Deutungsfaktoren und Deutungsmethoden

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Bedeutung und Deutung der astrologischen Faktoren im Horoskop.
Deutung eines Radix: Aspekte, Planeten, Planetenbild, Häuser, Zeichen.

Koch Placidus Unterschiede. Deutungsperspektiven. Zusätzliche Deutungsmittel Asteroiden Apollo Vesta Pallas Chiron Sappho Faktoren für Kunst, Malerei und Ästhetik, Fähigkeiten für Astrologie, Intuition. Saturn, Uranus, Pluto, Merkur, Venus, Abendstern, Morgenstern, Sonne, Mond, Mars, Jupiter, Neptun

Einige Themen sind auch für Laien geeignet.

In meinem Artikel Karmische Astrologie befinden sich weitere Ausführungen über den Mond, Mondknoten, Saturn, Pluto und Neptun.  Über Pluto, Uranus, Neptun auch in diesem Artikel unter "Transsaturnier".

Und hier ein Artikel über die Nebenaspekte, besonders über das Quinkunx.

Tag-/Nacht-Symbolik und die Dualität

Tag und Nacht

Die Astrologie zeigt uns fundamental unseren eigenen Standpunkt:  die Astrologie ist geozentrisch, sie bezieht sich auf den Standpunkt der Erde als unseren Lebensort.

Weiterhin bedeutet unser Geburtsradix zwangsläufig einen Standpunkt einer Seite der Erde, die zu unterschiedlichen Zeiten dem Sonnenlicht ausgesetzt oder abgewendet sein wird. In eine dieser Hälfte werden wir geboren. 

Die Symbolik dieser Tatsache, dass es Nacht oder Tag sein kann,  kennt astrologisch gesehen verschiedene Gesichter. 

Zunächst assoziieren wird mit der Nacht, was uns unbewusst und nicht vertraut ist, oder wo uns sogar das Licht der Klarheit genommen wird.
Im Volksmund sagt man, wenn ungünstige Wendungen berfürchtet werden, ironisch: "dann sieht es düster aus", oder: "ja, dann gute Nacht".

Die Symbolik der Nacht kann auch für den ungeordneten Bezug zum Unbewussten stehen, für die Einvernahme durch Triebregungen. Wobei der Trieb in diesem Bezug aus ganz allgemeinen Wesenszügen bestehen kann; also alles, was unseren Selbstausdruck bedingt - was nicht gleichzusetzen ist mit der Begrifflichkeit eines "triebhaften Verhaltens" oder "verbrecherischen Verhaltens", das aber daraus hervorgehen kann.  
Im Eigentlichen geht es um alle seelischen Regungen, die sich mit der unteren Horoskophälfte analog der Symbolik des Unbewussten und der Nacht assoziieren lassen. Seelische Regungen werden geboren, kommen ans Licht. Die dahinterstehende Energie, die bewegt, ist immer elementare Lebensenergie.
Man kann diese Regungen zwar verleugnen, oder in ihrer Bedeutung verkennen oder  die Bedeutung umschreiben, doch wird sich die Energie an sich positiv oder negativ zur Erscheinung drängen. In jedem Fall will sich das Leben äussern. 

Diese innersubjektiven Geschehnisse sind an erster Stelle zu nennen, wenn wir über das Leben reden.
Es handelt sich um Geschehnisse und (subjektive) Wirklichkeiten, die wesentlich zu uns als Menschen gehören.
Das Gefühl ist eine Funktion, uns konkret und unmittelbar die Bedeutung von Wirklichkeit zu vermitteln, ungefärbt von gedanklichen Zuschreibungen. Allein mit Gefühlen könnten wir in ein Chaos geraten - und ziehen wir die Gefühle ans Licht, an den Tag, können wir diese mit weiteren Bedeutungen und Normen messen. Es sollte übrigens darum gehen, diese Gefühle zu messen, aber nicht zu entwerten. Wir können die Gefühle, sobald sie einmal da sind, nur noch wahrnehmen, aber nicht mehr leugnen. Tun wir das, leugnen, so verstricken wir uns nur weiter in einem Prozess, der irgendwann zuende geführt werden muss.
Der Kontakt mit dem symbolischen Tag, mit der Welt, mit dem Leben aller anderen und den kosmischen auch in uns begründeten Gesetzmässigkeiten und spirituellen Energien, verschafft uns ein Gegenüber. Etwas, das wir unseren Trieben entgegen stellen können um dann zu entscheiden, welche Richtungen unsere Triebe nehmen können, um dann endlich mit uns und der Welt ins Reine zu kommen. 

In der Nacht geschehen Dinge, die wir ansonsten nicht so leicht beobachten, und die uns nicht wie am Tag vor Augen gerückt sind. Doch was wäre die Nacht noch? Es ist die Zeit der Träume. Das ganze Traumgeschehen offenbart ein Reich des Unbewussten. Dies ist ebenso real wie die sichtbare Welt von äusseren Ereignissen.
Meist ist es ja so, dass wir die REALITÄT daran messen, was wir aus der Alltagswirklichkeit kennen. Doch REALITÄT ist einfach etwas Wahres. REAL können auch Sachverhalte des Selbst sein, die uns in den Träumen aber ebenso in den Symbolen des Alltages begegnen. Doch wahrnehmen werden wir alles so, wie wir es wahrnehmen. Es klingt nach einer nichtssagenden Tautologie - doch erheblich ist es, dass unser Wahrnehmungsfilter entscheidend wird, wie wir die Welt und das Leben erfahren, wahr-nehmen.
Um eine objektive Realität oder Gesetzmässigkeit zu definieren, muss erst die Landschaft des Subjektiven durchschritten werden. Wir sollten den Kontakt zu unseren Wurzeln des Subjektiven und des Lebens nie verlieren (Gefahr bei Betonung des 3. und 4. Quadranten). Andererseits sollten wir nicht in die Falle des  blinden Fleck  geraten, wenn wir wie auf einem blinden Fleck auf uns Selbst stehen und letztlich unseren eigenen Illusionen, Ängsten und Trieben auf dem Leim gehen und dies alles rechtfertigen, ohne auch noch eine Anstrengung für ein ausgewogeneres Leben vorzunehmen, weil wir zB die Schuld in den äusseren Umständen sehen (Gefahr bei Betonung des 1. und 2. Quadranten). 

Im weiteren Verlauf des Lebens, einem Reifeprozess des Werdens, geht es uns als Menschen darum, die seelisch-elementaren Regungen unseres eigentlichen Lebens mit geordneten Bezügen zu versehen. Mit  Vernunft eine  Anpassung des Subjektiven zu leisten, um solche Triebe, die ungezwungen, frei und bezugslos auftreten, unter eine höhere Gesetzmässigkeit zu bringen. Andererseits kann es darum gehen, die eigene Subjektivität zu stärken.
Diese Lebenstriebe sind wesentlich, auch wenn sie zu überarbeiten sind, wenn sie  zu verarbeiten sind, zu verdauen sind, oder sonstwie in ihrem Erleben zu verändern sein sollten. Wesentlich ist, dass wir keine Triebregung vernachlässigen können, ohne das Risiko einzugehen, dass dieser Trieb sich auf andere, bedenklichere Weise Bahn bricht. 

Weitaus bedeutsamer bei der Symbolik des Tages oder der Nacht ist aus einem astrologischen Gesichtspunkt:
Die Aufmerksamkeit gegenüber den eigenen Grundanlagen, die für wir uns selbst und unsere Bedürfnisse zum Einsatz bringen wollen. Das ist wesentlich der Bezug zu den unteren beiden Quadranten. Aber ohne die gegenüberliegenden Quadranten (dem Tag), wäre die Bedeutung unseres Lebens niemals ausgeschöpft und vervollständigt.

Wir können mit Hilfe der oberen beiden Quadranten das Subjektive befreien von Willkür, Bedeutungslosigkeit oder Ziellosigkeit. Wir sollten die Bedeutung der oberen beiden Quadranten allerdings auf keinen Fall allein auf eine soziale Welt beziehen. Das wäre töricht. Wir sollten nicht darauf zielen, Bedürfnisse anderer zu befriedigen, um diesen beiden Quadranten, besonders dem vierten Quadranten gerecht zu werden. Wir sollten auch Gesetze, die über den Menschen stehen, ins Auge fassen. Es gibt ein allgemeines Gesetz der Ästhetik, der Justiz oder der Freundschaft und des informativen Austausches usw.. - die Spannungen entstehen jedoch oft dadurch, dass wir diesen höheren, universellen Gesetzen glauben entsprechen zu müssen, während die Menschen etwas anderes verlangen.

Wenn wir nun in der oberen Hälfte des Radix, also am Tage geboren wurden, dann sind unsere wesentlichen Anlagen (die wir mit der unteren Horoskophälfte assoziieren) ebenso wichtig, als wären wir in der Nacht geboren , obwohl von den Quadranten her die seelischen Bereiche (unten) gegenüberliegen.
Das Radix ist aber nur eine Blaupause des Menschen, und der realen Sachverhalte. Hinter dem Radix steht der Mensch, den man nicht aussen vor lassen kann. Der Mensch bringt immer seine wesentliche Subjektivität mit, auch wenn er mit der Sonne und allen Planeten im 3. und 4. Quadranten geboren wurde. Er nimmt diese seine Subjektivität im Lichte der Welt (d.h. der oberen Quadranten)  nur anders wahr.

Der Tag oder die Nacht steht für den Standpunkt, den wir bei Nutzung unserer Grundanlagen einnehmen. Je nach Geburtszeitpunkt. Befindet sich die Sonne oberhalb der Aszendenten/Deszendenten-Linie, ist es immer eine Taggeburt.

Bei einer Geburt am Tage (oberhalb der AS/DS-Linie) sieht der Standpunkt so aus, dass wir uns mit den Anlagen in der Welt bewähren. Wir sind mit unseren Anlagen in die Welt gestellt. Am deutlichsten im 10. Haus.
Wir sehen uns ausgesetzt, den Bedeutungen, die unser Tun erhält. Das 10. Haus ist das Haus, das anzeigt, welche Bedeutung sich aus unserem Tun in der Welt ergibt. Die Aufmerksamkeit gilt freilich unserem Leben, aber wir sehen es hineingestellt in etwas Grösseres.

Bei der Geburt in der Nacht sind wir auf uns selbst gestellt. Am deutlichsten im 4. Haus; es ist das Haus, das anzeigt, wie die Bedeutung der Welt auf uns niederschlägt und wir diesem Gegenüber (10. Haus) ausgesetzt unsere Wurzeln finden. Wir begreifen Welt als zunächst und wesentlich als etwas  fremdes, uneigenes.

Wir identifizieren uns in der Nacht mit unseren Grundanlagen, und wollen diese viel mehr vor uns selbst und mit uns selbst bewegen und bewähren. Die Aufmerksamkeit sieht die Welt als Außen. Der Ausdruck findet in einem Bereich statt, der nichts mit dem Hineingestelltsein ins Außen zu tun hat. Gleichwohl erfahren wir auch in der Nacht bzw. der unteren Horoskophälfte die Welt als unser Schicksal, sehen uns ihr ausgesetzt. 
Aber die Bedeutungen, die wir dabei erkennen, haben mehr mit uns selbst zu tun. Während am Tage die Bedeutungen vor allem durch andere Menschen verursacht werden und festgelegt werden, denn das ist das Grössere, was Bedeutung hat am Tage. Letzten Endes geschöpft werden sie durch die Grundanlagen jedes Einzelnen, also durch die Nacht.

Die Grundanlagen und die naturgegebenen, menschlichen Fähigkeiten bleiben bei jedem Menschen dieselben, aber die Haltung gegenüber diesen Anlagen, und damit verbundene Grunderfahrung ist anders.
Natürlich kommen noch spezifische Anlagen hinzu, sozusagen Details, die uns schliesslich zu Individuen machen. Aber jeder kennt ein Heim (IC und zweiter Quadrant), die Öffentlichkeit (MC und vierter Quadrant), Begegnungen (DS und dritter Quadrant) und das Eigene (AS und erster Quadrant). Nur erlebt es jeder anders, je nachdem ob darin Planeten stehen oder nicht.

Wenn wir die meisten Planeten in der oberen Horoskophälfte haben, dann gehen wir mit unseren Anlagen meist in selbstverständlicher Weise um, und identifizieren uns weniger mit ihnen. Wir erfahren uns durch das Wirken im Aussen, in der Welt. Welt ist alles, was nicht zu uns gehört bzw. unserem direkten Einfluss mehr oder weniger entzogen ist. Wir sind in der Welt.
Die Bedeutung, die wir in unserem Leben erfahren, resultiert meist aus dem, was wir mit den Anlagen gemacht haben, also wie wir in Bezug zur Welt einerseits beeinflussen und andererseits von der äusseren Welt beeinflusst werden können (wir können die Art und Weise, wie wir Enflüsse empfangen sehr wohl bis zu einem gewissen Grad verändern -  doch mit Planeten in der oberen Hälfte halten wir unsere Eigenart meist für selbstverständlich gegeben) .
Aufgrund dessen, wie unsere Anlagen   eine Resonanz , also einen konkreten Widerhall erfahren (Lebensgefühl, Wertungen und Werte, Bedeutungen), ergeben sich uns lohnenswerte Ziele. Massgeblich ist meist das, was wir an Möglichkeiten und Chancen im Außen vorfinden.

Bei jemanden, der die Planeten in der unteren Hälfte stehen hat, wird er diese Anlagen direkt ins Auge fassen; er ist sich selbst ein Maßstab - sein Lebensgefühl ist unmittelbar auf das bezogen, was er für Anlagen hat und aus ihnen machen kann
Der Bezug geht also in die Öffentlichkeit und öffentliches Wirken (oben), oder zu sich selbst und den individuellen Bedeutungen der eigenen Anlagen (unten). Die eigentlichen Qualitäten, über die ein Mensch verfügen kann (und am meisten durch Zeichen und Planetenaspekte dargestellt sind) bleiben dieselben. Nur werden sie in andere Bezüge gebracht. 

Es ist zum Beispiel dieselbe Achse angesprochen, wenn ich einen Planeten im 2. Haus oder im 8. Haus habe. Diese gemeinsame Achse ist die sogenannte Wert- oder Besitzachse (2./8. Haus-Achse). Im 2. Haus halte ich fest, oder will etwas bewahren,  das ist das Lebensmotto, und im 8. Haus werde ich mit möglichen oder nötigen Verlusten konfrontiert. Völlig gegensätzliche Erfahrungen, aber das Thema ("was ich haben kann") bleibt auf der Achse dasselbe. Beidem gemeinsam ist auch die Erfahrung von etwas, das man haben kann. Beide Häuser wurzeln in der Erfahrung des Augenblicklichen, das ihnen Nahrung und Halt gibt. Man geht anders damit um, weil man es jeweils aus Sicht des 2. oder 8. Hauses erfährt.
Die Häuser bedeuten auch eine Anforderung, die das Leben uns stellt. Je nach Betonung der Quadranten ergeben sich also andere Anforderungen.

Die Anlagen selbst sind weder in der oberen oder unteren Hälfte, sondern Teil des Ganzen. Die Betonung der oberen oder unteren Hälfte sagt also aus, wie wir selbst zu unseren Grundanlagen stehen, und sie erfahren. Natürlich muss man in der detaillierten Deutung jedes einzelne Haus von anderen unterscheiden. An dieser Stelle geht es grob um die Quadranten und die Perspektive, die wir mit den Quadranten auf unser Leben erhalten.

Die Nacht kann symbolisch gesehen auch für einen ungeübten Zugang zu den Planetenkräften stehen. "Es liegt im Dunkeln." Das ist dann wiederum eine ganz andere Ebene der Betrachtung.

Die Nacht kann aber auch positiv für den normalen Zugang zum Unbewussten stehen, für die andere Hälfte der Wirklichkeit, die zB in der Traumwirklichkeit besteht, oder den noch annehmbaren Bereich von Instinkten - die Instinkte sind in uns, und verursachen nicht nur Regungen, sondern tragen auch dazu bei, dass wir ein Gespür für gewisse Dinge haben, und sie sind uns in ihrer Ursächlichkeit nicht immer bewusst.

Man kann die Erde in Bezug zum leeren Raum setzen, während man die Sonne in Bezug setzen kann mit dem Strahl, der als Licht durch den Raum fliesst. Erst mit der Sonne wurde der leere Raum, der an sich ein Potential darstellt, mit Leben und Bewegung angefüllt.

Opposition und Polarität

Steht ein Planet in einem Zeichen, so ist immer eine Opposition zu einem anderen Zeichen  gegeben. 

In dem durch den Planeten bereits betonten Zeichen finde ich das Helle, den Tag. Die bewusste Aufmerksamkeit konzentriert sich - im Vergleich mit dem gegenüberliegenden Zeichen - auf das durch den Planeten besetzte Zeichen. Denn da das andere Zeichen besetzt und damit betont ist, erhält das unbesetzte Zeichen zwangsläufig für den Horoskopeigner zunächst eine sehr geringe Bedeutung.

Dieses Zeichen, in dem der Planet steht, empfindet der Horoskopeigner als vertraut und er identifiziert sich mit den Eigenschaften des Zeichens. Das andere Zeichen ist ihm fremd wie die Nacht. Allenfalls kann das gegenüberliegende Zeichen eine gewisse Neugierde verursachen. 

Das Oppositionszeichen liefert ein Konglomerat von Eigenschaften, das unserer anvertrauten Haltung zunächst entgegengesetzt ist. Das gegenüberliegende Zeichen zu integrieren ist aber wichtig, um die Einseitigkeit zu überwinden, die in jedem durch einen Planeten besetzen Zeichen potentiell angelegt ist. 
In der Mitte der Zeichenopposition anzukommmen bedeutet, über diese Einseitigkeit hinaus zu wachsen, weil man die Eigenschaften des gegenüberliegenden Zeichens in den betreffenden Planeten (seinen Ausdruck des Zeichens) integriert.

Der Mensch sieht sich einer Welt von Einflüssen und Möglichkeiten ausgesetzt. Er muss nehmen und nutzten, was er hat und in sich vorfindet. Entscheidend ist, zu begreifen, dass die durch die Geburt gegebenen Betonungen im Radix nur einen Ansatz für den Weg darstellen.
Der Mensch kann über das, was in ihm einseitig betont ist, hinaus gehen und die ihm fremde Eigenschaften zu verstehen lernen, und schliesslich die Ganzheit nutzen lernen. So dass der Mensch jene Eigenschaften und Tugenden, die ihm noch fehlen, verwenden kann um noch besser zu seiner Selbstverwirklichung zu gelangen, und andererseits im Leben einen festen Stand zu gewinnen. Zwar sind jene Konstellationen, die man im Radix besitzt, jene, die für den Ausgangspunkt jeder Erfahrung sorgen und einen unabwendbaren Schwerpunkt der Erfahrungsdimension bedeuten - doch ohne die Integration auch gegensätzlicher Sichtweisen, wird man mit seinen Konstellationen immer wieder erleben, dass man gar nicht so solide und sicher auf seinen Ausgangspunkten steht.
Man findet im Oppositionszeichen eines Planeten stets die Ergänzung des Eigenen und den Weg zur Ausgewogenheit.
Ähnliches gilt auch für die anderen Kreuze, also die Zeichen, die im Quadratverhältnis zu dem betonten Zeichen liegen. Zum Beispiel wären die Zeichen im Kreuz für den Krebs: Steinbock, Waage und Widder: Alle diese Zeichen mehr oder weniger zu integrieren, helfen, die Einseitigkeit des Krebs zu überwinden. Das Oppositionszeichen ist am massgeblichsten.

Nun ist das alles noch viel eklatanter, wenn im Oppositionszeichen auch ein Planet steht. Hier geht es dann um verschiedene Aufgabenbereiche (Funktionen der Planeten), die aus unterschiedlicher Sicht (Zeichen) jeweils zur Mitte gebracht werden müssen. Beide Planeten verursachen meist bereits ein deutliches Thema, dem man Aufmerksamkeit schenken muss. Hier wird man merken, dass ein zufriedenes Leben erst erreicht werden kann, wenn man den jeweiligen Planeten zur Mitte bringt. Handelt es sich um einen Transsaturnier, der in Opposition steht, so sollte man generell das Haus des Transsaturniers und dessen Anforderungen oder Herausforderungen, mit dem persönlichen Planeten (also zB Mond, Venus, Mars, Saturn usw.) in Einklang bringen. Den Transsaturnier wird man auf Zeichenebene nicht erreichen können. 
Jedenfalls weist der persönliche Planet üblicherweise noch mehr eine Einseitigkeit in seinem Zeichen auf, wenn ihm gegenüber ein Transsaturnier steht.

Das gegenüberliegende Zeichen mit seinen Eigenschaften ist notwendig integriert zu werden, damit das durch den Planeten besetzte Zeichen erst zur vollen Blüte gelangen kann.

Ein Mond im Widder kann durch die Eigenschaften des gegenüberliegenden Waagezeichens entdecken, dass es zum Beispiel in sozialen Begegnungen wenig Sinn macht, vorwiegend ungestüm und aggressiv zu empfinden, und in anderen Menschen unbewusst eine Konkurrenz zu sehen. Das würde auch den Sinn sozialer Begegnung nicht entsprechen. Der Horoskopeigner könnte erkennen, dass es mehr Sinn macht, die direkte und handlungsorientierte Empfindung und Erlebensart (die sich mit Mond im Widder ergibt) in sozialen Kontexten in einer Weise zu nutzen, so dass die eigene Widder Energie konstruktiv genutzt wird.
Man könnte dann zum Beispiel mit seiner eigenen Direktheit (Widder) dazu beitragen, andere zu bewegen, mitzureissen, jedoch ohne dass die anderen sich dabei übergangen fühlen, denn dass man andere einfach übergeht in ihren Wünschen ist für das Widderzeichen oft typisch.

Ganz allgemein steht das gegenüberliegende Zeichen für jene Eigenschaften, die den Menschen ausgeglichener machen können, was besonders für den Mond gilt.

So zeigen die Waage Eigenschaften für den Widdermond einen möglichen Ausweg aus übertriebenen und unbewussten Verhaltensweisen. Wann immer für den Widdermond etwas bedrohlich wird, er also durch Widdereigenschaften übertrieben in Anspruch genommen wird, oder wenn irgendetwas seine Emotionen im Schach hält, findet er durch die Eigenschaften des Waagezeichens zur Ausgeglichenheit.

Mit dem gegenüberliegenden Zeichen kann er erkennen, dass er sich zu sehr in die ihm anvertrauten Eigenschaften begibt und sie für selbstverständlich hält, dass er also Gefangener seiner persönlichen Eigenart ist. Natürlich ist ein Planet im Zeichen auch ein Faktor, wie wir zur Sicherheit und Stabilität finden, es ist unser erster Handlungsschritt. Deshalb ist der Weg zu den konträren Eigenschaften immer ausgehend von dem betonten Zeichen vorzunehmen, und auch mit Mühe und Überwindung, beim Mond oft auch mit nötigem Loslassen verbunden - daraus resultiert aber schliesslich Gelassenheit, Ausgeglichenheit und innere Ruhe. Letztlich auch Lebensweisheit, da man die vielen Erfahrungen, die man gemacht hat, mit der Zeit jeweils aus verschiedenen Gesictspunkten zu betrachten gelernt hat.

Weitere Entsprechung der Tag- und Nachtsymbolik (Aussen-/Innenbezug)

Archetypisch oder strukturell gesehen, steht die obere Horoskophälfte im zodiakalen Häuserkreis für die Tageshälfte, ungeachtet der Besetzungen darin. Die untere Horoskophälfte (also die Häuser 1-6) steht für die Nachthälfte. Und weiterhin stehen weibliche Zeichen für die Nacht und Verwurzelung, und männliche Zeichen symbolisch für den Tag und das Streben. Beides hat seine Qualitäten, es gibt hier kein gut und böse. Weil es sich bei den Zeichen und Besetzungen der Quadranten eigentlich um Archetypen handelt, und wie bei den Geschlechtern Frau und Mann, kann man unmöglich sagen, der Nacht-Archetyp ist schlechter als der Tag-Archetyp. Allenfalls gibt es Vorlieben.

Diese Polaritäten von Nacht und Tag finden wir immer wieder. Die Mondknotenachse besteht aus zwei gegensätzlichen Polen, einem Pol entspricht die Verwurzelung in der Tiefe und Verfestigung, und der andere (der aufsteigende MK) dem Aufstreben und Verzweigung in die Höhe. 

Die AS/DS Achse entspricht dem Aufbruch aus der Dunkelheit des Ichs (AS) in die Erkenntnis des Du (DS), und ergänzend werden wir hier am DS uns selbst bewusst, weil die Begegnung mit der Welt (DS) unser eigenes Handeln (AS) spiegelt.

Die IC/MC Achse entspricht einem ähnlichen Aufbruch vom Sein (IC) zur (äußeren) Wirklichkeit - man kann vielleicht sogar von einer Spiegelung unseres (seelischen, psychischen) Seins (IC) in der Wirklichkeit einer Öffentlichkeit (MC) reden.
Sowohl beim IC und beim MC wird unsere Grundlage berührt. Mit dem MC erfahren wir unseren Stand im öffentlichen Wirken, und mit dem IC erfahren wir unseren Stand in uns selbst. Im öffentlichen Wirken (MC) sind wir mehr ausgesetzt der äußeren Wirklichkeit, und am IC sind wir uns selbst und unserer inneren Befindlichkeit ausgesetzt. Beides hat deutliche Analogien zwischen Sonne und Licht (MC), dort wo also Öffentlichkeit und Raum stattfinden, und Mond (IC) und dem Halt von Geborgenheit, was besonders dann ein Thema wird, wenn Planeten im vierten Haus oder am IC stehen. Gewissermaßen wie die Nacht, hüllt uns dieses Sein des IC's ein. 

Wir können in der Nacht nur einen begrenzten Raum um uns selbst herum wahrnehmen, wir sehen uns zwangsläufig  als Mittelpunkt - man vergleiche zwei Bilder: eines, in dem wir in Dunkelheit stehen oder sitzen, in der Nacht (AS). Und eines, in dem wir auf einem grossen Platz am hellichten Tage stehen und wir den Platz weit überblicken, so wie wir auch von weit her noch gesehen werden können (MC).

Wir finden direktläufige Planeten (Symbolik des Tags) und rückläufige Planeten (Nacht). Wir kennen Planeten als Morgenstern (entspricht symbolisch eher den Eigenschaften der Nacht, nicht etwa des Tages! Der Planet steht als Morgenstern hinter der Sonne, also im Schatten der Sonne).
Und wir kennen Planeten als Abendstern (Merkur mit Jungfrau-Qualität, Venus als Waage-Qualität sind Abendsterne; Beispiel: Sonne auf 5° Skorpion und Merkur auf 24° Skorpion: Merkur steht vor der Sonne und ist Abendstern). 

Wir kennen zunehmende Zyklen aller Aspekte (zunehmender Aspekt: der schnellere Planet bewegt sich hin zur Opposition mit dem langsameren Planeten). Solche Aspekte innerhalb des zunehmenden Zyklus entsprechen symbolisch dem Tag.
Und wir kennen abnehmende Zyklen (der Planet bewegt sich hin zur Konjunktion oder der Exaktheit eines anderen Aspektes), sie sind der Nacht-Qualität entspechend.

Planetenzyklen, sowie rechte und linke Aspekte

Der Sonne/Mondzyklus wurde bereits von Rudhyar als ein evolutionärer (d.h. schöpferischer) Ausdruck der Beziehung zwischen Sonne und Mond beschrieben:
Der Mond verkörpert als veränderliches Prinzip die Eigenschaft eines Mittlers zwischen der Sonne und der Erde. Er ermöglicht die Integration der Sonnenkraft, und steht mit seinen sich wandelnden Phasen einerseits für Integration und Aufnahme, andererseits für Zerstreuung und Ernte; der Zyklus bedeutet ein Wechselspiel zwischen Festhalten und Loslassen, wobei die Richtung beider Phasen des Zyklus massgeblich der aufstrebende Zyklus eines konstruktiven Aufbaus ergibt, selbst wenn es sich um eine abnehmende Phase handelt, bei dem das Alte nun vorbereitet wird, dem Neuen als Anfang zu dienen. Im Verlauf des zyklischen Prozesses wird sich das Alte zergliedern zwischen dem, was Basis für das Weitere wird, und dem, was auf diesem Weg überwunden und weiter verändert werden muss.

Zyklen

Jeder Planetenzyklus kennt zwei Richtungen: Die zunehmenden Phasen von der Konjunktion weg, und hin zur Opposition.
Und die abnehmenden Phasen von der Opposition weg hin zur Konjunktion. 
In der zunehmenden Phase drückt sich die Tagkraft aus. Es ist ein Prozess der Materialisation, die Motivation ist hier die Heranbildung von Kräften, des Prozesses nach dem Säen. Es wird. Vor allem das Neue wird hier gewagt, was natürlich nicht immer gut ist, sondern manchmal vielleicht auch Dinge in Bewegung setzt, die dann lange Zeit Probleme schaffen. 

Was wir gesät haben und zum Werden gebracht haben (Konjunktionsphase und zunehmende Phase), werden wir ernten und Verantwortung für übernehmen müssen (Vollmond und abnehmende Phase).

Ein Prozess, welcher in eine abnehmenden Phase eingebettet ist, hat durchaus eine analogische Ähnlichkeit mit der Symbolik der Nacht, denn man kann die abnehmende Phase auch als eine Phase des Sterbens symbolisieren, des Leerwerdens. Der Vorbereitung auf eine neue Ebene. Die abnehmende Phase hat die Charakteristik der Anpassung (an Bedingungen des betreffenden Geschehens). Bedingungen entstehen aus der Verwobenheit mit dem Leben. Die Bedingungen einer Pflanze an einem bestimmten Standort werden anders erfahren, als für eine andere Pflanze. Die Bedingungen bestehen in einer Wechselwirkung zwischen Anlagen und Einflüssen der Umgebung. Und in der abnehmenden Phase geht es zum Teil um die Anpassung an diese Einflüsse, wenn die Anpassungsleistung nicht möglich ist, dann erzeugt das eine Krise. Eine Wüstenpflanze kann sich nicht an das Regenwaldklima anpassen, wohl aber an eine hunderttätige Trockenheit. Wie die Bedingungen auch sein mögen, an die man sich anpassen kann (sofern es möglich ist), geht es natürlich wesentlich um eine Funktion, die das bereit stellt und ermöglicht.

Aber viel mehr noch geht es auch um das Ernten: es zeigt sich, "was war" und "geworden ist": im abnehmenden Zyklus wird aus dem Vorhandenen (das ist gleich dem bei Vollmond erreichten Zustand eines Prozesses, geleitet durch jenen vollbringenden Impuls des zunehmenden Mondes) getan, gemacht und Energie eingesetzt, ausstrukturiert und -gerichtet, um die Energien oder schöpferischen Ideen (des Vollmondes) hin zu einer Verwertung zu überführen, damit es zur Funktion kommt, eingesetzt werden kann.
Und jetzt in dieser abnehmenden Phase wird die Kraft (der Impuls, das Thema) eingesetzt,  weiterentwickelt, auch verändert; es zeigt sich dabei, was die Wirkungen dieser Kraft sind, die vorher in der zunehmenden Phase aufgebaut wurde.
Oft muss man jetzt das ernten, was man gesät hat, muss es zu einem weiteren Zweck (nächster Neumond) verbinden, abändern oder einsetzen und die Funktion nutzen, die das Ganze haben soll.
Man kann andererseits sich leichter frei machen. Man baut Bedingungen ab oder passt (sich) an an Bedingungen.
Hier neigt man auch dazu, das, was die Vergangenheit bereits etablierte, und was tragfähig ist, weiter auszubauen, nicht nach aussen, aber in seiner Funktion. Man erweitert hier nichts nach aussen, aber man erweitert es in der existierenden Funktion. Wenn etwas keine tragfähige Funktion inne hat, dann wird es eben weiter zu einem nächsten Schritt gebracht und für das Weitere vorbereitet (nächste Konjunktionsphase). Indem gewisse Dinge endgültig sich zeigen, was sie tun, weil sie der Zeit standhalten, kann erkannt werden, was jetzt notwendig ist. Viel Spielraum ist hier nicht, allenfalls lässt sich innerhalb eines gewissen Rahmens etwas auswählen. Es ist wie ein Blatt, das vom Baum fallen muss, es kann sich nur noch ergeben, wo es hinfällt.

Man sieht in dieser abnehmenden Phase, was eine Sache bewirken und anrichten kann, die sich in der zunehmenden Phase entwickelt hat. Es entsteht aus der Bedeutung des Vollmondes und der darauf folgenden abnehmenden Phase ein weiterer Prozess der Auseinandersetzung, der sich von der zunehmenden Phase darin unterscheidet, dass der zunehmende Impuls (der zunehmenden Phase) die Auseinandersetzung mit einem Hineingreifen in den Raum bedeutet, was ganz andere Konfrontrationen beinhaltet. in der zunehmenden Phase wird gestaltet, aufgebaut, die Richtung des Neuen oder eines Besonderen bestimmt. Während der abnehmende Impuls ein Konkretisieren bedeutet, wobei die Konfrontation mehr auf die Sache selbst bezogen ist. Beeinflusst.
Insofern ist der zunehmende Impuls dadurch gekennzeichnet, dass die Interaktion aktiv zugehend auf bestehende Verhältnisse gerichtet ist, um eine Sache energisch oder mit Einsatz voranzutreiben, wobei der soziale Faktor meist als Opposition beschrieben werden kann: weil neue Ideen (das, was zum Vollmond zur Bedeutung gelangen soll) immer erst konfrontieren oder solche Konfrontationen auslösen. In der abnehmenden Phase nach Vollmond wird nun viel mehr offenbart, was der Zeit standhält, aus welcher Einsicht sich jene Dinge formen und ihren Platz oder Funktion in einer geeigneten und anlagemässig möglichen Weise einnehmen, die für die Zeit und die Sache auch geeignet sind, die der Zeit standhalten. Was ein Konkretisieren dessen bedeutet, was für die Leute und das Leben massgeblich sein kann, was also sprichwörtlich überhaupt machbar ist, freilich und ganz wichtig: je nach Sache (die Sache ist hier natürlich zentral; gemeint ist jene Sache des gewordenen Impulses; die äußeren Bedingungen sind aber nun auch bestimmender). In der abnehmenden Phase geht es nicht um Beeinflussung, sondern mehr und elementar um Anpassung des Geleisteten an die Bedingungen, die dieses Geschaffene selbst erbracht hat hinsichtlich der Umgebung und den Anforderungen der allgemeinen Zeit (der Vergänglichkeit). 

Die zunehmende Phase wirkt nach Außen und strömt nach außen, die abnehmende Phase orientiert sich nun aufgrund der Erfahrung des Innen oder Innerlichen. Äußere Reize verursachen im Grunde die Erfahrung, was etwas ist. In der zunehmenden Phase bestand noch die geringe Freiheit, zu bestimmten, was werden soll. Also geht es bei beiden Phasen grundsätzlich um Außen (zunehmend) und Innen (abnehmend). Aktion und Reaktion.

In der zunehmenden Phase (d.h. hin zu einer Opposition eines Zyklus) bedeutet der Prozess, was massgeblich sein soll, es bedeutet eine Zeit der Aussaat, des WERDENS, hier wird bezweckt, zur Erscheinung gedrängt. Es ist egal wer der Akteur ist, denn einen "Agenten" (im Sinne von Impulsgeber) wird es sowieso geben. Es ist bedeutend, was er tut oder tun muss (gebunden an die Zeit des Zyklus). Die zunehmende Phase bedeutet ebenso eine Phase des Wachstums: etwas formulieren, kristallisieren; - und um dem Impuls des Neuen eine Struktur zu geben, nährt man eine Idee, treibt sie an. Hier wird das "Licht", das kündet, geboren. Etwas baut sich auf. Da es neu ist, kann es Reibungen mit der Umgebung verursachen, oder mit dem Bestehenden.
In diesem zunehmenden oder aufbauenden Zyklus wird man tendenziell leicht zu einem Plan kommen, einer Idee folgen, oder eine folgerichtige Notwendigkeit erkennen, aus der Absicht zu manifestieren, um den Preis einer eventuellen Zwanghaftigkeit, die sich subtil in der Psyche oder abstrakt im Geiste ergeben kann. Offenbart wird jedoch nocht nichts Konkretes, aber Richtungen eingeschlagen. Man will mit seinem Willen den Durchbruch erzwingen und Dinge in eine Richtung bringen. 

Musikalisch steht der Durcharakter und der Dollklang in Bezug zum ausgießenden Prinzip der zunehmenden Zyklushälfte (oder dem Tag: was soll sich zeigen), und der Mollcharakter und der Mollklang in Bezug zum nach innen gewendeten Prinzip des abnehmenden Zyklus (oder der Nacht: was ergibt sich daraus). In der Nacht liegt symbolisch die Unsicherheit des gewordenen Seienden, während der Impuls der Tagkraft voll von Überzeugung stattfindet und die Sicherheit sich sozusagen kompensativ aus dieser Überzeugung nährt: dass Leben wächst und wird.

Der Mond in seinem Zyklus (Sonne/-Mondzyklus)

Ein Mond in der zunehmenden Phase hat eine deutlich andere Grundorientierung als wie der abnehmende Mond, man könnte es aus der Sonnensicht auch "Philosophie der Wirkrichtung" nennen. Der Impuls steigt an, um etwas aufzubauen, zu integrieren.
Die zunehmende Phase baut auf und strebt einem Ziel zu, während die abnehmende Phase abbaut und loslässt. In der abnehmenden Phase zeigt sich, was sich in ihm oder durch ihn realisiert hat und nun als Ernte oder Anwendung zur Verfügung steht (der Vollmond bildet den Brennpunkt der Präsentation, wo die Inhalte des Impulses gezeigt werden). In der zunehmenden Phase soll Bedeutung geschaffen werden, die in der abnehmenden Phase umgesetzt oder angewendet wird, soll verbreitet, zerstreut, abgelegt werden, zum Zwecke der Weiterentwicklung einer darauf folgenden neuen Bedeutung (im neuen Zyklus).

Der Zyklus des Mondes ergibt sich aus seinem Bezug zur Sonne. Steht der Mond der Sonne voraus, befindet er sich in der zunehmenden Phase, und trägt die mentale Grundorientierung in sich, die ihm die Sonne während des Neumondes verliehen hat.
Dieser Mond will aus der Sonne heraus leben, er will sich bzw. das Selbst (die Sonne) ausdrücken - er steht in Bezug zur Sonne, und will etwas neues oder eigenes (Sonne) schöpfen oder mit der Zeit (d.h. die bestehenden Umstände, aktuelle Moden und soziale Kontexte) gehen, und dabei möglichst optimal mitschwingen und in Schwingung bringen. Der Impuls ist aufbauend, eine Integration findet statt. Der Mond der zunehmenden Phase versucht objektiv zu sein, doch ist diese Objektivität nur eine Sichtweise der Sonne.
Wenn man einen anderen, neutralen Standpunkt einnimmt, ist es sogar ein sehr subjektiver Impuls (man mag fast sagen egoistisch im neutralen Sinne), und der abnehmende Mond wäre ein objektiver Impuls, da bei ihm gar nichts anderes getan werden kann, als wie der Mond in der abnehmenden Phase tun muss, er ist mehr sich selbst. 

Befindet sich der Mond hinter der Sonne, ist er im abnehmenden Zyklus, da ist der Mond gewissermaßen authentischer, wenn man diese Authentizität auf das Prinzip des Mondes bezieht, weil er nur auf sich und die Urgründe des Seins als Individuum bezogen ist, ohne den Anspruch des Wirkens hinsichtlich offener, weltlicher oder sozialer Kontexte (Sonne). Dieser Mond ist ähnlich dem Individuum, das sich in seinen Wurzeln erlebt. Zwar beruhen diese Wurzeln auf Prägung und Herkunft - dennoch: der Bezug des Mondes geht zur eigenen Individualität, weitgehend frei von dem Einbezug eines sozialen oder kulturellen Kontextes, denn nachdem man geworden ist, geht es darum, sich ständiger Bewegung auszusetzen. Dafür  steht der abnehmende Mond, dass die Wurzeln befreit werden von der Vergangenheit des vorher Gewirkten, um sich neuen Impulsen zu öffnen. Dieser Mond kann auch weiterführen, aber muss eine neue Position zu dem vorher Gewirkten einnehmen, die Zeit wandelt und damit auch die nötige Handhabung alles Gewordenen. Er ist aber auch bedürftiger, als der zunehmende Mond. Das Bedürfnis des abnehmenden Mondes ist vor allem Eindrücke zu erhalten. Sein Hauptanliegen ist der Eindruck. Er erkennt, was geerntet werden kann und Bedeutung hat. Aus einem gewissen Blickwinkel ist der Mond in der abnehmenden Phase subjektiv, aberWeitere Beispiele: auch ungezwungener, freier, er ist reines Werkzeug und damit aus einem neutralen Standpunkt gesehen objektiver. Er trägt keinen Impuls, sondern ist Werkzeug, diesen Impuls zu überarbeiten, anzuwenden, anzuordnen oder loszulassen.

Diese beiden Zyklen, abnehmend und zunehmend, kann man zwischen allen Planetenpaaren erkennen. Die Bedeutung ist aber in der Regel bei den übrigen Planetenzyklen (Planetenpaaren) nicht ganz von dem Sonne-/Mondzyklus übertragbar.

Eine Besonderheit:
Stellungen der Planeten in Bezug zur Sonne (statisch)

Es gibt eine Besonderheit, die mit dem Gesichtspunkt der Sonne als zentrales Gestirn zusammenhängt. Dies bringt detaillierte Möglichkeiten einer Deutung mit sich.

In der Regel sind alle Planeten, die vor der Sonne stehen, anders gepolt, als wie Planeten, die hinter der Sonne stehen. Hierbei dreht es sich nicht um eine Eigenschaft von Zyklen sondern um eine statische oder räumliche Qualität. 

Beispielhoroskop

Beispielgrafik:
Hier ist Merkur auf 13° Fische hinter der Sonne und auch Venus auf 29° Wassermann steht hinter der Sonne.
Planeten stünden hier hinter der Sonne, wenn sie zwischen 10°51 Widder und 10°51 Waage stünden. 

Der Mond auf 28° Widder steht vor der Sonne und auch Jupiter steht vor der Sonne. Ebenso Mars auf 8° Stier.

Saturn auf 23° Waage steht theoretisch und faktisch hinter der Sonne, mit anderen Worten bereits nach der exakten Opposition, ungeachtet ob diese auch erneut gebildet wird, da hier Saturn rückläufig auf die erneute Opposition zugehen wird - es geht hier nur um diesen "räumlichen und statischen Gesichtspunkt" ohne zeitlichen Verlauf, deswegen bleibt eine Rückläufigkeit in dieser Betrachtungsperspektive unbeachtet. Nur die Bewegungsrichtung der Sonne entscheidet - statisch betrachtet - ob ein Planet vor oder hinter ihr steht! 

Dieser Sachverhalt ergibt sich allein aus dem Bezug auf die Sonne, die als Zentralgestirn des Sonnensystems und des Bewusstseins stets eine besondere Rolle einnimmt (wir auf Erden sind der Mittelpunkt der Betrachtung des Himmels, aber der betrachtete Himmel als solcher kennt nur die Sonne als Zentralgestirn).
Der Sachverhalt wurde bereits vom Astrologen Sorge in etwas anderer Hinsicht geschildert und mit einer Sinuskurve ausgehend von der Sonnenposition beschrieben: Die Sinuskurve beginnt bei 0, führt zu einem Anstieg in einen gedachten Plus-Bereich (-), um dann gegenüber der Sonne wieder auf 0 zu führen und dann über einen Abstieg in einen gedachten Minus-Bereich am Ende wieder bei 0 (Sonne) angelangt zu sein. Was analog ist mit den erwähnten Sonne- und Nachtbezügen (ein Planet vor der Sonne, also auf die Sonne zugehend, steht in einem symblischen Nachtbereich).

Aus diesem Gesichtspunkt der Sonne stehen Planeten also grundsätzlich im Licht oder im Schatten der Sonne. Es ist dies eine raumbezogene Deutungsart. Sie ist statisch zu nennen, weil es egal ist, ob zB ein Planet rückläufig ist.

Es ist dieselbe Ebene, aus welcher sich auch die Qualitäten des Abendstern und Morgenstern von Merkur und Venus ergeben. Aber dieses Prinzip lässt sich auch auf andere Planeten übertragen.

Die Ausprägung des Unterschieds zwischen "hinter der Sonne" und "vor der Sonne" werden umso deutlicher, je näher der Planet in der Quadratachse zur Sonne steht, in anderen Worten, umso weiter die Planeten sowohl von der Konjunktion als auch der Opposition mit der Sonne entfernt stehen (der Mars zeigt also etwas deutlicher jene symbolischen Ausprägungen einer Abendstern Qualität, als wie der Mond in diesem Beispiel). 

Natürlich darf man die Abendstern Qualitäten nicht in direkter Verbindung mit den bekannten Abendsternen Merkur und Venus in Verbindung bringen, ich wähle diesen Begriff Abendstern nur wegen der Ermangelung besserer Begriffe und nur an dieser Stelle zur Veranschaulichung, d.h. die Wirkungsweise eines Planeten vor der Sonne ist ähnlich wie bei der Venus oder dem Merkur vor der Sonne (Venus und Merkur betrachtet man als Abendstern oder Morgenstern, je nach dem, wie sie in Bezug zur Sonne stehen; vor der Sonne sind sie Morgenstern, das verweist sogar symbolisch auf das "Licht der Sonne").

Ausserdem wirken diese beiden möglichen Stellungsmerkmale (hinter und vor der Sonne) viel mehr beim Mond, Venus und Merkur.
Bei Mars, Jupiter und Saturn (und den Transsaturnier) findet man zwar eine ähnliche Grundanlage, je nachdem ob sie vor oder hinter der Sonne stehen - nur etwas schwächer ausgeprägt.

Was heisst dies nun? Einen Planet hinter der Sonne kann man mit den Qualitäten der Morgenstern-Venus, und des Morgenstern-Merkurs versuchen zu beschreiben, die zB eine Gemeinsamkeit der symbolischen Vereinzelung und Haltlosigkeit aufweisen, sie sind damit individuellerer Natur und gelten als etwas "materialistischer", sind männlicher, sie sind selbstbezogener und leben aus dem Bezug heraus, den man auf sich selbst aufstellt.
Vor der Sonne stehen die Planeten etwas mehr eingebunden in grössere Kontexte, ob sozialer oder philosophischer Natur, und gelten als etwas idealistischer, weiblicher, eben ähnlich wie die Gemeinsamkeiten zwischen Abendstern Venus und Abendstern Merkur.

Bei Planeten vor der Sonne ist man abhängig von Rückwirkungen mit der Welt und sozialen Kontexen, bei Planeten hinter der Sonne ist man abhängig von eigener Bedeutung, die man sich selbst gibt.

Solche Planeten die der Sonne voraus sind (bis zur Achse der Opposition), tragen noch mehr den Willen in sich, etwas in die Welt hinein zu manifestieren (analog der weiblichen Schöpferkraft, die aber ein wenig in das Licht der Sonne gestellt ist, also nicht ganz dem Archetypus des Weiblichen entspricht!).
Planeten, die hinter der Sonne stehen, unterstützen nicht so sehr die Manifestation und das "Zubereiten von Erfahrungen mit der Welt" (Veräußerlichung), als wie sie vielmehr den Impuls zur "Selbsterfahrung und zum Verdauen von Erfahrungen" mit sich bringen (Verinnerlichung). 

Diese Impulse wirken ergänzend zu den sonstigen Konstellationen des Radix. 

Alles dies hat nicht nur einen symbolischen Hintergrund, sondern astrologische Wirksamkeit, nämlich ob die Planeten vor oder hinter der Sonne stehen. Und es steht offensichtlich in einem direkten Zusammenhang mit der Fliessrichtung der Energien im Horoskop bzw. der Vorwärtsbewegung der Planeten durch den Tierkreis (ungeachtet der Phasen einer Rückläufigkeit oder wie sich die Planeten im zeitlichen Fortlauf noch bewegen werden).
Rudhyar beschränkte sich auf die zyklischen Bezugspunkte der Planeten, und verwarf die statischen Bezugspunkte, was meiner Meinung nach seine persönliche Sichtweise darstellt als Reaktion auf eine vorhergehende Einseitigkeit der Betrachtung seiner Zeit, die sich nämlich ausschliesslich auf statische Betrachtungen versteifte, und keinen zyklischen Unterschied machte - überhaupt nicht stimmig ist aber seine indirekte Annahme, dass diese statischen Bezugspunkte überhaupt keine Deutung erlauben würden. Meines Erachtens nach kann keine Rede davon sein, dass die Astrologie wegen dieser Nichtbeachtung weniger lebendig wäre, wie es Rudhyar formulierte. Sie wird nur genauer, mit der Beachtung dieser zyklischen Besonderheiten. Das Lebendige, das Rudhyar meint, ist aber tatsächlich am besten mit dem lebendigen Wechselspiel der Rythmen und Zyklen zu beschreiben.   

Linke und rechte Aspekte

Es scheint,  dass auch die Aspektbildung zwischen allen Planeten aus diesem Blickwinkel der Fliessrichtung von Energien verstanden wereden kann. Gemeint ist der Tierkreissinn, also die normale Fliessrichtung der Energien und Bewegungsrichtung der Planeten.

Die klassische Astrologie und Frank Felber spricht hier von linken und rechten Aspekten. 

Dies ist nun etwas kompliziert zu bestimmen, wenn man sich da nicht einer gewissen Vorstellung bedient, die zugleich auch erklären mag, wie die unterschiedliche Wirkung von rechten oder linken Aspekten zustande kommt.

Man muss den Tierkreis denken, wie er zyklisch verläuft, das heisst, alle Planeten wandern in eine Richtung durch den Tierkreis (abgesehen von Rückläufigkeiten, die wir hier aber ausser Acht lassen!). 

Wenn ein Quadrat zwischen zwei Planeten gebildet ist, gibt es zwei Möglichkeiten, zu welchen Zeichen der Planet das Quadrat bildet. Links von ihm, oder rechts von ihm. 

Wo liegt aber rechts und links, wie definieren wir links oder rechts? 

Es bleiben wohl nur einige Tricks, die wir anwenden, um das einwandfrei zu bestimmen.
Zum Beispiel stelle ich mich einfach auf das Zeichen und blicke in die Mitte des Radix (Mittelpunkt). Wenn ich einen Planeten in Jungfrau habe, kann er zu einem anderen Planeten in Schütze ein Quadrat bilden, dann ist es ein rechtes Quadrat, dass der Planet in Jungfrau bildet.
Von dem Planeten in Schütze aus gesehen, ist es ein linkes Quadrat. Das darf man nicht verwechseln: Man betrachtet immer einen Planeten, der in Bezug zum Aspekt eine besondere Stellung aufweist (einen rechten oder linken Aspekt bildet) - automatisch kann der andere Planet dann nicht dieselbe Art des Aspektes bilden. Das heisst, ich kann keinen eigentlichen Aspekt, zBn ein Quadrat als rechten oder linken definieren, sondern nur einen Planeten, der einen rechten oder linken Aspekt bildet! Denn je nach Standunkt (der beteiligten Planeten) wird es ein rechter oder linker Aspekt sein.

Es erleichtert die Vorstellung, wenn man weiss, dass es hierbei auf den Abstand oder Positionn der Zeichen ankommt, gemessen an der Bewegungsrichtung im Tierkreissinn (der theoretische zyklische Fortlauf und Abfolge der Zeichen)! 

Jungfrau und Schütze können entweder zwei ganze Zeichen zwischen sich haben, oder aber acht ganze Zeichen. Und das ist nur deswegen so, weil es hier um die Bewegungsrichtung der Planeten durch den Tierkreis geht. Man geht nur in eine Richtung, daher gibt es zwei verschiedene Abstände, die bei einem Quadrat und jedem anderen Aspekt gebildet sein können. 

Ein Planet hat gewisse Zeichen schon durchwandert, oder steht noch davor. Bleiben wir beim Beispiel mit dem Planeten in Jungfrau. Dieser Planet steht im rechten Aspekt zum anderen Planeten im Schütze, und der Planet in Jungfrau hat die Zeichen noch vor sich, die der andere Planet bereits durchwandert hat.
Der Planet im rechten Aspekt wird auch als dominant gegenüber dem anderen Planeten erachtet. Wenn man sich an die applikativen Aspekte erinnert, ist es eine ähnliche Wirkung. Auch bei den applikativen Aspekten (wenn ein Aspekt also noch exakt wird) gibt es eine stärkere Wirkung, als wenn der Aspekt bereits separativ ist. In beiden Fällen laufen Energien zuammen, bezogen auf rechte Aspekte ist eine Energie dominant, nämlich die, die auf die andere gewissermassen zuläuft.

Wir sehen bei den rechten Aspekten, dass der Planet, der theoretisch noch das Zeichen des anderen Planeten erreichen wird, all die Zeichen noch einmal berührt, die der andere vor ihm stehende Planet bereits durchschritten hat - anders gesagt, weil diese im Tierkreissinn noch vor ihm liegen.

Es ist egal wie die Umlaufgeschwindigkeiten reell beschaffen sind; denn eigentlich geht es hier nur um einen Raumbezug bei dieser Art der Aspektbetrachtung - sprich: wie die Stellungen der Planeten in den zyklischen Ablauf der Zeichen sich untereinander fügen.

Man könnte bildlich oder analogisch sagen, dass der Planet im rechten Aspekt das letzte Wort hat und bestimmt, wie sich der andere Planet zu orientieren hat.

Wenn man einen Aspekt hat, gibt es zwei Planeten, zwei Positionen. 

Weitere Beispiele:

Die Wirkung des Planeten, der den anderen dominiert, ist beinahe folgerichtig aus der Anschauung zu bilden, wie dieser Planet noch die Zeichen durchwandern wird, die der andere Planet bereits durchschritten  hat. Der Planet im rechten Aspekt setzt seine Impulse auf den anderen Planeten frei. Der Planet im linken Aspekt nimmt diese Impulse auf. Das bedeutet also etwas verschiedenes, wenn Saturn zu Merkur einen rechten Aspekt bildet, oder Merkur zu Saturn einen rechten Aspekt! 

Hierbei kommt eine weitere Besonderheit zur Geltung, die nun die einfache Umlaufgeschwindigkeit betrifft. Merkur kann nicht wirklich bestimmen, was Saturn bedingt. Weil er vom Rang (Umlaufgeschwindigkeit) nicht höher gestellt ist (die schneller laufenden Planeten werden stets und grundsätzlich innerhalb eines Aspektes von den langsameren dominiert).
Man kann sagen, dass in diesem Fall eines rechten Aspektes von Merkur auf Saturn, Merkur etwas mehr Freiheit erhält, mit Saturn Themen umzugehen. Als wenn Saturn einen rechten Aspekt auf Merkur bildet, dann wäre nämlich Saturn einschränkend auf Merkur.
Würde Merkur einen rechten Aspekt zum (schneller laufenden) Mond bilden, wäre Merkurs Einflussbereich dagegen freilich grösser; deuten könnte man es so, dass Verstand und Intellekt über die Emotionen herrschen wollen (was natürlich auch problematisch sein kann!). 

Es ergeben sich viele Details, die man in der Horoskopdeutung berücksichtigen kann. Zum Beispiel dürfte das Denken durch Launen empfindlicher gestört werden, wenn der Mond ein rechtes Quadrat zum Merkur bildet.

Ausgerichtet oder geeicht wird diese Besonderheit offenbar durch die natürliche Bewegunsrichtung der Planeten im Zodiak, denn daraus ergibt sich die Dominanz des rechten Aspektes. Wie gesagt, bei rechten und linken Aspekten spielt es keine Rolle, wie sich die Planeten real bewegen werden. Die rechten und linken Aspekte können nicht besonders mit applikativen oder separativen Aspekten verglichen werden (obige Erwähnung diente nur der Veranschaulichung und eines sehr vagen Vergleichs). 

Es gibt also sehr viele Deutungsebenen und Betrachtungsweisen der Verhältnisse und Zyklen von Planeten und vieles scheint sich zu widersprechen und man ist gut beraten, die Übersicht zu behalten. Denn es handelt sich um keine Widersprüche, sondern um verschiedene Ebenen, Perspektiven, Schichten.  

Man sieht also, es gibt mindestens drei Möglichkeiten, sowohl den zyklischen Verlauf von Planeten zu betrachten, als auch ihre Stellung zueinander, wobei streng genommen zwei  nur "raumbezogen" sind.

1. "Zeitbezogene" Verhältnisse; analog dem Sonne/Mond Zyklus und andere synodische Zyklen; zwei Planeten in ihrem zyklischen Verlauf von Konjunktion über Opposition hin zur erneuten Konjunktion; das sind zunehmende und abnehmende Phasen, daraus folgt dann die Betrachtung von zunehmenden Aspekten und abnehmenden Aspekten
Konjunktion und Opposition sind die zyklischen Hauptpunkte und bedeuten jeder für sich eine besondere Wirkung der Kraft der beiden Planeten: das Thema erscheint an beiden Punkten zugespitzt (was synodische Zyklen der Planeten angeht, beim Mond ist die Zuspitzung bei Neumond nicht sehr deutlich, sondern allein beim Vollmond). Eine Opposition ähnelt in seiner Bedeutung innerhalb des Zyklus durchaus einer Konjunktion, nur sind die Kräfte polar gegenübergestellt, und nicht wie bei der Konjunktion vereint. Bei der Opposition wird deutlich gemacht, dass man dem Thema nicht ausweichen kann, und dieser Umstand zwischen zwei beliebigen Planeten bedeutet eine Ähnlichkeit mit dem Vollmond, wo der schöpferische Impuls der Sonne sichtbar ins Licht tritt.
Es geht um Synthese. Das ist der Sinn eines Zyklus.

