blockaden abbauen. Man muss bewusst und selbstbestimmt Taten setzen können. So gelingt es einen, das bekommen zu wollen, was man will, und sich dafür einsetzen, was man bekommen kann.
Eine andere Möglichkeit, die eintritt, wenn man mit der Marskraft unbewusst umgeht und dessen Energie nicht einzusetzen weiss, ist es, dass die Energien sich nach innen wenden, zu den eigenen psychischen Energien; statt die Welt und äußere Situationen positiv zu beeinflußen und Handlungsverläufe zu gestalten, blockiert man sich, und solche Energien können dann und wann nur umso stärker in Erscheinung treten, aber dann auch meist sehr unkontrolliert. Sogar manche Krankheiten finden in einer blockierten Marskraft ihre Ursache (man muss tun, was man für richtig hält, nicht bloß denken und idealisieren - auf diese Weise bleibt man mit sich gut im Reinen); oder man lässt sich vom Kurs abbringen um etwas zu tun, was einem gar nicht entspricht.
Der Beweggrund sollte nicht mehr der Widerstand, sondern eine von außen unabhängige eigene Entscheidung, Zielsetzung und Lohn sein (der Lohn beim Einsatz des Marsprinzips kann natürlich direkt materieller Art sein, aber zeigt sich stets auch in befreiten Energien und einer zugleich positiven Lebenserfahrung, wenn man tun kann, was man will). Man tut es nur für die eigenen Augen. Dass Handlungen für die eigenen Augen bestimmt sein sollen, soll heissen, dass man sich unabhängig macht von den Urteilen anderer. Mars verlangt, keine Bedenken zu haben, das tun die anderen Planeten; Mars aber will zur Tat schreiten. Und deshalb braucht es eine Absicht, die von der Sonne beigesteuert wird. Die Sonne steuert einen gewissen Handlungsverlauf bei. Sie kann entscheiden, wie mit dem Mars im Zeichen, weiter umgegangen wird. Wenn zum Beispiel der Mars in einem introvertierten Zeichen steht, kann eine extrovertierte Sonne von Zeit zu Zeit die Handlungsmodalität von der Introvertiertheit zur Extrovertiertheit bringen. Auch wenn insgesamt das Marszeichen immer wichtiger bleiben wird.
Aggression ist nur die Übersteigerung einer Initiative. Das gesunde Ausleben der Marskraft ist mit Initiative gegeben, und nicht mit Aggressionen. Die marsische Durchsetzung ist eine natürliche Weise, sich in der Welt zu behaupten; Rücksichtlosigkeit und Gewalt sind nur Folgen eines blinden, blindwütigen oder einfach unweisen Einsatzes der marsischen Energien.
Um seinen Mars zu stärken ist es nützlich jenen Aktivitäten nachzugehen, die dem Zeichen entsprechen, in dem Mars steht. Also Dingen, die dem Zeichen entsprechen und in denen man sich bewähren kann.
Kentauren werden Asteroiden genannt, die eine extrem elliptische Bahneigenschaft aufweisen (damit haben sie eine entfernte Ähnlichkeit mit Kometen), und die sich meist zwischen Saturn und Pluto befinden.
Bei den Kentauren macht sich allgemein ein starker Drang des Triebhaften, Unerkannten, Unbewussten, bislang Unkontrollierten bemerkbar. Es ist eine Unausweichlichkeit gegeben, ähnlich wie bei den Planeten jenseits der Bahn des Saturns.
Chiron bringt keinen physischen Schmerz, sondern einen psychologisch erfahrenen Schmerz der Entbehrung, woraufhin man motiviert ist ein Mittel zu finden, wovon man sich erhofft, dass diese ss Bedürfnis die Entbehrung zu überbrücken gestillt werden kann. Das Bedeutsame ist dabei, dass es sehr viele Arten gibt, wie wir zu diesen Mitteln kommen, und dass nicht jedes gefundene Mittel angemessen ist. Viele falsche weil nicht taugliche Ideen können damit verursacht sein, und auch viele der ungenügenden Ansichten, untaugliche, weil einem nicht weiterbringende Projektionen, rigide Flucht- und Verdrängungstendenzen können durch diese Suche nach Mittteln gefunden werden.
Der Schmerz, den Chiron zeitigt, kann bei manchen auch als Selbstmitleid vorgefunden werden, und dieser steht so gewissermassen als ein überflüssiger Trieb im Vordergrund, der die Weisheit, die Chiron ansonsten mit sich bringt, verhindert. Wir müssen bei Chiron vielleicht vor allem das Leiden lernen zu überwinden, aber ohne es zu verdrängen. Einmal etwas hinnehmen zu können, worauf wir nicht sofort eine passende Antwort finden! Die Welt geht deswegen nicht unter, auch wenn irgendwo noch ein geringes Maß an Unvollkommenheit gespürt werden könnte.
Das Haus, in dem Chiron steht, ist oft
Sinnbild
für das, was wir auf unserer Suche finden wollen. Dort suchen wir und
müssen entscheiden, was für
uns nützlich ist, was Täuschung (Angst) ist oder was uns von uns selbst
und den
Wahrheiten abbringt.
Wir suchen, weil wir spüren, dass wir
selbst,
die Welt oder andere Menschen einen Bedarf haben könnten, für das, was
wir finden werden. Es ist kein Zwang als solcher, denn wir verbinden
Sinn damit. Deshalb suchen wir.
Manchmal ist es für
uns so,
als ob wir mit dem, was wir hoffen zu finden, irgendeine Lücke
ausfüllen könnten oder müssten.
Daraus entsteht eine gewisse
Sensibilierung für den jeweiligen Hausbereich, in dem
Chiron steht. Wir können leicht Missstände erkennen
und
deuten. Das kann aber auch bedeuten, dass uns Schwächen anderer eher
auffallen als wie unsere eigenen. Chiron im Quadrat mit anderen
Planeten verursacht oft eine Neigung, sich auf diese Schwächen zu
fixieren, und unser ganzes Bild von diesem Menschen kann davon
beeinflusst sein. Wir sollten daher ergründen, warum wir eigentlich
diese Schwächen an anderen wahrnehmen, denn oft finden wir nur eine
Verletzlichkeit bei uns selbst und die Schwächen anderer dienen dazu,
uns den Eindruck zu verschaffen, dass wir ja doch nicht so unvollkommen
sind, weil andere ebenso Schwächen haben. Wir könnten aber auch
versucht sein, durch den Bezug auf die Schwächen anderer, ob unseren
eigenen abzulenken!
Chiron negativ wahrgenommen oder verwirklicht kann durch die Reaktionen, die er bei uns auslöst, viel Karma erzeugen, indem wir zum Beispiel andere verletzen, weil wir nicht selbst leiden wollen, und weil wir unserem eigenen Leiden so aus dem Weg gehen wollen.
Chiron ist in der Mythologie oft als jemand beschrieben worden, der an einer - von seinem Freund Herakles - zugefügten Wunde auf ewig leiden muss und so begann, nach den Heilmitteln für diese Verletzung zu suchen. Er fand das konkrete Mittel nie, aber dafür sehr viele andere Mittel.
Chiron kann uns reich beschenken, mit der Gabe etwas Instand setzen zu können, in Funktion oder in Fluß zu bringen, eben passende Mittel zu finden, und besondere Zugänge zu bekommen, um gegebene Probleme zu lösen. Wir können beständig etwas hinzulernen und können die Sensibilisierung, die Chiron uns verleiht, zum Wohle aller nutzen. Manchmal wissen wir etwas über bestimmte Erfahrungen oder Dinge, weil wir selbst schon damit Umgang hatten.
Allerdings stehen für die meisten Menschen zunächst die Probleme im Vordergrund: Mangel an Wissen, die unpassenden Wege finden, Mangel an Menschenkenntnis, Mangel an Fertigkeiten aller Art, oder einfache Unwissenheit, wie man mit gegebenen Situationen umgehen soll, auch weil ein Eindruck vorherrscht, dass man immer wieder etwas verliert, dass etwas weg genommen wird - man findet einfach die falschen Mittel oder verdrängt die ans Licht tretenden Notwendigkeiten, die mit dem Suchen nach Mitteln einher gehen: man muss lernen einzuschätzen, was es mit sich bringt und was die Motivationen sind, wenn man sich angetrieben fühlt, zu gewissen Methoden zu kommen oder zu einem trügerischen Wissen zu greifen.
Meist hat man als Erwachsener nur noch diesen Eindruck eines Verlustes, weil man empfindlich geworden ist. Durch die lange Zeit der Kindheit erfuhr man hier den wunden Punkt, in den die Einflüsse der Umgebung uns verstörten und uns einen Mangel erfahrbar machten.
