Karmische Astrologie
1. Karmische Faktoren im Radix
2. Edgar Cayce
3. Karma

Karma

Inhalt

Teil 1: Karmische Astrologie

Teil 2: Edgar Cayce

Teil 3: Karma

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Die seelische Reise

In der esoterischen Sichtweise auf das Leben bedeutet die Seele einen Ausgangspunkt der Betrachtung.
Das Bild wäre jedoch unvollständig, wenn man eine esoterische Sichtweise nur auf das Seelische beschränken würde. Der Körper und Geist zählt ebenso zur Seele und das macht insgesamt unser Sein aus.
Ebenso sind wir auf der Erde als Seelen inkarniert, haben aber auch eine seelische Vergangenheit im seelischen Bereich gespeichert. Diese seelische Energie lässt sich nicht durch das astrologische Radix vollständig erschliessen, wohl kann angenommen werden, dass die Entscheidung zu bestimmten Lebensaufgaben im Radix ablesbar ist und damit Rückschlüsse auf die Vergangenheit getroffen werden können. 



Das Krafttier, das man einmal in einer anderen Inkarnation hatte, bleibt tatsächlich in weiteren Inkarnationen zB der jetzigen erhalten. Für den Aszendenten oder anderes scheint dies nicht der Fall zu sein, vielmehr wiederholen sich ähnliche Konstellationen, und führen zur Wesensähnlichkeit. So kann zB ein Schütze MC und dann in einem nächsten Leben ein Schütze AS vorliegen usw..

Dualität

Das Leben, wie wir es kennen, beinhaltet Konfrontationen aller Art. So kann man von einer Ausreizung der seelischen Möglichkeiten sprechen. Dies kann auch mit der grundsätzlichen Dualität begründet werden, die dem irdischen Dasein zugrundeliegt. Alles Leiden erhält so den Sinn, damit seelische Entwicklung und Wachstum zu ermöglichen.

Es ist interessant, dass Wesen, die sich zuvor nie auf Erden inkarniert hatten und ihre Erinnerung an ihr vormaliges seelisches Leben bewahrt haben - wie Flavio Cabobianco - davon berichten, dass die Erde aufgrund ihrer Verstrickung mit der Physis, mit der Materie,  aus seiner sozusagen ungewohnten Sicht "ein merkwürdiger Ort" ist, und es nur auf der Ebene der Erde und dem Leben hier den Begriff des Todes und des Nichts gibt.
Der junge Flavio berichtet in seinem Buch "Ich komm' aus der Sonne", dass die Geburt in einen irdischen Körper für die Seele durchaus etwas leidvoll ist und der irdische Tod wiederum eine Geburt darstellt, in dem die Seele wiederum eine neue, aber ihr bekannte seelische Ebene betritt, nachdem sie sich vom Körper getrennt hat. So gesehen ist jede Geburt und jeder Tod nur ein Betreten neuer Ebenen. Man kann daraus den Schluß ziehen, dass nur das Bestand (Substanz) hat, was das Ausüben unserer Talente ermöglicht; der materielle Aspekt, also der existentielle Erhalt unseres Lebens aber ist notwendig, um auch unsere Talente ausführen zu können. Viele dieser Seelen, die sich zuvor nie auf Erden inkarniert hatten und vormals in anderen Welten ihre reichhaltige Erfahrung gewannen, tun sich sehr schwer in der dichten Wirklichkeit der Erde zurecht zu finden. Sie haben ein viel durchlässigeres feinstoffliches Energiefeld.
Was wir als Höheres bezeichnen, ist für Flavio nur eine andere Ebene, und ihm fällt es schwer, die Erde und ihre Möglichkeiten hierarchisch gesehen als "niedriger" oder "höher" zu bewerten als wie die Welten, in denen sich die Seele aufhalten kann. Für ihn ist jede Ebene nur anders, aber nicht weniger wichtig oder nützlich wie andere Ebenen.

Reaktionär glauben wir, es könne keinen Gott, oder irgendetwas Höheres geben, wenn es das uns so bekannte Leiden gibt und solche Schwierigkeiten der Entfaltung. Wir betrachten dieses Leiden dann aber wertend, und meinen, es könne gar nicht anders gehen. Wir klammern uns oft an bestimmte Vorstellung, an eine Ideologie des Sollens. Es soll alles gut sein, wenn es Gott geben soll, und das Leben und die Gesellschaft ist schlecht, wenn wir nicht die Möglichkeit zum spirituellen Wachstum haben. Aber wir erhalten durch die Dualität der Erfahrung, durch die Gegensätze einen enormen Entwicklungsschub, wenn wir die Erfahrungen und unsere eigenständige Entscheidung, unsere Bejahung dieses Zustandes, zulassen - und zwar mit allen Konsequenzen und Reibungen.

Würde man die Seele fragen, würde man feststellen müssen, dass sie bezüglich des Leidens die Unterscheidung trifft, ob dieses oder jenes Leiden von ihr beschlossen und als Herausforderung angesehen wird. Sie sieht darin Türen, wo unser Geist oder Ego nur Blockaden sieht.
Es gibt aber andere Leiden für die Seele und dazu gehört auch das Getrenntsein von Gott, von dem zB Flavio Cabobianco berichtet. Dieses Gefühl der Getrenntheit existiere in anderen Ebenen oder Welten nicht so deutlich, aber auf Erden umso deutlicher, weil die Erde eine sehr dichte Wirklichkeit sei.

Tatsächlich wird beinahe jedes uns bekannte Leiden nicht vom menschlichen Geist beschlossen, sondern von der seelischen Instanz, offenbar schon zum Zeitpunkt der Geburt.
Freilich sollten wir nicht naiverweise annehmen, dass die Sicht unserer irdischen Ebene wirklich Auskunft geben könnte, über zum Beispiel das Raum/Zeit Gefüge der seelischen Ebene. Wir können verschiedene Dinge annehmen, wie sich eine Seele gewisse Umstände aussucht und wie vielleicht auch Fügungen damit verbunden sind, also in der Zeit des Lebens eintreffende Ereignisse, die zB eine neue Lebensphase einläuten können. Wir finden immer wieder merkwürdige und spannende Begegnungen oder Ereignisse, die wir beinahe als von oben bestimmte Fügung wahrnehmen könnten. Was wir sicher wissen, ist einmal, dass sich Seelen verabreden können, die sich dann im Leben treffen, und wir wissen, dass die Seelen ihre Eltern sich aufgrund einer energetischen Schwingung aussuchen, sie sehen einmal die Harmonie mit einer bestimmten Energie, und welche Möglichkeiten der Entfaltung sich daraus für die Seele ergibt. Es ist wichtig letzteren Punkt zu berücksichtigen. Zum Beispiel kann sich jemand eine ausgesprochen rigide katholische Familie aussuchen, deren Maßstab darin besteht, regelmässig sonntags in die Kirche zu gehen, und zwar mit den Kindern. Wenn man so aufwächst, dann hat man ein bestimmtes Maß an Ritualen mit zeremonialen Hintergrund geleistet. Nun mag später der Herangewachsene für sich erkennen, dass seine Bestimmung eine schamanistische Tätigkeit ist, und es fragt sich, wieso eine katholisch geprägte Kindheit mit rigider Tradition diesbezüglich einen Hinweis liefern sollte bzw. die Prägung der schamanistischen Tätigkeit in die Wege leiten konnte? Diesen Zusammenhang habe ich selbst so öfter berichtet bekommen, und ich kann nur annehmen, dass diese Rituale durchaus eine gewisse Resonanz mit dem Schamanismus aufweisen. Daran sehen wir aber, dass wir nicht zu kurzsichtig sein brauchen, um die Symbole einer Kindheit für unsere wahre seelische Bestimmung einzuschätzen. Und dass wir nicht auf einige wenige Punkte uns beschränken sollten, um dann angewidert von den hässlichen Umständen der Kindheit zu sagen: "Ich kann mir wahrlich nicht vorstellen, wie diese Umstände irgendetwas mit mir zu tun haben sollten". Dahinter steht natürlich auch eine gewisse Kränkung, die wir in diesem Leben erfahren haben, und die unbedingt aufgearbeitet werden muss. Aber sobald wir diese Bestimmung suchen und annehmen, die wir durch die Einsicht in die Symbolik unserer Kindheit gewinnen, ist es immer wieder zu beobachten, wie befreiend und bestätigend diese Einsicht auf das eigene Leben und dessen Lebenssinn wirkt.

