Eine gewisse Ähnlichkeit zu Halbsummen stellen die arabischen und sensitiven Punkte (zB Glückspunkt) dar, die ebenso aus Symmetrien aufgebaut sind, wie es die Halbsummen in ganz grundlegender Weise sind. So kann man sagen, dass die Symmetrien von Planeten seit altersher in Gebrauch sind. Aber eigentlich handelt es sich dabei um Achsen, also um Stellen im Horoskoprund, die von flankierenden Faktoren gebildet werden. Die Spiegelpunkte sind technisch gesehen ganz anders als die Halbsummen.
Der Mittelpunkt zwischen zwei Faktoren (auf einer Strecke) stellt eine Halbsumme dar.
Auf einem Kreisrund nimmt man die kürzere Distanz, um den astrologisch wirksamen Halbsummenpunkt zu bestimmen (die Energie sucht sich immer den kürzesten Weg zur Manifestation). Die Mitte bei einer Halbsumme gibt Auskunft über das Gemeinsame dieser beiden Punkte, so formulierte es der Astrologe Werner Lang.
Gut erkennen kann man eine Halbsumme gewöhnlich bereits optisch durch symmetrische Dreierkonstellationen - die eindeutige Bestimmung der Abstände der Planeten zueinander ist jedoch unabdingbar. Denn ein zu großer Orbis wird für eine Halbsumme nicht in Frage kommen, es sei denn, die beteiligten Planeten stehen isoliert, ohne dass andere Planeten in der Nähe stehen. Der Orbis kann dann manchmal bis zu 4° betragen. Ansonsten empfiehlt sich ein Orbis unter 1.5° um die genauesten Halbsummen herauszufinden und diese zu deuten. Gibt es nur wenige genaue Halbsummen (unter 4), kann man dann jene Halbsumme suchen, dessen beteiligte Planeten weitgehend isoliert im Raum stehen und einen grösseren Orbis für diese berücksichtigen. Manchmal ist das eine sogar schwerwiegende Halbsumme.
Allgemein hilft es in der Deutung, vom mittleren Planeten
auszugehen.
Der
mit
einer
Halbsumme angedeutete
Faktor, zB Mars, steht als Halbsumme in dem
errechneten
Mittelpunkt von zwei anderen Planeten, zB Jupiter und Mond. Wichtig ist
jedoc h, was die beiden anderen Planeten als Thema aufstellen, das der
mittlere "verdauen" soll und das kann in ganz unterschiedlicher Weise
zu einer Realisierung gelangen - je nachdem, um welchen Faktor es sich
in der Mitte handelt.
Halbsummen bilden strukturelle Komponenten, die anscheinend durch diese gleichmässige Struktur und dem mittleren Achsenpunkt für den Horoskopeigner besonders leicht erfahrbar und integrierbar werden können. Sie bilden oft hintergründige Motivationen, Denkmuster, besonders allgemeine Orientierungen und Lebensweisen, oder zeigen sogar besondere Talente an. Halbsummen haben nicht die Dynamik der Aspekte, aber sie ähneln Aspekten insofern, da sie "etwas bereit stellen", was vom Horoskopeigner in der einen oder anderen Weise genutzt werden kann. Aspekte haben aber sehr viel mehr mit konketem Schicksal zu tun. Sie haben mehr Gewicht, während es aber auch bei den Halbsummen darum gehen kann, ein bestimmtes Verhalten zu hinterfragen und die beteiligten Energien konstruktiv auszuleben.
Die beiden flankierenden Planeten sind von Bedeutung, da sie den Planeten in der Mitte beeinflussen. Man kann den Planeten in der Mitte als das Werkzeug betrachten, aufgrund dessen die beiden flankierenden Faktoren (die das Material darstellen) in einer bestimmten Weise zum Ende geführt werden. Es macht einen grossen Unterschied, ob der Mond in der Mitte steht, oder Saturn oder Uranus usw., denn dieser Planet kann als die alchemistische Zielsetzung der ganzen Dreierkombination betrachtet werden.
Der Planet, der in der Mitte steht, und sozusagen in die Zange genommen wird (unter den "Interessen der beiden anderen Planeten" gerät), gilt erfahrungsgemäß als der entscheidende Planet, der die grösste Rolle spielt, über den sich die Halbsumme hauptsächlich ausdrückt.
Diese mittlere Faktor, meist ein Planet, dient als Mittler der beiden Planeten, die eine Halbsumme zu diesem Planeten bilden. Er kann als Kanal angesehen werden, durch den die Energien der beiden anderen Faktoren fliessen. Die beiden äuserren Planeten werden durch den in der Mitte kanalisiert und zur entscheidenen Ausprägung gebracht.
Auch der Mondknoten steht für eine energetische Wirkung, der etwas anders beschaffen ist als wie der Aszendent, der für einen Teil unserer Persönlichkeit steht.
In der Regel muss bei einer Halbsumme der mittlere Planet mit den beiden anderen Planeten integriert werden. Die eigentliche Aufgabe oder Schwierigkeit stellt also der mittlere Planet da. Denn die beiden äußeren Planeten sind als Material, das zur Auseinandersetzung kommt, einfach erst mal nur da. Dann können hintergründige Motivationen, Interessen, Zielsetzungen des Horoskopeigners, aber auch besondere Fähigkeiten und Talente ersichtlich werden, die zu den Aspekten hinzutreten oder sie ergänzen.
