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Astrologische Bedeutung und Symbolik

Chiron ist ein wichtiges Symbol für den  Dreh- und Angelpunkt einer Sache. Er ist Symbol für das Fehlende, das die Funktion einer Sache in Frage stellt. Im universellen Sinn bezeichnet Chiron aus Sicht des menschlichen Erlebens eine zwingende Notwendigkeit, hinter sich nichts anderes als ein Lebensvorgang befindet, und das Geheimnis scheint zu sein, dass Chiron mit all seinen Eigenschaften, zB auf eine Wunde hinzuweisen, ein wichtiges Organ ist um eine angemessene Ästhetik umzusetzen. Diese ist nicht auf Phantasie oder Geschmack, sondern auf Zweckmäßigkeit gebaut.

Chiron ist sowohl im Radix als auch mundan durchaus ein starker Wirkfaktor. Auch andere Asteroiden können sich als stärker herausstellen, wie angesichts der Vielzahl von Asteroiden am Himmel zunächst bezweifeln werden könnte. Dies sollte aber kein Vorurteil werden, da sich mit der Erfahrung herausstellt, dass es sogar einen Einfluss auf Zeichenebene bei manchen Asteroiden gibt. 
Chiron gehört auf jeden Fall zu den Faktoren, die eine enorme Bedeutung und auch Mehrschichtigkeit aufweisen, wie es bei den Hauptplaneten nicht unähnlich ist.

Insgesamt dürfte es eine herausragende, aber kleine Gruppe stark wirksamer Asteroiden geben.

Schlagworte für Chiron:

Mögliche Schwächen:
- Verletzung, Wunde, wunder Punkt; Unsicherheit aufgrund der Dinge, die passieren, weil man einer Krise nicht gewachsen sein könnte; Mikrokrisen gibt es im Alltäglichen viele
- besonders Verletzung in seelischen oder auch emotionalen Angelegenheiten; seelische Verletzungen und Verwirrungen (zB Integration von bestimmten Erfahrungen fehlt)
- oft verweist Chiron auf unseren Körper und auf Gesundheitsthemen; gesundheitliches Ungleichgewicht; es kann eine körperliche Stelle bedeuten, die geschwächt ist oder verletzt ist; auf ein Heilmittel angewiesen sein oder dessen entbehren zu müssen
- ein eingesetztes Mittel verliert seinen Zweck oder führt an der Sache vorbei (vorbei an der natürlichen oder ursprünglich beabsichtigten Funktion der Sache)
- Zwang ein Mittel finden zu wollen; leichte Verzweiflung
- Etwas abwenden wollen; vom (eigenen) Schicksal genötigt werden; einer unangenehmen Wahrheit ausweichen; unangemessene Reaktion auf die eigene Empfindlichkeit; unangemessene Wahrnehmung eines Sachverhaltes;
- eine nicht geeignete Brücke bauen: Dinge miteinander verbinden, die in Wahrheit nicht zusammengehören oder die falsch zusammengebracht werden; Dinge zusammenbringen, die Disharmonie erzeugen oder sonstige Probleme mit sich bringen, die ansonsten nicht zustande kämen; man macht aus einem potentiellen Fehler den akuten Fehler; indem man ein kleines Unverhältnis abwenden will, schafft man ein grösseres Unverhältnis
- Schatten und Schattenthemen; unser Schatten als verborgene Fügungskraft des Schicksals (gemeint sind alle Fügungen, die aus Ungeschicktheit und Unreife geschehen)
- der Fluß der Dinge ist gestört oder bleibt gestört
- energetische Stockungen
- mangelndes Bewußtsein organischer und ganzheitlicher Zusammenhänge
- Blockierung der Intuition
- Getriebenheit; ein Leiden verursacht den Zwang etwas dagegen zu tun; aber es fehlt die wichtige Einsicht in die Ursachen und Zusammenhänge des Leidens (da diese Erkenntnis als schmerzhaft befürchtet wird, oder mit Konsequenzen für die eigene Haltung verbunden wäre)
- die Konfrontation mit dem eigenen Schatten meiden (durch Transite und Auslösungen kann uns Chiron zu Fügungen oder Situationen bringen, die uns den Schatten bewußt machen könnten)
- nicht auf seine Wunde schauen wollen
- Auf Krücken gehen, obwohl es nicht nötig wäre
- Werkzeug-Fetischismus (sich umständlich mit künstlichen Werkzeugen oder komplizierten Methoden durch die Welt schlagen, und sich und anderen dabei das Leben schwer machen)
- die "Lücke" (etwas fehlt)
- einen Mangel oder Beschränkung erfahren (im Unterschied zu Saturn hat man bei Chiron den Eindruck, diese Beschränkung läge an ganz speziellen Dingen, und daher hat man oft den Eindruck, diese Beschränkung sei unnötig und ließe sich abzuwenden- manchmal zurecht, manchmal führt das Handeln in eine Sackgasse oder schafft weitere Probleme)
- Nicht mehr weiter wissen; ein Schlüßel oder Zugang fehlt
- vor einer wichtigen Schwelle stehen und sich nicht trauen
- das Mittel  eines anderen nehmen oder Wege eines anderen gehen, das für diesen passt aber nicht für einen selbst;
- zu falschem Wissen halten; Ausflüchte (meist aufgrund von solchen Ängsten, eine Situation neu und unbefangen einschätzen zu müssen oder vermeintliche Sicherheiten oder einen Glauben zu verlieren; oder den eigenen Schatten zu hinterfragen)
- in starker Resonanz zu einem halbfertigen weil unreflektierten Wissen stehen; zu solchem Wissen hin gelangen; ungeeignete Situationen herbeiführen durch falsche Beratschlagung
- falsche Ratschläge (weil sie einem vom richtigen Weg noch mehr abbringen)
- unzureichende Analysen oder Bewertungen
- sich an den Makeln der Welt oder eines Menschen stören und den Blick für das Wesentliche verlieren
- Lügen die auf Selbstlügen basieren; teilweise auch aufgrund eines Opportunismus (etwas anderes bezwecken und dafür sich selbst oder auch andere belügen bzw. einwickeln)
- Projektion der eigenen Schwächen auf andere; die Fehler immer erst bei anderen sehen, als wie zu begreifen, dass man selbst überempfindlich reagiert
- übertriebener Hang zum "Sicherheitspflaster"; zweckloser oder sogar schädlicher Lückenfüller: aus dem instinktiv gespeisten Bewusstsein heraus, dass einem etwas schaden könnte, oder einem etwas fehlen könnte, kommt man zu übertriebenen Schutzmechanismen, oder baut eine Angst auf, die dazu führt, dass man zu Dingen kommt, die dann einem (und auch anderen) erst recht schaden können
- Ein Verhalten oder eine Einstellung wird beibehalten, obwohl die damit verbundenen Tätigkeiten oder Nebenresultate nicht zufrieden stellen; doch man befürchtet ohne diese aufgesetzte Eigenart schlimmeres
- abgelenkt werden durch Selbstzweifel und darum erst Fehler machen
- aufgrund bedrohlicher sozialer oder gesellschaftlicher Prozesse zu Ängsten kommen; nämlich in irgendeiner Weise ins Hintertreffen zu kommen, was als Ahnung bereits zu einer persönlichen Krise führt; Bereitschaft, auf eine mögliche Krise in irgendeiner Weise vorab zu reagieren - was dann aber durch einen Aktionismus erst wirkliche Probleme ans Licht bringen kann (statt Aktionismus auch Getriebenheit oder Zerfahrenheit)
- alles Unwägbare kontrollieren wollen; weil man mit dem Schlimmsten rechnet, wenn man nicht darauf achten würde. Man ist bestrebt, dass alles an seinem Platz ist und der erwünschten Funktion dient aber es bleibt nur ein Gedanke und Strebsamkeit - es bleibt Idee ohne die Situation angemesse Umsetzung
- durch Aktionismus oder hektische Betriebsamkeit in unangemessener Weise mit einem Thema umgehen
- evtl. Einsamkeits- und Verlorenheitsgefühle

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Mögliche Stärken:
- Zusammenhänge durchschauen und Wissen um diese Zusammenhänge anwenden
- Intuition; Wege zur Intuition
- etwas deckungsgleich bringen, zB etwas so herrichten, oder anwenden, so dass es genau passt und seinen Zweck erfüllt
- Chiron fördert die Sicht auf den Dreh- und Angelpunkt einer Sache, worum sich alles dreht und wo die Funktion abhängt
- Bewusstheit oder Achtsamkeit über spezielle Bereiche des eigenen (Er-)Lebens
- Achtsamkeit gegenüber einer Sache oder dessen speziellen Teilen, dessen Besonderheiten, zu beachtende Schwächen und Notwendigkeiten
- Sensibilisierung
- da einem der Sinn für das Ganze nicht abhanden kommt, weiss man die Lücken des Wissens oder eines Textes angemessen in der Vorstellung zu füllen, das heisst liest zwischen den Zeilen oder kommt via Intuition auf das Gemeinte.
- Bewusstsein von dem, was anders ist und besondere Behandlung verlangt
- über Makel hinwegsehen und sich nicht daran stören, da man die Funktion, Bedeutung oder das Ganze einer Sache höher bewertet als das Detail (gleichwohl können manche Details wichtig werden, oder Fehler zu überwinden  sein)
- die Fehler der Welt und des Menschen akzeptieren als natürliche Eigenschaft des Lebens; Akzeptanz der Dualität; den Sinn der Dualität begreifen (zB als Wachstum, Werden)
- angesichts einer Krise am Scheideweg stehen; eine Krise als Chance begreifen; totale aber sinnvolle Lebensumkehr (eine neue Richtung im Lebenswandel einschlagen , das könnte bei Transiten oder  Auslösungen als Chance erkannt werden bes.  über Hausspitzen; am naheliegendsten beim 9. Haus; Schattenthemen könnten in den Vordergrund rücken bei Transiten über 7. und 8. Haus; Chiron will in dieser Hinsicht unsere Aufmerksamkeit auf gewisse Dinge lenken um sie uns bewusst zu machen, damit wir sie bearbeiten)
- Man hat ein Gespür für die Lücken des Wissens und des Wissbaren, ob bei sich oder jemand anderen (zB der Makel eines Lehrbuches); um Lücken wissen, die darin bestehen können, etwas bestimmtes aber entscheidendes nicht zu wissen (woraus sich auch schwerwiegende Fehler der Einschätzung ergeben können, weil man glaubt zu wissen, während man nichts weiss).
Man unterscheidet mit Chiron auch leicht in den Motiven und Mechanismen, mit denen sich diese Lücken bei einer Sache oder Person auftun und kommt zu dem Punkt, der entscheidend ist. 
- Blick hinter die Kulissen; Blick in das Verborgene (auf die einer Sache innewohnenden Funktionen und Bedeutungen kommen); Blick zu dem, was anderen oft entgeht
- Askese, Verzicht, Opfer als Mittel für Heilung, Ganzheit, Regeneration oder als Wege zum Selbst und zur Erleuchtung
- Bewusstheit über das, was einen schaden könnte oder was bedeutende Mängel verursacht  (oder verursachen könnte); von daher ist auch oft das Umweltbewusstsein ausgeprägt bei entsprechend involvierten Chiron
- Urteilsfähigkeit; Ausgewogenheit; was man weiss und was man nicht wissen kann; oder was beeinflussbar ist und was nicht
- Sich nicht zufrieden geben mit nur halbwegs geeigneten Konzepten, Lösungen, Methoden, oder Handlungsweisen; aber zugleich wissen, dass es keinen vollendeten Perfektionismus geben kann und vollständige Ganzheit keinen Sinn ergibt ohne dass diese eine Funktion hätte, weshalb man auch oft den Bierdeckel unter den Tisch klemmt um das Wackeln einzustellen; wenn man dauerhaft in seiner Aufmerksamkeit auf das Problem (Chiron) gerichtet ist, wird man mit technisch-handwerklichen Geschick das Tischbein dauerhaft verlängern (Handwerkliches und Erfindungen sind mitunter auch eine Entsprechung des Chiron) , um diese Krise (Chiron) aus der Welt zu schaffen. 
- Perfektionierung, an den eigenen Schwächen arbeiten; eine (innere) Stärke und Weisheit entwickeln
- Gefühl oder Gespür für  den Rythmus; Musiker mit im Radix verbundenen Chiron haben es oft sehr mit Schlagzeug, Rythmus und den damit verbundenen Pausen, die im kontinuierlichen Ablauf die für Chiron typische Lücke schaffen (Lücke als etwas, das den Ablauf verhindert und unterbricht)
- besondere Nähe zur zweckdienlichen Form und Stil ohne Manirismen (Manierismus: Übertreibungen der Form und des Stils)
- ein Auge für die kleinen Dinge und Zusammenhänge haben, die aber grosse Wirkungen erzeugen oder beinhalten
- ein Auge für das Passende und Geeignete haben
- Dinge im Innen und Aussen neu ausrichten, ihre Richtung zum Positiven ändern
- wirkliches Wissen sowie Wahrheiten von den Konstruktionen und Theorien unterscheiden können; die Gabe, die Hintergründe von Phänomen deuten zu können, in unsichtbare Zusammenhänge intuitiv vordringen
- Bewusstsein über Fügungen
- Intuition
- Sensibilisierung; Problembewusstsein; Krisenbewusstsein (daraus geht zB  Weisheit oder soziale Fähigkeit hervor, aber ebenso Gelassenheit oder Disziplin gegenüber eigenen Werten und erkannten wirklichen Notwendigkeiten)
- Kompetenz und Autorität; Archetypen des Lehrers und der wissende Weise
- Pragmatismus und praktische Fähigkeiten; praktischer Sinn
- Geschicktheit und Geschicklichkeit
- Wissen ist Macht (Macht im Sinne: Wissen bedeutet Weisheit und Vermögen; nicht Macht über Dinge oder Menschen ist gemeint!); Wissen als Zugangsweg oder Schlüßel (zB für eine bestimmte Tätigkeit)
- die richtigen oder angemessenen Wege oder Mittel finden um ein Problem zu lösen; das besondere Mittel, das nur für diesen Zweck zu passen scheint
- sich auf etwas spezialisieren
- Besondere Aufmerksamkeit für Systemfragen; zum Beispiel wenn innerhalb eines Systems - in dessen Prozessen -  ein Fehler enthalten ist und man daher nach geeigneten Methoden zu suchen gewillt ist, diesem Fehler beizukommen
- Wissen, Weisheit; der Ganzheit nahe sein wollen; Höheres Bewusstsein
- esoterisches Wissen; existentielle oder praktische Philosophie; ökologisches Bewusstsein
- richtige Entscheidungen treffen, die es zustande bringen, auf Kurs zu bleiben und gleichwohl alle gestellten Probleme so gut wie möglich gelöst zu haben (die Hinterlassenschaft besteht aus einer Ordnung, die man hinterlässt, so gut und schicklich, wie es einem geschehen konnte, wie man es zuliess, oder bewerkstelligte; Reinheit am Arbeitsplatz bewahren ohne dass dies ein Reinemachen mit sich bringen müsste)
-  Gesundheitswissen; heilendes Wissen; Bezug zum Menschen, auch seinen Fehlern, und dem, was ihn davon abhält, sein Potential zu erfüllen; während niemals fehlt, dass der Mensch ein Wesen ist, dass niemals  perfekt sein kann. Die perfekte Tat aber besteht darin, die Möglichkeiten bereit zu stellen so dass sie angenommen werden, und nicht darin, jemanden , den man heilen will, zur Heilung zu zwingen; dennoch kann mancher Eingriff von aussen, zB energetisch, eine konkrete Heilung bedeuten ohne dass der Geheilte beteiligt sein müsste
- besondere Schlüßel oder Mittel finden, mit denen sich Entscheidungen herbeiführen lassen oder die einen Vorteil bieten; üblicherweise ist das Zustandekommen solcher Mittel mit besonderen technischen oder menschlichen Höchstleistungen verbunden
- die meisterhafte Tat, die man als solche nie bezwecken wollte, die aber gerade dadurch zustande kommen kann, wenn man genau die richtige Haltung finden konnte, und alle auftauchenden Brandherde (zB ungewohnte neue Situationen) meistern konnte,um alle Herausforderungen, auch die der Demut, erfolgreich bestehen zu können (Demut=unpersönliches Empfinden)
-  eine geeignete Brücke bauen (Dinge miteinander verbinden, die zusammengehören und sich zum Wohl des Ganzen ergänzen); in dieser Hinsicht auch ein Bewusstsein oder Aufmerksamkeit für solche Stellen, wo ungeeignete Brücken gebaut wurden oder gebaut werden [der Begriff "Brücke" soll hier als abstrakt und metaphorisch verstanden werden]; Sensibilisierung für Umstände, wo Brücken gebaut werden können oder solche nötig sind und dann auch Brücken schaffen können; das kann auch eine Brücke zu unbewussten Themen sein um diese zu klären
- Kontakt und Brücke zu früheren Seelenleben und zur Seelenfamilie; schamanische Rückführung 
- Initiation
- Einweihung in verborgenes Wissen; Wissen der Seele; Wissen des Kosmos und der kosmischen Ordnung
- Reinheit. Mittel, Einsicht und Willen zur Selbstreinigung finden
- Reinhalten, Instandhalten und Nutzen der übersinnlichen Kanäle und Funktionen
- evtl. Medialität oder Channeling; Beispiel: Varda Hasselmann mit Chiron/Jupiter Konj. und Chiron/Merkur Quadrat, und je nach Geburtszeit ( ist hier unbekannt ) auch Mond/Chiron Trigon

Schlagworte für Chiron:

Verletzung, Wunde, Krise, Lücke, Fehler, Schatten.
Mittel, Heilung, Ganzheit, Schlüßel.
Sensibilisierung. Das Besondere.

Von Zane B. Stein wurde das Schlagwort Einzelgänger genannt (das Merkmal "Einzelgänger" taucht in verschiedenen symbolischen Facetten bei Chiron  auf, wenn auch verhüllt und verschränkt innerhalb anderer Bedeutungen).

Leitidee für Chiron:

Die Lebensaufgabe vom Schatten befreien, und von der Schattenpersönlichkeit befreien (Komplexe Strukturen verdrängter Wesensanteile, die beginnen ihr Eigenleben zu führen und die natürliche Funktion des Lebewesens stören).

Zur eigentlichen (seelischen) Funktion gelangen, die dem Leben inne wohnt und mit der das Leben seinen eigentlichen Sinn erhält. 

Dieser Leitsatz (zur Funktion gelangen) kann auf beinahe jede Beteiligung Chirons im Radix angewendet werden, zB auf Aspekte oder die Hausstellung. 

Dort geht es darum, eine ursprüngliche "native" Funktion des jeweiligen Bereiches instand zu setzen, etwas was im Wesen der jeweiligen Sache liegt. Oder dass man mit dieser Instandsetzung als Thema anderweitig zu tun bekommt.

In den Auswirkungen auf die konkreten Lebensthemen verhüllt sich dieses Prinzip, weil vorwiegend jene Eigenschaften zu Tage kommen, die aus der "Funktionsuntüchtigkeit" erwachsen, wie zB der typische Eindruck von Verletzung und Wunde.
Desweiteren folgt bei Chiron oft das Gesetz der Anziehung des Gleichen - und wir befördern dann auf irgendeine Weise einen Mangel an ordnungsgemäßer Funktion, das heisst rufen Verletzungen hervor. Wenn wir Chiron integriert haben, findet eine andere Art der Anziehung des Gleichen statt und er steht im Grunde  für die Lebensmeisterung:  mit eigenen Kräften und Potentialen angemessen umzugehen, also einen Schlüßel zur Funktion zu finden.

Weiterhin spielt bei Chiron eine grosse Rolle, zwischen richtigen und falschen Mittel (mythologisch: die richtige Heilpflanze) zu finden. Dieses Mittel weist meist die Besonderheit auf, dass es nur für den eigenen Fall ganz speziell das richtige Mittel ist. So ein Mittel kann beinahe alles sein, vom Werkzeug und der Methode über Erkenntnissystemen bis zur richtigen Lebensführung und Lebensweg.

Beispiele Aspekte:


Chiron in Konjunktion mit einem Planeten, besonders der Sonne, scheint die einzelgängerische Seite des Planeten hervorzuheben, d.h. prinzipiell: man ist anders, denkt anders oder fühlt anders. Hat das Besondere vor Augen oder hebt sich sonstwie ab von dem Gewohnten - ohne aber dabei originell oder exzentrisch wie bei Uranus  sein zu müssen.
In Aspekten zum Mond mag unser Gefühlsleben stark herausgefordert sein, da Chiron die Bedürftigkeit in gewisser Weise stimuliert. Bei Quadraten oder Oppositionen könnten wir dann in besonderer Weise nach Mitteln  oder Verhaltensweisen suchen müssen. Bei förderlichen Aspekten wie zB Sextil oder Trigon könnten wir diese besondere Bedürftigkeit besser auf das Aussen anwenden können, indem wir ein stärkeres Gespür haben für das, was anderen fehlt.

Beinahe mit jedem Quadrat des Chirons auf persönliche Planeten kann man manche Krisen unangemessen als selbstverständlich halten, als brächte das Leben sie mit.   Und sie entweder rechtfertigen oder nach aussen projizieren, so dass der Grund für eine Krise immer bei anderen liegt - aber man sieht nicht, dass man selbst die Krise provozierte oder mit beteiligt war. 

Bei Quadraten von Chiron und Merkur kann es um eine Forderung (Quadrat) an das Merkurprinzip und desen Funktion gehen, die mit der krisenhaften Instanz des Chirons genährt oder begleitet wird.

Merkur: Darstellung; Benutzung von Worten; Geschäft und Handel; Vermittlung, Umgang und Darstellung (zB von Wissen). Merkur/Chiron verleitet dazu, die Krise als Schatten zu erleben, anstatt diese bewusst zu machen und zu erlösen. 
Erlösung: Verfeinerter und positiver Ausdruck wäre, dass man den möglichen Krisen angemessen begegnen kann. Dass man um Mißverhältnisse und Mißstände in Wort, Gespräch, Mitteilung, Vermittlung, Selbstdarstellung, Darstellung und Handel weiss, und dementprechend Verantwortung zeigt oder Mittel einsetzt, um diese Krisen und Unverhältnismässigkeiten zu vermeiden.
Handelt es sich um ein Trigon, ist die Tendenz stark, dass man versucht Sprache auf den Punkt zu bringen.
Auch die Einfühlung in das, was andere denken kann gegeben sein: in welchen Bahnen oder Vorstellungswelten sich andere aufhalten. Möglich wäre beim Trigon, dass man sich selbst anpasst an die Verhältnisse der Makel,  und das Verhängnis wäre, dass man es dabei übertreibt in der Sorge und dass man zum Perfektionismus kommen will, ohne ihn je zu erreichen. Andererseits verleitet das Trigon dazu, dass man sehr leicht diesen Weg der Anpassung geht und damit die Probleme überwinden möchte. Es kann allgemein bei Chiron nicht schaden, wenn man  gelegentlich inne hält, und das unbedingte Verlangen nach einer perfekten Welt hinterfragt, bzw. dass man mit Chiron einfach zu der Meinung kommt, dass der Makel ein Wesensmerkmal irdischer Wirklichkeit ist und man sich mit ihm bis zu einer Grenze des Erträglichen oder Schicklichen arrangieren kann, denn die Funktion oder Zweck die etwas haben soll, kann auch bei kleinen Unebenheiten noch erfüllt werden .  Im Gegenteil würde das Leben eine gewisse Richtung des Mangels annehmen, wenn man Reinheit und Ebenheit zum Selbstzweck macht - der Mangel bestünde in der Zwecklosigkeit eines solchen Unterfangens.

Merkur mit Chiron kann auch Vorstellungswelten öffnen, oder wenn diese versperrt sind, dafür durch ein Hintertürchen gehen. Er erweist sich insofern typisch als Schlüßel.  Ebenso erkennen sie, dass jeder Mensch Fehler  haben kann, und es eine menschliche Komponente, so etwas wie das Prinzip Mensch gibt. Darin begreifen sie , dass die Dinge so sein müssen, weil sie nicht anders sein können, und man sieht "jovial" (wie es das Trigon mit sich bringt) rüber manchen Makel hinweg - es sei denn andere Horoskopfaktoren stehen dagegen. Bei der Gelegenheit sei auf einen besonderen Umstand  verwiesen: Wenn andere Horoskopfaktoren gegen das Talent eines Faktors sprechen, heisst das nicht, dass das Talent schon untergraben und verloren wäre für alle Ewigkeit. Es heisst nur, dass man hin und wieder Probleme überwinden muss, die gegen das Talent sprcehen.
Chiron ist  die kritische Instanz und Merkur die Analyse, das Ergebnis kann bei Quadraten sein, dass man einen Fehler eines Menschen als etwas begreift, was nicht sein darf, wo er unvollkommen ist. Umgekehrt kann das aber auch zu eigener Bewusstseinsarbeit anreizen, weil man so begierig darauf ist, auf Krisen und Fehler zu achten. Bei einem Trigon weiss man, was sich durch Arbeit an den Fehlern ergibt und wird durch die Aussicht angespornt, den Fehler auszumerzen. 

Die Sensibilisierung ist bei einem Chiron aspektierenden Planeten besonders oft anzutreffen; der aspektierende Planet zeigt in welchem Bereich oder Thema man sensibilisiert ist; zB Venus=alles was mit Beziehungen zu tun hat, Wertfragen, soziale Fragen oder auch Kunst; Merkur=alles was mit Sprache zu tun hat, mit Wissen oder Geschäften; Tauschhandel, Angelegenheiten der kurzen Wege von A nach B; sprachlicher Umgang; Ausdrucksfähigkeit; Schrift; Mitteilung. Diese Dinge werden bei positiven Ausdruck in ihrem Unverhältnis oder Funktionsstörung aus Erfahrung beachtet. Bei negativen Ausdruck fehlt die Sensibilisierung und man ruft entsprechende Probleme ins Leben. 

Bei Jupiter geht es um den Glauben und das Vertrauen zum Leben, das Vertrauen und die Treue zu sich selbst und den eigenen ethischen Maßstäben. Bei Jupiter geht es auch um ethische oder sozial-weltanschauliche Belange. Chiron in Aspekt mit Jupiter ruft hier eine Hinterfragung hervor, eine Spitzfindigkeit, eine Analyse um Wahrheit und Echtes zu unterscheiden, oder weiss um Wege, wie man sich im Leben und Charakter veredeln kann, wo man Wissen und Höheres findet oder wo man ganz einfach glücklich werden kann.

Wenn es einen markanten Chiron Transit gibt (zB über Planeten die in Eckhäusern stehen oder über Hauptachsen), oder markante Auslösungen , kann das ganze Radix aktiviert werden, als ginge es um einen Schlüßel zum Sein.
Die Herausforderung kann darin bestehen, etwas Neues zu erkennen, das oft mit Chiron einher geht, wofür aber Platz geschaffen muss, zB vom Schatten befreit werden.

Lernschritte

Oft erfährt man die Bedeutung oder den Lernschritt, der zu gehen war, erst sehr viel später nach einem Transit oder einer chironischen Erfahrung. Es ist der Lauf unseres Lebens, dass zuweilen wir auch Umwege gehen. Bei Chiron wird uns zunächst etwas ins Bewusstsein gerückt, das wir aufgrund des damit verbundenen Leidens gar nicht vernachlässigen können. Die Gefahr besteht darin, dass wir uns vpn der Unordnung und Verletzung einnehmen und ablenken lassen, anstatt die Konsequenz zu begreifen nicht das richtige Mittel oder Gespür zu entwickeln, in welcher Richtung man sich nun bewegen muss.
Wie sich das auswirkt, wie wir reagieren, kann  auf vielen Ebenen entsprochen werden (als Haltung, als Idee, Gefühl, Absicht, Plan oder Rechtfertigungszwang, als Verletzung, sogar als Rachegelüst, allgemeines Ungemach).
Ein Chiron-Transit mag einen besonders schwachen Punkt im Radix anrühren, der zu einer gegebenen Zeit sich ausdrücken wollte und jetzt erneut auf die Zuspitzung getrieben wird.