Manche
Astrologen sprechen deshalb von dem
Prinzip der "Zurücksetzung". In dem jeweiligen Hausbereich konnte man
nicht das tun, was man wirklich selbst wollte. Man erfährt anders
gesagt einen Mangel. Oder man erfuhr gewisse Störungen, die es
verhinderten einen geklärten und bereinigten Bezug auf den Hausbereich
von Chiron aufzunehmen.
Negativ gesehen
besteht die Gefahr, dass man in diesem Hausbereich nichts eigenes
verwirklicht. Bei Chiron muss man sich manchmal trauen,
und
andere Male auch zweifeln, wenn wir zu einer blinden Übernahme von
Kompensationsstrategien neigen.
In
Bezug zu
den
Aspekten von Chiron zu anderen Planeten muss man meist Obacht
aufbringen, um nicht zu den unangemessenen Mitteln oder Einstellungen
zu kommen -
dann offenbart Chiron als Antreiber uns eine Möglichkeit zu
wachsen
und Weisheit einzubringen. Stets können gewisse Dinge erkannt
werden, die mit dem
betreffenden Planeten zusammenhängen, der im Aspekt mit Chiron steht.
Chiron
hat oft das Thema "Mangel, Verletzung, Begrenzung,
Zurücksetzung, Inkompatibilität", und diese Eigenschaften werden an
Situationen, Menschen oder Dingen entweder festgestellt oder
wollen behoben werden. Hier lernen wir auf Details zu
achten, um etwas richtig in Funktion zu bringen oder im Gleichgewicht
zu halten.
Schwierige Aspekte machen den Lerneffekt oft langwierig, denn regelmässig muss man sich darum bemühen, nicht aus Unsicherheit zur Kompensation oder Hemmung zu gelangen, die nur die eigenen Schwächen kaschieren. Man muss sich trauen, seinen Fehlern ins Gesicht zu sehen, kein anderer tut das für einen. Die schwierigen Aspekte steigern aber schließlich durch die wertvollen Lebenserfahrungen, die solche Aspekte verursachen können, auch die Belastbarkeit.
Bei harmonischen Aspekten (besonders Trigon) wird - neben den oben besprochenen Lerneffekten - die Notwendigkeit zur Behutsamkeit und Achtsamkeit schneller erkannt, man kann sich jedoch leicht gehen lassen kann, indem man etwaige Unstimmigkeiten übersieht und sie für "nicht der Rede wert" hält.
Chiron sensibilisiert. Das Positive, was mit Chiron verbunden ist, ist seine potentielle Hilfestellung in jeder Lebenslage, wobei die Betonung auf das Leben und nicht auf kulturelle Bestandteile des Lebens liegt. Planeten im Aspekt zu Chiron veranschaulichen, in welcher Weise eine solche Potenz der Hilfe zum Einsatz kommen kann. Chiron bringt uns zur Weisheit und hält den Schlüßel bereit, für die Aufschließung ganz bestimmter Zugänge zum Wissen jeglicher Art (abhängig vom Planeten im Aspekt mit Chiron).
Das Streben nach Erleuchtung
entspricht Chiron auch in dem Punkt, dass man auf dem Wege zur
Erleuchtung
seine künstlichen Schutzschilde herunter fahren muss, was nichts
anderes
bedeutet, sich potentiellen Verletzungen auszusetzen, die aber meist
nur aus der Erinnerung (Konditionierung) befürchtet werden.
Hier
geht
es um Offenheit den äußeren Einflüßen gegenüber, und so wird auch klar,
dass
das Streben nach Erleuchtung leichter fällt, wenn man sich vom sozialen
Leben zurückhält.
Doch gerade die Teilnahme am öffentlichen
Leben
lässt
uns die in der Erleuchtung gewonnen Einsichten und neuen
Verhaltensweisen bewähren - ohne diese Bewährung
haben diese
Eigenschaften nicht viel Gewicht, denn es ist nichts geleistet, zu
diesen Eigenschaften zu kommen, wenn man nicht dem sozialen Leben und
damit den Fallstricken alter Verhaltensweisen ausgeliefert ist, um hier
eine Entscheidung zugunsten der positiven Eigenschaften zu treffen, die
man mit der Erleuchtung bei sich als neue Verhaltensweisen erkennen
mag. Man bewährt sich vor keiner anderen Autorität als wie der eigenen!
Überheblichkeit, Eitelkeit oder dazu polar entgegengesetzt: eine
Unterwürfigkeit gegenüber anderen, muss als ein Mangel an
Authentizität angesehen werden.
In anderer Hinsicht bietet das Streben nach Erleuchtung eine gewisse innere Ruhe, die schlussendlich die Sinne schärfen und die inneren Gedanken stoppen soll, und Chiron bietet eine dazu passende Leitidee, diesen schmalen Grat nicht aus den Augen zu verlieren, weil er eben auch dafür steht, eine gewisse Balance einzuhalten auf irgendeinem Weg, der zu gehen ist. Er findet die passenden Mittel, die auch darin bestehen, die nächsten richtigen Schritte zu unternehmen.
Der Faktor Lilith wird oft mit Karma in Verbindung gebracht. Im folgenden Artikel habe ich versucht, der Lilith und ihrer Symbolik und astrologischen Bedeutung näher zu kommen: Lilith - der schwarze Mond.
Die karmische Situation entsteht durch die Aspekte zur Lilith (unter 2° Orbis). Besonders bei Quadraten und Konjunktionen. Hier wird der aspektierte Planet in Lilith gespiegelt und es entsteht womöglich eine Schattenthematik, die nur durch Ausgewogenheit und bewusster Aufmerksamkeit über die Folgen des eigenen Wirkens überwunden werden kann und von einem blinden Aktionismus zu der Magie weiterer Möglichkeiten führt.
Das Quinkunx stellt einen bedeutenden Faktor dar, infolge seiner von ihm hervorgerufenen prinzipiellen Unfassbarkeit, der Unzugänglichkeit und Sehnsucht, die ein bestimmtes Streben verursachen kann. Es droht Enttäuschung und eine anscheinend nötige Entscheidung will erzwungen werden, manchmal über den Weg sozialer Kontexte: man will sich absichern. Eine karmische Situation kann dadurch entstehen, dass man sich auf Haltungen oder Sichtweisen fixiert, die weder sich selbst noch anderen nützen, und die auf keiner realen Notwendigkeit gegründet sind. Meist ist hier die Angst die Triebfeder, etwas Bestimmtes nicht erreichen zu können, und so kompensiert man diese vermutete eigene Unzulänglichkeit mit entsprechenden Sichtweisen oder Einstellungen, und trägt sie auch oft in soziale Kontexte hinein. Oft nimmt man etwas vorweg, und zerstört in dieser Weise in Bezug zur Entwicklung einer Sache die vielfältigen Möglichkeiten, wie sich diese Sache noch günstiger entwickeln könnte. Es ist nicht Unentschiedenheit beim Quinkunx angezeigt, sondern die Entscheidung scheint bereits getroffen, nur ist noch nicht ganz klar, wie das erreicht werden soll, was einem wichtig scheint.
Die beiden beteiligten Energien verlangen nach Einfühlung, Differenzierung und Unterscheidungsvermögen. Es ist wichtig, hier nichts über den Zaun brechen zu wollen, sondern klar zu entscheiden, in welche Richtung die Integration zu führen ist. Es steckt eine Menge Potential in dem Quinkunx.
Man
möchte sich aus der Unvollkommenheit befreien aber weiss nicht wie. Diese Ungewissheit und Unzugänglichkeit kann analogisch
dadurch erklärt werden, wie das Quinkunx von allen Aspekten die am
wenigsten harmonischsten Zeichen zusammenbringt, zB Fische und Waage,
oder Fische und Löwe. Anders als wie bei einer Opposition oder einem
Quadrat gibt es bezüglich der Qualität (zB veränderlich/fix/kardinal)
keine Gemeinsamkeit, und anders wie bei einem Sextil oder Trigon auch
keine Vertäglichkeit von den Elementen her. Das Quinkunx hat in dieser
Weise aber ein grosses Entwicklungspotential, doch da es keine
Gemeinsamkeiten gibt, ist der Weg langwierig und unsicher und kann nur
erfolgreich sein, wenn man sowohl kreativ und mit Selbstvertrauen, als
auch nüchtern zur Sache kommt. Dabei wird man nicht mit viel
Unterstützung äußerer Umstände oder anderer Menschen rechnen können.
Aber die Gefahr ist, dass man die bei einem selbst empfundene Spannung
auf andere projiziert und glaubt, man müsse Einfluss nehmen auf die
Unentschiedenheit und Richtungslosigkeit der Anderen, die es in
Wahrheit jedoch nur gibt, weil man durch das Quinkunx diese Spannung
bereits in sich selbst wahrnimmt - man sucht nach einem Kanal, die
Spannung zu lösen und es ist immer einfacher, die Spannung
über
das Außen lösen zu wollen, aber es führt einem nicht an der Tatsache
vorbei, dass man in dieser Weise bei sich selbst nichts bewirkt hat und
folglich die Grundspannung nicht weitergeführt wird hin zur Integration
der beteiligten Planeten.