Anstelle der Planeten können auch Hauptachsen oder andere Faktoren bemerkbare Wirkung zeigen, wahrscheinlich überwiegend deutlicher, wenn Aszendent, Medium Coeli oder Mondknoten (sogar Lilith) in der Mitte von zwei anderen Planeten (im Brennpunkt) stehen, als wenn diese Faktoren auf einer der beiden Flankenpositionen stünden. Ansonsten wird die Deutung etwas schwieriger, aber das liegt wohl am Vermögen des Deutenden. In der Regel muss man sich einfach die beiden äusseren Faktoren als beeinflussende Faktoren denken, die auf den mittleren wirken oder durch den mittleren Faktor "vermittelt" werden.
Die genaueste direkte Halbsumme (unter 1° Orbis von der Exaktheit) wird sich wohl stets als eine herausragende erweisen, insofern dass man sie astrologisch meist sehr konkret deuten kann. Die Erfahrung belegt zu einem guten Teil, dass zahlreiche direkte Halbsummen unter 1° Orbis im Leben des Horoskopeigners gut entsprochen werden.
Meistens handelt es sich einfach um einen zusätzlichen astrologischen Einfluss, und mit der Zeit kann eine Motivation und/oder Begabung aus anfänglichen Schwierigkeiten (gemäß der angesprochenen Faktoren) entstehen.
In der praktischen Deutung berücksichtigt man diese gesamte
Dreierkombination, mit dem mittleren Planeten als einen wichtigen
Faktor, der von den anderen beiden Planeten beeinflusst oder
"gerichtet" wird. Die beiden Faktoren aussen stellen Material zur
Verfügung, das entscheidend vom mittleren Faktor aufgenommen und weiter
verarbeitet wird.
Es
ist nicht gleichgültig, welche Faktoren aussen und innen stehen. Man
kann die äusseren zusammenfassen als ein Thema, das durch den mittleren
gewissermassen endgültig in eine Richtung geführt wird. Oder man
betrachtet den mittleren Faktor als Boden und Grundlage, der durch das
Thema der beiden anderen Planeten genährt wird und "etwas zur
Auseinandersetzung" erhält.
Die Zilerichtung der
Auseinandersetzung ist also mehr vom mittleren Faktor abhängig, während
das Material von den äußeren Faktoren gegeben wird.
Vor allem eine Hinwendung
ergibt sich durch die gesamte Halbsumme, ein Interesse, ein Ziel. Massgeblich
durch den mittleren Faktor anschaulich.
Viele
Berufe, die Menschen ergreifen, lassen sich manchmal nur durch
Halbsummen erklären. So könnte zum Beispiel das Horoskop eines
Tierarztes viele Halbsummen zur Venus oder zum Mond aufweisen. Ein
Akademiker könnte eine
oder mehrere Halbsummen mit dem mittleren Faktor Jupiter vorweisen.
Man
sollte allerdings bedenken, dass sehr viele Entsprechungen mit den
Planeten möglich werden und eine Venus Halbsumme kann auch für den
Modedesigner, Kosmetiker oder Kunsthistoriker plausibel sein. Man muss
zumindest dabei auch die Aspekte und weitere Deutungsfaktoren
(Häuser usw.) berücksichtigen. Denn manchmal sind es eben die
Halbsummen, und andere Male die Aspekte, die eine deutliche Sprache
hinsichtlich bestimmter Themen oder Fragestellungen sprechen.
Es
kann sich darum handeln,
dass zwei etwas schwierigere Faktoren (Mars und Saturn) einen
leichteren (Venus) in die Zange nehmen. Ähnlich wie bei den Aspekten
gilt
es, ein höheres Nivau anzustreben, da zunächst oft die Blockaden oder
aber Unverhältnismässigkeiten überwiegen könnten. Die
astrologische Wirkung kann man nicht mit Aspekten gleich setzen. Aber
dennoch handelt es sich um Einflüße, die der Horoskopeigner automatisch
und damit unbewusst umsetzt, oder aber sich bewusst machen kann und
dabei die strukturell gegebene Idee der Planetenverbindung in dieser
Weise kontrolliert umsetzt - sofern seine Anlagen nicht schon in diese
Richtung zielen (oft durch ein Interesse an bestimmten Dingen
ausgedrückt, die mit der Halbsumme zusammenhängen).
Es scheint, als sei eine Halbsumme
durchaus richtungsweisend, führt den Horoskopeigner mental oder
psychisch in eine gewisse Richtung, und verfeinert die Aussage des
übrigen Radix bzw.
bildet zusätzliche Rahmenbedingungen. Es ist wichtig, sich darüber klar
zu werden, dass bei Aspekten die jeweilige Aspektqualität sehr
ausschlaggebend ist. Bei Halbsummen sind es aber die beiden äußeren
Faktoren, da die Halbsumme an sich, als Struktur, immer dieselbe
Qualität hat!
Wenn eine Halbsumme in anderen astrologischen Konstellationen
(zB in normalen
Aspekten, Zeichenverbindungen, Häuser-/Planetenverbindungen) erneut
anzutreffen ist,
so werden die in der Halbsumme vereinten Faktoren im übrigen
Radix wiederholt. Natürlich sollte man eigentlich den Deutungsansatz in
den herkömmlichen Deutungsmitteln sehen und es so formulieren, dass
eine Halbsumme bereits bestehende Radixkonstellationen wiederholt.
Aber im Grunde ist es noch offen, ob man nicht mit Halbsummen allein
und als ersten Deutungsschritt nicht auch genauso gut ein ganzes Radix
deuten kann.
Man kann jedenfalls in solchen Fällen von
Wiederholungen in der Astrologie von der
"Dreier-Regel" sprechen.
Die Dreier-Regel: Erfahrungsgemäß (d.h. in der Regel) tauchen immer wieder gewisse Wiederholungen von Konstellationen in der Astrologie auf. Zwei Hauptplaneten, die zueinander mit Hauptaspekten in Beziehung stehen, können in ihrer Relevanz deutlich erhöht werden, wenn die Art der Konstellation (das Thema) auch mit anderen Deutungsebenen oder Deutungsfaktoren vorfindbar wird. So wird sich und muss sich das Leben des Betreffenden verdichten, genau so wie ein Archetyp sich im Radix beginnt herauszuschälen.
