Wie lernt man das Deuten in der Astrologie?

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1. Symbole  
Die Symbole und immer gleichen Zeichen und Planeten wollen in ihrer Bedeutung vertieft werden. Das immerwährende Vertiefen ist eine Zielvorstellung, die ich als konkret erfahren habe, als ich mit Astrologie begann. Das Lernen hört nie auf, weil die Angelegenheit Astrologie komplex ist. Auch kommt erschwerend hinzu, dass die mannigfachen Lebensvorgänge von wenigen nur  Prinzipien (zB den Planeten) abgedeckt werden.
Diese grobe Kategorisierung, die uns die Natur liefert, ermöglicht dafür aber auch eine hervorragende Symbolsprache, innerhalb der unsere Erfahrungen verständlicher werden.

Um sich in die Sache zu vertiefen zahlt sich aus, dass man regelmässig und kontinuierlich mit Astrologie beschäftigt ist. Skeptiker und andere Laien, die prüfend einen Blick auf die Astrologie werfen, werden verführt durch viele verlockenden aber doch sehr wackligen Prognosen, die nach Meinung vieler Experten aber nicht das Wesen der Astrologie bedeuten. Dahingehend suchen sie auch in den charakterlichen Beschreibungen genau das, was man in der Schule lehrte: Die exakte Übereinstimmung. Wir lernen doch aber schnell  , dass es diese in der Natur nicht gibt. Selbst Blonde sehen nicht mehr gleich Blond aus.

Wie ein Magnet bildet sich mit der Zeit eine Art "inneres Zentrum für Astrologie". Man guckt eigentlich nicht anders, wie man das Schachspiel in seiner Gesetzmäßigkeit verfolgen könnte, oder die faszinierenden Geheimnisse der Mathematik usw., weil sich ein Blick für die wesentlichen Sachverhalte entwickelt . Das heisst, man  sieht  die verschiedenen Kategorien, nimmt die Planeten in ihren Häusern und Zeichen wahr,  und erkennt   die Übereinstimmung  mit den Lebensvorgängen. 

Es ist ein Blick für die Sache, und ein kreativer Umgang mit der Schwierigkeit, einen Dreh- und Angelpunkt fassen zu können, mit dem man ein Radix deuten kann . Für den Anfänger wird der Prozess noch in Ferne liegen, wo man problemlos ein jedes radix deuten könnte. Man sollte meiner Meinung nach immer drauf schauen, was man glaubt, erreichen zu können. Aber ich kann berichten, dass ich anfangs in der Astrologie glaubte, das würde ich nie schaffen, das sei zu kompliziert und komplex. Ich dachte, man müsste eine mathematische Formel oder so lösen. Mit den Erfahrungswerten gelingt jeder weitere Schritt umso leichter. ,am begreift, dass es keine Gleichung gibt, wonach eine Beschreibung immer zutreffen muss. Sie, die Beschreibung, findet statt innerhalb der Kategorie der Erfahrung (bei einem Jupiteraspekt wird es die Kategorie Jupiter sein, bei einer Einstellung, die auf Saturn zurückgeht, wird die Kategorie Saturn sein, usw.). Diese Erfahrung wird geprüft, bewertet und man stellt die Übereinstimmung fest in der Art und Weise, "dass man eine Wahl hätte und man würde diese Kategorie nehmen, weil man im Essentiellen oder Wesentlichen die Erfahrung auf die bekannten Eigenschaften jenes Prinzips zurückführt". Meist schliesst das aber nicht aus, dass es noch andere Dimension einer Erfahrung gibt, die durch andere Radixstellung erläutert werden können . Im Ganzen , so wie wir sind, können wir niemals mit einer Einzelheit erklärt werden und es gibt immer noch irgendwo eine Verzweigung, Abhängigkeit oder einen Zusammenhang ).

Vor allem die Beschäftigung mit den lebensnahen Mondrythmen kann die Intuition und Erfahrung stärken. Hat man gesundheitliche oder psychische Probleme, können Transite helfen - über Hauptachsen oder andere Radixfaktoren, in Transithäusern, in Transitaspekten. Besonders der Mond kann manchmal eine empfindliche Radixstelle aufweisen, das heisst, der transitierende Mond geht über eine ganz bestimmte Zone oder Radixstellung, und es stellen sich oft Beschwerden ein. 

Es gibt den zunehmenden Mond, Vollmond, abnehmenden Mond, Neumond. Diese zwei Phasen und zwei Zeitpunkte haben besondere Eigenschaften. Vielleicht beobachtet man allgemein, wie man von der Stimmung in der abnehmenden Mondphase bedrückter ist als in der  zunehmenden Phase. Viele Leute spüren das und es scheint so zu sein, dass die abnehmende Mondphase etwas anstrengender für uns ist.
Ähnliches kann man nun mit anderen Horoskopfaktoren machen - nur muss klar sein, nicht jeder Faktor ist gleichgewichtig. Ein Sextil ist niemals so deutlich wie eine Opposition und ein Transit durch ein Haus ist wieder was anderes, von der Qualität und  Ebene her gesehen.

Man könnte sagen, mit der Zeit der Erfahrung und Vertiefung wächst ein Kristall der Intuition heran, der durch aufeinanderfolgende Beschäftigung aufgeladen werden kann. Das soll nur eine bildliche Sprache sein. Man könnte sagen, der Blick wächst für die Sache.

Die Symbole sollen nicht als etwas verstanden werden, was eine sehr konkrete und fassbare Eigenschaft hätte, die in gleicher Form und Art immer dann wiederkehrt, wenn das Symbol beteiligt ist. Die Symbole sind aber auch nicht zu weit gefasst. Das heisst, die Breite der Entsprechungen zum Beispiel zu Jupiter im 3. Haus sind weit, aber nicht so weit, dass das Symbol Jupiter oder das Symbol 3. Haus verloren geht. Es gibt sozusagen wie in der Musik eine Sphäre, innerhalb der ein Symbol deutlich bleibt. Mischformen von Symbolen sind selten, mehr sind komplexe Wechselwirkungen zu beobachten. Ein Planet hackt sozusagen auf den anderen rum. Oder anders formuliert, es gibt dynamische Faktoren im Radix, wo man einen Widerstreit zweier Kräfte, aber keinekonkrete Mischung  beobachten kann. Dennoch verbirgt sich hinter jeder Kombination hintergründig eine Zusammenmischung , als ob etwas neues entstünde. Jupiter/Merkur als Kombination ist also an sich wieder ein neues Symbol, aber dessen Entsprechung reicht nicht hinaus über die einzelnen Symbole Jupiter und Merkur für sich genommen.

Die Symbole stehen für Inhalte, die zu beobachten sind, und das eigentliche Prinzip, das verantwortlich ist, liegt jenseits unserer Wahrnehmungsfähigkeit, aber innerhalb unserer Vorstellungskraft (insofern wir nicht von Gott, aber von einer schöpferischen Oktave ausgehen, die man als siebenstrahlig beschreiben kann - diese sieben Strahlen sind der letzte Grund, auf dem die Schöpfung und der Mensch zu stehen kommen, wenn man einmal die letzten Gründe des Kosmos sucht. Ausgehend vom Standpunkt eines menschlichen Bewusstseins, d.h. eines zur Wahrnehmung fähigen Bewusstseins, denn der andere Weg, über das Dingliche, Stoffliche, Materielle, physisch Messbare, vernachlässigt den Standpunkt und den menschlichen Filter des Gehirns und aller Ängste und Bestrebungen, Ursachen des Kosmos letztlich. Die Vorbedingung aller Urteile liegt in diesem Standpunkt des Beobachters begründet und wenn der Beobachter den Kosmos untersucht, findet er in sich dasselbe wie im Aussen und folglich ist es immer naheliegender, die sieben Strahlen sozusagen als Ausdruck eines Schöpfungsstrahls für wahr zu halten). Die Zahl sieben finden sich in den sieben Hauptplaneten am ehesten entsprochen. Mond, Sonne, Merkur, Venus, Mars, Jupiter,  Saturn. Sie sind zugleich in einem Verhältnis zur Erde, dass wir sie aus unserem menschlichen Standpunkt ohne Hilfsmittel am Himmel stehend (mit bloßem Auge in klaren Nächten) erkennen können.

Als Anfänger verliert man den Blick für das Wesentliche oft noch, was übrigens nicht anders ist als wie beim Schachspiel, oder anderen komplexen Anordnungen.
Gerade am Anfang des Studiums ist es wichtig, sich ein einen gesunden Rythmus anzueignen. Dass man diesen Blick für die Sache aufbauen kann.
Man muss gucken, wieviel Astrologie man sich zumuten kann, und wieviel Astrologie man verträgt - weil, manchmal weiss man eben noch nicht genug, und umso länger man blickt und sucht, und sich durch Unwissen den Blick vernagelt, desto weniger kommt ja auch von der Sache zurück und es stellt sich dann rasch die Enttäuchung ein.
Astrologie hat einen Reiz, der sich von selbst ergibt, und der ergibt sich aber nur von selbst. Das heisst, man kann nichts erzwingen. Man kann nichts hinzutun, mit Ideologien oder Schubladen. Doch letztere beiden, Ideologie und Vorurteile sind wirkliche Hindernisse in der Astrologie selbst. Und man entdeckt derer viele.

Der Zugang zur Astrologie ist immer persönlich, und ich glaube, nicht für alle verallgemeinerbar.
Die einen mögen es rational (was ist aber "rational"?, vielleicht logisch? Und was geht darüberhinaus? Über das Logische? Also wird man letzten Endes in der Astrologie immer beim Bild angelangt sein, weil allein mit Logik käme man ja nicht zu zutreffenden Aussagen.).  Aber die Logik kann der Anfang sein, der erste Schritt,  von dem man ausgeht.
Die anderen mögen es   bildlich, symbolisch und intuitiv, und vielleicht ist dieser Zugang noch am verallgemeinerbarsten, da das letzte Prinzip eben nicht logisch erfasst werden kann, sondern nur bildlich. Ich meine damit, wenn ich den Zugang zur Astrologie und die Astrologie selbst beschreiben würde, dann eher mit dem Rückgriff auf die Intuition und das Symbol bzw. Bild.

Dennoch, die Logik ist eben der Garant für das Fundament der Astrologie und der Grund, warum sie überzeugt. Die Logik der Astrologie, Astro-Logik.
Das Prinzip, das hinter Merkur, Zwillinge, 3. Haus steht, das ist jeweils mit denselben Begriffen, also Merkur, Zwillinge, 3. Haus beschreibbar und es kommt nur drauf an, auf welcher Ebene ich das tue.
Das Prinzip ist selbst nicht entdeckbar, weil es nur Ableitungen sind. Der Planet Merkur, das Haus Nummer 3, und das Zeichen Zwillinge sind Ableitungen eines Prinzips, das sich mit diesen Ebenen ausdrückt. Das Prinzip selbst ist nicht in der Erscheinung vertreten.

Manchmal kommt ein Punkt, wo es nicht mehr weiter geht, man hat sich verrannt oder man versteht etwas bestimmtes aber wichtiges nicht - dann hilft es mal, eine Pause und Abstinenz einzulegen, um mit der entstehenden Distanz später einen Neuanfang oder anderen Zugangs-Weg zu versuchen. 

Manchmal hat man Glaubenssätze und versucht mit ihnen die Wahrheit zu entdecken und kommt mit ihnen aber nicht weiter. Die Wahrheit ist eine Sache, die man bei der Astrologie eher durch Eingebung findet, sie ergibt sich viel öfter und leichter, als dass ein logischer Schluß dahin führen könnte - auch wenn man etwas nachvollziehen will, das jemand geschrieben hat, ist dies doch mehr intuitiv, weil man das unsichtbare Prinzip in der eigenen Vorstellung nachvollzieht und es führt kein Wort dahin.
Man prüft eine Symbolik, und kann es bestätigen, als ob man es wiedererkennen würde (darin liegt der Nachvollzug).
Allerdings ist die Sache Astrologie etwas abstrahiert durch die Ebene, auf der es für uns nur durch Ableitungen sichtbar ist (und dadurch immer etwas unscharf bleiben kann). Konkret werden nur typische Lebensereignisse. Ausschüttungen von möglichen Erfahrungsräumen. 
Viele Ereignisse im Leben tragen symbolische Signaturen in sich, Archetypen, Planeten, Zeichen: Erfahrungsräume und Erfahrungsinhalte.

Wir können die Symbole im Leben suchen, beobachten und brauchen Mut, die Symbole mit eigenen Worten und Bildern nachzuvollziehen, damit wir uns nicht leichtsinnnig oder programmatisch an feste Vorgaben klammern. Denn Symbole sind offen, nicht festgelegt, und nur in ihrer Kategorisierbarkeit als Symbol festgelegt auf bestimmte Essentialien, die unbedingt erfüllt sein müssen, damit es Symbol ist.
So ist zum Beispiel im Leben vieles stellvertretend für das Mars Prinzip. Aber nicht alles kommt dafür in Frage. Es wohnt dem Mars aber ein bestimmtes Charakteristikum inne, eine Absicht, eine Atmosphäre, und Wahrheit (des Lebens, der Lebensvorgänge und Absichten). Verschiedene Ereignisse , Lebensvorgänge und Erfahrungen auch leidvolle knüpfen sich an diesen Erfahrungsgrund und akkumulieren so die Handhabung dieser Energie.
Aufgrund einer bestimmten Struktur oder Energieform, kommt dann ein Bezug zum Mars oder zur Venus usw. zustande.

2. Bücher
Bücher sind wohl die hauptsächlichen Mittel, um sich tiefer hineinzubegeben in das Reich der Astrologie, um sich Inspiration  zu verschaffen, Bilder zu erhalten, oder Zugangswege zu erproben.

Was man am besten nie vernachlässigen sollte: An Uranus denken, das Wesen der Astrologie, denn das ist die Intuition.

Das bedeutet uns auch, einen eigenen Weg zu suchen, wie wir die Informationen, die wir lernen und vertiefen, konkret anwenden können. Das kann mitunter eine persönliche Perspektive mit sich bringen, die nicht mit Willkür zu verwechseln ist.

Etwas wird niemals in einem Buch stehen: Wie man die Symbole konkret für ein Radix anwendet. 

Man liest zB oft etwas über die Bedeutung eines Faktors, aber nicht, wie der Astrologe eigentlich auf diese Bedeutung kommt und sie bei der Deutung in einen Zusammenhang seiner Aussage bringt.
Das ist ein Vorgang der Intuition, worüber man in der Tat schlecht schreiben kann. Der Leser ist gezwungen, das Wort nicht als genaue Beschreibung zu nehmen, denn das ist es selten. Die Symbole geben sich einem zu verstehen, kein Wort aber führt direkt zu ihnen, so wie 2 mal 2 gleich 4 ist.
Es gibt den Schlüßel nur im wahren Verständnis des Symbols, und wie bereits erwähnt, ergibt sich dieses Symbol. Durch viele Vergleiche, Analogien, Beobachtungen und immer wieder neue Perspektiven und Zusammenhänge. Das Symbol verändert sein Gesicht, bleibt in sich gleich. Die innere Essenz eines Symbols scheint mit Worten nicht einzufangen sein, nur nahe zu bringen.

Die Autorität des Wortes, sogar des Schreibers spielt dafür keine Rolle. Warum ich das erwähne, das ist, weil ich selbst mit meinem Chiron-Merkur Trigon ein Auge dafür entwickelt habe, was den Unterschied angeht zwischen Wort (Merkur) und dem eigentlichen Zugang zum Symbol (Chiron).
Symbole sind eher als Bild beschaffen, denn als Wort - und der Versuch zu viel Gewicht auf das Wort zu legen, ist daran gebunden, was die Worte überhaupt ergeben werden, wie der Leser sie auffasst. Was mich angeht: Meine eigene grosse Herausforderung war es, aus einem diffusen unklaren Sprachgebrauch herauszukommen, um möglichst den entscheidenden Sachverhalt zu treffen. Zuweilen stellt mich das freilich immer noch vor Probleme, denn es bleibt dabei. Das Symbol ist eine Sache, was es meint eine andere. 

Astrologie braucht man nicht statisch auffassen, weil sie eigentlich mehr für das Wachsen und Werden steht. Für die Vielfalt des Lebens. Natürlich ordnet sich alles mittels den Symbolen an.
Wir wollen sehen, was wir sind, aber wir werden auch sehen, was wir werden können. Zu oft wird dieser Aspekt vernachlässigt, und wir neigen - quasi weil das Kollektiv diesen Weg vorprägte - zu einem rein logischen Verständnis, worin auch eingeschlossen ist, von Zeit zu Zeit unbemerkt auf deterministische Astrologie zu verfallen, die eben statisch ist: Was einmal geschrieben steht, das bin ich. Natürlich entdecke ich mich als Leser in den Deutungen - das ist manchmal ein Verhängnis, weil man entweder sich rechtfertigt oder dem Glauben verfällt, man könne sich nicht ändern - weil man davon ausgeht, dass diese Deutung , die da steht, unveränderlich auf mich zutreffen wird. Vielleicht ist es ja nur eine Facette, eine Möglichkeit? Ganz sicher nur eine Möglichkeit und es ist gut, zu wissen, dass ich eine Neigung habe, aber noch mehr nützt es mir als Leser von astrologischen Deutungsbüchern zu wissen, dass ich nicht verdammt bin zu dieser Bedeutung für die ganze Zeit meines Lebens. Manche Deutungsbücher vermitteln diesen Eindruck, unbewusst, unbeabsichtigt, vielleicht auch ungeschickt.

Natürlich kann sich ein Moment kontinuierlich bekräftigen in seiner Existenz, aber bei ungeliebten Eigenschaften auch abschwächen.
Es ist unser Umgang, der wichtig wird.

Für was ist die Astrologie aber ein Instrument? Für das Werden, für das Wachstum. Es steckt ein Potential im Radix, besser gesagt in uns. Weil das ist, was schlussendlich heraus kommt. Das Werden. Wenn wir uns auch nur wandeln, tun wir das ja aus dem Grund, damit etwas verändert wird, ein neues Leben geboren wird.