2. "Raumbezogene" Verhältnisse zwischen den Planeten - ungeachtet des realen zeitlichen Fortlaufs der Planeten (gemäß ihrer unterschiedlichen Geschwindigkeit). Und zwar hinsichtlich des Flußes der Energien im Tierkreis, was von der klassischen Astrologie und anderen Astrologen rechter und linker Aspekt genannt wird, und in Bezug zu allen Planetenaspekten anwendbar ist.

3. "Raumbezogene" Verhältnisse der Planeten allein in Bezug zur Sonne. Hier ist die Deutungsart, dass man nur zwischen Tagsymbolik (Planeten vor der Sonne) und Nachtsymbolik (Planeten hinter der Sonne) unterscheidet: also ein rechter und linker Aspekt ist hier überhaupt nicht gemeint, weil hier die Deutungsperspektive allein auf die Verhältnisse zwischen Sonne und den anderen Planeten gerichtet ist. Man muss das eine vom anderen deutlich unterscheiden.
Auch dies hat eine Besonderheit, die durchaus deutlich genug und offensichtlich wird. Ablesbar beispielhaft an der Venus und am Merkur als Morgen- oder Abendstern. 

Theoretisch kann ein rechter Aspekt gebildet sein, bei dem gleichzeitig durch die Umlaufgeschwindigkeiten der Planeten (im zyklischen und synodischen Verlauf) ein zweiter färbender Einfluss beigetragen wird:
Zum Beispiel beim Mond auf 20° Zwillinge und Chiron auf 20° Fische handelt es sich um ein  rechtes Quadrat des Chirons. Es ist gleichzeitig im Sinne des synodischen Zyklus ein zunehmendes Quadrat (der Mond wandert im zeitlichen Verlauf hin zur Opposition). 

Es ist also nicht dasselbe. Rechte und linke Aspekte handeln davon, wie die beiden Planeten aufeinander einwirken (Dominanz), der Zyklus andererseits bildet eine grundlegende Wirkung gemäß der Symbolik von abnehmenden und zunehmenden Phasen, was sich aus der tatsächlichen Bewegungsrichtung der Planeten innerhalb eines Zyklus zwischen zwei Paneten  ergibt (synodische Zyklen).

Massgeblich für die Betrachtung eines synodischen Zyklus ist der Anfang (von der Konjunktion ausgehend), die Mitte (hin zur Opposition), und das Ende (eneute Konjunktion). 

Abnehmende und zunehmende Zyklen

Das symbolische Sterben hat nicht zum Ziel, etwas zu beenden, sondern zu vollenden und auf einer neuen Ebene weiterzuführen. Der Abschluß von etwas Altem dient der Vorbereitung für einen neuen Zyklus. 

Die Motivation ist in der abnehmenden Phase neben anderem eine Individualisierung, Nutzbarmachung und Vereinzelung im Gegensatz zu der zunehmenden Phase, die durch Verzweigung und Verdichtung  gekennzeichnet ist: Integration des bisher Aufgebauten in weitere Zusammenhänge.  Integration zu leisten, bedeutet immer eine Krise, man sieht das beim aufsteigenden Mondknoten: dort muss die Integrationsleistung erst noch erbracht werden, und der Eindruck des Neulandes entsteht, weil eben die Kräfte noch nicht integriert sind. 

Eine Krise bedeutet nicht grundsätzlich ein tragisches Schicksal; das Wort Krise bezeichnet ursprünglich die Meinung, Beurteilung, Entscheidung (später mehr im Sinne von die Zuspitzung). Krise bezeichnet eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation: etwas muss jetzt entschieden werden, und es kann sich auch von selbst entscheiden - was wir aber meist bei einer Krise eben verhindern wollen. Wir wollen noch die Richtung bestimmen oder uns dieser Richtung fügen, nämlich durch eine eigene Bejahung des neuen Weges, was dann sozusagen die Integration eines Wendepunktes bedeutet (siehe Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Krise). 

Es kann bei einer zunehmenden Phase eines Zyklus darum gehen, die eigene Kraft, den eigenen Impuls, und eigenen Willen in einen konstruktiven Zusammenhang mit sozialen und weltlichen Bedingungen zu bringen (=Integration). Meist geschieht das, indem die Bedingungen beeinflusst werden oder ein Mittelweg zwischen eigenen und äußeren Bedingungen gefunden wird.
Bei der zunehmenden Phase geht es vielmehr darum, diese äusseren Bedingungen durch einen eigenen Impuls zu bereichern. Günstigenfalls handelt es sich um Bereicherung der äusseren Begebenheiten durch unseren Impuls, wozu auch eine Sache gehören kann, mit der wir uns beschäftigen.  Ungünstigenfalls stören wir, oder verschaffen bloß den egozentrischen oder egoistischen Neigungen zum Ausdruck ohne Besonderes zu bewirken. 

Dann muss in der abnehmenden Phase, nach der Opposition, unser Impuls fruchtlos zurücktreten, wollen wir nicht vollends an uns selbst scheitern. Dies aber kann dann den neuen Zyklus vorbereiten, indem wir geklärt haben, was uns lange Zeit aufhielt oder fruchtlos beschäftigte. Dabei erweisen sich also die beiden Phasen des Zyklus auch als Prozess von Versuch (zunehmend) und Irrtum (abnehmend). Zuerst versuchen wir, dann stellen wir den Irrtum fest und müssen den Irrtum akzeptieren - sonst stagnieren wir, stauen wir und nähren das Falsche weiter und wir wiederholen uns ohne zu wachsen und zu reifen.

Wenn wir fruchtbringende Impulse während der zunehmenden Phase setzen, dann dient uns die Aufarbeitung in der abnehmenden Phase einer Vorbereitung für die nächste Phase des neuen Zyklus, und zwar auf einer höhren Ebene. Wir machen Erkenntnisse, und schreiten voran und es gibt immer etwas, was wir anpassen, verbessern oder noch erweitern können - sei es ein Wissen, ein Handwerk oder irgendeine Angelegenheit des Seins.

Alle Phasen, also das Ganze zusammen genommen, ergibt die Evolution von Kräften - was in einem wechselnden Prozess von Wachstum eingebettet ist, in dem der Tod und die Absonderung ebenso eine Funktion hat, wie das Wachsen und Ausschütten von Kräften, weil in beiden Prozessen eines jeden Zyklus zB Erfahrung gesammelt und verdaut wird. 

Beide Phasen eines Zyklus sind irgendwann im Verlauf des Lebens oder einer Sache notwendig.

Das Gute und das Schlechte

Es ist keine Wertung mit Positiv - Negativ, Gut - Schlecht gemeint, sondern Veranschaulichung.
Ausserdem wird jeder Mensch schon mit seinem Gewissen meinen können, dass gewisse Eigenschaften erstrebenswert sind, und andere nicht. 

Es wäre nicht pragmatisch, die Verwendung von solchen Begriffen wie "schlecht", "schwierig", "problematisch" zu vermeiden, weil man vielleicht Bedenken hat, einen fatalistischen Eindruck gewisser Horoskopstellungen zu erwecken.

Die Erfahrung zeigt, dass manche (typischen) Konstellationen einfach von der Tendenz her oft als problematisch erlebt werden. Ein Quadrat wirkt eben anders, und bringt mehr Aufgaben und Dinge mit sich, die man berücksichtigen muss, als wie es bei einem Sextil der Fall wäre. 

Allerdings geht es auch darum, aufzuzeigen, welches Potential diese Spannungen haben können. Das aber ist unabhängig davon, ob man diese Begriffe gut/schlecht verwendet. Spricht man von guten Quadraten meint man ja unbewusst: Naja, da brauche ich also nichts mehr tun. Spricht man von schlechten Quadraten meint man vielleicht: Naja, damit beschäftige ich mich dann lieber nicht, weil ich mich lieber den schönen Dingen zuwende. Es geht darum, das Potential dieser Aspekte oder anderer Konstellationen aufzuzeigen.

Typische Planetenbilder

Symbolische Formen und wirksame Strukturen

Die im Radix angelegten Strukturen, die sich manchmal deutlich in Bildern beschreiben lassen, beeinflussen insgesamt auf grundlegende Weise unser Empfinden, unsere Haltung und unsere Art, Probleme oder Chancen im Leben zu erkennen.

Es gibt nicht nur eine Betonung von gewissen Schwerpunkten, oder Dualitäten, sondern die Stellung der Planeten in ihrem ganzen Zusammenhang des Horoskopkreises ist schon strukturbildend.

Das kann zum Beispiel darin bestehen, dass eine Horoskophälfte sehr betont ist. 

Auch komplexere Muster sind zu finden, wenn etwa die Planeten sich auf zwei oder drei Bereiche des Horoskops beschränken, oder zwei oder drei Inseln bilden, oder sich in zwei Ballungen gegenüberstehen.

Eine weitere Möglichkeit ist, wenn die Planeten im Horoskoprund ziemlich gleichmässig verteilt sind und so jeder Horoskopraum mit einen oder mehreren Planeten besetzt ist. Auch dies bildet eine archetypische Grundstruktur.

Die Stellung der Planeten, die also immer ein annäherndes Grundmuster im Horoskoprund bilden, zeigt auf, wie wir uns dem Leben stellen und in welcher Weise wir dabei unsere Kräfte oder Talente mitsamt deren Einsatzmöglichkeiten erleben.
Eine herausragende Bedeutung für die persönliche Erlebensweise und Grundorientierung hat es, wenn die linke, rechte, obere, oder untere Hälfte des Horoskops im Vergleich mit dem übrigen Horoskophälften auffallend betont ist. 

Eine Ausgangsposition ist geschaffen, wobei es dann einen Bereich gibt, der einem eher bewusst ist als wie der nicht besetzte Horoskopraum.
Die Aufmerksamkeit des Geborenen wird in die betonten Horoskopbereiche gehen.
Der nicht besetzte Horoskopraum wird als normal, selbstverständlich und meist unbelastet erlebt oder aber hier wird (im besetzten Raum) massgeblich erlebt, also wie sich die Probleme, die es geben könnte, betrachten lassen.

Manchmal  ergibt sich durch die Betonung einer Horoskophälfte geradezu Einseitigkeit, man vernachlässigt das Übrige. Ganz besonders deutlich ist das, wenn zum Beispiel die untere bzw. obere Horoskophälfte besonders betont ist und die gegenüberliegende Hälfte nicht durch Planeten besetzt ist. 

Der eine ist dann bei betontem 4. Quadranten mit Geist und Seele nur in seinem Beruf (4. Quadrant) oder dem Bestreben öffentliche Anerkennung zu erhalten, und dem anderen mit besetztem 2. Quadranten bedeutet der (positive) Selbstbezug, und die Freiheit, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, viel mehr als die beruflichen Karrieremöglichkeiten .
Der Eine könnte die Lebenshaltung des Anderen gar nicht übernehmen. Selten versteht er die andere Lebensweise.

Die Astrologie zeigt damit auch, welchen Vorteil sie gegenüber manchen Psychologierichtungen hat, weil sie die Einzigartigkeit nicht als Beschränktheit oder Mangel definiert, sondern als massgebliches Kriterium, zur Erfüllung dieser Grundlagen motiviert, um sich letztlich glücklich zu fühlen: indem man aus seinen Stärken heraus lebt, die bei jedem Menschen anders sein können. Nicht jeder muss nun einmal im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen können, und nicht jeder ist fähig allein sein zu können.

Die Form und Symbolik, die wir im Horoskop vorfinden ist mehr oder weniger als deutliches Bild im Radix anschaubar. Man erkennt eine grundlegende Art der Verteilung der Planeten im Radix. Diese Form überträgt sich symbolisch tatsächlich auf unsere Lebenseinstellung und auf die Art und Weise, wie wir dem Leben gegenübertreten.

Planetenbilder

Streulage

Jemand mit einer zerstreuten Verteilung von Planeten im Horoskoprund, neigt auch allgemein im Leben zur Zerstreuung. Das hat nicht nur vermeintliche Nachteile, wie es im Wort "Zerstreutheit" anklingt, sondern bringt allgemein auch die Eigenschaft der Vielseitigkeit hervor. Dieses Bild kann man auch als Streufigur, Streubild, oder sogar als amorph bezeichnen (=formlos). 

Planetenballung

Im Gegensatz zur Streulage zeigt eine Konzentration von Planeten (Planetenballung) eine konzentrierte, auf einen Schwerpunkt bezogene Haltung, deren offensichtliche Vorteile dadurch ein anderes Gesicht erhalten können, da in dieser Tendenz eben auch Einseitigkeit und mangelnde Übersicht gegeben ist.

Planetenbild, Planetenfigur(ine), Aspektbild - Was ist was?

Eine Planetenfigurine ist vom Begriff her etwas ganz anderes als eine Aspektfigur. Und eine Planetenfigurine ist etwas ganz anderes als ein Planetenbild. Aspektfigur, Planetenfigurine und Planetenbild sind drei verschiedene Dinge, obwohl in der Literatur nicht oft zwischen ihnen eindeutig unterschieden wird, weil man mit denselben Begriff mal das eine oder das andere bezeichnet.
Eine echte Planetenfigurine kann man eher mit Halbsummen vergleichen oder als spezielle Aspektbilder beschreiben. 

Ein Planetenbild bezieht sich einerseits auf die Häuser und Quadranten (zB wenn Planeten unten stehen), und andererseits auf die Konzentration oder Separation der Planetenkräfte.

Eine typische Aspektfigur ist zum Beispiel das grosse Trigon (drei Trigone), oder das kleine Talentdreieck (Trigon zweier Planeten, die jeweils zu einem mittleren zwischen ihnen ein Sextil bilden) usw.. 

Über Planetenfigurinen habe ich im Artikel "Halbsummen" noch einiges angeführt.

Wenn ich im Folgenden von Figuren rede, meine ich stets die einfachen Planetenbilder.

Bedeutung der Planetenbilder

Streulage

Wenn die Planeten im Horoskop mehr oder weniger gleichmässig im Horoskopkreis verteilt sind oder zumindest weit voneinander entfernt stehen, ist mehr Flexibilität, Vielseitigkeit aber auch ganz besonders eine potentielle Zerstreuung angezeigt. 

Besonders die Planeten Venus, Merkur und Sonne zeigen diese Grundanlage: Stehen diese drei Planeten in drei verschiedenen Zeichen, schlagen gewissermaßen drei Seelen in einer Brust. Das ist natürlich nicht überdeutlich, eher hintergründig. 

Es geht also auch um solche Menschen mit "weit verteilter Merkur, Sonne und Venus"; ungeachtet der übrigen Stellungen der Planeten oder aber zusammen mit den anderen Planeten betrachtet. 

Es ist eine ähnliche archetypische Architektur, wenn die meisten Planeten - ungeachtet der Stellung von Merkur, Sonne und Venus -  überhaupt weit im Horoskop verteilt sind.

Klassische Streulage:

Weit verteilte Planeten

Solche Menschen halten sich oft verschiedene Möglichkeiten offen und finden durch die vielen Anregungen zwar leicht zur Kreativität, und ihren Talenten, aber ihr Problem ist oft, sich nicht festlegen zu können, oder überhaupt etwas Richtungsweisendes für ihr Leben zu tun; Bindungslosigkeit (positiv wie negativ). Tendenz oder Gefahr die Richtung oder Balance zu verlieren.
Solche Menschen finden der bieten oft die Hilfe innerhalb der wirkenden Welt, in Konzepten, Möglichkeiten oder Leitbildern, die sie vorfinden, und weniger in sich und aus sich selbst. 
Sie lassen sich oft vom Leben treiben, auch zersplittern, wenn ihnen die Konzentration auf eine Sache oder Haltung fehlt - sie brauchen einige Zeit, um sich einen festen Griff auf eine Sache zu bilden.
Wenn sie in eine Situation ohne bekannte Vorgaben oder Richtlinien geraten, kommt es darauf an, ob sie einen strukturierten Weg finden; wenn nicht, macht ihnen das Chaos vielleicht nicht sehr viel aus, das sie verbreiten, aber womöglich wird anderen auffallen, wie wenig Struktur sie beisteuern könnten. Was die besondere Gabe darstellt, ist oft eine Flexibilität und Toleranz gegenüber allem, was anderen zu neu oder befremdlich sein könnte, oder was anderen zu wenig gewiss ist, denn sie können stets einen Gesichtspunkt der Betrachtung finden und kommen in der Regel mit vielen Menschentypen aus. Und sie wissen die Gelegenheiten zu nutzen, weil ihnen das Fremde geheuer ist. 

Menschen mit weit verteilten Planeten haben es leichter, in ambivalenten oder widersprüchlichen Situationen noch Wege zu finden. Und vermutlich können sie auch besser in solchen Situationen existieren, wenn es keine klare Richtung gibt, oder wenn einfach eine neue Situation eintritt mit unbekannten Aspekten darin. Sie brauchen allgemein vielleicht aber länger, ihren persönlichen Weg zu finden, ihre Sicht geht in die Breite und Vielfalt. Negativ lassen sie sich oft antreiben, weglocken oder vom Weg abbringen, sie werden dann bewegt, und das äussere Schicksal fügt ihnen den Weg. Typische Berufe sind alle sozialen Bereiche und vermittelnde Tätigkeiten. Natürlich sind auch andere Berufsbilder möglich, aber auch dann wird sich sicherlich eine gewisse Eigenschaft dieser verteilten Planeten auswirken, zum Beispiel in der Haltung, wie man an seine Tätigkeiten herangeht oder welche Einstellung man dazu hat.

Den Menschen mit weit im Horoskoprund verteilten Planeten könnte es daher etwas schwerer fallen, psychologische Integrität zu erlangen, denn sie müssen viel mehr Gesichtspunkte wahren, welche durch die verteilten Planeten angezeigt sind  - etwa wenn es darum geht, die verschiedenen Belange der Planeten, die für psychische Funktionen stehen, zusammenzubringen zu einer klaren Richtung (Bezüge herstellen zwischen der Erfahrung oder dem Erlebnis und der eigenen Psychologie, die dafür verantwortlich ist, wie man etwas erfährt).
Gewissermaßen haben sie zwei oder drei Seelen in ihrer Brust -  ungefähr genau so verhält es sich, wenn Venus, Merkur und Sonne in drei oder auch nur zwei verschiedenen Zeichen stehen - aber desto mehr die einzelnen Planeten weit im Horoskop voneinander verteilt sind, dann gilt umso mehr: jeder Planet trägt nach seiner eigenen Facon und seiner Quadrantenstellung einen eigenen Gesichtspunkt hinzu.

Schüßel und Planetenballung

Die Schüßel besteht eigentlich aus einer Planetenballung, wobei in der reinsten Ausprägung alle Planeten so verteilt sind, dass meist alle Planeten in zwei Quadranten konzentriert sind, und die Planeten sich in einer einzigen Horoskophälfte befinden (wenn eine Schüßel über die Quadranten 2. und 3. gehen, ist dabei gleichzeitig die rechte Horoskophälfte betont).

Die psychische Integration der Planeten, fällt einem Menschen mit eng beisammen liegenden Planeten tendenziell leichter, besonders wenn Sonne, Merkur und Venus in einem einzigen Zeichen stehen. Dadurch geht ihre Sicht zwar weniger in die Breite und Vielfalt, aber dafür umso mehr in die Tiefe und Verständnis des Wenigen, also das, was ihnen wirklich vertraut ist. Es sind meist Leute, die ihren Willen leicht auf ein Ziel ausrichten und konsequent verfolgen können. Sie leben und agieren besonders aus sich selbst heraus und werden durch die eigenen Anlagen zu ihrem Schicksal kommen. Damit ergibt sich auch das grundlegende Problem: Sie haben nur ihre eigenen Anlagen im Blick und es kann dauern, bis sie aus einem fehlgeschlagenen Versuch heraus finden, um einen besseren Weg zu finden. Sie versteifen sich oft in einen einzigen Gesichtspunkt. 

Eine Planetenkonzentration muss nicht gleich einer Schüßel sein, und kann sich in manchmal allein in zwei oder drei Zeichen abspielen (eng beisammen liegende Planeten). So eine Planetenballung versorgt den Betreffenden mit sprichwörtlich konzentrierter Energie. Eine solche Tendenz ist bei einer Schüßel ebenso gegeben, nur ist es ein Unterschied, ob die wichtigsten Planeten in einem Zeichen konzentriert sind, oder die Planeten nur auf ein Quadranten oder eine Hälfte hin konzentriert sind und zB Venus und Merkur in einem von der Sonne verschiedenen Zeichen stehen.
Eine wirklich stark konzentrierte Kraft (Willen) wird man nur durch Zeichenbetonung erfahren können. Wenn die Zeichen relativ verschieden sind, aber die Planeten sich in einer Hälfte des Horoskops konzentrieren, wird zumindest die Sichtweise sich stark auf bestimmte Themen konzentrieren. Typische Berufe sind technische und handwerkliche Berufe, überall wo man seine Anlagen ins Spiel bringen kann.

Man kann die Schüßel auch folgendermaßen definieren: alle Planeten befinden sich innerhalb eines Abstandes von unter 180°. Die Deutungspraxis zeigt, dass die Schüßel in ihrer Grundarchetypik auch noch bei grösserem Umfang gegeben ist (bis 240°). Es ist eine Ähnlichkeit mit dem Grundtypus gegeben, sofern zumindest ungefähr 4 Tierkreiszeichen in einem leeren Raum frei bleiben. 

Chiron (und andere Asteroiden) mag man für diesen Zweck der allgemeinen Einschätzung solcher Konfigurationen als einen zu deutenden Faktor zwar berücksichtigen, aber nicht für die Bestimmung ob eine Schüßel vorliegt oder nicht. 

Chiron steht nicht für massgebliche psychologische Funktionen (Sonne, Mond, merkur usw.) und ebenso nicht für drängende Herausforderungen und für die vordergründigsten psychologischen Strukturen (wie bei Uranus, Pluto, Neptun). Deshalb ist für die Beurteilung, ob eine Schüßel oder ein bestimmtes anderes Planetenbild gegeben ist, Chiron nicht relevant, und den Mondknoten kann man ebenso zunächst für diese Klassifizierung ausser Acht lassen. Die Mondknotenachse erhält aber für die eigentliche Deutung solcher Planetenbilder entscheidende Relevanz (siehe dazu den Artikel karmische Astrologie).

Klassische Schüßel:

Geballte Planeten

Stehen viele Planeten eng beisammen, gleich in welcher Horoskophälfte, womöglich die persönlichen Planeten gleichzeitig in wenigen Zeichen, dann ist Konzentration, Beharrungsvermögen und Zielstrebigkeit angezeigt. Der Blick geht nicht aufs grosse Ganze, sondern auf den Standpunkt eines "Arbeiters", dass man involviert ist in das Leben, aber mit irgendeinem Schwerpunkt ausgestattet darin navigieren möchte.  Der Blick konzentriert sich im Grunde auf die archaische Bildung der Konjunktion - man kann diese Grundanlage der Konjunktion (Zusammenführung) auch als Archetyp nehmen. Genau so wie die zerstreute Planetenlage ein Archetyp darstellt. Letzteren zu beschreiben ist etwas kompliziert.

Die Menschen mit Planetenballung (siehe Grafik) nehmen die Welt wahr aufgrund eines überzeugten Schwerpunktes, was im Grunde eine sehr starke Talentierung bedeutet, die beinahe verkörperlicht ist.
Während bei einem Menschen mit einem zerstreuten Planetenbild sie ihre Navigation durch Leben nuicht weniger aus ihren Aspekten (Talenten) ziehen, aber die Aspekte sind anders. Die beteiligten Planeten stehen ja enger oder ferner im Aspekt, je nach Orbis. Und jeder genaue Aspekt (Trigone, Quadrate usw. unter 3.5°) verbindet zwei Planeten, nicht anders als wie bei der Konjunktion, aber bei anderen Aspekten kommt ja eben die besondere Situation hinzu, dass diese Planeten an ganz anderen Stellen im Horoskkopraum stehen.  Das verschafft allen Aspekten, die nicht Konjunktionen sind, eine ganz besondere Unterschiedlichkeit zu Konjunktionen. Letztere, die Konjunktionen sind Kraftpole, Kraftmagnete. Sie haben so wenig Verschiedenheit, dass sie in der Psychologie des Menschen einen Schwerpunkt bilden.

Bei der Streulage  verteilt sich der Blick auf die Bildung von vielschichtigen und vielversprechenden Ansätzen, ein Talent zu nutzen. Was zwangsläufig ist, wenn die Planeten vertreut stehen, sind mehrere Aspekte: im Grunde und immer ist die Anlage zu einem komplexeren Planetenbild vorhanden.
In einem solchen Planetenbild liegen die Verbindungen mehrerer ansonsten einzeln stehender Planeten stets spürbar vor. Durch ihre jeweilige besondere Lage sorgen sie insgesamt für eine Ausdehnung der Möglichkeiten. Dafür fehlt die klare Richtlinie.

Aspekte sorgen für die Verbindung und Musterbildung von Planetenpaaren oder besser gesagt Planeten-Gruppen. Das sind Gruppen, wie sie angedeutet werden durch Verbindungen der Planeten zueinander via Aspekten.
Denn dadurch bauen sich Gruppen auf, die jeweils ein ganz verschiedenes Gesicht kennen, je nachdem was da in der Gruppe vorliegt, die sich mit einer anderen Planetengruppe oder Planetenpaar verbinden kann. Angezeigt wird auch durch grössere Orben (5°-8°) bei Trigonen, Quadraten, Sextilen, Oppositionen zumindest die Grundanlage solcher Gruppen. Man kann sie als sprichwörtliche Teile der Persönlichkeit, des ICHS ansehen.

In diesem Beispiel (oben) ist das Jungfrauzeichen stärker betont, als wie das Löwezeichen, da die persönlichen Planeten höhere Relevanz haben. 

Die Schüßel ist desto stärker ausgeprägt, umso mehr die Planeten wie in einer bildlichen Schüßel stehen (siehe Beispielgrafik), und umso enger sie beisammen stehen, und ohne dass ein anderer Planet gegenüber den anderen Planeten steht oder dass die Planeten mehr als zwei Quadranten besetzen. 

Man passt sich bei einer Schüßel auch gut an Situationen an, die vorgegebene Strukturen aufweisen oder in irgendeiner Weise als beständig und verlässlich gelten können. Menschen mit einer Schüßel (Planetenballung) als Planetenbild sind nicht gerne bereit, sich in ihrem Kurs um 180 Grad zu drehen, oder sich von Hier auf Jetzt auf etwas neues und ihnen völlig Unbekanntes einzulassen. Der Status Quo ist ihnen in der Regel ein Siegel und Omen für Sicherheiten. Und wenn es der eigene Status Quo ist. Egal welcher Status Quo gemeint ist. Sie haben eine Position, und das ist eben oft zwingend.

Nötig ist oft ein konkretes Ziel, auf das man hinsteuern kann, oder wie man eben seine angestammte Haltung nicht verliert, sonst kommt sich der Geborene verloren und bedeutungslos vor. Auf etwas neues sich einzulassen, benötigt eine gewisse Zeit der Anpassung. Man kann nicht von heute auf morgen seine vertrauten Bezugspunkte verändern. Aber andererseits nimmt man auch stets einen gewissen Rückhalt egal wohin mit, der eben aus dem angestammten Bezugspunkt entsteht.

Die Horoskopeigner haben  mit ihrer Schüßel oder Planetenballung allgemein wenig Scheu sich zu verlieren; noch weniger, wenn sie sich an etwas anpassen können, das klare und ihnen bekannte Vorgaben liefert; oder Vorgaben, mit denen sie sich mit der Zeit vertraut machen können. Aber wenn sie dabei Situationen ausgesetzt sind, mit denen sie nichts anfangen können und gleichzeitig ihre angestammte Position keine Bedeutung aufweist, und sie keinen Anknüpfpunkt finden, wird alles sehr fremd für sie. Sie können schlechter einen Gesichtspunkt aufbringen, den die Umgebung vielleicht aufbringt, als wie das ein Geborener tun könnte, der ein verstreutes Planetenbild hat.

Es kann mitunter nötig sein, dass die ihnen zugetragenen Aufgaben auch ihren Anlagen und Fähigkeiten entsprechen. Sonst zieht es sie auf lange Sicht zu einer anderen Tätigkeit. 

Man hat bei einer Schüßel oft Menschen, die ganz in einer Sache aufgehen oder für etwas ganze Bestimmtes arbeiten und auch Treue zu dieser Sache zeigen; Stabilität, Bindung (positiv wie negativ). Tendenz oder Gefahr dabei ist, andere Möglichkeiten, die in einer Sache relevant sein können, ausser Acht zu lassen und zu sehr auf das Konkrete zu schauen. Das Konkrete und Naheliegende ist aber auch ihre Stärke. Diese Menschen haben in sich die Kraft, um sich selbst zu helfen; doch manchmal müssen sie erst in Fahrt kommen, und sie suchen auch nach dieser Möglichkeit, irgendeine Art der Beschäftigung zu finden, die sie auch anregen wird, um sich mit einer Sache weiter vertraut zu machen; so haben sie ein natürliches Talent, sich auf den Weg zu begeben, sie zwingen sich fast dazu; haben sie aber erst mal einen Weg gefunden, dann können sie ihre Kräfte gewöhnlich viel besser entfalten, als wenn die Dinge für sie noch unklar sind oder sie keinen Plan, keine Aussichten haben.
Durch die Planeten, die sich in einer Richtung konzentrieren, sind sie aber auch etwas mehr auf sich selbst bezogen, lassen sich eben von anderen wenig sagen, und sind nicht sehr offen, wissen meist selbst alles besser und wollen vor allem alles selbst in der Hand haben, selbstständig sein  - man kann das als Stärke auslegen, wenn sie selbst ihre eigene authentische Autorität ausbilden können.
Sie sind oft auf eine einzige Angelegenheit konzentriert, lassen sich manchmal nicht von anderen Dingen überzeugen, die einen anderen Gesichtspunkt bedürfen, weil dies eben über den Horizont des ihnen Bekannten hinaus geht. Darin, was ihrer Sache entspricht, sind sie allerdings auch Kenner, da sie wissen, was für eine Sache alles ausschlaggebend ist. Sie können in dem ihnen zuträglichen Bereich ihre Talente sehr gut entfalten und ihren Einsatz bündeln, auch Verantwortung tragen.
Andererseits könnte sich auch der Eindruck aufdrängen, dass ihnen etwas fehlt: die Hälfte des Horoskops, die nicht mit Planeten besetzt ist.

Äußere Planeten der Schüßel

Es spielt eine besondere Rolle, welche Planeten nach aussen die Schüßel begrenzen. Und man kann hier einen Ansatz zur Deutung des ganzen Horoskops finden.

Meist bedürfen diese beiden Planeten, an die der leere Horoskopraum anschliesst, eine besondere Anstrengung zur Integration in die Persönlichkeit. Ihr Wirken ist ein wenig losgelöst, im Raum schwebend. Dennoch sind diese beiden Planeten von grossem Gewicht, sie treten nach aussen, und bilden die grundlegende Zielrichtung des Horoskopeigners, als würden diese beiden Planeten die übrigen (zwischen ihnen eingeschlossenen) Planeten in ihrer Richtung bestimmen. 

Oft kann man feststellen, dass diese Energien der beiden äußeren Planeten eine Grundempfindung des Horoskopeigner gegenüber dem Leben bilden, und der Horoskopeigner versucht diese Grundempfindung mit seiner eingeschlagenen Lebensrichtung in Übereinklang zu bringen. Man möchte einen Weg finden, diese beiden Planeten nicht nur auszudrücken, sondern auch rückwirkende Erfahrungen aus dem Leben zu erhalten hinsichtlich der beiden Planeten.

Ist zum Beispiel Saturn einer der beiden äußeren Planeten, kann es den Horoskopeigner darum gehen, eine Lebensweise oder existenzielle Grundlage zu finden, die für ihn Sicherheit und/oder gesellschaftliche Akzeptanz mit sich bringt - was auch einfach nur darin bestehen kann, etwa bei Nachbarn als normal und anständig zu gelten, man wird nicht durch besondere Originalität auffallen, und ein ordentliches Leben zu führen trachten. Ist Jupiter einer der beiden Planeten, steht die Sinnfindung im Vordergrund und man wird viel mehr darauf Acht geben, dass man sich entfalten kann, egal was andere dazu sagen mögen. Allerdings kann Jupiter auch eine Entsprechung zum Pomp und gewissen Attributen haben, die dazu dienen sollen, gesellschaftliche Aktzeptanz zu erhöhen. Deshalb kann ein entsprechendes Bestreben auch dazu führen, eine würdevolles Leben zu führen, mit viel Glanz, weil man sich darin wohl fühlt; einfachster Ausdruck eines flankierenden Jupiters könnten aber schon eine Menge Blumenkübel am Eingang eines Hauses sein. Die Energien des Jupiters können sich introvertiert oder extrovertiert aussdrücken, bzw. selbstbezogen oder auf die Aussenwelt bezogen. Bei allen flankierenden Planeten, die keine Transsaturnier sind, wird es sehr gewichtig auch vom Zeichen dieses Planeten abhängen, welche Entsprechung im Leben wahrscheinlich gefunden wird.

Sind Jupiter und Saturn die beiden äußeren Planeten, ist die typische Atmosphäre eines akademischen Berufweges gegeben, welche sich natürtlich auch unakademisch auswirken kann: etwa Genügsamkeit gepaart mit Lebensernst.
Oft will man etwas erreichen und strukturieren, es ist wie der Griff nach einem Ziel der Erfüllung (Jupiter), das man sich langfristig sichern möchte (Saturn). Diese Konstellation kann auch Selbständigkeit verkörpern: man hat einen eigenen Beruf gewählt (Jupiter), den man sich mit der gesicherten Existenz bewahren möchte (Saturn).
Mit Jupiter/Saturn möchte man sich erweitern und weiter entwickeln, dabei hat man aber die Grenzen dieses Wachstums vor Augen. Im Sinne von zwei Planeten, die die Schüßel flankieren, wird sich dieses Bewusstsein in irgendeiner Weise in die gestalteten Lebensumstände niederschlagen. Und es mag auch ein unauffälliges Leben bedeuteten, aber man könnte innerlich oder in den ethischen Maßstäben in besonderer Weise gefestigt sein (insofern man zum Beispiel bei jeder Moral, die man gegenüber der Gesellschaft vertritt, auch an das eigene Gewissen denkt).

Bei Jupiter und Uranus mag es um eine Geisteswissenschaft oder Pädagogik als typischste Entsprechung gehen oder um ein Leben, in der man intellektuelle Fähigkeiten einsetzen kann, oder man ist gerne mit Kindern zusammen, die das Jugendliche (Jupiter/Uranus) an sich verkörpern. 

Mars und Pluto könnten ebenso für den Rehnnfahrer wie für den Atomphysiker stehen, und auf alltäglicherer Ebene, könnte man diese Energien in einem Leben verwirklichen, wo man mit Einsatz (Mars) in widrigen oder undurchsichtigen Umständen (Pluto) tätig ist. Pluto/Mars steht auch für den Forscher, vor allem in Grenzgebieten (sowohl Wissenschaft als auch Esoterik).

Allgemein kann man sagen, dass die beiden flankierenden Planeten in einer ins Leben gerichteten und extrovertierten Weise gelebt werden, sie werden ins sichtbare Leben manifestiert oder es besteht ein besonderes Interesse dies zu tun, um damit diese beiden Planeten innerhalb des eigenen Lebens erfahren zu können. Diese Extroversion ist natürlich unabhängig zu der sonstigen Betonung von Introvertiertheit oder Extrovertiertheit des Hoproskopeigners - es geht hierbei nur um diese beiden Planeten, die nach aussen hin wirken. Das gilt in ähnlicher Weise, wenn einer der Planeten zwar deutlich die Schüßel nach aussen begrenzt, der andere aber eher als Spannungsherrscher zu deuten ist. Dieser Spannungsherrscher ist dann noch bedeutender und bestimmender (ein Spannungsherrscher steht mehr gegenüber den meisten Planeten, als wie an einer Flanke der beisammen stehenden Planeten).

Man kann oft die für einen Horoskopeigner tauglichen Berufsfelder anhand dieser beiden flankierenden Planeten weiter eingrenzen oder vorhandene Tätigkeiten daraufhin untersuchen, ob sie vielleicht geeignet für einen selbst sind und ein erfülltes Dasein versprechen, insofern der eigene Ausdruck der flankierenden Planeten mit äußeren Umständen korrespondiert (es gilt rückwirkende Erfahrungen machen zu können).
Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, wie man zB Mars/Pluto Kombinationen im Leben verwirklichen kann! Das kann auch ein Lagerarbeiter sein, der mit Einsatz (Mars) und Willen (Pluto)  dafür sorgt, dass alles reibungslos abläuft, oder der gut zupacken kann, und in dem Betrieb, in dem er arbeitet, immer jemand ist, auf den wegen seiner Fähigkeiten oder Belastbarkeit Verlaß ist.
Es sind nicht die typischen Berufe, sondern wie man diese erlebt und wie man an die entsprechenden Tätigkeiten herangeht, mit welcher Grundüberzeugung oder Identifizierung mit der Arbeit man das tun kann. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umstand, ob man diese Energien im Leben genügend einbringen kann und rückwirkend erfährt, dass diese Energien "gebraucht werden". Also muss diese Verwirklichung und Brückenbildung in die Welt auch nicht unbedingt im Beruf zu finden sein, und kann sich als allgemeine Atmosphäre eines Lebens niederschlagen. Dabei wird man selbst es sein, der diese Atmosphäre bildet oder anzieht (sich zum Beispiel durch gewählte Hobbies, Freunde und Interessen auswählt).

Je nachdem, wie die Planeten bei einer Schüßel angeordnet sind, und welche Planeten aussen und innen stehen, bildet sich eine besondere Dynamik und Zielsetzung.
Und irgendwo gibt es immer ein Problem, und das mag zum Beispiel durch eine Konjunktion zweier Faktoren bestehen oder durch die Wirkung äusserer Planeten auf einen mittleren (analog einer Halbsumme). 

Spannungsherrscher

Steht ein Planet in Spannung zu einer Schüßel, dann ist es keine reine Schüßel mehr, sondern eher eine Schüßel mit Spannungsherrscher. Je nach dem, welcher Planet dies ist, und wie dieser Planet in Haus und Aspekten steht, kann er nun helfend oder hemmend wirken, er kann die Energien nach vorne bringen, oder blockieren. Dann, wenn dieser Planet eher hemmt oder blockiert,  muss man diesen Planeten (den Spannungsherrscher) aus Sicht des Horoskopeigners lernen zu integrieren.

Dieser Planet nimmt in der Regel eine bedeutende Rolle ein, und auf ihm liegt zum Beispiel die Last, sich um den Blick über den Tellerrand zu bemühen, oder um den Kontakt mit anderen Möglichkeiten, oder der Öffnung nach aussen. Über ihn kann sich entscheiden, dass das gesamte Potential (alle Planeten) eines Menschen entfaltet werden kann.

Umgekehrt muss man manchmal auch einen gut stehenden Spannungsherrscher, der die übrigen Energien zu sehr ins Spiel bringt, auch harmonisieren lernen. Integrieren müssen wir wohl letztlich alle Planeten! Es kommt nur drauf an, in welcher Richtung oder unter welcher zu leistenden Asntrengung dies geschehen muss, denn diese Leistung kann zB in der Dynamisierung oder Entspannung liegen.

Dier Spannungsherrscher kann als ein Faktor betrachtet werden, der die vorhandenen Energien eines Radix in Schwung bringt. 

Doppelaxt / Sanduhr

Bei einer Doppelaxt (vermutlich ist es diese Figur, die man auch schon mal Sanduhr beschrieben hat), stehen sich zwei Planetenballungen gegenüber und bilden somit gewissermaßen das Bild zweier Hälften, die sich gegenüberstehen. Es ist ein Bild, das sich als Doppelaxt oder Sanduhr beschreiben lässt. Wenn man es als Doppelaxt beschreibt, bildet der jeweils leere Raum sozusagen den Stil, wobei einer dieser Räume gewichtiger ist. Einer dieser Räume wird gewöhnlich eher weniger Aufmerksamkeit erhalten als wie der andere leere Raum, so dass man sich diesen leeren Raum besonders widmen sollte. Meist ist damit ein Quadrant gemeint, in dem überhaupt kein Planet steht oder kein persönlicher Planet.

Es liegt in der Natur der Planetenumläufe um die Sonne, dass eine der besetzten Seiten dieser beiden Konzentrationen von Planeten von Sonne, Merkur und Venus gebildet wird, und auf der anderen Seite meist Uranus, Pluto, Neptun, Jupiter und/oder Saturn stehen, seltener Mars, weil Mars bedingt durch die Umlaufgeschwindigkeiten von Sonne und Mars nur selten in Opposition zur Sonne steht, und deshalb der Mars sich viel öfter in der Nähe der Sonne  befindet. Für den Mond ist typisch, dass er auf beiden Seiten der Doppelaxt (bzw. Sanduhr) stehen kann. 

Alle diese Planeten sind dann aber, bis auf den Mond, rückläufig, weil sie der Sonne gegenüberstehen. Das ist ein besonderes Merkmal der Doppelaxt.
Dies ist für mich dann weiterhin auch eine Ausformung der typischen Taghälfte (die Planetenballung mit Sonne, Venus, Merkur) und Nachthälfte (die meist rückläufigen Planeten gegenüber Sonne, Merkur, Venus), vereint in einem Planetenbild (Doppelaxt bzw. Sanduhr). 

Ist es der Mond, der bei einer Doppelaxt gegenüber der Sonne steht - es können noch ein oder zwei Planeten in der Hälfte des Mondes stehen und es muss keine Opposition vorliegen -, sind die psychischen Empfindungen und eigenen Befindlichkeiten geradezu abgekoppelt vom Rest des Horoskops. Diese Menschen neigen dazu, ihre eigenen Empfindungen auf die Ursachen anderer Menschen zu projizieren. Sie drücken dann ihre Emotionen als Mittel aus, um andere zu beeindrucken und zu beeinflussen, weil sie selbst die Empfindung haben, zu sehr beeindruckt zu werden. Erin Sullivan spricht sogar von Gefühlsvampiren, die andere entsprechend beeindrucken um dann eine entsprechende Gegenreaktion zu erhalten, die ihre eigene Bedürftigkeit nämlich nährt. Es deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen, dass der Umgang mit solchen Menschen dann schwierig ist, wenn sie ihre eigene Gefühlsnatur kaum kennen und auch sonst wenig zu ihren Gefühlen stehen. Man hat den Eindruck, dass sie sich nicht mit ihren Gefühlen auseinandersetzen wollen, da diese auch durch die Abspaltung vom übrigen Horoskop als fremdartig erlebt werden könnten. Andererseits sind ihre Emotionen sehr unkontrolliert oder infantil, und zeigen genau das, was sie eigentlich nicht wollten: sie sind gefühlsmässig überaus aktiv, auch destruktiv, indem sie ihre aufwühlenden Emotionen als Kampfmittel gebrauchen (Eindruck schinden, Erpressen mit schlechtem Gewissen oder Peinlichkeit konstruieren,  andere emotional überfordern oder sonswie beeindrucken). Aber sie selbst fühlen sich überfordert, ihre Gefühle führen ein Eigenleben; sie könnten den Eindruck haben, neben sich zu stehen, wenn sie ihre Gefühle beobachten wollten; daher neigen sie dazu, ihre eigene emotionale Reaktion auf andere kaum zu beobachten. Und ebensowenig sind sie bereit zu begreifen, dass andere ihnen nichts wollen, wenn sie stark beeindruckt werden, sondern es normal ist und zum Leben dazugehört, auch mal Gegenwind oder gegensätzliche Meinungen zu erfahren. Niemand kann dafür sorgen, dass dieser bewegende Impuls des Lebens sie nicht mehr trifft, nur sie selbst können das.
Der isolierte Mond bedarf der Verantwortung, und Integration. Dann kann ein solcher Mond auch Erkenntnisquelle werden, in Bezug zu allen Situationen, in denen Wahrnehmung möglich ist. Man hat gewissermaßen einen weit ausgestreckten Fühler.
Aber solange die eigenen Emotionen den Schatten spiegeln, werden sie dagegen immer sehr subjektiv bleiben und sich den Eindrücken jeglicher Art mehr als nur gelegentlich zur Wehr setzen wollen, und zwar durch emotionale Preisgabe ihres Argwohns oder Unbehagens, meist aber verkittet in irgendwelche ihnen anvertrauten Muster des Denkens und der Ethik.

Sind die Transsaturnier gegenüber der Sonne, kann es um eine Inspiration gehen, die man aus dem Leben erhält und welche durch die Rückläufigkeit dieser kollektiven Planeten ganz besonders naheliegend ist. Das können typischerweise Künstler sein, oder Schriftsteller. Die rückläufigen Planeten und ihr kollektiver Gehalt werden gespiegelt. Eine Ausnahme dieser typischen Spiegelung kollektiver Ideen bildet Mars und Mond, die der Sonne bei einer Doppelaxt ja ebenfalls gegenüber sein können, obwohl diese Inspiration durch Welt und Öffentlichkeit auch hier in abgeschwächter Form auftreten mag. 

Weiteres zu Schüßel und Streulage

Diese Regeln der Verteilung (archetypische und psychologische Muster) gelten - wie bereits erwähnt -  ganz besonders für die zentralen persönlichen Planeten: wenn Venus, Merkur und die Sonne entweder nahe beisammen stehen, oder aber jeweils in verschiedenen Zeichen. 
Ganz besonders deutlich ist eine gewisse Wirkung bei drei verschiedenen Zeichen von Venus, Merkur und Sonne. Unabhängig davon, wie die anderen Planeten stehen, ist das schon ein deutliches Indiz für die Ausrichtung der psychischen Anlage in Richtung Konzentration oder Vielseitigkeit. Es ist sozusagen eine Ebene, die durch die weitere Ebene der Verteilung der anderen Planeten in ein bestimmtes Licht gerückt werden kann, so dass zum Beispiel die Symbolik der Streuung verstärkt oder abgeschwächt werden kann.

Planeten sind verteilt in viele Zeichen (Streufigur):
Vielseitigkeit und Mehrdeutigkeit, Umfassender Blick, Zerstreutheit ebenso wie Anpassungsbereitschaft an den möglichen Widerspruch. Das ist nicht immer ausschlaggebend für äußeres Verhalten, sondern eher für die Art des Seins, wie man sich in der Welt zurecht findet, seine eigene Stellung in der Welt empfindet und Bezüge aufnimmt.

Und bei Planetenkonzentration in wenigen Zeichen (Schüßelfigur):
Eindeutigkeit, Zielstrebigkeit, Bereitschaft sich einzufügen in vorhandene Strukturen. Man kann grundsätzlich sagen, dass Menschen mit der Sonne im selben Zeichen von Venus und Merkur (oder in einem von den beiden) gewöhnlich schneller zur Integration ihrer Persönlichkeit finden, und eindeutiger sind in dem, was sie aus ihrem Leben machen (wollen und konkret tun). 

Die Menschen mit verstreut liegenden Planeten oder mit verschiedenen Zeichen für Venus, Merkur und Sonne sind komplex gestrickt, haben es aber auch oft schwerer, aus ihrem Leben etwas konkretes zu machen, ohne dass die Fugen des bereits aufgebauten auseinander geraten - die Gefahr stets einen Haken zuviel zu schlagen könnte bestehen, hier muss dem bereits Geschaffenen eindeutige Form und Richtung gegeben werden. Aber die Formbildung dürfte auch leicht fallen, weil Menschen mit verteilten Planeten gewöhnlich auch einige Aspekte zwischen den Planeten vorzuweisen haben (vor allem zu nennen sind Trigone oder Sextile; aber auch Quadrate können bildend wirken!). Sie erfahren prinzipiell auch viele Anregungen und Inspirationen. Sie kennen eine Sache oft in vielen Facetten und können leicht eine übergeordnete, höhere Perspektive aufbringen (Übersicht und übergeordnete Zusammenhänge), obwohl dasselbe auch dem anderen Typ möglich ist, doch sind allgemein die ersten Anfänge (zu einer Tat zum Beispiel) oft von diesen grundlegenden Ausrichtungen oder Merkmalen geprägt.
Am Ende mögen beide Typen in derselben Weise zur Kenntnis und Durchdringung einer Sache fähig sein! 

Hinsichtlich der optimalen Entfaltung seines bereits vorhandenen Potentials hat jeder Typus eine andere Ausgangslage, und es geht darum, die vorhandene Struktur, die ihnen mit der Verteilung der Planeten gegeben ist, aus ihrer Einseitigkeit heraus zu führen. 

Die Aufgabe des Typus mit Streulage ist es, aus der Vielheit zu einem festen Zentrum zu kommen, das sich auch freilich indirekt aus der Vielheit der Gesichtspunkte und der unzähligen Details langsam ergeben kann, so dass die vielen Einzelheiten oder Gesichtspunkte erst diesen nötigen Schwerpunkt möglich machen. 

Die Aufgaben des anderen Typus ist es (Schüßel und Planetenballung), von der Konzentration auf einen Schwerpunkt übergeordnete Gesichtspunkte zu erfassen, um so die Einseitigkeit einer einzigen Perspektive zu überwinden. 

Durch die mit der Streufigur bzw. den verteilten Planeten sich ergebende und auf den Horoskopeigner einfliessende Vielseitigkeit (er ist mit der Verteilung von Planeten in gewisser Weise den Einflüßen geöffnet), braucht er unbedingt die Anstrengung sich auf ein Ziel hin zu konzentrieren und die Einsicht, alle Kraft auf dieses Ziel zu lenken. Denn diesse Fähigkeit fehlt ihm vom Ansatz her oder von der Tendenz her.

Während die Horoskopeigner mit Planetenballungen sich nicht so leicht von ihrem Weg abbringen lassen, bei ihnen wirkt vieles in eine Richtung. Ihnen fehlt dagegen oft auch die Übersicht, nämlich eine Sache aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Wichtig ist es hier, dass die durch Zusammenballung ergebende Zielrichtung und Kraft auch einen Ausdruck findet, in eine Aktivität münden kann. Auch sie können sehr kreativ sein, nur die Wege und Erfahrungsbestände, die mit Kreativität gebildet und ausgedrückt werden, sind bei beiden Persönlichkeitstypen unterschiedlich.

Diese drei Planeten Venus, Merkur und Sonne stehen am meisten für die bewusste Gestaltung unseres Lebens, sie sind die zentralsten Gestirne gesehen von der Sonne, und sie stehen für die zentralsten psychischen Funktionen in uns.

Wenn es gleichzeitig eine weite Verteilung von Mars, Jupiter, Mond, Saturn usw. gibt, aber die zentralen Gestirne Venus, Sonne und Merkur in einem Zeichen konzentriert sind, so erweisen sich die zentralen Gestirne als von größerem Gewicht. Wenn jedoch die Sonne nur in einem Zeichen, mit entweder Merkur oder Venus vereint sind (so dass also die zentralen Gestirne insgesamt zwei Zeichen einnehmen), so kann allerdings die übrige Verteilung der Planeten hier von grösserem Gewicht werden, wenn diese zum Beispiel entweder eine Planetenballung ergeben, oder aber Streulage.

Die Funktionen der Planeten

Die Venus wird manchmal in Beziehung zu den Gefühlen gebracht und der Mond zur grundsätzlichen Befindlichkeit. Die Venus stellt aber nur einen Weg zum Gefühl dar, sie beschreibt unsere Bemühungen, zur Lebensfreude zu kommen, und zur Harmonie, und steht ansonsten für den persönlichen Geschmack, für das Beziehungsverhalten und natürlich ganz besonders für die Wege zum Du. Der Mond benutzt eher Gefühle und ist Gefühl, aber kann sie im Grunde nicht bewirken oder beeinflussen.

Als Planetenprinzip steht die Venus grundsätzlich für die "Liebe". Diese Liebe muss man als kosmische Eigenschaft verstehen, erst dann versteht man die Venus auch in Bezug zum Menschen. Die Waage-Venus als deutlichstes Analogum der Venus, schafft die Möglichkeit, eine Trennung zu überwinden, oder eine Gemeinsamkeit gemäß den Vorteilen beider zu nutzen. Von hier ab wird es leicht, die Liebe auch in Bezug zum Menschen, als Geben und Nehmen, Gestalten und Bereiten, zu verstehen. Harmonie bedarf Beziehungen, die gepflegt werden, denn davon - dass man sich verbunden fühlt in einer Sache oder Vorhaben (auch Idee) - hängt alles ab für Venus.
Der Mond steht wie kein anderer Planet für die Bedürftigkeit (das Kind im Menschen), aber auch Befindlichkeit, darin sind auch die Gefühle beteiligt. Der Mond, sein Eindrucksverhalten löst die Gefühlsreaktionen aus.
Der Merkur steht auch für die Mentalität, und nicht nur für das Kommunikationsverhalten, oder für die Art wie man Sprache nutzt und seine Position klar macht. Auch der Merkur hat einen gewissen Bezug zum EGO; - man erkennt einen Menschen auch an seiner Merkur-Position, sie schwingt manchmal deutlich rüber, etwa durch die Art der Argumentation und der Maßstäbe.
Der Bezug zur Mentalität, die ansonsten ja der Sonne zugeschrieben wird, erklärt sich auch symbolisch aus der grundsätzlichen Nähe von Sonne und Merkur zueinander (Merkur entfernt sich nie weiter als 28° von der Sonne).

Auch andere Planeten können die Erscheinung eines Menschen bestimmen. Zum Beispiel Mars. Mars lässt in Erscheinung treten, wie Menschen tun, wonach es sie verlangt. Aber Mars steht nicht für die Mentalität, das ist Merkur und die Sonne, und zu einem geringen Teil kann man auch Venus anführen, da sie hintergründige Werte verkörpert Für eine Frau ist die Venus die Art, wie sie sich als Frau empfindet. Beim Mann der Mars, wie er sich als männlich erlebt. Der Mars drückt an sich aus, wie man Initiative ergreift und wie man Situationen beeinflusst. Wie man einen gefassten Plan umsetzt.

Die Sonne steht im Vergleich zu Merkur für einen anderen Aspekt der Mentalität. Man kommt der Sonne vermutlich in der Symbolik sehr nahe, wenn man sie als Zentrum der Reflektion betrachtet. Die Sonne selbst nimmt nichts wahr, sie ist nur, und durch ihre Präsenz erfährt sie die anderen Planeten. Merkur greift eher aktiv ins Geschehen ein, und steht nicht so sehr für die Reflektion an sich. Allerdings steht Merkur wiederum für das zielgerichtete Planen, während die Sonne in gewisser Weise Pläne in Bezug zu allen Planeten schmieden kann, sie ist ja der Lebenskern, die Sammelinse, das Zentrum, hier werden Entscheidungen getroffen, die Merkur vielleicht umsetzt, manche Entscheidungen müssen mit Mars durchgesetzt werden. 

Der AS und die Sonne sind nicht einfach aufzutrennen, sie zeigen zwei Ebenen des Seins, genau wie Sonne und Mond, man kann daher auch von zwei Seelen in der Brust sprechen, weil es zwei oder drei grundlegende Erfahrungs- und Seinsebenen gibt, von der jede eigenständig etwas verschiedenes empfinden und beisteuern kann (AS, Sonne, Mond). Am Ende muss alles eins werden. Im Grunde stellt jeder Faktor, eigentlich auch die Mondknotenachse, jeweils gewisse Facette von Seelen in der Brust dar. Nur ist das bei Sonne, Mond und AS sehr viel verwurzelter im Bewusstsein und Erleben.

Döbereiner formuliert alles, was mit dem AS zusammenhängt (AS-Zeichen, Herrscher des AS-Zeichens, 1. Haus) als Anlage. Die will durch sich selbst (Trieb/1. Quadrant) zur Erscheinung und Bedeutung kommen (MC), was durch die Sonne verwirklicht werden soll. AS muss, MC ist das Ergebnis, also das, was der ganzen Sache eine bedeutungsvolle Richtung verleiht (MC), und dass alles geht nur so, wie die Sonne es verwirklicht. Die Sonne stellt die Brücke dar, aber auch einige Bedingungen, die in ihrem Standortr begründet sind.
Aber der AS als Anlage muss und wird zur Geltung kommen - in dieser Hinsicht ist der AS mit seinem ausgwanderten Herrscher das erste Deutungsglied der Kette und das wichtigste Puzzlestück. Die Sonne aber gibt der ganzen Anlage erst die massgebliche Richtung eines Verhaltens. 

Und das MC ist die letzte kausale Verknüpfung, um aufzuzeigen, worin sozusagen das I-Tüpfelchen, die letzte Konsequenz des Ganzen besteht (das Ganze besteht dann im Ende aus: AS + Sonne + MC). Es verdichtet und konkretisiert sich also von Schritt zu Schritt (AS-Sonne-MC)  immer weiter. 

Um diese Technik besser zu verstehen, oder zu vertiefen, empfiehlt sich Döbereiners Lehrbuch Band 1. Das Homöopathie Buch Band 1 (um die Quadranten zu verstehen ein gutes Buch) oder statt des Homöopathiebuch ein vergleichbares, ist hilfreich, in dem die Quadranten in ausgestalteter Textform (nicht in Seminarform) beschrieben werden.