Wir erweisen uns  gewöhnlich bis etwa 30 -  38 Jahren in manchen Dingen  als lernresistent. Wir begreifen bis dahin nicht immer unseren Weg, den wir für uns selbst wählen müssen. Wir erkennen vorher den äusseren, kollektiv vorgeprägten Weg sehr viel leichter als Möglichkeit und orientieren uns darin.  Auch wenn wir zähneknirschend oder ablehnend reagieren gegenüber dem, was Schicksal uns vor die Füße legt, mögen wir auf andere Weise dennoch den Kern des Kollektivlebens erfüllen und statt dessen nicht auf unseren eigenen Weg kommen. Und so kommen immer wieder davon ab, unserer Natur zu folgen. Ein Schatten bildet sich, weil wir uns über dessen Wirken nicht ganz bewusst sind. Sonst wäre er kein Schatten, sondern wir könnten dazu stehen, was wir sind und leben.
 Daran können wir nicht vorbei und wenn Chiron massiv in eine grössere "Auslösungs-Orgie" anderer Planeten zeitlich eingebunden ist, dann  ist das meist wie eine Botschaft, die uns das Schicksal übermitteln möchte:  Hier musst Du suchen und dann findest Du die Antwort.
Die Brücke, die man bauen muss, ist dann oft mit schmerzhaften Prozessen verbunden. Es lohnt sich übrigens auch Träume und Omen des Alltages zu beachten, während der Zeit, wenn Chiron ausgelöst wird, um einen deutlichen Hinweis zu erhalten, um welches Thema es bei Chiron genau gehen könnte. Und um Hinweise zu erhalten, welche Hürde zu nehmen ist um ein glücklicheres Leben , weil vollständigeren Zugang zu diesem Leben zu erhalten.
Manchmal verbirgt sich ein anderes Thema hinter dem offensichtlichen Ereignis, hinter dem Akuten. Aber wir meiden diesen Weg, diesen Vorschlag unseres Schicksals. Denn er erscheint uns erst nicht koscher oder nicht angenehm genug und fordert uns ganze Lebenskonzeption heraus. Und manchmal begreifen wir später, dass wir nur diesen Weg gehen konnten. Dann erweist sich das Lebensthema. 
Einen Schlüßel für das eigene Leben zu bedeuten, für den Zugang zum grossen ganzen, worauf es ankommt, das ist wohl Chirons mächtigste Eigenschaft. Sie wird nur in extremer Zuspitzung deutlich.

Es gibt mehrere Ebenen, die bei Chiron häufig wirken und miteinander zusammenhängen können:

  • Chiron bedeutet der wunde Punkt, der uns unsicher machen kann. 

    Chiron verweist tendenziell auf eine Einzelheit, die als Symptom von etwas gelten mag. Als von uns wahrnehmbare Verletzung muss diese Einzelheit aber keinen realen Hintergrund haben - es scheint, als verursache Chiron einfach unsere Reaktion, zu der wir Stellung beziehen müssen, um an diesem wunden Punkt zu wachsen und weiser zu werden.

    Mit Chiron, und die durch ihn angezeigte Verletzung, ist die Frage verbunden: "Was kann ich tun?", "Was ist jetzt am besten zu tun?", "Was verlangt die Situation?". "Was fehlt mir jetzt eigentlich und was brauche ich wirklich?" Und oft fallen uns auch Chancen ins Auge, auf die wir sonst ohne Ungemach nicht kommen.

    Wobei das mögliche Tun auch in einem Denken oder Einschätzen bestehen kann. Ein unreife Erlebensart formuliert diese Frage als ein "Was soll oder muss ich tun?", man fühlt sich verloren und hilflos.
    Das eigene Erleben, Denken und Handeln ist abgelenkt durch einen Selbstzweifel, oder durch Zweifel über den Ausgang einer Sache, bei der man einen Fehler oder eine ungünstige Fügung befürchtet. Die Lösung besteht im Grunde in einer Art Hinnahme, Hingabe, ohne sich dabei aufzugeben.  Man lässt zu, von dem Problem oder der Krise erfüllt zu werden, um dessen Bedeutung und Struktur zu erfahren und dann auch Auswege zu finden.

    Chirons Position im Horoskop kann solche Fragen für uns "künstlich" aufstellen. Chiron treibt uns zu solchen Motivationen, Mittel zu suchen - als würde Chiron uns in diesem Lebensbereich unbeholfen oder zumindest sehr empfindlich auf Störungen machen.
    Eigentlich ist dies deshalb ein Problem, weil wir uns von Chiron auf einen wunden Punkt hin ablenken lassen, und so auch unser Bewusstsein von den wirklichen Notwendigkeiten abkommt, und wir zu viel Augenmerk auf ein Detail legen und das Ganze übersehen.

    Wir müssen oft erst über unseren Schatten springen, die eigene Unzulänglichkeit als bloße Ahnung oder Befürchtung begreifen, um das Selbstvertrauen zu entwickeln in den betroffenen Angelegenheiten oder Lebensbereich angemessen handeln zu können.

    Ein Eindruck von Verletzung besteht bei Chiron auch in Bezug zu der gesunden Ordnung von Dingen oder Prozessen, die wir wahrnehmen.
    Auf diese gesunde Ordnung verweist Chiron, und er treibt uns gewissermaßen an, diese Ordnung herzustellen. Doch um diese Ordnung herzustellen, können wir mit Chiron eben leicht zu den falschen Mitteln, zu falschen Ansätzen greifen, und bedienen uns mit Leichtigkeit bloßer Lückenfüller. 

    Es hilft für die Lösung von Chiron-Problemen ganz besonders auf die mögliche Ganzheit von Prozessen, Ganzheit des Erlebens oder Ganzheit eines Zustandes zu achten. 

  • In Bezug zu einer bestimmten Sache oder einem Problem kann es mit Chiron darum gehen, ein Mittel zu finden.

    Es handelt sich um Mittel, die nötig sind, Ungünstiges abzuwenden, etwas im Fluß zu halten, oder eine vormals eingeschlagene Richtung beizubehalten und sich nicht ablenken zu lassen. Oder einen nötigen Wendepunkt herbeizuführen, und zwar in die Richtung eines funktionierenden Ordnungsgefüges. Oft muss dafür Vertrauen gefunden werden, und unbegründete Angst überwunden werden. Was im Grunde an das Aufschließen bei Chiron und den Schlüßel als Symbol erinnert.

    Nicht immer muss es bei Chiron um bedrohliche Krisen gehen. Oft sind es die alltäglichsten oder beruflichen Dinge, die uns eine kreative Möglichkeit liefern, auf geeignete Mittel zu achten. Auf diese Weise können wir aus Chiron im Beruf, Handwerk oder Hobby auch einen kreativen Nutzen ziehen. Wir sollten jedoch darauf achten, welches eigentliche Problem wir lösen wollen, so dass wir nicht zu aufgesetzten Strategien kommen, die etwas Wichtigeres an der Sache vernachlässigen.
    Beispiel: Der Künstler, der nicht seinen künstlerischen Idealen folgt, sondern glaubt, die Erwartungen oder Bedürfnisse des Publikums zu kennen, und dann zu einem Design oder Layout kommt, das den eigentlichen Absichten seines gesamten übrigen Werkes widerspricht. In manchen Fällen kann dies natürlich auch sehr originell und ansprechend sein. Aber es besteht die Gefahr, die eigentlichen schöpferischen Absichten zugunsten aufgesetzter Ideen zu vernachlässigen.

    Das ist bei Chiron die Gefahr, zu falschen weil ungeeigneten Mitteln zu kommen, die die betreffende Sache selbst nicht weiter bringen sondern wie Sand im Getriebe wirken. Das Mittel, das gefunden werden will, ist oft anders als alle anderen Mittel und wie ein Schlüßel genau passend für diesen Zweck. Aber es kann auch für andere Zwecke passen.

    Das ist gleichzeitig die Gabe von Chiron, dass man gewisse zusätzliche Sachverhalte berücksichtigen kann. Ein Mittel mag für einen Zweck nötig oder hilfreich sein, aber auch für andere Einsatzgebiete.
    Chiron erinnert ein wenig an den synergistischen Effekt, wenn einige Dinge in Ordnung gebracht werden, dass dann auch andere Dinge besser funktionieren.

    Alle möglichen Mittel sind gemeint. Mittel sind Sachen, Wissen, Einsichten, konkrete Werkzeuge, Dinge, Handgriffe oder Prozessabläufe, vor allem konkrete Taten, Einflußnahmen, und auch Einstellungen aus denen Motivationen für Taten werden, Haltungen, Zwecke, und Initiativen, um etwas Bestimmtes zu bewirken. Mittel bewirken weiteres. Mittel bieten eine Brücke, Überbrückung, arbeiten auf etwas hin.

    Meist ist nur eine Möglichkeit von sehr vielen die Beste und Passendste. Meist ist es sogar eine sehr einfache Sache, die wir erfolgreich anwenden können, um die durch Chiron aufgestellten Probleme zu lösen. Einfacher kann es zum Beispiel sein, die eigenen inneren Haltungen, Herangehensweisen und Einstellungen zu verändern, oder Ängste abzubauen, statt nach aussen hin unbedingt etwas bewirken, komplexe oder umfassende Prozesse in Gang zu setzen, oder beeinflussen zu wollen - und zwar vor allem dann, wenn äußere Gegebenheiten gar nicht so sehr veränderbar sind. 

    Allgemein geht es bei Chiron um eine Antwort oder Lösung, eine Vervollständigung oder einen richtigen Handlungsweg.
    Ein richtiger Weg kann auch in einem gelassenen Nicht-Handeln bestehen.
    Für einen angemessenen Umgang mit Chironthemen, ist wichtig zu begreifen: Dass man nicht immer ausserordentlich konkret handeln muss, nur weil man in gewisser Weise sensibilisiert für gewisse Dinge ist, die man jedoch im Handeln dann überbetont berücksichtigen könnte.
    Es lohnt sich zu bedenken, was denn ein eigentlicher und normaler Weg des Handelns darstellen könnte, da Chiron uns gerade von dieser Normalität ablenken kann.

    Es kann zur erfolgreichen Bewältigung führen, wenn wir eine uns mögliche Handlung angemessen, richtig und unter Berücksichtigung eventueller Störfaktoren ausgewogen ausführen. Und beachten, ob die Tat wirklich nötig ist.

    Betrachten wir die möglichen Optionen, die wir haben, könnten wir feststellen, dass wir bestimmte Dinge nicht tun sollten, um dann schlussendlich nicht nur mehr Optionen zu behalten, sondern auch die Möglichkeit des günstigen Ausgangs zu bewahren. Manche Handlungen, die wir sofort umsetzen könnten, verhindern ja geradezu weitere Optionen. Obwohl von Chiron nicht direkt entsprochen, gehört auch der Fluß der Zeit und der Dinge zu einem wesentlichen Kriterium des Umgangs mit seinen Themen. Uranus und Saturn  werden mit der Zeit in Verbindung gebracht und Chiron pendelt in seiner Umlaufbahn zwischen ihren Bahnen Uranus ="in die Zukunft"; Saturn="aus der Vergangenheit" und aus dem Erbe der Zeit hervorgehend. Uranus bricht die Vergangenheit, Saturn bewahrt sie. Uranus beschleunigt Zeit, Saturn verlangsamt. So gesehen kann es auch um die richtige Zeiteinteilung und ganz besonders um den richtigen Rythmus gehen. 

    All diese Möglichkeiten können je nach Umstand , Radix oder Planet mehr oder weniger eine Rolle spielen. Das Haus zeigt dann oft den Bereich, wo diese Dinge wichtig werden können.

    Oft findet man mit Chiron einen übertriebenen Aktionismus oder eine übertriebene Bedürftigkeit wie auch Neigung anderen helfen zu wollen (ohne ihnen wirklich zu helfen): die übertriebene Beschäftigung und Identifikation mit einer Sache, oder der Eindruck, man müsste noch mehr tun oder noch besser sein - das alles führt dazu, dass man sich selbst und andere in der Folge nur im Kreis bewegen werden, ohne wirklich hinsichtlich der betreffenden Sache geschickt und klug zu sein und die Sache oder das Problem positiv zu beeinflussen. 
    Vor allem, da man den Ausgang der Sache vorweg nimmt und die Sache sich nicht selbst ordnen lässt mit den ihr inne wohnenden Gesetzen. Statt dessen scheint Chiron darauf hinzuweisen, dass wie die natürlichen oder in den Dingen wohnenden Gesetze beachten und diese zu einem guten Funktionieren bringen.

    Chiron kann auch ein Weg zum Erlernen von Geduld, Gelassenheit und Nüchternheit bedeuten.
    Dass man also der instinktiven Sphäre, wo aufgrund von Empfänglichkeit die Befürchtungen gebildet werden, nicht automatisch als Handlungsanweiser nachkommt.

    Weiterhin gilt in Bezug zu den Mitteln, die gefunden werden wollen: Ein gegebenes Problem nagt an unserem insgeheimen Verlangen nach Ganzheit.
    Es kommt darauf an, dass der Anspruch etwas perfekt zu machen, nicht übertrieben wird und man statt zu einem positiven Ausgang nur zu einer unausgewogenen Einflussnahme kommt. In dieser Hinsicht sollte man vielleicht auch auf mögliche Mars/Neptun-Themen im Radix achten, die eine markante Chiron-Konstellation begleiten können, ohne dass ein Aspekt zu Chiron vorliegen muss (Stichwort: mehr Idealismus als Sachverstand).

    Chiron symbolisiert die Fügung, dass ein Problem vermeintlich oder tatsächlich akut werden kann, und dass dadurch  eine Antwort oder Lösung  gefunden werden kann.

    Besteht bereits eine problematische Situation kommt es darauf an, mit Klarheit oder Nüchternheit vorzugehen und sich nicht verleiten zu lassen, das Problem mit einem vermeintlichen Kunstgriff lösen zu wollen, während es noch nicht das richtige Mittel darstellt, mit dem die wichtigen Fragen und vor allem die wesentlichsten Sachverhalte berücksichtigt sind. 

    Die naheliegenden und konkreten Reaktionsmöglichkeiten werden meist vorwiegend durch die übrigen Konstellationen im Radix bedingt oder gebildet. Besonders jene Faktoren, die in Aspekt mit Chiron stehen. 

  • Mit Chiron kommt eine Sensibilisierung zustande.

    Die Sensibilisierung, die mit Chiron fast immer einher geht, kann unterschiedlich vom Horoskopeigner erfahren und genutzt werden. Es ist eine besondere Achtsamkeit, wie wenn man um eine empfindliche Stelle weiß.

    Die erlöste Ausdrucksweise dieser Achtsamkeit wird mit folgendem Gestus versehen: Jede Entscheidung kann richtungsweisend sein und kann grosse Wirkungen beinhalten. Besonders die unzureichenden Entscheidungen oder die fehlenden Einflussnahme werden als gewichtig erkannt (analog zu einem Schachspiel, in dem jeder Zug wohl überlegt sein muss. Aber jeder Zug kann einen auch weiter ans erwünschte Ziel der Harmonie bzw. des Ergebnisses bringen).

    Das Haus, in dem Chiron im Radix steht, ist gewöhnlich für den Horoskopeigner von einer speziellen Bedeutung, das heisst: was sich in diesem Lebensbereich abspielt oder mit diesem Lebensbereich zusammenhängt, wird vom Horoskopeigner mit besonderer Achtsamkeit beobachtet, oder für seine eigenen Belange thematisiert. Die eigene Sichtweise ist stets bestimmend und andere Sichtweisen werden prinzipiell auf Makel hin geprüft. Das kann alles freilich auch einen sehr guten Pragmatismus und Kreativität der Problemösung in diesem Haus mit sich bringen.

    Handelt es sich um einen Chiron mit Spannungsaspekten oder steht Chiron genau an einem Hauptachsenpunkt, führt die Sensibilisierung zunächst oft zu einem rigorosen Verhalten: Flucht, Vermeidung, falsche Mittel werden gefunden, um sich vermeintlich abzusichern.
    Das "falsche Mittel" definiert sich oft durch Überzogenheit (des Handelns oder Denkens, je nach Haus) oder übertriebener Vorsicht - und es mag zwischen beiden extremen Polen auch hin und her pendeln. 

    In anderen Fällen können dieselben Aspekt-Spannungen auch dazu führen, dass man bereit ist, sehr viele Mittel zu akzeptieren, die man zu einer gegebenen Problemlage anwenden könnte, und an die sonst sich keiner herran traut oder die sonst nicht besonders beachtet werden. Andererseits könnte man bei Spannungsaspekten ganz besonders zu unbegründeten Sorgen neigen. Womit wir wieder bei den falschen Mitteln wären, da Sorgen niemals ein geeignetes Mittel zur Lösung eines Problems darstellen.

    Ausserdem möchte man in aufgestellten Fragen Klarheit gewinnen. Und man sollte aufpassen, dass man nicht zu Ansichten oder Argumenten kommt, die eine bloße Alibi-Funktion aufweisen und die man nicht wirklich geprüft hat, die man nicht wirklich kennt, sondern die nur einen gewissen Anspruch der Argumentation dienen. Man kann bei Chironthemen oft beobachten, dass man zum Beispiel zu den Aussagen von Wissenschaftlern oder Studien greift, um sich in bestehenden Thematiken eines Rückhaltes zu versichern. Der Grund ist dafür eben die von Chiron aufgebrachte Sensibilisierung, die einen unsicher machen kann.
    Neigt man allgemein zu besonderer Beachtung von Gesundheitsaspekten, könnte man bedingt durch Chiron auch an einer bestimmten Diät festhalten wollen, oder nur ein bestimmtes Nahrungs-Produkt kaufen, hinter dem ein Hintergrund zu vermuten ist, der den eigenen Bedarf an Konzepten oder Idealen stillt. Hier sollte man vielleicht prüfen, ob es sich um eine Art Fetischismus handelt, oder ob man die mit einem Produkt zusammenhängenden Dinge und Hintergründe wirklich geprüft hat. 

    Man legt sich fest auf eine bestimmte Wahrnehmungsart.
    Günstigenfalls kann dieser Auschnitt auf einen wichtigen Schnittpunkt des Geschehens (Brennpunkt) aber auch ein enormes Geschick mit sich bringen. Derart bewusst gemacht, lässt sich Chiron sehr gut für alle jene Bereiche des Lebens nutzen, wo es um die kleineren Krisen des Lebens geht: Soziale Situationen, soziale Brennpunkte, Kinderbetreuung, Altenpflege, Tierpflege, überall da, wo die Akteure oft anhand kleinster Krisen in grössere Probleme geraten.

    Neu auftauchende Probleme veranlassen zum Zwang, nämlich unbedingt und sogleich eine Lösung zu finden. Weil die Sensibilisierung diese Probleme grösser erscheinen lässt als sie vielleicht sind.

    So lange kein Weg aus der Zwangslage oder Problemlage gefunden wird, ist es so, als ob vom Schicksal oder mehr noch von den Umständen in die eigene Wunde gegriffen wird: man hat den Eindruck in der Erfüllung seiner Absichten oder Bedürfnisse behindert zu sein. Man hat den Eindruck, man müsste ein entscheidendes Mittel finden, einen Dreh für die Sache finden, einen komplizierten Handgriff ausführen, um gewisse Dinge zu bereinigen, die besonders mit den Planeten zusammenhängen, die zu Chiron in Aspekt stehen. Aber man fühlt sich ungeeignet, überfordert, unwissend oder hilflos. 
    Darauf ist man sensibilisiert und dies kann auch Vorteile haben, da einem der betreffende Sachverhalt und besonders der angemessene  Umgang bewusster als anderen werden kann.

    Bei allen Aspekten von Chiron zu persönlichen Planeten steht generell eine "Verletzung" im Vordergrund. Diese Verletzung gilt dem beteiligten Planetenprinzip, welches durch Chirons Einfluss aus der normalen Ordnung und Funktion gestoßen werden kann. Das kann natürlich auch wiederum ein Vorteil werden, indem man "um die Ecke denken" kann oder ausserhalb des gewöhnlichen handelt.


    Man kann bei einem Planeten, der im Aspekt mit Chiron steht, in der Regel feststellen, dass dieser Planet sich übersteigert ausdrücken kann, was je nach Planet unterschiedlich ausfallen kann, da einige Planeten etwas günstiger von Chiron beeinflusst werden. Man verursacht durch Ablenkung, die aufgrund von Befürchtungen oder vagen Ahnungen entstehen, oft Probleme hinsichtlich der Funktion und Bedeutung des Planeten im Radix. Oder aber man sucht leicht verzweifelt nach der synthetischen, das heisst sinnvollen Verbindung des beteiligten Planetenprinzips. Wenn ein Planet im Aspekt zu Chiron steht, könnte man immer wieder den Eindruck haben, dass dieses Planetenprinzip noch nicht in die eigene Wesensnatur integriert wurde (besonders bei Quinkunxen).

    Harmonische Aspekte, wie Sextil oder Trigon können durchaus anfangs dieselbe Neigung der Verletzung des Planetenprinzips aufweisen; es scheint als würde man zunächst durch Chiron in die Verletzung und Mangel geführt, um dann durch Erkenntnis und Einsicht umso mehr Potential zu entfalten, als wenn man diesen (auch harmonischen) Aspekt nicht gehabt hätte.

    Letztendlich erfährt man durch die Sensibilisierung nicht nur Not und Leiden, sondern in einer höheren Verwirklichungsstufe der Chironthematik auch Chancen und Gaben. Der an Chiron beteiligte Planet kann aufzeigen, in welcher Art diese Chancen oder Leiden bestehen. Ist Venus zum Beispiel der beteiligte Faktor, hat man eine besondere Sensibilisierung zu Beziehungsfragen, und alles was damit zusammenhängen kann: von der Gestaltung einer Beziehung über die Möglichkeiten, die mit Beziehungen gegeben sind, bis hin zur Erfahrungsdimension von Beziehungen - dabei ist oft zunächst eine gewisse Verletzlichkeit angesprochen, man erfährt solche, oder man teilt solche aus - diese Dynamik entsteht allein aus Unangemessenheit und einem inneren Impuls heraus, der wahrlich nur aus Verletzlichkeit besteht und von einem selbst kaum erkannt wird als Stolperstein des Erlebens und Gestaltens.
    Übrigens drückt sich ein Merkur/Chiron Aspekt nicht allein auf der Ebene des Kommunikativen oder Sprachlichen aus, sondern hat viel mehr noch  zu tun mit der praktischen Geschicklichkeit, und den gedanklichen Wegen zu Problemlösungsstrategien zu gelangen.

    Allgemein wird man zunächst abgelenkt vom reinen Kurs des Planetenprinzips, oder in erlöster Form findet man durch Chiron einen noch potenzierteren Ausdruck des Planetenprinzips: der Umfang der Kenntnis und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit dem Planeten kann sich erweitern.
    Die extrovertierte Art dieses Umgangs besteht darin, wenn wir dazu neigen, innerhalb von Beziehungen auf bestimmte Dinge sehr empfindlich zu sein, um daraufhin gewisse Reaktionen (vor allem Projektionen) nach aussen zu tragen. So könnten wir in der Realität für ungünstige Fügungen sorgen - manchmal brauchen wir keinen äußeren Anlaß, weil für uns die Sachen "sowieso schon klar sind" und wir fatalerweise dem anderen gegenüber nur das Schlechteste an Erwartungen hegen und dementsprechend auf ihn eingehen (ob betreffend eines Partners oder einfache Bekanntschaften).
    Das ist so gesehen ein gewaltiger Schattenaspekt. Von Nutzen kann es dann sein, auch mal andere Wege zu gehen, die sich offenbaren, wenn man einfach mal locker lässt und sich zutraut mit einem anderen Verhalten als wie gewohnt, neue Erfahrungen zu machen.

    Ein Schlüßel um Chiron aus der Verfangenheit des typischen Jungfrauprinzips der   gesteigerten  und fokussierenden Sensibilisierung zu bringen, scheint die Unangepasstheit der neptunischen Energie zu sein. Man lässt die Dinge auch mal zu in ihrem Lauf, statt sich oder andere festzunageln. Auf diese Weise können auch geeignetere Fügungen (Situationen; Begegnungen) zu einem gelangen. Indem man geschehen lässt. Natürlich kommt es dabei ganz auf die Umstände und Situationen an. Meist ist ein verlässliches Signal für eine Umkehr, wenn nichts mehr geht und die Sache wie blockiert ist.

    Aufgrund der Sensibilisierung wird man geneigt sein, ein Mittel im Sinne des an Chiron beteiligten Planetenprinzips zu finden - man sollte immer wieder daran arbeiten, die "Anwendung" oder das Mittel zu verbessern, regelrecht zu perfektionieren und Überfluss von Notwendigkeit zu scheiden - diese Meisterung und Perfektionierung sollte natürlich nicht aus einem Zwang heraus geschehen, sondern eigene Handlungsweise und Haltung sollten einem bewusst sein, und angemessen sein hinsichtlich der gegebenen Umstände - das Mittel ist der Weg und es darf bei Chiron nicht heissen: Der Zweck heilige die Mittel!
    Perfekt sein können, wird man niemals, aber man kann sich der Vollständigkeit des Menschenmöglichen annähern, was auch immer das einem selbst Mögliche ist.
    Man weiss selbst, wie gut man mit den Planeten mit gehen kann. Das ist das entscheidende Bewusstsein im Umgang mit Chiron. Das nennt man vielleicht auch Gewissen. Aber man kommt nicht weit, wenn man es dabei belassen würde und nicht auch mal ein Stück mehr versucht, und damit über seinen Schatten springt. Denn der Schatten ist es, der auf der anderen Seite der Chironthematik steht. Und der uns davon abhält, uns von jenen ungeeigneten Mitteln zu verabschieden. Denn der Schatten wäre kein Schatten, wenn er unsere Eigenart derart zwingend überlagert, dass er uns mit Chiron zu ungeeigneten Mitteln greifen lässt. Wir glauben an die ungeeigneten Mittel nur, weil wir sonst gewissermaßen uns dem Eindruck einer Leere ausliefern. Diese Leere ist aber weiter nicht tragisch, sondern wird oft erst dadurch tragisch, dass diese Leere mit den falschen Dingen gefüllt wird.

    Die Wertmaßstäbe und die begriffenenen Notwendigkeiten verändern sich auch zum Teil mit der Lebenserfahrung, woraus dann auch die Einsicht und Differenzierung entstehen kann, und zwar darüber was wirklich brauchbar ist, und was die eigene Verletzlichkeit nur bestätigen würde. Dabei geht es darum, zu erkennen, was die empfundene Sensibilisierung oder Verletzung nach aussen hin erst manifestieren könnte und sichtbar macht (zB durch überzogene Aktivität oder überzogene Reaktionen).

    Durch Aktionismus wird meist nicht einmal das "Sicherheitspflaster" gefunden, sondern vor allem die Verletzung nicht behoben und nur der Eindruck weiter geschaffen, dass man tatsächlich ein Problem hat. Es ist aber meist nur deshalb so, weil man an diesem Eindruck festhält.
    Allerdings kann es manchmal notwendig sein, aus seiner Passivität durch Taten heraus zu gelangen aus der Leere, um durch Erfahrung zu erkennen, wie es wirklich weiter gehen soll.