Solche Wiederholungen könnte
man in ihren einzelnen Bestandteilen als
Muster bezeichnen. Als prima Daumen Schätzung hat sich eine
dreifache Wiederholung des Musters bewährt, aus der Omenkunde wissen
wir dagegen bestätigt, dass ein dreifaches Muster mit gleich klingender
Bedeutung immer eine ganz besondere Relevanz hat. Ebenso sind es
Zeichen (analog: astrologische Symbole), die in Verbindung mit
besonderen Phänomen eine besondere Relevanz bekommen, wenn sie in einer
Dreiheit auftauchen; - in der Astrologie
ist es das erste "in Erscheinung treten" eines Objektes, einer Sache
oder eines Beginns (mit einer Fortführung und einem Geschehen).
Aber
in der
Omenkunde wäre es das Zeichen, das in Synchronizität mit einem anderen
Ereignis steht, zum Beispiel ein Jucken in der Rückengegend, oder ein
Knistern des Kaminfeuers, wenn man an etwas bestimmtes denkt oder einen
Plan fasst. Hier zeigt sich die Zweiheit. In der Omenkunde werden diese
Phänomene (oder auch
Geräusche) dann als informativ anerkannt, sobald eine subtil von innen
herrührende Gewissheit solche Phänomene nicht mehr als Zufall
anerkennen kann (abgesehen von der Interpretation und Deutung dieser
Phänomene, kann man sich rasch binnen von Tagen von der Authentizität
solcher Synchronizitäten überzeugen, wenn man beginnt sich
selbst und seine Umgebung und alle Eindrücke beginnt zu beobachten...).
Doch es gibt in der Omenkunde auch die Dreiheit, die ein überragendes
Merkmal darstellt. Zum Beispiel kann man an einem Tag
denselben Menschen dreimal begegnen, man kennt ihn oder auch
nicht. Falls dies der Fall ist, sollte man in irgendeiner Weise
versuchen, ihn anzusprechen, da es sich erfahrungsgemäß zeigt, dass er
eine Botschaft für einen hat (ohne dass dieser darum weiss).
In
der Astrologie und der Deutung von Horoskopen steht aber die dreifache
Wiederholung eines Themas für etwas, was verdichtet ist. Wenn es drei
Faktoren gibt, die ein Thema wiederholen, so ist das Thema einfach in
den Vordergrund gerückt.
Man kann die konkrete Deutung und Bedeutung einer Halbsumme im Radix vielleicht auch aus der archetypischen Struktur eines T-Quadrates ableiten, indem man jene im T-Quadrat vereinigten drei Planeten in ihrem Zusammen- und Gegenwirken untersucht. Für eine Halbsumme muss man für die Deutung dann wohl ein gutes Stück Dynamik und Energie von der normalen Bedeutung eines T-Quadrates abziehen, denn zB gibt es in 99% der Fälle keine Opposition, und man muss ein gutes Stück Motivation und Mentalität hinzugeben. Denn als Strukturelement steht eine Halbsumme weniger für Dynamik, als für Motivation, Mentalität und Geistesart, für die Beeinflussung eines psychischen Faktors durch weitere Faktoren. Der Planet im Fokus nimmt die Energien (besser gesagt: Motivationen) der beiden flankierenden Planeten auf. Ein ansonsten losgelöster Planet (unaspektiert), kann mit Halbsummen schon wieder ganz anders aussehen, wenn er in der Achse (Mitte) steht, da er durch die flankierenden Planeten eine geringfügige aber nicht zu vernachlässigende Stütze erhält. Steht aber der losgelöste Planet aussen, also nicht in der Achse, dann könnte es auch sein, dass die Probleme, die der unaspektierte Planet verursachen könnte, dann einfach zusammen mit dem zweiten anderen äußeren Planeten der Halbsumme, auf den mittleren übertragen werden.
Manchmal gibt es für einen Planeten in der Achse, mehrere Planetenpaare, die diesen mittleren Planeten flankieren. Die Achse ist das Zentrum, und vier Planeten, je zwei Paare mit denselben Abständen zum mittleren, nehmen auf diesen Achsenpunkt Bezug auf. Manchmal gibt es sogar noch mehr Planeten, die zu einem Achsenpunkt in Beziehung stehen.
Jedenfalls kann sich mit Halbsummen ein deutlicheres Bild offenbaren, von welchen Kräften der Horoskopeigner beeinflusst und motiviert wird.
Ein T-Quadrat besteht aus zwei Planeten in einer Opposition und einem dritten Planeten, der zu diesen beiden Planeten im Quadrat steht. Dieser mittlere Faktor befindet sich in dem Brennpunkt der beiden flankierenden Faktoren. Das T-Quadrat ist zugleich eine exakte direkte Halbsumme. Ein T-Quadrat ist unterschiedlich, je nachdem in welchen Elementen es steht. Die Tendenz ist, dass der mittlere Faktor so viel Energie erhält, dass es fast normal scheint, diesen Faktor übermässig "anzustrengen"... (eine merkwürdige Diskrepanz, ein blinder Fleck, da man eigentlich nur ein entsprechendes Verhalten zeigt,weil da so viel Input zu sein scheint, der zumeist auf den Planeten im Mittelpunkt gerichtet ist, der dafür herangezogen wird, alles auszubaden); die Erfahrung eines T-Quadrates ist aber im Ganzen auch wie ein Zwang, denn der Eindruck könnte sein: "sonst verlöre man den Boden unter den Füßen. Ich muss etwas tun." Während die Opposition derart fixiert und autoritativ anmutet, stehen die Quadrate als Impulsgeber geradezu bereit, diesen Druck anzunehmen und auf den mittleren Planeten zu übertragen. Ein guter Versuch, mit einem T-Quadrat umzugehen, könnte darin bestehen, die beiden Quadrate bewusster wahrnzunehmen, etwas mal geschehen lassen und dennoch bereit zu sein, im richtigen Augenblick einzugreifen.