Wir wollen das Leben in seiner Vielfalt begreifen, dabei aber auch einem unsichtbaren, ungeschriebenen Gesetz treu bleiben: nämlich die Grenzen unserer Persönlichkeit und Schicksals gerade so ausleben, wie wir damit am besten klar kommen. 

Wir können die Freiheit genießen, uns jene Deutungen oder Bedeutungen als Ziel zu nehmen, die auch angegeben sind, aber momentan nicht auf uns zutreffen.

Es hilft uns beim Verständnis aber mehr, wenn wir begreifen, wie eine Deutung entsteht? Ein Deutungsbuch schreibt über Mars in 6 und wir lesen entweder nur die Worte als mögliche Entsprechungen, als Beispiele. Oder wir versuchen auf das Prinzip zu kommen. Im letzten Fall müssen wir das Prinzip herauskristallisieren, das Wort führt uns nur zu der Oberfläche eines verborgenen Kerns. 

Manchmal will man mit den Worten zu dem Prinzip kommen und es führen die Worte entweder zu einem Punkt, der sich nicht weiter klären will, und man bleibt vor den Fragen und Ungereimtheiten ahnungslos stehen.
Oder manchmal führen die Worte in die Täuschung, und es schließt sich Wahrheit nicht auf, weil der Autor eine falsche Schlußfolgerung zieht oder, was auch schon mal vorkommt, undeutlich wird. Ja, ich denke sogar, dass es wichtig ist darum zu wissen, wo die Fallstricke beim Lernen liegen könnten. Möglicherweise aber wird man sie alle niemals beachten können und vor ihnen warnen können. Ich glaube, jeder hat auch so seinen eigenen Hürdenlauf zu bestehen, und meist hat der Weg persönlich für einen immer  irgendwo einen Schwerpunkt, den man lösen oder aufbauen will.

Ich kann mir jedenfalls eher vorstellen, dass man auf Probleme stößt, wenn man die Astrologie vertieft, als dass alles glatt ginge, weil man das Talent schon einsetzen könnte. Wir werden in Mathematik und Grammatik in der Schule geschult, aber nicht in ganzheitlichen-symbolischen Denken, das völlig oberflächlich allenfalls im Kunstunterricht, auftauchen könnte - aber immerhin taucht es manchmal im Kunstunterricht noch auf. Zum Beispiel, dass ein Kunstwerk ebenso wie das Radix vier Quadranten/  Ecken aufweist, die eine ihr eigene Symbolik besitzen. Man unterteilt zunächst des einfachen Zugangs wegen in oben und unten, oder links und rechts. Im linken Teil sehen wir ganz andere Bezugspunkte für die Dinge, die darin geschehen, als im rechten Teil und die Weise, wie wir diese Bedeutung enthüllen ist eben bei jedem Bild gleich, kann jeder Mensch abrufen - weswegen es diese Symbolordnung objektiv als nützliches Instrument gibt, um etwas mehr von der Symbolik zu erfahren, nämlich wie sie angeordnet ist. Es steckt ein anderer Klang darin, wenn ein Bild links den Karren hat, oder rechts. Rechts ist die Zukunft und links die Vergangenheit.
Auf einer zutreffenden Ebene lässt sich Kunstwerksymbolik und Radix vereinen, bzw. beides spricht dieselbe Symbolordnung an. Irgendwo kommen dann die Details, die Unterschiede, wo der vergleich aufhört.
Nun, es ist also viel nützlicher, statt sich mit einzelnen Bedeutungsbeispielen zu beschäftigen, das wahre Symbol zu erfassen, WIE ES AN DIESER STELLE IM RADIX WIRKT UND ZUSTANDE KOMMT. Wenn ich verstehe, dass Mars eine bestimte Qualität hat, das 6. Haus ebenso, und das Zeichen und dann die Aspekte auch noch, dann kann ich dieses Wissen praktisch immer abrufen. Wenn der Laie auch noch nicht so viel weiss, wie ein Profi oder Experte, so kann er grob doch immerhin die Ordnung und das Wirken verfolgen und hat auch so eine Menge davon, nämlich das Wissen um Potentiale. Man geht mit der Astrologie, und weiss, dieser Transit steht jetzt dafür, dass dies geschieht. Wenn wir genau schauen, womit wir glücklich werden, kommen wir meiner Erfahrung nach tendenziell eher zu dieser Astrologie des Alltags, und nicht zu den Ereignissen, die passieren könnten. Denn die Rückwirkung ist verschieden und man muss manchmal lange auf Ereignisse warten und stellt fest, hoppla, es kam doch ganz anders. Manchmal sogar konträr und ein Jupiter Pluto Quadrat sorgt nicht für Übertreibungen, sondern Lösung von den Übertreibungen. All diese Möglichkeiten sind frei - naja, bis zu einem Grad fügt sich uns alles . Und wir könnten genauso gut sagen, wir sind in allem unfrei.
Mars kommt als Transit und wir werden von jemanden angebrüllt oder so. Uns passiert das. Oder wir werden überfallen. Vielleicht haben wir für eine Resonanz gesorgt, haben eine Energie gesucht, wo wir andere Male auf andere Ideen, auf andere Energien gekommen wären und nicht diesen Weg gegangen wären und nicht überfallen worden wären. Vielleicht klagen wir Gott oder sonstwen an, warum das uns passieren musste, weil wir doch so vieles so gut versucht haben... -
Tendenziell aber bringt der Gedanke an den Ereigniszwang, dass uns etwas passiert, weil wir so sind, immer auch zu einer gehörigen Portion Selbstzweifel, die dadurch genährt wird.  Kurzum, ein paar mal hin gedacht und her, ein bisschen was erlebt und verglichen, und wir finden, dass wir eigentlich immer nach Lösungen suchen, weil es gegenwärtige Erfahrungen sind, auf die es ankommt.

Man kann rückläufige Phasen der Langsamläufer übrigens gut benutzen, um intensive Themen zu erkennen. Mit der Zeit , in der man ist und erlebt, findet man Konkretisierungen, wie sich ein Prinzip zu erkennen gibt, als welches Thema. Mit etwas Geschick und Erfahrung, können wir jene unterscheiden, die für uns massgeblicher sind, und die uns mehr ein Thema sein werden als andere...
Dabei ist es so, dass die zweite oder dritte Phase, viel nachhaltiger und zwingender sein kann. Also wenn der Planet seine Rückläufigkeit beendet und direktläufig das letzte Mal über den Radixfaktor transitiert (das kann auch eine Hausspitze sein). Der Zeitpunkt, wo sich ein Langsamläufer vor der Rückläufigkeit einer Radixstelle nahe kommt, ist oft das Anbahnen des Problems, und die Phase der Direktläufigkeit bringt die Konsequenzen, meist eine neue Haltung, eine Lösung usw.. Oder wenn er eine Stelle im Tierkreis wiederholt  und auch wiederholt dabei Aspekte bildet, dann ist das auch oft schon ein Thema. Separative Transit-Aspekte sollten nicht vernachlässigt werden, weil sie die eigentliche Bedeutung beschreiben, die etwas für uns angenommen hat. Wir können es zu dem Zeitpunkt meist schon anwenden, was immer uns der Planet in seiner Kombination mit Radixplaneten beschert, aber es ist noch nicht zuende, nur weil es jetzt separativ wäre. Kommen andere Transite hinzu und sützen eine Erfahrung, kann auch eine ganze Lebensphase durch vermeintlich kleine Aspekte ausgelöst werden, und ein Transit hat dann insgesamt unser Radix "angefeuert" und mit Energie versorgt und wir konnten an anderer Stelle des Radix dadurch ein anderes Talent oder Eigenschaft festigen usw..

Wenn ich ein Buch lese, habe ich es früher immer im Ganzen tun wollen. Es gibt in der Astrologie einige Bücher, die das mit sich bringen, dass man es bon vorne bis ende liest. Also ein typisches Lesebuch, das nicht aus Deutungstexten besteht. 

Dann gibt es Deutungstexte, also Bücher die alle zwölf Prinzipien nacheinander abhandeln... - ich finde, die alle komplett durchzulesen macht vielleicht einmal oder zweimal Sinn, aber bald hat man von ihnen mehr Nutzen wenn man es Nachschlagewerk gebraucht. Man blickt immer wieder mal rein.

Was ich auch gut finde, ist, dass man sich ein Thema sucht und verschiedene Bücher zu diesem Thema durchforstet oder auch das Internet. So will man sich für  eine Woche oder ein paar Tagen  mal mehr mit Widder oder Skorpion, oder überhaupt den Zeichen befassen...

Ich habe bislang immer wieder mal astrologische Bücher gelesen, in denen an manchen Stellen viel Wahrheit geschrieben wurde. Oder dass man auf solche geführt wird. Es gibt Bücher, die ich wirklich gut finde, andere dagegen, die hoch gelobt sind, haben mir nicht gerade denselben Eindruck verschaffen können.

Da  sind andere Stellen entweder völlig unklar, oder geradezu falsch. Oder langweilig, weil man es schon kennt oder weil es nicht tiefergehend behandelt wird.
Diese Stellen kann man überlesen. Dafür sind andere Stellen aufschlußreich und hilfreich. Oder bestimmte Sachen... - ich suche mir immer das, was ich gerade brauche und lasse den Überfluss weg. Es ist ein Gefühl, nach dem ich gehe, ob etwas gerade nüzlich ist.
Alle Bücher werden irgendwo einen Nutzen haben. Es gibt jedoch eine besondere Qualität, wo sowohl die Sprache, als auch das Wissen ausgeschöpft ist, und Bernd Mertz zählt zB weniger dazu. Ab Arroyo, also den 80zigern begannen die guten Bücher zu kommen. Und ich denke, wir werden in Zukunft wieder die Zeit der vor 80ziger Jahre haben, wo man näher zu den Prinzipien und der Bedeutung der Astrologie auf das Leben bezogen kam. Aber dafür war das Wissen noch sehr flach. Und die Zukunft wird eine grossartige Zeit der Astrologie beinhalten, nicht unbedingt, weil sie angenommen wäre, sondern weil sie selbst eine höhere Qualität besitzen wird. Mit der Zeit durchdringen wir die Astrologie, wie es bei jeder Wissenschaft und Parxis ist, aber wir gehen auch mit dem Leben und werden kollektiv seit Jahrhunderten und Jahrzehnten immer reifer und stehen immer  tiefgründigerer mit den Wurzeln des Lebens in Verbindung.

Es steht in Grundzügen im Radix, wie man im Detail zu einer eigenen Effektivität des Schauens und Lernens kommt. Man kann es durch  Vergleichen der Art und Weise finden, wie man astrologisch eine Information findet, oder von der Astrologie etwas lernt, wie man es aufnimmt, oder sieht . Wenn man dann ins radix schaut, sieht man den Zugang, was man verfeinern, oder von Belastungen (zB Aspekte auf uranus, Merkur, Mond , Venus )  befreien muss. Es kann manchmal die Eigenschaft im Radix sein, die am meisten mit Intuition zu tun hat , das kann Uranus, 11. Haus sein, das kann Merkur in einem Wasserhaus sein, der Mond, überhaupt ein Wasserhaus, Neptun und sogar Venus. Kaum, dass Mars oder Saturn für die Intuition steht, obwohl ich selbst das nicht ganz ausschliesse, dass auch solche Planeten eine Rolle spielen können - etwa wenn sie es sind, die von der nötigen Intuition ablenken.

Man versteht die Symbole besser, wenn man sie von vorneherein als Bilder aufzufassen versucht, die von einem unsichtbaren Prinzip künden. Das Prinzip wird man also direkt nie sehen, nur seine Spuren und Wirkungen - aber es geht um  das Symbol,  das vom Prinzip kündet und das wir fassen können. 

Zeichen, Aspekt, Haus und andere Dinge beschreiben stets den Planeten in seinem dahinter stehenden Prinzip, das in diesen Weisen eines Zeichens, Aspektes oder Hauses Form und Wirkung annimmt. Kein Prinzip kann erkennbar werden, wenn die Planeten nicht als Mittler aufträten und in einem Zeichen, Aspekt oder Haus stünden. Die Planeten, als Funktionsorgane des Psychologischen , verbinden die Prinzip auf verschiedenen Ebenen. Zeichen, Häuser und sogar Aspekte weisen in sich ebenfalls  ein Prinzip auf, d.h. eine Energie, die die Wirkung und Eigenschaft eines Zeichens, Aspektes usw. steht.
Die Schwierigkeit aber auch Besonderheit, worauf es ankommt, das ist, dass ein Prinzip immer mit anderen Prinzipien verbunden sind.
Und dieses Prinzip tritt uns praktisch immer verhüllt durch die Faktoren entgegen. Ist selbst niemals konkret sichtbar, sondern die Faktoren künden von einem hinter oder in ihnen liegendes Prinzip. Nachdem ich eine Zeit mit Astrologie beschäftigt war, konnte ich es nur noch so sehen, dass ein Prinzip hinter allen astrologischen Faktoren steht - und wir nur eine Ebene sehen, die nicht ausserordentlich nahe am letzten Urgrund der Ordnungskräfte angelegt ist.

Wir vertiefen das Symbol, indem wir es von mehreren Seiten umkreisen. Damit neue Perspektiven gewinnen, und die Konturen des Symbols für uns fassbarer machen. Wir füllen es beständig mit Inhalt und verdichten den Bedeutungsgehalt - ohne zuviel auf  Worte zu setzen,  sondern die Worte sollen nur Brücke sein. Aber ohne Worte gäbe es die Brücke nicht. Worte vermitteln so gesehen.

Wir müssen herausfinden, an welchen Stellen des Radix das Symbol in welcher Weise wirkt, und in Bezug zu unserer Persönlichkeit steht, und wie es zum Wesen beiträgt, das wir sind.

Man wird auch kaum ein Buch finden, das allein schon zufrieden stellen würde. Entweder gibt es ein umfassendes Lehrbuch, und es ist schlecht geschrieben und lässt Fragen offen. Oder es ist etwas gut geschrieben aber nur oberflächlich behandelt.

Es ist normal, wenn man mit den Jahren sich eine ansehnliche Bibliothek astrologischer Bücher aller Richtungen aneignet.

Vielleicht liest man sie nicht alle komplett durch, und findet hin und wieder ein Kapitel, das aktuell besonders interessant ist.

Natürlich kommt es bei der Auswahl der Bücher auch darauf an, welche Zielvorstellungen man hat. Will man nur sein eigenes Horoskop und vielleicht das von Freunden besser verstehen, wird man mehr Gefallen an Deutungsbüchern finden. Umso mehr man in die Tiefe finden möchte, kommen alle möglichen Monografien über Planeten, Häuser, oder Bücher über Stundenastrologie usw. in Frage , und solche Bücher, die es darauf anlegen, die Grundlagen näher zu bringen, wofür exemplarisch zB Stephen Arroyo steht. 

3. Das Mehrdeutige und Ambivalente
Viele Dinge werden einen Widerspruch aufweisen, wenn wir uns mehr mit der Astrologie zu befassen beginnen. Und es scheint, als gäbe es für jeden auch verschiedene Schwerpunkte von Dingen, die er für sich gründlich klären will, weil ein Widerspruch oder Zweifel existiert.
Ich kann mich erinnern, wie ich mich an den kritischen Graden rieb. Und auch an Placidus. Ich beschäftigte mich dann eingehender mit diesen Fragen, weil sie mir keine Ruhe liessen. Andere reiben sich an dem Umstand, dass auf der südlichen Erdhalbkugel dieselben Zeichen und Ekliptik verwendet wird, wie auf der nördlichen und nehmen an, dass man aus bestimmten Gründen die Zeichen spiegeln müsste. Wenn also hierzulange im Norden die Sonne im  Widder steht, soll sie im Süden im Fischezeichen stehen. Wenn solche  Dinge hartnäckig vor Augen kommen, muss man sie für sich klären. Oft stellt sich heraus, dass man die Mehrdeutigkeit oder den erkannten Widerspruch nicht mehr als solchen empfindet. Oft hilft die Fähigkeit der Ambivalenz, dass man zwar ungefähr etwas weiss über die Dinge, aber niemals ganz. Das Denken in zu einfachen Kategorien wird mehr Widersprüche  entdecken, als die komplexe ganzheitliche Sichtweise, obwohl sie eigentlich weniger überzeugend ist, aber nur wenn man irgendeine Einsicht vereinzelt betrachtet. Das Wissen der Astrologie scheint sich vor allem synergistisch vor einem auszubreiten, wenn man also ein paar Dinge betrachtet, fallen einem auch andere Dinge auf und mancher Widerspruch offenbart seine geheime Logik oder, und das kommt auch vor, offenbart die falsche Logik dahinter und der Widerspruch kann integriert werden als Erkenntnis, dass eine bestimmte Methode nicht funktioniert.
Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass diese Herangehensweisen sehr viel persönlicher sein können, als sie scheinen. Auch falsche oder schiefe Methoden mögen synergistisch von anderen gleichzeitig richtig verwendeten Methoden aufgefangen werden; in der astrologischen Literatur habe ich dergleichen einiges angetroffen. Man hat dann Methoden erklärt, die nicht wirklich mit der Bedeutung eines Faktors übereinstimmen. In anderen Fällen wird allerdings auch oft eine Einzelheit ziemlich dicht in allen ihren Möglichkeiten nahe gebracht, und es ist dennoch nicht immer alles entsprochen, weil auf die Breite zu viel geachtet wurde, und nicht auf die eigentliche Essenz oder Hauptwirkung eines Faktors, wie er empirisch zu erleben ist.
Wenn eine Deutung stimmig wird, auch wenn irgendwo etwas falsch sein mag, so ist es auch bei fremden Methoden schwer objektiv zu belegen, ausser vor sich selbst, dass diese Methode falsch ist. In manchen Fällen kommt man zu einer Methode, weil man einen Widerspruch überwinden will. So hat Roscher vermutlich sich daran gerieben, wie es sich um die Zeichenübergänge verhält. Sind sie abrupt oder weich? Er kam zu dem Bild, dass sie weich sein mussten und diese Ansicht lässt sich ebenso wenn nicht sogar einfacher gut argumentieren, wie dass die Übergänge abrupt sind. Darauf aufbauend hat er bei seinen kritischen Graden meines Erachtens vieles durcheinandergebracht, und es erscheint nach aussen logisch und die Ebenen und wirklichen Bezugspunkte, die er verwendet, ist innen durcheinandergewürfelt und unklar in der Kohärenz. Nur eigene Erfahrung hat mir darüber ein Urteil verschaffen können, und ich habe gemerkt, dass es nur so funktioniert. In manchen Dingen kann aber so ein Irrtum geschehen und man sollte vielleicht hin und wieder daran denken, dass ein Widerspruch sowohl richtig als auch falsch aufgelöst werden kann.