  • Chiron und der Schatten

    Chiron verweist auch auf das mögliche Opfer von ungelebten, aber vorhandenen und  verdrängten Wesensanteilen. Man opfert auch die Schattenpersönlichkeit (um ein verdrängtes  Zentrum kreisen weitere Schattenanteile). Dazu ist es erforderlich einen Schnitt zu machen, und gewisse Dinge zunächst zuzulassen, um sich ausleben zu "dürfen", und dann zu entscheiden, ob man diese Antriebe und Triebe noch weiter in seinem Leben kultivieren möchte.  
    Das "wahre Selbst" ist der eigentliche Grund, warum Chiron diesen Bezug zum Schatten aufweist. Denn dieses wahre Selbst oder auch seelische Leben stellt die eigentliche Funktion des Körpers oder des Lebens dar.

Das Finden von geeigneten Mitteln

Durch Chiron angeregt findet man ein Mittel. 

Mit der Zeit werden wir uns in einer Sache immer besser auskennen können. 

Allgemein geht es bei Chiron geradezu um die Mittel, zu denen wir mit Chiron getrieben werden können. Jemand mit Chiron in einem Radixhaus, wird einerseits in Bezug zu diesem Haus und Lebensbereich die Erfahrung machen, dass etwas fehlt oder ihm vorenthalten wird - vom Schicksal, der Gesellschaft oder was seine eigenen Fähigkeiten anbelangt.
Andererseits wird der Geborene versucht sein, irgendwelche Mittel, Antworten und Lösungen für Angelegenheiten dieses Hauses zu finden, weil er eine besondere Achtsamkeit für diese Belange empfindet. Dabei spielt der erweiterte Bedeutungsraum des Hauses eine Rolle, wie dieses nämlich durch Herrscherbezüge und evtl. weitere Planeten in diesem Haus gegeben ist. Mit dem Zeichen an der Hausspitze, seinem ausgewanderten Herrscher und den evtl. weiteren Planeten in diesem Haus lässt sich dann die Art und Weise des chironischen Aktionismus ablesen.

Es ist für den Horoskopeigner fast eine sprichwörtliche Notwendigkeit, aber sie muss nicht immer einer objektiven Notwendigkeit entsprechen! Die Achtsamkeit für gewisse Dinge ist viel mehr subjektiv.

Die Verletzung oder der Eindruck einer Verletzung (Verletzlichkeit) entsteht gewöhnlich aus der Erfahrung von Mängeln - weil wir etwas nicht vorfinden, was wir anscheinend benötigen.
Mit der Zeit findet man die entsprechenden Mittel und Wege, die einen weiterbringen und die innere Leere angemessen mit Leben und Sinn füllen - aber das gelingt nur, wenn man auch bereit ist, überhaupt das Beste zu versuchen, und auch einmal andere Wege zu gehen, und nicht immer das einfachste "Sicherheitspflaster" sucht, denn sonst wird man leicht immer wieder an dieselben Situationen geraten und man wird immer wieder dasselbe ungenügende Mittel einsetzen wollen.

Wir finden also irgendwelche Mittel und Wege, und wir könnten uns bei Chiron folgende Fragen stellen:
Sind es die richtigen Mittel und sind sie sachgerecht? 
Was hält uns davon ab, die geeigneten Mittel zu finden? Wo sind wir blockiert und haben Ängste oder Reibungen, wenn es um die Erkenntnis von Schwächen geht?

Manchmal ist es unsere Ungeduld oder Unsicherheit bezüglich möglicher Konsequenzen, was besonders bei Quadraten von Chiron vorkommt. Manchmal ein sozialer Zwang, sich etwa keine Blöße geben zu wollen. Flüchten könnten wir in irgendein Verhalten, das uns davon abhält, die richtigen weil geeigneten Mittel zu finden, und ein Flüchten in irgendwelche opportune Gelegenheiten ist besonders bei Oppositionen anzutreffen. Andere Male ist es einfache Ungeschicktheit und ein mangelhaft ausgeprägtes Urteilsvermögen ist dafür verantwortlich.

Wir sollten bereit sein, Erfahrungen zu sammeln, um einzuschätzen, ob es gerechtfertigt ist, zu bestimmten Mitteln zu greifen, oder zu Verhaltensarten und Einstellungen zu kommen.
Desto mehr Erfahrungen wir im Umgang mit den entsprechenden Mitteln und den betroffenen Lebensbereichen sammeln konnten, umso genauer und angemessener wird unser Wissen und die Intuition - und zwar handelt es sich um eine Intuition über die Kausalität bzw. Fügung von Ursache und Wirkung. Eine Intuition über die Hintergründe einer Sache und der Bedeutung, die die Sache wirklich hat. Wir könnten zum Beispiel aufgrund einer Sensibilisierung für die Belange anderer, uns selbst und unsere Bedürfnisse total vergessen, und auch umgekehrt, unsere eigenen Bedürfnisse zu wichtig nehmen und die Bedürfnisse anderer vernachlässigen. 

Mit Chiron sollten wir zu einem gesundem Maß gelangen.

Chiron bietet uns freilich immer besondere Möglichkeiten, aber diese können auch die falschen Türen öffnen.
Richard Nixon hatte Chiron in einem durch Mond, Lilith und Venus betonten 6. Haus und fiel durch den Abhörskandal (Watergate-Affäre) seiner Amtszeit auf.
Er glaubte, es sei nützlich, über die Hintergründe seiner politischen Gegner informiert zu sein, und es hat ihn am Ende ruiniert. Chiron im 6. Haus symbolisierte bei Nixon den Missbrauch von Regierungsbehörden durch die Regierung (das Weiße Haus); ein Verwaltungsapparat entspricht dem 6. Haus, aber vor allem auch der persönliche Opportunismus, die gegebenen Umstände - in den eigenen Augen sinnvoll - zu nutzen.
Mit Chiron kommt man eben leicht zu irgendeinem Mittel, das durch die Radix-Konstellationen bzw. dem Schicksal, in dem man gestellt ist (Lebensbereich) durch Chirons quasi bereit liegt. Und den ungeeigneten Winkelzug ergreifen lässt, da man aufgrund eines anderen Handlungsgrundes auch zu diesem Mittel greifen will (die Frage: "was machen die politischen Gegner", wurde ja nur gestellt, weil Nixon da eine Lücke wahrnahm, eine Wissenslücke und sich ansonsten unbedarft vorgekommen wäre).

Die Fügung

Bei Chiron steht manchmal eine offensichtlich werdende Wirkung einer Fügung im Vordergrund. Die Ursachen können wir meist nicht mehr verändern, sobald wir das konkrete Offenbarwerden der Fügung (einer Situation) erleben.
Durch unser Verhalten leiten wir ständig neue Fügungen ein. Oft wissen wir ja nicht, dass wir es selbst sind, die solche Fügungen einleiten, aufgrund unserer Einstellung, Resonanz, aufgrund unserer Haltungen und dem Umstand, zu gegebener Zeit an einem Ort zu sein, womit wiederum eine Art Haltung verbunden ist, die ja zu diesem ort hinführte.

Mit Chiron kommen wir oft aus Unbewusstheit zu ungünstigen Fügungen, und wir oder andere könnten den Eindruck haben, dass wir uns selbst ein Bein stellen, weil wir die Dinge ungeschickt in ungünstiger Weise in Szene setzen (zur Fügung bringen).
Es geht also auch darum, die richtigen Fügungen herbeizuleiten. 

Dabei geht es darum, Furcht oder übertriebene Achtsamkeit zu überwinden um zu mehr Gelassenheit zu kommen. Dann fügen sich die Dinge meist auch von selbst in günstiger Weise - und vielleicht benötigen manche Dinge oder Prozesse auch nur einen kleinen Eingriff, und nicht unzählige, um sie in eine günstige Richtung zu bringen. Manchmal braucht es nur eine geringe Beeinflussung der Richtung.

Das verlangt ein nüchternes Urteil, und den Mut, auch Fehlentscheidungen tragen zu können. Wirklich eigene Entscheidungen werden uns am Ende aber immer eher zufrieden stellen, als wenn wir zum Beispiel durch den Druck anderer zu einer falschen Entscheidung kamen. Diesen Druck erfahren wir bei Chiron durchaus selbstbezogen, etwa indem wir meinen, dass gewisse für uns ungünstige Umstände resultieren können. Oft flackert das gesamte Radix dann kurze Zeit auf in den jeweiligen "Problemkonstellationen", ungeachtet ob diese Lebensbereiche oder Planeten mit Chiron verbunden sind.

Das richtige "Mittel" besteht grundsätzlich darin, eine richtige Richtung für unser eigenes Leben und Erleben einzuschlagen, wann immer die Dinge sich in irgendeiner bestimmten Weise fügen könnten und uns diese Richtungsentscheidung abverlangen. Der eingeschlagene Weg sollte uns (und anderen, dem ganzen Leben sozusagen) Freude und einen Schritt hin zur Reife bereiten, was das beste Zeichen ist für eine angemessene Handlungsweise in Bezug zu Chiron. Und das Vertrauen kann helfen, dass sich die Dinge günstig fügen können, auch wenn wir nicht konkret werden und konkret eingreifen. 

Fluchtverhalten

Statt übertrieben zu handeln können wir auch zu dem anderen Extrem kommen. So geht es bei Chiron um eine bloße Flucht vor weiterer Auseinandersetzung mit einem Thema oder einer Sache, besonders bei Quadraten: wie die Kinder verschliessen wir unsere Augen vor der Wunde, wollen sie nicht wahr haben - und dennoch bleibt die Verletzung wirksam, weil wir in gegebenen Momenten an Situationen geraten, auf die wir mit unserer chironischen Verletzung wieder empfindlich reagieren werden. Und die Folge ist erneute Verdrängung, oder Verleugnung der Tatsachen - aber unbewusst staut sich der Eindruck von einem grossen Mangel an.
So weichen wir der Verletzung aus und manifestieren so gerade erst die Verletzung oder halten sie aufrecht. Das wäre die passivste Form eines Fluchtverhaltens.

Manchmal empfindet man eine eigene Verletzlichkeit und reagiert innerlich oder äußerlich auf diese, was zu unausgewogenen Haltungen, Gedanken oder Gefühlsmustern führen kann, je nachdem in welchem Haus Chiron steht und mit welchen Planeten er im Aspekt verbunden ist.

In weiteren Fällen geht es um den verführerischen Trieb der Projektion, zum Beispiel bei anderen die Schwachstellen zu sehen, aber nicht bei sich selbst.
Es ist für uns einfacher, andere zu verletzen, auch damit wir nicht selbst verletzt werden können. 

Chiron steht nach wie vor in Bezug zu den Schwächen und der Verletzung, doch seine Wirkung auf uns ist es, nach Mitteln (Auswegen) zu suchen, und das kann in vielerlei Weise geschehen - so wie bei Projektionen nach einem Mittel gesucht wird, um es sich in einer Situation einfach zu machen, und der vermuteten Verletzung auszuweichen, genauso dient die Flucht als ein solches Mittel. 

Man flüchtet regelrecht zu den Eigenschaften oder Möglichkeiten eines von Chiron aspektierten Planeten, der von Chiron als Fluchtmittel auserkoren wird. Besonders bei Quadraten oder Oppositionen. Hier geht es dann darum, die Unzulänglichkeit gewisser Verhaltensweisen zu entlarven und danach zu suchen, was wirklich den eigenen Bedürfnissen entspricht und für sich und andere lebenswert ist.

Schatten

Es kann also auch eine Fehlhaltung vom Horoskopeigner als vermeintliche Antwort der Suche nach Mitteln gefunden werden. In dieser Hinsicht erweist sich Chiron ganz als Kentaur. Indem er einfach nur antreibt, aber die Konsequenz dieser Anstachelung muss keine Weisheit ergeben, und kann auch fast instinkthafte Festlegung auf ein falsches Verhalten bedeuten und eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur schaffen, die zum Übrigen der Persönlichkeit in Missklang steht. Ursprünglich ging es darum, auf gewisse Lebenprobleme, die technisch mit dem ganzen Radix zusammenhängen können, eine Antwort zu finden und Chiron konnte uns durch die verschiedenen Fluchtmöglichkeiten einen Ausweg bieten (Verdrängung, Kompensation, Delegation der Verantwortung, Verletzung anderer bevor wir verletzt werden, Projektion usw.) . Doch solange wir uns so verhalten, werden wir nur eine bestimmte Facette unserer ganzen Möglichkeiten hinsichtlich des betroffenen Lebensbereiches ausdrücken können und oft noch nicht mal die beste Weise finden, auf die gegebenen Umstände oder Ursachen zu reagieren, ja geradewegs initiativ zu werden, und nicht bloß zu re-agieren. 

Die Persönlichkeit teilt sich durch bewusste Reflektion über eigene Ziele im Leben in zwei Bereiche, einen überflüssigen, geradezu falschen Teil, das ist der Schatten, und einen wesentlich nötigen, aber schlummernden, nur potentiell oder latent vorhandenen, und durch den ersten verhinderten Teil. Es kann psychologisch gesehen sinnvoll sein, den Schatten zeitweise auszudrücken, oder überhaupt ihn einmal aufleben zu lassen, um dann zu erkennen, welchen Teil von sich man lieber verwirklichen möchte.
Indem man aber den Schatten ausdrückte - was natürlich auch positive Erlebensweisen (zB Genuß) mit sich bringen kann-, hat man dem Schatten die Kraft der im Dunkeln lauernden Verführung geraubt. Nun steht es einem vor Auge und man kann viel leichter abwägen, ob dies alles noch sinnvoll ist.
Mit Chiron erkennen wir, dass unser Verhalten auf einem eingeübten Mechanismus beruht, den wir zu einem anderen Ergebnis führen können. Mit Chiron erkennen wir, dass wir etwas bestimmtes (zB ein geeignetes Verhalten und Einstellung, Freiheiten von Ängsten) erreichen können, wenn wir nur bereit sind, im passenden Moment mit kleinen Schritten auch etwas dafür zu tun. In dieser Weise kann Chiron uns anleiten, Entwicklungswege zu begreifen, das sind Verwirklichungswege, und so den Schatten stets ein Stück mehr mit bewussten Persönlichkeitsanteilen zu ersetzen.

Chiron führt über von Saturn zu Uranus. Saturn in dieser Hinsicht können wir als Begrenzung unseres Ichs auffassen, einst nötig um unsere Identität zu finden; ein angenommener Schatten - egal in welcher Form -  sollte uns ursprünglich schützen vor den unkontrollierbaren Einflüssen des Außen. Doch so übersteigert werden wir uns auch abgrenzen von den höheren Frequenzen des Uranus, wo wir Welt und Leben stimulativ erfahren, bewegt werden im Einklang mit den Bedürfnissen unserer Selbst. Das Ziel ist, schliesslich auch in der Freiheit des Selbst aufzugehen, ungeachtet welchen Einflüssen wir unterliegen. Weil wir die Welt nicht mehr in Gegensätzen erfahren brauchen. Dazu braucht es die Erkenntnis, dass die Persönlichkeit (EGO) etwas ganz anderes ist, als wie das Selbst. Darin könnte man auch den Archetyp des Pferdeleibs vermuten: da Chiron als Kentaur ebenso zwei Welten des Unten und Oben verkörpert. Der Bereich der Schnittstelle wurde von Barbara Clow als Solarplexus vermutet und kann wahrscheinlich mit dem Herzchakra verbunden werden. Der Weg mit Herz, das ist ein von Carlos Castaneda überlieferter Leitsatz mexikanisch-schamanistischer Lebensweise, sich nämlich so zu entscheiden, ob der eigene Weg, den man zu gehen erachtet, auch wirklich zur Freude führt. Kann uns aber ein Schatten wirklich zur Freude über das Lebendigsein führen?

Man sollte diesen Wesensanteil in die Wüste schicken, wenn dieser dem Lebendigen nicht mehr zuträglich ist. Chiron hat enorme Resonanz zu der Tarotkarte des "Emeriten". Und der Emerit kümmert sich nicht um Ansehen oder anderes, sondern allein darum, sich selbst zu sein und ganz zu werden, wofür er sich ja auch zurückzieht. Damit gleicht die Reise jener Opferung des Chirons, als er sein Leiden gegen die Abfahrt in den Hades eintauschte, zugunsten des Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte. So wie wir vielleicht einen guten Teil des Egos opfern müssen, um ganz zu werden.

Erkenntnis

Mit Chiron ist Erkenntnis verbunden, und sie ist besonders bei Quadraten und Oppositionen dringend oder schmerzvoll. Nicht die direkte Erkenntnis der Verletzung ist aber hier gemeint, sondern was aus der Erkenntnis eines solchen Mangels resultiert: das ist bei Chiron eine Einsicht in die Umstände, Einsicht in die Wirkungen von Ursachen. Was steht hinter dem Schmerz? Die Antworten mögen vielfältig sein, und sind dann am tiefgründigsten, wenn mit den Antworten auch unser Zustand des Lebendigseins beinhaltet ist. Wenn wir also erkennen, was die Gesetze des Lebens sind und inwiefern wir in diesen Grenzen des Gegebenen die wahren Ursachen von Ereignissen oder Leiden ausloten können.
Auf diese Weise können wir mit Chiron weise werden. Wir werden anerkennen müssen, dass ein gewisses Grundleiden und gewisse Grundgesetze nicht zu überwinden sein werden. Versuchen wir es trotzdem, begeben wir uns die Gefahr, die eigentliche Funktion zu vernachlässigen aufgrund der wahnhaften Idee, wir könnten die Naturgesetze ändern. Dass aber Uranus jene Naturgesetze, die in der sichtbaren Welt der Erscheinungen (Saturn) überwinden kann, gehört ebenso zu den Gesetzen des Lebens. Und die geistige Ebene ist da nur eine mögliche Freiheit. Die Welt der Energien, die vermutlich sehr gut mir Uranus korrespondiert, kennt ungeahnte Möglichkeiten. Aber um für diese bereit zu sein, müssen wir die Lektionen des Saturns gelernt haben. So versinnbildlicht Chiron sehr gut diese Brückenfunktion, nämlich sich mit dem Leiden aufgrund des Materiellen sich nicht zufrieden zu geben und das Ziel des geistigen Fortschrittes nicht aus den Augen zu verlieren. Nun zeigt uns die Technologie manchmal ungeahnte Möglichkeiten auch in der physischen Wirklichkeit, aber generell lässt sich schon sagen, dass manche Technologie auch die Probleme zeigt, wenn man geistigen Fortschritt mit technischen Mitteln ersetzen will. 
in Wahrheit ist das gesamte geistige Leben ein Prozess von Fügungen und Interaktionen auf energetischer Ebene. Und da liegen viel greifbarer die möglichen Errungenschaften eines Strebens, als in der physischen Wirklichkeit. Dennoch können wir unseren Körper nicht einfach vernachlässigen.

Wir erkennen mit Chiron den Augenblick und dessen Umstände, nämlich in dem sich die Dinge in einer bestimmten Weise fügen. Oder wir erahnen diesen Augenblick. Und aus diesem Grund suchen wir auch nach entsprechenden Mitteln, die die Sache beeinflussen können, noch bevor die Dinge sich fügen. Und oft müssen wir aus den Fängen unserer Projektionen und Vorurteile herauskommen, und beim Finden von Mitteln angemessene Sichtweisen aufzubringen, was in der Tendenz Selbsterkenntnis beinhaltet.

Das Vermeiden der Einsicht kann negativ gesehen ein Zwang werden und wir können uns lebenslang an gewisse Verhaltensweisen klammern, weil wir diesen drohenden Schmerz der Erkenntnis unserer Unzulänglichkeit nicht ertragen wollen; und bevor wir nicht diesen "Schmerz der Erkenntnis" zulassen, wenn wir nicht für wahr nehmen können, dass die Dinge aus dem Ruder gelaufen sind, werden wir weiterhin über diesen Schmerz der Erkenntnis hinweggehen und vielleicht in einer falschen Richtung suchen. 

Was ist dieser Schmerz nicht viel mehr als wie einzusehen, dass wir und jeder Mensch irgendeine Schwäche haben? Nur unsere Chironposition vermittelt uns den Eindruck, eine besondere Schwäche zu haben, aber andere würden das von außen (in Bezug auf uns) vielleicht gar nicht so drastisch wahrnehmen! Es ist ein sehr subjektiver Eindruck.

Das gesunde Maß

Das gesunde Maß ist mit Chiron eine Errungenschaft und Tugend - diese Eigenschaften können wir erreichen, indem wir mit Chiron erkennen, was mit den Dingen, die wir zu fügen bereit sind, weiterhin verbunden sein kann. Das gesunde Maß betrifft sowohl Handlungen als auch Einstellungen und Erwartungen, wozu auch Sorgen oder Dinge zählen, die wir eigentlich besonders beachten wollen.

Das ist die wertvollste Fähigkeit, die Chiron uns bringt: Die Erkenntnis, was mit bestimmten Dingen an Kausalität weiterhin verbunden sein kann. Und eine negative Verwirklichungform des Chiron liegt in dem genauen Gegenteil, nämlich nicht in der Lage zu sein, diese Kausalität oder mögliche Fügung unvoreingenommen zu erkennen - diese Fügungen bestehen auch in dem, was wir als Haltung oder Einstellung aufbringen, die zum Beispiel aus den Rückwirkungen unserer Handlungen entstehen. Wir können uns selbst jederzeit neu die Anlässe liefern, aufgrund der wir uns erst verletzt fühlen werden. Hier stellen wir uns selbst ein Bein.

Ausserdem geht es um die Reinheit des eigenen Selbst, aber auch von Methoden, Techniken und eigenen Talenten. Ein sprichwörtliches Sandkorn kann hier die Ausführung behindern. Was wir sind, haben wir angenommen im Laufe des Lebens. Etwaige Komplexe könnten uns aber an der Auslebung unseres Eigenen hindern. Daher kann uns Chiron helfen, uns von dem zu lösen und zu reinigen, was nicht zu unserem ureigenen Wesen gehört. Wozu auch der Schatten gehört.
Reinheit ist in diesem Sinne nicht als absolutes Maß zu verstehen, eher als Ideal. Es gibt schliesslich auf Ebene des Geistes, des Selbst oder des Wesentlichen schlecht eine totale Reinheit. Auf dieser Art zeigt sich auch sehr gut, warum Chiron so sehr mit dem Jungfrauzeichen korrespondiert, da es um optimalen Verwertung der Möglichkeiten geht.

Astrologische Bedeutung der chironischen Verletzung

Wichtig für Chiron ist der Umstand, dass es nicht in erster Linie um die Verletzung geht, sondern um das Finden geeigneter Mittel!
Meiner Ansicht nach trifft das viel eher die essentielle Bedeutung des Chirons. Die Verletzung ist nur hintergründig und als Ansporn zu deuten, mit der wir - wie bei jeder Verletzung - nach geeigneten Mitteln der Heilung suchen. Sonst kommt man auch leicht zu dem Gedanken: "Ja gut, ich bin verletzt". Aber die Konsequenzen der astrologischen Wirkung werden damit nicht allzusehr aufgezeigt. Wäre Chiron ein Planet, der allein die Wunde oder Verletzung bedeutet, dann steht damit noch nicht geschrieben, was dies denn verursacht! Und was die Wunde verursacht ist eben das Suchen nach Mitteln. Und das wird auch gut in der mythologischen Geschichte veranschaulicht (nicht immer passen Facetten des Mythos zur astrologischen Bedeutung; diesmal ist es sehr offensichtlich). Im Myhos suchte Chiron unaufhörlich nach Mitteln der Behebung seiner Verletzung, fand daraufhin aber andere Mittel für andere Dinge, nur nicht die Heilung für die anvisierte Verletzung. Gewöhnlich wird das so verstanden, dass er andere heilen konnte nur nicht sich selbst. Ich meine, die Bedeutung ist eher, dass er auf seinem Weg ein Mittel zu finden, zu ganz anderen Mitteln kam, nur nicht zu dem Mittel, das er ursprünglich suchte!
Das korrespondiert freilich mit der negativen Bedeutung des Chirons astrologisch gesehen. Dass aber Chiron für andere ein Mittel sucht, deckt sich einfach nur sehr wenig mit der astrologisch feststellbaren Wirkung des Chirons und der wichtigen Tatsache,  dass wir erst dann andere helfen können, wenn wir uns selbst geheilt haben!
Indem Chiron mit der Jungfrauenergie korrespondiert wird auch der Eigenbezug jener Suche nach Mitteln nochmals deutlicher. Wenn wir anderen helfen, tun wir das bei Chiron aufgrund unseres eigenen Wissens (das wir zum Beispiel anwenden).
In der Weise wie oben beschrieben, sehen wir auch die Neptun Qualität am wirken. Wir können annehmen, dass die quälende Ordnungssuche und -liebe der Jungfrau eben durch diese neptunische Qualität (Chaos und Unübersichtlichkeit) herausgefordert wird, die enger besehen aber auch eine Fülle an Möglichkeiten bedeutet, was ebenso mit der wässrigen Qualität des Neptuns korrespondiert.

So erleben wir Chiron auch als Ablenkung von der eigentlichen Suche. Wir kommen zu ungeeigneten Mitteln und finden nicht das passende Mittel. Wir müssten die gefundenen Mittel oft erst noch hinsichtlich der geeigneten Anwendung prüfen, und nicht sogleich auf das anwenden, was wir vorhatten zu beheben.

Die chironische Verletzung kann auch als Geschenk betrachtet werden, wie es ein Astrologe beizeiten formulierte. Denn Chiron verleiht uns die Einsicht, dass menschliche Schwächen uns erst zum Menschen machen. Wir wachsen erst dann über die Schwächen hinaus, wenn wir sie zunächst annehmen und als Teil von uns betrachten. Dann lässt sich da etwas gestalten, beeinflussen, verändern.
Diese Wunde ist etwas, was uns aufmerksam macht - wo statt Verdrängung und Oberflächlichkeit, die Einsicht und Analyse in Problembereiche möglich wird.

Es ist manchmal so, dass mit vielen Situationen und Lebensphasen, die mit Chiron zusammenhängen, eine schwierige Läuterung und Lernerfahrung einher gehen kann. 

Man muss bei Chiron ein wenig auf der Hut sein, dass man nicht alle Probleme, die man in dem Haus- und Lebensbereich hat, der mit Chiron zusammenhängt, auf Chiron projiziert, ihn also zum Sündenbock macht. Besonders wenn ein anderer Planet noch in dem selben Zeichen oder Haus steht, gilt es zu differenzieren, was wirklich zu Chiron gehört und was zum anderen Planeten gehört (selbst Mars kann eine Angst mit sich bringen, genauer beschrieben: eine Angst vor Auseinandersetzung und Konfrontation; man erfährt den Lebensbereich dann als mit Spannung aufgeladen). Man kann allerdings feststellen, dass das Haus und nicht nur das Zeichen einen Planeten indirekt mit Chiron verbinden kann, was man als leichte Konjunktion werten mag. Also eine Beeinflussung von Chiron kann man stets auf das gesamte Haus beziehen, nur sollte man wie gesagt da noch differenzieren.

Es ist ein falscher Weg, wenn man meint, man würde niemals die richtigen Mittel finden - vor allem, wenn man dabei glaubt, dass man eh nichts tun könne und sich so den ungünstigen Fügungen überlässt, die auch aufgrund einer inneren Resonanz zustande kommen.
Es geht vielleicht gar nicht um das richtige Mittel, sondern um den Plural. Die richtigen Mittel für Dinge und Themen, die mit der eigentlich empfundenen Verletzung selbst oft nichts zu tun haben, sondern eher mit dem ganzen Lebensbereich, mit dem Chiron verbunden ist.
Die Verletzung ist oft nur der Ansporn oder ein triftiger Grund der Sensibilisierung für diesen Lebensbereich. Eine solche Verletzung kann man zusammenfassen mit dem Eindruck, in dem jeweiligen Hausbereich nicht über die Mittel verfügen zu können, die man braucht. Aus dem Zwang heraus greifen wir zu allem möglichen, und finden meistens nur die ungeeigneten Mittel, Methoden, Handlungsweisen usw.. Aber es ist meist gar nicht so bestellt, dass man wirklich nicht in der Lage wäre, gewisse Themen des Lebensbereiches erfolgreich zu beeinflussen! Es ist eben oft nur ein Eindruck. Dieser Eindruck nährt in uns aber auch die Suche. Und das kann man positiv werten, weil wir sonst gar nicht so ein Auge auf diesen Lebensbereich hätten. Man muss nur lernen damit umgehen zu können. Auch hierbei zeigt sich die leicht angelegte Neptunqualität des Chirons, da er uns leicht zur Täuschung führen kann, dass gewisse Probleme bereits realisiert sind, während es oft eben nur unsere Wahrnehmung ist, die einen solchen Brennpunkt für sich erfährt. Neptun liegt vermutlich komplementär in Chiron angelegt. Chiron selbst hat mit Neptun nicht viel am Hut. Wäre dem so, dann würde er nicht in Jungfrau ein geeignetes Zeichen finden. Wie jedes Zeichen verkörpert sich aber in einem bestimmten Bereich des Erlebens dann auch das Gegenzeichen sehr deutlich. Nicht aber in der ganzen Breite der Entsprechungen des jeweiligen Zeichens. 