In Bezug auf die Halbsumme wird das beste Erkenntnismittel sein, sich selbst zu beobachten, in Verhalten, Motivationen, Bedenken, Gedanken, Einstellung und Erlebensart, und dabei das in der Konstellation der Halbsumme enthaltene Prinzip (die Halbsumme als Ganzes) in Erinnerung halten. Die beiden flankierenden Faktoren "nähren" den mittleren.
Manche Aspektfiguren weisen
immer eine Halbsumme auf. Bei manchen Halbsummen ist es derart
eingerichtet, dass
zwischen den drei beteiligten Planeten schon Aspekte bestehen: zB das
kleine Talentdreieck: ein Trigon besteht zwischen zwei
Planeten, mit Sextilen zu einem dritten in der Mitte,
gleichzeitig in einer genauen Halbsumme. Bei der Aspektfigur eines
T-Quadrats, sind zwei Planeten in Opposition, die mit einem dritten
jeweils in Quadratur stehen. Diese Beispiele zeigen das Wesen einer
Halbsumme.
Was bedeutet eine Halbsumme und wie kann man eine solche Halbsumme
deutn? Eine Antwort liegt wahrscheinlich genau in diesem Bereich, dass
eine Halbsumme von einer Aspektfigur abgeleitet werden kann.
Es ist ein Ganzes, welches eine gewisse Dynamik aufweist, die aber nur
dann deutlich ist, wenn zugleich genaue Aspekte bzw. Aspektfiguren
bestehen. Fehlen die (realen) Aspekte, dann wird eine Halbsumme wohl
aus einem der realen Aspektfigur abgeleiteten Prinzip zu deuten sein
(etwa in der Art, dass man untersucht, wie verschiedene Aspektfiguren
die beteiligten Planeten in einem Zusammenhang bringen). Tatsächlich
wird sich eine Halbsumme als hintergründige Motivation auswirken, aber
leicht anders als wie es bei einem Spiegelpunkt
der Fall wäre.
Eine Halbsumme wird in der Astrologie gebildet, indem man den Mittelpunkt zweier Faktoren auf dem Kreis-Rund bestimmt (in der kürzesten Distanz).
Hier ein Beispielhoroskop mit einem Talentdreieck (Merkur=Venus/Pluto) und T Quadrat (Mars=Jupiter/Neptun). Beides sind zugleich direkte und vom Orbis her genaue Halbsummen:

Die im T Quadrat enthaltenen Strukturen sind in der Halbsumme analogisch enthalten; es fehlen bei den meisten möglichen direkten Halbsummen zusätzlich die exakten Winkelabstände der normalen Haupt-Aspekte (90°, 120°, 180° usw.).
Eine exakte Halbsumme ist wie folgt angeordnet
(weiteres Beispiel): zwei Faktoren
befinden sich auf 8°20` und 12°30` Fische und finden ihre
rechnerische
Mitte (auf der
kürzesten Distanz des Kreises) bei 10°25 Fische.
Ein dort befindlicher
Planet steht in der direkten Halbsumme. Ein Aspekt von zB 180°
eines
Planeten auf diese Stelle bedeutet eine indirekte Halbsumme.
Es handelt sich also um eine indirekte Halbsumme, wenn zwar kein
Planet auf einer Halbsummen-Mitte steht, aber von einem Radix-Faktor
(oder Transit) ein
Aspekt auf
diese Halbsumme gebildet wird.
Bedeutsam sind vor allem die direkten Halbsummen, in die als Brennpunkt ein weiterer Faktor fällt, der an diesem Platz im Tierkreisgrad steht (und innerhalb eines Orbis von zumeist 2° deutlich wirksam ist).
Nach den Angaben einiger Autoren und Praktizierender, sollen auch die indirekten Halbsummen wirksam sein, bei dem der dritte Himmelskörper mit einen 45° Aspekt oder einem vielfachen davon (90°,135°,180°) in die Halbsumme zweier Planeten fällt; in solche Halbsumme fällt ein Aspekt. Diese Deutungen sind aber komplexer und erfordern einige Erfahrung.
Die Halbsumme von zwei Planeten, auf die ein Planet steht, werden direkte Halbsummen genannt. Die Halbsumme von zwei Planeten, welche einen Aspekt mit einem dritten Planeten bilden, werden indirekte Halbsummen genannt.
Wenn eine Halbsumme direkt angesprochen wird,
dann
scheint es
so, als
ob der Planet in der Halbsumme von den beiden
anderen mit Kraft versorgt wird (zum guten wie zum schlechten). Er wird
genährt durch die beiden flankierenden Planeten (zB in den
Motivationen). Ein Lexikon schreibt zu einem Planeten im Fokus
einer
Halbsumme:
"An diesem Punkt bündeln sich die Kräfte der beteiligten
Planeten. Befindet sich hier ein dritter Planet, empfängt dieser beider
Energien
und wird gewissermassen zu einem Kanal für sie."
Eine Halbsumme mit einem Quadrat-Aspekt ist offensichtlich oder augenscheinlich in anderer Weise zu deuten, als wie man eine direkte Halbsumme deuten würde. Ich glaube, dass es sich auch hier um Motivationen handelt, die durch Quadrate auf den Achsenpunkt beeinflusst werden. Die Motivation rutscht dabei ab in eine gewisse Richtung (des aspektierenden Planeten der Halbsumme).