In jedem Fall kann man sagen, dass der Quinkunx die Planetenenergien auch zusammenbringen kann, so dass sich aus diesem Aspekt neue Möglichkeiten oder gar Talente ergeben können, was aber oft einen langwierigen Prozess der Reifung bedeutet. Mit dem Quinkunx kann Zwanghaftigkeit einher gehen oder man verliert das Ziel aus den Augen und hat den Eindruck nie bei sich ankommen zu können. Daher ist die Aufgabe, zum Vertrauen zu finden, und durch eigene Leistung, ungeachtet von sozialen Faktoren oder Intoleranz anderer, zum Ziel zu finden.
Auch
dynamische
Aspekte auf den Aszendenten
lassen ein gewisses Karma erleben.
Eine sozusagen karmische
Grundsituation. Es kann eine Schwierigkeit entstehen, den persönlichen
und seelischen Wille in Übereinklang zu bringen. Geist (Seele) und
Verhaftung bzw. Wunschnatur (Persönlichkeit) wollen etwas
verschiedenes.
Allgemein zeigen Aspekte auf den
Aszendenten, wie man sich selbst in der äußeren Welt am
charakteristischsten ausdrückt, leicht und natürlich, oder mit Stress
verbunden,
als Hemmung erlebt,
unter Spannung oder starken Ambitionen (Quadrate, Oppositionen).
Aspekte auf den AC enthüllen damit, ob verschiedene Bereiche des
Selbst in Harmonie oder Widerstreit zur Art des Ausdrucks stehen, zu
der uns die Energien verbunden mit dem AC ständig drängen.
Pholus stachelt allgemein an; man verspürt das Bedürfnis unbedingt etwas zu machen, koste es was es wolle.
Insofern kann Pholus ein Motivator sein, aber man muss aufpassen, auf was man sich einlässt. Man sollte sich erst zu grossen und nicht mehr rückgängig zu machenden Unternehmen mitreissen lassen, wenn man alles sorgfältig und mit einem Sinn für Realismus geprüft hat. Dann aber kann manches auch wahre Lebensqualität zeitigen, was durch Pholus motiviert wurde.
Pholus
könnte in
Konjunktion
mit einem
Planeten zur Übertreibung anstacheln,
unaufhörliches Treiben, Lust und Wollust, oder Genußsucht, blindwütig
oder von dunklen Trieben gelockt.
Unbeirrbar in dem, was man
verlangt.
Pholus kann aber auch manchmal
lichtvolle
Erhellungen bringen, indem diese
Abgründe entlarvt werden. Bei einem Planeten, der von Pholus mit
Aspekten verbunden
ist, kann es um Nüchternheit und Disziplin gehen, auf die man
achten sollte. Auch um Klarheit, über die Ursachen innerer Antriebe.
Ausserdem könnte Pholus den Menschen zur Bequemlichkeit neigen lassen,
hinsichtlich des betroffenen Planeten. Behäbigkeit, weil man nur
Eigeninteressen verfolgt und es sich gut gehen lassen will.
Wollust
bzw.
einfache Leidenschaft (sich gehen zu lassen).
Pholus im Transit kann ein Anlaß sein, irgendetwas im Leben zum eigenen Gunsten zu ändern, was mit dem betroffenen Planeten oder der Hauptachse zusammenhängt, die von Pholus transitiert wird; - ähnliches gilt auch für das Haus, durch das Pholus transitiert. Es geht nicht nur um Anstacheln, um etwas für sein Leben zu tun, oder etwas zu erreichen, und was manchmal nicht positiv sondern auch verhängnisvoll enden kann, sondern es geht auch um Wandlung, zu der Pholus anregt, manchmal in der Art von Verführung sich auf etwas einzulassen. Besteht eine gewisse Neigung bereits, kann Pholus uns diese Neigung zuspitzen lassen, aufgrund dessen wir einsehen werden, ob dieser Neigung nachzugehen nicht doch das Maß des Tragbaren übersteigt.
Man sollte sich bei Pholus fragen, was man tun kann, um in dem entsprechenden Lebensbereich eine höhere Lebensqualität für sich zu erreichen, und ob das jeweils wirklich machbar ist.
Pholus steht auch für den eigenen unberirrbaren Weg, man fühlt zwar keinen Widerstand in gesellschaftlichen Konventionen, aber oft ergibt sich dieser Widerstand gegenüber Konventionen scheinbar und automatisch, und zwar durch das eigene Streben, die Dinge so auszulegen, wie sie einem selbst in den Sinn oder in den Kram passen. Man fühlt sich mit Pholus gewöhnlich nicht sehr einsam damit, die Dinge nach eigenen Maßstäben auszulegen und empfindet oft eine Gemeinsamkeit mit jenen, die das auch tun. Pholus prüft ähnlich Uranus daraufhin, wie sehr die Dinge oder Maßstäbe im Sinne des eigenen Selbst sind. Doch Pholus hat eindeutig eine etwas andere Gesamtenergie als wie Uranus und verkörpert auch mehr Anarchie, als wie Uranus für Humanität steht. Brüderlichkeit ist im Grunde jedoch bei einer pholusischen Anarchie kein Widerspruch.
Positiv: Erfahrungen auf tiefer Ebene machen, auch um Dingen auf den Grund zu gehen.
Freude am Beisammensein mit anderen, etwas mit ihnen geniessen können. Sich wechselseitig der Gegenwärtigkeit des Anderen vergewissern um gemeinsam etwas Bestimmtes zu genießen.
Pholus zeigt an, in welcher Weise wir geniessen wollen und was
wir
genußvoll finden. Darin sind wir fast unbeirrbar und legen auch viel
Wert auf das, was unserem Sinn nach von Reiz für uns ist.
Im
Haus zeigt Pholus oft an, in welcher Weise man mit jemanden zusammen
sein will, und daher hat Pholus offensichtlich auch eine gewisse
(dunkle) Venus-Qualität.
Manch einer will das Zusammensein
mit philosophischen oder spirituellen
Gesichtspunkten verbinden (Pholus in 9), einem anderen ist das
Zusammensein mit einem Anderen schon Genuß genug (Pholus in
7). Auch ein
leichter Zug der Überlegung kann mit Pholus gegeben sein, ob es etwas
bringt, sich mit anderen
einzulassen.
Planeten stehen in solche Zeichen,
in denen
keine Hausspitze
fällt, eingeschlossen.
Durch die fehlende Hausspitze fehlt der direkte Bezug zu den
Lebensumständen und Lebensbereichen.
Diese Planeten scheinen
zunächst verborgen oder schwer
zugänglich, bringen eine
gewisse Nach-Innenwendung mit, wirken im verborgenen, bringen oft
unverhältnismässige Bezüge zu äußeren Realitäten mit sich, können einen
inneren Druck oder Zwang entfalten, der sich in das Verhalten, aber
auch in
die
Stimmung schleicht, ohne dass der Geborene dies auf den ersten Blick
nachvollziehen könnte - hier muss man sich diese inneren Vorgänge
bewusst machen, was schwer fallen könnte, da es selten deutlich
erkannte Bezüge zwischen sich selbst und äußeren Faktoren oder Reizen
gibt. Mangelnde Objektivität. Oder positiv ausgedrückt: ausgeprägter
Selbstbezug, was natürlich eine gewisse Tendenz bereitstellt, was
positiv genutzt zu einer vertieften Nutzbarmachung dieser Planetenkraft
führen kann, da man durch den starken Nach-Innenbezug und andauernder
Auseinandersetzung mit diesem Planeten in gewisser Weise auf vertrautem
Fuß ist!
Als negative Verwirklichungsform entsteht fast das
Gegenteil: die mangelnde Bereitschaft sich selbst zu erkennen, führt zu
einer nicht bewusst ausgeprägten Verwirklichung des Planeten,
und kann in bestimmten Umständen dennoch für starke Wirkungen
sorgen, die man nur nicht hinterfragt, weil man sie für
selbstverständlich hält; oder noch viel öfter, da man deren Ausdruck
nicht bemerkt (infolge der Nachinnenwendung des Planeten), ist die
Folge ist oft ein unbewusster Ausdruck dieses Planeten, zB dass man
etwas sagt oder ausdrückt, und was mit der Wirkung dieses Planeten
zusammenhängt, und nachher ist man sich dessen nicht mehr bewusst, man
vergisst es einfach und misst dem keine grosse Bedeutung mehr zu.
Wochen später wird man darauf aufmerksam gemacht und erinnert sich
nicht mehr.