Die Symbole verändern ihr Gesicht von Horoskop zu Horoskop. Obwohl sie essentiell immer dieselben Symbole bleiben. Das Doppeldeutige und Mehrdeutige eines Symbols, bzw. die Aussagen, die dazu gestellt werden, stellt nicht nur Anfängern vor Probleme, ich habe das Problem im Umgang mit Mehrdeutigkeit sogar bei gestandenen Astrologen erleben können.

Unser Blick ist nicht verstandesorientiert, noch bildhaft - er findet nur leicht den Fokus, die Unterscheidung, die Isolierung und Trennung. Das ist die hauptsächlichste Funktion des Merkur. Er passt sich an, dieser Merkur. Ist leicht beeinflussbar und kommt aber dennoch leichter in den Sog des Einen, das wir finden wollen. Wir fokussieren eben leicht und gängig. Merkur kreist um die Sonne, und vermutlich brauchen wir den Fokus auf Einzelnes, damit wir überleben können. Aber die Welt ist eine andauernde Dualität und man wird der Wirklichkeit nicht gerecht, wenn man das Einzelne gegen das Ganze ausspielt. In der Hinsicht wird Merkur auch der Trickser genannt, weil man mit Worten oder Einzelheiten sehr viel tricksen  kann, sich also über die wirklichen Verhältnisse klammheimlich hinweg setzt.

Man könnte an dieser Stelle weiterdenken und folgerichtig meinen, dass sich die Merkurkraft auch als Schatten ausdrücken kann. Oder genauer gesagt, von Zeit zu Zeit zeigt er uns dieses Gesicht eines Tricksers, und wir wollen es aber als anderes sehen, zB als Vernunft - wir meinen dann leicht, nur das sei gültig, wahr, tauglich und eben vernünftig, was Merkur da sagt.
Der Verstand ist wie eine Insel, und er kann sich ein selbstbestätigendes System schaffen mit Kategorien und Erklärungsmustern, die alle gültigen Kategorien und Erklärungsmuster enthalten, bzw. diese bilden (sich ableiten lassen).
Zur Astrologie kommen wir ja nur, weil wir über diese Grenzen schon hinaus gegangen sind.
Jetzt sind wir hier. Im Reich der Symbolik. Jetzt können wir einen Rückschritt oder weiteren Fortschritt machen. Mehr ins Leben kommen oder uns zu sehr auf ein abstraktes Reich der Symbolik und Gesetzmässigkeiten einlassen.
Jetzt wollen wir mehr wissen, und begreifen, wie das denn ist, mit den Planetren.
Aber der Rückschritt wäre, wenn wir nun an den Begrenzungen ansetzen würden, die uns der Verstand oder die Erfahrung bildet. Wenn wir nur das zu schauen bereit sind, was wir kennen. Nur darauf kann sich ein klarer Fokus richten, klar, und deshalb wollen wir nach dem ersten Schritt, den zweiten tun, und entdecken aber den Nebel, der sich mit dem ersten Schritt in die unbekannte Größe der Ganzheit auftat.
Nun stehen wir vor der Sache und wollen mehr Klarheit.
Der erste Schritt war,  dass wir ein Symbol in unbekümmerter Weise auf unser Leben anwenden und erstaunlicherweise eine Übereinstimmung "empfinden", die Faszination begreifen und mehr wissen wollen.
Wir merken jetzt, das unbekümmerte Drauflosdeuten und Finden in Deutungsbüchern lässt Fragen offen, und Antworten sind nicht genau.
Und was wir jetzt haben, ist die Versuchung, dass wir die  Übereinstimmungen offenbar genauer herauszuloten können. Als dass wir bei der Sonne im Stier oder der Sonne in Skorpion stecken blieben, sehen wir die Sonne in Stier in einem Zusammenhang vieler anderen Faktoren.
Ja, deshalb suchen wir Bücher, Hilfen, Webseiten, weil wir mehr wissen wollen. Die Frage ist doch: Was genau ist das , was mich im Radix kennzeichnet? Wo bin ich im Radix?
Die einen wollen es wissen, um es anzuwenden, die anderen, um es zu verstehen. Die Anwender, das ist die Mehrzahl, das sind die Laien. Sie wollen verstehen, genau wie ich, wo die Chancen liegen. Im Leben, im Sein, in der Wahrheit. Irgendwo vermuten wir alle, als Menschen, dass es etwas gibt in uns oder der Welt, was mehr bedeutet, als nur ein Ding, mehr als etwas zählbares. Feststellbares. Dass es weitaus mehr als Zählbares nämlich Bedeutung gibt. Zehn Goldstücke oder zehn Äpfel? Was bedeuten sie, jeweils und für sich? Gibt es überhaupt ein "für sich der Dinge"? Können Dinge jemals isoliert betrachtet werden? Das Zählbare bedeutet noch nichts. Vergleichen wir die Bedeutung zwischen 1000 Euro und einem Ding, kommt der Wert dabei heraus. Von wahren Werten kennen wir nicht viel. Weil wir davon - durch eine kollektive Wut des Schattenkehrens - nicht gerade viel bekamen. Wir sind hungrig.
Transzendens des Daseins bedeutet uns mehr, als nur irgendwie zu leben - wenn wir einmal den Vergleich kennen, wie es ist, wenn wir mehr über uns erfahren, oder über das Leben..., dann wollen wir zwangsläufig mehr wissen. Mehr sein.

Jedenfalls, Merkur verleitet sehr, dass wir uns in der Dualistik  verlieren. Jungfrau findet ihre Sorgen und handelt (!) dementsprechend, das macht ihre Beweglichkeit aus, dass sie fügsam bereit ist, sich den Dingen zu fügen und Wege findet, die eine konkrete Situation meistern helfen - aber ob es wirklich gescheit, oder  aber beschränkt, borniert und unbeholfen ist, wird noch nicht ausgesagt . Merkur herrscht in Jungfrau, das heisst, dort findet er hin, weil diese Energie einem Teil seines Wesens entspricht. Ein anderer Teil seines doppeldeutigen Wesens besteht in Zwillinge. Da finden wir den Seiltanz zwischen den Polen der Dualität. Und Merkur entscheidet sich wie ein Schmetterling, nämlich berührt von einem gewissen Optimismus etwas in den Dingen zu finden, kann er zwingende Gedanken anordnen, um alles mögliche zu behaupten. Das ist der typische Esprit des Zwillinge. Der Schütze zum Beispiel hat das im Auge, was dem Zwillinge prinzipiell fehlt, die Übersicht. Aber dem Schütze fehlt, was der Zwillinge im Auge hat: Das Detail und seine Bedeutung. Sowohl Zwillinge findet im Schützen seinen Schatten als auch der Schütze im Zwillinge. Es kommt auf den Standpunkt an. Damit ergeben sich auch verschiedene Bewertungen.

Und dass jeder Planet zu einem solchen Schatten werden kann, wird bald klar, wenn wir bei Venus die negativen Entsprechungen der Genusshaftigkeit oder bei Jupiter seine engstirnige Übertriebenheit erkennen. Ein weiterer Schattenpunkt besteht im Deszendenten. Ausgangspunkt ist der Schwerpunkt des Aszendenten. Schatten sind im Grunde unbewusste Anteile, sie drängen sich empor als natürlicher Trieb. Andere Schatten sind komplexer und bilden   einen Zusammenhang verschiedener auslösender Planeten.

Vielleicht mag man sogar beide "Wohltäter" (Venus und Jupiter) zu manchen Zeiten als Faktoren sehen, die alles haben wollen und doch nichts zu sein scheinen.  

Zu der Mehrdeutigkeit gehört auch, dass all diese Planeten nicht ein auf eine einzelne Bedeutung festlegbares einzelnes Wesen wären, sondern  verschieden wirken können.
Venus ist ein Faktor der Selbstliebe, denn zu uns treten wir ebenso in Bezug wie zu allen Personen oder Dinge des Aussen. Und Venus ist auch ein  Weg,  den Schatten anzunehmen und schliesslich "gehen zu lassen", zu befreien und dann den ursächlichen Trieb oder Komplex abzuhaken.
Wenn es um komplexbeladene Schatten oder  einfache Komplexe geht, die hartnäckig bestehen bleiben und zu denen wir einerseits hinfinden und sie andererseits missen wollen (wenn wir denn könnten), kann eine vorübergehende Auslebungstaktik helfen. Wir leben den Komplex aus, möglichst kontrolliert, aber als würden wir einfach uns dem Treiben, das uns innerlich zwingt, überlassen und winden uns dann mit kleinen Schritten hinaus, indem wir Stück für Stück Einsicht gewinnen und weitere Einsicht hinzugewinnen, was nämlich getan werden kann, um den Komplex ganz los zu werden. Dafür müssen wir die einzelnen Komponenten und Aspekte erkennen und das geht wohl kaum im Labor, oder das Leben ist das Labor.
Meist sind es verschiedene Einstellungen und Gefühlsmuster, die entscheidend werden. Weil sie Gedanken und Stimmungen nähren, die entscheiden werden, wie wir handeln und denken. Wenn wir etwas ins Licht heben und beobachten, bedeutet das auch immer eine Selbstbejahung. Es könnte sein, dass wir im Leben eine ziemlich starke Selbstverneinung angenommen haben, die wir nur nicht bemerken. Sie findet immer dann statt, wenn wir nicht wirklich zu uns selbst stehen und uns frei geben und äussern, frei "sein " können, was wir sind. 

Venus kann uns Beziehungen gestalten lassen, das Auge öffnen, einen Bezug nicht nur aufnehmen und irgendwie weiterführen, sondern gestalten, so dass die Ästhetik eine grosse Rolle spielt -  oder wir nennen es Liebe und meinen nicht Sex oder Kuss. Wir  finden weitere Beispiele auf Anhieb, wo wir dann auch meinen, die positiven Eigenschaften der Venus sind leichter zu erwecken, als die positiven Eigenschaften des Plutos. Im Vergleich ergeben sich die vielschichtigen Bedeutungen der Planeten und Stellungen.

Unser Umgang mit nur einem Planet ist bei jedem  verschieden, weil die Wirkungen der Planeten verschieden sind.
Aber dennoch kann jeder Planet in das Unbewusste gebracht werden, wo er dann alles was ihm zueghörig ist machen kann, vom Guten bis zum Schlechten und vor allem im Unbewussten unkontrolliert. Unkontrollierbares gibt es aber nicht. Ein Mensch, der sehr schwer leidet, mag noch den letzten Akt auf sich nehmen, sich einen zwingenden Gedanken zu machen, oder sich von Emotionen zu befreien um klarer zu sehen, was ist und was bleibt und vielleicht kommt. Die Kontrolle verlieren wir aber oft über die Planeten und vieles müssen wir von Kindheit an lernen. Und wir könnten falsche Wege gehen. Wir könnten entweder etwas tun, was uns selbst nicht gefällt und unserem Lebenskonzept nicht zugute kommt, oder was wir in den Schatten drängen, weil wir uns davor schämen oder weil wir es aus anderen Gründen verbergen wollen.
Beides sind die grossen Schicksale unseres Daseins. Disharmonie und Schatten (nicht nur einfach Unbewusstes, sondern etwas, was eigentlich ins Bewusste gehört, weil es als solches geboren wird, als solches bereits empor drängte um zu sein; wir drängen es in den Schatten, weil wir dessen Regungen nicht wirklich ausleben wollen, obwohl uns der Anfangstrieb, der Anfangsimpuls, der Anfangsgedanke kam). 
Hässlich ist all das, woran wir keinen Geschmack finden und das sind sehr viele Dinge zuweilen. Wie weit wir sie ablehnen, verursachen andere Faktoren. Aber Venus ist das Aufheben darum.
Venus als Faktor, der für diese Empfindung steht, ist in ihrem Wesen aber nicht nach dem Hässlichen ausgerichtet. Es wird oft heraufbeschwören durch "harte Aspekte", und hart ist alles, was von Pluto, Saturn, Mars oder einem Quadrat kommen kann.
Wenn etwas gut verläuft, nennen wir es eigentlich nicht Schicksal. Das Gute benötigt nicht so sehr unsere Kontrolle.
Dann merken wir bald irgendwie, dass wir eher von Schatten sprechen, als von Leben. Wenn wir von einem Umgang mit den Kräften reden, die aus uns heraus drängen, beobachten wir nicht nur die guten Regungen, sondern wir werden mit unserem Blick zwangsläufig auf unsere eigene Wahrheit aller Regungen treffen und deren intimste und verborgenste wahrhaftige Ursache.

Der Schatten lebt, gedeiht und tut, und es ist kurz gesagt nicht immer das goldene vom Ei, was man von den Planeten bekommt und umsetzt.Die Planeten wirken, sie tun es einfach und wir müssen ihre Wirkungen, Kräfte integrieren, weiterführen und das Wunderbare ist: Astrologie zeigt uns, dass es keinen richtenden Gott gibt, was unsere Einstellungen angeht. Weil wir die Planeten frei verwenden können, im Rahmen ihrer Möglichkeiten und unserer Idee, was davon wohl am besten zu verwirklichen ist.

Unweigerlich kommen wir bei solchen Gedanken zu Ideen über das, was für alle Gültigkeit hat, weil es eine universelle Wahrheit ist, die nicht davon abhängt, wie sie andere beschreiben oder auslegen. Wir suchen nach der Essenz, wie wir leben können aber wollen auch nicht ein schlechtes Gefühl haben, dass wir ein Gesetz übertreten. Ach, was gehen uns Gesetze an, so weit sie uns nicht berühren. Aber dieses Gesetz beinhaltet einen Reiz, den wir im Selbst lokalisieren können und das auch die universellen Wahrheiten erkennen lässt. Wir können alle Gesetze weg werfen, um zu bestimmen, wie wie innerlich eine Haltung gegenüber dem Leben gewinnen. Wir erkennen die Funktion, und damit das Gesetz, das wirklich bestimmt, wie ein Mensch zu sein hat. Das Kollektiv sagt es uns nicht mit vollem Herzen , weil das Kollektiv selbst anderes gewöhnt ist. Die Esoterik und die neuen Zugangswege zu unserem Leben, haben uns nicht befreit, sondern erst mal nur hellhörig werden lassen. Jetzt beginnen wir aber kollektiv auf mehreren Ebenen eine Veränderung zu beschreiten, seit etwa 100 Jahren vereinzelt, aber doch zunehmend passiert es, dass wir den Kollektivgeist als unzulänglich enthüllen und in das Kollektiv hinein auch Druck entwickeln , als würde Saturn nun prüfen, ob Kollektiv und Lebensabsicht ein gutes Bündnis eingehen. Was uns angeht, finden wir mit Esoterik usw. endlich eine Idee davon, was das Leben im Innersten wirklich zusammenhält. Wenn wir weiter vorgedrungen sind, werden wir als Esoteriker die Geheimnisse weiter ergründen, ansonsten (als Laie) dieses Wissen auf unser eigenes Leben anwenden wollen. Wir wollen also wissen, was bestimmte Dinge bedeuten. Das beste, so könnten wir finden, ist es, wenn wir die Dinge in einem Grundgerüst lernen, um die Planeten und Zeichen jeden Tag bei sich verfolgen zu können und man nicht mehr so viel an die Worte gebunden ist, mit denen andere Astrologen sich in Bezug zu Laien verständlich machen können. Sie können sich meist nur dann verständlich machen , wenn sie konkret werden. So nimmt die Astrologie ein bisschen was von Ereignisdeutung an, aber wir interessieren uns vielleicht doch mehr für das Wesentliche. Um irgendetwas in der Astrologie anwenden zu können, wird man einfach elementar immer wieder auf die Planeten kommen und es liegt daher nahe, mit ihnen anzufangen. Aber, wir finden so viele Deutungen zu irgendwelchen konkreten Stellungen, und nicht so viel zum Lesen, wie ein Planet wirklich ist und wirkt und wie wir selbstständig diese Bedeutungen entschlüsseln können.
Anfangs kann man nicht anders, als zu einzelnen Bedeutngen zu greifen. Später und nebenher kann man versuchen, das Essentielle herauszuloten und zu verdichten. Ich meine, es wird sich dabei immer irgendwo um ein abstraktes Bild handeln, und davon abgeleitete Worte werden dieses Abstraktum nur schwer fassen...

Wenn wir uns frei machen und die Energien fliessen können, erfüllen wir auf mehreren Ebenen grundlegende Funktionen. Damit ergibt sich eine Vernunft des Daseins. Und damit finden wir das rechte Maß, und auch eine gute Ausgangsbasis, um  die Planeten zu verstehen, weil wir sie auf ein Gleichgewicht beziehen können, und nicht auf ein Positiv oder Negativ allein. Energien wollen fliessen und sie können das praktisch  in vielen Möglichkeiten. Leben ist Leiden. Das Geheimnis des Lebens ist , dass alles, was wir tun, auch verborgene Wirkungen haben kann - diese machen das Leben unberechenbar. Planeten können wir ausleben und wir könnten eine Lawine ins Rollen bringen, weil wir Energieverhältnisse und Resonanzen verändern. Das Abenteuer des Lebens ist, dass es dieses Risiko gibt, aber auch Chancen. Es ist eine grosse Chance, mit der Astrologie Glück zu finden, weil man so etwas wie das Ziel oder Selbst erahnen kann, wo wir vormals wenig Inspiration fanden.