Nach Meinung von Michael Harding (Feinanalyse
des Horoskops, 1990) sollen auch Transite und
Progessionen
über
diese Punkte zur Entfaltung kommen können, wobei die beiden
flankierenden Planeten des Radix natürlich die Rolle des
T-Planeten
massgeblich prägen, aber erst der Transitplanet aktiviert diese
Rolle.
Es gibt bei nur zehn
Hauptfaktoren schon eine grosse Anzahl dieser Halbsummen, seien sie
direkt oder indirekt. Das ganze Radix besteht aus direkten und
indirekten Halbsummen, die also zB durch Transite aktiviert werden
können.
Man kann bei einer Halbsumme davon ausgehen, dass die Wirkung schwächer wird, je grösser der Orbis von der Exaktheit abweicht, und je weniger Planeten im Radix insgesamt an den Planeten der Halbsumme durch Aspekte irgendwie verbunden sind.
Gewöhnlich wird eine Abweichung von exakten Halbsummen von bis zu 2° toleriert (für die Lichter meist etwas mehr); ich selbst berücksichtige zunächst nur Halbsummen, an denen drei Haupt-Planeten beteiligt sind, und bei indirekten Halbsummen nur die eine vom Orb her genaueste (Hauptplaneten bis einschließlich Pluto); bei den direkten zuerst immer die stärkste Halbsumme. Wenn sich keine konkrete Deutung finden lässt, behalte ich erst eine allgemeine und grobe Schätzung vor Augen und schaue mir das übrige Radix an.
Wenn es im Radix einen weiteren Aspekt zwischen in der Halbsumme schon vereinigten Faktoren gibt, dann wird die Halbsumme diese aspekthafte Beziehung noch weiter verstärken. Ähnliches gilt für Konstellationen, die sich in ihrer Art wiederholen, und insgesamt im Radix ein entsprechendes Energiefeld oder Muster zeugen.
Die Berechnung einer Halbsumme erfolgt durch die Bezugnahme zweier Faktoren die sich auf absoluten Tierkreisgraden bzw. der absolute Länge befinden (29° Stier ergibt: 30° Widder + 29° Stier = 59° usw., es wird die Position des 360° grossen Tierkreiszodiaks als Rechenfaktor zugrunde gelegt ), wovon die Hälfte des Abstandes zwischen diesen Faktoren berechnet wird. 59° ergibt in der Hälfte 29.5°.
Dieser Punkt ergibt den Schnittpunkt - befindet er sich in einem hinreichenden Orbis, dann ist ein Faktor auf diesem Schnittpunkt (in der Mitte) von den beiden anderen Faktoren beeinflusst, und zwar in seiner Auswirkungsweise. Sein Drängen und Strahlen, sein Charakter und Art wird von den beiden anderen Faktoren der Halbsumme beeinflusst.
Manchmal wird bei dieser Rechenmethode ein Ergebnis über 180° erzielt. Es geht um die kürzeste Distanz, die eine Halbsumme bildet. Man kann den Wert über 180° auch umrechnen in einen Wert unter 180° (zB 233° minus 180°).
Eine andere optischere Methode besteht darin, mit dem Auge bereits gut erkennbare Planetenpaare zu entdecken, die in ihrer Mitte einen weiteren Faktor haben. Von dieser Mitte ausgehend zählt man die Tierkreisgrade zu den beiden äußeren Faktoren, um zu überprüfen, ob es eine genaue Halbsumme ist.
Im Grunde sind alle dreiteiligen Aspektbilder analog den Halbsummen, sofern sie einen Kraftmittelpunkt bzw. einen Brennpunkt/Fokus aufweisen - meist auf einer kürzeren Distanz. Sie beruhen auf derselben Art von Beziehungen der Radixfaktoren zueinander bzw. ergeben strukturell ein ähnliches Muster.
Worum es bei Halbsummen geht, ist, dass die rechnerische Mitte zweier Faktoren einen sensitiven Punkt darstellt, mit denen die beiden flankierenden Faktoren einen dritten Faktor sozusagen in die Zange nehmen und alle drei beteiligten Faktoren einen Zusammenhang bilden.
Harding beschreibt Halbsummen sogar als dreifache Konjunktionen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er das sprichwörtlich meint, als ob man Halbsummen also wie Konjunktionen deuten kann, oder ob folgendes gemeint ist: dass der mittlere Faktor die eigentliche Verbindung der beiden anderen Faktoren herstellt; gäbe es den dritten Faktor in der Mitte nicht, so gäbe es keine Verbindung.
Eine Halbsumme stellt einen zusätzlichen Deutungsfaktor dar, welcher durchaus wirkungsvoll sein kann, und es gibt einige Astrologen, denen die Deutung der Halbsummen gewichtiger scheint, als die herkömmliche Aspektdeutung. Vielleicht, weil die Halbsummen ein deutliches Bild der Anliegen eines Menschen zeigen können, da sie stets aus drei Faktoren bestehen, während Aspekte, die gewöhnlich nur durch zwei Planeten gebildet sind, einen grösseren Deutungsspielraum mit sich bringen. Obwohl ich mich noch nicht näher mit Halbsummen auseinandergesetzt habe, glaube ich einfach, dass es auch um eine gewisse Deutungsebene geht, und dass ein Unterschied zu den normalen Aspekten nicht nur in der Beteiligung von drei Faktoren zu suchen ist, sondern in eben jener Perspektive, die die Halbsummen bilden. So wie auch die Betrachtung der Elemente, verschiedener Harmonics, oder Planeten im goldenen Schnitt zueinander eine solche jeweilig unterschiedliche Perspektive aufzeigen.