Es kann sein, dass man sich mit dem entsprechenden Lebensbereich (Haus) intensiver auseinandersetzen muss, um erst wirklich erkennen zu können, was man wirklich braucht und in welcher Weise ein angemessener Ausdruck des Planeten erfolgen kann. Es kann sogar sein, dass man bereitts viele Erfahrungen in dem jeweiligen Lebensbereich machen will, um bei sich selbst anzukommen - da diese Planeten, die in einem eingeschlossenen Zeichen sind, gewöhnlich für einen schwerer zu intergrieren sind, wenn es keine Erfahrungen gibt, die mit diesem Lebensbereich zusammenhängen. Dabei kann man auch manchmal Entscheidungen treffen, um sich mit etwas auseinanderzusetzen, was sich im Nachhinein als falsche Entscheidung herausstellte. Dies würde dann einfach eine weitere Dimension der Erfahrung auf dem Weg zur Selbsterkenntnis bedeuten.
Man
steht zwar für sich ein, und kommt zu einer bestimmten
Verhaltensart, merkt jedoch unter Umständen nicht, wie die
Realität oder sogar das eigene Bedürfnis ein anderes Verhalten
verlangt.
Angemessenheit, der
Mut zu konkreten Bezugnahmen zwischen sich und äußeren Umständen, und
Übersicht sind schliesslich Konsequenzen der Selbsterkenntnis, die man
in Bezug zu solchen Planeten leisten sollte.
Ein solcher
Planet kann für eine hintergründige
Motivation sorgen, oder Bedürfnisse aufstellen, über deren Sinn man
sich leicht täuscht. Der Bezug auf äußere Realitäten fällt schwerer,
und es gelingt einem nicht so leicht die Bedürfnisse des
eingeschlossenen Planeten zu erfüllen. Oft entwickelt der Dispositor
des betreffenden Planeten ein Interesse für die Belange, die darüber
entscheiden, wie diese Bedürfnisse erfüllt werden können.
Positiv
entsteht durch den Selbstbezug, den eingeschlossene Planeten mit sich
bringen, ein gewisser Idealismus einer Treue zu sich
selbst. In dieser Weise haben rückläufige Planeten und
eingeschlossene Zeichen eine gewisse Ähnlichkeit.
Ein Planet im Exil oder Fall wird besonders leicht die problematischen Eigenschaften des Planeten oder eine Krise des Umgangs mit dem Planeten hervorheben. Der sinnvolle Umgang mit dem Planeten gelingt, indem man stets auf die Möglichkeit der Äusserung von negativen Eigenschaften und Tendenzen achtet, die mit dem Planeten an sich zusammenhängen. Und umgekehrt sich bewusst macht, wofür der Planet steht, welche günstigen Eigenschaften er an sich mit sich bringen kann, die man dann versucht zu stabilisieren. Unabhängig vom Zeichen. Der Ausdruck des Zeichens ist nachgeordnet.
Indem man sich auf die
natürlichen Tugenden bzw. die Funktionalität des Planeten besinnt, kann ein Weg mit der Zeit gefunden werden.
Einem Planeten im Exil fehlt
die Verankerung und er kann seine Kraft, für die er symbolisch
einsteht, meist nur mittels einer persönlichen
Anstrengung entfalten.
Ansonsten drängen sich leicht die negativen Eigenschaften des Zeichens
in den Ausdruck des Planeten. Wie jeder schwieriger Faktor kann auch
diese Konstellation das Leben bereichern durch die Tiefe der Erfahrung, die damit verbunden ist.
Überhaupt alles
ist
annähernd als karmisch zu bezeichnen, was
irgendwie
"bindet" oder "verdichtet ist" - also auch ein Zeichen, das
durch mehrere
Planeten betont ist.
Natürlich
aber auch der verhinderte Ausdruck eines Zeichens, wenn ein Planet in
diesem Zeichen schwierig gestellt ist.
Und all diese karmische Seite der Dinge, beinhaltet aber auch Potential!
Und
genauso kann es sich um
ein
Element
(Erde, Wasser, Luft,
Feuer) handeln, das nicht genügend ausgeprägt ist, oder in seinem
Ausdruck
behindert wird. Es ist nicht die Regel, dass ein fehlendes Element
Schwierigkeiten mit sich bringt. Aber wenn es im Radix bereits gewisse
Konstellationen gibt, so kann ein fehlendes Element erst die zwingende
Schwierigkeit beitragen.
Zusammen mit dem übrigen Radix,
können die Elemente eine der
wichtigsten Grundlagen der Horoskopdeutung sein.
Sind
zum Beispiel im
Horoskop Disziplinlosigkeit, innere Unruhe oder Haltlosigkeit angezeigt
(zB
Uranus-Mond, Uranus-Mars, Mars-Mond oder ähnliches), und es steht
gleichzeitig kein
Planet in einem Erdelement, womöglich Saturn noch schwach, so wird das
Problem der Disziplinlosigkeit
oder mangelnden Beharrlichkeit erst wirklich manifestiert.
Es
führt
meist kein Weg daran vorbei, in diesem Fall gewisse Eigenschaften zu
entwickeln, um sein Leben auf einer höheren Ebene zu gestalten. Weil
man allein mit Impulsivität und Rastlosigkeit seine Träume, Bedürfnisse
oder
Wünsche nicht immer verwirklichen können wird. Wenn die Erde als
Element fehlt, dann wird man Beständigkeit, Realismus,
Disziplin und
Ausdauer üben können um die betont vorhandenen austreibenden
Energien einen Boden zu geben, oder eine praktische
Tätigkeit pflegen, und oft
ist es hilfreich, in irgendeiner Weise einer
Regelmässigkeit nachgehen. Zum Beispiel könnte man dazu neigen, zu
wenig Nahrung zu sich zu nehmen, da das Erdelement auch eine
Entsprechung zur regelmässigen Ernährung aufweist. Es fehlt dann ein
innerer Drang, und Hunger wird als solcher nicht so einfach erfahren,
weil man in der von Drang befreiten Substanzlosigkeit auch
eine Qualität erkennt. Doch auf Dauer kann das auch ungesund sein.
Solche Möglichkeiten, wie sich ein fehlendes Element auswirken kann,
sollten beobachtet werden. Man braucht sich zu nichts zwingen, und
sollte es auch nicht, aber man sollte überlegen, was man wirklich
braucht, will, oder bezwecken möchte und welches Verhalten man
vielleicht überbetont, weil man anderes komplett oder ziemlich
vernachlässigt.
Es
gibt Ansichten, die
darauf zielen,
eine gegebene Konstellation
hinzunehmen, weil es so von der Schöpfung ja so vorgesehen ist. Das
sagt man
auch oft in Bezug zu fehlenden Elementen. Fragt man sich aber, ob man
dann aber einen adäquaten Umgang mit den Konstellationen oder der
gegebenen
elementaren Ausprägung finden kann, wird man der Meinung sein müssen,
dass es manchmal gar nicht anders geht, als
wie man etwas Fehlendes zu ergänzen hat! Ausserdem stellt obige
Behauptung schon fast eine Aussage dar, die einen Menschen zu dem
stigmatisieren kann, was er ist, und nicht immer ist das, was der
Mensch verkörpert, schon frei von Unausgeglichenheit. Ausgeglichenheit
kommt aber nur zustande, indem man die Mitte findet, und das geht
nur über den Weg über die "gegenteiligen Eigenschaften".
Sogar
ein
einfaches Element, das man in seinem Radix nicht repräsentiert
hat, ist
nun einmal - auch wenn es fehlt - ein Teil des Ganzen, und es mag
weitere Konstellationen im Radix geben, die aufgrund der übergeordneten
Anordnung und Betonung
erst problematisch werden. Das ist im Grunde bei jedem Radix neu zu
entscheiden.
Der Weg zur Verwirklichung und Integration der starken Faktoren liegt meist in der Ausbildung der fehlenden Eigenschaften, indem man durch Ausgleich oder eine Ergänzung die durch die Planetenstellung zwangsläufig bereits angelegte Einseitigkeit zur Mitte führt.
Saturn kann in einem Element stehen, in dem ansonsten kein weiterer Planet steht. Das ist ein besonderer Fall, bei dem manchmal der Umgang mit Saturn entscheidet, in wie weit man sich den Qualitäten dieses Elements allgemein verfügbar machen kann.
Nach Auffassung von Michael Roscher steht auch Jupiter, Venus und Mars für altes Karma.
Alles, was im Radix angelegt, und in irgendeinerweise tief verankert ist, das ist insofern karmisch, wie es unseren "Wahrnehmungs-Filter" bildet, und unseren Bezug und Auffassung der Realität prägt, oder Bedürfnisse und Orientierungen, also Lebenstendenzen offenbart.
Der Wahrheit seines Selbst ins Auge zu sehen, ohne
sich
grösser oder kleiner zu machen, das ist schon eine grosse Leistung.
Es
geht natürlich nicht darum, durch vermeintliche
im
Radix angezeigte Schwierigkeiten sich herunter in die Trübsal ziehen zu
lassen, sondern diese Faktoren als Chance zur weiteren Entwicklung
anzusehen!