Die Wunde, die mit Chiron gemeint ist, ist manchmal keine reale und regelrechte Verletzung, sondern fast schon ein imaginärer Trieb, der aus Vorsicht und Vorwegnahme nach Mitteln suchen lässt. Die positive Ausdrucksform besteht darin, dass man aufmerksam wird für die Gegebenheiten und Gelegenheiten, die sich bieten, nämlich günstige Mittel, Verhaltensweisen, Herangehensweisen, Wissen oder Lösungen für bestimmte Dinge zu finden. 

Diese möglichen Lösungen sollten aber über den Eindruck der persönlichen Verletzung hinaus gehen. Nach der Verletzung zu handeln und sich von der Verletzung angetrieben zu fühlen, führt offensichtlich sehr leicht zur negativen Ausdrucksform.
Es ist in erster Linie ein Eindruck, und er sollte zu der günstigen Ausdrucksform finden, nämlich zu schauen, ob ein Mittel geeignet ist und wenn es das ist, das auch anzuwenden, und keineswegs versuchen zu viel des Guten beizusteuern. 

Es kann sein, dass die Heilung an einem fernen Ende der fortgeschrittenen Arbeit an sich selbst stattfindet und vielleicht in der angenäherten Ganzheit besteht.
So mag es uns eines Tages ergehen, dass wir gewisse Umstände einfach hinnehmen können, ohne noch ein besonderes Aufheben darüber zu machen.
Die Gefahr sehe ich in der zu kurz gegriffenen Verhaltensweise, ab einem bestimmten Zeitpunkt sein Schicksal törichterweise nicht mehr verändern zu mögen, weil man sich angepasst hat. Besonders wenn Saturn mit Chiron im Aspekt steht, ist das oftmals anzutreffen.
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit zur Veränderung, und zugunsten der Stabilisierung unserer Integrität; - so können wir unsere Einstellung in Bezug zu unserem wunden Punkt ändern, während wir es nicht versäumen passende Gelegenheiten noch wahrzunehmen und ein Auge für die passenden Mittel zu haben, die sich auf unserem Weg zu erkennen geben könnten, während wir gleichwohl bereit bleiben, auch in uns selbst, im Inneren uns noch flexibel zu zeigen und mögliche Fügungen herbeizuleiten oder zu ermöglichen und andererseits auch nicht zu erwarten, ein Mittel unbedingt finden zu müssen.

Sensitivität

Mit und bei Chiron kann man die Gabe der Sensitivität und Einfühlung entwickeln.  
Meist steht die Sensitivität bei Trigonen und Sextilen im Vordergrund, und die Projektion, der Zwang ein Mittel zu finden oder die Flucht steht bei Quadraten und Oppositionen im Vordergrund. Eine Konjunktion ist nicht immer eindeutig das eine oder andere, doch steht bei der Konjunktion in der Tendenz anscheinend die Sensitivität im Vordergrund, die schliesslich im Verlauf der Bewusstwerdung nur noch von der Neigung, sie auf andere zu projizieren, befreit werden muss.

Man kann oft feststellen, dass man - aufgrund der eigenen chironischen Sensitvität - gewisse Dinge ganz genau zu beurteilen pflegt und womöglich auch eine gewisse Haltung dazu einnimmt, die deutlich das Merkmal einer Zuspitzung trägt. Aus der Empfindlichkeit gegenüber gewissen Themen erwächst manchmal eine deutliche Gegenhaltung, die aufgesetzt und künstlich ist und überwunden werden sollte.

Sensibilisierung

Wenn die chironische Wunde zum Mittelpunkt wird, fällt das sehr leicht auf, etwa wenn man in Bezug zu gewissen Dingen immer wieder dieselben Anschauungen und Meinungen aufbietet oder ein bestimmtes Verhalten zeigt, sich dabei aber nur im Kreise dreht, im Kreis um die eigene Wunde herum, und man kommt nicht weiter, paradoxerweise; - da man nicht lockerlässt, sucht man unaufhörlich sich die Pfeile aus der Wunde auszutreiben, wie ein Getriebener, und kommt leicht zur Unangemessenheit. Man verkörpert dann den humpelnden Kentauren, animalisch angetrieben, der sich nicht besinnen will, und immer wieder Gründe findet, so weiterzumachen, und zwar deshalb, weil man massgeblich durch sein eigenes Handeln diese Gründe aufbietet, die auf den Handelnden ja auch zurückwirken werden. Es ist fast wie im Spinnennetz, umso mehr man sich windet, desto mehr verstrickt man sich, da man bei Chiron mit desto mehr Handlungen auch umso mehr an die empfindliche Wunde rühren mag.

Egal ob Sextil oder Quadrat, es kann in beiden Fällen darum gehen, einen zu einfachen und zu leichten Weg gefunden zu haben, wie man mit Schwächen und Unzulänglichkeiten von sich oder anderen umgeht - Quadrate und Oppositionen wirbeln nur mehr Wirkungen auf, die schwerer überschaut werden können, und die durch die Spannung einen zusätzlichen Druck erzeugen, um ein Mittel zu finden. Man agiert weil man glaubt, man müsse es tun, obwohl es eigentlich nur eine Reaktion auf die eigene chironische Wunde darstellt. Viele äußere Anläße können diese Getriebenheit stimulieren.

Während man beim Trigon oft nicht bemerkt, wie man in ein entsprechendes Verhalten kommt oder zu einem Fluchtverhalten, weil man beim Trigon sich die Harmonie erhalten will oder weil die Dinge leicht ins Fliessen geraten.
Beim Sextil oder Trigon wird die eigene Reflektion tendenziell leichter ermöglicht, man erkennt die Chance, die darin liegt, zu einem angemessenen Verhalten zu kommen, und kann die Chance oft ohne grössere Reibung nutzen.

Quadrate und Oppositionen werden immer auch ein Stück Überwindung eigener Voreingenommenheiten erfordern. Die Bereitschaft ist nötig, sich eine vermeintliche Blöße zu geben, die vielleicht niemand anderes erkennt - nur man selbst glaubt, man dürfe sich diese Blöße nicht geben. Der Druck ist gross, und deshalb muss man wohl oder übel bereit sein, auch mal inne zu halten, was ungefähr bedeutet, die ungeschützte Flanke der Verletzung preis zu geben. Es ist wie bereits betont die eigene Verletzung, jemand anderes mag diese gar nicht beachten. Nur durch Zufall scheint es, gerät die eigene Wunde ins Kreuzfeuer der Umstände oder der Einflüsse anderer Menschen. Wenn man begreift, dass niemand absichtlich die Verletzung berührt, kann man die eigenen Hebel in Bewegung setzen, die dazu führen, aus der eigenen Sensibilisierung klug und weise hervor zu gehen.
Quadrate und Oppositionen können sehr viel Lebenserfahrung beisteuern, indem man schlussendlich viele Hürden nehmen musste um zu einem angemessenen Handeln oder günstigen Fügungen zu kommen. Wo man vieles einsehen musste, da wird klar, dass man auch viel gelernt hat.

Bedeutsam ist auch ein Effekt der Gegensätzlichkeit, die ebenso mit der Empfindlichkeit zusammenhängt. Es entsteht eine Gegenhaltung, die auf die Empfindung einer Lücke oder eines Mangels folgt. Man wendet unbewusst den Mangel ab, indem man zum Gegensatz kommt. Das drückt sich zum Teil deutlich auf einer Ebene der Häuser aus, so dass das gegenüberliegende Haus und seine Prinzipien unbewusst als Lösung für die Probleme herangezogen werden, die in dem Haus existieren mögen, in dem Chiron steht.
Auf niedrigem Niveau gelebt, ist die dadurch zustande kommende Haltung und Meinung plump und naiv-gegensätzlich, auch oberflächlich und sehr einseitig. Man macht sozusagen einen grossen Bogen um die Problembereiche und kommt im gegenüberliegenden Haus zu den Fluchtstrategien, die man im Haus des Chirons aufbringt.
Auf höheren Niveau gelebt, kommt man auf diese Weise aber immer mehr zum Ausgleich der Häuserachse und kann das Haus, in dem Chiron steht, leicht durch das gegenüberliegende Hausprinzip ergänzen und vervollständigen!

Chiron kann als andauernder Antreiber angesehen werden.
Wir sollten zweimal überlegen, ob wir die Betonung unserer Suche nach außen verlegen oder nach innen. Ich glaube, wir können viel mehr in die für uns günstige Richtung kommen, indem wir einige Dinge in uns selbst verändern und außen Chancen und Gelegenheiten erkennen. Anstatt um jeden Preis im Außen etwas zu verändern, um durch die Rückwirkungen das Innen befriedigen zu wollen. Chiron ist weder Mars noch die Sonne, er stellt keine solche Kraft dar, die dafür prädestiniert ist, nach außen hin zu wirken um unsere Bedürfnisse zu stillen.
Es zeigt sich bei Chiron jedenfalls sehr oft, dass wir weiter kommen, wenn wir nach innen schauen, sofern wir einer schwierigen Situation ausgesetzt sind, und wir mögen dadurch auch viel eher die gerade notwendige und schickliche Möglichkeit erkennen - aber nur, wenn wir nicht auf die Seiten in uns schauen, die mit Angst oder Unsicherheiten verbunden sind. 
Chiron kann uns eine Pforte zu unserer wahren Bestimmung sein, aber finden werden wir den Schlüßel zu den Möglichkeiten bei Chiron oft nur in uns selbst. Durch die besondere Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, die Chiron uns verleihen kann, erhalten wir einen Riecher, einen guten Draht zu besonderen Themen. Und durch unsere Sensibilisierung werden wir auf einige Dinge von Zeit zu Zeit einfach aufmerksam und unser Wissen um diese Dinge nimmt beständig zu - aber nur, wenn wir wir aus der Angst und Unsicherhheit herauskommen und die Dinge nüchtern zu beurteilen in der Lage sind.

Manchmal steht Chiron für einen Brennpunkt auf irgendetwas, am deutlichsten wird das astrologische Haus in dem Chiron steht, als Brennpunkt erlebt, aber auch jeder Aspekt von Chiron, und weist auf etwas hin, was vom Eindruck her nicht "in Ordnung ist". Hier müssen wir bemüht sein, die Ausgeglichenheit herzustellen und nicht zu verlieren. Viel zu oft manifestieren wir aber gerade die Unausgehlichenheit weiter, und zwar durch unangemessenes Handeln (Aktionismus, Betriebsamkeit, Getriebenheit). 

Es mag sogar den Fall geben, da jemand sich lange mit ungeeigneten Mitteln beschäftigte, und dann eines Tages feststellen muss, dass diese nicht mehr weiterhin befriedigen können, vielleicht weil ein nur sehr geringer äußerer Anlaß dazu kommt. Das mag eine grosse Eruption von Sinnlosigkeit hervorrufen und man krankt an dem Lebensgefühl, im Leben nicht mehr weiterzukommen - diese schwere Bedrückung wird nur aus der Gewohnheit und Routine hervorgerufen, und es fällt mit dem Alter schwer, neue Gewohnheiten und Sichtweisen heranzubilden, wenn man sich lange Zeit mit bestimmten Dingen identifizierte und Erwartungen damit verband.

Chiron treibt an, indem er wie ein Kitzler auf etwas hinweist. Steht ein Planet im Aspekt zu Chiron, kann sprichwörtlich dieser Planet im Laufe der Zeit zur höchsten Entfaltung  gebracht werden, weil es immer etwas gibt, Chiron nämlich, was diesen Planeten perfektionieren lässt. Es entsteht mit der Sensibilität im besten Fall eine besondere Achtsamkeit, und aus der (Lebens-)Erfahrung ein Wissen um Besonderheiten.

Weiterhin ist anscheinend insgesamt bei Chiron folgende Polarität angezeigt: Saturn als Konzentration der Erfahrung und als Begrenzung; und Uranus als das Auflösen der Beschränkungen und als Evolution, als Veränderung und Mutation des Bestehenden. Was mit Saturn zunächst gegeben ist als Beschränkung, wird mit Uranus weitergeführt zu den passenden Antworten auf diesen Zustand. Chiron kreuzt beide Umlaufbahnen und kann sowohl zur Konzentration und Ausdauer führen (Saturn), als wie zur Innovation des Notwendigen (Uranus). Ausserdem ergibt sich in dieser Weise auch die Überwindung der eigenen Schattenthemen, denn Chiron kann uns dies - als Chance zur Ganzheit zu gelangen - nahelegen.

Macht und Fähigkeiten (Autorität und Kompetenz)

Aus der Bewusstheit über die Mittel zu verfügen oder nicht, erwächst auch beinahe zwangsläufig ein Machtaspekt von Chiron. In dem Haus und Lebensbereich, in dem Chiron steht, werden wir immer eine Aufmerksamkeit entwickeln, vielleicht sogar eine Spürnase haben, und eigene Erfahrungen im Finden von geeigneten Mitteln vorweisen können. Aus dem Antrieb, über die Mittel verfügen zu wollen, werden wir hier anderen immer etwas voraus sein können, womit sich eine gewisse Macht und Autorität ergeben kann.

Zusammenfassung

Meist geht es um einen angemessenen Umgang mit den angesprochenen Lebensbereichen bzw. den beteiligten Planetenprinzipien,

Jeder Aspekt von Chiron kann als wahre Bereicherung dienen, sofern wir die Herausforderung annehmen und uns um Bewusstheit und Authentizität betreffend der beteiligten Planeten bemühen.

Chiron als Antreiber

Was Chiron uns vor Augen führt, hat viel Ähnlichkeit mit einem animalischen Instinkt, der in uns das Verlangen weckt, einer Verletzung entgegen zu wirken. 
Es stellt eine durchaus positive Qualität des Chiron dar, weil wir damit letztlich ein weiteres Erkenntnismittel zur Verfügung haben. Es ist auf eine gewisse Art ein Problembewusstsein, ein Krisenbewusstsein.
Aber wir müssen uns aus der Subjektivität befreien, und erkennen, dass es unser eigener Schwachpunkt ist, der meist kaum damit zu tun hat, was andere objektiv tun. Was andere tun, ist für uns nur deshalb verletzend, weil wir mit unserer eigenen chironischen Wunde eine entsprechende Resonanz auf diese Erfahrungen haben. 
Die Krisen werden in unseren eigenen Augen als solche Krisen wahrgenommen, weil Chiron unseren Blick so weit schärft, dass wir eventuelle Probleme zugespitzt wahrnehmen.
Es ist ein wunder Punkt im Radix, der uns eine besondere Aufmerksamkeit bringt. An diesem Punkt wird unsere Wahrnehmung mit Fügungen konfrontiert, die zum Teil immer als besonders auffallend oder störend wahrgenommen werden, weil sie den geordneten Zusammenhang oder Ablauf vermissen lassen. Es fehlt dann etwas; die Wahrnehmung eines Ordnungsgefüges, einer Ganzheit und Vollständigkeit, ist "verletzt". Eine Lücke, ein Riss im Gefüge ist in unserer Wahrnehmung entstanden. Oder eine Erfahrung solcher Mängel wird befürchtet und solche Erfahrungen können auch kleinere Krisen auslösen, weil man dann den Eindruck hat, als fehlten einem die Mittel, um etwas gegen solche Erfahrungen tun zu können.
Psychologisch entsteht der Eindruck, sich in besonderer Weise um die angesprochenen Lebensbereiche oder Seinsbereiche bemühen zu müssen.
In dem Maß, wie man auf eine solche Verletzung eines bestimmten Ordnungsgefüges hingelenkt ist, nimmt man auch diese Verletzung subjektiv wahr.
Die Ahnungen vor Verletzbarkeit nicht gefeit zu sein, verlocken uns dazu, ein Mittel zu finden, nämlich eine Antwort zu haben.

Sensibilisierung für Fügungen

Mit Chiron haben wir einen Faktor, der uns mahnt, hinsichtlich bestimmter Lebensbereiche für die richtigen Fügungen zu sorgen, die wir mit angemessenen Einsatz von Mitteln begünstigen können.
Wenn wir hinsichtlich der in unseren Augen "kranken Stelle" etwas angemessenes tun, kann der Umgang mit dem Thema immer mehr in eine günstige Richtung weitergeführt werden.
Man wendet die Mittel so ein, dass entsprechend den mit Chiron beteiligten Planeten und Lebensbereichen eine Fügung entsteht, die dem Sinn und Zweck dieser Lebensbereiche und der angesprochenen Funktionen von Planeten entsprechen. Mit Chiron wollen wir hier Ordnung herstellen, und werden genötigt, dabei genau zu sein.
Ob die Fügung auf psychologischen Ebenen stattfindet oder in realen Handlungsfeldern ist gleich.
Die Erfahrungsdimension dieses wunden Punktes wird durch Chirons Konstellation im Radix beschrieben. Die grösste Relevanz haben das Haus in dem Chiron steht, und seine Aspekte zu anderen Planeten. Besonders die persönlichen Planeten im exakten Aspekt mit Chiron (Orbis 2°) weisen eine starke Sensibilisierung für Fügungen auf: diese Sensibilisierung ist am vordergründigsten sowohl bei Aspekten zu Mond, Merkur, Venus, Mars, Saturn, als auch bei einem Chiron in einem der Eckhäuser.
Chiron sensibilisiert uns für die Fügung, die in diesem Hausbereich erlitten wird.
Ähnlich sensibilisiert Chiron für die Fügung, die mit den im Aspekt beteiligten Planetenfunktionen zusammenhängen.
Chiron bedeutet als ein psychologischer Faktor vielleicht nichts anderes als wie über eine "besondere Aufmerksamkeit" zu verfügen, und steht für die Folgerichtigkeit, wie wir uns im Leben bemühen, eine wahre Qualität unserer Intelligenz im Lösen gewisser Problembereiche zu finden. So ist er für uns ein "Antreiber". Und Chiron zielt nicht in erster Linie auf konkrete Aktion, sondern in erster Linie auf die Einstellung und angemessene Herangehensweise, ab hier erst kann bei Chiron ein konkretes Verhalten angemessen werden.
Empfindlich registrieren wir die Fügungen bezüglich eines bestimmten Themas. Die wachsame Aufmerksamkeit geht  in eine bestimmte individuelle Richtung, die im Radix durch das Haus und die Aspekte von Chiron angezeigt werden. Wann immer hier Probleme auftauchen, oder Unsicherheit erzeugende Situationen entstehen oder wir solche vorfinden, in denen wir kein genügendes Mittel finden, rührt das an dem Eindruck, dass man etwas tun muss und dass man es richtig tun muß oder sollte, und zwar hinsichtlich gewisser Zielvorstellungen. Thema und Ziel werden von beteiligten Planeten und dem Haus beigesteuert und von Chiron oft mit einer Übertriebenheit oder Überzogenheit gefärbt. 
Ist Venus zum Beispiel ein Faktor, der in Aspekt mit Chiron steht, so sind Beziehungsthemen angesprochen. Wir suchen mit den Mitteln, die uns in Beziehungen zur Verfügung stehen, unsere Verletzlichkeit zu überwinden (extrovertiertes Verwirklichung; oft auch Opposition) oder wir neigen dazu, in Beziehunsangelegenheiten immer einen besonders behutsamen Weg zu wählen (introvertierte Verwirklichung); die Gefahr ist hier Überforderung oder extreme Einseitigkeit; wir könnten aber auch flüchten vor gewissen Angelegenheiten innerhalb von Beziehungen, indem wir irgendein Mittel wählen, das dazu geeignet scheint, ein Problem weitläufig zu umgehen. Positiv können wir in Beziehungen um die möglichen Störungen wissen, um mögliche negative Einflüsse, und finden eine Möglichkeit, um heilsame Taten zu vollbringen oder Störungen abzuwenden.
Umso weniger bewusste Achtsamkeit, Nüchternheit und Konzentration wir aufbringen, desto mechanischer wird unsere Reaktion und so kommen wir zum Getriebensein, zur Verzweiflung, Verdrängung des Problems durch irgendwelche Bemühungen, die nur den Schein erwecken, etwas gegen das Problem getan zu haben. Man überdeckt dann den Eindruck vor einem Problem zu stehen mit einer unangemessenen Tat, die paradoxerweise oft genug erst recht das Problem verschärft -   wir glauben so sehr an diese Verletzung, dass wir zB annehmen, auch andere würden diese an uns wahrnehmen. Wir wollen uns aber nicht bloß stellen oder durch unser Nichthandeln eine unglückkliche Fügung verursachen - aber wie gesagt, gerade durch überzogenes Handeln - unangebracht und zur falschen Zeit - sorgen wir aber für eine höhere Wahrscheinlichkeit einer solchen in unseren Augen unglücklichen Fügung. Oder man hat ein Verlangen sich irgendwo und irgendwie zu vervollständigen, versucht es aber mit solchen Konsequenzen, die dann erst recht eine unglückliche Fügung verursachen bzw. dann erst den Eindruck einer Verletzung schaffen.

Lebenserfahrung

Die Erfahrung, die Chiron uns bringt, besteht in einer erlittenen Beschränkung, nämlich etwas Bestimmtes oder Unbestimmtes nicht zur Verfügung zu haben. Was Chiron verursacht,  das kann im späteren Leben (ab der Pubertät und Jugend) darin bestehen, nicht zu wissen, was man in einem Augenblick tun sollte. Metaphorisch ausgedrückt, kann es oft so sein, dass wir einen grossen Bogen um den Eindruck einer Verletzung machen. Es ist der Eindruck oder eine befürchtete Verletzung, nicht die Tatsache einer Verletzung, um den wir in Wahrheit mit Chiron einen Bogen machen. In dieser Hinsicht hat Chiron viel mit unseren Instinkten zu tun, und es scheint, als würde er diese Instinkte beunruhigen. Ähnlich wie bei Uranus können wir daraus einen zusätzlichen Gewinn ziehen, wenn verstehen, dass wir nicht um jeden Preis in irgendeine Richtung abgelenkt werden brauchen. 
Meines Erachtens nach erhalten wir in den meisten Fällen wirklich mehr Gewinn durch die von Chiron mitgebrachte Aufmerksamkeit, als wie die empfunde Beschränkung real wäre. Sie ist zwar real, wird aber anscheinend nicht von Chiron ausgelöst. Wenn wir unser Radix anschauen, finden wir eine Menge an Potential, aber auch an fehlenden Eigenschaften, die entstehen, weil wir dieses Potential noch nicht ausgeschöpft haben. Chiron zeigt uns diesen Umstand.

Mit Chiron erkennen wir unsere Schwächen und können daran wachsen. 

Weisheit

Mit der Zeit und richtigen Einstellung gewinnen wir in den mit Chiron verbundenen Konstellationen Kompetenz, Fähigkeit und Reife.
Das gilt besonders für das Haus des Chiron. Wenn wir nicht authentisch sind, dann resultiert daraus eine aufgesetzte Scheinheiligkeit, falsches Wissen oder falsche Schlussfolgerungen oder es ist ein billiger Fluchtmechanismus, was uns und anderen nicht weiter hilft. Man kann oft erleben, wie man eine Ungereimtheit überwindet, indem man einen Zusammenhang oder ein Wissen konstruiert, wlches aber nicht richtig ist, aber einen gewissen unberührbaren Schein erweckt.
Wir können überlegen, ob es dann nicht sinnvoller ist, zum Beispiel bei einem Thema, bei dem wir nicht Bescheid wissen, uns der Worte zu enthalten.

Wir haben nur den Eindruck, dass andere wegen zB unserer Unwissenheit in uns eine Schwäche sehen könnten, aber wir sollten hin und wieder annehmen, dass andere vielleicht gar kein Interesse daran haben, diese Schwächen bei einem zu sehen - und wenn sie es tun, dann ist es vielleicht auch eher ihr eigenes Problem von Projektionen und Spiegelungen.

Weitere Bedeutungen von Chiron

Weisheit, die unten noch beschriebenen Prinzipien des "Zapfhahns", der Synergie, des Eingangs, des Schlüssels etc. gehen aus dem Urprinzip von Chiron hervor. Chiron kommt irgendwie eine komplementäre Wirkung zu, welche das Prinzip der Verletzung wie einen positiven Schatten prompt (quasi instinktiv) beantworten lässt und ein Mittel herbei findet, sei es passend oder unpassend. Fehlt die adäquate Antwort, würde das die direkt übersetzte Erfahrung von Verletzung aus der erlebten Beschränkung heraus ergeben. Vielleicht finden sich nur auf einem langen Weg die richtigen Verhaltenswege um aus der erlebten Beschränkung zu finden.

Wir erfahren mit Chiron eine Nötigung, und finden dadurch gerade zur Weisheit und besonderen Fähigkeiten. Die Konfrontation, die Chiron uns aufnötigt, eröffnet uns erst manch ein Talent. Ein Planet, der in Aspekt mit Chiron steht, erfährt durch Chiron beständige Aufmerksamkeit, als reibe er und verfeinern wir, damit der Fluß reibungsloser wird; aber auch Achtsamkeit wird uns so gegeben, wir beachten auf beherzte Weise bestimmte Auswirkungen des Planeten, der in Aspekt mit Chiron steht. Bei Quadraten oder Oppositionen ist es allerdings oft gerade diese beherzte Weise, die uns fehlt, die wir erst aufzubringen lernen müssen.

Was mit Chiron gegeben ist, das ist eine Möglichkeit und auch das menschliche Bestreben Antworten zu finden. Diese müssen nicht immer richtig sein! Gerade das ist sehr oft bei Chiron zu beobachten und verweist auch auf die Reife, die wir in Bezug zu einem Thema oder unserem Sein entwickelt haben (dieses Thema ist abzulesen am Haus von Chiron; während Aspekte von Chiron zu Planeten direkt auf unsere Verhaltensweisen aber auch Gaben und Fähigkeiten verweisen). 

Eine normale Reaktion unserer Persönlichkeit oder unseres Willens auf erfahrene Verletzung (direkte Konfrontation mit Beschränkung), ist oft die Gegenverletzung - weil wir vielleicht glauben, wenn wir uns zu Wehr setzen, dann schreckt der Stachel, der in uns wetzt, zurück, deshalb die Stacheln von Rosen, die aber bei den Rosen bereits eine Art Vorsichtsmaßnahme bedeuten. Auch hier sehen wir die Verbindung Chirons zu den Instinkten, denn ein Fühler (Instinkt, Sinnesorgan) streckt sich aus, um zu erkennen; daraus wurde die Zurückdrängung von Reizen, wir setzen uns zur Wehr, um die Reize zu verhindern. Was oft natürlich ziemlich primitiv ist, weil es oft nur noch schlimmere Folgen hat, die Umwelt lässt sich schliesslich nicht alles gefallen und sieht die Dinge vielleicht total anders, als wie wir es tun; und man kann nicht verhehlen, dass die meisten Verletzungen, und seien sie auch nur struktureller Art (Gesellschaft), aus bloßen Annahmen bestehen, dass ein Missbrauch stattfinden würde, der aber noch nicht stattgefunden hat.

