Astrologie Horoskopdeutung Radix Bedeutung Faktoren Planetenbild Schüßel Spannungsherrscher Planetenballung Zeichenbetonung Zyklen Planet Aspekt Quadrat Opposition Trigon Sextil Konjunktion Zeichen und Zeichengrenze Applikativ Separativ Elemente Deutung Häuser Aszendent Planeten
Koch Placidus Unterschiede. Deutungsperspektiven. Zusätzliche Deutungsmittel Asteroiden Apollo Vesta Pallas Chiron Sappho Faktoren für Kunst, Malerei und Ästhetik, Fähigkeiten für Astrologie, Intuition. Saturn, Uranus, Pluto, Merkur, Venus, Abendstern, Morgenstern, Sonne, Mond, Mars, Jupiter, Neptun
In
meinem
Artikel Karmische
Astrologie befinden sich
weitere Ausführungen über
den Mond,
Mondknoten, Saturn, Pluto und Neptun. Über Pluto, Uranus, Neptun auch in diesem Artikel unter "Transsaturnier".
Und hier ein Artikel
über die Nebenaspekte,
besonders über das Quinkunx.
Die Astrologie zeigt uns fundamental unseren eigenen Standpunkt: die Astrologie ist geozentrisch, sie bezieht sich auf den Standpunkt der Erde als unseren Lebensort.
Weiterhin bedeutet unser Geburtsradix zwangsläufig einen
Standpunkt einer
Seite der
Erde, die zu
unterschiedlichen Zeiten dem Sonnenlicht ausgesetzt oder abgewendet
sein wird. In eine dieser Hälfte werden wir geboren.
Die Symbolik dieser Tatsache, dass es Nacht oder Tag sein
kann, kennt astrologisch gesehen verschiedene
Gesichter.
Zunächst assoziieren wird mit
der Nacht,
was
uns unbewusst und nicht vertraut ist, oder wo uns sogar das Licht der
Klarheit genommen wird.
Im Volksmund sagt man, wenn
ungünstige
Wendungen
berfürchtet werden, ironisch: "dann sieht
es düster aus", oder: "ja, dann gute Nacht".
Die
Symbolik
der Nacht kann auch für den ungeordneten
Bezug zum
Unbewussten
stehen, für
die Einvernahme durch Triebregungen. Wobei der Trieb in diesem
Bezug aus ganz allgemeinen Wesenszügen bestehen kann; also alles, was unseren Selbstausdruck bedingt - was nicht
gleichzusetzen ist mit der Begrifflichkeit eines
"triebhaften Verhaltens" oder "verbrecherischen Verhaltens", das aber daraus hervorgehen kann.
Im Eigentlichen geht es um alle seelischen Regungen, die sich mit der unteren Horoskophälfte analog der Symbolik des Unbewussten und der Nacht assoziieren lassen. Seelische Regungen werden geboren, kommen ans Licht. Die dahinterstehende Energie, die bewegt, ist immer elementare Lebensenergie.
Man
kann diese Regungen zwar verleugnen, oder in ihrer Bedeutung verkennen
oder die Bedeutung umschreiben, doch wird sich die Energie an
sich positiv oder negativ zur Erscheinung drängen. In jedem Fall will
sich das Leben äussern.
Diese innersubjektiven Geschehnisse
sind an erster Stelle zu nennen, wenn wir über das Leben reden.
Es handelt sich um Geschehnisse und (subjektive) Wirklichkeiten, die wesentlich zu
uns als Menschen gehören.
Das
Gefühl ist eine Funktion, uns konkret und unmittelbar die Bedeutung von
Wirklichkeit zu vermitteln, ungefärbt von gedanklichen Zuschreibungen.
Allein mit Gefühlen könnten wir in ein Chaos geraten - und ziehen wir
die Gefühle ans Licht, an den Tag, können wir diese mit weiteren
Bedeutungen und Normen messen. Es sollte übrigens darum gehen,
diese Gefühle zu messen, aber nicht zu entwerten. Wir können die
Gefühle, sobald sie einmal da sind, nur noch wahrnehmen, aber nicht
mehr leugnen. Tun wir das, leugnen, so verstricken wir uns nur weiter
in einem Prozess, der irgendwann zuende geführt werden muss.
Der
Kontakt mit dem symbolischen Tag, mit der Welt, mit dem Leben aller
anderen und den kosmischen auch in uns begründeten Gesetzmässigkeiten
und spirituellen Energien, verschafft uns ein Gegenüber. Etwas, das wir
unseren Trieben entgegen stellen können um dann zu entscheiden, welche
Richtungen unsere Triebe nehmen können, um dann endlich mit uns und der
Welt ins Reine zu kommen.
In
der Nacht geschehen Dinge, die wir ansonsten nicht so leicht
beobachten, und die uns nicht wie am Tag vor Augen gerückt sind. Doch was wäre
die Nacht noch? Es ist die Zeit der Träume. Das ganze Traumgeschehen
offenbart ein Reich des Unbewussten. Dies ist ebenso real wie die sichtbare Welt von äusseren Ereignissen.
Meist
ist es ja so, dass wir die REALITÄT daran messen, was wir aus der
Alltagswirklichkeit kennen. Doch REALITÄT ist einfach etwas Wahres.
REAL können
auch Sachverhalte des Selbst sein, die uns in den Träumen aber ebenso
in den Symbolen des Alltages begegnen. Doch wahrnehmen werden wir alles
so, wie wir es wahrnehmen. Es klingt nach einer nichtssagenden
Tautologie - doch erheblich ist es, dass unser Wahrnehmungsfilter
entscheidend wird, wie wir die Welt und das Leben erfahren, wahr-nehmen.
Um
eine objektive Realität oder Gesetzmässigkeit zu
definieren, muss erst die Landschaft des Subjektiven durchschritten
werden. Wir sollten den Kontakt zu unseren Wurzeln des Subjektiven und
des Lebens nie verlieren (Gefahr bei Betonung des 3. und 4.
Quadranten). Andererseits sollten wir nicht in die Falle des
blinden Fleck geraten, wenn wir wie auf einem blinden Fleck auf
uns Selbst stehen und letztlich unseren eigenen Illusionen, Ängsten und
Trieben auf dem Leim gehen und dies alles rechtfertigen, ohne auch noch
eine Anstrengung für ein ausgewogeneres Leben vorzunehmen, weil wir zB
die Schuld in den äusseren Umständen sehen (Gefahr bei Betonung des 1.
und 2. Quadranten).
Im weiteren Verlauf des Lebens, einem Reifeprozess des
Werdens, geht es uns als Menschen darum, die seelisch-elementaren
Regungen unseres eigentlichen Lebens mit geordneten Bezügen zu
versehen. Mit Vernunft eine Anpassung des Subjektiven zu
leisten, um solche Triebe, die ungezwungen, frei und bezugslos
auftreten, unter eine höhere Gesetzmässigkeit zu bringen. Andererseits kann es darum gehen, die eigene Subjektivität zu stärken.
Diese
Lebenstriebe sind wesentlich, auch wenn sie zu überarbeiten sind, wenn
sie zu verarbeiten sind, zu verdauen sind, oder sonstwie in ihrem
Erleben zu verändern sein sollten. Wesentlich ist, dass wir keine
Triebregung vernachlässigen können, ohne das Risiko einzugehen, dass
dieser Trieb sich auf andere, bedenklichere Weise Bahn bricht.
Weitaus bedeutsamer bei der Symbolik des Tages oder der Nacht
ist aus einem
astrologischen Gesichtspunkt:
Die
Aufmerksamkeit
gegenüber den eigenen Grundanlagen, die für wir uns selbst und unsere
Bedürfnisse zum Einsatz bringen wollen. Das ist wesentlich der Bezug zu
den unteren beiden Quadranten. Aber ohne die gegenüberliegenden
Quadranten (dem Tag), wäre die Bedeutung unseres Lebens niemals
ausgeschöpft und vervollständigt.
Wir können mit Hilfe der oberen beiden Quadranten das Subjektive befreien von Willkür, Bedeutungslosigkeit oder Ziellosigkeit. Wir sollten die Bedeutung der oberen beiden Quadranten allerdings auf keinen Fall allein auf eine soziale Welt beziehen. Das wäre töricht. Wir sollten nicht darauf zielen, Bedürfnisse anderer zu befriedigen, um diesen beiden Quadranten, besonders dem vierten Quadranten gerecht zu werden. Wir sollten auch Gesetze, die über den Menschen stehen, ins Auge fassen. Es gibt ein allgemeines Gesetz der Ästhetik, der Justiz oder der Freundschaft und des informativen Austausches usw.. - die Spannungen entstehen jedoch oft dadurch, dass wir diesen höheren, universellen Gesetzen glauben entsprechen zu müssen, während die Menschen etwas anderes verlangen.
Wenn
wir nun in der oberen Hälfte des Radix, also am Tage geboren wurden,
dann sind unsere wesentlichen Anlagen (die wir mit der unteren
Horoskophälfte assoziieren) ebenso wichtig, als wären wir in der Nacht
geboren , obwohl von den
Quadranten her die seelischen Bereiche (unten) gegenüberliegen.
Das Radix
ist aber nur eine Blaupause des Menschen, und der realen Sachverhalte.
Hinter dem Radix steht der Mensch, den man nicht aussen vor lassen
kann. Der Mensch bringt immer seine wesentliche Subjektivität mit, auch
wenn er mit der Sonne und allen Planeten im 3. und 4. Quadranten
geboren wurde. Er nimmt diese seine Subjektivität im Lichte der Welt (d.h. der oberen Quadranten)
nur anders wahr.
Der Tag oder die Nacht steht für den Standpunkt, den wir bei Nutzung unserer Grundanlagen einnehmen. Je nach Geburtszeitpunkt. Befindet sich die Sonne oberhalb der Aszendenten/Deszendenten-Linie, ist es immer eine Taggeburt.
Bei
einer Geburt am Tage (oberhalb der AS/DS-Linie) sieht der
Standpunkt so aus, dass wir uns mit den Anlagen in der
Welt
bewähren. Wir sind mit unseren Anlagen in die Welt gestellt. Am deutlichsten im 10. Haus.
Wir sehen uns ausgesetzt, den Bedeutungen, die unser Tun erhält. Das
10. Haus ist das Haus, das anzeigt, welche Bedeutung sich aus unserem
Tun in der Welt ergibt. Die Aufmerksamkeit gilt freilich unserem Leben,
aber wir sehen es hineingestellt in etwas Grösseres.
Bei der Geburt in der Nacht sind wir auf uns selbst gestellt. Am deutlichsten im 4. Haus; es ist das Haus, das anzeigt, wie die Bedeutung der Welt auf uns niederschlägt und wir diesem Gegenüber (10. Haus) ausgesetzt unsere Wurzeln finden. Wir begreifen Welt als zunächst und wesentlich als etwas fremdes, uneigenes.
Wir identifizieren uns
in der Nacht
mit unseren Grundanlagen, und wollen diese viel mehr vor uns selbst und
mit uns
selbst
bewegen und bewähren. Die Aufmerksamkeit sieht die Welt als
Außen. Der Ausdruck findet in einem Bereich statt, der nichts mit
dem Hineingestelltsein ins Außen zu tun hat. Gleichwohl erfahren wir
auch in der Nacht bzw. der unteren Horoskophälfte die Welt als unser
Schicksal, sehen uns ihr ausgesetzt.
Aber
die Bedeutungen, die wir dabei erkennen, haben mehr mit uns selbst zu
tun. Während am Tage die Bedeutungen vor allem durch andere Menschen verursacht
werden und festgelegt werden, denn das ist das Grössere, was Bedeutung
hat am Tage. Letzten Endes geschöpft werden sie durch die Grundanlagen
jedes Einzelnen, also durch die Nacht.
Die Grundanlagen und die naturgegebenen, menschlichen Fähigkeiten bleiben bei
jedem
Menschen dieselben, aber
die Haltung gegenüber diesen Anlagen, und damit verbundene Grunderfahrung ist anders.
Natürlich kommen noch
spezifische Anlagen hinzu, sozusagen Details, die uns schliesslich zu
Individuen machen. Aber jeder kennt ein Heim (IC und zweiter Quadrant),
die Öffentlichkeit (MC
und vierter Quadrant),
Begegnungen (DS und dritter Quadrant) und das Eigene (AS und erster
Quadrant). Nur erlebt es jeder anders, je nachdem ob darin Planeten stehen oder nicht.
Wenn wir die meisten
Planeten in der oberen Horoskophälfte haben, dann gehen wir mit unseren
Anlagen meist in selbstverständlicher Weise um, und identifizieren uns
weniger mit ihnen. Wir erfahren uns durch das Wirken im Aussen, in der
Welt. Welt ist alles, was nicht zu uns gehört bzw. unserem direkten
Einfluss mehr oder weniger entzogen ist. Wir sind in der Welt.
Die
Bedeutung, die wir in unserem Leben erfahren,
resultiert meist aus dem, was wir mit den Anlagen gemacht
haben, also wie wir in Bezug zur Welt einerseits
beeinflussen und andererseits von der äusseren Welt beeinflusst werden
können (wir können die Art und Weise, wie wir Enflüsse empfangen sehr
wohl bis zu einem gewissen Grad verändern - doch mit Planeten in
der oberen Hälfte halten wir unsere Eigenart meist für
selbstverständlich gegeben) .
Aufgrund dessen, wie unsere Anlagen
eine Resonanz , also einen konkreten Widerhall erfahren
(Lebensgefühl, Wertungen und Werte, Bedeutungen), ergeben sich uns
lohnenswerte Ziele. Massgeblich ist meist das, was wir an Möglichkeiten
und Chancen im Außen vorfinden.
Bei
jemanden, der die Planeten in der unteren Hälfte stehen hat, wird er diese
Anlagen direkt ins Auge fassen; er ist sich selbst ein Maßstab - sein Lebensgefühl ist unmittelbar auf
das bezogen, was er für Anlagen hat
und aus ihnen machen kann.
Der Bezug geht also in die Öffentlichkeit und öffentliches
Wirken
(oben), oder zu sich selbst und den individuellen
Bedeutungen der
eigenen Anlagen (unten). Die eigentlichen Qualitäten, über die ein
Mensch verfügen kann (und am meisten durch Zeichen und Planetenaspekte
dargestellt sind) bleiben dieselben. Nur werden sie in andere Bezüge
gebracht.
Es
ist zum Beispiel dieselbe Achse angesprochen, wenn ich einen Planeten
im 2. Haus oder im 8. Haus habe. Diese gemeinsame Achse ist die
sogenannte Wert- oder Besitzachse (2./8. Haus-Achse). Im 2. Haus halte
ich fest, oder will etwas bewahren, das ist das Lebensmotto, und
im 8. Haus werde ich mit möglichen oder nötigen Verlusten konfrontiert.
Völlig gegensätzliche Erfahrungen, aber das Thema ("was ich haben
kann") bleibt auf der Achse dasselbe. Beidem gemeinsam ist auch die
Erfahrung von etwas, das man haben kann. Beide Häuser wurzeln in der
Erfahrung des Augenblicklichen, das ihnen Nahrung und Halt gibt. Man
geht anders damit um, weil man es jeweils aus Sicht des 2. oder 8.
Hauses erfährt.
Die Häuser bedeuten auch eine Anforderung, die das
Leben uns stellt. Je nach Betonung der Quadranten ergeben sich also
andere Anforderungen.
Die Anlagen selbst sind weder in der oberen oder unteren Hälfte, sondern Teil des Ganzen. Die Betonung der oberen oder unteren Hälfte sagt also aus, wie wir selbst zu unseren Grundanlagen stehen, und sie erfahren. Natürlich muss man in der detaillierten Deutung jedes einzelne Haus von anderen unterscheiden. An dieser Stelle geht es grob um die Quadranten und die Perspektive, die wir mit den Quadranten auf unser Leben erhalten.
Die Nacht kann
symbolisch gesehen auch für einen
ungeübten
Zugang zu den Planetenkräften stehen. "Es liegt im Dunkeln." Das ist
dann wiederum eine ganz andere Ebene der Betrachtung.
Die
Nacht kann aber auch positiv für
den normalen Zugang zum
Unbewussten stehen, für die andere Hälfte der Wirklichkeit, die
zB in der Traumwirklichkeit besteht, oder den noch annehmbaren
Bereich von
Instinkten - die
Instinkte sind in uns, und verursachen nicht nur Regungen, sondern
tragen auch dazu bei, dass wir ein Gespür für gewisse Dinge haben, und
sie sind uns in
ihrer Ursächlichkeit nicht immer bewusst.
Man kann die Erde in Bezug zum leeren Raum setzen, während man die Sonne in Bezug setzen kann mit dem Strahl, der als Licht durch den Raum fliesst. Erst mit der Sonne wurde der leere Raum, der an sich ein Potential darstellt, mit Leben und Bewegung angefüllt.
Steht ein Planet in einem Zeichen, so ist immer eine Opposition zu einem anderen Zeichen gegeben.
In dem durch den Planeten bereits betonten Zeichen finde ich das Helle, den Tag. Die bewusste Aufmerksamkeit konzentriert sich - im Vergleich mit dem gegenüberliegenden Zeichen - auf das durch den Planeten besetzte Zeichen. Denn da das andere Zeichen besetzt und damit betont ist, erhält das unbesetzte Zeichen zwangsläufig für den Horoskopeigner zunächst eine sehr geringe Bedeutung.
Dieses Zeichen, in dem der Planet steht, empfindet der Horoskopeigner als vertraut und er identifiziert sich mit den Eigenschaften des Zeichens. Das andere Zeichen ist ihm fremd wie die Nacht. Allenfalls kann das gegenüberliegende Zeichen eine gewisse Neugierde verursachen.
Das Oppositionszeichen liefert ein
Konglomerat von Eigenschaften, das unserer anvertrauten Haltung
zunächst entgegengesetzt ist. Das gegenüberliegende Zeichen zu
integrieren
ist aber wichtig, um die
Einseitigkeit
zu überwinden, die in jedem
durch einen Planeten besetzen Zeichen potentiell angelegt ist.
In der Mitte der
Zeichenopposition anzukommmen bedeutet, über diese Einseitigkeit hinaus
zu wachsen, weil man die Eigenschaften des gegenüberliegenden Zeichens
in den betreffenden Planeten (seinen Ausdruck des Zeichens)
integriert.
Der
Mensch
sieht sich
einer Welt
von Einflüssen und Möglichkeiten ausgesetzt. Er muss nehmen und
nutzten, was er hat und in sich vorfindet. Entscheidend
ist, zu begreifen, dass die durch die Geburt gegebenen Betonungen im
Radix nur einen Ansatz
für den Weg darstellen.
Der Mensch
kann über das, was in ihm einseitig betont ist, hinaus gehen und die
ihm fremde Eigenschaften zu verstehen lernen, und schliesslich
die
Ganzheit
nutzen lernen. So dass der Mensch jene Eigenschaften und Tugenden, die
ihm noch fehlen, verwenden kann um noch besser zu seiner
Selbstverwirklichung zu gelangen, und andererseits im Leben einen
festen
Stand zu gewinnen. Zwar sind jene Konstellationen, die man im Radix
besitzt, jene, die für den Ausgangspunkt jeder Erfahrung sorgen und
einen unabwendbaren Schwerpunkt der Erfahrungsdimension bedeuten - doch
ohne die Integration auch gegensätzlicher Sichtweisen, wird man mit
seinen Konstellationen immer wieder erleben, dass man gar nicht so
solide und sicher auf seinen Ausgangspunkten steht.
Man findet im
Oppositionszeichen eines Planeten stets die Ergänzung des Eigenen und
den Weg
zur Ausgewogenheit.
Ähnliches
gilt auch für die anderen Kreuze, also die Zeichen, die im
Quadratverhältnis zu dem betonten Zeichen liegen. Zum Beispiel wären
die Zeichen im Kreuz für den Krebs: Steinbock, Waage
und Widder:
Alle diese Zeichen mehr oder weniger zu integrieren, helfen, die
Einseitigkeit des Krebs zu überwinden. Das Oppositionszeichen ist am
massgeblichsten.
Nun
ist das alles noch viel eklatanter, wenn im Oppositionszeichen auch ein
Planet steht. Hier geht es dann um verschiedene Aufgabenbereiche
(Funktionen der Planeten), die aus unterschiedlicher Sicht (Zeichen)
jeweils zur Mitte gebracht werden müssen. Beide Planeten verursachen
meist bereits ein deutliches Thema, dem man Aufmerksamkeit schenken
muss. Hier wird man merken, dass ein zufriedenes Leben erst erreicht
werden kann, wenn man den jeweiligen Planeten zur Mitte bringt. Handelt
es sich um einen Transsaturnier, der in Opposition steht, so sollte man
generell das Haus des Transsaturniers und dessen Anforderungen oder
Herausforderungen, mit dem persönlichen Planeten (also zB Mond, Venus,
Mars, Saturn usw.) in Einklang bringen. Den Transsaturnier
wird
man auf Zeichenebene nicht erreichen können.
Jedenfalls weist der persönliche
Planet üblicherweise noch mehr eine Einseitigkeit in
seinem
Zeichen auf, wenn ihm gegenüber ein Transsaturnier steht.
Das gegenüberliegende Zeichen mit seinen Eigenschaften ist notwendig integriert zu werden, damit das durch den Planeten besetzte Zeichen erst zur vollen Blüte gelangen kann.
Archetypisch oder strukturell gesehen, steht die obere Horoskophälfte im zodiakalen Häuserkreis für die Tageshälfte, ungeachtet der Besetzungen darin. Die untere Horoskophälfte (also die Häuser 1-6) steht für die Nachthälfte. Und weiterhin stehen weibliche Zeichen für die Nacht und Verwurzelung, und männliche Zeichen symbolisch für den Tag und das Streben. Beides hat seine Qualitäten, es gibt hier kein gut und böse. Weil es sich bei den Zeichen und Besetzungen der Quadranten eigentlich um Archetypen handelt, und wie bei den Geschlechtern Frau und Mann, kann man unmöglich sagen, der Nacht-Archetyp ist schlechter als der Tag-Archetyp. Allenfalls gibt es Vorlieben.
Diese Polaritäten von Nacht und Tag finden wir immer wieder. Die Mondknotenachse besteht aus zwei gegensätzlichen Polen, einem Pol entspricht die Verwurzelung in der Tiefe und Verfestigung, und der andere (der aufsteigende MK) dem Aufstreben und Verzweigung in die Höhe.
Die AS/DS Achse entspricht dem Aufbruch aus der Dunkelheit des Ichs (AS) in die Erkenntnis des Du (DS), und ergänzend werden wir hier am DS uns selbst bewusst, weil die Begegnung mit der Welt (DS) unser eigenes Handeln (AS) spiegelt.
Die
IC/MC Achse
entspricht einem ähnlichen Aufbruch vom Sein (IC) zur (äußeren)
Wirklichkeit - man kann vielleicht sogar von einer
Spiegelung unseres (seelischen, psychischen) Seins (IC) in der
Wirklichkeit
einer Öffentlichkeit
(MC) reden.
Sowohl
beim IC und beim MC wird unsere Grundlage
berührt.
Mit
dem MC erfahren
wir unseren Stand im öffentlichen Wirken, und mit dem
IC erfahren wir
unseren Stand in uns selbst. Im öffentlichen Wirken
(MC) sind wir mehr
ausgesetzt der äußeren Wirklichkeit, und am
IC
sind wir uns selbst und unserer inneren Befindlichkeit ausgesetzt.
Beides hat deutliche Analogien
zwischen Sonne und Licht (MC),
dort wo also Öffentlichkeit und Raum
stattfinden, und Mond (IC)
und dem
Halt von Geborgenheit, was
besonders dann ein Thema wird, wenn Planeten im vierten Haus oder am IC
stehen. Gewissermaßen wie die Nacht, hüllt uns dieses Sein des IC's
ein.
Wir können in der Nacht nur einen begrenzten Raum um uns selbst herum wahrnehmen, wir sehen uns zwangsläufig als Mittelpunkt - man vergleiche zwei Bilder: eines, in dem wir in Dunkelheit stehen oder sitzen, in der Nacht (AS). Und eines, in dem wir auf einem grossen Platz am hellichten Tage stehen und wir den Platz weit überblicken, so wie wir auch von weit her noch gesehen werden können (MC).
Wir
finden direktläufige Planeten
(Symbolik des Tags) und rückläufige Planeten (Nacht). Wir kennen
Planeten als Morgenstern
(entspricht symbolisch eher den Eigenschaften der Nacht, nicht etwa des
Tages! Der Planet steht als Morgenstern hinter der Sonne, also im
Schatten der Sonne).
Und wir
kennen Planeten als Abendstern (Merkur mit
Jungfrau-Qualität, Venus als Waage-Qualität sind Abendsterne; Beispiel:
Sonne auf 5° Skorpion und Merkur auf 24° Skorpion: Merkur
steht
vor der Sonne und ist Abendstern).
Wir
kennen
zunehmende
Zyklen aller Aspekte (zunehmender Aspekt: der schnellere Planet bewegt
sich hin zur
Opposition mit dem langsameren Planeten). Solche Aspekte innerhalb des
zunehmenden Zyklus entsprechen
symbolisch dem Tag.
Und wir kennen abnehmende Zyklen (der
Planet
bewegt sich hin zur
Konjunktion oder der Exaktheit eines anderen Aspektes), sie sind der
Nacht-Qualität
entspechend.
Der
Sonne/Mondzyklus wurde bereits von Rudhyar als ein evolutionärer (d.h.
schöpferischer) Ausdruck der
Beziehung zwischen
Sonne und Mond beschrieben:
Der
Mond verkörpert als veränderliches Prinzip die Eigenschaft eines
Mittlers zwischen der Sonne und der Erde. Er ermöglicht die Integration
der Sonnenkraft, und steht mit seinen sich wandelnden Phasen einerseits
für
Integration und Aufnahme, andererseits für Zerstreuung und Ernte; der
Zyklus bedeutet ein Wechselspiel zwischen Festhalten und
Loslassen, wobei die Richtung beider Phasen des
Zyklus massgeblich der aufstrebende Zyklus eines
konstruktiven
Aufbaus ergibt, selbst wenn es sich um eine abnehmende Phase handelt,
bei dem das Alte nun vorbereitet wird, dem Neuen als Anfang zu
dienen. Im Verlauf des zyklischen Prozesses wird sich das
Alte zergliedern
zwischen dem, was Basis
für das Weitere
wird, und dem, was
auf diesem
Weg überwunden und
weiter verändert
werden muss.
Jeder
Planetenzyklus kennt zwei
Richtungen:
Die zunehmenden Phasen von der Konjunktion weg, und hin zur Opposition.
Und
die abnehmenden Phasen
von der Opposition weg hin zur Konjunktion.
In der zunehmenden
Phase
drückt sich die Tagkraft aus. Es ist ein Prozess der Materialisation,
die Motivation ist hier die Heranbildung
von Kräften, des Prozesses nach dem Säen. Es wird. Vor allem das Neue wird hier gewagt, was
natürlich nicht immer gut ist, sondern manchmal vielleicht auch Dinge
in Bewegung setzt, die dann lange Zeit Probleme schaffen.
Was wir gesät haben und zum Werden gebracht haben (Konjunktionsphase und zunehmende Phase), werden wir ernten und Verantwortung für übernehmen müssen (Vollmond und abnehmende Phase).
Ein Prozess, welcher in eine abnehmenden Phase eingebettet ist, hat durchaus eine analogische Ähnlichkeit mit der Symbolik der Nacht, denn man kann die abnehmende Phase auch als eine Phase des Sterbens symbolisieren, des Leerwerdens. Der Vorbereitung auf eine neue Ebene. Die abnehmende Phase hat die Charakteristik der Anpassung (an Bedingungen des betreffenden Geschehens). Bedingungen entstehen aus der Verwobenheit mit dem Leben. Die Bedingungen einer Pflanze an einem bestimmten Standort werden anders erfahren, als für eine andere Pflanze. Die Bedingungen bestehen in einer Wechselwirkung zwischen Anlagen und Einflüssen der Umgebung. Und in der abnehmenden Phase geht es zum Teil um die Anpassung an diese Einflüsse, wenn die Anpassungsleistung nicht möglich ist, dann erzeugt das eine Krise. Eine Wüstenpflanze kann sich nicht an das Regenwaldklima anpassen, wohl aber an eine hunderttätige Trockenheit. Wie die Bedingungen auch sein mögen, an die man sich anpassen kann (sofern es möglich ist), geht es natürlich wesentlich um eine Funktion, die das bereit stellt und ermöglicht.
Aber viel mehr noch geht es auch um das
Ernten: es
zeigt sich,
"was war" und "geworden ist": im abnehmenden Zyklus
wird aus dem Vorhandenen (das ist gleich dem bei Vollmond erreichten
Zustand eines Prozesses, geleitet durch jenen vollbringenden Impuls des
zunehmenden Mondes) getan, gemacht und Energie eingesetzt,
ausstrukturiert und -gerichtet,
um die Energien oder
schöpferischen Ideen (des Vollmondes) hin zu einer Verwertung
zu überführen, damit es zur Funktion kommt,
eingesetzt werden kann.
Und jetzt in dieser abnehmenden Phase
wird die
Kraft (der Impuls, das Thema) eingesetzt, weiterentwickelt,
auch
verändert; es zeigt sich dabei, was die Wirkungen dieser Kraft sind,
die
vorher in der zunehmenden Phase aufgebaut wurde.
Oft
muss man jetzt das ernten, was man
gesät hat, muss es zu einem weiteren Zweck (nächster Neumond)
verbinden, abändern oder einsetzen und die Funktion nutzen, die das
Ganze haben soll.
Man kann andererseits sich leichter frei machen. Man baut
Bedingungen ab
oder
passt (sich) an an Bedingungen.
Hier neigt man auch
dazu, das, was die Vergangenheit bereits etablierte, und was tragfähig
ist, weiter auszubauen, nicht nach aussen, aber in seiner Funktion. Man
erweitert hier nichts nach aussen, aber man erweitert es in der
existierenden Funktion. Wenn etwas keine tragfähige Funktion inne hat,
dann wird es eben weiter zu einem nächsten Schritt gebracht und für das
Weitere vorbereitet (nächste Konjunktionsphase). Indem gewisse
Dinge endgültig sich zeigen, was
sie tun, weil sie der Zeit standhalten, kann erkannt werden, was jetzt
notwendig ist. Viel Spielraum ist hier nicht, allenfalls lässt sich
innerhalb eines gewissen Rahmens etwas auswählen. Es ist wie ein Blatt,
das vom Baum fallen muss, es kann sich nur noch ergeben, wo es hinfällt.
Man sieht in dieser abnehmenden Phase, was eine Sache
bewirken und anrichten kann, die sich in der zunehmenden Phase
entwickelt hat. Es entsteht aus der Bedeutung des Vollmondes und der
darauf folgenden abnehmenden Phase ein
weiterer Prozess der Auseinandersetzung, der sich von der zunehmenden
Phase darin unterscheidet, dass der zunehmende Impuls (der zunehmenden
Phase) die Auseinandersetzung mit einem Hineingreifen in den Raum
bedeutet, was ganz andere Konfrontrationen beinhaltet. in der zunehmenden Phase wird
gestaltet, aufgebaut, die Richtung des Neuen oder eines Besonderen
bestimmt. Während der
abnehmende Impuls ein Konkretisieren bedeutet, wobei die Konfrontation
mehr auf die Sache selbst bezogen ist. Beeinflusst.
Insofern ist der zunehmende
Impuls dadurch gekennzeichnet, dass die Interaktion aktiv zugehend
auf bestehende Verhältnisse gerichtet
ist, um eine Sache energisch oder mit Einsatz voranzutreiben, wobei der
soziale
Faktor meist als Opposition beschrieben werden kann: weil neue Ideen
(das, was zum Vollmond zur Bedeutung gelangen soll) immer erst
konfrontieren oder solche Konfrontationen auslösen. In der abnehmenden
Phase nach Vollmond
wird
nun viel mehr offenbart, was der Zeit standhält, aus welcher Einsicht
sich jene Dinge formen und ihren Platz oder Funktion in einer
geeigneten und anlagemässig möglichen Weise einnehmen,
die für die Zeit und die Sache auch geeignet sind, die der Zeit
standhalten. Was ein
Konkretisieren dessen bedeutet, was für die Leute und das Leben
massgeblich sein kann,
was also sprichwörtlich überhaupt machbar ist, freilich und ganz
wichtig: je nach Sache (die Sache ist hier natürlich zentral; gemeint
ist jene Sache des gewordenen Impulses; die äußeren Bedingungen sind
aber nun auch bestimmender). In der abnehmenden Phase
geht es nicht um Beeinflussung, sondern mehr und elementar um Anpassung
des Geleisteten an die Bedingungen, die dieses Geschaffene selbst
erbracht hat hinsichtlich der Umgebung und den Anforderungen der
allgemeinen Zeit (der Vergänglichkeit).
Die zunehmende Phase wirkt nach Außen und strömt nach außen, die abnehmende Phase orientiert sich nun aufgrund der Erfahrung des Innen oder Innerlichen. Äußere Reize verursachen im Grunde die Erfahrung, was etwas ist. In der zunehmenden Phase bestand noch die geringe Freiheit, zu bestimmten, was werden soll. Also geht es bei beiden Phasen grundsätzlich um Außen (zunehmend) und Innen (abnehmend). Aktion und Reaktion.
In der
zunehmenden Phase
(d.h. hin
zu einer Opposition eines Zyklus) bedeutet der Prozess, was massgeblich sein soll, es bedeutet eine
Zeit der Aussaat, des WERDENS, hier wird bezweckt,
zur Erscheinung gedrängt.
Es ist egal wer der Akteur ist, denn einen "Agenten" (im Sinne von
Impulsgeber) wird es sowieso geben. Es ist bedeutend, was er tut oder
tun muss (gebunden an die Zeit des Zyklus). Die zunehmende Phase
bedeutet ebenso
eine Phase des Wachstums:
etwas formulieren, kristallisieren; - und um dem Impuls
des
Neuen eine Struktur zu geben, nährt man eine Idee, treibt sie an. Hier
wird das "Licht", das kündet, geboren. Etwas baut sich auf. Da es neu
ist, kann es Reibungen mit der Umgebung verursachen, oder mit dem
Bestehenden.
In diesem
zunehmenden oder aufbauenden Zyklus
wird man tendenziell
leicht zu einem Plan kommen, einer Idee folgen, oder eine folgerichtige
Notwendigkeit erkennen, aus der Absicht zu manifestieren, um den Preis
einer eventuellen Zwanghaftigkeit,
die sich subtil in der Psyche oder abstrakt im Geiste ergeben
kann. Offenbart wird jedoch nocht nichts Konkretes, aber Richtungen
eingeschlagen. Man will mit seinem Willen den Durchbruch erzwingen und
Dinge in
eine Richtung bringen.
Musikalisch steht der Durcharakter und der Dollklang in Bezug zum ausgießenden Prinzip der zunehmenden Zyklushälfte (oder dem Tag: was soll sich zeigen), und der Mollcharakter und der Mollklang in Bezug zum nach innen gewendeten Prinzip des abnehmenden Zyklus (oder der Nacht: was ergibt sich daraus). In der Nacht liegt symbolisch die Unsicherheit des gewordenen Seienden, während der Impuls der Tagkraft voll von Überzeugung stattfindet und die Sicherheit sich sozusagen kompensativ aus dieser Überzeugung nährt: dass Leben wächst und wird.
Ein
Mond in der zunehmenden
Phase hat eine deutlich andere Grundorientierung als wie der
abnehmende
Mond, man könnte
es aus der Sonnensicht auch "Philosophie der Wirkrichtung" nennen. Der
Impuls steigt an, um etwas aufzubauen, zu integrieren.
Die
zunehmende Phase baut auf und strebt einem Ziel zu, während
die
abnehmende Phase abbaut und loslässt. In der abnehmenden Phase zeigt
sich, was sich in ihm oder durch ihn realisiert hat und
nun als Ernte oder Anwendung zur Verfügung steht (der Vollmond bildet
den Brennpunkt der Präsentation, wo die Inhalte des Impulses gezeigt
werden). In der zunehmenden Phase soll Bedeutung
geschaffen werden, die in der abnehmenden Phase umgesetzt
oder angewendet wird, soll verbreitet, zerstreut, abgelegt werden, zum
Zwecke der Weiterentwicklung einer darauf folgenden neuen Bedeutung (im
neuen Zyklus).
Der
Zyklus
des Mondes ergibt sich aus seinem Bezug zur Sonne. Steht der
Mond der Sonne voraus, befindet er sich in der zunehmenden
Phase, und trägt die
mentale Grundorientierung in sich, die ihm die Sonne während
des
Neumondes verliehen hat.
Dieser
Mond
will aus der
Sonne heraus
leben, er will sich bzw. das Selbst (die Sonne) ausdrücken - er steht
in Bezug zur
Sonne, und will etwas neues oder eigenes (Sonne) schöpfen oder mit der Zeit (d.h.
die bestehenden
Umstände, aktuelle Moden und soziale Kontexte) gehen, und dabei
möglichst optimal mitschwingen und in Schwingung bringen. Der Impuls
ist aufbauend, eine Integration findet statt. Der Mond der zunehmenden
Phase versucht
objektiv zu sein, doch ist
diese Objektivität nur eine Sichtweise der Sonne.
Wenn man einen anderen,
neutralen Standpunkt einnimmt, ist es sogar ein sehr subjektiver Impuls
(man mag fast sagen egoistisch im neutralen Sinne), und
der abnehmende Mond wäre ein objektiver Impuls, da
bei ihm gar
nichts anderes getan werden kann, als wie der Mond in der abnehmenden
Phase tun muss, er ist mehr sich selbst.
Befindet sich der Mond hinter der Sonne, ist er im abnehmenden Zyklus, da ist der Mond gewissermaßen authentischer, wenn man diese Authentizität auf das Prinzip des Mondes bezieht, weil er nur auf sich und die Urgründe des Seins als Individuum bezogen ist, ohne den Anspruch des Wirkens hinsichtlich offener, weltlicher oder sozialer Kontexte (Sonne). Dieser Mond ist ähnlich dem Individuum, das sich in seinen Wurzeln erlebt. Zwar beruhen diese Wurzeln auf Prägung und Herkunft - dennoch: der Bezug des Mondes geht zur eigenen Individualität, weitgehend frei von dem Einbezug eines sozialen oder kulturellen Kontextes, denn nachdem man geworden ist, geht es darum, sich ständiger Bewegung auszusetzen. Dafür steht der abnehmende Mond, dass die Wurzeln befreit werden von der Vergangenheit des vorher Gewirkten, um sich neuen Impulsen zu öffnen. Dieser Mond kann auch weiterführen, aber muss eine neue Position zu dem vorher Gewirkten einnehmen, die Zeit wandelt und damit auch die nötige Handhabung alles Gewordenen. Er ist aber auch bedürftiger, als der zunehmende Mond. Das Bedürfnis des abnehmenden Mondes ist vor allem Eindrücke zu erhalten. Sein Hauptanliegen ist der Eindruck. Er erkennt, was geerntet werden kann und Bedeutung hat. Aus einem gewissen Blickwinkel ist der Mond in der abnehmenden Phase subjektiv, aberWeitere Beispiele: auch ungezwungener, freier, er ist reines Werkzeug und damit aus einem neutralen Standpunkt gesehen objektiver. Er trägt keinen Impuls, sondern ist Werkzeug, diesen Impuls zu überarbeiten, anzuwenden, anzuordnen oder loszulassen.
Diese beiden Zyklen, abnehmend und zunehmend, kann man zwischen allen Planetenpaaren erkennen. Die Bedeutung ist aber in der Regel bei den übrigen Planetenzyklen (Planetenpaaren) nicht ganz von dem Sonne-/Mondzyklus übertragbar.
Es
gibt eine
Besonderheit, die mit dem Gesichtspunkt der Sonne als
zentrales Gestirn
zusammenhängt. Dies bringt detaillierte Möglichkeiten einer Deutung mit
sich.
In der Regel sind alle Planeten, die vor der
Sonne
stehen, anders
gepolt, als wie Planeten, die hinter der Sonne
stehen. Hierbei dreht es sich nicht um eine Eigenschaft von Zyklen
sondern um eine statische oder räumliche Qualität.

Beispielgrafik:
Hier ist Merkur auf 13°
Fische
hinter
der Sonne und auch Venus auf 29° Wassermann steht hinter
der
Sonne.
Planeten stünden hier hinter der Sonne, wenn sie
zwischen 10°51 Widder und 10°51 Waage stünden.
Der Mond auf 28° Widder steht vor der Sonne und auch Jupiter steht vor der Sonne. Ebenso Mars auf 8° Stier.
Saturn auf 23° Waage steht theoretisch und faktisch hinter der Sonne, mit anderen Worten bereits nach der exakten Opposition, ungeachtet ob diese auch erneut gebildet wird, da hier Saturn rückläufig auf die erneute Opposition zugehen wird - es geht hier nur um diesen "räumlichen und statischen Gesichtspunkt" ohne zeitlichen Verlauf, deswegen bleibt eine Rückläufigkeit in dieser Betrachtungsperspektive unbeachtet. Nur die Bewegungsrichtung der Sonne entscheidet - statisch betrachtet - ob ein Planet vor oder hinter ihr steht!
Dieser
Sachverhalt
ergibt sich
allein aus dem Bezug auf die
Sonne, die als
Zentralgestirn des Sonnensystems und des
Bewusstseins stets eine
besondere Rolle einnimmt (wir auf Erden sind der Mittelpunkt der
Betrachtung des Himmels, aber der betrachtete Himmel als solcher kennt
nur die Sonne als Zentralgestirn).
Der Sachverhalt wurde bereits vom
Astrologen Sorge in etwas anderer Hinsicht geschildert und mit einer
Sinuskurve ausgehend von der Sonnenposition beschrieben: Die Sinuskurve
beginnt bei 0, führt zu einem Anstieg in einen gedachten Plus-Bereich
(-), um dann gegenüber der Sonne wieder auf 0 zu führen und
dann über einen Abstieg in einen gedachten Minus-Bereich am
Ende
wieder bei 0 (Sonne) angelangt zu sein. Was analog ist mit den
erwähnten Sonne- und Nachtbezügen (ein Planet vor der Sonne, also auf
die Sonne zugehend, steht in einem symblischen Nachtbereich).
Aus diesem Gesichtspunkt der Sonne stehen Planeten also grundsätzlich im Licht oder im Schatten der Sonne. Es ist dies eine raumbezogene Deutungsart. Sie ist statisch zu nennen, weil es egal ist, ob zB ein Planet rückläufig ist.
Es ist dieselbe Ebene, aus welcher sich auch die Qualitäten des Abendstern und Morgenstern von Merkur und Venus ergeben. Aber dieses Prinzip lässt sich auch auf andere Planeten übertragen.
Die Ausprägung des Unterschieds zwischen "hinter der Sonne" und "vor der Sonne" werden umso deutlicher, je näher der Planet in der Quadratachse zur Sonne steht, in anderen Worten, umso weiter die Planeten sowohl von der Konjunktion als auch der Opposition mit der Sonne entfernt stehen (der Mars zeigt also etwas deutlicher jene symbolischen Ausprägungen einer Abendstern Qualität, als wie der Mond in diesem Beispiel).
Natürlich darf man die Abendstern Qualitäten nicht in direkter Verbindung mit den bekannten Abendsternen Merkur und Venus in Verbindung bringen, ich wähle diesen Begriff Abendstern nur wegen der Ermangelung besserer Begriffe und nur an dieser Stelle zur Veranschaulichung, d.h. die Wirkungsweise eines Planeten vor der Sonne ist ähnlich wie bei der Venus oder dem Merkur vor der Sonne (Venus und Merkur betrachtet man als Abendstern oder Morgenstern, je nach dem, wie sie in Bezug zur Sonne stehen; vor der Sonne sind sie Morgenstern, das verweist sogar symbolisch auf das "Licht der Sonne").
Ausserdem
wirken
diese beiden
möglichen Stellungsmerkmale (hinter und vor der Sonne) viel mehr beim
Mond, Venus und Merkur.
Bei Mars, Jupiter und Saturn (und den
Transsaturnier) findet man
zwar eine ähnliche Grundanlage, je nachdem ob sie vor oder hinter der
Sonne
stehen - nur etwas schwächer ausgeprägt.
Was heisst
dies nun?
Einen Planet hinter der
Sonne kann man mit den Qualitäten der Morgenstern-Venus, und des
Morgenstern-Merkurs versuchen zu beschreiben, die zB eine Gemeinsamkeit
der symbolischen Vereinzelung
und
Haltlosigkeit aufweisen, sie sind damit
individuellerer Natur
und
gelten als
etwas "materialistischer", sind männlicher, sie sind selbstbezogener
und leben aus dem
Bezug heraus, den man auf sich selbst aufstellt.
Vor der
Sonne
stehen
die Planeten etwas mehr
eingebunden in grössere Kontexte, ob sozialer oder philosophischer
Natur, und gelten als etwas idealistischer, weiblicher, eben ähnlich
wie die
Gemeinsamkeiten zwischen Abendstern Venus und Abendstern Merkur.
Bei Planeten vor der Sonne ist man abhängig von Rückwirkungen mit der Welt und sozialen Kontexen, bei Planeten hinter der Sonne ist man abhängig von eigener Bedeutung, die man sich selbst gibt.
Solche
Planeten die der Sonne voraus sind (bis zur Achse der
Opposition),
tragen noch mehr den Willen in sich, etwas in die Welt hinein zu
manifestieren (analog der weiblichen Schöpferkraft, die aber ein wenig
in das Licht der Sonne gestellt ist, also nicht ganz dem Archetypus des
Weiblichen entspricht!).
Planeten, die hinter der Sonne
stehen, unterstützen nicht so sehr die
Manifestation und das "Zubereiten von Erfahrungen mit der Welt"
(Veräußerlichung), als
wie sie vielmehr den Impuls zur "Selbsterfahrung und zum Verdauen von
Erfahrungen" mit sich bringen (Verinnerlichung).
Diese
Impulse wirken ergänzend zu den sonstigen Konstellationen des
Radix.
Alles dies hat nicht nur einen symbolischen Hintergrund,
sondern astrologische Wirksamkeit, nämlich ob die Planeten vor oder
hinter der Sonne stehen. Und es steht offensichtlich in einem direkten
Zusammenhang mit der Fliessrichtung der Energien
im Horoskop bzw. der Vorwärtsbewegung der Planeten durch den Tierkreis
(ungeachtet der Phasen einer Rückläufigkeit oder wie sich die Planeten
im zeitlichen Fortlauf noch bewegen werden).
Rudhyar
beschränkte sich
auf die zyklischen Bezugspunkte der Planeten, und verwarf die
statischen Bezugspunkte, was meiner Meinung nach seine persönliche
Sichtweise darstellt als Reaktion auf eine vorhergehende Einseitigkeit
der Betrachtung seiner Zeit, die sich nämlich ausschliesslich auf
statische Betrachtungen versteifte, und keinen zyklischen
Unterschied machte - überhaupt nicht stimmig ist aber seine indirekte
Annahme, dass diese statischen Bezugspunkte überhaupt keine
Deutung
erlauben würden. Meines
Erachtens nach kann keine Rede davon sein, dass die Astrologie wegen
dieser Nichtbeachtung weniger lebendig wäre, wie
es Rudhyar
formulierte. Sie wird nur genauer, mit der Beachtung dieser zyklischen
Besonderheiten. Das Lebendige, das Rudhyar meint, ist aber tatsächlich
am besten mit dem lebendigen Wechselspiel der Rythmen und Zyklen zu
beschreiben.
Es scheint, dass auch die Aspektbildung zwischen allen Planeten aus diesem Blickwinkel der Fliessrichtung von Energien verstanden wereden kann. Gemeint ist der Tierkreissinn, also die normale Fliessrichtung der Energien und Bewegungsrichtung der Planeten.
Die klassische Astrologie und Frank Felber spricht hier von linken und rechten Aspekten.
Dies ist nun etwas kompliziert zu bestimmen, wenn man sich da nicht einer gewissen Vorstellung bedient, die zugleich auch erklären mag, wie die unterschiedliche Wirkung von rechten oder linken Aspekten zustande kommt.
Man muss den Tierkreis denken, wie er zyklisch verläuft, das heisst, alle Planeten wandern in eine Richtung durch den Tierkreis (abgesehen von Rückläufigkeiten, die wir hier aber ausser Acht lassen!).
Wenn ein Quadrat zwischen zwei Planeten gebildet ist, gibt es zwei Möglichkeiten, zu welchen Zeichen der Planet das Quadrat bildet. Links von ihm, oder rechts von ihm.
Wo liegt aber rechts und links, wie definieren wir links oder rechts?
Es bleiben wohl nur einige Tricks, die wir anwenden, um das
einwandfrei zu bestimmen.
Zum
Beispiel stelle ich mich einfach auf das Zeichen und blicke in die
Mitte des Radix (Mittelpunkt). Wenn ich einen Planeten in Jungfrau
habe, kann er zu einem anderen Planeten in Schütze ein Quadrat bilden,
dann ist es ein rechtes Quadrat, dass der Planet in Jungfrau bildet.
Von dem Planeten in Schütze aus gesehen, ist es ein linkes Quadrat. Das
darf man nicht verwechseln: Man betrachtet immer einen
Planeten, der in Bezug zum Aspekt eine besondere Stellung aufweist
(einen rechten oder linken Aspekt bildet) - automatisch kann der andere
Planet dann nicht dieselbe Art des Aspektes bilden. Das
heisst, ich kann keinen eigentlichen Aspekt, zBn ein Quadrat als
rechten oder linken definieren, sondern nur einen Planeten, der einen
rechten oder linken Aspekt bildet! Denn je nach Standunkt
(der beteiligten Planeten) wird es ein rechter oder linker Aspekt sein.
Es erleichtert die Vorstellung, wenn man weiss, dass es hierbei auf den Abstand oder Positionn der Zeichen ankommt, gemessen an der Bewegungsrichtung im Tierkreissinn (der theoretische zyklische Fortlauf und Abfolge der Zeichen)!
Jungfrau und Schütze können entweder zwei ganze Zeichen zwischen sich haben, oder aber acht ganze Zeichen. Und das ist nur deswegen so, weil es hier um die Bewegungsrichtung der Planeten durch den Tierkreis geht. Man geht nur in eine Richtung, daher gibt es zwei verschiedene Abstände, die bei einem Quadrat und jedem anderen Aspekt gebildet sein können.
Ein Planet hat
gewisse Zeichen schon durchwandert, oder steht noch davor. Bleiben
wir beim Beispiel mit dem Planeten in Jungfrau. Dieser Planet steht im
rechten Aspekt zum anderen Planeten im Schütze, und der Planet in
Jungfrau hat die Zeichen noch vor sich, die der andere Planet bereits
durchwandert hat.
Der Planet im rechten Aspekt wird auch als dominant
gegenüber dem anderen Planeten erachtet. Wenn man sich an die
applikativen Aspekte erinnert, ist es eine ähnliche Wirkung. Auch bei
den applikativen Aspekten (wenn ein Aspekt also noch exakt wird) gibt
es eine stärkere Wirkung, als wenn der Aspekt bereits separativ ist. In
beiden Fällen laufen Energien zuammen, bezogen auf rechte Aspekte ist
eine Energie dominant, nämlich die, die auf die andere gewissermassen
zuläuft.
Wir sehen bei den rechten Aspekten, dass der Planet, der
theoretisch
noch das Zeichen des anderen Planeten erreichen wird, all die
Zeichen noch einmal berührt, die der andere vor ihm stehende
Planet bereits
durchschritten hat - anders gesagt, weil diese im Tierkreissinn noch vor ihm liegen.
Es ist egal wie die Umlaufgeschwindigkeiten reell beschaffen sind; denn eigentlich geht es hier nur um einen Raumbezug bei dieser Art der Aspektbetrachtung - sprich: wie die Stellungen der Planeten in den zyklischen Ablauf der Zeichen sich untereinander fügen.
Man könnte bildlich oder analogisch sagen, dass der Planet im rechten Aspekt das letzte Wort hat und bestimmt, wie sich der andere Planet zu orientieren hat.
Wenn man einen Aspekt hat, gibt es zwei Planeten, zwei Positionen.
Weitere Beispiele:
Die Wirkung des Planeten, der den anderen dominiert, ist beinahe folgerichtig aus der Anschauung zu bilden, wie dieser Planet noch die Zeichen durchwandern wird, die der andere Planet bereits durchschritten hat. Der Planet im rechten Aspekt setzt seine Impulse auf den anderen Planeten frei. Der Planet im linken Aspekt nimmt diese Impulse auf. Das bedeutet also etwas verschiedenes, wenn Saturn zu Merkur einen rechten Aspekt bildet, oder Merkur zu Saturn einen rechten Aspekt!
Hierbei
kommt eine weitere Besonderheit zur Geltung, die nun die einfache
Umlaufgeschwindigkeit betrifft. Merkur kann nicht wirklich bestimmen,
was Saturn bedingt. Weil er vom Rang (Umlaufgeschwindigkeit) nicht
höher gestellt ist (die schneller laufenden Planeten werden stets und
grundsätzlich innerhalb eines Aspektes von den langsameren dominiert).
Man kann sagen, dass in diesem Fall eines rechten
Aspektes von Merkur auf Saturn, Merkur etwas mehr Freiheit erhält, mit
Saturn Themen umzugehen. Als wenn Saturn einen rechten Aspekt auf
Merkur bildet, dann wäre nämlich Saturn einschränkend auf Merkur.
Würde Merkur einen rechten Aspekt zum (schneller laufenden) Mond
bilden, wäre
Merkurs Einflussbereich dagegen freilich grösser; deuten könnte man es
so, dass Verstand und Intellekt über die Emotionen herrschen wollen
(was natürlich auch problematisch sein kann!).
Es ergeben sich viele Details, die man in der Horoskopdeutung berücksichtigen kann. Zum Beispiel dürfte das Denken durch Launen empfindlicher gestört werden, wenn der Mond ein rechtes Quadrat zum Merkur bildet.
Ausgerichtet oder geeicht wird diese Besonderheit offenbar durch die natürliche Bewegunsrichtung der Planeten im Zodiak, denn daraus ergibt sich die Dominanz des rechten Aspektes. Wie gesagt, bei rechten und linken Aspekten spielt es keine Rolle, wie sich die Planeten real bewegen werden. Die rechten und linken Aspekte können nicht besonders mit applikativen oder separativen Aspekten verglichen werden (obige Erwähnung diente nur der Veranschaulichung und eines sehr vagen Vergleichs).
Es gibt also sehr
viele
Deutungsebenen und Betrachtungsweisen der Verhältnisse und Zyklen von
Planeten und vieles scheint sich zu widersprechen und man ist gut
beraten, die Übersicht zu behalten. Denn es handelt sich um keine
Widersprüche, sondern um verschiedene Ebenen, Perspektiven, Schichten.
Man sieht also,
es gibt
mindestens drei Möglichkeiten, sowohl den zyklischen Verlauf von
Planeten zu betrachten, als auch ihre Stellung zueinander, wobei streng
genommen zwei nur "raumbezogen" sind.
1.
"Zeitbezogene" Verhältnisse; analog
dem Sonne/Mond Zyklus und andere synodische Zyklen; zwei Planeten in
ihrem zyklischen Verlauf von Konjunktion über Opposition hin zur
erneuten Konjunktion; das sind zunehmende
und abnehmende Phasen, daraus folgt dann die
Betrachtung von zunehmenden
Aspekten und
abnehmenden
Aspekten.
Konjunktion und Opposition sind die zyklischen Hauptpunkte und bedeuten
jeder für sich eine besondere Wirkung der Kraft der beiden Planeten:
das Thema erscheint an beiden Punkten zugespitzt (was synodische Zyklen
der Planeten angeht, beim Mond ist die Zuspitzung bei Neumond nicht
sehr deutlich, sondern allein beim Vollmond). Eine Opposition ähnelt in
seiner
Bedeutung innerhalb des Zyklus durchaus einer Konjunktion, nur sind die
Kräfte
polar gegenübergestellt, und nicht wie bei der Konjunktion vereint. Bei
der Opposition wird deutlich gemacht, dass man dem Thema nicht
ausweichen kann, und dieser Umstand zwischen zwei beliebigen Planeten
bedeutet eine Ähnlichkeit mit dem Vollmond, wo der schöpferische Impuls
der Sonne sichtbar ins Licht tritt.
Es geht um Synthese. Das
ist
der Sinn eines Zyklus.
2. "Raumbezogene" Verhältnisse zwischen den Planeten - ungeachtet des realen zeitlichen Fortlaufs der Planeten (gemäß ihrer unterschiedlichen Geschwindigkeit). Und zwar hinsichtlich des Flußes der Energien im Tierkreis, was von der klassischen Astrologie und anderen Astrologen rechter und linker Aspekt genannt wird, und in Bezug zu allen Planetenaspekten anwendbar ist.
3.
"Raumbezogene"
Verhältnisse der Planeten allein in Bezug zur Sonne. Hier ist die
Deutungsart, dass man nur zwischen Tagsymbolik (Planeten vor der Sonne)
und Nachtsymbolik (Planeten hinter der Sonne) unterscheidet: also
ein rechter und linker Aspekt ist hier überhaupt nicht gemeint,
weil hier die Deutungsperspektive allein auf die Verhältnisse
zwischen Sonne und den anderen Planeten gerichtet ist. Man
muss das
eine vom anderen deutlich unterscheiden.
Auch dies hat
eine Besonderheit, die durchaus deutlich genug und offensichtlich wird.
Ablesbar beispielhaft an der Venus und am Merkur als
Morgen- oder
Abendstern.
Theoretisch kann
ein
rechter
Aspekt gebildet sein, bei dem gleichzeitig
durch die Umlaufgeschwindigkeiten
der Planeten (im zyklischen und synodischen Verlauf) ein
zweiter
färbender Einfluss beigetragen wird:
Zum Beispiel beim Mond
auf 20° Zwillinge und Chiron auf 20° Fische handelt es sich um ein
rechtes Quadrat des Chirons. Es ist gleichzeitig im Sinne des
synodischen
Zyklus ein zunehmendes Quadrat (der Mond wandert im
zeitlichen Verlauf
hin zur Opposition).