Wo man einen karmischen Faktor hat, der einem irgendeine Schwierigkeit bereitet, steht als Ende der
Entwicklung genau das Maß an Stärke, welches der karmische Faktor
bislang als unangenehm bei einem verursachte. Die Schwäche wird zur
Stärke.
Analog einem
Muskel
zeigt sich
bei allen karmischen Faktoren, dass durch ein entsprechendes
und kontrolliertes Anwenden eines Muskels -während dieser durch
Gewichte belastet wird -, und man eine Anstrengung erzeugt, dann
derselbe
Muskel mit der Zeit gelernt hat diesem
Widerstand vollkommen zu "trotzen".
Damit ist der Muskel gewachsen und belastbar geworden. Er ist über seine Anfänge hinaus gewachsen.
Übertragen
auf das Leben muss es nur noch darum gehen, nicht
die Kompensationen und Hemmungen zum Wachsen zu bringen. Man wird
das
nie ganz verhindern können, doch liegt es auf der Hand, dass
man immer danach trachten sollte, sich auf die Tugenden und
lebenswerten Eigenschaften zum Wachstum und zur Bewährung zu besinnen.
Warum aber sollte man dies tun, wenn es nicht aus ganzem Herzen
bejaht wird, und die Chance erkannt wird? Deshalb steht wohl immer eine
Bewusstmachungsprozess am Anfang aller "Erlösung". In vielen Fällen
sorgt das für allein für das Weiterkommen. Dagegen sind Selbstzweifel
und Vorwürfe einfach nur sinnlos zu nennen, denn wozu dienen sie auch?
Wir
sind für uns verantwortlich und alles was wir sind, das sind wir -
und es gibt auf seelischer Ebene keinerlei Wertung, nur Sein und die
entsprechende Erfahrung von Umständen oder Bedingungen, wenn man so
will.
Erfahrungen, denen wir irgendwo immer ausgesetzt sind, können
aus seelischer Sicht nicht die Starre beinhalten, das wäre in
bestimmter Weise gesehen: die Verhinderung der Erfahrung. So kommen wir
zu dem Mut, zu uns zu stehen, weil dies dafür sorgen wird, dass wir in
den Fluß unserer eigenen auch seelischen Energien kommen.
Für das seelische Leben und den Kosmos handelt es sich um ein kosmisches "Spiel" der Kräfte, in denen es keine Wertung gibt, sondern nur den Fluß der Dinge, die sich in der Dualität in ganz anderen Zusammenhängen und Wirkungen befinden, als wenn alles sogleich klar und geklärt wäre.
Jeder schwierige Faktor oder schwieriges Handhabungsfeld, stellt eine Frage, oder führt uns unsere eigene Schwäche vor Augen. Aber jeder schwierige Faktor birgt in sich genau das Maß an Potential, welches sich nutzbar für die Lösung verwenden lässt, wie es eben durch die vorhandene und erlebbare Energie an dieser Stelle im Radix zum Einsatz kommen kann - und wenn wir erst etwas lernen müssen.
Es
ist einerlei, ob die uns zur Verfügung stehenen Energien von den
Planeten herrührt oder von uns selbst, also unserer seelischen Energie- vermutlich am Ende beides.
Hat man diese Lernerfahrungen gemacht, stehen einem diese erlernten
Fähigkeiten und die gewonnene Lebenserfahrung schließlich auch
für
sehr viele weitere Angelegenheiten
des Lebens zur Verfügung.
Die vielen Lehren des Ostens, die auf Entwicklung von Bewusstsein, Demut, Disziplin und Selbstbeherrschung gründen, spielen direkt auf die Notwendigkeit an, einen Willen der Losgelöstheit zu erzeugen. Andererseits kann eine sich selbst aufgezwängte Disziplin, die das Ziel nicht erreicht die Energien im Fluß zu halten, auch das Gegenteilige des Gewollten bewirken. Eine losgelöste Haltung, ungezwungen, und der Bereitschaft etwas geschehen zu lassen, kann ebenso hilfreich sein.
Karma ist vielleicht einfach ein Wort, das uns erinnern soll, wo wir selbst wirklich her kommen (aus dem Kosmos oder der seelischen Sphäre) und wo wir hingehören. Verhaftung schliesst uns von der Weite des Kosmos aus, von unserer eigenen seelischen Entwicklung, - wir spüren die Öde und Langeweile, die eintritt, wenn wir uns einengen lassen durch unsere Entscheidungslosigkeit, eben an etwas weiter oder einseitig verhaftet zu sein. Wir kennen die Sehnsucht zur Freiheit, welche eine Freiheit des Selbst ist.
Wir sind durch die Stellung der Planeten in unserem Radix aufgefordert, diese Planeten in ihren jeweiligen Zeichen zu entsprechen. Man macht die Erfahrung, dass es eigentlich unumgänglich ist, den Planeten ausgesetzt zu sein - aber zudem müssen wir die Zeichen innerlich zur Geltung kommen lassen, sie aufblühen lassen, um die Sonne, den Lebens-Kern aufblühen zu lassen.
Und vor allem müssen wir
mit Hilfe der
Planeten Erfahrungen verdauen, einordnen und uns von den
einen Erfahrungen zu weiteren Erfahrungen führen lassen. So dass
wir dadurch immer reifer werden.
Was
für einen Sinn würde es
machen, nicht reifer werden zu wollen? Aber es zeigt sich, dass das
Schicksal uns so lange drängt, bis wir uns über etwas bestimmtes
bewusst werden,
und in dieser Bewusstheit liegt meist die Reife! Damit ergibt sich
meist auch, dass wir die Chance ergreifen, in diesem Leben, auf der uns
möglichen Weise, aus der Erfahrung stärker hervor zu gehen.
Es geht im Leben immer um die Orientierung des Menschen, seinem Standpunkt, denn das verursacht beinahe alles weitere. Sein Standpunkt ist zunächst durch die Quadranten gegeben:
Im
Sein (1. Quadrant),
im
Erleben (2.
Quadrant),
im Denken (3. Quadrant),
im Wirken (4.
Quadrant).
Je nach Planeten in einem Quadranten wird ein Quadrant unterschiedlich thematisiert, die Sonne stellt dabei sozusagen den gewichtigen Standpunkt dar, aber sie ist nicht der einzige Standpunkt. Ein anderer Standpunkt wird durch den Mond in einem von der Sonne verschiedenen Quadranten aufgestellt, und dann folgen die persönlichen Planeten und Mondknoten mit einem jeweils bestimmten Gewicht. Stehen Sonne und Mond in einem einzigen Quadranten, ist die Betonung dieses Quadranten natürlich sehr stark.
Der 3. Quadrant stellt hinsichtlich des Karmas etwas Besonderes dar, denn die Erde fehlt in ihm. Obwohl jeder Quadrant auf seine Weise karmisch ist, ist es aber doch ein Unterschied, ob ein Quadrant über Erde und Substanz verfügt, was eine Auseinandersetzung mit dem Innenleben bedeutet. Das heisst aber auch, die Erfahrungen berühren auch das Okkulte. Das Okkulte in diesem Sinne ist etwas ganz normales; es ist zB die höhere Seelensphäre, die Ebene, auf der die zwingenden Fügungen entstehen und seelische Absprachen eingehalten werden müssen (und solche Begegnungen werden sich ereignen auch ohne dass man ihnen bewusst wäre). Das alles bedeutet aber nicht, dass man ausgeliefert wäre an eine bestimmte Art und Weise des Umgangs; denn genau darin, besser gesagt in der Bewusstheit und Einsicht in die Begegnung, hat man die Freiheit.
Wir haben im 3. Quadranten die Freiheit selbst zu entscheiden, zu welchen Gedanken, damit Entscheidungen und zu welchen Ideen wir mittels den Erfahrungen und Begegnungen in der Welt kommen. Im dritten Quadranten sind wir nicht so starken Bedingungen von Körper, Existenz, und Gesundheit ausgesetzt, wie in den anderen Quadranten. Allerdings geht es im 8. Haus auch um die psychische Gesundheit, was wir einlassen und abweisen. Jedenfalls: hier haben wir die Freiheit von fixen Vorstellungen und Erwartungen loszulassen und im Geschehen neue Bedeutungen zu erfassen oder nach eigener (bewusster) Wahl zu vertiefen.
Wenn wir das Leben aus der seelischen
Ebene betrachten, erkennen wir zunächst einmal, dass sich die Seele zu
diesem Leben entschlossen hat, sich die gegebenen Umständen von
Geburt, Eltern, Land usw. ausgesucht hat, um jene Bedingungen
vorzufinden, die für die Entwicklung der Seele (Reifung) nötig sind.
Und nur für diese, und keine andere Seele. Die Seele ist also aus einer bestimmten Sicht allein für sich.