Um die Technik anzuwenden, zieht Wolfgang Döbereiner konsequent die archetypischen Urformen Saturn, Uranus, Neptun und Pluto als bestimmende Qualitäten heran. Und für Uranus, Neptun und Pluto berücksichtigt er ebenso konsequent dessen Herrschaft über die Zeichen Wassermann, Fische und Skorpion (statt Saturn, Jupiter und Mars). Die zeigt eine sehr deutliche Struktur heraus, die aus einem archetypischen Muster besteht. Diese Planeten sind Schwergewichte, und zeichnen so die tiefen Strukturen eines Anlagebildes. Als Anlagebild wird man bei Döbereiner konsequent nicht nur den AS verstehen, sondern mit der Grundcharakteristik der Quadranten und dem grundsätzlichen Verständnis des in der Welt Gesetztsein des Menschen (sein Standpunkt bedingt alles weitere, sein AS bedingt alles weitere), was dasselbe ist, wie die Quadranten in ihrer Beziehung bzw. Bedeutung zu verstehen, besteht das Anlagebild aus einer richtungsvollen Psychologie, die im Radix durch diese Methode angezeigt wird. Der MC zeigt oft das Bemühen, ein Ergebnis zustande zu bringen. Was durch die Sonne verwirklicht wurde, und durch den AS angelegt war.

Die Psychologie im Kleinen und im etwas anders gelagerten Bereich der Planeten bis Saturn, unter Ausschluß von Uranus und Co., zeigt sich zB die alte Herrschaft von Mars in Skorpion viel intimer, aber dafür auch weniger eingeordnet, in die Grundcharakteristik der Schwergewichte (Pluto, Uranus und Neptun), die bei Döbereiner deshalb wichtig sind, weil mit ihnen die Häuserstruktur und die Herrschaftsfolgen auf einer grundsätzlichen Ebene untersucht werden. Die Häuserherrschaft - zum Beispiel: Pluto aus 1 in 10 -, zeigt an, was das von Pluto beherrschte Haus hier nur tun kann (hier: Skorpion-AS): denn das, was dieses 1. Haus auch immer angeht, kann nur so, wie es sein Eigentümer zulässt. Denn ein Planet, der in einem Haus steht,  ist nur Mieter. Man muss also schauen, was die Skorpion Anlage weiter bedeutet: man schaut nach dem 10. Haus. Die Skorpion Anlage hat also etwas mit dem 10. Haus zu tun. Wenn ein Planet im ersten Haus stünde, müsste man ebenso den erweiterten Bezug auf das 10. Haus aufstellen, um diese Rolle des Planeten im ersten Haus voll zu verstehen. Der ausgewanderte Herrscher (des Zeichens an der Hausspitze) spricht Grundsätzliches aus über die Bedeutung dieser Angelegenheiten, die ein bestimmtes Haus betreffen. Wenn er  selbst das Haus beherrscht, in dem er steht, ist das ein Sonderfall, die Bedeutung ist aber ebenso mit der Häuserherrschertechnik abzulesen, kann gewöhnlich als Selbstzweck beschrieben werden .

Wie versteht man die Rolle der Sonne grundlegend?

W. Döbereiner in Homöopathische Erfahrungsbilder Band 1 (S.57): "Das Verhalten, in seiner Orientierung (4. Haus; Empfinden), und seinem Antrieb (5. Haus; Emotion) und in seiner Steuerung gegenüber Bedingungen,  trägt die Austausch- und Vermittlerrolle zwischen Anlagen und Außenwelt."

Anlagen sind alle Gehalte des Wirklichen (einer Person; 1. Quadrant; AS), die zur Erscheinung und Wirksamkeit drängen - geordnet werden sie durch das ihnen bezügliche Verhalten.

"Es ist vergleichbar mit der Haut, grenz Eigenart ab und führt den Austausch zwischen innen und außen durch." Bei  Steuerung gegenüber vorliegenden oder begegnenden Bedingungen findet ein Schutzverhalten statt; die subjektive "Verhaltenheit" grenzt die Eigenart nach Außen ab. Man könnte hier sogar auf die Rolle Saturns in seiner Rolle der erwachsenen ICH-Bildung schliessen. Ein sich bewußt gemachtes Verhalten sucht wieder die offene Beziehung, das heisst sucht als geeignet befundene An- und Einlässe für die Verwirklichung der Anlagen.

Häuserherrschertechnik

Wenn ein Planet im 1. Haus steht - etwa das Haus selbst steht in Skorpion und Venus steht in 1-, kann dieser Planet Venus nur so, wie der entsprechende Herrscherplanet des Zeichens an der Hausspitze an seinem jeweiligen Standort (zB Pluto in 10), zulässt. Genauer: das Haus, in dem Pluto steht (10), bedingt das Haus, in dem er herrscht (AS). Ausgangspunkt ist das Zeichen, Ziel ist der Standort des Planeten. Im Zeichen und Haus seiner Herrschaft, findet der jeweilige Herrscherplanet seine Wurzeln.

Betroffen ist der gesamte Herrschaftsbereich eines Planeten, also das ganze Haus. Alle Planeten, die sich in diesem Haus aufhalten. Also wenn im 1. Haus noch ein weiterer Planet steht, kommt es für ihn ebenso auf das Herrscherzeichen an der Spitze des 1. Hauses an - denn der diesem Zeichen zugeordnete Planet legt fest, wie sich das 1. Haus und alle Planeten darin ausdrücken sollen. 

Man verfolgt die Herrschaftslinie. Es ergeben sich so durch Verknüpfungen erweiterte Bedeutungsräume der Häuser.

Wenn Pluto in 10 steht, hat dies eine dem Herrschaftsbereich  dieses Planeten (1. Haus in Skorpion) übergeordnete Bedeutung, die eine wichtige Struktur zeichnet: nämlich wie das Haus, in dem Pluto herrscht (1 bzw. Aszendent), ausgedrückt wird. Das 1. Haus kann es nur, wie es das 10. Haus zulässt.

Beispiel: Wenn Skorpion an der Spitze des 1. Hauses steht, dann wird sich das Interesse des EGOS (1. Haus) oder die Persönlichkeit (1. Haus) als Ziel seines Ausdrucks das 10. Haus suchen, weil dort Pluto steht. Dahin fliesst die Energie. Muss sich ausrichten, hat sich ausgerichtet. So sehen wir es als Struktur, die bereits wirkt (AS und ausgewanderter Herrscher bilden als Einheit diese Anlagestruktur) - und sagen, das Haus (Aszendent, bzw. 1. Haus) kann nur so, wie es sein Eigentümer (Pluto in 10) zulässt.
Das erste Haus kann nur so, wie es die Bedeutung des 10. Hauses, in dem er als Herrscher steht, zulässt. Das Haus 1 als Eigentümer eines Planeten (hier Pluto in 10 ) hat unabhängig von weiteren Planeten darin, eine grundsätzliche Bedeutung (weitere Planeten müssen sich ja ebenso an den Gründen orientieren, die das Haus mit seinem ausgewanderten Herrscher erhält). Wenn das erste Haus also sich zeigen will, hinsichtlich seiner Funktion (die ist festgelegt), dann kann es dies und wird es dies nur so tun, wie der Eigentümer es zulassen kann. Der Eigentümer steht in einem der 12 Häuser (und ist somit eine Variable).

Der Mieter (Pluto in 10) muss sich an jenen Dingen ausrichten, die durch seinen Eigentümer als Bedingungen aufgestellt wurden. Das heisst, auch das 10. Haus steht in einem Zeichen und legt in derselben Weise wie oben beschrieben eine Bedeutung fest. Das 10. Haus könnte zum Beispiel in Löwe stehen. Also kommt man dem Ganzen wieder ein Stück näher, wenn man auch untersucht wie Pluto nur kann, so wie es von seinem Eigentümer festgelegt wurde, das wäre in diesem Fall, weil Löwe an der 10. Hausspitze steht, die Sonne. Die Sonne könnte zum Beispiel in 8 stehen. Hinsichtlich des Ausgangspunkt der Untersuchung, das war der AS, hat die Sonne in 8 jetzt erst mal nur Aussagekraft als Herrscher über das 10. Haus (ich meine damit, dass sie zudem als wichtigster Teil der Persönlichkeit gilt, und die Verhaltenseigenschaft beschreibt, wird bei dieser Untersuchung des AS zunächst ausser Acht gelassen; man kann und sollte es sich vereinfachen indem auf diese Weise die verschiedenen Ebenen eines Horoskop unterscheidet, je nachdem, was man gerade untersucht).
Das heisst, Pluto in 10 kann nur so, wie die Sonne in 8 es für das 10. Haus bedingt. Weil das 10. Haus (Löwe) nur so kann, wie es die Sonne in 8 bedingt. Die Bedeutung des 10. Hauses bleibt, sie ist massgeblich, die Bedeutung des 10. Hauses an sich kommt zum Ausdruck - aber es wird in eine Richtung (Lebensbereich) gebracht, die eben durch den Standort des Herrschers über das zehnte Haus bedingt ist (die Sonne in 8). Dasselbe gilt auch für den AS. Der Herrscher des AS kann nur so, wie der Pluto in 10 es bedingt. Und davon weitergehend, komme ich eben zur Sonne in 8, weil sie über das 10. Haus herrscht. Gewöhnlich reichen diese zwei Ausgangspunkte: Also zuerst der Herrscher des AS, wo der steht, das ist der Pluto, und dann schauen, was eigentlich der Pluto will, da schaut man auf die ihn bestimmende Regeln, nämlich wo der Herrscher des 10. Hauses steht, die Sonne.

Der in ein (meist anderes) Haus ausgewanderte Planet als Mieter steht auf dem Grund eines Eigentümers, des Hauses, das von einem anderen beherrscht wird. 

Wenn man den AS untersucht und im ersten Haus sich ein Planet befindet, muss man nach dem Herrscherplaneten dieses 1. Hauses schauen, um zu untersuchen, wie dieser Planet im 1. Haus eigentlich wirkt, in welche Richtung er arbeitet. Der Herrscher des AS bzw. 1. Hauses kann in einem anderen Haus stehen. Das erste Haus kann nur so, wie es sein Eigentümer erlaubt. Der Eigentümer, das ist der Herrscherplanet des Zeichens, das an der Hausspitze festlegt, unter welchen Einfluss das Haus steht. 

Steht also Pluto in 11, so kann das erste Haus nur so, wie das 11. Haus für die "Aufhebung des Subjektiven, der Polarität" dies zulässt, es ist eine Bedingung für den Ausdruck des 1. Hauses.

Beispiel:

Mieter: Venus in 1
im Haus (Hausspitze!): Skorpion
Eigentümer des Hauses: Pluto in 10
Betrachtet man nun das zehnte Haus schaut man auf die Spitze des 10. Hauses: Löwe, und dann wo die Sonne steht, in welchem Haus

Wenn das Haus ein weiteres ganzes Zeichen enthält, in das keine Hausspitze fällt, dann ist dieses Hauses auch für Belange des AS und des ersten Hauses relevant, aber nachgeordnet (vielleicht kann man 30-40% Herrschaft hier andeuten, es drückt sich eine Relevanz aus, die etwas untergeordnet ist, gleichwohl aber immer auch massgeblich in einem Zusammenhang mit dem hauptsächlichen Herrscher steht; beide Herrscher bedingen sich indirekt gegenseitig in ihrer Auswirkung auf die Bedeutung des ganzen Hauses).

Die Herrschaftsfolge mit Uranus, Pluto und Neptun zeichnet diese Häuserherrschaft in einer deutlichen Struktur auf. Das heisst, diese Planeten können als massgebliche Bewegungskräfte der Zeichenenergie angesehen werden.

Die psychologischen Planeten Mars für Skorpion, Saturn für Wassermann und Jupiter für Fische sind nicht weniger wirksam, zeichnen aber eine andere, mehr intimere Ebene ab. Sie legen jedenfalls ebenso psychologische Grundmuster fest, zeichnen aber nicht  die entscheidende Konsequenz einer Grundorientierung, einer grundsätzlichen Neigung, wie es bei den neuen Herrscher Uranus, Pluto, Neptun der Fall ist.

Die vier Quadranten und Horoskophälftenbetonung

Der AS zeigt was schon wirklich ist, dies kann nur weiter ausgeformt werden. Im ersten Quadranten sitzt die persönliche Stofflichkeit, während im 3. Quadrant die Begegnung stattfindet mit aller Welt (Personen, Sachen, Dinge). Diese Begegnungen wecken Bilder (3. Quadrant), zu denen wir kommen, weil wir eine Grundanlage eines Standpunktes haben (1. Quadrant). In der Folge der Begegnung und Auseinandersetzung, kommen wir zu einem seelischen Gestaltungsdrang (2. Quadrant), mit tief verankerten Empfindungs- und Triebanlagen, die zum Handeln drängen (2. Quadrant), daraus entsteht die unterscheidbare Bedeutung von Etwas (4. Quadrant), gewöhnlich alles das, was relativ unvergänglich der Zeit standhält, da es Bedeutung, Ergebnis hat. Das ist die Welt des Objektiven, was Bestand hat als Wirklichkeit frei von subjektiven Zuschreibungen, sondern alle Welt kann es hier sehe - alles, was Gewordenes ist.

Zu wissen, in welcher Grund-Orientierung man zwangsläufig zu leben hat, erleichtert den richtigen Weg zur Meisterung seines Schicksals zu finden. Man findet dann gewisse Umstände als zur eigenen Natur gehörend, und weist diese Umstände nicht mehr zurück, sondern versucht im besten Fall das Beste aus den Umständen oder Seinsbedingungen zu machen. 

Gewöhnlich ist eine Horoskophälftenbetonung noch nicht gleichzeitig das Planetenbild einer Schüßel. In jedem Fall solltte man die Deutung von Planetenbilder von der Betrachtung der Betonung von Horoskophälften isolieren, denn beides findet auf verschiedenen Ebenen statt. Beides kann sich aber ergänzen und eine Tendenz verstärken oder aber entschärfen. Auch gewisse Zeichenbetonungen können hier noch ins Gewicht kommen, da zB ein veränderliches Zeichen die potentielle Zerstreuung eines Streubildes etwas verstärkt und ein Krebszeichen zum Beispiel die Planetenballung verstärkt usw..

Es ist ein gutes Zeichen für ungebundene symbolische Denkweise, wenn man beiden Polen stets etwas abgewinnen kann, unabhängig davon, welche Planetenverteilung man selbst hat.

Viele Planeten links oder rechts im Horoskop?

Für jemanden mit Planeten in der rechten Hälfte (vor allem am DS) wird es immer darum gehen, sich in gewisser Weise in der Welt, und mit oder durch andere Menschen zu orientieren, sich dem Fluß zu überlassen, sich in die Möglichkeiten, Strukturen, Angebote, Chancen und Gelegenheiten oder Erfordernisse der Welt einzufügen. Er orientiert sich nach dem Angebot. Und das scheint auch oft das Stichwort: sich einzufügen und bereit zu sein. 

Die eigenen Taten werden entsprechend honoriert, wenn man weiss, zwischen den Positionen anderer und der eigenen in einer Weise zu vermitteln, dass beide Seiten etwas davon haben. Das Schicksal begünstigt diese Einstellung, sofern man eine eigene Standfestigkeit entwickelt und nicht das Produkt des Gesellschaftlichen wird, und vor allem aus den Kontakten mit Menschen in der Lage ist, Befruchtendes für sich zu erfahren, aber auch anderen zukommen zu lassen. Die Haltung und der Eindruck ist: Man ist in der Welt mit anderen zusammen, die einem die Gelegenheiten für den Beruf bieten, oder Möglichkeiten des Austausches, der Diplomatie, des Zusammenseins, des Angebots für Aktivitäten (und seien diese beruflicher Natur). Man kommt sich beinahe immer "mitten drin" vor. Daher hat man oft den Eindruck, dass es keine grossen Brücken zu schlagen gibt, um von anderen etwas zu bekommen, oder mit anderen etwas gemeinsam zu tun, oder für andere etwas zu tun. Ihnen ist oft sehr bewusst, dass alles ein Geben und Nehmen ist. Schwer fällt solchen Menschen jedoch, sich selbst einzuschätzen, und eigene Standpunkte in Konfrontation mit Bedingungen oder anderen Leuten zu entwickeln - sie können aber sehr gut andere Menschen einschätzen. Haben sie aber noch keinen festen eigenen Standpunkt, dann kann zeitweise vielleicht ein Eindruck des Ausgeliefertseins an die Haltungen und Positionen anderer aufkommen.

Wichtig ist es, einerseits eigene Werte zu haben und andererseits die eigenen Werte auch wirklich leben zu können und sie ins Leben einzubringen, und das bedeutet, Bezüge zu anderen herstellen zu können, ohne auf die eigenen Grundsätze, Werte oder Überzeugungen zu sehr verzichten zu müssen. Es geht darum, nicht von anderen Menschen oder den Umständen sich die Werte vorschreiben zu lassen oder sich zu sehr an die gegebenen Normen anzupassen. Stichworte besonders für Betonung der Bereiche um den DS sind: nachdenken, prüfen, überlegen. Man überlegt und handelt dann, und zwar aus eigenen Werten heraus; - darum geht es, wenn man vor dem Handeln überlegt, es sollte nicht zu sehr darum gehen, zu überlegen, wie man es anderen wohl am meisten gerecht machen kann. Denn üblicherweise wird man das bei Betonung der rechten Horoskophälfte von vorneherein schon genügend beachten. Es fehlt dagegen oft der eigene Impuls. Wenn man aber Ideale hat oder genaue Vorstellungen von dem, was richtig und gewissenhaft ist, entfällt das lange Überlegen vor dem Handeln, und man kann so spontan handeln, wie es für einen nur richtig ist und wie es angemessen ist. Man darf sich nicht in den bestehenden Normen verlieren, sondern man ist aufgefordert einen eigenen Beitrag dieser Werte und Maßstäbe zu leisten, mit dem, was man selbst für richtig hält, auch wenn man deshalb kritisiert wird. 

Sie sollten sich grundsätzlich als Teil der Gesellschaft und des sozialen Lebens begreifen, sie finden und haben hier ihre Position und Aufgabe (je nach übrigen Radix versteht sich). Folglich sollten sie sich auch nicht auf Dauer von dem sozialen Leben zurückziehen, sondern die Probleme oder Chancen darin erkennen, und sich selbst erkennen, wenn ihre eigenen Probleme von den Umständen her bedingt werden. Und es geht auch darum zu unterscheiden, was sie noch angeht, und was sie nicht angeht. Man erklärt sich mit der Sonne, oder vielen Planeten auf der rechten Horoskopseite gerne solidarisch, das ist meist eine Art Reflex, um sich zu schützen oder Vorteile zu sichern. Diese Möglichkeit der Einflußnahme ist natürlich auch als Gabe zu verstehen!

Während für jemanden mit Planeten in der linken Hälfte (besonders am AS) eine praktische Selbstbehauptung im Vordergrund steht. Sie vergessen oft das soziale Element, weil sie es gar nicht in Betracht ziehen; aus einem selbstverständlichen Grunde freilich, weil sie zu leicht der Illusion zum Opfer fallen, dass gewisse Dinge einfach unnötig sind. Menschen mit der Betonung der Planeten in der rechten Hälfte (am DS) würden es als notwendig erachten, anderen auch nur ein Danke zu sagen. Auch wenn es manchmal wirklich überflüssig ist. Aber für die Menschen mit der Betonung der linken Hälfte erscheint es immer überflüssig. Auf diese Weise entgehen ihnen oft Gelegenheiten, die sich aus dem sozialen Kontext ergeben, weil sie anderen den Eindruck geben, dass man nicht an ihnen interessiert ist !
Sie sind leicht in der Lage, ihre eigenen Werte zu entwickeln, müssen aber dabei auch bedenken, wie die Taten, die auf diesen Werten aufgebaut sind, in der Welt ankommen. Sie fühlen sich stets als jene, die insgeheim sagen, dass sie nicht an das Schicksal glauben, weil sie es gerne selbst kontrollieren möchten. Das Schicksal begünstigt diese Einstellung, sofern sie bereit sind, ihren Horizont beständig zu erweitern und wenn sie sich vor neuen Erfahrungen nicht verschliessen, und am Ende nicht das Produkt eigener Fehleinschätzungen werden, oder mit der eigenen Überheblichkeit zur Starrheit neigen.
Man kommt sich vielleicht als jemand vor, der mit den Dingen, die um einen herum passieren, nicht besonders involviert ist, und kann seine Selbst- und Eigenständigkeit zum Vorteil nutzen, oder sollte lernen dies zu tun. Man ist natürlich auch hier in der Welt, nur steht man hier mit seinem Willen vor allem für sich selbst ein, und schafft durch sich selbst vor allem die Gelegenheiten. Oder man nutzt Gelegenheiten, die sich einem bieten, muss dazu aber oft einen entscheidenden Schritt selbst tun, der einem nicht immer leicht fällt. Verantwortung wird hier nicht weniger begriffen als wie mit einer anderen Betonung des Horoskops. Oft ist es so, dass man auch etwas anzubieten hat, und man so zu Gelegenheiten zB beruflicher Art kommt, und man bietet das gewöhnlich bei Planeten in der linken Hälfte mit einer gewissen Selbstverständlichkeit oder einem entsprechend guten Selbstbewusstsein an. Die Gelegenheiten können durch eigene Anstrengungen geschaffen werden, während man in jedem Fall gerne selbst die weitere Richtung der Angelegenheiten bestimmen möchte, oder zumindest möchte man einen gewichtigen Teil davon bestimmen können, der mit einem selbst zu tun hat. Was sie auch tun, davon sind sie überzeugt, und sie tun es in einer Art Selbstverständlichkeit. Sie sind in dem Sinne oft sehr authentisch. Wichtig für sie ist es, anzuerkennen, dass andere Menschen wie auch das Schicksal genauso einen eigenen Willen haben wie sie selbst, und dass es zwischen der eigenen Position und der anderer manchmal abzuwägen gilt, bzw. zu erkennen, dass andere letztlich vor dieselben Probleme gestellt sind wie man selbst. Ein Stichwort besonders für Betonung der Bereiche um den AS ist "tun". Man tut etwas, und erfährt sich auf diese Weise selbst, offenbart direkt sein Geschick und Talent. Man geht insgeheim davon aus, dass die äußere Welt die eigenen Taten anerkennt, und hat folglich ein gewisses Maß grundsätzlichen Selbstvertrauens. Eventuell wäre es für diese Menschen sinnvoll, dass sie handeln können, auch wenn viele Menschen zugegen sind. Ihr Handeln sollten sie zwar als Selbstverständlichkeit betrachten, aber wohl auch einsehen, dass nicht jeder so handeln wird, wie man es selbst täte. Es kann sein, dass diese Menschen am liebsten für sich wären, doch müssen sie wohl lernen, mit anderen auszukommen, ohne dass man sich deswegen gegenseitig im Wege sein muss. Man grenzt sich mit der Sonne oder vielen Planeten auf der linken Horoskopseite gerne ab, das ist meist auch eine Art Reflex, oft wenn es um eigene Werte geht oder Bewahrung des eigenen Willens. Ihnen fehlt es schwer, andere Menschen richtig einzuschätzen, können sich selbst aber sehr gut einschätzen und ihre eigene Position erkennen und auch bestimmen. 

Untere oder obere Horoskophälfte betont?

Viele Planeten in der oberen Horoskophälfte werden einen Menschen hervorbringen, der seine Aufgabe in der Öffentlichkeit findet, der eine zentrale oder bedeutende Rolle einnehmen will, die Selbstsicherheit ebenso wie Selbstständigkeit erfordert und vor allem verantwortungsvolles Handeln. Anders wie bei einem Menschen mit Planeten am DS ist die Verantwortung am MC eine solche, die man beinahe ganz von selbst begreift, es ist eine gefühlte, empfundene Selbstverständlichkeit - während man am DS eher den Eindruck hat, dass man eine Pflicht aufgetragen bekommt, etwas beitragen sollte oder muss, oder teilweise das eigene Handeln solchen zu entsprechen hat (während es am DS die zu lernende Aufgabe sein kann, selbstverantwortlich die Pflichten und Werte nach eigenen Maßstäben auszulegen und in der Begegnung mit anderen anzuwenden; dies wird am DS auf eine Weise geschehen, dass man direkt in der Auseinandersetzung mit einzelnen Menschen konkret werden kann, oder dass diese Begegnung beide Beteiligten mit "Wehleiden" verlassen). Am DS ist man mit der Welt. Hier in der oberen Hälfte ist man ganz besonders in der Welt, und erlebt seine Stellung als Position, in der man einfach schon einen gewissen Stand hat, die Aufgabe ist hier die Verantwortung nicht aus der Hand zu legen, wenn man für sie bestimmt ist. Gerade diese Bestimmung ist es, die man hier erfährt. Entweder man ist für etwas bestimmt, oder nicht. Es ist hier aber der Unterschied zu anderen Quadranten nicht als zu gross zu beschreiben, denn es geht bei den Quadranten auch um die grundsätzliche Erlebensart eines Menschen, und nicht grundlegend immer um das schwarz-weisse Schicksal in seinen Kontrasten. Allerdings geht die Erlebensart auch mit den Fähigkeiten einher, die man mit einer Quadrantenstellung hat.
Man wird vielleicht in der Lage sein, in der Mitte von vielen Leuten zu stehen und stets Aufgaben annehmen zu können; oder Dinge, die viele angehen, zu erledigen; oder eine gewisse Verantwortung tragen können - und meist legt man es hier sogar darauf an, sich in Bezug zur Öffentlichkeit entweder bewähren oder profilieren zu können (was ja nicht dasselbe ist). Hier sind zum Beispiel alle Berufe, die es mit sich bringen, in irgendeiner Weise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu sein. Zu einem hin kommen Leute, weil man selbst eine gewisse Autorität oder Kompetenz verbürgen kann. Mit der Stellung am DS verhält es sich in dieser Hinsicht ähnlich, aber gewöhnlich sind die Wege, auf denen Menschen zu einem kommen, am MC direkter und auch an Zuschreibungen gebunden, die der Stellung entsprechen, die man für andere repräsentiert, oder aber einen solchen Eindruck von Kompetenz erwecken (auch ohne dass dieser gerechtfertigt wäre). Natürlich muss eine ausgesprochen "hohe Stellung" nicht ausdrücklich gegeben sein, vielleicht merkt man aber als Geborener mit Planeten im 10. Haus allgemein, dass man im Bezug mit anderen Menschen oder Kollegen keineswegs eine Aussenseiterrolle hat, sondern oft eine vorteilhafte Rolle spielen kann, oder wie diese leicht an einen herangetragen wird. Andererseits wird es so sein, dass man sowohl mit seinen Leistungen als auch mit seinen Fehlern oder Makeln in der Regel immer aufallen wird. Die Aufgabe ist gewöhnlich, zu unterscheiden, ob man authentisch handeln kann, oder sich und anderen etwas vormacht, nur weil die Bedingungen besonders einfach zu einer Handlung oder Stellungsnahme sind. Entweder man handelt vollkommen im Sinne der Sache und den eigenen Möglichkeiten, und vermag zu beurteilen, in wie weit man das kann, oder man lernt dies zu tun - oder als weitere Möglichkeit muss man eine zu schwierige Aufgabe, der man nicht gewachsen ist, auch mal abgegeben oder auf die Kräfte und Fähigkeiten anderer verweisen; jedoch wird man wohl kaum mit Leichtigkeit etwas von sich weisen, wenn es eine Chance vereitelt. Zum Beispiel wird man zumindest eine opportune Chance darin sehen, auf sich aufmerksam zu machen oder aktiv die Situation zu beeinflussen, und dies wird auch von der Öffentlichkeit gewöhnlich bereitwillig akzeptiert - falls man hier Hemmungen hat, gilt es diese mit der Zeit abzubauen. Diese obere Horoskopbetonung muss nicht besonders schicksalsmässig sein, sondern es ist die innere Art, die auch äusserlich zu erkennen ist, die hier eine Rolle spielt. Andere Menschen betonen die eigene Stellung normalerweise nicht so sehr, wie man selbst diesen Eindruck von seiner eigenen Position vielleicht von Zeit zu Zeit gewinnt. Man steht prinzipiell im Mittelpunkt und kann lernen sich dies zu Nutze zu machen, und schließlich wird man anderen eine Hilfe sein, und wird man andere leiten können - das mit Authentizität verbunden, wäre die Verwirklichung eines echten Vorbildes. Hier ist es nicht nur wichtig, handlungsfähig zu sein, und handlungswillig, sondern es ist auch wichtig, die Rolle eines Vorbildes spielen zu können, weil man authentisch ist und für die Aufgaben fähig oder gebildet genug. Falsch wäre es, eine Autorität ausüben zu wollen, ohne wirklich die Kompetenz aufzuweisen, die nötig wäre, oder das zu zu realisieren bzw. auszuleben, was man anderen aus seinem Standpunkt heraus mitzuteilen hat.

Viele Planeten in der unteren Hälfte betonen das Sicherheitsbedürfnis des betreffenden Menschen. Er wird selten wirklich glücklich werden, wenn er der Moderator oder Klassensprecher einer Gesellschaft ist und inmitten des Trubels steht, und jederzeit damit rechnen muss, dass er in Aufgaben und Probleme verwickelt wird, die ihn aus dem Schatten ins Rampenlicht stellen. Er wirkt gerne aus dem Hintergrund und zieht sich gerne zurück, um im Stillen ein Problem zu lösen. Der entscheidende Punkt ist, dass Menschen mit vielen Planeten in der unteren Hälfte, sich als ein eigenes Universum empfinden, welches durch das eigene Tun erlebt werden kann. Andere Menschen werden hier jedoch prinzipiell kaum gebraucht, die das eigene Tun reflektieren, dennoch ist es ihnen nicht selten ein Bedürfnis einen engeren kreis vertrauter Menschen um sich zu wissen, und man sucht sich Leute selektiv aus, mit denen man zu tun haben möchte. Menschen mit Betonung der unteren Horoskophälfte können sehr gute Gastgeber sein, und verbreiten durch ihre Ausstrahlung im Heim auch oft ein angenehmes Klima.
Hier will man an sich selbst arbeiten, an seinen Fähigkeiten, Talenten und Ressourcen:
zum einen an den Fähigkeiten des Körpers, etwa Krafttraining, Bewegungstraining, auch Karate oder ähnliches; zum anderen an den geistigen Kapazitäten, den Kommunikationsaspekten, oder der Fähigkeit zum logischen Denken (3. Haus) - je nach individuellem Horoskop ergeben sich natürlich noch viele weitere Bereiche, aber immer läuft es darauf hinaus, die eigenen Fähigkeiten erweitern zu wollen. Wenn Planeten im 4. Haus stehen - und dazu reicht auch nur ein einziger-, wird es immer auch um die persönlichen Wurzeln gehen, wie man sich bei seinen Handlungen (Quadrat des IC's zu DS und AS) und den Auseinandersetzungen mit der Welt in seinem URGRUND DES SEINS empfindet. Es ist dieses vierte Haus öfter als man vielleicht annehmen mag, ein sprichwörtlicher Grund für Handlungen oder Verhaltensweisen, Einstellungen - wwenn man hier Jupiter stehen hat, könnte man dazu neigen, sich und seine Lebenslage tendenziell immer als sehr optimistisch einzuschätzen, weil man stets eine gewisse Großartigkeit empfinden wird - oder aber man sucht danach. 
Es kommt aber noch darauf an, welche anderen Planeten im 4. Haus stehen. Wenn hier im 4. Haus die Sonne stünde, wird das Interesse des Horoskopeigners immer genau diesen Anliegen des seelischen Grundes entsprechen wollen, sich solche zu schaffen, oder darüber zu bestimmen, Einfluss nehmen auch auf Umstände, die ein solches Empfinden auslösen. Man mag daran arbeiten, eine gewisse Einstellung (gemäß dem Zeichen der Sonne im 4. Haus) zu gewinnen, eine bestimmte und eigenständige Haltung zu seiner Vergangenheit und Herkunft zu bekommen, besonders wenn Merkur im 4. Haus mit dabei steht. Vielleicht wird man bei Planeten im 4. Haus grundsätzlich immer vor die Frage gestellt: "Wie man sich eine Grundlage des Seins erarbeiten möchte?", oder welche Art von "seelischem Boden" man überhaupt will. Es ist ein seelischer Boden - das Wort "Seele" zunächst im umgangssprachlichen Sinne verstanden... - es ist die Art von "Zuhause", die wir mit uns herum tragen, und in diesem Sinne steht das Wort "Seele" auf jeden Fall auch für die Metapher des "seelischen Hauses".
Hier im 4. Haus ist es der Ort des Mondes, hier wird angezeigt, was wir immer gewesen sind, aber mehr noch: wie wir uns in unserem Grundempfinden (4. Haus) vor die Welt stellen (10. Haus).
Diese untere Hemisphäre ist komplexer, als es den Anschein hat, je nachdem welches Haus besonders betont ist. Es kann zum Beispiel im 3. Haus darum gehen, die eigene kommunikative Ausdrucksfähigkeit zu verfeinern ebenso wie die Wahrnehmung der konkreten naheliegenden Umgebung bzw. der Dinge einer jeweiligen Umgebung (wozu auch die Beweglichkeit des eigenen Körpers gehört; viele Leute mit Mars, aber auch Merkur oder Uranus im 3. Haus üben zB regelmässig eine Sportart aus, bei der die Motorik angesprochen wird). Oder im 4. Haus geht es darum, für sich aber auch anderen ein gesundes und taugliches seelisches Rückgrat zu entwickeln, was sich zB darin ausdrücken kann, dass man egal wo man ist, sich dort auch zuhause fühlen kann, oder, da das 4. Haus auch für die Herkunft steht, können solche Lebensbereiche angesprochen sein, in der es um die Ahnenreihe oder Geschichte der Heimatstadt geht, der Geschichte seines Vereins usw. - im weitesten Sinne kann es um die "Erinnerung" gehen, so denn auch die Aufarbeitung der eigenen Lebens- bzw. Leidensgeschichte, mit der man sich bei Betonung des 4. Haus intensiv auseinandersetzt, oder aber davor flüchtet, obwohl es so wichtig wäre hier Klarheit zu schaffen. Man verinnerlicht Eigenschaften, die schliesslich derart verdichtet sind, dass sie zur eigenen Wesensnatur gehören. Daher wird es im 4. Haus auch immer um die Auflösung der Konditionierungen der Kindheit und des bereits gelebten Lebens gehen. Im 5. Haus wird es um den seelischen Ausdruck gehen, zum Beispiel in der Kreativität oder dem Spiel, nämlich der Erfahrung, dass man durch spielerischen Umgang sich selbst erfahren kann. Man will sich ausdrücken und dadurch darstellen und erlebt sich durch das schöpferische Selbst erst als Ganzheit. Es geht um die Sichtbarmachung eigener Ideen und Ausdrucksmöglichkeiten, woraus schliesslich auch Selbstvertrauen und Lebensfreude resultieren. Menschen mit Betonung der unteren Horoskophälfte sollten lernen, auch mal aus sich heraus zu gehen, aber dabei ihre wahre Wesensnatur zu bewahren. Man ist nur dann wirklich standhaft und selbstsicher, wenn man dies auch im Alltag und Leben bewähren kann, das heisst im Angesicht von Herausforderungen. Die eigenen kreativen Möglichkeiten bedeuten einem gewöhnlich sehr viel und festigen die eigene Identität.

Deutung der Aspekte

Aspekte

Die Aspekte stellen ein sehr vordergründiges Deutungsinstrument dar und gehören daher zu den wichtigsten Deutungsfaktoren. 

Die Aspekte sorgen für die massgebliche Dynamik eines Horoskops und stehen für psychologische Grundmuster. Die Häuser zeigen eine Richtung an, in welche die Planeten wirken, und so können auch noch die Eckhäuser anzeigen, wieviel Betonung auf das Wirken eines bestimmten Planeten liegt, der nämlich in einem solchen Eckhaus steht. Ein solcher Planet wird ein Teil der Persönlichkeit und die Ausstrahlung eines Menschen massgeblich bestimmen.
Doch werden die Aspekte wesentlicher anzeigen, wie sich die Kräfte miteinander verbinden . Durch die Art, wie sie das tun, wird auf mehr oder weniger geheimnsivoller Weise auch äußeres Schicksal angezogen, zum Beispiel indem Transite auf diese Energiegrundlage zusätzlich wirken und für Anziehung, Resonanz und Fügungen sorgen können.

Die Zeichen bilden die Orientierungen und strukturbildenden Motivationen des Horoskopeigners, seine Quelle der haltungen und Inspirationen.
Die Planeten sind den Energien des Zeichens ausgesetzt. Die Planeten haben jedoch auch eine eigene Wirkung, die sich vom Zeichen unterscheiden kann, oder aber gut mit einem Zeichen zusammenpassen kann. Passt Zeichen und Planet nicht zusammen, kann man diese Herausforderung ähnlich bewerten, wie einen spannungsvollen Aspekt. Die klassischen Würden können herangezogen werden, um dieses Zueinanderpassen eines Planeten zu Zeichen zu bestimmen. Die spannungsvollen Aspekte wie Quadrate oder Oppositionen zeigen nicht einfach nur die ultimative Schwierigkeit, sondern aus einem anderen Gesichtspunkt auch eine Chance an, besonderes zu leisten. 
Die Leistung besteht nicht nur im Talent, sondern auch in der Integration der Dynamik, welche durch die Spannung einer Herausforderung oder Begegnung mit Schicksal entsteht. Die Begegnung mit Schicksal ist gleichbedeutend mit der Begegnung eines Planeten, aber wesentlich ist weder Schicksal noch Planetenkraft, sondern die Erfahrungsdimension und darin liegende Erlebniswelt für das Individuum. Zwingende Erfahrungen können darin liegen, ebenso wie Entscheidungen. Diese Erlebnisse sind die prägendsten Grundfaktoren unserer Existenz.
Für die praktische Arbeit mit der Astrologie in der alltäglichen Lebensbewältigung empfiehlt es sich, nicht auf Ereignisse zu schauen, denn man weiss nie, was kommt, sondern lieber die Tatsache annehmen, dass man jederzeit selbst verantwortlich für sein Schicksal ist. Um zu entscheiden, in einem gelebten Augenblick, was richtig für einen ist und was wohl weniger, ist es hilfreich zB aktuelle Transite oder eigene Konstellationen zu kennen und damit verbundene Chancen oder Risiken zu kennen. Risiken sind immer jene Faktoren, die für unser Glück nicht nur überflüssig, sondern hinderlich sind. Dazu zählen vor allem allerhand psychische Komplexe und Zwänge oder Ängste, die besonders auch von den Planeten Saturn, Uranus, Pluto oder Neptun herrühren können, bzw. ihren Aspekten zu den persönlichen Planeten Sonne, Mond, Venus, Merkur und Mars.
In Ereignissen, die die Transite der langsamen Planeten mit sich bringen, liegt eine Dynamik. Je nach Radix, verkörpert sich damit ein typisches Erleben oder Schicksalserfahrung (Themen). Ein Quadrat im Radix  schafft andere Vorraussetzungen und Rahmenbedingungen als eine Opposition.  Kennt man seine Vergangenheit, kann man seine Gegenwart durchschauen und statt sich auf bestimmte Weise auf etwas einzulassen, sich anders auf dasselbe einlassen, mit einer anderen Haltung, Überzeugung oder Zielrichtung.

Quadrate und Opposition zwingen eine Auseinandersetzung und Entscheidung herbei. Manchmal ergeben sich damit vorschnelle Entscheidungen oder rigorose Haltungen bzw. verstärkt seine alten rigorosen Haltungen, beharrt. Viel Bewegung und Dynamik sind hier angezeigt. Elektrisierende Energie. Oft setzt man dieser Bewegung eine konsequente Haltung entgegen, eine Beharrlichkeit; eine Haltung, die von innen unbeugsam gemacht wird, umso stärker die äussere Herausforderung zu werden droht.

Bei Trigonen handelt es sich um Energien, die sehr magnetisch wirken. Sie stehen vor allem für Gaben (aus einem anderen Leben Gelerntes) und Talente. Sie weisen ein hohes Maß an Form auf. Aber es fehlt der bewegende Impuls und die Dynamik, um die Form zur Geltung zu bringen, während das bei einem Sextil viel leichter geschieht, aber manchmal auch zu leicht und unbekümmert. Das Trigon macht  nicht unbekümmert  wie das Sextil, sondern neigt oft zur Selbstverständlichkeit, und kann aber auch viel Selbstbewusstsein beisteuern, wenn man das Potential anzapfen kann, das mit diesen mit dem Trigon bereit stehenden Formen gegeben ist.
Seien das künstlerische oder medizinische, soziale oder andere formgebende Angelegenheiten und Fähigkeiten.

Hinsichtlich der Entfaltung eigener Talente kann man Quadrate (auch Oppositionen) als etwas ansehen, wo man von innen her ein Bedürfnis empfindet, gewisse Dinge zu verändern oder zu beeinflussen (je nach beteiligten Planeten und Konstellationen). Man verkörpert hier ein Anliegen, für das man eintritt. Ein Quadrat zwischen zwei Planeten sensibilisiert. Aufgrund dieser Tatsache ist man bereit, gewisse Dinge - sofern man es in der Hand hat - anders zu machen. Man erkennt wie die Dinge gewöhnlich laufen und welche Probleme dabei auftauchen und kennt die Möglichkeiten, um das Problem anzugehen. Jedenfalls ist man um eine Antwort kaum verlegen. Ob die Herangehensweise geeignet ist, muss sich freilich manchmal noch zeigen.

Bei Sextilen oder Trigonen wird man besonders in Umstände und Situationen geraten, die einen ohne eigenes Zutun schon unterstützen. Auch hier gibt es ein Anliegen, aber es besitzt eine andere Qualität, als wie bei Quadraten oder Oppositionen.
Am einfachsten ist dies zu beschreiben mit dem üblichen "Harmonie"-Begriff, aber in Wahrheit ist es einfach eine andere Qualität wie sich die Energie, also die Anlage verkörpert, was für eine Gewichtung die Anlage erhalten hat.
Zum Beispiel könnten andere Menschen einem bestimmte Dinge zutrauen, oder Situationen und Umstände fügen sich entsprechend, ohne dass man hierbei etwas besonderes leisten müsste. Im weiteren Verlauf kann man dann diese Vorgaben weiter nutzen versuchen. Es ist, als sei stets ein halber Weg beschritten, und man bräuchte nur noch den Rest des Weges gehen.

Bei Konjunktionen ist die Anlage noch stärker ausgeprägt. In erster Linie bilden Konjunktionen den wichtigen Baustein für die Art der Persönlichkeit: es sind Konjunktionen der Grund, auf dem alles gebaut ist. Sie sind in erster Linie ausschlaggebend. Man könnte sowohl die Natur der Spannungsaspekte und auch der harmonisch genannten Aspekte für die Konjunktion als Beschreibung in Betracht ziehen. Und doch sind die Konjunktionen etwas ganz eigenes. Sie haben eine gewisse "Wucht" im Sinne von Wichtigkeit, Bedeutung und Drang, was einerseits aus der Kraft der beiden Planeten entsteht, die in eine Richtung drängen und sich dabei einmütig zeigen, und was andererseits aus dem Umstand hervor geht, dass Konjunktionen eine grundlegende Formung der Persönlichkeit bedeuten, nicht nur stärker, sondern auch anders als bei den übrigen Aspekten, grundlegender.

Aspekt und Element

Ein Planet im Zeichen steht immer in einem der vier Elemente. Element und Aspekt sind zwei paar Schuhe; das heisst, ein Sextil, das vom Element her "nicht echt" ist,  ist dann ein etwas schwächeres Sextil, wenn es von den Elementen her gesehen nicht ebenso einem Sextilverhältnis entspricht.
Der Aspekt wiederum wirkt stärker als die Verbindung zwischen den Elementen, in denen die Planeten stehen; deswegen ist ein "vom Element her ungenaues Sextil" nicht sehr viel schlechter, weil die Winkelverbindung vordergründiger und stärker wirksam ist. 
Die Elemente wirken auf einer anderen Ebene als wie die Aspekte. Die Elemente ordnen sich im Gefüge der Persönlichkeit hintergründiger an, aber sind nicht massgeblicher als wie die genauesten Aspekte.
Wenn Aspekt und Elemente zB einem Quadratverhältnis entsprechen, ist der Aspekt insgesamt als etwas stärker zu erachten, als wenn zB die Elemente ein Trigonverhältnis anzeigen, während die Winkelverbindung 92° beträgt, was einem Quadrat mit einem Orbis von 2° entsprechen würde.

Die Aspekte in ihren Entsprechungen

Die Aspekte sind darüberhinaus neben dem jeweiligen Aszendenten eines Menschen die individuellsten Faktoren - selbst wenn es Astrologen oder Astrologie-Richtungen gibt, die das nur für Mond-Aspekte behaupten würden (M. Roscher und TPA). So stehen doch die Planeten, die Aspekte erhalten, stets in einem Zusammenhang mit den Häusern, und so wird die Angelegenheit dann sehr sehr individuell.

Ausserdem wirken die Aspekte so oder so, ob sie nun bei fünfzigtausend Leuten anzutreffen sind, oder nur einem einzigen einer jeweiligen Geburtsstunde.

Nur die Entsprechungen in der Realität können sich bei verschiedenen Menschen ändern, weil natürlich auch eine gewisse richtungsweisende Kraft wirkt, die nicht im Radix begründet ist: einerseits ein gewisser Teil der seelischen Energie, welcher sich nicht in die Aspekte fügt, und andererseits das sozial-kulturelle Mileu, welches verschiedene Umstände liefern kann, und teilweise auch durch gleichklingende innerhalb von Generationen wirkende Aspekte getragen sind (zB ein Pluto-Neptun Sextil).

Andererseits bilden die übrigen Strukturen des Radix eine Eingrenzung dieser Möglichkeiten von Entsprechungen. Dabei kommt es auf verschiedene Richtungen an, in die diese Aspekte wirken können: Zum Beispiel wird ein empfindsamer Mensch mit Mars/Neptun vielleicht eher an seinen Grundbedürfnissen vorbei leben (eine mögliche Entspechung von Mars/Neptun), und ein extrovertierter Mensch eher geneigt sein, die in diesem Aspekt begründeten Energien gegen andere zu wenden, woraus sich zum Beispiel irgendwelche Arten von List und Intrigen ergeben können. Diese Beispiele wären jeweils die negative Erscheinungsform, also eines Weges des geringsten Widerstandes.
 
Positiv wäre Mars/Neptun beim Introvertierten oder Empfindsamen, vielleicht die Einstellung: endlich zu dem stehen zu können, was er will, während ihn früher die damit verbundenen Emotionen nicht geheuer waren. Und bei einem Extrovertierten könnte sich als positive Entsprechung zeigen, dass er seinen Mitmenschen etwas Gutes tun kann, auch wenn er dafür nicht immer die Art von Anerkennung erhält, die er sich wünschen würde. Das sind nur Beispiele.

Hinzu kommen noch die Häuser, in denen sich entscheidet, wie und wo der Aspekt ausgelebt wird. Und schon ein einziger anderer Aspekt zwischen weiteren Planeten kann die Richtung, in die es den Horoskopeigner zieht, entscheidend beeinflussen.

Nicht nur die Eigenschaften von Introvertiertheit und Extrovertiertheit sind bestimmend für die Eingrenzung von Entsprechungsmöglichkeiten, sondern allein eine bestimmte Besetzung eines Hauses kann das Ganze massgeblich in eine Richtung entscheiden, selbst wenn dieses Haus nicht mit dem zu analysierenden Aspekt zusammenhängt! Da dieses Haus für einen Lebensbereich steht, der zB durch Pluto, eine stark stehende Venus oder sonst einen im Radix bedeutsamen Planeten betont sein kann, bildet dieses Haus in diesem Fall ein bedeutendes Gewicht im ganzen Radix und damit in der Psychologie des Geborenen -  alle Kräfte eines Radix sind letztlich nur Teil eines Ganzen.

Orben

In meinen Augen sollte man grundsätzlich gemäßigte Orben für die Aspekte wählen. Da die genaueren Aspekte (unter 3.5°) immer das Hauptthema anzeigen, und es in der Regel immer mehrere Aspekte gibt, ist eine solche Beschränkung auch aus praktischen Gründen sinnvoll.

Wenn sich sehr viele Aspekte in einem Horoskop ergeben, sollte man zunächst nur die exaktesten Aspekte beachten. Ein Planet wird seine Kraft vorwiegend über den genauesten Aspekt entfalten und ausstrahlen, bzw. erhalten. Die Ausstrahlung geht vom langsameren Planeten aus, die Aufnahme vom schnelleren Planeten. 

Orben für Transite

Unter 3° Orbis wird ein Hauptaspekt im Transit gewöhnlich deutlich wirksam. Man kann diese Stärke (Akutheit) als Faustregel auf das Geburts-Radix übertragen.

Die Wirkung von Transiten kann manchmal auch noch bei 4° separativ auftreten, doch sind das wirklich seltene Ausnahmen. Bei Langsamläufern liegt die Hauptstimmung und Zuspitzung eines erlebten Transits meist bei unter 3°.
Ein Orbis von 3° sowohl applikativ als auch separativ gilt als verlässlich.

Man kann aber den Orbis vergrössern um sich einzustimmen auf einen Transit. Manche Astrologen berücksichtigen zu diesen Zweck einen Orbis von bis zu 10° (applikativ); diesen Orbis würde ich jedoch nicht als Regel verwenden. 10° vor Hauptachsen ist aber ein Planet oft schon bemerkbar, wie er sich vorbereitet auf die Überquerung der Achse, Druck wird aufgebaut, und es kann schon vorweg gespürt werden, was dieser Transit vielleicht bedeutet (der Druck ist niemals gleichbleibend, sondern soll dazu veranlassen, etwas zu verändern oder mit der Zeit zu gehen; und wenn einem das gelingt, offenbart die  vormals drückende Atmosphäre einen Durchgang zu einer neuen Ebene. Meist gelingt einem das schon automatisch, und dann ebbt der Druck auch rasch wieder ab. Gelegentlich aber tut man gar nichts, und dann kann irgendwann - also durchaus bei neuen Zyklen und anderen Transiten -  aber eine Zeit kommen, wo der Druck unerträglich wird und man dann zwangsläufig sich ändern muss). Es ist also gut, auf Transite konstruktiv zu reagieren.

Gewöhnlich treten akute Ereignisse bei unter 3° Orbis ein, dann aber kann man gewöhnlich nichts mehr daran verändern, dass eine Situation entstanden ist, und vielleicht kann man aber noch eine adäquate Einstellung aufbringen. Und darum geht es meist auch. Wenn man empfindliche Stellen im Radix hat, die regelmässig durch Transite eines bestimmten Planeten einen in Schwierigkeiten oder Druck bringen, kann man sich klar machen, zu welchen Zeiten man diese besonderen Schwierigkeiten hat, und dann hilft ein Orbis von bis zu 10°, um einigermassen auf der Hut zu sein (das heisst: man kennt nun diese Fallen und kann darauf acht geben, muss es aber nur noch während dieser Zeiten und kann die übrige Zeit viel besser weil befreiter nutzen).

Es ist Tatsache, dass ein sowohl applikativer als auch separativer Orbis von 3° durchaus noch deutliche Wirkungen bzw. Auslösungen mit sich bringen kann. Es ist überhaupt nicht so, dass zum Beispiel wichtige Ereignisse im Leben besonders häufig auftreten, wenn auch der Transit auf 1° exakt ist! Auch Auslösungen können einen gewissen separativen Orbis haben, doch weitaus geringer als wie bei Aspekten (ca. 0.5° bei Auslösungen).

Man merke: Die Planeten transitieren nicht das Radix, um Ereignisse auszulösen, sondern um Wachstumsprozesse des Menschen zu stimulieren. Ereignisse sind nur äußerlich sichtbare Umstände dieser Wirkungen, die in Wahrheit auf das Innere und Bewusstsein des Menschen zielen. Und andere "kleinere" Transite (von Planeten bis einschl. Mars) oder auch Progressionen im Bunde usw. können dann oft als Auslöser von grossen Transite wirken (von ab Saturn aufwärts).

Aspekte im Radix

Aspekte im Radix sind statische Angelegenheiten, das heisst, Nebenaspekte, die im Transit nichts bewirken, werden im Radix deutliche Wirkungen zeigen können. So gilt auch eine gewisse Zunahme des Orbis für Hauptaspekte als plausibel, da das Radix ein intensiv erlebtes Kraftzentrum darstellt.

Für Aspekte im Radix aber gilt, umso genauer der Aspekt, desto stärker und wirksamer ist die Planetenverbindung.

Umso stärker auch die Gegensätze der beteiligten Planeten sind (zB Venus/Uranus), umso schärfer wirkt dann auch ein solcher exakter Aspekt. Aber der Orbis bleibt davon unberührt.

Bei zwei Planeten, die ähnlicher Natur sind (zB Mars/Jupiter oder Sonne/Mars, Venus/Mond), wirkt anscheinend der Aspekt nicht umo schärfer, desto exakter zwischen diesen beiden Planeten der Aspekt ist. Sie sind zueinander gezwungen.

Orbis für Aspekte im Radix

Faustregeln und praxisorientiert, auf das offensichtlichste der Psychologie bezogen; nicht technisch orientiert. In technischer Hinsicht wirken die Aspekte noch in erheblich grösserem Orbis!

Auch ist es wichtig, ob die Planeten schon in einem Zeichen stehen, dass mit dem aspektierten anderen Planeten zu tun hat. Zum Beispiel wird ein recht weites Quadrat zwischen Mond in Krebs und Jupiter in Stier oder auch in Widder deshalb eher in Frage kommen, weil der Jupiter in Krebs erhöht ist. Der Orbis könnte noch etwas grösser gefasst werden, wenn der Mond in Schütze stünde (und Jupiter zB in Jungfrau). Nur sollte man nicht meinen, dass deswegen der Orbis ins astronomische gehen sollte. Man sollte das einfach generell ins Kalkül ziehen (um mal eine Zahl zu nennen, könnte man den Orbis in solchen Fällen von 5° auf 6° oder 6.5° erhöhen. Wenn der Aspekt applikativ ist, gelten aber zudem sowieso höhere Orben, jedenfalls nach meinem Empfinden.

Und es kommt auch darauf an, ob jemand für ein bestimmtes Planetenthema Resonanz entwickelt, ob es etwa Lebensthema ist, dann kann ein Orbis von 10° bei einer Opposition oder einem Quadrat noch überaus relevant sein! Das sind Einzelfälle. Ebenso wie es manchmal genügt, dass eine auch separative Konjunktion 28° auseinander ist, aber im selben Zeichen (sonst wären 28 Grad sicher irrelevant in jedem Fall). 

Sonne und Mond:
Für Sextil /Trigon: 3.0°-4.0°
Quadrat /Opposition:  
Konjunktion: 10°, etwa 7.5° falls über die Zeichengrenzen

Venus, Merkur und Mars
Sextil /Trigon: 3.0° zu allen Planeten (mit Sonne /Mond bis 3.5°) Sextile tendenziell weniger
Quadrate /Opposition: 4.0-5.0° Orbis (Beteiligung von Sonne oder Mond bis 5°)
Konjunktionen:

Quinkunx (für alle Planeten): 2°-2.5°; Sonne/Mond:

Spiegelpunkte (für alle Planeten): ; Sonne oder Mond:

Lilith:jeder Aspekt (Konjunktion evtl. 4°-6°)

Wenn der Orbis unter 1.5° beträgt (=1° und 30 Bogenminuten') : Jeder Aspekt, ob Konjunktion, Quadrat, aber auch Trigon oder Quinkunx, wird ein sehr offensichtliches oder prägnantes Thema schaffen, er wird  sehr viel akuter wirken.

Jeder Aspekt unter ca. 0.4° Orbis, hat wiederum eine etwas andere Wirkung als ein Aspekt von 0.4°-1.5° Genauigkeit (und als ein Aspekt mit einem Orbis weiter als 1.5°). Bei einem sehr exakten Aspekt unter 0.4° Orbis sind die Reibungen paradoxerweise weitaus geringer, die sich durch die Zusammenballung der beiden Planeten ergeben könnten. Aber es mag dafür andere Probleme geben, die sich in der psychologischen Hinwendung beider Planeten ergeben - wie man die Planeten nämlich unterscheiden kann - man wird eingenommen von den Kräften.

Ein so exakter Aspekt unter 0.4° Orbis kann man technisch mit dem Merkur im Herzen der Sonne vergleichen. Jedenfalls, die negative Wirkung ist erfahrungsgemäß nicht mehr so akut.

Ab 3° Orbis ist der Aspekt im Vergleich zu obigen Variationen erneut in eine andere Qualität gekommen (man könnte auch sagen schwächer geworden).
Bis etwa manchmal 10° (mehr oder weniger; abhängig von den beteiligten Planeten) kann ein Aspekt noch ein Thema schaffen, oder Motivation bilden, Erfahrungen kanalisieren lassen.

So ist also noch manchmal bei einem Orbis von 10° ein Aspekt wirksam, eben nur viel schwächer, weniger akut, als wie ein Trigon, Sextil oder Quinkunx von 3° Orbis.
Ein Quadrat, Opposition schafft eine akute Deutlichkeit noch bei 4.5° und eine Konjunktion bei 6.5°. 
Ab dann wird bei grösserem Orbis die Wirkung des Aspektes sehr viel schwächer, ist aber noch vom Horoskopeigner zu erfahren und Eigenschaften, die sich in der Kombination des Aspektes ergeben, können gelegentlich auch genutzt werden, aber nicht als akutes Thema!

Konjunktionen innerhalb Häuser und Zeichen

Wenn man sich Konjunktionen ansieht, entdeckt man die grösstwirksamsten Themen. Weil die Planeten in der Konjunktion am stärksten wirken, kann man für Konjunktionen - sofern man sie isoliert betrachtet - einen sehr grossen Orbis ansetzen.