Das ist besonders bei Quadraten, Oppositionen anzutreffen und wir durch Chiron ultimativ gesteigert (insofern Chiron eine Opposition oder ein Quadrat zu einem anderen Planeten bildet): Zwei Kräfte sind sich uneins und geraten in Konflikt zueinander.
Hier erfahren wir konkret am unserem Leib, wie es ist, wenn zwei Dinge oder Sachen uneins sind. Chiron zeigt in dieser Hinsicht, wie es ist, wenn ein harmonisches Miteinander, die Liebe oder ein Ausgleich fehlt, oder ein reibungsloser Ablauf, was für alle Begegnungen mit Dingen, Sachverhalten und Menschen gilt.

Ein starker Einbezug von Neptun, besonders im 1. Haus, oder in Aspekten zur Sonne oder Merkur, kann diese Tendenz der Verletzung anderer womöglich verwischen, obwohl sie stattfindet; man beschönigt die Wirklichkeit ja leicht mit Neptuns Einflüssen, und ist sich dann nicht über das eigene Handeln im Klaren, wie es zum Beispiel bei anderen wirkt oder ankommt. Positiv ist daran natürlich auch eine gewisse Leichtigkeit der psychischen Stimmung in günstigen Fällen.

Chiron braucht nicht immer die Verletzung zu verkörpern, er kann sogar diese einem bewusst machen, bevor sie geschieht, so dass man behutsam im Umgang mit Menschen wird; zum Beispiel ist bei Trigonen, Sextilen und auch Konjunktionen von Chiron zu Merkur oft zu beobachten, dass man achtsam mit Worten umgeht, in Bezug zu Venus ist man achtsam mit den Geschmäckern anderer Leute oder wie man überhaupt auf andere zugeht bzw. Kontakte pflegt und dabei gewisse Dinge thematisiert, bereit stellt oder ausdrückt. 

Chiron kann sehr viel Potential mit sich bringen, oft steht er für Zugänge zum Wissen (besonders Konjunktionen, auch Spiegelpunkt-Konjunktionen).

In Bezug zur "Verletzung" interessant ist auch die amtliche Sprachregelung, wenn eine Vereinbarung "verletzt" wurde. Oft sind das Vereinbarungen gewesen, die als besonders schwerwiegend galten, und deren verbindliche Einforderung eine Brücke darstellten, dass der Vertrag auch wirklich geschlossen wurde.

Und Chiron kann mit vielen Dingen zusammenhängen. Ob diese der eigenen Entwicklung im Wege stehen oder nicht, meist spitzt sich etwas zu, und dabei kann es sich auch um Wissen handeln oder um eine Einsicht, die daraus erwächst oder erwachsen soll.

Aus dem Mythen um Chiron steht meines Erachtens neben seiner Eigenschaft Kentaure zu sein, und seiner Verletzung, schliesslich die Lehrerschaft vieler Helden (ausgenommen Herakles!) im Vordergrund. Dadurch, dass er viele Helden herangezogen und ausgebildet hat, wird er zum Lehrmeister des Lebens, welches sich dem Strebenden als Schauplatz von Kämpfen verschiedenster Art darbietet. Chiron fordert uns heraus, und was er einem Helden in der Ausbildung abverlangt, ist eben ein Erlernen verschiedener für das Leben nützlicher Künste und Fertigkeiten, neben der Verfeinerung von Tugenden. Und dabei scheint es, dass er zunächst nicht sagt, was zu tun ist, sondern wir sollen die nötige Tat oder Haltung von selbst finden.

Zeichenzuordnung

In Bezug zu den Zeichen, die dem Chiron Prinzip entsprechen könnten, wird meist Schütze und Jungfrau und sogar Waage (Zane B. Stein) genannt. Das Zeichen Jungfrau ist das naheliegendste Zeichen für Chiron, doch sollte man deshalb nicht sogleich Merkur als Herrscher von Jungfrau unbeachtet lassen.
Persönlich halte ich Merkur nach wie vor für gültig und auch wichtig, um das Jungfrauzeichen zu bewerten. Das bestätigt jede Stellung des Merkurs in eben diesem Zeichen, mehr noch die Herrscherbezüge von Merkur zu dem Haus, dessen Spitze im Jungfrauzeichen steht. 

Merkur ist der sogenannte Abendstern.

Was Pluto für Skorpion darstellt, stellt Chiron für Jungfrau dar: Ein archetypisch gesehen übergeordnetes Prinzip.
Ob man Chiron als Herrscherbezug allein für sich genommen einsetzen kann, muss allerdings noch überprüft werden (also zB bei Beachten der Häuserherrscher).

Aus Chirons astronomischen Eigenschaften kann man den Bezug zu Saturn erstellen, und schliesslich die Berührung mit Uranus. Chiron erscheint in dieser Weise als Schlüßel, um die Beschränkung (Saturn) aufzubrechen oder zu erlösen (Uranus). Die Konzentration auf Leiden, Beharrung auf Leiden, Konfrontation mit Leiden (Saturn) und Suche nach Auswegen, neue Wege, neue Fähigkeiten, Intuition (Uranus) fügen sich hier ebenso passend in die Symbolik.
Die Bahn des Chiron kreuzt dabei die Bahn des Saturns in Richtung Jupiter ein kleines Stück, und nähert sich Uranus in seiner Sonnenferne zwar an, überquert und kreuzt die Bahn von Uranus jedoch nicht. Hier zeigt sich vielleicht, dass wir selbst den Weg zuende gehen müssen, uns der Schlüßel nicht in die Hand fällt.
Tatsächlich aber hat Chiron symbolisch gesehen auch eindeutige Bezüge auf Neptun und Mars, die sich nicht aus den astronomischen Begebenheiten erklären lassen, sondern allein durch die Erfahrung mit Chiron im Radix.

Mit Chiron ist auch die optimale Folgereaktion verbunden, die vom Horoskopeigner in Anbetracht von Situationen verlangt wird und Chiron bewirkt diese Situation nicht immer, sondern vor allem kann er bezüglicher solcher Situationen sowohl geeignete als auch ungenügende Mittel bereit stellen. In dieser Weise passt Jungfrau tatsächlich gut mit Chiron zusammen, und auch der Umstand, dass die Jungfrau das Fehlende in einem bestehenden System oder Funktionszusammenhang bemerkt und daran arbeitet, diesen Mangel zu beheben, passt gut zu Chiron.
Jungfrau, und das 6. Haus steht auch für den optimalen Kraftaufwand (um den Alltag zu bewältigen). Nun, Chiron versorgt nicht mit Kraft oder psychischer Ausdauer, stellt aber Mittel und Wege zur Verfügung, sich diese zu erschließen und eine Situation voran zu bringen, indem die richtigen Fortführungen gefunden werden.

Jungfrau und Merkur mögen eine Antwort für Chirons auferlegte und quälende Angelegenheiten bieten, haben vielleicht auch etwas mit erlebten Lücken im System und erfahrenen Grenzen zu tun, und ebenso der Behebung dieser...; - ähnlich wie beim Schützen geht es um die Begegnung verwurzelter Triebe und geistiger Verständigkeit. Die ethische Richtung der Jungfrau hat Ähnlichkeiten mit der (bewusst) frei gesetzten Individualität des Chirons, welche ebenso wie das Jungfrau Zeichen gradlinig ist. Der Schnörkel ist für die Jungfrau Ausdruck von Überfluss. Das Detail ist für sie allerdings dann wichtig, wenn es notwendig zu beachten ist. Man kennt bei der Jungfrau das typische Dienen und Aufgehen in einer Situation oder Struktur. Für Chiron kennt man aber die typische Reizgebung des Mangels, auf die die Reaktion der Verletzung folgt und jenem Eindruck der Einsamkeit und Hilflosigkeit ausgeliefert zu sein. Diese Verletzung, als mit Chiron verbundene Wirkung, ist allerdings im Jungfrau-Zeichen nur marginal angedeutet, und hier kommt vermutlich einfach etwas ähnliches zum Tragen, wie zum Beispiel bei Saturn und Steinbock, was nämlich den Unterschied zwischen Zeichen und Planet angeht. Der Unterschied zwischen Uranus als Planet und Wassermann als Zeichen ist genauso gegeben wie der Unterschied zwischen Fische als Zeichen und Neptun als Planet.

Melanie Reinhart sieht Chiron beim Schützen im Domizil, im Jungfrau steht für sie Chiron im Zeichen der Erhöhung. Damit ergäben sich für ihr das Zeichen Fische als Fall und das Zwillinge Zeichen als Vernichtung (Exil). In Zwillinge, so meint sie, würde sich Chiron nicht wohl fühlen, aufgrund des extremen Dualismus, mit dem die Zwillinge zu kämpfen hätten. Mir persönlich erscheinen diese Bezüge mir viel zu konstruiert, und vermutlich auch zu sehr auf das Offensichtliche bezogen: weil man den Schützen als Kentauren darstellt (der Pfeil und Bogen und der Pferdeleib) .

Die Waage schliesslich käme für Zane B. Stein in Frage, und zwar durch den Arzt/Lehrer Zusammenhang, durch das Bewerten und Abwägen der Waage. Die Jungfrau leistet in Bezug zur Heilung nur punktuelle Arbeit, gibt zum Beispiel das richtige Mittel zur Hand, und heilt den Patienten für den Augenblick, doch  das  Waage-Prinzip sieht hier mehr die Ganzheitlichkeit und auch den Zustand nach der erfolgten Heilung -  laut Zane B. Stein vermittelt die Waage dem Menschen den weiteren Weg, um nicht wieder in ein Ungleichgewicht zu fallen. Das Prinzip der Begegnung wird meiner Meinung nach ebenfalls gut mit dem Waage Prinzip ausgedrückt und mit Chiron ist die Begegnung mit Menschen aber auch Situationen oft erst die Ursache für die Erfahrung der Verletzung. 
Doch auch diese Zuordnung erscheint mir zu konstruiiert. Da könnte man gleichermaßen, je nach Perspektive, die man Chiron verleiht, auch Steinbock, Fische und Skorpion zuordnen.

Ich schätze, mittlerweile kann man als gesichert annehmen, dass Chiron im Jungfrau eine enorme Rolle spielt. Ich würde persönlich allerdings noch nicht den klassischen Herrscher Merkur jetzt durch Chiron komplett ersetzen; jedenfalls etwaige Bezüge zB durch die Häuserherrschaft mit berücksichtigen.

Für mich hat übrigens Pluto eine Ähnlichkeit mit den Kentauren. Obwohl Pluto als Transneptuner betrachtet wird, hat er für mich eher Ähnlichkeit mit den Kentauren, was sich zum Teil sogar durch die leicht exzentrische Bahneigenschaft des Pluto plausibel machen lässt - denn die Kentauren haben ebenso eine solche exzentrische Bahnneigung. Aber vor allem durch die Erfahrungsdimension erschliesst sich ein Zusammenhang. Denn auch bei Pluto geht es oft nicht um ein direktes Handeln, sondern um die Entscheidung, sich nicht zu sehr auf Plutos Wirkungen einzulassen.

Pluto, Pholus, Chiron, Nessus, Hylonome - sie bilden allesamt eine Reihe derselben Deutungsebene, wobei Pluto sozusagen der Anführer der Gruppe ist. Die Ähnlichkeiten Plutos mit Uranus oder Neptun korrespondieren mit der Weite, in der diese Planeten in unserem Sonnensystem von der Erde entfernt sind, aber natürlich auch durch die Bahneigenschaften, die bei Pluto freilich etwas anders sind, als wie bei Chiron oder Pholus - es ist also plausibel, ihn als Hauptplaneten zu betrachten (auch herrschht Pluto eindeutig üüber Skorpion). Aber Pluto und die anderen Kentauren (Chiron, Nessus, Pholus etc.) haben andererseits einige Gemeinsamkeiten untereinander.

Was für Pluto in Bezug zum Zeichen vielleicht eindeutiger ist, das ist bei Chiron und schliesslich auch Pholus weniger eindeutig und sie lassen sich weniger eindeutig zu einem Zeichen zuordnen, vielleicht kann man Jungfrau und Chiron akzeptieren. Jedoch kann man dazu neigen, einen Planeten zu einem Zeichen zuzuordnen, und damit sein Bedeutungsspektrum zu sehr auf das Zeichen zu beziehen.

Man sollte jedenfalls aufmerksam bedenken, dass man Chirons Folgen und Möglichkeiten, wie wir sie erleben, nicht mit seiner reinen Essenz verwechselt, welche als Ursache erst allen weiteren Ableitungen von Chirons Bedeutung und Wirkung zugrundeliegt. 

Im Entdeckungshoroskop (mit Löwe Aszendenten; 18.10.1977; 9:08 UT; Palomar Mt. 116w, 33n) bildet der Mond ein Sextil zu Uranus. Das veranschaulicht diesen Aspekt der Findung eines passenden Teils, konkret übersetzt bedeutet dieser Aspekt: "was ist dem Empfinden nach jetzt richtig?" [Anmerkung: das übliche Horoskop für Chiron ist das vom 1. November 1977; 10:00 PST; jedoch handelt es sich bei diesem um jenen Moment, in dem der Astronom Kowal den Chiron entdeckt hat. Es ist meiner Meinung der davor liegende Moment vom 18.10., als Chiron in die zeitliche Fügung von des Menschen Hand beauftragter Himmelsforschung geriet (Photografie), tendenziell eindeutiger und klarer; - obwohl das Horoskop vom 1.11.1977 eine besondere Bedeutung hat, da wir nicht von vielen Asteroiden ein Horoskop haben, von dem Moment, in dem ein Astronom den Himmelskörper einwandfrei identifiziert (entdeckt). Beide Horoskope sind möglich zu berücksichtigen. Ähnlich wie man zu Deutschland das BRD-Grundgesetz hat und die Wiedervereinigung, die beide etwas verschiedene Ebenen zeigen könnten]

Der Fixstern Adhafera wird von Felber als "Bündelung und Verdichtung von Energien" beschrieben und es wird unten mit dem Begriff Qualifier, ebenso mit dem Begriff Synergie noch deutlich, dass dieses Prinzip bei Chiron stimmig sein könnte.
Mit Mars ist der Fixstern Procyon aktiviert. Ein Stern mit der Bedeutung "grosser innerer Gegensätze, und er kann extrem in die eine oder andere Richtung zeigen".

Dieses Entdeckungshoroskop (18.10.1977) zeigt Chiron auf 3° Stier. Allerdings ist dies nicht die wirklich erste Himmelsbeobachtung von Chiron; die allererste Beobachtung von Chiron fand am 24.4.1895 um 3.32 Uhr UT in Harvard statt (72w 42N). Und ist es nun Zufall, das an diesem Tag im Jahre 1895 die Sonne auf 3° Stier steht?? Es scheint also für Chiron ein bedeutender Grad zu sein, übrigens steht Chiron am 24.4.1895 auf 3° Waage, also im Quinkunx zu seiner späteren offiziellen Entdeckungsposition.

In beiden Horoskopen steht Jupiter und Mars in Krebs, was vielleicht auf einen gesunden Optimismus verweist, wenn man weiss, was man tun sollte, und der sich aus den Urgründen unserer Befindlichkeit (Krebs/Mond) speist, aber es geht auch um Sicherheiten, nach denen man verlangt (die Suche des Verletzten nach Er-Lösung).

Das sabische Symbol für 4° (für 3°01'-4°00'!) lautet:
Der Topf voller Gold am Ende des Regenbogens.

E. Jones interpretiert diesen Grad als "Symbol für wichtige Anregungen durch die äußere, physische Wirklichkeit" und spricht von der inneren Sicherheit, mit der der Mensch auf seinen Wegen den Kurs halten kann. 

Dies verweist sehr deutlich auf die uns bekannte astrologische Dimension des Chirons. Ist dies nicht auch eine momentane kollektive Aufgabe, die Sicherheit im Inneren zu finden, in den Werten, dem System?

Es geht noch nicht mal um inneres Wachstum, sondern um innere Gewissheit, innere Sicherheit im Anbetracht der Rezessionen, Katastrophen, und die Schere, die sich immer weiter spreizt, und die Kluft zwischen Arm und Reich vergössert. Quo vadis, wo solls eigentlich hingehen, was kommt für alle bei herum?... - und da kommt Chiron und spricht aus, was wir insgeheim genauso denken mögen: wir suchen und finden etwas anderes, als wir wollten, auf Umwegen, das uns aber auch vielleicht ebenso weiterhilft.

Chiron im Horoskop

Wo Chiron im Horoskop steht, weist er uns oft auf etwas hin, was von uns noch nicht integriert und akzeptiert ist. Wahrscheinlich oft aus dem Grund, weil noch keine adäquate Haltung dazu aufgebaut ist.

Chiron kann uns reich beschenken, mit der Gabe etwas Instand zu setzen, in Funktion zu bringen, passende Mittel zu finden, besondere Zugänge zu haben, beständig etwas hinzulernen zu können, und das alles auf vielen Ebenen, vor allem in psychologischer und sozialer Sicht. Allerdings stehen für die meisten Menschen zunächst Probleme im Vordergrund, die mit diesen Themen auch zu tun haben können: Mangel an Wissen, die passenden Wege zu finden, Mangel an Menschenkenntnis, Mangel an Fertigkeiten aller Art, oder einfache Unwissenheit, wie man mit gegebenen Situationen umgehen soll, auch weil ein Eindruck vorherrscht, dass man immer wieder etwas verliert, dass etwas weg genommen wird - meist aber hat man als Erwachsener nur noch diesen Eindruck eines Verlustes, weil man empfindlich geworden ist, durch die lange Zeit der Kindheit erfuhr man hier den wunden Punkt, in den die Einflüsse der Umgebung uns verstörten.

Umgang mit Chiron Themen

Solange eine adäquate Einstellung gegenüber dem durch Chiron sensibilisierten Bereich noch nicht eingenommen wurde, schmerzt es. Es ist der wunde Punkt. Es entsteht leicht das Bewusstsein, dass alles vergeblich ist. Die nötige Haltung wäre wahrscheinliche eine, die das Leiden hinnimmt, bzw. wäre ein Bewusstwerdungsprozess. Eine Vorgehensweise, um eine adäquate Einstellung zu diesem Bereich hin zu entwickeln. Ob eine wirkliche Heilung vielleicht nur an einem sehr fernen Endpunkt möglich ist? Manche Astrologen sagen dies so, aber ich glaube, dass man sich andererseits vielleicht mit innerer Stärke so weit entwickeln kann, dass der ehemals schmerzhafte Hausbereich von Chiron gar nicht mehr auffällt - was ein gewisses Lebensalter vielleicht aber auch vorraussetzt. Dass man sich selbst um innere Stärke hinsichtlich des von Chiron verursachten Leidens bemühen kann, könnte mit einer Einsicht in diese Notwendigkeit beginnen, nachdem der laufende Chiron im Auflösungsquadrat zu seiner Radix-Position gestanden ist (Auflösungsquadrat: der Radix Chiron auf 15° Stier, Wachstumsquadrat wäre wenn der laufende Chiron auf 15° Löwe steht; die Opposition als Höhepunkt des Zyklus wird  auf 15° Skorpion gebildet. Das Auflösungsquadrat des Zyklus ist auf 15° Wassermann erreicht. Es ist immer das Zeichen, das im Quadrat steht, welches vier Zeichen vor dem Radix Chiron liegt. Das ist natürlich von Generation zu Genaration unterschiedlich, und es gibt Tierkreiszeichen ,  die Chiron schneller durchläuft (Löwe bis Schütze). 

Das Auflösungsquadrat kommt meist um das 30. Lebensjahr, eine neue Einstellung könnte in den folgenden Jahren langsam wachsen. Die erste bedeutende Radixposition, die nach diesem Auflösungsquadrat von Chiron transitiert wird - vor allem wenn diese Radixposition sich im selben Zeichen befindet, in dem das Auflösungsuqadrat gebildet wurde, und das kann zB eine Hauptachse sein -, könnte Aufschluß darüber geben, welche besondere Situation vielleicht hinzutritt oder ein bestehendes Thema verschäft. Das kann auch eine Krise bedeuten und jede Krise bietet die Chance, darauss gereift  hervorzugehen. 

Es wäre wohl nötig, diese Heilung oder die Beseitigung der Schwäche nicht direkt anzugehen, sondern indirekt eine Stärke zu entwickeln. Es kann auch ein quasi philosophisches Seinskonzept zu entwickeln sein, um mit dem Leiden oder der Erfahrung von Unzulänglichkeit umgehen zu lernen, oder mit der richtigen Einstellung daran wachsen zu können. Sich zu sagen: "ja gut, es ist so, wie es ist, ich nehme die Herausforderung an" - ohne freilich dabei ein Held sein zu wollen -, das ist besser, als wenn man nur hinsieht und etwas hinnimmt, ohne etwas dran verändern zu wollen.

Die Buddhisten drücken in einem bestimmten Sinne aus, dass das Leben schon Leiden bedeutet, und meinen vermutlich in der Essenz nichts anderes damit, als dass man sich bewusst dem Leiden öffnen muss, um schliesslich auf dem Weg, den uns die Geburt vorgegeben hat, weiter zu gehen (nicht einfach nur das Beste draus zu machen, sondern das Leiden als Ansporn zu begreifen, das Beste zu machen).
Viele Tendenzen des gewöhnlichen Leben trachten allerdings danach, das Leiden zu verdrängen. Und Chiron kann da durchaus einen Punkt darstellen, wo sich alles bündelt und sich eine Frage stellt, die man liebend gern mit "Nein", "Schaffe ich nicht" oder "Geht nicht"  beantwortet. Oder aber, und das ist bei Chiron elementar: man projiziert die eigene Schwäche, erkennt Schwächen nur an anderen, oder flüchtet in ein unangemessenes Verhalten, das oft die Natur annimmt, die durch von Chiron aspektierte Faktoren angezeigt ist.

Im positiven fällt man vielleicht aus seiner alten Rolle, nimmt in gewissen Sinne einen friedlichen Kampf auf, und lernt mit der Zeit, die richtigen Antworten auf gegebene Umstände des Innen und Außen zu finden.

Chirons Schmerz kann auch die Erwartung sein, dass etwas in gewisser Weise beschaffen sein soll, und wenn es das nicht ist, kommt die Enttäuschung zustande. Hier zeigt sich vielleicht ein neptunischer Aspekt von Chiron. Aber das eigentliche Entbehren, die "Lücke", ist der typisch chironische Aspekt. Chiron ist wie ein Brennpunkt, möglicherweise interpretieren wir normale Abläufe als verletzend, oder wir sorgen durch unser Verhalten für eine Art selbsterfüllende Prophezeiung, weil wir in einem Vorhinein die Lücke ahnen.
Möglicherweise steht Chiron auch für ein Prinzip des Lichtpunktes in unserem Leben, weil wir durch Herausforderungen, die etwas auf den Punkt bringen, oder Prozessen des Wendepunktes bzw. der Wandlung eine Lebensumkehr erfahren.

Die weise Haltung zu Chiron besteht nicht unbedingt in der unablässigen Suche oder dass man sich verleitet sieht kurzen Prozess zu machen, auf derem Weg alles andere verloren wird, und womit die Wirkung der Verletzung potenziert wird - sondern die Weisheit besteht vielleicht in der Akzeptanz des Mangels, ohne sich ihm zu ergeben: man kann nach Mitteln und Lösungen suchen, sich ehrlich und tüchtig bemühen, während man die Sache objektiv betrachtet, und anderes nicht aus den Augen verliert. Die Aufmerksamkeit teilt sich bei großen Meistern der Meditation (Zen-Künste) in zwei Bereiche, denen gleich viel Aufmerksamkeit zukommt. Aber entscheidend ist überhaupt, dass man die Aufmerksamkeit nicht verliert. 

Es darum, Stück für Stück und irgendwann auf einem vielleicht längeren Weg zu wachsen, und sich Kompetenz anzueignen. Zum richtigen Zeitpunkt zu handeln mag auch eine Aufgabe sein, um die Phantome unseres Unbewussten einfach so stehen lassen.

Man kann eine innere Kraft ansammeln, die beim Loslassen entsteht, und dem sich Aussetzen an die eigenen Verletzlichkeit. Anstelle eines "wilden Triebes" der ersehnten Heilung oder Nichtberührung durch Umstände oder Einflüsse, wird die Berührung mit dem Mangel auf eine höhere Stufe gestellt, als Erkenntnis genutzt - so dann resultiert daraus die Erfahrung darum, was sich mit dem Mangel allgemein für den Menschen ergibt: dass man nämlich sich bemühen kann, das Richtige zu tun, ohne von dem Schmerz oder der (auch eingebildeten) Verletzung abgelenkt zu werden!

Mit Chiron geht es auch um das Thema der Hilfe und Annahme der Hilfe für gegebene Probleme. Wir scheuen uns vielleicht davor, fremde Hilfe zu suchen oder anzunehmen, weil wir meinen, uns damit bloß zu stellen, eine Schwäche preis zu geben; doch mit einer abgeklärten Haltung erkennen wir, dass wir uns nicht viel daraus machen brauchen, wenn jemand wirklich da ist um zu helfen - da kann man natürlich Unterscheidungen treffen, wer einem wirklich helfen will oder selbst vielleicht durch gegebene Hilfe etwas erreichen möchte, man spricht ja oft vom Helfersyndrom. Und manche kommen, und bieten einem etwas, was gar nicht sinnvoll für einen wäre. Aber in anderer Hinsicht könnten wir uns in einem vorgefassten Argwohn auch auf Dauer verschließen. Manchmal ist es bei Chiron Quadraten oder Oppositionen der Fall, dass wir mit Hilfe schlecht umgehen können, sie entweder nicht an uns heranlassen, oder, wenn wir dann Hilfe suchen, diese gar nicht richtig nutzen können (oder wollen).

Wie es auch sei: Wir schauen auf ein Schlachtfeld und müssen wohl oder übel die Figuren unserer angestammten Teile (unsere Psychologie) bewegen. Auf alles zu verzichten müssen wir wohl nicht, aber uns vielleicht abfinden, dass wir momentan nicht das erhalten, was wir uns ersehnen. Wie gesagt, hier müssen wir versuchen im Fluß zu bleiben und auch uns Selbst treu bleiben, ohne abzudriften in übertriebene Haltungen. Denn Chiron lenkt uns zunächst ab von einem gesunden Weg, der sich uns nicht sofort offenbart.

Chiron scheint in seiner Bedeutung prinzipiell zur Verletzung zu führen, was aber aus dem Prinzip der erfahrbaren Beschränkung ableitbar ist und von dem Maß abhängt, wie reif wir im Umgang mit dieser Beschränkung geworden sind.

Auf der anderen Seite verweist er auf die Möglichkeit, etwas anzufügen, um damit etwas Bestimmtes zu erreichen, unser Bewusstsein ist dafür empfänglich geworden. Im Guten wie uim Schlechten können wir dann "fügen".
Er ist in dieser Weise der Schlüsselträger und Brückenschläger und zeigt Zugänge zum passenden Teil oder gibt einem Mittel in die Hand, um besondere Dinge zu erfahren, zu erschliessen oder zu entwickeln. Ein Schlüßel ist deswegen ein Schlüßel, da er nur in ein bestimmtes Schloß passt. Chirons Entsprechung im Radix weist immer deutlich diesen Charakter auf, dass es um etwas passendes geht, was gefunden werden kann oder gesucht wird. Wenn dies nicht gefunden ist, dann tritt die erfahrene Verletzung (als einfachste Antwort) auf den Plan.