Dennoch kann sie sich mit anderen Seelen auch einer gemeinsamen Aufgabe
verschrieben haben, und es ist auch so, dass es eine tiefe innige
Verwandtschaft zwischen verschiedenen Seelen geben kann. Eine Fügung
egal welcher Art entsteht meist immer aufgrund der seelischen Ebene.
Eine Begegnung oder Treffen kann also in den meisten Fällen
aufgrund einer von dort bewirkten Fügung innerhalb von irdischer Raum
und Zeit zustande kommen. Das erklärt die manchmal zufällig wirkenden
Zeitpunkte an ebenso zufällig gewählten Orten, wo zwei Menschen
zusammen finden, und sie sich sagen, das sei irgendwie bestimmt, dass
sie zusammen kommen mussten. Aber die Umstände waren so zufällig, dass
es geradezu mysteriös ist. Verschiedene Verläufe des eigenen und
anderen Lebens führten vielleicht auch zwangsläufig zusammen - aber
dennoch bleibt dann die Frage, wie gross die Welt ist und wie klein die
Chance, überhaupt zusammen zu kommen.
Dass eine gewisse
Unvorhersehbarkeit besteht, dass man also diese Begegnung meist erst
sehr spät als solche erkennt, ist auch erklärbar aus einem gewissen
Schutz der seelischen Ebene, sie lässt uns diese und auch andere
Fügungen erst erkennen, wenn wir sie nicht mehr vermeiden können durch
unsere eigene Haltung.
Diese karmischen Verbindungen, gemeinsamen
Aufgaben oder Begegnungen sind wahrlich ein spannendes Kapitel, das uns
vor Augen führt, dass die seelische Ebene (ausserhalb der Inkarnation,
also auf astraler Ebene sozusagen) auch Abmachungen trifft, und
dann auf geheimnisvolle Weise von der Geburt ausgehend bis zum Treffen
alles darauf hinaus läuft, sich irgendwann zu begegnen.
Nicht immer
geht es um das konkrete Zusammenleben, und oft geht es einfach darum,
zu sich zu stehen, um den jeweils anderen gerade dadurch einen gewissen
Spannungspol zu liefern, der der seelischen Entwicklung dient. Und
manchmal begegnet man sich nur, um sich gegenseitig aber nur
kurzfristig einen Impuls zu verschaffen - wobei eine geheimnisvolle
Anziehung und auch gleichzeitige unerklärliche Hindernisse für ein
reales Zusammenkommen gegeben sein können.
Dann gibt es ein Zusammenarbeiten nur über eine gewisse Zeit
hinweg, und nachdem eine irdische Aufgabe oder auch uns unbewusste
seelische Aufgabe erledigt ist, trennen sich die Wege.
Andere Arten der Zusammenarbeit mögen wenig konkret im Alltäglichen stattfinden und vielleicht eine andere Ebene beinhalten, möglicherweise begegnet man sich auf Bewusstseinsreisen. Das gilt sicher nur für sehr wenige Menschen.
Viel öfter und geläufiger ist es wohl so, dass man sich einem Menschen stark hingezogen fühlt, und meint, man hätte sich begegnen müssen und das sei vielleicht auch aus dem Grund, sich einander zu lieben. Dass man also "füreinander bestimmt ist", aber es immense Hürden gibt, in einer echten Partnerschaft zusammen zu kommen. Das sind dir für uns so typischen "karmischen Beziehungen".
Liest man darüber in einem vertrauenswürdigen Buch, was die seelische Ebene selbst über manche Beziehungen aussagt, also was Medien wie Edgar Cayce, Arthur Ford oder besonders Varda Hasselmann berichtet, dann ergibt sich endlich die Aufklärung, dass jeder Fall anders aussehen kann. Es kristallisiert sich heraus, dass man am ehesten auf dem "geeigneten" oder "richtigen" Weg der Auseinandersetzung kommt, wenn man auf sein eigenes Herz hört, und das ist eben das eigene Herz das für einen selbst schlägt, die eigene Liebe, die man empfinden kann, und zwar spielt sich hier auch ab, ob man (jemand anderen, so wie sie oder er ist) lieben kann. Auch nicht der Wunsch oder die Sehnsucht ist hier wichtig. Daraus entscheidet sich am ehesten, was für alles Leben - und das beinhaltet das eigene wie das andere - am besten ist, und was überhaupt denkbar und möglich ist.
Das Problem ist also die Entscheidung: soll man jemanden, zu dem man sich karmisch verbunden fühlt, das Leben lang hinterher jagen, ohne dass dieser aber daran interessiert ist, sich auf einen einzulassen? Wenn dies der Fall ist, dass derjenige oder diejenige nicht an einer echten Partnerschaft interessiert ist, ist das ein Hinweis, dass er - selbst wenn auf seelischer Ebene irgendeine Abmachung getroffen sein sollte - diese noch nicht einhalten kann oder will. Das würde nicht bedeuten, dass die Abmachung nicht zustande kommt, aber zB auf ein anderes Leben verschoben wird oder auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Leben. Vielleicht täuscht man sich auch, und der oder die Andere ist gar nicht "bestimmt" für irgendetwas.
Nichts kann aber eine echte Abmachung, die auf seelischer Ebene getroffen wurde, hintergehen. Doch es ist auch wichtig die (Nicht-)Entscheidung der anderen Seele zu achten. Weil man sonst glaubt, derjenige macht etwas falsch. Das wirklich zu beurteilen, kann uns kaum gelingen, weil wir auch nicht den Entwicklungsweg der anderen Seele kennen, noch kennen wir ja unseren eigenen Weg gut genug. Und es spricht viel dafür, die Sache auf einfache Weise zu betrachten: dass es ganz normale Abläufe sein können (nicht müssen), wie sich die Dinge kompliziert für unsere Augen entwickeln.
Es gibt
auch solche Fälle, die viel komplizierter sind, und wo es gar nicht um
Partnerschaft oder auch nur vorübergehender Zusammenarbeit geht, sondern um den Ausgleich zwischen ehemaligen Opfern
und Tätern, bei denen das Opfer zB von seinem seelischen
Entwicklungsweg abgebracht wurde. Hier geht es eher um diesseitige
Freundschaft, die zu entwickeln ist und die vielleicht kürzer oder
länger währen wird. Man spricht hier oft von Hassliebe. Es gibt einen
starken inneren Grund, eine Resonanz zu einem Menschen zu erfahren, und
gleichzeitig aber auch Unbehagen oder Angst und andere Blockaden. Die Lösung für beide
Seelen bestünde darin, dass der ehemalige Täter etwas wieder gut macht,
und sein inneres Anliegen ist auch darauf eingestimmt, und dass das
ehemalige Opfer diese Wiedergutmachung auch zulässt. Beides kann sich
als schwierig herausstellen, es gibt eine innere Kraft, die dazu führen
will, aber eben auch eine gewisse Abneigung oder Widerstand.
Das
Ergebnis entspricht einer Versöhnung, einem energetischen Ausgleich und
dient letztlich der Entwicklung seelischer "Liebe", die man begreifen
muss als Fähigkeit und Aufrechterhaltung dieser seelischen Energie der
Liebe (auf seelischer Ebene bemessen) .
Man wird schwerlich das eine oder andere voneinander unterscheiden können. Es erweist sich, dass echte karmische Bindungen nicht hintergangen werden können und man weitere Chancen erhält, auch in anderen Umständen und evtl. sogar weiteren Leben, falls man diesmal nicht die Aufgabe lösen kann. Es nützt nichts, die anderen seelischen Aufgaben oder Ziele auf Kosten einer einzigen Aufgabe zu opfern. Es gibt viele karmische Beziehungen, die einem so viel Leid bedeuten, weil man nicht weiss, wie man mit diesen starken Energien umgehen kann.
Ich
würde einfach behaupten wollen, dass man
das Beste aus solchen karmischen Beziehungen machen sollte, sich
vielleicht Optionen offen hält,
aber niemals auf Kosten der eigenen Lebensfreude, wenn man den Eindruck
hat, auf wesentliches verzichten zu müssen nur um den Preis sich an
jemanden anzuketten.
Diese Lebensfreude zu
entwickeln oder aufrechtzuerhalten ist in manchen Fällen eine echte
Herausforderung.
Wenn man selbst die Möglichkeit hat, die Partnerschaft anzustreben,
dann kann man sicher überlegen, wie weit man bereit ist, dies zu tun.
Aber wenn es unüberwindbare Schwierigkeiten gibt, und man immer wieder
wie vor einer Mauer landet, dann kann es sicher auch helfen, die Dinge
einmal aus anderer Perspektive zu betrachten, ohne zu urteilen. Sondern
zu begreifen lernen, dass die Wege eben ganz einfach noch nicht
zusammen führen. Wie gesagt
geht es manchmal auch nicht um das konkrete Zusammenleben. Es gibt auch
Formen der Partnerschaft bei weit entwickelten Seelen, die sich in
Träumen treffen oder ähnlichen Sphären, wie der Astralebene.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich eine typisch karmische Beziehung wirklich verhält in ihrem innewohnenden Ziel. Solche Möglichkeiten sollte man vielleicht zu einem bestimmten Zeitpunkt der oben beschriebenen Probleme zumindest in Erwägung ziehen - und sich aber auch nicht festlegen, wenn man sich nicht sicher ist.