Die Häuser sollten dann beachtet werden, wenn man Konjunktionen von Planeten bei einem relativ großen Orbis begutachtet; denn ein kritischer Orbis für eine Konjunktion von sagen wir 10° zwischen Mond oder einem anderen Planeten und Mondknoten - wobei beide Faktoren in unterschiedlichen Zeichen stehen (!) - wird wohl nur wirklich einen erlebbaren Zusammenhang bilden, wenn die beiden Faktoren auch im selben Haus stehen.
Da der Mond rezeptiv, d.h. aufnehmend ist, betrachte ich seinen gültigen Orbis zuweilen auch schon mal mit 15° innerhalb eines Hauses, aber nur bei beteiligten Planeten (und zB nicht den Mondknoten).

Stehen die Planeten in unterschiedlichen Häusern, ist der gültige Orbis etwa 8.5°; stehen zwei Planeten in unterschiedlichen Zeichen, aber im selben Haus: etwa 6°-7°; und wenn Haus und Zeichen verschieden sind, kann man 4.5° um den Planeten herum (nach beiden Seiten) als einen Bereich ansehen, in der diese Konjunktion noch deutliche Spuren hinterlässt. Beim Sonne und Mond tendenziell  2°  mehr (Ausnahme Mond/Sonne Konjunktion: 15°!). Bei Merkur, Venus, Mars, Jupiter 1° mehr falls die Konstellation dafür spricht, zB wenn kein Planet im genauen Aspekt zu einem der beteiligten Planeten  ist (unter 3°; vor allem Spannungsaspekte und in der Natur gegensätzlicher Planet im Aspekt) . Planeten ab einschliesslich Mars aber unter sich nicht besonders grosse Orben.

Mondknoten

Selbst wenn der Orbis sehr weit ist, kann der Mondknoten anscheinend doch noch stimmige Aussagen liefern. Besonders Konjunktionen, auch über Zeichengrenzen hinweg, kann man mit einem Orbis von 10° beachten, auch für Transsaturnier. Die Wirkung der Mondknoten (energetisch betrachtet) ist stärker, umso geringer der Orbis. Die Bedeutung des Mondknotens für den betreffenden Horoskopeigner ist aber noch gegeben,  bei einer Konjunktion von Planeten mit einem Orbis von 15° , wenn Haus und Zeichen gleich sind.  Mondknoten und Planet bilden dann ein wichtiges Ziel (aufsteigender MK) oder wichtiges Betätigungsfeld (absteigender MK). Entsprechende Eigenschaften (der Planet, der am Mondknoten steht, und Haus) gilt es zu erreichen, und die Hinwendung lockt.

Wenn es eine genaue Konjunktion ist (maximal 3°), wird zusätzlich zu der rein energetischen Wirkung ein starkes Thema für den betreffenden Planeten geschaffen. Die Energien sind am absteigenden Mondknoten zusammenziehend (Aufgabe: Lösung der Verhaftung), und am aufsteigenden Mondknoten expansiv (Aufgabe: Integration).
Das zusätzliche Thema (beigesteuert durch den Planeten, der so nahe am Mondknoten eine tiefgreifende Beeinflussung über sich ergehen lassen muss), ist bei einer genauen Konjunktion dann ein Wesenszug des Geborenen, in Bezug zu dem betreffenden Planeten. Dieser Wesenszug besteht dann nur noch aus einer Tendenz, wenn die Konjunktion nicht genau ist.

Faustregeln Mondknoten (Orbis der Aspekte):
Konjunktionen: 8°-15° (wenn Zeichengrenze dazwischen ca. maximal 10°)
Sextile und Trigone: 2°-3°
Quadrate: 4°-5° (nicht immer ist ein Quadrat mit 5° noch ein deutliches Thema und drückt sich mehr archetypisch, hintergründig aus)

Oppositionen sind zugleich Konjunktionen auf dem anderen Pol der Mondknotenachse, sie sind der Pragmatik halber als Konjunktionen zu deuten.

Transsaturnier

Zuweilen halte ich den Orbis der Langsamläufer in einem Bereich von stets 2°-3° und unterscheide, ob sie einen anderen Langsamläufer oder einen persönlichen Planeten bis Saturn aspektieren. Zum Beispiel Neptun-Pluto kann man im Trigon oder Sextil vernachlässigen, da es ein Generationenaspekt ist, und zugleich nicht viel Dynamik mit sich bringt, so hat er nicht viel Auswirkungen beim Horoskopeigner, und ist oft auch nicht sehr problematisch, so dass es auffällig würde.

Uranus/Pluto, oder Uranus/Neptun - hier steht  vor allem das Haus im Anliegen der Deutung. Die Quadrate und Oppositionen sollten dabei nur beachtet werden, wenn der Orbis gering ist (unter 3°).
Konjunktionen
der Transsaturnier untereinander können allerdings durchaus mit einem grossen Orbis gedeutet werden (5°), aber mehr auf das Haus bezogen, als wie auf die planetarischen Funktionen - diese Konjunktionen müssen im  Zusammenhang der übrigen Anlagen gesehen werden (mittels dem Haus als Ort der Auseiandersetzung).

Die Besonderheit der Transsaturnier ist es, dass sie die Aspektenergie und überhaupt eine ungeheure Energie besonders in das Haus bringen.

Allgemeines

Planeten bilden eigentlich immer durch das Zeichen bedingt eine Art leichte Konjunktion. Selbst wenn sie 20° oder 28° auseinanderstehen!

S. Arroyo meint, dass Pluto einen recht grossen Orbis erhalten könnte, ähnlich gehen manche mit Saturn vor. 

Allgemein ist es so, dass einfach die archetypischen Grundenergien betrachtet werden können, und diese Planeten in gewissen Zeichen, die zB im Quadrat zueinander stehen, eine hintergründige Wirkung bilden - die durch die Elemente der Zeichen verursacht werden, und durch die jeweils betonte Entwicklungsphase. So schliessen sich Skorpion und Wassermann aus, denn weil die dazwischen liegenden Entwicklungsphasen quasi übersprungen werden, können sich diese Energien "nicht einander verstehen". Es ist also bei einer sehr hintergründigen, aber dennoch deutbaren und schlüssigen Ebene einerlei, ob ein wirksamer Aspekt vom Orbis her gesehen vorliegt, es kommt in dieser Sichtweise allein darauf an, ob in bestimmten Zeichen Planeten stehen. Also auf 1° Waage und 29° Widder Planeten stehen zu haben, erzeugt schon auf der grundsätzlichen Ebene, wie diese Energien wirken, eine Gegensätzlichkeit. Da wird es zwangsläufig anders ablaufen, als wenn Planeten auf 1° Waage und 29° Zwillinge stünden, das wäre ein unterstützender "Untergrund" sozusagen.

Wenn viele Planeten zusammengeballt stehen, sollte man ganz besonders betrachten, welche Planeten dieses Zeichen dann betonen. Das betroffene Zeichen wird in jedem Fall eine enorme Bedeutung haben, die Richtung, wie sich das konkret auswirkt, ist aber abhängig von den Planeten in dieser Zusammballung.

Wenn es nicht so viele Haupt-Aspekte gibt, kann man den Orbis von Quadraten und Oppositionen auf 6° erhöhen - man sollte aber bedenken, dass diese Aspekte nicht ganz so stark wirken, jedochh suchen sich andererseits die Energien der Planeten auch immer den Weg, der am naheliegendsten ist, und so gleicht sich das mit grossen Orben ein wenig aus, insofern es keine genaueren Aspekte gäbe. Und kann man Halbquadrate und Anderthalbquadrate untersuchen (Orbis 2°). Die Halbquadrate bilden oft Persönlichkeitsstrukturen aufgrund der Vernachlässigung oder Überbetonung eines beteiligten Planeten, also ähnlich wie die Quadrate. Die Anderthalbquadrate sorgen in der Regel für Einflüsse von aussen, die die Mentalität beeinflussen, indem man sich Situationen oder Notwendigkeiten ausgesetzt sieht, die als störend empfunden werden.

Placidus oder Koch?

Häusersysteme

Als Häuser sind die Placidus Häuser am verbreitesten, was natürlich nichts darüber aussagt, ob sie auch die tauglichsten sind. Die Placidus Häuser gelten aber als vertrauenswürdig, und ich kann sie persönlich auch empfehlen.
Nur sollte man wissen, dass sie eine ziemliche Konsequenz mit sich bringen, da sie die Entfaltung des Bewusstseins eher nahelegen, als wie die Kochhäuser. Die Placidus Häuser verlangen eine besondere Mentalität und Willensbildung. In den Kochhäusern drücken sich oft Probleme aus, die sich mit der Zeit der Sozialisierung und Selbstwerdung verfestigt haben und in den Placidus Häusern drücken sich eher Integrationsdefizite aus. Integration bedeutet, etwas Neues in sich aufzubauen.

Jemand, der nach Erweiterung egal auf welcher Ebene strebt (Psychologie, Sein, Erkenntnis, Wissen, Beruf, Lebensfähigkeit, Beziehungsfähigkeit usw.), findet in den Placidus Häusern den für ihn vielversprechenden Weg. Es ist der Reiz des Neuen.

Wer schauen will, was ihn daran hindert, zu sein, was er ist, findet in den Kochhäusern die Veranschaulichung seiner Urgründe.

Man darf Placidus und Koch nicht mit denselben Augen, und nicht mit derselben Deutungsperspektive betrachten!

Placidus und Koch widersprechen sich nicht, wenn man versteht, dass sie zwei Perspektiven mit sich bringen. Koch wurzelt im Boden, und Placidus strebt in die Verwirklichung. Aber Verwurzelung und Streben ist nicht dual einerseits negativ und andererseits positiv. Selbst diese Begriffe, Verwurzelung und Streben, sind nur  Behelfsworte, da dieser Unterschied zwischen beiden Häusern subtil, und nicht etwa gravierend wäre.  

Wie einer lebt und Ereignisse erlebt, ist allgemein an den Planeten in den Häusern abzulesen, und die Häuser stehen damit für etwas Grundsätzliches, wie jemand Erfahrungen aber auch einfache Stimulationen (des jeweiligen transitierenden Planeten) einordnen wird und verarbeiten wird. 

Normalerweise lebt sich das Leben ja oft von allein, man lässt es geschehen, und hier sind die Kochhäuser mehr angesprochen. Es geht bei Koch aber nicht um irgendeine unbewusste Kategorie. Mit beiden Häusern kann ich mich verwirklichen. Nur die Zielsetzung oder der Ansatzpunkt ist anders. 

Analogien für die beiden Häuser:
Placidus: hat Ähnlichkeiten zum MC und DS (Entwicklung des Willens anhand neuartiger oder unbekannter Ereignisse und Betätigungsfelder).
Koch: hat Ähnlichkeiten zum AS und IC

Man kann es kompliziert machen und Placidus auch in Verbindung mit einer gewissen Ebene des AS bringen (also AS und MC). Mich überzeugt die Analogie MC und DS viel eher für das Placidus System. Es ist aber einerlei, denn es kommt auf das an, was damit gemeint ist.

KOCH ZEIGT DIE VERWURZELUNG DER EIGENART UND VOR ALLEM DIE PRÄGUNG DURCH PLANETENSTELLUNG UND LEBEN.

WAS MAN ALS GEBORENER HINTER SICH ODER UNTER SICH WEISS. 

IDENTIFIKATION, SELBSTVERSTÄNDNIS. 

SELBSTERKENNTNIS UND DEM EIGENEN LEBEN BEDEUTUNG VERLEIHEN, DIE RICHTIGEN HALTUNGEN IN BEZUG ZU DEM WAS IST GEWINNEN. 

MUT IM HIER UND JETZT TÄTIG ZU WERDEN UND SEINE ENERGIEN AUSZUDRÜCKEN, DABEI KANN MAN SICH LEITEN LASSEN VON DEN SCHUB BEREITS VORHANDENER FÄHIGKEITEN!

PLACIDUS ZEIGT DIE AUFSTREBENDE EIGENART, INS NEUE UND UNBEKANNTE.

UNABHÄNGIG VON DER PRÄGUNG.

WAS MAN ALS GEBORENER VOR SICH WEISS UND VOR AUGEN HAT.

STREBEN, INTEGRATION.

SELBSTVERWIRKLICHUNG HINSICHTLICH EIGENSTÄNDIGER IDEALE: MUT ZU NEUER UND VOM SCHICKSAL WEITGEHEND UNABHÄNGIGER WELTSICHT. RISIKO SICH INS NEULAND ZU WAGEN. 

WAS LETZTLICH NUR MÖGLICH WIRD, INDEM ÄUßERE EREIGNISSE NICHT MEHR BESTIMMEND FÜR DAS EIGENE DENKEN UND MENTALITÄT WERDEN.

WILLENSBILDUNG!

DIE RICHTIGE EINSTELLUNG FINDEN, HEISST BEI PLACIDUS DEN WEG ÜBER DIE INTEGRATION ZU GEHEN UND SICH DEN SCHUB FÜR DAS  VORWÄRTSKOMMEN SELBER ZU ERARBEITEN

Placidus hat sich bei vielen Astrologen besonders bewährt hinsichtlich der Stundenastrologie. 

Ein Planetentransit auf eine Hausspitze bei Placidus ergibt oft einen momentan wichtigen Impuls, hinsichtlich der Natur des transitierenden Planeten und der Bedeutung des Hauses. Das Problem könnte auftauchen, wie man etwas vermisst - ein typisches Integrationsdefizit wird erlebt. Es kommt aber von aussen oder findet aussen statt (im Schicksal).

Ein Planetentransit auf eine Hausspitze bei Koch drängt oft dazu, sich in dem, was man ist, auszudrücken und auszuschöpfen, und was als Möglichkeit bereits besteht auch zu nutzen, der Impuls kommt von innen.

Man könnte versucht sein es so zu postulieren, dass Koch und Placidus nur zwei Seiten ein und derselben Medaille bedeuten.

Die Dämmerung ins nächste Haus bei Placidus

Ein Planet bei Placidus knapp vor einer Häuserspitze (bis zu 3° maximal), steht immer noch in dem Haus, in dem er faktisch steht!!!

Der Planet dämmert nur ins nächste Haus knapp vor einer Hausspitze; Dämmern  heisst ja, dass die "Strahlen" des Faktors hinein strahlen ins nächste Haus, über die Grenze.
Aber nicht tut er das, wenn  er in der Endzone eines Hauses steht (Endzone: ungefähr das letzte Drittel oder das letzte Viertel eines Hauses)! Endzone und Dämmerungs- oder Strahlungszone, das sind zwei Ebenen, und wie auch andere Astrologen diese wie bezeichnen mögen, will ich beide wie folgt verstehen:

Erst 2° vor Zwischenhäusern und 3° vor Hauptachsen dämmert und strahlt der Planet bei Placidus ins nächste Haus. Es sind nicht immer genau 2° oder 3°, und der Bereich kann um einen Grad kleiner ausfallen, zB bei Merkur, Venus und Mars, oder auch schon mal um etwa einen Grad grösser, zB bei der Sonne.
3°  vor Hauptachsen. Es hat sich jedenfalls bewahrheitet, dass man für die Sonne fast pauschal 2° berücksichtigen kann (Zwischenhäuser) bzw. 3° (vor Eckhäusern). Und für alle anderen Faktoren ein halbes Grad weniger ansetzt. Egal wie gross das jeweilige Placidushaus im einzelnen ist!
Die Größe eines Hauses macht sich meiner Erfahrung nach nur gering bemerkbar und es scheint sich bei dieser effektiven Zone, wo ein Planet wirklich ins nächste Haus hineinstrahlt, um eine feste Größe ausgehend von den Eigenschaften einer Hausspitze handeln.

Die Größe eines Hauses hat aber auf einer anderen Ebene durchaus Relevanz, was nämlich die gesamte Endzone eines Hauses anbelangt, wo der Planet in der Endzone stehend nämlich "ins nächste Haus hineinwirkt". Das ist aber eine andere Ebene, als wie zu sagen, der Planet steht schon leicht im nächsten Haus! In der Endzone wirkt er nur hinein ins nächste Haus, steht selbst aber eindeutig im Haus, in dem er faktisch (technisch) gesehen steht.

Was ist nun die Bedeutung der Endzone eines Hauses bei Placidus? Es ist dort etwas ganz anderes, als wenn man sich die Endzone eines Kochhauses betrachtet. Bei Koch muss man begreifen, dass es eine ganz andere Sicht bedeutet. Man kann beide Häuser nicht mit denselben Augen beurteilen! 
Die Endzone eines Hauses wirkt bei Koch ganz anders: ein Planet wirkt bei Koch schon deutlich ins nächste Haus hinein, wenn er im letzten Viertel eines Hauses steht. Und er wirkt etwas ins nächste Haus, wenn er im letzten Drittel steht.

Auch alles folgende nur für Placidus:
Gerade vor Hauptachsen erhält die Übergangszone (Endzone) eine besondere Relevanz auch bei Placidus, diese Planeten haben  viel "Arbeit" zu erledigen (sie stehen massgeblich in einem fallenden Haus und in der Endzone eines fallenden Hauses) und werden gewöhnlich besondere Bedeutung für den Horoskopeigner haben; es kann sein, dass diese Planeten auch als belastend erfahren werden. Die Verbindung mit dem nächsten Haus ergibt sich aber nicht durch ein direktes Hineinstrahlen und damit Eingreifen in die Belange des nächsten Hauses, wie es entstehen würde, wenn der Planet bereits 1° oder 2° vor der Spitze stünde.

Umso näher der Planet der Hauptachse kommt (ab etwa 2 oder 3°), desto mehr strahlt ein Planet tatsächlich auch ins nächste Haus bzw. Eckhaus hinein und tut dies umso mehr, je näher er der Hausspitze kommt. Aber das gilt erst ab 2-3°.  Bei 4° Abstand kann meiner Empfindung und Erfahrung nach keine Rede davon sein, dass ein Planet bei Placidus bereits vom nächsten Haus beeinflusst wäre. Wenn man die Planeten als Kräfte betrachtet (in Placidus), dann werden diese bei Placidus immer sehr genau in dem Haus stehen, in dem sie stehen - egal wo sie stehen (jedenfalls bis 3° vor einer Hausspitze).  

Betrachtet man aber die Ebene des Hauses, also guckt man nicht auf den Planeten, dann wird man merken, dass ein Planet vor der Spitze, auch wenn er nicht weniger als ca. 3° entfernt ist, die Bedeutung dieses hauses mitbestimmt. Es kommt also drauf an: BETRACHTE ICH DAS HAUS IN SEINEN AUFGABEN, ODER DEN PLANETEN IN SEINEN AUFGABEN?!

Verwirrt? Ich werde in einigen Jahren diese Erläuterungen verbessert formulieren. Und sicher auch ein Buch darüber schreiben. Was mir hier zunächst wichtig war, ist wenigstens einen Hinweis zu vermitteln, wie man sich gewisse Dinge denken solle oder denken kann. 

Da diese Dinge so kompliziert sind, sollte man als Anfänger vielleicht sich erst nur klar machen, dass man den Planeten betrachten kann (und wie er vom Haus beeinflusst wird), und dass man das Haus betrachten kann (wie des Hauses Aufgaben bzw. das energetische Feld eines Hauses vom Planeten beeinflusst werden, die auch im Endbereich des vorangegangen Hauses stehen können). Ansonsten einfach den Planeten immer in dem Haus deuten, in dem er bis 3° vor einer jeden Spitze steht - damit kann man nichts falsch machen (bei Placidus).


 
Der Sog ins nächste Haus bei Koch

Die Zwischenhäuser und ebenso die Eckhäuser bei Koch sind anders als wie die Placidus Häuser: hier macht eine dynamische Deutung eines Planeten in das nächste Haus Sinn. Dass man einen Planeten, der weit hinter dem Talpunkt steht (im letzten Teil des letzten Drittels), hinsichtlich des nächsten Hauses deutet - aber man muss die Kochhäuser auch anders betrachten und deuten als wie die Placidus Häuser!
Siehe dazu Koch/Placidus Unterschiede.

Äquale Häuser

Äquale Häuser, die immer 30° groß sind, sind meiner Meinung nach falsch. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man die äqualen Häuser betrachten kann: Einmal aus symbolischer Sicht und dann aus astrologischer Sicht. Und bei beiden Sichtweisen werden Mängel offenbar.
Aus symbolischer Sicht zeichnen sie meiner Meinung nach nur ein viel zu hintergründiges Bild der innersten Motivationen eines Horoskopeigners. Hier wird der Einfluß des Mileus und der sozialen Welt ziemlich ausgeblendet, unter Umständen total ausgeblendet (wenn ein Planet im äqualen System statt nach einer Hauptachse, plötzlich im 3. Haus oder 9. Haus steht); es wird nur die absolut innerste Haltung des Horoskopeigners betrachtet; es ist sozusagen mit diesen Häusern eine Trennung zwischen Innen und Außen gegeben - man kann sich vorstellen, dass die 30° grossen Häuser analog zum Tierkreisrund sind, und die Psyche des Menschen diesen 30° grossen Tierkreis in sich symbolisch strukturiert bzw. verinnerlicht hat. Wenn jemand einen Planeten im äqualen Haus 9 hat, aber mit den "normalen" Häusersystemen wäre dieser Planet im Haus 10, dann würde eine äquale Deutung symbolisieren bzw. gewissermassen anzeigen, dass der Horoskopeigner gewillt ist, diesen Planeten nach Art des Hauses Nummer 9 zu leben, zum Beispiel idealistisch. Aber die konkrete Anforderung und Herausforderung, was die Umwelt für Möglichkeiten und Bedingungen stellt, wären dem Haus 10 entsprechend. Daher halte ich von der äqualen Manier nur sehr wenig. Die Deutungen werden dem Horoskopeigner nicht helfen und es führt oft sogar zu falschen Deutungen hinsichtlich von gegebenen Lebensproblemen, obwohl die äqualen Häuser aus symbolischer Sicht nicht falsch sind, und die innersten Wünsche oder Antriebe des Menschen verkörpern könnten. Sicher ist mir das aber noch nicht, ob diese Deutungsperspektive richtig wäre. Mir scheint aber, dass es keinen Astrologen der Neuzeit gibt, der diese Deutungsperspektive erklärt hätte, die die äqualen Häuser verlangen - und so kann man davon ausgehen, dass die nötige Deutungsperspektive bislang (in der Neuzeit) noch gar nicht gefunden wurde. Die Richtung der Erklärungen einiger Autoren zielt zwar in diese nötige Findung einer Deutungsperspektive, aber was ich schliesslich an praktischen Deutungen mit äqualen Häusern dann lese, erscheint mir auf eine Art gedeutet, wie man auch Placidus oder Koch Häuser deutet und so überzeugt es mich nicht.
Man kann einen äqualen Uranus im 3. Haus nicht so deuten, wie einen Uranus, der bei Placidus/Koch in 3 stünde, während ein und derselbe Uranus in dem betreffenden Horoskop bei Placidus/Koch aber in 4 steht, während er im äqualen Haus in 3 steht - in einem und denselben Horoskop muss es da einen grossen Unterschied geben, eine unterschiedliche Herangehensweise, also andere Aussage. Sonst würde es bedeuten, dass Placidus nicht funktioniert, da aber Placidus funktioniert, ist es wohl eher so, dass die äqualen Häuser nicht funktionieren. Denn wie gesagt, ein Uranus, der real bei Placidus im 4. Haus steht, wird nicht die Bedeutung haben, die er hätte, wenn er bei Placidus in 3 stünde. Wenn aber die äqualen Häuser einen Uranus in 3 bedeuten, kann dieser nicht so gedeutet werden, als würde man einen Uranus in 3 bei Placidus deuten. Denn mit Placidus bekomme ich eine Deutung von Uranus in 4 in diesem Horoskop.
Der Unterschied zwischen Planeten in verschiedenen Haussystemen wird bei Koch und Placidus erklärbar, und die Deutungen können anders werden. Doch so einen Unterschied, der nötig wäre, um die äqualen Häuser plausibel zu machen, gibt es noch nicht bei den äqualen Häusern - jedenfalls ist mir eine solche Perspektive noch nicht bekannt geworden.

Die Antriebe und innersten Motivationen wären unter dieser These, dass der Mensch eine symbolische Entsprechung der genauen 30° grossen Zeichen auf Ebene der Häuser sein eigen nennt, total weltabgewandt, sie verkörpern den Zustand der Geburt, aber nicht den Werdegang durch die Zeiten und durch die Umwelt eines Menschen.
Die äqualen Häuser stehen für einem Solipsismus, sie führen zu einem Standpunkt, dass der Mensch total unabhängig und isoliert sei von äußeren Faktoren, Ereignissen oder anderen Menschen.
Aber auch aus astrologischer Sicht erweisen sich die Häuser offensichtlich als untauglich, indem man die realen Auswirkungen betrachtet. Man kann es ehesten überprüfen, indem man sich das 3. Haus anschaut. Planeten die nach Placidus/Koch im 4. Haus stehen, werden ganz anders wirken, als wenn sie im 3. Haus stünden.
Das äquale Haussystem könnte nun angeben, dass die Planeten im 3. Haus stehen. Ich hatte das Glück eine Reihe von Horoskopen von Menschen, die ich gut kannte, mit solchen Konstellationen daraufhin zu untersuchen, und es handelte sich bei allen um Pluto im 4. bzw. äqual im 3. Haus.
In keinem Fall konnte man sagen, dass Pluto sich in die konkrete Begegnung mit der Alltagswelt (3. H.) niederschlug, in den Gesprächen mit der Umgebung etwa, oder sich als besonderer Impuls erwies, wann immer etwas gelernt werden sollte, oder wann immer sonstige typische Themen des 3. Hauses angesprochen waren. Dass Pluto sowohl im 3. als auch im 4. Haus für eine gewisse Fähigkeit steht, andere zu durchschauen, macht sich aber gerade im 4. Haus anders bemerkbar, als wie im 3. Haus. 
Im 3. Haus wird sich die gewisse Schwere und Impulsivität von Pluto zuweilen auch konkret und offen zeigen, oder er wird als Trickster auftreten, im 4. Haus nicht; sondern Pluto wird sich im 4. Haus nur in der ganzen inneren Welt des Horoskopeigners befinden. Diese Unterschiede kann man nicht einfach gleichsetzen, und damit die ursprüngliche Bedeutung des 3. Hauses als Zwillingehaus verwischen.

Die äqualen Häuser sind nicht nur unzulänglich, sondern meiner Meinung nach sehr untauglich. Es sei denn man versteht es, die Symbolik dieser Häuser entsprechend in der Deutung zu berücksichtigen. Da könnte zum Beispiel ein Ansatz sein, die gleich grossen Häuser auf die siderische Ebene zu beziehen, da die Häuser auf den Tierkreissystem aufbauen, und dieses aus kosmischen Energien besteht. Oder man greift mehr auf das Subjektive zurück, wie ein Mensch mit den äqualen Häusern  es als Mensch gerne hätte. In diesem Zusammenhang ist der einzige Umstand, der die äqualen Häuser definiert, der Bezug auf den Aszendenten.
Astrologen der Frühzeit werden vermutlich andere Deutungsperspektiven gehabt haben, wenn  sie mit äqualen Häusern deuteten. Die Überlieferungen und Quellen sind nicht genügend, um zu beurteilen, wie die Unterschiede heutigen Deutens im Vergleich zu einer damaligen Art des Deutens gewesen sein könnten; - wir wissen nicht, wie die alten Astrologen "dachten und sahen". Es kann sogar sein, dass sie einfach "ungenau" arbeiteten, weil eben dies der Eindruck ist, den ich von den äqualen Häusern habe. Andererseits hatten sie ein tiefes Wissen über die Zonen eines Zeichens, den Graden, den Aspekten und so weiter. Letztlich ist die heutige Astrologie sehr genau geworden, auch dank der genaueren Kenntnisse der Himmelspositionen (Ephemeriden).

Klassische Astrologie

Die Klassische Astrologie hat viele Ansichten und Methoden herausgebildet. Die bekanntesten sind die Würden.

Ein Planet im Exil oder Fall steht nicht auf einem ihm verwandten Nährboden und wird von gegensätzlichen Energien abgelenkt und kann leicht ins Wanken geraten, wenn er weitere ungünstige Aspekte erhält oder in einem fallenden Haus steht. Die klassischen Astrologie sieht auch einen Planeten, der im 6. oder 8. Haus steht, in einem schlechten Stand. Beim 12. Haus ist das ebenfalls aus klassischer Sicht so. Aus moderner Sicht erweist sich eigentlich nur noch ein Stand im 6. und 8. Haus als besondere Schwierigkeit, womit aber auch besondere Chancen einher gehen.

Ein Planet im Exil oder Fall kann in eine Furche des Verhaltens geraten, was seine Entfaltung oder Ausdrucksweise angeht. Er tendiert dann leicht die negativen Seiten von Eigenschaften seiner Selbst (als Planet) auszudrücken. Entsprechende Eigenschaften bezüglich des Zeichens drängen sich auf, und diese Eigenschaften stehen der Natur des Planeten entgegen.
Ich konnte selbst feststellen, und dann später in einigen Texten zur klassischen Astrologie bestätigt finden, dass die Auswirkung eines Exils oder Falls erheblich davon ab hängt, wie gut der Herrscher des betreffenden Zeichens steht.
Wenn Mars in Stier steht, ist das ein Fall. Wenn die Venus (Herrscher des Stiers) gut steht, wirkt sich dieser Fall nicht so drastisch aus, als wenn die Venus selbst auch noch schlecht stünde (Exil, Fall oder spannungsreiche Aspekte). Wenn die Venus in einem für Mars günstigen Zeichen steht, die Venus selbst aber in einem für sie ungünstigen Zeichen, ist das wiederum eine leichte Tendenz, dass der Mars sich etwas günstiger auswirken kann, aber es bildet eine andere Ebene psychologisch gesehen, und ist weniger stark, als wenn Venus als Dispositor des Mars selbst gut stünde.

Ein Quadrat von Sonne zu Mars könnte sogar in einem Radix vorteilhaft sein, denn der mit Mars verträgliche Planet (Sonne) und verträgliche Aspekt (Quadrat) kann den Stand des Planeten im Exil oder Fall etwas ausgleichen und aus der "Verlorenheit" herausholen. 

Die klassische Auffassung der Würden

Der Begriff Würde bezieht sich auf die relative Planetenstärke, die durch die Stellung in einem für einen Planeten günstigen oder ungünstigen Zeichen/Sektor/Haus hervorgerufen wird. Üblicherweise wird die Würde nur auf die Zeichen angewendet. Der Begriff Würde ist üblicherweise ein Begriff zugleich für die Stärkung als wie auch für die Schwächung durch den bestimmten Stand eines Planeten. Normalerweise aber bezeichnet eine "Würde" nur den gehobenen, also starken Stand eines Planeten. Als Würde in Bezug zum Zeichen sind bekannt: 

Domizil - der Planet und seine Natur findet hier die grösste Wesensverwandtschaft und grösste Unterstützung 

Erhöhung - der Planet fühlt sich hier sehr wohl und findet Unterstützung durch das Zeichen

Fall - ungünstig; die tatsächliche Tragweite ist abhängig von dem Dispositor des betreffenden Zeichens, weiteren Aspekten und der Stellung im Haus (Endzonen eines Hauses sind immer schwieriger, und je nachdem wie das Haus und der Planet zusammenpassen; evtl. 6. 8. und 12. Haus als tendenziell ungünstig, es sei denn ein Planet steht dort in seinen Freuden); dasselbe gilt für das Exil

Exil - sehr ungünstig; mehr zu den klassischen Würden im Artikel "Würden und klassische Astrologie".

Wichtig: Günstig/Ungünstig sollten nicht auf die Fähigkeit des Geborenen bezogen werden, mit dieser Planetenkraft umzugehen, sondern beziehen sich ausschliesslich auf die Natur und Reinheit des Planeten selbst. Erst dieser Wesensnatur des Planeten nachgeordnet, ergibt sich, ob jemand Schwierigkeiten im Umgang mit diesem Planeten hat - die Regel ist das allerdings. Aber es ist auch so, dass von Mensch zu Mensch sowohl die Ebene, auf der dies geschieht, als auch die Art und Weise des Umgangs sich ändern kann.

Dann gibt es noch die Triplizitäten, Grenzen (unregelmässig unterteilte Bereiche innerhalb eines jeweiligen Zeichens), Dekanate (regelmässig 10° grosse Bereiche eines Zeichens) und einige andere Dinge, die aber oft nicht herangezogen werden, weil sich andere Deutungsinstrumente als vordergründiger erweisen, oder weil dem Astrologen noch die Erfahrung fehlt im Umgang mit diesen "kleinen Würden"; die hauptsächlichen Würden sind einfacher zu handhaben und es gibt mehr Erfahrungen im Umgang mit diesen. Die Grenzen und Dekanate stellen gemäß der klassischen Astrologie Rahmenbedingungen dar, die die Stärke eines Planeten in diesen Rahmenbedingungen weiter differenzieren können. 

Uranus, Neptun und Pluto waren damals nicht bekannt, sie sind heute "integriert", obwohl nicht ganz sicher ist, in welchen Zeichen sie ihre Würden haben. Hier wird einigermassen spekuliert, manches scheint stimmig, manches konstruiert.

Die klassischen 7 Planeten und der Bezug von Mars, Merkur, Venus, Jupiter und Saturn zu zwei Zeichen dienten damals nicht als Ersatz. Sondern diese Planeten sind auch heute noch die massgeblichsten und bewegendsten Kräfte, was die Fliessrichtung der Energien betrifft (was damit auch die Herrscherbezüge betrifft). Schon die Zahl sieben wird oft berichtet in Zusammenhang mit der grundlegenden Archetypik der Schöpfungsordnung. Die Zahl 12 entsteht darüberhinaus auf einer anderen, für das irdische Leben wichtigen Ebene. Die 7 ist sozusagen ätherischer und deutet die Seelenaufgabe der Bewusstseinsreise an. 
Die 7 Planeten zeigen die offensichtlichste und vordergründigste Ebene der Psychologie eines Menschen. Sie können als beweglicher angesehen werden. Die Transsaturnier dagegen liefern einen weiteren Gesichtspunkt, können aber die Kraft nicht so überragend tragen oder leiten wie zB Mars. Aber sie zeigen die tiefere Verankerung eines Prinzips in die Wesensnatur, und können auch für manche Belange der Häuserherrscher sehr wichtig sein, manchmal auch wichtiger als die klassischen Planeten. Man kann also mit guten Gründen beide Methoden verwenden und auch beides berücksichtigen, wenn es um die Häuserherrscherhaft geht.


Applikative und separative Aspekte

Applikative Aspekte sind Aspekte, die im zeitlichen Fortlauf noch exakt werden, wobei streng genommen nur solche Aspekte vollwertig sind, die auch innerhalb der jeweiligen Zeichen exakt werden.   

Beispiel einer Radixkonstellation: Mond 25° Stier, Merkur 27° Stier. Der Mond läuft auf die exakte Konjunktion zu. Es ist ein applikativer Aspekt. 

Separativ wäre folgende Konjunktion: Merkur auf 25° rückläufig (!), und Sonne auf 26°. 

Nicht vollwertig wäre folgendes applikatives Quadrat: Mond auf 28° Zwillinge, und Merkur auf 3° Steinbock (nur auf 29° Schütze wäre es ein vollwertiger applikativer Aspekt).

Zu beachten ist auch, ob, bevor der Aspekt exakt wird, ein dritter Planet einen exakten Aspekt zu einem der beiden Planeten bildet. Dieser Aspekt überlagert dann jenen Aspekt und kann erheblich die Bedeutung verändern. 

Es ist immer der reale zeitliche Ablauf entscheidend, also wie die Planeten tatsächlich mit der Zeit weiter laufen werden. Zum Beispiel kann die Venus auf 18° Widder stehen (noch direktläufig), und Mars auf 23° Widder, aber wenn die Venus vorher rückläufig wird, ist es ein separativer Aspekt! Dass die Venus oder Merkur rückläufig werden ist zwar selten, kommt aber vor (zB wird in meinem Horoskop die Venus rückläufig bevor die Konjunktion mit Jupiter erreicht wird).

Klassisch gesehen gilt ein applikativer Aspekt nur dann vollwertig, wenn er noch im selben Zeichen gebildet wird; es kommt aber erfahrungsgemäß in der normalen Radixdeutung ein Orbis in Frage: ein Merkur auf 29° Steinbock, und Jupiter auf 2° Widder würden bei einem Orbis von 3° nach normalen Maßstäben eigentlich ein Sextil bilden (stünde Jupiter auf 29° Fische wäre es ein exaktes Sextil). Hier wechselt Merkur aber das Zeichen (in Wassermann), bevor der Aspekt gebildet wird, und so ist die Wirkung eines solchen Aspektes nicht mehr ganz so klar und stark, aber er ist applikativ und in einem genügendenm Orbis. Der Orbis darf in solchen Fällen nicht zu gross werden, sonst wirkt ein "halbwertiger" applikativer Aspekt nicht.

In der Stundenastrologie werden aber nur die kräftigsten Wirkungen untersucht und Aspekte über Zeichengrenzen sind nicht mehr so kräftig und werden durch den aktuellen Fortlauf der Zeit und den jeweils "akuteren" Konstellationen in ihrer Kraft überlagert.

Unterschiedliche Wirkung von Applikativ und Separativ

Die applikativen Aspekte haben eine andere Qualität als wie die separativen. 

Einerseits sind sie stärker, und andererseits ist der langsamere Planet viel bestimmender, als wenn der schnellere Planet bereits die Exaktheit des Aspektes überwunden hat (separativ). 

Im letzteren Fall (separativ) wird der schnellere Planet vom langsameren das mitnehmen können, was er brauchen kann, aber ihm wird nicht alles auferlegt, was der langsame Planet zu bieten hat; beim separativen Aspekt gibt es also mehr Freiheiten. Dafür ist der Aspekt auch etwas schwächer. Ein applikativer Aspekt ist zum Teil zwanghafter und fordert auf, die Energien des langsameren Planeten zu integrieren. 

Im applikativen Aspekt legt der langsamere Planet den schnelleren beinahe alles auf, was der langsamere Planet zu bieten hat. In der klassischen Astrologie spricht man von "Unterwerfung". Also Merkur auf 26° stößt unweigerlich auf die ganze Masse und Wirkkraft des Jupiter auf 29°, oder eines Uranus auf 29°. 

Man kann es sich so vorstellen, als würde man beim applikativen Aspekt durch eine imaginäre Wand gehen müssen (das ist der langsamere Planet), und muss sich dem fügen, was man dabei begegnet.
Beim separativen Aspekt ist diese Wand bereits hinter dem schnelleren Planeten, und man wird nur noch "beschallt" von der Energie des langsameren Planeten, aber der Blick nach vorne ist frei von Zwängen. Es ist wie der Unterschied: "er muss es sich anhören" (applikativ) und "er kann es sich anhören" (separativ).

Konjunktion über Zeichengrenze

Eine Konjunktion ist auch dann noch leicht gegeben - ungeachtet davon ob es eine applikative oder separative Konjunktion ist -, wenn zwei Planeten in einem Zeichen stehen, egal an welcher Stelle des Zeichens sich die Planeten jeweils befinden.
Sie ist natürlich nicht mit einer Konjunktion zu vergleichen, die vom Orbis her einem Konjunktionsaspekt entsprechen würde. Dennoch kann diese Zeichenkonstellation ausschlaggebend sein, zum Beispiel für schwerwiegende Problematiken oder einen letzten Schub, der für bestehende Anlagen als Ursache nötig ist. Erst solche Konjunktionen können dann manchmal etwas erklären, was sonst nur mit Faktoren der Feindeutung (zB Asteroiden, Fixsterne) belegt werden könnte.
Das gilt auch für den Aszendenten und einem Planeten im selben Zeichen des Aszendenten, selbst wenn der Aszendent im letzten Teil des Zeichens steht und ein Planet im ersten Teil des Zeichens.

Auf diese Weise einer Konjunktion im Zeichen wird manche andere Konstellation oder Anlage auch verstärkt und damit zusammenhängende Entsprechungen bestätigt.

Die klassische Stundenastrologie beachtet diese Konjunktionen nicht, weil in ihnen keine genügende Kraft vermutet wird, was auch richtig ist, es so zu halten - es sei denn diese Konjunktion wäre applikativ. In der Stundenastrologie wird das Augenmerk auf die vordergründigsten und stärksten Kräfte und Beziehungen zwischen Faktoren gerichtet. Im Geburtshoroskop aber können die Hintergründe verschiedenster Art (zB solche Konjunktionen) sehr wirksam sein, solche Hintergründe bilden in jedem Fall eine grundlegende Architekur, Struktur und Archetypik.

Dispositor und Dispositorenketten

Der Begriff Dispositor wurde schon von den klassischen Astrologen verwendet und bezeichnet in einfachsten Worten so etwas wie den "Rückraum" eines Planeten. 

Zum Beispiel wenn der Mond in Widder steht, dann wird die Energie des Mondes von der Stellung des Planeten Mars disponiert.
Es werden Aufgaben "verteilt" (lat. disponere= anordnen, verteilen). Der Ausdruck des Mondes, die Art und Weise seiner Neigungen und wie sich Lebens-Ereignisse ausformen können, ist abhängig von Mars. Mars steuert einen Teil der Persönlichkeitsmerkmale bei.
Hinzu kommt, dass, je nachdem wie gut oder schlecht Mars steht, der Mars auch über die Stärke des Mondes entscheidet. Kann der Mars seine eigenen Aufgaben gut erledigen, weil er gut steht, so kann er auch die Aufgaben des Mondes gut erledigen.

Um den Dispositor zu finden, geht man den Weg über die Herrscher, also Domizile. Bei den meisten Zeichen gibt es zwei Herrscher (zB Wassermann, da kann man neben Uranus auch Saturn "verfolgen").

Es gibt in manchen Horoskopen einen Planeten im Domizil, dieser Planet kann Enddispositor sein. Es gibt kaum ein Horoskop, in dem das nicht der Fall ist. Verhindert werden kann es zum Beispiel durch Rezeptionen, bei denen die Dispositorenketten einen geschlossenen Kreislauf bilden.

Verfolgt man die Dispositoren kommt man am Ende dann zu diesem Planeten, der in einem Domizil steht. Zum Beispiel Mond in Widder, Mars in Steinbock, Saturn in Schütze, Jupiter in Zwillinge, Merkur in Jungfrau, und ausgehend von einem anderen Planeten: Venus in Fische, Jupiter in Zwillinge, Merkur in Jungfrau; wenn jetzt Neptun in Waage stünde, wäre ein Kreislauf geschlossen: Neptun in Waage, Venus in Fische. Da gibt es kein Entkommen. Aber ein wichtiger Teil der Fische-Energien kann auch über den Zweitherrscher Jupiter disponiert werden, und so kommt man dann auch zu diesem Ende Merkur in Jungfrau. Ein weiterer Ausgangspunkt könnte so aussehen: Pluto in Widder, Mars in Steinbock, Saturn in Schütze, Jupiter in Zwillinge, Merkur in Jungfrau. Bei Sonne und Uranus in Schütze kommt man dann auch über Jupiter in Zwillinge zum Merkur in Jungfrau.
Dieser Planet ist dann ein sehr wichtiger Planet und dirigiert oder durchzieht das ganze Radix. Umso mehr Planeten in diesem Enddispositor gründen, desto stärker wird die Rolle dieses Planeten auch hervorgehoben.

Transsaturnier

Wichtig ist es, die transsaturnischen, oder transpersonalen Planeten (Langsamläufer) in ihrem psychologischen Wirken zu verstehen.
Oberflächlich betrachtet entfalten die äusseren Planeten (Saturn, Uranus, Neptun, Pluto) mit der Zeit einen Druck, der den betreffenden Horoskopeigner herausfordert, in diesen Lebensbereichen (Haus) und den angesprochenen persönlichen Kräften (also Aspekte zu persönlichen Planeten) sich zu verändern. Tatsächlich liegt das an den Wirkungen dieser Planeten selbst, die erst etwas aufbauen, um es dann mit der Reife der Zeit zu wandeln bzw. in einen konstruktiveren Ausdruck zu bringen.
Oft spitzt sich in irgendeiner Weise der Druck dermaßen zu, dass es auf einen radikalen Wandel in diesen Bereichen hinausläuft, weil man zu einer Entscheidung oder einem Wandel des Verhaltens gedrängt wird.
Der wichtige Punkt ist: Zunächst, in der Kindheit und Jugend, sammelt dieser betreffende Planet Energien an, die aber in gewisser Weise zu derb sind, so könnte man sagen - oder anders gesagt, die Persönlichkeit ist nicht vorbereitet auf diese Kräfte, kann sich aber vor ihnen nicht verschliessen und so kommt es nach einiger Zeit noch bis zum Erwachsenensein zu diesem Punkt einer Verdichtung von erheblichen Strukturen, mit denen dann im Fortlauf des Lebens eine Änderung stattfinden muss, weil diese Kräfte zunächst ungeordnet aufgenommen wurden und nun die Strukturen der Persönlichkeit zu sehr von den groben Energien dieser Planeten eingenommen sind und uns von unserem Lebenskern zu sehr abbringen, so als würden sprichwörtlich die Transsaturnier durch ihre Ferne zur Sonne diese Ferne auch ins Horoskop tragen. Günstige Wirkungen können derweil aber auch der kosmische Bezug sein, der aber erst wirklich einen Kanal findet, wenn man das Kollektive herausnimmt, als Einfluß auf uns. In dieser Hinsicht auf das Verhältnis zwischen Individuum und Kollektiv wirken die Transsaturnier als "Ferne von wirklicher Integrität in das Kollektive". Sie veranschaulichen auf dieser Ebene ein wenig unseren Kampf um unseren Platz. Ob wir demgemäß agieren, reagieren oder rebellieren. 

Aus der Eigenart Uranus, wie wir uns abgrenzen wollen, wird stattdessen dann ein spiritueller Weg, also ein Weg durchsetzt mit humanen Wirken, indem wir das, was Uranus an Einfluß auf uns ausübt, auf einer höheren Ebene kanalisieren.

Bei Neptun denken viele natürlich geradezu an Spiritualität. Es geht aber auch unter anderem um Vertrauen, weil der angesprochene Lebensbereich als "von Auflösung bedroht" erlebt wird, und der Eindruck eines Kontrollverlustes kann entstehen, oder man kann Täuschung nicht von Inspiration unterscheiden. Es geht natürlich bei Neptun auch Liebe und die Schwingungen der Liebe, und er steht für die Schaffung solcher energetischer Muster (Schwingungen), die voller hoher, wohltuender, oder harmonischer Energien sind, wie es bei der Kunst typischerweise (auf einer Kunst hohen Niveaus zumindest) der Fall ist. Brotlose Kunst, die eigentlich niemanden gefällt, erhält dann den Schleier der Täuschung, wenn sie aus irgendwelchen Gründen trotzdem einen hohen Platz einnimmt. Man idealisiert dann irgendeine Facette dieser Kunst, man ist verleitet zu glauben, es spricht Ganzheit an, wenn man solche Kunst als Kunst definiert. Und gerade das Ideal ist bei Neptun oft angesprochen. Was letztlich zwar Geschmackssache sein könnte, aber wir finden auch in der Politik dieses Umstand: Dort gibt es Politiker, die ihr hohes Ansehen nicht ihren Leistungen verdanken, sondern dem Einsatz und dem Durchsetzen, so dass man sich Eindruck verschaffte und man glaubt dann an diesen Politiker.  
Ferner steht das Hormonsystem im Zusammenhang mit Neptun.

Man wird mit Neptun einerseits die Gabe der Intuition und Inspiration erkennen können, auch die der Einfühlung, andererseits aber auch die Verführung zur Selbsttäuschung, der gewissen Hoffnung, die zum Willen wurde, was eine Nebenform des Idealismus bedeutet (Selbstlügen sind im Grunde ein übersteigerter Idealismus). Es besteht auch die Bereitschaft, sein eigenes Handeln oder So-Sein vor anderen zu verschleiern, oder bereitwillig zur Lüge zu greifen. Die Motivation dazu ist oft, dass man sein wahres Ich und die eigenen Motive verbergen will, weil man die Haltlosigkeit fürchtet, die in sozialen Kontexten entstehen könnte, wenn man sich offen gibt. Der dazu bewegende Eindruck mag sein, andere könnten damit nicht umgehen, oder man selbst nicht mit den Reaktionen der anderen. Oft ist auch Projektion im Spiel.

Neptun gibt uns im Ganzen gesehen Durchdringung, die kann unterschiedlich genutzt werden. Hier muss zum Beispiel gelernt werden zu handeln, auch wenn aus dem Instinktbereich Furcht aufkommt, um dadurch zum Vertrauen zu finden, und letztlich zur heilsamen Erfahrung, dass das Leben einem in diesem Lebensbereichen, mit denen Neptun verbunden ist, reich beschenken kann. Es geht auch darum, wie man anderen Vertrauen und heilsame Erfahrung zuteil werden lassen kann. Man muss vielleicht lernen, die Wirklichkeit anzunehmen und auch lernen, einfach die Wirklichkeit in einer für alle annehmbaren Weise zu "durchdringen"; ob in psychischer Art als einer Weise sich einzufühlen, oder sich oder anderen Inspiration zu verschaffen, sich selbst und andere in den Antrieben und Motivationen zu erspüren oder Beweggründe zu erkennen und Mitleid als Form des Verstehens aaufzubringen, ein höheres Ideal als Elixier des Seins oder Handelns zu erkennen; oder ob man höhere Ideale formuliert, lebt oder anderen zugänglich macht, Dinge ästhetisch verschönert, die Ganzheit des Lebens in irgendeiner Weise zum Thema macht - und hier endlich findet sich auch die spirituelle Dimension des Lebens: man erkennt, dass das Leben bereits einen Sinn enthält.
Neptun führt uns oft erst Hemmungen vor Augen, aus denen wir empor wachsen müssen, und Neptun konfrontiert uns auch zunächst mit unseren Selbstlügen, oder dem Drang der Wirklichkeit zu entfliehen. Es gilt schliesslich zu einer Haltung zu finden, das Leben in seiner Fülle und ganzen Bandbreite anzunehmen, sich geborgen zu fühlen, im Fluß mit dem Leben und dem Sein zu sein. Die Hemmungen können durchdrungen werden und wir können gelernt haben, dass Sehnsüchte und "das Verlangen nach Endlosigkeit (Unendlichkeit)" nur gestillt werden kann, wenn wir dies auf unsere Erlebnisart beziehen, und zB nicht auf Konsum oder diverse Verhaltensarten (wie Beschönigungen, Täuschungen eines Gegenübers usw.), die bloß eine Kontinutität der Erfahrung mittels äußerer Stimulation aufrecht erhalten können.
Übrigens: Neptuns Ideale sind etwas anders beschaffen als wie Jupiters Ideale. Will jemand seine durch Neptun konstruierte Ideale erklären, läuft es meist darauf hinaus, dass es fast nie wirklich unterlegt werden kann, dass es eben eine Art empfundene Selbstverständlichkeit ist, während mit Jupiter eher eine Art Hochrechnung und kategorischer Imperativ gebildet wird, ein Sinn wird an der Realität überprüfbar, kann zB mit Analogien erklärt werden oder mit Metaphern. Neptun bezieht sich auf das (erlebbare) Ganze und ist in erster Linie emotional fundiert, Jupiter strebt das Optimale an und ist mehr intutiv oder in gewisser Weise auch vernunftgeprägt (Feuer und Luft).

Bei Pluto muss man sich meist in dem jeweiligen Lebensbereich direkt mit dem Thema der Wandlung und Verhältnismäßigkeit auseinandersetzen. Es scheint, als würden mit Pluto mächtige Energien und Willensimpulse erzeugt und fixe starre Muster, wo wir etwas bestimmtes nicht verlieren oder nicht erfahren wollen (je nach Stellung des Plutos). Manchmal erleben wir die grösste Tiefe mit Pluto, aber viel zu oft ist es der Zwang, dem wir ausgesetzt sind, nämlich uns zu fügen. Wir fügen uns niemals irgendetwas, sondern nur dem, welches wir uns ausgesucht haben. Nehmen wir an, jemand hat einen sehr präsenten Vater der ihn andauernd gezwungen hat, auf ihn zu reagieren. Egal wie er nun reagiert, dass er reagiert hat, da ist Pluto oft mit im Spiel, da er den nötigen Erlebensdruck erzeugt, mit dem wir reagieren möchten. Eine Emotion, die empor kommt, um zu reagieren und irgendwie ist daran etwas festgelegt, dass also eine Realität spürbar davon beeinflusst zu werden scheint. Obwohl man meint, man könnte Pluto im Außen identifizieren, merken wir doch schnell, dass die wahre Bedeutung nur innerlich entstehen kann. Da wir die Bedeutung kommen sehen bei Pluto, reagieren wir oft auch im Vorhinein, und haben damit die Macht Plutos vollendet. So denn muss oft dieser Impuls anders aufgenommen gelernt werden. Am einfachsten stets mit der Konfrontation harmloser aber ähnlicher Begebenheiten, in denen man lernen kann, anders zu fühlen, sich innerlich freier zu machen. Deshalb faszinieren uns auch bestimmte Orte, falls wir an ein dortiges Geschehen erinnert werden: Und diese Erinnerung erhält ein Gesicht, ein fühlbares Etwas (Bedeutung) durch Plutos Wirken, dass er nachvollziehen lässt. Das ist die andere, positivere Seite von Pluto neben dem Zwang, einer Bedeutung (zum Beispiel des Außen ) zu folgen. Innerlich folgen wir der Bedeutung, das ist bei Pluto eindeutig vom Ursprung her ein innerliches Geschehen, das sich aber im Außen mitteilen kann.

Wo Pluto steht, haben wir meist Angst, diesen Lebensbereich frei und ungezwungen auszudrücken. Gelegentlich kompensiert man und kommt auch schon mal zu einem regelrecht grau-samen Ausdruck des jeweiligen Lebensbereiches, also sehr extrovertiert und gewaltig.

Pluto bringt Energien, die einen eigenen Willen haben. Oft ist alles sehr unkontrolliert, vielleicht weil wir als Menschen gewöhnlich eher unbewusst leben und ab einem bestimmten Punkt der Akkumulation und Anreicherung erst die ganzen Verbindlichkeiten (durch Pluto symbolisiert) ans Licht kommen, und uns dann erst bewusst werden, wenn sich bereits etwas aufgebaut hat. Dann aber haben wir die Chance eine ganz neue Ebene zu betreten und die aufgestauten Energien können befreiend wirken, wenn wir sie konstruktiv nutzen oder in die richtigen "Kanäle" leiten.

Mit Pluto werden leicht Leidenschaften erzeugt und Mauern oder ganz im Gegensatz zu Mauern machtvolle Haltungen errichtet, die zum Ziel haben, den eigenen Willen zu bewahren. Aber es kommt vielleicht ein Punkt, an dem aus diesen Mauern oder Mächten Ohnmachtserfahrungen werden, weil es noch andere Willen gibt, die grössere Macht entfalten können. Oder weil wir mit unserem Willen das Schicksal (auch unpersönliches Schicksal) herausfordern.

Pluto ballt oft zunächst Energien zusammen, formt einen Andockpunkt der Erfahrung, bei dem es um Macht und Willen geht, ob des eigenen Widerstandes oder des Widerstandes von anderen, was schließlich zur Forderung des Selbst wird, diese inneren Haltungen und Strukturen zu hinterfragen, bis an den Kern der Erfahrung vorzudringen. So dass sich entscheiden kann, oder man direkt selbst entscheidet, was aus diesen Erfahrungsbeständen und jetzigen Strukturen des Seins werden soll. Meist läuft es darauf hinaus, gewisse Einstellungen, Vorurteile, und fixe Gedankenbilder und auch Gefühlsbilder loszulassen, und das Leben völlig neu anzunehemen, kraft der Erfahrung, die einem diese Läuterung verschaffte und auch kraft der Erfahrung eines eventuellen Leidens - was bei erfolgreicher Wandlung dann sehr befreiend wirken kann und einer Wiedergeburt ähnelt. Man kommt zu neuen Dingen, neuen Ansichten, neuen Verhaltensweisen und hat das Alte abgelegt, wie eine Schlange ihre Haut. Steht vor einer Bindungslosigkeit und erfährt eine innere Freiheit. 

Allgemein gilt: Was mit Pluto in Verbindung steht, wird oft als vorrangig erlebt oder vorrangig verwirklicht. Es kann darum gehen, diese vorrangige Behandlung zu ordnen, kanalisieren oder auszurichten auf das, was sich lohnt und loszulassen, was nur immer wieder zu denselben Überfluss von zB Negativität führt.

Bei Uranus fühlen wir uns bedroht, in gewissen Bereichen (Stellung des Uranus) unseren Freiraum zu verlieren. Psychologisch entsteht das Bedürfnis nach Einzigartigkeit und Besonderheit, wir brauchen für unsere Selbstentfaltung einen Freiraum. Und oft geht damit auch eine Elektrisierung, Stimulation durch immer neue Reize einher. Wir können dann nicht dasselbe an Langeweile erfahren sondern brauchen den Ausbruch aus den starren Mustern des Lebens. Weil dies sonst unseren Freiraum zu bedrohen scheint.