Chiron im Horoskop

Chiron im Transit kann den beteiligten Radixplaneten aktivieren. Es können Herausforderungen  oder Konfrontationen mit dem Thema Verletzung auftreten (Verletzung im weitesten Sinne). Es gibt die Gefahr, dass der Planet in einen Schattenaspekt der Persönlichkeit gerückt wird, ohne dass wir hier den klärenden Impuls zu nutzen vermögen. Dann sorgt Chiron als Antreiber für auftretende Probleme, Mängel oder zeigt, was wir nicht können oder haben.
Aber es kann auch der angesprochene Planet in einem klaren Licht seiner Selbst gezeigt werden, geklärt von allen Ablenkungen, nachdem Chiron als Gabe erkannt wird, mit ihm immer ein waches Auge zu haben und alle wichtigen Dinge zu kennen, ohne in Scheinwissen abzukommen. 

Chirons Transite dauern ja etwas länger, er ist ein Langsamläufer, zumindest ist er manchmal ähnlich langsam wie Saturn.
Chiron im Transit kann allgemein auch einfach nur einen Radixfaktor aktivieren und wenn man auf Chirons Transite auf Planeten Acht gibt, könnte man gewisse Gelegenheiten nutzen, um zB durch eine leichte oder erhebliche Bewusstseinserweiterung viele neue Erkenntnisse zu gewinnen während der Zeit, wo Chiron den Faktor transitiert. Wir werden auf das Thema des Planeten gedrängt, der transitiert wird, oft entstehen äußere Situationen, Beziehungen oder auch Umgang mit Behörden, hier ist alles denkbar, und Chiron wird nicht immer einen deutlichen Prozess in Gang bringen, kann uns aber eine Möglichkeit zeigen, mit dem aufgeworfenen Thema ein Stück weit über unseren Schatten zu springen.

Was im Radix in Aspekt mit Chiron steht, wird in gewisser Weise von einer Facette der Bewusstheit betont. Da ist eine Stelle, die angeleuchtet wird - aber es ist kein Licht der Sonne, sondern ein kontrastreiches Licht. Es kann die Schattenthematik des beteiligten Planeten (und damit seines Zeichens) in den Vordergrund gerückt sein oder das Prinzip des Planeten wird unausgewogen überhöht. Man findet eine Ablenkung durch den Drang, auf etwas gefasst zu sein, oder etwas abwenden zu wollen.
Es kommt Sand ins Getriebe und in den freien Fluß. Und da Chiron  anscheinend nicht die direkte Auseinandersetzung verlangt, sondern ein "weises Vorgehen", kann der Planet schliesslich auch in seinen Funktionen, Ausdrucksweisen oder Talenten immer besser begreifen. Positiv kann man immer wieder fest stellen, das ein Planet, von Chiron aspektiert, oft das Potential hat, die Folgereaktionen im Umgang mit der Aussenwelt abzuwägen. 

Man erkennt zB die Verletzlichkeit in Berührungen mit bestimmten Themen und kann sich angesichts der Situation adäquat verhalten oder ausdrücken, was auf eine Fähigkeit zurückgeht, die aus der Sensibilisierung herrührt. Das ist auch bei Quadraten oder Oppositionen möglich, aber hier ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass man aus Unbewusstheit oder Unachtsamkeit geradewegs sensible Bereiche in Mitleidenschaft zieht.

So stehen zum Beispiel bei Merkur Aspekten mit Chiron eine besondere Wahrnehmungsgabe im Vordergrund, und möglicherweise andererseits ein Drang sich oder sein Wissen mitzuteilen.
Venus-Chiron Aspekte stehen oft für ein besonderes Augenmerk auf soziale Bedingungen, man achtet darauf, wo etwas nicht ganz in Ordnung ist, was man aus dem eigenen Empfinden heraus beurteilt, und setzt sich womöglich für die Bedürfnisse schwächerer Menschen ein und sehr viele Dinge mögen damit noch verbunden sein, schliesslich könnte es auch darum gehen, dass man sich nur für andere einsetzt, um sich selbst besser zu fühlen, was eine Art von Kompensation bedeutet. In anderen Fällen kann der Venus/Chiron Aspekt sich als Schwierigkeit äußern, Beziehungen zu gestalten und darin Vertrauen zu finden. Ähnliches gilt für Mond-Aspekte.
Es kann wie bei jedem Planeten bei jedem Horoskopeigner unterschiedlich sein, ob ein Aspekt introvertiert oder extrovertiert gelebt wird.

Merkur/Chiron Quadrat. Beispiele aus der Praxis: Zuflucht in Sprache suchen, um von Mängeln abzulenken. Geschäfte und Verhandlungen entweder auf den Punkt bringen oder auf zu viele Details achten.
Wissen anderer suchen. Oft geschieht das, indem man irgendeinen Artikel oder Bericht von Wissenschaftlern heranzieht und nicht selbst geprüft hat, aber damit dennoch vor den Augen anderer seine eigene Unwissenheit kaschieren will (eine gewisse Angst vor eigener Unwissenheit kann oft auch bei einem Mond/Chiron Quadrat gegeben sein). 
Aus Ansgt, sprachlich nicht zu genügen, greift man nach vorgefertigten Mustern oder Phrasen, überlässt sich den Einübungen. Auf diese Weise verhindert man aber die Auseinandersetzung erst recht. Der Grund ist die Angst, nicht zu genügen, das richtige Wort, den richtigen Ausdruck nicht zu finden, die richtige Gelegenheit nicht zu bekommen.  Positiv erwächst die Gabe, genau deshalb auch immer mehr und besser mit Sprache umgehen zu können. Weil man lernte die Sache zu begreifen, die wichtigsten Umstände oder Ursachen dafür zu finden, warum man gut oder besser spechen bzw. schreiben kann. Es kann sich auch um ein Gefühl handeln, zu dem Chiron uns führt: Dem Sprachgefühl.

Es kann auch sein, dass man bei einem Spannungsaspekt zwischen Merkur und Chiron dem Wissen in die Falle geht und ein übertriebenes prüfendes Augenmerk auf bestimmte Sachverhalte des alltäglichen Lebens ausbildet -  was durch das vermeintliche Wissen motiviert ist, das man glaubt zu haben.

Man neigt allgemein dazu, das Wissen undifferenziert zu verwenden. Wissen soll hier einfach verstanden sein als grundsätzliche Kenntnis. Das kann zum Beispiel in einer Sensibilisierung gegenüber gesunder Ernährung bestehen, und man sucht dann diesbezüglich Wissen und ernstzunehmende Äusserungen darüber, zB in Artikeln, Fachzeitschriften - oft neigt man dabei zu einer unreflektierten, absoluten Aufnahme gewisser Details oder Botschaften - das Wissen wird absolut genommen, und es fällt schwer einen umfassenden oder relativierenden Gesichtspunkt zu entwickeln. Man bewertet ein Detail statt das Ganze. Oder hält das Detail für das Ganze. Relationen und Relativität sind geradezu Schwierigkeiten für den Horoskopeigner und es kann sein, dass er eine solche Relativität als Abwieglung und Verharmlosung bei anderen projiziert, während es seine eigene Schwäche ist, diese Relativität auszubilden. Nach einem beschrittenen Entwicklungsweg, der auch bei einem Quadrat schon früh beginnen mag, ergibt sich im günstigen Fall gerade die Gabe, Relationen und Relativitäten innerhalb einer Sache zu erkennen.
Positiv zu verwirklichen wäre bei einem Quadrat, keine Angst mehr davor zu haben, dass man unwissender als andere sein kann oder etwa: dass es auch Ausnahmen von der Regel (Wissen) geben kann, eben Relativität - weil gewisse Umstände und Bedingungen oft für ein gewisses Wissen erst massgeblich ist.
Man gibt sich keine Blöße, wenn man sich eingesteht, etwas nicht genau zu wissen, weil diese Blöße imaginär ist und von anderen so nicht empfunden werden muss. Es ist oft eine Einbildung bei Chiron im Spiel. Man sollte stets das Wissen sorgfältig überprüfen und nicht "an Fragmenten des Wissens kleben", und vielleicht in Betracht ziehen, dass das Wissen noch unvollständig ist und es damit auch noch keine Anwendbarkeit findet. 

Jemand mit Chiron am Aszendenten oder im genauen Quadrat-Aspekt mit dem Aszendenten, könnte stets Schwierigkeiten bei allen Anfängen erfahren, da es immer wieder etwas geben könnte, was einem zunächst fehlt: ein nicht bekannter, aber notwendiger Schritt, ein fehlendes Wissen, ein unvollständiger oder unpassender Ansatz oder einfache Unsicherheit und Scheu, etwas Bestimmtes zu tun, weil man es richtig tun muss und einem nicht klar ist, wie man das anstellen soll. In erlöster Weise erweist sich dann die Einsicht, gewisse Dinge oder Einstellungen zunächst zu beachten, bevor man handlungsfähig ist. Man hat die Gabe, für richtige Fügungen zu sorgen oder kann durch solche Fügungen oftmals in kurzer Zeit Entwicklungssprünge bewerkstelligen. In kompensierter Weise kann sich ergeben, dass man seine Probleme als universelle betrachtet und nicht erkennt, dass es die eigenen Probleme sind, und nicht solche, unter denen alle Menschen leiden müssten (wenn jemand farbenblind wäre, nimmt er zunächst an, dass auch alle anderen keine Farben sehen können usw.).

Ich konnte feststellen, dass das Zeichen, in dem Chiron steht, insgesamt durch sein Prinzip der "Verletzung" gefärbt ist - woraus andere Planeten im gleichen Zeichen zur Dualität zwischen Sensibilität oder Fluchtverhalten geraten können. Aktion und Reaktion sind keine zwei Glieder einer Kette; sondern oft haben wir die Wahl zu reagieren, oder wir entscheiden uns, unabhängig von äußeren Einflüssen, so weit es vernünftig ist, zu agieren.  Das Zeichen steuert das Thema und das Feld der innerpsychischen Auseisandersetzungen bei.
Das Zeichen kann Auskunft darüber geben, in welcher Weise man in gewissen Dingen oder persönlichen Verhaltensweisen immer wieder versucht einen Halt zu finden, oder darum kämpft, einen Umgang zu finden. Oder in erlöstereren Verwirklichungsformen kann ein besonderes Wissen um Fertigkeiten wachsen, die durch lange Auseinandersetzung und Reifung entstehen.

Planeten im im selben Zeichen des Chirons können so auch bei nicht exakter Konjunktion von Chirons Wirken berührt sein, und das gilt für Planeten und Faktoren am Anfang wie am Ende des Zeichens. Das gilt auch für den Herrscherplaneten des Zeichens, in dem Chiron steht. Die Weisheit, die man sich mit Chiron erarbeitet hat, kann sozusagen in das ganze Zeichen einfliessen - wohl gemerkt ist das nur eine Redensweise: "Einfliessen", weil wir ein Zeichen ja nur erfahren können, indem ein Haus oder Planet dieses Zeichen erfahrbar macht. 

Symbolische Entsprechungen und besondere Fähigkeiten

Bedingt durch die Verletzung bei Chiron ergibt sich nicht selten eine einfache Sensibilisierung, Empfindlichkeit oder Empfänglichkeit für gewisse Einflüsse, man ist empfindlich. Oft im wahrsten Sinne des Wortes, aber es drückt sich diese Sensibilisierung auch neutral als Achtsamkeit aus.
Das bringt ihn wiederum ein wenig mit Neptun in Verbindung, bzw. mit einer Abart des Neptun Prinzips.
Aus diesen Umständen der Verletzlichkeit, und dem Verlangen den erfahrenen Mängeln durch Anpassung auszuweichen, kommt jedoch anders als wie bei Neptun oft nur ein Widerspruch zustande, oder einfachste und banalste Gereiztheit im Sinne der Planeten, die mit Chiron verbunden sind.
Positiv können wir mit Chiron erkennen, was uns eine bestimmte Verhaltensweise oder Richtung des Verhaltens einbringt - sowohl im Guten wie im Schlechten. Um dann eine Entscheidung zu treffen, die uns wirklich weiter bringt.

Bei einer Sonne im Quadrat zu Chiron könnte der Horoskopeigner zum Beispiel leicht zu einem "Ich weiss besser"-Syndrom kommen. Bei Chiron geht es auch oft um Überlegenheit und Unterlegenheit, so kommt es, dass man es oft nur dann besser weiss, wenn man sich selbst für den Stärkeren hält, und man überlässt anderen, die man für stärker hält, widerspruchslos ihre jeweilige Meinung, ja man fügt sich dieser im weiteren Gespräch ein, und stellt diesbezüglich oft sogar keine eigenständigen Überlegungen mehr an.
Dieses Beispiel ist ein Extrembeispiel, einer recht unreifen Herangehensweise. Die Ursachen für solch ein Verhalten liegen auch oft in Leiderfahrungen begründet, die man in seiner Kindheit hatte.

Es muss bei Chiron nicht zwangsläufig bedeuten, dass man ausgesprochen verletzlich ist. Im Zuge der Lebenserfahrung oder des Heranwachsens kann man schon gelernt haben, diesen wunden Punkt (gemeint ist Chirons Position im Radix) entsprechend zu handhaben.
Und hier findet Chiron Ähnlichkeit mit Saturn, der uns mit der Zeit ja reifen lässt, oder aber Hemmungen verursacht. Chirons Hemmung ist aber ein wenig diffiziler, hier empfinden wir die drohende Spitze, die sich uns ins Fleisch bohrt, und wo wir deshalb im Vorhinein oft überreagieren, um diese Drohung abzuwenden. Die Überreaktion kann auch darin bestehen, uns vor Auseinandersetzungen zu scheuen. In beiden Fällen handelt es sich ursprünglich um eine Hemmung, die wir als solche in uns selbst zulassen. Wir können mit Chiron statt zu einem kompensativen Handeln (Ersatz) zu kommen oder zu einer Hemmung (Passivität), auch einfach versuchen, das Beste aus bestimmten Erfahrungen zu machen. Dann werden wir erleben, dass es keinen wirklichen Grund gibt, uns verletzt zu fühlen - weil es ähnlich überflüssig ist wie eine Sorge oder Angst. Es nützt uns nichts und bringt uns nicht weiter.

Manchmal verursachen Menschen unbewusst in der Begegnung mit anderen, dass diese sich vor den Kopf gestoßen fühlen; vielleicht machte man einen unpassenden Witz; dann stellt man vielleicht fest, dass es ein Aspekt zwischen Chiron und einem sensitiven Planeten (Mond, Venus) gab, manchmal zu einem Planeten im 7. Haus oder im 3. Haus - und manchmal mit Beteiligung von Uranus (Komik, Witz, Humor). Denn mit Chiron erfahren wir zunächst eine Lücke, eine Unwissenheit, oder wir wissen nicht, was wir tun sollen; woraus dann die Findung ungeeigneter Mittel resultieren kann.
Ein banales Beispiel: das kann (bei Aspekten zu Merkur vor allem) sogar die Pause sein, die wir in einem Gespräch erleben, und die - in unseren Augen - bedrohlich auf die Situation einwirkt; vielleicht erleben wir die Pause als Aufforderung etwas zu sagen, während sie für alle anderen ganz normal ist. Dann könnten wir zu irgendeinem Mittel kommen, diese Pause zu vermeiden, zu beenden, und vielleicht war es der falsche Moment und es entsteht erst eine peinliche Situation. Bei Aspekt des Chiron zum Mond könnten wir ein Gespür entwickeln, was wir anderen darbieten wollen, um ein für uns günstiges Klima zu erzeugen - ist es ein Spannungsaspekt, könnten wir meinen, nicht die richtigen Eindrücke erzeugen zu können, und dass andere uns immer wieder vor Augen führen, wie unvollkommen wir sind - daraus entsteht dann eine gewisse Dynamik der Erfahrung und Gestaltung  sozialer Kontexte.
Hier zeigt sich Chiron als ein Faktor der Fügung. Entweder wir fügen in uns selbst die Dinge in entsprechender Weise (in Bezug zur Einstellung und Haltung), oder in einem Außen, indem wir zum Beispiel die richtigen Worte oder Verhaltensweisen der Beeinflussung finden. Zu entscheiden, was besser ist oder angemessen, kann man als Lernaufgabe betrachten, die uns Chiron vermittelt. Denn nicht immer ist es richtig, nicht zu handeln und nicht immer ist es richtig zu handeln.

Steht Chiron im dritten Haus, könnte man als positive Verwirklichungsform dazu gekommen sein, dass man mit den Ansichten anderer früh gelernt hat rücksichtsvoll umzugehen, weil man gemerkt hat, dass das die weise Art ist, der gegebenen Herausforderung und der Anregung innerer Impulse, die durch andere in einem geweckt sein können, Herr zu werden. Man könnte mit Chiron ein besonderes Gefühl für die alltäglichen Kontexte entwickeln loder Sprachgefühl.
Es gibt dann noch den ungünstigen Fall, dass man mit Chiron in 3 den Äusserungen anderer irgendwie nicht so recht klar kommt.
Man empfindet aber die Ansichten anderer nur als verletzend, sie sind an sich keineswegs in dieser Weise als verletzend beschaffen - denn es ist ja die eigene Wunde, die hier eine Rolle spielt; andere könnten zB gar nicht so verletzlich und empfindlich auf die Dinge reagieren, die für uns einen wunden Punkt darstellen.
Andererseits kann man diese Art der Anpassung versäumen und in dieser Weise auch günstige Gelegenheiten des betreffenden Hausbereiches ausser Acht lassen. Man umgeht weiträumig den Problemen. Es scheint in diesem Fall eine Art neptunische Blase zu sein, die sich weit um die Verletzung ziehen will, und damit eine immense Blockade in einem umfassenden Sinne schafft.

Chirons Symbolik verweist allgemein auch auf den Sucher. Hier ist jemand, der nach etwas sucht! Ds halte ich oft für sehr vordergründig, wenn es um, Chiron im Radix geht. Fast allgemein und pauschal kann man zunächst annehmen, dass etwas gesucht wird, abzulesen am Haus und den wichtigsten Aspekten von Chiron zu Planeten. Steht Chiron am Aszendenten und hat Spannungsaspekte, wird vielleicht ein Weg gesucht, um die Eigenschaften des Aszendentenzeichens auszuleben, oft in einer Weise, die viele Umwege kennt, und vielleicht manchmal Sackgassen.

Überhaupt ist Chiron der Wegweiser. Er kann uns zeigen, wo es im Sinne des Guten lang gehen sollte. In der negativen Bedeutung ist es gerade der Umstand, dass diese Wegweisung fehlt und wir herum irren oder ständig die falschen Fügungen bewirken. 

In Transiten ist es manchmal der Umstand, dass wir hier auf eine (manchmal schmerzvolle) Gelegenheit stoßen, uns darüber klar zu werden, wo der Weg für uns hinführen soll.
Meist müssen wir erstmal eine Situation hinnehmen, aber in dieser steckt die verborgene oder hintergründige Aufforderung, dass wir die Wegpunkte erkennen, und uns Mittel und Haltungen aufbauen, Einstellungen aber auch Verhaltensweisen, um einen notwendigen Weg zu gehen (der zu begreifende Weg ist oftmals dermaßen in unser Schicksal verstrickt, dass es eine komplette Selbstaufgabe bedeuten würde, wenn wir diese Herausforderungen nicht annehmen würden; weil wir dann alles verlieren würden, wofür wir überhaupt leben, verlieren würden, was uns von Bedeutung ist; und wir kommen also oft gar nicht daran vorbei. Haben aber die Wahl, ob wir noch länger leiden sollen, oder endlich die Lektion begreifen). Chiron zeigt uns etwas, nicht immer ist er es, der Druck erzeugt. Dieser Druck entsteht eher durch andere Faktoren. Chiron fügt die Dinge aber oft, so dass der Druck greifbar oder erlebbar wird.
Womöglich besteht die Erfahrung darin, dass wir aus diesen Erfahrungen Weisheit ziehen können, die wir konkret in unseren Taten und Handlungen einsetzen sollten, hinsichtlich der gegebenen Lebenslage. Das kann auch bedeuten, eine Entscheidung zu treffen, und zwar eine wohlüberlegte Entscheidung für eine neue Richtung oder die Annahme gewisser Dinge, die wir bislang vernachlässigten, aber nicht alles, muss man hinnehmen, nicht an allem muss man festhalten! Chiron will uns nicht zum Leiden verführen. Chiron vermittelt aber die Weisheit im Umgang mit jeglichen Leiden, indem wir die richtige Wendung herbeiführen.

Weiterhin speist sich aus diesem Wegweiser auch die spirituelle Bedeutung von Chiron. Chiron kann uns spiritueller Wegweiser sein, uns zu den richtigen Ansichten und Haltungen führen.
Das Haus von Chiron bedeutet oft die Quelle der spirituellen Einflüße, aus denen wir Kraft schöpfen können.

Chiron scheint wie ein Andockpunkt zu wirken, und das Leben sorgt für entsprechende Probleme, die diesem Punkt entsprechen. Auf diese Probleme sollte nun die passende Antwort (als Andockelement) gefunden werden. Vielleicht geschieht Heilung dadurch, dass man diese Stelle des Punktes, an der "angedockt" wird, mit etwas Adäquatem, etwas Entsprechenden besetzt; - was aber keine Kompensation, Verdrängung oder Leugnung des stetigen Flußes des Lebens bedeuten darf. Die Gefahr von Lüge und Täuschung aber auch Projektion ist gegeben.
Statt dem Problem können auch beständig Lösungen und sinnvolle Erweiterungen des Bestehenden an diesen Punkt andocken. In dieser Weise erweist sich Chiron fast als "Angler". Man braucht nur die Rute auszuwerfen und das Glück (zB in Form von Weisheit oder neuen Umgangsweisen mit Problemen) wird einem hold.

Krankheit entsteht wahrscheinlich auch nur dann, wenn zu gegebener Zeit eine "falsche" Zutat gegenwärtigen und schädlichen Einfluss hatte, wobei die Ausbildung der tatsächlichen Krankheit und Symptome erst später auftreten kann. Auch hier wird der Fluß harmonischer Energien nur zeitweise, aber mit Konsequenzen gestört. Zu einer anderen Zeit hätte vielleicht keine Anfälligkeit bestanden.

Heilerische Fähigkeiten kommen dann zum Tragen, wenn auf eine Krankheit, auch auf einen psychischen Misstand, das passende Mittel gefunden ist, welches nun einen gegenwärtigen, kontinuierlichen (=Ganzwerdung), aber vielleicht auch nur begrenzten Einfluss ausüben kann.
Ob ein Mittel tauglich war, entscheidet die spätere Heilung. Bis dahin stellt sich die Frage, wie man das passende Mittel herausfindet? In diesem Sinne kennzeichnet den "tatsächlichen Heiler", dass er nicht auf das Mittel an sich schaut, welches in vielen vergleichbaren Fällen geholfen hat, sondern direkt das passende Mittel findet.
Man kann zum Beispiel auf einen Menschen mit harmlosen Worten eine Art heilerischen Einfluss ausüben, sofern diese Worte nur zu diesem Moment passen. Der Gesichtspunkt ist also entscheidend, das man wirklich die Einzigartigkeit des Falles und der Zeit vor Augen hat. Weil gerade zu dieser Zeit ein gegebener Einfluss entsprechend wirken kann, weil die Empfindlichkeit, die Andockstelle entsprechend gegeben ist.

Durch Erfahren der Grenzen (durch Leiden) erweckt Chiron allgemein Bewusstsein.
Chiron will auf etwas hinweisen, doch dieser Punkt kann oft nicht direkt angegangen werden. Es findet sich keine Lösung. Daher zeigt sich eine Grenze. 
Es ist wie eine Lücke in der Landschaft, um die man herum bauen kann. Denn Chiron stellt auch das Prinzip der Lücke dar. Das gilt nur für seltene Themen - es ergibt sich jedoch allgemein, dass wir auf Umwegen zum Grenzgänger werden können.

Zurücksetzung. Dieser Begriff geht auf die Astrologin Hannelore Goos zurück, die auch einige Chiron-Geschichten geschrieben hat (Chiron Erfahrungen von betroffenen Horoskopeignern). In dem Hausbereich, in dem Chiron steht, erfährt man oft eine Zurücksetzung. Entsprechend dem Hausbereich heisst es dann: "Ich durfte nicht tun, es wurde mir verwehrt" (zB 9. Haus: eigene Religion, eigene Lebenskonzepte; 10. Haus: eigener Beruf, eigene Wahl des Berufs; 11. Haus: sich einen Freundeskreis auswählen usw.) Das gilt ganz besonders für die jungen Jahre, weil man im Alter dann lernt, mit dem jeweiligen Problem besser umzugehen.
Mir scheint es auch, dass man oft mit dem Alter gerade in diesem Bereich (Haus/Lebensbereich) ganz besondere Kenntnisse erwerben kann, weil man auf die Problemstellungen, die der Lebensbereich oder das Thema mit sich bringen, sensibilisiert ist.

Der Bezug Chirons zur Esoterik wird verständlich, indem der mögliche Gegenpol zu einer esoterischen Auffassung(=ganzheitlich), in einer linearen und folgerichtigen Auffassung bestehen könnte. Chiron aber verweist stets auf das passende Element, ob es irrational oder rational fassbar ist, das ist gleich. 

Bei Chiron ist die folgerichtige Auffassung auch auf andere Ebenen als wie ausschliesslich auf den Verstand bezogen anzutreffen. Das Wissen kann von sehr vielen Bezogenheiten herrühren. In dem Sinne wird Ganzheitlichkeit geleistet, indem Chiron den Menschen alles Taugliche heranziehen und verwenden lässt, um zur Ganzheit zu führen. Die Ganzheit schliesslich ist etwas, was wir vermissen, daher vermittelt Chiron zur Ganzheit, in dem das Einzelne entweder gefunden wird, oder etwas für das Einzelne im Sinne eines Ganzen geleistet wird, denn eine Ganzheit entsteht nur dadurch, dass es aus Einzelheiten in einem Zusammenhang besteht. Die Ganzheit kann aber durch in Missstand geratene Einzelheiten verhindert sein.
Wissen wird auch ermöglicht, in dem das Denken um einen gewissen Punkt kreist, auf den eine Antwort gefunden werden will. Chiron verweist mit einem passenden Schlüßel dann auf die gewollten oder als nötig erachteten Zutaten, die zum Wissen führen. So gibt es auch den Zugang zur Intuition, weil Chiron aus passenden Erfahrungsbeständen das Material bereit stellt, aus der die Intuition ihre Auffassung/Sicht bildet.

Eine Grenze existiert in einem Spannungsfeld. Ganz gleich ob es dabei um eine gute oder schlechte Eigenschaft geht. Jede Zutat oder Wegnahme stellt ein Ungleichgewicht des gemeinten Zustandes dar und Chiron repräsentiert das Quentchen, welches dieses Spannungsfeld oder Gleichgewicht aufrecht erhält oder auflöst.

Zum kentaurischen Aspekt eines Instinktes von Chiron könnte man noch folgendes skizzieren:
Dass eine Art intuitiver Instinkt auf der Ebene des Verstandes existieren kann, also in gewisser Weise ein "Riecher"/"Spürnase". Man geht zum Beispiel in einen Raum, riecht etwas in der Luft, und bringt nun in irgendeiner Weise, durch Schauen und  Überprüfen des Raumes in Erfahrung, das tatsächlich ein Kabel schmort; man spürt die Verletzung auf, aber erst nachdem man "gerochen" hat, dass etwas nicht stimmt. Hier stellt der berühmte "Riecher" nur etwas fest, aber kann noch nicht sagen, was es ist. Er verweist auf ein mögliches Problem.
Entscheidend  ist dabei der Eindruck, dass etwas nicht in Ordnung ist. Übertragen auf die Ebene des Verstandes ist es zum Beispiel so, dass man einen Satz liest, und man gerät ins Stocken und merkt, dass etwas nhcit in Ordnung ist, schaut man dann genaruer hin, entdeckt man etwa, dass ein oder mehrere Worte falsch geschrieben sind und das ästhetische Ganze verletzen. Der Fokus wird auf den Fehler gelenkt, gewöhnlich überlesen wir den Fehler und erschaffen das gemeinte Ganze in der Vorstellung (wir überbrücken die "Lücke").
Ich habe übrigens in dem Satz vorhin zwei Worte bewusst falsch geschrieben, der Anschauung wegen.