Es ist also nicht dasselbe. Rechte und linke Aspekte handeln davon, wie die beiden Planeten aufeinander einwirken (Dominanz), der Zyklus andererseits bildet eine grundlegende Wirkung gemäß der Symbolik von abnehmenden und zunehmenden Phasen, was sich aus der tatsächlichen Bewegungsrichtung der Planeten innerhalb eines Zyklus zwischen zwei Paneten ergibt (synodische Zyklen).
Massgeblich für die Betrachtung eines synodischen Zyklus ist der Anfang (von der Konjunktion ausgehend), die Mitte (hin zur Opposition), und das Ende (eneute Konjunktion).
Das symbolische Sterben hat nicht zum Ziel, etwas zu beenden, sondern zu vollenden und auf einer neuen Ebene weiterzuführen. Der Abschluß von etwas Altem dient der Vorbereitung für einen neuen Zyklus.
Die Motivation ist in der abnehmenden Phase neben anderem eine Individualisierung, Nutzbarmachung und Vereinzelung im Gegensatz zu der zunehmenden Phase, die durch Verzweigung und Verdichtung gekennzeichnet ist: Integration des bisher Aufgebauten in weitere Zusammenhänge. Integration zu leisten, bedeutet immer eine Krise, man sieht das beim aufsteigenden Mondknoten: dort muss die Integrationsleistung erst noch erbracht werden, und der Eindruck des Neulandes entsteht, weil eben die Kräfte noch nicht integriert sind.
Eine Krise bedeutet nicht grundsätzlich ein tragisches Schicksal; das Wort Krise bezeichnet ursprünglich die Meinung, Beurteilung, Entscheidung (später mehr im Sinne von die Zuspitzung). Krise bezeichnet eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation: etwas muss jetzt entschieden werden, und es kann sich auch von selbst entscheiden - was wir aber meist bei einer Krise eben verhindern wollen. Wir wollen noch die Richtung bestimmen oder uns dieser Richtung fügen, nämlich durch eine eigene Bejahung des neuen Weges, was dann sozusagen die Integration eines Wendepunktes bedeutet (siehe Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Krise).
Es
kann bei einer zunehmenden Phase eines Zyklus darum gehen, die
eigene Kraft, den eigenen Impuls, und eigenen Willen in einen
konstruktiven Zusammenhang mit sozialen und weltlichen
Bedingungen zu bringen (=Integration). Meist geschieht das, indem die
Bedingungen beeinflusst werden oder ein Mittelweg zwischen eigenen und
äußeren Bedingungen gefunden wird.
Bei
der zunehmenden Phase geht es vielmehr darum, diese äusseren
Bedingungen durch einen eigenen Impuls zu bereichern. Günstigenfalls
handelt es sich um Bereicherung der äusseren Begebenheiten durch
unseren Impuls, wozu auch eine Sache gehören kann, mit der wir uns
beschäftigen. Ungünstigenfalls stören wir, oder verschaffen
bloß
den egozentrischen oder egoistischen Neigungen zum Ausdruck ohne
Besonderes zu bewirken.
Dann muss in der abnehmenden Phase, nach der Opposition, unser Impuls fruchtlos zurücktreten, wollen wir nicht vollends an uns selbst scheitern. Dies aber kann dann den neuen Zyklus vorbereiten, indem wir geklärt haben, was uns lange Zeit aufhielt oder fruchtlos beschäftigte. Dabei erweisen sich also die beiden Phasen des Zyklus auch als Prozess von Versuch (zunehmend) und Irrtum (abnehmend). Zuerst versuchen wir, dann stellen wir den Irrtum fest und müssen den Irrtum akzeptieren - sonst stagnieren wir, stauen wir und nähren das Falsche weiter und wir wiederholen uns ohne zu wachsen und zu reifen.
Wenn wir fruchtbringende Impulse während der zunehmenden Phase setzen, dann dient uns die Aufarbeitung in der abnehmenden Phase einer Vorbereitung für die nächste Phase des neuen Zyklus, und zwar auf einer höhren Ebene. Wir machen Erkenntnisse, und schreiten voran und es gibt immer etwas, was wir anpassen, verbessern oder noch erweitern können - sei es ein Wissen, ein Handwerk oder irgendeine Angelegenheit des Seins.
Alle Phasen, also das Ganze zusammen genommen, ergibt die Evolution von Kräften - was in einem wechselnden Prozess von Wachstum eingebettet ist, in dem der Tod und die Absonderung ebenso eine Funktion hat, wie das Wachsen und Ausschütten von Kräften, weil in beiden Prozessen eines jeden Zyklus zB Erfahrung gesammelt und verdaut wird.
Beide Phasen eines Zyklus sind irgendwann im Verlauf des Lebens oder einer Sache notwendig.
Es
ist
keine Wertung mit
Positiv - Negativ, Gut - Schlecht gemeint, sondern Veranschaulichung.
Ausserdem wird jeder Mensch schon mit seinem Gewissen meinen
können,
dass gewisse Eigenschaften erstrebenswert sind, und andere
nicht.
Es
wäre nicht
pragmatisch, die Verwendung von solchen Begriffen wie "schlecht",
"schwierig", "problematisch" zu vermeiden, weil man vielleicht
Bedenken hat, einen fatalistischen Eindruck gewisser
Horoskopstellungen zu erwecken.
Die Erfahrung zeigt, dass manche (typischen) Konstellationen einfach von der Tendenz her oft als problematisch erlebt werden. Ein Quadrat wirkt eben anders, und bringt mehr Aufgaben und Dinge mit sich, die man berücksichtigen muss, als wie es bei einem Sextil der Fall wäre.
Allerdings geht es auch darum, aufzuzeigen, welches Potential diese Spannungen haben können. Das aber ist unabhängig davon, ob man diese Begriffe gut/schlecht verwendet. Spricht man von guten Quadraten meint man ja unbewusst: Naja, da brauche ich also nichts mehr tun. Spricht man von schlechten Quadraten meint man vielleicht: Naja, damit beschäftige ich mich dann lieber nicht, weil ich mich lieber den schönen Dingen zuwende. Es geht darum, das Potential dieser Aspekte oder anderer Konstellationen aufzuzeigen.
Die im Radix angelegten Strukturen, die sich manchmal deutlich in Bildern beschreiben lassen, beeinflussen insgesamt auf grundlegende Weise unser Empfinden, unsere Haltung und unsere Art, Probleme oder Chancen im Leben zu erkennen.
Es gibt nicht nur eine Betonung von gewissen Schwerpunkten, oder Dualitäten, sondern die Stellung der Planeten in ihrem ganzen Zusammenhang des Horoskopkreises ist schon strukturbildend.
Das kann zum Beispiel darin bestehen, dass eine Horoskophälfte sehr betont ist.
Auch komplexere Muster sind zu finden, wenn etwa die Planeten sich auf zwei oder drei Bereiche des Horoskops beschränken, oder zwei oder drei Inseln bilden, oder sich in zwei Ballungen gegenüberstehen.
Eine weitere Möglichkeit ist, wenn die Planeten im Horoskoprund ziemlich gleichmässig verteilt sind und so jeder Horoskopraum mit einen oder mehreren Planeten besetzt ist. Auch dies bildet eine archetypische Grundstruktur.
Die Stellung der
Planeten, die also immer ein annäherndes Grundmuster
im
Horoskoprund bilden, zeigt auf,
wie wir uns dem Leben stellen
und in
welcher Weise wir dabei unsere Kräfte oder Talente mitsamt deren
Einsatzmöglichkeiten erleben.
Eine
herausragende Bedeutung
für die persönliche
Erlebensweise und Grundorientierung hat es, wenn die linke,
rechte, obere, oder
untere Hälfte des Horoskops im Vergleich mit dem übrigen
Horoskophälften auffallend betont ist.
Eine
Ausgangsposition ist geschaffen, wobei es dann einen Bereich gibt, der
einem
eher bewusst ist als wie der nicht besetzte Horoskopraum.
Die
Aufmerksamkeit des Geborenen wird in die betonten Horoskopbereiche
gehen.
Der nicht besetzte Horoskopraum wird als normal,
selbstverständlich und meist unbelastet erlebt oder aber hier wird (im
besetzten Raum) massgeblich erlebt,
also wie sich die Probleme, die es geben könnte, betrachten lassen.
Manchmal ergibt sich durch die Betonung einer Horoskophälfte geradezu Einseitigkeit, man vernachlässigt das Übrige. Ganz besonders deutlich ist das, wenn zum Beispiel die untere bzw. obere Horoskophälfte besonders betont ist und die gegenüberliegende Hälfte nicht durch Planeten besetzt ist.
Der
eine ist dann bei betontem 4. Quadranten mit Geist und Seele nur in
seinem Beruf (4.
Quadrant) oder dem Bestreben öffentliche Anerkennung zu erhalten, und
dem anderen mit besetztem 2. Quadranten bedeutet der
(positive) Selbstbezug, und die Freiheit,
sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, viel mehr als die beruflichen
Karrieremöglichkeiten .
Der Eine könnte die Lebenshaltung des Anderen gar
nicht
übernehmen. Selten versteht er die andere Lebensweise.
Die Astrologie zeigt damit
auch, welchen
Vorteil sie gegenüber manchen Psychologierichtungen hat, weil sie die
Einzigartigkeit nicht als Beschränktheit oder Mangel definiert, sondern
als massgebliches Kriterium, zur Erfüllung dieser Grundlagen motiviert,
um sich letztlich glücklich zu fühlen: indem man aus seinen Stärken
heraus lebt, die bei jedem Menschen anders sein können. Nicht jeder
muss nun einmal im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen können, und
nicht jeder ist fähig allein sein zu können.
Die
Form und Symbolik, die wir im Horoskop vorfinden ist mehr oder
weniger als deutliches Bild im Radix anschaubar. Man
erkennt eine
grundlegende Art der Verteilung der Planeten im
Radix. Diese Form überträgt sich symbolisch tatsächlich
auf
unsere Lebenseinstellung und auf die Art und Weise, wie wir dem Leben
gegenübertreten.
Jemand mit einer zerstreuten Verteilung von Planeten im Horoskoprund, neigt auch allgemein im Leben zur Zerstreuung. Das hat nicht nur vermeintliche Nachteile, wie es im Wort "Zerstreutheit" anklingt, sondern bringt allgemein auch die Eigenschaft der Vielseitigkeit hervor. Dieses Bild kann man auch als Streufigur, Streubild, oder sogar als amorph bezeichnen (=formlos).
Im Gegensatz zur Streulage zeigt eine Konzentration von Planeten (Planetenballung) eine konzentrierte, auf einen Schwerpunkt bezogene Haltung, deren offensichtliche Vorteile dadurch ein anderes Gesicht erhalten können, da in dieser Tendenz eben auch Einseitigkeit und mangelnde Übersicht gegeben ist.
Eine
Planetenfigurine ist vom
Begriff her etwas ganz anderes als eine Aspektfigur. Und eine
Planetenfigurine ist etwas ganz anderes als ein Planetenbild.
Aspektfigur, Planetenfigurine und Planetenbild sind drei verschiedene
Dinge, obwohl in der Literatur nicht oft zwischen ihnen eindeutig
unterschieden wird, weil man mit denselben Begriff mal das eine oder
das andere bezeichnet.
Eine echte Planetenfigurine
kann man
eher mit
Halbsummen vergleichen oder als spezielle Aspektbilder
beschreiben.
Ein Planetenbild bezieht sich einerseits auf die Häuser und Quadranten (zB wenn Planeten unten stehen), und andererseits auf die Konzentration oder Separation der Planetenkräfte.
Eine typische Aspektfigur ist zum Beispiel das grosse Trigon (drei Trigone), oder das kleine Talentdreieck (Trigon zweier Planeten, die jeweils zu einem mittleren zwischen ihnen ein Sextil bilden) usw..
Über Planetenfigurinen habe ich im Artikel "Halbsummen" noch einiges angeführt.
Wenn ich im Folgenden von Figuren rede, meine ich stets die einfachen Planetenbilder.
Wenn die Planeten im Horoskop mehr oder weniger gleichmässig im Horoskopkreis verteilt sind oder zumindest weit voneinander entfernt stehen, ist mehr Flexibilität, Vielseitigkeit aber auch ganz besonders eine potentielle Zerstreuung angezeigt.
Besonders die Planeten Venus, Merkur und Sonne zeigen diese Grundanlage: Stehen diese drei Planeten in drei verschiedenen Zeichen, schlagen gewissermaßen drei Seelen in einer Brust. Das ist natürlich nicht überdeutlich, eher hintergründig.
Es geht also auch um solche Menschen mit "weit verteilter Merkur, Sonne und Venus"; ungeachtet der übrigen Stellungen der Planeten oder aber zusammen mit den anderen Planeten betrachtet.
Es ist eine ähnliche archetypische Architektur, wenn die meisten Planeten - ungeachtet der Stellung von Merkur, Sonne und Venus - überhaupt weit im Horoskop verteilt sind.

Solche Menschen
halten sich oft verschiedene Möglichkeiten offen und finden durch die
vielen
Anregungen zwar leicht zur Kreativität, und ihren Talenten, aber ihr
Problem ist oft, sich
nicht festlegen zu können, oder überhaupt etwas
Richtungsweisendes für ihr Leben zu tun; Bindungslosigkeit (positiv wie
negativ). Tendenz
oder Gefahr die Richtung oder Balance zu verlieren.
Solche Menschen
finden der bieten oft die Hilfe innerhalb der wirkenden Welt,
in Konzepten, Möglichkeiten oder
Leitbildern, die sie vorfinden,
und weniger in sich und aus sich selbst.
Sie lassen sich oft vom Leben treiben, auch
zersplittern, wenn ihnen die Konzentration auf eine Sache oder Haltung
fehlt - sie brauchen einige Zeit, um sich einen festen Griff auf eine
Sache zu bilden.
Wenn
sie in eine Situation ohne bekannte Vorgaben oder
Richtlinien geraten, kommt es darauf an, ob sie einen strukturierten
Weg finden; wenn nicht, macht ihnen das Chaos vielleicht nicht sehr
viel aus,
das sie verbreiten, aber womöglich wird anderen auffallen, wie
wenig Struktur sie beisteuern könnten. Was die besondere Gabe
darstellt, ist oft eine Flexibilität und Toleranz gegenüber allem, was
anderen zu neu oder befremdlich sein könnte, oder was
anderen zu
wenig gewiss ist, denn sie können stets einen Gesichtspunkt
der
Betrachtung finden und kommen in der Regel mit vielen Menschentypen
aus. Und sie wissen die
Gelegenheiten zu nutzen, weil ihnen das Fremde geheuer ist.
Menschen mit weit verteilten Planeten haben es leichter, in ambivalenten oder widersprüchlichen Situationen noch Wege zu finden. Und vermutlich können sie auch besser in solchen Situationen existieren, wenn es keine klare Richtung gibt, oder wenn einfach eine neue Situation eintritt mit unbekannten Aspekten darin. Sie brauchen allgemein vielleicht aber länger, ihren persönlichen Weg zu finden, ihre Sicht geht in die Breite und Vielfalt. Negativ lassen sie sich oft antreiben, weglocken oder vom Weg abbringen, sie werden dann bewegt, und das äussere Schicksal fügt ihnen den Weg. Typische Berufe sind alle sozialen Bereiche und vermittelnde Tätigkeiten. Natürlich sind auch andere Berufsbilder möglich, aber auch dann wird sich sicherlich eine gewisse Eigenschaft dieser verteilten Planeten auswirken, zum Beispiel in der Haltung, wie man an seine Tätigkeiten herangeht oder welche Einstellung man dazu hat.
Den
Menschen mit weit im Horoskoprund verteilten
Planeten
könnte es daher etwas
schwerer fallen, psychologische Integrität zu erlangen, denn sie müssen
viel mehr Gesichtspunkte wahren, welche durch die verteilten
Planeten angezeigt sind - etwa wenn
es
darum geht, die verschiedenen Belange der Planeten, die für psychische
Funktionen stehen, zusammenzubringen zu einer klaren Richtung (Bezüge
herstellen zwischen der Erfahrung oder dem Erlebnis und der
eigenen Psychologie, die dafür verantwortlich ist, wie man etwas
erfährt).
Gewissermaßen
haben sie zwei
oder
drei Seelen in ihrer Brust - ungefähr genau so
verhält es
sich, wenn Venus,
Merkur und Sonne in
drei oder auch nur zwei verschiedenen Zeichen stehen - aber desto mehr
die einzelnen Planeten
weit im Horoskop voneinander verteilt sind, dann gilt umso
mehr:
jeder Planet trägt nach seiner
eigenen Facon und seiner Quadrantenstellung einen eigenen Gesichtspunkt
hinzu.
Die Schüßel besteht eigentlich aus einer Planetenballung, wobei in der reinsten Ausprägung alle Planeten so verteilt sind, dass meist alle Planeten in zwei Quadranten konzentriert sind, und die Planeten sich in einer einzigen Horoskophälfte befinden (wenn eine Schüßel über die Quadranten 2. und 3. gehen, ist dabei gleichzeitig die rechte Horoskophälfte betont).
Die psychische Integration der Planeten, fällt einem Menschen mit eng beisammen liegenden Planeten tendenziell leichter, besonders wenn Sonne, Merkur und Venus in einem einzigen Zeichen stehen. Dadurch geht ihre Sicht zwar weniger in die Breite und Vielfalt, aber dafür umso mehr in die Tiefe und Verständnis des Wenigen, also das, was ihnen wirklich vertraut ist. Es sind meist Leute, die ihren Willen leicht auf ein Ziel ausrichten und konsequent verfolgen können. Sie leben und agieren besonders aus sich selbst heraus und werden durch die eigenen Anlagen zu ihrem Schicksal kommen. Damit ergibt sich auch das grundlegende Problem: Sie haben nur ihre eigenen Anlagen im Blick und es kann dauern, bis sie aus einem fehlgeschlagenen Versuch heraus finden, um einen besseren Weg zu finden. Sie versteifen sich oft in einen einzigen Gesichtspunkt.
Eine
Planetenkonzentration muss nicht gleich einer
Schüßel sein, und
kann sich in manchmal allein in zwei oder drei Zeichen abspielen (eng
beisammen liegende
Planeten). So eine Planetenballung
versorgt den Betreffenden mit
sprichwörtlich konzentrierter Energie. Eine solche Tendenz ist bei
einer
Schüßel ebenso gegeben, nur ist es ein Unterschied, ob die wichtigsten
Planeten in
einem Zeichen konzentriert sind, oder die Planeten nur auf
ein
Quadranten oder eine Hälfte hin konzentriert sind und zB Venus und
Merkur in einem von der Sonne verschiedenen Zeichen stehen.
Eine
wirklich stark konzentrierte
Kraft (Willen) wird man nur durch Zeichenbetonung erfahren können.
Wenn die Zeichen relativ verschieden sind, aber die Planeten
sich
in einer Hälfte des Horoskops konzentrieren, wird zumindest die
Sichtweise sich stark auf bestimmte Themen konzentrieren. Typische
Berufe sind technische und handwerkliche Berufe, überall wo
man seine Anlagen ins Spiel bringen kann.
Man kann die Schüßel auch folgendermaßen definieren: alle Planeten befinden sich innerhalb eines Abstandes von unter 180°. Die Deutungspraxis zeigt, dass die Schüßel in ihrer Grundarchetypik auch noch bei grösserem Umfang gegeben ist (bis 240°). Es ist eine Ähnlichkeit mit dem Grundtypus gegeben, sofern zumindest ungefähr 4 Tierkreiszeichen in einem leeren Raum frei bleiben.
Chiron (und andere Asteroiden) mag man für diesen Zweck der allgemeinen Einschätzung solcher Konfigurationen als einen zu deutenden Faktor zwar berücksichtigen, aber nicht für die Bestimmung ob eine Schüßel vorliegt oder nicht.
Chiron steht nicht für massgebliche psychologische Funktionen (Sonne, Mond, merkur usw.) und ebenso nicht für drängende Herausforderungen und für die vordergründigsten psychologischen Strukturen (wie bei Uranus, Pluto, Neptun). Deshalb ist für die Beurteilung, ob eine Schüßel oder ein bestimmtes anderes Planetenbild gegeben ist, Chiron nicht relevant, und den Mondknoten kann man ebenso zunächst für diese Klassifizierung ausser Acht lassen. Die Mondknotenachse erhält aber für die eigentliche Deutung solcher Planetenbilder entscheidende Relevanz (siehe dazu den Artikel karmische Astrologie).

Stehen viele Planeten eng beisammen, gleich in welcher Horoskophälfte, womöglich die persönlichen Planeten gleichzeitig in wenigen Zeichen, dann ist Konzentration, Beharrungsvermögen und Zielstrebigkeit angezeigt. Der Blick geht nicht aufs grosse Ganze, sondern auf den Standpunkt eines "Arbeiters", dass man involviert ist in das Leben, aber mit irgendeinem Schwerpunkt ausgestattet darin navigieren möchte. Der Blick konzentriert sich im Grunde auf die archaische Bildung der Konjunktion - man kann diese Grundanlage der Konjunktion (Zusammenführung) auch als Archetyp nehmen. Genau so wie die zerstreute Planetenlage ein Archetyp darstellt. Letzteren zu beschreiben ist etwas kompliziert.
Die
Menschen mit Planetenballung (siehe Grafik) nehmen die Welt wahr
aufgrund eines überzeugten Schwerpunktes, was im Grunde eine sehr
starke Talentierung bedeutet, die beinahe verkörperlicht ist.
Während bei einem Menschen mit einem zerstreuten Planetenbild sie ihre
Navigation durch Leben nuicht weniger aus ihren Aspekten (Talenten)
ziehen, aber die Aspekte sind anders. Die beteiligten Planeten stehen
ja enger oder ferner im Aspekt, je nach Orbis. Und jeder genaue Aspekt
(Trigone, Quadrate usw. unter 3.5°) verbindet zwei Planeten, nicht
anders als wie bei der Konjunktion, aber bei anderen Aspekten kommt ja
eben die besondere Situation hinzu, dass diese Planeten an ganz anderen
Stellen im Horoskkopraum stehen. Das verschafft allen Aspekten,
die nicht Konjunktionen sind, eine ganz besondere Unterschiedlichkeit
zu Konjunktionen. Letztere, die Konjunktionen sind
Kraftpole, Kraftmagnete. Sie haben so wenig Verschiedenheit, dass
sie in der Psychologie des Menschen einen Schwerpunkt bilden.
Bei
der Streulage verteilt sich der Blick auf die Bildung von
vielschichtigen und vielversprechenden Ansätzen, ein Talent zu nutzen.
Was zwangsläufig ist, wenn die Planeten vertreut stehen, sind mehrere
Aspekte: im Grunde und immer ist die Anlage zu einem komplexeren
Planetenbild vorhanden.
In einem solchen Planetenbild liegen die
Verbindungen mehrerer ansonsten einzeln stehender Planeten stets
spürbar vor. Durch ihre jeweilige besondere Lage sorgen sie insgesamt
für eine Ausdehnung der Möglichkeiten. Dafür fehlt die klare Richtlinie.
Aspekte
sorgen für die Verbindung und Musterbildung von Planetenpaaren oder
besser gesagt Planeten-Gruppen. Das sind Gruppen, wie sie angedeutet
werden durch Verbindungen der Planeten zueinander via Aspekten.
Denn dadurch bauen sich Gruppen auf, die jeweils ein ganz verschiedenes
Gesicht kennen, je nachdem was da in der Gruppe vorliegt, die sich mit
einer anderen Planetengruppe oder Planetenpaar verbinden kann.
Angezeigt wird auch durch grössere Orben (5°-8°) bei Trigonen,
Quadraten, Sextilen, Oppositionen zumindest die Grundanlage solcher
Gruppen. Man kann sie als sprichwörtliche Teile der Persönlichkeit, des
ICHS ansehen.
In diesem Beispiel (oben) ist das Jungfrauzeichen stärker betont, als wie das Löwezeichen,
da die persönlichen Planeten höhere Relevanz
haben.
Die Schüßel ist desto stärker ausgeprägt, umso mehr die Planeten wie in einer bildlichen Schüßel stehen (siehe Beispielgrafik), und umso enger sie beisammen stehen, und ohne dass ein anderer Planet gegenüber den anderen Planeten steht oder dass die Planeten mehr als zwei Quadranten besetzen.
Man passt sich bei einer Schüßel auch gut an Situationen an, die vorgegebene Strukturen aufweisen oder in irgendeiner Weise als beständig und verlässlich gelten können. Menschen mit einer Schüßel (Planetenballung) als Planetenbild sind nicht gerne bereit, sich in ihrem Kurs um 180 Grad zu drehen, oder sich von Hier auf Jetzt auf etwas neues und ihnen völlig Unbekanntes einzulassen. Der Status Quo ist ihnen in der Regel ein Siegel und Omen für Sicherheiten. Und wenn es der eigene Status Quo ist. Egal welcher Status Quo gemeint ist. Sie haben eine Position, und das ist eben oft zwingend.
Nötig
ist oft ein konkretes Ziel, auf das man
hinsteuern kann, oder wie man eben seine angestammte Haltung nicht
verliert, sonst kommt sich der Geborene verloren und bedeutungslos vor.
Auf etwas neues sich einzulassen, benötigt eine gewisse Zeit der
Anpassung. Man kann nicht von heute auf morgen seine
vertrauten
Bezugspunkte verändern. Aber andererseits nimmt man auch stets einen
gewissen Rückhalt egal wohin mit, der eben aus dem angestammten
Bezugspunkt entsteht.
Die Horoskopeigner haben mit ihrer Schüßel oder Planetenballung allgemein wenig Scheu sich zu verlieren; noch weniger, wenn sie sich an etwas anpassen können, das klare und ihnen bekannte Vorgaben liefert; oder Vorgaben, mit denen sie sich mit der Zeit vertraut machen können. Aber wenn sie dabei Situationen ausgesetzt sind, mit denen sie nichts anfangen können und gleichzeitig ihre angestammte Position keine Bedeutung aufweist, und sie keinen Anknüpfpunkt finden, wird alles sehr fremd für sie. Sie können schlechter einen Gesichtspunkt aufbringen, den die Umgebung vielleicht aufbringt, als wie das ein Geborener tun könnte, der ein verstreutes Planetenbild hat.
Es kann mitunter nötig sein, dass die ihnen zugetragenen Aufgaben auch ihren Anlagen und Fähigkeiten entsprechen. Sonst zieht es sie auf lange Sicht zu einer anderen Tätigkeit.
Man
hat bei einer Schüßel oft
Menschen,
die
ganz
in einer Sache aufgehen oder für etwas ganze Bestimmtes
arbeiten und auch Treue zu dieser Sache zeigen; Stabilität, Bindung
(positiv wie negativ). Tendenz
oder Gefahr dabei ist, andere Möglichkeiten, die in einer Sache
relevant sein können, ausser Acht zu
lassen und zu sehr auf das Konkrete zu schauen. Das Konkrete und
Naheliegende ist aber auch ihre Stärke. Diese Menschen haben in
sich die Kraft, um sich selbst zu
helfen; doch manchmal müssen sie erst in Fahrt kommen, und sie suchen
auch nach dieser Möglichkeit, irgendeine Art der Beschäftigung zu
finden, die sie auch anregen wird, um sich mit einer Sache weiter
vertraut
zu machen; so haben sie ein natürliches Talent, sich auf den Weg zu
begeben, sie zwingen sich fast dazu; haben sie aber erst mal einen
Weg gefunden, dann können sie ihre Kräfte gewöhnlich viel
besser
entfalten, als wenn die Dinge für sie noch unklar sind oder sie keinen
Plan, keine Aussichten haben.
Durch die Planeten, die sich in
einer Richtung konzentrieren, sind
sie aber auch etwas mehr auf sich selbst bezogen, lassen sich eben von
anderen wenig sagen, und sind nicht sehr offen, wissen meist selbst
alles besser und wollen vor allem alles selbst in der Hand haben,
selbstständig sein - man kann das als Stärke auslegen, wenn
sie
selbst ihre eigene authentische Autorität ausbilden können.
Sie
sind oft auf eine einzige
Angelegenheit konzentriert, lassen sich manchmal nicht von anderen
Dingen
überzeugen, die einen anderen Gesichtspunkt bedürfen, weil dies
eben über den Horizont des ihnen
Bekannten hinaus geht. Darin, was ihrer Sache entspricht, sind sie
allerdings auch Kenner, da sie
wissen, was für eine Sache alles ausschlaggebend ist. Sie können in dem
ihnen zuträglichen Bereich ihre Talente sehr gut entfalten und ihren
Einsatz bündeln, auch Verantwortung tragen.
Andererseits könnte sich
auch der
Eindruck aufdrängen, dass ihnen etwas fehlt: die Hälfte des Horoskops,
die nicht mit Planeten besetzt ist.
Es spielt eine besondere Rolle, welche Planeten nach aussen die Schüßel begrenzen. Und man kann hier einen Ansatz zur Deutung des ganzen Horoskops finden.
Meist bedürfen diese beiden Planeten, an die der leere Horoskopraum anschliesst, eine besondere Anstrengung zur Integration in die Persönlichkeit. Ihr Wirken ist ein wenig losgelöst, im Raum schwebend. Dennoch sind diese beiden Planeten von grossem Gewicht, sie treten nach aussen, und bilden die grundlegende Zielrichtung des Horoskopeigners, als würden diese beiden Planeten die übrigen (zwischen ihnen eingeschlossenen) Planeten in ihrer Richtung bestimmen.
Oft kann man feststellen, dass diese Energien der beiden äußeren Planeten eine Grundempfindung des Horoskopeigner gegenüber dem Leben bilden, und der Horoskopeigner versucht diese Grundempfindung mit seiner eingeschlagenen Lebensrichtung in Übereinklang zu bringen. Man möchte einen Weg finden, diese beiden Planeten nicht nur auszudrücken, sondern auch rückwirkende Erfahrungen aus dem Leben zu erhalten hinsichtlich der beiden Planeten.
Ist zum Beispiel Saturn einer der beiden äußeren Planeten, kann es den Horoskopeigner darum gehen, eine Lebensweise oder existenzielle Grundlage zu finden, die für ihn Sicherheit und/oder gesellschaftliche Akzeptanz mit sich bringt - was auch einfach nur darin bestehen kann, etwa bei Nachbarn als normal und anständig zu gelten, man wird nicht durch besondere Originalität auffallen, und ein ordentliches Leben zu führen trachten. Ist Jupiter einer der beiden Planeten, steht die Sinnfindung im Vordergrund und man wird viel mehr darauf Acht geben, dass man sich entfalten kann, egal was andere dazu sagen mögen. Allerdings kann Jupiter auch eine Entsprechung zum Pomp und gewissen Attributen haben, die dazu dienen sollen, gesellschaftliche Aktzeptanz zu erhöhen. Deshalb kann ein entsprechendes Bestreben auch dazu führen, eine würdevolles Leben zu führen, mit viel Glanz, weil man sich darin wohl fühlt; einfachster Ausdruck eines flankierenden Jupiters könnten aber schon eine Menge Blumenkübel am Eingang eines Hauses sein. Die Energien des Jupiters können sich introvertiert oder extrovertiert aussdrücken, bzw. selbstbezogen oder auf die Aussenwelt bezogen. Bei allen flankierenden Planeten, die keine Transsaturnier sind, wird es sehr gewichtig auch vom Zeichen dieses Planeten abhängen, welche Entsprechung im Leben wahrscheinlich gefunden wird.
Sind
Jupiter
und
Saturn die beiden äußeren Planeten, ist die typische Atmosphäre eines
akademischen Berufweges gegeben, welche sich natürtlich auch
unakademisch auswirken kann: etwa Genügsamkeit gepaart mit
Lebensernst.
Oft will man etwas erreichen und strukturieren,
es
ist
wie der Griff nach einem Ziel der Erfüllung (Jupiter), das man
sich langfristig sichern möchte
(Saturn). Diese Konstellation kann auch Selbständigkeit
verkörpern: man
hat einen eigenen Beruf gewählt (Jupiter), den man sich mit der
gesicherten
Existenz bewahren möchte (Saturn).
Mit
Jupiter/Saturn
möchte
man sich erweitern und weiter entwickeln, dabei hat man aber die
Grenzen dieses Wachstums vor Augen. Im Sinne von zwei Planeten, die
die Schüßel flankieren, wird sich dieses Bewusstsein in
irgendeiner Weise in die gestalteten Lebensumstände niederschlagen. Und
es mag auch ein unauffälliges Leben bedeuteten, aber man könnte
innerlich oder in den ethischen Maßstäben in besonderer Weise gefestigt
sein (insofern man zum Beispiel bei jeder Moral, die man gegenüber der
Gesellschaft vertritt, auch an das eigene Gewissen denkt).
Bei Jupiter und Uranus mag es um eine Geisteswissenschaft oder Pädagogik als typischste Entsprechung gehen oder um ein Leben, in der man intellektuelle Fähigkeiten einsetzen kann, oder man ist gerne mit Kindern zusammen, die das Jugendliche (Jupiter/Uranus) an sich verkörpern.
Mars und Pluto könnten ebenso für den Rehnnfahrer wie für den Atomphysiker stehen, und auf alltäglicherer Ebene, könnte man diese Energien in einem Leben verwirklichen, wo man mit Einsatz (Mars) in widrigen oder undurchsichtigen Umständen (Pluto) tätig ist. Pluto/Mars steht auch für den Forscher, vor allem in Grenzgebieten (sowohl Wissenschaft als auch Esoterik).
Allgemein kann man sagen, dass die beiden flankierenden Planeten in einer ins Leben gerichteten und extrovertierten Weise gelebt werden, sie werden ins sichtbare Leben manifestiert oder es besteht ein besonderes Interesse dies zu tun, um damit diese beiden Planeten innerhalb des eigenen Lebens erfahren zu können. Diese Extroversion ist natürlich unabhängig zu der sonstigen Betonung von Introvertiertheit oder Extrovertiertheit des Hoproskopeigners - es geht hierbei nur um diese beiden Planeten, die nach aussen hin wirken. Das gilt in ähnlicher Weise, wenn einer der Planeten zwar deutlich die Schüßel nach aussen begrenzt, der andere aber eher als Spannungsherrscher zu deuten ist. Dieser Spannungsherrscher ist dann noch bedeutender und bestimmender (ein Spannungsherrscher steht mehr gegenüber den meisten Planeten, als wie an einer Flanke der beisammen stehenden Planeten).
Man
kann oft die für einen Horoskopeigner tauglichen Berufsfelder anhand
dieser beiden flankierenden Planeten weiter eingrenzen oder vorhandene
Tätigkeiten daraufhin untersuchen, ob sie vielleicht geeignet
für
einen selbst sind und ein erfülltes Dasein versprechen, insofern der
eigene Ausdruck der flankierenden Planeten mit äußeren Umständen
korrespondiert (es gilt rückwirkende Erfahrungen machen zu können).
Es
gibt natürlich viele Möglichkeiten, wie man
zB Mars/Pluto Kombinationen im Leben verwirklichen kann! Das kann auch
ein
Lagerarbeiter sein, der mit Einsatz (Mars) und Willen (Pluto)
dafür sorgt, dass alles reibungslos abläuft, oder der gut
zupacken kann, und in dem Betrieb, in dem er arbeitet, immer jemand
ist, auf den wegen seiner Fähigkeiten oder Belastbarkeit Verlaß ist.
Es sind nicht
die
typischen Berufe, sondern wie man diese erlebt und
wie man an
die entsprechenden Tätigkeiten herangeht, mit welcher Grundüberzeugung
oder Identifizierung mit der Arbeit man das tun kann. Der Schwerpunkt
liegt dabei auf
dem Umstand, ob man diese Energien im Leben genügend einbringen kann
und rückwirkend erfährt, dass diese Energien "gebraucht werden".
Also muss diese Verwirklichung und Brückenbildung in die Welt auch
nicht unbedingt im Beruf zu finden sein, und kann sich als
allgemeine Atmosphäre eines Lebens niederschlagen. Dabei wird man
selbst es sein, der diese Atmosphäre bildet oder anzieht (sich zum
Beispiel durch gewählte Hobbies, Freunde und Interessen auswählt).
Je
nachdem, wie die Planeten
bei einer
Schüßel angeordnet
sind, und welche Planeten aussen und innen stehen, bildet sich eine
besondere Dynamik und Zielsetzung.
Und irgendwo gibt es immer
ein
Problem,
und das mag zum Beispiel durch eine Konjunktion zweier Faktoren
bestehen oder durch die Wirkung äusserer Planeten auf einen mittleren
(analog einer Halbsumme).
Steht ein Planet in Spannung zu einer Schüßel, dann ist es keine reine Schüßel mehr, sondern eher eine Schüßel mit Spannungsherrscher. Je nach dem, welcher Planet dies ist, und wie dieser Planet in Haus und Aspekten steht, kann er nun helfend oder hemmend wirken, er kann die Energien nach vorne bringen, oder blockieren. Dann, wenn dieser Planet eher hemmt oder blockiert, muss man diesen Planeten (den Spannungsherrscher) aus Sicht des Horoskopeigners lernen zu integrieren.
Dieser Planet nimmt in der Regel eine bedeutende Rolle ein, und auf ihm liegt zum Beispiel die Last, sich um den Blick über den Tellerrand zu bemühen, oder um den Kontakt mit anderen Möglichkeiten, oder der Öffnung nach aussen. Über ihn kann sich entscheiden, dass das gesamte Potential (alle Planeten) eines Menschen entfaltet werden kann.
Umgekehrt muss man manchmal auch einen gut stehenden Spannungsherrscher, der die übrigen Energien zu sehr ins Spiel bringt, auch harmonisieren lernen. Integrieren müssen wir wohl letztlich alle Planeten! Es kommt nur drauf an, in welcher Richtung oder unter welcher zu leistenden Asntrengung dies geschehen muss, denn diese Leistung kann zB in der Dynamisierung oder Entspannung liegen.
Dier Spannungsherrscher kann als ein Faktor betrachtet werden, der die vorhandenen Energien eines Radix in Schwung bringt.
Bei einer Doppelaxt (vermutlich ist es diese Figur, die man auch schon mal Sanduhr beschrieben hat), stehen sich zwei Planetenballungen gegenüber und bilden somit gewissermaßen das Bild zweier Hälften, die sich gegenüberstehen. Es ist ein Bild, das sich als Doppelaxt oder Sanduhr beschreiben lässt. Wenn man es als Doppelaxt beschreibt, bildet der jeweils leere Raum sozusagen den Stil, wobei einer dieser Räume gewichtiger ist. Einer dieser Räume wird gewöhnlich eher weniger Aufmerksamkeit erhalten als wie der andere leere Raum, so dass man sich diesen leeren Raum besonders widmen sollte. Meist ist damit ein Quadrant gemeint, in dem überhaupt kein Planet steht oder kein persönlicher Planet.
Es liegt in der Natur der Planetenumläufe um die Sonne, dass eine der besetzten Seiten dieser beiden Konzentrationen von Planeten von Sonne, Merkur und Venus gebildet wird, und auf der anderen Seite meist Uranus, Pluto, Neptun, Jupiter und/oder Saturn stehen, seltener Mars, weil Mars bedingt durch die Umlaufgeschwindigkeiten von Sonne und Mars nur selten in Opposition zur Sonne steht, und deshalb der Mars sich viel öfter in der Nähe der Sonne befindet. Für den Mond ist typisch, dass er auf beiden Seiten der Doppelaxt (bzw. Sanduhr) stehen kann.
Alle diese Planeten
sind dann
aber, bis auf den Mond, rückläufig, weil sie der Sonne
gegenüberstehen. Das ist ein besonderes Merkmal der Doppelaxt.
Dies
ist für mich dann weiterhin auch eine
Ausformung der typischen Taghälfte (die Planetenballung mit Sonne,
Venus, Merkur) und Nachthälfte (die meist rückläufigen
Planeten gegenüber Sonne, Merkur, Venus), vereint in
einem Planetenbild (Doppelaxt bzw. Sanduhr).
Ist es der
Mond, der bei einer Doppelaxt gegenüber der Sonne steht - es können
noch ein oder zwei Planeten in der Hälfte des Mondes stehen und es muss
keine Opposition vorliegen -, sind die psychischen Empfindungen und
eigenen Befindlichkeiten geradezu abgekoppelt vom Rest des Horoskops.
Diese Menschen neigen dazu, ihre eigenen Empfindungen auf die Ursachen
anderer Menschen zu projizieren. Sie drücken dann ihre Emotionen als
Mittel aus, um andere zu beeindrucken und zu beeinflussen, weil sie
selbst die Empfindung haben, zu sehr beeindruckt zu werden. Erin
Sullivan spricht sogar von Gefühlsvampiren, die andere entsprechend
beeindrucken um dann eine entsprechende Gegenreaktion zu erhalten, die
ihre eigene Bedürftigkeit nämlich nährt. Es deckt sich mit meinen
eigenen Erfahrungen, dass der Umgang mit solchen Menschen dann
schwierig ist, wenn sie ihre eigene Gefühlsnatur kaum kennen und auch
sonst wenig zu ihren Gefühlen stehen. Man hat den Eindruck, dass sie
sich nicht mit ihren Gefühlen auseinandersetzen wollen, da diese auch
durch die Abspaltung vom übrigen Horoskop als fremdartig
erlebt
werden könnten. Andererseits sind ihre Emotionen sehr unkontrolliert
oder infantil, und zeigen genau das, was sie eigentlich nicht wollten:
sie sind gefühlsmässig überaus aktiv, auch destruktiv, indem sie ihre
aufwühlenden Emotionen als Kampfmittel gebrauchen (Eindruck schinden,
Erpressen mit schlechtem Gewissen oder Peinlichkeit
konstruieren, andere emotional überfordern oder
sonswie
beeindrucken). Aber sie selbst fühlen sich überfordert, ihre Gefühle
führen ein Eigenleben; sie könnten den Eindruck haben, neben sich zu
stehen, wenn sie ihre Gefühle beobachten wollten; daher neigen sie
dazu, ihre eigene emotionale Reaktion auf andere kaum zu beobachten.
Und ebensowenig sind sie bereit zu begreifen, dass andere ihnen nichts
wollen, wenn sie stark beeindruckt werden, sondern es normal ist und
zum Leben dazugehört, auch mal Gegenwind oder gegensätzliche Meinungen
zu erfahren. Niemand kann dafür sorgen, dass dieser bewegende Impuls
des Lebens sie nicht mehr trifft, nur sie selbst können das.
Der
isolierte Mond bedarf der Verantwortung, und Integration.
Dann kann ein solcher Mond auch Erkenntnisquelle werden, in
Bezug
zu allen Situationen, in denen Wahrnehmung möglich ist. Man
hat
gewissermaßen einen weit ausgestreckten Fühler.
Aber solange die
eigenen Emotionen den Schatten spiegeln, werden sie dagegen immer sehr
subjektiv bleiben und sich den Eindrücken jeglicher Art mehr als nur
gelegentlich zur Wehr setzen wollen, und zwar durch emotionale
Preisgabe ihres Argwohns oder Unbehagens, meist aber verkittet in
irgendwelche ihnen anvertrauten Muster des Denkens und der Ethik.
Sind die Transsaturnier gegenüber der Sonne, kann es um eine Inspiration gehen, die man aus dem Leben erhält und welche durch die Rückläufigkeit dieser kollektiven Planeten ganz besonders naheliegend ist. Das können typischerweise Künstler sein, oder Schriftsteller. Die rückläufigen Planeten und ihr kollektiver Gehalt werden gespiegelt. Eine Ausnahme dieser typischen Spiegelung kollektiver Ideen bildet Mars und Mond, die der Sonne bei einer Doppelaxt ja ebenfalls gegenüber sein können, obwohl diese Inspiration durch Welt und Öffentlichkeit auch hier in abgeschwächter Form auftreten mag.
Diese
Regeln der
Verteilung (archetypische und psychologische Muster) gelten - wie
bereits erwähnt - ganz besonders für die zentralen
persönlichen Planeten:
wenn
Venus,
Merkur und die Sonne entweder nahe beisammen stehen, oder aber jeweils
in
verschiedenen Zeichen.
Ganz besonders
deutlich ist eine gewisse Wirkung bei drei
verschiedenen Zeichen von Venus, Merkur und Sonne. Unabhängig davon,
wie die
anderen Planeten stehen, ist
das schon ein deutliches Indiz für die Ausrichtung der psychischen
Anlage in Richtung Konzentration oder Vielseitigkeit. Es ist sozusagen
eine Ebene, die durch die weitere Ebene der Verteilung der anderen
Planeten in ein bestimmtes Licht gerückt werden kann, so dass zum
Beispiel die Symbolik der Streuung verstärkt oder abgeschwächt werden
kann.
Planeten
sind verteilt in viele Zeichen (Streufigur):
Vielseitigkeit und
Mehrdeutigkeit,
Umfassender Blick, Zerstreutheit ebenso wie Anpassungsbereitschaft an
den möglichen Widerspruch. Das ist nicht immer ausschlaggebend für
äußeres Verhalten, sondern eher für die Art des Seins, wie man
sich in der Welt zurecht findet, seine eigene Stellung in der Welt
empfindet und Bezüge aufnimmt.
Und bei Planetenkonzentration
in wenigen
Zeichen
(Schüßelfigur):
Eindeutigkeit,
Zielstrebigkeit, Bereitschaft sich einzufügen in vorhandene Strukturen.
Man kann grundsätzlich sagen, dass Menschen mit der
Sonne im selben
Zeichen von Venus und Merkur (oder in einem von den beiden) gewöhnlich
schneller zur Integration ihrer Persönlichkeit finden, und eindeutiger
sind in dem, was sie aus ihrem Leben machen (wollen und konkret
tun).
Die Menschen mit verstreut
liegenden Planeten oder mit
verschiedenen Zeichen für Venus, Merkur und Sonne
sind
komplex
gestrickt, haben es aber auch oft schwerer, aus ihrem Leben etwas
konkretes zu machen, ohne dass die Fugen des bereits aufgebauten
auseinander geraten - die Gefahr stets einen Haken zuviel zu
schlagen könnte bestehen, hier muss dem
bereits Geschaffenen eindeutige Form und Richtung gegeben werden. Aber
die
Formbildung
dürfte auch leicht fallen, weil Menschen mit verteilten Planeten
gewöhnlich auch einige Aspekte zwischen den Planeten vorzuweisen haben
(vor
allem zu nennen sind Trigone oder Sextile; aber auch Quadrate können
bildend wirken!). Sie
erfahren prinzipiell
auch viele Anregungen und Inspirationen. Sie kennen eine Sache oft in
vielen Facetten und können leicht eine
übergeordnete, höhere Perspektive aufbringen (Übersicht und
übergeordnete
Zusammenhänge), obwohl dasselbe auch dem anderen Typ möglich ist, doch
sind allgemein die ersten Anfänge (zu einer Tat zum Beispiel) oft von
diesen grundlegenden Ausrichtungen oder Merkmalen geprägt.
Am
Ende mögen beide
Typen in derselben Weise zur Kenntnis und Durchdringung einer Sache
fähig sein!
Hinsichtlich der optimalen Entfaltung seines bereits vorhandenen Potentials hat jeder Typus eine andere Ausgangslage, und es geht darum, die vorhandene Struktur, die ihnen mit der Verteilung der Planeten gegeben ist, aus ihrer Einseitigkeit heraus zu führen.
Die Aufgabe des Typus mit Streulage ist es, aus der Vielheit zu einem festen Zentrum zu kommen, das sich auch freilich indirekt aus der Vielheit der Gesichtspunkte und der unzähligen Details langsam ergeben kann, so dass die vielen Einzelheiten oder Gesichtspunkte erst diesen nötigen Schwerpunkt möglich machen.
Die Aufgaben des anderen Typus ist es (Schüßel und Planetenballung), von der Konzentration auf einen Schwerpunkt übergeordnete Gesichtspunkte zu erfassen, um so die Einseitigkeit einer einzigen Perspektive zu überwinden.
Durch die mit der Streufigur bzw. den verteilten Planeten sich ergebende und auf den Horoskopeigner einfliessende Vielseitigkeit (er ist mit der Verteilung von Planeten in gewisser Weise den Einflüßen geöffnet), braucht er unbedingt die Anstrengung sich auf ein Ziel hin zu konzentrieren und die Einsicht, alle Kraft auf dieses Ziel zu lenken. Denn diesse Fähigkeit fehlt ihm vom Ansatz her oder von der Tendenz her.
Während die Horoskopeigner mit Planetenballungen sich nicht so leicht von ihrem Weg abbringen lassen, bei ihnen wirkt vieles in eine Richtung. Ihnen fehlt dagegen oft auch die Übersicht, nämlich eine Sache aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Wichtig ist es hier, dass die durch Zusammenballung ergebende Zielrichtung und Kraft auch einen Ausdruck findet, in eine Aktivität münden kann. Auch sie können sehr kreativ sein, nur die Wege und Erfahrungsbestände, die mit Kreativität gebildet und ausgedrückt werden, sind bei beiden Persönlichkeitstypen unterschiedlich.
Diese drei Planeten Venus, Merkur und Sonne stehen am meisten für die bewusste Gestaltung unseres Lebens, sie sind die zentralsten Gestirne gesehen von der Sonne, und sie stehen für die zentralsten psychischen Funktionen in uns.
Wenn es gleichzeitig eine weite Verteilung von Mars, Jupiter, Mond, Saturn usw. gibt, aber die zentralen Gestirne Venus, Sonne und Merkur in einem Zeichen konzentriert sind, so erweisen sich die zentralen Gestirne als von größerem Gewicht. Wenn jedoch die Sonne nur in einem Zeichen, mit entweder Merkur oder Venus vereint sind (so dass also die zentralen Gestirne insgesamt zwei Zeichen einnehmen), so kann allerdings die übrige Verteilung der Planeten hier von grösserem Gewicht werden, wenn diese zum Beispiel entweder eine Planetenballung ergeben, oder aber Streulage.
Die Venus wird manchmal in Beziehung zu den Gefühlen gebracht und der Mond zur grundsätzlichen Befindlichkeit. Die Venus stellt aber nur einen Weg zum Gefühl dar, sie beschreibt unsere Bemühungen, zur Lebensfreude zu kommen, und zur Harmonie, und steht ansonsten für den persönlichen Geschmack, für das Beziehungsverhalten und natürlich ganz besonders für die Wege zum Du. Der Mond benutzt eher Gefühle und ist Gefühl, aber kann sie im Grunde nicht bewirken oder beeinflussen.
Als
Planetenprinzip steht die Venus grundsätzlich für die "Liebe".
Diese Liebe muss
man als
kosmische Eigenschaft verstehen, erst dann versteht man die Venus auch
in Bezug zum Menschen. Die Waage-Venus als deutlichstes Analogum der
Venus, schafft die Möglichkeit, eine Trennung zu überwinden, oder eine
Gemeinsamkeit gemäß den Vorteilen beider zu nutzen. Von hier ab wird es
leicht, die Liebe auch in Bezug zum Menschen, als Geben und Nehmen,
Gestalten und Bereiten, zu verstehen. Harmonie bedarf Beziehungen, die
gepflegt werden, denn davon - dass man sich verbunden fühlt in einer
Sache oder Vorhaben (auch Idee) - hängt alles ab für Venus.
Der Mond steht wie kein anderer Planet
für die Bedürftigkeit (das Kind im Menschen), aber auch Befindlichkeit,
darin sind auch die Gefühle beteiligt. Der Mond, sein
Eindrucksverhalten löst die
Gefühlsreaktionen aus.
Der Merkur steht auch für
die
Mentalität, und nicht nur für das Kommunikationsverhalten, oder für die
Art
wie man Sprache nutzt und seine Position klar macht. Auch der Merkur
hat einen gewissen Bezug zum EGO; - man erkennt einen Menschen auch an
seiner Merkur-Position, sie schwingt manchmal deutlich rüber, etwa
durch die Art der Argumentation und der Maßstäbe.
Der Bezug
zur
Mentalität, die ansonsten ja der Sonne zugeschrieben wird, erklärt sich
auch symbolisch aus der grundsätzlichen Nähe
von Sonne und Merkur
zueinander (Merkur entfernt sich nie weiter als 28° von der Sonne).
Auch andere Planeten können die Erscheinung eines Menschen bestimmen. Zum Beispiel Mars. Mars lässt in Erscheinung treten, wie Menschen tun, wonach es sie verlangt. Aber Mars steht nicht für die Mentalität, das ist Merkur und die Sonne, und zu einem geringen Teil kann man auch Venus anführen, da sie hintergründige Werte verkörpert Für eine Frau ist die Venus die Art, wie sie sich als Frau empfindet. Beim Mann der Mars, wie er sich als männlich erlebt. Der Mars drückt an sich aus, wie man Initiative ergreift und wie man Situationen beeinflusst. Wie man einen gefassten Plan umsetzt.
Die Sonne steht im Vergleich zu Merkur für einen anderen Aspekt der Mentalität. Man kommt der Sonne vermutlich in der Symbolik sehr nahe, wenn man sie als Zentrum der Reflektion betrachtet. Die Sonne selbst nimmt nichts wahr, sie ist nur, und durch ihre Präsenz erfährt sie die anderen Planeten. Merkur greift eher aktiv ins Geschehen ein, und steht nicht so sehr für die Reflektion an sich. Allerdings steht Merkur wiederum für das zielgerichtete Planen, während die Sonne in gewisser Weise Pläne in Bezug zu allen Planeten schmieden kann, sie ist ja der Lebenskern, die Sammelinse, das Zentrum, hier werden Entscheidungen getroffen, die Merkur vielleicht umsetzt, manche Entscheidungen müssen mit Mars durchgesetzt werden.
Der AS und die Sonne sind nicht einfach aufzutrennen, sie zeigen zwei Ebenen des Seins, genau wie Sonne und Mond, man kann daher auch von zwei Seelen in der Brust sprechen, weil es zwei oder drei grundlegende Erfahrungs- und Seinsebenen gibt, von der jede eigenständig etwas verschiedenes empfinden und beisteuern kann (AS, Sonne, Mond). Am Ende muss alles eins werden. Im Grunde stellt jeder Faktor, eigentlich auch die Mondknotenachse, jeweils gewisse Facette von Seelen in der Brust dar. Nur ist das bei Sonne, Mond und AS sehr viel verwurzelter im Bewusstsein und Erleben.
Döbereiner formuliert alles, was mit dem AS zusammenhängt (AS-Zeichen, Herrscher des AS-Zeichens, 1. Haus) als
Anlage. Die will durch sich selbst (Trieb/1. Quadrant) zur Erscheinung
und Bedeutung kommen (MC), was durch die Sonne verwirklicht werden soll. AS muss, MC ist das Ergebnis, also das, was der ganzen Sache eine bedeutungsvolle Richtung verleiht (MC),
und dass alles geht nur so, wie die Sonne es verwirklicht. Die Sonne
stellt die Brücke dar, aber auch einige Bedingungen, die in ihrem Standortr begründet sind.
Aber der AS als Anlage muss und wird zur Geltung kommen - in dieser Hinsicht ist der AS
mit seinem ausgwanderten Herrscher das erste Deutungsglied der Kette
und das wichtigste Puzzlestück. Die Sonne aber gibt der ganzen Anlage
erst die massgebliche Richtung eines Verhaltens.
Und das MC ist die letzte kausale Verknüpfung, um aufzuzeigen, worin sozusagen das I-Tüpfelchen, die letzte Konsequenz des Ganzen besteht (das Ganze besteht dann im Ende aus: AS + Sonne + MC). Es verdichtet und konkretisiert sich also von Schritt zu Schritt (AS-Sonne-MC) immer weiter.
Um diese Technik besser zu verstehen, oder zu vertiefen, empfiehlt sich Döbereiners Lehrbuch Band 1. Das Homöopathie Buch Band 1 (um die Quadranten zu verstehen ein gutes Buch) oder statt des Homöopathiebuch ein vergleichbares, ist hilfreich, in dem die Quadranten in ausgestalteter Textform (nicht in Seminarform) beschrieben werden.
Um die Technik anzuwenden, zieht Wolfgang Döbereiner konsequent die archetypischen Urformen Saturn, Uranus, Neptun und Pluto als bestimmende Qualitäten heran. Und für Uranus, Neptun und Pluto berücksichtigt er ebenso konsequent dessen Herrschaft über die Zeichen Wassermann, Fische und Skorpion (statt Saturn, Jupiter und Mars). Die zeigt eine sehr deutliche Struktur heraus, die aus einem archetypischen Muster besteht. Diese Planeten sind Schwergewichte, und zeichnen so die tiefen Strukturen eines Anlagebildes. Als Anlagebild wird man bei Döbereiner konsequent nicht nur den AS verstehen, sondern mit der Grundcharakteristik der Quadranten und dem grundsätzlichen Verständnis des in der Welt Gesetztsein des Menschen (sein Standpunkt bedingt alles weitere, sein AS bedingt alles weitere), was dasselbe ist, wie die Quadranten in ihrer Beziehung bzw. Bedeutung zu verstehen, besteht das Anlagebild aus einer richtungsvollen Psychologie, die im Radix durch diese Methode angezeigt wird. Der MC zeigt oft das Bemühen, ein Ergebnis zustande zu bringen. Was durch die Sonne verwirklicht wurde, und durch den AS angelegt war.