Was man zur Astrologie braucht ist also die Fähigkeit Ambivalenz ertragen zu können. Weil es irgendwo immer Dualitäten und Mehrdeutigkeiten gibt.
Mal liest man zum Mars, er steht für unsere Durchsetzung, mal dass er Angst vor Widerständen verspürt. Schauen wir auf den Schwerpunkt, würden wir natürlich den Antrieb und die Durchsetzung über alle Widerstände hinweg dem Mars eindeutig zuschreiben. Aber es wäre nicht die ganze Wahrheit, wenn wir nicht auch die Angst entdecken, die mit Mars einher geht und ihn beeinflussen kann wie unser ganzes Tun und Einwirken auf die Wirklichkeit.
 
Auch ist jeder Zugangsweg zu einem Radix meist sehr verschieden von anderen Radices. Die Einzelheit können wir immer wieder als etwas störendes entdecken, zB der Gedanke, was bei einem Radix so geht, muss ich auch bei einem anderen so machen. Die Einzelheit suchen wir, den Masterplan. Wir finden ihn vielleicht später... und kommen zuvor dann aber nur zu einzelnen Bruchstücken des Ganzen und sehen nicht andere Teile.

Es ist die höchste Kunst, die Strukturen der Radix nach einer strikten Methode auszuloten, wie zum Beispiel, das man Aszendent, Sonne und MC in ihrem Zusammenhang beachtet. Dass man diesen Deutungsweg geht, weil man die einzelnen Faktoren einzeln und im Zusammenhang begreift.
Man sollte nicht zu früh nach den Sternen greifen und sich vielleicht hin und wieder begnügen mit dem Zugang, der sich in einem jeweils ergibt. Auf Dauer müssen wir natürlich diese Bedeutungen einzelner Faktoren ergründen und auch die Zuammenhänge. Aber für einen Anfänger gilt, klein anfangen. Man kann den ersten Schritt nicht vor dem zweiten machen und den dritten nicht vor dem zweiten.

Manchmal sind das Planetenballungen, manchmal gewichtige Aspekte. Es kann ein wichtiger genauer Aspekt sein, etwa weil es sonst keine gibt oder nur mit grösseren Orben, oder weil der aspektierte  Planet die Sonne ist.
Manchmal Aspektfiguren, Quadrantenbesetzungen. Manchmal ist es eine Hauptsachse, manchmal ein stark stehender Planet, der alles andere technisch und sprichwörtlich in den Schatten stellt. Manchmal ist es ein Uranus, ein Pluto oder Neptun, weil er einen starken Einfluss auf wichtige Teile der Persönlichkeit hat. Tracy Marks führt in ihrem  Buch "Die Kunst der Horoskopsynthese" zu dieser Art des Zugangsweges, dass man Schwerpunkte ins Auge fasst. Dennoch finde ich, geht Marks mit der schwerpunktbezogenen Deutung an der Kunst vorbei, erklärt sie nicht. Die Kunst ist es, mittels dieser Schwerpunkte sich ein Bild des Horoskopeigners zu machen, das passt und nicht willkürlich bleibt . Es ist wichtig die Zeichen zu verstehen, ihr Wirken und ihre Präsenz, ebenso wie die Planeten. Dafür wird man mit Marks allein nicht zurande kommen. Man sieht einfach wieder bestätigt, dass es um etwas geht, das in keimem Buch stehen kann: Wie sich die Faktoren konkret gebrauchen und anwenden lassen, um einem Radix die Aussagen zu entlocken.

Mittels solchen Schwerpunkten kann man aber sehr gut  den ersten Schritt finden, man lotet deren jeweilige Bedeutung aus und versucht Dinge zu finden, die im Horoskop dagegen sprechen und damit Spannung erzeugen oder diese Schwerpunkte bzw. Energien unterstützen.

Stark weil prägnant und wirksam stehen tut ein Planet immer in einem Eckhaus, und ganz besonders exakt auf einer Hausspitze. Auf einer Hauptachse kann sogar ein Asteroid die Stärke der Einflußkraft eines ansonsten normal stehenden Planeten bekommen. Jeder Faktor an einer Eckhausspitze (Hauptachse) wird eine bedeutende Rolle für die Persönlichkeitsbildung bedeuten. 

Neben der Ergründung der einzelnen Faktoren kommt noch das Radix in seinen Zusammenhängen, wo man begreifen muss, wie alles miteinander zusammenhängt. Einzelne Faktoren wie zB ein Neptun Quadrat auf die Sonne können viel leichter gedeutet werden, wenn man den wichtigsten Planeten dieser Kombination (hier die Sonne) zunächst im Haus deutet und dann den Einfluss des Aspektes auf das bereits Gedeutete betrachtet. Obwohl  ein Aspekt wie in diesem Fall als Quadrat auf die Lebensmitte Sonne oft sehr stark in Erscheinung drängt, wird die Bedeutung die es hat, üblicherweise  erst aufgehen, wenn man ein paar übrige Faktoren beachtet hat.

Wie geht man vor, wenn zB zwei Planeten sehr nahe beinander stehen? Man wird finden, das ist eine zwangsläufig komplizierte Sache. Es ist aber möglich und führt ans Ziel, einen der Planeten so zu deuten, als stünde er einfach allein. Je nachdem, wonach man also schaut, beachtet man einfach zunächst nur diesen Planeten. Hat man einen Ansatz, zieht man den Einfluss des anderen Planeten in Betracht.
Schaut man nach Angelegenheiten des anderen Planeten, begutachtet man diesen anderen, aus dessen Sicht. Dabei gilt, dass ein langsamerer Planet von dem schnelleren keine starke bis gar keine Beeinflussung erfährt (und man stets einen von zwei Planeten zB in einer exakten Konjunktion nicht so deutet, dass man die Konjunktion deutet; denn von Einfluss ist die Konjunktion meist nur auf einen der beiden Planeten).
Wenn statt zwei mehrere Planeten verbunden sind, kann man jeden für sich deuten, alle Planeten der Reihe nach durch - unter Beachtung seiner jeweiligen Einflüsse.

Insgesamt  muss man einen Blick für die Sache entwickeln, also Besonderheiten und allgemeine Bedeutungen auseinanderhalten.

Es hilft, immer wieder ins eigene Radix nach den Rahmenbedingungen gegenwärtiger Erfahrungen zu suchen. Auch nützt es, nur den Mond zu betrachten, wie er mundan in einem Zeichen steht.

4. Hauptachsen
Ein Planet am AS kann das Zeichen des AS (und dessen typische Schattenqualität) sehr in den Hintergrund rücken und anstelle des Aszendenten kann der Planet die Rolle des AS übernehmen. Das gilt gewöhnlich bei einem sehr engen Orbis (Regel 5-6°) und im 12. Haus stehend ist der Orbis viel geringer (3.5°). Der Planet wird auch einen Teil der Bedeutung des jeweiligen Hauses annehmen, umso mehr er vom AS entfernt steht.
Steht er im 12. Haus, gilt er übrigens mehr im 12. stehend und die Bedeutung des 1. Hauses für den Planeten ist minimal, selbst wenn er 2 ° davor steht - allerdings wird er einen Teil des Aszendenten berühren und beeinflussen. Aszendent und Hauptachsenpunkte sind also etwas verschiedenes als die Häuserzonen.

Am AS geht der Planet ins Wesen ein, am DS prägt es die Anschauung, das Denken und Werten. Am MC das Sollen und geistige Ausrichtung, und am IC die Herkunft, das ist die angestammte Haltung, mit der man sich im tiefsten Inneren identifiziert und was einem den Rückhalt bedeutet. Der IC ist ein wichtiger Punkt, an dem sich der Schwerpunkt der Biografie kristallisiert (Lektüre mit guten Deutungen zum IC: Das innere Kind von B. Hamann).
Am MC wird ausgedrückt, wo man sich hin entwickeln will und das kann man als Denke auch sprichwörtlich so meinen: Da will ich hin, das will ich sein, das will ich werden, weil es die von mir begreifbare Bestimmung ist, gedeckt durch Akzpetanz und einer Bedeutungsgebung des Aussen (weil objektiv erkennbar). Der Ort in der Welt, an den ich hingehöre. Das MC zeigt die Lösung, Finalität, was sich ergibt, um in der Welt äusserlich zu bestehen, als Berufung eine Stellung einzunehmen.

Die Gesellschaft oder alle Menschen wirken sich am MC aus als objektivierender Maßstab. Wenn etwas lebbar ist, weil eine Norm oder Vorlage existiert, kann es voim einzelnen gemacht bzw. gelebt werden. "Was geht, das geht". Es ist nicht ausschlaggebend, dass die Gesellschaft direkt etwas erlaubt und ihren Segen gibt, sondern für das Individuum muss erkannt werden, dass sein Tun und Sein in diese Gesellschaft, in der er lebt, hinein passt. Ihren Segen gibt die Gesellschaft nur indirekt. Dennoch bestimmt sie, was ein Individuum davon hält, einen Platz in der Welt zu haben, sich dort zu sehen.
Das MC ist damit das Überbewusstsein. Es sind Formen für Inhalte, die eine Gesellschaft bereit hält. Man tendiert letztlich in diese Richtung und muss zuweilen zwischen Schein und die nicht greifbare Realität unterscheiden. Zwischen Authentizität und Sinnlosigkeit. Der Anspruch zu schminken und zu betören gehört nicht wesentlich ins zehnte Haus, findet sich aber gelegentlich, weil man dem Druck der Öffentlichkeit verspürt oder in Richtung Norm ziehen will.

Am IC wirkt sich die Gesellschaft als kollektives Unbewusstes aus, als prägender Einfluss auf das Individuum und dem, was es geworden ist, was es für Bedürftigkeiten entwickelt, und wie es dazu steht, was es für selbstverständlich hält, und auch was gesichert sein muss weil es Teil der Identität ist. Stimmt die Identität und das Selbstverständnis nicht, wird man depressiv und wurzellos zergeht man in Zerrüttung. Die Grundanlage des Menschen verhindert dies und lässt einen automatisch etwas annehmen, von dem man als Fundament ausgeht. Dazu gehört auch das Erbe, in dem man sich sieht, oder die Herkunft (Klasse und Zugehörigkeit; Familie im grossen und kleinen).

4. Mundan
Was heisst überhaupt "mundan"? Man stößt manchmal auf den Begriff. Es bedeutet Welt, und es steht für den Bezug nicht auf ein Individuum, sondern meint die aktuelle Zeitqualität, aber auch grundsätzliche Ordnungsgefüge der Astrologie. Man bezieht sich auf mundane, weltliche Stellungen, auch da der Bezugspunkt einer genauen "Geburt" fehlt. Das irdische Geschehen kennt keinen Anfang der Geburt; viele Prozesse, die stattfinden, werden daher in Bezug zu gewissen Zyklen oder bestimmten Zeitpunkten wie Sonnenfinsternissen usw. gesetzt.

Manchmal spricht man vom mundanen Herrscher des 3. Haus und meint damit Merkur, oder beim 10. Haus ist es Saturn. Man meint in diesen Fällen den natürlichen Herrscher des jeweiligen Hauses, also das Prinzip, das dieses Haus kennzeichnet.

5. Erfahrungswissenschaft
Das Radix ist noch abstrakt. Man steht vor einem fremden Radix, und hat als Anfänger kaum einen Anhaltspunkt für das, was das gelebte Leben angeht, welches das Radix beschreibt. Ein so grosses Geheimnis ist es jedoch nicht, wenn man einmal einen Bericht oder eine Erfahrung geschildert bekommt, um diese im Radix wiederzufinden. Oder wenn man jemanden Zeit des Lebens besser kennen lernen konnte und so manche Information im Radix wiederfindet. Unser Blick auf andere verändert sich oft zum Positiven, da wir mit dem Hintergrund des Radix ein Verständnis für manche Eigenarten oder Schwerpunktbildungen entwickeln.

Wir lernen die Astrologie anzuwenden, und die Wirkungen der Symbole zu unterscheiden, indem wir Erfahrungen sammeln, was eine Konstellation, ein Planet, ein Haus oder ein Aspekt bedeuten kann. Wir sammeln die einzelnen Beispiele in unserer Erfahrung, verdichten und konkretisieren für uns ein Bild des Allgemeinen.

Ein Deutungsbuch versucht viele der Archetypen und Entsprechungen zu beschreiben. Aber es ist und bleibt immer noch ein Prinzip, das man im Radix hat. Wenn es sich mit der Beschreibung eines Deutungsbuch deckt, dann nur deshalb, weil dieses Prinzip eben ähnliches im Leben anziehen wird.

Das eigene Radix dürfte in jedem Fall den wichtigsten Bezugspunkt für die Anfänge in der Astrologie bedeuten. Aber oft vermitteln uns erst andere Real-Beispiele durch Vergleichbarkeit oder die zwangsläufige Distanz zum fremden Radix so manche wertvolle Einsicht in Bedeutungen der Konstellationen und Zeichen. Man findet sein eigenes Radix oftmals sogar als völlig merkwürdiges Geschehen und kann sich keinen Reim daraus machen. Es hilft, Transite auf Häuser zu verfolgen, besonders wenn ein Planet gerade exakt auf eine Hausspitze kommt. Denn dann ist ein Zeitpunkt, wo der Planet am deutlichsten wirkt und akute Wirkungen entfalten kann.

Die einfachste Art sich über die Wirkung der Häuser klar zu werden, besteht darin, Schritt für Schritt jeweils nur einen Planeten zu nehmen, auch wenn mehrere Planeten das Haus besetzen und nach Anhaltspunkten zu suchen, wie sich dieser im eigenen Leben auswirkt. Man entnimmt dafür Deutungsbüchern die Ansätze.

Man beachte: Diese Ansätze sind niemals komplett. Man sollte nicht glauben, dass eine Bedeutung, die zB für Mars im 11. Haus beschrieben wird, hundertprozentig übereinstimmt mit dem eigenem Radix und Leben, und 100%ig übertragbar wäre.  Das ist so gut wie nie der Fall! Schon die Perspektive, mit der eine Deutung beschrieben wird, ist ein Ausschnitt. Und es gibt viele Perspektiven ebenso wie Entsprechungen. Das Leben ist vielfältig. Man sollte stattdessen von der Beschrebung abstrahieren, verallgemeinern, die Essenz heraus filtern und das Prinzipielle auf das eigene Radix bzw. die eigene Wirklichkeit des gelebten Lebens übertragen. Die Symbolik des Lebens mittels esoterischer Systeme einzufangen verführt natürlich, sich wiederzufinden. Aber man sollte sich selbst treu bleiben und nicht versuchen genau der zu sein, der beschrieben wird.

6. Beobachtungsgabe schulen
Das Deuten in der Praxis mit den damit verbundenen Feedback ist sehr wertvoll, und führt in die Tiefe der Astrologie.

Wir brauchen eine gute Beobachtungsgabe und vorurteilsfreie Wertung davon, was in einem anderen Menschen oder in Bezug zu Sachverhalten vor sich geht, an denen Menschen beteiligt sind. Welche Themen in welcher Weise eine Rolle spielen. 

Kaum etwas ist wertvoller, als die Radices unserer Freunde und Verwandte zu durchstöbern nach den beherrschenden Lebensthemen und Interessen. Unser eigenes zu verstehen, bereitet das grösste Vergnügen. Versuchen wir es, finden wir manchmal einige Zeichen der Planeten sehr entfernt, obwohl die persönlichen Planeten darin stehen, oder wir kommen nicht so gut klar, was ein Planet in einem Haus steht. Manchmal scheinen einige Planeten einfacher präsenter als andere, und es liegt nicht immer an unserem fehlenden Verständnis allein, dass uns die Bedeutung bestimmter Faktoren schwerer aufgeht.

Der Schatten

Der Schatten ist etwas, was wir zwar ausleben, aber nicht wahrhaben oder bejahen wollen. Wir machen quasi einen Schritt zurück, und es übrigens auch etwas mit Sozialisierung zu tun.

Es ist der Trieb, der lebt, oder angefangen hat zu leben, aber den wir eigentlich nicht akzeptieren oder mit dem wir nicht klar kommen, und deshalb ins Unbewusste drängen. Aber das Verdrängen ist nicht unser erster Gedanke, sondern wir schämen und oder haben Angst, deshalb verdrängen wir es.
Üblicherweise ist der Schatten ein Schauplatz unseres Zwiespaltes zwischen animalischer Natur und geistigen Werten.
Wir fliehen nicht direkt vor dem Schatten, sondern was wir für eine Einstellung gegenüber dem haben, was in uns ist, das bewirkt die Flucht oder Verdrängung. Wenn man seine Schatten klärt, wird man authentischer.

Üblicherweise sind viele Launen mit Schattenthemen verbunden (Jährzorn, Eifersucht, Neid usw.). Denn da fehlt die Integration dessen, was uns so fühlen oder so denken lässt. Es sind Dinge des Lebens, also Lebensvorgänge - sie sind nicht zuende gedacht, zuende gelebt, und beschwören die Auseinandersetzung herauf. Wir können lange Zeit diese Vervollständigung (Ganzheit) vermeiden und stärken damit den Schatten. Er wird uns dann weiterhin bestimmen, obwohl wir seine Regungen am liebsten in die Wüste schicken wollten. Doch wie wir alle wissen, sind Emotionen stark und Vorstellungsbilder mächtig. Ich denke, es hat auch etwas damit zu tun, in welcher Gesellschaft wir aufgewachsen sind. Weil das Kollektiv Einstellungen prägt gegenüber wirklichen Lebensvorgängen, die die Natur bei jedem Individuum zeitigen wird.

Gerade als Anfänger ist es  sinnvoll, sich in dem Erkennen von Schattenanteilen insgesamt zu üben, die Ergebnisse aber nicht immer auf den Tisch zu legen. Man mag finden, dass die Schattenthemen eines anderen Menschen nicht eindeutig sind, weil es immer die Frage ist, was der Betreffende davon  wirklich hinnimmt, und was er wirklich ablehnt und eigentlich ablegen will. Wir wissen es meist nur, wenn darüber berichtet wird, oder wir selbst den Schatten haben und auf uns schauen.

Zum Schatten kann aber vieles mehr gehören. Zum Beispiel, dass wir zu einem Handeln, Denken usw. angemutet werden, und es mechanisch ausführen - einfach gesagt, dass uns der Moment entgleitet, und wir woanders sind, mit einem Teil von uns.