Die auf Erden inkarnierte Seele befindet sich anders als die nicht inkarnierte Seele in einem Bereich der Dualität. Wenn wir also Leiden vorfinden, so ist dies nur ein Anfang, der schliesslich die ganze Erfahrung der beiden Seiten der Dualität mit sich bringen wird.
Es tröstet vielleicht - hilft uns aber in diesem Leben nicht sogleich weiter -, wenn wir bei einer schweren Krankheit annehmen dürfen, dass wir in einem nächsten Leben diese Erfahrung auf der einen Seite der Dualität bereits gemacht haben werden.
Was uns in diesem Leben aber hilft ist das Verständnis, dass die seelische Ebene keine Wertung beinhaltet. Für die Seele geht es in erster Linie um die (wertneutrale) Erfahrung, woraus weitere Entscheidungen (hin zum Licht) entstehen. Die Seele selbst kommt aus einem Bereich, in dem zB das physische Leiden ja nicht existiert. Unser Leiden ist nur ein begriffenes Leiden, und es gibt immer die Möglichkeit das Beste draus zu machen. Erst die Haltung erzeugt das immense Potential des Leidens, oder sich dessen bewusst zu sein, was darüberhinaus noch bleibt. Überlicherweise erkennen wir ein Nadelöhr der uns bleibenden Möglichkeit, die trotz des Leidens zu gehen sein kann. Diesen Weg zu gehen, führt wiederum zu einer enormen (inneren) Stärke.
Wenn uns die Einsicht hilft, dass wir in der Überwindung einer Haltung, die sich als Opfer sieht, letztlich die Erfahrung des Seins gewinnen, so gut diese Seins-Erfahrung auch nur möglich ist, ist das schon allein aus der Erwägung psychischen Gleichgewichts begrüßenswert. Es geht nicht um das Märtyrium oder der Identifikation mit dem Leiden, sondern trotz des Leidens die Möglichkeiten der Lebensfreude zu erfahren.
Nur
wer Glück kennt,
kennt das Pech und nur wer das Unfreie kennt, kennt die Freiheit.
Es ist also ganz einfach - nur schwer für uns zu verstehen, weil wir
natürlich nicht leiden wollen, und uns nicht vorstellen können, dass so
eine lichte Welt, wie wir uns das Seelische vorstellen, uns und der
Erfahrung solche Grausamkeiten und Leiden auf den Weg stellt. Wir
sollten sicher nicht meinen, das Leiden wäre zu begrüßen, denn das ist
es nicht, sofern es zugleich eben nicht unser (seelischer) Lebensplan beinhaltet, eine gewisse (leidvolle) Erfahrung zu machen!
Aber in
dieser Dualität enthalten ist so etwas wie ein Magnetismus! Was auf der
einen Seite ein Schwergewicht darstellt, will sich wie aus einem
Naturgesetz heraus ausgleichen. Einerseits spüren wir dem mit unserem
Willen nach, andererseits ist es aber auch ein kosmischer Prozess.
In der Dualität kann es kein Paradies geben. Wohl aber werden ältere Seelen sich von Natur aus jenem Bereich zuwenden wollen, der der Dualität übergeordnet ist, also jenen seelischen Erfahrungsdimensionen, dem Transzendentalen, wo dann der ureinheitliche Eindruck des Paradieses für uns offen steht.
Weiterhin
können wir annehmen, dass alles, was wir sind und was wir an Umständen
ausgesetzt sind, aber auch alles, was unsere Chancen und unser
Freiheitsbestreben einschliesst, zu uns gehört, wie unser Körper zur
Seele gehört.
Dass
diese Bedingungen, in denen wir existieren, also von
uns selbst beschlossen
wurden, und nicht für andere gelten müssen. Das heisst, unsere ureigene
Art mit dem Schicksal, mit uns selbst, mit unseren seelischen Aufgaben
umzugehen, ist entscheidender, als einen allgemeinverbindlichen Katalog
aufzustellen, was man wann und wie zu tun hätte - gleichwohl gibt es
natürlich eine Art allgemeingültige optimale Herangehensweise. Doch
abstimmen werden wir das nur für uns selbst und durch uns selbst. Das soll
bedeuten, dass nur sehr erfahrene esoterische Berater wirklich die
richtigen Schlussfolgerungen für uns treffen können und wir sollten,
wenn unser Herz eine innere Wahrheit nicht entsprochen sieht, immer die
Aussagen des anderen einordnen in unser Verständnis, und nicht
unbedingt die Aussagen anderer sprichwörtlich nehmen. Ich habe in 6
Jahren, wie ich mich mit Astrologie befasst habe, immer wieder mit
Astrologen zu tun gehabt, die mir ihre Deutungen über mein Radix
mitgeteilt haben und auch Richtungen dargelegt haben, in die ich mich
anscheinend bewegen sollte. Es war selten das Richtige und für mich
geeignete. Es stellte sich immer wieder heraus, dass meine innere
Wahrheit, wie man gewisse Aussagen auffassen müsste, richtig war. Das
ist nicht immer so, und es gibt auch Fälle, wo man die Aussagen eines
Astrologen nicht aufnehmen will, da sie die eigene Täuschung nehmen
würden. Manchmal aber ist auch beides der Fall und es bleibt also nur
eine Ehrlichkeit mit sich selbst, um auch die innere Wahrheit zu
finden. Es heisst, dass jeder Mensch in sich diese innere Wahrheit,
eine leise innere Stimme vorfinden kann.
Jedenfalls
untersteht unser Leben unserer
Verantwortung, und wir sollten unsere eigenen Entscheidungen treffen,
und uns
nicht allzu sehr ablenken lassen von einer vielleicht von anderen
verbreiteten Skepsis gegenüber unserer Lebensauffassung. Oder einem
Unverständnis gegenüber unseren Zielen, die wir manchmal eben doch
besser kennen als andere.
Was
den ultimativen Reibungspunkt zwischen Esoterik und Status
Quo-Bewusstsein angeht, sollten Esoteriker ebenso einfach zu ihrer Lebensauffassung
stehen und nicht versuchen, anderen etwas begreiflich zu machen, nur
um selbst den Eindruck zu haben, verstanden zu werden.
Ob
wir nun ein Skeptiker oder zB Astrologen sind, gehts es bei einem real
erfahrenen Gegensatz irgendwann nur noch darum, die eigene Position
rechtfertigen zu wollen.
Wenn wir uns für
Transpersonalität oder seelische Ebenen interessieren, können wir davon
ausgehen, dass wir etwas "ältere Seelen" sind. So wie es Kinder gibt
und Erwachsene, wäre es vermessen zu behaupten, alle Seelen wären
gleich. Die jüngeren Seelen sind der Transpersonalität noch nicht
aufgeschlossen, da sie erst andere Erfahrungen machen müssen.
Anscheinend ist es so, dass sie die Auffassung der älteren Seelen und
was ihren Interessensbereich betrifft etwas fürchten, so wie man das
Unbekannte fürchtet. Wenn wir zu uns stehen, und die Jüngeren einfach
IHRE Erfahrungen machen lassen, werden wir ihnen diese Angst viel eher
nehmen, als dass wir ihre Ängste vor dem Unbekannten noch weiter
konfrontieren.
Man sagt, auf
Schwingungsebene werden wir (ich gehe mal davon aus, dass der Leser
dieser Seiten sich für Transpersonalität interessiert) so viel eher
geachtet und verstanden
werden, als wenn wir uns bemühen, den Anderen unbedingt zu erklären,
was
wir warum tun. Ob das nun eine Berufsentscheidung als Elektriker
beinhaltet oder die Beratertätigkeit eines Kartenlegers, so werden wir
doch stets einsehen müssen, dass diese Entscheidung zunächst nur mit
uns selbst zu tun hat und wer diese Entscheidung nicht nachvollziehen
kann oder will, wird seine Gründe haben, auf die wir selten auch nur
den geringsten Einfluss haben.
Eine
nährende Umgebung und geeignete Bedingungen vorzufinden
innerhalb des alltäglichen
Lebens hilft der Seele eines jeden Lebewesens natürlich bei ihrer Entfaltung.
Doch
ist eben im Leben niemals alles einseitig und alles reibungslos, das
beinhaltet die Dualität.
Eine
absolute Determination der Fügungen halte ich für nicht gegeben, wohl
aber existiert ein Plan, der sich erfüllen will, und dafür gibt es
sicher verschiedene Wege, Chancen, Verläufe, Möglichkeiten.