Die Psychologie im Kleinen und im etwas anders gelagerten Bereich der Planeten bis Saturn, unter Ausschluß von Uranus und Co., zeigt sich zB die alte Herrschaft von Mars in Skorpion viel intimer, aber dafür auch weniger eingeordnet, in die Grundcharakteristik der Schwergewichte (Pluto, Uranus und Neptun), die bei Döbereiner deshalb wichtig sind, weil mit ihnen die Häuserstruktur und die Herrschaftsfolgen auf einer grundsätzlichen Ebene untersucht werden. Die Häuserherrschaft - zum Beispiel: Pluto aus 1 in 10 -, zeigt an, was das von Pluto beherrschte Haus hier nur tun kann (hier: Skorpion-AS): denn das, was dieses 1. Haus auch immer angeht, kann nur so, wie es sein Eigentümer zulässt. Denn ein Planet, der in einem Haus steht, ist nur Mieter. Man muss also schauen, was die Skorpion Anlage weiter bedeutet: man schaut nach dem 10. Haus. Die Skorpion Anlage hat also etwas mit dem 10. Haus zu tun. Wenn ein Planet im ersten Haus stünde, müsste man ebenso den erweiterten Bezug auf das 10. Haus aufstellen, um diese Rolle des Planeten im ersten Haus voll zu verstehen. Der ausgewanderte Herrscher (des Zeichens an der Hausspitze) spricht Grundsätzliches aus über die Bedeutung dieser Angelegenheiten, die ein bestimmtes Haus betreffen. Wenn er selbst das Haus beherrscht, in dem er steht, ist das ein Sonderfall, die Bedeutung ist aber ebenso mit der Häuserherrschertechnik abzulesen, kann gewöhnlich als Selbstzweck beschrieben werden .
Wie versteht man die Rolle der Sonne grundlegend?
W. Döbereiner in Homöopathische Erfahrungsbilder Band 1 (S.57): "Das Verhalten, in seiner Orientierung (4. Haus; Empfinden), und seinem Antrieb (5. Haus; Emotion) und in seiner Steuerung gegenüber Bedingungen, trägt die Austausch- und Vermittlerrolle zwischen Anlagen und Außenwelt."
Anlagen sind alle Gehalte des Wirklichen (einer Person; 1. Quadrant; AS), die zur Erscheinung und Wirksamkeit drängen - geordnet werden sie durch das ihnen bezügliche Verhalten.
"Es ist vergleichbar mit der Haut, grenz Eigenart ab und führt den Austausch zwischen innen und außen durch." Bei Steuerung gegenüber vorliegenden oder begegnenden Bedingungen findet ein Schutzverhalten statt; die subjektive "Verhaltenheit" grenzt die Eigenart nach Außen ab. Man könnte hier sogar auf die Rolle Saturns in seiner Rolle der erwachsenen ICH-Bildung schliessen. Ein sich bewußt gemachtes Verhalten sucht wieder die offene Beziehung, das heisst sucht als geeignet befundene An- und Einlässe für die Verwirklichung der Anlagen.
Wenn ein Planet im 1. Haus steht - etwa das Haus selbst steht in Skorpion und Venus steht in 1-, kann dieser Planet Venus nur so, wie der entsprechende Herrscherplanet des Zeichens an der Hausspitze an seinem jeweiligen Standort (zB Pluto in 10), zulässt. Genauer: das Haus, in dem Pluto steht (10), bedingt das Haus, in dem er herrscht (AS). Ausgangspunkt ist das Zeichen, Ziel ist der Standort des Planeten. Im Zeichen und Haus seiner Herrschaft, findet der jeweilige Herrscherplanet seine Wurzeln.
Betroffen ist der gesamte Herrschaftsbereich eines Planeten, also das ganze Haus. Alle Planeten, die sich in diesem Haus aufhalten. Also wenn im 1. Haus noch ein weiterer Planet steht, kommt es für ihn ebenso auf das Herrscherzeichen an der Spitze des 1. Hauses an - denn der diesem Zeichen zugeordnete Planet legt fest, wie sich das 1. Haus und alle Planeten darin ausdrücken sollen.
Man verfolgt die Herrschaftslinie. Es ergeben sich so durch Verknüpfungen erweiterte Bedeutungsräume der Häuser.
Wenn Pluto in 10 steht, hat dies eine dem Herrschaftsbereich dieses Planeten (1. Haus in Skorpion) übergeordnete Bedeutung,
die eine wichtige Struktur zeichnet: nämlich wie das Haus, in dem Pluto
herrscht (1 bzw. Aszendent), ausgedrückt wird. Das 1. Haus kann es nur,
wie es das 10. Haus zulässt.
Beispiel:
Wenn Skorpion an der
Spitze des 1. Hauses steht, dann wird sich das Interesse des EGOS (1.
Haus) oder die Persönlichkeit (1. Haus) als Ziel seines Ausdrucks das
10. Haus suchen, weil dort Pluto steht. Dahin fliesst die Energie. Muss
sich ausrichten, hat sich ausgerichtet. So sehen wir es als Struktur,
die bereits wirkt (AS und ausgewanderter Herrscher bilden als Einheit
diese Anlagestruktur) - und sagen, das Haus (Aszendent, bzw. 1. Haus)
kann nur so, wie es sein Eigentümer (Pluto in 10) zulässt.
Das
erste Haus kann nur so, wie es die Bedeutung
des 10. Hauses, in dem er als Herrscher steht, zulässt. Das Haus 1 als
Eigentümer eines
Planeten (hier Pluto in 10 ) hat unabhängig von weiteren Planeten
darin, eine
grundsätzliche Bedeutung (weitere Planeten müssen sich ja ebenso an den
Gründen orientieren, die das Haus mit seinem ausgewanderten Herrscher
erhält). Wenn das erste Haus also sich zeigen will,
hinsichtlich seiner Funktion (die ist festgelegt), dann kann es dies
und wird es dies nur so tun, wie der Eigentümer es zulassen kann. Der
Eigentümer steht in einem der 12 Häuser (und ist somit eine Variable).
Der
Mieter (Pluto in 10) muss sich an jenen Dingen ausrichten, die durch
seinen Eigentümer als Bedingungen aufgestellt wurden. Das heisst, auch
das
10. Haus steht in einem Zeichen und legt in derselben Weise wie oben
beschrieben eine Bedeutung fest. Das 10. Haus könnte zum Beispiel in
Löwe stehen. Also kommt man dem Ganzen wieder ein Stück näher, wenn man
auch untersucht wie Pluto nur kann, so wie es von seinem Eigentümer
festgelegt wurde, das wäre in diesem Fall, weil Löwe an der 10.
Hausspitze steht, die Sonne. Die Sonne könnte zum Beispiel in 8 stehen.
Hinsichtlich des Ausgangspunkt der Untersuchung, das war der AS, hat
die Sonne in 8 jetzt erst mal nur Aussagekraft als Herrscher über das
10. Haus (ich meine damit, dass sie zudem als wichtigster Teil der
Persönlichkeit gilt, und die Verhaltenseigenschaft beschreibt, wird bei
dieser Untersuchung des AS zunächst ausser Acht gelassen; man kann und
sollte es sich vereinfachen indem auf diese Weise die verschiedenen
Ebenen eines Horoskop unterscheidet, je nachdem, was man gerade
untersucht).
Das heisst, Pluto in 10 kann nur so, wie die Sonne in 8 es für das 10.
Haus bedingt. Weil das 10. Haus (Löwe) nur so kann, wie es die Sonne in
8 bedingt.
Die Bedeutung des 10. Hauses bleibt, sie ist massgeblich, die Bedeutung
des 10. Hauses an sich kommt zum Ausdruck - aber es wird in eine
Richtung (Lebensbereich) gebracht, die eben durch den Standort des
Herrschers über das zehnte Haus bedingt ist (die Sonne in 8). Dasselbe
gilt auch für den AS. Der Herrscher des AS kann nur so, wie der Pluto
in 10 es bedingt. Und davon weitergehend, komme ich eben zur Sonne in
8, weil sie über das 10. Haus herrscht. Gewöhnlich reichen diese zwei
Ausgangspunkte: Also zuerst der Herrscher des AS, wo der steht, das ist
der Pluto, und dann schauen, was eigentlich der Pluto will, da schaut
man auf die ihn bestimmende Regeln, nämlich wo der Herrscher des 10.
Hauses steht, die Sonne.
Der in ein (meist anderes) Haus ausgewanderte Planet als Mieter steht auf dem Grund eines Eigentümers, des Hauses, das von einem anderen beherrscht wird.
Wenn man den AS untersucht und im ersten Haus sich ein Planet befindet, muss man nach dem Herrscherplaneten dieses 1. Hauses schauen, um zu untersuchen, wie dieser Planet im 1. Haus eigentlich wirkt, in welche Richtung er arbeitet. Der Herrscher des AS bzw. 1. Hauses kann in einem anderen Haus stehen. Das erste Haus kann nur so, wie es sein Eigentümer erlaubt. Der Eigentümer, das ist der Herrscherplanet des Zeichens, das an der Hausspitze festlegt, unter welchen Einfluss das Haus steht.
Steht also Pluto in 11, so kann das erste Haus nur so, wie das 11. Haus für die "Aufhebung des Subjektiven, der Polarität" dies zulässt, es ist eine Bedingung für den Ausdruck des 1. Hauses.
Beispiel:
Mieter: Venus in 1
im Haus (Hausspitze!): Skorpion
Eigentümer des Hauses: Pluto in 10
Betrachtet man nun das zehnte Haus schaut man auf die Spitze des 10. Hauses: Löwe, und dann wo die Sonne steht, in welchem Haus
Wenn das Haus ein weiteres ganzes Zeichen enthält, in das keine Hausspitze fällt, dann ist dieses Hauses auch für Belange des AS und des ersten Hauses relevant, aber nachgeordnet (vielleicht kann man 30-40% Herrschaft hier andeuten, es drückt sich eine Relevanz aus, die etwas untergeordnet ist, gleichwohl aber immer auch massgeblich in einem Zusammenhang mit dem hauptsächlichen Herrscher steht; beide Herrscher bedingen sich indirekt gegenseitig in ihrer Auswirkung auf die Bedeutung des ganzen Hauses).
Die Herrschaftsfolge mit Uranus, Pluto und Neptun zeichnet diese Häuserherrschaft in einer deutlichen Struktur auf. Das heisst, diese Planeten können als massgebliche Bewegungskräfte der Zeichenenergie angesehen werden.
Die psychologischen Planeten
Mars für Skorpion, Saturn für Wassermann und Jupiter für Fische sind
nicht weniger wirksam, zeichnen aber eine andere, mehr intimere Ebene
ab. Sie legen jedenfalls ebenso psychologische Grundmuster fest,
zeichnen aber nicht die entscheidende Konsequenz einer
Grundorientierung, einer grundsätzlichen Neigung, wie es bei den neuen
Herrscher Uranus, Pluto, Neptun der Fall ist.
Der AS zeigt was schon wirklich ist, dies kann nur weiter ausgeformt werden. Im ersten Quadranten sitzt die persönliche Stofflichkeit, während im 3. Quadrant die Begegnung stattfindet mit aller Welt (Personen, Sachen, Dinge). Diese Begegnungen wecken Bilder (3. Quadrant), zu denen wir kommen, weil wir eine Grundanlage eines Standpunktes haben (1. Quadrant). In der Folge der Begegnung und Auseinandersetzung, kommen wir zu einem seelischen Gestaltungsdrang (2. Quadrant), mit tief verankerten Empfindungs- und Triebanlagen, die zum Handeln drängen (2. Quadrant), daraus entsteht die unterscheidbare Bedeutung von Etwas (4. Quadrant), gewöhnlich alles das, was relativ unvergänglich der Zeit standhält, da es Bedeutung, Ergebnis hat. Das ist die Welt des Objektiven, was Bestand hat als Wirklichkeit frei von subjektiven Zuschreibungen, sondern alle Welt kann es hier sehe - alles, was Gewordenes ist.
Zu wissen, in welcher Grund-Orientierung man zwangsläufig zu leben hat, erleichtert den richtigen Weg zur Meisterung seines Schicksals zu finden. Man findet dann gewisse Umstände als zur eigenen Natur gehörend, und weist diese Umstände nicht mehr zurück, sondern versucht im besten Fall das Beste aus den Umständen oder Seinsbedingungen zu machen.
Gewöhnlich ist eine Horoskophälftenbetonung noch nicht gleichzeitig das Planetenbild einer Schüßel. In jedem Fall solltte man die Deutung von Planetenbilder von der Betrachtung der Betonung von Horoskophälften isolieren, denn beides findet auf verschiedenen Ebenen statt. Beides kann sich aber ergänzen und eine Tendenz verstärken oder aber entschärfen. Auch gewisse Zeichenbetonungen können hier noch ins Gewicht kommen, da zB ein veränderliches Zeichen die potentielle Zerstreuung eines Streubildes etwas verstärkt und ein Krebszeichen zum Beispiel die Planetenballung verstärkt usw..
Es ist ein gutes Zeichen für ungebundene symbolische Denkweise, wenn man beiden Polen stets etwas abgewinnen kann, unabhängig davon, welche Planetenverteilung man selbst hat.
Für jemanden mit Planeten in der rechten Hälfte (vor allem am DS) wird es immer darum gehen, sich in gewisser Weise in der Welt, und mit oder durch andere Menschen zu orientieren, sich dem Fluß zu überlassen, sich in die Möglichkeiten, Strukturen, Angebote, Chancen und Gelegenheiten oder Erfordernisse der Welt einzufügen. Er orientiert sich nach dem Angebot. Und das scheint auch oft das Stichwort: sich einzufügen und bereit zu sein.
Die eigenen Taten werden entsprechend honoriert, wenn man weiss, zwischen den Positionen anderer und der eigenen in einer Weise zu vermitteln, dass beide Seiten etwas davon haben. Das Schicksal begünstigt diese Einstellung, sofern man eine eigene Standfestigkeit entwickelt und nicht das Produkt des Gesellschaftlichen wird, und vor allem aus den Kontakten mit Menschen in der Lage ist, Befruchtendes für sich zu erfahren, aber auch anderen zukommen zu lassen. Die Haltung und der Eindruck ist: Man ist in der Welt mit anderen zusammen, die einem die Gelegenheiten für den Beruf bieten, oder Möglichkeiten des Austausches, der Diplomatie, des Zusammenseins, des Angebots für Aktivitäten (und seien diese beruflicher Natur). Man kommt sich beinahe immer "mitten drin" vor. Daher hat man oft den Eindruck, dass es keine grossen Brücken zu schlagen gibt, um von anderen etwas zu bekommen, oder mit anderen etwas gemeinsam zu tun, oder für andere etwas zu tun. Ihnen ist oft sehr bewusst, dass alles ein Geben und Nehmen ist. Schwer fällt solchen Menschen jedoch, sich selbst einzuschätzen, und eigene Standpunkte in Konfrontation mit Bedingungen oder anderen Leuten zu entwickeln - sie können aber sehr gut andere Menschen einschätzen. Haben sie aber noch keinen festen eigenen Standpunkt, dann kann zeitweise vielleicht ein Eindruck des Ausgeliefertseins an die Haltungen und Positionen anderer aufkommen.
Wichtig ist es,
einerseits eigene
Werte zu haben und andererseits die eigenen Werte auch wirklich leben
zu
können und sie ins Leben einzubringen, und das bedeutet, Bezüge zu
anderen herstellen zu können, ohne auf die eigenen Grundsätze, Werte
oder Überzeugungen zu sehr verzichten zu müssen. Es geht darum, nicht
von anderen Menschen oder den Umständen sich die Werte vorschreiben zu
lassen oder
sich zu
sehr an die gegebenen Normen anzupassen. Stichworte
besonders für Betonung der Bereiche um den DS
sind: nachdenken, prüfen,
überlegen. Man
überlegt und handelt dann, und zwar aus eigenen Werten heraus; - darum
geht es, wenn man vor dem Handeln überlegt, es sollte nicht zu sehr
darum gehen, zu überlegen, wie man es anderen wohl am meisten gerecht
machen kann. Denn üblicherweise wird man das bei Betonung der rechten
Horoskophälfte von vorneherein schon
genügend
beachten. Es fehlt dagegen oft der eigene
Impuls. Wenn man aber Ideale hat oder genaue Vorstellungen von dem,
was richtig und gewissenhaft ist, entfällt das lange Überlegen
vor
dem Handeln, und man kann so spontan handeln, wie es für einen nur
richtig ist und wie es angemessen ist. Man darf sich nicht in den
bestehenden Normen verlieren, sondern man ist aufgefordert einen
eigenen Beitrag dieser Werte und Maßstäbe zu leisten, mit dem, was man
selbst für richtig hält, auch wenn man deshalb kritisiert
wird.
Sie
sollten sich grundsätzlich als Teil der
Gesellschaft und des sozialen Lebens begreifen, sie finden und haben
hier
ihre Position und Aufgabe (je nach übrigen Radix versteht sich).
Folglich sollten sie sich auch nicht auf Dauer von dem sozialen Leben
zurückziehen, sondern die Probleme oder Chancen darin erkennen, und
sich selbst
erkennen, wenn ihre eigenen Probleme von den Umständen her bedingt
werden. Und es
geht auch darum zu unterscheiden, was sie
noch angeht, und was sie nicht angeht. Man erklärt sich mit der
Sonne,
oder
vielen Planeten auf der rechten Horoskopseite gerne solidarisch, das
ist meist eine Art Reflex, um sich zu schützen oder Vorteile
zu
sichern. Diese Möglichkeit der Einflußnahme ist natürlich auch als Gabe
zu verstehen!
Während für jemanden mit Planeten in der linken
Hälfte
(besonders am AS) eine
praktische Selbstbehauptung im
Vordergrund steht. Sie vergessen oft das soziale Element, weil sie es
gar nicht in Betracht ziehen; aus einem selbstverständlichen Grunde
freilich, weil sie zu leicht der Illusion zum Opfer fallen, dass
gewisse Dinge einfach unnötig sind. Menschen mit der Betonung
der
Planeten in der rechten Hälfte (am DS)
würden es als notwendig
erachten, anderen auch nur ein Danke zu sagen. Auch wenn es manchmal
wirklich überflüssig ist. Aber für die Menschen mit der Betonung der
linken Hälfte erscheint es immer überflüssig. Auf
diese Weise
entgehen ihnen oft Gelegenheiten, die sich aus dem sozialen
Kontext ergeben, weil sie anderen den Eindruck geben, dass man nicht an
ihnen interessiert ist !
Sie sind leicht
in der Lage, ihre eigenen Werte zu entwickeln, müssen aber dabei auch
bedenken, wie die Taten, die auf diesen Werten aufgebaut sind, in der
Welt
ankommen. Sie fühlen sich stets
als
jene, die insgeheim sagen, dass sie nicht an das Schicksal glauben,
weil sie es gerne selbst kontrollieren möchten. Das Schicksal
begünstigt diese Einstellung, sofern sie bereit sind, ihren
Horizont beständig zu erweitern und wenn sie sich vor neuen Erfahrungen
nicht
verschliessen, und am Ende nicht das Produkt eigener Fehleinschätzungen
werden, oder mit der eigenen Überheblichkeit zur
Starrheit neigen.
Man kommt sich vielleicht als
jemand vor,
der mit den Dingen, die um einen herum passieren, nicht besonders
involviert ist, und kann seine Selbst- und Eigenständigkeit zum Vorteil
nutzen, oder sollte lernen dies zu tun. Man ist natürlich auch hier in
der Welt, nur steht man hier mit
seinem Willen vor allem für sich selbst ein, und schafft durch sich
selbst vor allem die
Gelegenheiten. Oder man nutzt Gelegenheiten, die sich einem
bieten, muss dazu aber oft einen entscheidenden Schritt selbst tun, der
einem nicht immer leicht fällt. Verantwortung wird hier nicht weniger
begriffen als wie mit einer anderen Betonung des
Horoskops. Oft ist es so, dass man auch etwas
anzubieten hat, und man so zu Gelegenheiten zB beruflicher Art kommt,
und man bietet das gewöhnlich bei Planeten in der linken Hälfte mit
einer gewissen Selbstverständlichkeit oder einem entsprechend guten
Selbstbewusstsein an. Die Gelegenheiten können durch eigene
Anstrengungen geschaffen werden, während man in jedem Fall gerne selbst
die weitere Richtung der Angelegenheiten bestimmen möchte, oder
zumindest möchte man einen gewichtigen Teil davon bestimmen können, der
mit einem selbst zu tun hat. Was sie auch tun, davon sind sie
überzeugt, und sie tun es in einer Art Selbstverständlichkeit. Sie sind
in dem Sinne oft sehr authentisch.
Wichtig für sie ist es, anzuerkennen, dass andere Menschen wie auch das
Schicksal genauso einen eigenen Willen haben wie sie selbst, und dass
es
zwischen der eigenen Position und der anderer manchmal abzuwägen gilt,
bzw. zu erkennen, dass andere letztlich vor dieselben Probleme gestellt
sind wie man selbst. Ein Stichwort besonders für Betonung der
Bereiche um den AS
ist "tun". Man tut etwas, und erfährt sich auf diese
Weise selbst, offenbart direkt sein Geschick und Talent. Man geht
insgeheim davon aus, dass die äußere Welt die eigenen Taten anerkennt,
und hat folglich ein gewisses Maß grundsätzlichen Selbstvertrauens.
Eventuell wäre es für diese Menschen sinnvoll, dass sie handeln können,
auch wenn viele Menschen zugegen sind. Ihr Handeln sollten sie zwar als
Selbstverständlichkeit betrachten, aber wohl auch einsehen, dass nicht
jeder so handeln wird, wie man es selbst täte. Es kann sein, dass diese
Menschen am liebsten für sich wären, doch müssen sie wohl lernen, mit
anderen auszukommen, ohne dass man sich deswegen gegenseitig im Wege
sein muss. Man grenzt sich mit der Sonne oder vielen
Planeten
auf der linken Horoskopseite gerne ab, das ist meist auch eine Art
Reflex, oft wenn es um eigene Werte geht oder Bewahrung des eigenen
Willens. Ihnen fehlt es schwer, andere Menschen richtig
einzuschätzen, können sich selbst aber sehr gut einschätzen und ihre
eigene Position erkennen und auch bestimmen.
Viele
Planeten in der oberen Horoskophälfte werden einen
Menschen
hervorbringen, der seine Aufgabe in der Öffentlichkeit findet, der eine
zentrale oder bedeutende Rolle einnehmen will, die Selbstsicherheit
ebenso wie Selbstständigkeit
erfordert und vor allem verantwortungsvolles Handeln. Anders
wie bei einem Menschen mit Planeten am DS
ist die Verantwortung am MC
eine solche, die man beinahe ganz von selbst begreift, es ist eine
gefühlte, empfundene Selbstverständlichkeit - während man am DS eher
den Eindruck hat, dass man eine Pflicht aufgetragen bekommt, etwas
beitragen sollte oder muss, oder
teilweise das eigene Handeln solchen zu entsprechen
hat (während es am DS
die zu lernende Aufgabe sein kann,
selbstverantwortlich
die Pflichten und Werte nach eigenen Maßstäben auszulegen und in der
Begegnung mit anderen anzuwenden; dies wird am DS auf eine Weise
geschehen, dass man direkt in der Auseinandersetzung mit einzelnen
Menschen konkret werden kann, oder dass diese Begegnung beide
Beteiligten mit "Wehleiden" verlassen). Am DS
ist
man mit
der Welt. Hier in der oberen Hälfte ist man ganz besonders in
der Welt, und erlebt seine Stellung als Position, in der
man einfach schon einen gewissen Stand hat, die Aufgabe ist hier die
Verantwortung nicht aus der Hand zu legen, wenn man für sie bestimmt
ist. Gerade diese Bestimmung ist es, die man hier
erfährt.
Entweder man ist für etwas bestimmt, oder nicht. Es ist hier
aber
der Unterschied zu anderen Quadranten nicht als zu gross zu
beschreiben, denn es geht bei den Quadranten auch um die grundsätzliche
Erlebensart eines Menschen, und nicht grundlegend immer um das
schwarz-weisse Schicksal in seinen Kontrasten. Allerdings geht die
Erlebensart auch mit den Fähigkeiten einher, die man mit einer
Quadrantenstellung hat.
Man wird vielleicht in der Lage sein, in der Mitte von vielen Leuten
zu stehen und
stets Aufgaben annehmen zu können; oder Dinge, die viele angehen, zu
erledigen; oder eine gewisse Verantwortung tragen können - und meist
legt man es hier sogar darauf an, sich in Bezug zur Öffentlichkeit
entweder bewähren oder profilieren zu können (was ja nicht dasselbe
ist). Hier sind zum
Beispiel alle Berufe, die es mit sich bringen,
in irgendeiner Weise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu sein.
Zu einem hin kommen Leute, weil man selbst eine gewisse Autorität
oder
Kompetenz
verbürgen kann. Mit der Stellung am DS
verhält es sich in dieser
Hinsicht ähnlich, aber gewöhnlich sind die Wege, auf denen Menschen zu
einem kommen, am MC
direkter und auch an Zuschreibungen gebunden, die
der Stellung entsprechen, die man für andere repräsentiert,
oder
aber einen solchen
Eindruck von Kompetenz erwecken (auch ohne dass dieser gerechtfertigt
wäre). Natürlich muss eine ausgesprochen "hohe Stellung"
nicht ausdrücklich gegeben sein, vielleicht merkt man aber als
Geborener mit Planeten im 10. Haus allgemein,
dass man im Bezug mit anderen Menschen oder Kollegen keineswegs eine
Aussenseiterrolle hat, sondern oft eine vorteilhafte Rolle spielen
kann, oder wie diese leicht an einen herangetragen wird. Andererseits
wird es so sein, dass
man sowohl
mit
seinen Leistungen als auch mit seinen Fehlern
oder Makeln in der
Regel immer aufallen wird. Die Aufgabe ist gewöhnlich, zu
unterscheiden, ob man authentisch handeln kann, oder sich und anderen
etwas vormacht, nur weil die Bedingungen besonders einfach zu
einer Handlung oder Stellungsnahme sind. Entweder man handelt
vollkommen im Sinne der Sache und den eigenen Möglichkeiten, und vermag
zu beurteilen, in wie weit man das kann, oder man lernt dies zu tun -
oder als weitere Möglichkeit muss man eine zu schwierige Aufgabe, der
man nicht gewachsen ist, auch mal abgegeben oder auf die Kräfte und
Fähigkeiten anderer verweisen; jedoch wird man wohl kaum mit
Leichtigkeit etwas von sich weisen, wenn es eine Chance vereitelt. Zum
Beispiel wird man zumindest eine
opportune Chance darin sehen, auf sich aufmerksam zu machen oder aktiv
die Situation zu beeinflussen, und dies wird auch von der
Öffentlichkeit gewöhnlich bereitwillig akzeptiert - falls man
hier Hemmungen hat, gilt es diese mit der Zeit abzubauen. Diese obere
Horoskopbetonung muss nicht besonders schicksalsmässig sein, sondern es
ist die innere Art,
die auch äusserlich zu erkennen ist, die hier eine Rolle spielt. Andere
Menschen betonen die eigene Stellung normalerweise nicht so sehr, wie
man selbst diesen Eindruck von seiner eigenen Position vielleicht von
Zeit zu Zeit gewinnt. Man
steht prinzipiell im
Mittelpunkt und kann lernen sich dies zu Nutze zu machen, und
schließlich wird man anderen eine Hilfe sein, und wird man andere
leiten
können - das mit Authentizität verbunden, wäre die Verwirklichung eines
echten Vorbildes. Hier ist es nicht nur wichtig, handlungsfähig zu
sein, und handlungswillig, sondern es ist auch wichtig, die Rolle eines
Vorbildes spielen zu können, weil man authentisch ist
und für die Aufgaben fähig oder gebildet genug.
Falsch wäre es, eine Autorität ausüben zu wollen, ohne
wirklich die Kompetenz aufzuweisen, die nötig wäre, oder das zu zu
realisieren bzw. auszuleben, was man anderen aus seinem Standpunkt
heraus mitzuteilen hat.
Viele Planeten in der unteren Hälfte
betonen das Sicherheitsbedürfnis
des betreffenden Menschen. Er wird selten wirklich glücklich werden,
wenn er der Moderator oder Klassensprecher einer Gesellschaft ist und
inmitten des Trubels steht, und jederzeit damit rechnen muss, dass er
in Aufgaben und Probleme verwickelt wird, die ihn aus dem Schatten ins
Rampenlicht stellen. Er wirkt gerne aus dem Hintergrund und zieht sich
gerne zurück, um im Stillen ein Problem zu lösen. Der
entscheidende Punkt ist, dass Menschen mit vielen Planeten in der
unteren Hälfte, sich als ein eigenes Universum empfinden, welches durch
das eigene Tun erlebt werden kann. Andere Menschen werden hier jedoch
prinzipiell kaum
gebraucht, die das eigene Tun reflektieren, dennoch ist es ihnen nicht
selten ein Bedürfnis einen engeren kreis vertrauter Menschen um sich zu
wissen, und man sucht sich Leute
selektiv aus, mit denen man zu tun haben möchte. Menschen mit Betonung
der unteren Horoskophälfte können sehr gute
Gastgeber sein, und verbreiten durch ihre Ausstrahlung im Heim auch oft
ein angenehmes Klima.
Hier will man an
sich selbst arbeiten, an seinen Fähigkeiten, Talenten und
Ressourcen:
zum einen an den Fähigkeiten des Körpers, etwa
Krafttraining,
Bewegungstraining, auch Karate oder ähnliches; zum anderen an den
geistigen Kapazitäten, den Kommunikationsaspekten, oder der Fähigkeit
zum logischen Denken (3. Haus) - je nach individuellem Horoskop ergeben
sich
natürlich noch viele weitere Bereiche, aber immer läuft es darauf
hinaus, die eigenen Fähigkeiten erweitern zu wollen. Wenn Planeten im
4. Haus stehen - und dazu reicht auch nur ein einziger-, wird es immer
auch um die persönlichen Wurzeln gehen, wie man sich bei seinen
Handlungen (Quadrat des IC's
zu DS und AS) und den
Auseinandersetzungen
mit der Welt in seinem URGRUND DES SEINS empfindet.
Es ist
dieses vierte Haus öfter als man vielleicht annehmen mag, ein
sprichwörtlicher Grund für Handlungen oder Verhaltensweisen,
Einstellungen - wwenn man hier Jupiter stehen hat, könnte man
dazu
neigen, sich und seine Lebenslage tendenziell immer als sehr
optimistisch einzuschätzen, weil man stets eine gewisse Großartigkeit
empfinden wird - oder aber man sucht danach.
Es
kommt aber
noch darauf an, welche anderen Planeten im 4. Haus stehen. Wenn hier im
4. Haus die Sonne stünde, wird das Interesse des Horoskopeigners immer
genau diesen Anliegen des seelischen Grundes entsprechen wollen, sich
solche zu schaffen, oder darüber zu bestimmen, Einfluss nehmen auch auf
Umstände, die ein solches Empfinden auslösen. Man mag daran arbeiten,
eine gewisse Einstellung (gemäß dem Zeichen der Sonne im 4. Haus) zu
gewinnen, eine bestimmte und eigenständige Haltung zu seiner
Vergangenheit und Herkunft zu bekommen, besonders wenn Merkur im 4.
Haus mit dabei steht. Vielleicht wird man bei Planeten im 4. Haus
grundsätzlich immer vor die Frage gestellt: "Wie man sich eine
Grundlage des Seins erarbeiten möchte?", oder welche Art von
"seelischem Boden" man überhaupt will. Es ist ein seelischer Boden -
das Wort "Seele" zunächst im umgangssprachlichen Sinne
verstanden... - es ist die Art von "Zuhause", die wir mit uns herum
tragen, und in diesem Sinne steht das Wort "Seele" auf jeden Fall auch
für die Metapher des "seelischen Hauses".
Hier im 4. Haus ist
es der
Ort des Mondes, hier wird angezeigt, was wir immer gewesen sind, aber
mehr noch: wie wir uns in unserem Grundempfinden
(4. Haus) vor
die Welt stellen (10. Haus).
Diese
untere Hemisphäre ist komplexer, als es den Anschein hat, je
nachdem welches Haus besonders betont ist. Es kann zum Beispiel im 3.
Haus darum gehen, die eigene kommunikative Ausdrucksfähigkeit zu
verfeinern ebenso wie die Wahrnehmung der konkreten naheliegenden
Umgebung bzw. der Dinge einer jeweiligen Umgebung
(wozu auch die
Beweglichkeit
des eigenen Körpers gehört; viele Leute mit Mars, aber auch
Merkur oder Uranus im 3. Haus
üben zB
regelmässig eine Sportart aus, bei der die Motorik angesprochen wird).
Oder im 4. Haus geht es darum, für sich aber auch anderen ein gesundes
und taugliches seelisches
Rückgrat zu
entwickeln, was sich zB darin ausdrücken kann, dass man egal wo man
ist,
sich dort auch zuhause fühlen kann, oder, da das 4. Haus auch für die
Herkunft steht, können solche Lebensbereiche angesprochen sein, in der
es um die Ahnenreihe oder Geschichte der Heimatstadt geht, der
Geschichte seines Vereins usw. - im weitesten Sinne kann es um die
"Erinnerung" gehen, so denn auch die Aufarbeitung der eigenen Lebens-
bzw. Leidensgeschichte, mit der man sich bei Betonung des 4.
Haus intensiv auseinandersetzt, oder aber davor flüchtet,
obwohl
es so wichtig wäre hier Klarheit zu schaffen. Man verinnerlicht
Eigenschaften,
die schliesslich derart verdichtet sind, dass sie zur eigenen
Wesensnatur gehören. Daher wird es im 4. Haus auch immer um die
Auflösung der Konditionierungen der Kindheit und des bereits gelebten
Lebens
gehen. Im 5. Haus wird es um den
seelischen Ausdruck gehen, zum Beispiel in der Kreativität oder dem
Spiel, nämlich der Erfahrung, dass man durch spielerischen Umgang sich
selbst
erfahren kann. Man will
sich ausdrücken und dadurch darstellen und erlebt sich durch das
schöpferische Selbst
erst als Ganzheit. Es geht um die Sichtbarmachung eigener Ideen und Ausdrucksmöglichkeiten,
woraus
schliesslich auch Selbstvertrauen und Lebensfreude
resultieren. Menschen mit Betonung der unteren Horoskophälfte sollten
lernen, auch mal aus sich heraus zu gehen, aber dabei ihre wahre
Wesensnatur zu bewahren. Man ist nur dann wirklich standhaft
und selbstsicher, wenn man dies auch im Alltag und Leben bewähren kann,
das heisst im Angesicht von Herausforderungen. Die eigenen kreativen
Möglichkeiten bedeuten einem gewöhnlich sehr viel und festigen die
eigene
Identität.
Die Aspekte stellen ein sehr vordergründiges Deutungsinstrument dar und gehören daher zu den wichtigsten Deutungsfaktoren.
Die
Aspekte sorgen für die massgebliche Dynamik eines Horoskops
und
stehen für
psychologische Grundmuster. Die Häuser zeigen eine Richtung an, in
welche die Planeten wirken, und so können auch noch die Eckhäuser
anzeigen, wieviel Betonung auf das Wirken eines bestimmten
Planeten liegt, der nämlich in einem solchen Eckhaus steht.
Ein
solcher Planet wird ein Teil der Persönlichkeit und die Ausstrahlung
eines Menschen massgeblich bestimmen.
Doch
werden die Aspekte
wesentlicher anzeigen, wie sich die Kräfte miteinander verbinden .
Durch die Art, wie sie das tun, wird auf mehr oder weniger
geheimnsivoller Weise auch äußeres Schicksal
angezogen, zum
Beispiel indem Transite auf diese Energiegrundlage zusätzlich wirken und für Anziehung, Resonanz und Fügungen sorgen können.
Die
Zeichen bilden die Orientierungen und
strukturbildenden Motivationen des Horoskopeigners, seine Quelle der haltungen und Inspirationen.
Die
Planeten sind
den Energien des
Zeichens ausgesetzt. Die Planeten haben jedoch auch eine eigene
Wirkung, die
sich vom Zeichen unterscheiden kann, oder aber gut mit einem
Zeichen
zusammenpassen kann. Passt Zeichen und Planet nicht zusammen, kann man
diese Herausforderung ähnlich bewerten, wie einen spannungsvollen
Aspekt. Die klassischen Würden können herangezogen werden, um dieses
Zueinanderpassen eines Planeten zu Zeichen zu bestimmen. Die
spannungsvollen Aspekte wie Quadrate oder Oppositionen
zeigen nicht einfach nur die ultimative Schwierigkeit, sondern aus
einem anderen Gesichtspunkt auch eine Chance an, besonderes zu
leisten.
Die Leistung besteht nicht nur im Talent, sondern auch in der
Integration der
Dynamik,
welche durch die Spannung einer Herausforderung oder Begegnung mit
Schicksal entsteht. Die Begegnung mit Schicksal ist gleichbedeutend mit
der Begegnung eines Planeten, aber wesentlich ist weder Schicksal noch
Planetenkraft, sondern die Erfahrungsdimension und darin liegende
Erlebniswelt für das Individuum. Zwingende Erfahrungen können darin
liegen, ebenso wie Entscheidungen. Diese Erlebnisse sind die
prägendsten Grundfaktoren unserer Existenz.
Für
die praktische Arbeit mit der Astrologie in der alltäglichen
Lebensbewältigung empfiehlt es sich, nicht auf Ereignisse zu schauen,
denn man weiss nie, was kommt, sondern lieber die Tatsache annehmen,
dass man jederzeit selbst verantwortlich für sein Schicksal ist. Um zu
entscheiden, in einem gelebten Augenblick, was richtig für einen ist
und was wohl weniger, ist es hilfreich zB aktuelle Transite oder eigene
Konstellationen zu kennen und damit verbundene Chancen oder Risiken zu
kennen. Risiken sind immer jene Faktoren, die für unser Glück nicht nur
überflüssig, sondern hinderlich sind. Dazu zählen vor allem allerhand
psychische Komplexe und Zwänge oder Ängste, die besonders auch von den
Planeten Saturn, Uranus, Pluto oder Neptun herrühren können, bzw. ihren
Aspekten zu den persönlichen Planeten Sonne, Mond, Venus, Merkur und
Mars.
In Ereignissen, die die Transite der langsamen Planeten mit
sich bringen, liegt eine Dynamik. Je nach Radix, verkörpert sich damit
ein typisches Erleben oder Schicksalserfahrung (Themen). Ein
Quadrat im Radix schafft andere Vorraussetzungen und
Rahmenbedingungen als eine Opposition. Kennt man seine
Vergangenheit, kann man seine Gegenwart durchschauen und statt sich auf
bestimmte Weise auf etwas einzulassen, sich anders auf dasselbe
einlassen, mit einer anderen Haltung, Überzeugung oder Zielrichtung.
Quadrate und Opposition zwingen eine Auseinandersetzung und Entscheidung herbei. Manchmal ergeben sich damit vorschnelle Entscheidungen oder rigorose Haltungen bzw. verstärkt seine alten rigorosen Haltungen, beharrt. Viel Bewegung und Dynamik sind hier angezeigt. Elektrisierende Energie. Oft setzt man dieser Bewegung eine konsequente Haltung entgegen, eine Beharrlichkeit; eine Haltung, die von innen unbeugsam gemacht wird, umso stärker die äussere Herausforderung zu werden droht.
Bei Trigonen handelt es sich um
Energien, die sehr magnetisch wirken. Sie stehen vor allem für Gaben
(aus einem anderen Leben Gelerntes) und Talente. Sie weisen ein hohes
Maß an Form auf. Aber es fehlt der bewegende Impuls und die Dynamik, um
die Form zur Geltung zu bringen, während das bei einem Sextil viel
leichter geschieht, aber manchmal auch zu leicht und unbekümmert. Das
Trigon macht nicht unbekümmert wie das Sextil, sondern
neigt oft zur Selbstverständlichkeit, und kann aber auch viel
Selbstbewusstsein beisteuern, wenn man das Potential anzapfen kann, das
mit diesen mit dem Trigon bereit stehenden Formen gegeben ist.
Seien das künstlerische oder medizinische, soziale oder andere formgebende Angelegenheiten und Fähigkeiten.
Hinsichtlich der Entfaltung eigener Talente kann man Quadrate (auch Oppositionen) als etwas ansehen, wo man von innen her ein Bedürfnis empfindet, gewisse Dinge zu verändern oder zu beeinflussen (je nach beteiligten Planeten und Konstellationen). Man verkörpert hier ein Anliegen, für das man eintritt. Ein Quadrat zwischen zwei Planeten sensibilisiert. Aufgrund dieser Tatsache ist man bereit, gewisse Dinge - sofern man es in der Hand hat - anders zu machen. Man erkennt wie die Dinge gewöhnlich laufen und welche Probleme dabei auftauchen und kennt die Möglichkeiten, um das Problem anzugehen. Jedenfalls ist man um eine Antwort kaum verlegen. Ob die Herangehensweise geeignet ist, muss sich freilich manchmal noch zeigen.
Bei Sextilen oder Trigonen wird
man besonders in Umstände und Situationen geraten, die einen ohne
eigenes Zutun schon unterstützen. Auch hier gibt es ein Anliegen, aber
es besitzt eine andere Qualität, als wie bei Quadraten oder
Oppositionen.
Am einfachsten ist dies zu beschreiben mit dem
üblichen "Harmonie"-Begriff, aber in Wahrheit ist es einfach eine
andere Qualität wie sich die Energie, also die Anlage verkörpert, was
für eine Gewichtung die Anlage erhalten hat.
Zum Beispiel könnten
andere Menschen einem bestimmte Dinge zutrauen, oder Situationen und
Umstände fügen sich entsprechend, ohne dass man hierbei etwas
besonderes leisten müsste. Im weiteren Verlauf kann man dann diese
Vorgaben weiter nutzen versuchen. Es ist, als sei stets ein halber Weg
beschritten, und man bräuchte nur noch den Rest des Weges gehen.
Bei Konjunktionen ist die Anlage noch stärker ausgeprägt. In erster Linie bilden Konjunktionen den wichtigen Baustein für die Art der Persönlichkeit: es sind Konjunktionen der Grund, auf dem alles gebaut ist. Sie sind in erster Linie ausschlaggebend. Man könnte sowohl die Natur der Spannungsaspekte und auch der harmonisch genannten Aspekte für die Konjunktion als Beschreibung in Betracht ziehen. Und doch sind die Konjunktionen etwas ganz eigenes. Sie haben eine gewisse "Wucht" im Sinne von Wichtigkeit, Bedeutung und Drang, was einerseits aus der Kraft der beiden Planeten entsteht, die in eine Richtung drängen und sich dabei einmütig zeigen, und was andererseits aus dem Umstand hervor geht, dass Konjunktionen eine grundlegende Formung der Persönlichkeit bedeuten, nicht nur stärker, sondern auch anders als bei den übrigen Aspekten, grundlegender.
Ein Planet im Zeichen steht immer in
einem der vier
Elemente. Element und Aspekt sind zwei
paar Schuhe;
das
heisst, ein Sextil, das vom Element her "nicht echt" ist, ist
dann ein etwas schwächeres Sextil,
wenn es
von den Elementen her gesehen nicht ebenso einem Sextilverhältnis
entspricht.
Der Aspekt wiederum wirkt
stärker als die Verbindung zwischen den
Elementen, in denen die Planeten stehen; deswegen ist ein "vom Element
her ungenaues
Sextil" nicht sehr viel schlechter, weil die Winkelverbindung
vordergründiger und stärker wirksam ist.
Die
Elemente
wirken auf
einer anderen Ebene als wie die Aspekte. Die Elemente ordnen sich im
Gefüge der Persönlichkeit hintergründiger an, aber sind nicht
massgeblicher als
wie die genauesten Aspekte.
Wenn Aspekt und Elemente zB einem
Quadratverhältnis entsprechen, ist der Aspekt insgesamt als etwas
stärker zu erachten, als wenn zB die Elemente ein Trigonverhältnis
anzeigen, während die Winkelverbindung 92° beträgt, was einem Quadrat
mit einem Orbis von 2° entsprechen würde.
Die Aspekte sind darüberhinaus neben dem jeweiligen Aszendenten eines Menschen die individuellsten Faktoren - selbst wenn es Astrologen oder Astrologie-Richtungen gibt, die das nur für Mond-Aspekte behaupten würden (M. Roscher und TPA). So stehen doch die Planeten, die Aspekte erhalten, stets in einem Zusammenhang mit den Häusern, und so wird die Angelegenheit dann sehr sehr individuell.
Ausserdem wirken die Aspekte so oder so, ob sie nun bei fünfzigtausend Leuten anzutreffen sind, oder nur einem einzigen einer jeweiligen Geburtsstunde.
Nur die Entsprechungen in der Realität können sich bei verschiedenen Menschen ändern, weil natürlich auch eine gewisse richtungsweisende Kraft wirkt, die nicht im Radix begründet ist: einerseits ein gewisser Teil der seelischen Energie, welcher sich nicht in die Aspekte fügt, und andererseits das sozial-kulturelle Mileu, welches verschiedene Umstände liefern kann, und teilweise auch durch gleichklingende innerhalb von Generationen wirkende Aspekte getragen sind (zB ein Pluto-Neptun Sextil).
Andererseits
bilden die übrigen
Strukturen des Radix eine Eingrenzung dieser Möglichkeiten von
Entsprechungen. Dabei kommt es auf verschiedene Richtungen an, in
die
diese Aspekte wirken können: Zum Beispiel
wird ein empfindsamer Mensch mit Mars/Neptun vielleicht eher an seinen
Grundbedürfnissen vorbei leben (eine mögliche Entspechung von
Mars/Neptun), und ein extrovertierter Mensch eher
geneigt sein, die in diesem Aspekt begründeten Energien gegen andere zu
wenden, woraus sich zum Beispiel irgendwelche Arten von List und
Intrigen ergeben können. Diese Beispiele wären jeweils die negative
Erscheinungsform, also eines Weges des geringsten
Widerstandes.
Positiv
wäre Mars/Neptun beim Introvertierten oder Empfindsamen, vielleicht die
Einstellung:
endlich zu dem stehen zu können, was er will, während ihn früher
die damit
verbundenen Emotionen nicht geheuer waren. Und bei
einem
Extrovertierten
könnte sich als positive Entsprechung zeigen, dass er seinen
Mitmenschen etwas Gutes tun kann, auch wenn er dafür nicht immer die
Art von Anerkennung erhält, die er sich wünschen würde. Das sind nur
Beispiele.
Hinzu kommen noch die Häuser, in denen sich entscheidet, wie und wo der Aspekt ausgelebt wird. Und schon ein einziger anderer Aspekt zwischen weiteren Planeten kann die Richtung, in die es den Horoskopeigner zieht, entscheidend beeinflussen.
Nicht nur die Eigenschaften von Introvertiertheit und Extrovertiertheit sind bestimmend für die Eingrenzung von Entsprechungsmöglichkeiten, sondern allein eine bestimmte Besetzung eines Hauses kann das Ganze massgeblich in eine Richtung entscheiden, selbst wenn dieses Haus nicht mit dem zu analysierenden Aspekt zusammenhängt! Da dieses Haus für einen Lebensbereich steht, der zB durch Pluto, eine stark stehende Venus oder sonst einen im Radix bedeutsamen Planeten betont sein kann, bildet dieses Haus in diesem Fall ein bedeutendes Gewicht im ganzen Radix und damit in der Psychologie des Geborenen - alle Kräfte eines Radix sind letztlich nur Teil eines Ganzen.
In meinen Augen sollte man grundsätzlich gemäßigte Orben für die Aspekte wählen. Da die genaueren Aspekte (unter 3.5°) immer das Hauptthema anzeigen, und es in der Regel immer mehrere Aspekte gibt, ist eine solche Beschränkung auch aus praktischen Gründen sinnvoll.
Wenn sich sehr viele Aspekte in einem Horoskop ergeben, sollte man zunächst nur die exaktesten Aspekte beachten. Ein Planet wird seine Kraft vorwiegend über den genauesten Aspekt entfalten und ausstrahlen, bzw. erhalten. Die Ausstrahlung geht vom langsameren Planeten aus, die Aufnahme vom schnelleren Planeten.
Unter 3° Orbis wird ein Hauptaspekt im Transit gewöhnlich deutlich wirksam. Man kann diese Stärke (Akutheit) als Faustregel auf das Geburts-Radix übertragen.
Die
Wirkung
von
Transiten kann manchmal auch noch bei 4° separativ auftreten, doch sind
das wirklich seltene Ausnahmen. Bei Langsamläufern liegt die
Hauptstimmung und Zuspitzung eines erlebten Transits meist bei
unter 3°.
Ein Orbis von 3° sowohl applikativ als
auch separativ gilt als verlässlich.
Man kann aber den Orbis vergrössern um sich einzustimmen auf einen Transit. Manche Astrologen berücksichtigen zu diesen Zweck einen Orbis von bis zu 10° (applikativ); diesen Orbis würde ich jedoch nicht als Regel verwenden. 10° vor Hauptachsen ist aber ein Planet oft schon bemerkbar, wie er sich vorbereitet auf die Überquerung der Achse, Druck wird aufgebaut, und es kann schon vorweg gespürt werden, was dieser Transit vielleicht bedeutet (der Druck ist niemals gleichbleibend, sondern soll dazu veranlassen, etwas zu verändern oder mit der Zeit zu gehen; und wenn einem das gelingt, offenbart die vormals drückende Atmosphäre einen Durchgang zu einer neuen Ebene. Meist gelingt einem das schon automatisch, und dann ebbt der Druck auch rasch wieder ab. Gelegentlich aber tut man gar nichts, und dann kann irgendwann - also durchaus bei neuen Zyklen und anderen Transiten - aber eine Zeit kommen, wo der Druck unerträglich wird und man dann zwangsläufig sich ändern muss). Es ist also gut, auf Transite konstruktiv zu reagieren.
Gewöhnlich treten akute Ereignisse bei unter 3° Orbis ein, dann aber kann man gewöhnlich nichts mehr daran verändern, dass eine Situation entstanden ist, und vielleicht kann man aber noch eine adäquate Einstellung aufbringen. Und darum geht es meist auch. Wenn man empfindliche Stellen im Radix hat, die regelmässig durch Transite eines bestimmten Planeten einen in Schwierigkeiten oder Druck bringen, kann man sich klar machen, zu welchen Zeiten man diese besonderen Schwierigkeiten hat, und dann hilft ein Orbis von bis zu 10°, um einigermassen auf der Hut zu sein (das heisst: man kennt nun diese Fallen und kann darauf acht geben, muss es aber nur noch während dieser Zeiten und kann die übrige Zeit viel besser weil befreiter nutzen).
Es ist
Tatsache,
dass ein sowohl applikativer als auch separativer Orbis von 3°
durchaus noch deutliche Wirkungen bzw. Auslösungen mit sich bringen
kann. Es ist überhaupt nicht so, dass zum Beispiel wichtige
Ereignisse im Leben besonders häufig auftreten, wenn auch der Transit
auf 1° exakt ist! Auch Auslösungen können einen gewissen separativen
Orbis haben, doch weitaus geringer als wie bei Aspekten (ca. 0.5° bei
Auslösungen).
Man merke: Die Planeten transitieren nicht das Radix,
um Ereignisse auszulösen, sondern um Wachstumsprozesse des Menschen zu
stimulieren. Ereignisse sind nur äußerlich sichtbare Umstände dieser
Wirkungen, die in Wahrheit auf das Innere und Bewusstsein des Menschen
zielen. Und andere "kleinere" Transite (von Planeten bis einschl. Mars)
oder auch Progressionen im Bunde usw. können
dann oft als Auslöser von grossen Transite wirken (von ab Saturn
aufwärts).
Aspekte im Radix sind statische Angelegenheiten, das heisst, Nebenaspekte, die im Transit nichts bewirken, werden im Radix deutliche Wirkungen zeigen können. So gilt auch eine gewisse Zunahme des Orbis für Hauptaspekte als plausibel, da das Radix ein intensiv erlebtes Kraftzentrum darstellt.
Für Aspekte im Radix aber gilt, umso genauer der Aspekt, desto stärker und wirksamer ist die Planetenverbindung.
Umso stärker auch die Gegensätze der beteiligten Planeten sind (zB Venus/Uranus), umso schärfer wirkt dann auch ein solcher exakter Aspekt. Aber der Orbis bleibt davon unberührt.
Bei zwei Planeten, die ähnlicher Natur sind (zB Mars/Jupiter oder Sonne/Mars, Venus/Mond), wirkt anscheinend der Aspekt nicht umo schärfer, desto exakter zwischen diesen beiden Planeten der Aspekt ist. Sie sind zueinander gezwungen.
Faustregeln und praxisorientiert, auf das offensichtlichste der Psychologie bezogen; nicht technisch orientiert. In technischer Hinsicht wirken die Aspekte noch in erheblich grösserem Orbis!
Auch ist es wichtig, ob die Planeten schon in einem Zeichen stehen, dass mit dem aspektierten anderen Planeten zu tun hat. Zum Beispiel wird ein recht weites Quadrat zwischen Mond in Krebs und Jupiter in Stier oder auch in Widder deshalb eher in Frage kommen, weil der Jupiter in Krebs erhöht ist. Der Orbis könnte noch etwas grösser gefasst werden, wenn der Mond in Schütze stünde (und Jupiter zB in Jungfrau). Nur sollte man nicht meinen, dass deswegen der Orbis ins astronomische gehen sollte. Man sollte das einfach generell ins Kalkül ziehen (um mal eine Zahl zu nennen, könnte man den Orbis in solchen Fällen von 5° auf 6° oder 6.5° erhöhen. Wenn der Aspekt applikativ ist, gelten aber zudem sowieso höhere Orben, jedenfalls nach meinem Empfinden.
Und es kommt auch darauf an, ob jemand für ein bestimmtes Planetenthema Resonanz entwickelt, ob es etwa Lebensthema ist, dann kann ein Orbis von 10° bei einer Opposition oder einem Quadrat noch überaus relevant sein! Das sind Einzelfälle. Ebenso wie es manchmal genügt, dass eine auch separative Konjunktion 28° auseinander ist, aber im selben Zeichen (sonst wären 28 Grad sicher irrelevant in jedem Fall).
Sonne
und
Mond:
Für
Sextil /Trigon: 3.0°-4.0°
Quadrat
/Opposition: 5°
Konjunktion:
10°, etwa 7.5° falls über
die Zeichengrenzen
Venus, Merkur und Mars
Sextil /Trigon: 3.0° zu allen Planeten (mit
Sonne /Mond bis 3.5°) Sextile tendenziell weniger
Quadrate
/Opposition: 4.0-5.0°
Orbis (Beteiligung von Sonne oder Mond bis 5°)
Konjunktionen:
5°
Quinkunx (für alle Planeten): 2°-2.5°; Sonne/Mond: 3°
Spiegelpunkte (für alle Planeten): 2°; Sonne oder Mond: 3°
Lilith: 2° jeder Aspekt (Konjunktion evtl. 4°-6°)
Wenn der Orbis unter 1.5° beträgt (=1° und 30 Bogenminuten') : Jeder Aspekt, ob Konjunktion, Quadrat, aber auch Trigon oder Quinkunx, wird ein sehr offensichtliches oder prägnantes Thema schaffen, er wird sehr viel akuter wirken.
Jeder
Aspekt unter ca.
0.4° Orbis,
hat wiederum eine etwas andere Wirkung als ein Aspekt von 0.4°-1.5°
Genauigkeit (und als ein Aspekt mit einem Orbis weiter
als 1.5°). Bei einem sehr exakten Aspekt unter 0.4° Orbis sind
die
Reibungen paradoxerweise weitaus geringer, die sich durch die Zusammenballung der
beiden Planeten ergeben könnten. Aber es mag dafür andere Probleme
geben, die sich in der psychologischen Hinwendung beider
Planeten
ergeben - wie man die Planeten nämlich unterscheiden kann - man wird
eingenommen von den Kräften.
Ein
so exakter Aspekt unter 0.4° Orbis kann man technisch
mit dem
Merkur im Herzen der Sonne vergleichen. Jedenfalls, die negative
Wirkung ist erfahrungsgemäß nicht mehr so akut.
Ab
3° Orbis ist der Aspekt im Vergleich zu obigen Variationen erneut in
eine andere Qualität gekommen (man
könnte auch sagen schwächer geworden).
Bis
etwa manchmal 10° (mehr oder weniger; abhängig von den beteiligten
Planeten) kann ein Aspekt noch ein Thema schaffen, oder Motivation
bilden, Erfahrungen kanalisieren lassen.
So ist also noch
manchmal bei
einem Orbis von 10° ein Aspekt wirksam, eben nur viel schwächer,
weniger akut, als wie
ein Trigon, Sextil oder Quinkunx von 3° Orbis.
Ein Quadrat, Opposition
schafft eine akute Deutlichkeit noch bei 4.5° und eine Konjunktion bei
6.5°.
Ab
dann wird bei grösserem Orbis die Wirkung des Aspektes sehr viel
schwächer, ist aber noch vom Horoskopeigner zu erfahren und
Eigenschaften, die sich in der Kombination des Aspektes ergeben, können
gelegentlich auch genutzt werden, aber nicht als akutes Thema!
Wenn man sich Konjunktionen ansieht, entdeckt man die grösstwirksamsten Themen. Weil die Planeten in der Konjunktion am stärksten wirken, kann man für Konjunktionen - sofern man sie isoliert betrachtet - einen sehr grossen Orbis ansetzen.
Die
Häuser sollten dann beachtet werden, wenn man Konjunktionen
von
Planeten bei einem relativ
großen Orbis
begutachtet; denn ein kritischer Orbis für eine Konjunktion von sagen
wir 10° zwischen Mond oder einem anderen Planeten und Mondknoten -
wobei beide Faktoren in
unterschiedlichen Zeichen stehen (!) - wird wohl nur
wirklich
einen
erlebbaren Zusammenhang bilden, wenn die beiden Faktoren auch
im selben
Haus
stehen.
Da der Mond rezeptiv, d.h. aufnehmend ist, betrachte
ich seinen
gültigen Orbis zuweilen auch schon mal mit 15° innerhalb eines Hauses,
aber nur bei beteiligten Planeten (und zB nicht den Mondknoten).
Stehen die Planeten in unterschiedlichen Häusern, ist der gültige Orbis etwa 8.5°; stehen zwei Planeten in unterschiedlichen Zeichen, aber im selben Haus: etwa 6°-7°; und wenn Haus und Zeichen verschieden sind, kann man 4.5° um den Planeten herum (nach beiden Seiten) als einen Bereich ansehen, in der diese Konjunktion noch deutliche Spuren hinterlässt. Beim Sonne und Mond tendenziell 2° mehr (Ausnahme Mond/Sonne Konjunktion: 15°!). Bei Merkur, Venus, Mars, Jupiter 1° mehr falls die Konstellation dafür spricht, zB wenn kein Planet im genauen Aspekt zu einem der beteiligten Planeten ist (unter 3°; vor allem Spannungsaspekte und in der Natur gegensätzlicher Planet im Aspekt) . Planeten ab einschliesslich Mars aber unter sich nicht besonders grosse Orben.