Aus Sicht der Seele gibt es kein Leiden dieser uns so geläufigen Art (aber anderer Arten), sondern sie betrachtet das, was wir manchmal als unnötigen Ballast empfinden, als Herausforderung um darüber hinaus zu wachsen, oder den Konflikt egal welcher Art als Stimuli für eine bestimmte Entscheidung und einen bestimmten Weg der Erfahrung zu betrachten.

In Bezug zum Gefühl von Gott getrennt zu sein, gibt dies die einfache Möglichkeit, sich bewusst zu werden, dass wir dennoch immer mit allem verbunden sind, und auch mit dem Göttlichen, und nur unsere Physis, also die Materie einen Umweg darstellt, um sich dieser Verbindung bewusst werden zu können. Fabio sagt dazu: "Gott ist das Ganze, und alles, was existiert, sind Teile Gottes". Ein Nichts kann es nicht geben, weil Gott immer in allem enthalten ist.

Man spricht manchmal von seelischen Konflikten und meint vermutlich damit, dass uns der Weg noch nicht offenbar geworden ist, wie wir zur vollen Lebenszufriedenheit finden können.
Meist ist eine gewisse und innere Lebenszufriedenheit ein Zeichen dafür, dass wir mit unserer seelischen Aufgabe eins geworden sind. 

Gelassenheit, Losgelöstheit, Erwartungslosigkeit, Loslassen können, Geschehen lassen können, Wunschlosigkeit, sich in den Fuß des Hier und jetzt begegeben können - das sind die Schlagworte, die uns helfen können und das sind Verhaltensweisen, wie wir viel öfter zu Antworten und Lösungen kommen, als wie allein mit dem Zwang, jedes Problem mit Gedanken und dem eigenen Willen lösen zu wollen.
Sofern nicht Verantwortungslosigkeit damit einher geht, öffnen wir uns auf diese Weise eines gelassenen Geschehen-lassens auf Impulse des Seelischen und auch Impulse unserer Seelengeschwister können uns zB in Form von Fügungen, Träume oder Zeichen erreichen. Denn ein jeder von uns hat auch Seelengeschwister, sowohl inkarnierte als auch momentan nicht inkarnierte - wir gehören einer seelischen Gruppe an, die uns auf unserem seelischen Weg der Bewusstseinsreise unterstützt, weil wir eine ähnliche Aufgabe verfolgen, weil wir ähnliche Entwicklungsrichtungen verfolgen.

Den Kurs bestimmen

Der Mensch sieht sich als jemand, der seinen Kurs bestimmen möchte. Dieser Antrieb, angemessen betrachtet, ist im Grunde aber ein seelischer. Verschiedene Impulse und Fügungen, die uns im Alltag  ereilen, können manchmal Hilfestellungen von "oben" bedeuten, also aus jenem seelischen Bereich herrühren - die Fügungen wurden über verschiedene Wege vermittelt.
Mit unserem Willen und Denken mögen wir eine Vorstellung der Wirklichkeit erzeugen, die konsequent diese Impulse oder Entwicklungsrichtung übersehen muss.

So können wir mit einem vom Seelischen abgetrennten EGO und Verstand wie im Schlaraffenland des Irdischen leben und uns dennoch empfinden, als fehlte uns etwas wichtiges. Viele Arten der Langeweile ergeben sich, wenn uns das Wesentliche fehlt und jeder kennt auch den Spruch: Ein Leben ohne Spannung ist langweilig.

Wenn wir unser Leben aus seelischer Sicht betrachten, können wir auch von einem seelischen Auftrag sprechen.
Jeder Mensch hat einen Auftrag, den man in gewissen Sinne der eigenen Seele zuschreiben muss und dem darin enthaltenen beschlossenen Weg. Meist entspricht dieser Auftrag ganz einfach den eigenen Gaben und Talenten.
Manche Menschen müssen sich selbst in irgendeiner Weise weiterentwickeln, wieder andere helfen anderen Menschen dabei, sich zu entfalten. Immer aber werden alle Menschen an der Vergeistigung und Bewusstheit des Ganzen mitwirken.

Es ergibt sich eine grundsätzliche Dualität zwischen dem Anliegen des Wachstums und den vielen Hindernissen (Leiden). Was wir nur zu einer Synthese bringen können, wenn wir diese Hindernisse als Herausforderung für unsere Bewusstseinsreise begreifen lernen. Das heisst mit anderen Worten, dass uns jede Herausforderung - einfach gesagt: "stärker" machen kann. Und uns auch bestätigt, sobald wir die Herausforderung gemeistert haben, egal in welcher Weise diese Leistung für uns aussehen mag. Wir tun gut daran, diese Lösung oder das Ziel nicht in einem konkreten Ergebnis zu sehen, sondern in dem, was wir für uns erreichen können. Denn meist ergibt sich daraus folgerichtig die ganze Synthese, die wir für uns leisten können. Von aussen betrachtet mögen wir zwei Möglichkeiten haben und beide würden die gegebenen Herausforderung zu einem Ergebnis führen, nur auf ganz unterschiedliche Art. Aber innerlich müssen wir uns auch fragen, welche Art der Lösung dient uns und unserer Lebensweise und erhält uns die Möglichkeiten zum weiteren Wachstum am ehesten?

Bei der uns gegebenen Art die Wirklichkeit zu erfahren, handelt es sich um eine Wirklichkeit, die von allen erfahren wird, und die unweigerlich sich in einem Prozess befindet, bei dem sich alles gegenseitig ausreizt (physische Wirklichkeit) und doch einem gemeinsamen Ziel dient: Entwicklung und Entfaltung von Bewusstsein, und darüberhinaus auf seelischer Ebene auch die Erweckung der (ursprünglichen) seelischen Liebesfähigkeit. Diese seelische Liebesfähigkeit ist wohl am ehesten geeignet um eine gewisse Einheit mit dem Göttlichen zu erfahren. Wenn wir der seelischen Liebe standhalten können, oder ihr bewusst sein können, ohne diese Fähigkeit an äussere oder innere Bedingungen zu knüpfen, haben wir zweifellos viel erreicht. 

Ich selbst finde eine enorme Bestätigung in der Aussage des spirituellen Weggefährten von Fabio Cabobianco, sein Bruder Marcos, der das Leben als Spiel auffasst.  "Unsere Spiele sind ein Spiegel des Lebens". Und das meint er nämlich nicht in einem bloß übertragenen Sinne, dass die Spiele der Kinder nur das Leben der Erwachsenen spiegeln. Ich glaube, er meint damit etwas ganz elementares. Das Leben ist ein Spiegel des kosmischen Tanzes aller Dinge, aller Kräfte, aller Welten, aller Wesen.
Aus meinen eigenen Erfahrungen mit der Erleuchtung hatte ich den deutlichen Eindruck, dass der Begriff des Spiels und die damit verbundene Leichtigkeit einerseits und die Wahrnehmung eines entsprechenden Geschehens andererseits am ehesten jenen göttlichen Teil in uns versinnbildlicht, der im eigentlichen unser Wesen und Daseinsgrund ausmacht. Es ist ein kosmisches Spiel der Kräfte und jedes Teil, jedes Ding in der Welt, ist eine Kraft, die sich in Realtion mit anderen verbündet, verstärkt, zurückweicht, misst oder sich neutral gibt. Sei nun eine Willensentscheidung dieser Kräfte gegeben, oder handelten sie aufgrund einer innewohnenden Selbstverständlichkeit.

Die Erfahrungen, die wir machen, stehen in Bezug zu unserer (seelischen) Eigenart, und nicht zu der eines anderen. Daher ist unsere Bewusstseinsreise in erster Linie auch immer ein Stück Freiheit, unangepasst an andere. Diese wahre Freiheit braucht keine Demonstrationen, und ist nicht an äusserer Freiheit gebunden, sondern ist eine begriffene Freiheit und äussert sich einfach in eigenen Entscheidungen, Werten und Sichtweisen in Verhältnis zu allen anderen Sichtweisen (anderer Menschen).
Aber jede konkrete Erfahrung der Dualität findet eine Gemeinsamkeit mit dem Ganzen darin, dass die Standpunkte oder Regeln, nach denen unsere Seele zum Beispiel Glück erfährt, für alle Wesen nachvollziehbar ist (auf seelischer Ebene). Nur die Wege, um zur Erfahrung und zum Gewahrsein dieses Lebens als Spiegel unseres kosmischen Ursprungs  zu kommen, die sind individuell verschieden. 