Astrologie wird benutzt, damit man irgendeinen Nutzen davon erhält. Versucht man den Planeten zu folgen, oder den Lebensvorgängen, kann man eine Instanz in sich finden, die bestimmte Dinge nach einem Gewissen oder Gespür für Wahrheit bewertet. Damit erhält man in der Auslotung der richtigen Handlungsweise gegenüber Wesensanteilen oder Trieben einen Maßstab.

Schatten entsteht auch dort, wo wegen einer besonders stark ausgeprägten Funktion eine andere leidet. Wenn zB eine Opposition besteht oder ein Quadrat, dann fällt einer der beiden Planeten, die bei diesem Aspekt beteiligt sind, meist stärker ins Gewicht, und drückt den anderen Planeten in den Schatten - das heisst verleitet den anderen in eine mangelhafte Übung, sich authentisch und im Wesen der reinen Funktion nach zu betätigen. Im Alltag passiert so etwas andauernd, dass eine Funktion leicht gestört wird, und irgendeine Kraft seine Linie verliert. Unsere Aufmerksamkeit und Übung ist es, die den Kräften Richtung verleiht. 

Verstand, Kommunikation, Sprache sind an sich gewaltlos, wir können aber in besonderen Momenten mit der energischen Durchschlagskraft von Mars verbale Gewalt ausüben, wenn wir einen solchen Aspekt haben. Die Sprache wird unweigerlich grob und zweckentfremdet, weil es mehr ums Ausagieren geht, was so gar nicht der feinen Analytik und Klarheit der Merkurfunktion entspricht. Wenn uns das nicht geschähe, wären wir ein anderer Mensch. Wir müssen manchmal Dinge hinnehmen, und brauchen uns nicht über alles zu schämen, was man dem Wirken der Planeten zuschreiben kann.
Anders gesagt, die Energie des Mars drängt sich in die Merkurfunktion. Ein Aspekt aber ist da, um gelebt zu werden, es geht nicht anders , als diese beiden Planeten irgendwo auszuagieren in ihrer Kombination . Aber es gitb viele Möglichkeiten dazu und meist irgendwo immer einen Schwerpunkt, ein grundlegendes Thema, das nicht mehr nur von verbaler Gewalt kündet. Mars/Merkur kann dann einfach auch den Schachspieler bedeuten, oder in anderen Fällen ist man in einem Raum immer der erste, der etwas zu sagen hat muss dabei ja nicht laut werden und brüllen usw.. Es kommt bei einem Merkur/Mars Quadrat auch darauf an, welche Zeichen und Elemente weiterhin damit verbunden sind, und schon ein Mars oder eine Sonne in Zwillinge vermag statt Brüllen das andauernde Quatschen in Szene setzen. Es fällt als solches Quatschen und Tratschen auf, weil es etwa luftigen Charakter hat, und der Schütze würde ebenso quatschen können in der Menge, aber es fiel bei ihm  eher als "grosse Reden halten" auf.

Astrologie sollte wohl dahin führen, das Gute im Menschen sehen zu können und es zu entwickeln helfen. Genau das ist es, eine erkannte Chance oder Notwendigkeit, was Menschen auf ihren Weg suchen. Wenn man andere Menschen vor den Schatten stößt, haben diese es nicht gerne, an ihn erinnert zu werden.
Die Astrologie zeigt das Leben, aber das Leben ist nicht nur gut oder was auch immer wir unterscheiden ins besseres und schlechteres.
Wer nur gute Entsprechungen sucht, sucht vielleicht nach persönlichen Wegen, aber nicht dem Leben, wie es insgesamt ist oder sein kann.
Anders gesagt, man hat von der Astrologie ja nichts, wenn man nicht im Leben guckt, was da passiert - und wenn wir es beschreiben, entsteht nur leicht der Eindruck, wir würden es dabei schon werten, aber möglicherweise beschreiben wir nur genauer, was passiert. Wenn wir es genauer beschreiben, müssen wir schon bei der Wahrheit bleiben, dass die Dinge einen bestimmten Charakter annehmen, und  es so etwas wie eine objektive Bedeutung gibt. Damit ergeben sich nicht schon Schatten. Schatten sind Dinge, mit denen  wir  einfach gesagt unbewusst und unzulänglich umgehen.

Die allzumenschliche Neigung, Ängste oder Scham zu haben, können  Verdrängungen verursachen - Schatten stellen eine wichtige Komponente der Astrologie dar. Man könnte diese psychologische Astrologie nennen.
Viele unbewusste Wünsche und Wunschkomplexe gehen auf Schattenanteile zurück. Manche Sucht zB erklärt sich einzig und allein aus fehlender Integrationsleistung und Verarbeitung alter Wunden und Traumen, und darauf anknüpfende Erfahrungen, die die ursprünglichen nur leichten Schatten und Komplexe verstärken. Schatten wirken im Untergrund und Unbewussten als Antreiber - und sie bestimmen unser alltäglichen Leben weiterhin, obwohl wir sie nicht konkret ausdrücken. Schatten beherrschen und verwüsten das übrige Leben mit ihren Regungen. 

Wir erwarten möglicherweise Konsequenzen oder finden uns in einem ungeübten Betätigungsfeld, was dann nämlich bedeutet, dass wir Fehler machen könnten und so auch Konsequenzen erfahren werden. 

Dabei ist die Erfahrung von Konsequenzen nicht zu verhindern. Das Leben , man merkt es bei Beschäftigung mit Astrologie immer wieder, ist dualistisch angelegt. Und dualistisch, das heisst, dass etwas entsteht und schon das Gegenteil oder der Gegensatz nicht nur potentiell, sondern tatsächlich entgegen treten kann.
Mit der Geburt kommt unser Potential in die Auseinanderstzung anderer Potentiale, auf dieser Ebene der (irdischen) Wirklichkeit. Wir spüren Seele und Körper. Wir spüren was wir werden wollen und was die Welt aus uns zu machen pflegt. Es entsteht eine Reibung zwischen Geist und der Materie. Wir spüren eine Bedeutung, die in etwas Heilem oder in etwas Ganzen besteht, aber wir spüren auch all das, was diese Bedeutung der persönlichen Ganzheit stört oder sie zerstören kann. Wir spüren mit dem Hinaustreten unseres Selbst in die Welt , dass etwas entgegen tritt, was uns herausfordert, weil es anders ist. Damit ist schon im jeden Akt des Hinaustretens die mögliche Gegenüberstellung gegeben. Das Hinaustreten einer Empfindung, einer Tat, eines Wollens, eines Gedanken, eines Wortes usw. stößt auf anderes, was dieses Hinaustreten zunächst nicht frei macht und - mehr oder weniger - wie eine Wand  auf das Hinaustreten wirkt.

Manchmal ist es hilfreich, sich von mancher Regungen schnell abzuwenden, umd sofort eine neue Richtung zu gewinnen. Aber es kommt drauf an, wie wir das tun, in welchem Bewusstsein von dem, was in uns geschieht. Oft geschieht es automatisch, wird zum Muster und bald unbewusst, aber vor allem: will man es verdrängen, und hat es nicht wirklich abgeschlossen. Abdrängen, nicht auskosten, den Trieb nicht weitergehen, weil man bei näherer Prüfung etwas feststellen könnte, vielleicht dass etwas stimmt, und wir gleichwohl auch beschämt wären.
Ob die Dinge  so kommen, oder nicht, diese Unwägbarkeit nehmen wir nicht in Kauf. 

Ein Schatten ist eigentlich immer etwas, was man   verbergen will. Wesentlich vor Anderen.  Gäbe es nicht Welt, müssten wir nichts verbergen.
Wir haben es uns vielleicht angewöhnt, und empfinden vor uns selbst nicht anders als vor der äusseren Welt oder ihrer Taktgeber. Was dann einen teifgreifenden Komplex bedeutet, wenn die Welt als gigantischer Schatten sogar bestimmt, wie wir uns selbst definieren und dabei das Lebendige von uns abtrennen wollen, es selbst völlig unter den Teppich kehren. Manche Regungen müssen wir auch ausleben, weil wir sonst in ein Ungleichgewicht kommen können. Die Planeten , ihre Energien und die damit entworfenen psychischen Inhalte  verlangen ihren Ausdruck.
Das heisst, wir müssen eben selbst prüfen, ob wir mit etwas leben wollen oder es in andere Kanäle bringen. Wir sollten nicht zu oft daran denken, etwas zu sublimieren oder zu unterdrücken, um es im Lebenssaft abzuschneiden, weil es auf andere Weise wieder empor drängen könnte.

Obwohl diese Schatten einen Komplex bedeuten können, müssen wir es nicht fürchten oder beschämt darüber sein. 

Und diese Schattenthemen sind eben die Hindernisse auf dem Weg ins Licht oder zum Glück. Denn sie stehen andererseits dafür, dass das Leben mit uns machen kann, was  "es" will. 


Pluto 

Über Pluto wird man sicher in den nächsten Jahren mehr über seine eigentliche Bedeutung und Funktion erfahren. Bislang tendiert eine neutrale bis positive Sichtweise einzig zu Begriffen der Wandlung, Veränderung und zuweilen auch Wahrheitssuche. Auch Wille und Macht sind treffende Schlagworte. Eher negative Begriffe kennen wir genügend für ihn, und man denke nur an Eifersucht, Besitzergreifen, Manipulieren, Suggestion, Verbrechen, Untergrund, Perversion, Neid oder Inbrunst. 

Wir erfahren seine Wirkungen meistens als Angst vor Verlust. Besonders Planeten in Skorpion lassen uns leicht ein Leben planen, in dem wir uns solche Gelegenheiten suchen, die den Verlust ausklammern - nicht durch übertriebene Vorkehrungen, sondern wir lassen uns auf viele Dinge gar nicht erst ein oder suchen uns Partner, die nicht gerade den Eindruck erwecken, frei wie ein Schmetterling durch die Welt zu ziehen (und die uns nicht daran erinnern, dass sie leicht Konsequenzen ziehen, oder uns leicht verlassen könnten, wenn ein anderer Wind weht; sprich: dass die Welt bis zu einem Grad berechenbar bleibt).
Eine andere Möglichkeit ist, dass wir auf irgendeine subtile oder direkte Art  Macht ausüben, um uns der Gegenwart des Partners zu vergewissern. 

Nicht ausgeräumte Zweifel sind für Skorpione wie ein still wirksames Gift für ihr Sicherheitsbedürfnis, was sie nicht mehr so leicht los lässt, bis dass ein klärendes Gespräch stattgefunden hat. Ansonsten kann es geschehen, dass zu irgendeiner Zeit der Frust Bilder entstehen lässt, und man den Plutoniker oder Skorpion als jemanden erlebt, der sich sprichwörtlich verrannt hat in einer Idee. Dann nährt sich mit jedem neuen Moment ein Bild, das man von der Welt hat, und diese Idee wird zur fixen beherrschenden Vorstellung. Denn man ist versucht, nach Hinweisen zu suchen und wenn Ungewissheit weiter besteht (und genährt wird), ist es der menschlichen Natur geschuldet, dass wir uns dann die emotional erschreckendsten Bilder machen.
Man kann dahingehend solchen Partnern helfen, wenn man ihnen gegebenfalls zur rechten Zeit deutliche Signale gibt (etwa dass man sie liebt), und sie sich unserer vergewissern können.

Neuerdings wird Pluto auch mit Wachstum und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht, einen Anhaltspunkt dafür finden wir im Mythos (er ist mit Demeter verbunden), und in der körperlichen Zuordnung zu den Geschlechtsteilen. Wenn wir überlegen, was er in der Erfahrung bewirkt wird das logisch: Durch Wandlung finden wir zum Leben, Kern dessen, was anstelle des Vorherigen tritt, oder was nach dieser Wandlung wachsen darf. Im letzteren Fall erklärt sich die Bedeutung der Eigenschaft Tod, wofür Pluo und Skorpion ebenso das 8. Haus ebenfalls bekannt ist.
Der Skorpion ist das Herrscherzeichen des Pluto. Die Erhöhung des Plutos ist noch nicht sicher, man vermutet entweder Löwe, Wassermann oder Widder. Wassermann (nach A. Oken) erscheint mir unlogisch, da der Wassermann/Uranus bekannt ist für die Aushebelung der Polarität, aber Pluto nichts anderes als Einseitigkeit entwirft und auf diese Weise die Dualität erzeugt bzw. provoziert. In Wassermann klänge eher das Fall als Würde an, und folglich vielleicht wirklich Löwe als Erhöhungszeichen.

Pluto ist ein stark mächtiger Wasserplanet, da er direkt mit den Emotionen verbunden ist. Sogar eine wissenschaftliche Erkenntnis klingt als Heureka wieder, und die dabei eine Rolle spielende Freude ist beim Skorpion die Enthüllung von Wahrhaftigkeit und Bedeutung.
Es ist Lebensernst, was der Skorpion vermittelt, aber tief in seinem Inneren ist er sich um die Bedeutung der Lebensfreude gewiss. Es hat Ähnlichkeit mit der Enthüllung einer Bedeutung, wenn Pluto agieren will. Ihm geht es nicht in erster Linie um das, was manche den Stachel nennen und was für die unangenehmen Seiten des Lebens steht. Ihm geht es um eine Art Befruchtung, weswegen er ein emotionaler Faktor ist, da er zur Geburt verhilft. Im dunklen Reich unter der Erde , unter dem Offensichtlichen, da regen sich die Triebe und wachsen empor zum Leben. Pluto ist selbst nicht das Prinzip des Wachstums, aber er geht mit es ein Bündnis ein, so wie mit Demeter (die alles wachsen lässt) im Mythos.
Er entscheidet indirekt mit seiner Entschiedenheit, was lebensfähig sein soll. Damit befruchtet er jeweils die Gegenwart, die deckungsgleich mit seinem Vorstellungsbild ist. Sein besitzergeifendes Verhalten ist ein Notgriff, um sich der Sicherheit zu vergegenwärtigen und nicht dem Tod und Loslassen zu überlassen, denn um diese Dinge hat Pluto/Skorpion eine Heidenangst; - bzw. es ist der Stachel der schmerzhaften Erfahrung deshalb so immens, weil er sich tief bindet und das tut er, generell der Wirklichkeit wegen. Daraus ergibt sich Kompromisslosigkeit, ein "Alles oder Nichts", weil  er die Sicherheit darüber braucht, was für ihn Gültigkeit hat.
Wenn er findet, dass etwas verändert gehört, übt er entsprechenden Druck aus, und aus dem Sterben oder Tod geht  dann das hervor, was wesentlich ist.
Es ist die Freude an der Erfahrung des Gegenwärtigen, und nur das ist gegenwärtig, was als solches erkannt oder gelebt wird. Der Skorpion schmiegt sich an das Gegenwärtige, um dessen Reiz zu erfahren. Mit diesem Reiz orientiert er sich und findet die Sicherheit, die ihn erfüllt. Wenn es an der Wirklichkeit nichts auszusetzen gibt, oder wenn einer Verpflichtung oder einem Versprechen (etwas was ihn binden wird) nichts schädliches inne wohnt, dann ist das der Moment wo Pluto die Sicherheit findet. 
Daraus ergibt sich auch die Macht, die von ihm ausgehen kann, weil diese Macht eigentlich nach Sicherheit strebt und deshalb autark und konsequent angelegt ist.
Pluto ist  ein Faktor, der nur ein Werkzeug bietet, um zur Wirklichkeit vorzudringen, oder zu drängen - ein Werkzeug, das man auch falsch benutzen kann. Man benutzt es meist dann falsch, wenn man sich zu stark identifiziert und die eigentliche Gegenwart und Wirklichkeit ausser Acht kommt.
Pluto rührt an sehr intime Dinge und zeigt das Leben, wie es ist. Und das Leben ist untergründig, beherrscht von Trieben und Verlangen. Diese Dinge - das weiß Pluto - werden anderes bedingen, weshalb er ganz nach seiner Lust lebt und nicht in erster Linie nach der Lust anderer.
Der Schatten des Plutos ist vielleicht wahrlich der unangenehmste der Planetenfamilie, so wie der Tod uns erinnert, dass das Totenhemd keine Taschen kennt. Der Tod ist für uns auch das Unangenehmste am Leben. Was ist uns etwas wert, wenn es vergänglich ist? Das zeigt vielleicht Pluto, weil er mit seinem ihm eigenen Reiz auskostet, was das wahre Leben zu bieten hat. Alles kann das sein, sogar der Bankraub. 

Und stellen wir nicht fest, dass wir eine Kraft erfahren, wenn wir einen Augenblick standhalten können, in der vollen Tragweite, die es für uns hat? Die Beute ist es, um die es bei Pluto geht.