Wir erfahren bei einem stark gestellten Uranus mit den Anfängen unseres Lebens den Drang, uns von anderen zu unterscheiden, und sehen uns als Individuen, dem diese Einzigartigkeit gebührend zu zollen sei. Dieser Drang resultiert aus der Wirkung des Uranus, es ist sicher nicht unbedingt die beste Lösung, diesem Drang unkontrolliert nachzugeben, denn man setzt sich dadurch leicht den Aspekten der Einsamkeit und Isolierung aus, die auch Uranus entsprechen. Bei Uranus geht es oft um eine verkehrte Welt, die Ordnung ist ausgehebelt und wie aus dem Nichts erhalten wir hinsichtlich der mit Uranus verbundenen Lebensbereiche, was wir brauchen oder was nötig ist. Verlassen kann man sich darauf nicht, aber man kann sich darauf einstellen.
Mit einem desto stärker gestellten Uranus müssen wir eine umso stärkere psychische Integrität entwickeln, so dass wir in uns gefestigt sind, und durch die Herausforderungen, die Uranus uns bringt, nicht mehr in Haltlosigkeit oder Zerstreuung enden (sei es, dass wir selbst unter diesen Eigenschaften leiden, oder andere). Wir könnten zB oft den Halt verlieren, weil Uranus uns mit sehr exzentrischen oder einflussnehmenden Menschen in Verbindung bringt. Bei Pluto würde es um Macht gehen, und um Verstrickung in die Machenschaften anderer, bei Uranus werden wir einfach überrannt oder in unserer eigenen Richtung abgedrängt, könnten uns andere mit ihren Impulsen etwas aufzwängen und wir verlieren dann uns selbst aus den Augen, wenn wir dem nicht inneren Halt entgegen bringen können. Erst dann können wir mit solchen Herausforderungen auch umgehen. 

Wir erfahren mit Uranus einen übertriebenen Drang, unabhängig zu bleiben, oder Wege zu suchen, uns auszuleben, oft auf Kosten von Verbnindlichkeiten. Verpflichtungen werden als unzeitgemäß abgewertet, wir könnten unzuverlässig und unpünktlich sein, zum Teil auch aus Unbewusstheit, weil wir unbewusst erwarten, dass wir die Einengung nicht mögen werden, wollen jederzeit Anregung und wenn es uns zu langweilig wird, gehen wir einfach, oder sind bereits schon weg.
Wir verstärken allgemein die Art und Weise, wie Anregung und Abenteuer geschaffen werden. 

Mit Uranus verbunden sind zum Teil Impulse, die eigenständig sein wollen, und dadurch auch eine grundsätzliche Beziehung zur Intuition haben, da die Intuition sich als losgelöste Art erweist, wie aus Erfahrung und vorhandenem Wissen ein zwingender Gedanke oder eine zwingende Absicht formuliert wird, ein neues Sehen. Neu soll nicht heissen, dass dieses Neue dabei in Bezug zu etwas Altem steht, sondern soll heissen: dass die herkömmlichen Sinne einfach überschritten werden, um Informationen zu erhalten. Diese höhere Intuition wird dann mehr oder weniger als Fähigkeit und Talent gegeben sein - sofern die Stellung von Uranus (Aspekte vor allem, aber auch Haus) und das gesamte Radix diese Möglichkeit auch tatsächlich aufzeigen.

Die Gefahr ist stets Eigenwilligkeit und Exzentrik, als eine Art Ersatz-Lebenskern, aber auch indem Intuition nicht zu den wahren Quellen des Wissens greift, sondern aus diesem Ersatzlebenskern nur noch zu ungeprüfter Originalität kommt, da man glaubt, man müsse einen extremen Abstand zu anderen erzeugen, weil man sonst nicht authentisch sein könnte.
Im Grunde geht es darum, je nach Radix, eine eventuelle Selbsterhöhung oder Eigenwilligkeit, die man mit der Zeit angenommen und gebildet hat, abzuschwächen, indem man aus den spannungsreichen Konfrontationen, die Uranus im Umgang mit der Welt und sich selbst bescheren kann, lernt, dass man nicht an ein bestimmtes Verhalten oder bestimmte äußere Vorgaben gebunden ist, um sich frei und unabhängig zu empfinden.
Es geht auch darum, dass man beim authentischen Gebrauch der überindividuellen Impulse des Uranus auch immer einen (freiwilligen, idealistischen) Beitrag für die Gesellschaft leistet. Es kann manchmal auch sinnvoll sein, das Fremde und Andere zu achten, Sprünge und plötzliche Änderungen zuzulassen, oder das, was man im Augenblick gerade empfinden mag, als etwas anzusehen, dass man im nächsten Augenblick ja bereits anders empfinden könnte. 

Was mit Uranus in Verbindung steht, wird ebenso wie bei Pluto oft als vorrangig erlebt, aber bei Pluto steht sind diese Dinge viel unbewusster oder besser gesagt liegen im Verborgenen und sind oft triebbestimmt, während man bei Uranus meist sehr bewusst den Reiz empfindet, der es mit sich bringt, etwas zu tun, zu sein oder haben zu wollen, es geht in die Mentalität ein - hier zeigt sich die Schwierigkeit, dass dann andere Dinge vernachlässigt werden, und so eine Unausgewogenheit aber auch Gefahr entstehen kann, weil man den Kern aller Notwendigkeiten und soliden Boden vernachlässigt, zum Beispiel im Sport, oder im sozialen Leben. 

Uranus ist ein Faktor, der wie kein anderer für Unzuverlässigkeit steht, auch Unpünktlichkeit (während Jupiter Zuverlässigkeit von anderen erwartet und meist Zuverlässigkeit auch im eigenen Handeln mit sich bringt).
Ein bisschen Relativität und Objektivität können sich als sinnvolle Abrundung der allgemeinen Energien des Uranus erweisen. Neptun kann manchmal die gewisse exzentrische Launenhaftigkeit uranischer Impulse dämpfen, wenn Neptun zB Aspekte zu Sonne oder Mond hat (Neptun wägt dann etwas mehr ab als sensitiver Planet) . Aber andererseits gibt es auch geradezu die Möglichkeit, dass Neptun diese Auswüchse von Eigenwilligkeit noch weiter antreibt und die Selbstverblendung am Ende sich nur noch verstärkt. Wie immer, kommt es nicht nur auf das einzelne Radix, sondern auch auf die Reife des Horoskopeigners an, wie er die Energien aufnimmt und lebt.

Anfänglich erreichen uns all diese Energien von Neptun, Uranus und Pluto auf eher grobe Art, und man könnte fast eine Beschreibung dazu finden, auf welchen Wegen uns der Teufel verführt, denn wir finden anfangs oft Gefallen an dieser Art, von Neptun, Pluto oder Uranus betört zu werden, oder gehen ganz einfach in ihre Fallen.
Hier werden wir auf einer Weise beeinflusst, die allgemein fast immer mit Grobheit, Unbestimmtheit und zu viel Persönlichkeit verbunden ist (der Lebenskern ist nicht mit der Persönlichkeit gleichzusetzen und wird durch unsere Sonne gebildet) - und gerade darum geht es: das Persönliche ein wenig zurückzustellen, um diese Energien von Pluto, Neptun und Uranus in das eigene Erleben sinnvoll zu integrieren. Massgabe für die Integrationsweise ist die Sonne.

Anziehung des Gleichen, Anziehung von Problemen; besser gesagt: Fügung

Man sagt oft, dass man Probleme oder ein Glück, was in einer Konstellation entsprochen ist, anzieht.
Vielleicht taugt eher der Begriff einer Fügung, in der wir selbst nicht nur anziehend wirken, sondern selbst auch angezogen werden (an entsprechende Umstände geraten, an entsprechende Menschen geraten usw.). So fügt sich alles, freilich immer noch massgeblich dadurch bestimmt, wie wir selbst unser Radix leben und durch unseren Willen und den Idealen, wie sich unser Leben gestalten soll, eine grundsätzliche Schwingung erzeugen. 

Der Ausdruck "Anziehung von Problemen" hat in dem Kontext von schwierigen Problemen jedoch ein diskriminierendes Element an sich, als ob geradewegs betont werden würde, dass jemand selbst dran schuld ist an seinen Problemen. Oder dass er nur eine andere Einstellung bräuchte. Denn die Verhinderung einer rigorosen Anziehung des Schlechten erfordert nicht nur eine andere Einstellung, sondern die Umformung der persönlichen Energien, was oft nur eine langwierige Angelegenheit sein kann. Sicher muss man irgendeiner Weise auf diesen Umstand hinweisen, doch wenn ich mir die Wortwahl vor Augen halte, dann hat die Beschreibung 'Fügung von Problemen' eine andere Nuance als wenn man von 'Anziehung von Problemen' spräche. Bei letzterem steht eindeutig ein Pol im Vordergrund, nämlich das eigene Sein. Wenn man von Fügung spricht, dann ist die Beschreibung etwas objektiver, allumfassender. Denn auch der Täter gerät an sein Opfer, und nicht nur das Opfer an seinen Täter.
Für den einen, der gewisse Probleme anzieht, liegt die einzige Möglichkeit der Lösung natürlich darin, zu überprüfen, warum und unter welchen Umständen er in Schwierigkeiten gerät. Vielleicht ist er zu gutgläubig, oder lässt sich zu leicht beeinflussen, kann Situationen nicht einschätzen, dann könnte es darum gehen, zu lernen, Distanz zu wahren oder die Entscheidungskraft zu stärken, und so weiter. Vielleicht ist es so auch, dass es das Schicksal ist, das einem eine Lernaufgabe heran trägt, die man nur nicht anzunehmen bereit ist, und es wird dies so lange tun, wie man es annimmt, und wenn man es annimmt, ist es natürlich wichtig, dabei Demut nicht mit Untwerwürfigkeit zu verwechseln. Was es auch sei - selbst wenn es ein unabwendbares Leiden ist, welches man letztlich hinnehmen muss (Krankheit), gibt es gewiss irgendeine Möglichkeit, darauf adäquat zu reagieren und genau darauf kommt es an.

Oppositionen, Quadrate, Trigone und Sextile

Opposition

Auf einem Weg kommt uns jemand entgegen. Es erscheint ein Gegenüber. Wir können ihn gut erkennen. Wir stellen uns die Frage, was aus der Begegnung entstehen könnte. Wir vermuten zunächst einen Gegensatz.

Eine Opposition steht in Bezug zu einem Thema, aber es gibt zwei völlig gegensätzliche Haltungen. Man kann das Oppositionelle in der Politik gut nachvollziehen: wo es oft eradezu um eine verschärfte Opposition geht, indem man zu der Regierungspartei, beinahe egal was diese tut, stets eine Gegenposition einnimmt.

Die Opposition erzeugt grundsätzlich das Potential oder eine Fähigkeit der Vermittlung zwischen verschiedenen Standpunkten. Auch Übersicht. 

Mit der Opposition kann auch eine konkrete Gegenüberstellung verbunden sein, bei der die Planeten in der Opposition für eine gewaltige Erwartungshaltung sorgen. Wir finden, es gibt da etwas, was uns stört (genauer einem der beteiligten Planeten stört). Anstatt in uns selbst zu forschen, welche Erwartungen und Voreingenommenheit wir selbst haben, projizieren wir diese auf den anderen, sehen die Probleme durch den anderen bedingt. Anstatt wir begreifen, dass wir nur besonders sensibilisiert auf etwas sind. Wir können bestimmte Sachverhalte wahrnehmen, über die andere hinweg gehen. Der Mensch denkt instinktiv, was er wahrnimmt, nimmt auch jeder andere so war - und das ist das erste, was wir bei einer Opposition klären müssen: dass nämlich nicht jeder die Dinge so wahrnimmt, wie man es selbst tut!

Wir erwarten von ihm, dem Anderen Erfüllung, dass er den Konflikt, den wir ja wahrnehmen, löst. Im Grunde ist das eine sehr unreife Verwirklichungsart, aber sie kommt bei der Opposition sehr oft vor. Wir wollen dann die Umgebung beeinflussen, weil gewisse Elemente darin uns einfach stören. Wir erleben, dass wir etwas überwinden wollen, und sehen den unerwünschten Zustand im Aussen. Folglich entsteht das natürliche Bedürfnis, etwas aus dieser Ungereimtheit zu machen. Wir können einen konstruktiven und sinnvollen Weg wählen, auch mit Beeinflussung des Aussen, oder destruktiv und sinnlos, ebenso mit Beeinflussung des Aussen. Es handelt sich um die Pole Gestaltung und Rücksicht einerseits oder Arroganz und Ignoranz andererseits. Kreativität oder Manipulation.

Die Probleme, die die Opposition mit sich bringt, werden oft in Beziehungen zum Ausdruck gebracht. Bei diesem Aspekt ist die Gegenüberstellung das archetypische Thema. Es kann darum gehen, auf einen unterschiedlichen Standpunkt (dem Gegenüber) entsprechend zu reagieren und so die Trennung und Unvereinbarkeit aufzuheben und es können auch Dinge oder Sachen gegenüber einem selbst diese Unvereinbarkeiten zeigen.

Rein technisch und statisch betrachtet stehen sich bei der Opposition einfach zwei Kräfte gegenüber. Aus der jeweiligen Sicht eines Planeten geht es darum, das, was ihm fehlt und im Widerspruch zu ihm ist, zu begreifen und anzuerkennen, und nicht zu verdrängen - das allein genügt natürlich nicht, sondern im nächsten Schritt, nachdem man die Gegenüberstellung aushalten kann, geht es darum, die Eigenschaften des jeweiligen Planeten mit dem Gegenwicht des oppositionellen Faktors dennoch ausdrücken zu können, und zwar in einer konstruktiven, sinnvollen Weise. Die Opposition veranschaulicht wohl die einfachste und grundlegendste Form einer Herausforderung. Man sieht sich einem Gegensatz ausgesetzt, der die Funktion oder den Ausdruck des jeweiligen Planeten zunächst in Frage stellt - für diesen Planeten und seinem Ausdruck geht es einfach darum, diesen zusätzlichen Aspekt eines Einflusses auf ihn zu berücksichtigen und in einfachsten Worten: zu reifen, indem man zum authentischen Ausdruck kommt, und der prüfenden Belastung des opponierenden Planeten standzuhalten vermag.

Die gegenüberliegende Position kann bei der Opposition auch eine projizierte Eigenschaft sein, also eine Eigenschaft, die erlebt wird, und deren Ursachen man beim Anderen vermutet, aber in Wahrheit aus dem eigenen Inneren resultiert. Der Andere nimmt nur den Platz des opponierenden Planeten ein, weil unsere Wahrnehmungsart im Grunde dies hervorbringt, wo der Blick vom Selbst ausgehend zu einem äußeren Bezugspunkt aufgebaut wird. Dabei kann, wenn wir uns unserer Wahrnehmung blind überlassen, der Eindruck entstehen, dass die Reaktionen des Anderen eben nicht etwa Spiegel unserer eigenen Anreize sind, die ihn ja zu einem solchen Handeln bringen. Wir vernachlässigen dann unseren eigene Standpunkt, wir stehen auf unserem eigenen blinden Fleck.

Zum Beispiel könnte man bei einer Mond-Mars Opposition glauben, dass der Andere überaus reizbar ist, während man selbst tatsächlich schon gereizt eine Vorlage bietet und mit eigenen Signalen und Impulsen der Gereiztheit dafür sorgt, den anderen aufzureizen. Oder man ist selbst gereizt, während der andere das nur leicht ist. Man übersieht das eigene Verhalten und bemerkt entsprechende Eigenschaften oder Merkmale vorwiegend bei einem anderen Menschen, weil man selbst insgeheim aber schon diese Eigenschaften schon kennt (weil sie zu einem Selbst gehören, angezeigt durch die Planeten der Opposition - man ist für solche Eigenschaften sensibilisiert).
Man hält diese Eigenschaften für übertrieben beim anderen, aber bemerkt nicht, dass man genau diesen Schatten unverarbeitet bei sich selbst hat - womit man sich in gewisser Weise eine Brille aufsetzt und die Welt durch die Gläser der eigenen inneren Befindlichkeit wahrnimmt; andere werden dann, beinahe egal wie sie sich verhalten, durch diese Brille gesehen und können nur diese Eigenschaften zeigen, weil die Brille diesen Blick vorgibt - Projektionen und unverhältnismässige Betrachtungen sind sehr typisch für Oppositionen.

Bei einer Opposition ist es oft der Fall, dass einer der Planeten sich gegen den anderen stellt, und nicht gelernt wurde, den schwächeren Planeten in Bezug zu sich und dem entsprechenden Verhalten, das durch den Planeten angezeigt ist, adäquat auszudrücken.

Die Opposition erzeugt oft eine Übererregung. Es gibt, selbst wenn die Opposition über die Zeichen hinaus geht, eine Hochpolung der Energien, da beide Planeten sich gegenseitig antreiben. Dieser antreibende Effekt kann natürlich hervorragend genutzt werden, sich weiter zu entwickeln. Der Unterschied zu einem Quadrat ist, dass man bei einem Quadrat eher zu einem Handeln kommt, dass das Quadrat zum Handeln und zur Einflußnahme anregt, und die Opposition mehr auf die Psychologie einwirkt.  
Oppositionen sind hervorragend für die Selbstbeobachtung geeignet, mit der man schließlich auch die existenzielle Grundsituation besser verstehen lernt. Man erkennt, dass die Gegensätze und Widersprüche im Leben ein Potential der Höherentwicklung beinhalten, hin zur Integrität und zur Konstruktivität. Eine Opposition ist auch gut für Wissenschaftler geeignet.

Offensichtlich ist das Element nicht der zwingendste Grund für die Wirkung eines Aspektes. Denn die Opposition oder jeder andere Aspekt wirkt auch dann, wenn die angesprochenen Elemente nicht der Winkelbildung der Zeichen entsprechen (zB Opposition: Krebs und Steinbock stehen in einem Wasser/Erde Verhältnis). Die Wirkung ist in diesem Fall eine feine Nuance schwächer, als wenn die Opposition auch von den Elementen her gegeben wäre. Mit den Elementen können die Wirkungen der Aspekte tiefenpsychologischer und hintergründiger gedeutet werden. Die Elemente und Zeichen eines Aspektes bilden Teilmotivationen und archetypische Grundmuster. Dennoch gründen sich die Aspekte auf bloßen Winkelbeziehungen.

In einer Opposition kann der in der Umlaufgeschwindigkeit schnellere Planet, und damit sein Thema, von dem langsameren Planeten regelrecht zurückgedrängt und zurückgeworfen werden. Damit ergibt sich im praktischen Leben oft die Flucht vor einer Auseinandersetzung oder einem heraufziehenden Konflikt - was dann aber nur noch stärker den Planeten zum Tyrannen machen kann, weil sich die Realität auch bei einer Opposition meist in irgendeiner Weise fügen und ereignen wollen. Man muss bei dynamischen Aspekten immer die Richtung bestimmen wollen, zumindest für sich selbst und die eigenen Anliegen bereit sein, eine Richtung zu gewinnen. Sonst übergibt man das Heft des Handelns weitgehend äußeren Faktoren und dem Zufall.

Jede Opposition kann man relativ leicht in ausgewogener Weise gestalten: man identifiziert zunächst den Planeten, der die meisten Probleme verursacht. Allerdings sind das manchmal beide Planeten der Opposition, die sich in ihrer Schwierigkeit abwechseln, je nach Situation, in der man sich befindet, was ja nicht jeden Tag gleich ist. So muss man die jeweiligen Probleme identifizieren und jeweils dem betreffenden Planeten zuordnen.
Dann betrachtet man den in der Umlaufgeschwindigkeit schnelleren Planeten, und stellt sich vor, dass der in Opposition stehende ranghöhere und langsamere Planet den schnelleren behindert und den stärksten Einfluß ausübt. Man muss hier mit den Qualitäten und Eigenschaften des schnelleren Planeten und seines Zeichens in gewisser Weise entgegensteuern, und die Energien des schnelleren Planeten "befreien" vom Druck, das geht meist nur, indem man einen geeigneten Weg findet und es geht nicht einfach in einer Weise, dass man den langsameren Planeten total ignorieren kann. 

Lernen als einer echten Errungenschaft, dass man auf Kurs bleiben kann im Angesicht eines Widerspruchs.
 
In einem weiteren Gesichtspunkt wird der in Opposition stehende langsamere Planet wertvolle Eigenschaften ergänzen, die man aber nur dann nutzvoll einbringen kann, wenn es einem gelingt, die Lektionen, die dieser Planet stellt, zu meistern.

Man kann mit jedem Planeten einen gewissen Teil von Eigenschaften seines gegenüberliegen Zeichens entfalten lernen, besonders in den Punkten, die unausgewogen sind. Ein Widder Planet, der an sich ungestüm, spontan oder direkt ist, kann zB in den Waage-Eigenschaften Geschmeidigkeit, Verhandlungsbereitschaft, Gleichmut und Ausgewogenheit finden.
Ein Planet in seinem Zeichen kann durch das gegenüberliegende Zeichen eine grössere Bandbreite an Möglichkeiten finden. Im gegenüberliegenden Zeichen liegt eine Art komplementäre Ergänzung. Bei der Opposition wird diese zu leistende Integration geradezu notwendig und zwingend.

Quadrat

Links und rechts kreuzen Personen unseren Weg. Wir könnten sie beinflussen, sie könnten uns beeinflussen. Bei jeder Kreuzung könnte etwas passieren oder geschehen, sie haben eine andere Sache und Weg im Sinn.

Quadrate im Radix erzeugen zunächst in ihrer Wechselwirkung etwas Unvereinbares. Ein Querschlag oder Querschuss entsteht. Man tut etwas und es hat etwas anderes und weiteres zur Folge. 

Positiv ergibt sich mit dem Quadrat immer ein gewisser Schneid. Aber allzuoft ist mit dem Schneid auch irgendwo etwas übertriebenes mit verbunden. 

Oft hilft es zu schauen, welcher Planet der beiden beteiligten Planeten auf Kosten des Anderen ausgedrückt wird. Ein Quadrat steht fast immer in einem ganz deutlichen Bezug zur Psychologie eines Menschen und beschreibt grundsätzliche Charaktereigenschaften.

Den eigenen Charakter kann man veredeln oder weiterentwickeln, indem man den Bezug auf ein Außen nicht überbewertet, und innere Regungen unkontrolliert nach aussen agiert (weil man annimmt, die An-Regung, die von aussen kommen könnte, muss beantwortet werden), sondern die möglichen Ursachen für die Probleme bei sich selbst sucht und aus Fehlern immer wieder zu lernen bereit ist.

Man hat mit dem Quadrat immer die Situation, dass stets etwas gewirkt oder geschaffen wird, und muss sich daher anfreunden mit dem Gedanken, dass der Irrtum und die Unvollkommenheit menschlich ist. 

Man kann versuchen beide im Quadrat beteiligten Planeten und ihre Energien oder Themen zu arrangieren. Meist wird ein Planet gehemmt, oder kommt nicht richtig zur Geltung. Wenn es ein Transsaturnier ist (Uranus, Neptun, Pluto), dann geht es darum, sich diese Energien bewusst zu machen, und zu erkennen, was auf der Gegenseite steht; zB ist es bei Uranus oft ein extremer Eigenwille oder Eigensinn, der sich Bahn brechen oder Geltung verschaffen will, und nun versucht man einfach zu erkennen, was man alles an Wesentlichen verliert, wenn man diesem Impuls zu oft nachgeht, oder, je nach Veranlagung und Radix, sich gegen solche Impulse von aussen zur Wehr setzt, obwohl sie von anderen nicht zwingend realisiert sind, sondern meist nur überspitzt wahrgenommen werden.
Quadrate regen an, und dies mag von innen herrühren oder von außen. Das ist meist bei jedem einzelnen Aspekt anders, und der eine lebt den Aspekt introvertiert, der andere extrovertiert.

Bei einem Quadrat kann man nicht verhindern, dass Energie freigesetzt wird, daher muss man einen Weg oder ein Handlungsfeld finden, um diese Energien angemessen ausdrücken zu können. Das Quadrat verlangt nach Kanalisierung der Energien, man muss die Energien ausrichten und die wesentlichen Zwecke und Mittel bestimmen, und sie nicht dem Lauf der Dinge überlassen (bzw. dem Lauf der unkontrollierten Energien). Da die Energie aber immer eingesetzt wird, ergeben sich solche Handlungsfelder automatisch. Damit ist auch ein enormes Potential gegeben, weil man einen automatischen und dauerhaften Antreiber mit dem Quadrat erhält. Anreize, Impulse, Anregungen.

Nun ist es die Frage, ob sich der Einsatz lohnt und Glück verspricht und welche genauen Mittel und Zwecke man einsetzen sollte. Die Energien brauchen eine Art Ausrichtung, nicht Reglementierung im Sinne von Beschneidung oder Begrenzung (das erzeugt oft nur aufgestaute Energie), sondern Ausdrichtung in der Art des Ausdrucks, nämlich qualitativ und sinnvoll zu handeln. 

Das Quadrat hat eine Ähnlichkeit mit der Mars-Energie, insofern hier unbedingt etwas getan werden will, und man leicht "zu viel des Guten" beiträgt, zuviel an Impuls und Regung.

Das Quadrat erzeugt Spannungen, die einem feindlich erscheinen können. Anders gesagt hat das Quadrat, wie Döbereiner es beschreibt, eine Ausschliesslichkeit als typisches Merkmal. Aus diesem Grund begehrt man oft auf. Der wirkliche Sinn liegt manchmal aber woanders, und zwar in der Ausbildung einer konstruktiven Herangehensweise für alle gegebenen Probleme, die beim Quadrat zudem auch von aussen schicksalsmässig angezogen werden können. Sie, die bedrückenden Erfahrungen, tauchen auf, als Hinweis, dass man diese Integration noch nicht zustande gebracht hat. Ab dann kann das Quadrat auf jene Bereiche günstig einwirken, die Ausschlußcharakter haben, das heisst, man kann mit solchen Bereichen viel besser umgehen. Ausserdem erzeugt das Quadrat in und durch sich ein bestimmtes Maß an Dynamik.

Die Energie, die einem zur Verfügung steht, befindet sich in einem regelmässigen und dynamischen Auf und Ab; das heisst, es gibt beim Quadrat Phasen, in denen man in Hochform aufläuft und dann gibt es wieder Phasen, in denen man sich fragt, warum man gerade jetzt so wenig Energie und Fähigkeiten zum Einsatz bringen kann. Mit der Zeit kann man lernen, sich ein wenig das Niveau zu halten. Man wird immer wieder gewisse Hochphasen erleben können, die dazu dienen mögen, das gesamte Niveau im Umgang mit den betreffenden Planetenenergien mittel- und langfristig zu steigern.

Um die beteiligten Planeten ausgewogen auszudrücken, muss man lernen diese Energien nicht mehr zwanghaft auszuleben, auf der Jagd nach neuen Abenteuern, Eroberungen, Durchsetzungen oder Reizen. Es geht keinesfalls darum, untätig zu werden, sondern den Sinn in solchen Handlungen und Situationen zu begreifen, die mit dem Quadrat einher gehen mögen, um dann daraus klug zu werden. 

Der Begriff Reibung passt sehr gut auf das Quadrat. Das Quadrat kann etwas "neues" erzeugen, vor dem wir Angst haben können. Eine Situation, die wir nicht gewollt haben, die aber durch den Quadratwinkel unweigerlich hervorgerufen wird. Angst oder Unsicherheit verhindert die Auseinandersetzung und kann einen Komplex verursachen, indem die Quadratthematik oder ein einzelner beteiligter Planet vom übrigen des Horoskops abgeschlossen wird und in gewisser Weise ein Eigenleben führt, auf dessen Energien wir aber jederzeit wieder stoßen werden, weil letztendlich alles im Horoskop zusammenhängt und dadurch alles auch immer einen Einfluß haben wird. Auch gehemmte Energien machen sich noch als Bedrückung oder als fehlender Ausdruck bemerkbar, woraus sich letztlich Frustrationen ergeben.

Sehr verschiedene Kräfte kommen zusammen und stellen je ihre eigenen Bedingungen, zu denen der andere Planet im Quadrat etwas völlig gegensätzliches anzuführen hat. Dieser Gegensatz und die Fremdheit aber ist nur der Anfang, die Ausgangslage. Die Kräfte und Energien können in einem weiteren Schritt auf ein neues Niveau gebracht werden, was man gemeinhin auch Synthese nennt. Quadrate ermöglichen die "Konfrontationswilligkeit", man lernt Problemen und Herausforderungen zu begegnen und konkret etwas zur Schicksalsbewältigung zu tun. Dieser Effekt tritt auch auf, wenn es genaue Quadrate auf die AS/DS Achse und MC/IC-Achse gibt, dann wird das Grundempfinden von einer Atmosphäre des Kampfes durchdrungen, den man entweder von aussen auf sich erfährt, oder schliesslich selbst im Sinne der eigenen Zielrichtungen ausüben möchte, um gewisse Dinge zu erreichen. Als positives Motiv kann man sich einfach hin und wieder mal sagen wollen: "Aha, es gibt auch noch anderes, man kann es auch anders sehen"...  ohne dass man sich auf etwas einlassen muss oder von etwas berühren lassen muss.

Typisch für jedes Quadrat ist zum Beispiel eine Inspiration, die dann zustande kommt, weil der imaginäre Widerstand eines "Nicht-Weiter-Könnens" auftritt. Ein Quadrat erzeugt eine beinahe permanente Bereischaft, man erwartet, dass etwas geschehen kann oder sorgt selbst dafür. Meist ist also irgendetwas "da", und verlangt nach Einfluss, Handlung oder Richtung. Es gibt in Bezug zum Quadrat immer noch etwas, was man besser machen kann - das bildet die Grunderfahrung beim Erleben eines Quadrates.

Der Quadrataspekt verursacht einen Effekt, den man auch mit einem erzwungenen Manifestieren oder Realisieren vergleichen kann (so ergibt sich eindeutig ein kardinaler Charakter des Quadrats). Dabei streben die Energien allerdings nicht in dieselbe Richtung. Daraus ergeben sich dann oft Fehler, weil man sich als betreffender  Horoskopeigner noch nicht genügend mit diesem Thema, das durch das Quadrat angezeigt ist, auseinandergesetzt hat. Die Energien treiben etwas auf die Spitze und etwas kann zur einen oder anderen Seite in einer Weise abfallen, oder entstehen, wie es als ungewollt, unangenehm, unduldbar erlebt wird. Die Synthese, sozusagen also der letzte Schritt der Realisierung, muss noch erfolgen bzw. geleistet werden. Das Quadrat erzeugt einen Befehl, sich mit dem Thema der Planeten auseinanderzusetzen. 

Das Quadrat erzeugt eine zwingende Situation oder Thematik, und zwar auf eine Art, die eine Auseinandersetzung erfordert. Mit jedem Quadrat einher geht schliesslich Lebenserfahrung, und jedes Quadrat trägt zum Schneid eines Menschen bei (man kennt den Spruch: jemanden den Schneid abkaufen; beim Quadrat aber ist dieser Schneid meist auf einen selbst bezogen, ist Teil des eigenen Wesens, anders als wie bei der Opposition, wo man oft anderen unbewusst den Schneid abjagd oder sich von anderen abjagen lässt).

Sextil

Das Sextil leitet an und reizt zum schöpferischen Einsatz der beteiligten Energien, man schafft den Weg zum Einsatz der Energien relativ einfach und gekonnt, man will diesen Weg gehen, bereitet es zu, und wenn es eine Anforderung der Realität gibt, dann fügt man sich manchmal sogar zu schnell in diese Forderung ein, und übergeht die Verwirklichung im Sinne der eigenen Sache. So kann man jedoch auch von der Gabe der Flexibilität bei Sextilen sprechen. Während man beim Trigon davon sprechen kann, dass die Wege hin zum schöpferischen Einsatz der beteiligten Energien bereits bestehen, schon geebnet sind, aber dafür der Weg erst noch gegangen werden muss, oder aber man geht diesen Weg zu leichtfertig, und vernachlässigt es, die Planetenergien auf ein höheres Niveau zu bringen; man hat den Eindruck, dass etwas bestimmtes sehr gut möglich ist, aber man selbst verwirklicht es eben nur halbgar. Hier helfen Quadrate oder Oppositionen, die durch ihre grundsätzliche "Kritik" und Infragestellung (entsteht durch die Konfrontation mit Unvereinbarem) uns in gewisser Weise antreiben.
Das Trigon hat sehr viel mit dem Fließen von Energien zu tun, weil die Elemente gleich sind. Aber auch wenn dies nicht der Fall ist, hat das Trigon die Wirkung, die Planeten sehr leicht zusammen zu bringen, selbst wenn es sich um unvereinbare Planeten wie Saturn und Mond handelt. Allerdings wird ein Saturn Aspekt auch der harmonischen Art (Trigon, Sextil, auch Quintil usw.) nicht allein dazu führen, dass man sich mit Saturn nicht mehr auseinandersetzen muss, sondern Saturn kann auch hier etwas fordern; es ist ein Planet der beharrlicher Unerbittlichkeit. Gewöhnlich fällt es aber mit harmonischen Aspekten leichter, diesen Forderungen mit Einsicht nachzukommen; in diesem Fall sorgen die harmonischen Aspekte für eine Art Möglichkeit, eine Gelegenheit der Seinsänderung oder Beschränkung (Saturn) wohlwollend anzunehmen, wodurch dann bei Saturn/Mond zB einfachste Gelassenheit und Selbstdizsiplin entstehen kann.
Wenn nun aber der Saturn schlecht steht, zB durch spannungsvolle Aspekte mit Saturn, dann ist es natürlich auch bei einem Sextil oder Trigon zwischen Saturn und Mond nicht unbedingt leicht, zur Disziplin zu kommen, weil die Spannung zunächst ein grössseres Gewicht darstellt, als die Möglichkeit zur Stabilisierung. Es kommt dann auf den Horoskopeigner an, den mit Sextil oder Trigon geebneten Weg anzunehmen. Diesse Fähigkeit zur Einsicht, ist natürlich nicht in jedem Horoskop mit einem Saturn/Mond Aspekt in gleicher Weise vom Schicksal (oder Karma) "angeboten". Aber die Möglichkeit besteht selbst bei Quadraten zwischen Mond und Saturn, ja da wird es sogar nötig sein, seine Gefühle und Befindlichkeit zB nicht in depressiven Mustern verhärten zu lassen, und sich stattdessen auf Weise des Saturns eine neue stabile Gefühlslage zu erarbeiten.

Trigon

Beim Trigon ist das Erleben des Aspektes eine Art Sein und Befindlichkeit, während es bei einem Quadrat immer auf ein Handeln oder als Hemmung auf eine Blockade hinausläuft. Das Quadrat hat das Thema Unvereinbarkeit, Wechselwirkung, Querschläger. Die Opposition weist auf das Thema Gegensatz, Widerstand, Widerspruch. Das Trigon bedeutet fliessende Energien. 

Das Trigon hat viel Ähnlichkeit mit dem Jupiterprinzip, da sich neben der Fülle an einem Vermögen auch eine gewisse Selbstverständlichkeit ergibt.
Man sieht die Fülle, nimmt Erfüllung schon wahr, bevor Talente oder Möglichkeiten genutzt werden; vernachlässigt, dass diese Erfüllung oft nur ein Eindruck ist, den man in sich selbst vorfindet, ein Seinszustand, angeregt und erzeugt durch das Trigon. 

Auf das Trigon greift man regelmässig zurück, wenn sich eine Gelegenheit bietet, um sein ganzes Können zuversichtlich einsetzen zu können. Dabei steht manchmal auch eine erhoffte Errungenschaft oder Gunst im Vordergrund, die mit einem selbst zu tun haben soll, und ohne die Aussicht auf diese Gunst würde man kaum tätig werden. Meist aber wird das Trigon und die beiden beteiligten Planeten herangezogen, um eine gegebene Möglichkeit, die in einer Situation oder Sache steckt, geschickt und mit einer selbstverständlich wirkenden Direktheit zu verwirklichen. 
Mit dem Trigon fehlen aber geradezu Reibung und Gegensätzlichkeit und so kann es geschehen, dass Trigone statisch machen oder bewegungslos. Offensichtlich kann ein vom Orbis genaues Trigon diese Statik jedoch etwas aufbrechen (auf diese Besonderheit exakter Trigone wies bereits Robert Hand hin). Die Planeten erscheinen zugespitzt durch die Exaktheit und kommen sich in der Weise nahe, womit das Bewusstsein viel eher entscheiden kann, etwas zu tun; weil es naheliegender geworden ist, diese Energien auch einzusetzen, etwas zu bewegen oder zu manifestieren. 

Es ist auch der erste Griff bzw. Handlungsimpuls in leicht zu bewerkstelligenden Problemlagen oder Situationen und man kommt auf das Trigon, weil man zur Sicherheit und Stabilität gelangen möchte. Das Trigon verführt daher, immer die gleichen Wege zu gehen. Das Trigon steht einem bei und verursacht eine gewisse Grundempfindung, die zum Teil der persönlichen Ansichten werden kann, wobei der beteiligte und in der Umlaufgeschwindigkeit langsamere Planet die massgeblichen Einflüsse ausübt. Daher geht es auch beim Trigon darum, dass man den in der Umlaufgeschwindigkeit schnelleren Planeten bestrebt ist weiter zu entwickeln, um das volle Potential auszuschöpfen, welches man mit dem Trigon und dem anderen Planeten erhält.

Das Trigon steht auch für die selbstverständlichen Überzeugungen. Das Trigon kann ein wenig Intoleranz erzeugen, wenn wir glauben, dass das, was wir sind, tun oder können, auch für alle anderen gelten müsste.

Positiv am Trigon sind auf jeden Fall die Eigenschaften der Stabilisierung, und hier klingt auch ein wenig des Saturnprinzips an, weil das Trigon in uns Strukturen kristallisieren lässt, die uns stützend beistehen und Sicherheiten verleihen. 

Konjunktion

Auf einem Weg gehen wir zusammen mit jemanden oder mit anderen. Wir sehen, dass wir in eine Richtung gehen. Wenn die Leute uns angenehm sind, dann fühlen wir uns bestärkt. Wenn die Leute etwas verkörpern, womit wir gar nichts anfangen können, dann ergibt sich eine andere Wirkung, aber dennoch sind und bleiben wir auf einem Weg und in einer Richtung. Es ist erfahrungsgemäß eigentlich leichter, wenn wir mit Leuten zusammen gehen, als wie wenn uns welche entgegen kommen.
Tendenziell würde ein anderer, der am Wegesrand steht oder uns entgegenkommt, uns als zusammengehörig wahrnehmen.

Eine Konjunktion bündelt zwei Planeten zu der stärkstmöglichen Kraft im Horoskop. Damit erhält man mit einer Konjunktion immer auch eine Menge an Potential. Doch da die beiden Planeten sich auf den Füßen stehen können, wird auch ein gewisser blinder Fleck erzeugt, man entwickelt in der Regel einen starken Selbstbezug und es fehlt die Vermittlung und Ausgewogenheit mit der Aussenwelt oder mit Eigenschaften, die nicht in der Konjunktion und dem Zeichen, in dem die Planeten stehen, entsprochen sind. Man ist daher auch meist ein wenig subjektiv, weil man - bedingt durch die Planeten, die als Wirkkräfte auftreten - eigene Wahrnehmung nicht von sich selbst verursachht erkennt. Und Konjunktionen können die Wahrnehmung einer Welt, in der immer etwas bewegt wird, etwas beeinflussen.
Wenn ein Planet introveriert erlebt oder verwirklicht wird, könnten wir gewisse Dinge als etwas wahrnehmen wollen, was sie real nicht sind. 

Es ist nützlich, einmal die grundlegende Natur der Planeten sich als Wirkkräfte vor Augen zu führen - also unabhängig, ob diese eine Planeten Konjunktionen bilden, aber bei Konjunktionen mögen die genannten Verwirklichungsformen eine grosse Rolle spielen: Nehmen wir an, es handelt sich um Saturn, dann könnten wir beinahe in jedem Menschen Saturneigenschaften "erwarten", entweder dass er Leistungsbereit ist - es kommt auf den Horoskopeigner und das übrige Radix an - oder aber geradezu einen Mangel an Rückgrat hat - und zwar in beiden Fällen kann es in Wirklichkeit gar nicht so sein, wie wir es wahrnehmen (wahrnehmen wollen; Konjunktion=hat auch viel mit Wollen zu tun). Verwirklichen wir den Saturn extrovertiert, könnten wir (unbewusst oder bewusst) Menschen anziehen, die genau diese Saturneigenschaften aufweisen, zB könnte es sich um autoritäre Personen handeln. Wir erleben dann den Saturn im Außen und erfüllen das Prinzip der Planeten, die als Wirkkräfte dienen, um uns zu Erfahrungen mit dem jeweiligen Planeten zu führen. Es kann natürlich auch sein, dass wir durch unsere eigene Handlungsweise diese Saturneigenschaften realisieren, wir können aber auch auf andere saturnischen Einfluss ausüben.  

Bei einer Konjunktion handelt es sich streng gesehen nur dann um eine wirklich harmonische Verbindung der Kräfte, wenn die beiden Planeten von ihrer Natur her gesehen miteinander harmonisieren. Dann wird jeder der beiden Planeten vom anderen gestärkt und es kann sogar schwer fallen, die eine Kraft von der anderen zu unterschieden, bzw. in reiner Form auszuleben. 

Aber bei nicht zueinander passenden Planeten (zB Merkur und Mars) wird es einem Effekt ähnlich, den man auch beim Quadrat antrifft, obwohl natürlich bei der Konjunktion die Energien in eine Richtung zielen. Dennoch: Die Energien stellen sich quer zueinander und erzeugen Reibung, stören sich, können aber in der Regel prompt ausgedrückt werden und tun das oft allzu direkt. Beide Planeten sind dann gezwungen nebeneinander zu stehen und können ein gewisses Unbehagen als Eindruck beim Geborenen auslösen oder in Bezug zu den Lebenssituationen.

Zuordnung der Aspekte zu Planetenprinzipie

Die übliche Zuordnung der Aspekte zu Planeten ist an einigen Stellen fragwürdig, zum Beispiel folgende:

Konjunktion=Merkur,
Opposition=Saturn,
Quadrat=Mars,
Sextil=Venus,
Trigon=Jupiter,
Quinkunx=Neptun.

Bei den Aspekten gibt es meiner Meinung nach keine analogische und eindeutige Entsprechung, die genügend zu rechtfertigende Klarheit mit sich bringen würde. Wenn man nur einen Planeten heranziehen würde, der den ganzen Bereich einer Aspektqualität abdeckt. 

Eine Opposition hat sowohl eine marsische Komponente, als auch eine saturnische Komponente, und womöglich drückt sich auch ein Prinzip des Mondes und sogar des Uranus (im Sinne eines "Abstandes" bzw. Abgrenzung) darin aus.

Eine Konjunktion hat für mich deutlich einen Bezug auf das Sonnenprinzip, und auch ein wenig auf Pluto, aber nur wenig Merkur - da Merkur einen anpassenden Charakter hat. Pluto kommt in Frage, weil aus zwei Kräften in der Synthese bei geeigneten Planetenpaaren  Vielfache der ursprünglichen Ausgangskräfte werden. Oder im gewissen Sinne die ursprünglichen zwei Naturen zu einer neuen gewandelt werden.

Allerdings steht Merkur auch für Vermittlung und Kommunikation, was sich in einer Konjunktion am meisten von allen Aspektarten verkörpern könnte.
Allerdings steht eine Kojunktion auch für die grösste Kraft in einem Horoskop, die einem zur Verfügung steht, und daher passt sowohl die Sonne, weil man eine Konjunktion stets einsetzen will, als auch Pluto. Aber Merkur kann keine Kraft aufbringen, und eine Synthese ist dann so philosophisch (Jungfrau-Merkur), dass bald das Reich Neptun bei aller Synthese des Vorgefundenen erreicht ist.

Astronomisch gesehen (im Himmel) ist Merkur mit der Sonne nur deshalb so oft in Konjunktion, weil er rasch an ihr vorüberzieht, und dabei nur in einem geringen Umkreis um die Sonne herum wandert.
Dabei ist er aber schnell und löst sich jedes Mal aus der Konjunktion.
Aus einem bestimmten Gesichtspunkt müsste auch Saturn als Bündelung in der Konjunktion vielleicht zu vermuten sein, ja vielleicht sogar Jupiter, und das passt deshalb, weil - wenn die Sonne der Konjunktion entspricht -, mit ihr auch alle Planeten vereint sind. Und Jupiter steht der Sonne auf einer gewissen Ebene sehr nahe. Es ist also schwer, einen Planeten zu bestimmen. Eine Theorie mag dabei helfen, wenn sie nicht hölzern ist, oder anders gesagt im Vergleich mit praktischer Erfahrung bestehen kann.

Eine Konjunktion kombiniert die beiden Planeten, sie können gar nicht miteinander verschmelzen, weil jeder einen eigenen Platz beansprucht - selbst bei Planeten die vermeintlich harmonisch zueinander sind. 

Merkur gilt meiner Meinung nach zusammen mit Venus für das Sextil.

Das Trigon steht für mich noch am eindeutigsten dem Jupiter nahe, hat durch seine stabilisierende Wirkung aber auch ein wenig von Saturn.

Das Quinkunx hat deutliche Entsprechungen zu Neptun, aber das Quinkunx verursacht psychologisch auch ein gewisses Streben, und ein Verlangen sich vor einem befürchteten Fallen ins Bodenlose abzusichern - womit ein starker Wille einher gehen kann, der aber erst noch heran reifen muss zur Stärke was an Pluto erinnert. Und bereits Pelletier brachte das Quinkunx auch mit Pluto in Verbindung.

Die klassische Sicht

Aus klassischer Sicht ergibt sich eine stimmige Grundlage, die sich jedoch mehr auf die technische oder tiefen-archetypische Seite der Natur der Aspekte bezieht. Ausserdem ist sie direkt auf die Zeichen, und nicht auf die Planeten gerichtet. 

Die beiden Lichter Sonne und Mond werden in der klassischen Astrologie durchaus als Einheit betrachtet, als ob sie also jeweils im Zeichen des anderen wandeln können, bzw. als ob beide Zeichen eines seien. 

Dies entspricht auch modernen Anschauungen, wonach Sonne und Mond für die beiden wichtigsten Bestandtteile unseres Selbst und der Persönlichkeit stehen, die man kaum trennen kann. Beiden Planeten ist auch etwas gemeinsam, da sie einen wichtigen und grossen Teil der Selbstwahrnehmung dienen. 

Die folgende Ansicht und Grundordnung, die in der Würdelehre mit schwingt, habe ich lange Zeit für zu konstruiert gehalten, aber mittlerweile halte ich sie für sinnhaft und erkläre mir die logische Stimmigkeit nicht mehr als Konstruktion, sondern geradezu als Anordnung. Aber es ist eben nur eine Anordnung mit gewissen Proportionen unter vielen.

60° von diesen Lichtern entfernt stehen die Zeichen der Venus: Stier und Waage.

90° von diesen Lichtern die Zeichen des Mars: Widder und Skorpion

120° von diesen Lichtern die Zeichen des Jupiters: Fische und Schütze. 

180° von diesen Lichtern die Zeichen des Saturns: Wassermann und Steinbock.

Demnach ist die Konjunktion von Mond/Sonne (Neumond)  geprägt.

Dies ist eine Ordnung, die von den Zeichen herrührt. Die eigentliche Wirkung eines Aspektes zwischen Planeten findet  massgeblich auf einer anderen Ebene statt (wenn auch die Ebene der Zeichen dennoch wirksam bleibt und auf der anderen Ebene eines Aspektes besteht).

           

Das T-Quadrat

Bei einem T-Quadrat sollte man einerseits schauen, wie man den Planeten im Brennpunkt (er)-lebt, und andererseits wie sich die Opposition verhält, bei der die beiden Planeten die Quadrate auf den mittleren (im Brennpunkt stehenden) Planeten bilden. 
Die Opposition innerhalb eines T-Quadrates ist ziemlich stabil und gibt das grundsätzliche Problem vor. Der Planet im Brennpunkt wird vom Horoskopeigner als Kanal und Mittel missverstanden, um diese Probleme der Opposition zu lösen. Man muss aber die Opposition zunächst als solche verstehen und harmonisieren bzw. das mit ihnen gegebene Thema ausgewogener ausdrücken. In dieser Weise betrachtet man zunächst einfach am besten die Opposition losgelöst von den beiden Quadraten.

Mit der Opposition geht oft mangelnde Objektivität einher, man neigt zu Projektionen oder Fehleinschätzungen, weil man die Wirkungen nicht dort sieht, wo es die Ursachen gibt. 

Der Planet im Brennpunkt wird in der Regel in eine Stellung gehoben, die ihm kaum zukommt. Daher geht es meist darum, die Wogen zu glätten, sich aus den bestehenden Problemen mittels des Planeten im Brennpunkt nicht übertrieben herauszuwinden, sondern nach Balance Ausschau zu halten. Man kann einen Schritt beiseite tun und sich die Dinge einmal nicht aus der Nähe anschauen, auch wenn man glaubt, man stünde in der Pflicht sich an gewisse Vorstellungen, Maximen und Haltungen zu klammern. 
Bei einem T-Quadrat muss man oft einen persönlichen und ausgewogenen Weg finden, etwas, wofür man konkret eintreten kann, um dann die Energien für dieses Ziel arbeiten zu lassen. Es ist so, als hätte man eine übergrosse Gießkanne, die andauernd Realitäten oder Situationen erzeugt. Indem man durchs Leben geht, werden immer wieder automatisch Handlungsfelder erzeugt, die einem lange herausfordern können, aber auch binden - irgendwann findet man dann ein geeignetes und weitgehend selbstbestimmtes Handlungsfeld, und zwar umso früher, wenn man erkennt, dass gewisse Umstände oft nur deshalb existieren, weil man sich mit ihnen beschäftigt und sie mit Energie und Aufmerksamkeit versorgt. Wichtig jedoch ist, dass man bereit ist, sich stets zum Besten verändern zu wollen. Die eigenen Haltungen und Einstellungen müssen reifen, gegenüber dem, was man durch das T-Quadrat als manifeste Realität in sich oder in der Welt erfährt.

Der Planet im Brennpunkt stellt den wichtigsten Faktor eines T-Quadrates dar.  Eigenschaften der Gelassenheit, Distanz, des Gleichgewichts, der Übersicht, Ausgewogenheit, Konstruktivität und Selbstdisziplin können als Schlüssel für alle möglichen Planeten in einem Brennpunkt genannt werden.
Grundsätzlich hat der Planet im Brennpunkt durch die beiden Quadrate eine Menge Energie im Reservoir. Er erhält damit auch einen Drang sich zu betätigen und kann man manchmal  leicht zu einem Egozentrismus kommen, besonders da man sich zu diesem durch die Quadrate verursachten Aktionismus regelrecht gedrängt sieht und die Dinge kaum noch geneigt ist aus anderen Perspektiven wahrzunehmen. 

Der Planet im Brennpunkt wird durch zwei Quadrate in die Einseitigkeit seines Zeichens gestossen. Daher liegt ein weiterer Schlüßel zur Lösung des Problems bei einem T-Quadrat immer im gegenüberliegenden Zeichen des Planeten im Brennpunkt. Dieses gegenüberliegende Zeichen (auch das gegenüberliegende Haus) weist genau die Eigenschaften auf, die dem Planeten im Brennpunkt fehlen.

Jeder Planet im Brennpunkt eines T-Quadrats ist in der Regel überbetont und bringt oft einen starken Selbstbezug mit sich. Mit Mars im Brennpunkt könnte man zu sehr auf die eigenen Bedürfnisse schauen und mit Venus zu sehr auf persönliche Beziehungen, als drehte sich alles um die Welt der Kontakte, die man aufzählen und nutzen kann, oder es dreht sich alles um die Geschmacksfragen. Mit der Sonne kommt man sich vielleicht vor wie der König, obwohl man sich nur selbst als solcher ernannt hat oder man glaubt alles regeln zu müssen. Mit dem Mond im Brennpunkt erfährt man einige emotionale Schwierigkeiten, als wäre immer etwas in Gefahr, daher empfindet man einen Drang, seine Bedürfnisse einzufordern und das kann sich stets in gewissen Launen oder gestörten Befindlichkeiten äußeren, weil man vieles zu nahe an sich heran lässt. 

Zum Ausgleich jedes Planeten im Brennpunkt sollte auf das gegenüberliegende Zeichen und Haus geschaut werden, hier findet sich Ergänzung und jene Eigenschaften, deren man sich vergegenwärtigen kann, um zur Ausgeglichenheit zu kommen. Meist ist dieser Bereich gegenüber dem Brennpunkt (zB das Haus) geradezu vernachlässigt.
Ein Brennpunkt-Mond im Skorpion findet durch Stiereigenschaften etwas Sicherheit und Geborgenheit, weil man sich selbst genügen kann. Ein Brennpunkt-Merkur in Zwillinge kann mit den Schütze-Eigenschaften einen übergeordneten Gesichtspunkt und einen Sinn für übergeordnete Zusammenhänge gewinnen, zB dass es mehrere Gesichtspunkte für eine Sache geben kann. 

Förderliche Aspekte in Bezug zu Kunst und Kreativität

Aspekte von folgenden Planeten untereinander zeigen besonders oft Talent zur Kunst, zum Malen und zur Gestaltung, dieselben auch hinsichtlich Musik: 

Starke Konstellationen:

Venus, Neptun, Mond - in Aspekten zueinander.
Besonders zwischen Venus/Neptun oder Mond/Neptun.

Eventuell kann man auch Merkur zu diesen Planeten zählen (also Aspekte zwischen Merkur/Venus, mehr noch Merkur/Neptun, und manchmal auch Merkur/Mond). 

Sonne/Neptun Aspekte kommt ebenso vor wie Venus/Sonne Konjunktionen.

Ausserdem Chiron. Hier vor allem Chiron mit Mond oder Sonne. Beide können sich Chirons Fingerzeige und Chirons Wege zur Geschicklichkeit bewusst machen. Chiron verleiht auch einen Sinn für passende Zusammenhänge. Chiron lässt uns nach dem passenden Mitteln suchen und unterstützt daher Kreativität in jeglichem Sinne. Ob es aber in Richtung zur Kunst fliesst, müssen dann andere Aspekte oder Konstellationen bestätigen.

Venus und Neptun sind die Ästhetik und Sinn für Schönheit, muss aber nicht traditionellen Werten entsprechen; es ist das individuelle Empfinden, das, was von Reiz ist. Mond bedeutet das Gefühl und Gespür zu haben, es ist im Grunde das wahrnehmende, und auch neue Realitäten erzeugende Organ. Neptun und Mond bringt die "Kunst der Illusion". Merkur steht für die Handlung und Ausführung (auch planende Handlung), das Geschick, und steht auch für die Form bzw. Formgebung, im Design für die Botschaft, die einem Objekt oder einer Sache mitgegeben werden soll. 

Bei Konjunktion, Trigon und Sextil handelt es sich um ganz besonders ausgeprägte Talente. Selbst Quadrate, für die Kunst weniger Oppositionen (Oppositionen sind in solchen Tätigkeitsfeldern nützlich, wo es um Objektivität, Schlichtung, Diplomatie, Vermittlung, oder Wissen und Wissenschaft geht). 
Quinkunxe sind für die Kunst zum Teil ganz besonders geeignet, da sie sehr einer Neptun Qualität entsprechen! Quinkunxe die vor der Opposition stehen (also auch Sicht des Zyklus zunehmende Quinkunxe) zeigen an, dass das Streben zudem der persönlichen Ausbildung von Fähigkeiten dienen soll (man tut es für sich und seine Selbstverwirklichung; Kunst ist immer individuell; für soziale Tätigkeiten sind Quinkunxe förderlich, die nach der Opposition stattfinden).
Oft dauert der Weg, etwas bestimmtes zu erreichen, bei Quinkunxen etwas länger als wie bei anderen Aspekten.

Merkur/Neptun entspricht speziell der Kunst-Richtung des Designs.
Mond/Neptun ist der klassische Aspekt, der für die Malerei steht. 

Die Asteroiden Vesta, Sappho, unter Umständen auch Harmonia, Fortuna aber ganz besonders Pallas und wie bereits erwähnt Chiron können in Aspekt mit Planeten (Trigon, Sextil, Konjunktion, auch Quadrat, Opposition seltener) solches Talent anzeigen. Diese Fakoren auch in Aspekt mit AS/MC oder Mondknoten. 

Apollo und Sappho stehen auch für die Musik, aber Sappho bedeutend mehr für die Malerei. Apollos Bezug zur Malerei ist fast nicht gegeben. Er kann allenfalls für ein Ansehen beitragen.

Vesta, Pallas und Chiron müssen von anderen Konstellationen bestätigt werden, sonst sind Konjunktionen oder Aspekte nicht zwingend, dass diese Kräfte in Richtung der Kunst fließen. 

Da kann es zum Beispiel einer der folgenden Konjunktionen geben: Pallas/Chiron, Vesta/Chiron, Mond/Chiron, Pallas/Mondknoten, aber alleine genommen ist das nicht sehr stark. Um es zwingend zu machen, dazu kann etwa ein Trigon von Sonne/Pallas genügen (wie jeder andere genaue Aspekt zwischen Sonne und Pallas), oder aber ein Merkur/Venus Aspekt oder Mond/Neptun usw. Das sind dann zusammengenommen sogar sehr starke Konstellationen!

Am deutlichsten sind Bezüge der genannten Asteroiden zur Sonne. Pallas wirkt in Bezug zur Malerei besonders gut mit der Sonne zusammen, Harmonia wirkt besonders gut mit Sonne, aber auch mit Mond und Merkur zusammen, Fortuna besonders gut mit Venus und Sonne. Vesta mit dem Mond. Sappho ist besonders stark mit der Sonne.

Vesta in Konjunktion mit Merkur und auch anderen Planeten kann oft beobachtet werden. Vesta bringt die Gabe zur Strukturierung. Vesta steht oft für die Fähigkeit, die schöpferische Idee oder Absicht in Form bringen zu können. Vesta kann auch die Gabe mit sich bringen, zu ganzheitlicher Anschauung fähig zu werden (Symbolkunde und Urkräfte des Lebens). Vesta steht für das Prinzip der Bündelung. Bündeln kann man die Aufmerksamkeit, Energie, um sie auf ein Ziel hin zu lenken. Genauso hilft Vesta gebündelte Punkte in etwas zu erkennen, also Punkte, wo sich etwas verdichtet, wo etwas zur Auswirkung kommt.