Selbst wenn der Orbis sehr weit ist, kann der Mondknoten anscheinend doch noch stimmige Aussagen liefern. Besonders Konjunktionen, auch über Zeichengrenzen hinweg, kann man mit einem Orbis von 10° beachten, auch für Transsaturnier. Die Wirkung der Mondknoten (energetisch betrachtet) ist stärker, umso geringer der Orbis. Die Bedeutung des Mondknotens für den betreffenden Horoskopeigner ist aber noch gegeben, bei einer Konjunktion von Planeten mit einem Orbis von 15° , wenn Haus und Zeichen gleich sind. Mondknoten und Planet bilden dann ein wichtiges Ziel (aufsteigender MK) oder wichtiges Betätigungsfeld (absteigender MK). Entsprechende Eigenschaften (der Planet, der am Mondknoten steht, und Haus) gilt es zu erreichen, und die Hinwendung lockt.
Wenn
es eine
genaue Konjunktion ist (maximal 3°), wird zusätzlich zu der rein
energetischen Wirkung ein starkes Thema für den betreffenden Planeten
geschaffen. Die Energien sind am absteigenden Mondknoten
zusammenziehend (Aufgabe: Lösung der Verhaftung), und am aufsteigenden
Mondknoten expansiv (Aufgabe: Integration).
Das
zusätzliche Thema (beigesteuert durch den Planeten, der so nahe am
Mondknoten eine tiefgreifende Beeinflussung über sich ergehen lassen
muss), ist
bei einer genauen Konjunktion dann ein Wesenszug des Geborenen, in
Bezug zu dem betreffenden Planeten. Dieser Wesenszug besteht dann nur
noch aus einer
Tendenz,
wenn die Konjunktion nicht genau ist.
Faustregeln
Mondknoten (Orbis der Aspekte):
Konjunktionen: 8°-15°
(wenn
Zeichengrenze dazwischen ca. maximal 10°)
Sextile
und
Trigone: 2°-3°
Quadrate: 4°-5° (nicht immer ist
ein Quadrat mit 5° noch ein deutliches Thema und drückt sich
mehr archetypisch, hintergründig aus)
Oppositionen sind zugleich Konjunktionen auf dem anderen Pol der Mondknotenachse, sie sind der Pragmatik halber als Konjunktionen zu deuten.
Zuweilen halte ich den Orbis der Langsamläufer in einem Bereich von stets 2°-3° und unterscheide, ob sie einen anderen Langsamläufer oder einen persönlichen Planeten bis Saturn aspektieren. Zum Beispiel Neptun-Pluto kann man im Trigon oder Sextil vernachlässigen, da es ein Generationenaspekt ist, und zugleich nicht viel Dynamik mit sich bringt, so hat er nicht viel Auswirkungen beim Horoskopeigner, und ist oft auch nicht sehr problematisch, so dass es auffällig würde.
Uranus/Pluto, oder
Uranus/Neptun - hier steht vor allem das Haus im Anliegen der
Deutung. Die Quadrate und Oppositionen sollten dabei
nur beachtet
werden, wenn der Orbis gering ist (unter 3°).
Konjunktionen
der
Transsaturnier untereinander können allerdings durchaus mit einem
grossen
Orbis
gedeutet werden (5°), aber mehr auf das Haus bezogen, als wie auf die
planetarischen Funktionen - diese Konjunktionen müssen im
Zusammenhang der übrigen Anlagen gesehen werden (mittels dem
Haus
als Ort der Auseiandersetzung).
Die Besonderheit der Transsaturnier ist es, dass sie die Aspektenergie und überhaupt eine ungeheure Energie besonders in das Haus bringen.
Planeten bilden eigentlich immer durch das Zeichen bedingt eine Art leichte Konjunktion. Selbst wenn sie 20° oder 28° auseinanderstehen!
S. Arroyo meint, dass Pluto einen recht grossen Orbis erhalten könnte, ähnlich gehen manche mit Saturn vor.
Allgemein ist es so, dass einfach die archetypischen Grundenergien betrachtet werden können, und diese Planeten in gewissen Zeichen, die zB im Quadrat zueinander stehen, eine hintergründige Wirkung bilden - die durch die Elemente der Zeichen verursacht werden, und durch die jeweils betonte Entwicklungsphase. So schliessen sich Skorpion und Wassermann aus, denn weil die dazwischen liegenden Entwicklungsphasen quasi übersprungen werden, können sich diese Energien "nicht einander verstehen". Es ist also bei einer sehr hintergründigen, aber dennoch deutbaren und schlüssigen Ebene einerlei, ob ein wirksamer Aspekt vom Orbis her gesehen vorliegt, es kommt in dieser Sichtweise allein darauf an, ob in bestimmten Zeichen Planeten stehen. Also auf 1° Waage und 29° Widder Planeten stehen zu haben, erzeugt schon auf der grundsätzlichen Ebene, wie diese Energien wirken, eine Gegensätzlichkeit. Da wird es zwangsläufig anders ablaufen, als wenn Planeten auf 1° Waage und 29° Zwillinge stünden, das wäre ein unterstützender "Untergrund" sozusagen.
Wenn viele Planeten zusammengeballt stehen, sollte man ganz besonders betrachten, welche Planeten dieses Zeichen dann betonen. Das betroffene Zeichen wird in jedem Fall eine enorme Bedeutung haben, die Richtung, wie sich das konkret auswirkt, ist aber abhängig von den Planeten in dieser Zusammballung.
Wenn es nicht so viele Haupt-Aspekte gibt, kann man den Orbis von Quadraten und Oppositionen auf 6° erhöhen - man sollte aber bedenken, dass diese Aspekte nicht ganz so stark wirken, jedochh suchen sich andererseits die Energien der Planeten auch immer den Weg, der am naheliegendsten ist, und so gleicht sich das mit grossen Orben ein wenig aus, insofern es keine genaueren Aspekte gäbe. Und kann man Halbquadrate und Anderthalbquadrate untersuchen (Orbis 2°). Die Halbquadrate bilden oft Persönlichkeitsstrukturen aufgrund der Vernachlässigung oder Überbetonung eines beteiligten Planeten, also ähnlich wie die Quadrate. Die Anderthalbquadrate sorgen in der Regel für Einflüsse von aussen, die die Mentalität beeinflussen, indem man sich Situationen oder Notwendigkeiten ausgesetzt sieht, die als störend empfunden werden.
Als
Häuser sind die Placidus
Häuser am verbreitesten, was natürlich nichts darüber aussagt, ob
sie auch die tauglichsten sind. Die Placidus Häuser gelten aber als
vertrauenswürdig, und ich kann sie persönlich auch empfehlen.
Nur
sollte man wissen, dass sie eine ziemliche Konsequenz mit sich bringen,
da sie die Entfaltung des Bewusstseins eher nahelegen, als wie die
Kochhäuser. Die Placidus Häuser verlangen eine besondere Mentalität und
Willensbildung. In den Kochhäusern drücken sich oft Probleme aus, die
sich mit der Zeit der Sozialisierung und Selbstwerdung verfestigt haben
und in den Placidus Häusern drücken sich eher Integrationsdefizite aus.
Integration bedeutet, etwas Neues in sich aufzubauen.
Jemand, der nach Erweiterung egal auf welcher Ebene strebt (Psychologie, Sein, Erkenntnis, Wissen, Beruf, Lebensfähigkeit, Beziehungsfähigkeit usw.), findet in den Placidus Häusern den für ihn vielversprechenden Weg. Es ist der Reiz des Neuen.
Wer schauen will, was ihn daran hindert, zu sein, was er ist, findet in den Kochhäusern die Veranschaulichung seiner Urgründe.
Man darf Placidus und Koch nicht mit denselben Augen, und nicht mit derselben Deutungsperspektive betrachten!
Placidus und Koch widersprechen sich nicht, wenn man versteht, dass sie zwei Perspektiven mit sich bringen. Koch wurzelt im Boden, und Placidus strebt in die Verwirklichung. Aber Verwurzelung und Streben ist nicht dual einerseits negativ und andererseits positiv. Selbst diese Begriffe, Verwurzelung und Streben, sind nur Behelfsworte, da dieser Unterschied zwischen beiden Häusern subtil, und nicht etwa gravierend wäre.
Wie einer lebt und Ereignisse erlebt, ist allgemein an den Planeten in den Häusern abzulesen, und die Häuser stehen damit für etwas Grundsätzliches, wie jemand Erfahrungen aber auch einfache Stimulationen (des jeweiligen transitierenden Planeten) einordnen wird und verarbeiten wird.
Normalerweise lebt sich das Leben ja oft von allein, man lässt es geschehen, und hier sind die Kochhäuser mehr angesprochen. Es geht bei Koch aber nicht um irgendeine unbewusste Kategorie. Mit beiden Häusern kann ich mich verwirklichen. Nur die Zielsetzung oder der Ansatzpunkt ist anders.
Analogien für die beiden Häuser:
Placidus: hat
Ähnlichkeiten zum MC
und DS (Entwicklung
des Willens anhand neuartiger
oder unbekannter Ereignisse und Betätigungsfelder).
Koch: hat Ähnlichkeiten zum AS
und IC.
Man kann es kompliziert machen und Placidus auch in Verbindung mit einer gewissen Ebene des AS bringen (also AS und MC). Mich überzeugt die Analogie MC und DS viel eher für das Placidus System. Es ist aber einerlei, denn es kommt auf das an, was damit gemeint ist.
KOCH ZEIGT DIE VERWURZELUNG DER EIGENART UND VOR ALLEM DIE PRÄGUNG DURCH PLANETENSTELLUNG UND LEBEN.
WAS MAN ALS GEBORENER HINTER SICH ODER
UNTER
SICH WEISS.
IDENTIFIKATION,
SELBSTVERSTÄNDNIS.
SELBSTERKENNTNIS UND DEM EIGENEN LEBEN BEDEUTUNG VERLEIHEN, DIE RICHTIGEN HALTUNGEN IN BEZUG ZU DEM WAS IST GEWINNEN.
MUT IM HIER UND JETZT TÄTIG ZU WERDEN UND SEINE ENERGIEN AUSZUDRÜCKEN, DABEI KANN MAN SICH LEITEN LASSEN VON DEN SCHUB BEREITS VORHANDENER FÄHIGKEITEN!
PLACIDUS ZEIGT DIE
AUFSTREBENDE EIGENART, INS NEUE UND UNBEKANNTE.
UNABHÄNGIG VON
DER PRÄGUNG.
WAS MAN ALS GEBORENER VOR SICH WEISS UND VOR AUGEN HAT.
STREBEN, INTEGRATION.
SELBSTVERWIRKLICHUNG HINSICHTLICH EIGENSTÄNDIGER IDEALE: MUT ZU NEUER UND VOM SCHICKSAL WEITGEHEND UNABHÄNGIGER WELTSICHT. RISIKO SICH INS NEULAND ZU WAGEN.
WAS LETZTLICH NUR MÖGLICH WIRD, INDEM ÄUßERE EREIGNISSE NICHT MEHR BESTIMMEND FÜR DAS EIGENE DENKEN UND MENTALITÄT WERDEN.
WILLENSBILDUNG!
DIE RICHTIGE
EINSTELLUNG FINDEN,
HEISST BEI PLACIDUS DEN WEG ÜBER DIE INTEGRATION ZU GEHEN UND SICH DEN
SCHUB FÜR DAS VORWÄRTSKOMMEN SELBER ZU ERARBEITEN.
Placidus hat sich bei vielen Astrologen besonders bewährt hinsichtlich der Stundenastrologie.
Ein Planetentransit auf eine Hausspitze bei Placidus ergibt oft einen momentan wichtigen Impuls, hinsichtlich der Natur des transitierenden Planeten und der Bedeutung des Hauses. Das Problem könnte auftauchen, wie man etwas vermisst - ein typisches Integrationsdefizit wird erlebt. Es kommt aber von aussen oder findet aussen statt (im Schicksal).
Ein
Planetentransit auf eine Hausspitze bei Koch drängt oft dazu,
sich in dem, was man ist, auszudrücken und auszuschöpfen, und
was
als Möglichkeit bereits besteht auch zu nutzen, der Impuls kommt von
innen.
Man könnte versucht sein es so zu postulieren, dass Koch und Placidus nur zwei Seiten ein und derselben Medaille bedeuten.
Ein Planet bei Placidus knapp vor einer Häuserspitze (bis zu 3° maximal), steht immer noch in dem Haus, in dem er faktisch steht!!!
Der Planet dämmert nur
ins nächste
Haus knapp vor einer Hausspitze; Dämmern heisst ja, dass die
"Strahlen" des Faktors hinein strahlen ins nächste Haus, über die
Grenze.
Aber nicht tut er das, wenn er in der
Endzone
eines Hauses steht (Endzone: ungefähr das letzte Drittel oder das
letzte
Viertel eines Hauses)! Endzone und Dämmerungs- oder Strahlungszone, das sind zwei
Ebenen, und wie auch andere Astrologen diese wie bezeichnen mögen, will
ich beide wie folgt verstehen:
Erst
2° vor Zwischenhäusern und 3° vor Hauptachsen dämmert und strahlt der Planet bei
Placidus
ins
nächste Haus. Es sind nicht immer genau 2° oder 3°, und der Bereich
kann um einen Grad kleiner ausfallen, zB bei Merkur, Venus und Mars,
oder auch schon mal um etwa einen Grad grösser, zB bei der
Sonne.
3° vor Hauptachsen. Es hat sich jedenfalls bewahrheitet, dass
man für die
Sonne fast pauschal 2° berücksichtigen kann (Zwischenhäuser)
bzw.
3° (vor
Eckhäusern). Und für alle anderen Faktoren ein halbes Grad weniger
ansetzt. Egal wie gross das jeweilige Placidushaus im
einzelnen
ist!
Die
Größe eines Hauses macht sich meiner Erfahrung nach nur gering
bemerkbar und es scheint sich bei dieser effektiven Zone, wo ein Planet
wirklich ins nächste Haus hineinstrahlt, um eine feste Größe ausgehend
von den Eigenschaften einer Hausspitze handeln.
Die Größe eines Hauses hat aber
auf einer anderen Ebene durchaus Relevanz, was nämlich die gesamte
Endzone eines Hauses anbelangt,
wo der Planet in der Endzone stehend
nämlich "ins nächste Haus hineinwirkt". Das ist aber eine andere Ebene,
als wie zu sagen, der Planet steht schon leicht im nächsten Haus! In
der Endzone wirkt er nur hinein ins nächste Haus, steht selbst aber
eindeutig im Haus, in dem er faktisch (technisch) gesehen steht.
Was ist nun die Bedeutung der Endzone eines Hauses bei
Placidus? Es
ist dort etwas ganz anderes, als wenn man sich die Endzone eines
Kochhauses betrachtet. Bei Koch muss man begreifen, dass es eine ganz
andere Sicht bedeutet. Man kann beide Häuser nicht mit denselben Augen
beurteilen!
Die Endzone eines Hauses wirkt bei Koch
ganz
anders: ein Planet wirkt bei Koch schon deutlich ins nächste
Haus hinein, wenn er im letzten Viertel eines Hauses steht.
Und er
wirkt etwas ins nächste Haus, wenn er im letzten Drittel steht.
Auch alles folgende nur für Placidus:
Gerade
vor
Hauptachsen erhält die Übergangszone (Endzone) eine besondere
Relevanz auch bei Placidus, diese Planeten haben viel
"Arbeit" zu
erledigen (sie stehen massgeblich in einem fallenden Haus und in der
Endzone eines fallenden Hauses) und werden gewöhnlich besondere
Bedeutung für den
Horoskopeigner haben; es kann sein, dass diese Planeten auch als
belastend
erfahren werden. Die Verbindung mit dem nächsten Haus ergibt sich aber
nicht durch ein direktes Hineinstrahlen und damit Eingreifen in die Belange des nächsten Hauses,
wie es entstehen würde, wenn der Planet bereits 1° oder 2° vor der Spitze
stünde.
Umso näher der Planet der Hauptachse kommt (ab etwa 2 oder 3°), desto mehr strahlt ein Planet tatsächlich auch ins nächste Haus bzw. Eckhaus hinein und tut dies umso mehr, je näher er der Hausspitze kommt. Aber das gilt erst ab 2-3°. Bei 4° Abstand kann meiner Empfindung und Erfahrung nach keine Rede davon sein, dass ein Planet bei Placidus bereits vom nächsten Haus beeinflusst wäre. Wenn man die Planeten als Kräfte betrachtet (in Placidus), dann werden diese bei Placidus immer sehr genau in dem Haus stehen, in dem sie stehen - egal wo sie stehen (jedenfalls bis 3° vor einer Hausspitze).
Betrachtet man aber die Ebene des Hauses, also guckt man nicht auf den Planeten, dann wird man merken, dass ein Planet vor der Spitze, auch wenn er nicht weniger als ca. 3° entfernt ist, die Bedeutung dieses hauses mitbestimmt. Es kommt also drauf an: BETRACHTE ICH DAS HAUS IN SEINEN AUFGABEN, ODER DEN PLANETEN IN SEINEN AUFGABEN?!
Verwirrt? Ich werde in einigen Jahren diese Erläuterungen verbessert formulieren. Und sicher auch ein Buch darüber schreiben. Was mir hier zunächst wichtig war, ist wenigstens einen Hinweis zu vermitteln, wie man sich gewisse Dinge denken solle oder denken kann.
Da diese Dinge so kompliziert sind, sollte man als Anfänger vielleicht sich erst nur klar machen, dass man den Planeten betrachten kann (und wie er vom Haus beeinflusst wird), und dass man das Haus betrachten kann (wie des Hauses Aufgaben bzw. das energetische Feld eines Hauses vom Planeten beeinflusst werden, die auch im Endbereich des vorangegangen Hauses stehen können). Ansonsten einfach den Planeten immer in dem Haus deuten, in dem er bis 3° vor einer jeden Spitze steht - damit kann man nichts falsch machen (bei Placidus).
Die
Zwischenhäuser und ebenso die Eckhäuser bei
Koch sind anders als wie die Placidus Häuser: hier macht eine dynamische
Deutung eines Planeten in das nächste Haus Sinn. Dass man
einen Planeten, der weit hinter
dem Talpunkt steht (im letzten Teil des letzten Drittels), hinsichtlich
des nächsten Hauses deutet - aber man muss die Kochhäuser auch anders
betrachten und deuten als wie die Placidus Häuser!
Siehe dazu Koch/Placidus Unterschiede.
Äquale
Häuser,
die
immer 30° groß sind,
sind meiner Meinung nach falsch. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man
die äqualen Häuser betrachten kann: Einmal aus symbolischer Sicht und
dann aus astrologischer Sicht. Und bei beiden Sichtweisen werden Mängel
offenbar.
Aus
symbolischer Sicht zeichnen sie meiner Meinung nach nur ein viel zu
hintergründiges Bild der innersten Motivationen eines Horoskopeigners.
Hier wird der Einfluß des Mileus und der sozialen Welt ziemlich
ausgeblendet, unter Umständen total ausgeblendet (wenn ein Planet im
äqualen System statt nach einer Hauptachse, plötzlich im 3. Haus oder
9. Haus steht); es wird nur die absolut innerste Haltung des
Horoskopeigners betrachtet; es ist sozusagen mit diesen Häusern eine
Trennung zwischen Innen und Außen gegeben - man kann sich vorstellen,
dass die 30° grossen Häuser analog zum Tierkreisrund sind, und die
Psyche des Menschen diesen 30° grossen Tierkreis in sich symbolisch
strukturiert bzw. verinnerlicht hat. Wenn jemand einen Planeten im
äqualen Haus 9 hat, aber mit den "normalen" Häusersystemen wäre dieser
Planet im Haus 10, dann würde eine äquale Deutung symbolisieren bzw.
gewissermassen anzeigen, dass der Horoskopeigner gewillt ist, diesen
Planeten nach Art des Hauses Nummer 9 zu leben, zum Beispiel
idealistisch. Aber die konkrete Anforderung und Herausforderung, was
die Umwelt für Möglichkeiten und Bedingungen stellt, wären dem Haus 10
entsprechend. Daher halte ich von der äqualen Manier nur sehr wenig.
Die Deutungen werden dem Horoskopeigner nicht helfen und es führt oft
sogar zu falschen Deutungen hinsichtlich von gegebenen Lebensproblemen,
obwohl die äqualen Häuser aus symbolischer Sicht nicht falsch sind, und
die innersten Wünsche oder Antriebe des Menschen verkörpern könnten.
Sicher ist mir das aber noch nicht, ob diese Deutungsperspektive
richtig wäre. Mir scheint aber, dass es keinen Astrologen der Neuzeit
gibt, der diese Deutungsperspektive erklärt hätte, die die äqualen
Häuser verlangen - und so kann man davon ausgehen, dass die nötige
Deutungsperspektive bislang (in
der Neuzeit) noch gar nicht gefunden wurde. Die Richtung der
Erklärungen einiger Autoren zielt zwar in diese nötige Findung einer
Deutungsperspektive,
aber was ich schliesslich an praktischen Deutungen mit äqualen Häusern
dann lese, erscheint mir auf eine
Art gedeutet, wie man auch Placidus oder Koch Häuser deutet und so
überzeugt es mich nicht.
Man kann einen äqualen Uranus
im 3.
Haus
nicht so deuten, wie einen Uranus, der bei Placidus/Koch in 3 stünde,
während ein und derselbe Uranus in dem betreffenden Horoskop
bei
Placidus/Koch aber in 4 steht, während er im äqualen Haus in 3 steht -
in
einem und denselben Horoskop muss es da einen
grossen
Unterschied geben, eine unterschiedliche Herangehensweise, also andere
Aussage. Sonst würde es bedeuten, dass Placidus nicht
funktioniert, da aber Placidus funktioniert, ist es wohl eher so, dass
die äqualen Häuser nicht funktionieren. Denn wie gesagt, ein Uranus,
der real bei Placidus im 4. Haus steht, wird nicht die Bedeutung haben,
die er hätte, wenn er bei Placidus in 3 stünde. Wenn aber die äqualen
Häuser einen Uranus in 3 bedeuten, kann dieser nicht so gedeutet
werden, als würde man einen Uranus in 3 bei Placidus deuten.
Denn mit Placidus bekomme ich eine Deutung von Uranus in 4 in
diesem Horoskop.
Der Unterschied zwischen Planeten in
verschiedenen Haussystemen wird bei Koch und Placidus erklärbar, und
die Deutungen können anders werden. Doch so einen Unterschied, der
nötig wäre, um die äqualen Häuser plausibel zu machen, gibt es noch
nicht bei den äqualen Häusern - jedenfalls ist mir eine solche
Perspektive noch nicht bekannt geworden.
Die
Antriebe und innersten Motivationen wären unter dieser These, dass der
Mensch eine symbolische Entsprechung der genauen 30° grossen Zeichen
auf Ebene der Häuser sein eigen nennt, total
weltabgewandt, sie
verkörpern den Zustand der Geburt, aber nicht den Werdegang durch die
Zeiten und durch die Umwelt eines Menschen.
Die äqualen
Häuser
stehen für einem Solipsismus, sie führen zu einem Standpunkt, dass der
Mensch total unabhängig und isoliert sei von äußeren Faktoren,
Ereignissen oder anderen Menschen.
Aber auch aus
astrologischer
Sicht erweisen sich die Häuser offensichtlich als untauglich, indem man
die realen Auswirkungen betrachtet. Man kann es ehesten überprüfen,
indem man sich das 3. Haus anschaut. Planeten die nach Placidus/Koch im
4. Haus stehen, werden ganz anders wirken, als wenn sie im 3. Haus
stünden.
Das äquale Haussystem könnte nun angeben, dass die
Planeten im 3. Haus stehen. Ich hatte das Glück eine Reihe von
Horoskopen von Menschen, die ich gut kannte, mit solchen
Konstellationen daraufhin zu untersuchen, und es handelte sich bei
allen um Pluto im 4. bzw. äqual im 3. Haus.
In keinem Fall
konnte
man sagen, dass Pluto sich in die konkrete Begegnung mit der
Alltagswelt (3. H.) niederschlug, in den Gesprächen mit der Umgebung
etwa, oder sich als besonderer Impuls erwies, wann immer etwas gelernt
werden sollte, oder wann immer sonstige typische Themen des 3. Hauses
angesprochen waren. Dass Pluto sowohl im 3. als auch im 4. Haus für
eine gewisse Fähigkeit steht, andere zu durchschauen, macht sich aber
gerade im 4. Haus anders bemerkbar, als wie im 3. Haus.
Im
3.
Haus wird sich die gewisse Schwere
und Impulsivität von Pluto zuweilen auch konkret und offen zeigen, oder
er wird als Trickster auftreten, im 4. Haus nicht; sondern Pluto wird
sich im 4. Haus nur in der ganzen inneren Welt des Horoskopeigners
befinden. Diese Unterschiede kann man nicht einfach gleichsetzen, und
damit die ursprüngliche Bedeutung des 3. Hauses als Zwillingehaus
verwischen.
Die
äqualen Häuser sind nicht nur unzulänglich, sondern meiner Meinung nach
sehr untauglich. Es sei denn man versteht es, die Symbolik
dieser
Häuser entsprechend in der Deutung zu berücksichtigen. Da könnte zum
Beispiel ein Ansatz sein, die gleich grossen Häuser auf die siderische
Ebene zu beziehen, da die Häuser auf den Tierkreissystem aufbauen, und
dieses aus kosmischen Energien besteht. Oder man greift mehr auf das
Subjektive zurück, wie ein Mensch mit den äqualen Häusern es als Mensch gerne
hätte. In diesem Zusammenhang ist der einzige Umstand, der die äqualen
Häuser definiert, der Bezug auf den Aszendenten.
Astrologen
der Frühzeit werden vermutlich andere
Deutungsperspektiven gehabt haben, wenn sie mit äqualen
Häusern
deuteten. Die
Überlieferungen und Quellen sind nicht genügend, um zu beurteilen, wie
die Unterschiede heutigen Deutens im Vergleich zu einer damaligen Art
des Deutens gewesen sein könnten; - wir wissen nicht, wie die
alten Astrologen "dachten und sahen". Es kann sogar sein, dass sie
einfach "ungenau" arbeiteten, weil eben dies der Eindruck ist, den ich
von den äqualen Häusern habe. Andererseits hatten sie ein tiefes Wissen
über die Zonen eines Zeichens, den Graden, den Aspekten und so weiter.
Letztlich ist die heutige Astrologie sehr
genau
geworden, auch dank
der genaueren Kenntnisse der Himmelspositionen (Ephemeriden).
Die Klassische Astrologie hat viele Ansichten und Methoden herausgebildet. Die bekanntesten sind die Würden.
Ein Planet im Exil oder Fall steht nicht auf einem ihm verwandten Nährboden und wird von gegensätzlichen Energien abgelenkt und kann leicht ins Wanken geraten, wenn er weitere ungünstige Aspekte erhält oder in einem fallenden Haus steht. Die klassischen Astrologie sieht auch einen Planeten, der im 6. oder 8. Haus steht, in einem schlechten Stand. Beim 12. Haus ist das ebenfalls aus klassischer Sicht so. Aus moderner Sicht erweist sich eigentlich nur noch ein Stand im 6. und 8. Haus als besondere Schwierigkeit, womit aber auch besondere Chancen einher gehen.
Ein
Planet im Exil oder Fall kann in eine Furche des Verhaltens geraten,
was seine Entfaltung oder Ausdrucksweise angeht. Er tendiert dann
leicht die negativen Seiten von Eigenschaften seiner Selbst (als
Planet) auszudrücken. Entsprechende Eigenschaften bezüglich des
Zeichens drängen sich auf, und diese Eigenschaften stehen der Natur des
Planeten entgegen.
Ich konnte selbst feststellen, und dann später in einigen Texten zur
klassischen Astrologie
bestätigt finden, dass die Auswirkung eines Exils oder Falls
erheblich davon ab hängt, wie gut der Herrscher des betreffenden
Zeichens steht.
Wenn
Mars in Stier steht, ist das ein Fall. Wenn die
Venus (Herrscher des Stiers) gut steht, wirkt sich dieser Fall nicht so
drastisch aus, als
wenn die Venus selbst auch noch schlecht stünde (Exil, Fall oder
spannungsreiche Aspekte). Wenn die Venus in einem für Mars günstigen
Zeichen steht, die Venus selbst aber in einem für sie ungünstigen
Zeichen, ist das wiederum eine leichte Tendenz, dass der Mars sich
etwas günstiger auswirken kann, aber es bildet eine andere Ebene
psychologisch gesehen, und ist weniger stark, als wenn Venus als
Dispositor des Mars selbst
gut stünde.
Ein Quadrat von Sonne zu Mars könnte sogar in einem Radix vorteilhaft sein, denn der mit Mars verträgliche Planet (Sonne) und verträgliche Aspekt (Quadrat) kann den Stand des Planeten im Exil oder Fall etwas ausgleichen und aus der "Verlorenheit" herausholen.
Der Begriff Würde bezieht sich auf die relative Planetenstärke, die durch die Stellung in einem für einen Planeten günstigen oder ungünstigen Zeichen/Sektor/Haus hervorgerufen wird. Üblicherweise wird die Würde nur auf die Zeichen angewendet. Der Begriff Würde ist üblicherweise ein Begriff zugleich für die Stärkung als wie auch für die Schwächung durch den bestimmten Stand eines Planeten. Normalerweise aber bezeichnet eine "Würde" nur den gehobenen, also starken Stand eines Planeten. Als Würde in Bezug zum Zeichen sind bekannt:
Domizil - der Planet und seine Natur findet hier die grösste Wesensverwandtschaft und grösste Unterstützung
Erhöhung - der Planet fühlt sich hier sehr wohl und findet Unterstützung durch das Zeichen
Fall - ungünstig; die tatsächliche Tragweite ist abhängig von dem Dispositor des betreffenden Zeichens, weiteren Aspekten und der Stellung im Haus (Endzonen eines Hauses sind immer schwieriger, und je nachdem wie das Haus und der Planet zusammenpassen; evtl. 6. 8. und 12. Haus als tendenziell ungünstig, es sei denn ein Planet steht dort in seinen Freuden); dasselbe gilt für das Exil
Exil - sehr ungünstig; mehr zu den klassischen Würden im Artikel "Würden und klassische Astrologie".
Wichtig: Günstig/Ungünstig sollten nicht auf die Fähigkeit des Geborenen bezogen werden, mit dieser Planetenkraft umzugehen, sondern beziehen sich ausschliesslich auf die Natur und Reinheit des Planeten selbst. Erst dieser Wesensnatur des Planeten nachgeordnet, ergibt sich, ob jemand Schwierigkeiten im Umgang mit diesem Planeten hat - die Regel ist das allerdings. Aber es ist auch so, dass von Mensch zu Mensch sowohl die Ebene, auf der dies geschieht, als auch die Art und Weise des Umgangs sich ändern kann.
Dann gibt es noch die Triplizitäten, Grenzen (unregelmässig unterteilte Bereiche innerhalb eines jeweiligen Zeichens), Dekanate (regelmässig 10° grosse Bereiche eines Zeichens) und einige andere Dinge, die aber oft nicht herangezogen werden, weil sich andere Deutungsinstrumente als vordergründiger erweisen, oder weil dem Astrologen noch die Erfahrung fehlt im Umgang mit diesen "kleinen Würden"; die hauptsächlichen Würden sind einfacher zu handhaben und es gibt mehr Erfahrungen im Umgang mit diesen. Die Grenzen und Dekanate stellen gemäß der klassischen Astrologie Rahmenbedingungen dar, die die Stärke eines Planeten in diesen Rahmenbedingungen weiter differenzieren können.
Uranus, Neptun und Pluto waren damals nicht bekannt, sie sind heute "integriert", obwohl nicht ganz sicher ist, in welchen Zeichen sie ihre Würden haben. Hier wird einigermassen spekuliert, manches scheint stimmig, manches konstruiert.
Die
klassischen 7 Planeten und der Bezug von Mars, Merkur, Venus, Jupiter
und Saturn zu zwei Zeichen dienten damals nicht als Ersatz. Sondern
diese Planeten sind auch heute noch die massgeblichsten und
bewegendsten Kräfte, was die Fliessrichtung der Energien
betrifft (was
damit auch die Herrscherbezüge betrifft). Schon die Zahl sieben wird
oft berichtet in Zusammenhang mit der grundlegenden Archetypik der
Schöpfungsordnung. Die Zahl 12 entsteht darüberhinaus auf einer
anderen, für das irdische Leben wichtigen Ebene. Die 7 ist sozusagen
ätherischer und deutet die Seelenaufgabe der Bewusstseinsreise an.
Die 7 Planeten zeigen die
offensichtlichste und vordergründigste Ebene der Psychologie eines
Menschen. Sie können als beweglicher angesehen werden. Die Transsaturnier dagegen liefern einen weiteren Gesichtspunkt,
können aber die Kraft nicht so
überragend tragen
oder leiten
wie zB Mars. Aber sie
zeigen die tiefere Verankerung eines Prinzips in die Wesensnatur, und können auch für manche Belange der
Häuserherrscher sehr wichtig sein, manchmal auch wichtiger als die
klassischen Planeten. Man kann also mit guten Gründen beide Methoden
verwenden und auch beides berücksichtigen, wenn es um die
Häuserherrscherhaft geht.
Applikative Aspekte sind Aspekte, die im zeitlichen Fortlauf noch exakt werden, wobei streng genommen nur solche Aspekte vollwertig sind, die auch innerhalb der jeweiligen Zeichen exakt werden.
Beispiel einer Radixkonstellation: Mond 25° Stier, Merkur 27° Stier. Der Mond läuft auf die exakte Konjunktion zu. Es ist ein applikativer Aspekt.
Separativ wäre folgende Konjunktion: Merkur auf 25° rückläufig (!), und Sonne auf 26°.
Nicht vollwertig wäre folgendes applikatives Quadrat: Mond auf 28° Zwillinge, und Merkur auf 3° Steinbock (nur auf 29° Schütze wäre es ein vollwertiger applikativer Aspekt).
Zu beachten ist auch, ob, bevor der Aspekt exakt wird, ein dritter Planet einen exakten Aspekt zu einem der beiden Planeten bildet. Dieser Aspekt überlagert dann jenen Aspekt und kann erheblich die Bedeutung verändern.
Es ist immer der reale zeitliche Ablauf entscheidend, also wie die Planeten tatsächlich mit der Zeit weiter laufen werden. Zum Beispiel kann die Venus auf 18° Widder stehen (noch direktläufig), und Mars auf 23° Widder, aber wenn die Venus vorher rückläufig wird, ist es ein separativer Aspekt! Dass die Venus oder Merkur rückläufig werden ist zwar selten, kommt aber vor (zB wird in meinem Horoskop die Venus rückläufig bevor die Konjunktion mit Jupiter erreicht wird).
Klassisch gesehen gilt ein applikativer Aspekt nur dann vollwertig, wenn er noch im selben Zeichen gebildet wird; es kommt aber erfahrungsgemäß in der normalen Radixdeutung ein Orbis in Frage: ein Merkur auf 29° Steinbock, und Jupiter auf 2° Widder würden bei einem Orbis von 3° nach normalen Maßstäben eigentlich ein Sextil bilden (stünde Jupiter auf 29° Fische wäre es ein exaktes Sextil). Hier wechselt Merkur aber das Zeichen (in Wassermann), bevor der Aspekt gebildet wird, und so ist die Wirkung eines solchen Aspektes nicht mehr ganz so klar und stark, aber er ist applikativ und in einem genügendenm Orbis. Der Orbis darf in solchen Fällen nicht zu gross werden, sonst wirkt ein "halbwertiger" applikativer Aspekt nicht.
In der Stundenastrologie werden aber nur die kräftigsten Wirkungen untersucht und Aspekte über Zeichengrenzen sind nicht mehr so kräftig und werden durch den aktuellen Fortlauf der Zeit und den jeweils "akuteren" Konstellationen in ihrer Kraft überlagert.
Die applikativen Aspekte haben eine andere Qualität als wie die separativen.
Einerseits sind sie stärker, und andererseits ist der langsamere Planet viel bestimmender, als wenn der schnellere Planet bereits die Exaktheit des Aspektes überwunden hat (separativ).
Im letzteren Fall (separativ) wird der schnellere Planet vom langsameren das mitnehmen können, was er brauchen kann, aber ihm wird nicht alles auferlegt, was der langsame Planet zu bieten hat; beim separativen Aspekt gibt es also mehr Freiheiten. Dafür ist der Aspekt auch etwas schwächer. Ein applikativer Aspekt ist zum Teil zwanghafter und fordert auf, die Energien des langsameren Planeten zu integrieren.
Im applikativen Aspekt legt der langsamere Planet den schnelleren beinahe alles auf, was der langsamere Planet zu bieten hat. In der klassischen Astrologie spricht man von "Unterwerfung". Also Merkur auf 26° stößt unweigerlich auf die ganze Masse und Wirkkraft des Jupiter auf 29°, oder eines Uranus auf 29°.
Man kann es sich so
vorstellen, als würde man beim applikativen Aspekt durch eine imaginäre
Wand gehen müssen (das ist der langsamere Planet), und muss sich
dem fügen, was
man dabei begegnet.
Beim separativen Aspekt ist diese Wand
bereits
hinter dem schnelleren Planeten, und man wird nur noch "beschallt" von
der Energie des langsameren Planeten, aber der Blick nach vorne ist
frei von Zwängen. Es ist wie der Unterschied: "er
muss es sich anhören" (applikativ) und "er kann es sich anhören"
(separativ).
Eine
Konjunktion ist auch dann noch leicht gegeben - ungeachtet davon
ob
es eine applikative oder separative Konjunktion ist -, wenn zwei
Planeten in einem
Zeichen stehen, egal an welcher Stelle des Zeichens sich die Planeten
jeweils befinden.
Sie ist natürlich nicht mit einer
Konjunktion zu vergleichen, die vom Orbis her einem Konjunktionsaspekt
entsprechen würde. Dennoch kann
diese Zeichenkonstellation
ausschlaggebend sein, zum Beispiel für schwerwiegende Problematiken
oder einen letzten Schub, der für bestehende Anlagen als Ursache nötig
ist.
Erst solche Konjunktionen können dann manchmal etwas erklären, was
sonst nur mit Faktoren der Feindeutung (zB
Asteroiden, Fixsterne)
belegt werden könnte.
Das gilt auch für
den Aszendenten und einem Planeten im selben Zeichen des Aszendenten,
selbst wenn der Aszendent im letzten Teil des Zeichens steht und ein
Planet im ersten Teil des Zeichens.
Auf diese Weise einer Konjunktion im Zeichen wird manche andere Konstellation oder Anlage auch verstärkt und damit zusammenhängende Entsprechungen bestätigt.
Die klassische Stundenastrologie beachtet diese Konjunktionen nicht, weil in ihnen keine genügende Kraft vermutet wird, was auch richtig ist, es so zu halten - es sei denn diese Konjunktion wäre applikativ. In der Stundenastrologie wird das Augenmerk auf die vordergründigsten und stärksten Kräfte und Beziehungen zwischen Faktoren gerichtet. Im Geburtshoroskop aber können die Hintergründe verschiedenster Art (zB solche Konjunktionen) sehr wirksam sein, solche Hintergründe bilden in jedem Fall eine grundlegende Architekur, Struktur und Archetypik.
Der Begriff Dispositor wurde schon von den klassischen Astrologen verwendet und bezeichnet in einfachsten Worten so etwas wie den "Rückraum" eines Planeten.
Zum Beispiel
wenn der Mond in
Widder steht,
dann wird die Energie des Mondes von der Stellung des Planeten Mars
disponiert.
Es
werden
Aufgaben "verteilt" (lat. disponere= anordnen, verteilen). Der Ausdruck
des Mondes, die Art und Weise seiner Neigungen und wie sich
Lebens-Ereignisse ausformen können, ist abhängig
von Mars. Mars steuert einen Teil der Persönlichkeitsmerkmale bei.
Hinzu
kommt, dass, je nachdem wie gut oder schlecht Mars steht, der Mars
auch über die Stärke des Mondes entscheidet. Kann der Mars
seine eigenen Aufgaben gut erledigen, weil er gut steht, so kann er
auch die Aufgaben des Mondes gut erledigen.
Um den
Dispositor zu
finden, geht man den Weg über die Herrscher, also Domizile. Bei den
meisten Zeichen gibt es zwei Herrscher (zB Wassermann, da kann man
neben Uranus auch Saturn "verfolgen").
Es gibt in
manchen
Horoskopen einen Planeten im Domizil, dieser Planet kann Enddispositor
sein. Es gibt kaum ein Horoskop, in dem das nicht der Fall ist.
Verhindert werden kann es zum Beispiel durch Rezeptionen, bei denen die
Dispositorenketten einen geschlossenen Kreislauf bilden.
Verfolgt man die Dispositoren kommt man am Ende dann zu diesem
Planeten, der in einem Domizil steht. Zum Beispiel Mond in Widder, Mars
in Steinbock, Saturn in Schütze,
Jupiter in Zwillinge, Merkur
in
Jungfrau, und ausgehend von einem anderen Planeten: Venus
in
Fische, Jupiter in Zwillinge, Merkur
in Jungfrau; wenn jetzt Neptun in Waage stünde, wäre ein
Kreislauf geschlossen:
Neptun in Waage, Venus in Fische. Da gibt es kein Entkommen. Aber ein
wichtiger Teil der Fische-Energien kann auch über den Zweitherrscher
Jupiter disponiert werden, und so kommt man dann auch zu diesem Ende
Merkur in Jungfrau. Ein weiterer Ausgangspunkt könnte so aussehen:
Pluto in Widder, Mars in Steinbock, Saturn in Schütze, Jupiter in
Zwillinge, Merkur in
Jungfrau.
Bei Sonne und Uranus in Schütze kommt man dann auch über Jupiter in
Zwillinge zum Merkur in
Jungfrau.
Dieser
Planet ist dann ein sehr wichtiger Planet und dirigiert oder durchzieht
das ganze Radix. Umso mehr Planeten in diesem Enddispositor gründen,
desto stärker wird die Rolle dieses Planeten auch hervorgehoben.
Wichtig
ist es, die transsaturnischen, oder transpersonalen Planeten
(Langsamläufer) in ihrem psychologischen Wirken zu verstehen.
Oberflächlich
betrachtet entfalten die äusseren Planeten (Saturn, Uranus, Neptun,
Pluto) mit der Zeit einen
Druck, der den betreffenden Horoskopeigner herausfordert, in diesen
Lebensbereichen (Haus) und den angesprochenen persönlichen
Kräften (also Aspekte zu persönlichen Planeten) sich zu verändern.
Tatsächlich liegt das an den Wirkungen dieser Planeten selbst, die erst
etwas aufbauen, um es dann mit der Reife der Zeit zu wandeln bzw. in
einen konstruktiveren Ausdruck zu bringen.
Oft spitzt sich in irgendeiner Weise der Druck dermaßen zu,
dass es auf einen radikalen Wandel in diesen Bereichen hinausläuft,
weil man zu einer Entscheidung oder einem Wandel des Verhaltens
gedrängt wird.
Der wichtige Punkt ist:
Zunächst, in der Kindheit und Jugend, sammelt dieser
betreffende
Planet Energien an, die
aber in gewisser Weise zu derb sind, so könnte man sagen - oder anders
gesagt, die Persönlichkeit ist
nicht vorbereitet auf diese Kräfte,
kann
sich aber vor ihnen nicht verschliessen und so kommt es nach einiger
Zeit noch bis zum Erwachsenensein zu diesem Punkt einer Verdichtung von
erheblichen Strukturen, mit denen dann im Fortlauf des Lebens eine
Änderung stattfinden muss,
weil
diese Kräfte zunächst ungeordnet aufgenommen wurden und nun die
Strukturen der Persönlichkeit zu sehr von den groben Energien dieser
Planeten eingenommen sind und uns von unserem Lebenskern zu sehr
abbringen, so als würden sprichwörtlich die Transsaturnier durch ihre
Ferne zur Sonne diese Ferne auch ins Horoskop tragen. Günstige
Wirkungen können derweil aber auch der kosmische Bezug sein, der aber
erst wirklich einen Kanal findet, wenn man das Kollektive herausnimmt,
als Einfluß auf uns. In dieser Hinsicht auf das Verhältnis zwischen
Individuum und Kollektiv wirken die Transsaturnier als "Ferne von
wirklicher Integrität in das Kollektive". Sie veranschaulichen auf
dieser Ebene ein wenig unseren Kampf um unseren Platz. Ob wir demgemäß
agieren, reagieren oder rebellieren.
Aus der Eigenart Uranus, wie wir uns abgrenzen wollen, wird stattdessen dann ein spiritueller Weg, also ein Weg durchsetzt mit humanen Wirken, indem wir das, was Uranus an Einfluß auf uns ausübt, auf einer höheren Ebene kanalisieren.
Bei
Neptun denken viele natürlich geradezu an
Spiritualität. Es geht
aber auch unter anderem um Vertrauen, weil der
angesprochene
Lebensbereich als
"von Auflösung bedroht" erlebt wird, und der Eindruck eines
Kontrollverlustes kann entstehen, oder man kann Täuschung nicht von
Inspiration unterscheiden. Es geht natürlich bei Neptun auch Liebe und
die Schwingungen der Liebe, und er steht für die Schaffung solcher
energetischer Muster (Schwingungen), die voller hoher, wohltuender,
oder harmonischer
Energien sind, wie es bei der Kunst typischerweise (auf einer Kunst
hohen Niveaus zumindest) der Fall ist. Brotlose Kunst, die eigentlich
niemanden gefällt, erhält dann den Schleier der Täuschung, wenn sie aus
irgendwelchen Gründen trotzdem einen hohen Platz einnimmt. Man
idealisiert dann irgendeine Facette dieser Kunst, man ist verleitet zu
glauben, es spricht Ganzheit an, wenn man solche Kunst als Kunst
definiert. Und gerade das Ideal ist bei Neptun oft angesprochen. Was
letztlich zwar Geschmackssache sein könnte, aber wir finden auch in der
Politik dieses Umstand: Dort gibt es Politiker, die ihr hohes Ansehen
nicht ihren Leistungen verdanken, sondern dem Einsatz und dem
Durchsetzen, so dass man sich Eindruck verschaffte und man glaubt dann an
diesen
Politiker.
Ferner steht das Hormonsystem im Zusammenhang mit Neptun.
Man wird mit Neptun einerseits die Gabe der Intuition und Inspiration erkennen können, auch die der Einfühlung, andererseits aber auch die Verführung zur Selbsttäuschung, der gewissen Hoffnung, die zum Willen wurde, was eine Nebenform des Idealismus bedeutet (Selbstlügen sind im Grunde ein übersteigerter Idealismus). Es besteht auch die Bereitschaft, sein eigenes Handeln oder So-Sein vor anderen zu verschleiern, oder bereitwillig zur Lüge zu greifen. Die Motivation dazu ist oft, dass man sein wahres Ich und die eigenen Motive verbergen will, weil man die Haltlosigkeit fürchtet, die in sozialen Kontexten entstehen könnte, wenn man sich offen gibt. Der dazu bewegende Eindruck mag sein, andere könnten damit nicht umgehen, oder man selbst nicht mit den Reaktionen der anderen. Oft ist auch Projektion im Spiel.
Neptun gibt
uns im
Ganzen gesehen Durchdringung, die kann
unterschiedlich genutzt werden. Hier muss zum Beispiel gelernt werden
zu handeln, auch wenn
aus dem Instinktbereich Furcht aufkommt, um dadurch zum Vertrauen zu
finden, und letztlich zur heilsamen Erfahrung, dass das Leben einem in
diesem Lebensbereichen, mit denen Neptun verbunden ist, reich
beschenken kann. Es geht auch darum, wie man anderen Vertrauen
und
heilsame
Erfahrung zuteil werden lassen kann. Man muss vielleicht lernen, die
Wirklichkeit anzunehmen und auch lernen, einfach die Wirklichkeit in
einer für alle annehmbaren Weise zu "durchdringen"; ob in psychischer
Art als einer Weise sich einzufühlen, oder sich oder anderen
Inspiration zu verschaffen, sich
selbst und andere in den Antrieben und Motivationen zu
erspüren oder Beweggründe zu erkennen und Mitleid als Form des
Verstehens aaufzubringen, ein höheres Ideal als Elixier des Seins oder
Handelns zu erkennen; oder ob man höhere Ideale formuliert,
lebt oder anderen zugänglich macht, Dinge ästhetisch
verschönert,
die
Ganzheit des Lebens in irgendeiner Weise zum Thema macht - und hier
endlich findet sich auch die spirituelle Dimension des Lebens: man
erkennt, dass das Leben bereits einen Sinn enthält.
Neptun
führt uns oft erst Hemmungen vor Augen, aus denen wir empor wachsen
müssen, und Neptun konfrontiert uns auch zunächst mit unseren
Selbstlügen, oder dem Drang der Wirklichkeit zu entfliehen. Es gilt
schliesslich zu einer Haltung zu finden, das Leben in seiner Fülle und
ganzen Bandbreite anzunehmen, sich geborgen zu fühlen, im Fluß mit dem
Leben und dem Sein zu sein. Die
Hemmungen können durchdrungen werden und wir können gelernt haben, dass
Sehnsüchte und "das Verlangen nach Endlosigkeit (Unendlichkeit)" nur
gestillt werden kann, wenn wir dies auf
unsere Erlebnisart beziehen, und zB nicht auf Konsum oder diverse
Verhaltensarten (wie Beschönigungen, Täuschungen eines Gegenübers
usw.), die bloß eine Kontinutität der Erfahrung mittels äußerer
Stimulation aufrecht erhalten können.
Übrigens: Neptuns Ideale
sind etwas anders
beschaffen als wie Jupiters Ideale. Will jemand seine durch Neptun
konstruierte Ideale erklären, läuft es meist darauf hinaus, dass es
fast
nie wirklich unterlegt werden kann, dass es eben eine Art empfundene
Selbstverständlichkeit ist, während mit Jupiter eher eine
Art Hochrechnung und kategorischer Imperativ gebildet wird, ein Sinn
wird an der Realität überprüfbar, kann zB mit Analogien erklärt werden
oder mit Metaphern. Neptun bezieht
sich auf das (erlebbare) Ganze und ist in erster Linie emotional
fundiert, Jupiter strebt das Optimale an und ist mehr intutiv oder in
gewisser Weise auch vernunftgeprägt (Feuer
und Luft).
Bei
Pluto muss man sich meist in dem jeweiligen
Lebensbereich direkt
mit
dem Thema der Wandlung und
Verhältnismäßigkeit auseinandersetzen. Es scheint, als würden mit
Pluto mächtige Energien und Willensimpulse
erzeugt und fixe starre Muster, wo wir etwas bestimmtes nicht verlieren
oder nicht erfahren wollen (je nach Stellung des Plutos). Manchmal
erleben wir die grösste Tiefe mit Pluto, aber viel zu oft ist es der
Zwang, dem wir ausgesetzt sind, nämlich uns zu fügen. Wir fügen uns
niemals irgendetwas, sondern nur dem, welches wir uns ausgesucht haben.
Nehmen wir an, jemand hat einen sehr präsenten Vater der ihn andauernd
gezwungen hat, auf ihn zu reagieren. Egal wie er nun reagiert, dass er
reagiert hat, da ist Pluto oft mit im Spiel, da er den nötigen
Erlebensdruck erzeugt, mit dem wir reagieren möchten. Eine Emotion, die
empor kommt, um zu reagieren und irgendwie ist daran etwas festgelegt,
dass also eine Realität spürbar davon beeinflusst zu werden scheint.
Obwohl man meint, man könnte Pluto im Außen identifizieren, merken wir
doch schnell, dass die wahre Bedeutung nur innerlich entstehen kann. Da
wir die Bedeutung kommen sehen bei Pluto, reagieren wir oft auch im
Vorhinein, und haben damit die Macht Plutos vollendet. So denn muss oft
dieser Impuls anders aufgenommen gelernt werden. Am einfachsten stets
mit der Konfrontation harmloser aber ähnlicher Begebenheiten, in
denen man lernen kann, anders zu fühlen, sich innerlich freier zu
machen. Deshalb faszinieren uns auch bestimmte Orte, falls wir an ein
dortiges Geschehen erinnert werden: Und diese Erinnerung erhält ein
Gesicht, ein fühlbares Etwas (Bedeutung) durch Plutos Wirken, dass er
nachvollziehen lässt. Das ist die andere, positivere Seite von Pluto
neben dem Zwang, einer Bedeutung (zum Beispiel des Außen ) zu
folgen. Innerlich
folgen wir der Bedeutung, das ist bei Pluto eindeutig vom Ursprung her
ein innerliches Geschehen, das sich aber im Außen mitteilen kann.
Wo Pluto steht, haben wir meist Angst, diesen Lebensbereich frei und ungezwungen auszudrücken. Gelegentlich kompensiert man und kommt auch schon mal zu einem regelrecht grau-samen Ausdruck des jeweiligen Lebensbereiches, also sehr extrovertiert und gewaltig.
Pluto bringt Energien, die einen eigenen Willen haben. Oft ist alles sehr unkontrolliert, vielleicht weil wir als Menschen gewöhnlich eher unbewusst leben und ab einem bestimmten Punkt der Akkumulation und Anreicherung erst die ganzen Verbindlichkeiten (durch Pluto symbolisiert) ans Licht kommen, und uns dann erst bewusst werden, wenn sich bereits etwas aufgebaut hat. Dann aber haben wir die Chance eine ganz neue Ebene zu betreten und die aufgestauten Energien können befreiend wirken, wenn wir sie konstruktiv nutzen oder in die richtigen "Kanäle" leiten.
Mit Pluto werden leicht Leidenschaften erzeugt und Mauern oder ganz im Gegensatz zu Mauern machtvolle Haltungen errichtet, die zum Ziel haben, den eigenen Willen zu bewahren. Aber es kommt vielleicht ein Punkt, an dem aus diesen Mauern oder Mächten Ohnmachtserfahrungen werden, weil es noch andere Willen gibt, die grössere Macht entfalten können. Oder weil wir mit unserem Willen das Schicksal (auch unpersönliches Schicksal) herausfordern.
Pluto ballt oft zunächst Energien zusammen, formt einen Andockpunkt der Erfahrung, bei dem es um Macht und Willen geht, ob des eigenen Widerstandes oder des Widerstandes von anderen, was schließlich zur Forderung des Selbst wird, diese inneren Haltungen und Strukturen zu hinterfragen, bis an den Kern der Erfahrung vorzudringen. So dass sich entscheiden kann, oder man direkt selbst entscheidet, was aus diesen Erfahrungsbeständen und jetzigen Strukturen des Seins werden soll. Meist läuft es darauf hinaus, gewisse Einstellungen, Vorurteile, und fixe Gedankenbilder und auch Gefühlsbilder loszulassen, und das Leben völlig neu anzunehemen, kraft der Erfahrung, die einem diese Läuterung verschaffte und auch kraft der Erfahrung eines eventuellen Leidens - was bei erfolgreicher Wandlung dann sehr befreiend wirken kann und einer Wiedergeburt ähnelt. Man kommt zu neuen Dingen, neuen Ansichten, neuen Verhaltensweisen und hat das Alte abgelegt, wie eine Schlange ihre Haut. Steht vor einer Bindungslosigkeit und erfährt eine innere Freiheit.
Allgemein gilt: Was mit Pluto in Verbindung steht, wird oft als vorrangig erlebt oder vorrangig verwirklicht. Es kann darum gehen, diese vorrangige Behandlung zu ordnen, kanalisieren oder auszurichten auf das, was sich lohnt und loszulassen, was nur immer wieder zu denselben Überfluss von zB Negativität führt.
Bei Uranus fühlen wir uns bedroht, in gewissen Bereichen (Stellung des Uranus) unseren Freiraum zu verlieren. Psychologisch entsteht das Bedürfnis nach Einzigartigkeit und Besonderheit, wir brauchen für unsere Selbstentfaltung einen Freiraum. Und oft geht damit auch eine Elektrisierung, Stimulation durch immer neue Reize einher. Wir können dann nicht dasselbe an Langeweile erfahren sondern brauchen den Ausbruch aus den starren Mustern des Lebens. Weil dies sonst unseren Freiraum zu bedrohen scheint.
Wir erfahren bei einem stark gestellten Uranus mit den
Anfängen
unseres Lebens den
Drang, uns von anderen zu unterscheiden, und sehen uns als Individuen,
dem diese Einzigartigkeit gebührend zu zollen
sei. Dieser Drang resultiert aus der Wirkung des Uranus, es ist sicher
nicht unbedingt die beste Lösung, diesem Drang unkontrolliert
nachzugeben, denn man setzt sich dadurch leicht den Aspekten der
Einsamkeit und Isolierung aus, die auch Uranus entsprechen. Bei Uranus
geht es oft um eine verkehrte Welt, die Ordnung ist ausgehebelt und wie
aus dem Nichts erhalten wir hinsichtlich der mit Uranus verbundenen
Lebensbereiche, was wir brauchen oder was nötig ist. Verlassen kann man
sich darauf nicht, aber man kann sich darauf einstellen.
Mit
einem desto stärker gestellten Uranus müssen wir eine umso stärkere
psychische Integrität entwickeln, so dass wir in uns gefestigt sind,
und durch die Herausforderungen, die Uranus uns bringt, nicht mehr in
Haltlosigkeit oder Zerstreuung enden (sei es, dass wir
selbst unter diesen Eigenschaften leiden, oder andere). Wir
könnten zB oft den Halt verlieren, weil Uranus uns mit sehr
exzentrischen oder einflussnehmenden Menschen in Verbindung bringt. Bei
Pluto würde es um Macht gehen, und um Verstrickung in die
Machenschaften anderer, bei Uranus werden wir einfach überrannt oder in
unserer eigenen Richtung abgedrängt, könnten uns andere mit ihren
Impulsen etwas aufzwängen und wir verlieren dann uns selbst aus den
Augen, wenn wir dem nicht inneren Halt entgegen bringen können. Erst
dann können wir mit solchen Herausforderungen auch umgehen.