Pluto kennt keinen Kompromiss. Er verleitet  uns in die Unterwelt, wo er uns bindet, oder Pluto lässt es ganz bleiben und wird gleichgültig im Sinne von "das geht mich nichts ans", eine strikte Ablehnung kann damit verbunden sein, aber sie ist deswegen direkt, und strikt, weil man so nahe an den Verpflichtungen lebt und meint, man muss es (als Pluto) wirklich deutlich machen - wenn auch nur für sich selbst. Es ist eine besondere Entschiedenheit in diesem Zeichen und Planeten.
Pluto offenbart das Thema Vertrauen. Skorpione und Plutobetonte ringen um Vertrauen, in sich, in die Welt, in andere. Sie ergründen, um vertrauen zu können. Wenn sie Misstrauen finden, ist die Enttäuschung gross. Aber sie spüren mittels diesem Pol von  Vertrauen und Misstrauen auch auf, worauf man sich einlassen kann oder will. Denn es geht bei ihm um das, was am Ende bei heraus kommt , was ist. Was gefällt, darf sein, aber es verlockt dann auch , verheisst etwas gutes. Und natürlich geht es dabei auch um Sicherheit, weil diese verspricht.
Wenn sie Vertrauen gefunden haben, dann oft durch Erfahrungen, die sie reifen lassen. Sie wandeln sich, weil sie tiefgreifende Erfahrungen machen und die Bedeutung oder Notwendigkeit erkennen, die ein Wandel mit sich bringt. Bis dahin, wo gewandelt ist, werden sie sich oft reiben an dem, was noch nicht gewandelt ist. Als ob eine Flut der Inbrunst ihre Seele erfüllt, um diese Notwendigkeit der Wandlung zu erzeugen.
Pluto kann auch dazu führen, dass uns der Schatten anderer anmutet, anreizt, weil wir unseren eigenen Schatten gespiegelt sehen. Es ist dann das Verlangen, eine Wahrheit durchzusetzen, die uns als einzige Möglichkeit  besteht. Wäre etwas anderes möglich, als unsere eigene Position zu "bewahrheiten", dann könnten wir ja die Wahrhaftigkeit dieser Möglichkeit und Realität  mit demselben plutonischen Reiz (der unter die Oberfläche geht) erkennen und uns durch Plutos Macht und Bändigung nicht länger verführen lassen, eine Grube auszuheben, in die der Tod oder das endgültige Ergebnis fallen soll. Worin wir uns bei Pluto oft auflehnen ist die Erinnerung, Emotion, Schuld, etwas was uns bindet und nicht anders lässt.
Es sind all die energetischen Bindungen an Unbedingtheiten, die wir in unseren spontan-impulsiven Instinkt  gelegt haben, oder die darin gewachsen sind wie ein Dornenstrauch. Aufgrund der Dornen bauen wir mächtige Komplexe auf, und reiben uns mitunter nicht an andere, sondern an uns selbst. Wir in unserer Subjektivität meinen dann, die anderen seien auschlaggebender für unser Leiden an der Gegenwart.
Schließlich entsteht der Versuch, über diese Abgründe hinweg zu gehen - weil wenn wir darin sind, geht es uns nur noch schlechter und der Schahtten wird nicht komplexer, sondern die Wirklichkeit unangenehmer. Komplex sind die Versuche, über den Abgrund hinweg zu gehen. Es ist kein Irrtum, anzunehmen, dass überall dort, wo jemand sich aufregt, auch ein grosser Schatten liegen kann. Aber bei der Gelegenheit sei gesagt, man muss auch ins  Kalkül ziehen, dass wir einen Schatten für einen solchen halten, während derjenige sich völlig  bewusst darüber ist, was er tut! Dann ist es kein Schatten.
Doch wichtiger ist jedenfalls, dass wir erkennen, wann das Leben nicht wirklich hingenommen wird, als würden wir nicht zu dem stehen, was wir sind. Da liegt meist der Schatten. Und dennoch könnten wir nicht leben, wenn uns immer alles bewusst wäre. Es ist also in gewisser Weise normal, den Schatten zu haben. Weil natürliches Produkt unseres Lebens. Es ist nur die Frage, in wie weit wir uns von ihm beherrschen lassen, anstatt mehr und mehr das Leben anzunehmen, wie es ist. Unangenehm ist der Schatten meist aufgrund kollektiver Prägung. Wir verachten das Leben nicht seit der Geburt... - deshalb kann es nur gesund sein, wenn wir nach den wahren Lebensgesetzen suchen. Erst nach der Saturnwiederkehr werden wir zunehmend sicherer, was die wahren Werte im Leben angeht und werden bis dahin oft auch noch auf der Suche sein, weil die Macht des Kollektivs unheimlich stark ist, dass es uns manchmal so weit von den wahren Werten des Lebens abbringt (weil das Kollektiv scheint aus einem Brei der Zufälligkeit zu bestehen, was ich zurückführe auf kollektive Lernerfahrungen, die noch zu machen sind; auch Menschen als Einzelwesen erweisen sich als hartnäckig in der Verweigerung von Einsichten dem Leben gegenüber... - oder anders gesagt und kürzer: Um das kollektive Leben und die Gesundheit der Gesellschaft ist es nicht gerade zum Besten bestellt, wenn die Menschen zu Arbeitern deklariert werden und Leistungsbewertung anstelle Würdigung tritt. Man kann sagen, dass wir kollektiv keine Werte ausdrücken, die das Leben in den Mittelpunkt stellen und die Folge ist natürlich eine ganz andere Lebensweise, weil man zB erfährt, dass es wichtiger ist Geld und gute Noten zu haben, als Charakter auszubilden). Voll Scham stehen wir dann dem Schatten gegenüber und verstricken uns in etliche Triebe, die ihr Fortleben haben, auch wenn wir sie ins Unbewusste verdrängen. Hin und wieder, oft sogar, kommen diese Triebe  dann dazu, das Oberwasser anzurühren, und die Wasser des Ganzen geraten in Aufruhr, der Blick auf die reine Wirklichkeit wird entstellt. 
Pluto/Skorpion haben einen starken Selbstbezug, weil das Leben gesucht wird, und weil sie dabei ihr eigenes Leben vor Augen haben, das entscheidend ist. Für sie wäre die Frage bei aller (fremden) Ordnungsgewalt über das Gesellschaftliche, also zB bei Politikfragen, in wie weit das Gestaltete in ihr eigenes Leben eingreift oder in das eines  Einzelwesens generell. Tyrannen veranstalten es dann so, dass sie in das Leben aller eingreifen, es zwingen und bezwingen, um sich damit das zu geben, was für sie wertvoll und wahrhaftig bzw. gültig ist.  

Astrologie live

Um sich in der Astrologie zu vertiefen kann man die stetigen Wandel bei sich oder anderen "live" miterleben versuchen. Jener Wandel von Haltungen, Einstellungen und Denkweisen, Erfahrungsräumen -  was auch immer sich auf verschiedenen Ebenen der Einflussgrößen ergibt.

Dabei stellt man fest, dass die Wirkung zB eines Transits zeitlich gedehnt auftritt und wir mit einem Blick nicht sofort diese Bedeutung erfassen.
Man sollte sich also vor allem Zeit geben und die Astrologie zum ständigen Begleiter durch die Wochen und Monate machen.

Um sich einen Eindruck von der Wirkung zB des Solars zu machen, nutzt es viel, über die Jahre die Vergleichbarkeit zu bekommen, indem man einen besonderen Blick für die Wirkung der wichtigsten Solarfaktoren entwickelt. Man wird feststellen, dass nicht  alle Planeten eines Solars oder Lunars den gleichen Rang haben.

Diese Möglichkeit, einen Vergleich zu haben, entwickelt sich nicht so sehr durch Analyse der Vergangenheit, weil zu diesen Zeiten das Wissen der Astrologie fehlte und wir die Vergangenheit ohne Astrologie ganz anders in Erinnerung haben.
Autoren verschiedener Art können hier helfen, diesen Blick zu schärfen - meiner Meinung nach sollte man da ruhig in die Breite der Autoren gehen. 

Astrologie im Internet
Man findet auch im Internet so einige reichhaltige Schätze. Zum Beispiel ist Arnold Buchenrieder engagiert im Tarot-Forum tätig und schafft dort einen reichen Fundus an Informationen, die helfen, sich über astrologische Energien zu vertiefen. Es handelt sich dabei um die Astrologische Richtung API, die eine energetisch Sichtweise auf die Symbole auszeichnet, mit dem zentralen Scwerpunkt esoterischer Psychologie.

Webseiten mit Artikeln:
http://www.astro.com
http://www.astrologie.de
http://www.sternwelten.at

Astrologie kann möglicherweise als Prognoseinstrument gebraucht werden, doch würde ich den Anfänger abraten, ausser der Stundenastrologie, zuviel mit der Prognose zu versuchen, wenn er ein Radix deuten will, ob für sich oder für jemand anderen.

Meist besteht in Bezug zur Astrologie eine gewisse Erwartungshaltung, die über Jahrhunderte entstanden ist. Die meisten Fragen, die jemand an die Astrologie richtet, sind zukunftsorientiert. Es ist auch für mich so gewesen, dass ich anfangs glaubte, mit der Astrologie könne ich die Zukunft kennen und einen Vorteil gewinnen, den ich ohne Astrologie nicht hätte.
Heute weiss ich, dass der wahre Vorteil darin besteht, Erfahrungen und Lebensphasen einordnen zu können und mit einem Hintergrund zu verbinden (des Radix und der Transite usw.). Das erleichtert mir in Bezug zu meinem eigenen Radix, eine entsprechende und angemessene Reaktion und Haltung zu gegenwärtigen Erfahrungen einzunehmen.

Viel schwieriger aber ist es, eine nahe oder ferne Zukunft zu fassen. Man sollte es selbst natürlich ausprobieren, und vielleicht verändert sich dabei mit der Zeit der Ernüchterung die Zielsetzung, die man der Astrologie gibt.
Schließlich kann man von Talenten, oder von Chancen reden, zB ob jemand in seinem Beruf am richtigen Platz zu sein scheint.

Es geht hierbei nicht um die Frage, wo der Determinismus liegt, sondern ob die Astrologie wirklich die Prognose aus dem Radix möglich macht.
Ich denke, diese Frage sollte man sich am besten selbst beantworten, wofür möglicherweise viele Jahre des Übens notwendig sind, um erst einmal die Basis zu erhalten, mit der man das angemessen beurteilen kann. Aber wenn man versucht von Anfang an auf die Prognose zu kommen, könnte sich der Blick für das Wesentliche im Nebel verlieren.
Meine eigenen Lehrjahre waren jedenfalls davon beherrscht, dass ich der Prognose immer abgeneigter wurde, weil sie selbst bei den Experten und gestandenen Autoren nicht verlässlich genug funktioniert.
Zu Ende gelernt hat man jedoch nie, und ich schliesse nicht aus, dass Prognose durchaus möglich ist. Prognose ist für mich jedenfalls ein zweischneidiges Schwert. Der Anfänger und Laie wird jedenfalls nicht genügend Erfahrung haben und selbst Tendenzen der Zukunft zu deuten stellt sich als schwierig heraus, da es sehr viele Möglichkeiten gibt, wie sich ein Transit oder eine Auslösung auswirkt. 

Die Stundenastrologie ist dagegen überhaupt etwas ganz wunderbares. Sie ist allerdings auf einen kleineren Ausschnitt astrologschen Wirkens bezogen, bringt uns aber durch ihre Möglichkeiten zum Erstaunen.
Wenn man sich in Stundenastrologie übt, nur zu! Es bringt einem schnell Erfolgserlebnisse, und es ist mitunter sehr viel leichter etwas über die Zukunft einer gefragten Sache zu erfahren, als wie das Geburtsradix zu nehmen - und hier findet man auch rasch Regeln, die man gut und wiederholt anwenden kann, falls man sie richtig anwendet. Das Geburtsradix indessen kann uns viel eher über den Sinn einer Erfahrung Aufschluß geben.

Auch ist es eine gute Übung, sich stets bei aktuellen Ereignissen, die einen beschäftigen im guten oder schlechten, zu vergewissern, was in einem Stundenhoroskop dazu weitere Aussage liefern könnte. Man könnte auch bei einer  Handlung, die normalerweise reibungslos abläuft , eine merkwürdige Fügung und Störung erleben - gerade diese Momente können   übertragen auf das Stundenhoroskop viel über die Bedeutung der Planeten sagen. Denn man begreift, für welche Ereignisse ein Planet   in Frage kommt.
Ein Planet an einer Hauptachse, oder  auch Transite über wichtige Radixstellungen, von allen Planeten und nicht nur die Langsamläufer.  Dasselbe gilt natürlich für Transite. Wobei die Transite oft Ereignisse markieren, die natürlich über den Augenblick hinaus gehen und eine ganze Atmosphäre und Umstände beschreiben können.


Wer Astrologie wirklich lernen will, und sich im Wissen vertiefen will, der sollte sich immer wieder dem Geburtsradix widmen.

Kombinatorik

Die Beschäftigung mit Kombinationen ist eine interessante Möglichkeit, einem Radix die wichtigsten Informationen zu entlocken. Freilich, zunächst muss an die einzelnen Faktoren in ihrer Bedeutung kennen  (Saturn, Mars, Venus usw.). Schließlich kommen noch die Zeichen, die jeden Planeten in seinem Ausdruck färben. Mit den Zeichen sollte man sich stetig vertraut machen und im Laufe der Jahre immer wieder nach Verdichtung des Wissens sorgen, ebenso was die Häuser angeht.

Mit den Planeten überhaupt das Studieren anzufangen halte ich für am wichtigsten und effektivsten; zB via Aspektkombinationen in Aspektbüchern, oder Lehrbüchern über einzelne Planeten. Ich halte die Informationen aus Aspektbüchern für sehr nützlich, um sich über die Wirkung von Planeten schlau zu machen. Obwohl es in Aspektbüchern ja Kombinationen sind und nicht einzelne Besprechungen des bestimmten Planeten.

Man kann aber auch in einem solchem "Aspektkombinationsbuch" eine Planetenenergie jeweils in ihrem Wirken und Einfluß verfolgen, und so auch wieder Wissen verdichten.

Man erkennt vielleicht mit der Zeit, dass alles Geschehen auf Grundfaktoren reduziert werden kann, der Anzahl nach typischerweise 7 oder 12. Oder 3 oder 4.
Die Häuser spiegeln diese  Prinzipien wieder, ebenso die Planeten und die Zeichen natürlich. 

So kann ein Mars in 10 mit Mars/Saturn gleichgesetzt werden. Denn Saturn ist der mundane Herrscher des zehnten Hauses und ein Mars verbindet sich in diesem Haus mit diesem Einfluß des Saturns.
Ein Saturn im 12. Haus ist gleichermaßen eine Saturn/Neptun Verbindung. Die Erfahrung in der Astrologie führt immer wieder zu Kristallisationen von Faktenwissen. Wer über einen Saturn im 12. Haus verfügt, hat oft Rückenschmerzen. Eine sehr gute Möglichkeit übrigens, ist bei einem Saturn im 12. Haus langes Wandern und stets das evtl. Bürositzen auszugleichen, etwa durch gelegentliche Streck und Dehnübungen.

Was bedeutet übrigens Neptun? Hier darf man nicht zu einseitig werden und dem Neptun zB nur die Täuschung, den Nebel oder die Flucht anheimstellen. Deshalb ist es wichtig, sich immer mehr in die Bedeutung eines Planeten zu vertiefen, ihn von verschiedenen Seiten zu fassen, und nicht zu früh allein auf das Kombinieren zu setzen aufgrund zu wenigen Wissens. Die Bedeutung der Transsaturnier (Neptun, Uranus, Pluto) ist allgemein am schwierigsten zu enthüllen.

Jeder Faktor, egal wie er steht, befindet sich in einer Konstellation, anders gesagt in einer Kombination. Nämlich mindestens ist ein Faktor mit dem Haus und dem Zeichen verbunden.

Eine Konstellation wird umso wichtiger,
A): je stärker die Faktoren darin zur Erscheinung kommen (weil sie zB harte Aspekte empfangen, oder weil es der Geburtsherrscher ist usw.)
und/oder B): je verdichteter die Energie Saturn/Mars durch die weiteren Radixfaktoren insgesamt ist; also es kann ja zB noch ein Trigon zwischen Mars und Saturn geben, was dieselbe Qualität Mars/Saturn anspricht wie ein Saturn im 1. Haus oder ein Mars im 10. Haus. Usw.
Mit Kombinationen erhält man also Themen. Grob. Aber durchaus wieder zu entdecken.

In erster Linie geht es um ein grobes Thema, das sich mit den Konstellation zB Saturn/Mars kristallisiert. In welcher Weise es konkret wird, zeigt das übrige Radix oder der Standort dieser Kombination.

Konstellationen können vielfältig gebildet werden. Auch in der Weise, dass der Herrscher von Haus 10 im ersten Haus steht oder umgekehrt, denn beides ergibt in der Kombination Saturn/Mars (auf zodiakaler Häuserebene entspricht das erste Haus dem Widder/Mars Prinzip und das zehnte Haus dem Steinbock/Saturn Prinzip).

Wie stark sind denn verschiedene Kombinationen? Akron stellt zB folgende Rangliste auf:
Die stärkste Kombination ist
a) die Aspektverbindung (mittels Konjunktion, Quadrat , Opposition).
dann folgt b) Mars in Haus 10  (oder umgekehrt Saturn im 1. Haus); Aszendent in Steinbock; Aszendentenherrscher in Haus 10; ein Quinkunx zwischen beiden Planeten.
In der Rangfolge folgt c) Hausspitze 1 in Steinbock; Hausspitze zehn in Widder; Herrscher von Haus 10 im ersten Haus; ein Trigon zwischen beiden Planeten (Mars/Saturn);
und schliesslich d) Saturn in Widder; Herrscher von Haus zehn in Widder; ein Sextil zwischen beiden Planeten (Mars/Saturn).

Diese Rangliste sollte meines Ermessens nach grob aufgefasst werden, nach Art der fuzzy logic ("weiche Logik"). Die Methode der Herauslotung der allgemeinen Stärke einer  Mars/Saturn  Kombination lässt sich  übertragen auf jeweils andere Kombinationen (also zB Saturn/Venus ergibt sich mit Saturn in 7 und anderen Kombinationsarten usw.). 

Ein Quadrat-Aspekt gelte nach Akron sehr stark, und ein Sextil eher schwach.

Man sieht in seinem eigenen Radix oft eine Verdichtung einer Kombination, die sich auf verschiedene Weise ergeben kann. Diese Verdichtung gilt es herauszuloten, habhaft zu machen (anhand einer solchen Kombination) und zu untersuchen, ob das eigene Leben: a) die Auswirkung dieser archetypischen Energie schon zeigt, oder b) auf anderer Ebene ein Bedarf entstanden ist oder ansteht, diese Energie ins Leben zu bringen oder zu integrieren.
Entsprechende Handbücher hierzu sind zahlreich, zB Akron "Jenseits der Schwelle" aber auch andere wie Döbereiners "Astrologisch-Homöopathische Erfahrungsbilder Band 1". Döbereiner ist jedoch nicht jedermanns Sache aufgrund der Schreibart.

Döbereiner hält die stärkste Kombination für eine solche, die sich durch zwei  Planeten in dem jeweiligen Haus des anderen Planeten ergibt. Zum Beispiel: wenn gleichzeitig Saturn in 1 steht und Mars in 10.