Die Rolle von Pallas ist es, zu erkennen wie man etwas umsetzen kann. Bei Pallas werden bestimmte Möglichkeiten erkannt. Dann sind Konventionen vermutlich völlig nebensächlich; aber bei Pallas muss ein Sinn und Zweck sicher gegeben sein, also die gestalterische Handlung zureichenden Grund haben, etwa ein Muster, ein Vorbild, ein Konzept, eine Idee. Offensichtlich steht die Stilfrage, also welchen Stil man wählt, in Verbindung zu Pallas. Man könnte zum Beispiel ein Bild malen wollen und vor dem Problem stehen, wie man die Landschaft, das Schloß, die Statue und die Baumgruppe unterteilt, jeweils mit Formen versieht und strukturiert, die Bildinhalte durch stilisierte Formgebung nebeneinander setzt, woraus sich ein einheitlicher Stil des jeweiligen Bildes ergeben soll. Anordnung. Die Frage ist dann, wie man die Bildidee konkret umsetzt. Und mit dieser Frage hängt vielleicht auch der Stil zusammen. Der Stil ergibt sich ja nicht aus der Bildidee, sondern der Art und Weise der Umsetzung.
Wenn man aber nicht weiss, wie man etwas umsetzt, dann kann man auch nicht originell sein. Und ich glaube Pallas steht in einem Zusammenhang damit, auf Umwegen auch originell zu sein - weil man schöpferisch sein kann, ergibt sich die Originalität meist von selbst

Hinzu kommt, dass Pallas die Sinne und Vorstellungskraft schärfen kann, und hilft, etwas auf den Punkt zu bringen, indem genau erkannt wird, worauf es ankommt und vor allem, was als Problem im Wege steht, um daraufhin (und zuweilen auch negativ gesehen explizit oder ausschliesslich) eine Lösung und Vorgehensweise zu finden, auf intellektueller Ebene des Planens und der schöpferischen Absicht.
Weiterhin ist der Umstand bei Pallas gegeben, dass Pallas anleitet zu einem höchstem Niveau ästhetischer Wirkung vorzudringen - durch Pallas erkennt man Ungereimtheiten. Folglich entsteht besondere Aufmerksamkeit auf die Details, die als wichtig genug erkannt sind, um beachtet zu werden, damit das Ganze vollendet werden kann oder voran gebracht werden kann. Bewusstsein über die Zielvorgabe (schöpferische Absicht).

Zu beachten ist die Aspektfigur des Talentdreiecks, gebildet von drei Planeten (ein Trigon verbindet zwei Planeten, die je mit einem dritten in der Mitte im Sextil stehen, der dritte Planet steht zwischen den beiden anderen übrigens auch in einer Halbsumme). Diese Aspektfigur steht besonders für künstlerische Begabung, besonders wenn Venus, Merkur oder Neptun beteiligt sind.
Hier können auch die erwähnten Asteroiden an einem solchen Talentdreieck beteiligt sein statt eines Hauptfaktors. Dann aber muss der Aspekt des Asteroiden sehr genau sein.

Venus und Neptun können auch zu anderen persönlichen Planeten in Kontakt stehen (also zB Jupiter, Uranus, Mars oder Saturn) und kreatives Potential in sich tragen. Sie können auch an einer Hauptachse stehen, wo ein Planet immer sehr stark steht, und so eine für Kunst mittelstarke bis starke Konstellation bedeuten. Die Asteroiden müssen nicht unbedingt beteiligt sein. Manchmal scheint auch ein Quadrat Sonne-Neptun ein Interesse anzuzeigen, eine wirkliche Begabung könnte dabei durch eine gute Venus-Stellung oder ähnliches bestätigt werden. Allein eine im Zeichen, Eckhaus oder Aspekten gut stehende Venus kann ausschlaggebend sein, auch ohne weitere Konstellationen oder Asteroiden. 

Umso mehr Konstellationen vorhanden sind, die für Kunst/Kreativität sprechen, desto eher wahrscheinlich wird das Talent deutlich ausgeprägt sein bzw. kann es sich lohnen sich in dieser Richtung weiter zu entwickeln. Aber das ist nur die Regel, dass es mehrere Konstellationen geben sollte - es gibt wie bereits erwähnt auch Konstellationen, wo es nur einen besonderen Faktor gibt, der die Richtung vorgibt. Einige der berühmtesten und erfolgreichsten Maler hatten sogar nur wenige wirklich astrologisch zu bestimmende Faktoren, die für Kunst sprachen, aber es genügte. 

Gerhard Richter hat "nur" eine Mond/Venus Konjunktion in Fische, allerdings folgende Aspekte mit Asteroiden: Pallas in Trigon mit Uranus und Jupiter. Sappho in Sextil zu Merkur.
Seine Ausdauer, sein "Arbeiten" um die Fülle der Möglichkeiten auszuschöpfen, ist mit dem Quinkunx Merkur-Neptun angedeutet - und hier finden wir auch eine erwartete besondere Qualität, nämlich eine Verbindung zwischen Merkur/Neptun.  Die Asteroiden unterstützen die Gesamtkonstellation. Ein Quinkunx kann sehr dazu beitragen, dass man mit der Kunst etwas verwirklichen will, ein Handlungsfeld hat, in dem man sucht, dran bleibt und Realisierung findet. Die Aufgabe ist beim Quinkunx, sich zu bemühen, auch wirklich ein Ziel beharrlich zu verfolgen und sich nicht durch kleinere Probleme ganz ablenken zu lassen.

Stehen die Asteroiden in einem genauen Aspekt, ist es eine verhältnismässig stärkere Konstellation, und bei Konjunktionen ist sie sehr stark und sie wird noch stärker, wenn die Asteroiden in Konjunktion mit Venus, Merkur, Neptun oder Mond stehen, auch Konjunktion zum AS/MC ist stärker.  

Bei einem Planeten an einer Hauptachse erhöht sich übrigens stets deren Zugänglichkeit! Da kann ein einziger Planet (auch Saturn unter Umständen), der mit einem Asteroiden, der für Kunst steht, irgendwie verbunden ist, schon ausreichen.

Orbis um die Aspekte zwischen den Planeten zu beurteilen: Orbis bis zu maximal 3°-4°, das Quinkunx: 2.5°-3°; Halbsextil ist weniger wichtig, nur als bestätigender Faktor, dann unter 1.5°; das Quinkunx kann schon ein deutliches Talent anzeigen, wenn es unter 2° Orbis ist, sogar auch dann wenn es sonst keine nennenswerten Konstellationen gibt.
Konjunktionen zwischen Planeten: 7°. Umso genauer, desto stärker!
Für alle Asteroiden in Verbindung zu Planeten in der Regel immer nur unter 1.5° (alle Aspektarten), es sei denn bei Konjunktionen: dort ist die Regel 5°. 

Es gibt aber immer Ausnahmen, und ein Asteroid kann auch bei einem Trigon von 3°  noch deutlich wirken, aber das ist seltener. Eine Konjunktion mit dem Aszendent kann auch vom Orbis 8° (auch separativ) sein, und es ist ein deutlicher Faktor, der ein Talent beiträgt oder für die Gabe steht. Steht der Asteroid im 1. Haus besteht die Aufgabe, diesen Asteroiden von oberflächlichen aber fixen Ideen zu befreien, sich von der Persönlichkeit etwas frei zu machen.

Man sollte sich auch (direkte) Halbsummen anschauen, ob Venus/Neptun/Mond evtl. auch Merkur und die genannten Asteroiden (besonders Fortuna, Harmonia und Sappho) in irgendeiner Weise zusammen kommen: Orbis 1°30', wobei es besonders bedeutend ist, wenn Venus in der Mitte steht, und Neptun oder Mond oder Merkur beteiligt ist. Noch besser natürlich, wenn drei dieser Faktoren tatsächlich in einer Halbsumme auftauchen. Eine genaue und bedeutende Halbsumme kann als sehr starke Konstellation gewertet werden, ähnlich wie ein Talentdreieck.

Auch Spiegelpunkte können zB Venus und Mond und so weiter zusammen bringen, was zumindest eine Motivation anzeigt und bestehende Potentiale stützt. bei Spiegelpunkten fällt die Zuammenarbeit mit Planeten immer etwas leichter. Anscheinend auch, wenn es bloß Oppositionen oder Quadrate zu dem Spiegelpunkt sind. Auch hier wird die (unterbewusste) Aufmerksamkeit auf die jeweiligen Planeten gelenkt.

Ob es nur Zufall ist oder tatsächlich Relevanz hat, bleibt vorerst offen, aber man kann auch immer wieder bei bekannten Malern Merkur oder Venus in Fische beobachten, wenn ansonsten nicht so viele Konstellationen, die für Kunst sprechen, vorhanden sind. Auch Waage als Zeichen, kann eventuell verstärkend wirken, sei es dass der Aszendent in Waage steht oder ein Planet.

Häuft sich ein bestimmter Planet, der an Aspekten oder Halbsummen mit Vesta, Merkur, Venus, Saphho, Neptun, Fortuna, Harmonia oder Pallas beteiligt ist, könnte diesem eine Rolle zukommen, wenn es darum geht, dass man eine bestimmte Methode oder Verhaltensweise, die mit diesem Planetenprinzip verbunden ist, sich bewusst machen muss. Wenn es Saturn ist, geht es oft entweder um Hemmungen oder starre Methoden, die man abbauen sollte, oder wo man neue Strukturen und Methoden durchsetzen muss um gewissermaßen eine neue Saturnqualität bzw. Stabilität zu bilden. Hier neigt man zur Beharrung der einmal gewonnenen Herangehensweise, was natürlich auch von Vorteil sein kann, aber Saturn sorgt anscheinenend für ein Gewicht, dass die Bestrebungen einseitig in eine Richtung führt. Hier in der Kunst kann der Schlüßel für Saturn-Probleme oft in Uranus gefunden werden. Oft wird die Kunst bei Saturn bei ungenügender Inspiration flach und ohne Tiefe. Dann muss man sich um neue Ideen, Flexibilität und Vielseitigkeit bemühen, oder dem Bisherigen zur Tiefe verhelfen, damit die Kunst anregender bzw. origineller wird.

Für die Schriftstellerei sprechen sehr viele Konstellation, es scheint oft auch um das Löwezeichen und 5. Haus zu gehen (egal welche Planeten dort stehen). Natürlich muss als erstes Merkur genannt werden. Aber auch Saturn, und so verwundert es nicht, dass Saturn/Merkur Aspekte besonders für die Schriftstellerei stehen.
Chiron /Merkur Aspekte, Chiron/Mond oder Sonne, überhaupt irgendwelche Merkur Aspekte zu persönlichen Planeten, ausgenommen vielleicht Mars: Merkur/Mars steht besonders für das Schachspiel, wo es um kämpferischen Einsatz, Siegeswillen und Scharfsinn geht. Für die Schriftstellerei wirken auch Merkur Aspekte zu Transsaturnier förderlich (Neptun und Pluto vor allem).
Und natürlich ein losgelöster (unaspektierter) Merkur ist ein ganz starker Merkur! Ein im Zeichen schwach gestellter Merkur scheint allerdings relativ unbedeutend, das heisst, auch ein solcher Merkur kann gut schreiben.
Auch der Asteroid Pallas könnte eine Rolle spielen, da Pallas allgemein die Intellektualität und handwerkliche Begabung stützt, und Schreiben, das ist - so sagen viele Schriftsteller - auch ein Handwerk. Pallas steht aber auch, ähnlich wie Vesta, für Fähigkeiten der Strukturierung. Pallas steht für die intellektuelle Herbeiführung und kann durch ästhetische Werte inspiriert für einen sinnvollen Einsatz von Energien und zweckentsprechende Tätigkeiten sorgen; beim Schreiben von Geschichten will man nach und nach einen Gehalt hervorbringen, die Geschichte soll münden in eine ganze Vorstellung (die man mit einem energetischem Zustand gleichsetzen könnte). Aber ich will die Bedeutung von Pallas fürs Schreiben nicht überbetonen. Doch spricht auch Frank Felber bei Pallas von der "Methode, wie man mit seinen Gedanken schöpferisch ist". Doch es ist allgemein nicht von der Hand zu weisen, dass Pallas bei schöfperischen oder kreativen Menschen in irgendeinerweise oft beteiligt ist, selbst eine Konjunktion mit Mars kann man hier beobachten.
Daneben gelten gewiss auch Apollo, Vesta und Sappho ebenso fürs Schreiben wie für die malende und bildhauerische Kunst.

Fürs Kartenlegen, Omenkunde und andere Orakeltechniken, Pendeln, auch hellseherische Begabung, stehen ganz besonders der Asteroid Pythia, Kassandra, Apollo, auch Psyche. Als Aspekte sind zu nennen: besonders Neptun/Merkur Aspekte, Venus/Neptun, deutlich weniger Venus/Merkur. Überhaupt Neptun Aspekte, natürlich besonders zur Sonne oder Mond.
Jupiter kann die Sinne erweitern, so wirkt auch Jupiter/Mond unterstützend für die Intuition, Hellsicht und Ahnungsvermögen, falls es bestätigende Konstellationen gibt. Eine Betonung der Wasserhäuser (4, 8, 12) kann ebenso unterstützend wirken, besonders mit einem der Transsaturnier darin, vor allem Uranus im 12. Haus (nahe am AS) und Pluto im 8. Haus.
Evtl. Mond im 4. Haus. Ein Aspekt von Merkur/Pluto kann unterstützend wirken, verleiht Ahnungsvermögen. Chiron kann unterstützend bzw. verstärkend wirken, in egal welchen Aspekten zu Venus, Mond, Merkur, Sonne. Wissen aus dem Unbewussten, Zugang zum Unbewussten, instinktives Wissen: 4. Haus und besonders Planeten am IC.

Besonders deutlich fürs Kartenlegen ist Pythia in Konjunktion mit Mond oder Venus.
Dazu gelten dieselben Regeln wie oben genannt für stärkere oder schwächere Konstellationen. Allerdings mit dem Unterschied, dass Oppositionen der besagten Faktoren hier anscheinend etwas besser wirken, als wie Oppositionen der genannten Faktoren für die Kunst.

Für die Astrologie sind die klassischen Konstellationen: Uranus/Sonne/Neptun/Merkur (eine Verbindung zweier dieser Planeten ist hinreichend), oft auch Mond/Uranus, und der Asteroid Urania, auch wenn dieser bloß in schwächeren Konstellationen eingebunden ist, da genügt oftmals eine Konjunktion mit Saturn (zB bei Arroyo) und irgendwelche Aspekte von Urania zu persönlichen Planeten. Auch eine Konjunktion mit dem Aszendenten bei 10° Orbis mag genügen und steht dann oft für ein Wissen, was man nur noch abrufen muss.

Neptun, Merkur oder Uranus an einer Hauptachse stehen natürlich besonders stark. Auch Jupiter und Chiron konnte beobachtet werden, sei es, dass einer oder beide stark stehen, oder durch Aspekte mehr oder weniger stark in das Radix eingebunden sind - hier gelten besonders Aspekte zu Merkur, Venus, Mond und Sonne. Eventuell kann auch Pythia, Kassandra oder Psyche hier die Anlage zur Astrologie unterstützen. Saturn kann helfen, Deutungen auszukristallisieren und auf den Boden der Tatsachen zu kommen (denn in der Astrologie ist das Schwafeln und Faseln immer eine Verlockung). Allein Jupiter öffnet für die grundlegenden Einsichten in das menschliche Sein und übergeordnete (kosmische) Gesetzmässigkeiten.  
Auch hier sollte man Spiegelpunkte und Halbsummen nicht vernachlässigen.

Die Verteilung der Elemente spielen meiner Ansicht nach keine Rolle dafür, ob es Talente gibt. Eine Wasserbetonung ist in dieser Hinsicht im Grunde dasselbe wie eine Luftbetonung, Feuerbetonung oder Erdbetonung, insofern es Konstellationen gibt, die für das Talent sprechen. Es gibt allerdings Erfahrungswerte von Horoskopen berühmter Persönlichkeiten, nach denen mediale Fähigkeiten besonders bei den Wasserzeichen auftreten.

Zusätzliche Deutungsfaktoren in der Kritik

Die manchmal geäußerte Kritik an der unübersichtlich gewordenen Unzahl an Deutungsfaktoren ist ein Punkt, der auf gewissen Missverständnissen beruht. Immerhin: Aus den vielen Deutungsmethoden sind die vielen verschiedenen Schulen hervorgegangen, indem sich eine Schule auf gewisse Methoden vertieft hat und darauf aufbauend die übrigen Deutungsinstrumente anpasste. 

Es ist nicht die Frage, ob man die zusätzlichen Deutungsfaktoren braucht, denn das ist eine persönliche Frage, sondern es ist die Frage, ob sie sinnvoll sind, sofern man sich für sie entscheidet. Die Kritik richtet sich allerdings auf die Unzahl, auf die fehlende Übersicht. Nun, sicher hat man viele Möglichkeiten; womit man aber anfangen sollte, ist ja im Grunde immer dasselbe: Die Hauptfaktoren. 

Wenn man nun Halbsummen, Spiegelpunkte, Asteroiden, Fixsterne und Nebenaspekte hinzunimmt, muss man sich freilich überlegen, dass diese Hinzunahme eine verfeinerte Herangehensweise mit sich bringen muss, zum Beispiel indem man einen Planeten isoliert und ihn in der Einbindung mit zusätzlichen Deutungsfaktoren untersucht. Oder indem man einfach den Orbis natürlich bei Nebenaspekten nicht so gross ansetzt wie bei den Hauptaspekten, was ja eigentlich klar sein sollte! Es verwundert mich daher, dass man da etwas beklagt, was im Grunde bloßes praktisches Geschick in der Zeichnung der Horoskope bedeutet, die von den Programmen eh schon sehr vereinfacht wurden.

Eigentlich zeugt die Kritik also nur von oberflächlichen Betrachtungen, von fehlender Auseinandersetzung, die über die "Kostprobe" hinausging; - es gibt kein Problem mit den Deutungsfaktoren, wenn man weiss, sie zu nutzen!

Es wird immer genügend Deutungsfaktoren geben, und nun haben wir den Fall, dass wir vor allem mit den Asteroiden und Fixsternen, aber auch Nebenaspekten oder Halbsummen, sogar mit Wiederkehrhoroskopen oder Personaren eine Fülle neuer Möglichkeiten haben, die es nötig machen, sie adäquat einzuordnen und zu gewichten in ihrer astrologischen Wirksamkeit. Die Ansicht, dass diese zusätzlichen Deutungsmethoden und -faktoren nur wenig wirksam sind, ist jedoch falsch.

Feindeutung mit Fixsternen und Asteroiden

Man kann die Fixsterne, Asteroiden, Dekanate (10° grosse Abschnitte eines Zeichens), Grade und sogar Nebenaspekte als zusätzliche Signifikatoren auffassen, um die Feindeutung aller beteiligten Planeten vorzunehmen. Die persönlichen Planeten in den Hauptaspekten, Zeichen und Häusern, bilden die Grundlage.

Noch mehr können Asteroiden und Fixsterne die Thematik und Richtung eines Planeten näher bestimmen, und die Möglichkeit von entsprechenden Deutungen eingrenzen. Das Zeichen in seinem Grad kann einen wichtigen Impuls bedeuten, für die  Angelegenheiten von einem auf diesem Grad stehenden Faktor.

Fixsterne sind als Erweiterung des Gradeinfluses aufzufassen, einer massgeblich auf die Zeichenebene bezogenen Individualisierung des Einflusses. Der Einfluß rührt vom Grad her, wie es aus einem Zeichen stammt und von Fixsternen in 72 Jahren geprägt wird. In einer Weise , die lang genug bestehen bleibt und einen  Einfluss auf einen Planeten haben wird. 
Es bezeichnen die einzelnen Grade solche bestimmte Zonen, die der Spanne von genau 60 Bogenminuten (0°01-1°00) entsprechen. Dessen Inhalt kann man mit symbolischen Bildern, oder Kombinationen von Planeten  beschreiben. Es sind solche  Nuancen, die wirkungsvoll diesen Grad von seinem Nachbargrad unterscheiden können, dass die Unterscheidung schwer fällt, in manchen Fällen vielleicht eindeutiger ist. Es gibt in den bekannten Zuordnungen immer das Problem, dem, was gemeint ist, auch nachspüren zu können, was bei den Graden viel schwieriger ist, als wie bei Zeichen oder gar Dekanaten. Aber hat man das eine verstanden, kommt vielleicht bald die Einsicht in das andere. 

Die spannende Frage ist auch, ob die Zeichen abrupt von einer Bogensekunde zur nächsten wechseln, oder der Übergang allmählich ist. Untereinander sind die einzelnen Grade eines Zeichens zwar individuell, und tragen genügend verschiedene Charakterisierungen. Doch im Klang sind sie nebeneinander ähnlich, sofern sie im selben Zeichen sind. Aber ob die Zeichen abrupt wechseln, darüber besteht weitgehend Uneinigkeit. Nach Erfahrungen einiger Astrologen, und ich gehöre auch dazu, scheint der Wechsel doch an dieser Stelle, auf 0°01, sehr deutlich zu sein, dass man nicht von einem allmählichen, "weichen" Wechsel der Zeichen ausgehen kann. Bis zu diesem Grad, brandet eine Energie und verursacht den zwangsläufigen Eindruck, dass jetzt noch die letzte Möglichkeit besteht, etwas zuende zu führen, und auf eine neue Ebene sich einzuschwingen. Diese Wechsel auf krass gegensätzliche Ebenen, werden an diesem Punkt gewöhnlich immer eine besondere Wirkung verursachen, den man als Strudel beschreiben kann   , in den der Planet gerät. Das erzeugt einen besonderen Effekt also, wenn ein Planet auf 27°-30° steht, und kann eine besondere Feindeutung erlauben.

Der Endgrad

Auf dem letzten Grad wird das Zeichen schwächer für den Planeten nutzbar, und die Energie des nächsten Zeichens wird - noch innerhalb des vorangehenden Zeichens - als gegensätzliche Energie erlebt, die zunehmend wie mittels eines Sensors erahnt werden und umso mehr fühlbar werden, wie aufbrausende Wellen an eine Mauer; die Wellen tragen einen Impuls voran, der sich aus der Energie des Planeten bildet, der von seinem Grund (Zeichen) genährt eine Anpassung vorgenommen hat. Aktivitäten sind in die Zukunft gerichtet. 

Man kann allgemein davon ausgehen, dass der Grad genau zwischen 29°59` und 0°01' überwechselt, aber unabhängig davon, handelt es sich bei diesem Punkt 0°00 bzw. 29°59 (mit einer Mauer vergleichbar) um einen Kraftpunkt, an dem sich Energien stoßen und aufwühlen, zur Aktivität zu kommen - was sich bei jedem Planeten  genau so auswirkt, wie er in der Natur beschaffen ist. Ein Mars in einem Endgrad erhält durch sein Wirken (Energie, Wesen und Archetyp des Mars), eine Rückmeldung. Anmerkung: Einen nullten Grad (=0°00') gibt es nicht, daher ist die Schreibweise 29°59'.
Durch diesen Grad bedingt, wird Mars genährt; - weil dadurch sein Grund und Boden beschaffen ist, von dem Mars sich nährt und was er ist (damit verkörpert Mars das Zeichen), dessen Impuls ihn zu etwas verleitet. So erhält Mars die Orientierung ein Mittel einzusetzen, umzusetzen, sein Mittel, nach Art des Zeichens und Grades. 

An einem Zeichen Übergang, auch kurz nach 0°01'  (aber zunehmend schwächer bis 1°), hat ein Planet quasi die Erfahrung des Übergangs in Erinnerung. Hier ist der Effekt des Übergangs viel schwächer. Der Planet muss schon nahe auf 0° stehen. Aber er wird im neuen Zeichen nicht mehr hinausgerissen, das ist der Unterschied zu einem Planeten auf 29°. Sondern im neuen Zeichen kann sich erfreuen am tauglichen oder untauglichen Boden, aber es ist ein (stabiler) Boden, mit dem er nun identifiziert ist. Ins Zeichen verankert, bringt ein Planet dieses Zeichen  dem Leben zu, und in das geordnete Gleichmaß (bei 29° fehlt das Gleichmaß eher).  Er ist aber noch nicht besonders im neuen Zeichen hineingerissen, dass kommt  erst in der letzten Dekade des Zeichens.

Studien über den Grad im Tierkreis

Das Studium der Grade eignet sich meiner Meinung nach nur für Fortgeschrittene.
Für Studien sind auch Meditationen über Gradwechsel ein taugliches Mittel, neben empirischen oder intuitiven Studien. Gerade der Mond wird hier noch einen stärkeren Bezug zur Erfahrbarkeit haben. Mit ihm konnte ich erkennen, dass ein Planet auf 1° stehend die neue Heimat willkommen zu heissen pflegt, rückwärtsgewandt zwar ist der Mond, doch in seiner Natur Erinnerung zu speichern, kann er nie reflektieren und wird nie rückläufig. Doch er ist der Eindrucksspender. Der Bezug des Mondes zur Vergangenheit ist stärker als wie bei jedem anderen Planet, aber der Mond an sich liebt auch Bewegung und Lebendigkeit. So ist der Mond, obwohl selbst nie rückläufig, ein Symbol für die Vergangenheit, und ist doch auch immer direktläufig, wie es die Sonne ist, und erfreut sich an der Bewegung des Lebens.
Er ist aus diversen Gründe geeignet, um anhand einer Beobachtung seines Fortlaufes in der Zeit eine Änderung des Einflusses, den er durch das Zeichen  und den Grad erhält, feststellen zu können.
Sonne und Mond sind auch deshalb  gut für Studien    zu gebrauchen, da sie Zeichenwechsel und Gradwechsel in relativ  rascher Abfolge vollziehen.

Normal stellt man sich vor, dass ein Grad vom Nachbargrad mindestens in einer Nuance verschieden sein muss. Sonst wäre der Unterschied bedeutungslos und deswegen auch der Grad bedeutungslos (man könnte dann 1°-10° gleichermaßen betrachten).
Die symbolischen Bilder beschreiben eine gewisse Ähnlichkeit einzelner Grade untereinander: 
Marc Edmund Jones beschrieb den Inhalt von 15° Widder (14°01' - 15°00') symbolisch: Ein Indianer webt eine Decke.
Auf 16° Widder (15°01' - 16°00') :  Naturgeister tanzen im Sonnenuntergang.

Die Besonderheit ist hier der von Wolfgang Döbereiner genannte Gruppenschicksalspunkt auf 14° Widder: Jupiter-Uranus (ein GSP wirkt wie ein sensitiver Punkt mit einem Orbis). Bei 14° Widder liegt damit ein solcher Einfluss, wie man ihn mit der Kombination Jupiter-Uranus beschreiben kann, in der Nähe von sowohl 15° und etwas schwächer bei 16° Widder. Als auch bei 14° Waage, und so gegenüber der Mitte des Zeichens Widder eine solche Kräftekombination, aber in einem anderen Verhältnis besteht: Uranus-Jupier. Der GSP auf 14° Waage: Uranus-Jupiter. 

Die Gemeinsamkeit zwischen 14° und 15° besteht in dem Bild, mit dem Jones jeweils beide Grade beschrieben hatte. In beiden Bildern wird etwas umeinander, nebeneinander gefügt, Gewebe und Tanz. Ein Tanz umschlingt, und löst sich, es findet statt in der Dämmerung, es ist eine angenehme Zeit (16°) und das transzendentale, der Naturgeist, entspricht doch sehr dem Neptun. Und hier finden wir den Gegensatz, zwischen festgefügtem Gewebe, und der Dämmerung, Sonnenuntergang, und die Geister. Das sind erst mal nur Vermutungen und man sollte derer, ohne Gewissheit, nicht zu viele wagen. Denn die eigentliche Bedeutung des Grades, der symbolische Gehalt, kann nicht angeknipst werden, wie das Verständnis des Ereignisses, das beschrieben wird, denn es ist ein ganzer Archetyp, den man noch nachvollziehen muss: praktischer Nachvollzug der Konstellationen von Beispielhoroskopen, bekannte Freunde, eigenen Konstellationen. Wenn man sich sicher ist, dass die Sonne oder ein anderer Planet den symbolischen Gehalten entsprechen könnte, der beschrieben wurde, kann man den Aszendenten untersuchen, und vielleicht durch Vergleich der symbolischen Bilder auch die Geburtszeit testweise korrigieren. Wer Erfahrung vorzuweisen hat, wird dies auch auf alle anderen Häuserspitzen anwenden können.
Die wirkliche Deutung des Grades fällt auch deshalb schwer, da zur Zeit noch wenig Erfahrungen diesbezüglich gesammelt wurden.  

Grade und Fixsterne liegen auf verschiedenen Ebenen.

Asteroiden

Wenn zum Beispiel Venus in Konjunktion mit Pholus steht, dann kann es in Beziehungen oft um dunkle Energien gehen, je nach weiteren Aspekten und Radixkonstellationen Lüsternheit, Klammern, Einverleibung (kann auch Treue bedeuten), oder aber um aussergewöhnliche Bequemlichkeit, weil Pholus ein Planet ist, der anscheinend zum Teil extrem eigensinnig macht und auch nach vorteilhaften Genuss strebt, evtl. die Möglichkeit zu diesem auch gegen andere Absichten verteidigt. 

Steht Venus in Konjunktion mit Apollo, kann dies schon ein Anzeichen für Ansehen sein, es muss ja nicht gleich für einen angesehenen Künstler stehen, es kann eine einfache Steigerung des Ansehens bedeuten, wann immer man mit Leuten zu tun hat, und auch für die eigene Überheblichkeit dabei, auch natürlich für die Verfeinerung der künstlerischen Begabung (Venus), aber auch für die Gabe der intuitiven oder prophetischen Einsicht in Zusammenhang mit Beratungen (Venus) oder Geschäften, weil dies alles Apollos Bedeutungen sind, die das Thema der Venus näher bestimmen können. Man könnte sagen, das Thema des jeweiligen Asteroiden drängt sich dem Planeten und damit dem Horoskopeigner auf.
Bevor aber die positiven Eigenschaften des Asteroiden wirklich zur Geltung kommen können, muss in den meisten Fällen dieser Asteroid erst geweckt werden.
Frank Felber spricht hier von der seelischen Sphäre, die den Asteroiden entsprechen; so kann ein Asteroid in gewisser Weise dann integriert werden, wenn man sich dem seelischen Bereichen zuwendet bzw. sich der Verfeinerung seines Innenlebens widmet.

Der Asteroid ist - so scheint es -, zunächst Aufgabe, und bringt eine besondere, ihm entsprechende Thematik zum Planeten (zB Mars), und der Asteroid offenbart dann ein zusätzliches Talent oder Interesse (Anliegen), das im Radix durch enge Aspekte zu persönlichen Planeten integriert werden will.

Ein Anliegen kann ja zunächst nur eine Art Motivation, Interesse, Orientierung oder Haltung bedeuten, muss aber keine wirkliche Fähigkeit bzw. Talent bedeuten.

Das Anliegen ist jedoch fast gleichbedeutend mit einem Talent, sobald man sich mit dem Thema des Asteroiden bzw. dem Anliegen näher auseinandersetzt.
Manchmal gibt es Fixsterne oder Asteroiden im Radix, die von vorneherein eine Aufgabe mit sich bringen oder bestehende Konstellationen oder gelebte Entsprechungen erst in eine bestimmte Richtung bringen.
Andere Asteroiden offenbaren in ähnlicher Weise ein zusätzliches Talent, das im Zusammenhang mit dem beteiligten Planeten ausgedrückt wird, ohne also dass man zunächst eine gestellte Aufgabe lösen musste - dann aber wird es oft um die Verfeinerung der entsprechenden Gabe gehen.

Fixsterne 

Fixsterne zeigen schicksalsmässige Rahmenbedingungen und die Planeten müssen sich den Zielen des Fixsterns oft unterordnen, äußeren sich aber oft auch erst zunehmend im Leben (als müsse die Zeit reif werden für manche Themen der  Fixsterne).

Der Einbezug von Asteroiden und Fixsterne, zusammen mit einer gewissenhaften Deutung der Hauptfaktoren (Haupt-Planeten, Zeichen, Häuser etc.), kann die Themen des Radix so weit eingrenzen, dass die Aussagen auch sehr viel zutreffender werden, und tiefgründiger, als wie es ohne die Benutzung zusätzlicher Deutungsfaktoren der Fall wäre - und oft, ohne dass man den Horoskopeigner persönlich kennen muss. Hier muss jeder Astrologe seine eigenen Erfahrungen sammeln. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es nicht nur eine Bereicherung ist, sich mit den zusätzlichen Deutungsmitteln der Asteroiden und Fixsterne auseinander zu setzen, sondern die astrologische Aussage ganz einfach kompetenter macht, weil auch verborgene Fähigkeiten des Horoskopeigners ans Licht kommen können, die bislang vielleicht sogar schon geahnt werden. Die Asteroiden und Fixsterne sorgen dann für Aha-Effekte. Es zeigt sich, dass Fixsterne unbedingte Wirkung hinterlassen und einen Planeten in ein Kraftfeld hüllen, dem er sich nicht entziehen kann.

Vorgehensweise

Es kommt immer darauf an, dass sich die Themen im Radix mehrmals bestätigen.

Andere Astrologen nehmen sogar noch Harmonics und Halbsummen hinzu, womit man  weitere Deutungsebenen erhält.  

Bücher

Für weitere Hinweise hinsichtlich der praktischen Deutung von zusätzlichen Himmelskörpern ist das Lehrbuch der esoterischen und exoterischen Astrologie von Frank Felber sehr empfehlenswert. 
Während die Bedeutung der Himmelskörper (Asteroiden/Fixsterne) im Buch des gleichen Autors "121 Himmelskörper" zu finden sind. Besonders die Beschreibungen der Fixsterne sind sehr zutreffend, einleuchtend, und in der Erfahrung leicht zu überprüfen. Es ist das beste Buch über die Fixsterne, von den einigen, die ich jemals entdeckt habe.

Über die Eigenschaften der Hauptaspekte (Qualitäten)

Der Mars unterstützt die kardinale Natur, wenn er herausfordernde Aspekte zu persönlichen Planeten bildet oder an einer Hauptachse steht, auch wenn er mit der Sonne oder dem Mond in Aspekt ist. Ebenso unterstützen Konjunktionen die kardinale Qualität.
Quadrate sind im Prinzip kardinaler Natur. Sie bringen voran, schaffen Bewegung, setzen Impulse. Solche Menschen, die über viel kardinale Qualität verfügen,  wollen ein Thema oder Sache ins Spiel bringen und schreiten zur Tat; aber bei so viel Energieeinsatz geht oft die Ausgewogenheit verloren, oder man verausgabt sich und andere.

Die Wirkung des Qudrates ist vordergründig jeweils eine allgemeine Erregung. Als Qualität setzt ein Quadrat Impulse und entspricht kardinaler Energie.

Menschen mit Quadraten stehen im Leben, und sie wollen nichts verändern, sondern verändern einfach, sozusagen aus Lust und Laune, sie tun es, weil es für ihren Willen selbstverständlich scheint, aber sie müssen auch in Betracht ziehen, dass die anderen ebenso ihren eigenen Willen haben, und man entweder taktvoll agieren muss oder die Interessen des anderen zu achten versuchen sollte.

Eine Opposition hat vielleicht eher eine Tendenz zur fixen Qualität, weil man oft eben nicht hin- und hergerissen ist, sondern sich bereits (einseitig) festgelegt hat, und sofern eine Opposition erlöst wurde, bzw. zur Synthese gebracht, dann wird ein Zustand geschaffen, der die beteiligten Faktoren zum Ausgleich bringt, dennoch bleibt eine Beständigkeit erhalten, die auf die Achse einwirkt. Eine Beständigkeit, die aus Erfahrung und Weisheit gebildet wurde, die man erbringen konnte durch die Lernerfahrungen im Umgang mit der Opposition. Doch selbst wenn man hin- und hergerissen zwischen den beiden Planeten ist, so bildet sich stets ein ganz grundlegender Effekt der Fixierung.

Merkur kann an einer Hauptachse stehend die veränderliche Qualität unterstützen.

Pluto und zuweilen Saturn (ist erdig) können die fixe Qualität unterstützen, wenn sie durch Aspekt stark eingebunden oder in einem Eckhaus stark stehen.

Der Aszendent, DS, IC und MC

Diese vier Achsen AS, IC, DS und MC befinden sich keineswegs in einer Hierarchie ihrer Bedeutung für das Lebewesen.

Obwohl der Aszendent die wichtigste Nahtstelle des Radix bedeutet, erhält er seine Bedeutung eher durch den mit ihm verbundenen Anfang (des Werdens). Auf die Sache der Lebendigkeit und Aufgabe eines Lebens bezogen, sind alle vier Hauptachsen gleich wichtig. Es geht auch gar nicht so sehr um den Anfang für das Lebewesen, sondern am Aszendenten verkörpert sich eine Wirkung, die durch das Handeln entsteht. Dadurch kommt die Begegnung zustande (am DS). Auch kann die Begegnung das Handeln verursachen. Aber das Handeln (AS) gegenüber einer Bezugnahme (DS) speist sich eigentlich aus dem Sein (IC), da dieses Sein IST, um Bedeutung zu erlangen (MC). Im letzteren liegt die Absicht, aus der Erfahrung des Lebens oder Lebendigseins etwas weiteres zu gewinnen, zu konkretisieren, zu formen. Die Handlung (AS) ist also entstanden aus der Wechselwirkung aller anderen Bedingungen der Existenz, wozu nicht wesentlich Äusserlichkeiten gehören, sondern die Art und Weise (AS) ebenso wie auch der eigentliche seelische Urgrund aller Erfahrung, bevor diese Erfahrung im Offenen der Welt verbindlich, das heisst stabilisiert wird (MC). Was IST, das bewirkt auch alleine schon dadurch, dass es sich verhalten muss, um zu sein, oder sich zu erhalten und den lebendigen Kräften des Lebens Ausdruck zu verleihen (AS). Und was IST, das erzeugt eine Konfrontation. Die muss nicht schmerzhaft sein, sondern deswegen ist das Waagezeichen der zodiakale DS-Punkt, bzw. findet der Deszendent in Waage seine Entsprechung. Es wird dann eine Form der Beziehung aufgebaut, die für beide Partner (Dualität zwischen einem Sein und dem anderen Sein) zufriedenstellend ist. Ob ich einen Stein als Gegenüber habe oder ein Tier oder einen Menschen. Es geht um die Interaktion, die automatisch entstanden ist, weil wir uns in die Dualität inkarniert haben (oder einfach so in der Dualität sind). Dualität bedeutet, dass wir die Einseitigkeit der Erfahrung überwinden und Vollständigkeit erreichen müssen. Aber das Waage Zeichen analog DS drückt nicht nur dies aus, sondern dass es allgemein in einem übergeordneten Sinn um die Entfaltung stabiler Formen für das (seelische) Leben aller geht. Wenn man aus einem übergeordneten Sinn sich die Evolution anschaut, geht es darin um den Aspekt, dass alle Lebewesen nicht nur ihren Platz und Funktion haben, das wäre allein Jungfrau, sondern es geht darum, dass alle Lebewesen miteinander agieren und so einen höheren Gesichtspunkt erfüllen. Für den einzelnen geht es jedoch immer darum, den ultimativen Reibungspunkt zwischen eigener Bestimmung (Anlage) und der Erfahrung des Hineingworfenseins in die Welt zu erfahren und weiterzuführen, den Prozess der Anlage zu verwirklichen.

Der Aszendent stellt eine der empfindlichsten Stellen im Horoskop dar und hat viel mit der Bildung bzw. Ausprägung unseres spontanen und unreflektierten Verhaltens, Temperaments und Charakters zu tun. 

Nach Stephen Arroyo symbolisiert der AS "einen wichtigen Aspekt unserer persönlichen Bestimmung in dem Sinne, daß wir einfach auf diese Art leben müßen, um uns frei und ganz zu fühlen". So formuliert, passt es auch gut, beim Aszendenten von einer Wesensnatur zu sprechen, die wie grundsätzlich in uns verankert ist.

Der Aszendent kann der Gesichtsausdruck sein, den man zur Schau trägt (Jeff Mayo). 

Der Aszendent ist das Tor, durch das wir der Außenwelt gegenübertreten (Stephen Arroyo). 

Die Ausdrucksweise aller Planeten des Horoskops wird durch den Aszendenten gefiltert oder gefärbt, weil es sich hier um den Punkt handelt, über den alle Energien des Horoskops zum Ausdruck kommen und für andere sichtbar werden (Tracy Marks). 

Die Kraftqualität des Aszendenten ist unsere stärkste innere (aus Sicht der Seele) Antriebskraft, die die Motivation und Vorgehensweise unserer Handlungsaktivität beeinflusst (Frank Felber).

Das Aszendententzeichen symbolisiert eine Facette der Gesamtheit des Lebens, die im eigentlichen Sinne des Wortes Verkörperung durch das sucht, was in diesem Augenblick geboren wird; da der Aszendent dem ersten blitzartigen Aufleuchten unserer individuellen Existenz entspricht, prägt er sich unserer Seele auch tief ein als das, was das Leben ausmacht (Howard Sasportas).

Der Aszendent ist der Weg und die Sonne ist der Held (Liz Greene). 

Der Aszendent ist auf jeden Fall ein bedeutender Teil der Persönlichkeit. Meist aber handeln wir auf die Art des Aszendenten auf unbewusste Art und Weise, besonders wenn wir recht unbekannten aber zugleich dringlichen Situationen gegenüber stehen, die eine sofortige Reaktion zu verlangen scheinen. Wir drücken uns spontan aus.
Die Energien oder Substanz des Aszendenten stellt in diesem Fall ein Reaktionsmuster zur Verfügung.

Um den Aszendenten wirklich zu verstehen, ist es am besten zu begreifen, welche Unterschiede zur Sonne bestehen. 
Zunächst der Aszendent:
Der Punkt des Aszendenten steht für unser Grundempfinden und steuert aufgrund dessen auch eine Bewertungsqualität bei. Dieses Empfinden kommt am Aszendenten zustande, weil man am Aszendenten nach aussen in die Welt tritt. Dadurch kommt eine grundsätzliche Empfindung zustande, wie es ist, zu sein. Die Art des Empfindens wird vor allem durch seine Energie verursacht, die er durch das Zeichen erhält. Ein Planet am AS kann diese Rolle übernehmen und dieser Planet wird dann noch deutlicher als Teil der Persönlichkeit begriffen, mit dem sich der Horoskopeigner auch identifiziert.
Man kann es so betrachten, dass ein Planet am AS in den Dienst des Aszendenten gestellt wird, also in die Ausdrucksart aufgenommen wird. Dies wird umso weniger deutlich, je grösser der Orbis (Abstand) zum AS wird.
Der AS ist auch eine Art sensitiver Punkt, der jene Energien "aufsaugt", die zu ihm gelangen. Man könnte verallgemeinernd sagen: Sextile oder Trigone lassen alles leicht erscheinen, und man fühlt sich in der Begegnung mit der Welt grundsätzlich mit sich selbst im Reinen oder eins, man kann recht einfach etwas tun und sich in der Welt mit seinem Ausdruck bewegen; dagegen bringen Quadrate auf den AS den Eindruck zustande, dass immer alles schwierig ist. Die ständige Herausforderung kann dann aber auch den Schneid eines Menschen stärken, er begreift das Leben bei positiver Verwirklichung dieser Quadrate dann grundsätzlich als Angelegenheit, in der man durch den Kampf bei sich selbst ankommt. Solche Menschen begreifen oft das Leben in den Höhen und Tiefen und spüren, worauf es ankommt. Man kann kaum sagen, dass Sextile/Trigone gut und Quadrate auf den Aszendenten schlecht sein müssen, weil zB dem Sextil-Eigner eine Reibung fehlt, um sein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Andererseits muss es auch nicht bedeuten, dass ein Sextil- oder Trigon-Eigner nur noch  unkritisch gegenüber sich selbst ist, denn er kann auf anderen Wege sein Potential versuchen auszufüllen.
Am Ende aller Wege, gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen den Aspektarten, wenn man nämlich die beteiligten Energien zur Synthese gebracht hat!

Nach Arroyo heisst es, der Aszendent kann gewissermaßen an allem, was mit psychischer Energie zu tun hat, beteiligt sein. Er ist tiefes Wissen, gespeist aus dem Zeichen, Aspekten, oder Planeten am AS

Neben dieser Bedeutung steht er allerdings auch einerseits mit dem Körperlichen in Verbindung, und andererseits steht er für die Art, wie wir (unsere) grundlegende Wirklichkeit überhaupt erleben. 

Nach Döbereiner ist der AS die Anlage, die als Trieb angebracht werden will. Döbereiner spricht von Loswerden, das ist nicht Negieren, im Gegenteil, sondern es ist als Trieb so wichtig, dass man es anbringen muss, loswerden an die Verwirklichung (Sonne). Die Sonne ist auch als Verhalten beschreibbar. 

Die Anlage (AS) kann man natürlich auch an sich selbst loswerden wollen, wenn sie selbst am AS oder im ersten Haus steht.
Der Weg geht zu sich selbst, wenn der Herrscher etwa im ersten Quadranten steht, es bedeutet erstes Haus (AS) und erster Quadrant einfach ausgedrückt eine Opposition zum 7. Haus und dem dritten Quadranten. Ist der 3. Quadrant leer,  kommt man immer tendenziell nur bei sich an, nicht bei anderen an (egal ob andere einen wert schätzen, man selbst merkt das nicht so sehr). Es gibt keinen offenkundigen Weg dafür. Man sieht an diesem Beispiel, wie man sich ein Horoskop in seiner Anlagestruktur abhängig vom AS schon grob vorstellen  kann. Der Herrscher betont einen Quadranten ganz stark. Und das Erleben, der Trieb, der zur Verwirklichung drängt, findet dort ein Schwergewicht.
Man kann alle Quadranten aber verwirklichen, nur sind sie in dieser Weise, wo eben Planeten stehen, auch gewichtet. Bedeutet ein Schwergewicht.
Die Sonne ist das EGO, und sorgt für ein weiteres Korrelativ. Eine weitere Gewichtung. Das MC wiederum, aber auf einer etwas weniger offensichtlichen Ebene der Psychologie. Das MC kann helfen, sich über seinen Weg klar zu werden, der durch AS und Sonne schon "angebildet" sind. Ohne MC hat man den Eindruck im Vakuum zu sein, ohne Boden, ohne Struktur, ohne Bedeutung.

Deshalb wird auch verständlich, warum niemand an seinen AS vorbei kommt. Ein Trieb, der als Anlage sich verkörpern will. Und das wird er als AS. In positiver oder negativer Weise. Kompensativ (zB aggresiv), Gehemmt (passiv, erleidend) oder in reifer Form, erlöst.
Der Herrscher des AS definiert weitere Umstände, zB durch den Ort, wo der Herrscher steht. Der Trieb will dann dort angebracht werden: zB der Herrscher steht in 6 und hat automatisch mit diesem Haus zu tun, will dort was tun, und zwar nach Art des AS-Zeichens oder Planeten am AS. Diese Art könnte man auch als Bedingung verstehen, die sich im Haus ausdrücken will. Das Gewicht oder die Akutheit der Tat liegt auf dem ausgewanderten Herrscher in einem Haus. Aber ohne Zeichen des AS liesse sich das nicht konkretisieren. Und die Sonne entscheidet, dass es geschehen soll. Auch nach ihrer Art. Sie macht sozusagen was höheres daraus. Darausm ergibt sich schon ein wesentlicher Grundton der Psychologie. Spielen AS und Sonne nicht zusammen (zB gegensätzliche Zeichen oder gar Spannungsaspekte miteinander , etwa zwischen Sonne und Herrscher), dann gibts Reibung und es muss zusätzliches geleistet werden - dabei helfen dann auch die anderen Planeten, bzw. besonders das Potential was durch alles angelegt ist, was mit der Sonne zu schaffen hat. Hat sie nur Spannungsaspekte, ist das egal, es ist Potential. Hat sie nur Aspekte mit dem Herrscher des AS wird die Deutung gewöhnlich etwas schwieriger, es hilft dann den Herrscher des AS zeitweise  loszulösen von der Verbindung zum AS und als einfachen Planeten in seiner normalen psychologischen Funktion zu deuten (zB Merkur=Sprache, Ökonomie, Vernunft usw.).

Ein Transit über den Aszendenten kann diese Grundeinstellung gegenüber dem Leben verändern, bzw. uns Impulse geben, diese Einstellung zu verändern. Es ist unsere Einstellung, unser Seinsgefühl. Wie wir in die Welt schauen, erleben wir sie. Und der Aszendent ist ein wichtiger Faktor bezüglich der Art, wie wir in die Welt und auf unser Leben schauen.

Die Sonne ist unsere Kraftquelle. Sie verkörpert ein Wissen um Möglichkeiten, und die massgeblich bestimmende Orientierung des Menschen. Diese Orientierung und Mentalität wird aus ihrem Zeichen gespeist ist und aus ihrer Hausstellung. Hier sehen wir unsere persönliche Aufgabe und das, was gewirkt sein soll. Wir können nur glücklich sein, wenn wir diese Interessen der Sonne begreifen und annehmen - und so kommt es auch, dass das Haus, in dem die Sonne steht, und der damit entsprochene Lebensbereich, für uns einfach in Ordnung sein muss und mit uns zu tun haben muss. Wer die Sonne zB im vierten Haus hat, kann sich kaum in alten Geschichten verlieren, die zB mit seiner belasteten Kindheit zu tun haben; er braucht hier einen Bereich, in dem er bei sich sein kann, und zwar authentisch sein kann. Das Haus der Sonne muss gelebt werden, und nicht nur erlebt.

Der Aszendent, seine Bedeutung und sein Zusammenhang (Geburtsherrscher) stellt eine Struktur dar, die Sonne liefert eher eine Energie und mit ihr kommen wir zur Vitalität. Die Sonne bildet einen mentalen Aspekt unseres Seins. Aber des Aszendent und sein Geburtsherrscher ist richtungsweisend für unsere grundsätzliche Haltung und Motivation dem Leben gegenüber. 

Die Hausposition des Geburtsherrschers konkretisiert die Zielrichtung eines Menschen. Der Herrscherplanet des AS ist im Radix in der Regel sehr betont, in einer Weise, dass man mit ihm etwas stärker (innerlich) verbunden ist, als wie mit anderen Planeten. So wird der Planet, aber auch das Haus des Aszendentenherrschers immer eine bedeutende Rolle spielen, wenn es darum geht zu entscheiden, mit was und welchen Dingen sich der Horoskopeigner in seinem Leben beschäftigen wird - man kann dies als angestammten Bereich beschreiben. 

Die Bestimmung des Geburtsherrscher  sollte nicht allein von der Position des Herrschers des Aszendenten bestimmt werden, denn es gibt dabei verschiedene Ebenen, auf denen entschieden werden kann, welcher Planet diese Rolle massgeblich übernimmt. Der Herrscherplanet wird immer eine Rolle spielen, aber es kann zB sein dass er im Fall oderExil steht, und dass ein anderer Planet, der im Zusammenhang mit unserem Wesen und der Persönlichkeit ist, einfach besser steht und sich dann gewissermaßen in vorteilhafter Position bringt, und zu ihm die meisten essentiellen Lebensenergien fliessen werden. Mehr zu der Bestimmung des Geburtsherrschers habe ich in dem Artikel "klassische Würden" geschrieben.

Der Aszendent steht symbolisch mit dem Aufgang der Sonne in Verbindung, da der Aszendent genau in Richtung Osten zeigt, wo auch die Sonne aufgeht. In dem Moment, wo der Aszendent im Osten aufgeht, steht er damit auch in einem aufgehenden Tierkreiszeichen (das Zeichen geht auf und verbindet sich auf diese Weise mit dem Aszendenten und seiner Bedeutung).

Transite über den Aszendenten belegen, dass der Aszendent für die ganze Psychologie eines Menschen steht, besonders betreffend spontaner Einstellungen, die aufgrund des allgemeinen Empfindungsmuster entstehen - es kann sich lohnen den Planeten, der den AS im Transit überquert, in seiner Radixstellung zu untersuchen: in welchem Haus er im Radix steht, kann vielleicht Aussagen darüber geben, in welcher näheren Art die Veränderung (des Transits über den AS) ungefähr zwingend werden könnte.

Am Aszendenten sind wir ja der Welt gegenübergestellt, und aus diesem Grunde hat der Aszendent soviel mit dem instinktiven oder spontanen Verhalten zu tun.
Hier drücken wir uns aus, so wie wir sind. Hier sind wir, was wir sind. Und damit kommen wir aus uns heraus. Am DS erhalten wir die Möglichkeit, uns mit Dingen und Personen zu befassen, die aufgrund unserer Wesensnatur eine bestimmte Position einnehmen, da der DS gegenüber dem AS liegt. Am DS erleben wir oft Begegnungen, die uns zeigen, was uns selbst fehlt oder einen Schatten von uns darstellt, dessen Eigenschaften von uns noch zu integrieren sind.
Am IC erfahren wir eine Art innere Wirklichkeit. Am MC treten wir mit unserem ganzen So-Sein in die öffentliche Wirklichkeit hinaus und werden für andere sichtbar. 

Obwohl man sagt, dass der Aszendent die Maskerade bedeutet, ein Rollenspiel, muss man hier genau überlegen, was diese Maske und Rolle des Aszendenten eigentlich ist: es ist eben keine Illusion oder Lüge, sondern eher etwas übertriebenes. Nicht die Eigenschaften sind aufgesetzt, sondern deren Ausdruck gleicht nur etwas aufgesetztem; man setzt ein "Gesicht" auf, das arachaischer Natur ist. Da uns die Umwelt auch über den Ausdruck am AS prägt, kann dieses archaische Gesicht mitunter auch in eine Verzerrung enwickelt werden - wir haben es im Grunde selbst in der Hand, aber auf unsere Aktion folgt sogleich eine Reaktion im Außen, und andererseits: auf irgendeine Reaktion des Außen, die auf uns gerichtet ist, folgt eine spontane Aktion von uns. Manchmal fühlen wir uns nicht mutig genug, auf die Art und Weise der Sonne, als Leitstern und Motiv, zu reagieren und bilden ein instinktives Verhaltensmuster, das vom AS-Zeichen herrührt und der Art des Ausdrucks, der beim AS nun einmal vorherrscht: Zum Beispiel reagiert der Krebs-AS mitunter abwehrend, oder der Waage-AS beschwichtigend usw. Der AS hat eine gewisse defensive Komponente, und will sich vermeintlichen Widerständen gegenüber absichern, egal ob es diese Widerstände wirklich gibt. Der Überraschungsmoment sorgt oft schon für diese Empfindung, dass man jetzt sich keine Blöße geben will - daher resultiert dann das Verhaltensmuster des Aszendenten, den manche Astrologen als Maske bezeichnen, die man sich in diesem Moment aufsetzt.
Diese Mechanismen laufen prompt ab. Deshalb geschieht es uns zunächst im Leben mehr oder weniger, wie wir den AS enwickeln, und nur sehr langsam. Wir merken, dass manche Reaktion irgendwie nicht ganz geheuer oder sinnfällig wird und vermeiden zum Beispiel üble Reaktionen oder Launen zukünftig immer ein wenig mehr.

Die hinter dem Aszendenten stehenden Impulse sind mehr oder weniger authentisch, doch auf eine archaische Weise authentisch. 
Die Sonne zeigt unsere Authentizität auf eine andere Art. Die Sonne zeigt auch, was man aus sich machen will.  

Stephen Forrest beschreibt den Aszendenten als "vereinfachte Version unserer Selbst". Der Aszendent steht nicht nur sinnbildlich, sondern auch real für die Geburt (ein Planet am Aszendenten beschreibt oft sehr zutreffend, in welcher Art und Atmosphäre die Geburt stattfand). Somit sind auch alle Anfänge, die wir im Leben begehen, oft in der Art beschaffen, wie der Aszendent steht, unter welchem Zeichen, und besonders welche Aspekte er empfängt.
Auch Melanie Reinhart spricht davon, dass es von den Energien und der Ausrichtung des eigenen Impulses abhängt, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, ein materielles Ergebnis im Sinne einer Geburt zu erzielen. Der Impuls der anfänglichen (physischen) Geburt, setzt sich im Leben fort. Dieser Impuls kann am Aszendenten erkannt bzw. bestimmt werden. Jeder Neuanfang oder Beginn einer Erfahrung wird durch den Aszendenten gefärbt sein. Wir werden in die Welt hinausgedrängt, oder wir drängen selbst hinaus in die Welt. Das führt uns auch direkt ins 1. Haus, dessen Spitze der Aszendent ja ist. Quadrate auf den AS müssen daher für jeglichen Neuanfang zur Konstruktivität gebracht werden, man darf am Beginn dieser Bewusstwerdungsprozesse nicht glauben, dass man es nie schaffen werde, mal etwas ohne Fehler (oder ähnliche unerwünschte Begleitumstände) zu beginnen, sondern muss darauf vertrauen, dass man die Energie der Quadrate nach und nach besser als Impuls und Antrieb begreift, indem man lernt diese Energie von vorneherein in die richtigen Kanäle zu leiten.