Wir
erfahren mit Uranus einen übertriebenen Drang, unabhängig zu
bleiben, oder Wege zu suchen, uns auszuleben, oft auf Kosten von
Verbnindlichkeiten. Verpflichtungen werden als unzeitgemäß
abgewertet, wir könnten
unzuverlässig und unpünktlich sein, zum Teil auch aus Unbewusstheit,
weil wir unbewusst erwarten, dass wir die Einengung nicht mögen werden,
wollen jederzeit Anregung und wenn es uns zu langweilig wird, gehen wir
einfach, oder sind bereits schon weg.
Wir verstärken
allgemein die
Art und
Weise, wie Anregung und Abenteuer geschaffen werden.
Mit Uranus verbunden sind zum Teil Impulse, die eigenständig sein wollen, und dadurch auch eine grundsätzliche Beziehung zur Intuition haben, da die Intuition sich als losgelöste Art erweist, wie aus Erfahrung und vorhandenem Wissen ein zwingender Gedanke oder eine zwingende Absicht formuliert wird, ein neues Sehen. Neu soll nicht heissen, dass dieses Neue dabei in Bezug zu etwas Altem steht, sondern soll heissen: dass die herkömmlichen Sinne einfach überschritten werden, um Informationen zu erhalten. Diese höhere Intuition wird dann mehr oder weniger als Fähigkeit und Talent gegeben sein - sofern die Stellung von Uranus (Aspekte vor allem, aber auch Haus) und das gesamte Radix diese Möglichkeit auch tatsächlich aufzeigen.
Die Gefahr
ist stets Eigenwilligkeit und
Exzentrik, als eine Art Ersatz-Lebenskern, aber auch indem
Intuition nicht zu den wahren Quellen des Wissens greift, sondern aus
diesem Ersatzlebenskern nur noch zu ungeprüfter Originalität kommt, da
man glaubt, man müsse einen extremen Abstand zu anderen erzeugen, weil
man sonst nicht authentisch sein könnte.
Im Grunde geht es
darum, je nach Radix, eine eventuelle
Selbsterhöhung oder Eigenwilligkeit, die man mit der Zeit angenommen
und gebildet hat, abzuschwächen, indem man aus den spannungsreichen
Konfrontationen, die Uranus im Umgang mit der Welt und sich selbst
bescheren kann, lernt, dass man nicht an ein bestimmtes Verhalten oder
bestimmte äußere Vorgaben gebunden ist, um sich frei und unabhängig zu
empfinden.
Es geht auch darum, dass man beim authentischen
Gebrauch
der
überindividuellen Impulse des Uranus auch
immer einen (freiwilligen, idealistischen) Beitrag für die Gesellschaft
leistet. Es kann manchmal auch sinnvoll sein, das Fremde und
Andere zu achten, Sprünge und plötzliche Änderungen zuzulassen, oder
das, was man im Augenblick gerade empfinden mag,
als etwas anzusehen, dass man im nächsten Augenblick ja bereits
anders empfinden könnte.
Was mit Uranus in Verbindung steht, wird ebenso wie bei Pluto oft als vorrangig erlebt, aber bei Pluto steht sind diese Dinge viel unbewusster oder besser gesagt liegen im Verborgenen und sind oft triebbestimmt, während man bei Uranus meist sehr bewusst den Reiz empfindet, der es mit sich bringt, etwas zu tun, zu sein oder haben zu wollen, es geht in die Mentalität ein - hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass dann andere Dinge vernachlässigt werden, und so eine Unausgewogenheit aber auch Gefahr entstehen kann, weil man den Kern aller Notwendigkeiten und soliden Boden vernachlässigt, zum Beispiel im Sport, oder im sozialen Leben.
Uranus ist
ein Faktor, der
wie kein
anderer für Unzuverlässigkeit steht, auch Unpünktlichkeit (während
Jupiter Zuverlässigkeit von anderen erwartet und meist Zuverlässigkeit
auch im eigenen Handeln mit sich bringt).
Ein bisschen
Relativität
und
Objektivität
können sich als sinnvolle Abrundung der allgemeinen Energien des Uranus
erweisen. Neptun kann manchmal die gewisse exzentrische
Launenhaftigkeit uranischer
Impulse dämpfen, wenn Neptun zB Aspekte zu Sonne oder Mond hat (Neptun
wägt dann etwas mehr ab als sensitiver Planet) . Aber
andererseits gibt es auch geradezu die Möglichkeit, dass Neptun diese
Auswüchse von Eigenwilligkeit noch weiter antreibt und die
Selbstverblendung am Ende sich nur noch verstärkt. Wie immer, kommt es
nicht nur auf das einzelne Radix, sondern auch auf die Reife des
Horoskopeigners an, wie er die Energien aufnimmt und lebt.
Anfänglich
erreichen uns all diese
Energien von Neptun, Uranus und Pluto auf eher
grobe Art, und man könnte fast eine Beschreibung dazu finden, auf welchen
Wegen uns der Teufel verführt, denn wir finden anfangs oft
Gefallen an
dieser Art, von Neptun, Pluto oder Uranus betört zu werden, oder gehen
ganz einfach in ihre Fallen.
Hier
werden wir
auf
einer Weise beeinflusst, die allgemein fast immer mit Grobheit,
Unbestimmtheit und zu viel Persönlichkeit verbunden ist (der Lebenskern
ist nicht mit der Persönlichkeit gleichzusetzen und wird durch unsere
Sonne gebildet) - und gerade
darum geht es: das Persönliche ein wenig zurückzustellen, um diese
Energien von Pluto, Neptun und Uranus in das eigene
Erleben sinnvoll zu
integrieren. Massgabe für die Integrationsweise ist die
Sonne.
Man sagt oft, dass man Probleme oder ein Glück, was in einer
Konstellation entsprochen ist, anzieht.
Vielleicht taugt eher der Begriff einer Fügung, in der wir
selbst
nicht
nur anziehend wirken, sondern selbst auch angezogen werden (an
entsprechende Umstände geraten, an entsprechende Menschen geraten
usw.). So fügt sich alles, freilich immer noch massgeblich dadurch
bestimmt, wie wir selbst unser Radix leben und durch unseren Willen und
den Idealen, wie sich unser Leben gestalten soll, eine grundsätzliche
Schwingung erzeugen.
Der Ausdruck
"Anziehung von Problemen" hat
in dem Kontext von schwierigen Problemen jedoch ein diskriminierendes
Element
an sich, als ob geradewegs betont werden würde, dass jemand selbst dran
schuld ist an seinen Problemen. Oder dass er nur eine andere
Einstellung bräuchte. Denn die Verhinderung einer rigorosen Anziehung
des
Schlechten erfordert nicht nur eine andere Einstellung, sondern die
Umformung der persönlichen Energien, was oft nur eine
langwierige
Angelegenheit sein kann. Sicher muss man irgendeiner Weise auf diesen
Umstand hinweisen, doch wenn ich mir die Wortwahl vor Augen halte, dann
hat die Beschreibung 'Fügung von Problemen' eine andere Nuance als wenn
man von 'Anziehung von Problemen' spräche. Bei letzterem steht
eindeutig ein Pol im Vordergrund, nämlich das eigene Sein. Wenn man von
Fügung spricht, dann ist die Beschreibung etwas objektiver,
allumfassender. Denn auch der Täter gerät an sein Opfer, und nicht
nur das Opfer an seinen Täter.
Für den einen, der
gewisse
Probleme anzieht, liegt die einzige Möglichkeit der Lösung natürlich
darin, zu überprüfen, warum und unter welchen Umständen er in
Schwierigkeiten gerät. Vielleicht ist er zu gutgläubig, oder lässt sich
zu leicht beeinflussen, kann Situationen nicht einschätzen, dann könnte
es darum gehen, zu lernen, Distanz
zu wahren oder die Entscheidungskraft zu stärken, und so weiter.
Vielleicht ist es so auch, dass es das
Schicksal ist, das einem eine Lernaufgabe heran trägt, die man
nur
nicht anzunehmen bereit ist, und es wird dies so lange tun, wie man es
annimmt, und wenn man es annimmt, ist es natürlich wichtig, dabei Demut
nicht mit Untwerwürfigkeit zu verwechseln. Was es auch sei - selbst
wenn es ein unabwendbares Leiden ist, welches man letztlich
hinnehmen muss (Krankheit), gibt es gewiss irgendeine Möglichkeit,
darauf adäquat zu reagieren und genau darauf kommt es an.
Auf einem Weg kommt uns jemand entgegen. Es erscheint ein Gegenüber. Wir können ihn gut erkennen. Wir stellen uns die Frage, was aus der Begegnung entstehen könnte. Wir vermuten zunächst einen Gegensatz.
Eine Opposition steht in Bezug zu einem Thema, aber es gibt zwei völlig gegensätzliche Haltungen. Man kann das Oppositionelle in der Politik gut nachvollziehen: wo es oft eradezu um eine verschärfte Opposition geht, indem man zu der Regierungspartei, beinahe egal was diese tut, stets eine Gegenposition einnimmt.
Die Opposition erzeugt grundsätzlich das Potential oder eine Fähigkeit der Vermittlung zwischen verschiedenen Standpunkten. Auch Übersicht.
Mit der Opposition kann auch eine konkrete Gegenüberstellung verbunden sein, bei der die Planeten in der Opposition für eine gewaltige Erwartungshaltung sorgen. Wir finden, es gibt da etwas, was uns stört (genauer einem der beteiligten Planeten stört). Anstatt in uns selbst zu forschen, welche Erwartungen und Voreingenommenheit wir selbst haben, projizieren wir diese auf den anderen, sehen die Probleme durch den anderen bedingt. Anstatt wir begreifen, dass wir nur besonders sensibilisiert auf etwas sind. Wir können bestimmte Sachverhalte wahrnehmen, über die andere hinweg gehen. Der Mensch denkt instinktiv, was er wahrnimmt, nimmt auch jeder andere so war - und das ist das erste, was wir bei einer Opposition klären müssen: dass nämlich nicht jeder die Dinge so wahrnimmt, wie man es selbst tut!
Wir erwarten von ihm, dem Anderen Erfüllung, dass er den Konflikt, den wir ja wahrnehmen, löst. Im Grunde ist das eine sehr unreife Verwirklichungsart, aber sie kommt bei der Opposition sehr oft vor. Wir wollen dann die Umgebung beeinflussen, weil gewisse Elemente darin uns einfach stören. Wir erleben, dass wir etwas überwinden wollen, und sehen den unerwünschten Zustand im Aussen. Folglich entsteht das natürliche Bedürfnis, etwas aus dieser Ungereimtheit zu machen. Wir können einen konstruktiven und sinnvollen Weg wählen, auch mit Beeinflussung des Aussen, oder destruktiv und sinnlos, ebenso mit Beeinflussung des Aussen. Es handelt sich um die Pole Gestaltung und Rücksicht einerseits oder Arroganz und Ignoranz andererseits. Kreativität oder Manipulation.
Die Probleme, die die Opposition mit sich bringt, werden oft in Beziehungen zum Ausdruck gebracht. Bei diesem Aspekt ist die Gegenüberstellung das archetypische Thema. Es kann darum gehen, auf einen unterschiedlichen Standpunkt (dem Gegenüber) entsprechend zu reagieren und so die Trennung und Unvereinbarkeit aufzuheben und es können auch Dinge oder Sachen gegenüber einem selbst diese Unvereinbarkeiten zeigen.
Rein technisch und statisch betrachtet stehen sich bei der Opposition einfach zwei Kräfte gegenüber. Aus der jeweiligen Sicht eines Planeten geht es darum, das, was ihm fehlt und im Widerspruch zu ihm ist, zu begreifen und anzuerkennen, und nicht zu verdrängen - das allein genügt natürlich nicht, sondern im nächsten Schritt, nachdem man die Gegenüberstellung aushalten kann, geht es darum, die Eigenschaften des jeweiligen Planeten mit dem Gegenwicht des oppositionellen Faktors dennoch ausdrücken zu können, und zwar in einer konstruktiven, sinnvollen Weise. Die Opposition veranschaulicht wohl die einfachste und grundlegendste Form einer Herausforderung. Man sieht sich einem Gegensatz ausgesetzt, der die Funktion oder den Ausdruck des jeweiligen Planeten zunächst in Frage stellt - für diesen Planeten und seinem Ausdruck geht es einfach darum, diesen zusätzlichen Aspekt eines Einflusses auf ihn zu berücksichtigen und in einfachsten Worten: zu reifen, indem man zum authentischen Ausdruck kommt, und der prüfenden Belastung des opponierenden Planeten standzuhalten vermag.
Die gegenüberliegende Position kann bei der Opposition auch eine projizierte Eigenschaft sein, also eine Eigenschaft, die erlebt wird, und deren Ursachen man beim Anderen vermutet, aber in Wahrheit aus dem eigenen Inneren resultiert. Der Andere nimmt nur den Platz des opponierenden Planeten ein, weil unsere Wahrnehmungsart im Grunde dies hervorbringt, wo der Blick vom Selbst ausgehend zu einem äußeren Bezugspunkt aufgebaut wird. Dabei kann, wenn wir uns unserer Wahrnehmung blind überlassen, der Eindruck entstehen, dass die Reaktionen des Anderen eben nicht etwa Spiegel unserer eigenen Anreize sind, die ihn ja zu einem solchen Handeln bringen. Wir vernachlässigen dann unseren eigene Standpunkt, wir stehen auf unserem eigenen blinden Fleck.
Zum Beispiel
könnte man bei einer Mond-Mars Opposition glauben, dass der Andere
überaus reizbar ist, während man selbst tatsächlich schon gereizt eine
Vorlage bietet und mit eigenen Signalen und Impulsen der Gereiztheit
dafür sorgt, den anderen
aufzureizen. Oder man ist selbst gereizt, während der andere das nur
leicht ist. Man übersieht das eigene Verhalten und bemerkt
entsprechende Eigenschaften oder Merkmale vorwiegend bei einem anderen
Menschen, weil man selbst insgeheim aber schon diese Eigenschaften
schon kennt (weil sie zu einem Selbst gehören, angezeigt durch die
Planeten der Opposition - man ist für solche
Eigenschaften sensibilisiert).
Man hält diese Eigenschaften
für
übertrieben beim anderen, aber bemerkt nicht, dass man genau
diesen Schatten unverarbeitet bei sich selbst hat - womit man sich in
gewisser Weise
eine Brille aufsetzt und die Welt durch die Gläser der eigenen inneren
Befindlichkeit wahrnimmt; andere werden dann, beinahe egal wie sie sich
verhalten, durch diese Brille gesehen und können nur diese
Eigenschaften
zeigen, weil die Brille diesen Blick vorgibt - Projektionen und
unverhältnismässige
Betrachtungen sind sehr typisch für Oppositionen.
Bei einer Opposition ist es oft der Fall, dass einer der Planeten sich gegen den anderen stellt, und nicht gelernt wurde, den schwächeren Planeten in Bezug zu sich und dem entsprechenden Verhalten, das durch den Planeten angezeigt ist, adäquat auszudrücken.
Die
Opposition erzeugt oft eine Übererregung. Es gibt, selbst
wenn die Opposition über die Zeichen hinaus geht, eine Hochpolung der
Energien, da beide
Planeten sich gegenseitig antreiben. Dieser antreibende Effekt kann
natürlich hervorragend genutzt werden, sich weiter zu entwickeln. Der
Unterschied zu einem Quadrat ist, dass man bei einem Quadrat eher zu
einem Handeln kommt, dass das Quadrat zum Handeln und zur Einflußnahme
anregt, und die Opposition mehr auf die Psychologie einwirkt.
Oppositionen sind
hervorragend für die
Selbstbeobachtung geeignet, mit der man schließlich auch die
existenzielle Grundsituation besser verstehen lernt. Man erkennt, dass
die Gegensätze und Widersprüche im Leben ein Potential der
Höherentwicklung beinhalten, hin zur Integrität und zur
Konstruktivität. Eine Opposition ist auch gut für
Wissenschaftler
geeignet.
Offensichtlich ist das Element nicht der zwingendste Grund für die Wirkung eines Aspektes. Denn die Opposition oder jeder andere Aspekt wirkt auch dann, wenn die angesprochenen Elemente nicht der Winkelbildung der Zeichen entsprechen (zB Opposition: Krebs und Steinbock stehen in einem Wasser/Erde Verhältnis). Die Wirkung ist in diesem Fall eine feine Nuance schwächer, als wenn die Opposition auch von den Elementen her gegeben wäre. Mit den Elementen können die Wirkungen der Aspekte tiefenpsychologischer und hintergründiger gedeutet werden. Die Elemente und Zeichen eines Aspektes bilden Teilmotivationen und archetypische Grundmuster. Dennoch gründen sich die Aspekte auf bloßen Winkelbeziehungen.
In einer Opposition kann der in der Umlaufgeschwindigkeit schnellere Planet, und damit sein Thema, von dem langsameren Planeten regelrecht zurückgedrängt und zurückgeworfen werden. Damit ergibt sich im praktischen Leben oft die Flucht vor einer Auseinandersetzung oder einem heraufziehenden Konflikt - was dann aber nur noch stärker den Planeten zum Tyrannen machen kann, weil sich die Realität auch bei einer Opposition meist in irgendeiner Weise fügen und ereignen wollen. Man muss bei dynamischen Aspekten immer die Richtung bestimmen wollen, zumindest für sich selbst und die eigenen Anliegen bereit sein, eine Richtung zu gewinnen. Sonst übergibt man das Heft des Handelns weitgehend äußeren Faktoren und dem Zufall.
Jede Opposition
kann man
relativ leicht in
ausgewogener Weise
gestalten:
man identifiziert zunächst den
Planeten, der die meisten Probleme verursacht. Allerdings sind das
manchmal beide Planeten der Opposition, die sich in ihrer Schwierigkeit
abwechseln, je nach Situation, in der man sich befindet, was ja nicht
jeden Tag gleich ist. So muss man die jeweiligen Probleme
identifizieren und
jeweils dem betreffenden Planeten zuordnen.
Dann betrachtet
man den
in der
Umlaufgeschwindigkeit
schnelleren
Planeten, und stellt sich vor, dass
der in Opposition stehende ranghöhere
und langsamere Planet den
schnelleren behindert und den stärksten Einfluß ausübt. Man muss hier
mit den Qualitäten und
Eigenschaften des schnelleren Planeten und seines Zeichens in gewisser
Weise entgegensteuern, und die Energien des schnelleren Planeten
"befreien" vom Druck, das geht meist nur, indem man einen geeigneten
Weg findet und es geht nicht einfach in einer Weise, dass man den
langsameren Planeten total ignorieren kann.
Lernen
als
einer echten Errungenschaft, dass man auf Kurs bleiben kann im
Angesicht eines Widerspruchs.
In einem
weiteren Gesichtspunkt wird der in Opposition stehende langsamere
Planet wertvolle
Eigenschaften ergänzen, die man aber nur dann nutzvoll einbringen kann,
wenn es einem gelingt, die Lektionen, die dieser Planet stellt, zu
meistern.
Man
kann mit jedem Planeten einen gewissen Teil von Eigenschaften
seines
gegenüberliegen Zeichens entfalten lernen, besonders in den Punkten,
die unausgewogen sind. Ein Widder Planet, der an sich ungestüm, spontan
oder direkt ist, kann zB in den
Waage-Eigenschaften Geschmeidigkeit, Verhandlungsbereitschaft,
Gleichmut
und
Ausgewogenheit finden.
Ein Planet in seinem Zeichen kann durch
das
gegenüberliegende Zeichen eine grössere Bandbreite an Möglichkeiten
finden. Im gegenüberliegenden Zeichen liegt eine Art komplementäre
Ergänzung. Bei der Opposition wird diese zu leistende Integration
geradezu notwendig und zwingend.
Links und rechts kreuzen Personen unseren Weg. Wir könnten sie beinflussen, sie könnten uns beeinflussen. Bei jeder Kreuzung könnte etwas passieren oder geschehen, sie haben eine andere Sache und Weg im Sinn.
Quadrate im Radix erzeugen zunächst in ihrer Wechselwirkung etwas Unvereinbares. Ein Querschlag oder Querschuss entsteht. Man tut etwas und es hat etwas anderes und weiteres zur Folge.
Positiv ergibt sich mit dem Quadrat immer ein gewisser Schneid. Aber allzuoft ist mit dem Schneid auch irgendwo etwas übertriebenes mit verbunden.
Oft hilft es zu schauen, welcher Planet der beiden beteiligten Planeten auf Kosten des Anderen ausgedrückt wird. Ein Quadrat steht fast immer in einem ganz deutlichen Bezug zur Psychologie eines Menschen und beschreibt grundsätzliche Charaktereigenschaften.
Den eigenen Charakter kann man veredeln oder weiterentwickeln, indem man den Bezug auf ein Außen nicht überbewertet, und innere Regungen unkontrolliert nach aussen agiert (weil man annimmt, die An-Regung, die von aussen kommen könnte, muss beantwortet werden), sondern die möglichen Ursachen für die Probleme bei sich selbst sucht und aus Fehlern immer wieder zu lernen bereit ist.
Man hat mit dem Quadrat immer die Situation, dass stets etwas gewirkt oder geschaffen wird, und muss sich daher anfreunden mit dem Gedanken, dass der Irrtum und die Unvollkommenheit menschlich ist.
Man
kann
versuchen beide im Quadrat beteiligten Planeten und ihre Energien oder
Themen zu
arrangieren. Meist wird ein Planet gehemmt, oder kommt nicht richtig
zur Geltung. Wenn es ein Transsaturnier ist (Uranus, Neptun, Pluto),
dann geht es darum, sich diese Energien bewusst zu machen, und zu
erkennen, was auf der Gegenseite steht; zB ist es bei
Uranus oft
ein
extremer Eigenwille oder Eigensinn, der sich Bahn brechen oder
Geltung verschaffen will, und nun versucht man einfach zu
erkennen, was man alles an Wesentlichen verliert, wenn man diesem
Impuls zu
oft nachgeht, oder, je nach Veranlagung und Radix, sich gegen solche
Impulse von aussen zur Wehr setzt, obwohl sie von anderen nicht
zwingend
realisiert sind, sondern meist nur überspitzt wahrgenommen werden.
Quadrate
regen an, und dies mag von innen herrühren oder von außen. Das ist
meist bei jedem einzelnen Aspekt anders, und der eine lebt den Aspekt
introvertiert, der andere extrovertiert.
Bei einem Quadrat kann man nicht verhindern, dass Energie freigesetzt wird, daher muss man einen Weg oder ein Handlungsfeld finden, um diese Energien angemessen ausdrücken zu können. Das Quadrat verlangt nach Kanalisierung der Energien, man muss die Energien ausrichten und die wesentlichen Zwecke und Mittel bestimmen, und sie nicht dem Lauf der Dinge überlassen (bzw. dem Lauf der unkontrollierten Energien). Da die Energie aber immer eingesetzt wird, ergeben sich solche Handlungsfelder automatisch. Damit ist auch ein enormes Potential gegeben, weil man einen automatischen und dauerhaften Antreiber mit dem Quadrat erhält. Anreize, Impulse, Anregungen.
Nun ist es die Frage, ob sich der Einsatz lohnt und Glück verspricht und welche genauen Mittel und Zwecke man einsetzen sollte. Die Energien brauchen eine Art Ausrichtung, nicht Reglementierung im Sinne von Beschneidung oder Begrenzung (das erzeugt oft nur aufgestaute Energie), sondern Ausdrichtung in der Art des Ausdrucks, nämlich qualitativ und sinnvoll zu handeln.
Das Quadrat hat eine Ähnlichkeit mit der Mars-Energie, insofern hier unbedingt etwas getan werden will, und man leicht "zu viel des Guten" beiträgt, zuviel an Impuls und Regung.
Das Quadrat erzeugt Spannungen, die einem feindlich erscheinen können. Anders gesagt hat das Quadrat, wie Döbereiner es beschreibt, eine Ausschliesslichkeit als typisches Merkmal. Aus diesem Grund begehrt man oft auf. Der wirkliche Sinn liegt manchmal aber woanders, und zwar in der Ausbildung einer konstruktiven Herangehensweise für alle gegebenen Probleme, die beim Quadrat zudem auch von aussen schicksalsmässig angezogen werden können. Sie, die bedrückenden Erfahrungen, tauchen auf, als Hinweis, dass man diese Integration noch nicht zustande gebracht hat. Ab dann kann das Quadrat auf jene Bereiche günstig einwirken, die Ausschlußcharakter haben, das heisst, man kann mit solchen Bereichen viel besser umgehen. Ausserdem erzeugt das Quadrat in und durch sich ein bestimmtes Maß an Dynamik.
Die Energie, die einem zur Verfügung steht, befindet sich in einem regelmässigen und dynamischen Auf und Ab; das heisst, es gibt beim Quadrat Phasen, in denen man in Hochform aufläuft und dann gibt es wieder Phasen, in denen man sich fragt, warum man gerade jetzt so wenig Energie und Fähigkeiten zum Einsatz bringen kann. Mit der Zeit kann man lernen, sich ein wenig das Niveau zu halten. Man wird immer wieder gewisse Hochphasen erleben können, die dazu dienen mögen, das gesamte Niveau im Umgang mit den betreffenden Planetenenergien mittel- und langfristig zu steigern.
Um die beteiligten Planeten ausgewogen auszudrücken, muss man lernen diese Energien nicht mehr zwanghaft auszuleben, auf der Jagd nach neuen Abenteuern, Eroberungen, Durchsetzungen oder Reizen. Es geht keinesfalls darum, untätig zu werden, sondern den Sinn in solchen Handlungen und Situationen zu begreifen, die mit dem Quadrat einher gehen mögen, um dann daraus klug zu werden.
Der Begriff Reibung passt sehr gut auf das Quadrat. Das Quadrat kann etwas "neues" erzeugen, vor dem wir Angst haben können. Eine Situation, die wir nicht gewollt haben, die aber durch den Quadratwinkel unweigerlich hervorgerufen wird. Angst oder Unsicherheit verhindert die Auseinandersetzung und kann einen Komplex verursachen, indem die Quadratthematik oder ein einzelner beteiligter Planet vom übrigen des Horoskops abgeschlossen wird und in gewisser Weise ein Eigenleben führt, auf dessen Energien wir aber jederzeit wieder stoßen werden, weil letztendlich alles im Horoskop zusammenhängt und dadurch alles auch immer einen Einfluß haben wird. Auch gehemmte Energien machen sich noch als Bedrückung oder als fehlender Ausdruck bemerkbar, woraus sich letztlich Frustrationen ergeben.
Sehr verschiedene Kräfte kommen zusammen und stellen je ihre eigenen Bedingungen, zu denen der andere Planet im Quadrat etwas völlig gegensätzliches anzuführen hat. Dieser Gegensatz und die Fremdheit aber ist nur der Anfang, die Ausgangslage. Die Kräfte und Energien können in einem weiteren Schritt auf ein neues Niveau gebracht werden, was man gemeinhin auch Synthese nennt. Quadrate ermöglichen die "Konfrontationswilligkeit", man lernt Problemen und Herausforderungen zu begegnen und konkret etwas zur Schicksalsbewältigung zu tun. Dieser Effekt tritt auch auf, wenn es genaue Quadrate auf die AS/DS Achse und MC/IC-Achse gibt, dann wird das Grundempfinden von einer Atmosphäre des Kampfes durchdrungen, den man entweder von aussen auf sich erfährt, oder schliesslich selbst im Sinne der eigenen Zielrichtungen ausüben möchte, um gewisse Dinge zu erreichen. Als positives Motiv kann man sich einfach hin und wieder mal sagen wollen: "Aha, es gibt auch noch anderes, man kann es auch anders sehen"... ohne dass man sich auf etwas einlassen muss oder von etwas berühren lassen muss.
Typisch für jedes Quadrat ist zum Beispiel eine Inspiration, die dann zustande kommt, weil der imaginäre Widerstand eines "Nicht-Weiter-Könnens" auftritt. Ein Quadrat erzeugt eine beinahe permanente Bereischaft, man erwartet, dass etwas geschehen kann oder sorgt selbst dafür. Meist ist also irgendetwas "da", und verlangt nach Einfluss, Handlung oder Richtung. Es gibt in Bezug zum Quadrat immer noch etwas, was man besser machen kann - das bildet die Grunderfahrung beim Erleben eines Quadrates.
Der Quadrataspekt verursacht einen Effekt, den man auch mit einem erzwungenen Manifestieren oder Realisieren vergleichen kann (so ergibt sich eindeutig ein kardinaler Charakter des Quadrats). Dabei streben die Energien allerdings nicht in dieselbe Richtung. Daraus ergeben sich dann oft Fehler, weil man sich als betreffender Horoskopeigner noch nicht genügend mit diesem Thema, das durch das Quadrat angezeigt ist, auseinandergesetzt hat. Die Energien treiben etwas auf die Spitze und etwas kann zur einen oder anderen Seite in einer Weise abfallen, oder entstehen, wie es als ungewollt, unangenehm, unduldbar erlebt wird. Die Synthese, sozusagen also der letzte Schritt der Realisierung, muss noch erfolgen bzw. geleistet werden. Das Quadrat erzeugt einen Befehl, sich mit dem Thema der Planeten auseinanderzusetzen.
Das Quadrat erzeugt eine zwingende Situation oder Thematik, und zwar auf eine Art, die eine Auseinandersetzung erfordert. Mit jedem Quadrat einher geht schliesslich Lebenserfahrung, und jedes Quadrat trägt zum Schneid eines Menschen bei (man kennt den Spruch: jemanden den Schneid abkaufen; beim Quadrat aber ist dieser Schneid meist auf einen selbst bezogen, ist Teil des eigenen Wesens, anders als wie bei der Opposition, wo man oft anderen unbewusst den Schneid abjagd oder sich von anderen abjagen lässt).
Das
Sextil
leitet an und reizt zum schöpferischen Einsatz der beteiligten
Energien,
man schafft den Weg zum Einsatz der Energien relativ einfach und
gekonnt, man will diesen Weg gehen, bereitet es zu,
und wenn es
eine Anforderung der Realität gibt, dann fügt man sich manchmal
sogar zu schnell in diese Forderung ein, und übergeht die
Verwirklichung im Sinne der eigenen Sache. So kann man jedoch auch von
der Gabe der Flexibilität bei Sextilen sprechen. Während man
beim
Trigon
davon sprechen kann, dass die Wege hin zum schöpferischen Einsatz der
beteiligten Energien bereits bestehen, schon geebnet sind, aber dafür
der Weg erst noch gegangen werden muss, oder aber man geht diesen Weg
zu leichtfertig, und vernachlässigt es, die Planetenergien auf ein
höheres Niveau zu bringen; man hat den Eindruck, dass etwas bestimmtes
sehr gut möglich ist, aber man selbst verwirklicht es eben nur halbgar.
Hier helfen Quadrate oder Oppositionen, die durch ihre grundsätzliche
"Kritik" und Infragestellung (entsteht durch die Konfrontation mit
Unvereinbarem) uns in gewisser Weise antreiben.
Das Trigon hat
sehr
viel mit dem Fließen von Energien zu tun, weil die Elemente gleich
sind. Aber auch wenn dies nicht der Fall ist, hat das Trigon die
Wirkung, die Planeten sehr leicht zusammen zu bringen, selbst wenn es
sich um unvereinbare Planeten wie Saturn und Mond handelt. Allerdings
wird ein Saturn Aspekt auch der harmonischen Art (Trigon, Sextil, auch
Quintil usw.) nicht allein dazu führen, dass man sich mit Saturn
nicht mehr auseinandersetzen muss, sondern Saturn kann auch hier etwas
fordern; es ist ein Planet der beharrlicher Unerbittlichkeit.
Gewöhnlich fällt es aber mit harmonischen Aspekten leichter,
diesen Forderungen mit Einsicht
nachzukommen; in diesem Fall sorgen die
harmonischen Aspekte für eine Art Möglichkeit, eine Gelegenheit der
Seinsänderung oder Beschränkung (Saturn) wohlwollend anzunehmen,
wodurch dann bei Saturn/Mond zB einfachste Gelassenheit und
Selbstdizsiplin entstehen kann.
Wenn
nun aber der Saturn schlecht steht, zB durch spannungsvolle Aspekte mit
Saturn, dann ist es natürlich auch bei einem Sextil oder Trigon
zwischen Saturn und Mond nicht unbedingt leicht, zur Disziplin zu
kommen, weil die Spannung zunächst ein grössseres Gewicht darstellt,
als die Möglichkeit zur Stabilisierung. Es kommt dann auf den
Horoskopeigner an, den mit Sextil oder Trigon geebneten Weg
anzunehmen. Diesse Fähigkeit zur Einsicht, ist natürlich nicht in jedem
Horoskop mit einem Saturn/Mond Aspekt in gleicher Weise vom Schicksal
(oder Karma) "angeboten". Aber die Möglichkeit besteht selbst bei
Quadraten zwischen Mond und Saturn, ja da wird es sogar nötig sein,
seine Gefühle und Befindlichkeit zB nicht in depressiven Mustern
verhärten zu lassen, und sich stattdessen auf Weise des Saturns eine
neue stabile Gefühlslage zu erarbeiten.
Beim Trigon ist das Erleben des Aspektes eine Art Sein und Befindlichkeit, während es bei einem Quadrat immer auf ein Handeln oder als Hemmung auf eine Blockade hinausläuft. Das Quadrat hat das Thema Unvereinbarkeit, Wechselwirkung, Querschläger. Die Opposition weist auf das Thema Gegensatz, Widerstand, Widerspruch. Das Trigon bedeutet fliessende Energien.
Das
Trigon
hat viel Ähnlichkeit mit dem Jupiterprinzip, da sich neben der Fülle an
einem Vermögen auch eine gewisse Selbstverständlichkeit ergibt.
Man
sieht die Fülle, nimmt Erfüllung schon wahr, bevor Talente oder
Möglichkeiten genutzt werden; vernachlässigt, dass
diese Erfüllung oft nur ein Eindruck ist, den man in sich selbst
vorfindet, ein Seinszustand,
angeregt und erzeugt durch das Trigon.
Auf das Trigon
greift man
regelmässig zurück, wenn sich eine Gelegenheit bietet, um sein ganzes
Können zuversichtlich einsetzen zu können. Dabei steht manchmal auch
eine erhoffte Errungenschaft oder Gunst im Vordergrund, die mit einem
selbst zu tun haben soll, und ohne die Aussicht auf diese Gunst würde
man kaum tätig werden. Meist aber wird das Trigon und die beiden
beteiligten Planeten herangezogen, um eine gegebene Möglichkeit, die in
einer Situation oder Sache steckt, geschickt und mit einer
selbstverständlich wirkenden Direktheit zu verwirklichen.
Mit
dem Trigon fehlen aber geradezu Reibung und Gegensätzlichkeit und so
kann es geschehen, dass Trigone statisch machen oder bewegungslos.
Offensichtlich kann ein vom Orbis genaues Trigon diese Statik jedoch
etwas aufbrechen (auf diese Besonderheit exakter Trigone wies bereits
Robert Hand hin). Die Planeten
erscheinen zugespitzt durch die Exaktheit und kommen sich in der Weise
nahe,
womit das Bewusstsein viel eher entscheiden kann, etwas zu tun; weil es
naheliegender geworden
ist, diese Energien auch einzusetzen, etwas zu bewegen oder zu
manifestieren.
Es ist auch der erste Griff bzw. Handlungsimpuls in leicht zu bewerkstelligenden Problemlagen oder Situationen und man kommt auf das Trigon, weil man zur Sicherheit und Stabilität gelangen möchte. Das Trigon verführt daher, immer die gleichen Wege zu gehen. Das Trigon steht einem bei und verursacht eine gewisse Grundempfindung, die zum Teil der persönlichen Ansichten werden kann, wobei der beteiligte und in der Umlaufgeschwindigkeit langsamere Planet die massgeblichen Einflüsse ausübt. Daher geht es auch beim Trigon darum, dass man den in der Umlaufgeschwindigkeit schnelleren Planeten bestrebt ist weiter zu entwickeln, um das volle Potential auszuschöpfen, welches man mit dem Trigon und dem anderen Planeten erhält.
Das Trigon steht auch für die selbstverständlichen Überzeugungen. Das Trigon kann ein wenig Intoleranz erzeugen, wenn wir glauben, dass das, was wir sind, tun oder können, auch für alle anderen gelten müsste.
Positiv am Trigon sind auf jeden Fall die Eigenschaften der Stabilisierung, und hier klingt auch ein wenig des Saturnprinzips an, weil das Trigon in uns Strukturen kristallisieren lässt, die uns stützend beistehen und Sicherheiten verleihen.
Auf einem Weg gehen wir zusammen mit jemanden oder mit
anderen. Wir
sehen, dass wir in eine Richtung gehen. Wenn die Leute uns angenehm
sind, dann fühlen wir uns bestärkt. Wenn die Leute etwas verkörpern,
womit wir gar nichts anfangen können, dann ergibt sich eine andere
Wirkung, aber dennoch sind und bleiben wir auf einem Weg und in einer
Richtung. Es ist erfahrungsgemäß eigentlich leichter, wenn wir mit
Leuten zusammen gehen, als wie wenn uns welche entgegen kommen.
Tendenziell würde ein anderer, der am Wegesrand steht oder uns
entgegenkommt, uns als zusammengehörig wahrnehmen.
Eine
Konjunktion bündelt zwei Planeten zu der stärkstmöglichen Kraft im
Horoskop. Damit erhält man mit einer Konjunktion immer auch eine Menge
an Potential. Doch da die beiden Planeten sich auf den Füßen stehen
können, wird auch ein gewisser blinder Fleck erzeugt, man entwickelt in
der Regel einen starken Selbstbezug und es fehlt die Vermittlung und
Ausgewogenheit mit der Aussenwelt oder mit Eigenschaften, die nicht in
der Konjunktion und dem Zeichen, in dem die Planeten stehen,
entsprochen sind. Man ist daher auch meist ein wenig
subjektiv,
weil man - bedingt durch die Planeten, die als Wirkkräfte
auftreten - eigene Wahrnehmung nicht von sich selbst
verursachht
erkennt. Und Konjunktionen können die Wahrnehmung einer Welt, in der
immer etwas bewegt wird, etwas beeinflussen.
Wenn ein Planet
introveriert erlebt oder verwirklicht wird, könnten wir gewisse Dinge
als etwas wahrnehmen wollen, was sie real nicht sind.
Es ist nützlich, einmal die grundlegende Natur der Planeten sich als Wirkkräfte vor Augen zu führen - also unabhängig, ob diese eine Planeten Konjunktionen bilden, aber bei Konjunktionen mögen die genannten Verwirklichungsformen eine grosse Rolle spielen: Nehmen wir an, es handelt sich um Saturn, dann könnten wir beinahe in jedem Menschen Saturneigenschaften "erwarten", entweder dass er Leistungsbereit ist - es kommt auf den Horoskopeigner und das übrige Radix an - oder aber geradezu einen Mangel an Rückgrat hat - und zwar in beiden Fällen kann es in Wirklichkeit gar nicht so sein, wie wir es wahrnehmen (wahrnehmen wollen; Konjunktion=hat auch viel mit Wollen zu tun). Verwirklichen wir den Saturn extrovertiert, könnten wir (unbewusst oder bewusst) Menschen anziehen, die genau diese Saturneigenschaften aufweisen, zB könnte es sich um autoritäre Personen handeln. Wir erleben dann den Saturn im Außen und erfüllen das Prinzip der Planeten, die als Wirkkräfte dienen, um uns zu Erfahrungen mit dem jeweiligen Planeten zu führen. Es kann natürlich auch sein, dass wir durch unsere eigene Handlungsweise diese Saturneigenschaften realisieren, wir können aber auch auf andere saturnischen Einfluss ausüben.
Bei einer Konjunktion handelt es sich streng gesehen nur dann um eine wirklich harmonische Verbindung der Kräfte, wenn die beiden Planeten von ihrer Natur her gesehen miteinander harmonisieren. Dann wird jeder der beiden Planeten vom anderen gestärkt und es kann sogar schwer fallen, die eine Kraft von der anderen zu unterschieden, bzw. in reiner Form auszuleben.
Aber bei nicht zueinander passenden Planeten (zB Merkur und Mars) wird es einem Effekt ähnlich, den man auch beim Quadrat antrifft, obwohl natürlich bei der Konjunktion die Energien in eine Richtung zielen. Dennoch: Die Energien stellen sich quer zueinander und erzeugen Reibung, stören sich, können aber in der Regel prompt ausgedrückt werden und tun das oft allzu direkt. Beide Planeten sind dann gezwungen nebeneinander zu stehen und können ein gewisses Unbehagen als Eindruck beim Geborenen auslösen oder in Bezug zu den Lebenssituationen.
Die übliche Zuordnung der Aspekte zu Planeten ist an einigen Stellen fragwürdig, zum Beispiel folgende:
Konjunktion=Merkur,
Opposition=Saturn,
Quadrat=Mars,
Sextil=Venus,
Trigon=Jupiter,
Quinkunx=Neptun.
Bei den Aspekten gibt es meiner Meinung nach keine analogische und eindeutige Entsprechung, die genügend zu rechtfertigende Klarheit mit sich bringen würde. Wenn man nur einen Planeten heranziehen würde, der den ganzen Bereich einer Aspektqualität abdeckt.
Eine Opposition hat sowohl eine marsische Komponente, als auch eine saturnische Komponente, und womöglich drückt sich auch ein Prinzip des Mondes und sogar des Uranus (im Sinne eines "Abstandes" bzw. Abgrenzung) darin aus.
Eine Konjunktion hat für mich deutlich einen Bezug auf das Sonnenprinzip, und auch ein wenig auf Pluto, aber nur wenig Merkur - da Merkur einen anpassenden Charakter hat. Pluto kommt in Frage, weil aus zwei Kräften in der Synthese bei geeigneten Planetenpaaren Vielfache der ursprünglichen Ausgangskräfte werden. Oder im gewissen Sinne die ursprünglichen zwei Naturen zu einer neuen gewandelt werden.
Allerdings steht Merkur auch für Vermittlung und
Kommunikation, was sich in einer Konjunktion am meisten von allen
Aspektarten verkörpern könnte.
Allerdings
steht eine Kojunktion auch
für die grösste Kraft in einem Horoskop, die einem zur Verfügung steht,
und daher passt sowohl die Sonne, weil man eine Konjunktion stets
einsetzen will, als auch Pluto. Aber Merkur kann keine Kraft
aufbringen, und eine Synthese ist dann so philosophisch
(Jungfrau-Merkur), dass bald das Reich Neptun bei aller Synthese des
Vorgefundenen erreicht ist.
Astronomisch gesehen (im
Himmel)
ist Merkur mit der Sonne nur deshalb so oft in Konjunktion, weil er
rasch
an ihr vorüberzieht, und dabei nur in einem geringen Umkreis um die
Sonne
herum
wandert.
Dabei ist er aber schnell und löst sich jedes Mal aus der
Konjunktion.
Aus
einem bestimmten Gesichtspunkt müsste auch
Saturn
als Bündelung in der Konjunktion vielleicht zu vermuten sein, ja
vielleicht sogar Jupiter, und das passt deshalb, weil - wenn die Sonne
der
Konjunktion entspricht -, mit ihr auch alle Planeten vereint sind. Und
Jupiter steht der Sonne auf einer gewissen Ebene sehr nahe. Es ist also
schwer, einen Planeten zu bestimmen. Eine Theorie mag dabei
helfen, wenn sie nicht hölzern ist, oder anders gesagt im Vergleich mit
praktischer Erfahrung bestehen kann.
Eine Konjunktion kombiniert die beiden Planeten, sie können gar nicht miteinander verschmelzen, weil jeder einen eigenen Platz beansprucht - selbst bei Planeten die vermeintlich harmonisch zueinander sind.
Merkur gilt meiner Meinung nach zusammen mit Venus für das Sextil.
Das Trigon steht für mich noch am eindeutigsten dem Jupiter nahe, hat durch seine stabilisierende Wirkung aber auch ein wenig von Saturn.
Das Quinkunx hat deutliche
Entsprechungen zu
Neptun,
aber das Quinkunx verursacht psychologisch auch ein gewisses Streben,
und ein Verlangen sich vor einem befürchteten Fallen ins Bodenlose
abzusichern - womit ein starker Wille einher gehen kann, der aber erst
noch heran reifen muss zur Stärke was an Pluto erinnert. Und bereits
Pelletier brachte das Quinkunx auch mit Pluto in Verbindung.
Aus klassischer Sicht ergibt sich eine stimmige Grundlage, die sich jedoch mehr auf die technische oder tiefen-archetypische Seite der Natur der Aspekte bezieht. Ausserdem ist sie direkt auf die Zeichen, und nicht auf die Planeten gerichtet.
Die beiden Lichter Sonne und Mond werden in der klassischen Astrologie durchaus als Einheit betrachtet, als ob sie also jeweils im Zeichen des anderen wandeln können, bzw. als ob beide Zeichen eines seien.
Dies entspricht auch modernen Anschauungen, wonach Sonne und Mond für die beiden wichtigsten Bestandtteile unseres Selbst und der Persönlichkeit stehen, die man kaum trennen kann. Beiden Planeten ist auch etwas gemeinsam, da sie einen wichtigen und grossen Teil der Selbstwahrnehmung dienen.
Die folgende Ansicht und Grundordnung, die in der Würdelehre mit schwingt, habe ich lange Zeit für zu konstruiert gehalten, aber mittlerweile halte ich sie für sinnhaft und erkläre mir die logische Stimmigkeit nicht mehr als Konstruktion, sondern geradezu als Anordnung. Aber es ist eben nur eine Anordnung mit gewissen Proportionen unter vielen.
60° von diesen Lichtern entfernt stehen die Zeichen der Venus: Stier und Waage.
90° von diesen Lichtern die Zeichen des Mars: Widder und Skorpion
120° von diesen Lichtern die Zeichen des Jupiters: Fische und Schütze.
180° von diesen Lichtern die Zeichen des Saturns: Wassermann und Steinbock.
Demnach ist die Konjunktion von Mond/Sonne (Neumond) geprägt.
Dies ist eine Ordnung, die von den Zeichen herrührt. Die eigentliche Wirkung eines Aspektes zwischen Planeten findet massgeblich auf einer anderen Ebene statt (wenn auch die Ebene der Zeichen dennoch wirksam bleibt und auf der anderen Ebene eines Aspektes besteht).
Bei
einem T-Quadrat
sollte man einerseits schauen, wie man den Planeten im
Brennpunkt (er)-lebt, und andererseits wie sich die Opposition verhält,
bei der die
beiden Planeten die Quadrate auf den mittleren (im Brennpunkt
stehenden) Planeten bilden.
Die
Opposition innerhalb eines T-Quadrates ist
ziemlich stabil und gibt das grundsätzliche Problem vor. Der
Planet im
Brennpunkt wird vom Horoskopeigner als Kanal und Mittel missverstanden,
um diese Probleme der Opposition zu lösen. Man muss aber die Opposition
zunächst als solche verstehen und harmonisieren bzw. das mit ihnen
gegebene Thema ausgewogener ausdrücken. In dieser Weise betrachtet man
zunächst einfach am besten die Opposition losgelöst von den
beiden
Quadraten.
Mit der Opposition geht oft mangelnde Objektivität einher, man neigt zu Projektionen oder Fehleinschätzungen, weil man die Wirkungen nicht dort sieht, wo es die Ursachen gibt.
Der Planet im Brennpunkt
wird in der Regel
in eine
Stellung gehoben, die
ihm kaum zukommt. Daher geht es meist darum, die Wogen zu glätten, sich
aus den bestehenden Problemen mittels des Planeten im Brennpunkt nicht
übertrieben herauszuwinden, sondern
nach Balance Ausschau zu halten. Man kann einen Schritt beiseite tun
und sich die Dinge einmal nicht aus der Nähe anschauen, auch wenn man
glaubt, man stünde in der Pflicht sich an gewisse Vorstellungen,
Maximen und Haltungen zu klammern.
Bei
einem
T-Quadrat
muss man oft einen persönlichen und ausgewogenen Weg finden, etwas,
wofür man konkret eintreten kann,
um dann die Energien für dieses Ziel arbeiten zu lassen. Es ist so, als
hätte man eine übergrosse Gießkanne, die andauernd Realitäten oder
Situationen erzeugt. Indem man durchs Leben geht, werden immer
wieder automatisch Handlungsfelder erzeugt, die einem lange
herausfordern können, aber auch binden - irgendwann findet man
dann ein
geeignetes und weitgehend selbstbestimmtes Handlungsfeld, und zwar umso
früher, wenn man erkennt, dass
gewisse Umstände oft nur deshalb existieren, weil man sich mit ihnen
beschäftigt und sie mit Energie und Aufmerksamkeit versorgt. Wichtig
jedoch ist, dass man bereit ist, sich stets zum Besten verändern zu
wollen. Die eigenen Haltungen und Einstellungen müssen reifen,
gegenüber dem, was man durch das T-Quadrat als manifeste Realität in
sich oder in der Welt erfährt.
Der Planet im
Brennpunkt stellt
den wichtigsten Faktor eines T-Quadrates dar. Eigenschaften
der Gelassenheit,
Distanz, des Gleichgewichts, der Übersicht, Ausgewogenheit,
Konstruktivität und Selbstdisziplin
können als Schlüssel für alle möglichen Planeten in einem Brennpunkt
genannt werden.
Grundsätzlich hat der Planet im Brennpunkt durch die
beiden Quadrate
eine Menge Energie im Reservoir. Er erhält damit auch einen Drang
sich zu betätigen und kann man manchmal leicht zu einem
Egozentrismus
kommen, besonders da man sich zu diesem durch die Quadrate
verursachten
Aktionismus regelrecht gedrängt sieht und die Dinge kaum noch geneigt
ist aus anderen Perspektiven wahrzunehmen.
Der Planet im Brennpunkt wird durch zwei Quadrate in die Einseitigkeit seines Zeichens gestossen. Daher liegt ein weiterer Schlüßel zur Lösung des Problems bei einem T-Quadrat immer im gegenüberliegenden Zeichen des Planeten im Brennpunkt. Dieses gegenüberliegende Zeichen (auch das gegenüberliegende Haus) weist genau die Eigenschaften auf, die dem Planeten im Brennpunkt fehlen.
Jeder Planet im Brennpunkt eines T-Quadrats ist in der Regel überbetont und bringt oft einen starken Selbstbezug mit sich. Mit Mars im Brennpunkt könnte man zu sehr auf die eigenen Bedürfnisse schauen und mit Venus zu sehr auf persönliche Beziehungen, als drehte sich alles um die Welt der Kontakte, die man aufzählen und nutzen kann, oder es dreht sich alles um die Geschmacksfragen. Mit der Sonne kommt man sich vielleicht vor wie der König, obwohl man sich nur selbst als solcher ernannt hat oder man glaubt alles regeln zu müssen. Mit dem Mond im Brennpunkt erfährt man einige emotionale Schwierigkeiten, als wäre immer etwas in Gefahr, daher empfindet man einen Drang, seine Bedürfnisse einzufordern und das kann sich stets in gewissen Launen oder gestörten Befindlichkeiten äußeren, weil man vieles zu nahe an sich heran lässt.
Zum
Ausgleich jedes Planeten im Brennpunkt sollte auf das
gegenüberliegende Zeichen und Haus geschaut werden, hier findet
sich Ergänzung und jene Eigenschaften, deren man sich
vergegenwärtigen kann, um zur Ausgeglichenheit zu kommen. Meist ist
dieser Bereich gegenüber dem Brennpunkt (zB das Haus) geradezu
vernachlässigt.
Ein
Brennpunkt-Mond im Skorpion findet durch
Stiereigenschaften etwas Sicherheit und Geborgenheit, weil man sich
selbst genügen kann. Ein
Brennpunkt-Merkur in Zwillinge
kann mit den Schütze-Eigenschaften einen übergeordneten
Gesichtspunkt und einen Sinn für übergeordnete
Zusammenhänge gewinnen, zB dass es mehrere Gesichtspunkte für eine
Sache geben kann.
Aspekte von folgenden Planeten untereinander zeigen besonders oft Talent zur Kunst, zum Malen und zur Gestaltung, dieselben auch hinsichtlich Musik:
Starke
Konstellationen:
Venus,
Neptun,
Mond - in Aspekten zueinander.
Besonders
zwischen Venus/Neptun oder Mond/Neptun.
Eventuell kann man auch Merkur zu diesen Planeten zählen (also Aspekte zwischen Merkur/Venus, mehr noch Merkur/Neptun, und manchmal auch Merkur/Mond).
Sonne/Neptun Aspekte kommt ebenso vor wie Venus/Sonne Konjunktionen.
Ausserdem Chiron. Hier vor allem Chiron mit Mond oder Sonne. Beide können sich Chirons Fingerzeige und Chirons Wege zur Geschicklichkeit bewusst machen. Chiron verleiht auch einen Sinn für passende Zusammenhänge. Chiron lässt uns nach dem passenden Mitteln suchen und unterstützt daher Kreativität in jeglichem Sinne. Ob es aber in Richtung zur Kunst fliesst, müssen dann andere Aspekte oder Konstellationen bestätigen.
Venus und Neptun sind die Ästhetik und Sinn für Schönheit, muss aber nicht traditionellen Werten entsprechen; es ist das individuelle Empfinden, das, was von Reiz ist. Mond bedeutet das Gefühl und Gespür zu haben, es ist im Grunde das wahrnehmende, und auch neue Realitäten erzeugende Organ. Neptun und Mond bringt die "Kunst der Illusion". Merkur steht für die Handlung und Ausführung (auch planende Handlung), das Geschick, und steht auch für die Form bzw. Formgebung, im Design für die Botschaft, die einem Objekt oder einer Sache mitgegeben werden soll.
Bei
Konjunktion, Trigon und Sextil handelt es sich um ganz besonders
ausgeprägte Talente. Selbst Quadrate, für die Kunst weniger
Oppositionen (Oppositionen sind in solchen Tätigkeitsfeldern nützlich,
wo es um Objektivität, Schlichtung, Diplomatie, Vermittlung, oder
Wissen und Wissenschaft geht).
Quinkunxe sind für die Kunst zum Teil
ganz besonders geeignet, da sie sehr einer Neptun Qualität entsprechen!
Quinkunxe die vor der Opposition stehen (also auch
Sicht des Zyklus zunehmende
Quinkunxe) zeigen an, dass das Streben
zudem der persönlichen
Ausbildung von Fähigkeiten dienen soll (man tut es für sich und seine
Selbstverwirklichung; Kunst ist immer individuell; für soziale
Tätigkeiten sind Quinkunxe förderlich, die nach der Opposition
stattfinden).
Oft
dauert der Weg, etwas bestimmtes zu erreichen, bei Quinkunxen etwas
länger als wie bei anderen Aspekten.
Merkur/Neptun
entspricht
speziell der Kunst-Richtung des Designs.
Mond/Neptun ist der
klassische
Aspekt, der für die Malerei steht.
Die Asteroiden Vesta, Sappho, unter Umständen auch Harmonia, Fortuna aber ganz besonders Pallas und wie bereits erwähnt Chiron können in Aspekt mit Planeten (Trigon, Sextil, Konjunktion, auch Quadrat, Opposition seltener) solches Talent anzeigen. Diese Fakoren auch in Aspekt mit AS/MC oder Mondknoten.
Apollo und Sappho stehen auch für die Musik, aber Sappho bedeutend mehr für die Malerei. Apollos Bezug zur Malerei ist fast nicht gegeben. Er kann allenfalls für ein Ansehen beitragen.
Vesta, Pallas und Chiron müssen von anderen Konstellationen bestätigt werden, sonst sind Konjunktionen oder Aspekte nicht zwingend, dass diese Kräfte in Richtung der Kunst fließen.
Da kann es zum Beispiel einer der folgenden Konjunktionen geben: Pallas/Chiron, Vesta/Chiron, Mond/Chiron, Pallas/Mondknoten, aber alleine genommen ist das nicht sehr stark. Um es zwingend zu machen, dazu kann etwa ein Trigon von Sonne/Pallas genügen (wie jeder andere genaue Aspekt zwischen Sonne und Pallas), oder aber ein Merkur/Venus Aspekt oder Mond/Neptun usw. Das sind dann zusammengenommen sogar sehr starke Konstellationen!
Am deutlichsten sind Bezüge der genannten Asteroiden zur Sonne. Pallas wirkt in Bezug zur Malerei besonders gut mit der Sonne zusammen, Harmonia wirkt besonders gut mit Sonne, aber auch mit Mond und Merkur zusammen, Fortuna besonders gut mit Venus und Sonne. Vesta mit dem Mond. Sappho ist besonders stark mit der Sonne.
Vesta in Konjunktion mit Merkur und auch anderen Planeten kann oft beobachtet werden. Vesta bringt die Gabe zur Strukturierung. Vesta steht oft für die Fähigkeit, die schöpferische Idee oder Absicht in Form bringen zu können. Vesta kann auch die Gabe mit sich bringen, zu ganzheitlicher Anschauung fähig zu werden (Symbolkunde und Urkräfte des Lebens). Vesta steht für das Prinzip der Bündelung. Bündeln kann man die Aufmerksamkeit, Energie, um sie auf ein Ziel hin zu lenken. Genauso hilft Vesta gebündelte Punkte in etwas zu erkennen, also Punkte, wo sich etwas verdichtet, wo etwas zur Auswirkung kommt.
Die Rolle
von Pallas
ist es, zu erkennen wie man etwas umsetzen kann. Bei
Pallas werden bestimmte Möglichkeiten erkannt. Dann sind Konventionen
vermutlich völlig
nebensächlich; aber bei Pallas muss ein Sinn und Zweck sicher gegeben
sein, also die gestalterische Handlung zureichenden Grund haben, etwa
ein Muster, ein Vorbild, ein Konzept, eine Idee. Offensichtlich steht
die
Stilfrage,
also welchen Stil man wählt, in Verbindung zu Pallas. Man könnte zum
Beispiel ein Bild malen wollen und vor dem Problem stehen, wie man die
Landschaft, das Schloß, die Statue und die Baumgruppe unterteilt,
jeweils mit Formen versieht und strukturiert, die Bildinhalte durch
stilisierte Formgebung nebeneinander setzt,
woraus sich ein einheitlicher Stil des jeweiligen Bildes ergeben soll.