Verschiedene Handgriffe muss man beherrschen. Besser gesagt kennen. Diese Handgriffe bestehen und gründen in der Intuition

Eine Anschauung, die von der kombinatorischen Intuition, einer begreifenden Intuition, einer anschaulich-symbolischen bis zur eingebungsvollen Intuition reicht.

Alles verschiedene Intuitionen über denselben Sachverhalt.
Ganzheitlichkeit oder der holistische Blick auf die Sache ist meiner Meinung nach ein Schlüsselkonzept für die Astrologie.

Quadranten

Oft benötigt es ein Verständnis mehrerer Faktoren - zumindest hilft es - um einen einzigen Faktor zu begreifen.

Zum Beispiel lässt sich der erste Quadrant besser verstehen, wenn man auch den dritten Quadranten gegenüber betrachtet. Oder die anderen beiden Quadranten. Das gilt sowohl in der Deutung. Aber noch mehr natürlich interessiert den Anfänger, wie er einen Quadranten überhaupt verstehen soll, egal in welchem Radix. 
Meine Empfehlung lautet, immer wieder von verschiedenen Seiten sich daran anzunähern. Döbereiner mag hierzu eine wichtige Lektüre bedeuten, wenn einem denn Döbereiner liegt (Probekauf? Dann am besten das erste Band der Seminarschriften; Lehrbuch 1).

Man kann alle Quadranten auch besser verstehen, wenn man deren einzelne drei Häuser betrachtet (Beginn=wichtigster Impuls, Zentrum=eigentliches Anliegen, Ende=was für einen Sinn es hatte und wo es hinführt).

Wie macht man das? Man betrachtet sich zB die einzelnen Häuser als EINE Ausdrucksart des Quadranten, man wählt eine der drei Perspektiven (der drei Häuser) und lässt sie für den Quadranten sprechen.
Man darf das nur nicht einseitig tun: muss auch den Quadranten als Ganzes betrachten, und die drei Phasen der darin befindlichen drei Häuser aus diesem übergeordneten Quadranten heraus deuten.

Nach meinen bisherigen Verständnis lässt sich der 3. Quadrant zum Beispiel anhand des letzten Hauses im 3. Quadrant so erklären:
Für das letzte Haus 9 geht es darum, was der Quadrant insgesamt gebracht hat.
Beim 3. Quadrant ist das zum Beispiel
7.: Begegnung und Gegenüber,
8.: Bindung bzw. Verpflichtung,
9.: Einsicht und Verstehen.

Die Dreierregel: dass für ein zwingendes Thema oft drei Faktoren dieselbe Sprache sprechen: zB kann ein Thema in verschiedener Weise durch Konstellationen gebildet bzw. verstärkt werden.

Bilden mehrere Konstellationen, zB durch Aspekt- und Häuserbezüge  oder auch Halbsummen ein Thema, so ist das viel zwingender, als wenn es nur eine Konstellation gäbe, die dieses Thema anspricht!

Meist sind zwei Faktoren, die in dieselbe Richtung weisen, noch nicht eindeutig genug, aber drei Faktoren zeigen nicht nur die Wichtigkeit, sondern deutlicher die Richtung an (wie sich dieses Thema also konkret deuten lässt).

Am besten ist es hierzu, eigene Beispiele zu finden (des eigenen Radix). Mars/Saturn könnte zum Beispiel, wenn es gehäuft auftritt, allgemein Probleme anzeigen im Leben zu stehen (die eigene Initiative stößt auf die Normen der Gesellschaft oder ähnliches). Es könnte auch so sein, daß man sich zu sehr auf die Normen der Gesellschaft einlässt und dabei die eigenen Ziele korrumpieren läßt, weil zB die Existenznot in irgendeiner Weise eine Rolle spielt. Natürlich werden wir immer mit der Existenz zu kämpfen haben und es ist eine irdische Grundlage, dass wir darum bemüht sein müssen. Aber für jemanden mit speziell diesem Thema, wird er sich mehr Gedanken darum machen als andere und oftmals sich dadurch selber ein Bein stellen. Oder aber er wird diesen Existenzkampf gründlich führen, kein Detail ausser Acht lassen, und genau darin eine Einseitigkeit entwerfen. Die Wahrnehmung läuft eben in diese Richtung eines Themas, das von Kombinationen gebildet wird, die in einem Radix gehäuft auftreten.

Prinzipien - essentielle Bedeutung der Planeten

Schlagworte für die Planeten könnte man viele angeben. Es zeigt sich eine Besonderheit gerade in solchen, die das Essentielle auf einen sehr fundamentalen Nenner beschreiben, aber auf den ersten Blick vielleicht abwegig scheinen.
So sind vom Systemtheoretiker R.H. Francé im Umlauf:

Mond - Funktionalität
Merkur - Ökonomie
Venus - Harmonie
Mars - Selektion
Saturn - Integration
Uranus - Mutation
Neptun - Partizipation
Pluto - Metamorphose

Beschäftigt man sich näher mit der Astrologie entdeckt man mehr und mehr die Stimmigkeit obiger Prinzipien. Selektion beim Mars äussert sich zB in der Weise, dass man sich seine "Schlachtfelder" (der Aktion) aussucht. Da ist gewissermaßen eine eindeutige Vorliebe am wirken, wofür man sich einzusetzen bereit ist.

Den Mond in seiner Funktionalität verstehe ich als einen Umstand der Empfindlichkeit auf Störungen, die anders beschrieben die Funktionalität einschränken; der Mond warnt nicht primär, sondern sorgt durch seine Ausrichtung zur Einhaltun der lebendigen Funktion - was für mich auch eine Betonung der seelischen Gesundheit bedeutet und nicht nur des Körperlichen. Der unberührte Mond spiegelt die Funktionalität dieser beiden Ebenen von Körper und Seele. Der Mond ist dafür da, dass wir das Leben erfahren, aber es ist ein inneres Leben, und Forderungen von Aussen kränken prinzipiell diese Innerlichkeit. Das innere Leben ist allerdings das, worauf es uns immer ankommt, und das auch für alle Entwicklungsarbeit - ob spirituell oder psychologisch -  wichtig bleibt. Am Mond führt  kein Weg vorbei. 

Weitere Gedanken zu dem Thema Herrschaft und Wesen der Planeten habe ich am Ende des Artikels gestellt, sie sollten nur als Anregung verstanden werden.

Solar

Wenn der Mars des Solars im 6. Haus des Radix steht (in der Synastrie zwischen Radix und Solar), fliesst viel Energie in diesen Lebensbereich wie in jeden anderen, in dem Mars vorübergehend einen Einfluß ausübt.
Der Geburtrsmars wirkt auf  einer anderen Ebene, und wird aber ebenso dafür stehen, dass mit ihm der Umstand verbunden ist, dass viel Energie in diesen Lebensbereich fliesst. In einem Solar oder als Transit mag Mars allerdings oft auch für solche Energien stehen, die von äusseren Umständen oder anderen Personen herrührt.

Mars in einem Haus ist also damit verbunden, dass Energie in diesen Lebensbereich investiert wird - sei es in Form von eigener Aktivität oder eigenen Willensabsichten, die in irgendeiner Weise den Betreffenden bewegen werden oder in seinen Lebensumstände und Lebensweise einen Drang verleiht. 
In welcher Weise und was dabei heraus kommt, das liegt vor allem an der konkreten Haltung, Umständen und den Zielen desjenigen, und natürlich, welche Vorgaben bestehen: Einerseits kommt es darauf an, wie derjenige mit seinem Geburtsmars schon aktiv im Leben umgeht, und in welchem Haus dieser steht, und wie er sich dort auf die Lebensweise und Persönlichkeit auswirkt.

Wenn derjenige zB eine geschwächte Gesundheit hat (eine Entsprechung des 6. Haus), mögen seine Anstrengungen (Mars) dieser Gesundheit (6. Haus) gelten, indem er sich völlig diesem Ziel (Mars) hingibt.
Oder es mag so sein, dass der Betreffende eine Aktivität (Mars) verfolgt, dessen Energie die bestehenden Verhältnisse seiner Gesundheit arg ins Ungleichgewicht bringen (negative Bedeutung des 6. Hauses als Krise). Es könnten äussere Eingriffe geschehen oder Aufforderungen, zur Tat zu schreiten, oder man muss sich sonstwie für einen Bereich des Alltäglichen einsetzen. Es kann also sein, dass man mit seinem Energieeinsatz für bestimmte Dinge gefordert wird, die nur ganz grob etwas mit einem selbst zu tun haben, zB wenn es um eine ungeliebete Arbeit geht, und um die Not, mit dieser seine Existenz zu bewältigen. Es ist dann ein Vernunftgrund (alles mögliche Bedeutungen eines Mars im 6. Hauses). 
Mit einem Mars in diesem Haus wird unter Umständen auch der wahre  Kern der Ichbehauptung berührt und man macht sich Gedanken, ob es sich lohnt, wofür man sich einsetzen will oder muss. Denn Mars ist prinzipiell etwas, was uns ganz eigen ist, was niemand anderen gehört und ein totaler Ausdruck unseres Ichs ist. Da kann dann durchaus auch die Frage berührt werden, ob man sich noch hingeben will -  Hingabe ist eine mögliche Bedeutung des 6. Hauses, wenn auch nur subtil .

Wenn man Übersetzungsarbeit mit Hilfe solcher Grundbausteine leistet (Energie/Mars fliesst in einen Lebensbereich) , hilft  es sehr, zu wissen, dass es nicht so sehr auf die Begriffe ankommt.
Sie sind austauschbar. Statt Energie kann man Selektivität, Durchsetzungskraft, Einsatzkraft oder anderes verwenden.

Worauf es ankommt, das ist mehr die Funktion. Wie funktioniert es, dass ein Haus und Planet zusammenkommt. Wie wirkt es sich aus?
Ein Bild ist etwa das Leben, wie es gelebt wird. Dahinter stehen die Planeten, und die Häuser und die ganze astrologische Anordnung, die technisch gesehen dieses Leben mit einer dahinterstehenden Lebensweise erzeugt oder zumindest auf einer grundlegenden Ebene bestimmt.
Wir wollen das Leben im Radix wiederfinden in seinen Strukturen oder bestimmenden Faktoren. Gehen wir von einem Beispiel aus, entwerfen wir aus der Vielzahl möglicher Leben eine einzige, die jetzt gilt. In anderen Beispielen mögen die verwendeten Worte zB folgendermaßen lauten: Wenn jemand in seinem Alltag, ob Büro oder Haushalt (6. Haus), eine bestehende Unordnung findet, könnte seine Anstrengung in der Auseinandersetzuntg (Mars) mit dieser Unordnung bestehen.
Es ist ganz gleich, welche Worte wir benutzen. Natürlich müssen sie zB mit Mars oder dem 6. Haus genügend deckungsgleich sein.

Es sind aber verschiedene Ebenen, Ereignisse, Situationen, Umstände und Ausdrucksarten möglich, wie sich die Belange eines Hauses oder Planeten zeigen. Deshalb brauchen wir die Beispiele nicht versuchen in der jeweiligen vermuteten formelhaften Grammatik zu ergründen, sondern versuchen sie einfach selbst zu erfinden - wir merken, dass es um ganz grundlegende Dinge geht, wie sich nämlich Faktoren im Radix auswirken, so dass wir Lebensereignisse mit dem Radix verbinden können.
Insofern sollten beispielhafte Sätze wie typischerweise im empfehlenswerten Buch von  Nicolaus Klein: "Die Systematik des astrologischen Häusersystems" oder wie von mir oben benutzt, nicht als solche Formeln aufgefasst werden, wo man glaubt, man müsse ganz strikt werden und eine geheime Logik verstehen.Allenfalls muss man die Symbole verstehen, wie sie das Leben zu erkennen gibt. Das auf das Radix anzuwenden, ergibt sich praktisch dann von selbst. Will man vom Radix aus vorgehen, um auf Lebensvorgänge zu schließen, erweist es sich als schwieriger für den Anfang.

Zielen tun wir bei unserem Bemühen die Astrologie zu verstehen,  auf den Faktor, und das, wofür dieser steht und was er sich in welcher Weise im Leben auswirkt. Es gibt sozusagen eine Grundgrammatik, die wir mit der Zeit durch reale Beispiele verstehen lernen. Was bedeutet ein Planet in einem Haus? Nicht das Konkrete, sondern das Allgemeine, die Funktion ist wichtig zu erkennen. 
Diese Grundgrammatik bezogen auf einen Planeten in einem Haus bedeutet, dass ein Planet jeweils eine besondere Wirkung hat, die wir einfassen können als typisch. Man kann es jedoch in der Tat kaum auf jedes Haus in gleicher Weise anwenden, weil jedes Haus auch anders auf den entsprechenden Planeten wirkt. Ein Mars hat es gern im ersten oder zehnten Haus, und es offenbaren sich mehr Probleme, wenn er im siebten oder vierten Haus steht. Das 6. Haus ist für Mars wie für viele anderen Planeten annehmbarer, als wie das 12. Haus. Aber Probleme bedeuten auch Talente. Ein schlechteres Haus für einen Planeten ist kein Omen für ein immergleich niederträchtiges Schicksal - so wenig wie Nessus oder Pholus grundsätzlich böse ist, wie von einigen Astrologen behauptet wird. Diese Planeten sind schwer zugänglich und wie im Leben auch, entdeckt man zunächst auch oft die Dinge in einem Licht des Deutlichen, und Probleme sind immer deutlicher als die versteckten Chancen.
Schaut man auf die bewussten Haltungen und Reaktionen, die ein Planet uns abfordert, dann können solche Planeten einen großen Nutzen bereit halten. 

Bei Mars geht es in jedem Fall um eine Energie, die jemand irgendwie ausdrücken wird (und wenn er es nicht vermag sie konkret auszudrücken, wendet sich die Energie gegen ihn selbst - das heisst, je nach Kraft, die hinter einem Widder-, Skorpion-, Steinbock- oder Stier-, Jungfrau-, Waage-Mars steht usw., wird sich ein Ausdruck formieren und ein  Ausdruck für die Welt der Anderen auch erkennbar, oder es wird ein Kampf um diesen Ausdruck geführt. Aus dem Antrieb, sich rein auszudrücken, kann verzettelt in den K(r)ampf, ein verzerrter Ausdruck werden.

Auch die Aspekte spielen irgendwann eine Rolle, die diesen Ausdruck färben, tun es aber auf einer anderen Ebene als das Zeichen oder Haus; Zeichen und Haus sind fundamental für die Wirkung eines Planeten) .
Diese Energie wirkt je nach individueller Lage und macht damit das Bild der Wirkung konkreter.
Die individuelle Lage definiert sich einfach durch das Gegenwärtige, wo enthalten ist, wie ein jeweiliges Haus momentan einen Schwerpunkt der Erfahrung bildet und wie jeweils ein Planet darin ausgedrückt wird. Ein Planet mag uns lange Zeit ein Problem bereiten, oder nur in bestimmten Phasen. Wir tun gut daran, einen Planeten nicht zu eng zu fassen in seinen möglichen Bedeutungen.

Der Aszendent des Solars wird in seiner Bedeutung nicht an den Aszendenten des Geburtsradix herankommen. Der Solaraszendent steht für einen vorübergehenden  Aspekt des eigenen Seins. Wie man sich ausrichtet und die jeweilige Zeichenqualität wird einen leichten Zusammenhang mit der Qualität des Zeichen des Geburtsaszendenten bilden.  Oft ist es ein Blickwinkel, den unser Erleben für ein Jahr bekommt. Genauso wie der Aszendent im Radix beeinflusst es Momente unserer Wertung und Wahrnehmung.

Ein Solar macht sich meist übergangsweise bemerkbar. Das heisst, es kann 3-6 Monate früher und später beginnen eine Rolle zu spielen , als der genaue Zeitpunkt des Solars (Geburtstag) angibt.
Das alte Solar kann also mit seinem Aszendenten noch einen Schwerpunkt bilden, obwohl das neue Solar bereits "aktiv" sein sollte. Viele Astrologen bestätigen dies (zB http://www.astronova.de/...Shop_leseprobe). Der umgekehrte Fall, dass ein Solar bereits einige Zeit vor dem Geburtstag wirkt, kann ebenso eintreffen.

Die anderen Planeten des Solars sind natürlich deutbar und nicht nur der Aszendent.

Gewöhnlich ist der Aszendent bestimmend für ein Solar, und dessen herausragendste Eigenschaft.
Besondere Bedeutung hat es, wenn der Aszendent des Solar derselbe ist wie des Geburtsradix. In diesem Fall kann es sein, dass wir besondere Bemühungen an den Tag legen, alte Probleme (unseres Schattens, Seins und Grundbefindens) zu lösen. Es ist ein wunderbar geeignete Zeit, Reifeschritte abzuschließen. Ein Teil der Ich-Identität, die mit dem Aszendenten verknüpft ist, kann nun geglättet werden, und mit dieser Überwindung alter Schattenthematik das Geburtsradix aufleuchten.
Aber auch andere Aszendenten werden diese Möglichkeit aufzeigen, nur bieten sie einen komplexeren Zugangsweg -  uns muss nicht sogleich einleuchten, was wir davon haben, den Geburts-Aszendenten in seinem Ausdruck zu verfeinern.

Oben wie Unten! bzw. Astronomie

Es kann manchmal  sehr helfen die astronomische Seite der Astrologie verstehen zu lernen, da die Verhältnisse des Erd/Himmel-Zusammenhangs oft ein Abbild der astrologischen Wirkungen sind.  

Es gibt Energien, Kräfte, oder Einflüsse die wirksam sind, und nicht  genauer erklärt werden können. Die Schöpfungsgesetze kehren auf verschiedenen Ebenen wieder, nicht in gleicher aber in ähnlicher Gestalt. Man muss auch nicht bei der Astronomie landen, sondern kann sogar bei der Musik Anleihen machen.

Zum Beispiel gibt es 12 Zeichen und 12 Musiktöne. Es gibt nicht mehr Töne, und nicht weniger in der Musiklehre  - niemand kann zusäzliche erfinden oder wegdichten. Sie würden aus dem Rahmen fallen, sprich unharmonisch sein und sich nicht in die Skala der 12 einfinden.