Mit Chiron erkennt man also auch, was nicht richtig ist und nicht passt! Mit Chirons Hilfe können wir Dinge und Begebenheiten hinterfragen.

Zane B. Stein spricht von einem Prinzip des Zapfhahns in Bezug zu Chiron. Dieser Zapfhahn ist eine kleine Einrichtung, um eine Verbindung von einer Struktur (Gefäß) nach aussen zu schaffen (ohne die Struktur zu zerstören). Ein winziges Teil, sorgt für den zeitweiligen oder kontrollierten Fluß, der aus irgendeinem Grunde nötig ist.
Indem also eine Tat oder Sache irgendwann die Vorraussetzung für weiteres schafft, bildet diese eine Sache sozusagen eine Verbindung der Kette der erwünschten Kausalität.

Stein überträgt dieses Prinzip auch auf die Heilung, wobei im Körper eine gerade genügende Menge Heilstoffe freigesetzt wird, aber die Reserve noch bestehen bleibt.

In Bezug auf die Hausstellung, kann Chiron zunächst die Verletzung dieses Lebensbereiches verkörpern. Schliesslich aber gewinnt man Erfahrung und bringt Mittel zustande, und dann lassen  sich mit Chiron  grosse Mengen an Energie und Licht aus den Möglichkeiten des angesprochenen Lebensbereiches und Radixfeldes anzapfen (so bringt es Zane B. Stein auf den Punkt).

Stein spricht auch von dem Zusammentreffen von Energie und Materie, und sieht das Chiron-Prinzip bei den Röntgenstrahlen gegeben. Die Strahlen an sich wären vielleicht Uranus, wie Stein meint, aber die Begegnung der mikroskopischen Strahlen auf die Materie stellt diese kleine Berührung dar, die von Chiron anscheinend angezeigt wird. Und diese Winzigkeit kann ungeheuere Wirkung zeitigen. Gewöhnlich aber offenbaren sich (schädliche) Wirkungen von Strahlen nur in einer dauernden Wirkung. Ist die Wirkung klein und begrenzt, ist keine Gefahr zum Beispiel für die Zellstrukturen gegeben. Dann aber, ab einer gewissen Menge oder Quantität/Qualität wird eine Sache durch diese Strahlen verändert. In der Elektrizität kann zum Beispiel ein Funke überspringen, aber erst nachdem eine gewisse Spannung zwischen den beiden Polen existiert. Auch dies korrespondiert mit Chiron als Brückenschläger.

Chiron steht in einen Bezug zu dem Winzigen, zu dem Kleinen, welches grosse Veränderungen herbeiführen kann. Daher auch der Bezug zu Computern. Ein kleiner elektrischer Schalter ermöglicht den Datenfluss und die Datenverarbeitung, die Bits funktionieren nach primär zwei Werten: an oder aus. Es hängt sehr viel an dieser kleinen Sache, wie die unzähligen Schalter jeweils gesetzt sind. Und sie können nur in einem ganz bestimmten Zusammenhang ihre gewollte Wirkung zeigen, sonst kommt es nicht zur Funktion oder aber zum Programmabsturz. Ausserdem ergeben alle elektrischen "Schalter" des Computers  zusammen vielleicht auch eine Art synergetischen Effekt (zum Begriff Synergie folgt weiteres unten im Text).

Spirituell sein kann heissen, dass man vorzugsweise nicht quantitative Bewertungen vornimmt, und dass man nicht nach dem Äusseren geht, dass man nicht nach dem Schein, sondern jede Sache gleichwertig beurteilt.
So kann jedes Ereignis, so geringfügig es sich präsentieren mag, in der Folge eine grosse Bedeutung erlangen. 

Chiron steht auch in einem Bezug zum Orakel und zur Omenkunde.
Die Beschränkung ist hier nicht ausschlaggebend, bestünde aber symbolisch in dem leidlichen Gefühl des Nichtwissens. Daraufhin soll das Mittel, die Sicht, gefunden werden, anders ausgedrückt zur Ganzheit geführt werden, denn auch hier geht es um Wissen.
Aber vordergründig geht es gerade um das Mittel. Denn das ist es, welches die passende Wahrnehmung findet, was eine Ahnung sein kann, erweitert bis zur Vision. Das Symbol ist der Schlüßel, so heisst es, eine Karte zu ziehen, bedeutet einen entsprechenden Hinweis (Symbol) auf massgebliche und gegenwärtige Einflüsse bzw. Hinweis auf die Fragestellung zu erhalten.

Zane B. Stein spricht auch, analog zum Prinzip des Winzigen, von einem kleinen Teil einer Information, zum Beispiel in Form eines Schlüssels, welches zum Verständnis einer Problemlösung beiträgt. Bevor der Schlüssel nicht bekannt ist, erscheint oft noch nicht mal das Problem als solches erkennbar. Entdeckt man den Schlüßel, erkennt man auch oft erst das Problem. Das erinnert an das Prinzip der Anziehung des Gleichen - worauf   unten noch näher eingegangen wird.

Zane B. Stein bezieht auch das Lernen auf dieses Prinzip der kleinen Information. In der Tat, wenn wir etwas lernen wird ein neuer Aspekt integriert, ein neuer kleiner Anfang geschaffen, auf dem im weiteren Verlauf vieles andere erst basieren kann. Lernen geschieht durch die Integration einzelner Aspekte, womit sich grössere Zusammenhänge erschliessen lassen.

Weiterhin steht der Eingang symbolisch für dieses Prinzip (Zane B. Stein). Der Eingang ist kein Ort, sondern ebenso eine Verbindung zwischen zwei Bereichen, zum Beispiel Innen  und Aussen. Mit einem Eingang aber wird es erst möglich in etwas einzutreten oder Räume zu wechseln. Im Verhältnis zu den Räumen ist der Eingang ein verschwindend kleiner Teil. Ein Raum aber wäre ohne diesen Eingang nicht zu benutzen, wäre in gewisser Weise verletzt in seinem Sinn und Zweck des Aufenthaltes: denn wie kann ein Raum genutzt werden, wenn man ihn nicht betreten kann?  Vielleicht wäre eine Art "Transport über die räumliche Beschränkung hinweg" wie in manchen Science Fiction Filmen dann analog diesem Prinzip des Eingangs. Eine Verbindung wird geschaffen. Möglicherweise stehen auch Astralreisen in einen Bezug zu Chiron.

Die Umkehrung des Prinzips der Verbindung (gewissermassen als Schatten) könnte dann erklären, wieso Chiron so oft Bezug hat zu dem Aspekt der Verletzung. Eine Verletzung findet auch fast so gut wie nie in einem ganzen Bereich statt (das wäre nur das Symptom), sondern hat irgendwo einen Brennpunkt, einen Punkt, an dem die Verletzung stattfindet, wo etwas fehlt, oder eine höhere Stufe (Wohlbefinden) nicht erreicht ist, und ein Ort von dem die Krankheit oder das Leiden ausgeht oder wo eine fehlende Integration lokalisiert ist. Es wird auf die zerstörte oder in Mitleidenschaft geratene Verbindungsstelle verwiesen.

In irgendeiner Weise kann eine fehlende oder mangelhafte Überbrückung chronisch werden, indem ein Zeitpunkt auftaucht, ab dem das Systemganze nicht mehr fähig ist, eine momentane Schwäche eines einzelnen Organs zu beheben.

Der Bezug Chirons zum Hormonsystem wird von mehreren Astrologen genannt. Dies erinnert wieder an das Prinzip des Zapfhahns, bei dem eine gewisse Menge Substanz oder Material ausgeschüttet wird, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist bzw. es nötig ist.

Die Heilung, welche Chiron verlangt, ist vermutlich eine Auseinandersetzung, um zwei Teile, Wirk- und Erfahrungsebenen in Einklang zu bringen, durch die Hervorbringung oder Instandsetzung eines entsprechenden Elementes, Organes, energetischen Zetrums. Hinzugabe des Fehlenden zu einer abstrakten, ideellen oder holistischen Struktur. Chiron findet, was fehlt.

Auch Interesse bzw. die Kunst der Osteopathie und Chiropraktik sind mit Chiron oft angelegt (besonders Merkur/Chiron). 

Der Bezug zur Musik, dem Chiron oft nachgesagt wird, könnte so erklärt werden, dass beim Spielen von Instrumenten immer nur eine Möglichkeit existiert den richtigen Ton, bzw. die richtige Note zu treffen - das heisst, man muss, um eine Note hervorzubringen, z.B. in die Trompete blasen, und jeder der es schon versucht hat, weiss, dass dies nicht so leicht ist, um den richtigen Ton zu treffen, also die entsprechende Note unverzerrt und in einer gleichmässigen Frequenz hervorzubringen, oder einfach gesagt den gewünschten Ton, die gewünschte Note, den richtigen Anschlag zu finden. Die Musik zeigt den von mir schon erwähnten Zusammenhang des Intervalls mit Chiron noch einmal sehr deutlich auf. Um etwas hervorzubringen, muss zu gegebener Zeit, die als richtig angesehene Fortführung gefunden werden. Diese besteht nicht nur in der melodischen Fortführung oder harmonischen Komplexität, sondern auch im reinen Handwerk, in der Fingerfertigkeit.

Weiterhin glaube ich an eine besonders perkussive Ausrichtung von Chiron, insofern jedes Schlagzeug als rythmisches Element eine Einzelheit darstellt. Der zeitgenössische Musiker Karl-Heinz Stockhausen hat viel Musik mit perkussiven Elementen komponiert, er hat Chiron in Konjunktion mit Jupiter.
Mit dem richtigen Ton und dem perkussiven Element ergibt sich dann auch der Bezug zum Klavier und anderen Zupfinstrumenten.
Es ist dann mit Chiron wahrscheinlich auch so, dass zu einer Komposition, also einer Melodie oder Harmonie und Anordnung von Tönen und Abfolgen, stets eine passende, wohlklingende Fortsetzung gefunden wird. 
Hier ist es auch wieder die Einzelheit, die integriert wird, an die angeknüpft wird, und die später wiederum Ausgangspunkt für weiteres wird.
Und es scheint auch um die Gleichung zu gehen, um die Anziehung des Gleichen. Der Musiker trifft den Ton, und trifft die Stimmung, die er mit der Musik im Ganzen erzeugt. Improvisationen im Jazz beruhen auf dem Gespür des Ganzen, was die einzelnen Musiker augenblicklich hervorbringen. Die Resonanz (Anziehung des Gleichen) ergibt sich auch im Hören der Musik. Von der Melodie oder einer Klanglandschaft werden wir berührt, und erwarten auch entsprechende Forsetzungen oder werden überrascht, womit der Musiker auch oft kalkuliert.

Auch das Schachspiel steht in einem Verhältnis zu Chiron. Viele Großmeister des Schachs haben einen stark plazierten Chiron, oder ihren Merkur oder andere Planeten in Aspekt zu Chiron.
Es geht im Schachspiel um das Finden des einen richtigen Zuges. Es geht auch darum, dass einem keine zwingende Möglichkeit entgeht, die in einer Stellung liegt, und die der Gegner wählen könnte. Alles zu beachten ist unmöglich zu schaffen -  aber wenn man schon durch Chiron ein Gespür für die Fügungen hat, dann ist einem schnell klar, dass man eine Entscheidung ausgewogen fällen muss. Man weiss als Schachspieler, dass es um grosse Wirkungen geht, die mit den Fügungen zusammenhängen, die wir als Spieler entscheidend beeinflussen. Jede Stellung hält eine Breite von möglichen Fügungen bereit und vor dieser Vielfalt der Möglichkeiten gestellt, müssen wir die beste und angemessenste Weise finden, wie wir mit der Situation (=Stellung) umgehen. Wir bekommen durch Chiron ein Gespür für die Kräfteverhältnisse der Stellung. Unsere Aufmerksamkeit folgt der Energie, bzw. dem Punkt, an dem wir ganz klar erkennen, wie die Verhältnisse beschaffen sind. Wir können die gesamte Stellung einschätzen, und herausfinden, welche Partei am meisten von den Verhältnissen auf der Brettsituation begünstigt ist, und wir können einschätzen, welcher mögliche Zug die stärkste Kraft an Wirkung hinterlässt. Wir haben ein Gespür für Brennpunkte oder jene Merkmale, die signifikant genug für das Erkennen von deutlichen Wirkungen sind. Entweder wir finden diese Stellungen vor, oder aber wir bemühen uns solche zu finden. Auch die Zeit steht in diesem Zusammenhang mit Fügungen und der Notwendigkeit Mittel zu finden. Denn man hat nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung, um sich für eine Möglichkeit zu entscheiden.
Ausserdem ist der König die verletzlichste Figur im Schachspiel und es geht auch um das Aufspüren und Verhindern von Schwachpunkten in der gegebenen Schachstelllung. Es geht um Lösungen für eine gegebene Brettstellung. Ein Schlüßel will gefunden werden, um etwas Bestimmtes zu erschliessen.

Der Bezug zum Arzt und ärztlicher Behandlung wird oft für Chiron genannt. Hier wird die passende, adäquate Behandlung oder Arznei gefunden. Auch könnte der energetisch-ganzheitliche Aspekt Chirons mit Heilung in Verbindung stehen. Akupunktur, Chiropraktik, Massage. Aber bei der Chiropraktik (Behandlung von Bandscheibenvorfällen) könnte es auch wiederum um die Einzelheit gehen. Die Bandscheibe ist ein winziges Teil, um eine geschmeidige Funktion mehrerer Zusammenhänge zu ermöglichen.
So stehen auch die energetischen Wirbel (Chakren) als Einzelheit in Bezug zum Ganzen. Von einer Einzelheit des Chakras werden Strömungen zum Ganzen bzw. zu zugeordneten Bereichen des Körpers ausgesandt. Indem ein Chakra "kränkelt", werden damit zugeordnete Bereiche in Mitleidenschaft gezogen. Die effektivste "Behandlung" wäre in diesem Sinne also stets diejenige, die auf das jeweilige Chakra als übergeordnetes Element zielt. Alle Chakren zusammen verursachen wahrscheinlich einen synergetischen Effekt.

Im Leben finden wir andauernd etwas Fehlendes, was nötig ist um einen geschmeidigen Ablauf zu ermöglichen. Dieses Fehlende ist oft nur eine Einzelheit.

Das oben erwähnte Prinzip des Eingangs könnte den Bezug Chirons zum Wissen ebenso erklären. Um etwas in Erfahrung zu bringen, muss ein gewisser Raum betreten werden, wo dieses Wissen lokalisiert ist oder eine Erfahrung zu machen ist. Chiron bietet den Zugang zu diesem Raum.
Chirons Prinzip als Einzelheit und Lücke offenbart oft auch, dass es nur eine Möglichkeit gibt, die zur Lösung in Frage kommt, auf die man indirekt durch Chiron hingewiesen wird, und zwar indirekt wie bei der Maske des fehlenden Puzzleteils. Man sieht die Umrisse des Fehlenden.

Der Mensch ist nicht nur Körper und Geist, er ist ein Konglomerat von Energiefeldern, in denen die Strukturen des Geistes und Körpers angelegt sind und in denen diese Strukturen lagern bzw. hervorgerufen werden. Nicht die Materie oder die Struktur der Materie ist der Ursprung des Körpers, sondern diese Energie scheint der wahre Nährboden und ordnet die einzelnen (zB chemischen) Prozesse an, der Körper stößt alte Zellen ab, schafft neue, was alles durch ein Programm gesteuert scheint, aber auch angetrieben sein könnte, durch energetische Impulse. Wie dem auch sei, es kann natürlich auch anders sein, aber es steht für mich jedenfalls fest, dass das Chakrensysteme und die vielen kleinen Energiewirbel des Menschen, damit seine Aura, den Fluß der Lebensenergie beeinflussen, woran natürlich kein streng dogmatischer Naturwissenaschaftler glauben wird.

Chiron scheint direkt Bezug auf diese energetische Beschaffenheit zu nehmen, woraus auch alle möglichen Talente resultieren könnten, die im Zusammenhang mit medialen Fähigkeiten, Telepathie, Auralesen oder ähnlichem, auch Astrologie stehen. Astrologie ist eine Schau, keine Gedächtnisleistung. In dieser Schau wird praktisch nichts anderes getan, als die Aura (Energiefeld) des Radix zu betrachten.

In der Zukunftsschau des Tarots mögen in ähnlicher Weise die Botschaften auf energetischer Ebene übermittelt werden. Der Träger der Information ist zum einen das Symbol, aber der Karten-Deuter schaut eine Energie, die mit dem Symbol korrespondiert und ruft eine Vision und Schau daraus hervor,  was dann ein konkretes Bild zeichnet. Nein, hier arbeitet kein guter Kartenleger mit herkömmlichen Assoziationen, sondern mit Visionen, die durch die Kartensymbole eingeleitet werden! Ich kenne einige Kartenleger und deshalb lege ich mich da fest. So führt das Symbol (vrgl. wieder einmal den Schlüßel) zur Vision.

Chiron ermöglicht nur den Zugang oder führt dorthin, weil er ähnlich wie Merkur vermitteln kann. Eine Stimme sagt einem dann: "schau dort, da wirst du fündig." 
Oder Chiron liefert konkret den Schlüßel, den fehlenden Teil, um ein (ganzes) Wissen zu erfassen. Chiron als Fingerzeig.

Chiron präsentiert entweder die Mittel um zu einem Teilstück zu gelangen, verweist auf die nötige Informationseinheit oder den Bestandteil, um ein Fließen zu gewährleisten, oder aber repräsentiert als Lücke die Störung. Als ob Chiron auf den empfindlichen Ort verweisen würde.

Ein Zusammenhang mehrerer Dinge oder Bestandteile funktioniert reibungslos, es werden keine Probleme verursacht. Dann tritt etwas dazwischen, und der Fluß ist gestört. So lässt sich auch Chirons Bezug zum Umweltschutz oder zu ökologischen Fragen erklären. Es geht um das organische Miteinander und Gleichgewicht mehrerer ökologischer Faktoren und Einzelwesen: Pflanzen, Tiere und Menschen, auch Städte bilden ein Ganzes -  und es geht um holistische Strukturen, also Strukturen, die eine Ganzheit ergeben, deren Bestandteile in sich so weit kompatibel (verträglich) sind, dass die Fortdauer des Gesamten oder auch eines Teils gewährleistet ist. In dieses Gefüge kann nun eine Lücke treten, der Fluß und das fliessende Gleichgewicht gestört werden.
Tritt in einem Ast zB ein Riss auf, wird diese Verletzung mit der Zeit grösser und irgendwann kann der Ast brechen oder bietet Ansatzpunkte für Fäulnis und Vermoderung, die Beschaffenheit des Astes (als Kategorie) verliert seine Integrität und wird zu etwas anderem, zum Beispiel zum Unterholz.

Zane B. Stein meint mit dem Prinzip der Synergie tatsächlich einen Schlüsselbegriff für Chirons Wirkung gefunden zu haben. Ich denke, Synergie im Zusammenhang mit Chiron entsteht auch deshalb, indem eine Beschränkung der optimalen Leistung erfahrbar wird und diese überwunden werden soll.
Bei Synergie handelt es sich dem Begriff nach darum, dass das Zusammenwirken mehrerer Kräfte  eine grössere Wirkung ausübt als die Summe ihrer Einzeleffekte. So bildet diese Synergie auch den eigentlichen Bezug zu Umweltthemen bzw.  ist ein folgerichtiger Aspekt zu der oben genannten Eigenschaft des Zusammenwirkens mehrerer "Einzelheiten".
Es geht also anscheinend um Einzelheiten und ihrem gesamten Zusammenwirken. Ich glaube aber, dass sich die Synergie bei Chiron nicht direkt ableiten lässt. Sie ergibt sich, indem alle Teile eines Ganzen entsprechend angeordnet sind und Chiron verweist stets auf die Einzelheit. Aber die Ganzheit käme ohne Beachtung der Einzelheiten nicht zustande. Es kann eine Einzelheit falsch angeordnet sein und die optimale Wirkung geht verloren.

Das Gesamte von mehreren Einzelteilen bildet sozusagen eine Aura. Ein Wald hat die übergeordnete Aura, die ihm als Eigenschaft zukommt, eben ein Wald zu sein - nimmt man dem Wald genügend Einzelteile, dann wird der Wald so lückenhaft, verliert er seine Substanz, dass er kein Wald mehr ist. Er bekommt eine ganz andere Wirkung, eine andere Kategorie.

Ein Wald existiert daher - als Kategorie - ab einem gewissen Schwellenwert der Häufung einzelner Bäume.
Zane B. Stein spricht daher von dem Prinzip Qualifier. Dabei handelt es sich um einen Begriff aus der Sprachwissenschaft. Nach Stein ist die Kategorie übrigens von Saturn beherrscht, was sogleich plausibel wird, überlegt man sich, dass Saturn etwas in Form bringt, wie es bei einer Kategorie als "Zusammenfassung" der Fall ist.
Jede Kategorie basiert auf ganz bestimmten Vorraussetzungen oder Standards, welche für alle Mitglieder dieser Begriffsklasse zutreffen müssen. Stein betont dabei, dass es in Bezug zu Chiron auf diesen Umstand der Nähe zu den Grenzen ankommt, wonach bei einem Objekt gerade soeben die Vorraussetzung erfüllt sind, um zu einer bestimmten  Begriffsklasse gezählt zu werden. Stein  macht das anschaulich anhand eines Beispieles mit dem chemischen Element Gold. Tausend Barren Gold und ein kleines Körnchen Gold sind derselben Klasse Gold zugehörig. Man kann bis auf die atomare Ebene hinunter gehen und das Gold dabei vorfinden. Doch geht man auf die subatomare Ebene, zu den Elektronen, wird das Gold nicht mehr bestimmt werden können. Dasselbe Prinzip gilt für alle anderen chemischen Elemente.
Ich denke, dass dieses von Stein genanntes Prinzip dadurch in Berührung mit Chiron kommt, indem es wieder auf die Beschränkung verweist, und zwar ausgehend von der Qualität oder Kategorie, die gebildet wird. Am Schnittpunkt, wo die Kategorie oder Qualität nicht mehr gegeben ist, findet die Beschränkung statt, denn dort wird die Ebene des Verlustes überschritten.

Ein Medikament kann ebenso nur wirksam werden mit einer bestimmten gegebenen Dosis.
Und umgekehrt gibt es den Effekt der Vergiftung auch oft nur, indem eine bestimmte Dosierung überschritten wird.

Diese Ansichten und die von Stein geleistete Arbeit bringt mich zu dem Gedanken, dass Chiron zwei Bedeutungsebenen hat. Es gibt eine Ebene, auf der handelt es sich anscheinend um die Einzelheit, Winzigkeit, Teil einer Information, dem Prinzip Eingang und Zapfhahn und auf einer höheren Ebene geht es um die Synergie, holistische Ganzheit und Aura, welche ermöglicht wird, indem das fehlende Stück (die Einzelheit) zur Wahrnehmung oder Wirkung hervorgebracht, erkannt oder bezweckt wird.

Jetzt wird auch erst verständlich dass Chiron etwas mit Astrologie zu tun hat. Astrologie funktioniert auf den Menschen bezogen und  dem Wesen nach faktisch  als Anschauung. Es werden die verschiedenen Kräfte und Faktoren des Radix in der Gesamtschau gedeutet. Es wird dem Astrologen bei dieser symbolischen Anschauung  klar, dass die einzelnen Faktoren isoliert betrachtet niemals das auszudrücken imstande sind, was sie in der  synergetischen Gesamtschau ausdrücken. Diese Schau wird hervorgerufen durch den Zusammenhang, und ist erkennbar als Kraftfeld oder Aura des Energiefeldes - es ist nichts, was man mit dem Verstand allein gemäß eines Schemas oder einer Gedächtnisleistung zustande bringen könnte. Chiron zeigt genau das, was eine Sache deutungsmässig insgesamt ergibt. Die Aufhebung der Beschränkung als gewissermassen komplemtärer Charakter Chirons, besteht in der Schau der Astrologie anscheinend darin, dass eben jene Teilstücke (=Faktoren) zusammen genommen werden können, die die Beschränkung innerhalb von Einzelheiten aufheben. Man sieht sonst nur einzelne und isolierte Faktoren, die ohne Verbindung zu anderen Faktoren nicht den synergetischen Effekt der Gesamtschau ergeben können. Anscheinend rückt Chiron die Teile deutungsmässig an ihren Platz, oder weist ihnen Bedeutung zu. Chiron Vision stellt die Verbindung der Faktoren in den Zusammenhang her und verweist auf die Ebene, auf der das Radix gedeutet werden muss. Die eigentliche Deutung geschieht wesentlich aber mit anderen Planeten.

Es wird Chiron allgemein stets auch mit dem esoterischen Wissen in Verbindung gebracht.

Ferner ist das Handwerk vielleicht in bestimmten Aspekten von Chirons Bedeutung berührt. Es gibt immer wieder Problemlösungen, die das Zusammenwirken von etwas Ganzem berücksichtigen müssen, auch in der Architektur. Ist ein Teil fehlerhaft oder lückenhaft, kann die ganze Struktur zusammenbrechen.

Vermutlich auch besondere Begabung für Etymologie (Wortherkunft); die Worte in ihrer Herkunft betrachtet, beweisen oft die einst okkulte Bedeutung (okkult im Sinne von: die Essenz der in der Wahrnehmung heraufdrängen Wirklichkeit als seelischer Gehalt, die Auskunft gibt über die ursprüngliche Wahrnehmung der Schöpfungsordnung); dafür stellt Chiron den Schlüssel dar; Stichworte: Urbewusstsein über den linguistisch gegebenen Klang; die Kaballa oder hebräische Sprache; altägyptische Schriftzeichen (Hieroglyphen).

Vielleicht wird Chirons Bezug zum Wissen dadurch einsichtig, wenn man mögliches Wissen analog der Lösung eines Problems gleichsetzt. Wissen wollen wir meist, um etwas bestimmtes damit zu erreichen, und wenn es nur Erkenntnis einer Sache ist. Wissen ist etwas, womit etwas anderes möglich wird, es wird zum Beispiel durch ein Wissen zur Tat oder einer handwerklichen Lösung herangeführt.
Die Lösung eines Problems kann anders erklärt, nämlich als ein Lösen der Unwissenheit und steht hier im Bezug zum erwähnten Prinzip der Lücke, zur verlorenen oder nicht vorhandenen Einzelheit der Information, also das, was zunächst fehlt und dann komplettiert oder erfahrbar wird und Wissen ergibt.
Plausibel in Bezug zu Chiron scheint nicht die Ganzheit an sich zu sein, sondern die einzelnen Schritte und Teile, die zur Ganzheit führen. Chiron erscheint mir viel mehr als Brennpunkt und in gewisser Weise scharf, so wie es einer "Kleinigkeit" zukäme, und überhaupt nicht wie Jupiter oder Krebs als eine Masse. Das sollte man in Bezug zu Chiron vielleicht nie vergessen, wenn es um Ganzheit geht, das mit Chiron nicht die Ganzheit an sich gemeint ist. Chiron verkörpert symbolisch stets die Einzelheit. Jeder Bezug auf die Ganzheit ist nur eine Folge von Chirons Wirkung.
Chiron schafft evolutive, der Entwicklung dienende Fortschritte, also Brücken über Schluchten und Spalten, mit denen der Geist fortschreiten kann. Auch scheint die innere Stimme und das entsprechende Bewusstsein, welche diese innere Stimme erfahrbar werden lässt, in diesem Zusammenhang von grosser Bedeutung (siehe weiter unten).

Das Winzige, Kleine ist anstrengend. Eine kleine Zwiebel zu schälen oder eine Zwiebel überhaupt in feine Streifen zu schneiden ist anstregend. Chiron kommt oft auf diesen Bezug des Kleinen.