Anordnung. Die
Frage ist dann, wie man die Bildidee konkret umsetzt. Und mit dieser
Frage hängt vielleicht auch der Stil zusammen. Der Stil ergibt sich ja
nicht aus der Bildidee, sondern der Art und Weise der Umsetzung.
Wenn man aber nicht weiss, wie man etwas umsetzt, dann kann
man
auch nicht originell sein. Und ich glaube Pallas steht in einem
Zusammenhang damit, auf Umwegen auch originell zu sein - weil man schöpferisch sein kann,
ergibt
sich die Originalität meist von selbst.
Hinzu kommt,
dass Pallas die Sinne und Vorstellungskraft
schärfen kann, und
hilft, etwas auf den Punkt zu bringen, indem genau erkannt
wird,
worauf es ankommt und vor allem, was als Problem im Wege steht, um
daraufhin (und zuweilen auch negativ gesehen explizit oder
ausschliesslich) eine Lösung und Vorgehensweise zu finden, auf
intellektueller Ebene des Planens und der schöpferischen Absicht.
Weiterhin ist der Umstand bei
Pallas gegeben, dass Pallas anleitet zu einem höchstem Niveau
ästhetischer
Wirkung vorzudringen - durch Pallas erkennt man Ungereimtheiten.
Folglich entsteht besondere Aufmerksamkeit auf die
Details, die als wichtig genug erkannt sind, um beachtet zu werden,
damit das Ganze
vollendet werden kann oder voran gebracht werden kann. Bewusstsein über
die Zielvorgabe (schöpferische Absicht).
Zu
beachten ist die Aspektfigur des Talentdreiecks,
gebildet von
drei Planeten (ein Trigon verbindet zwei Planeten, die je mit einem
dritten in der Mitte im Sextil stehen, der dritte Planet
steht zwischen den
beiden anderen übrigens auch in einer Halbsumme). Diese Aspektfigur
steht besonders für künstlerische Begabung, besonders wenn
Venus,
Merkur oder Neptun beteiligt sind.
Hier können auch die
erwähnten
Asteroiden an einem solchen Talentdreieck beteiligt sein statt eines
Hauptfaktors. Dann aber muss der Aspekt des Asteroiden sehr genau sein.
Venus und Neptun können auch zu anderen persönlichen Planeten in Kontakt stehen (also zB Jupiter, Uranus, Mars oder Saturn) und kreatives Potential in sich tragen. Sie können auch an einer Hauptachse stehen, wo ein Planet immer sehr stark steht, und so eine für Kunst mittelstarke bis starke Konstellation bedeuten. Die Asteroiden müssen nicht unbedingt beteiligt sein. Manchmal scheint auch ein Quadrat Sonne-Neptun ein Interesse anzuzeigen, eine wirkliche Begabung könnte dabei durch eine gute Venus-Stellung oder ähnliches bestätigt werden. Allein eine im Zeichen, Eckhaus oder Aspekten gut stehende Venus kann ausschlaggebend sein, auch ohne weitere Konstellationen oder Asteroiden.
Umso mehr Konstellationen vorhanden sind, die für Kunst/Kreativität sprechen, desto eher wahrscheinlich wird das Talent deutlich ausgeprägt sein bzw. kann es sich lohnen sich in dieser Richtung weiter zu entwickeln. Aber das ist nur die Regel, dass es mehrere Konstellationen geben sollte - es gibt wie bereits erwähnt auch Konstellationen, wo es nur einen besonderen Faktor gibt, der die Richtung vorgibt. Einige der berühmtesten und erfolgreichsten Maler hatten sogar nur wenige wirklich astrologisch zu bestimmende Faktoren, die für Kunst sprachen, aber es genügte.
Gerhard
Richter hat "nur" eine Mond/Venus Konjunktion in Fische, allerdings
folgende Aspekte mit Asteroiden: Pallas in Trigon mit Uranus und
Jupiter. Sappho in Sextil zu Merkur.
Seine Ausdauer,
sein "Arbeiten" um die Fülle der Möglichkeiten auszuschöpfen,
ist
mit
dem
Quinkunx Merkur-Neptun angedeutet - und hier finden wir auch eine
erwartete besondere Qualität, nämlich eine Verbindung zwischen
Merkur/Neptun. Die Asteroiden unterstützen die
Gesamtkonstellation. Ein Quinkunx kann sehr dazu beitragen, dass man
mit der Kunst etwas verwirklichen will, ein Handlungsfeld hat, in dem
man sucht, dran bleibt und Realisierung findet. Die Aufgabe ist beim
Quinkunx, sich zu bemühen, auch wirklich ein Ziel beharrlich zu
verfolgen und sich nicht durch kleinere Probleme ganz ablenken zu
lassen.
Stehen die Asteroiden in einem genauen Aspekt, ist es eine verhältnismässig stärkere Konstellation, und bei Konjunktionen ist sie sehr stark und sie wird noch stärker, wenn die Asteroiden in Konjunktion mit Venus, Merkur, Neptun oder Mond stehen, auch Konjunktion zum AS/MC ist stärker.
Bei einem Planeten an einer Hauptachse erhöht sich übrigens stets deren Zugänglichkeit! Da kann ein einziger Planet (auch Saturn unter Umständen), der mit einem Asteroiden, der für Kunst steht, irgendwie verbunden ist, schon ausreichen.
Orbis
um die Aspekte zwischen den Planeten zu beurteilen: Orbis bis
zu
maximal
3°-4°, das Quinkunx: 2.5°-3°; Halbsextil ist weniger wichtig, nur als
bestätigender Faktor, dann unter 1.5°; das Quinkunx kann schon ein
deutliches Talent anzeigen, wenn es unter 2° Orbis ist, sogar auch dann
wenn es sonst keine nennenswerten Konstellationen gibt.
Konjunktionen
zwischen Planeten: 7°. Umso genauer, desto
stärker!
Für alle Asteroiden in Verbindung zu Planeten in der
Regel immer nur unter
1.5° (alle Aspektarten), es sei denn bei Konjunktionen: dort ist die
Regel 5°.
Es gibt aber immer Ausnahmen, und ein Asteroid kann auch bei einem Trigon von 3° noch deutlich wirken, aber das ist seltener. Eine Konjunktion mit dem Aszendent kann auch vom Orbis 8° (auch separativ) sein, und es ist ein deutlicher Faktor, der ein Talent beiträgt oder für die Gabe steht. Steht der Asteroid im 1. Haus besteht die Aufgabe, diesen Asteroiden von oberflächlichen aber fixen Ideen zu befreien, sich von der Persönlichkeit etwas frei zu machen.
Man sollte sich auch (direkte) Halbsummen anschauen, ob Venus/Neptun/Mond evtl. auch Merkur und die genannten Asteroiden (besonders Fortuna, Harmonia und Sappho) in irgendeiner Weise zusammen kommen: Orbis 1°30', wobei es besonders bedeutend ist, wenn Venus in der Mitte steht, und Neptun oder Mond oder Merkur beteiligt ist. Noch besser natürlich, wenn drei dieser Faktoren tatsächlich in einer Halbsumme auftauchen. Eine genaue und bedeutende Halbsumme kann als sehr starke Konstellation gewertet werden, ähnlich wie ein Talentdreieck.
Auch Spiegelpunkte können zB Venus und Mond und so weiter zusammen bringen, was zumindest eine Motivation anzeigt und bestehende Potentiale stützt. bei Spiegelpunkten fällt die Zuammenarbeit mit Planeten immer etwas leichter. Anscheinend auch, wenn es bloß Oppositionen oder Quadrate zu dem Spiegelpunkt sind. Auch hier wird die (unterbewusste) Aufmerksamkeit auf die jeweiligen Planeten gelenkt.
Ob es nur Zufall ist oder tatsächlich
Relevanz hat, bleibt vorerst offen, aber man kann auch immer wieder bei
bekannten Malern Merkur oder Venus in Fische
beobachten, wenn
ansonsten
nicht so viele Konstellationen, die für Kunst sprechen, vorhanden sind.
Auch Waage als Zeichen, kann eventuell verstärkend wirken, sei es dass
der Aszendent in Waage steht oder ein Planet.
Häuft
sich ein bestimmter Planet, der an Aspekten oder Halbsummen mit Vesta,
Merkur, Venus, Saphho, Neptun, Fortuna, Harmonia oder Pallas beteiligt
ist, könnte
diesem eine Rolle zukommen, wenn es darum geht, dass man eine bestimmte
Methode oder Verhaltensweise, die mit diesem Planetenprinzip verbunden
ist, sich bewusst machen muss.
Wenn
es Saturn ist, geht es oft entweder um Hemmungen oder starre
Methoden, die man abbauen sollte, oder wo man neue Strukturen und
Methoden durchsetzen muss um gewissermaßen eine neue Saturnqualität
bzw. Stabilität zu bilden. Hier neigt man zur Beharrung der einmal
gewonnenen Herangehensweise, was natürlich auch von Vorteil sein kann,
aber Saturn sorgt anscheinenend für ein Gewicht, dass die Bestrebungen
einseitig in eine Richtung führt. Hier in der Kunst kann der Schlüßel
für Saturn-Probleme oft in Uranus gefunden werden. Oft wird die Kunst
bei Saturn bei ungenügender Inspiration flach und ohne
Tiefe. Dann muss man sich um neue Ideen,
Flexibilität und Vielseitigkeit bemühen, oder dem Bisherigen zur Tiefe
verhelfen, damit die Kunst anregender
bzw. origineller wird.
Für
die Schriftstellerei sprechen sehr viele
Konstellation, es
scheint oft auch um das Löwezeichen und 5. Haus zu gehen (egal welche
Planeten dort stehen). Natürlich muss als erstes Merkur genannt werden.
Aber auch Saturn, und so verwundert es nicht, dass Saturn/Merkur
Aspekte besonders für die Schriftstellerei stehen.
Chiron /Merkur Aspekte, Chiron/Mond
oder
Sonne, überhaupt irgendwelche Merkur Aspekte zu persönlichen Planeten,
ausgenommen vielleicht Mars: Merkur/Mars steht besonders für das
Schachspiel, wo es um kämpferischen Einsatz, Siegeswillen und
Scharfsinn geht. Für die Schriftstellerei wirken auch Merkur Aspekte zu
Transsaturnier förderlich (Neptun und Pluto vor allem).
Und
natürlich ein losgelöster (unaspektierter) Merkur ist ein ganz starker
Merkur! Ein im Zeichen schwach gestellter Merkur scheint allerdings
relativ unbedeutend, das heisst, auch ein solcher Merkur kann gut
schreiben.
Auch der Asteroid Pallas könnte eine
Rolle
spielen, da Pallas allgemein die Intellektualität und
handwerkliche Begabung stützt, und Schreiben, das ist - so sagen viele
Schriftsteller - auch ein Handwerk. Pallas steht aber auch, ähnlich wie
Vesta, für Fähigkeiten der Strukturierung. Pallas steht für die
intellektuelle Herbeiführung und kann durch ästhetische Werte
inspiriert für einen sinnvollen
Einsatz von Energien und zweckentsprechende Tätigkeiten sorgen; beim
Schreiben von Geschichten will man nach
und nach einen Gehalt hervorbringen, die Geschichte soll münden in eine
ganze Vorstellung (die man mit einem energetischem Zustand gleichsetzen
könnte). Aber ich will die Bedeutung von Pallas fürs Schreiben nicht
überbetonen. Doch spricht auch Frank Felber bei Pallas von der
"Methode, wie man mit seinen Gedanken schöpferisch ist". Doch es ist
allgemein nicht von der Hand zu weisen, dass Pallas bei schöfperischen
oder kreativen Menschen in irgendeinerweise oft beteiligt ist, selbst
eine Konjunktion mit Mars kann man hier beobachten.
Daneben
gelten gewiss auch Apollo, Vesta und Sappho ebenso fürs Schreiben wie
für die malende und bildhauerische Kunst.
Fürs Kartenlegen,
Omenkunde und andere Orakeltechniken,
Pendeln, auch hellseherische Begabung,
stehen ganz
besonders
der Asteroid
Pythia, Kassandra, Apollo, auch Psyche. Als Aspekte sind zu
nennen: besonders
Neptun/Merkur Aspekte, Venus/Neptun, deutlich weniger
Venus/Merkur. Überhaupt Neptun Aspekte, natürlich besonders zur Sonne
oder Mond.
Jupiter kann die Sinne erweitern, so wirkt auch
Jupiter/Mond unterstützend für die Intuition, Hellsicht und
Ahnungsvermögen, falls es bestätigende Konstellationen gibt. Eine
Betonung der Wasserhäuser (4, 8, 12) kann ebenso unterstützend wirken,
besonders mit einem der Transsaturnier darin, vor allem Uranus im 12.
Haus (nahe am AS)
und Pluto im 8. Haus.
Evtl. Mond im 4.
Haus. Ein
Aspekt von Merkur/Pluto kann unterstützend
wirken, verleiht Ahnungsvermögen. Chiron kann unterstützend bzw.
verstärkend wirken, in egal welchen Aspekten zu Venus, Mond, Merkur,
Sonne. Wissen aus dem Unbewussten, Zugang zum Unbewussten, instinktives
Wissen: 4. Haus und besonders Planeten am IC.
Besonders
deutlich
fürs Kartenlegen ist Pythia
in Konjunktion mit Mond oder Venus.
Dazu gelten dieselben
Regeln
wie oben genannt für stärkere oder schwächere Konstellationen.
Allerdings mit dem Unterschied, dass Oppositionen der besagten Faktoren
hier anscheinend etwas besser wirken, als wie Oppositionen der
genannten Faktoren für die Kunst.
Für die Astrologie sind die klassischen Konstellationen: Uranus/Sonne/Neptun/Merkur (eine Verbindung zweier dieser Planeten ist hinreichend), oft auch Mond/Uranus, und der Asteroid Urania, auch wenn dieser bloß in schwächeren Konstellationen eingebunden ist, da genügt oftmals eine Konjunktion mit Saturn (zB bei Arroyo) und irgendwelche Aspekte von Urania zu persönlichen Planeten. Auch eine Konjunktion mit dem Aszendenten bei 10° Orbis mag genügen und steht dann oft für ein Wissen, was man nur noch abrufen muss.
Neptun,
Merkur oder Uranus an einer Hauptachse stehen natürlich
besonders stark. Auch Jupiter und Chiron konnte beobachtet
werden,
sei es, dass einer oder beide stark stehen, oder durch Aspekte
mehr oder weniger stark in das Radix eingebunden sind - hier gelten
besonders Aspekte zu Merkur, Venus, Mond und Sonne. Eventuell kann
auch Pythia, Kassandra oder Psyche hier die Anlage zur Astrologie
unterstützen. Saturn kann helfen, Deutungen
auszukristallisieren und auf den Boden der Tatsachen zu kommen (denn in
der Astrologie ist das Schwafeln und Faseln immer eine
Verlockung). Allein Jupiter öffnet für die grundlegenden Einsichten in
das menschliche Sein und übergeordnete (kosmische)
Gesetzmässigkeiten.
Auch hier sollte man Spiegelpunkte
und
Halbsummen nicht vernachlässigen.
Die Verteilung der Elemente spielen meiner Ansicht nach keine Rolle dafür, ob es Talente gibt. Eine Wasserbetonung ist in dieser Hinsicht im Grunde dasselbe wie eine Luftbetonung, Feuerbetonung oder Erdbetonung, insofern es Konstellationen gibt, die für das Talent sprechen. Es gibt allerdings Erfahrungswerte von Horoskopen berühmter Persönlichkeiten, nach denen mediale Fähigkeiten besonders bei den Wasserzeichen auftreten.
Die manchmal geäußerte Kritik an der unübersichtlich gewordenen Unzahl an Deutungsfaktoren ist ein Punkt, der auf gewissen Missverständnissen beruht. Immerhin: Aus den vielen Deutungsmethoden sind die vielen verschiedenen Schulen hervorgegangen, indem sich eine Schule auf gewisse Methoden vertieft hat und darauf aufbauend die übrigen Deutungsinstrumente anpasste.
Es ist nicht die Frage, ob man die zusätzlichen Deutungsfaktoren braucht, denn das ist eine persönliche Frage, sondern es ist die Frage, ob sie sinnvoll sind, sofern man sich für sie entscheidet. Die Kritik richtet sich allerdings auf die Unzahl, auf die fehlende Übersicht. Nun, sicher hat man viele Möglichkeiten; womit man aber anfangen sollte, ist ja im Grunde immer dasselbe: Die Hauptfaktoren.
Wenn man nun Halbsummen, Spiegelpunkte, Asteroiden, Fixsterne und Nebenaspekte hinzunimmt, muss man sich freilich überlegen, dass diese Hinzunahme eine verfeinerte Herangehensweise mit sich bringen muss, zum Beispiel indem man einen Planeten isoliert und ihn in der Einbindung mit zusätzlichen Deutungsfaktoren untersucht. Oder indem man einfach den Orbis natürlich bei Nebenaspekten nicht so gross ansetzt wie bei den Hauptaspekten, was ja eigentlich klar sein sollte! Es verwundert mich daher, dass man da etwas beklagt, was im Grunde bloßes praktisches Geschick in der Zeichnung der Horoskope bedeutet, die von den Programmen eh schon sehr vereinfacht wurden.
Eigentlich zeugt die Kritik also nur von oberflächlichen Betrachtungen, von fehlender Auseinandersetzung, die über die "Kostprobe" hinausging; - es gibt kein Problem mit den Deutungsfaktoren, wenn man weiss, sie zu nutzen!
Es wird immer genügend Deutungsfaktoren geben, und nun haben wir den Fall, dass wir vor allem mit den Asteroiden und Fixsternen, aber auch Nebenaspekten oder Halbsummen, sogar mit Wiederkehrhoroskopen oder Personaren eine Fülle neuer Möglichkeiten haben, die es nötig machen, sie adäquat einzuordnen und zu gewichten in ihrer astrologischen Wirksamkeit. Die Ansicht, dass diese zusätzlichen Deutungsmethoden und -faktoren nur wenig wirksam sind, ist jedoch falsch.
Man kann die Fixsterne, Asteroiden, Dekanate (10° grosse Abschnitte eines Zeichens), Grade und sogar Nebenaspekte als zusätzliche Signifikatoren auffassen, um die Feindeutung aller beteiligten Planeten vorzunehmen. Die persönlichen Planeten in den Hauptaspekten, Zeichen und Häusern, bilden die Grundlage.
Noch mehr können Asteroiden und Fixsterne die Thematik und Richtung eines Planeten näher bestimmen, und die Möglichkeit von entsprechenden Deutungen eingrenzen. Das Zeichen in seinem Grad kann einen wichtigen Impuls bedeuten, für die Angelegenheiten von einem auf diesem Grad stehenden Faktor.
Fixsterne
sind als Erweiterung des Gradeinfluses aufzufassen, einer massgeblich
auf die Zeichenebene bezogenen Individualisierung des Einflusses. Der
Einfluß rührt vom Grad her, wie es aus einem Zeichen stammt
und
von Fixsternen in 72 Jahren geprägt wird. In einer Weise , die lang
genug bestehen bleibt und einen Einfluss auf einen Planeten
haben
wird.
Es bezeichnen die einzelnen Grade solche bestimmte
Zonen, die der Spanne von genau 60 Bogenminuten (0°01-1°00)
entsprechen. Dessen Inhalt kann man mit symbolischen Bildern, oder
Kombinationen von Planeten beschreiben. Es sind solche
Nuancen, die wirkungsvoll diesen Grad von seinem Nachbargrad
unterscheiden können, dass die Unterscheidung schwer fällt, in manchen
Fällen vielleicht eindeutiger ist. Es gibt in den bekannten Zuordnungen
immer das Problem, dem, was gemeint ist, auch nachspüren zu können, was
bei den Graden viel schwieriger ist, als wie bei Zeichen oder gar
Dekanaten. Aber hat man das eine verstanden, kommt vielleicht bald die
Einsicht in das andere.
Die spannende Frage ist auch, ob die Zeichen abrupt von einer Bogensekunde zur nächsten wechseln, oder der Übergang allmählich ist. Untereinander sind die einzelnen Grade eines Zeichens zwar individuell, und tragen genügend verschiedene Charakterisierungen. Doch im Klang sind sie nebeneinander ähnlich, sofern sie im selben Zeichen sind. Aber ob die Zeichen abrupt wechseln, darüber besteht weitgehend Uneinigkeit. Nach Erfahrungen einiger Astrologen, und ich gehöre auch dazu, scheint der Wechsel doch an dieser Stelle, auf 0°01, sehr deutlich zu sein, dass man nicht von einem allmählichen, "weichen" Wechsel der Zeichen ausgehen kann. Bis zu diesem Grad, brandet eine Energie und verursacht den zwangsläufigen Eindruck, dass jetzt noch die letzte Möglichkeit besteht, etwas zuende zu führen, und auf eine neue Ebene sich einzuschwingen. Diese Wechsel auf krass gegensätzliche Ebenen, werden an diesem Punkt gewöhnlich immer eine besondere Wirkung verursachen, den man als Strudel beschreiben kann , in den der Planet gerät. Das erzeugt einen besonderen Effekt also, wenn ein Planet auf 27°-30° steht, und kann eine besondere Feindeutung erlauben.
Auf dem letzten Grad wird das Zeichen schwächer für den Planeten nutzbar, und die Energie des nächsten Zeichens wird - noch innerhalb des vorangehenden Zeichens - als gegensätzliche Energie erlebt, die zunehmend wie mittels eines Sensors erahnt werden und umso mehr fühlbar werden, wie aufbrausende Wellen an eine Mauer; die Wellen tragen einen Impuls voran, der sich aus der Energie des Planeten bildet, der von seinem Grund (Zeichen) genährt eine Anpassung vorgenommen hat. Aktivitäten sind in die Zukunft gerichtet.
Man kann allgemein davon ausgehen, dass der Grad genau
zwischen 29°59` und 0°01' überwechselt, aber unabhängig davon, handelt
es sich bei diesem Punkt 0°00 bzw. 29°59 (mit einer Mauer vergleichbar)
um einen Kraftpunkt, an dem sich Energien stoßen und aufwühlen, zur
Aktivität zu kommen - was sich bei jedem Planeten genau so
auswirkt, wie er in der Natur beschaffen ist. Ein Mars in einem Endgrad
erhält durch sein Wirken (Energie, Wesen und Archetyp des
Mars),
eine Rückmeldung. Anmerkung: Einen nullten
Grad (=0°00') gibt es nicht, daher ist die Schreibweise
29°59'.
Durch
diesen Grad bedingt, wird Mars genährt; - weil dadurch sein Grund und
Boden beschaffen ist, von dem Mars sich nährt und was er ist
(damit verkörpert Mars
das Zeichen), dessen Impuls ihn zu etwas verleitet. So erhält Mars die
Orientierung ein Mittel einzusetzen, umzusetzen, sein Mittel, nach Art
des Zeichens und Grades.
An einem Zeichen
Übergang, auch kurz nach 0°01' (aber zunehmend schwächer bis
1°),
hat ein Planet quasi die Erfahrung
des Übergangs
in Erinnerung. Hier ist der Effekt des Übergangs viel schwächer. Der
Planet muss schon nahe auf 0° stehen. Aber er wird im neuen Zeichen
nicht mehr hinausgerissen, das ist der Unterschied zu einem Planeten
auf 29°. Sondern im neuen Zeichen kann
sich erfreuen am tauglichen oder untauglichen Boden, aber es ist ein
(stabiler) Boden, mit dem er nun identifiziert ist. Ins Zeichen
verankert, bringt ein Planet dieses Zeichen dem Leben zu, und
in
das geordnete Gleichmaß (bei 29° fehlt das Gleichmaß eher).
Er
ist aber noch nicht besonders im neuen Zeichen hineingerissen,
dass
kommt erst in der letzten Dekade des Zeichens.
Das Studium der Grade eignet sich meiner Meinung nach nur für
Fortgeschrittene.
Für
Studien sind auch Meditationen über Gradwechsel ein taugliches Mittel,
neben
empirischen oder intuitiven Studien. Gerade der Mond wird hier noch
einen stärkeren Bezug zur Erfahrbarkeit haben. Mit ihm konnte ich
erkennen, dass ein Planet auf 1° stehend die neue Heimat willkommen
zu heissen pflegt, rückwärtsgewandt zwar ist der Mond, doch in seiner
Natur Erinnerung zu speichern, kann er nie reflektieren und wird nie
rückläufig. Doch er ist der Eindrucksspender. Der Bezug des Mondes zur
Vergangenheit ist
stärker als wie bei jedem anderen Planet, aber der Mond an sich liebt
auch Bewegung und Lebendigkeit. So
ist der Mond, obwohl selbst nie rückläufig, ein Symbol für die
Vergangenheit, und ist doch auch immer direktläufig, wie es die Sonne
ist, und erfreut sich an der Bewegung des Lebens.
Er ist aus
diversen Gründe geeignet, um anhand einer Beobachtung seines
Fortlaufes in der Zeit eine Änderung des Einflusses, den er durch das
Zeichen und den Grad erhält, feststellen zu können.
Sonne und Mond sind auch deshalb gut für Studien
zu
gebrauchen, da sie Zeichenwechsel und Gradwechsel in relativ
rascher Abfolge vollziehen.
Normal
stellt man sich vor, dass ein Grad vom Nachbargrad mindestens in einer
Nuance verschieden sein muss. Sonst wäre der Unterschied bedeutungslos
und deswegen auch der Grad bedeutungslos (man könnte dann 1°-10°
gleichermaßen betrachten).
Die symbolischen Bilder beschreiben eine gewisse Ähnlichkeit einzelner
Grade untereinander:
Marc Edmund Jones beschrieb den Inhalt von 15° Widder (14°01' - 15°00')
symbolisch: Ein
Indianer webt eine Decke.
Auf 16°
Widder (15°01' - 16°00') : Naturgeister tanzen
im Sonnenuntergang.
Die Besonderheit ist hier der von Wolfgang Döbereiner genannte Gruppenschicksalspunkt auf 14° Widder: Jupiter-Uranus (ein GSP wirkt wie ein sensitiver Punkt mit einem Orbis). Bei 14° Widder liegt damit ein solcher Einfluss, wie man ihn mit der Kombination Jupiter-Uranus beschreiben kann, in der Nähe von sowohl 15° und etwas schwächer bei 16° Widder. Als auch bei 14° Waage, und so gegenüber der Mitte des Zeichens Widder eine solche Kräftekombination, aber in einem anderen Verhältnis besteht: Uranus-Jupier. Der GSP auf 14° Waage: Uranus-Jupiter.
Die
Gemeinsamkeit zwischen 14° und 15° besteht in dem Bild, mit
dem
Jones jeweils beide Grade beschrieben hatte. In beiden Bildern wird
etwas umeinander, nebeneinander gefügt, Gewebe und Tanz. Ein Tanz
umschlingt, und löst sich, es findet statt in der Dämmerung, es ist
eine angenehme Zeit (16°) und das transzendentale, der Naturgeist,
entspricht doch sehr dem Neptun. Und hier finden wir den Gegensatz,
zwischen festgefügtem Gewebe, und der Dämmerung, Sonnenuntergang, und
die Geister. Das sind erst mal nur Vermutungen und man sollte derer,
ohne Gewissheit, nicht zu viele wagen. Denn die eigentliche Bedeutung
des Grades, der symbolische Gehalt, kann nicht angeknipst werden, wie
das Verständnis des Ereignisses, das beschrieben wird, denn es ist ein
ganzer Archetyp, den man noch nachvollziehen muss: praktischer
Nachvollzug der Konstellationen von Beispielhoroskopen, bekannte
Freunde, eigenen Konstellationen. Wenn man sich sicher ist, dass die
Sonne oder ein anderer Planet den symbolischen Gehalten entsprechen
könnte, der beschrieben wurde, kann man den Aszendenten untersuchen,
und vielleicht durch Vergleich der symbolischen Bilder auch die
Geburtszeit testweise korrigieren. Wer Erfahrung vorzuweisen hat, wird
dies auch auf alle anderen Häuserspitzen anwenden können.
Die wirkliche Deutung des Grades fällt auch deshalb schwer, da zur Zeit
noch wenig Erfahrungen diesbezüglich gesammelt
wurden.
Grade und Fixsterne liegen auf verschiedenen Ebenen.
Wenn zum Beispiel Venus in Konjunktion mit Pholus steht, dann kann es in Beziehungen oft um dunkle Energien gehen, je nach weiteren Aspekten und Radixkonstellationen Lüsternheit, Klammern, Einverleibung (kann auch Treue bedeuten), oder aber um aussergewöhnliche Bequemlichkeit, weil Pholus ein Planet ist, der anscheinend zum Teil extrem eigensinnig macht und auch nach vorteilhaften Genuss strebt, evtl. die Möglichkeit zu diesem auch gegen andere Absichten verteidigt.
Steht
Venus in
Konjunktion mit Apollo, kann dies schon ein Anzeichen für Ansehen
sein, es muss ja nicht gleich für einen angesehenen Künstler stehen, es
kann eine einfache Steigerung des Ansehens bedeuten, wann immer man mit
Leuten zu tun hat, und auch für die eigene Überheblichkeit dabei, auch
natürlich für die
Verfeinerung der künstlerischen Begabung (Venus), aber auch für die
Gabe der intuitiven oder prophetischen Einsicht in
Zusammenhang mit Beratungen (Venus) oder Geschäften,
weil
dies alles Apollos
Bedeutungen sind, die das Thema der Venus näher bestimmen können. Man
könnte sagen, das Thema des jeweiligen Asteroiden drängt sich dem
Planeten und damit dem Horoskopeigner auf.
Bevor
aber die positiven Eigenschaften des Asteroiden wirklich zur Geltung
kommen können, muss in den meisten Fällen dieser Asteroid erst
geweckt werden.
Frank Felber spricht hier von der seelischen
Sphäre,
die den Asteroiden entsprechen; so kann ein Asteroid in gewisser Weise
dann integriert werden, wenn man sich dem seelischen Bereichen zuwendet
bzw. sich der Verfeinerung seines Innenlebens widmet.
Der Asteroid ist - so scheint es -, zunächst Aufgabe, und bringt eine besondere, ihm entsprechende Thematik zum Planeten (zB Mars), und der Asteroid offenbart dann ein zusätzliches Talent oder Interesse (Anliegen), das im Radix durch enge Aspekte zu persönlichen Planeten integriert werden will.
Ein Anliegen kann ja zunächst nur eine Art Motivation, Interesse, Orientierung oder Haltung bedeuten, muss aber keine wirkliche Fähigkeit bzw. Talent bedeuten.
Das Anliegen
ist jedoch
fast gleichbedeutend mit einem Talent, sobald man sich mit dem Thema
des Asteroiden bzw. dem Anliegen näher auseinandersetzt.
Manchmal gibt es Fixsterne oder
Asteroiden im Radix, die von vorneherein eine Aufgabe mit sich bringen
oder bestehende Konstellationen oder gelebte Entsprechungen erst in
eine bestimmte Richtung bringen.
Andere Asteroiden offenbaren
in
ähnlicher Weise
ein zusätzliches Talent, das im
Zusammenhang mit dem beteiligten Planeten ausgedrückt wird, ohne also
dass man zunächst eine gestellte Aufgabe lösen musste - dann aber wird
es oft um die Verfeinerung der entsprechenden Gabe gehen.
Fixsterne zeigen schicksalsmässige Rahmenbedingungen und die Planeten müssen sich den Zielen des Fixsterns oft unterordnen, äußeren sich aber oft auch erst zunehmend im Leben (als müsse die Zeit reif werden für manche Themen der Fixsterne).
Der Einbezug von Asteroiden und Fixsterne, zusammen mit einer gewissenhaften Deutung der Hauptfaktoren (Haupt-Planeten, Zeichen, Häuser etc.), kann die Themen des Radix so weit eingrenzen, dass die Aussagen auch sehr viel zutreffender werden, und tiefgründiger, als wie es ohne die Benutzung zusätzlicher Deutungsfaktoren der Fall wäre - und oft, ohne dass man den Horoskopeigner persönlich kennen muss. Hier muss jeder Astrologe seine eigenen Erfahrungen sammeln. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es nicht nur eine Bereicherung ist, sich mit den zusätzlichen Deutungsmitteln der Asteroiden und Fixsterne auseinander zu setzen, sondern die astrologische Aussage ganz einfach kompetenter macht, weil auch verborgene Fähigkeiten des Horoskopeigners ans Licht kommen können, die bislang vielleicht sogar schon geahnt werden. Die Asteroiden und Fixsterne sorgen dann für Aha-Effekte. Es zeigt sich, dass Fixsterne unbedingte Wirkung hinterlassen und einen Planeten in ein Kraftfeld hüllen, dem er sich nicht entziehen kann.
Es kommt immer darauf an, dass sich die Themen im Radix mehrmals bestätigen.
Andere Astrologen nehmen sogar noch Harmonics und Halbsummen hinzu, womit man weitere Deutungsebenen erhält.
Für
weitere Hinweise
hinsichtlich der praktischen Deutung
von zusätzlichen Himmelskörpern ist das Lehrbuch der
esoterischen und exoterischen Astrologie von Frank
Felber sehr empfehlenswert.
Während die Bedeutung
der Himmelskörper
(Asteroiden/Fixsterne)
im Buch des gleichen
Autors "121
Himmelskörper" zu finden sind. Besonders die Beschreibungen der
Fixsterne sind sehr zutreffend, einleuchtend, und in der Erfahrung
leicht zu überprüfen. Es ist das beste Buch über die Fixsterne, von den
einigen, die ich jemals entdeckt habe.
Der Mars unterstützt die kardinale Natur, wenn er
herausfordernde Aspekte zu persönlichen Planeten bildet oder an einer
Hauptachse steht, auch wenn er mit der Sonne oder dem Mond in
Aspekt ist. Ebenso unterstützen Konjunktionen die kardinale Qualität.
Quadrate
sind im Prinzip kardinaler Natur. Sie bringen voran, schaffen Bewegung,
setzen Impulse. Solche Menschen, die über viel kardinale Qualität
verfügen, wollen ein Thema oder Sache ins Spiel bringen und
schreiten
zur
Tat; aber bei so viel Energieeinsatz geht oft die
Ausgewogenheit verloren, oder man verausgabt sich und andere.
Die Wirkung des Qudrates ist vordergründig jeweils eine allgemeine Erregung. Als Qualität setzt ein Quadrat Impulse und entspricht kardinaler Energie.
Menschen mit Quadraten stehen im Leben, und sie wollen nichts verändern, sondern verändern einfach, sozusagen aus Lust und Laune, sie tun es, weil es für ihren Willen selbstverständlich scheint, aber sie müssen auch in Betracht ziehen, dass die anderen ebenso ihren eigenen Willen haben, und man entweder taktvoll agieren muss oder die Interessen des anderen zu achten versuchen sollte.
Eine Opposition hat vielleicht eher eine Tendenz zur fixen Qualität, weil man oft eben nicht hin- und hergerissen ist, sondern sich bereits (einseitig) festgelegt hat, und sofern eine Opposition erlöst wurde, bzw. zur Synthese gebracht, dann wird ein Zustand geschaffen, der die beteiligten Faktoren zum Ausgleich bringt, dennoch bleibt eine Beständigkeit erhalten, die auf die Achse einwirkt. Eine Beständigkeit, die aus Erfahrung und Weisheit gebildet wurde, die man erbringen konnte durch die Lernerfahrungen im Umgang mit der Opposition. Doch selbst wenn man hin- und hergerissen zwischen den beiden Planeten ist, so bildet sich stets ein ganz grundlegender Effekt der Fixierung.
Merkur kann an einer Hauptachse stehend die veränderliche Qualität unterstützen.
Pluto und zuweilen Saturn (ist erdig) können die fixe Qualität unterstützen, wenn sie durch Aspekt stark eingebunden oder in einem Eckhaus stark stehen.
Diese vier Achsen AS, IC, DS und MC befinden sich keineswegs in einer Hierarchie ihrer Bedeutung für das Lebewesen.
Obwohl der Aszendent die wichtigste Nahtstelle des Radix bedeutet, erhält er seine Bedeutung eher durch den mit ihm verbundenen Anfang (des Werdens). Auf die Sache der Lebendigkeit und Aufgabe eines Lebens bezogen, sind alle vier Hauptachsen gleich wichtig. Es geht auch gar nicht so sehr um den Anfang für das Lebewesen, sondern am Aszendenten verkörpert sich eine Wirkung, die durch das Handeln entsteht. Dadurch kommt die Begegnung zustande (am DS). Auch kann die Begegnung das Handeln verursachen. Aber das Handeln (AS) gegenüber einer Bezugnahme (DS) speist sich eigentlich aus dem Sein (IC), da dieses Sein IST, um Bedeutung zu erlangen (MC). Im letzteren liegt die Absicht, aus der Erfahrung des Lebens oder Lebendigseins etwas weiteres zu gewinnen, zu konkretisieren, zu formen. Die Handlung (AS) ist also entstanden aus der Wechselwirkung aller anderen Bedingungen der Existenz, wozu nicht wesentlich Äusserlichkeiten gehören, sondern die Art und Weise (AS) ebenso wie auch der eigentliche seelische Urgrund aller Erfahrung, bevor diese Erfahrung im Offenen der Welt verbindlich, das heisst stabilisiert wird (MC). Was IST, das bewirkt auch alleine schon dadurch, dass es sich verhalten muss, um zu sein, oder sich zu erhalten und den lebendigen Kräften des Lebens Ausdruck zu verleihen (AS). Und was IST, das erzeugt eine Konfrontation. Die muss nicht schmerzhaft sein, sondern deswegen ist das Waagezeichen der zodiakale DS-Punkt, bzw. findet der Deszendent in Waage seine Entsprechung. Es wird dann eine Form der Beziehung aufgebaut, die für beide Partner (Dualität zwischen einem Sein und dem anderen Sein) zufriedenstellend ist. Ob ich einen Stein als Gegenüber habe oder ein Tier oder einen Menschen. Es geht um die Interaktion, die automatisch entstanden ist, weil wir uns in die Dualität inkarniert haben (oder einfach so in der Dualität sind). Dualität bedeutet, dass wir die Einseitigkeit der Erfahrung überwinden und Vollständigkeit erreichen müssen. Aber das Waage Zeichen analog DS drückt nicht nur dies aus, sondern dass es allgemein in einem übergeordneten Sinn um die Entfaltung stabiler Formen für das (seelische) Leben aller geht. Wenn man aus einem übergeordneten Sinn sich die Evolution anschaut, geht es darin um den Aspekt, dass alle Lebewesen nicht nur ihren Platz und Funktion haben, das wäre allein Jungfrau, sondern es geht darum, dass alle Lebewesen miteinander agieren und so einen höheren Gesichtspunkt erfüllen. Für den einzelnen geht es jedoch immer darum, den ultimativen Reibungspunkt zwischen eigener Bestimmung (Anlage) und der Erfahrung des Hineingworfenseins in die Welt zu erfahren und weiterzuführen, den Prozess der Anlage zu verwirklichen.
Der Aszendent stellt eine der empfindlichsten Stellen im Horoskop dar und hat viel mit der Bildung bzw. Ausprägung unseres spontanen und unreflektierten Verhaltens, Temperaments und Charakters zu tun.
Nach Stephen Arroyo symbolisiert der AS "einen wichtigen Aspekt unserer persönlichen Bestimmung in dem Sinne, daß wir einfach auf diese Art leben müßen, um uns frei und ganz zu fühlen". So formuliert, passt es auch gut, beim Aszendenten von einer Wesensnatur zu sprechen, die wie grundsätzlich in uns verankert ist.
Der Aszendent kann der Gesichtsausdruck sein, den man zur Schau trägt (Jeff Mayo).
Der Aszendent ist das Tor, durch das wir der Außenwelt gegenübertreten (Stephen Arroyo).
Die Ausdrucksweise aller Planeten des Horoskops wird durch den Aszendenten gefiltert oder gefärbt, weil es sich hier um den Punkt handelt, über den alle Energien des Horoskops zum Ausdruck kommen und für andere sichtbar werden (Tracy Marks).
Die Kraftqualität des Aszendenten ist unsere stärkste innere (aus Sicht der Seele) Antriebskraft, die die Motivation und Vorgehensweise unserer Handlungsaktivität beeinflusst (Frank Felber).
Das Aszendententzeichen symbolisiert eine Facette der Gesamtheit des Lebens, die im eigentlichen Sinne des Wortes Verkörperung durch das sucht, was in diesem Augenblick geboren wird; da der Aszendent dem ersten blitzartigen Aufleuchten unserer individuellen Existenz entspricht, prägt er sich unserer Seele auch tief ein als das, was das Leben ausmacht (Howard Sasportas).
Der Aszendent ist der Weg und die Sonne ist der Held (Liz Greene).
Der
Aszendent ist auf jeden Fall ein bedeutender Teil der Persönlichkeit.
Meist aber handeln wir auf die Art des Aszendenten auf unbewusste Art
und Weise, besonders wenn wir recht unbekannten aber zugleich
dringlichen Situationen gegenüber stehen, die eine sofortige Reaktion
zu verlangen scheinen. Wir drücken uns spontan aus.
Die
Energien oder Substanz des Aszendenten stellt in diesem Fall ein
Reaktionsmuster zur Verfügung.
Um
den Aszendenten wirklich zu verstehen, ist es am besten zu begreifen,
welche Unterschiede zur Sonne bestehen.
Zunächst der
Aszendent:
Der
Punkt des
Aszendenten
steht für
unser
Grundempfinden und steuert aufgrund dessen auch eine Bewertungsqualität
bei. Dieses Empfinden kommt am Aszendenten zustande, weil man am
Aszendenten nach aussen in die Welt tritt. Dadurch kommt eine
grundsätzliche Empfindung zustande, wie es ist, zu sein.
Die Art des Empfindens
wird vor allem durch seine Energie verursacht, die er durch das Zeichen
erhält. Ein Planet am AS
kann diese Rolle übernehmen und dieser Planet
wird dann noch deutlicher als Teil
der Persönlichkeit begriffen, mit
dem sich der Horoskopeigner auch identifiziert.
Man kann es so
betrachten, dass ein
Planet am AS in den
Dienst des Aszendenten gestellt wird, also in die
Ausdrucksart aufgenommen wird. Dies wird umso weniger deutlich, je
grösser der Orbis (Abstand) zum AS
wird.
Der AS ist auch eine
Art
sensitiver
Punkt, der jene Energien "aufsaugt", die zu ihm gelangen. Man könnte
verallgemeinernd sagen: Sextile oder Trigone lassen alles leicht
erscheinen, und man fühlt sich in der Begegnung mit der Welt
grundsätzlich mit sich selbst im Reinen oder eins, man kann recht
einfach
etwas tun und sich in der Welt mit seinem Ausdruck bewegen; dagegen
bringen Quadrate
auf den AS den
Eindruck zustande,
dass immer alles schwierig ist. Die ständige Herausforderung kann dann
aber auch den Schneid
eines
Menschen stärken, er begreift das Leben bei
positiver Verwirklichung dieser Quadrate dann grundsätzlich als
Angelegenheit, in der man durch den Kampf bei sich selbst ankommt.
Solche Menschen begreifen oft das Leben in den Höhen und Tiefen und
spüren, worauf es ankommt. Man kann kaum sagen, dass Sextile/Trigone
gut und Quadrate auf den Aszendenten schlecht sein müssen, weil zB dem
Sextil-Eigner eine Reibung fehlt, um sein eigenes Verhalten zu
hinterfragen. Andererseits muss es auch nicht bedeuten, dass ein
Sextil- oder Trigon-Eigner nur noch unkritisch gegenüber sich
selbst ist, denn er kann auf anderen Wege sein Potential versuchen
auszufüllen.
Am
Ende aller Wege, gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen den
Aspektarten, wenn man nämlich die beteiligten Energien zur Synthese
gebracht hat!
Nach Arroyo heisst es, der Aszendent kann gewissermaßen an allem, was mit psychischer Energie zu tun hat, beteiligt sein. Er ist tiefes Wissen, gespeist aus dem Zeichen, Aspekten, oder Planeten am AS.
Neben dieser Bedeutung steht er allerdings auch einerseits mit dem Körperlichen in Verbindung, und andererseits steht er für die Art, wie wir (unsere) grundlegende Wirklichkeit überhaupt erleben.
Nach Döbereiner ist der AS die Anlage, die als Trieb angebracht werden will. Döbereiner spricht von Loswerden, das ist nicht Negieren, im Gegenteil, sondern es ist als Trieb so wichtig, dass man es anbringen muss, loswerden an die Verwirklichung (Sonne). Die Sonne ist auch als Verhalten beschreibbar.
Die Anlage (AS) kann man natürlich
auch an sich selbst loswerden wollen,
wenn sie selbst am AS oder im ersten Haus steht.
Der
Weg geht zu
sich selbst, wenn der Herrscher etwa im ersten Quadranten steht, es
bedeutet erstes Haus (AS) und erster Quadrant einfach ausgedrückt eine
Opposition zum 7.
Haus und dem dritten Quadranten. Ist der 3. Quadrant leer,
kommt
man immer
tendenziell nur bei sich an, nicht bei anderen an (egal ob andere einen
wert schätzen, man selbst merkt das nicht so sehr). Es gibt keinen
offenkundigen Weg dafür. Man sieht an diesem Beispiel, wie man sich ein
Horoskop in seiner Anlagestruktur abhängig vom AS schon grob
vorstellen kann. Der Herrscher betont einen Quadranten ganz
stark. Und das Erleben, der Trieb, der zur Verwirklichung drängt,
findet dort ein Schwergewicht.
Man kann alle Quadranten aber verwirklichen,
nur sind sie in dieser Weise, wo eben Planeten stehen, auch gewichtet.
Bedeutet ein Schwergewicht.
Die
Sonne ist das EGO, und sorgt für ein weiteres Korrelativ. Eine weitere
Gewichtung. Das MC wiederum, aber auf einer etwas weniger
offensichtlichen Ebene der Psychologie. Das MC kann helfen, sich über
seinen Weg klar zu werden, der durch AS und Sonne schon "angebildet"
sind. Ohne MC hat man den Eindruck im Vakuum zu sein, ohne Boden, ohne
Struktur, ohne Bedeutung.
Deshalb wird auch verständlich, warum niemand an
seinen AS
vorbei kommt. Ein Trieb, der als Anlage sich verkörpern will. Und das wird
er als AS. In positiver oder negativer Weise. Kompensativ (zB
aggresiv), Gehemmt (passiv, erleidend) oder in reifer Form, erlöst.
Der Herrscher des AS
definiert weitere Umstände, zB durch den Ort, wo der Herrscher steht.
Der
Trieb will dann dort angebracht werden: zB der Herrscher
steht in 6 und hat automatisch mit diesem Haus zu tun, will dort was
tun, und zwar nach Art des AS-Zeichens
oder Planeten am AS.
Diese Art könnte man auch als Bedingung verstehen, die sich im Haus
ausdrücken will. Das Gewicht oder die Akutheit der Tat liegt auf dem
ausgewanderten Herrscher in einem Haus. Aber ohne Zeichen des AS
liesse sich das nicht konkretisieren. Und die Sonne entscheidet, dass
es geschehen soll. Auch nach ihrer Art. Sie macht sozusagen was höheres
daraus. Darausm ergibt sich schon ein wesentlicher Grundton der
Psychologie. Spielen AS
und Sonne
nicht zusammen (zB gegensätzliche Zeichen oder gar Spannungsaspekte
miteinander , etwa zwischen Sonne und Herrscher), dann gibts Reibung
und es muss zusätzliches geleistet werden - dabei helfen dann auch die
anderen Planeten, bzw. besonders das Potential was durch alles angelegt
ist, was mit der Sonne zu schaffen hat. Hat sie nur Spannungsaspekte,
ist das egal, es ist Potential. Hat sie nur Aspekte mit dem Herrscher
des AS wird
die Deutung gewöhnlich etwas schwieriger, es hilft dann den Herrscher
des AS
zeitweise loszulösen von der Verbindung zum AS und als einfachen Planeten
in seiner normalen psychologischen Funktion zu deuten (zB
Merkur=Sprache, Ökonomie, Vernunft usw.).
Ein Transit über den Aszendenten kann diese Grundeinstellung gegenüber dem Leben verändern, bzw. uns Impulse geben, diese Einstellung zu verändern. Es ist unsere Einstellung, unser Seinsgefühl. Wie wir in die Welt schauen, erleben wir sie. Und der Aszendent ist ein wichtiger Faktor bezüglich der Art, wie wir in die Welt und auf unser Leben schauen.
Die Sonne ist unsere Kraftquelle. Sie verkörpert ein Wissen um Möglichkeiten, und die massgeblich bestimmende Orientierung des Menschen. Diese Orientierung und Mentalität wird aus ihrem Zeichen gespeist ist und aus ihrer Hausstellung. Hier sehen wir unsere persönliche Aufgabe und das, was gewirkt sein soll. Wir können nur glücklich sein, wenn wir diese Interessen der Sonne begreifen und annehmen - und so kommt es auch, dass das Haus, in dem die Sonne steht, und der damit entsprochene Lebensbereich, für uns einfach in Ordnung sein muss und mit uns zu tun haben muss. Wer die Sonne zB im vierten Haus hat, kann sich kaum in alten Geschichten verlieren, die zB mit seiner belasteten Kindheit zu tun haben; er braucht hier einen Bereich, in dem er bei sich sein kann, und zwar authentisch sein kann. Das Haus der Sonne muss gelebt werden, und nicht nur erlebt.
Der Aszendent, seine Bedeutung und sein Zusammenhang (Geburtsherrscher) stellt eine Struktur dar, die Sonne liefert eher eine Energie und mit ihr kommen wir zur Vitalität. Die Sonne bildet einen mentalen Aspekt unseres Seins. Aber des Aszendent und sein Geburtsherrscher ist richtungsweisend für unsere grundsätzliche Haltung und Motivation dem Leben gegenüber.
Die Hausposition des Geburtsherrschers konkretisiert die Zielrichtung eines Menschen. Der Herrscherplanet des AS ist im Radix in der Regel sehr betont, in einer Weise, dass man mit ihm etwas stärker (innerlich) verbunden ist, als wie mit anderen Planeten. So wird der Planet, aber auch das Haus des Aszendentenherrschers immer eine bedeutende Rolle spielen, wenn es darum geht zu entscheiden, mit was und welchen Dingen sich der Horoskopeigner in seinem Leben beschäftigen wird - man kann dies als angestammten Bereich beschreiben.
Die Bestimmung des Geburtsherrscher sollte nicht allein von der Position des Herrschers des Aszendenten bestimmt werden, denn es gibt dabei verschiedene Ebenen, auf denen entschieden werden kann, welcher Planet diese Rolle massgeblich übernimmt. Der Herrscherplanet wird immer eine Rolle spielen, aber es kann zB sein dass er im Fall oderExil steht, und dass ein anderer Planet, der im Zusammenhang mit unserem Wesen und der Persönlichkeit ist, einfach besser steht und sich dann gewissermaßen in vorteilhafter Position bringt, und zu ihm die meisten essentiellen Lebensenergien fliessen werden. Mehr zu der Bestimmung des Geburtsherrschers habe ich in dem Artikel "klassische Würden" geschrieben.
Der Aszendent steht symbolisch mit dem Aufgang der Sonne in Verbindung, da der Aszendent genau in Richtung Osten zeigt, wo auch die Sonne aufgeht. In dem Moment, wo der Aszendent im Osten aufgeht, steht er damit auch in einem aufgehenden Tierkreiszeichen (das Zeichen geht auf und verbindet sich auf diese Weise mit dem Aszendenten und seiner Bedeutung).
Transite über den Aszendenten belegen, dass der Aszendent für die ganze Psychologie eines Menschen steht, besonders betreffend spontaner Einstellungen, die aufgrund des allgemeinen Empfindungsmuster entstehen - es kann sich lohnen den Planeten, der den AS im Transit überquert, in seiner Radixstellung zu untersuchen: in welchem Haus er im Radix steht, kann vielleicht Aussagen darüber geben, in welcher näheren Art die Veränderung (des Transits über den AS) ungefähr zwingend werden könnte.
Am
Aszendenten sind wir ja der Welt gegenübergestellt, und aus
diesem Grunde hat der Aszendent soviel mit dem instinktiven oder
spontanen Verhalten zu tun.
Hier
drücken wir
uns aus, so wie wir sind. Hier sind wir,
was wir sind.
Und damit kommen wir aus uns heraus. Am DS
erhalten wir die
Möglichkeit, uns mit Dingen und Personen zu befassen, die aufgrund
unserer Wesensnatur eine bestimmte Position einnehmen, da der DS
gegenüber dem AS
liegt. Am DS
erleben wir oft Begegnungen, die
uns
zeigen, was uns selbst fehlt oder einen Schatten von uns darstellt,
dessen Eigenschaften von uns noch zu integrieren sind.
Am IC erfahren wir
eine Art innere
Wirklichkeit. Am MC
treten wir mit unserem ganzen So-Sein in die
öffentliche Wirklichkeit hinaus und werden für andere
sichtbar.
Obwohl
man
sagt, dass der Aszendent die Maskerade bedeutet, ein Rollenspiel, muss
man hier genau
überlegen, was diese Maske und Rolle des Aszendenten eigentlich ist: es
ist eben keine Illusion oder Lüge, sondern eher etwas übertriebenes.
Nicht die Eigenschaften sind aufgesetzt, sondern deren Ausdruck gleicht
nur etwas aufgesetztem; man setzt ein "Gesicht" auf, das
arachaischer Natur ist. Da uns die Umwelt auch über den Ausdruck am AS
prägt,
kann dieses archaische Gesicht mitunter auch in eine Verzerrung
enwickelt werden - wir haben es im Grunde selbst in der Hand, aber auf
unsere Aktion folgt sogleich eine Reaktion im Außen, und andererseits:
auf irgendeine Reaktion des Außen, die auf uns gerichtet ist, folgt
eine spontane Aktion von uns. Manchmal fühlen wir uns nicht mutig
genug, auf die Art und Weise der Sonne, als Leitstern und Motiv, zu
reagieren und bilden ein instinktives Verhaltensmuster, das vom
AS-Zeichen herrührt
und der Art des Ausdrucks, der beim AS
nun einmal
vorherrscht: Zum Beispiel reagiert der Krebs-AS
mitunter abwehrend,
oder der Waage-AS
beschwichtigend usw. Der AS
hat eine gewisse defensive
Komponente, und will sich vermeintlichen Widerständen gegenüber
absichern, egal ob es diese Widerstände wirklich gibt. Der
Überraschungsmoment sorgt oft schon für diese Empfindung, dass man
jetzt sich keine Blöße geben will - daher resultiert dann das
Verhaltensmuster des Aszendenten, den manche Astrologen als Maske
bezeichnen, die man sich in diesem Moment aufsetzt.
Diese Mechanismen laufen prompt ab. Deshalb geschieht
es uns zunächst im Leben mehr oder weniger, wie wir
den AS enwickeln,
und nur sehr langsam. Wir merken, dass manche
Reaktion irgendwie nicht ganz geheuer oder sinnfällig wird und
vermeiden zum Beispiel üble Reaktionen oder Launen zukünftig immer ein
wenig mehr.
Die hinter dem Aszendenten stehenden Impulse sind
mehr
oder weniger authentisch, doch auf eine archaische Weise
authentisch.
Die Sonne zeigt unsere
Authentizität auf eine andere Art. Die Sonne zeigt auch, was man aus
sich machen will.
Stephen
Forrest
beschreibt den
Aszendenten als "vereinfachte
Version
unserer Selbst". Der Aszendent steht nicht nur sinnbildlich,
sondern auch
real für die Geburt (ein Planet am Aszendenten beschreibt oft sehr
zutreffend, in welcher Art und Atmosphäre die Geburt stattfand). Somit
sind auch alle Anfänge, die wir im Leben begehen, oft in der
Art beschaffen, wie der Aszendent steht, unter welchem
Zeichen,
und besonders welche Aspekte er empfängt.
Auch Melanie
Reinhart
spricht davon, dass es von den Energien und
der
Ausrichtung des eigenen Impulses abhängt, wie gross die
Wahrscheinlichkeit ist, ein materielles Ergebnis im Sinne einer Geburt
zu erzielen. Der Impuls der anfänglichen (physischen) Geburt, setzt
sich im Leben fort. Dieser Impuls kann am Aszendenten erkannt
bzw.
bestimmt werden. Jeder Neuanfang
oder Beginn einer Erfahrung wird durch den Aszendenten gefärbt sein.
Wir werden in die Welt hinausgedrängt, oder wir drängen selbst hinaus
in die Welt. Das führt uns auch direkt ins 1. Haus, dessen Spitze der
Aszendent ja ist. Quadrate auf den AS
müssen daher für jeglichen
Neuanfang zur Konstruktivität gebracht werden, man darf am Beginn
dieser Bewusstwerdungsprozesse nicht glauben, dass man es nie schaffen
werde, mal etwas ohne Fehler (oder ähnliche unerwünschte
Begleitumstände) zu beginnen, sondern muss darauf vertrauen, dass man
die Energie der Quadrate nach und nach besser als Impuls und Antrieb
begreift, indem man lernt diese Energie von vorneherein in die
richtigen Kanäle zu leiten.
Was in einem Augenblick (Stundenastrologie) geschieht, kann nur durch den Aszendenten dieser jeweiligen Stunde wirklich veranschaulicht werden, weil in ihm das enthalten ist, was die grundsätzliche Atmosphäre und Energieverdichtung angeht, die gerade angekommen ist (am Osten, also dem Ort des AS tritt alles zum ersten Mal ins Licht), und massgeblicher Träger der Impulse jener Fragestellung geworden ist. Es geht um den Fragesteller und/oder das, was er als Angelegenheit "mit sich trägt" in den Augenblick der Fragestellung. Astrologie handelt von Rythmen und daher ist es nicht immer wichtig, wann die Frage das erste Mal auftrat, sondern eher, wann sie am deutlichsten auftrat!