Eine Halbsumme bildet wie die Aspekte ein planetarisches Muster, das dem Horoskopeigner bewusst zur Verfügung steht, oder dass er unbewusst verwirklicht.
Halbsummen
und Spiegelpunkte
sind durchaus ähnlich, wobei die Halbsumme sich mehr auf der
planetarischen Aspektebene befindet, während die Spiegelpunkte einen
stärkeren Bezug
auf die Zeichen haben (der sich durch die Bildung von Spiegelpunkten
erklärt). Spiegelpunkte beziehen sich noch mehr auf die
psychische
Mentalität, die ja durch Zeichen genährt werden.
Ausgehend von
dieser Betrachtung, wie sich Halbsummen und Spiegelpunkte
astronomisch herleiten lassen, stehen also bei den Halbsummen
die
Planeten im Vordergrund, die an einer Halbsumme beteiligt sind, während
bei Spiegelpunkten es ganz ähnlich ist, aber da sich Spiegelpunkte aus
der Spiegelung der Tierkreisgrade herleiten, liegt der Gedanke nahe,
dass die Wirkung bei Spiegelpunkten sich deshalb auch eher auf die
Zeichenebene der beteiligten Planeten bezieht (psychische Mentalität);
oder einfach gesagt,
dass die Wirkung oder Deutungsebene von HS und SP eine jeweils leicht
andere sein muss.
Ausserdem sind bei einem Spiegelpunkt in der Regel
nur zwei Planeten beteiligt, aber bei einer Halbsumme sind drei
Faktoren beteiligt.
Eine Halbsumme kann auch unterstützend herangezogen werden, wenn zum Beispiel keine Uhrzeit vorhanden ist, sofern die Halbsummen nicht mit Achsen oder dem relativ schnelllaufenden Mond gebildet werden. Denn bei einem Horoskop ohne Uhrzeit benötigt man weitere Deutungselemente, um ein Radix fassbar zu machen.
Es scheint jedenfalls fast so, als gäbe es eine entfernte Verwandtschaft zwischen T Quadrat und einfacher Halbsumme und einigen anderen Aspektbildern.
In der Mitte zweier anderer Faktoren wird ein einzelner Faktor in die Zange genommen, und von beiden beeinflusst; dieser Faktor (siehe Beispiel unten: Mars) muss die beiden anderen Planeten-Energien mit ausdrücken und wird zu ihrem Träger - zu seiner eigentlichen Aufgabe als Mars tritt der jeweilige Grundklang und die Präge-/Wirkkraft der beiden anderen Planeten hinzu. Mars wird so also auch Neptun und Jupiter Inhalte mit ausdrücken, während er selbst zentral typische Waage Eigenschaften (hier im 1. Haus) ausdrückt.
Üblicherweise wird ein T Quadrat als Möglichkeit angesehen, wie auf besonders starke Weise Planeten ausgedrückt werden können.
Ein T-Quadrat verbindet die bestehenden Aspekte zweier Quadrate und einer Opposition zu einem Ganzen, wo jeder Faktor den anderen beeinflusst - ein T Quadrat verbindet durch die Aspekte der Quadrate und der Opposition die Planeten dabei nicht nur, sondern es werden die einzelnen Aspekte auch verstärkt.
Das T-Quadrat drängt sich mit starker Energie ins Leben eines Menschen bzw. kommt unübersehbar in Erscheinung oder wird Anlaß zum Handeln oder bildet eine machtvolle Struktur, die sich auch als blockierend erleben lässt; es kommt beim T-Quadrat drauf an, welche Planeten, welche Häuser, und welche Elemente beteiligt sind! Eine Halbsumme ist jedoch sehr selten auch gleichzeitig mit einem solchen Aspektbild vereint, und in der Wirkung freilich nicht gleichzusetzen mit einem T-Quadrat.
Das betroffene Zeichen im Brennpunkt
eines
T-Quadrates, wird
durch den Planeten, der die beiden Aspekte erhält, mit Energie
aufgeladen und doppelt stark ausgedrückt wie es anderen Zeichen
der
Fall ist, die keinen solchen oder einen ähnlich aufgeladenen
Brennpunkt
aufweisen. Möglicherwesie drückt sich diese Energie auch
verzerrt aus,
überladen oder übertrieben aus, wobei es darum ginge die
Eigenschaften
des Zeichen zu veredeln, in ihrem Zweck eindeutiger zu bestimmen, oder
sonst auf eine positive Weise zu verwirklichen, je nach Art des
beteiligten Planeten.
Bei
Halbsummen scheinen sich die Zeichen der Planeten jedoch nicht
innerhalb der Halbsumme auszuwirken, sondern nur in Bezug auf den
jeweiligen Planeten.
Für die Deutung einer Halbsumme sind die Planeten im Mittelpunkt entscheidend, und nach Harvey mache es einen Unterschied: ob bei der Kombination von Merkur, Sonne und Mars hier Merkur vor der Sonne steht, oder ob Merkur hinter der Sonne steht (in der Reihenfolge Mars, Sonne, Merkur).
Nach Sandbach und Ballard (bei Harding) zitiert, sollen die erste Kombination auf einen Typus hinweisen, der kraftvoll und energisch seine Gedanken ausdrückt, während dies der zweiten Kombination schwerer fällt; - die letztere dieser beiden Kombinationen sei eher in der Lage, andere Menschen anzuregen, zeigt sich in ihrem eigenen Bemühen jedoch weniger beständig.
Alexandre Volguine hat sich
lange Zeit ausgiebig mit den Einschliessungen von Planeten
beschäftigt.