Eine grosse Herausforderung besteht nun aber auch darin, andere auf unserem eigenen Weg nicht in den Untergang ihres eigenen Entwicklungsauftrages zu leiten oder einfach gesagt, in eine gewisse Harmonie der Umgebung zu kommen und zu bleiben. Die Umgebung ist ein Teil des Flußes der Zeit und des Raumes, in dem wir uns befinden. Dass diese Harmonie ein Grundbestandteil unserer Inkarnation darstellt, wird auch durch den Waage-Punkt gegenüber dem Aszendenten vesinnbildlicht. Einerseits müssen wir uns unseres eigenen Willens bedienen, andererseits gibt es auch andere Willen und benötigen einen Weg, der uns im Einklang mit dem Ganzen bringt. Wie das aussieht, steht vollkommen offen. Wir sollten weder Gutmenschen sein wollen noch ausgesprochen rücksichtslos. Wir sollten wirklich jedes Dogma und jede Moral, jede Ideologie aussen vor lassen und versuchen, unser Herz zu fragen. Allein das wird  oft falsch aufgefasst, und man denkt dabei: herzlich sein wollen, voller Güte...; das sind nur mögliche Aspekte, aber nicht  wesentliche das Verhalten, das sich auf Herzensfragen gründet. Das Herz, unser Herz, unser Zentrum führt uns einfach gesagt zum Gewissen, und beinhaltet im Grunde die Ansicht, was wir in einem Augenblick tun können, und dabei nähern wir uns der Sichtweise: was wir zum Wohle allen Lebens tun können, wobei wir das Wohl unseres eigenen Lebens nicht vernachlässigen dürfen.
Wir können das kaum zum Dogma machen. Wenn wir von Zeit zu Zeit einfach wie von selbst zu dieser Ansicht kommen, dann ist das sicher ein guter Weg. Aber sich stur in jedem Augenblick an solche Maximen ausrichten wollen, das genau ist nicht der richtige Weg. Es nimmt uns die Flexibilität und Freiheit des Selbst.

Wir können gar nicht anders und sollten es auch nicht, unser eigenes Leben als Ausgangspunkt zu nehmen und als einzige Möglichkeit zu betrachten, überhaupt einen Einfluß auszuüben.
In manchen Fällen ist es einfach kein Egoismus, sondern Vernunft, wenn wir eine Entscheidung gegen die Umstände oder Bedingungen, die von anderen aufgestellt werden, zu treffen geneigt sind. Es gilt, alles Leben aus dieser Warte zu betrachten, in wie weit wir selbst verantwortlich  sind für die Verläufe und das Geschehen. In einem gewissen Rahmen können wir, sofern die Möglichkeit besteht, natürlich auch auf die Umstände positiv einwirken, wozu wir sie aber bedingen und beeinflussen müssen. Gewöhnlich gelingt das, wenn es sozusagen im Plan oder den Möglichkeiten unseres Schicksals liegt. 
Anders herum kann man sagen, dass uns das Schicksal in dem unterstützt, was für uns vorgesehen ist.

Zu unterscheiden, in wie weit wir uns auf etwas einlassen wollen, sollten oder können, ist aber ebenso wichtig, wie zu entscheiden, wann eine geeignete Zeit gekommen ist, uns aus einem bestimmten Geschehen wieder zurückzuziehen.

Am Wichtigsten ist aber folgendes: Niemand kann stellvertretend für uns handeln. Daher ist es schlussendlich unsere Entscheidung, in wie weit wir uns von anderen von unserem (seelischen) Kurs abbringen lassen wollen.

Wir haben prinzipiell als einzige unser eigenes Leben im Griff. Unsere eigene Anpassung und Aufbau unserer Persönlichkeit, die Hemmung oder Kompensation, ist nicht von anderen geleistet worden, sondern von uns als Kind. Wir haben diese Entscheidung getroffen, und der Ursprung dieser Entscheidung war unsere kindliche und unreflektierte Liebe. Egal wie schwierig die Lebensumstände für uns in der Kindheit oder Jugend waren, es hilft uns auch sehr viel weiter, wenn wir es so betrachten, dass wir selbst das getan haben, was wir geworden sind und andere Menschen oder die Umstände nur sozusagen Erfüllungsgehilfen waren. Wir kamen freilich nicht zu Depressionen, weil wir es gewollt haben, aber alles, was wir wurden, ist nur der Anfang, über den wir jetzt hinaus wachsen können, indem wir diese Anlagen, die sich bei uns aufgebaut haben, weiterführen. Es hilft uns nicht, uns als Opfer zu sehen. In seelischer Hinsicht, sind wir eher die Täter, da wir uns diese Umstände und Eltern ausgesucht haben. Daran erkennen wir, dass wir in diesen Erfahrungen einen Ansatz sahen, uns weiter zu entwickeln.
Natürlich gibt es nicht immer diese einfache Logik und es gibt auch Fälle, wo wir von anderen - im extremsten Fall durch Mord - an unserem eigenen Entwicklungsweg gehindert werden. Doch wie oft habe ich erlebt, dass man genau diese Möglichkeit, dass wir von anderen behindert werden, als Rechtfertigung ansieht, sich mit seinem gegenwärtigen Zustand zufrieden zu geben, indem man im Grunde sagt: Das ist nicht meine Bestimmung. In den meisten Fällen trifft es zu, dass man auf diese Weise nicht in Einklang mit sich selbst kommt, weil man seine Herkunft verweigert oder seine "Gewordenheit" ablehnt und damit auch schlechter anknüpfen kann , und sich viel schwieriger Umstände schafft, darüber hinaus zu wachsen.

Manche Bewusstseinsarbeit (zB von Schamanen und anderen Heilern) führt uns immer wieder vor Augen, dass in den Umständen der Kindheit ein Symbol für unseren Entwicklungsauftrag enthalten ist.

Der Schein der Wirklichkeit

Die physische Wirklichkeit, die von vielen als eine ausserordentlich objektiv erscheinende Wirklichkeit zu ernst genommen wird, da der Blick auf das Seelische noch fehlt, führt allein genommen zur Täuschung, wenn es um "die letzten Fragen" geht.
Die physische Wirklichkeit ist auf der physischen Ebene nur ein Schein des Objektiven, ein Anschein des Wirklichen, oder der Schein der physischen Realität, hinter der eine verborgene Ursache (Absicht) besteht. 

Psychisch-physisch gesehen finden wir eine Bereitschaft in uns, eine gewisse Wirklichkeit zu erzeugen, und aufrecht zu erhalten - was  zwar eine relative Willensfreiheit beinhaltet, aber im Ganzen nicht daran vorbei gehen kann, von Zeit zu Zeit solchen Erfahrungen ausgesetzt zu sein, die uns - vereinfacht ausgedrückt - von oben diktiert werden. 

Wobei ich betonen will, dass dieses "Oben" den ganzen seelischen Bereich beinhaltet. Was auch jenen Entwicklungsauftrag betrifft, den unsere Seele in diesem Leben erfüllen möchte (es ist kein Soll aus dieser Hinsicht, dass sich die Seele für eine gewisse Erfahrungsdimension entschieden hat, analog der astrologischen Konstellationen und der allgemeinen Zeit ihrer Inkarnation, zB in eine Epoche geboren zu werden: sondern Ausdruck ihres Willens, also Ausdruck unserer ganzen Bewusstheit).
Daran sehen wir, dass unser Ego und Intellekt sich nicht automatisch in der Situation befindet, im Einklang mit seinem Urgrund des Seelischen zu sein, weil wir mit unserem Denken und Fühlen ganz andere Wege gehen können. 

Die Anpassung als Schutzverhalten

Aufgrund unseres elementaren Bedürfnisses uns vor Einflüssen zu schützen, was als Schutzverhalten eine gewichtige Notwendigkeit der physischen Dimension darstellt, kommen wir zu zahlreichen Anpassungsleistungen. Die an- und aufgenommene Bewusstseinsreise führt diese Anpassungen aber weiter zu einem geeigneten Weg, und unser Sein, unser Denken, und unsere Wahrnehmungsart wird zum Gefährt des seelischen Impulses.
Mit unserem Intellekt, das soll noch betont werden, filtern wir auch einen grossen Teil der uns sichtbaren Welt heraus, sehen die Welt, wie wir an ihr festhalten durch Wertung und Anpassung der Sinnesdaten an eine vorgegebene Erwartung. Der Intellekt, so haben wir gesehen, ist überwiegend Teil der physischen Realität. Und damit ein Teil der irdischen Verdichtung. Man könnte nun einmal sagen, um in einer so dichten Wirklichkeit wie der Erde überleben zu können, brauchen wir einen guten Verstand. Und andererseits könnten wir sagen, dass wir den Verstand, der ja in seiner "Verdichtung" geneigt ist bestimmte Muster wachzurufen, auch ab und zu geschehen lassen können, ohne dass wir ihn kontrollieren wollen (auch die Arbeit an innerer Gedankenstille ist so beschaffen), womit dann Intuitionen, Eingebungen und so weiter ermöglicht werden, oder in höchsten Stufen der inneren Stille auch ein regelrechter Kontakt zum höheren Selbst oder einer objektiven Logik, die eine höhere Schwingungsfrequenz benötigt (weswegen die normale Verdichtung des Verstandes gelockert werden muss). 