Was in einem Augenblick (Stundenastrologie) geschieht, kann nur durch den Aszendenten dieser jeweiligen Stunde wirklich veranschaulicht werden, weil in ihm das enthalten ist, was die grundsätzliche Atmosphäre und Energieverdichtung angeht, die gerade angekommen ist (am Osten, also dem Ort des AS tritt alles zum ersten Mal ins Licht), und massgeblicher Träger der Impulse jener Fragestellung geworden ist. Es geht um den Fragesteller und/oder das, was er als Angelegenheit "mit sich trägt" in den Augenblick der Fragestellung. Astrologie handelt von Rythmen und daher ist es nicht immer wichtig, wann die Frage das erste Mal auftrat, sondern eher, wann sie am deutlichsten auftrat! 

Wir können den Ausdruck des AS aber trotz seiner grundsätzlichen Vorgabe dennoch verfeinern, obwohl die Grundqualität und damit die Anlage beharrlich gegeben bleibt. Das bedeutet: das Zeichen des Aszendenten bleibt uns wohl anvertraut, ist aber zunächst oft grob, verzerrt im Ausdruck, oder die negativen Eigenschaften werden bevorzugt ausgedrückt, allgemein aus Unbewusstheit.  

Die Eigenschaften des Aszendentenzeichens werden auch eigentlich ausgedrückt, um einen Schutz darzustellen - dieses spontane Bedürfnis sich zu schützen ist es, weshalb man auch vom Rollenspiel des AS sprechen kann. Steht die Sonne im selben Zeichen des AS, aber nicht zu sehr im 12. Haus, dann wird die Sonnenkraft gewöhnlich stärker sein, als der Impuls sich mit angestammten Verhaltens- und Reaktionsweisen zu schützen; - man kann viel leichter aus sich heraus gehen. 
Die Sonne am Aszendenten kann dann die normalen Reaktionsmuster des AS einfach spielerisch übernehmen, auf Sonnenart, das heisst, ein Versteckspiel ist nicht mehr nötig. Im Bewusstsein erscheint das herkömmliche Rollenspiel des AS (Schutzbedürfnis) dann als etwas überflüssiges, ja lächerliches, und das ist mit ein Grund, warum manche Menschen mit Sonne und AS im selben Zeichen grundsätzlich authentisch wirken. Allerdings sagt dieser Umstand nichts darüber aus, wie die Sonnenkraft im Zeichen verwirklicht wird. Auch hier kann es noch negative Eigenschaften geben, wie bei jedem Sonnenstand. Vor allem neigt man hier mit der Sonne am AS zu einer "absoluten Egozentrik", man hat die Sonne, die den eigenen Standpunkt in den eigenen Augen stets aufleuchten lässt. Die Sonne hat ja die Rolle des AS übernommen und muss daher auch am AS eine gewisse Reflektion oder Hinterfragung der eigenen Motive lernen.

Egal in welchen Häusern die Sonne steht, der Aszendent und die Sonne sind wie in einer kosmischen Hochzeit verschmolzen, und zwar zu einer Einheit der Handlungsmodalität. Eine Grundlage der innerpsychischen Empfindung (AS) und der mentalen Reflektion aufgrund einer im Bewusstsein präsenten Einstellung (Sonne), eines Gewahrwerdens von vitalen Kräften und Möglichkeiten (Sonne), die sich in einem festgelegten Rahmen bewegen (Aszendent und Häuserspitzen). Anlage ist gegeben (AS und ausgewanderter Herrscher und/oder Planet am AS). Man kann nur werden wollen (Sonne), was man ist (AS). Die Sonne bastelt aus dem. Ein Herrscher des AS in 2 kann nur wirtschaftliche Interessen haben, wenn besonders AS und Herrscher dafür sprechen. Wenn der Herrscher in 4 steht, ist das weniger Wirtschaftliches, als wenn der AS-Herrscher in 10 oder 11 stünde, oder auch in 7 in Konjunktion mit Merkur in Zwillinge.

Die Eigenschaften, die dem AS zugehören, sind praktisch nicht von uns zu trennen. Ein Planet am AS färbt unser habituelles Erscheinungsbild und Charakter gravierend: so wird zB jeder mit dem Asteroiden Juno am AS etwas liebliches, geschmeidiges und anmutiges (Juno) an sich haben, was zu seiner allgemeinen Erscheinung gehört. Der Asteroid und seine Eigenschaften werden ebenso zu einer Art tiefem Grundwissen des Horoskopeigners führen, was sich bei Juno ausdrücken kann als ein Geschick, mit Beschönigungen umzugehen, etwas zu beschminken oder auch als Wissen um die Aufgaben oder Themen einer Beziehung. Allgemein verstärkt Juno in markanter Position immer die Beziehungsfähigkeit.
In erster Linie wird Juno als gewisse Aura des Horoskopeigners wahrgenommen werden können, eben ganz so, wie Etwas jemanden anhaftet, wie Etwas jemanden durchdringt, und das ist bei Juno die Anmut, Geschmeidigkeit. Als Möglichkeit eines Impulses führen diese Eigenschaften auch zum Talent der List, sich zu verstellen (was allerdings manchmal auch zu offensichtlich vorgeführt wird, und als beschminktes Verhalten erkannt werden könnte).

Wäre der Asteroid Juno in Konjunktion mit der Sonne, handelte es sich eher um eine Fähigkeit oder Talent (Juno), die man bewusst einsetzen kann, wobei die Art des Erlebens dieses Asteroiden ein ganz anderes wäre. In der Regel wird ein Asteroid am Aszendenten kreativer ausgedrückt, als wie am Aszendenten, denn am Aszendenten steht er eher mit der Grundempfindung in Verbindung.

Wobei das Wissen am AS, welches mit dem Asteroiden verbunden ist, durch Handlung, Tat, Verinnerlichung, Erfahrung errungen und vertieft wird, oder durch Beschauen dessen, was im Schöpferischen geleistet wurde, was für eine Bedeutung es für einen selbst hat.

Ein Planet am AS übernimmt die Bedeutung des Aszendenten, aber dennoch bleibt das Aszendentenzeichen auf einer grundlegenden Ebene nach wie vor wichtig, auch wenn der Planet exakt am AS steht. 
Am AS wird der Planet aber einen grossen Teil der Aufgaben übernehmen, er geht sozusagen in den Aszendenten ein. Das heisst, ein Mond am Aszendenten ist im Grunde ein Krebs-AS, mit der Färbung des Zeichens, in dem der Mond steht und einer hintergründigen Empfindung des Zeichens des AS.
Ein Jungfrau-Mond am AS wird also wegen dem Mond am AS ebenso leicht anfällig für Launen sein, wie es ja der Krebs AS ist, aber etwas trockener (Jungfrau=Erde) , und - gerade in dieser Kombination mit Jungfrau - empfindlich auf Kritik, nur etwas anders als wie beim Krebs.

Am AS werden wir in unserem spontanen Handeln erkannt, am MC werden wir durch unser gesamten Auftreten und unserer Taten erkannt, wohlgemerkt, was am MC  über unsere Person hinaus geht und mit den Notwendigkeit der Anderen zu tun hat - wenn die anderen keine Not sehen, bei jemanden Bedeutung zu erkennen, gibts die auch nicht (prinzipiell zumindest). Hier am MC können wir öffentlichkeitswirksam handeln. Planeten am MC oder im zehnten Haus können Einfluß auf die Art haben, wie andere uns sehen, und welche Erwartungen damit geweckt werden (vor allem bei uns), und mit welchen Qualitäten wir im Leben uns zur Erscheinung und Bedeutung bringen können und wollen.
Auch der Herrscher des zehnten Hauses kann Auskunft darüber geben, wie leicht oder schwer es uns fällt, öffentlich wirksam zu sein.

Durch öffentliches Wirken werden wir einen Teil von uns formen. Welches Selbstverständnis damit einher geht, ob wir es als anstrengende Leistung empfinden oder als Ausdruck unserer Fähigkeiten, ist ebenso am MC abzulesen und über den Herrscher. Der Herrscherplanet in seiner Stellung zeigt, mit welcher Motivation und Herleitung wir die Aufgaben und Möglichkeiten des 10. Hauses lösen und angehen.
Es ist auch unsere Hergangehensweise im Umgang mit der Öffentlichkeit mit Planeten am MC oder im 10. Haus verbunden. 

Ein Mars im zehnten Haus erledigt in der von Angst befreiten Tatkraft die Dinge prompt und konkret, ein Mond im zehnten Haus vertraut vielleicht auch auf das Wohlwollen (denn es ist der Mond) von Behörden oder Autoritäten, wenn er sich nur entsprechend gibt,  oder will den möglichen Druck mindern, indem das von anderen Verlangte erfüllt wird. Ein Pluto rechnet sich dieses Wohlwollen vielleicht rigoros aus und erwartet ein Zuvorkommen, setzt viel ein, oder setzt alles auf eine Karte, wozu natürlich auch die Lösung aller Probleme auf einmal gehören kann -   möglicherweise ist auch eine persönliche Wandlung damit verbunden. Venus setzt auf eigene Zuvorkommenheit und erfüllt die Pflichten oder setzt vielleicht auch auf Beziehungen, will auf irgendeine Weise vielleicht ein Arrangement treffen, schaut nach Möglichkeiten, ein Jupiter wird jederzeit die passenden Möglichkeiten finden, und noch dafür belohnt, und Merkur kann sich arrangieren und anpassen, möglicherweise auch leicht Informationen zur richtigen Handlungsweise einholen, oder entdeckt entscheidende Lücken oder Nischen, um  dann die richtige Möglichkeit offenbaren zu können. Das MC enthüllt die Form, der AS das Wesen. Am MC werden wir. Am AS machen wir etwas  und begreifen uns als Initianden. Wir können gar nicht anders, als am AS in die Welt hinein zu wirken, und die Formen zu  testen, weil das alles mit unserem Dasein verbunden ist. Am DS erleben wir die Welt der möglichen Begegnungen, die davon ja abhängen und nur im Gegenzeichen des DS stattfinden können, wie wir in der Welt uns selbst als Wirkende begreifen (AS).
Am IC sind wir. Hier ist unsere Befindlichkeit und das, was uns diese bedeutet. Wer einen schwierigen Planeten im 4. Haus hat, kann nicht an sich vorbei hören, wie es in ihm geht und welche Bedeutung er in allem sieht. Wer Jupiter im 4. Haus hat, fühlt sich wie auf einem Blumenteppich, lange geht für ihn alles immer gut.

Das IC enthüllt ebenfalls ein Charakteristikum: dort sind wir bereits, ähnlich wie beim AS.
Wir fühlen uns dort zuhause, wo wir das IC und das 4. Haus haben. Planeten am IC und im 4. Haus zeigen unsere Fähigkeit und Einstellung an, uns zu verwurzeln und auf welche Weise wir uns gut fühlen. Das 4. Haus zeigt auch einen Rückzugsort, der möglicherweise auch gleichbedeutend mit unseren eventuellen Büroplatz ist, dem Ort, wo wir uns niederlassen und uns "einrichten". 

Haben wir Energie im 4. Haus, besonders durch einen Transsaturnier, dann stellen wir gewöhnlich wohl fest, dass uns ein angenehmes Zuhause sehr wichtig sein wird, oder dass wir auf die eine oder andere Weise dort viel Energie investieren. Es zeigt an, wie wir uns in unserem Zuhause verhalten, und welche Energien wir dort erzeugen.

Das IC bezieht sich mehr auf den Gefühlshaushalt (vrgl. Mond), auf die Wurzeln unseres Seins und unserer Natur, und kann als Atmosphäre beschrieben werden, die wir in uns spüren oder in uns wissen. Der AS beschreibt die weitgehend festgelegten Eigenschaften unserer innersten Reaktionen, was prompt ausgedrückt werden kann (vrgl. Mars als Entsprechung zum 1. Haus).

Quadrat-Aspekt auf den Aszendenten

Ein Quadrat auf den Aszendenten wird oft als besonders schwerwiegend erlebt. Allgemein kann man von einer Aufruhr der Energien reden, die mit dem Aszendenten verbunden sind. Diese aufgerührten Energien hängen zunächst als Teil des AS mit der eigenen spontanen und urtümlichen Wesensnatur zusammen.

Stephen Arroyo differenziert solche Quadrate in zwei Typen:
4. Haus Typ: Wenn das Quadrat in der unteren Hälfte gebildet ist, dann wird die Spontaneität des Ausdrucks des Aszendentenzeichens durch emotionale Stukturen behindert (4. Haus), die durch diese Aufruhr der Energien entstanden ist. Unterdrückung, Hemmung oder Beklemmung sind hier die Schlagworte. Natürlich ist es die Art des Planeten im 4. Haus, der das näher bestimmt.
10. Haus Typ: Wenn das Quadrat in der oberen Hälfte gebildet ist, dann werden die "aufgerührten Energien" des Aszendenten im Erleben mit der Öffentlichkeit ausgetragen und das besagt, dass dieser Mensch nach Leistung oder Anerkennung streben wird, weil er den Eindruck hat, sich unter Beweis stellen zu müssen (10.Haus).
Die negative Wirkung kann hierbei eine Ausrichtung der persönlichen Handlungsweise sein, die die negativen Eigenschaften des Zeichens des Planeten (zB der Venus) in die reale Welt manifestiert, während es für den 4. Haus Typ die eigenen Emotionen oder die eigene Erlebenswelt ist, wo er diese Aufruhr gefärbt durch den Planeten im 4. Haus erfährt und lokalisiert.

Steht der Faktor im 9. Haus oder 11. Haus bzw. 3. Haus oder 5. Haus wird dieser Effekt nur leicht abgewandelt, es geht um diese beiden grundsätzlichen Hemisphären des Horoskops, die untere Hälfte zeigt den Bezug auf uns selbst und die obere den Bezug auf die äussere Wirklichkeit. In gewisser Weise hat auch das 9. und 11. Haus noch sehr mit der Öffentlichkeit zu tun, mit dem öffentlichen Wirken und das 3. und 5. Haus mit der eigenen Erlebniswelt, wobei jeweils im 9., und 11. der Bezug auch leicht in Richtung Selbst geht (im Unterschied zum 10. Haus), und im 3. sowie 5. Haus der Bezug auch leicht in Richtung Öffentlichkeit (im Unterschied zum 4. Haus).

Die Beziehung der Sonne zum Aszendenten

Siehe auch die Erläuterungen oben (AS).

Um zu verstehen, was Sonne und Aszendent bedeuten in ihrem Zusammenhang, lohnt es sich die einzelnen Faktoren zu differenzieren: Sonne, Mond, AS, aber auch Mondknoten.

Aszendent, Sonne und Mond sind wichtige Bestandteile unserer ganzen Persönlichkeit. Sie geben vor, wie massgebliche Teile unseres Seins beschaffen sind und bestimmen weitgehendunsere Persönlichkeit in der Grundstruktur. Ich schätze dabei den Aszendenten und sein Zeichen als massgeblicher ein, als wie den Mond. Die Sonne steht gewissermaßen auf einer anderen Ebene als wie Mond oder Aszendent. 

AS, Mond und absteigender Mondknoten können aus einer bestimmten Perspektive als Gegenspieler der Sonne aufgefasst werden. Aus einer anderen Perspektive geht es aber um Integration aller Faktoren und stellen alle Faktoren einen wesentlichen und wichtigen Teil unserer Persönlichkeit dar!

Die Sonne ist der innere Leitstern des Horoskopeigners. Sie ist es, die alle anderen Faktoren auf ein höheres Niveau bringen kann, aber diese Energien fliessen durch alle Strukturen, und ganz besonders durch den Aszendenten.

Der Mond offenbart die Erlebensart als erlebten Zustand, Einflüße dringen in uns und können Gefühlsmuster aktivieren, aber auch aufbauen - der Mond steht also für unsere Befindlichkeit und das wonach wir verlangen. Der Mond hängt auch mit der Eindruckswelt zusammen, und steht in Zusammenhang mit der Wahrnehmung der Wirklichkeit; mit dem Aszendenten werden wir uns selbst in der Welt erfahren und der Aszendent trägt eine Qualität bei, aufgrund der wir Wahrnehmungen bewerten. Die Reise unseres inneren Selbst kann unterschieden werden in Auftrag (AS) und in zur Verfügung stehende Mittel (Sonne). Der Auftrag besteht aus Anliegen, die nicht übergangen werden können.

Die Sonne ist immer das, was sich entscheidet eine Seinsänderung oder einen Richtungswechsel vorzunehmen, sie füllt das Gegebene mit der ihr entsprechenden Energie auf (zu dem Gegebenen zählt auch besonders der AS mit seiner Wesensnatur), und stellt Aufmerksamkeit und Bewusstsein zur Verfügung, was sich auch immer als persönliche Haltung und Mentalität durch das Zeichen der Sonne ausdrücken soll. Sie vermag aber nicht das zu ändern, was in den seelischen Strukturen nun einmal vorgegeben ist, und das ist auch durch den AS bedingt.

Der AS ist verhältnismässig mechanisch.
Die Sonne ist eine Art Aktion und Vermögen, es ist die Lenkung in der Art des Sonnen-Zeichens. Mit der Sonne drückt sich eine mentale, geistige Selbstverständlichkeit aus. 

Im Unterschied zum AS ist die Sonne zwangsläufig mit einem Grad an Bewusstheit verbunden, zumindest prinzipiell. 

Besonders wenn Sonne und AS in gegensätzlichen Zeichen stehen, die eine unterschiedliche Grundmotivation haben, zum Beispiel Fische und Widder, Steinnock und Krebs, oder Stier und Wassermann, kommt es darauf an, wieviel Bewusstheit an den Tag gelegt wird, um zur Verwirklichung der Sonne und des Ganzen zu gelangen. Die Sonne braucht im Grunde Aufmerksamkeit, und der Aszendent wird Aufmerksamkeit schon automatisch erzeugen, drängt empor, darüber brauchen wir uns nur bewusst sein. Aber die Sonne braucht eine gewisse Aufmerksamkeit, Beachtung, und indem wir dazu kommen, müssen wir bei der Sonne zwangsläufig bewusst werden.

Stehen Sonne und AS im selben Zeichen, und vielleicht sogar in Konjunktion, kann man davon reden, dass die Sonne den AS bereits abgelöst hat, und die Wahl bereits getroffen wurde, das Licht der Sonne den AS einfach schon mitgenommen hat. Die Sonne am AS stellt aber immer noch die Aufgabe, wie jeder Planet am AS, sich über die spontane Reaktion, die man an den Tag bringt, klar zu werden.

Geist, Körper, Persönlichkeit, Wille, Energie, Identität, Selbst, Seele - was ist was in diesem Durcheinander der Begriffe?

SONNE:

Geist, Absicht, Mentalität, Wille, persönliche Eigenschaft, bewusstes Selbst, Identität in der Reflektion und in der Tat. Die Absichten der Sonne werden als überzeugendes Anliegen empfunden. Ego, Persönlichkeit, Lebenskern. Handelndes Sein. 

Symbolisch: Der Blinde (wird geführt aber auch irregeleitet von den Wahrnehmungsinhalten des Merkurs und des Mondes); kommt zur Erkenntnis der Welt und des Seins und den wesentlichen Bedeutungen dieses Welt-Seins.  

AS:

Seele, persönliche Eigenart oder Eigenheit, körperliches Selbst, Identität im Erleben und Empfinden. Werte aufgrund einer Erwartungshaltung. Äußerungen und Inhalte des AS-Zeichens werden als selbstverständlicher Wesensgrund erfahren. Grundempfinden, Grundorientierung. Wesensnatur.

Der Unterschied zwischen Aszendent in einem Zeichen, und Sonne in einem Zeichen ist subtil und wenn man sich nur an die Worte halten würde, die es beschreiben zu versuchen, würde man leicht feststellen, dass es vielleicht dieselben Begrifflichkeiten sind, die man zur Beschreibung sowohl des Aszendenten als auch der Sonne heranzieht.
Der Aszendent bestimmt unsere Grundempfindung, enthält unsere grundsätzlichsten und unwandelbaren Erwartungen, und daraus resultieren weitere Impulse, die Teil unseres Erlebens werden. Die Sonne integriert hinsichtlich eines Zieles, je nach Zeichen. 

Man kann zum Beispiel eine Sache aus der Sicht der Sonne beurteilen und der AS kann hier - und wird gewöhnlich auch - einen  weiteren Gesichtspunkt beitragen, und diese Nuance kann das weitere Vorgehen der Sonne bestimmen. 

So sagt man auch, dass je nach AS-Zeichen eine bestimmte Sonne im Zeichen ausgewogener, impulsiver oder zurückhaltender ist. Einerseits ist die Sonne also nur so, wie es der Aszendent zulässt und andererseits wählt die Sonne umgekehrt Eigenschaften, die dann das Zeichen des Aszendenten konkretisieren - nicht alle Möglichkeiten, die ein Zeichen bereit hält, werden ja auch von jedem Menschen genauso entsprochen.

Da der Aszendent prinzipiell weniger Strahlkraft hat, wird es oft so sein, dass etwa der Aszendent in Löwe, anders wie die Sonne im Löwen, nie so kraftvoll und autark wirken kann (auf sich selbst wie auch auf andere). Ein Löwe Aszendent hat so aber auch weniger Neigungen, sich gegenüber anderen als Herr aufzuspielen (wie es Arroyo beschreibt). Arroyo schreibt: Der AS symbolisiert die Einstellung zum Leben, die Sonne zeigt das Leben.

Am tauglichsten scheint es mir tatsächlich, den Unterschied zwischen Sonnenzeichen und Aszendentenzeichen so zu beschreiben, dass die Sonne eine Strahlkraft symbolisiert während der Aszendent ähnlich wie der Mond etwas aufnimmt bzw. beim Aszendenten ja schon bereits aufgenommen hat, und so gesehen als innerer Raum der Erfahrung beschrieben werden kann. 

Der Geburtsgebieter

Der Herrscher des Aszendenten zeigt in seinem Haus den Bereich an, wo wir unsere Wesensnatur (AS) am unmittelbarsten erfahren. Dort wird die Wesensnatur des AS näher bestimmt.

Beispiel:

Beispiel

Pluto ist hier Geburtsgebieter (Skorpion-AS).

Pluto steht in Krebs im 9. Haus.

Weiterhin kann man nun den Mond im 3. Haus untersuchen, um die Erscheinungsweise des Plutos als Geburtsgebieters näher zu untersuchen.

Man kann auch noch direkter-  auf grundlegender bzw. psychologischer Ebene - den Mars als klassischen Herrscher des Skorpion Zeichens bevorzugt betrachten.

Der Mars steht hier im 7. Haus und hat als Dispositor den Merkur, der ebenfalls im 7. Haus steht und darüberhinaus in Zwillinge. Die Transsaturnier als Herrscher stellen etwas archetypischere Ebenen dar (sind tiefer verankert, prägen das Sein, und prägen nicht so deutlich den direkten Energiefluss und nicht so sehr die offensichtliche Psychologie eines Menschen). Transsaturnier offenbaren, was in der Wurzel begründet liegt, die aktiven 7 Planeten zeigen mehr die dynamischen Aspekte der Psychologie eines Menschen.

Die jeweiligen Aspekte zeigen nähere psychische Energien dieser Erlebensart. Schwierig wird eine Deutung, wenn - wie hier - alle an der Ich-/ und Persönlichkeitsbildung beteiligten Planeten untereinander in Aspekt stehen. Das Problem ist aber weniger in der Astrologie zu suchen, als in der Schwierigkeit des Deutens, nämlich diese unterschiedlichen Facetten der Persönlichkeit einerseits auseinander zu halten bzw. die verschiedenen Ebenen, und andererseits alles zu einem Gesamtbild zusammen zu bringen.

Elemente

Wenn ein Element gut vertreten ist, kann man dagegen keine Einwände haben. Aber man sollte begreifen, dass man in dem Element, in dem man nichts stehen hat, zunächst nicht dieselben Leistungen vollbringen kann, als wären viele Planeten in diesem Element. 

Doch man darf nicht glauben, dass man diesem fehlenden Element immer auf verlorenen Posten stehen wird, sondern man muss den Umgang mit diesem Element mit besonderer Anstrengung verbunden erlernen.

Es kann auch sein, dass jemand in seinem Radix zB einige wenige Planeten in einem Feurzeichen hat, die durch die Wasser- und besonders der Erdbetonung im übrigen Radix jedoch nicht zur Geltung kommen und in ihrem Feuer unterdrückt werden, besonders wenn die Natur der Planeten im Gegensatz zu dem Element des Zeichens sind, in dem die Planeten stehen (zB Saturn und Venus in Feuerzeichen). Wasser und Erde bilden Gegensätze zum Feuer, so findet das Feuer keine Unterstützung, wie es bei Planeten in Luft-Element der Fall wäre. 

Die Transsaturnier kann ich in Bezug zu der elementaren Ausrichtung der Persönlichkeit kaum wiederfinden, ich lasse daher die Elemente von Neptun, Pluto und Uranus ausser Acht. Die Elemente dieser Planeten scheinen unterzugehen im allgemeinen kollektiven Klima einer Generation, wie man sich verhält.

Der Aszendent stellt eine wichtige elementare (psychische) Kraft dar. Beim MC würde ich das allerdings kaum in Betracht ziehen, da der MC weniger eine Kraft darstellt, als wie etwas, was sich durch das ganze Leben (Verwirklichung des Radix) erst zur Erscheinung bringt. Das Element des MC ist bei einem Horoskopeigner noch nicht von Anfang an voll entwickelt, sondern anfangs sieht er gewissermaßen nur, was er einmal tun sollte. Wenn man dem MC eine Elementegewichtung verleiht, dann ergibt es im Grunde nur eine Suggestion, sich bevorzugt mit dem betroffenen Element auseinanderzusetzen, weil es 5 oder gar 10 Punkte bekommt. Das MC ist natürlich im Endeffekt wichtig zu verwirklichen, aber es ist doch so, dass das MC nicht unbedingt schon die Verkörperung bzw. Manifestierung dieses Elementes bereits vollständig ausdrückt, sondern es sich meist erst noch entwickeln muss. 

Jupiter bringt Energien in Fluß, Saturn stockt oder hemmt jedoch den Fluß der Energien oder verhindert bzw. erschwert die Auseinandersetzung mit Zeichen/Element/Haus. Ich kann daher kaum (für meine Belange) nachvollziehen, dass man Saturn in manchen astrologischen Schulen so viele Punkte in der elementaren Ausrichtung einer Persönlichkeit gibt, weil es ein ähnlicher Fall wie mit dem MC ist. Eigentlich müsste man für eine Betrachtung der Elemente in einer Tabelle sogar in dem betroffenen Element des Saturns Punkte abziehen, aber da man sich stets mit Saturn auseinandersetzen muss, gleicht sich dies etwas aus. Die Eigenschaften des Saturns im Zeichen müssen aber allgemein erst noch entwickelt werden und sind lange Zeit eher blockiert.
Manchmal scheint es aber so zu sein, dass jemand den Saturn gut ausdrücken kann und über seine Eigenschaften verfügen kann, besonders wenn das Zeichen des Saturn noch durch andere Faktoren (vielleicht auch dem AS) besetzt ist, weil dies die Auseinandersetzung früh erleichtert. Umso älter man wird, desto eher wird auch das Zeichen und Element des Saturns entwickelt sein. Man kann auch oft erleben, dass Saturn auch andere Planeten hemmt, die im selben Zeichen stehen, egal ob es eine genaue Konjunktion ist. Wenn der andere Planet dann noch einen herausfordernden Aspekt eines Transsaturniers erhält, so wird meiner Beobachtung nach oft das Zeichen des Planeten (der im selben Zeichen von Saturn steht) allgemein minder ausgedrückt, und das Zeichen kann oft nur über die Ausdrucksweise verfügen, die ihm der Transsaturnier aufnötigt, von dem er einen Aspekt erhält.

Den Mondknoten, Transsaturnier, sensitive Punkte und Asteroiden würde ich bei der Elementeverteilung nicht berücksichtigen. Die Hauptplaneten liefern in jeden Fall immer die elementare Grundausrichtung. Hier hat jeder Astrologe aber seine eigene Deutungsperspektive, bzw. sein für ihn taugliches System, im Ganzen zutreffende Aussagen zu formen. Es ist natürlich wichtig, dass man das Element des Saturns und des MC´s verwirklicht, und aus diesem Grunde berücksichtige ich dies auch in der Analyse der Elementegewichtung, aber eigentlich nicht mit dem ersten Eindruck, den ich mir mit den Elementen verschaffen will. Oft ist das MC in seinem Element auch bei verschiedenen Leuten mehr oder weniger stark zu bemerken. 

Es geht mir persönlich in jedem Fall um den Ist-Zustand der elementaren Ausprägung. Und eigentlich sind die Richtlinien meiner persönlichen Elementeverteilung methodisch/pragmatisch auf den Durchschnittsmenschen abgestimmt, der die persönlichen Planeten eher (er-)lebt als wie die übrigen.

Manche klassischenm Methoden den Geburtsgebieter oder mit dem Aszendenten zusammenhängende Faktoren elementar nach einer ausgefeilten Methode zu berücksichtigen, sind meiner Meinung nach nur für eine bestimmte Schicht der Persönlichkeit (eben die des Aszendenten) zutreffend, geben aber nicht das Gesamtbild eindrücklich wieder. Es kann aber interessant und ntzlich sein, sich mit diesen Mehoden vertraut zu machen.

Lösungsansätze, die es für ein bestehendes Problem zu formulieren gilt, bedürfen einer anderen Art von Analyse, in der zB Saturn und sein Element grundsätzlich als sehr wichtig eingeschätzt wird! Das sind dann aber spezielle Deutungen, und die Elementeverteilung soll zunächst nur ein grundsätzliches Muster aufzeigen, in welcher Weise ein Mensch gepolt ist.

Meine Richtlinien sehen so aus:

Sonne: 8
Merkur: 7
Mond:   7
Mars: 7
Venus: 7
Jupiter: 4
Saturn: 2
Aszendent: 5
Medium Coeli: 1

= insgesamt 48.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Anfänger der Astrologie auf solche Bewertungssysteme anderer zurückgreift, sondern dass er lieber seine eigenen Bewertungsrichtlinien entwirft. Doch können die Richtlinien anderer bestimmt interessant genug sein, um einfach zu sehen, wie es andere machen.

Der Durchschnitt (von 4 Elementen) läge bei diesem System mit 48 Punkten bei 12. Das heisst ein Punktwert von 12 wäre eine verhältnismässig ausgeglichene Besetzung des Elementes. Man muss aber bedenken, dass reifere oder ältere Persönlichkeiten sehr viel von dem Element beitragen können, in dem der Saturn steht. Manchmal ist das auch unterschiedlich; manchmal kann jemand mit einem starken Element im Radix, zu einem Planeten, der diesem  Element entspricht, viel besser einen Zugang finden und manchmal kann zB Saturn einfach sonst wie stark stehen und damit auch mehr vom Element beisteuern, in dem er steht usw..

Es kommt auch aufs ganze Horoskop an; zum Beispiel wird ein Planet in seinem Domizil immer verhältnismässig mehr von diesem Element beitragen! Manchmal ist es auch dann der Fall, wenn Saturn im Haus stark steht oder in einer Würde (auch Triplizität). Und ein Planet in einem Eckhaus oder an einer Hauptachse kann ebenso etwas mehr beitragen.). Ich benutze auch weitere Zuordnungssysteme, bei denen ich jedem Faktor (ausgenommen MC) einfach 6 Punkte gebe - meist einfach jedes Radix aber individuell betrachte, denn es kommt auch auf den jeweiligen Stand von Planeten an.

Merkur ist ein Planet, der durch Sprache, Kommunikation, die Ausdrucksweise, die Denkart und damit auch einen Teil der Werte und einen Teil der Mentalität das Element doch sehr deutlich verkörpert. Mars in seinem Element ist oft auch stärker vertreten, als dass er nur sechs Punkte bekommen sollte, manchmal dagegen weniger stark. Irgendwie musste ich mich hier für die "erste Elementeschau" festlegen - man merkt es eh bei einem Horoskopeigner (den man vor Gesicht hat), ob er einen bestimmten Planeten stärker ausdrückt als einen anderen. Ein losgelöster (unaspektierter) Planet kann manchmal "richtig reinhauen", das heisst deutlich bemerkbar sein, mitsamt seinem Element. Das Radix bietet dann die Feinabstimmung der elementaren Ausprägung.

Über die Zahl 48

Die Zahl 48 verweist esoterisch auf die irdische Materie und drückt ein Gleichgewicht und eine abstrakt zu verstehende Neutralisierung von Kräften aus, auch eine relativ zu verstehende Freiheit von Verhaftung. 

Fehlende Elemente

Wenn ein Element fehlt, so wird manchmal gesagt, die Natur habe es schliesslich so eingerichtet und man sollte diesem Element also auch keine Beachtung schenken. Ich halte das für eine zu pauschale Aussage.

Jemand kann zum Beispiel einen schwierig gestellten Saturn haben, und ansonsten keine Erde im Horoskop.
Das weitere Radix (zB viel Feuer und damit tendenzielle Rastlosigkeit) und auch das Leben zeigt dann zum Beispiel die Notwendigkeit, erdige Qualitäten zu entwickeln, weil man sonst nicht voran käme im Leben! Das geht gar nicht anders, sonst könnte man seine ganze Palette an Möglichkeiten gar nicht entfalten. Die Stärken in einem selbst brauchen eine Richtung, indem man sie mit fehlenden Eigenschaften ergänzt und so aus ihrer Einseitigkeit bringt.
Es kommt auch nicht auf das Dogma an, dass man seine Elemente in jedem Fall harmonisch ausgleicht, sondern dass man die Not der Stunde erkennt und eine entsprechende Orientierung aufbietet. Was fehlt, braucht eben eine besondere Anstrengung; doch die Planeten haben wir alle und so gibt es zB für Erdprobleme und mangelnder Ausdauer oder fehlender Disziplin den Ansatz, Saturns Eigenschaften zu betonen oder entsprechend zu entwickeln - und wenn der Weg über Saturn nicht so einfach geht, weil er zum Beispiel im Radix schlecht steht, kann man noch über Venus und Merkur gehen. Die Elemente sind in uns also prinzipiell angelegt.
Was ausgeprägt vorhanden ist, geht andererseits auch oft zu leicht und unausgewogen. Dann muss man etwas besonnener mit dem Element umgehen lernen.

Elemente:

Feuer - Warm
Luft - Feucht


Wasser- Kalt
Erde - Trocken

Feuer und Erde sind nach klassischer Sicht die extremen Gegensätze, nach moderner Auffassung sind es jedoch Feuer und Wasser.

Sehr eindeutig ist die Elemente-Zuordnung bei:

Sonne - Feuer
Mars - Feuer

Saturn - Erde

Mond - Wasser

Merkur - Luft

Die Häuser entsprechen ebenso Elementen: das 2., 6. und 10. Haus sind zB Erdhäuser und das 1., 5. und 9. Haus Feuerhäuser.  Usw.

Die Verteilung von Planeten in Häusern kann dazu beitragen, sich mit diesem Element notgedrungen zu beschäftigen, und Planeten in Feuerhäusern können fehlendes Feuer kompensieren usw.

Hinzu kommt auch der Umstand, dass ein stark stehender Planet im Radix aufgrund seiner manchmal deutlichen Entsprechung zu einem Element die Elementeverteilung im Horoskop beeinflusst (bei einem Saturn an einer Haupt-Achse wird man über einige zusätzliche Erd-Qualitäten verfügen).

Ein Neptun an der Hauptachse oder in Konjunktion mit einem persönlichen Planeten kann etwas Wasser beitragen.
Uranus kann ebenso Luft beitragen.
Bei Pluto ist es eher schwierig zu entscheiden, ob er Wasser (Tiefgründigkeit) oder gar Feuer (Willensstärke) beitragen könnte.

Jupiter ist ein Planet, der zum Teil alle Rollen (in Bezug auf die Elemente) ausfüllen kann, nach klassischer Ansicht alle, bis auf das Element Erde. Dasselbe gilt für Venus, bei der jedoch Feuer ausgenommen ist. 
Auch dieser Umstand erklärt und betont zusätzlich die Wohltäterfunktion von Venus und Jupiter.

Elemente der Häuser

Man fühlt sich im Leben erst dann angekommen, wenn man die jeweiligen Elemente auf Häuserebene verwirklichen kann. Für einen Luft-Menschen zB geht es um Bewegung, Kontakt oder Anpassung und Vermittlung als psychologische Fähigkeiten. Das sind auf Häuserebene Bereiche, was man im Leben verwirklicht, also nicht wie bei den Zeichen psychische Motivationen, Fähigkeiten, Talente oder Bedürfnisse.
Das heisst also, wenn jemand wenig Luft von den Planeten her gesehen hat, aber ein Haus im Luftzeichen, dann wird er voran kommen im Leben und Schicksal, wenn er luftige Qualitäten bei sich ausbildet um so den Belangen des Hauses wirklich gerecht zu werden.
Da aber aus dieser Orientierung im Haus und Lebensbereich, die man ja aufbringt, auch zwangsläufig eine Bewährung und ein Umgang in diesem Haus entstehen, kann eine Betonung eines entsprechenden Hauses als gewichtige Unterstützung des jeweiligen Elementes betrachtet werden (zB viele Planeten im 12. Haus betonen das Wasser und die veränderliche Qualität). 

Man muss sich das so vorstellen, dass man in diesem Haus "zuhause" ist und man in die Atmosphäre des Hauses verstrickt ist und gar nicht anders kann, als davon berührt zu werden, und mit der Zeit Anpassungen oder Verhaltensweisen auszubilden, die der elementaren Energie des Hauses entsprechen.
Es findet keine automatische Zugabe der Elemente statt, die aus dem Haus resultieren, sondern dies kann nur durch eigene Anstrengung erreicht werden. Das heisst, ich muss die Planeten in diesen Lebensbereichen auf positive Weise (das heisst bewusst!) verwirklichen, dann erhalte ich etwas von den Element des Hauses. Die Planeten im Haus bieten mir also Gelegenheit, im Element zu wachsen.

Planeten auf den Anfangs- oder Endgraden

Planeten auf den Anfangsgraden egal welchen Zeichens, besitzen eine feurige Note, so wird der Horoskopeigner tendenziell mit diesem Planeten das Zeichen in seine psychische Eigenart aufnehmen wollen, und es ist dies vorzugsweise mit der Erscheinung seines Handeln bzw. der Erscheinung seiner Person verbunden, so wie er den Planeten mit diesem Zeichen erleben will, was - ähnlich wie bei feuerbetonten Menschen - sich als Esprit bemerkbar macht. Aber diese Energie kommt eben vor allem in Bezug zu seiner eigenen Person zur Geltung, so wie sich ein Mensch erlebt, und nicht so sehr im Verwirklichen von Dingen. Motto: Ich bin in dem Zeichen (des Planeten). Feuer.

Bei Planeten auf den Endgraden bekommen diese eine erdige Qualität und die Planetenkraft verlangt nach Manifestation, nach Bewährung all dessen, was im Zeichen gelernt wurde, und zwar in der Wirklichkeit. Man tut also dieses Zeichen in gewisser Weise, man drückt sich in der Wirklichkeit damit aus. Motto: Ich verwirkliche das Zeichen (des Planeten). Erde.

Dies gilt für alle Faktoren, auch für ein Zeichen des Aszendenten, oder den Häuserspitzen. 

In der Mitte des Zeichens ist es eine Art des Sowohl-als-Auch. Veränderlich. 

Die veränderliche Qualität kann man mit Luft und Zwillinge sich anschaulich machen, so wie Feuer mit Widder sehr anschaulich wird, und Erde mit Stier -  als die jeweils ersten Zeichen des Zodiaks tragen sie eine archaische, aber auch reine Qualität in sich und verkörpern ihr Element als ursprünglich und weitumfassend genug, um die drei Qualitäten von Energien zu beschreiben, die es in der astrologischen Anordnung gibt. Es handelt sich um drei unterschiedliche Spannungspole und Energiestrukturen (-formen).

Auf der Häuserebene (NICHT ZEICHENEBENE!) steht ein Planet in der Endzone eines Hauses, sozusagen vor dem neuen Haus mit gepackten Koffern. Im Koffer befindet sich das, was er aus dem letzten Haus erfahren hat und nun im nächsten Haus zur Anwendung kommen soll. Aber er steht immer noch in dem Haus, in dem er faktisch steht und verkörpert auch die Elemente, Orientierungen und konkretes Wirken dieses Hauses.

Dass ein Planet in einer Endzone steht ist also nicht gleichbedeutend mit einem Planeten, der 2° vor einer Hausspitze steht, denn dieser Planet sehr knapp vor der Spitze dämmert erst ab 2° sehr deutlich ins nächste Haus. Dieser Planet verkörpert die Qualitäten des nächsten Haus aber auch nur zu 1/3, es sei denn er kommt näher an das nächste Haus heran bis auf 0.5°, dann sind es bereits 2/3-3/4. 

Es sind meist  nur 2°, maximal 3° bei Eckhäusern und 4° bei der Sonne (3° bei der Sonne vor Zwischenhäuserspitzen).


Zeichengrenzen und der Endgrad

Es gibt keine Vermischung zwischen Anfangs- und Endgraden bei zwei Zeichen. Es gibt aber eine Besonderheit des 29. Grades, und etwas schwächer bei 27° und 28°, aber auch auf 0° bis 0°30'. Schon die klassischen Astrologen haben übrigens auf die Besonderheit des 29° verwiesen und Bonatti sprach von einer leichten Beeinflussung des nächsten Zeichens auf einen Planeten auf 29°. 
Genauer wird dies in der klassischen Astrologie aber nicht beschrieben, nur dass der Planet keine Kraft mehr im alten Zeichen fände, und dadurch das nächste in irgendeinerweise zusätzlich zur Verfügung stünde.
Meine eigenen Erfahrungen und die anderer bestätigen, dass der Planet bis 29°59'55'' faktisch und praktisch immer noch in dem Zeichen steht, dem dieser Grad angehört, dass es aber eine Beeinflussung durch das nächste Zeichen gibt zunehmend ab ungefähr 29°57'. 

Es gibt zudem einen Effekt der Herausgehobenheit ab 26°30'. 
Umso näher ein Planet an das Ende kommt (29°59'), desto stärker wird seine "Herausgehobenheit", und ist aber noch immer nicht ganz herausgehoben. Dieser Effekt der Herausgehobenheit beginnt schon leicht bei 27°, und ist nicht mehr wirksam ab 0°. Aber von 0° bis etwa 0°30' ist das Zeichen wie verborgen, flach, wie in einer Knospe. Das Element drückt sich noch nicht so deutlich aus wie ab 0°30'.

Beim konkreten Zeichenwechsel, den man bei 29°59'55'' lokalisieren kann, wird ein Strudel erzeugt, eine Art Durschschlupf und Dynamisierung des Wandels (Transformation) von einem Zeichen zum nächsten. Der Wechsel wird innerhalb weniger Bogensekunden vollzogen.

Wenn ein Planet kurz vor einer Zeichengrenze (29°30-29°59) steht, kann dem Planet vielleicht der Halt und die Verankerung fehlen, die er ansonsten im Zeichen hätte.  Es handelt sich bei dieser extremen Herausgehobenheit aber nicht um eine Angelegenheit, bei der man von einer Vermischung (!) reden kann. Der Planet erhält seinen Boden immer noch von Zwillinge, wenn er auch nur noch auf 29°59 in Zwillinge stünde! Nur driftet er an das nächste Zeichen heran und erhält so eine zusätzliche stimulierende Wirkung vom nächsten Zeichen.

Der Astrologe Michael Roscher verwies auf eine gewisse Beobachtbarkeit, dass ein Planet am Himmel ungefähr ein halbes Grad gross sei, und deshalb ein Planet, der 15 Bogenminuten vor dem Ende oder 15 Bogenminuten nach dem Ende eines Zeichens steht, dann also zwischen diesen beiden Zeichen stünde. Und dass damit also eine astronomische Begründung vorläge.
Allein der Augenschein trügt zuweilen, und mir erscheint diese Begründung als konstruiert - man könnte schon zu Zweifeln kommen, durch die - von der Erde aus gesehenen - kleineren Planeten Jupiter und Co.. - ausserdem stellt sich die Frage wie man dies in Bezug zum Aszendent oder den Häuserspitzen betrachten muss? Ausserdem spricht nichts dagegen, warum nicht der Mittelpunkt  eines Planeten entscheidend ist, und die Berührung an seiner Oberfläche nur wenig bedeutet.

Der Gedanke ist, dass man sich  nicht vorstellen könne, wie die Zeichen absolute Einheiten bildeten, und von hier auf jetzt einander abwechselten. Schaut man aber genauer hin, gibt es diese Abruptheit nicht, sondern durchaus einen Übergang, der aber nur bis 29°59 stattfindet und nicht mehr auf 0°01' des neuen Zeichens! Folgende Ausführungen bieten diesbezüglich vielleicht ein aufschlussreiches Bild. 

Es ist tatsächlich so, dass der Endbereich eines Zeichens das nächste Zeichen quasi berührt, aber wenn man die Häuserherrschertechnik anwendet, muss man sich tatsächlich auf das Zeichen konzentrieren, in dem der Planet oder Hausspitze mit seiner Mitte oder Achse faktisch steht. Denn hier ist die wahre Auseinandersetzung und der "fliessende Übergang von einem Zeichen zum nächsten" ist auf wenige Bogensekunden begrenzt!
Die Endgrade sind nur besonders herausgerisssen aus dem Einbezug in das übrige Radix. Dieser Effekt, dass der Planet ungefähr ab 29°30' sehr stark zunehmend in einen "Strudel der Verwirrung" gerät, oder der Loslösung,  und nicht mehr eine so grosse Kraft durch das Zeichen, in dem er steht, erhält, das hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun, dass es hier um einen Orbis des Planeten ginge. Sondern dieser Effekt wird durch das Ende eines Zeichens und seine Besonderheit verursacht. Auf Zeichenebene. Befindet der Planet sich in einem neuen Zeichen, und sei es auf 0°01', ist dieses Zeichen vollständig und komplett und der Planet ist ganz im neuen Zeichen. Allerdings scheinen die ersten Bogensekunden des neuen Zeichens (bis 0°00'04'' ungefähr) noch eine Art geringfügigen Einfluss des vorherigen Zeichens aufzuweisen.

Der Planet ist im neuen Zeichen, aber das Zeichen zunächst nicht voll da, eher eingelullt, gefangen wie in einer Knospe; dieser Effekt hält an bis etwa 0°30'.

Der Planet ungefähr ab 3° vor der Zeichengrenze muss neben dem Gesagten noch die gesamte Ausprägung und Dichte des entsprechenden Zeichens ertragen , was sich an den Endgraden so zuspitzen kann, dass manche (C. Rushman) solche Planeten in Endgraden als "Wildcard" bezeichnen (Rushman führt als Beispiel Millionäre an, die so einen Planeten in Endgraden 27°-29° hätten): Hier sei alles möglich (das heisst, es handelt sich um eine besondere Kraft, die möglicherweise von begnadeten Horoskopeignern im Laufe des langen Lebens in besonderer Weise zum Einsatz gebracht werden kann). Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich: der totale Absturz und der Verlust von Halt, also eine plötzliche Haltlosigkeit, nachdem alles gesichert schien; es mag auch beides zugleich möglich sein und sich verknüpfen: man stürzt aus seiner vertrauten Welt in eine neue Welt der Möglichkeiten (gut für spirituelle Entwicklung und viele, die im spirituellen Sinne bedeutsames geleistet haben, oder gut in Meditation sind, haben einen Planeten oder Hauptachse in einem solchen Endbereich).
Allgemein denke ich, kann man davon sprechen, dass der Horoskopeigner sich für einen Planeten auf 29° ganz besonders interessiert, ihn und seine Angelegenheiten also zum Thema macht oder als solches Thema vorfindet.

Frank Felber spricht von den Endgraden (20°-29°59`) eines Zeichens auch als Erd-graden, das heisst, hier drängen die Energien zur Manifestation und das Element Erde steht natürlich sinnbildlich für materiell handfestes. 

Auch aus Äußerungen von Edgar Cacye kann man entnehmen, dass ein Planet am Endgrad dazu führen kann, dasss gewisse Kräfte des Radix an anderen Stellen die Kontrolle an sich reissen und sich der Horoskopeigner in die Fänge eines Netzes von dieser Kraft (analog dazu auch Kräften im Leben) verstricken kann, und es bedeuten mag, dass sich der Horoskopeigner ganz besonders bewusst entscheiden muss, für welche Kräfte er sich entscheidet. Eigenen Erfahrungen nach kann das durchaus stimmen und es mag sein, dass man bei einem oder mehreren Planeten, die auf den letzten Graden (27-29°) stehen, irgendwann im Leben eine wichtige Wahl treffen muss, wobei es zwei drängende Kräfte oder Mächte im Schicksal gibt, wo man zu dem einen oder anderen kommen soll    (aber das gilt nur bei Planeten bis zu diesem Endgrad hin, und nicht auf 0°01' oder 1°01').
Der Endgrad bezeichnet also nach Cayce einen Bereich, wo eine aushebelnde Kraft wirksam sein könnte. Viele Konstellationen des ganzen Radix können sich dann in einer Weise zeigen, die nicht den normal üblichen Erwartungen entsprechen könnten.

Einzelne Tierkreisgrade (sabische Symbole) betonen immer wieder die Gültigkeit des jeweiligen Symbols innerhalb eines einzigen Grades, was durch Erfahrung belegt werden kann, und eine weitere Bestätigung für die Ansicht ist, dass es keine überdeutliche Vermischungen der Zeichenprinzipien an einer Zeichengrenze gibt.
Wenn jemand eine Venus im Endgrad von Widder hat und meint, er tendiere eher zu Stiereigenschaften, dann liegt das meiner Meinung entweder an anderen Horoskopfaktoren, vielleicht an momentanen Direktionen und Progressionen, oder an einfacher Täuschung. Es kann viel wahrscheinlicher darum gehen, dass man bei einen nachgeburtlichen Neumond gewisse Planeten in anderen Zeichen hat, und man sich damit tief im Inneren dieser Zeichenqualität vergewissert. Dieser Effekt wurde schon von einigen Astrologen beschrieben (erster nachgeburtlicher Neumond).
Man ist Widder, fühlt sich aber als Fische, oder ist Fische und fühlt sich als Widder. Anscheinend sind allgemein Neumonde kurz vor oder nach der Geburt sehr bedeutend, aber auch noch jener, der weit vor der Geburt liegen mag (das ist immer der vorgeburtliche, sogenannte karmische Neumond) und solche, die auch weit nach der Geburt liegen können.  Die Astrologin Eva Stangenberg hat dies in einem Buch über Neumondhoroskope näher beschrieben.

Ein weiteres Phänomen tritt hinzu und sorgt anscheinend für manche undifferenzierte Aussage, von der man schon mal hört.
Die Eigenschaften eines ganzen Zeichens lassen sich in drei Bereiche des Zeichens unterscheiden. Und der Widder im Endstadium ist tatsächlich ein Widder mit einem Teil Stier-Charakteristik, und der Widder am Anfang Widder hat leichte Fische-Charakteristik, und der Widder auf 15° drückt so gesehen diese Widdernatur am reinsten aus. Alle diese Eigenschaften liegen begründet im Zeichen, das als einzelnes Zeichen in den Zusammenhang mit dem ganzen Zodiak gestellt ist. Es kann keine Rede davon sein, dass das nachfolgende Stierzeichen das Endstadium des Widders beeinflussen würde. Das ist einfach falsch. Die Energien des Zeichens liegen in sich selbst begründet. Der Zodiak sorgt für diese Anordnungen, und das dreifache unterschiedliche Gesicht der Zeichen - nicht die Nachbarschaft von Zeichen ist hier relevant. Der Verstand will es sich einfach machen und sieht diese Dinge gerne wie bei einer Diffusion, einer Vermischung, deshalb diese Tendenz, die man oft antrifft: zu meinen, das nebenstehende Zeichen würde hier "seinen Orbis geltend machen" oder einfach schon "spürbar" sein. Wenn man einen Effekt wahrnimmt, dass ein Widder ein Stück Stier (Standhaftigkeit des Stiers, Selbstdurchsetzung des Widder) in sich hat, dann liegt das in diesem letzten Drittel des Zeichen Widders begründet. Wenn man einen Effekt wahrnimmt, dass ein Widder ein Stück Fische in sich hat (Hingabefähigkeit des Fische, Idealismus des Widders), dann liegt das in dem ersten Drittel des Zeichen Widders begründet. So gesehen gibt es nicht nur zwölf Zeichen, sondern drei Mal zwölf Zeichen. Doch diese Anschauung würde in die Irre führen, weil sich tatsächlich die drei Gesichter eines Zeichens auf einem einzigen Boden zeigen, nämlich dem Boden des ganzen 30° grossen Zeichens. Die Zeichengrenzen bilden deutliche Unterschiede zeischen zwei Zeichen.

Ähnlich kann man Stier und Zwillinge Eigenschaften nebeneinander stellen: Fruchtbarkeit des Stiers, Ideenreichtum des Zwillinge. Fruchtbarkeit und Ideenreichtum haben eine gemeinsame Wurzel.

Die Eigenschaften zweier benachbarter Zeichen in ihrem Endstadium (zB Ende Löwe) und Anfangsstadium (Anfang Jungfrau) haben Gemeinsamkeiten, die nicht von der Hand zu weisen sind. Diese erklären sich aber nicht aus einer gegenseitigen Durchdringung der Energien; ausserdem ist der Effekt auf 20° ebenso wie auf 28° festzustellen. 

Diese unterschiedlichen Gesichter ergeben sich aus dem zodiakalen Aufbau des Ganzen, welches eine dynamische Struktur beinhaltet (es scheint schwer, dafür die richtigen Begriffe zu finden), und aus einer offensichtlichen Beteiligung der Zahl drei hervorgeht (kardinal, fix, veränderlich oder aktiv, neutral, passiv).

Es ergibt sich die Sinnhaftigkeit der Abfolge von Zeichen auch in anderer Weise, wenn man annimmt, dass der Anfang eines Zeichens stets Feuercharakter hat und sich auf die Seinsweise bezieht, mit der ein Mensch das Zeichen (er)lebt, und das Ende des Zeichens einen Erdcharakter hat, mit dem ein Mensch das Zeichen konkret ausdrückt in der Wirklichkeit, und das Zeichen dabei nicht so sehr im Sein verkörpert (wie beim Feuerelement), sondern sozusagen im verwirklichten Haben manifestieren will, nach aussen hin für ihn sichtbar in Erscheinung bringen will. 

Dem Feuertypus ist es nicht so wichtig, dass er sieht, was er ist oder aufgrund seiner Eigenart bewirken kann (Erde), sondern er erlebt, was er ist (Feuer), und so drückt er sich auch mit Selbstverständlichkeit und Unbekümmertheit aus, weil er darin am ehesten erleben kann, was er ist. Und so drückt sich auch ein Aszendent oder eine Sonne in den Anfangsgraden aus: Diese Horoskopeigner spüren in sich die Verbundenheit mit dem Zeichen und es entsteht eine leichte Unsicherheit, weil sie das Zeichen nur in einem Selbstbezug erleben können. Sie überspielen die Unsicherheit dann einfach mit einem stärkerem Selbstbezug (Identität), der aber nicht geradezu Passivität mit sich bringt, sondern am leichtesten mit dem Selbstverständnis von Feuer-Typen beschrieben werden kann.
Die Endgrade verkörpern das Zeichen auf eine andere Weise, indem sie auf Art des Zeichens handeln und wirken, und der Bezug geht eindeutig von innen nach außen. Es kann damit positiv wie negativ gesehen natürlich auch ein veräußerlichtes Leben angedeutet sein. Sie sind in gewisser Weise penetranter in der Art, wie sie das Zeichen nach aussen hin ausdrücken, während die Anfangsgrade penetranter sind, in der Art, wie sie das Zeichen in sich selbst regelrecht verkörpern.
Die Mitte der Zeichen kann man tatsächlich als Position werten, bei der die Horoskopeigner in der Mitte ruhen. Der Ausdruck geht weder stark nach innen oder nach außen, woraus natürlich auch eine gewisse Zurückhaltung oder Statik entstehen kann.
Aus diesen Zusammenhängen wird plausibel, dass die Anfänge der Zeichen einen totalen Gegensatz zu den Enden eines Zeichens bedeuten und eine Vermischung oder Diffusion gar nicht in Frage kommen kann. Allenfalls auf einer gewissen Ebene des 29°, aber nicht mehr des 1° (der theoretisch bei 0°01' anfängt), wobei aber der Boden, in dem der Planet steht, immer noch dem Zeichen zugehört, in dem der Planet mit seiner Mitte steht, wie dies bei den Ephemeriden berücksichtigt ist. 

Das alles ist das Entscheidende und das ist sehr wichtig, es so zu betrachten. Die beiden benachbarten Zeichen sind insgesamt grundverschieden und drücken ähnlich ihrem jeweiligen Oppositionszeichen stets Unvereinbarkeiten aus. Die Annahme, es sei unlogisch, dass sich die Zeichen so abrupt und plötzlich aneinander abwechseln, ist falsch. Es ist geradezu unlogisch, falls die Grenzen ineinander verschwimmen würden.

Eine meditative Erfahrung in Bezug zum Zeichenwechsels des Mondes sah folgendermassen aus. Die Energien des Zeichens, das "zuende" ging, und welches vom Mond getragen wurde, und mir visionär sichtbar wie auch fühlbar wurde, spitzten sich wie in einem Strudel zu, wurden in gewisser Weise unkontrolliert  oder ausfasernd wie in einem aufbrausenden Meer, vergleichbar mit den tosenden Brandungen an einem Ufer (Zeichengrenze passt hier sehr gut), das geschah deutlich erst sehr kurz vor dem Zeichenwechsel (die letzten Bogenminuten! - etwa 29°56'). Diese Brandungen führten dazu, dass kurz vor dem Übergang das nächste Zeichen in irgendeiner Weise Teil hatte an diesem Planeten; ich würde sagen, es wurde ein besonderer Strudel erzeugt, der stimulierende Wirkung hatte. Doch der Planet stand hauptsächlich immer noch im alten Zeichen. Kurz vor dem exakten Übergang, dessen Zeitpunkt ich mir aufgeschrieben hatte und auf der Uhr mit den beobachteten Wahrnehmungen  verglich, ging alles sehr schnell, und der Strudel nahm kurzfristig erheblich zu, und dann "war es geschafft", und es war nichts mehr zu spüren von dem Strudel, von einer Sekunde auf die nächste. Als würde der Mond zu etwas durchgeschlüpft sein und es hätte sich hinter ihm ein Vorhang geschlossen.