Solche finden statt, indem ein Planet in einer Mitte zweier anderen
steht, aber die Distanz braucht dabei keinen genauen Orbis zu haben; -
er
stellte fest, dass die Distanz des einen und des anderen
Planeten nicht symmetrisch sein brauchte (zB kann Venus auf 25°
Widder
stehen, Jupiter auf 19° Widder, und Saturn auf 28° Zwillinge).
In die Feinanalyse des Horoskops von Harding/Harvey (1992 Astrodata Verlag) weisen Harvey/Harding darauf hin, dass jeder Planet im Radix durch jene Planeten gefärbt ist, die links und rechts neben ihnen liegen, gleichgültig wie weit sie zu beiden Seiten entfernt sind.
"Dies gilt selbst dann, wenn der mittlere Faktor ein ganzes Tierkreiszeichen von der tatsächlichen Halbsumme entfernt ist".
Volguine forschte nach der Bedeutung dieser Einschliessungen, wenn ein Planeten mit zwei anderen eine Kombination eingeht. Mit den zehn massgeblichen Planeten kann es 36 Kombinationen dieser Planeten geben, um ein solches Muster im Radix zu zeigen.
Ein Planet steht zwischen zwei anderen Planeten.
Harding/Harvey (1992) weisen darauf hin, dass Volguin`s Beobachtungen über die Bedeutung und die Methode der Deutung dieser Einschliessungen, dem heutigen Umgang mit Halbsummen genau entspricht.
Halbsummen die zugleich Einschliessungen sind (weil ausser dem Planeten im Brennpunkt keine andere Planeten sich innerhalb der Distanz der beiden Halbsummenfaktoren befinden), sollen nach Harvey besonders wichtig sein für das Individuum oder die "Manifestation des Augenblicks".
Geschrieben wird eine Halbsumme: Sonne=Merkur/Mars (der schnellere Planet vor dem ersten und der Planet im Brennpunkt vor dem Gleichheitszeichen). Es handelt sich hier um eine direkte Halbsumme, und diese Schreibweise sollte meiner Meinung nach nur den direkten Halbsummen vorbehalten bleiben. Aber eine alternative Darstellung zu indirekten Halbsummen habe ich noch nicht in der Literatur gefunden. Es böte sich an, vor dem Gleichheitszeichen eine Zahl zu setzen, etwa in Klammern, um die Art der indirekten Halbsumme zu beschreiben: 45 für Anderthalbquadrat sähe dann so aus: Venus(45)=Mars/Jupiter. Nur durch eine solche Kennzeichnung lassen sich Mißverständnisse vermeiden!
Indirekte Halbsummen werden aber anscheinend üblicherweise genauso geschrieben wie direkte Halbsummen.

Hier gibt es eine Halbsumme zwischen Venus auf 20° Steinbock und sowohl Jupiter als auch Mars auf 20° des benachbarten Zeichens.
Auf allen mit dem Venus Symbol gekennzeichneten Positionen gibt es einen durch 45° teilbbaren Aspekt (auf die Halbsumme zwischen Mars und Jupiter).
Alle diese Punkte
bilden
Halbsummenpunkte.
Der 45° Winkel wurde genommen, weil sich mit diesen
Aspekten eher Dynamik verbinden lässt, und Sextile und Trigone bei der
30° Reihe erfahrungsgemäß und auch in Bezug auf Halbsummenpunkte, im
Schatten
liegen, und sie gelten als nicht so gut im Leben des Horoskopeigners zu
erkennen bzw. zu deuten.
Die Halbsumme auf 20° Steinbock ist direkt, sie befindet sich auf der kürzesten Distanz; - alle anderen Halbsummen sind indirekt.
Eine Planetenfigur bzw. Planetenfigurine entsteht aus dem durch Abstände definierten Bezug mehrerer Planeten zueinander, sie müssen dabei keine originalen Aspekte untereinander bilden.
Eine Planetenfigurine, ist etwas, was ein
typisches Bild (zum Beispiel Trapez) zeichnet, wobei die Planeten in
ihren Abständen zueinander massgeblich sind. Die Planeten bilden Bezüge
zueinander; auch Halbsummen können
solche Bilder zeichnen, doch sind die Halbsummen ja nur drei
wirksame Punkte, während es komplexere Planetenfigurinen gibt, die aus
vier oder mehr
solcher Punkte bestehen.
Ein Trapez ist komplex und nicht so
einfach zu
erkennen und zu deuten. Man kann nach Planetenpaaren suchen,
also zwei Paare von Planeten, die denselben Abstand
zueinander besitzen wie ein anderes Paar. Und dann die Abstände der
beiden Paare zueinander untersuchen.
Zur Veranschaulichung befindet sich hier eine Grafik (die im neuen Fenster öffnet; evtl. die Grafik vergrössern mit linke Mousetaste).
Ich habe in dieser Grafik die Punkte A-D als Tierkreis-Punkte markiert, man muss sich an dieser Stelle Planeten denken.
Die Zählung beginnt mit A
beim Punkt 15° Löwe und
schreitet gegen den Uhrzeigersinn (also im Tierkreissinn) weiter.
A:
15° Löwe
B:
10° Jungfrau
C: 10° Widder
D: 5° Stier
In diesem Beispiel steht ein Planetenpaar auf 15° Löwe (A) und 10° Jungfrau (B), beide Planeten haben einen Abstand von 25° zueinander. Das andere Planetenpaar mit denselben Abstand von 25° zueinander steht auf 10° Widder (C) und 5° Stier (D).
A und B haben 25° Abstand, genauso wie C und D.
Das ergibt, wenn man die Punkte miteinander verbindet ein Trapez.
Das Besondere ist, dass die Planeten ja immer in einem Kreisrund plaziert sind, daraus ergibt sich nämlicher folgendes: wenn es zwei Planetenpaare gibt, dessen Planeten des jeweiligen Paars untereinander denselben Abstand aufweisen (hier A, B und C, D), dann wird Planet A zu C denselben Abstand hat, wie Planet B zu D, das sind hier 125° Abstand.