Es ist so, dass viele Absichten dieser von uns erweckten und aufrecht erhaltenen Anpassungsleistung an Umweltbedingungen aufgrund eines Schutzverhaltens gebildet werden müssen. Dieses diente und dient unserer Stabilisierung unserer Form. 

Dieser ganze Prozess einer Anpassung zwischen uns selbst und der Umwelt dient darüberhinaus und seelisch gesehen dem Fluß der Dinge. Dieser Fluß des Selbst ist gemeint, der Fluß der eigenen Lebenskraft, des Glücks - so wie wir es erhoffen oder aber wie dieser Fluß von der Seele uns zur Verfügung gestellt wird. Dabei haben wir die Wahl, ob wir auf einem authentischen Wesensgrund unser Leben bauen wollen, oder auf den Illusionen unserer Vorstellungen und Nachahmungen des Lebens anderer. Wenn uns jemand zu nahe kommt, und uns vorwirft unverantwortlich zu handeln, während wir für unsere Augen und gemessen an unserer Wahrnehmung sehr wohl verantwortlich handeln, sollten wir einfach genau hinschauen, auf welchen Gründen diese Vorhaltungen des Anderen gebaut sind, welche Aspekte der Andere im Vordergrund hält. Ob wir ihn dann damit behelligen oder nicht, das hat  überhaupt keinen Einfluss darauf, ob wir denn nun verantwortlich handeln oder nicht. Es ist unsere Entscheidung und unser Gewissen.
Ich bin der Ansicht, dass es in den meisten Fällen besser ist, die Ergebnisse unseres Handelns für sich sprechen zu lassen und sich auf solche Diskussionen um das richtige Handeln nicht einzulassen - dass man also in manchen Fällen den anderen seine Wahrnehmung lassen kann. Es gibt natürlich  immer Besonderheiten zu berücksichtigen oder dass man gewisse Grenzen einhalten muss, die der andere zu sehr zu übertreten droht.

Auf das Umfeld hat man in frühen Jahren überhaupt keinen Einfluss. Hier entsteht das wahre Einflussfeld aller zukünftigen Anpassungsleistung, die überhaupt erbracht werden kann. 

Im weiteren Verlauf geht es also darum, den Fluß der Dinge durch eine geeignetere Weise herzustellen, denn wir sehen ein, dass uns manches Schutzverhalten nur von grösseren Schaden abhält, aber den eigentlichen Fluß der Wahrnehmung, des Seins usw. nicht besonders fördert.

Saturn und Schutzverhalten

Es ist die Frage: sind die inneren oder äußeren Bedingungen für einen geeignet, um jene Substanz oder Integrität zu erhalten, aufgrund der man seinen eigenen Tätigkeiten und die aus dem Selbst gewonnenen Absichten weiter nachgehen kann? 

Man erwählt und erhält innerlich seine Struktur, so weit dies die Anlagen ermöglichen, und beeinflusst und nutzt äusserlich Bedingungen und Möglichkeiten, die diesem Prozess des Erhaltens der Sturktur dienen. 

Der übergeordnete Prozess der Stabilisierung und Erhaltung unserer Integrität kann  als Prüfpfeiler unserer Existenz beschrieben werden und  mit Saturn analogisiert werden. 

Es geht um Integrität. Daraufhin kommen wir zu einem Schutzverhalten, das wir indirekt vom jeweiligen Mileu aufgreifen (bis zu einer gewissen Lebensphase durch die Mutter und das Umfeld der Mutter).
Manchmal ist die Berührung mittels der Konfrontationen mit der Vielfalt der Eindrücke zu früh, und man wird zu früh mit unsicheren Wirklichkeiten konfrontiert, so dass der Druck zu einer Anpassungsleistung umso stärker wird und aufgrund der Not, wird so die Psyche vom eigentlichen Leben leicht abgesperrt (ein Trauma dient im eigentlichen Sinne dem Schutz, bleibt aber unverarbeitet bis wir dazu in der Lage sind).
Das geschieht auch in der Zeit des Ungeborensein aber noch wesentlicher in den frühen Phasen der Einflüsse (also in der Reihenfolge: Gebärmutter, Säuglingsalter, frühe Kindheit von 1 - 3 und vor allem hinsichtlich der Erfahrungen, die mit der leiblichen oder gegenwärtigen Mutter zu tun haben).

Dieses Schutzverhalten, egal um welches es sich handelt,  ist nichts anderes als ein Stützpfeiler unserer Existenz und erhält unsere Stuktur. Das ist ein Verhalten, ohne das wir der Auflösung und richtungslosen Zerstreung ausgeliefert wären.  
Wir würden alle unsere subjektiven Bedingungen verlieren, letztlich wenn die Verdichtung der fremden äusseren Energien stark genug wird: Eine von aussen kommenden Ursächlichkeit,  die einen eindeutig formierenden Charakter aufweist, übernimmt dann unsere Formung und das ginge bis ins Seelische. Gegen diese Macht der Manifestierung von Form und Gestalt, führt keine eigene Strukturierung mehr weg und die Form wäre für die Dauer einer Zeit gegeben und zwingend materialisiert, wenn wir ihr nicht ein Schutzverhalten relativ schnell oder beständig entgegensetzen könnten. Damit einher, dass wir also genötig sind, einen Schutz aufzubauen gegen diesen Einfluss, geht aber auch eine gewisse Starrheit, die aus der Not geboren wird.

In einer anderen Weise kann bei einem Zuviel der eigenen Erstarrung der Form das Lebendige ersticken, womit ein Ausbruch zwangsläufig auf die Form einwirken muss. Umso stärker die Verhärtung, die sich gegen das Lebendige ausdrückt, desto stärker sucht sich ein Impuls diese Struktur, um auf es einzuwirken (Uranus bringt zB dieses belebenden geistigen Impuls und ein Ausbruch in egal welcher Form ist das Resultat der vorherigen Erstickung des Lebens).

Die Anpassungsleistung des 6. Haus

Die Achse der Häuser 6 und 12 ist wohl am ehesten verbunden mit unserer Grundsituation ins Leben gestellt zu sein. Diese Achse hat aber hier nichts mehr damit zu tun, unsere Integrität einfach nur zu erhalten, sondern geht darüber hinaus, indem wir flexibel und lebensfähig sein wollen. 

Lebensfähig zu sein, bedeutet, unseren Funktionen gerecht zu werden. Egal worin die von uns begriffenen Funktionen liegen. Für den einen ist es die Arbeit hinter den Kulissen (12), der andere ist mittendrin (6). 

Die sichtbaren Kulissen interessieren nicht, das tun sie eher im 3. Haus und 9. Haus; sondern auf dieser Häuserebene (6. und 12. Haus) geht es darum, innerhalb des Umfelds lebensfähig zu bleiben und Funktionen des Geistes, des Psychischen oder des Körperlichen nachzugehen. Auch die banale Instandhaltung und Ordnung des Haushalts ist im Grunde ein Ausdruck dieser elementaren Funktionen, da wir den Haushalt als Teil unseres konkreten Lebensumfeldes betrachten können, in das unser Geist, unsere Psyche und Körper hineinreicht.

Dieser Brennpunkt der grundsätzlichen Lebens-Krise (in einem neutralen Sinne gemeint) liegt im 6. Haus, als Planet wird dieser Brennpunkt durch Chiron verkörpert.

Es ist der Brennpunkt zwischen
1.: dem Bedürfnis dem (körperlichen und seelischen) Anliegen gerecht zu werden und
2.: dem augenblicklichen Zustand, in dem dieses Anliegen noch nicht erfüllt werden kann, und anders gesagt Mittel gesucht werden, nämlich dem Anliegen zu entsprechen. Die Bewegung geht sowohl nach aussen aber noch mehr nach innen.