Übertragen auf das Radix, würde ich den leichten Beginn dieser Wirkungen des Strudels für ein Radix aufgrund meiner Erfahrungen ungefähr bei 29°30-29°45' sehen.
Die Energiequalität des Mondes wurde ab circa 29°59'50'' zunehmend umgestülpt, ja fast "vergewaltigt" (metaphorisch gemeint), also völlig verzerrt, und der Mond schwebte vielleicht (ich kann mich in dieser Hinsicht nicht mehr genau erinnern) für die letzten Momente in der Leere - was durch diesen beschriebenen Strudel bedingt wurde. Dann aber kam ganz abrupt, als würde ein Vorhang rasch gesenkt, das neue Zeichen und es gab keine Verwirrung, keinen Strudel mehr, der Mond war mit der ersten Bogensekunde im neuen Zeichen und nahm eine neue Qualität an.
Diese Art des Übergangs ist auch auf andere Planeten und auch auf den Aszendenten oder andere Hausspitzen zu übertragen.

Eine persönliche Beobachtung zur Mondfinsternis (28. August 2007)

Am 28. August fand mittags (deutscher Zeit) die Mondfinsternis im Zeichen Fische statt. Eine Mondfinsternis findet dann statt, wenn der Mond vom Schatten der Erde verdunkelt wird; astronomisch gesehen ist das dann der Fall, wenn sich die Sonne und der Mond auf der Mondknotenachse befinden, und zugleich eine Opposition zwischen Mond und Sonne vorhanden ist. Die Sonnenfinsternis (die Sicht auf die Sonne wird vom Schatten des Mondes verdeckt) ist dann der Fall, wenn es eine Konjunktion zwischen Sonne und Mond auf der Mondknotenachse gibt. So eine Finsternis findet schon statt, wenn noch ein gewisser Orbis zur exakten Konjunktion (bzw. Opposition) mit der Mondknotenachse vorliegt.

Am 27. August abends war der Mond in Deutschland am Himmel sichtbar, die eigentliche Mondfinsternis fand über Südamerika statt. Ich starrte zufällig den Mond an; er war natürlich in Folge des Vollmondes sehr prall und er lud dazu ein, ihn anzuschauen. Ich tue das öfters um die Wirkungen von Aspekten, die der Mond aktuell erhält, und auch den Zeichenstand, leibhaft zu erleben, was eine gute Übung ist (Intuition und schliesslich auch bezüglich der Symbolik und Bedeutung = Wirkung der Konstellationen).

Nun aber entdeckte ich ein Wackeln des Mondes. Umso länger ich schaute, desto deutlicher wurde es: er tanzte mit ruckartigen Bewegungen um sein eigentliches festes Zentrum herum, und das Wort zittern oder wackeln beschreiben diesen Eindruck nur ungefähr.

Er zitterte um sein verankertes Zentrum herum. Es schien, als würde etwas ihn von seinem "Thron" stoßen wollen. Der Mond befand sich im Zeichen Wassermann, das heisst, diese Wirkung einer Mondfinsternis ist so stark, dass selbst ein Orbis von 10° die Finsternis in ihrer Wirkung noch erlebbar zeitigt, und während sich auch der Mond in einem benachbarten Zeichen der eigentlichen Mondfinsternis befindet (in dem Zeichen, wo einer der beiden Mondknoten steht).

Einen Tag später schien mir der Mond zunächst wieder "feste" geworden. Aber als ich noch mal genauer hinschaute, bemerkte ich noch ein leichtes Wackeln, es war nur hintergründiger, nicht mehr so stark.

Das zeigte mir auch eindeutig den Unterschied zwischen applikativen und separativen Aspekten. Ein applikativer Aspekt ist eindeutig sehr stark. Hierbei muss man allerdings bedenken, dass es sich bei dieser Beobachtung um eine Mondfinsternis handelt, was von sich aus ja ein sehr starkes Ereignis ist.

Andere Erfahrungen haben mir erwiesen, dass Aspekte, die zwar applikativ sind, aber bevor sie gebildet werden der schnellere Planet das Zeichen überquert, einfach nur schwächer sind. Also die klassische Auffassung, dass solche Aspekte nicht wirksam sind, deckt sich überhaupt nicht mit meinen Erfahrungen. Separative Aspekte sind noch wirksam, jedoch umso hintergründiger, je weiter der Orbis von der Exaktheit weg geht.


Rückläufigkeit

Sowohl die Rückläufigkeit, als auch die stationäre Phase eines Planeten ist eine Besonderheit. Die stationäre Phase eines Planeten bedeutet, dass der Planet in gewisser Weise fixiert ist, durch seine Bewegungslosigkeit und natürlich im Verhältnis zu den anderen Planeten, besonders Mond und Sonne, die ja niemals rückläufig werden können. 

Rückläufigkeit und noch viel mehr die stationäre Phase eines Planeten bedeutet immer eine Lernerfahrung im Umgang mit diesem Planeten. Der stationäre Planet kann manchmal ein sehr starkes Gewicht darstellen, zB in gewisser Weise im Horoskop dominieren.

Rückläufigkeit hat unweigerlich eine gewisse nach Innenwendung zur Folge. Im Zusammenhang mit dem betroffenen Planeten wird mehr als bei normalläufigen Planeten, ein Bezug der Beschäftigung mit sich selbst aufgestelt. Andererseits wird man auch viel leichter aus den gewöhnlichen Abläufen der Welt gehoben, denn er hat eine andere Richtung als wie die anderen Planeten, und man kann seinen Horizont so auch ein Stück erweitern. Man steht mit dem "Bein des Planeten" sprichwörtlich in einer anderen Welt. Auf der negativen Seite steht eine Schwierigkeit den Planeten in Aktivitäten oder Begegnung mit der Welt einzusetzen.

Der Planet überbetont eine spezielle Eigenschaft. Was auch sehr positiv sein kann.

Andererseits treten zwei weitere Effekte auf:
Auf einer bestimmten Ebene kommt der Planet einfach nicht so zur Wirkung, als wäre er direktläufig. So verzögert sich die Verwirklichung einer höheren Ebene dieser Planeten.

Durch den Bezug nach Innen ist die Subjektivität sehr ausgeprägt, wie es Frank Felber formuliert:

"Relativ häufig zeigt sich in der Persönlichkeit (Denken, Fühlen, Handeln) die Neigung, diese Kräfte im Sinne der Persönlichkeit, also eher zum eigenen Vorteil, einzusetzen. Dies geschieht meiner Erfahrung nach jedoch keineswegs aus Absicht, sondern aus einer starken Subjektivität und mangelnden Bewusstheit im Umgang mit den Energien dieser Himmelskörper". (Felber; Lehrbuch der esoterischen u. exoterischen Astrologie; S. 461; Jupiter-Uranus Verlag)

Insgesamt entscheidend ist, wie die Situation des rückläufigen Planeten konkret aussieht.

Man kann unter Umständen den Planeten, der rückläufig oder stationär ist (oder in der Progression rückläufig wird!!), als einen Faktor begreifen, der ähnlich schwach gestellt ist, wie ein im Exil oder Fall stehender Planet (besonders bei den transpersonalen Planeten), wobei die gleichzeitige nach Innenwendung die Auseinandersetzung noch erschweren mag.

Die nach Innenwendung hat aber in vielen Fällen zur Folge, und wird auch als positiv wahrgenommen, dass man sich intensiv um eine innere, selbstständige Auseinandersetzung oder Verwirklichung von Eigenschaften bemüht, die mit den Planeten und auch Zeichen verbunden sein können. Dies tritt vor allem als besondere Fähigkeit auf, die man sich weiter bewusst machen kann, und die meist schon vorhanden als bereits entwickeltes Potential angelegt ist. Bei den Planeten ab Saturn muss man gewöhnlich zunächst einige Bemühungen anstellen, damit andere Probleme, die die Verwirklichung der Fähigkeit behindern, aus der Welt geschafft werden, und die meist genau mit diesem Planeten zusammenhängen, und zwar in der Art, wie seine Wirkungen durch Rückläufigkeit verursacht werden (Uranus: Nervösität, Auflehnung, Starrsinn; Neptun: Ängste vor Auflösung oder einem Kontrollverlust, Selbsttäuschung, Einbildung, zu viele Erwarzungen bei zu wenig Einsatz; Pluto: Ohnmachtserfahrung, weil man sein Verhalten oder seine Einstellung nicht ändert und immer wieder an ein bestimmtes Schicksal gerät, übertriebener Eigensinn, Festhalten, fixe Vorstellungen; Saturn: autoritärer Charakter in unterschiedlichen Abstufungen, Schuldzuweisungen, Versagensängste, Komplexe, Angst vor Autoritäten; und Angst und Hemmung, die dem jeweiligen Hausbereich oft betreffen).

Besondere Fähigkeiten und Haltungen, die mit der Rückläufigkeit gegeben sein können:

Merkur: Kontemplation; Selbstbewusstheit bei Angelegenheiten der Kommunikation; Selbstbeobachtung.
Venus: eigener Geschmack, eigene Werte und grosse ästhetische Begabung, weil der Schönheitssinn in Bezug zum eigenen Empfinden gesetzt ist und unabhängig von Normen oder Anpassungen ist; man erlebt seine eigene Weiblichkeit (ob Mann oder Frau) meist unabhängig von bestehenden Werten, das kann Angst erzeugen vor der eigenen Andersartigkeit. Nach erfolgreichen Bemühungen, die eigenen Ideale anzugleichen mit der Realität, oder die verschiedenen Ausschweifungen in sinnvollere Richtungen zu bringen, kommt oft eine besondere spirituelle Neigung hinzu; oder die einfache Fähigkeit, Dinge, die man erlebt, etwas tiefgründiger beurteilen zu können.
Saturn:  Selbstdisziplin, innere Kraft und Ausdauer; Bewusstsein über solche Dinge, die die eigene Stabilität fördern oder erhalten (existenzieller, psychischer Status Quo); ausgeprägte Ernsthaftigkeit; manchmal auch Bescheidenheit (in Teilbereichen, wenn nicht anderes im Radix dagegen spricht). Unterscheidung zwischen Ich und anderen, zwischen Ich und Universum. Klare Grenzen, Abschluß nach Aussen und bedeutsame Zentrierung. 
Jupiter: sehr philosophisch; eigene Ziele und Standpunkte; Lebensinn unabhängig von den Normen der Gesellschaft definieren; Entfaltung der eigenen Natur oder eigener Fähigkeiten anstreben.
Mars: Erforschung der Psyche oder Seele; die angestrebte Konkurrenzlosigkeit in Bezug auf seine eigenen Unternehmungen betont unter Umständen das soziale Wesen und Diplomatie - Mars scheint ein besonderer Fall zu sein, bei dem eine besondere Fähigkeit eher vom Zeichen auszugehen scheint (zB Stier: existentieller Realismus; - Zwilling: Wortgewandheit oder literarisches Bestreben; - Schütze: Intuition und Weitblick; - Skorpion: Willensstärke, Forschergeist, Tiefgründigkeit; - Widder: Spontaneität, spontan ins Schwarze treffen, Entdeckungen; - Steinbock: Maßstäbe setzen und einhalten; usw.). Man prüft oft, ob sein eigener Einsatz noch der Treue zu sich selbst entspricht.
Uranus: viel Intuition und Inspiration, Bezug zur inneren Stimme, seinen eigenen Weg gehen.
Neptun: viel Phantasie, Kreativität; sich einem Ideal hingeben; ausgeprägte Traumtätigkeit.
Pluto: tiefe (psychische) Einsichten und machtvolle Transformation der Persönlichkeitsstrukturen; Willensbildung um an sich selbst zu arbeiten, sich zu verändern und/oder anzupassen, so dass eine bestimmte Erfahrung durchgestanden werden kann, wenn äußere Situation dies erfordert.

Bei Chiron könnte es in der Rückläufigkeit um psychologische Erkenntnisse gehen, die man aus den eigenen Erfahrungen gewinnt. Frank Felber spricht bei rückl. Chiron von der Tendenz einer Unfähigkeit, sich aus seinem Leiden zu befreien. Es sei, als ob ein unaufgelöstes Gruppenkarma in irgendeiner Hinsicht oder einem Lebensbereich immer wieder den Menschen in seinem Leiden festhält. Es gehe darum, sich seine Schwächen und die der anderen zu verzeihen lernen und das Leben wieder anzunehmen, bzw. sich seelisch öffnen zu können.

Nähere Erläuterungen zur Rückläufigkeit

Man hat den Effekt, dass der Planet rückwärts gestellt ist im Vergleich mit der ganzen Lebenswelt und meist auch der Erfahrungswelt: Man kann sich einen Raum vorstellen, innerhalb dem das Leben stattfindet. In der Mitte steht die Sonne, alles orientiert sich zur Sonne, zur Lebensmitte. Und der rückläufige Planet dreht sich um und betrachtet eine andere Welt, hat eine tendenziell andere Absicht (angestrahlt von der Sonne wird er aber dennoch). Dieser Effekt (Rückwärts-gestellt-sein) geht in die Psyche über und wird ein Teil der Fähigkeiten oder des Interesses.

Wie sich dies auswirkt, hängt aber sehr vom Planeten ab (zB ob es Saturn oder Merkur ist; siehe oben die Tabelle) und vom Zeichen, in dem er steht und auch welche Aspekte dieser Planet erhält bzw. bildet.

Wenn der Planet sehr schwach steht, dann wird selbst eine normale Fähigkeit oder Interesse, das durch die Rückwärtsgewandtheit ermöglicht wird (siehe oben), schwer ausdrückbar, oder aber ist überbetont. Meist neigen aktive rückläufige Planeten (zB Mars) bei einem gleichzeitig aktivem, feuerbetontem Radix zur Überbetonung, und passive Planeten (Venus, Saturn) bei einem zugleich besonders wasser- oder erdbetonten Radix zum erschwerten Ausdruck der Eigenschaften (bzw. es ist schwer diese Eigenschaften zu entwickeln). In allen diesen Fällen zeigt sich eine gewisser Magnetismus, eine Ladung des Planeten mit einer entsprechenden Polung, was einen sehr starken Effekt hat.

Zum Beispiel kann ein rückläufiger Saturn anzeigen, dass man besondere Anstrengungen unternimmt, eine Selbstdisziplin zu entwickeln, was man seit der Kindheit an bereits tat und daher später dieses Vermögen aufweist.

Steht aber Saturn im Zeichen schlecht (zB Krebs) und erhält einen herausfordernden Aspekt von zB Mars, Sonne oder einen Transsaturnier, und sind zudem wenig Betonungen im Radix, die diese Eigenschaft der Selbstdisziplin fördern (wenig Erde, viel Spannung, ein Mars-Mond Quadrat etc., Planeten im Feuer etc.), dann wird es sich so erweisen, dass diese Selbstdisziplin geradezu fehlt und noch zu erlernen ist. Der Mensch kommt nicht dazu, Selbstdisziplin zu erlernen, erkennt aber wahrscheinlich an, dass dies eine gute Eigenschaft wäre, die er benötigt; aber es gibt keine besondere weitere Verleitung oder Unterstützung dazu. Stattdessen können aber andere Eigenschaften leicht entwickelt werden, die dem Saturn entsprechen, zum Beispiel Ernsthaftigkeit und ein gewisses Bewusstsein um die Durchlässigkeit der Haut zwischen sich selbst und einem Außen; wenn die Sonne einen Aspekt mit dem rückläufigen Saturn bildet, mag dieses Bewusstsein um die Durchlässigkeit zwischen Innen und Außen oft zu dem Eindruck gelangen, dass es viele Löcher gibt, solange nicht die eigene Identität klar herausgearbeitet wurde. 

Diese Selbstdisziplin, das zeigt die Rückläufigkeit des Saturns, kann schlecht in Auseinandersetzung mit der Welt erlernt werden, das heisst indem die Welt, Umstände und andere Menschen einen dabei die nötigen Rückwirkungen zeigt, denn diese können bedingt durch Rückläufigkeit eben kaum erkannt und eingegliedert werden in die eigenen Belange; sondern man lernt diese Disziplin eher mit sich selbst, in eigenständiger Auseinandersetzung, in dem Hausbereich, in dem Saturn steht. Wenn dies allerdings ein öffentlicher Bereich ist, wie zum Beispiel das 7., 10. oder 11. Haus, dann wird man sich zwingend in der Öffentlichkeit mit seinen fehlenden Saturneigenschaften auseinandersetzen müssen; was einen gewissen Schatten mit sich bringen könnte: man fühlt sich hier einerseits isoliert, und andererseits berührt es einem nicht sonderlich, in der Öffentlichkeit mit diesem Schatten aufzutreten; im Allgemeinen wird sich kaum etwas daran ändern, dass man gewisse Saturneigenschaften nur an sich selbst entwickeln kann, und oftmals auch nur will: man ist bei einer Rückläufigkeit mit einem Problem also sozusagen allein, teilt es nicht mit anderen und kann durch andere nur wenig Unterstützung erfahren - weil die Rückläufigkeit eben diese nach Innenwendung mit sich bringt und tendenziell eine Isolierung mit sich bringt. Das aber kann auch vorteilhaft sein und auch als glücklich erlebt werden, um wirklich eigene Werte und Maßstäbe auszubilden.

Es kann dann auch noch sein, dass bei schwieriger Stellung des rückl. Planeten zusätzlich negative Eigenschaften des Zeichens ausgedrückt werden. Man sollte dann versuchen, ganz besonders die positiven Eigenschaften des Zeichens und Planeten anstelle der negativen anzustreben oder sich anzueignen. Es kann eine Fähigkeit auch durch den Selbstbezug überbetont sein, dann geht es darum die Überbetonung dieser speziellen Eigenschaft zu vermeiden, durch Ausgleich und Differenzierung, und sich auf die besondere Kraft dieser Eigenschaft zu konzentrieren, wann immer es wirklich günstig scheint, sie einzusetzen (sie also dosiert und kontrolliert anzuwenden).

Das Zeichen kann eine Eigenschaft des rückläufigen Planeten hervorbringen, sowohl eine gute als auch eine schlechte. Diese Möglichkeiten des Schlechten ergeben sich aus dem einfachen Schicksal, die Möglichkeiten der guten Art stehen prinzipiell jedem offen, der einen solchen Planeten hat (und man wird kaum freiwillig eine schlechte Eigenschaft anstreben). Welche Eigenschaften das sein können, wird nicht nur durch den Planeten, sondern auch durch das Zeichen bestimmt, weil das Zeichen die Ausdrucksmodalitäten eines Planeten immer in eine bestimmte Richtung bringen wird.

Das Zeichen kann etwas bedeuten, oder eine Eigenschaft aufzeigen, was durch die Rückläufigkeit als fehlend erlebt wird (=Tendenz des Fehlens, und zwar bringt das Fehlen der Anbindung an die gewöhnliche Laufrichtung der Planeten diesen Effekt zustande; fehlende Integration).

Was fehlt, verursacht dann die psychologische Haltung. In Bezug auf den Planeten wird das, wofür der Planet im positivsten Fall steht (Saturn=Stabilität, Bodenständigkeit, Disziplin, Realismus; Mars=Durchsetzungsvermögen, Einsatzbereitschaft, Initiative) manchmal in den fatalen Gegensatz verkehrt. Dadurch entsteht aber mit der Zeit auch ein Bewusstsein über die Besonderheiten dieser (fehlenden) Eigenschaften: weil es einem wie dem Fisch im Wasser ergeht, der nicht weiss, wie das Wasser ist, wenn er nicht auch mal ausserhalb des Wassers ist - und hier befindet man sich ja  ausserhalb der Eigenschaft, bedingt durch die Effekte der Rückläufigkeit, und vermag Besonderheiten erkennen, die andere nicht erkennen, weil sie an diesen Eigenschaften sozusagen kleben, über die sie verfügen. Allerdings ist hierzu auch ein gewisses Niveau an Selbsterkenntnis nötig und die Bereitschaft, seinen eigenen Mängeln ohne Reue ins Auge sehen zu können. Es sind keine Mängel mehr, wenn man sich bemüht, diese Eigenschaften anzustreben. Dann ist die fehlende Vertrautheit des Umgangs mit diesen Eigenschaften auch eine Stärke, weil man zB weniger in Automatismen verfallen kann. Aber man verfällt andererseits natürlich leicht in den Automatismus, sich so ins Leben zu integrieren, wie es die fehlenden Eigenschaften (des rückläufigen Planeten) nahelegen.

Rückläufiger Saturn

Wenn zum Beispiel Saturn rückläufig wird, neigt man zu Ängsten, weil das Leben diese sehr leicht hervorbringt. Und wenn Saturn im Krebs rückläufig ist, dann könnte es zum Beispiel ständig um ein Gefühl der Sicherheit gehen, das einem fehlt.
Man will einen sicheren Hafen und irgendwie kann der geringsten Erfahrung von Bedrohung dieser Sicherheit, mit anderen Erfahrungen sich akkumulieren und mit der Zeit dazu führen, dass man ständig von einem Lebensgefühl der Unsicherheit beeindruckt wird. Und beeindruckt wird man eigentlich nur durch eine zu subjektive Wahrnehmungsart, also gewissermaßen einem Filter. Man sollte dann versuchen, sich vorzustellen, dass das Leben immer Bewegung und neue Reize schaffen wird, und man kann in sich selbst dennoch eine stabile Strukturt schaffen, um den Anforderungen des Lebens gegenübertreten zu können. Es kann helfen, sich jene Momente vor Augen zu führen, in denen man jeweils ein Gefühl der Unsicherheit bekam oder bekommt, und sich dann vorzustellen, dass eigentlich nichts passiert, was diesen Eindruck rechtfertigen würde - vielleicht muss man irgendetwas tun, aber das musss man ständig im Leben. Man darf gewisse Dinge nicht zu nahe an sich heranführen, und kann den Blick auch auf die schönen Seiten des Lebens richten und die Notwendigkeiten durchaus mitt "Links" erledigen und nicht immer so viel Energie investieren, in eigentlich normale Abläufe.

Im Krebs steht Saturn im Exil. Ein Planet in einem für ihn ungünstigen Zeichen wird gewöhnlich eher die negativen Zeichen hervorbringen als wie die positiven. Die positive Lösung besteht bei Saturn in diesem Fall darin, Disziplin, Ernsthaftigkeit oder Realismus erlebbar zu machen, sich um Bodenständigkeit zu bemühen, und im Krebs bemüht man sich dann hinsichtlich der Klärung der eigenen Geborgenheit oder des Sicherheitsbedürfnisses, also Klärung und Realismus. Dieser Weg kann ungefähr auch auf andere Zeichen übertragen werden, wo es dann nur um andere Eigenschaften geht.

Ein rückläufiger Saturn kann auch allgemein (unabhängig vom Zeichen) bedeuten, dass es einem manchmal an (innerer) Akzeptanz fehlt, und man darauf angewiesen ist, dass andere einen bestärken, denn man ist sich selbst gegenüber durchaus sehr kritisch eingestellt. Die Rückläufigkeit verhindert  hier die Verbindung des kritischen Empfindens mit der Realität (bzw. mit der Welt; vergl. das Motto: man ist mit dem Planeten rückwärts gestellt).

Ansonsten stellt ein rückläufiger Planet immer ein besonderes Interesse auf - wie oben bereits gezeigt - und dieses kann überbetont sein. Über rückläufige Planeten verliert man leicht die Kontrolle.

So zeigt Saturn in Krebs das besondere Interesse auf, jenen Krebseigenschaften mit der Qualität des Saturns nachzugehen. Man bemüht sich also um ein sicheres und stabiles Zuhause. Die Lösung, wie gesagt, heisst hier, diesem Streben nicht aus Ängstlichkeit nachzugehen, sondern zum Beispiel in dem erkannt wird, dass man in sich selbst diese Sicherheiten aufbauen kann.

Ein rückläufiger Mars in Schütze könnte zum Beispiel ständig bemüht sein, irgendwelche Unternehmungen zu vollbringen, die seinen Horizont erweitern. Ein rückläufiger Mars in Zwillinge könnte ständig um Kommunikation bemüht sein oder der Darstellung und Darlegung von Fakten, und damit zusammenhängenden Ansichten und Begründungen. Ein rückläufiger Merkur in Jungfrau könnte ständig überprüfen, ob das, was jemand sagt oder tut mit den eigenen Überzeugungen übereinstimmt bzw. ob es für ihn zwischen den beobachtbaren Tätigkeiten und seinen eigenen Ordnungsplan Berührungspunkte gibt; für einen Jungfraumerkur dreht sich vieles um Fragen und Ansichten der gesunden Ordnung und der Verhältnismässigkeit von Dingen, ob psychisch, in sozialen Kontexten, oder andere Sachfragen betreffend und oft geht es um einen praktischen Bezug - es wird vieles dabei zunächst einfach nur festgestellt; durch den mit der Rückläufigkeit des Merkurs erzeugten Bezug auf sich selbst ergibt sich aber eine grundlegende Fähigkeit und Neigung zur Reflektion, vieles könnte beobachtet werden, um diese Dinge in einem Atemzug zu bewerten. 

Interessant ist der Umstand, dass die Rückläufigkeit bei Planeten ab Mars immer in Bezug zu dem Winkel zur Sonne stehen. Das heisst: Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Chiron, Neptun und Pluto, sowie die meisten Asteroiden sind bei einer Opposition immer zwangsläufig rückläufig. Während Merkur und Venus, die einzigen inneren Planeten, die rückläufig werden können, in einem engeren Bezug zur Sonne stehen. 

Hellsehen (Neptun oder Merkur?)

Hellsehen ist eine Fähigkeit, die man entweder weitgehend in Verbindung zu den Gefühlen bringt, also zu Neptun, oder zu Merkur, weil Merkur mit den Knüpfen von Informationswegen zu tun hat.

Der Bewusstseinsforscher und -lehrer P.D. Ouspensky meint, dass die Hellsicht eine Funktion des höheren Gefühlszentrums ist. 

Meiner Meinung nach kommt sowohl Merkur als auch Neptun in Frage. Und man sollte vielleicht beide Faktoren hinsichtlich der Fähigkeit zur Hellsicht beachten. Und leichte Formen der Hellsicht treten bereits auf: als Intuition über den Verlauf einer Sache, auch als Gespür, wie es zB um etwass gestellt ist oder wie es jemand anderen geht (aber nicht direkte und deutliche Telepathie).

Merkur steht für die Beobachtungs- und Wahrnehmungsfunktion, aber nur insofern Sinne damit verbunden sind, und man könnte tatsächlich die Gefühle, aber auch den ganzen Körper mit einem Sinnesorgan gleichsetzen. Merkur vermittelt anscheinend den Weg der Wahrnehmung ins Bewusstsein, aber der "Input" wird zunächst von Neptun geschöpft.

Mond, Neptun und Venus stellen Bezüge zur Kunst auf, zur Gefühlssphäre, zum Schaffen, zum Hervorbringen von ganz speziellen (individuellen) Qualitäten. Künstlerische Qualitäten stehen an sich gerade in der Kunst ja für das Schöpfen, für das Bergen von Schöpfungen. 

Es geht um etwas, was aus den Tiefen der Unbewusstheit oder des nur Potentiellen geholt wird, was auch immer eine Vorliebe, also weitgehend ein Suchen ist. 

Bedürfnisse wollen gestillt werden durch diese sensitiven Planeten; - die Zukunft zu kennen (Hellsicht), ist ebenso ein Urbedürfnis, da es sich um ein fehlendes Wissen handelt, das in diesem Fehlen sich als Bedürfnis bemerkbar macht.
Merkur kann ohne den Weg zum Schöpfen nichts wahrnehmen, sondern knüpft Wege zu den Wahrnehmungsquellen. Steht ein Asteroid in Konjunktion mit Merkur, denke ich, dass der Weg zu diesen Quellen leichter gegangen werden kann, wenn zudem Neptun und noch eine andere Konstellation noch in dieselbe Richtung zeigen.

Geburtszeitkorrektur

Die Geburtszeitkorrektur wird oft genug fahrlässig (und zu selbstverständlich) angewendet und kann fast niemals halten, was sie verspricht: nämlich eine genau Zeit zu liefern, und einen zutreffenden Aszendenten und andere Hauptachsen.  

Ich will nicht sagen, dass Geburtszeitkorrektur unmöglich ist! Hier konzentriere ich mich nur auf eine gewisse "Überhöhung", die mit der Geburtszeitkorrektur mittlerweile einher geht.

Persönlich glaube ich an die praktische Unmöglichkeit, zu einer wiederholbaren und zwingenden, technischen oder auch intuitiven Methode einer solchen Korrektur zu gelangen. Also einer Methode, die sich immer bewähren wird, auf die man sich in unzähligen Anwendungen verlassen kann. 

Ob es sich dabei um die Überprüfung von Lebensereignissen mit technischen Hilfsmitteln handelt (Progressionen, Sonnenbogen usw.), oder ob man intuitiv Leben und Radixpositionen abzugleichen versucht (dessen, was man vom Horoskopeigner vor Augen hat, seinen Habitus, persönlichen Ausdruck, Interessen und Orientierung, Schwierigkeiten, Komplexe usw.). Das Ergebnis muss als hypothetisch gelten, wenn vordem keine Uhrzeit bekannt war. Wenn aber eine Uhrzeit bekannt ist, sollte die Frage sein, ob sie nur um ein paar Minuten falsch sein könnte, oder ob die Angabe darauf schliessen lässt, wieviel man hinzuaddieren oder abziehen muss: Zum Beispiel, kurz nach Mitternacht, kann ebenso 0:10 bedeuten, wie auch 0:20. "Mitten in der Nacht" bezeichnet aber einen viel grösseren Zeitraum. In diesen Fällen hat man einen guten Ansatzpunkt. Und eine Korrektur ist dann keine Korrektur, sondern Rekonstruktion, und sollte in der Regel möglich sein.

Ich selbst sehe die rein technisch-rationale Methhode als riskant an, wenn man diese Ergebnisse nicht auch intuitiv überprüft. 

Intuitiv soll heissen: Wenn man also die Radixpositionen der Planeten plausibel macht, indem man diese Positionen mit allem in Verbindung bringt, was der Horoskopeigner von sich zeigt. Das kann eben nur intuitiv geschehen. Man darf nicht an das Ergebnis glauben wollen und gerade das ist die Gefahr. Wenn aber ein Planet entweder am Ende des 6. Hauses steht oder bereits im 7. Haus, ist das ein deutlicher Unterschied, den man intuitiv auf die Schliche kommen kann. Dasselbe gilt für das Zeichen des Aszendenten. Die technischen Hilfsmittel (Progressionen, Direkten usw.) stellen eine weitere Ebene solch einer Überprüfung dar, sie richten sich auf die Vergangenheit, während die Intuition das Gegenwärtige erfasst. Man sollte weder ausschliesslich die Gegenwart noch ausschliesslich die Vergangenheit bei einer Korrektur berücksichtigen. Der Schwerpunkt sollte sich aber auf die gegenwärtige Erscheinung des Horoskopeigners richten, da dies einerseits den ganzen Menschen sichtbar zeigt und es keine "Überlieferungsverzerrung" gibt, und andererseits ja die gegenwärtige Erscheinung auch gleichbedeutend mit dem Radix einer bestimmten Uhrzeit ist.Je nach Grundanlage des Horoskops, werden vergangene Erlebnisse in einem anderen jeweiligen Licht gesehen. Als Astrologe kann man sich aber ein unmittelbares Bild von dem Menschen machen, wenn man ihn vor sich hat.

Man solle aus Spaß die Uhrzeit seines eigenen Horoskops um 6 Stunden verstellen. Und dann ernsthaft bemüht Lebensereignisse und die eigene Psychologie mit dem (künstlichen) Radix in Verbindung bringen zu wollen. Dann wird man erst mal sehen, dass man sich selbst viel besser kennt, als einen anderen - aber auch, dass man schon bei sich selbst bereits ein solches Horoskop rechtfertigen könnte (wenn man nur an das glaubt, was man dort an Positionen sieht).
Man wird sehen, dass kein so grosser Unterschied besteht, wenn ein Planet im 4. oder 8. Haus steht, und ein Planet nicht mehr im 3. sondern im 6. Haus usw. Im Auge fügen sich die Interpretationen, so dass das, was vorher durch einen Planeten im 4. Haus abgebildet wurde, plötzlich ein Planet in irgendeinem Wasserzeichen übernehmen könnte, oder in einem fallenden Haus, oder es ist ein Aspekt usw..

Mir sind viele Fälle bekannt geworden, wo es sich beim korrigierten Horoskop schlichtweg um ein falsches Horoskop handelte. Allein diese Fälle, wo eine standesamtliche Zeit schliesslich nachweislich vorliegt, und die vorher korrigierte Uhrzeit mehr als eine Stunde divergiert, muss nicht nur nachdenklich stimmen, sondern zeigt im Grunde auch die Schwierigkeit einer Korrektur-Methode. 

Ausschlaggebend ist, dass die Korrektur, egal über welche Auslösungen oder Methoden, viel zu vage ist. Allein der Orbis einer Auslösung erklärt dies schon hinreichend.
Viele Übergänge der langsamen Planeten über Radix-Stellungen erweisen sich als schwerwiegend für den Horoskopeigner, doch Höhepunkte und Ereignisse finden auch dann statt, kurz nachdem der wirksame Orbis erreicht wurde, in der Regel aber sogar kurz bevor der Orbis des Übergangs verlassen wird.
Es handelt sich um einen Orbis von bis zu 3° vor der Radix-Stellung, aber manchmal wird auch etwas ausgelöst, wenn der Planett längst über die Radixstellung hinweg ist. 

Und was denkt man vielleicht? Dass ein Ereignis entweder vor der Radixstellung liegt oder genau dem exakten Übereintreffen zwischen Übergang und Radixstelle entspricht? Nun, das wären nur 3° Unterschied, nicht? Es gibt aber viele Ereignisse, die eben NICHT in einem solchen Orbis fallen, wo es anders gesagt gar keine Auslösungen über Radixpositionen gibt! Man untersuche seine eigenen Lebensereignisse und wird erkennen, dass zB die Sonne in der SB-Direktion 5 Jahre lang an einer Hauptachse "klebt", und man soll jetzt ein Ereignis, das meist nur einen Zeitraum von einem Monat entspricht, hinter, auf oder vor die Hauptachse bringen? Und welche Hauptachse nehme ich dafür? Dann fängt das Deuteln an, man überlegt sich: der Horoskopeigner hat dies und das gesagt, im Radix  passt das dazu und so weiter. Man erkennt aber gar nicht, was dem Horoskopeigner dieses Ereignis wirklich bedeutet, denn das weiss der Horoskopeigner auch nicht, sonst wäre er weise oder anders gesagt, bräuchte er keinen Astrologen mehr. Er beschreibt das Ereignis als schwerwiegend, aber befreiend, denn in seinem Haus, wo er lebt, ist endlich Ruhe eingekehrt, die Streitereien haben durch Tod eines Familienmitgliedes aufgehört. Dann glaubt man, aha, das muss das 4. oder vielleicht 10. Haus sein. Es hat sich herausgestellt, dass die dirigierte Sonne am DS stand, 6° dahinter. Es ist manchmal zu fadenscheinig, was der Horoskopeigner berichtet. Er könnte im Gehör des Astrologen das Ereignis in einer Weise gewichten, die mit Hilfe eines "zeitlich richtigen" Horoskop vielleicht auch andere Ergebnisse bringen mag. Aber bei einer unsicheren Uhrzeit hat man kein exaktes Horoskop, und vielleicht noch nicht mal einen Anhaltspunkt. Und ausserdem neigt selbst der Astrologe dazu, gewisse Dinge für wahr zu halten, die es nicht sind oder bestimmte Dinge entscheidend zu gewichten, die es nicht verdienen so gewichtet zu werden.
Durch solche Lebensereignisse, auch an einer grossen Anzahl, wird man keine endgültige Gewissheit erlangen, wenn man nicht auch die gegenwärtige Erscheinung und Psychologie des Horoskopeigners betrachtet. Man kann mit dem Zuordnen eines Aszendenten eigentlich viel mehr anfangen, als wie mit technischen Korrekturmethoden allein. Immerhin ist die Psychologie eines Menschen immer beobachtbar, ungetrübt durch die Bewertung und Gewichtung der Überlieferung von Ereignissen.

Man hat bei den technisch-methodischen Korrekturen nur die Häuser, und evtl. den Mond, weil die Planeten und ihre Auslösungen sich an einem Tag nicht verändern. Es mag eine Rolle spielen, in welchem Haus ein Planet ausgelöst wird. Meiner Meinung nach muss man aber für diese Deutung so erfahren sein, dass man mit dieser astrologischen Erfahrung auch genausogut intuitiv arbeiten kann (und mit dem Aszendenten und den verschiedenen Positionen der Planeten bei der Korrektur arbeitet).

Es ist fast unmöglich, in der Arbeit mit Ereignissen eine gradgenaue Auslösung vorzufinden, bzw.  an einem biographischen Ereignis abzulesen, ob dies nun eine gradgenaue Auslösung ist, oder nur ein gewisser Orbis in Frage kommt. Oder ob sogar die vermutete Auslösung in Wirklichkeit ein Quadrataspekt ist usw.  Oder ob es der AS-Punkt ist, oder der DS-Punkt oder MC oder IC an dem eine Auslösung stattfindet. Manchmal kann man grosse Ereignisse an der Überquerung einer Hauptachse bei Planeten in der Direktion und Progression feststellen. Aber nicht immer, und ausserdem lässt sich nicht immer eindeutig sagen, ob es der AS oder nicht doch das MC sein müsste. Man kann versuchsweise sein Horoskop um 6 Stunden verstellen, um die Probe zu machen, ob man wirklich mit Gewissheit sagen könnte, dass ein Ereignis mit einem bestimmten Eck-Haus zusammenhängt.

Diese Unwägbarkeit gilt für Transite, Progressionen, Rythmen (Alterspunkte), Direktionen und Sonnenbogen.
Zahlreiche gewichtige Ereignisse (Beginne von Lebensabschnitten) in meinem eigenen Radix und das von anderen, finden eben nicht statt, wenn zB die Planeten, die mit dem Sonnenbogen dirigiert werden, genau auf einer Hausspitze oder Hauptachse stehen - zwar gibt es manchmal diesen Zusammenhang, aber der Planet steht dann in einem Orbis von 6° vor oder hinter einer Hausspitze.
Gerade bei der Entscheidung, wenn es um die genaue Uhrzeit geht, weil sonst ein Planet in dem oder einem anderen Haus "landet", oder der Aszendent sich im Zeichen ändert, ist das ein schwerwiegender Unwägbarkeitsfaktor. Man kann nicht davon ausgehen, dass ein grosses Ereignis auch immer genau auf der Hauptachse stattfindet!

Warum dann also bei der Korrektur nicht den Bezug zum Aszendenten aufstellen? Also im Sinne der intuitiven Überprüfung, ob der Aszendent stimmig ist? Auch ein Planet am Ende eines Placidus-Hauses ist oft deutlich anders, als wenn er mitten im Haus oder Anfang des nächsten Hauses steht!
Mir dünkt, dass sich viele davor scheuen, weil sie mehr an die technischen Möglichkeiten glauben: Es ist mit genügend rationalen Möglichkeiten verbunden, ein solches Horoskop für den Verstand plausibel genug zu machen. Für den Verstand klingt das dann plausibel, egal ob das korrigierte Horoskop nun auch wirklich richtig ist. Sie haben etwas getan und damit lässt sich - für den Verstand - arbeiten. 

Ich würde einfach - bei einer unbekannten Uhrzeit - alles zusammen nehmen, nicht nur rationale Methoden, sondern eben auch intuitive Methoden, um zur möglichen Uhrzeit zu kommen. Und es muss schon einen Faktor der tiefen Gewissheit geben, ansonsten sollte das Deuten des Horoskops vielleicht besser auf Aspekte und Zeichen beschränkt werden.

Viele weigern sich, ein Horoskop zu deuten, welches als Uhrzeit die Angabe 14:00 enthält - also solche auffällig graden Zeit-Angaben. Dann brauchen manche anscheinend ein Mittel der Gewissheit. Aber wieso nicht annehmen, dass gerade bei einem Blick auf die Uhrzeit bei der Hebamme 13:57 oder 14:03 dazu verleiten könnten, 14:00 zu wählen? Wieso muss der Unterschied gleich zehn oder zwanzig Minuten betragen? Das kann vorkommen, und die Zeit weicht bei Angaben um Mutternacht, gegen Mittag, gegen 14 Uhr vbis zu zwanzig Minuten ab, wie sich mir bei der Erfahrung mit diesen Angaben (volr allem bei der Recherche der Zeiten von mudanen Ereignissen) langsam herausstellte. Eine Spanne von 6 Minuten ist noch innerhalb einer Toleranz, mit der sich ein Horoskop deuten lässt - ausgenommen ganz wenige Fälle, wenn es sich um ein schnell aufsteigendes Zeichen handelt (AS-Zeichen).
Wie dem auch sei. Wenn man dann pauschal korrigieren möchte, könnte eine Zeit von 14:20 herausgelotet werden, und in Wahrheit liegt die Uhrzeit bei 13:50. Dann hat man die Unschärfe um 30 Minuten vergrössert, anstatt nur 10 Minuten im Kauf zu nehmen.

Einige Worte zu den Gradzuordnungen, die ein bestimmter Autor vorgenommen hat, der diese Grade unter urheberrechtlichen Schutz gestellt hat, und daher will ich diese Grade - weil man mir bereits mit einer Anklage wegen Rufschädigung gedroht hat - nicht näher kennzeichnen. Diese Grade, die manchmal verwendet werden für solche Korrekturen, halte ich für nicht zureichend in ihrer Genauigkeit. Siehe diesbezüglich Erläuterungen weiter unten.

Es ist ohne sichere Geburtszeit auch möglich, wenn man sich auf das beschränkt, was man deuten kann (Planetenaspekte und Planeten im Zeichen, also kein so grosses Gewicht auf die Häuser). 

Um zu einer Uhrzeit oder einem Aszendenten zu kommen, sollte der Astrologe gewiss nicht nur das Radix, nicht nur die Auslösungen, sondern alles betrachten, was er von der Person kennt und auch von der Astrologie kennt und anzuwenden weiss.
Man kann versuchen, alles zu verwenden, was in Frage kommt, was an Methoden benutzt werden kann. Ich persönlich sehe an erster Stelle die Intuition als das verlässlichste Werkzeug an, also den Abgleich der Radixpositionen mit dem sichtbaren Leben des Horoskopeigners, sein Ausdruck und Psychologie. In vielen Fällen kam ich hier zu einer grösseren Gewissheit, als wie ich sie durch technische Methoden (Direktionen usw.) niemals gefunden hätte. Sofern meine Zeit es zulässt, komme ich mit dem Pendeln zu noch mehr Gewissheit (was aber eine anstrengende Methode ist).

Diese Intuition sollte meiner Meinung nach im Vordergrund stehen - jeder macht es vielleicht aber anders und hat vielleicht ein besonderes Auge und Gespür auf die Auslösungen entwickelt. Das wäre jedoch auch dann sicher ein Fall, bei der Intuition eine herausragende Rolle spielt!
Die gesunde und echte Intuition wird manchmal als Phantasie verkannt -  ehrlich gesagt, halte ich geradezu manche der angeblich rationalen Methoden für eine wahre Ausgeburt der Phantasie. Und es gibt andererseits Intuitionen, die in Wahrheit nur Assoziationen auf Verstandesebene darstellen. Das steht fest. Ich habe eine grosse Anzahl enttäuschender Ergebnisse in der Astro-Szene kennen lernen müssen, sowohl bei rationalen als auch intuitiven Korrekturmethoden.

Das Verhalten des Horoskopeigners, seine Geschichten und Berichte, können  sehr viel mit dem Aszendenten zusammenhängen. Seine Ausstrahlung. Seine Erscheinung und das gewisse Etwas, von dem man evtl. nicht nur den Aszendenten, sondern auch andere Radixstellungen ablesen kann.
Das alles kann man auch mit den Korrekturmethoden zusammen betrachten, und dann kann man vielleicht sehr viel genauer werden. 

Was ich zudem als ungenügend empfinde ist der Anspruch, ein jedes Horoskop korrigieren zu wollen. Also egal ob eine Zeit bekannt ist oder gänzlich unbekannt. Man macht keinen Unterschied und nimmt pauschal an, dass jedes Horoskop falsch ist! Manche behaupten, die Uhrzeit würde tendenziell nicht mit dem ersten Atemzug übereinstimmen, oder man schrieb die Uhrzeit zu einem Zeitpunkt auf, als die Geburt schon längst geschehen war. Meiner Meinung nach ist allein die räumliche Trennung des Kindes aus der Gebärmutter wichtig. Das heisst, wenn das Kind vollständig die Gebärmutter und damit die Mutter verlassen hat.

Um eine Zahl zu nennen: von 20 standesamtlichen Horoskopen bei 19 besteht kein gravierender Unterschied, da die Horoskope und ihre Uhrzeiten erfahrungsgemäß stimmig und tauglich sind. Man sollte übrigens als Anfänger ein nicht zu deutendes Horoskop weniger auf eine mögliche falsche Uhrzeit beziehen, sondern doch wohl auch die eigenen mangelnden Fähigkeiten in Betracht ziehen, dieses Horoskop auch zu deuten.
Mit der verlässlichen Überprüfung des Pendelns hat sich mir bei Horoskopen von Verwandten und Freunden (und bei meinem eigenen Horoskop) eine Abweichung von maximal zwei Minuten ergeben. 
Meine Erfahrung in der Arbeit mit Horoskopen hat dies nicht bestätigen können, im Gegenteil. Die überlieferte Uhrzeit ist überwiegend richtig. Bei 2 oder 3 Minuten ergibt sich zudem - ausgenommen Fische und Widder Aszendenten (in Europa) - gar kein relevanter Unterschied.

Auch Edgar Cayce, ein Seher, hat die meisten Horoskope, die er in seinen medialen Sitzungen analysierte, in ihren jeweiligen Uhrzeitangaben bestätigt; und seine Klienten wurden vor 1900 geboren! Somit mag ein weiterer Hinweis gegeben sein, dass die meisten standesamtlichen oder sonstwie überlieferten Zeiten - auch damaliger Jahrgänge - in der Regel keine gravierenden Veränderungen, zB in Bezug zu den Häuserspitzen mit sich bringen.  

Das Pendeln

Es gibt aber ein sehr taugliches Instrument um die Geburtszeit herauszufinden: das Pendeln durch einen erfahrenen Pendler. Ich habe bei meinem Pendeln der eigenen Uhrzeit einen starken (energetischen) Eindruck von der allgemeinen Atmosphäre meiner Geburt erlebt, als das Pendel auf 18.42 ausschlug - was mir Bestätigung und Verifizierung war, dass diese Uhrzeit wirklich nicht aus der Luft gegriffen ist.
Man kann dies auch selbst erproben, wenn man wirklich pendeln kann. Aber man sollte sich nur dann auf das Ergebnis verlassen, wenn es irgendein besonderer Eindruck mit geliefert wird, dass man wirklich das Gefühl hat, die Geburt in der Uhrzeit gependelt zu haben. Es war bei mir ein wirklicher Eindruck, der keinen Spielraum zur Täuschung hat - fehlt dieser, sollte man vorsichtig mit der ermittelten Uhrzeit sein. Es kann sinnvoll sein, nicht mehrere Tage hintereinander dasselbe Horoskop zu pendeln, sondern vielleicht nach einem Monat Pause einen neuen Versuch zu machen, wenn man noch nicht so gut im Pendeln ist.
Wenn aber besagter Eindruck einer Geburtsatmosphäre oder Eindruck der Atmosphäre der Mutter oder Kindheit auftritt, der mit der gependelten Zeit korrespondiert, ist das ein sicherer Hinweis, dass die Zeit wirklich korrekt ist!
Bei meiner eigenen Uhrzeit hatte ich bereits Anhaltspunkte (standesamtlich: 18:40). 

Es ist allerdings nicht jederzeit möglich, diese anstrengende Methode des Pendelns anzuwenden. Ich selbst muss schon sehr in Ruhe sein und in meiner Mitte.

Auf einer Skala habe ich für Verwandte, deren Zeit nicht bekannt war, erst den Bereich der Stunden von 0-24 ausgependelt und dann auf einem weiteren Blatt zum Pendeln schliesslich die Minuten (60 Maßeinheiten nehmen sehr viel Platz weg und ich habe deshalb zuerst zB 13.00 - 13.30 gependelt; also insgesamt 3 oder 4 Blätter verwendet).
Es hilft natürlich, wenn man von jemanden die Angabe erhält: "in der Nacht" etc. Schliesslich habe ich das Horoskop untersucht mit den oben erwähnten intuitiven Vorgehensweisen. Dabei bestätigte sich das gependelte Horoskop erneut.  

Die Tierkreiszuordnungen "kritische Grade" von Roscher

Michael Roscher hat Tierkreisgrad-Kombinationen ausgegeben, die heute   viel beachtet werden. Manchmal werden sie auch zur Geburtszeitkorrektur verwendet. Man sollte sicher alles ausprobieren, was dazu geeignet sein kann, der Geburts-Zeit auf die Schliche zu kommen.

Ich selbst konnte die Wirksamkeit und zutreffende Kombinationen für mich nicht regelmässig und überwiegend deutlich bestätigt finden. Die kritischen Grade, die Roscher angegeben hat, konnten sich mir nicht als sprichwörtlich in ihrer Kombination erweisen. Die Arbeit mit ihnen schien für mich eher darauf hinaus zu laufen, die Wirkung der angegebenen Kombination eines Grades selbst erfinden zu müssen, anstatt sie zu finden.

Wann immer es eine deutliche Wirkung  gab, war ein in der Nähe des entsprechenden Grades befindlicher GSP von Döbereiner ausschlaggebend, womit die Grade nach Roscher ja noch nicht einwandfrei bestätigt oder widerlegt sind in ihren Zuordnungen, wenn sie ebenfalls ähnliche Konstellationen beschrieben haben.  

Weitere Einzelheiten dazu sind auf dieser Webseite angeführt.

Die symbolischen Grade nach M. E. Jones sind übrigens insofern stimmig, wenn man diese als Symbole betrachtet, als Bilder, als Feld von Energien, die unterschiedlich zur Erscheinung kommen können. Aber das bedeutet nicht, dass diese sab. Symbole Konstruktionen darstellen würden. Die sabischen Symbole enthalten einen zureichenden Grund.

Venus und Merkur als Abendstern/Morgenstern

Die Venus ist zB Morgenstern, wenn sie am AS steht und die Sonne im 2. Haus. Als Morgenstern gleicht sie dem Stier, wenn sie also vor der Sonne aufgeht.
Als Abendstern, wenn sie also nach der Sonne aufgeht, entspricht die Venus den Waage-Eigenschaften. Wenn man die Venus abends am Himmel sieht, ist sie Abendstern. 

Ungeachtet des Zeichens, in dem die Venus steht, nimmt sie Stier oder Wagge Qualitäten an; das Zeichen befindet sich auf einer  anderen Ebene als wie der Stand jener Planeten, die als einzige (nämluch Venus und Merkur) zur Sonne nie einen gewissen Abstand verlassen: von der Erde aus gesehen befinden Venus und Merkur  sich immer in der Nähe der Sonne.

Ich habe diese verschiedenen Ausprägungen des Merkurs und der Venus in unzähligen Horoskopen immer wieder bestätigt gefunden, selbst wenn diese Planeten keine herausragende Position im Radix aufwiesen. 

Bezugspunkt für die Bestimmung eines Abend-/ oder Morgensterns ist die Sonne.

Ein Planet als Morgenstern gilt als realitätsbewusst, individuell, materialistisch, isoliert, distanziert zu anderen, sichernd, die Einzelheit betonend, Prüfung auf (Selbst)-Wert, Unterscheidend, Trennen. Sachlich und nüchtern. Wissenschaftlich. Auf die Existenz bezogen. Das Naheliegende. Kreativ im Innern. Gefahr: Haltlosigkeit im Sinne von Ziellosigkeit; bleibt hinter dem Ganzen zurück.
Natur: prinzipiell männlich.

Ein Planet als Abendstern gilt als
philosophisch, sozial, vermittelnd, anpassend, verbindend, erweiternd, Zusammenhänge erkennen, Gemeinsamkeiten suchend und erkennend, Pläne. Auf das Sein bezogen. Das Geistige, Höhenflüge. Kreativ im Außen. Das Ferne. Gefahr: Bodenlosigkeit, Realitätsferne; Verlust der Bindung zum Ganzen.
Natur: prinzipiell weiblich.

All diese Eigenschaften sind abstrakt zu verstehen, also nicht konkret und im sprichwörtlichen Sinne. Sie können je nach Umstand positiv oder negativ sein, so wie ein Planet sich in seinen zukommenden Eigenschaften je nach Kontext und Radix negativ oder positiv bewertet werden kann, es sind Eigenschaften, Grundtendenzen, die den Funktionen des Planeten anheften.
Materialistisch ist natürlich nicht im wertenden Sinne gemeint.

Diese - in Bezug zum Morgen- und Abendstern - jeweils deutlich unterschiedliche Eigenschaften ergeben sich symbolisch aus dem Bezug (Position) zur Sonne.

Man kann zurecht bei einer Konjunktion mit der Sonne davon reden, dass der Merkur sowohl von Zwillinge als auch von Jungfrau typische Eigenschaften aufweist, aber nicht in der jeweiligen Tiefe, als wenn er eindeutig Morgenstern oder Abendstern wäre, und für entsprechende Zwillinge oder Jungfrau Eigenschaften stünde. Es ist dann zu beiden Teilen ausgeglichen, der Planet kann wechseln je nachdem, was nötig ist. Der Merkur in Konjunktion mit der Sonne steht in der Mitte beider typischen Eigenschaften der Qualitäten. Dasselbe gilt für die Venus in Bezug zu den Qualitäten Stier und Waage, wenn sie in Konjunktion mit der Sonne steht. 

Aber: umso genauer die Konjunktion Merkurs mit der Sonne ist, desto eher wird der Merkur in den Dienst der Sonne gestellt, weil Merkur tendenziell immer stark von Einflüssen berührt wird, denn er ist von anpassendem Charakter. Das gilt auch für spannungsvolle Aspekte zwischen Merkur und dem Mond, wenn der Merkur selbst nicht in einem Zeichen steht, das seinen Grundqualitäten entspricht (Analyse, Nüchternheit, Unterscheidung, Kommunikation usw.), dann wird Merkur sehr anfällig für die Launen des Mondes (es könnte ausgleichend wirken, wenn der Mond in einem für Merkur starken Zeichen steht). So ist Merkur als Morgenstern weniger anfällig für Mond- oder andere Aspekte.
Bei der Venus gilt diese Eigenschaft "der Verbrennung" (wie es die klassischen Asstrologen nennen) anscheinend nicht so stark. Aber sie wird ebenso ein wenig mehr von ihren Eigenschaften abgelenkt und durch die Absichten und Strahlen der Sonne beeinflusst.

Wenn zum Beispiel die Venus als Abendstern die luftigen Waage-Eigenschaften beinhaltet, und gleichzeitig in Stier steht, so muss man Zeichen und Planet als zwei Dinge betrachten. Die Venus hat das Interesse sich als Waagehaft zu geben, verfügt dabei über die Eigenschaften des Stier-Zeichens bzw. wird mit Stiereigenschaften oder den hintergründigen Motivationen des Stiers heran gehen, sich waagehaft zu geben. Abend- oder Morgensternqualitäten müssen eng in Verbindung mit dem Planeten und dessen Funktion in der Psyche, und den vordergründigen Aspekten des Bewusstseins gesehen werden. Man kann einen Planeten nur so einsetzen, wie er ist. Venus ist Venus, und Mars ist Mars, und genauso ist eine Morgensternvenus nichts anderes als eine Morgensternvenus, sie kann nur "eine solche" sein.

Merkur als Morgenstern (Zwillinge) ist neugierig und kommunikativ, ein Universalist, sieht ein Faktum als solches, bevor nach Sinn und Zweck oder Zusammenhängen gefragt wird, losgelöstes Denken, kann vieles logisch zusammenfügen. Tendenz: individuell, kreativ, findend, praktisch, vernünftig-sachlich, vergleichend, unterscheidend. Negativ: sich in zu viele Dinge gleichzeitig verzetteln ohne dabei einen übergeordneten Plan zu haben, zuviel Betonung auf eine Einzelheit (rationalistisch), wodurch grössere Zusammenhänge aus dem Auge verloren werden.

Merkur als Abendstern (Jungfrau) ist auf der Suche nach Lösungen, und hat Fantasie, aber lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, ist ein Spezialist, will ein Faktum sogleich mit Zwecken und Sinn verbinden, größere Zusammenhänge erkennen und in sie gegebenes einordnen. Tendenz: ganzheitlich, philosophisch, sozial eingestellt, nachdenklich, Nützlichkeiten abwägen, pragmatisch. Negativ: zu viele Pläne, deren Verwirklichung dadurch scheitert; zu hohe Ansprüche und Erwartungen ("es kommt immer anders"-Syndrom: man wird überrascht von den Ergebnissen der Realität).

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März 2007
Stefan Arens