Eine Krise im Leben ist ähnlich einem Riss im Gefüge. Eine Krise ist wie eine Zwischenstation, auf die eine Änderung folgen kann. Oder man findet ein Gegenstück, das den durch die Krise aufkommenden Bedarf deckt. Man kann bestärkt aus der Krise hervorgehen.
In jedem Fall hat die Krise an sich einen Bezug zu Chiron und kann Bewusstsein wecken. Eine Krise ist nicht grundsätzlich negativ, sie kann den Anreiz bewussten Streben ermöglichen.

Chiron weist anscheinend zu geringfügigen Bestandteilen instinktive Bezüge beim Denken auf. Chiron ist nicht das, was die Information zustande bringt, aber er gibt einen Fingerzeig.
Wissen ist mit Chiron anscheinend nur indirekt verbunden, indem Chiron eine Art Vermittlerrolle übernimmt und auch zur Weisheit (besonders aber auch durch Erfahrung) führt. Besser gesagt, Chiron weist den Weg zur Ganzheit eines Wissens (vervollständigtes Wissen), indem auf das Fehlende hingewiesen ist.

Insofern könnte man versucht sein in Chiron einen Realitätssinn zu vermuten. In Frage für diesen Sinn der Realität kommen offensichtlich Saturn, Merkur und schliesslich Chiron.
Frank Felber weist aber darauf hin, dass  am ehesten von diesen dreien sich hauptsächlich Merkur für diesen Realitätssinn verantwortlich zeigt. Saturn konfrontiert uns eigentlich nur mit den Folgen unserer Taten, und zielt durch seine konzentrierte Wirkung auf den schwächsten Punkt in uns, wie es Frank Felber beschreibt.
Der Unterschied zwischen Merkur und Chiron wird von Frank Felber auf den Punkt gelenkt, dass Merkur für die "Verrechnung und Ausdeutung von Informationen" zuständig ist. Während Chiron "den Menschen lehrt, wie er seine Fehler in Stärken verwandelt".
Dabei wird Chiron diese Umwandlung einer Schwäche durch sein Prinzip der Verletzlichkeit beim Menschen als Verlangen setzen und so vorantreiben. Der Mensch kommt zur praktischen Lebensweisheit, indem er erfährt, was geht und was nicht geht, und trifft daher für den passenden Moment die richtigen Entscheidungen. Es geht um  eine bewusste Lebensführung, womit sich eine Verantwortung für die Auffassung der Realität ergibt...

Chiron könnte die Begegnung mit dem Schatten symbolisieren. Ich glaube nicht daran, dass es sinnvoll wäre, den Begriff des Schattens allzusehr einengen zu wollen. Letztendlich geht es um etwas, was in uns verborgen ist, als Abgrund oder Unbewältiges existiert und uns aber noch subtil oder mächtig beeinflusst, uns Handeln und Denken einflössen kann, oder ein solches verhindert. Und das Entscheidende: Selbst wenn wir es wollten, wir können den Schatten kaum direkt lokalisieren, eine Lösung und Aufarbeitung geschieht oft einfach, indem man sich auf allgemeine Tugenden besinnt.
Es mag sich beim Schatten auch andererseits um Wesenszüge handeln, die noch nicht entfalten worden sind, und deren bisherige Wirkung in verzerrtem Ausdruck besteht. Dann muss man sich auf diese reinen Wesenszüge besinnen, die man ausleben sollte.

Der Schatten kann ein Eigenleben führen und dem sonstigen und aufstrebenden Bewusstsein in gewisser Weise Steine in den Weg legen, weil wir aufgrund unserer Persönlichkeitsstruktur diesen Schatten teilweise oft dauernd Nahrung zuführen, was mit dem Ausleben unserer Triebe zu tun hat, und auch der Hemmung einiger anderer Triebe zu tun haben kann.

Mit Chiron erkennen wir schliesslich, wo und wie wir konkret ansetzen können, eine Wende herbeiführen können, um die bis dahin sich schleichend vordringenden Schatten unserer Persönlichkeit ihre Nahrung entziehen zu können, damit diese nicht mehr unkontrolliert die Richtung des Ganzen verwirren. Die einsetzende Formgebung kann auch darin bestehen, statt der falschen Nahrung nun eine andere Art der Nahrung zu vermitteln.
Nahrungsmittel für das Selbst und den Schatten bestehen in Eindrücken und der Aufmerksamkeit, in Handlungsmustern, Emotionen und Gedanken. Schlussendlich kann alles Nahrung bedeuten. Sich den Schatten bewusst zu machen, heisst die wesentlichen Impulse zu erkennen.

Die Bildung komplizierter Verdrängungsmuster und Persönlichkeitsstrukturen kann eine Menge Energie an sich binden, und von anderen Bereichen des Selbst und der Persönlichkeit in der Weise abgezogen sein.
Manchmal wird der Schatten auch als Teil unseres Selbst bezeichnet, dem nicht genügend Aufmerksamkeit gezollt wird, einem Teil, der eigentlich gelebt werden will. Aber hier sehe ich den Begriff des Schattens fehl am Platze, auch wenn C.G. Jung diese Auffassung vielleicht mit seiner Arbeit gestützt hat. Stattdessen sollte man einfach von Hemmung unserer Selbstverwirklichung reden; Normen der Gesellschaft können uns manche Regungen unseres Selbst verleiden oder ihren Ausdruck als unstatthaft definieren. Hier müssen wir dann wohl einen Weg finden, uns Selbst zu verwirklichen, ohne daran zu zweifeln, dass dies richtig wäre.

Und manchmal wird der Schatten als etwas bezeichnet, das man integrieren muss, weil irgendwie ein wichtiger Teil unseres Selbst also in den Schatten gestoßen wird. Was es auch sei -  wenn man von Integration redet, kann nur gemeint sein, authentisch zu werden, nichts zu verdrängen, etwas unduldhaftes (zB gewissenloses Agieren) unter den Trieben zurückzudrängen, und seine wichtigsten Bedürfnisse zu kennen.

Chiron kann anleiten zu begreifen, die Instinktregungen und den animalischen Teil des Menschen zu akzeptieren, ohne ihnen ein Unmaß an Raum zu geben.

Künstler kommen oft erst dann zur vollen Entfaltung ihrer schöpferischen Talente, wenn sie sich dem Selbst zuwenden und ihren Schatten integriert haben, weil die Gaben und Talente auch aus diesen Bereichen der animalischen oder unbewussten Sphäre herrühren. Die Integration des Schattens ist eine einfache Bewusstwerdung mit einfachen Entscheidungen, wie nun weiter mit dem bewusst gewordenen Teilen umgegangen werden soll. Es muss die Integration des Schatten keine endgültige Auflösung des Schattens bedeuten. Dann erfolgt die Integration in einer Weise, die es möglich macht, zumindest bisherige Auswirkungen des Schattens zu vermindern, er wird dann zum gleichberechtigten Teil der Persönlichkeit oder aber man akzeptiert erst, wie man in Wahrheit ist, und verfeinert dann schließlich mit der Zeit diese "Wahrheit".
Es gibt zudem gewisse Dinge in uns, die wir nur akzeptieren können - die sich aber nicht vermeiden lassen. Die Weisheit besteht natürlich darin, zu erkennen, was unabänderlich zu unserer Persönlichkeit gehört, und was davon noch stets veredelt werden kann.

Möglicherweisen werden mit Chiron Projektionen und andere aufgesetzte Persönlichkeitsstrukturen gebildet, die es bewusst zu machen gilt.

Die innere Stimme - gespeist aus dem beinahe allwissenden Unbewussten -  schenkt stets die passende Lösung und den Schlüßel für Problemlösungen, und ist dem Menschen weiser Führer. Auch hier wieder ist der symbolische Fingerzeig von Chiron beteiligt.

Die innere Stimme kann zu einer Ebene führen, auf der das Optimale wirksam werden kann. Dieses Optimale hat oft mit Evolution zu tun. Evolution führt zur Entfaltung. In irgendeiner Weise scheint Chiron an dieser inneren Stimme beteiligt zu sein. Vielleicht auch deshalb, weil die innere Stimme erst hörbar wird, wenn das gesamte System Mensch, also die verschiedenen Teile des  Bewusstseins und der Persönlichkeit darauf  abgestimmt sind (vrgl. Effekt der Synergie). Vielleicht geht die innere Stimme direkt hervor durch eben diesen optimalen Zustand des Ganzen, wenn alle Chakren und Organe miteinander ein entsprechendes energetisches Feld erzeugen, bzw. den Körper dadurch mit Energie versorgen. Manchmal ist es so, dass Energie durch Vermeiden überflüssiger Gedanken, also einer annähernden Gedankenstille eingespart wird, und dann dem Zugang zur inneren Stimme dient. Energie kann auch durch Fasten eingespart werden. Ich denke, Intuition und innere Stimme haben viel mit dem Körper zu tun, dieser hat im Ganzen eine ähnliche Funktion, wie sie einem Sinnesorgan zukommt (nicht nur auf die Haut bezogen, sondern in einem viel umfassenderen Sinne. Ein Kribbeln im Bauch kann als Omen gedeutet werden. Und in höheren Bewusstseinszuständen werden Empfindungen und Gefühle zur Vision usw.).

Es ähnelt einem Sterbeprozess das ursprüngliche Gleichgewicht wieder zu erlangen. Die alte Vertrautheit ist eine trügerische.
Fasten, oder eine ähnliche Abkehr vom Weltlichen und von den Routinen, die (symbolische) Reise in die Wüste, ergeben daher auch ein taugliches Mittel wieder zurück zur ursprünglichen Einheit und Verbindung mit der ganzheitlichen Seite zu gelangen.

Es gibt einen alten Spruch in der Bibel: "Jede Sache findet seine Zeit unter dem Himmel."
Zane B. Stein wies daraufhin, dass Chiron auch einen Bezug zu gewissen Facetten der Zeit besitzt. Er nennt es Chiros.
Saturn korrespondiert mit der Dauer von Zeit. Uranus steht für die kommende, also zukünftige und visionäre Zeit. Chiron repräsentiert anscheinend das persönliche Erleben einer Zeit. So kann je nach Art der Erfahrung eine Minute quälend wie eine Stunde sein, und eine Stunde höchster Verzückung wie eine Minute erscheinen, und es lässt sich sogar denken, dass eine Minute in kosmischem Gewahrsein oder Meditation sich wie eine Stunde anfühlt. Diese Zeit ist also abhängig von den Konditionen, die sich ihr zugesellen bzw. uns stellen.
Weiterhin erscheint mir auch Chiron passend für jene Momente, in denen eben eine Sache ihre Zeit findet. Nur unter bestimmten Momenten kann eine Sache möglich werden. Nur wenn ich genügend Druck in der Blase verspüre, drängt es mich zu urinieren, ansonsten "kommt einfach nichts". Regen aus Wolken beginnt irgendwann zu fallen und hört irgendwann auf, eine Befruchtung findet nicht statt, während die Eizelle mit dem monatlichen Zyklus abgestossen wird, ein Unfall kann meist nur geschehen, in dem zwei unglückliche Fügungen zusammen kommen: der Verursacher und der Beteiligte, oder der Erleidende und die Ursache; ich kann nur in einen Zug steigen, der an einem Haltepunkt angelangt ist; oder etwas Bestimmtes kommt mir nur zu Bewusstsein, indem sich gegebene Umstände kreuzen und meine Aufmerksamkeit wecken (vielleicht auch im Zusammenhang mit Gedanken, die ich gleichzeitig habe: Synchronizität); ein Baum zur falschen Zeit geschnitten (Mondstand!) kann so stark verletzt werden, dass er später stirbt, und anders kann das Schneiden der Äste beim richtigen Mondstand optimale Wirkung zeitigen (gesundes Treiben der Sprossen  im Frühjahr).

Eine Fügung kann auftreten, indem man gerade zur richtigen Zeit am rechten Ort ist.

In gegebenen aber notwendigen Augenblicken kann überhaupt eine Entscheidung gefällt werden - der Zeitpunkt und die Kreuzung zwischen Fähigkeit und Gelegenheit, könnte mit Chiron korrespondieren. In anderen Augenblicken ist so eine Entscheidung vielleicht gar nicht möglich, weil die Umstände nicht für die Fügung sorgen.

Auch repräsentiert die exzentrische Umlaufbahn von Chiron im Sonnensystem vielleicht diese Besonderheit von Augenblick und Zeit, bei der wie bei einem Pendel zwei Punkte markiert sind, die Bahn aber nicht kreisförmig sein muss, das verweist auf die Schwebe, die Augenblicklichkeit.
Dabei reicht die Umlaufbahn über Saturn bis Jupiter hinaus und man kann diesem Umstand als Chirons prinzipielle Unabhängigkeit von der chronologischen Zeit deuten (Zane B. Stein).
Eine Dauer wird als Langeweile erfahren, etwas Zukünftiges ist zu vage - doch ein Augenblick ist immer ein Augenblick. Doch es kann dieser Augenblick aus seiner ursprünglichen Vereinzelung zur Kontinuität des Gleichen gebracht werden, es ist der Schein unserer Realität, wo wir die Dinge schon erkennen, noch bevor wir sie wahrgenommen haben, während doch jeder Augenblick einzigartig ist! So wird ein monotones Gleichmaß einer Wirklichkeit erzeugt.
Mit Chiron kann man "auf dem Augenblick reisen"; - man bringt es zustande, die Verbindung zu diesem jeweils einzigartigen Augenblick nicht zu verlieren.

Um die konkrete Zeit des Augenblicks in einer vom Alltäglichen verschiedenen Qualität erlebbar zu machen, wird es nötig, den bewährten Schutz der kontrollierenden "Obacht erzeugenden Aufmerksamkeit" aufzugeben und neues Vertrauen in eine andersweitige Wirklichkeitserfahrung zu gewinnen. Nun existieren aber auch diverse Möglichkeiten zur Orientierung: Omen, Orakel, Eingebungen der Umgebung und die Synchronizität warten auf unsere Wahrnehmung und auch die innere Stimme und Intuition steht uns zur Seite, um eine unmittelbar vor uns liegende Gegenwart bzw. Situation abzuschätzen.
Diese Gegenwart, in der wir uns befinden oder befinden werden, kann als Einheit betrachtet werden, das heisst, wir können in dieser Weise etwas abschätzen, was mit dem Eintritt in die Situation zwangsläufig verbunden ist. Wenn wir uns in ein Zugabteil setzen, könnten wir in das falsche Abteil geraten und es stellt sich heraus, dass später ein Rowdie ins Abteil kommt, der uns vielleicht bedrängt und dessen Konfrontation uns den nachherigen Tag ziemlich bertrübt. Es kann aber auch sein, dass wir in das Abteil kommen, in dem eine alte Dame sitzt, und allein unsere Gegenwart den Rowdie in die Schranken verweist. Auch das ist eine typische Fügung.

Der automatische, instinktive Reflex aber, besteht viel zu oft in der trügerischen Ahnung von Gefahr, wo keine ist.

Es gibt einen weisen Spruch, der die empfundene Zartheit des Momentes heraushebt, innerhalb dem eine Erkenntnis anbricht: "Der Schrecken der Erkenntnis". Denn in dieser Erkenntnis werden wir konfrontiert und überwältigt, es gibt keinen anderen Halt als wie das Wahrgenommene selbst. Das ist es auch, was uns oft vor meditativen Erlebnissen scheuen lässt, oder ähnlichen ganzheitlichen Arten der Wahrnehmung.

Die Revision, also das Korrekturlesen steht auch in einem Bezug zu Chiron. Es bestehen womöglich "Verletzungen" des Textes, die als Einzelheiten nachträglich entfernt bzw. korrigiert werden müssen. Wird das nicht getan, und ein Buch mit den Fehlern herausgegeben, verewigen sich die Makel des Textes und bleiben also andauernd als Verletzung  bestehen. Die Vollkommenheit und Makellosigkeit des Textes ist der gewollte Zustand.

Es wurde astrologisch einige Male beobachtet, dass körperliche Verletzungen oder Unfälle sich oft an dem Bereich des Körpers häufen, die dem Tierkreiszeichen zugeordnet sind, in dem Chiron steht. Ich halte es zwar für nicht ausgeschlossen, dass dieser  Zusammenhang besteht, vor allem in Bezug zu schwerwiegenden Ereignissen von Verletzungen und Krankheiten, aber ich denke auch, dass wir im Leben zahlreiche Verletzungen an Kopf, Hals, Bronchien und Brust, Arm, Hand und Fingern, Bauch und Darm, Schenkeln und Füßen erleiden, dass im Prinzip im Laufe des Lebens es darauf hinaus läuft, dass wir überall irgendwann eine solche Verletzung in den bestimmten Bereichen erleiden können. Sucht man nun nach einem Filter heraus solche Bereiche, wird man solche Verletzungen dann auch in diesem ausgewählten Bereich finden. Denn Chirons Aufenthalt in den meisten Zeichen ist auch ziemlich lang.

Zane B. Stein spricht in seinem Buch "Wendepunkt Chiron"  von der Verwandtschaft Chirons mit dem Prinzip der "Grundursache".

Viel von dem oben erwähnten wird nun noch klarer, wenn man es in Bezug zu einer Grundursache bringt. So eine Grundursache lässt sich  immer auf  irgendeine Einzelheit beziehen, sei es für sich genommen oder in Zusammenhang mit mehreren anderen Dingen.

Das Thema der zwischenmenschlichen Bindung (zwei Partner kommen zusammen) hat oft mit Chiron zu tun. Chiron kann korrsepondieren mit dem Zeitpunkt, wenn eine Verbindung eingegangen wird bzw. sich zwei Leute als potentielle Partner begegnen (aber es muss nicht zur Partnerschaft kommen, entweder noch nicht oder überhaupt nicht).  Diese Themen werden durch Transite Chirons, oder vielleicht auch Transitaspekte anderer Planeten auf den Radix Chiron ausgelöst.
Anscheinend geht es um gegenseitig vermittelte heilsame Einflüsse, und schliesslich auch um verletzende Einflüsse, die dem anderen noch nicht mal bewusst sein müssen und wieder einmal - typisch für Chiron -  nur die jeweils eigene Wunde darstellen. Chiron stellt den Brührungspunkt oder Schnittpunkt solcher Erfahrungen dar. In diesem Zusammenhang ist es lohnend, die Planeten näher zu untersuchen, die im Aspekt stehen, und zwar im Aspekt mit dem Radix Faktor, den Chiron eigentlich transitiert. Es wird ja zugleich auch ein Transit-Aspekt auf diese Radix Faktoren geworfen, die schon im Radix selbst den Aspekt zu jenem Planeten beinhalten, zu dem Chiron transitiert.
Und es geht vielleicht auch um die Trennung zweier Partner: eine Lücke bzw. Unvereinbarkeit wird einem bewusst oder als Resultat geschaffen. Chiron ist dann symbolisch der Punkt, an dem sich eine Unvereinbarkeit reibt.
Vielleicht kommt auch der Aspekt der Grundursache bei der Partnerschaft zur Geltung: aus einer bestimmten Ursache heraus, und es mag sich um eine Zuspitzung handeln, ähnlich einem plötzlichen Vulkanausbruch (also mit der Betonung auf "plötzlich"), finden die beiden oder auch nur einer von ihnen, dass eine Beziehung nicht mehr weitergehen kann.

Chiron wird von Zane B. Stein auch in Bezug zur Pubertät gesetzt, in der sich beim Jugendlichen der prometheuische Geist regt und er sich aus den Fesseln seiner Vergangenheit befreien muss, und dabei auf inneren und manchmal auch äusseren Widerstand stößt, den Schmerz des Individuums erfährt und zugleich aber in die soziale Welt integriert werden möchte. Die duch Erziehung auferlegten Werte und Normen entbehren noch ihrer Bewährung und werden in der Konfrontation mit der sozialen Welt und der individuellen Zukunft zwar diffus als mangelhaftes Rückgrat erlebt, verheissen aber auch den weiteren Weg; zunächst wird das Erbe angetreten, bis dass mit und kurz nach der ersten Saturn Wiederkehr echte eigene Werte stabilisiert werden.

Chiron mag nicht immer bei allen gleich wirksam sein bzw. seine Bedeutung kann stark variieren. Bei dem einen mag es überhaupt wenig Probleme in dem entsprechenden Hausbereich oder Zeichen geben und es kommen vermehrt die Vorzüge Chirons zur Geltung, während ein anderer übermässig stark einer gewissermassen chironischen Verletzung ausgesetzt ist. Manchmal ist das astrologische Haus mehr betroffen, manchmal nur die Aspekte.

Chiron ist Kentaure. Alle Kentauren (in gewissen Sinne auch Pluto) scheinen etwas gemeinsam zu haben. Sie legen einem etwas vor, es scheint völlig willkürlich und zufällig zu sein, und es ist besonders ungewollt. Als würden sie sagen: "Hier hast du jetzt was, mach was draus!" 

Das Besondere an den Kentauren ist das Unvermeidliche. Mit einer entsprechenden Haltung kann man dennoch versuchen einen Sinn in ihren Aufträgen zu sehen.

Nachwort

Der Astrologe Zane B. Stein beschäftigte sich bereits mit Chiron, als Chiron als Himmelskörper gerade erst entdeckt wurde und noch nicht einmal in der allgemeinen Diskussion stand. 
Vielleicht bezweifeln einige deshalb, dass durch die fehlende astrologische Erfahrung in Bezug zu der Bedeutung von Chiron, Zane B. Stein überhaupt zu sinnvollen Erkenntnissen kommen konnte.
Ich bin durch meine eigene Beschäftigung mit der Astrologie davon überzeugt, dass die Erkenntnisse über einen Himmelskörper auch unabhängig von einer langen Zeit der Auseinandersetzungen fundiert und genau sein können.

Die Intuition kommt zum Beispiel in geeigneten Momenten ohne Vorwarnung, und führt einem das Stichhaltige vor Augen, sofern die Intuition einen verlässlichen Eindruck hinterlässt und auf "solider Wahrnehmungsarbeit" beruht. Die lange Zeit der Beschäftigung mit Chiron und anderen Asteroiden , aber auch Lilith hat im wesentlichen doch auch gezeigt, wieviele verschiedenen Theorien und Ansätze gebildet werden können, und wieviele Abwege und Irrwege dabei zustande kommen können.

Das lässt die Vermutung zu, dass der Weg über die langjährige Erfahrung, und ohne Intuition, sogar zweifelhaft sein kann, um für  die Ergründung der Bedeutung von Asteroiden etwas zu leisten; es handelt sich um Asteroiden, die sowieso im Radix niemals so offensichtlich wirken wie Pluto oder Uranus. Ohne Intuition kommt man diesen nicht näher, und Intuition kann augenblicklich wirken, und sie ist nicht an langjährige Erfahrung im Umgang mit dem Asteroiden gebunden. Die Gefahr sehe ich bei der empirischen Herangehensweise im Aufbau eines sich selbst bestätigenden Ansatzes, der dann in der Praxis zu "funktionieren" scheint. 

Meiner Meinung nach sind die wirklich essentiellen Ergründungen und Begründungen in Bezug zu Chiron und auch anderen Himmelskörpern nicht allein der zeitlich langen Auseinandersetzung mit diesem Himmelskörper zu verdanken. Aus Erfahrung gewonnenes Wissen, und aus langer Auseinandersetzung gereiftes und tiefgründiges Wissen, ist nur eine Weise, um zum Wissen zu kommen.
Die augenblickliche Intuition kann ebenso tiefgründig sein, und kann aber auch in ganz andere Bereiche vor- und weitere Bereiche durchdringen. Die Intuition hat den konkreten Symbolismus der Astrologie vor Augen und ist insofern der empirischen Methode überlegen, da die Empirie noch solche Schlussfolgerungen über die zutreffende Symbolik bilden muss.
Die Erfahrung und Empirie durch Beschäftigung mit vielen Horoskopen kann einen anderen speziellen Zugang zum Wissen bilden - keines dieser beiden hauptsächlichen Wissenswege ist mit dem anderen zu vergleichen, sie können sich aber bedingen. 

Doch was heisst Erfahrung? Schon die Deutung von drei Horoskopen bildet genügend Erfahrung heran, um verlässliche Informationen über einen Himmelskörper intuitiv herauszuziehen, sofern die Intuition klar und rein ist. Wirkliche Intuition ist kein ahnungsvolles  Herumbasteln von Bedeutung und Relevanz, sondern ist unmittelbare Einsicht. 

Dieser Umstand, der gerade bei Chiron so offenkundig auftaucht, nämlich die Behauptung, Asteroiden können nur mit der Erfahrung jahrzentelangen Forschens wirklich ergründet werden, scheint kein Zufall zu sein. Chiron verweist in seiner Bedeutung auch auf den Umstand einer Intuition, die zur rechten Zeit das richtige und reale Wissen bereitstellen kann. Umgekehrt korrespondiert er aber auch mit dem wunden Punkt, zu einem falschen Wissen zu kommen - dies besteht auch darin, über einen Sachverhalt und bei der Frage nach geeigneten Methoden eine unzutreffende Ansicht auszubilden.

Nicht aus Erfahrung gewonnenes und verdichtetes Wissen, und insofern abbildhaftes Wissen, sondern wirkliches, das heisst unmittelbares Wissen ist das besondere Thema bei Chiron. Ob Zane B. Stein in vielen Begriffen die Essenz von Chiron wirklich adäquat gefasst hat? Ich denke, der springende Punkt bei Chiron ist das "Finden von geeigneten Mitteln" - daraus leiten sich auch viele der Begriffe und Entsprechungen ab, die Zane B Stein angegeben hat, und die ich hier aus seinem Buch "Wendepunkt Chiron" aufgegriffen habe. Selbst der Titel Wendepunkt für ein Chironbuch macht Sinn, da man Chiron auch verstehen kann als Faktor, der uns die Chance bietet, die richtigen Wendungen für unser Leben zu finden bzw. für wichtige Lebensbereiche (das Haus, in dem Chiron steht).

Umlaufzeit und Aufenthaltszeiten in Zeichen

Zyklusdauer durch den Tierkreis:  ca. 50 Jahre

Alle Uhr-Zeitangaben in Universal Time (GMT). Genannt sind jeweils die Eintritte ins Zeichen. Der letzt genannte Eintritt ist der endgültige Eintritt, der auch als massgeblicher Punkt  aller Betrachtungen herangezogen werden muss (zB für Bewertung der Ingresse des Planeten).

Widder ca. 8 Jahre (ca. 1969-1977)
01.04.1968    07:08:25
18.10.1968    22:34:32
30.01.1969    08:12:38

Stier ca. 7 Jahre (ca. 1977-1984)
28.05.1976    11:10:46
13.10.1976    22:45:14
28.03.1977    19:05:30

Zwillinge ca. 4 Jahre (ca. 1984-1988)
21.06.1983    13:54:24
29.11.1983    13:18:29
11.04.1984    04:18:35

Krebs ca. 3 Jahre
21.06.1988 09:39:55

Löwe ca. 2 Jahre
21.07.1991    15:53:35

Jungfrau ca. 2 Jahre
03.09.1993    17:31:48

Waage ca. 2 Jahre
09.09.1995    14:27:53

Skorpion ca. 2 Jahre
29.12.1996    11:16:15
04.04.1997    16:48:51
03.09.1997    03:24:54

Schütze ca. 2 Jahre  
07.01.1999    10:29:09
01.06.1999    09:49:54
22.09.1999    02:31:39

Steinbock ca. 4 Jahre
11.12.2001    23:05:03

Wassermann ca. 6 Jahre
21.02.2005    17:34:42
01.08.2005    03:45:15
06.12.2005    01:05:01

Fische  ca. 8 Jahre
20.04.2010    06:31:27
20.07.2010    09:41:55
08.02.2011    19:56:37




Verwendete Literatur

März 2007
Stefan Arens