Das ist die Herausforderung, die Möglichkeit eigenen Selbstausdrucks nicht zu verlieren durch ein Zuviel an Anpassung.
Im 6. Haus geht es im eigentlichen Sinne um die Bedingungen, die unser Überleben garantieren. Wir finden Nutzbares aussen und innen vor, genauso wie wir Notwendigkeiten erkennen. Wir können diese vorgefundenen Dinge  anwenden und Nöte bewenden, oder Dinge in Funktion bringen und in Funktion halten.

Die Vernunft in diesem Sinne ist immer eine vom Überlebenstrieb oder vom Erhaltungstrieb (des eigenen Lebensgefühls) abhängige Anpassungsleistung. Das sieht man darin, dass im 4. Haus unser Lebensgefühl sozusagen geboren wird und im 6. Haus (das imselben Quadranten liegt) damit eigentlich eine emotional-seelische Anpassungsleistung vollbracht wird, die dem 2. Quadranten erst das i-Tüpfelchen aufsetzt.
Das heisst aber auch, wenn wir unsere eigene Lebenswirklichkeit (4. und 5. Haus) vernachlässigen, werden wir mit dem 6. Haus eher kompensieren, als für einen echten Ausgleich sorgen zu können.
So kommt es,  dass viele Leute sich an jeden Beruf anpassen können, auch wenn dieser überhaupt nicht mit ihnen selbst zu tun hat. Steht aber zB der Mond im 6. Haus, merkt man ziemlich stark, wenn ein Umfeld nicht zu einem passt, und neigt dazu, das alltägliche Umfeld oder Beruf anhand der eigenen Stimmung darin oder Anfechtung von aussen zu bewerten. Dann zeigt sich ein Bedürfnis, dass die eigene Anpassungsleistung auch immer noch die seelische Eigenart bewahrt und einen geeigneten "Nährboden" für den Aufenthalt im Augenblick vorfindet.

Etwaige Missverhältnisse, dass man sich selbst aus den Augen verliert, können sich aber im 12. Haus  als psychsomatische Beschwerden ausdrücken.

Bewusstheit 

Prinzipiell ist es jeder Konstellation, besser gesagt dem Ganzen (und damit dem Kosmos) egal, wie sich unsere mit gegebenen astrologischen Konstellationen und damit die entsprechende Erfahrungsdimension für uns verwirklicht. Es sei denn, es besteht ein seelischer Plan, der uns mittelfristig und langfristig an eine bestimmte Bedingung und damit bestimmte Ereignishaftigkeit knüpft, womit also eine Konstellation ein zwingendes Ergebnis liefert (das dann aber in den meisten Fällen von uns wohlwollend aufgefasst werden wird). 

Darin besteht unsere Freiheit, dass wir die Konstellation selbst erlösen aus ihrem Erfüllungszwang, und einen Weg bereiten, bevor sie sich den Weg aussucht.
Die Freiheit besteht in der Gestaltung eines ansonsten notwendigen Faktors. Sagen wir, wir haben Saturn als Transit oder Auslösung anstehen, der sich erfüllen will. Wir können uns also von aussen disziplinieren lassen oder wir disziplinieren uns selbst und entscheiden so ja auch, gestalten (!), wie sich die Konstellation verwirklicht. Finden also einen für uns geeigneten Rahmen.

Indem wir uns über das Wirken und Vermächtnis der Konstellation bewusst werden, heben wir sie in unsere Aufmerksamkeit und erfüllen sie. Bevor sie sich ihren Weg in unsere Aufmerksamkeit zwangsweise suchen wird. Denn sie will nicht, sie muss -  ein Mensch wird den Ereignissen begegnen müssen, damit ein bestimmter Erfahrungsdruck erzeugt wird, der einzig dazu dient, das ein entsprechendes Thema in unser Bewuusstsein gerückt wird. 

Allerdings können wir selten wissen, was sich konkret ereignen wird. Und es ist auch angenehmer, nicht alles zu wissen, weil wir sonst wie ein Automat durchs Leben gehen: immer in der Erwartung, dass etwas passieren wird.
Daher ist es besser, sich allein auf eine gewisse Erfahrungsdimension einzustellen (zB Saturn als Transit im 3. Haus, oder Jupiter als Transit im 7. Haus), also gewissen Qualitäten oder Arten von Erfahrungen -  und nicht auf ein konkretes Ereignis. Dass wir also zulassen, nicht zu wissen, hinter welchem Busch der Hase hervor kommen wird.

Ausgleich und physische Bedingungen

Oft muss einfach etwas Fehlendes ergänzt werden um eine Konstellation auszugleichen - muss also der Faktor in die Mitte gebracht werden, allein um uns selbst ein besseres Lebensgefühl zu verschaffen. 

Karma heisst in diesem Sinne auch: der Grundsituation ausgesetzt zu sein, als Seele in einen leiblichen Körper inkarniert zu sein. Damit entsteht die Möglichkeit aus den Anlagen heraus und innerhalb der Dualität zwischen geistig-seelischem und physisch-köperlichen Dasein Erfahrungen zu vervollständigen. 

Die astrologischen Planeten sind bewegende Kräfte. Jeder Planet des Radix verursacht eine Erfahrungsdimension, die abgestimmt ist auf unser seelisches Sein und der Entwicklungsrichtung darin.

Jeder Planet soll uns anleiten, diese Erfahrung in einer Weise zu erfüllen, die unserem jeweiligen (seelischen) Seinszustand und Reifegrad entspricht. Dieser Reifegrad steht nicht im Radix, und kann nur selten schlussgefolgert werden.
Insgesamt dienen die Erfahrungen dem seelischen Wachstum und der Rückbindung an die höheren Sphären des Seelischen oder Kosmischen. Die Seele hat sich  die Geburt und Eltern ausgesucht, um Bedingungen vorzufinden, die für sie geeignet sind.

In einem weiteren Sinne kann man sogar die Art des Sterbens als von der Seele beschlossen betrachten - so wird es jedenfalls von zahlreichen Medien geschildert. 

Jede Erfahrung beinhaltet die Möglichkeit der dualen Vollständigkeit, das heisst, in der Erfahrung von Leid steht meist auf der Gegenseite genau das, was wir (oder unsere Seele) eigentlich anstreben oder benötigen. Und wir werden darauf aufmerksam, das auch erreichen zu wollen. Da die Konstellation oder der Grund der Erfahrung uns genau diese Richtung schenkt, über das Leiden hinaus zu wachsen.

Wir erhalten so auch direkt einen Lohn durch die Mühen, indem wir das Erreichte durch das vorherige Leiden auch wert schätzen können und die entstehende Fülle auskosten können - weil wir auf der Gegenseite wissen, was eine Angelegenheit ebenso für uns  bedeuten könnte.

In ganzheitlicher Hinsicht, vielleicht zu betrachten als kosmischer Mechanismus oder Gesetz, gehört zum Erleben eines Pols einer Sache auch der Gegenpol. Wenn wir etwas positives oder negatives erlebt haben, müssen wir uns früher oder später mit der Gegenseite auseinandersetzen. Fabio Cabobianco sagt: "So lernen wir". Wenn wir gesiegt haben, werden wir eines Tages erleben müssen, wie es ist eine Niederlage einstecken zu müssen. Das scheint schon automatisch in der Natur der Sache zu liegen.
Und hinsichtlich der Seele scheint es andauernd um dieses Lernen zu gehen. Für die Seele aber ist es mehr ein Spiel, als wie Prüfung. Unser Geist und unsere Emotionen erfahren aber die Reibungspunkte als Prüfung.

Dadurch, dass sich an einen Negativpol früher oder später der Positivpol "andocken wird", beinhaltet auch jede schlimme Kindheit oder Erfahrung immer eine gewisse Menge an Potential, welches man sich nur noch bewusst machen muss.
Oder wie man positiv einer für uns schlimmen Erfahrung entnehmen kann, dass diese Grundlage nur der Anfang der Dualität zwischen Licht und Schatten ist. Denn auf der anderen Seite der "negativen" Erfahrung, steht eine Möglichkeit der "positiven" Erfahrung und auch der Komplexität, aber immer auch ist jeder Schatten auch Spiegel des eigentlich Göttlichen. Denn wo wir Schatten als solchen wahrnehmen, wissen wir auch, warum wir das tun, auch wenn es uns nicht bewusst ist: Denn der Schatten existiert, weil wir ihn aufgrund unseres innersten Wissens als solchen wahrnehmen, und ganz innen sind wir Licht. Es ist ein taugliches Bild, dass wir mit dem Inkarnationszyklus auf Erden einen Weg über den Schatten gewählt haben, um uns so nur mehr des göttlichen Aspekts allen Seins und allen Geschehens bewusst zu werden. Das scheint ein Sinn dieser Dualität zu sein.