Wir können den Ausdruck des AS aber trotz seiner grundsätzlichen Vorgabe dennoch verfeinern, obwohl die Grundqualität und damit die Anlage beharrlich gegeben bleibt. Das bedeutet: das Zeichen des Aszendenten bleibt uns wohl anvertraut, ist aber zunächst oft grob, verzerrt im Ausdruck, oder die negativen Eigenschaften werden bevorzugt ausgedrückt, allgemein aus Unbewusstheit.
Die
Eigenschaften des Aszendentenzeichens werden
auch eigentlich ausgedrückt, um einen Schutz darzustellen - dieses
spontane Bedürfnis sich zu schützen ist es, weshalb man auch vom
Rollenspiel des
AS sprechen kann. Steht die
Sonne im selben
Zeichen des AS, aber
nicht zu sehr im 12. Haus, dann wird die
Sonnenkraft
gewöhnlich stärker sein, als der Impuls sich mit angestammten
Verhaltens- und Reaktionsweisen zu schützen; - man kann viel leichter
aus
sich heraus gehen.
Die Sonne am Aszendenten kann
dann die
normalen Reaktionsmuster des
AS einfach
spielerisch übernehmen, auf Sonnenart, das heisst, ein
Versteckspiel ist nicht mehr
nötig. Im Bewusstsein erscheint das herkömmliche Rollenspiel des AS
(Schutzbedürfnis) dann als etwas überflüssiges, ja lächerliches, und
das ist mit ein Grund, warum manche Menschen mit Sonne und AS im selben
Zeichen grundsätzlich authentisch wirken. Allerdings sagt dieser
Umstand nichts darüber aus, wie die Sonnenkraft im Zeichen verwirklicht
wird. Auch hier kann es noch negative Eigenschaften geben, wie bei
jedem Sonnenstand. Vor allem neigt man hier mit der Sonne am AS zu
einer "absoluten Egozentrik", man hat die Sonne, die den eigenen
Standpunkt in den eigenen Augen stets aufleuchten lässt. Die Sonne hat
ja die Rolle des AS
übernommen und muss daher auch am AS
eine gewisse
Reflektion oder Hinterfragung der eigenen Motive lernen.
Egal in welchen Häusern die Sonne steht, der Aszendent und die Sonne sind wie in einer kosmischen Hochzeit verschmolzen, und zwar zu einer Einheit der Handlungsmodalität. Eine Grundlage der innerpsychischen Empfindung (AS) und der mentalen Reflektion aufgrund einer im Bewusstsein präsenten Einstellung (Sonne), eines Gewahrwerdens von vitalen Kräften und Möglichkeiten (Sonne), die sich in einem festgelegten Rahmen bewegen (Aszendent und Häuserspitzen). Anlage ist gegeben (AS und ausgewanderter Herrscher und/oder Planet am AS). Man kann nur werden wollen (Sonne), was man ist (AS). Die Sonne bastelt aus dem. Ein Herrscher des AS in 2 kann nur wirtschaftliche Interessen haben, wenn besonders AS und Herrscher dafür sprechen. Wenn der Herrscher in 4 steht, ist das weniger Wirtschaftliches, als wenn der AS-Herrscher in 10 oder 11 stünde, oder auch in 7 in Konjunktion mit Merkur in Zwillinge.
Die
Eigenschaften,
die dem AS
zugehören, sind praktisch nicht von uns zu trennen. Ein Planet am AS
färbt unser habituelles Erscheinungsbild und Charakter gravierend: so
wird zB jeder mit
dem
Asteroiden Juno
am AS etwas
liebliches, geschmeidiges und anmutiges (Juno) an sich haben, was zu
seiner allgemeinen
Erscheinung gehört. Der Asteroid und seine Eigenschaften werden
ebenso zu einer Art tiefem Grundwissen des
Horoskopeigners führen, was sich bei Juno ausdrücken kann als ein
Geschick, mit Beschönigungen umzugehen, etwas zu beschminken oder auch
als Wissen um die Aufgaben oder Themen einer Beziehung. Allgemein
verstärkt Juno in markanter Position immer die Beziehungsfähigkeit.
In
erster Linie wird Juno als
gewisse Aura des Horoskopeigners wahrgenommen werden können, eben ganz
so, wie Etwas jemanden anhaftet, wie Etwas jemanden durchdringt, und
das ist bei Juno die Anmut, Geschmeidigkeit. Als Möglichkeit eines
Impulses führen diese Eigenschaften auch zum Talent der List, sich
zu verstellen (was allerdings manchmal auch zu offensichtlich
vorgeführt wird, und als beschminktes Verhalten erkannt werden könnte).
Wäre der Asteroid Juno in Konjunktion mit der Sonne, handelte es sich eher um eine Fähigkeit oder Talent (Juno), die man bewusst einsetzen kann, wobei die Art des Erlebens dieses Asteroiden ein ganz anderes wäre. In der Regel wird ein Asteroid am Aszendenten kreativer ausgedrückt, als wie am Aszendenten, denn am Aszendenten steht er eher mit der Grundempfindung in Verbindung.
Wobei das Wissen am AS, welches mit dem Asteroiden verbunden ist, durch Handlung, Tat, Verinnerlichung, Erfahrung errungen und vertieft wird, oder durch Beschauen dessen, was im Schöpferischen geleistet wurde, was für eine Bedeutung es für einen selbst hat.
Ein Planet am AS
übernimmt die Bedeutung des Aszendenten, aber dennoch bleibt das
Aszendentenzeichen auf einer grundlegenden Ebene nach wie vor wichtig,
auch wenn der Planet exakt am AS
steht.
Am AS wird
der Planet
aber einen grossen Teil der Aufgaben übernehmen, er geht sozusagen in
den Aszendenten ein.
Das heisst, ein Mond am
Aszendenten ist im Grunde ein Krebs-AS,
mit der Färbung des
Zeichens, in dem der Mond steht und einer hintergründigen
Empfindung des Zeichens des AS.
Ein Jungfrau-Mond am AS
wird
also wegen dem Mond am AS
ebenso leicht
anfällig für Launen sein, wie es ja
der Krebs AS ist,
aber etwas trockener (Jungfrau=Erde) , und -
gerade in dieser Kombination mit Jungfrau - empfindlich auf
Kritik, nur etwas anders als wie beim Krebs.
Am
AS
werden wir in unserem spontanen Handeln erkannt, am MC
werden wir durch
unser gesamten Auftreten und unserer Taten erkannt, wohlgemerkt, was am
MC über unsere Person hinaus geht und mit den Notwendigkeit
der
Anderen zu tun hat - wenn die anderen keine Not sehen, bei jemanden
Bedeutung zu erkennen, gibts die auch nicht (prinzipiell zumindest).
Hier am MC können
wir öffentlichkeitswirksam handeln. Planeten am MC
oder im zehnten Haus können Einfluß auf die Art haben,
wie andere uns sehen, und welche Erwartungen damit geweckt werden (vor
allem bei uns), und
mit welchen Qualitäten wir im Leben uns zur Erscheinung und Bedeutung
bringen können und wollen.
Auch der Herrscher des zehnten Hauses kann Auskunft
darüber geben, wie leicht oder schwer es uns fällt, öffentlich wirksam
zu sein.
Durch öffentliches Wirken werden wir einen Teil von uns
formen. Welches
Selbstverständnis damit einher geht, ob wir es
als anstrengende Leistung empfinden oder als Ausdruck unserer
Fähigkeiten, ist ebenso am MC
abzulesen und über den Herrscher. Der
Herrscherplanet in seiner Stellung zeigt, mit welcher Motivation und
Herleitung wir die Aufgaben und Möglichkeiten des 10. Hauses lösen und
angehen.
Es
ist auch unsere Hergangehensweise im Umgang mit der Öffentlichkeit mit
Planeten am MC
oder im 10. Haus verbunden.
Ein
Mars
im zehnten Haus erledigt in der von
Angst befreiten
Tatkraft
die Dinge prompt und konkret, ein Mond
im zehnten Haus vertraut vielleicht auch auf das Wohlwollen (denn es
ist der Mond)
von
Behörden oder
Autoritäten, wenn er sich nur entsprechend gibt, oder will
den möglichen Druck mindern, indem das von
anderen Verlangte
erfüllt wird. Ein Pluto rechnet sich dieses Wohlwollen vielleicht
rigoros aus und erwartet ein Zuvorkommen, setzt viel ein, oder setzt
alles auf eine
Karte, wozu natürlich auch die Lösung aller Probleme auf einmal gehören
kann - möglicherweise ist auch eine persönliche Wandlung
damit
verbunden. Venus setzt auf eigene Zuvorkommenheit und erfüllt die
Pflichten
oder setzt vielleicht auch auf Beziehungen, will auf irgendeine Weise
vielleicht ein Arrangement treffen, schaut nach Möglichkeiten, ein
Jupiter wird
jederzeit die passenden Möglichkeiten finden, und noch dafür belohnt,
und Merkur kann sich
arrangieren und anpassen, möglicherweise auch leicht Informationen zur
richtigen Handlungsweise einholen, oder entdeckt entscheidende Lücken
oder Nischen, um dann die richtige Möglichkeit offenbaren zu
können. Das MC
enthüllt die Form, der AS
das Wesen. Am MC werden wir. Am AS machen wir etwas
und begreifen uns als Initianden. Wir können gar nicht anders, als am
AS in die Welt hinein
zu wirken, und die Formen zu testen,
weil
das alles mit unserem Dasein verbunden ist. Am DS erleben wir die Welt
der möglichen Begegnungen, die davon ja abhängen und nur im
Gegenzeichen des DS
stattfinden können, wie wir in der Welt uns selbst
als Wirkende begreifen (AS).
Am IC sind wir.
Hier ist unsere Befindlichkeit und das, was uns diese bedeutet. Wer
einen schwierigen Planeten im 4. Haus hat, kann nicht an sich vorbei
hören, wie es in ihm geht und welche Bedeutung er in allem sieht. Wer
Jupiter im 4. Haus hat, fühlt sich wie auf einem Blumenteppich, lange
geht für ihn alles immer gut.
Das
IC enthüllt
ebenfalls ein Charakteristikum: dort sind wir
bereits,
ähnlich
wie beim AS.
Wir fühlen uns dort zuhause, wo wir das IC
und das 4. Haus
haben. Planeten am IC
und im 4. Haus zeigen unsere Fähigkeit und
Einstellung an, uns zu
verwurzeln und auf welche Weise wir uns gut fühlen. Das 4. Haus zeigt
auch einen Rückzugsort, der möglicherweise auch
gleichbedeutend mit
unseren eventuellen Büroplatz ist, dem Ort, wo wir uns niederlassen und
uns
"einrichten".
Haben wir Energie im 4. Haus, besonders durch einen Transsaturnier, dann stellen wir gewöhnlich wohl fest, dass uns ein angenehmes Zuhause sehr wichtig sein wird, oder dass wir auf die eine oder andere Weise dort viel Energie investieren. Es zeigt an, wie wir uns in unserem Zuhause verhalten, und welche Energien wir dort erzeugen.
Das IC bezieht sich mehr auf den Gefühlshaushalt (vrgl. Mond), auf die Wurzeln unseres Seins und unserer Natur, und kann als Atmosphäre beschrieben werden, die wir in uns spüren oder in uns wissen. Der AS beschreibt die weitgehend festgelegten Eigenschaften unserer innersten Reaktionen, was prompt ausgedrückt werden kann (vrgl. Mars als Entsprechung zum 1. Haus).
Ein Quadrat auf den Aszendenten wird oft als besonders schwerwiegend erlebt. Allgemein kann man von einer Aufruhr der Energien reden, die mit dem Aszendenten verbunden sind. Diese aufgerührten Energien hängen zunächst als Teil des AS mit der eigenen spontanen und urtümlichen Wesensnatur zusammen.
Stephen
Arroyo differenziert solche
Quadrate in zwei Typen:
4.
Haus Typ: Wenn das Quadrat in der unteren Hälfte gebildet
ist, dann
wird die Spontaneität des Ausdrucks des Aszendentenzeichens durch
emotionale Stukturen behindert (4. Haus), die durch diese Aufruhr der
Energien
entstanden ist. Unterdrückung, Hemmung oder Beklemmung sind hier die
Schlagworte. Natürlich ist es die Art des Planeten im 4. Haus, der das
näher bestimmt.
10. Haus Typ: Wenn das
Quadrat in der oberen Hälfte gebildet ist, dann werden die
"aufgerührten Energien" des Aszendenten im Erleben mit der
Öffentlichkeit ausgetragen und das besagt, dass dieser Mensch
nach Leistung oder Anerkennung streben wird, weil er den Eindruck hat,
sich unter Beweis stellen zu müssen (10.Haus).
Die negative
Wirkung
kann
hierbei eine Ausrichtung der persönlichen Handlungsweise sein,
die die negativen Eigenschaften
des
Zeichens des Planeten (zB der Venus) in die reale Welt manifestiert,
während es für
den 4. Haus Typ
die eigenen Emotionen oder die eigene Erlebenswelt ist, wo er diese
Aufruhr gefärbt durch den Planeten im 4. Haus erfährt und lokalisiert.
Steht der Faktor im 9. Haus oder 11. Haus bzw. 3. Haus oder 5. Haus wird dieser Effekt nur leicht abgewandelt, es geht um diese beiden grundsätzlichen Hemisphären des Horoskops, die untere Hälfte zeigt den Bezug auf uns selbst und die obere den Bezug auf die äussere Wirklichkeit. In gewisser Weise hat auch das 9. und 11. Haus noch sehr mit der Öffentlichkeit zu tun, mit dem öffentlichen Wirken und das 3. und 5. Haus mit der eigenen Erlebniswelt, wobei jeweils im 9., und 11. der Bezug auch leicht in Richtung Selbst geht (im Unterschied zum 10. Haus), und im 3. sowie 5. Haus der Bezug auch leicht in Richtung Öffentlichkeit (im Unterschied zum 4. Haus).
Siehe auch die Erläuterungen oben (AS).
Um zu verstehen, was Sonne und Aszendent bedeuten in ihrem Zusammenhang, lohnt es sich die einzelnen Faktoren zu differenzieren: Sonne, Mond, AS, aber auch Mondknoten.
Aszendent, Sonne und Mond sind wichtige Bestandteile unserer ganzen Persönlichkeit. Sie geben vor, wie massgebliche Teile unseres Seins beschaffen sind und bestimmen weitgehendunsere Persönlichkeit in der Grundstruktur. Ich schätze dabei den Aszendenten und sein Zeichen als massgeblicher ein, als wie den Mond. Die Sonne steht gewissermaßen auf einer anderen Ebene als wie Mond oder Aszendent.
AS, Mond und absteigender Mondknoten können aus einer bestimmten Perspektive als Gegenspieler der Sonne aufgefasst werden. Aus einer anderen Perspektive geht es aber um Integration aller Faktoren und stellen alle Faktoren einen wesentlichen und wichtigen Teil unserer Persönlichkeit dar!
Die Sonne ist der innere Leitstern des Horoskopeigners. Sie ist es, die alle anderen Faktoren auf ein höheres Niveau bringen kann, aber diese Energien fliessen durch alle Strukturen, und ganz besonders durch den Aszendenten.
Der Mond offenbart die Erlebensart als erlebten Zustand, Einflüße dringen in uns und können Gefühlsmuster aktivieren, aber auch aufbauen - der Mond steht also für unsere Befindlichkeit und das wonach wir verlangen. Der Mond hängt auch mit der Eindruckswelt zusammen, und steht in Zusammenhang mit der Wahrnehmung der Wirklichkeit; mit dem Aszendenten werden wir uns selbst in der Welt erfahren und der Aszendent trägt eine Qualität bei, aufgrund der wir Wahrnehmungen bewerten. Die Reise unseres inneren Selbst kann unterschieden werden in Auftrag (AS) und in zur Verfügung stehende Mittel (Sonne). Der Auftrag besteht aus Anliegen, die nicht übergangen werden können.
Die Sonne ist immer das, was sich entscheidet eine Seinsänderung oder einen Richtungswechsel vorzunehmen, sie füllt das Gegebene mit der ihr entsprechenden Energie auf (zu dem Gegebenen zählt auch besonders der AS mit seiner Wesensnatur), und stellt Aufmerksamkeit und Bewusstsein zur Verfügung, was sich auch immer als persönliche Haltung und Mentalität durch das Zeichen der Sonne ausdrücken soll. Sie vermag aber nicht das zu ändern, was in den seelischen Strukturen nun einmal vorgegeben ist, und das ist auch durch den AS bedingt.
Der AS ist
verhältnismässig mechanisch.
Die
Sonne ist eine Art Aktion und Vermögen, es ist die Lenkung
in der Art
des Sonnen-Zeichens. Mit der Sonne drückt sich eine mentale, geistige
Selbstverständlichkeit aus.
Im Unterschied zum AS ist die Sonne zwangsläufig mit einem Grad an Bewusstheit verbunden, zumindest prinzipiell.
Besonders wenn Sonne und AS in gegensätzlichen Zeichen stehen, die eine unterschiedliche Grundmotivation haben, zum Beispiel Fische und Widder, Steinnock und Krebs, oder Stier und Wassermann, kommt es darauf an, wieviel Bewusstheit an den Tag gelegt wird, um zur Verwirklichung der Sonne und des Ganzen zu gelangen. Die Sonne braucht im Grunde Aufmerksamkeit, und der Aszendent wird Aufmerksamkeit schon automatisch erzeugen, drängt empor, darüber brauchen wir uns nur bewusst sein. Aber die Sonne braucht eine gewisse Aufmerksamkeit, Beachtung, und indem wir dazu kommen, müssen wir bei der Sonne zwangsläufig bewusst werden.
Stehen Sonne und AS im selben Zeichen, und vielleicht sogar in Konjunktion, kann man davon reden, dass die Sonne den AS bereits abgelöst hat, und die Wahl bereits getroffen wurde, das Licht der Sonne den AS einfach schon mitgenommen hat. Die Sonne am AS stellt aber immer noch die Aufgabe, wie jeder Planet am AS, sich über die spontane Reaktion, die man an den Tag bringt, klar zu werden.
Geist, Absicht, Mentalität, Wille, persönliche Eigenschaft, bewusstes Selbst, Identität in der Reflektion und in der Tat. Die Absichten der Sonne werden als überzeugendes Anliegen empfunden. Ego, Persönlichkeit, Lebenskern. Handelndes Sein.
Symbolisch: Der Blinde (wird geführt aber auch irregeleitet von den Wahrnehmungsinhalten des Merkurs und des Mondes); kommt zur Erkenntnis der Welt und des Seins und den wesentlichen Bedeutungen dieses Welt-Seins.
Seele, persönliche Eigenart oder Eigenheit, körperliches Selbst, Identität im Erleben und Empfinden. Werte aufgrund einer Erwartungshaltung. Äußerungen und Inhalte des AS-Zeichens werden als selbstverständlicher Wesensgrund erfahren. Grundempfinden, Grundorientierung. Wesensnatur.
Der
Unterschied zwischen Aszendent in einem Zeichen, und Sonne in einem
Zeichen ist subtil und wenn man sich nur an die Worte halten würde, die
es beschreiben zu versuchen, würde man leicht feststellen, dass es
vielleicht dieselben Begrifflichkeiten sind, die man zur Beschreibung
sowohl des Aszendenten als auch der Sonne heranzieht.
Der
Aszendent bestimmt unsere Grundempfindung, enthält unsere
grundsätzlichsten und unwandelbaren Erwartungen, und daraus resultieren
weitere Impulse, die Teil unseres Erlebens werden. Die
Sonne integriert hinsichtlich eines Zieles, je nach
Zeichen.
Man kann zum Beispiel eine Sache aus der Sicht der Sonne beurteilen und der AS kann hier - und wird gewöhnlich auch - einen weiteren Gesichtspunkt beitragen, und diese Nuance kann das weitere Vorgehen der Sonne bestimmen.
So sagt man auch, dass je nach AS-Zeichen eine bestimmte Sonne im Zeichen ausgewogener, impulsiver oder zurückhaltender ist. Einerseits ist die Sonne also nur so, wie es der Aszendent zulässt und andererseits wählt die Sonne umgekehrt Eigenschaften, die dann das Zeichen des Aszendenten konkretisieren - nicht alle Möglichkeiten, die ein Zeichen bereit hält, werden ja auch von jedem Menschen genauso entsprochen.
Da der Aszendent prinzipiell weniger Strahlkraft hat, wird es oft so sein, dass etwa der Aszendent in Löwe, anders wie die Sonne im Löwen, nie so kraftvoll und autark wirken kann (auf sich selbst wie auch auf andere). Ein Löwe Aszendent hat so aber auch weniger Neigungen, sich gegenüber anderen als Herr aufzuspielen (wie es Arroyo beschreibt). Arroyo schreibt: Der AS symbolisiert die Einstellung zum Leben, die Sonne zeigt das Leben.
Am tauglichsten scheint es mir tatsächlich, den Unterschied zwischen Sonnenzeichen und Aszendentenzeichen so zu beschreiben, dass die Sonne eine Strahlkraft symbolisiert während der Aszendent ähnlich wie der Mond etwas aufnimmt bzw. beim Aszendenten ja schon bereits aufgenommen hat, und so gesehen als innerer Raum der Erfahrung beschrieben werden kann.
Der Herrscher des Aszendenten zeigt in seinem Haus den Bereich an, wo wir unsere Wesensnatur (AS) am unmittelbarsten erfahren. Dort wird die Wesensnatur des AS näher bestimmt.
Beispiel:
Pluto ist hier Geburtsgebieter (Skorpion-AS).
Pluto steht in Krebs im 9. Haus.
Weiterhin kann man nun den Mond im 3. Haus untersuchen, um die Erscheinungsweise des Plutos als Geburtsgebieters näher zu untersuchen.
Man kann auch noch direkter- auf grundlegender bzw. psychologischer Ebene - den Mars als klassischen Herrscher des Skorpion Zeichens bevorzugt betrachten.
Der Mars steht hier im 7. Haus und hat als Dispositor den Merkur, der ebenfalls im 7. Haus steht und darüberhinaus in Zwillinge. Die Transsaturnier als Herrscher stellen etwas archetypischere Ebenen dar (sind tiefer verankert, prägen das Sein, und prägen nicht so deutlich den direkten Energiefluss und nicht so sehr die offensichtliche Psychologie eines Menschen). Transsaturnier offenbaren, was in der Wurzel begründet liegt, die aktiven 7 Planeten zeigen mehr die dynamischen Aspekte der Psychologie eines Menschen.
Die jeweiligen Aspekte zeigen nähere psychische Energien dieser Erlebensart. Schwierig wird eine Deutung, wenn - wie hier - alle an der Ich-/ und Persönlichkeitsbildung beteiligten Planeten untereinander in Aspekt stehen. Das Problem ist aber weniger in der Astrologie zu suchen, als in der Schwierigkeit des Deutens, nämlich diese unterschiedlichen Facetten der Persönlichkeit einerseits auseinander zu halten bzw. die verschiedenen Ebenen, und andererseits alles zu einem Gesamtbild zusammen zu bringen.
Wenn ein Element gut vertreten ist, kann man dagegen keine Einwände haben. Aber man sollte begreifen, dass man in dem Element, in dem man nichts stehen hat, zunächst nicht dieselben Leistungen vollbringen kann, als wären viele Planeten in diesem Element.
Doch man darf nicht glauben, dass man diesem fehlenden Element immer auf verlorenen Posten stehen wird, sondern man muss den Umgang mit diesem Element mit besonderer Anstrengung verbunden erlernen.
Es kann auch sein, dass jemand in seinem Radix zB einige wenige Planeten in einem Feurzeichen hat, die durch die Wasser- und besonders der Erdbetonung im übrigen Radix jedoch nicht zur Geltung kommen und in ihrem Feuer unterdrückt werden, besonders wenn die Natur der Planeten im Gegensatz zu dem Element des Zeichens sind, in dem die Planeten stehen (zB Saturn und Venus in Feuerzeichen). Wasser und Erde bilden Gegensätze zum Feuer, so findet das Feuer keine Unterstützung, wie es bei Planeten in Luft-Element der Fall wäre.
Die Transsaturnier kann ich in Bezug zu der elementaren Ausrichtung der Persönlichkeit kaum wiederfinden, ich lasse daher die Elemente von Neptun, Pluto und Uranus ausser Acht. Die Elemente dieser Planeten scheinen unterzugehen im allgemeinen kollektiven Klima einer Generation, wie man sich verhält.
Der Aszendent stellt eine wichtige elementare (psychische) Kraft dar. Beim MC würde ich das allerdings kaum in Betracht ziehen, da der MC weniger eine Kraft darstellt, als wie etwas, was sich durch das ganze Leben (Verwirklichung des Radix) erst zur Erscheinung bringt. Das Element des MC ist bei einem Horoskopeigner noch nicht von Anfang an voll entwickelt, sondern anfangs sieht er gewissermaßen nur, was er einmal tun sollte. Wenn man dem MC eine Elementegewichtung verleiht, dann ergibt es im Grunde nur eine Suggestion, sich bevorzugt mit dem betroffenen Element auseinanderzusetzen, weil es 5 oder gar 10 Punkte bekommt. Das MC ist natürlich im Endeffekt wichtig zu verwirklichen, aber es ist doch so, dass das MC nicht unbedingt schon die Verkörperung bzw. Manifestierung dieses Elementes bereits vollständig ausdrückt, sondern es sich meist erst noch entwickeln muss.
Jupiter
bringt Energien in Fluß, Saturn stockt oder hemmt jedoch den Fluß der
Energien oder verhindert bzw. erschwert die Auseinandersetzung mit
Zeichen/Element/Haus. Ich kann daher kaum (für meine Belange)
nachvollziehen, dass
man Saturn in manchen astrologischen Schulen so viele Punkte in der
elementaren Ausrichtung einer Persönlichkeit gibt, weil
es ein ähnlicher Fall wie mit dem MC
ist. Eigentlich müsste man für
eine Betrachtung der Elemente in einer Tabelle sogar
in dem betroffenen Element des Saturns Punkte abziehen, aber da man
sich stets mit Saturn auseinandersetzen muss, gleicht sich dies etwas
aus. Die
Eigenschaften des Saturns im Zeichen müssen aber
allgemein erst noch entwickelt
werden und sind lange Zeit eher blockiert.
Manchmal
scheint es aber so
zu sein, dass jemand den Saturn gut ausdrücken kann und über seine
Eigenschaften verfügen kann, besonders wenn das Zeichen des Saturn noch
durch andere Faktoren (vielleicht auch dem AS)
besetzt ist, weil dies
die
Auseinandersetzung früh erleichtert. Umso älter man wird, desto eher
wird auch das Zeichen und Element des Saturns entwickelt sein. Man kann
auch oft erleben, dass Saturn auch andere Planeten hemmt, die im selben
Zeichen stehen, egal ob es eine genaue Konjunktion ist. Wenn der andere
Planet dann noch einen herausfordernden Aspekt eines Transsaturniers
erhält, so wird meiner Beobachtung nach oft das Zeichen des Planeten
(der im selben Zeichen von Saturn steht) allgemein minder ausgedrückt,
und das Zeichen kann oft nur über die Ausdrucksweise verfügen, die ihm
der Transsaturnier aufnötigt, von dem er einen Aspekt erhält.
Den Mondknoten, Transsaturnier, sensitive Punkte und Asteroiden würde ich bei der Elementeverteilung nicht berücksichtigen. Die Hauptplaneten liefern in jeden Fall immer die elementare Grundausrichtung. Hier hat jeder Astrologe aber seine eigene Deutungsperspektive, bzw. sein für ihn taugliches System, im Ganzen zutreffende Aussagen zu formen. Es ist natürlich wichtig, dass man das Element des Saturns und des MC´s verwirklicht, und aus diesem Grunde berücksichtige ich dies auch in der Analyse der Elementegewichtung, aber eigentlich nicht mit dem ersten Eindruck, den ich mir mit den Elementen verschaffen will. Oft ist das MC in seinem Element auch bei verschiedenen Leuten mehr oder weniger stark zu bemerken.
Es geht mir persönlich in jedem Fall um den Ist-Zustand der elementaren Ausprägung. Und eigentlich sind die Richtlinien meiner persönlichen Elementeverteilung methodisch/pragmatisch auf den Durchschnittsmenschen abgestimmt, der die persönlichen Planeten eher (er-)lebt als wie die übrigen.
Manche klassischenm Methoden den Geburtsgebieter oder mit dem Aszendenten zusammenhängende Faktoren elementar nach einer ausgefeilten Methode zu berücksichtigen, sind meiner Meinung nach nur für eine bestimmte Schicht der Persönlichkeit (eben die des Aszendenten) zutreffend, geben aber nicht das Gesamtbild eindrücklich wieder. Es kann aber interessant und ntzlich sein, sich mit diesen Mehoden vertraut zu machen.
Lösungsansätze, die es für ein bestehendes Problem zu formulieren gilt, bedürfen einer anderen Art von Analyse, in der zB Saturn und sein Element grundsätzlich als sehr wichtig eingeschätzt wird! Das sind dann aber spezielle Deutungen, und die Elementeverteilung soll zunächst nur ein grundsätzliches Muster aufzeigen, in welcher Weise ein Mensch gepolt ist.
Meine Richtlinien sehen so aus:
| Sonne: | 8 |
| Merkur: | 7 |
| Mond: | 7 |
| Mars: | 7 |
| Venus: | 7 |
| Jupiter: | 4 |
| Saturn: | 2 |
| Aszendent: | 5 |
| Medium Coeli: | 1 |
= insgesamt 48.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein
Anfänger der Astrologie auf solche Bewertungssysteme anderer
zurückgreift, sondern dass er lieber seine eigenen
Bewertungsrichtlinien entwirft. Doch können die Richtlinien anderer
bestimmt interessant genug sein, um einfach zu sehen, wie es andere
machen.
Der Durchschnitt (von 4 Elementen) läge bei diesem System mit 48 Punkten bei 12. Das heisst ein Punktwert von 12 wäre eine verhältnismässig ausgeglichene Besetzung des Elementes. Man muss aber bedenken, dass reifere oder ältere Persönlichkeiten sehr viel von dem Element beitragen können, in dem der Saturn steht. Manchmal ist das auch unterschiedlich; manchmal kann jemand mit einem starken Element im Radix, zu einem Planeten, der diesem Element entspricht, viel besser einen Zugang finden und manchmal kann zB Saturn einfach sonst wie stark stehen und damit auch mehr vom Element beisteuern, in dem er steht usw..
Es kommt auch aufs ganze Horoskop an; zum Beispiel wird ein Planet in seinem Domizil immer verhältnismässig mehr von diesem Element beitragen! Manchmal ist es auch dann der Fall, wenn Saturn im Haus stark steht oder in einer Würde (auch Triplizität). Und ein Planet in einem Eckhaus oder an einer Hauptachse kann ebenso etwas mehr beitragen.). Ich benutze auch weitere Zuordnungssysteme, bei denen ich jedem Faktor (ausgenommen MC) einfach 6 Punkte gebe - meist einfach jedes Radix aber individuell betrachte, denn es kommt auch auf den jeweiligen Stand von Planeten an.
Merkur ist ein Planet, der durch Sprache, Kommunikation, die Ausdrucksweise, die Denkart und damit auch einen Teil der Werte und einen Teil der Mentalität das Element doch sehr deutlich verkörpert. Mars in seinem Element ist oft auch stärker vertreten, als dass er nur sechs Punkte bekommen sollte, manchmal dagegen weniger stark. Irgendwie musste ich mich hier für die "erste Elementeschau" festlegen - man merkt es eh bei einem Horoskopeigner (den man vor Gesicht hat), ob er einen bestimmten Planeten stärker ausdrückt als einen anderen. Ein losgelöster (unaspektierter) Planet kann manchmal "richtig reinhauen", das heisst deutlich bemerkbar sein, mitsamt seinem Element. Das Radix bietet dann die Feinabstimmung der elementaren Ausprägung.
Die Zahl 48 verweist esoterisch auf die irdische Materie und drückt ein Gleichgewicht und eine abstrakt zu verstehende Neutralisierung von Kräften aus, auch eine relativ zu verstehende Freiheit von Verhaftung.
Wenn ein Element fehlt, so wird manchmal gesagt, die Natur habe es schliesslich so eingerichtet und man sollte diesem Element also auch keine Beachtung schenken. Ich halte das für eine zu pauschale Aussage.
Jemand
kann zum
Beispiel einen
schwierig gestellten Saturn haben, und ansonsten keine Erde im Horoskop.
Das
weitere Radix (zB viel Feuer und damit tendenzielle Rastlosigkeit) und
auch das Leben zeigt dann zum Beispiel die Notwendigkeit, erdige
Qualitäten zu entwickeln, weil man sonst nicht voran käme im Leben! Das
geht gar nicht anders, sonst könnte man
seine ganze Palette an Möglichkeiten gar nicht entfalten. Die Stärken
in einem selbst brauchen eine Richtung, indem man sie mit fehlenden
Eigenschaften ergänzt und so aus ihrer Einseitigkeit bringt.
Es
kommt
auch nicht auf das Dogma an, dass man seine Elemente in jedem Fall
harmonisch ausgleicht, sondern dass man die Not der Stunde erkennt und
eine entsprechende Orientierung aufbietet. Was fehlt, braucht eben
eine besondere Anstrengung; doch die Planeten haben wir alle und so
gibt es zB für Erdprobleme und mangelnder Ausdauer oder fehlender
Disziplin den Ansatz, Saturns Eigenschaften zu betonen
oder
entsprechend zu entwickeln - und wenn der Weg über Saturn nicht so
einfach geht, weil er zum Beispiel im Radix schlecht steht, kann man
noch über Venus und Merkur gehen. Die
Elemente sind in uns also prinzipiell angelegt.
Was ausgeprägt vorhanden ist,
geht andererseits auch oft zu leicht und unausgewogen. Dann muss man
etwas besonnener mit dem Element umgehen lernen.
Feuer -
Warm
Luft
-
Feucht
Wasser- Kalt
Erde
- Trocken
Feuer und Erde sind nach klassischer Sicht die extremen Gegensätze, nach moderner Auffassung sind es jedoch Feuer und Wasser.
Sehr
eindeutig ist die Elemente-Zuordnung bei:
Sonne - Feuer
Mars - Feuer
Saturn - Erde
Mond - Wasser
Merkur - Luft
Die Häuser entsprechen ebenso Elementen: das 2., 6. und 10. Haus sind zB Erdhäuser und das 1., 5. und 9. Haus Feuerhäuser. Usw.
Die Verteilung von Planeten in Häusern kann dazu beitragen, sich mit diesem Element notgedrungen zu beschäftigen, und Planeten in Feuerhäusern können fehlendes Feuer kompensieren usw.
Hinzu kommt auch der Umstand, dass ein stark stehender Planet im Radix aufgrund seiner manchmal deutlichen Entsprechung zu einem Element die Elementeverteilung im Horoskop beeinflusst (bei einem Saturn an einer Haupt-Achse wird man über einige zusätzliche Erd-Qualitäten verfügen).
Ein
Neptun an der Hauptachse oder in Konjunktion mit einem persönlichen
Planeten kann etwas Wasser beitragen.
Uranus kann ebenso Luft
beitragen.
Bei Pluto ist es eher schwierig zu entscheiden, ob
er
Wasser (Tiefgründigkeit) oder gar Feuer (Willensstärke) beitragen
könnte.
Jupiter
ist ein Planet, der zum Teil alle Rollen (in Bezug auf die Elemente)
ausfüllen kann, nach klassischer Ansicht alle, bis auf das Element
Erde.
Dasselbe gilt für Venus, bei der jedoch
Feuer ausgenommen ist.
Auch dieser Umstand erklärt
und betont
zusätzlich die Wohltäterfunktion von Venus und Jupiter.
Man fühlt sich im Leben erst dann
angekommen,
wenn man die jeweiligen Elemente auf Häuserebene verwirklichen kann.
Für einen Luft-Menschen zB geht es um Bewegung, Kontakt oder Anpassung
und Vermittlung als
psychologische Fähigkeiten. Das sind auf Häuserebene
Bereiche, was man im
Leben verwirklicht,
also nicht wie bei den Zeichen psychische
Motivationen, Fähigkeiten, Talente oder Bedürfnisse.
Das heisst also, wenn jemand wenig Luft von den
Planeten her gesehen hat, aber ein Haus im Luftzeichen, dann wird er
voran kommen im Leben und Schicksal, wenn er luftige
Qualitäten bei sich ausbildet um so den Belangen des Hauses wirklich
gerecht zu werden.
Da
aber aus dieser Orientierung im Haus und
Lebensbereich, die man ja aufbringt, auch
zwangsläufig eine Bewährung und ein Umgang in diesem Haus entstehen,
kann eine Betonung eines entsprechenden Hauses als gewichtige
Unterstützung des
jeweiligen Elementes betrachtet werden (zB viele Planeten im 12. Haus
betonen das Wasser und die veränderliche Qualität).
Man
muss sich das
so vorstellen, dass man in diesem Haus "zuhause" ist und man in die
Atmosphäre des Hauses verstrickt ist und gar nicht anders kann, als
davon berührt zu werden, und mit der Zeit Anpassungen oder
Verhaltensweisen auszubilden, die der elementaren Energie des Hauses
entsprechen.
Es findet keine automatische Zugabe der
Elemente
statt, die aus dem Haus resultieren, sondern dies kann nur durch eigene
Anstrengung erreicht werden. Das heisst, ich muss die Planeten in
diesen
Lebensbereichen auf
positive Weise (das heisst bewusst!) verwirklichen, dann
erhalte ich etwas von den Element des Hauses. Die Planeten im Haus
bieten mir also Gelegenheit, im Element zu wachsen.
Planeten auf den Anfangsgraden egal welchen Zeichens, besitzen eine feurige Note, so wird der Horoskopeigner tendenziell mit diesem Planeten das Zeichen in seine psychische Eigenart aufnehmen wollen, und es ist dies vorzugsweise mit der Erscheinung seines Handeln bzw. der Erscheinung seiner Person verbunden, so wie er den Planeten mit diesem Zeichen erleben will, was - ähnlich wie bei feuerbetonten Menschen - sich als Esprit bemerkbar macht. Aber diese Energie kommt eben vor allem in Bezug zu seiner eigenen Person zur Geltung, so wie sich ein Mensch erlebt, und nicht so sehr im Verwirklichen von Dingen. Motto: Ich bin in dem Zeichen (des Planeten). Feuer.
Bei Planeten auf den Endgraden bekommen diese eine erdige Qualität und die Planetenkraft verlangt nach Manifestation, nach Bewährung all dessen, was im Zeichen gelernt wurde, und zwar in der Wirklichkeit. Man tut also dieses Zeichen in gewisser Weise, man drückt sich in der Wirklichkeit damit aus. Motto: Ich verwirkliche das Zeichen (des Planeten). Erde.
Dies gilt für alle Faktoren, auch für ein Zeichen des Aszendenten, oder den Häuserspitzen.
In der Mitte des Zeichens ist es eine Art des Sowohl-als-Auch. Veränderlich.
Die veränderliche Qualität kann man mit Luft und Zwillinge sich anschaulich machen, so wie Feuer mit Widder sehr anschaulich wird, und Erde mit Stier - als die jeweils ersten Zeichen des Zodiaks tragen sie eine archaische, aber auch reine Qualität in sich und verkörpern ihr Element als ursprünglich und weitumfassend genug, um die drei Qualitäten von Energien zu beschreiben, die es in der astrologischen Anordnung gibt. Es handelt sich um drei unterschiedliche Spannungspole und Energiestrukturen (-formen).
Auf der Häuserebene (NICHT ZEICHENEBENE!) steht ein Planet in der Endzone eines Hauses, sozusagen vor dem neuen Haus mit gepackten Koffern. Im Koffer befindet sich das, was er aus dem letzten Haus erfahren hat und nun im nächsten Haus zur Anwendung kommen soll. Aber er steht immer noch in dem Haus, in dem er faktisch steht und verkörpert auch die Elemente, Orientierungen und konkretes Wirken dieses Hauses.
Dass ein Planet in einer Endzone steht ist also nicht gleichbedeutend mit einem Planeten, der 2° vor einer Hausspitze steht, denn dieser Planet sehr knapp vor der Spitze dämmert erst ab 2° sehr deutlich ins nächste Haus. Dieser Planet verkörpert die Qualitäten des nächsten Haus aber auch nur zu 1/3, es sei denn er kommt näher an das nächste Haus heran bis auf 0.5°, dann sind es bereits 2/3-3/4.
Es sind meist nur 2°, maximal 3° bei Eckhäusern und 4° bei der Sonne (3° bei der Sonne vor Zwischenhäuserspitzen).
Es gibt keine Vermischung zwischen Anfangs- und
Endgraden bei
zwei Zeichen. Es gibt aber eine Besonderheit des 29. Grades, und etwas
schwächer bei 27° und 28°, aber auch auf 0° bis 0°30'. Schon die
klassischen Astrologen haben
übrigens auf die Besonderheit des 29° verwiesen und Bonatti sprach von
einer leichten Beeinflussung des nächsten Zeichens auf einen Planeten
auf 29°.
Genauer wird dies in der klassischen
Astrologie aber
nicht beschrieben, nur dass der Planet
keine Kraft mehr im alten Zeichen fände, und dadurch das nächste in
irgendeinerweise zusätzlich zur Verfügung stünde.
Meine eigenen
Erfahrungen und die anderer bestätigen,
dass der Planet bis 29°59'55'' faktisch und praktisch immer
noch in dem Zeichen steht,
dem dieser Grad angehört, dass es aber eine Beeinflussung durch das
nächste Zeichen gibt zunehmend ab ungefähr 29°57'.
Es
gibt zudem einen Effekt der Herausgehobenheit ab 26°30'.
Umso näher ein Planet an das Ende kommt (29°59'),
desto stärker wird seine "Herausgehobenheit", und ist aber noch immer
nicht ganz herausgehoben. Dieser Effekt der Herausgehobenheit beginnt
schon leicht bei 27°, und ist nicht mehr wirksam ab 0°. Aber von 0° bis
etwa 0°30' ist das Zeichen wie verborgen, flach, wie in einer Knospe.
Das
Element drückt sich noch nicht so deutlich aus wie ab
0°30'.
Beim
konkreten Zeichenwechsel, den man bei 29°59'55'' lokalisieren kann,
wird ein Strudel erzeugt, eine Art Durschschlupf und Dynamisierung des
Wandels (Transformation) von einem Zeichen zum nächsten. Der Wechsel
wird innerhalb weniger
Bogensekunden vollzogen.
Wenn ein Planet kurz vor einer Zeichengrenze (29°30-29°59) steht, kann dem Planet vielleicht der Halt und die Verankerung fehlen, die er ansonsten im Zeichen hätte. Es handelt sich bei dieser extremen Herausgehobenheit aber nicht um eine Angelegenheit, bei der man von einer Vermischung (!) reden kann. Der Planet erhält seinen Boden immer noch von Zwillinge, wenn er auch nur noch auf 29°59 in Zwillinge stünde! Nur driftet er an das nächste Zeichen heran und erhält so eine zusätzliche stimulierende Wirkung vom nächsten Zeichen.
Der Astrologe Michael Roscher verwies auf eine
gewisse Beobachtbarkeit, dass ein Planet am Himmel ungefähr ein halbes
Grad gross sei, und deshalb ein Planet, der 15 Bogenminuten vor dem
Ende
oder 15 Bogenminuten nach dem Ende eines Zeichens steht, dann also
zwischen diesen beiden Zeichen stünde. Und dass damit also eine
astronomische Begründung vorläge.
Allein
der Augenschein trügt
zuweilen, und mir erscheint diese Begründung als konstruiert -
man könnte schon zu Zweifeln kommen, durch die - von der Erde
aus
gesehenen - kleineren
Planeten Jupiter und Co.. - ausserdem stellt sich die Frage wie man
dies in Bezug zum Aszendent oder den Häuserspitzen
betrachten muss? Ausserdem spricht nichts dagegen, warum nicht der
Mittelpunkt eines Planeten entscheidend ist, und die
Berührung an
seiner Oberfläche nur wenig bedeutet.
Der Gedanke ist, dass man sich nicht vorstellen könne, wie die Zeichen absolute Einheiten bildeten, und von hier auf jetzt einander abwechselten. Schaut man aber genauer hin, gibt es diese Abruptheit nicht, sondern durchaus einen Übergang, der aber nur bis 29°59 stattfindet und nicht mehr auf 0°01' des neuen Zeichens! Folgende Ausführungen bieten diesbezüglich vielleicht ein aufschlussreiches Bild.
Es ist tatsächlich so, dass der
Endbereich eines
Zeichens das
nächste Zeichen quasi berührt, aber wenn man die Häuserherrschertechnik
anwendet, muss man sich tatsächlich auf das Zeichen konzentrieren, in
dem
der Planet oder Hausspitze mit seiner Mitte oder Achse faktisch steht.
Denn hier
ist die wahre
Auseinandersetzung und der "fliessende Übergang von einem Zeichen zum
nächsten" ist auf wenige Bogensekunden begrenzt!
Die Endgrade sind nur besonders herausgerisssen aus
dem Einbezug in das übrige Radix.
Dieser Effekt, dass der
Planet
ungefähr ab 29°30' sehr stark zunehmend in einen "Strudel der
Verwirrung" gerät, oder der Loslösung, und nicht
mehr eine so grosse Kraft durch das Zeichen, in dem er steht,
erhält, das hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun, dass es hier
um einen Orbis des Planeten ginge. Sondern
dieser
Effekt wird durch das Ende eines Zeichens und seine Besonderheit
verursacht. Auf Zeichenebene. Befindet der Planet sich in einem neuen
Zeichen, und sei es
auf 0°01', ist dieses Zeichen vollständig und komplett und der Planet
ist ganz im neuen Zeichen. Allerdings scheinen die ersten Bogensekunden
des neuen Zeichens (bis 0°00'04'' ungefähr) noch eine Art geringfügigen
Einfluss des vorherigen Zeichens aufzuweisen.
Der Planet ist im neuen Zeichen, aber das Zeichen zunächst nicht voll da, eher eingelullt, gefangen wie in einer Knospe; dieser Effekt hält an bis etwa 0°30'.
Der
Planet ungefähr ab 3° vor
der Zeichengrenze muss neben dem Gesagten noch die gesamte Ausprägung
und Dichte des entsprechenden
Zeichens
ertragen , was sich an den Endgraden so zuspitzen kann, dass manche
(C. Rushman) solche Planeten in Endgraden als "Wildcard" bezeichnen
(Rushman führt als Beispiel Millionäre an, die so einen Planeten in
Endgraden 27°-29° hätten): Hier sei alles möglich (das heisst, es
handelt sich
um eine besondere
Kraft, die möglicherweise von begnadeten Horoskopeignern im
Laufe des
langen
Lebens in besonderer Weise zum Einsatz gebracht werden kann). Aber auch
der umgekehrte Fall ist möglich: der totale Absturz und der Verlust von
Halt, also eine plötzliche Haltlosigkeit, nachdem alles gesichert
schien; es mag auch beides zugleich möglich sein und sich verknüpfen:
man stürzt aus seiner vertrauten Welt in eine neue Welt der
Möglichkeiten (gut für spirituelle Entwicklung und viele, die im
spirituellen Sinne bedeutsames geleistet haben, oder gut in Meditation
sind, haben einen Planeten oder Hauptachse in einem solchen
Endbereich).
Allgemein denke ich,
kann man davon sprechen, dass der Horoskopeigner sich für einen
Planeten auf 29° ganz besonders interessiert, ihn und seine
Angelegenheiten also zum Thema macht oder als solches Thema vorfindet.
Frank Felber spricht von den Endgraden (20°-29°59`) eines Zeichens auch als Erd-graden, das heisst, hier drängen die Energien zur Manifestation und das Element Erde steht natürlich sinnbildlich für materiell handfestes.
Auch aus Äußerungen von Edgar Cacye kann man
entnehmen,
dass ein Planet am Endgrad dazu führen kann, dasss gewisse Kräfte des
Radix an anderen Stellen die Kontrolle an sich reissen und sich der
Horoskopeigner in die Fänge eines Netzes von dieser Kraft
(analog
dazu auch Kräften im Leben) verstricken kann, und es bedeuten mag, dass
sich der Horoskopeigner ganz besonders bewusst entscheiden muss, für
welche Kräfte er sich entscheidet. Eigenen Erfahrungen nach kann das
durchaus stimmen und es mag sein, dass man bei einem oder mehreren
Planeten, die auf den letzten Graden (27-29°) stehen, irgendwann im
Leben eine wichtige Wahl treffen muss, wobei es zwei drängende Kräfte
oder Mächte im Schicksal gibt, wo man zu dem einen oder anderen kommen
soll (aber das gilt nur bei Planeten bis zu diesem
Endgrad hin, und
nicht auf 0°01' oder 1°01').
Der Endgrad bezeichnet also nach Cayce
einen
Bereich, wo eine aushebelnde Kraft wirksam sein könnte. Viele
Konstellationen des ganzen Radix können sich dann in einer Weise
zeigen, die nicht den normal üblichen Erwartungen entsprechen könnten.
Einzelne
Tierkreisgrade (sabische
Symbole)
betonen immer wieder die Gültigkeit des jeweiligen Symbols innerhalb
eines einzigen Grades, was durch Erfahrung belegt werden kann,
und eine weitere Bestätigung für die Ansicht
ist, dass es keine überdeutliche Vermischungen der Zeichenprinzipien an
einer
Zeichengrenze gibt.
Wenn
jemand eine Venus im Endgrad von
Widder
hat
und meint, er tendiere eher zu Stiereigenschaften, dann liegt das
meiner Meinung entweder an anderen Horoskopfaktoren, vielleicht an
momentanen
Direktionen und Progressionen, oder an einfacher Täuschung. Es kann
viel wahrscheinlicher darum gehen, dass man bei einen
nachgeburtlichen Neumond gewisse Planeten in anderen Zeichen
hat,
und man sich damit tief im Inneren dieser Zeichenqualität
vergewissert. Dieser Effekt wurde schon von einigen Astrologen
beschrieben (erster nachgeburtlicher Neumond).
Man ist Widder, fühlt sich aber als Fische, oder ist
Fische und fühlt sich als Widder. Anscheinend sind allgemein Neumonde
kurz vor oder nach der Geburt sehr bedeutend, aber auch noch jener, der
weit vor der Geburt liegen mag (das ist immer der vorgeburtliche,
sogenannte karmische Neumond) und solche, die auch weit nach
der
Geburt liegen können. Die Astrologin Eva Stangenberg hat dies
in
einem Buch über Neumondhoroskope näher beschrieben.
Ein
weiteres Phänomen tritt hinzu und sorgt anscheinend für manche
undifferenzierte Aussage, von der man schon mal hört.
Die
Eigenschaften eines ganzen Zeichens lassen sich in drei Bereiche
des Zeichens unterscheiden. Und der Widder im Endstadium ist
tatsächlich ein Widder
mit einem Teil Stier-Charakteristik, und der Widder am Anfang Widder
hat leichte Fische-Charakteristik, und der Widder auf 15° drückt so
gesehen diese
Widdernatur am reinsten aus. Alle diese Eigenschaften liegen begründet im
Zeichen,
das als einzelnes Zeichen in den Zusammenhang mit dem ganzen Zodiak
gestellt ist. Es kann
keine Rede davon sein, dass das nachfolgende Stierzeichen das
Endstadium des
Widders beeinflussen
würde. Das ist einfach falsch. Die Energien des Zeichens liegen in sich
selbst begründet. Der Zodiak sorgt für diese Anordnungen, und das
dreifache unterschiedliche Gesicht der Zeichen - nicht die
Nachbarschaft von Zeichen ist hier relevant. Der Verstand will es sich
einfach machen und
sieht
diese Dinge gerne wie bei einer Diffusion, einer Vermischung, deshalb
diese Tendenz, die man oft antrifft: zu meinen, das nebenstehende
Zeichen würde hier "seinen Orbis geltend machen" oder einfach schon
"spürbar" sein. Wenn man einen Effekt wahrnimmt, dass ein Widder ein
Stück Stier (Standhaftigkeit des Stiers, Selbstdurchsetzung des Widder)
in sich hat, dann liegt das in diesem letzten Drittel des
Zeichen
Widders begründet. Wenn man einen Effekt wahrnimmt, dass ein Widder ein
Stück Fische in sich hat (Hingabefähigkeit des Fische, Idealismus des
Widders), dann liegt das in dem ersten Drittel des Zeichen
Widders begründet. So gesehen gibt es nicht nur zwölf Zeichen, sondern
drei Mal zwölf Zeichen. Doch diese Anschauung würde in die Irre führen,
weil sich tatsächlich die drei Gesichter eines Zeichens auf einem
einzigen Boden zeigen, nämlich dem Boden des ganzen 30° grossen
Zeichens. Die
Zeichengrenzen bilden deutliche Unterschiede zeischen zwei Zeichen.
Ähnlich kann man Stier und Zwillinge Eigenschaften nebeneinander stellen: Fruchtbarkeit des Stiers, Ideenreichtum des Zwillinge. Fruchtbarkeit und Ideenreichtum haben eine gemeinsame Wurzel.
Die Eigenschaften zweier benachbarter Zeichen in ihrem Endstadium (zB Ende Löwe) und Anfangsstadium (Anfang Jungfrau) haben Gemeinsamkeiten, die nicht von der Hand zu weisen sind. Diese erklären sich aber nicht aus einer gegenseitigen Durchdringung der Energien; ausserdem ist der Effekt auf 20° ebenso wie auf 28° festzustellen.
Diese unterschiedlichen Gesichter ergeben sich aus dem zodiakalen Aufbau des Ganzen, welches eine dynamische Struktur beinhaltet (es scheint schwer, dafür die richtigen Begriffe zu finden), und aus einer offensichtlichen Beteiligung der Zahl drei hervorgeht (kardinal, fix, veränderlich oder aktiv, neutral, passiv).
Es ergibt sich die Sinnhaftigkeit der Abfolge von Zeichen auch in anderer Weise, wenn man annimmt, dass der Anfang eines Zeichens stets Feuercharakter hat und sich auf die Seinsweise bezieht, mit der ein Mensch das Zeichen (er)lebt, und das Ende des Zeichens einen Erdcharakter hat, mit dem ein Mensch das Zeichen konkret ausdrückt in der Wirklichkeit, und das Zeichen dabei nicht so sehr im Sein verkörpert (wie beim Feuerelement), sondern sozusagen im verwirklichten Haben manifestieren will, nach aussen hin für ihn sichtbar in Erscheinung bringen will.
Dem
Feuertypus ist
es nicht so
wichtig, dass er sieht, was er ist oder aufgrund seiner Eigenart
bewirken kann (Erde), sondern er
erlebt, was er ist (Feuer), und so drückt er sich auch
mit
Selbstverständlichkeit und Unbekümmertheit aus, weil er
darin am
ehesten erleben kann, was er ist. Und so drückt sich auch ein
Aszendent oder eine Sonne in den Anfangsgraden aus: Diese
Horoskopeigner spüren in sich die Verbundenheit mit dem Zeichen und es
entsteht eine leichte Unsicherheit, weil sie das Zeichen nur in einem
Selbstbezug erleben können. Sie überspielen die Unsicherheit dann
einfach mit einem stärkerem Selbstbezug (Identität), der aber nicht
geradezu Passivität mit sich bringt, sondern am leichtesten mit dem
Selbstverständnis von Feuer-Typen beschrieben werden kann.
Die
Endgrade verkörpern das Zeichen auf eine andere Weise, indem sie
auf Art des Zeichens handeln und wirken, und der Bezug geht eindeutig
von innen nach außen. Es kann damit positiv wie negativ gesehen
natürlich auch ein veräußerlichtes Leben angedeutet sein. Sie sind in
gewisser Weise penetranter in der Art, wie sie das Zeichen nach
aussen hin ausdrücken, während die Anfangsgrade penetranter sind, in
der Art, wie sie das Zeichen in sich selbst regelrecht verkörpern.
Die
Mitte der Zeichen kann man tatsächlich als Position werten, bei der die
Horoskopeigner in der Mitte ruhen. Der Ausdruck geht weder stark nach
innen oder nach außen, woraus natürlich auch eine gewisse Zurückhaltung
oder Statik entstehen kann.
Aus diesen Zusammenhängen wird
plausibel, dass die Anfänge der Zeichen einen totalen Gegensatz zu den
Enden eines Zeichens bedeuten und eine Vermischung oder Diffusion gar
nicht in Frage kommen kann. Allenfalls auf einer gewissen Ebene des
29°, aber nicht mehr des 1° (der theoretisch bei 0°01'
anfängt),
wobei aber der Boden, in dem der Planet steht, immer noch dem Zeichen
zugehört, in dem der Planet mit seiner Mitte steht, wie dies bei den
Ephemeriden berücksichtigt ist.
Das alles ist das Entscheidende und das ist sehr wichtig, es so zu betrachten. Die beiden benachbarten Zeichen sind insgesamt grundverschieden und drücken ähnlich ihrem jeweiligen Oppositionszeichen stets Unvereinbarkeiten aus. Die Annahme, es sei unlogisch, dass sich die Zeichen so abrupt und plötzlich aneinander abwechseln, ist falsch. Es ist geradezu unlogisch, falls die Grenzen ineinander verschwimmen würden.