Wer
aus irgendeinem Grunde esoterischer Verblendung anderen Menschen
künstliche
Schwierigkeiten schafft (was habe ich diesbezüglich nicht schon alles an Scheinheiligkeit und Arroganz erlebt!), damit
sie da konfrontiert seien usw., oder der einfach arrogant und hochnäsig
behaupten will, was das Beste für jemanden ist, der bürdet sich
natürlich auch die
Verantwortung dafür auf. Andererseits mag dies auch gerade die
seelische Aufgabe desjenigen sein, dass er andere konfrontiert. Oder es kann richtig sein, es
hin und wieder zu tun, um andere zu bewegen.
Es ist eben nicht alles so einfach, und nicht alles mit irgendeiner
fixen Moral beizukommen, wenn man das Verhalten anderer
betrachten und beurteilen will.
Ich denke, das Beste ist
immer, für das Gute
und das Licht zu sorgen, aber ohne mit Gewalt andere oder sich selbst
auf diesen Weg zu leiten. Wenn sich ein Widerstand, auch noch der
gringste psychische oder energetische Widerstand zwischen dem Berater
und dem Fragenden ergibt, ist das meist ein Zeichen, dass man es so
belassen sollte, und nicht über diesen Widerstand hinaus gehen sollte.
Dass man einfach schaut, was eigene Anlagen, Möglichkeiten und bewusst gemachte und ebenso ausgewogen gestaltete Ideale dafür hergeben, einen egal welchen Weg zu folgen, das kann nur richtig sein.
Es ist jedenfalls wichtig, dass man in seinen eigenen Entwicklungszielen sich von denen anderer unterscheiden kann. Und wenn man diese Ziele für einen selbst nicht kennt:
das ist nicht so wichtig, als überhaupt den Grundsatz zu folgen, dass
wir im Leben Erfahrungen ausgesetzt sind, die ihren Wert nicht dadurch
erhalten, dass wir sie bewerten, sondern dass wir die Erfahrungen machen.
Daher ist Bewusstheit, Klarheit in dem, was wir wie für uns halten, viel
wichtiger als die Frage, ob wir etwas richtig oder falsch tun. Daher
ist bewusste Gleichgültigkeit eine persönliche Entscheidung, und man muss eben
selbst wissen, ob man sich diese eingesteht, oder nicht. Nur sollte man
in Ungefähr wissen, dass man tatsächlich zB Gleichgültig ist. Und es also nicht
darauf ankommen lässt, ohne eigene Entscheidung zu handeln oder zu denken. Denn
es heisst, dass ein vermeintlich schlechtes Handeln gar nicht so
schlimm ist, als wenn man unbewusts und ohne klare Haltung handelt.
Wie auch immer. Die Komplexität des Seelischen geht weit über die Einfachheit hinaus, so dass man es sich nicht zu einfach machen kann, und Widersprüche oder Gegensätze dadurch aufheben, dass man letztlich nur zu einer esoterischen Ideologie kommt. Einer Ideologie, die einem ja nur die einzigartige Entscheidung, die wir in jedem Augenblick treffen müssten, abnehmen will.
Wir können eine bestimmte Perspektive einnehmen und dann erscheint uns das grösste Leiden zugleich als das grösste Potential, das uns zur Verfügung steht, nämlich die gegenüberliegende Erfahrung anzustreben! Also wenn wir unfrei sind, besteht die Vollständigkeit der Erfahrung in der Freiheit. Das ist alles andere als ungerecht. Das ist der Lohn, von der in der Bibel vielleicht schon mal gesprochen wurde, es ist der Lohn unserer Mühen durchzuhalten, uns bewusst zu machen, uns anzustrengen, ohne das alles als Martyrium für uns oder andere auszulegen.
Am Ende führt alles ins Licht, also zum Wachstum und zur Vervollständigung der Erfahrung. Auf diese Weise könnte auch plausibel erscheinen, wenn manche Religionen ein Austreten aus dem Rad der Wiederkehr so beschreiben, dass vorher eine Läuterung stattfinden muss, aufgrund der wir durch ein Nadelöhr schlüpfen. Wenn diese Läuterung nicht vollständig war, dürfte sich das in dem Verhaften an Erfahrung äussern, was dann zeigen würde, dass die Erfahrung noch nicht vollständig war um sich durch Verstehen von diesen Gründen (der Verhaftung) abzuwenden. Die Seele zieht es dann wieder zur Erfahrung, und wird nicht durch das Nadelöhr gelangen.
Manche Traditionen beschreiben das endültige Durchschreiten als die Freiheit schlechthin und als einen annähernd paradiesen Zustand, der vielleicht nicht Ewigkeiten währt, aber doch annähernd. Aber was nützt uns in diesem Leben diese Vorstellung. Sie kann vielleicht aber helfen, die Dinge für den Verstand plausibel zu machen, warum manche Dinge so und nicht anders sind: indem wir als Endpunkt unserer Bemühungen eine grossartige Erfahrung im Allganzen erwarten dürfen.
Die Hilfe, die einem die Astrologie bieten kann, besteht darin, etwas aufzuzeigen, um dann das Fehlende in eigener Anstrengung zu entwickeln, und/oder den Ausdruck der jeweiligen Konstellationen zu verfeinern.
Man
sieht eine schwierige Konstellation in seinem eigenen Radix und in
seinem Leben (eine wirkende Kraft oder ein bestimmtes erlebtes
Schicksal) und neigt
vielleicht zur Verzweiflung, weil man
nicht konkret weiss, wie man damit umgehen soll.
Das ist die häufigste Frage, die wir uns stellen. "Was soll ich nur
tun?"
Nun, obwohl der konkrete Weg manchmal schwer zu finden
ist,
läuft es
auch hier darauf hinaus: Das, was fehlt, selbst entwickeln, und das,
was
irgendwie in
seinen negativen Eigenschaften auftaucht, besänftigen, besser gesagt:
ausgleichen. Neue Standpunkte
gewinnen. Was übertrieben
ausgedrückt wird, können Leidenschaften sein, Standpunkte, die
man
gewählt hat, ebenso wie Selbstmitleid.
Am wichtigsten ist
die
Einsicht, dass man oft
lange
Zeit benötigt, eine Antwort auf das Radix zu verwirklichen. Allein eine
positive Einstellung mag helfen, ist aber für sich genommen nur ein
Anfang.
Man benötigt eine andauernde Abwägung
hinsichtlich der
jeweiligen Lebensumstände, so dass man nicht zur intellektuellen
Ideologie neigt, während das konkrete Leben etwas anderes verlangt -
doch muss man andererseits natürlich auch seine Ideale der
Selbstverwirklichung behalten können. Es bedeutet also durchaus eine
Gratwanderung.
Ohne Willen, kann nichts geleistet werden.
Ähnlich
wie die Eigenschaften eines Zeichens in die Einseitigkeit
gedrängt
sein können, kann auch
unser ganzes Leben einseitig gelebt sein. Es gibt einen stimulierenden,
inspirativen und befreienden Fluß der lebendigen und kosmischen
Energien, die schon
damit spürbar werden, indem wir die Zeit und die kleinsten alltäglichen
Schicksale als Fügung zu deuten beginnen. Es gibt so gesehen keinen
Zufall, und alles hat Bedeutung, welche wir vielleicht ahnungsvoll
entschlüßeln können.
Das Leben ist auch aus astrologischer
Sicht
eine Frage der Energien. Wir können in den Fluß der Energien kommen,
was man auch als Flow
bezeichnen kann.
Unsere Neigung zur
Verhaftung ist es,
die uns Zeit
als etwas statisches erleben lässt,
als etwas, was
durch Uhren gemessen wird. Etwas, was unsere Erwartungen erfüllen soll.
Und es ist eine ähnliche Neigung, die auch
zu
unserer Verhaftung in die Projektionen, Identifikationen und in all den
anderen Wiederholungen unseres Lebens führt. Wenn wir auf dem richtigen
Weg sind, ist die Wahrscheinlichkeit, nicht aber schon
Garantie,
viel höher, dass das Schicksal für uns günstige Fügungen bereitet und
unsere Taten entlohnt werden, in der einen oder anderen Weise.
All diese Wiederholungen und Verhaftungen verstricken unsere Lebensenergien und psychische Energien. Wir investieren Energie in relativ belanglose Daseinsbereiche, und die Energie kann dann nicht für jene Dinge zur Verfügung stehen, die uns wirklich am Herzen liegen. Man sollte aber nicht zu viel davon erwarten, mit dem (notwendigen) Abschliessen einer vergangenen Lebensepoche sogleich die Früchte einer neuen Lebensepoche erahnen zu können. Das Leben werden wir nicht verlieren, ebenso wenig wie die Seele und das Glück, diese Zeit zu erleben, die wir hier haben. Wenn wir schon nicht glücklich sein können über die Augenblicke, die uns zur Verfügung stehen, so sagte mir mein Mentor: dann machen wir etwas falsch (mit uns).