Umso mehr wir erfahren haben, desto komplexer ist unser Wissen über solche Erfahrungsdimensionen auch irgendwo. Allerdings muss man  dazu erst über den  Schatten treten und die Einseitigkeit der Verhaftung an diese oder jene Erfahrung verlassen (meist bedeutet das einfach, die Opferposition zu verlassen).

Die Vollständigkeit der seelischen Erfahrung

Die Sonne steht in unserem Horoskop für eine Seinspräsenz, mittels der Sinn und Bedeutung geschöpft werden soll. Es besteht eine Rückwirkung der im Leben realisierten, d.h. gestalteten Erfahrung zurück zum Bewusstsein, womit sich Bedeutung ergibt. Die Sonne selbst kann diese Bedeutung zwar als Präsenz erleben, aber der Wahrnehmungsvorgang findet vor allem über den Mond und Merkur statt und wird erheblich von Mond und Merkur beeinflusst und gefiltert. Wahrnehmung (Mond/Merkur) und die einerseits entstehende und andererseits beabsichtigte Bedeutung (Sonne) sind also zwei verschiedene Dinge. Alle Planeten tragen dazu bei, dass eine Erfahrung bewertet wird, aber die Sonne ist das massgebliche Kritierium.

Diese geschöpfte Bedeutung soll sich mit jeder Erfahrung, jedem Gestalten-Wollen und jeder Tätigkeit ergeben. Allein das Vorhandensein in der materiellen Welt bedeutet eine Auseinandersetzung, in der sich der Geist, als wichtiger Teil der Seele, befindet. Es erscheint am naheliegendsten, die Sonne mit dem Geist zu identifizieren, wenn auch die Sonne im Horoskop zunächst nur für eine Mentalität sorgt und Denkprozesse im Ganzen auch durch andere Planeten (und auch Häuser) gebildet werden.

Das Selbst ist ein Organ der schöpferischen Absicht (Sonne) und die Sonne will nicht nur ihre eigene schöpferische Absicht, sondern darüberhinaus die der Schöpfung zugrundeliegen Prinzipien (die Zeichen als Urprinzipien) als Seinsinhalt erfahren. 

Das Karma kann als eine ursprünglich von der Seele getroffene Entscheidung angesehen werden, sich in die Materie zu inkarnieren. Auf dem weiteren Weg der verschiedenen Leben wird das Karma sozusagen abgearbeitet, indem der Weg durch entsprechende Entscheidungen zurück in die Vollkommenheit geführt wird.

Der Sinn des Karmas besteht aus seelischer Sicht also darin, durch diesen Prozess und der Auseinandersetzung innerhalb der Beziehung zwischen Vollkommenheit (seelischer Grund, Ursprung, Lichtwesen) und Unvollkommenheit (Dualität, Inkarnation, Materie), die Vollkommenheit in sich selbst zu verstehen. Diese Vollkommenheit besteht bereits ist aber unterschieden von der in diesem Leben angenommenen Persönlichkeit, die insgesamt einen Schutz der seelischen Instanz bedeutet, und für die Funktion der "seelischen Erfahrung" oder der "seelischen Reise" verantwortlich ist. Richtig genutzt ist unser Körper und Geist das Gefährt der Seele.
Der übergeordnete Weg zur Vollkommenheit geschieht, indem die seelische Absicht, die uns auch unbewusst sein kann, aus den Erfahrungen, die gemacht werden, einsieht, welcher Sinn in einer Entscheidung hin zur Vollkommenheit besteht. Unser Bewusstsein ist nicht nur das, was uns an Gedanken, Bildern oder Stimmungen als offensichtlich erscheint, sondern umfasst auch alle Bereich des Unbewussten und der Träume und berührt auch jene seelische Ebene, die wir gewöhnlich als höheres Selbst oder Seinspräsenz des Seelischen bezeichnen, und berührt noch weitere und höhere Ebenen auch des Kosmischen (mit dem wir immer verbunden sind). 

Der Mond sorgt für den Widerhall der Erfahrungen, mit ihm und im Bunde mit der Sonne verleihen wir allen Erfahrungen unmittelbare Bedeutung für unser Sein. Mit dem Mond und dem Saturn ergibt sich ein Druck, auf Erfahrungen zu reagieren, Lektionen anzunehmen und Erfahrungen in einer bestimmten Richtung zu begreifen.
Um sich weiter zu entwickeln, muss eine Entscheidung getroffen werden, in welcher Weise wir gegenüber allen zwingenden Erfahrungen stehen wollen. Es wird eine Haltung aufgebaut. Es ist ein Prozess, wie wir aufgrund einer eigenen Resonanz und Schwingungsenergie durchs Leben manövrieren, und Umstände wie Situationen anziehen und Fügungen erleben, und daraufhin weitere uns bewusste Entscheidungen zu treffen. Wir erkennen aber gewöhnlich nur jene Prozesshaftigkeit, die auf der Ebene der uns allen zugängliche Realität des Physischen stattfindet. 

Michael Roscher trifft den Punkt, wenn er sagt, dass es der kosmischen Instanz auch genügt, wenn die Erfahrungen im Traum verstanden und in Wissen umgesetzt werden. Wenn die Lektion, den uns die Erfahrung des Lebens zuteil werden lassen will, sozusagen begriffen wird. Ansonsten wird dieselbe Erfahrung so weit vom Schicksal (dem Druck der Konstellation) verstärkt, bis wir sie begriffen haben und so auch eine Entscheidung treffen müssen. Wir werden bewegt und entscheiden uns, egal was wir konkret tun oder denken.
Daraufhin werden immer die uns bewegenden Kräfte der astrologischen Konstellation, ob sie von innen oder außen bewegt wird, mit unserer eigenen Kraft interagieren und sozusagen das kosmische Spiel der Zusammenwirkung von Kräften erfüllen. Wo immer Kräfte zusammenkommen, können wir auf die dahinterstehende seelische Absicht einerseit: die  ursprüngliche Begegnung der Zweiheit als Ausdruck der Liebe und auf die Mehrung der kosmischen Bewusstheit andererseits schliessen. Der kosmischen Dimension ist es grundsätzlich egal, welche Art der Erfahrung gewonnen wird, weil jede Erfahrung ein Stück der Vielfalt spiegelt und mit jeder Vielfalt auch wieder Bewusstsein ermöglicht.

Das kosmische Spiel und die Regeln

Denken wir das weiter: Es wird von manchen Medien berichtet, wie sich ein Karma zwischen zwei Menschen bildet: das ist der Fall, wenn der eine dem anderen zB durch Mord oder eigensüchtige Interessen von der ursprünglichen und der Seele und Seelenfamilie beschlossenen Bestimmung abbringt. So dass in einem späteren Leben die beiden, durch ein magnetisches oder karmisches Gesetz bedingt, wieder zusammenfinden müssen, um in ihrer Konfrontation zwischen Opfer und Täter eine Versöhnung und Wiedergutmachung zuzulassen. Beide Wesen werden aus ihren tiefsten Gründen sich einerseits angezogen fühlen, der Täter will dem Opfer irgendwie entgegenkommen, und das Opfer fühlt ebenso eine Resonanz, aber beide müssen sich in Regel überwinden, und der Sinn dieser Begegnung liegt in der Entwicklung und Instandsetzung der seelischen Liebesfähigkeit. Es geht also um Liebe. Um Harmonie. 
Nun können wir kurz anfügen, dass eine Harmonie und Entscheidung zur Liebe dann umso stärker und gewichtiger ist, je mehr Schatten und Dualität, also Gegensatz es zu dieser zu erfahren oder zu überwinden gibt. Daraus ergibt sich schliesslich der Sinn der Dualität. Es wäre ja eine ganz andere Erfahrung, wenn es nur Liebe gäbe, und alles schon "in Ordnung" wäre.