Eine meditative Erfahrung in Bezug zum Zeichenwechsels des Mondes sah folgendermassen aus. Die Energien des Zeichens, das "zuende" ging, und welches vom Mond getragen wurde, und mir visionär sichtbar wie auch fühlbar wurde, spitzten sich wie in einem Strudel zu, wurden in gewisser Weise unkontrolliert oder ausfasernd wie in einem aufbrausenden Meer, vergleichbar mit den tosenden Brandungen an einem Ufer (Zeichengrenze passt hier sehr gut), das geschah deutlich erst sehr kurz vor dem Zeichenwechsel (die letzten Bogenminuten! - etwa 29°56'). Diese Brandungen führten dazu, dass kurz vor dem Übergang das nächste Zeichen in irgendeiner Weise Teil hatte an diesem Planeten; ich würde sagen, es wurde ein besonderer Strudel erzeugt, der stimulierende Wirkung hatte. Doch der Planet stand hauptsächlich immer noch im alten Zeichen. Kurz vor dem exakten Übergang, dessen Zeitpunkt ich mir aufgeschrieben hatte und auf der Uhr mit den beobachteten Wahrnehmungen verglich, ging alles sehr schnell, und der Strudel nahm kurzfristig erheblich zu, und dann "war es geschafft", und es war nichts mehr zu spüren von dem Strudel, von einer Sekunde auf die nächste. Als würde der Mond zu etwas durchgeschlüpft sein und es hätte sich hinter ihm ein Vorhang geschlossen.
Übertragen
auf das Radix, würde ich den leichten Beginn
dieser Wirkungen des Strudels für
ein Radix aufgrund meiner Erfahrungen ungefähr bei 29°30-29°45' sehen.
Die Energiequalität des Mondes wurde ab circa 29°59'50'' zunehmend
umgestülpt,
ja fast "vergewaltigt" (metaphorisch gemeint), also völlig verzerrt,
und der
Mond schwebte vielleicht
(ich kann mich in dieser Hinsicht nicht mehr genau erinnern) für die
letzten Momente in der Leere - was durch diesen beschriebenen Strudel
bedingt wurde. Dann aber kam ganz abrupt,
als würde
ein
Vorhang rasch gesenkt, das neue Zeichen und es gab keine Verwirrung,
keinen Strudel mehr, der Mond war mit der ersten Bogensekunde im neuen
Zeichen und nahm eine neue Qualität an.
Diese Art
des
Übergangs ist auch auf andere
Planeten und auch auf den Aszendenten oder andere Hausspitzen zu
übertragen.
Am 28. August fand mittags (deutscher Zeit) die Mondfinsternis im Zeichen Fische statt. Eine Mondfinsternis findet dann statt, wenn der Mond vom Schatten der Erde verdunkelt wird; astronomisch gesehen ist das dann der Fall, wenn sich die Sonne und der Mond auf der Mondknotenachse befinden, und zugleich eine Opposition zwischen Mond und Sonne vorhanden ist. Die Sonnenfinsternis (die Sicht auf die Sonne wird vom Schatten des Mondes verdeckt) ist dann der Fall, wenn es eine Konjunktion zwischen Sonne und Mond auf der Mondknotenachse gibt. So eine Finsternis findet schon statt, wenn noch ein gewisser Orbis zur exakten Konjunktion (bzw. Opposition) mit der Mondknotenachse vorliegt.
Am 27. August abends war der Mond in Deutschland am Himmel sichtbar, die eigentliche Mondfinsternis fand über Südamerika statt. Ich starrte zufällig den Mond an; er war natürlich in Folge des Vollmondes sehr prall und er lud dazu ein, ihn anzuschauen. Ich tue das öfters um die Wirkungen von Aspekten, die der Mond aktuell erhält, und auch den Zeichenstand, leibhaft zu erleben, was eine gute Übung ist (Intuition und schliesslich auch bezüglich der Symbolik und Bedeutung = Wirkung der Konstellationen).
Nun aber entdeckte ich ein Wackeln des Mondes. Umso länger ich schaute, desto deutlicher wurde es: er tanzte mit ruckartigen Bewegungen um sein eigentliches festes Zentrum herum, und das Wort zittern oder wackeln beschreiben diesen Eindruck nur ungefähr.
Er zitterte um sein verankertes Zentrum herum. Es schien, als würde etwas ihn von seinem "Thron" stoßen wollen. Der Mond befand sich im Zeichen Wassermann, das heisst, diese Wirkung einer Mondfinsternis ist so stark, dass selbst ein Orbis von 10° die Finsternis in ihrer Wirkung noch erlebbar zeitigt, und während sich auch der Mond in einem benachbarten Zeichen der eigentlichen Mondfinsternis befindet (in dem Zeichen, wo einer der beiden Mondknoten steht).
Einen Tag später schien mir der Mond zunächst wieder "feste" geworden. Aber als ich noch mal genauer hinschaute, bemerkte ich noch ein leichtes Wackeln, es war nur hintergründiger, nicht mehr so stark.
Das zeigte mir auch eindeutig den Unterschied zwischen applikativen und separativen Aspekten. Ein applikativer Aspekt ist eindeutig sehr stark. Hierbei muss man allerdings bedenken, dass es sich bei dieser Beobachtung um eine Mondfinsternis handelt, was von sich aus ja ein sehr starkes Ereignis ist.
Andere Erfahrungen haben mir erwiesen, dass Aspekte, die zwar applikativ sind, aber bevor sie gebildet werden der schnellere Planet das Zeichen überquert, einfach nur schwächer sind. Also die klassische Auffassung, dass solche Aspekte nicht wirksam sind, deckt sich überhaupt nicht mit meinen Erfahrungen. Separative Aspekte sind noch wirksam, jedoch umso hintergründiger, je weiter der Orbis von der Exaktheit weg geht.
Sowohl die Rückläufigkeit, als auch die stationäre Phase eines Planeten ist eine Besonderheit. Die stationäre Phase eines Planeten bedeutet, dass der Planet in gewisser Weise fixiert ist, durch seine Bewegungslosigkeit und natürlich im Verhältnis zu den anderen Planeten, besonders Mond und Sonne, die ja niemals rückläufig werden können.
Rückläufigkeit und noch viel mehr die stationäre Phase eines Planeten bedeutet immer eine Lernerfahrung im Umgang mit diesem Planeten. Der stationäre Planet kann manchmal ein sehr starkes Gewicht darstellen, zB in gewisser Weise im Horoskop dominieren.
Rückläufigkeit hat unweigerlich eine gewisse nach Innenwendung zur Folge. Im Zusammenhang mit dem betroffenen Planeten wird mehr als bei normalläufigen Planeten, ein Bezug der Beschäftigung mit sich selbst aufgestelt. Andererseits wird man auch viel leichter aus den gewöhnlichen Abläufen der Welt gehoben, denn er hat eine andere Richtung als wie die anderen Planeten, und man kann seinen Horizont so auch ein Stück erweitern. Man steht mit dem "Bein des Planeten" sprichwörtlich in einer anderen Welt. Auf der negativen Seite steht eine Schwierigkeit den Planeten in Aktivitäten oder Begegnung mit der Welt einzusetzen.
Der Planet überbetont eine spezielle Eigenschaft. Was auch sehr positiv sein kann.
Andererseits treten
zwei weitere Effekte auf:
Auf
einer bestimmten Ebene kommt der Planet einfach nicht so zur Wirkung,
als wäre er direktläufig. So verzögert sich die Verwirklichung einer
höheren Ebene dieser
Planeten.
Durch den Bezug nach Innen ist die Subjektivität sehr ausgeprägt, wie es Frank Felber formuliert:
"Relativ häufig zeigt sich in der Persönlichkeit (Denken, Fühlen, Handeln) die Neigung, diese Kräfte im Sinne der Persönlichkeit, also eher zum eigenen Vorteil, einzusetzen. Dies geschieht meiner Erfahrung nach jedoch keineswegs aus Absicht, sondern aus einer starken Subjektivität und mangelnden Bewusstheit im Umgang mit den Energien dieser Himmelskörper". (Felber; Lehrbuch der esoterischen u. exoterischen Astrologie; S. 461; Jupiter-Uranus Verlag)
Insgesamt entscheidend ist, wie die Situation des rückläufigen Planeten konkret aussieht.
Man kann unter Umständen den Planeten, der rückläufig oder stationär ist (oder in der Progression rückläufig wird!!), als einen Faktor begreifen, der ähnlich schwach gestellt ist, wie ein im Exil oder Fall stehender Planet (besonders bei den transpersonalen Planeten), wobei die gleichzeitige nach Innenwendung die Auseinandersetzung noch erschweren mag.
Die nach Innenwendung hat aber in vielen Fällen zur Folge, und wird auch als positiv wahrgenommen, dass man sich intensiv um eine innere, selbstständige Auseinandersetzung oder Verwirklichung von Eigenschaften bemüht, die mit den Planeten und auch Zeichen verbunden sein können. Dies tritt vor allem als besondere Fähigkeit auf, die man sich weiter bewusst machen kann, und die meist schon vorhanden als bereits entwickeltes Potential angelegt ist. Bei den Planeten ab Saturn muss man gewöhnlich zunächst einige Bemühungen anstellen, damit andere Probleme, die die Verwirklichung der Fähigkeit behindern, aus der Welt geschafft werden, und die meist genau mit diesem Planeten zusammenhängen, und zwar in der Art, wie seine Wirkungen durch Rückläufigkeit verursacht werden (Uranus: Nervösität, Auflehnung, Starrsinn; Neptun: Ängste vor Auflösung oder einem Kontrollverlust, Selbsttäuschung, Einbildung, zu viele Erwarzungen bei zu wenig Einsatz; Pluto: Ohnmachtserfahrung, weil man sein Verhalten oder seine Einstellung nicht ändert und immer wieder an ein bestimmtes Schicksal gerät, übertriebener Eigensinn, Festhalten, fixe Vorstellungen; Saturn: autoritärer Charakter in unterschiedlichen Abstufungen, Schuldzuweisungen, Versagensängste, Komplexe, Angst vor Autoritäten; und Angst und Hemmung, die dem jeweiligen Hausbereich oft betreffen).
Besondere Fähigkeiten und Haltungen, die mit der Rückläufigkeit gegeben sein können:
| Merkur: | Kontemplation; Selbstbewusstheit bei Angelegenheiten der Kommunikation; Selbstbeobachtung. |
| Venus: | eigener Geschmack, eigene Werte und grosse ästhetische Begabung, weil der Schönheitssinn in Bezug zum eigenen Empfinden gesetzt ist und unabhängig von Normen oder Anpassungen ist; man erlebt seine eigene Weiblichkeit (ob Mann oder Frau) meist unabhängig von bestehenden Werten, das kann Angst erzeugen vor der eigenen Andersartigkeit. Nach erfolgreichen Bemühungen, die eigenen Ideale anzugleichen mit der Realität, oder die verschiedenen Ausschweifungen in sinnvollere Richtungen zu bringen, kommt oft eine besondere spirituelle Neigung hinzu; oder die einfache Fähigkeit, Dinge, die man erlebt, etwas tiefgründiger beurteilen zu können. |
| Saturn: | Selbstdisziplin, innere Kraft und Ausdauer; Bewusstsein über solche Dinge, die die eigene Stabilität fördern oder erhalten (existenzieller, psychischer Status Quo); ausgeprägte Ernsthaftigkeit; manchmal auch Bescheidenheit (in Teilbereichen, wenn nicht anderes im Radix dagegen spricht). Unterscheidung zwischen Ich und anderen, zwischen Ich und Universum. Klare Grenzen, Abschluß nach Aussen und bedeutsame Zentrierung. |
| Jupiter: | sehr philosophisch; eigene Ziele und Standpunkte; Lebensinn unabhängig von den Normen der Gesellschaft definieren; Entfaltung der eigenen Natur oder eigener Fähigkeiten anstreben. |
| Mars: | Erforschung der Psyche oder Seele; die angestrebte Konkurrenzlosigkeit in Bezug auf seine eigenen Unternehmungen betont unter Umständen das soziale Wesen und Diplomatie - Mars scheint ein besonderer Fall zu sein, bei dem eine besondere Fähigkeit eher vom Zeichen auszugehen scheint (zB Stier: existentieller Realismus; - Zwilling: Wortgewandheit oder literarisches Bestreben; - Schütze: Intuition und Weitblick; - Skorpion: Willensstärke, Forschergeist, Tiefgründigkeit; - Widder: Spontaneität, spontan ins Schwarze treffen, Entdeckungen; - Steinbock: Maßstäbe setzen und einhalten; usw.). Man prüft oft, ob sein eigener Einsatz noch der Treue zu sich selbst entspricht. |
| Uranus: | viel Intuition und Inspiration, Bezug zur inneren Stimme, seinen eigenen Weg gehen. |
| Neptun: | viel Phantasie, Kreativität; sich einem Ideal hingeben; ausgeprägte Traumtätigkeit. |
| Pluto: | tiefe (psychische) Einsichten und machtvolle Transformation der Persönlichkeitsstrukturen; Willensbildung um an sich selbst zu arbeiten, sich zu verändern und/oder anzupassen, so dass eine bestimmte Erfahrung durchgestanden werden kann, wenn äußere Situation dies erfordert. |
Bei Chiron könnte es in der Rückläufigkeit um psychologische Erkenntnisse gehen, die man aus den eigenen Erfahrungen gewinnt. Frank Felber spricht bei rückl. Chiron von der Tendenz einer Unfähigkeit, sich aus seinem Leiden zu befreien. Es sei, als ob ein unaufgelöstes Gruppenkarma in irgendeiner Hinsicht oder einem Lebensbereich immer wieder den Menschen in seinem Leiden festhält. Es gehe darum, sich seine Schwächen und die der anderen zu verzeihen lernen und das Leben wieder anzunehmen, bzw. sich seelisch öffnen zu können.
Man hat den Effekt, dass der Planet rückwärts gestellt ist im Vergleich mit der ganzen Lebenswelt und meist auch der Erfahrungswelt: Man kann sich einen Raum vorstellen, innerhalb dem das Leben stattfindet. In der Mitte steht die Sonne, alles orientiert sich zur Sonne, zur Lebensmitte. Und der rückläufige Planet dreht sich um und betrachtet eine andere Welt, hat eine tendenziell andere Absicht (angestrahlt von der Sonne wird er aber dennoch). Dieser Effekt (Rückwärts-gestellt-sein) geht in die Psyche über und wird ein Teil der Fähigkeiten oder des Interesses.
Wie sich dies auswirkt, hängt aber sehr vom Planeten ab (zB ob es Saturn oder Merkur ist; siehe oben die Tabelle) und vom Zeichen, in dem er steht und auch welche Aspekte dieser Planet erhält bzw. bildet.
Wenn der Planet sehr schwach steht, dann wird selbst eine normale Fähigkeit oder Interesse, das durch die Rückwärtsgewandtheit ermöglicht wird (siehe oben), schwer ausdrückbar, oder aber ist überbetont. Meist neigen aktive rückläufige Planeten (zB Mars) bei einem gleichzeitig aktivem, feuerbetontem Radix zur Überbetonung, und passive Planeten (Venus, Saturn) bei einem zugleich besonders wasser- oder erdbetonten Radix zum erschwerten Ausdruck der Eigenschaften (bzw. es ist schwer diese Eigenschaften zu entwickeln). In allen diesen Fällen zeigt sich eine gewisser Magnetismus, eine Ladung des Planeten mit einer entsprechenden Polung, was einen sehr starken Effekt hat.
Zum Beispiel kann ein rückläufiger Saturn anzeigen, dass man besondere Anstrengungen unternimmt, eine Selbstdisziplin zu entwickeln, was man seit der Kindheit an bereits tat und daher später dieses Vermögen aufweist.
Steht aber Saturn im Zeichen schlecht (zB Krebs) und erhält einen herausfordernden Aspekt von zB Mars, Sonne oder einen Transsaturnier, und sind zudem wenig Betonungen im Radix, die diese Eigenschaft der Selbstdisziplin fördern (wenig Erde, viel Spannung, ein Mars-Mond Quadrat etc., Planeten im Feuer etc.), dann wird es sich so erweisen, dass diese Selbstdisziplin geradezu fehlt und noch zu erlernen ist. Der Mensch kommt nicht dazu, Selbstdisziplin zu erlernen, erkennt aber wahrscheinlich an, dass dies eine gute Eigenschaft wäre, die er benötigt; aber es gibt keine besondere weitere Verleitung oder Unterstützung dazu. Stattdessen können aber andere Eigenschaften leicht entwickelt werden, die dem Saturn entsprechen, zum Beispiel Ernsthaftigkeit und ein gewisses Bewusstsein um die Durchlässigkeit der Haut zwischen sich selbst und einem Außen; wenn die Sonne einen Aspekt mit dem rückläufigen Saturn bildet, mag dieses Bewusstsein um die Durchlässigkeit zwischen Innen und Außen oft zu dem Eindruck gelangen, dass es viele Löcher gibt, solange nicht die eigene Identität klar herausgearbeitet wurde.
Diese Selbstdisziplin, das zeigt die Rückläufigkeit des Saturns, kann schlecht in Auseinandersetzung mit der Welt erlernt werden, das heisst indem die Welt, Umstände und andere Menschen einen dabei die nötigen Rückwirkungen zeigt, denn diese können bedingt durch Rückläufigkeit eben kaum erkannt und eingegliedert werden in die eigenen Belange; sondern man lernt diese Disziplin eher mit sich selbst, in eigenständiger Auseinandersetzung, in dem Hausbereich, in dem Saturn steht. Wenn dies allerdings ein öffentlicher Bereich ist, wie zum Beispiel das 7., 10. oder 11. Haus, dann wird man sich zwingend in der Öffentlichkeit mit seinen fehlenden Saturneigenschaften auseinandersetzen müssen; was einen gewissen Schatten mit sich bringen könnte: man fühlt sich hier einerseits isoliert, und andererseits berührt es einem nicht sonderlich, in der Öffentlichkeit mit diesem Schatten aufzutreten; im Allgemeinen wird sich kaum etwas daran ändern, dass man gewisse Saturneigenschaften nur an sich selbst entwickeln kann, und oftmals auch nur will: man ist bei einer Rückläufigkeit mit einem Problem also sozusagen allein, teilt es nicht mit anderen und kann durch andere nur wenig Unterstützung erfahren - weil die Rückläufigkeit eben diese nach Innenwendung mit sich bringt und tendenziell eine Isolierung mit sich bringt. Das aber kann auch vorteilhaft sein und auch als glücklich erlebt werden, um wirklich eigene Werte und Maßstäbe auszubilden.
Es kann dann auch noch sein, dass bei schwieriger Stellung des rückl. Planeten zusätzlich negative Eigenschaften des Zeichens ausgedrückt werden. Man sollte dann versuchen, ganz besonders die positiven Eigenschaften des Zeichens und Planeten anstelle der negativen anzustreben oder sich anzueignen. Es kann eine Fähigkeit auch durch den Selbstbezug überbetont sein, dann geht es darum die Überbetonung dieser speziellen Eigenschaft zu vermeiden, durch Ausgleich und Differenzierung, und sich auf die besondere Kraft dieser Eigenschaft zu konzentrieren, wann immer es wirklich günstig scheint, sie einzusetzen (sie also dosiert und kontrolliert anzuwenden).
Das Zeichen kann eine Eigenschaft des rückläufigen Planeten hervorbringen, sowohl eine gute als auch eine schlechte. Diese Möglichkeiten des Schlechten ergeben sich aus dem einfachen Schicksal, die Möglichkeiten der guten Art stehen prinzipiell jedem offen, der einen solchen Planeten hat (und man wird kaum freiwillig eine schlechte Eigenschaft anstreben). Welche Eigenschaften das sein können, wird nicht nur durch den Planeten, sondern auch durch das Zeichen bestimmt, weil das Zeichen die Ausdrucksmodalitäten eines Planeten immer in eine bestimmte Richtung bringen wird.
Das Zeichen kann etwas bedeuten, oder eine Eigenschaft aufzeigen, was durch die Rückläufigkeit als fehlend erlebt wird (=Tendenz des Fehlens, und zwar bringt das Fehlen der Anbindung an die gewöhnliche Laufrichtung der Planeten diesen Effekt zustande; fehlende Integration).
Was fehlt, verursacht dann die psychologische Haltung. In Bezug auf den Planeten wird das, wofür der Planet im positivsten Fall steht (Saturn=Stabilität, Bodenständigkeit, Disziplin, Realismus; Mars=Durchsetzungsvermögen, Einsatzbereitschaft, Initiative) manchmal in den fatalen Gegensatz verkehrt. Dadurch entsteht aber mit der Zeit auch ein Bewusstsein über die Besonderheiten dieser (fehlenden) Eigenschaften: weil es einem wie dem Fisch im Wasser ergeht, der nicht weiss, wie das Wasser ist, wenn er nicht auch mal ausserhalb des Wassers ist - und hier befindet man sich ja ausserhalb der Eigenschaft, bedingt durch die Effekte der Rückläufigkeit, und vermag Besonderheiten erkennen, die andere nicht erkennen, weil sie an diesen Eigenschaften sozusagen kleben, über die sie verfügen. Allerdings ist hierzu auch ein gewisses Niveau an Selbsterkenntnis nötig und die Bereitschaft, seinen eigenen Mängeln ohne Reue ins Auge sehen zu können. Es sind keine Mängel mehr, wenn man sich bemüht, diese Eigenschaften anzustreben. Dann ist die fehlende Vertrautheit des Umgangs mit diesen Eigenschaften auch eine Stärke, weil man zB weniger in Automatismen verfallen kann. Aber man verfällt andererseits natürlich leicht in den Automatismus, sich so ins Leben zu integrieren, wie es die fehlenden Eigenschaften (des rückläufigen Planeten) nahelegen.
Wenn
zum Beispiel Saturn rückläufig wird, neigt man zu
Ängsten, weil das Leben diese sehr leicht hervorbringt. Und wenn Saturn
im Krebs rückläufig ist, dann könnte es zum
Beispiel ständig um ein Gefühl der Sicherheit gehen, das einem fehlt.
Man will einen sicheren Hafen und irgendwie kann der geringsten
Erfahrung von Bedrohung dieser Sicherheit, mit anderen Erfahrungen sich
akkumulieren und mit der Zeit dazu führen, dass man ständig von einem
Lebensgefühl der Unsicherheit beeindruckt wird. Und beeindruckt wird
man eigentlich nur durch eine zu subjektive Wahrnehmungsart, also
gewissermaßen einem Filter. Man sollte dann versuchen, sich
vorzustellen, dass das Leben immer Bewegung und neue Reize schaffen
wird, und man kann in sich selbst dennoch eine stabile Strukturt
schaffen, um den Anforderungen des Lebens gegenübertreten zu können. Es
kann helfen, sich jene Momente vor Augen zu führen, in denen
man
jeweils ein Gefühl der Unsicherheit bekam oder bekommt, und sich dann
vorzustellen, dass eigentlich nichts passiert, was diesen Eindruck
rechtfertigen würde - vielleicht muss man irgendetwas tun, aber das
musss man ständig im Leben. Man darf gewisse Dinge nicht zu
nahe
an sich heranführen, und kann den Blick auch auf die schönen Seiten des
Lebens richten und die Notwendigkeiten durchaus mitt "Links" erledigen
und nicht immer so viel Energie investieren, in eigentlich normale
Abläufe.
Im Krebs steht Saturn im Exil. Ein Planet in einem für ihn ungünstigen Zeichen wird gewöhnlich eher die negativen Zeichen hervorbringen als wie die positiven. Die positive Lösung besteht bei Saturn in diesem Fall darin, Disziplin, Ernsthaftigkeit oder Realismus erlebbar zu machen, sich um Bodenständigkeit zu bemühen, und im Krebs bemüht man sich dann hinsichtlich der Klärung der eigenen Geborgenheit oder des Sicherheitsbedürfnisses, also Klärung und Realismus. Dieser Weg kann ungefähr auch auf andere Zeichen übertragen werden, wo es dann nur um andere Eigenschaften geht.
Ein rückläufiger Saturn kann auch allgemein (unabhängig vom Zeichen) bedeuten, dass es einem manchmal an (innerer) Akzeptanz fehlt, und man darauf angewiesen ist, dass andere einen bestärken, denn man ist sich selbst gegenüber durchaus sehr kritisch eingestellt. Die Rückläufigkeit verhindert hier die Verbindung des kritischen Empfindens mit der Realität (bzw. mit der Welt; vergl. das Motto: man ist mit dem Planeten rückwärts gestellt).
Ansonsten stellt ein rückläufiger Planet immer ein besonderes Interesse auf - wie oben bereits gezeigt - und dieses kann überbetont sein. Über rückläufige Planeten verliert man leicht die Kontrolle.
So zeigt Saturn in Krebs das besondere Interesse auf, jenen Krebseigenschaften mit der Qualität des Saturns nachzugehen. Man bemüht sich also um ein sicheres und stabiles Zuhause. Die Lösung, wie gesagt, heisst hier, diesem Streben nicht aus Ängstlichkeit nachzugehen, sondern zum Beispiel in dem erkannt wird, dass man in sich selbst diese Sicherheiten aufbauen kann.
Ein rückläufiger Mars in Schütze könnte zum Beispiel ständig bemüht sein, irgendwelche Unternehmungen zu vollbringen, die seinen Horizont erweitern. Ein rückläufiger Mars in Zwillinge könnte ständig um Kommunikation bemüht sein oder der Darstellung und Darlegung von Fakten, und damit zusammenhängenden Ansichten und Begründungen. Ein rückläufiger Merkur in Jungfrau könnte ständig überprüfen, ob das, was jemand sagt oder tut mit den eigenen Überzeugungen übereinstimmt bzw. ob es für ihn zwischen den beobachtbaren Tätigkeiten und seinen eigenen Ordnungsplan Berührungspunkte gibt; für einen Jungfraumerkur dreht sich vieles um Fragen und Ansichten der gesunden Ordnung und der Verhältnismässigkeit von Dingen, ob psychisch, in sozialen Kontexten, oder andere Sachfragen betreffend und oft geht es um einen praktischen Bezug - es wird vieles dabei zunächst einfach nur festgestellt; durch den mit der Rückläufigkeit des Merkurs erzeugten Bezug auf sich selbst ergibt sich aber eine grundlegende Fähigkeit und Neigung zur Reflektion, vieles könnte beobachtet werden, um diese Dinge in einem Atemzug zu bewerten.
Interessant ist der Umstand, dass die Rückläufigkeit bei Planeten ab Mars immer in Bezug zu dem Winkel zur Sonne stehen. Das heisst: Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Chiron, Neptun und Pluto, sowie die meisten Asteroiden sind bei einer Opposition immer zwangsläufig rückläufig. Während Merkur und Venus, die einzigen inneren Planeten, die rückläufig werden können, in einem engeren Bezug zur Sonne stehen.
Hellsehen ist eine Fähigkeit, die man entweder weitgehend in Verbindung zu den Gefühlen bringt, also zu Neptun, oder zu Merkur, weil Merkur mit den Knüpfen von Informationswegen zu tun hat.
Der Bewusstseinsforscher und -lehrer P.D. Ouspensky meint, dass die Hellsicht eine Funktion des höheren Gefühlszentrums ist.
Meiner Meinung nach kommt sowohl Merkur als auch Neptun in Frage. Und man sollte vielleicht beide Faktoren hinsichtlich der Fähigkeit zur Hellsicht beachten. Und leichte Formen der Hellsicht treten bereits auf: als Intuition über den Verlauf einer Sache, auch als Gespür, wie es zB um etwass gestellt ist oder wie es jemand anderen geht (aber nicht direkte und deutliche Telepathie).
Merkur steht für die Beobachtungs- und Wahrnehmungsfunktion, aber nur insofern Sinne damit verbunden sind, und man könnte tatsächlich die Gefühle, aber auch den ganzen Körper mit einem Sinnesorgan gleichsetzen. Merkur vermittelt anscheinend den Weg der Wahrnehmung ins Bewusstsein, aber der "Input" wird zunächst von Neptun geschöpft.
Mond, Neptun und Venus stellen Bezüge zur Kunst auf, zur Gefühlssphäre, zum Schaffen, zum Hervorbringen von ganz speziellen (individuellen) Qualitäten. Künstlerische Qualitäten stehen an sich gerade in der Kunst ja für das Schöpfen, für das Bergen von Schöpfungen.
Es geht um etwas, was aus den Tiefen der Unbewusstheit oder des nur Potentiellen geholt wird, was auch immer eine Vorliebe, also weitgehend ein Suchen ist.
Bedürfnisse
wollen gestillt werden durch diese sensitiven Planeten; - die Zukunft
zu kennen (Hellsicht), ist ebenso ein Urbedürfnis, da es sich um ein
fehlendes Wissen handelt, das in diesem Fehlen sich als Bedürfnis
bemerkbar macht.
Merkur
kann ohne den Weg zum Schöpfen nichts wahrnehmen, sondern knüpft Wege
zu den Wahrnehmungsquellen. Steht ein Asteroid in Konjunktion mit
Merkur, denke ich, dass der Weg zu diesen Quellen leichter gegangen
werden kann, wenn zudem Neptun und noch eine andere Konstellation noch
in dieselbe Richtung zeigen.
Die Geburtszeitkorrektur wird oft genug fahrlässig (und zu selbstverständlich) angewendet und kann fast niemals halten, was sie verspricht: nämlich eine genau Zeit zu liefern, und einen zutreffenden Aszendenten und andere Hauptachsen.
Ich will nicht sagen, dass Geburtszeitkorrektur unmöglich ist! Hier konzentriere ich mich nur auf eine gewisse "Überhöhung", die mit der Geburtszeitkorrektur mittlerweile einher geht.
Persönlich glaube ich an die praktische Unmöglichkeit, zu einer wiederholbaren und zwingenden, technischen oder auch intuitiven Methode einer solchen Korrektur zu gelangen. Also einer Methode, die sich immer bewähren wird, auf die man sich in unzähligen Anwendungen verlassen kann.
Ob es sich dabei um die Überprüfung von Lebensereignissen mit technischen Hilfsmitteln handelt (Progressionen, Sonnenbogen usw.), oder ob man intuitiv Leben und Radixpositionen abzugleichen versucht (dessen, was man vom Horoskopeigner vor Augen hat, seinen Habitus, persönlichen Ausdruck, Interessen und Orientierung, Schwierigkeiten, Komplexe usw.). Das Ergebnis muss als hypothetisch gelten, wenn vordem keine Uhrzeit bekannt war. Wenn aber eine Uhrzeit bekannt ist, sollte die Frage sein, ob sie nur um ein paar Minuten falsch sein könnte, oder ob die Angabe darauf schliessen lässt, wieviel man hinzuaddieren oder abziehen muss: Zum Beispiel, kurz nach Mitternacht, kann ebenso 0:10 bedeuten, wie auch 0:20. "Mitten in der Nacht" bezeichnet aber einen viel grösseren Zeitraum. In diesen Fällen hat man einen guten Ansatzpunkt. Und eine Korrektur ist dann keine Korrektur, sondern Rekonstruktion, und sollte in der Regel möglich sein.
Ich selbst sehe die rein technisch-rationale Methhode als riskant an, wenn man diese Ergebnisse nicht auch intuitiv überprüft.
Intuitiv soll heissen: Wenn man also die Radixpositionen der Planeten plausibel macht, indem man diese Positionen mit allem in Verbindung bringt, was der Horoskopeigner von sich zeigt. Das kann eben nur intuitiv geschehen. Man darf nicht an das Ergebnis glauben wollen und gerade das ist die Gefahr. Wenn aber ein Planet entweder am Ende des 6. Hauses steht oder bereits im 7. Haus, ist das ein deutlicher Unterschied, den man intuitiv auf die Schliche kommen kann. Dasselbe gilt für das Zeichen des Aszendenten. Die technischen Hilfsmittel (Progressionen, Direkten usw.) stellen eine weitere Ebene solch einer Überprüfung dar, sie richten sich auf die Vergangenheit, während die Intuition das Gegenwärtige erfasst. Man sollte weder ausschliesslich die Gegenwart noch ausschliesslich die Vergangenheit bei einer Korrektur berücksichtigen. Der Schwerpunkt sollte sich aber auf die gegenwärtige Erscheinung des Horoskopeigners richten, da dies einerseits den ganzen Menschen sichtbar zeigt und es keine "Überlieferungsverzerrung" gibt, und andererseits ja die gegenwärtige Erscheinung auch gleichbedeutend mit dem Radix einer bestimmten Uhrzeit ist.Je nach Grundanlage des Horoskops, werden vergangene Erlebnisse in einem anderen jeweiligen Licht gesehen. Als Astrologe kann man sich aber ein unmittelbares Bild von dem Menschen machen, wenn man ihn vor sich hat.
Man
solle aus Spaß die Uhrzeit seines eigenen Horoskops um 6 Stunden
verstellen. Und dann ernsthaft bemüht Lebensereignisse und die
eigene
Psychologie mit dem (künstlichen) Radix in Verbindung bringen zu
wollen. Dann wird man
erst mal sehen, dass man sich selbst viel besser kennt, als einen
anderen - aber
auch, dass man schon bei sich selbst bereits ein solches
Horoskop
rechtfertigen könnte (wenn man nur an das glaubt, was man dort an
Positionen sieht).
Man wird sehen, dass kein so grosser Unterschied
besteht, wenn ein Planet im 4. oder 8. Haus steht, und ein Planet nicht
mehr im 3. sondern im 6. Haus usw. Im Auge fügen sich die
Interpretationen, so dass das, was vorher durch einen Planeten im 4.
Haus abgebildet wurde, plötzlich ein Planet in irgendeinem
Wasserzeichen übernehmen könnte, oder in einem fallenden Haus, oder es
ist ein Aspekt usw..
Mir sind viele Fälle bekannt geworden, wo es sich beim korrigierten Horoskop schlichtweg um ein falsches Horoskop handelte. Allein diese Fälle, wo eine standesamtliche Zeit schliesslich nachweislich vorliegt, und die vorher korrigierte Uhrzeit mehr als eine Stunde divergiert, muss nicht nur nachdenklich stimmen, sondern zeigt im Grunde auch die Schwierigkeit einer Korrektur-Methode.
Ausschlaggebend ist, dass die Korrektur, egal über
welche
Auslösungen
oder Methoden, viel
zu vage ist. Allein der Orbis einer Auslösung erklärt dies
schon hinreichend.
Viele
Übergänge der langsamen Planeten über
Radix-Stellungen erweisen sich als schwerwiegend für den
Horoskopeigner, doch Höhepunkte und Ereignisse finden auch dann statt,
kurz nachdem der wirksame Orbis erreicht wurde, in der Regel aber sogar
kurz
bevor der Orbis des Übergangs verlassen wird.
Es
handelt sich um einen
Orbis von bis zu 3° vor der Radix-Stellung, aber manchmal wird auch
etwas ausgelöst, wenn der Planett längst über die Radixstellung hinweg
ist.
Und
was denkt man vielleicht? Dass ein
Ereignis entweder vor der Radixstellung liegt oder genau dem exakten
Übereintreffen zwischen Übergang und Radixstelle entspricht? Nun, das
wären nur 3° Unterschied, nicht? Es gibt aber viele Ereignisse, die
eben NICHT in einem solchen Orbis fallen, wo es anders gesagt gar keine
Auslösungen über Radixpositionen gibt! Man untersuche seine eigenen
Lebensereignisse und wird erkennen, dass zB die Sonne in der
SB-Direktion 5 Jahre lang an einer Hauptachse "klebt", und man soll
jetzt ein Ereignis, das meist nur einen Zeitraum von einem Monat
entspricht, hinter, auf oder vor die Hauptachse bringen? Und welche
Hauptachse nehme ich dafür? Dann fängt das Deuteln an, man überlegt
sich: der Horoskopeigner hat dies und das gesagt, im Radix
passt
das dazu und so weiter. Man erkennt aber gar nicht, was dem
Horoskopeigner dieses Ereignis wirklich bedeutet, denn das
weiss
der Horoskopeigner auch nicht, sonst wäre er weise oder anders gesagt,
bräuchte er keinen Astrologen mehr. Er beschreibt das Ereignis als
schwerwiegend, aber befreiend, denn in seinem Haus, wo er lebt, ist
endlich Ruhe eingekehrt, die Streitereien haben durch Tod eines
Familienmitgliedes aufgehört. Dann glaubt man, aha, das muss das 4.
oder vielleicht 10. Haus sein. Es hat sich herausgestellt, dass die
dirigierte Sonne am DS
stand, 6° dahinter. Es ist manchmal zu
fadenscheinig, was der Horoskopeigner berichtet. Er könnte im Gehör des
Astrologen das Ereignis in einer Weise gewichten, die mit Hilfe eines
"zeitlich richtigen" Horoskop vielleicht auch andere Ergebnisse bringen
mag. Aber bei einer unsicheren Uhrzeit hat man kein exaktes Horoskop,
und vielleicht noch nicht mal einen Anhaltspunkt. Und ausserdem neigt
selbst der Astrologe dazu, gewisse Dinge für wahr zu halten, die es
nicht sind oder bestimmte Dinge entscheidend zu gewichten, die es nicht
verdienen so gewichtet zu werden.
Durch
solche Lebensereignisse, auch an einer grossen Anzahl, wird man keine
endgültige Gewissheit erlangen, wenn man nicht auch die gegenwärtige
Erscheinung und Psychologie des Horoskopeigners betrachtet.
Man
kann mit dem Zuordnen eines Aszendenten eigentlich viel mehr anfangen,
als wie mit technischen Korrekturmethoden allein. Immerhin ist die
Psychologie eines Menschen immer beobachtbar, ungetrübt durch die
Bewertung und Gewichtung der Überlieferung von Ereignissen.
Man hat bei den technisch-methodischen Korrekturen nur die Häuser, und evtl. den Mond, weil die Planeten und ihre Auslösungen sich an einem Tag nicht verändern. Es mag eine Rolle spielen, in welchem Haus ein Planet ausgelöst wird. Meiner Meinung nach muss man aber für diese Deutung so erfahren sein, dass man mit dieser astrologischen Erfahrung auch genausogut intuitiv arbeiten kann (und mit dem Aszendenten und den verschiedenen Positionen der Planeten bei der Korrektur arbeitet).
Es ist fast unmöglich, in der Arbeit mit Ereignissen eine gradgenaue Auslösung vorzufinden, bzw. an einem biographischen Ereignis abzulesen, ob dies nun eine gradgenaue Auslösung ist, oder nur ein gewisser Orbis in Frage kommt. Oder ob sogar die vermutete Auslösung in Wirklichkeit ein Quadrataspekt ist usw. Oder ob es der AS-Punkt ist, oder der DS-Punkt oder MC oder IC an dem eine Auslösung stattfindet. Manchmal kann man grosse Ereignisse an der Überquerung einer Hauptachse bei Planeten in der Direktion und Progression feststellen. Aber nicht immer, und ausserdem lässt sich nicht immer eindeutig sagen, ob es der AS oder nicht doch das MC sein müsste. Man kann versuchsweise sein Horoskop um 6 Stunden verstellen, um die Probe zu machen, ob man wirklich mit Gewissheit sagen könnte, dass ein Ereignis mit einem bestimmten Eck-Haus zusammenhängt.
Diese Unwägbarkeit gilt für
Transite,
Progressionen, Rythmen (Alterspunkte), Direktionen und Sonnenbogen.
Zahlreiche
gewichtige Ereignisse (Beginne von
Lebensabschnitten) in meinem eigenen Radix und das von anderen, finden
eben nicht statt, wenn zB die
Planeten, die mit dem Sonnenbogen dirigiert werden, genau auf einer
Hausspitze oder Hauptachse stehen - zwar gibt es manchmal diesen
Zusammenhang, aber der Planet steht dann in einem Orbis von 6° vor oder
hinter einer Hausspitze.
Gerade
bei der Entscheidung, wenn es um die
genaue Uhrzeit geht, weil sonst ein Planet in dem oder einem
anderen Haus "landet", oder der Aszendent sich im Zeichen ändert, ist
das ein
schwerwiegender Unwägbarkeitsfaktor. Man kann nicht davon ausgehen,
dass ein grosses Ereignis auch immer genau auf der Hauptachse
stattfindet!
Warum dann also bei der Korrektur
nicht den Bezug zum Aszendenten aufstellen? Also im Sinne der
intuitiven Überprüfung, ob der Aszendent stimmig ist? Auch ein Planet
am Ende eines Placidus-Hauses ist oft deutlich anders, als wenn er
mitten im Haus oder Anfang des nächsten Hauses steht!
Mir
dünkt, dass sich viele davor scheuen, weil sie mehr an die technischen
Möglichkeiten glauben: Es
ist mit genügend rationalen Möglichkeiten verbunden, ein solches
Horoskop für den Verstand plausibel genug zu machen. Für den Verstand
klingt das dann plausibel, egal ob das korrigierte Horoskop nun auch wirklich richtig
ist. Sie haben etwas getan und damit lässt sich - für den Verstand -
arbeiten.
Ich würde einfach - bei einer unbekannten Uhrzeit - alles zusammen nehmen, nicht nur rationale Methoden, sondern eben auch intuitive Methoden, um zur möglichen Uhrzeit zu kommen. Und es muss schon einen Faktor der tiefen Gewissheit geben, ansonsten sollte das Deuten des Horoskops vielleicht besser auf Aspekte und Zeichen beschränkt werden.
Viele
weigern sich, ein Horoskop zu deuten, welches als Uhrzeit die
Angabe 14:00 enthält - also solche auffällig graden Zeit-Angaben. Dann
brauchen manche anscheinend ein Mittel der Gewissheit. Aber wieso nicht
annehmen, dass gerade bei einem Blick auf die Uhrzeit bei der
Hebamme 13:57 oder 14:03 dazu verleiten könnten, 14:00 zu wählen? Wieso
muss der Unterschied gleich zehn oder zwanzig Minuten betragen? Das
kann vorkommen, und die Zeit weicht bei Angaben um Mutternacht, gegen
Mittag, gegen 14 Uhr vbis zu zwanzig Minuten ab, wie sich mir bei der
Erfahrung mit diesen Angaben (volr allem bei der Recherche der Zeiten
von mudanen Ereignissen) langsam herausstellte. Eine
Spanne von 6 Minuten ist noch innerhalb einer Toleranz, mit der sich
ein Horoskop deuten lässt - ausgenommen ganz wenige Fälle,
wenn es
sich um ein schnell aufsteigendes Zeichen handelt (AS-Zeichen).
Wie dem auch sei. Wenn man dann pauschal korrigieren möchte,
könnte eine Zeit von 14:20 herausgelotet werden, und
in Wahrheit liegt die Uhrzeit bei 13:50. Dann hat man die Unschärfe
um 30 Minuten vergrössert, anstatt nur 10 Minuten im Kauf zu nehmen.
Einige
Worte zu den Gradzuordnungen, die ein bestimmter Autor vorgenommen hat,
der diese Grade unter urheberrechtlichen Schutz gestellt hat,
und daher will ich diese Grade - weil man mir bereits mit
einer
Anklage wegen Rufschädigung gedroht hat - nicht näher kennzeichnen.
Diese Grade, die manchmal verwendet werden für solche
Korrekturen, halte ich für nicht zureichend in ihrer Genauigkeit. Siehe
diesbezüglich Erläuterungen weiter unten.
Es ist ohne sichere Geburtszeit auch möglich, wenn man sich auf das beschränkt, was man deuten kann (Planetenaspekte und Planeten im Zeichen, also kein so grosses Gewicht auf die Häuser).
Um zu einer Uhrzeit oder einem Aszendenten zu kommen, sollte
der
Astrologe gewiss nicht nur das Radix, nicht nur die
Auslösungen,
sondern alles
betrachten, was er von der Person kennt und auch von der Astrologie
kennt und anzuwenden weiss.
Man kann versuchen, alles zu
verwenden, was in Frage kommt, was an Methoden benutzt werden
kann. Ich persönlich sehe an erster Stelle die Intuition als das
verlässlichste Werkzeug an, also den
Abgleich der Radixpositionen mit dem sichtbaren Leben des
Horoskopeigners, sein Ausdruck und Psychologie. In vielen Fällen kam
ich hier zu einer grösseren Gewissheit, als wie ich sie durch
technische Methoden (Direktionen usw.) niemals gefunden hätte. Sofern
meine Zeit es zulässt, komme ich mit dem Pendeln zu noch mehr
Gewissheit (was aber eine anstrengende Methode ist).
Diese
Intuition sollte meiner Meinung nach im Vordergrund stehen - jeder
macht es vielleicht aber anders und hat vielleicht ein besonderes Auge
und Gespür auf die Auslösungen entwickelt. Das wäre jedoch auch dann
sicher ein Fall, bei der Intuition eine herausragende
Rolle
spielt!
Die
gesunde und echte Intuition wird manchmal als Phantasie verkannt
- ehrlich gesagt, halte ich geradezu manche der angeblich
rationalen Methoden für eine wahre Ausgeburt der Phantasie. Und es gibt
andererseits Intuitionen, die in Wahrheit nur Assoziationen auf
Verstandesebene darstellen. Das steht fest. Ich habe eine
grosse Anzahl enttäuschender Ergebnisse in der Astro-Szene
kennen lernen müssen, sowohl bei rationalen als auch intuitiven
Korrekturmethoden.
Das Verhalten
des Horoskopeigners, seine
Geschichten und Berichte, können sehr viel mit dem
Aszendenten
zusammenhängen. Seine Ausstrahlung. Seine Erscheinung und das
gewisse Etwas, von dem man evtl. nicht nur den Aszendenten, sondern
auch andere Radixstellungen ablesen kann.
Das
alles kann man auch mit den Korrekturmethoden zusammen betrachten, und
dann
kann
man vielleicht sehr viel genauer werden.
Was ich zudem als ungenügend empfinde ist der Anspruch, ein jedes Horoskop korrigieren zu wollen. Also egal ob eine Zeit bekannt ist oder gänzlich unbekannt. Man macht keinen Unterschied und nimmt pauschal an, dass jedes Horoskop falsch ist! Manche behaupten, die Uhrzeit würde tendenziell nicht mit dem ersten Atemzug übereinstimmen, oder man schrieb die Uhrzeit zu einem Zeitpunkt auf, als die Geburt schon längst geschehen war. Meiner Meinung nach ist allein die räumliche Trennung des Kindes aus der Gebärmutter wichtig. Das heisst, wenn das Kind vollständig die Gebärmutter und damit die Mutter verlassen hat.
Um
eine Zahl zu nennen: von 20 standesamtlichen Horoskopen bei
19 besteht kein gravierender Unterschied, da die Horoskope und
ihre Uhrzeiten erfahrungsgemäß stimmig und tauglich sind. Man sollte
übrigens als
Anfänger ein nicht zu deutendes Horoskop weniger auf eine mögliche
falsche Uhrzeit beziehen, sondern doch wohl auch die eigenen mangelnden
Fähigkeiten in Betracht ziehen, dieses Horoskop auch zu deuten.
Mit der verlässlichen Überprüfung des Pendelns hat sich mir
bei Horoskopen von Verwandten und Freunden (und bei meinem eigenen
Horoskop) eine
Abweichung von maximal zwei Minuten ergeben.
Meine
Erfahrung in der Arbeit mit Horoskopen hat dies nicht bestätigen
können, im Gegenteil. Die überlieferte Uhrzeit ist überwiegend richtig.
Bei 2 oder
3 Minuten ergibt sich zudem - ausgenommen Fische und Widder Aszendenten
(in Europa) - gar kein relevanter Unterschied.
Auch Edgar Cayce, ein Seher, hat die meisten Horoskope, die er in seinen medialen Sitzungen analysierte, in ihren jeweiligen Uhrzeitangaben bestätigt; und seine Klienten wurden vor 1900 geboren! Somit mag ein weiterer Hinweis gegeben sein, dass die meisten standesamtlichen oder sonstwie überlieferten Zeiten - auch damaliger Jahrgänge - in der Regel keine gravierenden Veränderungen, zB in Bezug zu den Häuserspitzen mit sich bringen.
Es gibt aber ein sehr taugliches
Instrument um die Geburtszeit herauszufinden: das Pendeln durch einen
erfahrenen Pendler. Ich
habe bei meinem Pendeln der eigenen Uhrzeit einen starken
(energetischen) Eindruck von der allgemeinen Atmosphäre meiner Geburt
erlebt, als das Pendel auf 18.42 ausschlug - was
mir Bestätigung
und Verifizierung war, dass diese Uhrzeit wirklich nicht aus der Luft
gegriffen ist.
Man
kann dies auch selbst erproben, wenn man wirklich pendeln kann. Aber
man sollte sich nur dann auf das Ergebnis verlassen, wenn es
irgendein besonderer Eindruck
mit geliefert wird, dass man
wirklich das
Gefühl hat, die Geburt in der Uhrzeit gependelt zu
haben. Es
war bei mir ein wirklicher Eindruck, der
keinen Spielraum zur Täuschung hat - fehlt dieser, sollte man
vorsichtig mit der ermittelten Uhrzeit sein. Es kann sinnvoll sein,
nicht mehrere Tage hintereinander dasselbe Horoskop zu
pendeln, sondern vielleicht nach
einem Monat Pause einen neuen Versuch zu machen, wenn man noch nicht so
gut im Pendeln ist.
Wenn aber besagter Eindruck einer Geburtsatmosphäre
oder
Eindruck der Atmosphäre der Mutter oder Kindheit auftritt,
der mit der gependelten Zeit korrespondiert, ist das ein sicherer
Hinweis, dass die Zeit wirklich korrekt ist!
Bei
meiner eigenen Uhrzeit hatte ich
bereits Anhaltspunkte (standesamtlich: 18:40).
Es ist allerdings nicht jederzeit möglich, diese anstrengende Methode des Pendelns anzuwenden. Ich selbst muss schon sehr in Ruhe sein und in meiner Mitte.
Auf einer
Skala
habe ich für
Verwandte, deren Zeit nicht bekannt war, erst den
Bereich der Stunden von 0-24 ausgependelt und dann auf einem
weiteren Blatt zum Pendeln schliesslich die Minuten (60 Maßeinheiten
nehmen sehr viel Platz weg und ich habe deshalb zuerst zB 13.00 - 13.30
gependelt; also insgesamt 3 oder 4 Blätter verwendet).
Es hilft natürlich, wenn man von jemanden die Angabe erhält: "in der
Nacht" etc. Schliesslich habe ich das Horoskop untersucht mit den oben
erwähnten intuitiven Vorgehensweisen. Dabei bestätigte sich das
gependelte Horoskop erneut.
Michael Roscher hat Tierkreisgrad-Kombinationen ausgegeben, die heute viel beachtet werden. Manchmal werden sie auch zur Geburtszeitkorrektur verwendet. Man sollte sicher alles ausprobieren, was dazu geeignet sein kann, der Geburts-Zeit auf die Schliche zu kommen.
Ich selbst konnte die Wirksamkeit und zutreffende Kombinationen für mich nicht regelmässig und überwiegend deutlich bestätigt finden. Die kritischen Grade, die Roscher angegeben hat, konnten sich mir nicht als sprichwörtlich in ihrer Kombination erweisen. Die Arbeit mit ihnen schien für mich eher darauf hinaus zu laufen, die Wirkung der angegebenen Kombination eines Grades selbst erfinden zu müssen, anstatt sie zu finden.
Wann immer es eine deutliche Wirkung gab, war ein in der Nähe des entsprechenden Grades befindlicher GSP von Döbereiner ausschlaggebend, womit die Grade nach Roscher ja noch nicht einwandfrei bestätigt oder widerlegt sind in ihren Zuordnungen, wenn sie ebenfalls ähnliche Konstellationen beschrieben haben.
Weitere Einzelheiten dazu sind auf
dieser Webseite angeführt.
Die symbolischen Grade nach M. E. Jones sind übrigens insofern stimmig, wenn man diese als Symbole betrachtet, als Bilder, als Feld von Energien, die unterschiedlich zur Erscheinung kommen können. Aber das bedeutet nicht, dass diese sab. Symbole Konstruktionen darstellen würden. Die sabischen Symbole enthalten einen zureichenden Grund.
Die
Venus ist zB Morgenstern,
wenn sie am AS steht
und die Sonne im 2.
Haus. Als Morgenstern gleicht sie dem Stier, wenn sie also vor der
Sonne aufgeht.
Als Abendstern,
wenn
sie also nach der Sonne aufgeht,
entspricht die Venus den
Waage-Eigenschaften. Wenn man die Venus abends am Himmel
sieht, ist sie Abendstern.
Ungeachtet des Zeichens, in dem die Venus steht, nimmt sie Stier oder Wagge Qualitäten an; das Zeichen befindet sich auf einer anderen Ebene als wie der Stand jener Planeten, die als einzige (nämluch Venus und Merkur) zur Sonne nie einen gewissen Abstand verlassen: von der Erde aus gesehen befinden Venus und Merkur sich immer in der Nähe der Sonne.
Ich habe diese verschiedenen Ausprägungen des Merkurs und der Venus in unzähligen Horoskopen immer wieder bestätigt gefunden, selbst wenn diese Planeten keine herausragende Position im Radix aufwiesen.
Bezugspunkt für die Bestimmung eines Abend-/ oder Morgensterns ist die Sonne.
Ein
Planet als
Morgenstern gilt als
realitätsbewusst, individuell, materialistisch,
isoliert,
distanziert zu anderen, sichernd, die
Einzelheit betonend, Prüfung auf (Selbst)-Wert, Unterscheidend,
Trennen. Sachlich und nüchtern. Wissenschaftlich. Auf die Existenz
bezogen. Das Naheliegende. Kreativ im Innern. Gefahr: Haltlosigkeit im
Sinne von
Ziellosigkeit; bleibt hinter dem Ganzen zurück.
Natur:
prinzipiell
männlich.
Ein
Planet
als Abendstern gilt als
philosophisch, sozial, vermittelnd,
anpassend,
verbindend, erweiternd, Zusammenhänge erkennen, Gemeinsamkeiten
suchend und erkennend, Pläne. Auf das Sein bezogen. Das
Geistige,
Höhenflüge.
Kreativ im Außen. Das Ferne. Gefahr: Bodenlosigkeit, Realitätsferne;
Verlust der
Bindung zum Ganzen.
Natur: prinzipiell weiblich.
All
diese
Eigenschaften sind abstrakt
zu verstehen,
also nicht konkret und im sprichwörtlichen Sinne. Sie können je nach
Umstand positiv oder negativ sein, so wie ein Planet sich in seinen
zukommenden Eigenschaften je nach Kontext und Radix negativ oder
positiv bewertet werden kann, es sind Eigenschaften, Grundtendenzen,
die den Funktionen des Planeten anheften.
Materialistisch ist
natürlich nicht im wertenden Sinne
gemeint.
Diese - in Bezug zum Morgen- und Abendstern - jeweils deutlich unterschiedliche Eigenschaften ergeben sich symbolisch aus dem Bezug (Position) zur Sonne.
Man kann zurecht bei einer Konjunktion mit der Sonne davon reden, dass der Merkur sowohl von Zwillinge als auch von Jungfrau typische Eigenschaften aufweist, aber nicht in der jeweiligen Tiefe, als wenn er eindeutig Morgenstern oder Abendstern wäre, und für entsprechende Zwillinge oder Jungfrau Eigenschaften stünde. Es ist dann zu beiden Teilen ausgeglichen, der Planet kann wechseln je nachdem, was nötig ist. Der Merkur in Konjunktion mit der Sonne steht in der Mitte beider typischen Eigenschaften der Qualitäten. Dasselbe gilt für die Venus in Bezug zu den Qualitäten Stier und Waage, wenn sie in Konjunktion mit der Sonne steht.
Aber:
umso
genauer die Konjunktion Merkurs mit der Sonne ist, desto eher
wird der Merkur in den Dienst der Sonne gestellt,
weil Merkur tendenziell immer stark von Einflüssen berührt wird, denn
er ist von anpassendem Charakter. Das gilt auch für
spannungsvolle
Aspekte zwischen Merkur und dem Mond, wenn der Merkur selbst nicht in
einem Zeichen
steht, das seinen Grundqualitäten entspricht (Analyse, Nüchternheit,
Unterscheidung, Kommunikation usw.), dann wird Merkur sehr anfällig für
die Launen des Mondes (es könnte ausgleichend wirken, wenn der Mond in
einem für Merkur starken Zeichen steht). So ist Merkur als Morgenstern
weniger anfällig für Mond- oder andere Aspekte.
Bei
der Venus
gilt
diese Eigenschaft "der Verbrennung" (wie es die klassischen Asstrologen
nennen) anscheinend nicht so stark. Aber sie wird ebenso ein wenig mehr
von ihren Eigenschaften abgelenkt und durch die Absichten und Strahlen
der Sonne beeinflusst.
Wenn zum Beispiel die Venus als Abendstern die luftigen Waage-Eigenschaften beinhaltet, und gleichzeitig in Stier steht, so muss man Zeichen und Planet als zwei Dinge betrachten. Die Venus hat das Interesse sich als Waagehaft zu geben, verfügt dabei über die Eigenschaften des Stier-Zeichens bzw. wird mit Stiereigenschaften oder den hintergründigen Motivationen des Stiers heran gehen, sich waagehaft zu geben. Abend- oder Morgensternqualitäten müssen eng in Verbindung mit dem Planeten und dessen Funktion in der Psyche, und den vordergründigen Aspekten des Bewusstseins gesehen werden. Man kann einen Planeten nur so einsetzen, wie er ist. Venus ist Venus, und Mars ist Mars, und genauso ist eine Morgensternvenus nichts anderes als eine Morgensternvenus, sie kann nur "eine solche" sein.
Merkur als Morgenstern (Zwillinge) ist neugierig und kommunikativ, ein Universalist, sieht ein Faktum als solches, bevor nach Sinn und Zweck oder Zusammenhängen gefragt wird, losgelöstes Denken, kann vieles logisch zusammenfügen. Tendenz: individuell, kreativ, findend, praktisch, vernünftig-sachlich, vergleichend, unterscheidend. Negativ: sich in zu viele Dinge gleichzeitig verzetteln ohne dabei einen übergeordneten Plan zu haben, zuviel Betonung auf eine Einzelheit (rationalistisch), wodurch grössere Zusammenhänge aus dem Auge verloren werden.
Merkur als Abendstern (Jungfrau) ist auf der Suche nach Lösungen, und hat Fantasie, aber lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, ist ein Spezialist, will ein Faktum sogleich mit Zwecken und Sinn verbinden, größere Zusammenhänge erkennen und in sie gegebenes einordnen. Tendenz: ganzheitlich, philosophisch, sozial eingestellt, nachdenklich, Nützlichkeiten abwägen, pragmatisch. Negativ: zu viele Pläne, deren Verwirklichung dadurch scheitert; zu hohe Ansprüche und Erwartungen ("es kommt immer anders"-Syndrom: man wird überrascht von den Ergebnissen der Realität).