Diese Abstände oder gedachten Linien gehen
also "überkreuz": die gleichen Abstände finden sich über die
gegenüberliegenden Ecken des Trapez. Das ist immer dann der Fall, wenn
es zwei Planetenpaare gibt, die dadurch eine Geimeinsamkeit aufweisen,
dass jeweils deren beide Planeten einen identischen Abstand zueinander
haben (A und B hat denselben Abstand wie D und C). Es findet sich dann
noch einmal ein Verhältnis von identischen Abständen zwischen diesen
vier Planeten, wobei alle vier Planeten also in gewisser Weise
verbunden werden.
Damit erhalten wir ein Trapez, das ist sozusagen
ein Rechteck mit nicht
rechtwinkligen Seiten.
Die Abstände auf der jeweils kürzeren Seite des Trapez sind gleich, und nun findet sich (in Gedanken: überkreuz) noch einmal ein gleicher Abstand zwischen zwei Planeten aus diesen Paaren. Damit ergibt sich eine Verbindung, ähnlich wie bei einer Halbsumme.
Selten sind die Abstände genau. Als Orbis wird 1° empfohlen für jeden Planeten. Also der Abstand zwischen A und B könnte 17° betragen, wenn A auf 14° Löwe und B auf 11° Jungfrau stünde, dabei hat jeder Planet einen Orbis von 1° und die rechnerische Mitte läge bei 15° Löwe und 10° Jungfrau. Diese Mitte sollte man jedoch vom Achsenpunkt her bestimmen (siehe nächsten Absatz).
Eine weitere Besonderheit und Erhöhung der Wirksamkeit ist der Fall, wenn in der Achse dieses Trapez ein (fünfter) Planet steht. In diesem Beispiel (Grafik) ist es Neptun auf 25° Zwillinge. Um diesen Achsenpunkt zu berechnen kann man einfach die beiden inneren oder äußeren Planeten heranziehen (die inneren A und D, oder die äußeren B und C), und von ihnen aus die Gesamtdistanz ihres Abstandes zueinander berechnen (also entweder den Zwischenraum von A und D oder den Zwischenraum von B und C), und diese Gesamtdistanz wie bei einer Halbsumme zu halbieren.
Laut Walter Koch wirken auch Aspekte auf diesen Achsenpunkt, und umso mehr Aspekte auf diesen Achsenpunkt (hier 25° Zwillinge) einwirken, desto grösser die Wirksamkeit des Trapez (bzw. der so zusammen kommenden vier Planeten).
Ob man diesen Punkt in der Mitte der beteiligten Planeten Achsenpunkt oder Halbsummenpunkt nennt, ist meines Erachtens eine Geschmacksfrage, es spricht genauso viel dafür, die Achse hierbei zu betonen, als wie die Analogie zum Halbsummenpunkt zu beschreiben.
In dieser Hinsicht stellt das Trapez (und vielleicht ähnliche Planetenfigurinen) tatsächlich eine komplexe Halbsumme dar. Der Formulierung halber: Die Zählung (A, B, C usw.) beginnt man am besten mit dem höchsten Planeten, und nimmt als B den Planeten, der zu A eine der kürzeren Distanzen hat und nicht die längere.
Ein Trapez ist dann der Fall, wenn
es zwei Planetenpaare
gibt, und dabei die Planeten des jeweiligen Paars untereinander denselben Abstand
haben, wie
die Planeten des anderen Paares untereinander. Automatisch
ergibt sich dann eine Beziehung zwischen diesen beiden Paaren,
und
zwar auf der längeren Distanz des so gebildeten Trapez.
Ein Paar
(A und B) hat den Abstand x, und das andere Paar (C und D) denselben
Abstand x.
Der
Rest ergibt sich, indem man die Planeten aus dem ersten Paar (A+B) und
dem zweiten Paar
(C+D) zueinander in
Beziehung setzt: überkreuz finden sich dann zwei weitere durch gleiche Abstände
gebildete
Paare auf der
längeren Distanz des
Trapez, sie haben einen gleichen
Abstand y (A zu D, sowie B zu C).
Dieser Sachverhalt hört sich so formuliert kompliziert an, und kann bildlich - etwa anhand des eigenen Nachvollzuges des Beispielhoroskops - leichter verstanden werden.
Trapeze gelten "als besondere Verbindung seelischer Kräfte oder äußerer Gegebenheiten" (W. Koch). Sie sind unabhängig von Aspekten, die die vier Planeten eventuell zueinander bilden. Doch grösser wird natürlich die Wirkung der so verbundenen Planeten, wenn auch Aspekte zwischen den beteiligten Planeten vorkommen.
Eine weitere Planetenfigurine wird von Walter A. Koch "Drachenfigurine" oder auch einfach "Drache" genannt. Sie hat Ähnlichkeit mit dem gleichlautenden Drachen-Aspektbild. Typisch ist ein Drache, wenn zu einer Oppositions-Achse (Achsenpunkt) an beiden Flanken zwei weitere Planeten (symmetrisch) stehen.
Das vollkommene Trigon kann als dem Drachen ähnlich gewertet werden, die Drachenfigur als Aspektbild kann als die vollkommene Form der Planetenfigurine des Drachens gewertet werden, und der sogenannte "Briefumschlag" (vier Planeten bilden zwei Oppositionen, zwei Sextile und zwei Trigone untereinander) sogar als die vollkommene Form des Trapez, obwohl diese Aspekt-Figur natürlich ein Rechteck ist, aber die Verhältnisse und die Dynamik lassen sich zwischen Trapez und Briefumschlag eindeutig vergleichen.