Wenn wir das nun übertragen auf eine Begegnung irgendwelcher Kräfte, also ganz abstrakt, sehen wir, dass durch ein Naturgesetz jede Kraft die andere beeinflussen kann. Wie Billardkugeln, die sich in die Quere kommen und einander beeinflussen.
Wir könenn nicht behaupten, jeder Anstoß verstosse gegen das Schicksal der anderen Kraft. Wohl können wir annehmen, dass es eine bestimmte "Spielregel" gibt, und ebenso ein Überschreiten, bei der die eine von der anderen Kraft zer-stört wird in ihrer vom Schicksal oder Lebensplan auferlegten Bestimmung (für eine bestimmte Daseinsform, zB als auf Erden inkarnierte Wesen, die der zu einem Teil der Vergänglichkeit unterliegen, womit klar ist, dass die Lebensaufgaben zwangsläufig eine festgelegte zeitliche Dauer erhalten) .
Die Spielregeln werden von der Seele selbst aufgestellt, das bedingt ihre eigene Art der Anziehung und die Auswahl der Bedingungen zu "Spielbeginn". Ebenso wie jede Kraft im Universum ihre eigenen Regeln aufstellt, und so also bestimmt ist, wie diese Kräfte wirken, und zwar innerhalb grösserer Regelwerke. Letzteres, die grösseren Regelwerke beinhalten nun dass das Ziel aller Bemühungen einfach gesagt  darin liegt, aus der Dualität der Begegnung zweier gegensätzlicher Kräfte so weit zu kommen, dass daraus eine Liebe entsteht oder entstehen kann. Was ist Liebe nichts anderes als das Vermögen, wie beide Kräfte einander positiv beeinflussen, so dass jeder im Grunde etwas davon hat, berührt zu werden. Dass also etwas neues entsteht.

Auf diese Weise erhält auch der Kosmos wiederum durch die seelische Liebe, aufgrund der ja etwas neues entsteht (ein harmomisches Zusammenwirken mit zielgerichteter Aktivität), eine neue Möglichkeit der Erfahrung. Der Gegensatz zum Chaos - wenn wir es einfach mal als Gegensatz zur Liebe aufstellen - liegt darin, dass die harmonisch aufgebauten Strukturen einen längerwährenden Fluß darstellen, innerhalb dessen und mit dem weiteres wiederum entstehen kann - während das brandende Chaos der absoluten Richtungslosigkeit nur sehr kurzlebige Funken sprüht oder dies eindimensional tut und keine besondere komplexere Ordnung ermöglicht, die dann auch folgerichtig das Bewusstsein mehren würde.

Diese rudimentären Ansichten kann man sicher auch auf die eine oder andere Weise mit den Schöpfungstrahlen in Verbindung bringen, die siebenfältig sind und im Grunde die komplexe Ordnung des Kosmos erzeugen, bzw. die Leere auffüllen mit einem kosmischen Prozess.

Aus Sicht des alltäglichen Lebens

Das Leben stellt uns Herausforderungen in Form von Erfahrungen. Überhaupt irgendwelche Erfahrungen zu machen, ist so gesehen eine grundsätzliche Herausforderung, mit der wir konfrontiert werden.

Es geht darum, sich dieser Herausforderung bewusst zu werden. Die verschiedenen Komplexe oder auch Blockaden der Persönlichkeit können ebenso als Herausforderung begriffen werden. Die Persönlichkeit ist wichtig, wird aber oft zu stark betont - einfach gesagt verhindern viele Strukturen und Muster, die wir in unserer Psyche und im Geist mit der Zeit aufgebaut haben, die wahre Selbstverwirklichung. 

Eine bloß gesellschaftliche und soziale Selbstverwirklichung - ebenso wie die Rebellion, die sich gegen bestehende soziale Werte richtet - ist eine Makulatur und bringt uns nicht in Berührung mit unserem Wesenskern (Seele, Selbst). Diese Makulatur der Persönlichkeit ist selten ein Produkt unseres Selbst, sondern eher eine Antwort auf die Umstände und erfahrbaren Widerstände, gemäß unserer Anlagen. 

Existenz

Das Leben beinhaltet die Forderung für die Existenz zu sorgen. Diese Forderung ist ähnlich dem Umstand, überhaupt geboren zu werden, denn beides bezieht sich auf Materialisation, Absicherung und Verankerung. Die Existenzsicherung hat auch Ähnlichkeit mit der Sorge und Pflege des Körperlichen. Wird sich darum nicht gekümmert, treten meist zwingende Konsequenzen auf. Ohne Existenz, haben wir keine Absicherung, und keinen Ort für jene Prozesse, die wir verfolgen wollen. Aus einem übergeordneten Gesichtspunkt ergibt sich aber das Bild, dass wir überlegen könnten, welche Prozesse wir eigentlich mit unserem Leben und Dasein verfolgen möchten. Vielleicht brauchen wir gar nicht mehr so viele äußeren Dinge, wenn wir wissen oder ahnen, dass uns das Selbstgewahrsein und die Befreiung aus der Verhaftung in irgendwelche Identifikationen, uns viel mehr Glückserfahrung zuteil werden lassen kann. 

Dabei spielt es keine so grosse Rolle, was wir äußerlich haben. Wir können die Dinge, die wir im Leben und in unserer Existenz erhalten und erreichen können, als willkommene Mittel betrachten, um dem Prozess der Erlangung des Selbstgewahrseins Freiräume und Handlungsräume zuzuführen - aber wir werden viel mehr Freiheit verspüren, wenn wir aus Sicht des erwünschten Selbstgewahrseins, diese äußeren Dinge nicht mehr als zwingend betrachten, sondern das nehmen und wert schätzen, was wir bereits haben oder noch bekommen können, ohne also alles auf diese Karte des existenziellen Bedürfnisses zu setzen.
Denn was haben wir gewonnen, wenn wir unsere Seele (Selbstgewahrsein) verloren haben?

Schicksal

Es gibt Stationen und Wegpunkte, an denen wir nahezu komplett die Richtung ändern, oder eine neue Perspektive für unser Leben gewinnen können. Vor allem der astrologische DC-Punkt steht für diese Kreuzungen im Leben, für die Begegnung mit neuen Möglichkeiten an sich. Es ist der Punkt im Horoskop, wo wir komplett eine neue Gelegenheit ergreifen können, weil sie uns von aussen als solche gegenübertritt. 

Vor allem können wir durch solche Begegnungen, ob mit Ereignissen, Chancen oder anderen Menschen, eine neue Richtung des Denkens einschlagen. 

Die Begegnung mit Umständen werden unsere Einstellung immer ganz besonders beeinflussen, und man sagt nicht von ungefähr, dass eine Seinsänderung mit Änderung der Umstände allgemein leichter wird. 
Tatsächlich sind wir natürlich besser dran, wenn wir eine innere Veränderung auch ohne gleichzeitigen Wandel bewirken können, und anders herum nicht durch jeden Wandel äußerer Umstände aus dem inneren Gleichgewicht gebracht werden.

Wenn wir unser eigenes Leben daraufhin untersuchen, wann immer wir die Chance hatten, etwas komplett zu verändern - egal ob wir diese Chance nutzten oder nicht -, finden wir gewöhnlich tatsächlich solche Kreuzungen in unserer Biografie. Solche Kreuzungspunkte bedeuten immer eine neue Richtung im Leben, die vor uns als Möglichkeit auftaucht.
Vielleicht dreht es sich um Partnerschaften, um einen Beruf, um einen Wohnort oder auch um habituelle Neigungen, etwa in dem wir mit der Wahl von Umständen auch entsprechende Neigungen begünstigen. eigenen Zeit.

Theorie der Wiedergeburt und kosmische Gerechtigkeit

Die Theorien über die Wiedergeburt berühren alle ein und dasselbe Thema, wenn auch die verschiedenen Theorien im Detail verschiedene Grundansichten vermitteln. Das mag zum Teil daran liegen, dass es verschiedene Blickwinkel gibt, mit denen man die Wiederkehr betrachten kann.

Massgeblich ist das Gesetz von Ursache und Wirkung, welches die zentrale These über die Wiedergeburt darstellt. Dieses Gesetz besagt nichts anderes, als dass stets das Eine entsprechend auf das Andere folgt. Und es besagt, dass es für das momentane Erleben und die schicksalsmässigen Umstände irgendwelche Ursachen gibt. Die Theorie der Wiedergeburt sieht diese Ursachen in einem oder meist mehreren vorherigen Leben. 

Kosmische Gerechtigkeit

Was wir säen, werden wir ernten. Die kosmische Gerechtigkeit ist in karmischer Hinsicht ein unpersönlicher Mechanismus, der unsere Seele mit dem konfrontiert, was wir an Erfahrungen und Taten jemals geleistet haben. Dazu zählen natürlich auch positive Leistungen, die wir anderen entgegen brachten, oder auch hinsichtlich unserer eigenen seelischen Entwicklung vollbringen konnten.
Nun wird diese kosmische Instanz wohl nur plausibel, wenn wir annehmen, dass das karmische Erbe über den leiblichen Tod hinaus wirksam ist, und zwar in Bezug auf die Seele. Jedoch wird derselbe Prozess auch innerhalb unserer einzelnen Lebens vollbracht. Wir sehen andauernd, wie wir irgendwelche Angelegenheiten mit Energien oder Absichten durchtränken, wie wir also nichts anderes als Ursachen setzen. Diese werden in die gemeinsame Erfahrung aller überstellt, und irgendwann fliesst die Energie, vielleicht über andere Kanäle oder Ebenen zurück. Anderes wird vielleicht aufbewahrt für eine nächste Inkarnation. Wir sollten keineswegs zu der Annahme kommen, dass alle unsere Taten auf uns zurückwirken, und wir nur noch Gutmenschen sein sollten um negative Rückwirkungen zu vermeiden, denn das ist nicht im Sinne des Selbst. Ausserdem können wir uns zugute schreiben, dass das Leben immer ein Ganzes ist und wir auch von anderen Guttes erhalten werden, und nicht nur Schlechtes. Wir können weiterhin annehmen, dass in diesem Wirkungsfeld der Erde und der Energien, unser eigenes Wohlwollen, und die Annahme von Herausforderungen, die wir mit unseren besten Absichten und Bemühungen angehen, auch vergolten werden - die Währung zwischen Ausdruck unserer Intentionen und Einfluß auf uns, mag nicht immer dieselbe sein, so dass wir diese kausalen Verbindungen und Kanäle des Energieflusses von Energien, nicht immer in einen direkten Zusammenhang sehen werden können. 

Wir müssen unsere Qualitäten ausdrücken und auf dem Wege der Erfahrung selbst entscheiden, wie wir unsere Kräfte einsetzen - massgeblich für die höhere Instanz ist immer die wirkliche Bemühung, und Angst, die unsere Taten begleiten, ist immer ein Teil der negativen Rechnung. Wir sollten aus Sicht des Kosmos möglichst befreit allen Herausforderungen des Lebens begegnen, ohne Erwartung und Zwang. Aber ohne Reibungsverluste wird unser Einsatz nicht geschehen können. Wir werden niemals kein Karma erzeugen können - und ein Rückzug von allen Erfahrungen lässt uns nur auf derselben Stufe bleiben, die wir irgendwann aber verlassen werden müssen. Unser persönlicher Einsatz dient unserem Selbst und der Befreiung seelischer Erfahrung, und damit dient, aus dieser Sicht des Selbst, unser Einsatz auch allem Leben. In uns ist unser Gewissen stellvertretend für die kosmische Gerechtigkeit, doch normalerweise überschattet und durchkreuzt die Moral des kollektiven Lebens und unserere persönlichen Maßstäbe (in diesem Leben angenommenen) diese ursprüngliche Instanz, und so kann das Gewissen nicht gehört werden.

Das Licht des Selbst sollen wir in unserem Leben als Selbstgewahrsein entfachen. In diesem liegt auch die Liebe als Natur der seelischen Entscheidung zugrunde. Dieses Selbstgewahrsein wird mit den Herausforderungen des alltäglichen (und nicht-alltäglichen) Lebens auf eine Probe gestellt, und zwar sollten wir die Entscheidung zu Gunsten des Selbstgewahrseins auch in widrigen Umständen treffen können, ohne unseren schöpferischen Ausdruck und Möglichkeit des schöpferischen Einflußes zu verlieren.

Theorien der Wiedergeburt

Es gibt eine allgemeine Auffassung, die im Grunde einfach ist, bei der es um einfache Ursachen und Wirkungen geht.
Tatsächlich können wir aber nicht beweisen, dass die Wiederkehr existiert und in welcher Weise sie existiert. Es kann sehr viele Möglichkeiten geben, wie sie real stattfindet, unabhängig von der Auffassungsgabe unseres Verstandes.

Es gibt eine besondere Theorie der Wiedergeburt, eine Theorie der ewigen Wiederkehr des Gleichen, die ich auf einer weiteren Webseite gestellt habe, um diesen Artikel hier kurz und bündig zu halten.


Theorie einer Wiederkehr gemäß Ursache und Wirkung

Die herkömmliche Theorie einer Wiedergeburt ist einem gewöhnlichem Verständnis zuträglicher.

Die herkömmlichen Ansichten über Karma beruhen einfach auf einer Gesetzmässigkeit von Kausalität. Die Kausalität lässt sich innerhalb des Lebens und im Alltäglichen eigentlich gut beobachten: Harmlose oder komplizierte Abläufe fügen sich stets in Zusammenhänge des Gestrigen oder bereits Gewesenen.
So lässt sich sagen, dass nichts ohne Grund geschieht, weil die Ursachen irgendwann geschaffen wurden.

Was wir auch tun, erzeugt einen gewissen Sog für zukünftige Angelegenheiten. Ein Sog oder ein Konglomerat von manifestierten Energien und Impulsen, innerhalb dem wir eine Tendenz erfahren, nämlich zukünftig unter dem Einfluss der Rythmen des Lebens weiterhin ähnlich zu handeln.
Wollen wir unser Leben irgendwo verändern, müssen wir uns um kontiniuierliche Bemühungen kümmern. Erfolgreiche Bemühungen werden auf uns im Rythmus des Lebens als Impuls wiederkehren.

Die Dinge fügen sich, so wie wir es selbst bestimmt haben, jedoch innerhalb eines Rahmens, den man astrologisch mit dem Radix gleichsetzen kann - aber aus übergeordneten Gesichtspunkt werden wir in entsprechende Umstände geboren, die mit der bereits vorhandenen Erfahrung der Seele auf einem entsprechendem Niveau gebracht werden. Es ist kein Unfug, wenn wir behaupten, dass nicht jede Seele auf dieselben Erfahrungen (und in gewisser Weise auch mit demselben Radix) in gleicher Weise umgehen können wird.

In jedem Fall ist das Leben und So-Sein wie ein kosmisches Spiel, bei dem wir durch unser Tun, Nicht-Tun und unser Unterlassen (alles ist ein Tun) ständig einen Einsatz bringen.

Karma im Alltag

Das Leiden

Das Universum existiert nicht ohne eine ihm zugrundeliegende Absicht oder Intention. Alles was ist, gehört einem unpersönlichem Prozess an, und somit hat alles aus dieser Perspektive einen Sinn.

Für den Menschen erscheint es manchmal sinnlos, weil er den Horizont nicht über sein leidendes Ich erheben kann. Oder weil die Rationalität vor den schwierigen Fragen keine Antworten weiss, und alles mit (leblosen, fruchtlosen) Zufall vereinfachen möchte, und sie sieht noch in den Bemühungen um fruchtvollen und lebhaften Sinn nur eine Art Pseudowahrheit. Sie kann aber nicht widerlegen, ob nicht doch sogar ein wahrer Kern zum Beispiel im Karmagedanken liegt.

Es scheint jedenfalls einem Spürenden klar, dass das Leiden nicht sinnlos ist, sondern - selbst wenn es mit dem gewöhnlichen Verstand selten ergründet werden kann - eine spirituelle Aufgabe bedeutet, oder anders gesagt: einen Sinn macht, und zwar in kosmischen Maßstäben.
Das Leiden zeigt einen Brenn-Punkt im Leben. Es ist etwas, was sich so gefügt hat, weil zwei Dinge zusammen kommen, vielleicht als ein Karma eines vergangenen Lebens, vielleicht aus Ursachen oder Versäumnissen eines jetzigen Lebens. 

Die Frage ist nicht, ob man das Leiden beheben kann, denn natürlich sollte man es beheben, wenn man kann.
Sondern die Frage ist, was tue ich mit einem unabwendbaren Leiden? Die einzige Antwort wird sein, so gut wie möglich damit umzugehen lernen: und das führt uns allein auf die Chance, die in einem Leiden verborgen ist. Seelische Erfahrungen können in jedem Fall gemacht werden, und nichts anderes scheint der Kosmos zu beabsichtigen: dass Erfahrungen in einer Weise gemacht werden, die zum höchstmöglichen Grad an Selbstgewahrsein führen können.

Ans Licht...

Sich aus dem Karma zu befreien bedeutet zwangsläufig - als ginge das eine aus dem anderen hervor: Ein bewussteres und kraftvolles Leben zu führen, erfüllt von Sinn und Freude, und natürlich der Entfaltung menschlicher Möglichkeiten dienend. Gewohnheiten sind tendenziell eine Bremse der Entfaltung der Sonnenkraft. Stets im Augenblick bzw. Hier und Jetzt verankert zu sein, das stärkt die Sonnenkraft.

Mai 2008
Stefan Arens