Schaut man genauer, werden aus den 12 Tönen 7 ausgewählt, die eine geregelte Tonleiter darstellen. Übertragen auf die Astrologie wird die Analogie der 7 Töne schwieriger, aber wir können annehmen, dass es sieben hauptsächliche Dominanten gibt, die als Kräfte wirken. So wird auch verständlich, dass Jupiter gleichermaßen Einfluss auf Fische und Schütze hat , weiterhin Mars auf Widder und Skorpion, Venus auf Waage und Stier, Merkur auf Zwillinge und Jungfrau und Saturn auf Wassermann und Steinbock.  Da werden 5 Planeten aus den 12 Zeichen wegfallen. Drei, die in alter klassischer Herrschaft nicht zugeordnet werden konnten. Übrig bleiben 7, die sich auf die 12 Zeichen verteilen.

Man kann annehmen, dass die alten Zuordnungen (bis zur Entdeckung der neuen Planeten) keine Behelfskonstruktionen waren, sondern immer noch gültig sind. Die neuen Planeten Uranus, Neptun und Pluto bilden eine Art von übergeordneten Einfluss aus und ergänzen  nicht nur, sondern sind heutzutage nicht mehr weg zu denken, ohne aber die alten Zuordnungen als falsch zu entlarven.

Abbild des Lebens

Die Astrologie zeigt einen sehr tauglichen Ausschnitt aus den wirkenden Gesetzen. So ist es kein Geheimnis, dass das Leben sich in Gegensätzen und Widersprüchen, in Dualitäten ereignet und fügt.  Daher ist die Gegenüberstellung zweier Zeichen, zweier Häuser oder auch Planeten in der Astrologie ebenso fundamental wie die Vereinzelung eines Faktors. 
Es gibt in Wahrheit keine Vereinzelung, weil alles in Zusammenhängen existiert. Nichts ist für sich. Sogar das Zeichen ändert seine Farbe, je nachdem wie sein Herrscher im Horoskop steht oder auch welche Planeten das Zeichen weiter noch bereichern:
Planeten in Zeichen werden auch das Zeichen etwas nähren! Das heisst, bei einem Saturn in Löwe ist es nicht nur erheblich für den Saturn, das er in Löwe steht, sondern auch das Löwezeichen erhält ein paar Spuren eines Saturneinflusses; alles, was das Löwezeichen einem Radix beisteuert, wird auch ein wenig durch den Saturn in Löwe bestimmt, weil der Saturn mit dem Löwezeichen einen Zusammenhang bildet. Steht dann noch ein weiterer Planet in Löwe, wird dieser verständlicher, wenn man auch den Saturneinfluss auf das Löwezeichen allgemein beachtet, auch wenn dies nur ein schwacher Einfluss ist - dabei spielt es keine Rolle, ob es eine vom Orbis her mögliche Konjunktion ist: zB Saturn auf 29° Löwe und Venus auf 1° Löwe).
Hierbei gilt die Regel, dass die langsameren Planeten dominantere Einflüsse auf das Zeichen aufweisen.

Wir sind auf einer gegenwärtigen Position (Erde und Horizont) von weiteren Bezugspunkten umgeben   (Himmelskonstellationen anderer Körper).
Das Wichtigste  ist dabei ein Zentrum, das wir als Sonne markieren.  

Es wird in der Astrologie auch immer wieder um den Archetyp und die Symbolik des  Anfang gehen.
Etwa Anfang der Geburt, aber auch den Anfang des Tages als Sonnenaufgang am Aszendenten.

Dass die Astrologie nicht mit von vorneherein festgelegten und einmaligen Bedeutungen der Symbole arbeitet, lässt sich etwa damit belegen, wie es auch an anderen Stellen der Schöpfung und Natur  zu einer Mehrfachnutzung kommt:
Das Blut dient nicht nur der Sauerstoffversorgung, sondern auch dem Transport und Abstransport von Stoffen, der Immunabwehr und vieles andere.
Der Planet Venus steht nicht nur symbolisch für Geld und Wert, oder Kunst und Ästhetik,  sondern teilweise auch für den menschlichen Stoffwechsel, für Beziehungen und Gestaltungen von sozialen Beziehungen.
Es kommen viele Bedeutungsschichten hinzu und einem Laien oder Anfänger fällt es schwer, dieses so WICHTIGE ambivalente Denken überhaupt erst mal anzunehmen. 
Das habe ich auch in Forum einige Male erleben können.
Für was Venus in Frage kommt, aus einer Vielfalt von Möglichkeiten, ergibt sich in der Praxis, unter aktuellen Lebensphasen und Schwierigkeiten bzw. Hervorhebungen.

Die Bedeutungen, die ein Planet annimmt, wechseln. Natürlich bleibt der Planet mit seinen Rahmen von zuschreibbaren Eigenschaften derselbe. Es sind verschiedene Perspektiven und zu einer gegebenen Zeit offenbart sich mehr das eine oder andere als vordergründig. Mal steht Venus in einem Stunden-Horoskop für die Entscheidung eines Amtes, mal für die Liebe und Begegnung. Es kommt da natürlich auch auf die übrigen Bezüge und Herrscherbezüge des Radix an.
Es ist wie mit der Hand. Ich kann verschiedene Dinge mit der Hand erledigen, die zu ihrem Einsatzgebiet zählen, und manche nicht. Wer käme da auf die Idee, die Hand solle sich entscheiden, für was sie nun hauptsächlich verwendet werden soll?
Mars-Angelegenheiten werden immer Mars unterstehen, Venus-Angelegenheiten immer der Venus zugehören. Jeweils sollte man aber einen grossen Bereich möglicher funktionaler Entsprechungen ins Auge fassen.

Die meisten Techniken erklären sich in Bezug aus der Sonne. Dazu gehören auch viele Progressions- und Direktionssysteme, auch Solare und die wichtigen Septare (ein Solar entspricht beim Septar sieben Lebensjahren). Weiterhin bleibt der Bezugspunkt unserer Sicht von der Erde massgeblich bestimmt. Die Ekliptik und Unterteilung der Zeichen ergibt sich aus dem Umlauf der Sonne über den Äquator der Erde. Genauer gesagt wird damit ein fixer Punkt der Sonnenwende festgelegt, der dafür steht, dass wir Ende März das Widderzeichen  kennen (mit dem Sonneneintritt in den Widder). Der tropische Tierkreis, der am Widderpunkt aufgehängt wird, das ist die Sonnenwende oder anders gesagt das Überschreiten des Äquators in Richtung Norden. Wir definieren diesen Punkt massgeblich durch die Beobachterposition auf der Erde.

Somit ergeben sich in grundlegendster Art zwei elementare Bezugpunkt mit Sonne und Erde.

Man findet immer wieder verschiedene Kreuzungen von Bezugspunkten, zB zwischen den Umlaufbahnen der Sonne und des Mondes beim Mondknoten - genauer beschrieben entsteht der Mondknoten aus den Bezugspunkten der Ekliptik und der Mondbahn (Überschreiten der Ekliptik durch den Mond in nörderlicher Richtung: aufsteigender Mondknoten).

Bei Lilith handelt es sich um den erdfernsten Punkt auf der elliptischen Bahn des Mondes. Siehe dazu das Apogäum

Aus der Betrachtung, wie diese Bezugspunkte oder Schnittpunkte verschiedene Faktoren verbinden, und welche Bezüge sich aufstellen lassen, ergeben sich auch Ansätze für die Bedeutungen oder für tiefergehende Forschung.
So ist es interessant, dass der aufsteigende Monknoten das Überschreiten der Ekliptik in nördlicher Richtung beschreibt, ähnlich wie der erste Kardinalpunkt des Tierkreises (Widder) aus dem  Überschreiten der Sonne über den Äquator in nörderlicher Richtung gebildet wird. Die damit verbundene Symbolik macht Sonne und aufsteigenden Mondknoten ähnlich, was sich auch in der Üraxis bestätigt. Natürlich gibt es zwischen beiden Faktoren enorme Unterschiede, aber der absteigende Mondknoten hat fast nichts gemein mit der Sonnensymbolik. Saturn und Mond sind sich einander noch ähnlich, ebenso wie Sonne und Jupiter. Saturn und Jupiter sind sich eher fremd, genauso wie  Mond und Sonne eher verschieden sind, als wie wenn man Saturn und Mond nebeneinander stellte. Denn letzteres, Mond und Saturn, haben zusammenziehende Eigenschaften.

Ganz grundlegend kommen wir immer zur Sonne als wichtigen Faktor - nicht nur im Radix, sondern in Bezug zur ganzen astrologischen Anordnung.
Wann immer wir es mit Ekliptik (den zwölf Zeichen!), den 360 Graden, oder Progressionen und Direktionen zu tun haben, berühren diese Sachverhalte auch die Grundordnug des Bezuges zwischen Sonne und Erde. 

Die Ekliptik kann als magnetisches Feld der Erde betrachtet werden, und die Beeinflussung durch Planeten erzeugt weitere Wirkungen entweder durch dieses Feld oder ein allumfassendes Feld, das sich mit dem Erdmagnetfeld überkreuzt und verbindet... - es ist nützlich, sich die Wirklichkeit nicht nur als in Symbolen beschreibbar vorzustellen, sondern auch als Ort voller Schwingungen und energetischer Felder, womit sich Resonanzen, Anziehung und Komplementarität ergibt. Jedes Ding, jedes Ereignis, jeder Mensch ist von solchen Feldern geprägt, und unterliegt dem Einflussbereich solcher Felder...

Grundlagen

Viele raten dazu, sich ausschliesslich auf die Grundlagen zu beziehen. Und sich am Anfang nicht  auf Details wie Nebenaspekte, Asteroiden, Fixsterne, Halbsummen, Tierkreisgrade, Dekane usw. einzulassen.

Meiner Meinung nach muss es genauer heissen: die Grundlagen sollten niemals vernachlässigt werden.  

Von Anfang an achtete ich - wenn auch nicht durchgehend sondern sporadisch - auf bestimmte Stellungen von Asteroiden. Von Anfang an wuchs ich so in die etwas schwierige Materie der Asteroiden hinein. 

Von Anfang an beschäftigte ich mich mit den Häusern, und lehnte den Rat ab: "Placidus zu nehmen und fertig" - ich wollte es genau wissen und probierte viele Häusersysteme aus. Ich wollte kein Häusersystem benutzen, nur weil es alle benutzen, oder ohne dass ich verstand, was das überhaupt mit sich bringt, diese Placidus Häuserspitzen zu nehmen oder zu anderen Haussystemen zu kommen.  Heute bin ich zwar wieder hauptsächlich zu Placidus gekommen, aber ich weiss durch das Studium, meine Intuition,  und nicht zuletzt durch die Aufgeschlossenheit, dass auch das Koch-System richtig und zutreffend ist. Es erfordert nur eine andere Deutungsperspektive (über Unterschiede zwischen Koch und Placidus siehe Anhang).

Und womöglich - so mein Urteil bislang - sind viele andere Häusersysteme ebenso stimmig, und bedeuten nur eine andere  Persepktive oder Ebene (wenngleich ich zugestehen muss, dies bislang nur zwischen Koch und Placidus herausgefunden zu haben!).

Also einfach tun, wonach einem steht, aber nie vergessen, dass man die Astrologie in ihren Details nicht verstehen werden wird, wenn man die allgemeine Anordnung nicht versteht, die Inhalte der Zeichen, das Wirken der Planeten. Verschränkungen und Kombinationen.

Das Wichtigste in Kürze

Der absolute Urgrund: Die 12 Zeichen

Hauptplaneten und ihre eindeutigen Herrscher: Sonne (Löwe), Mond (Krebs), Merkur (Zwillinge, Jungfrau), Venus (Stier, Waage), Mars (Widder), Jupiter Schütze), Saturn (Steinbock), Uranus (Wassermann), Neptun (Fische), Pluto (Skorpion).

Es gibt auch Nebenherrscher, nämlich die alten klassischen Herrscher wie Saturn für Wasssermann, Mars für Skorpion und Jupiter für Fische. Sie sind gültig.

Man kann auch die Erhöhungszeichen als Herrscherbereich fassen, was man aber selten von einem Astrologen beachtet finden wird; meiner Erfahrung ist es aber so, dass auch der Mond als Nebenherrscher des Stiers Relevanz aufweist, da Mond in Stier erhöht ist. Das heisst, einen Teil dessen, was man zur Venus als Herrscher über Stier anwendet, kann auch mit dem Mond gefasst werden. Im jeweiligen Radix kann sich dies unterschiedlich äussern, nur ist klar, dass diese Erhöhungszeichen sehr viel schwächere Herrscherbezüge mit sich bringen. Es geht um die Fliessrichtung der Energien, und die Energien fliessen in Richtung Ähnlichkeiten (ähnliche Energien). 

Ob man auch Chiron als eindeutigen Herrscherbezug für Jungfrau heranziehen kann liegt in der Erprobung.

Hauptaspekte: Konjunktion, Opposition, Quadrate, Trigone, Sextile, (Quinkunx, Halbsextil)
Nach Meinung vieler Astrologen (auch mir):
der Quinkunx-Aspekt ist ein Hauptaspekt, da überaus deutlich, nur etwas schwieriger zu deuten. Das Halbsextil wird gewöhnlich bei der API-Schule nach Huber mit einbezogen; meiner Meinung nach muss man persönlich entscheiden, ob man ihn berücksichtigt (ich tue es gelegentlich).

Die 12 Häuser

Man kann die 12 Häuser zunächst und grob als Analogien zu den Zeichen deuten.
Also:
1. Haus=Widder-Charakteristik.
2. Haus=Stier-Charakteristik.
12. Haus=Fische-Charakteristik.

Ebenso kann man auch die Planeten mit den Zeichenprinzipien analog setzen.

Doch darf man nicht glauben, die Häuser würden denselben Ausdruck bringen wie die Zeichen oder Planeten. Man muss viel eher begreifen, dass Häuser, Planeten und Zeichen drei verschiedene Ebenen bedeuten, auf denen sich ursprüngliche Prinzipien ausdrücken. Wieviele ursprüngliche Prinzipien es sind, ist weniger wichtig, als überhaupt zu verstehen, dass sich die ursprünglichen Prinzipien niemals direkt zeigen, sondern nur durch Mittler. Wenn auch die Zeichen wohl am deutlichsten diese ursprünglichen Prinzipien offenbaren, sind sie vermutlich ebenso nur Vermittler der ursprünglichen Prinzipien.

Das Prinzip ist also unsichtbar, und drückt sich vermittelt über die Ebenen Zeichen, Haus und Planet verschieden aus!

Um die Häuser nicht technisch als Prinzipien sondern hinsichtlich der Bedeutung für das Radix eines Menschen zu beschreiben: Kann man die Häuser am besten als Lebensbereiche beschreiben.

Aus Büchern lernen

Manche Formulierungen der verschiedensten Autoren sind nur Worte, und können das Gemeinte verzerren, dessen Wahrheit auf einer ganz anderen, symbolisch-logischen Ebene liegt, auf einer prinzipiellen, essentiellen Ebene, zu der keine Worte direkt hinführen können.

Manchmal sind die Worte  eines Autors äusserst kompatibel zu seiner eigenen Sicht- und Denkweise, aber vielleicht versteht man es selbst eher anders.

Manchmal hat man das Glück, annähernd universelle Beschreibungen zu finden. Die Kunst des Autoren sollte die Astrologie sein, und nicht das Wort. Das heisst, man kann manche ungenaue Beschreibungen eines Autoren verzeihen. 

Jedenfalls erwies sich mir oft, dass ich die Äußerungen mancher Autoren erst dann nachvollziehen konnte, wenn ich eigenständig mich bemühte, den gemeinten Sachverhalt zu ergründen, zB mit meiner Intuition.
 Ansonsten schien mir beinahe jeder Autor an der Sache vorbei zu reden, mit der ich begreifen konnte, wie das Symbol, Zeichen oder Prinzip denn nun wirklich wirkt. Das Buch lieferte mir nur dann den Weg in exemplarischen Beschreibungen und Annäherungen, wenn ich die Aussagen vom Wort auf die Ebene des Symbols brachte, was nur durch einen eigenständigen mentalen Akt geschehen kann, aber nicht durch das verstandesmässige Denken wohlgemerkt!

Man sollte ein Buch nur noch in dieser Weise lesen, dass man die Aussagen eines Autors auf eine intuitive Ebene des Nachvollzuges stellt. So dass man diese Aussagen wirklich nachvollziehen kann. 

Man kann dann in einer Weise lesen, indem man sich vor dem eigenen Auge den beschriebenen Faktor vorstellt, und der Autor will ihn mir nicht erklären (auch wenn es den Anschein hat, dass er das tut), sondern er sagt etwas dazu, berichtet, versucht es - und ich selbst versuche  den Faktor in meiner Vorstellung zum Leben zu erwecken, ihm durch eigene Intuition in der Essenz näher zu kommen. 

Man muss versuchen, die Aussagen auf den Sachverhalt zu beziehen; zum Beispiel ist das Buch von Howard Sasportas: "Aszendenten und Häuser" dann wirklich sinnvoll, wenn man diese Aussagen als beispielhafte Umschreibungen versteht. Man bekommt den Eindruck, dass Sasportas die Essenz einfach nicht getroffen hat oder an der Sache vorbei redet. Die Essenz muss oder sollte man in sich selbst nachvollziehen, wozu solche Beschreibungen zu jedem Haus und Planeten im Haus eben eine wertvolle Hilfe sind und Sasportas schreibt aus einem Erfahrungsschatz von Fallbeispielen. Ebenso kann Roschers Mondbuch so aufgefasst werden. Roscher redet an der Essenz zwar nicht absolut vorbei, aber trifft mit den vielen Fallbeispielen aus der Praxis oft auch nur bestimmte ausserordentliche Facetten beispielhafter Fälle (und seine Schlussfolgerungen überzeugen mich nicht immer). Diese Bücher können aber sehr nützlich sein, wenn man genügend eigenes Urteilsvermögen mit bringt.
Ans Herz legen kann ich übrigens Brigitte Hamanns Buch über "das innere Kind im Horoskop", das einen wertvollen Beitrag zum Verständnis des Mondzeichens liefert, und auch den Saturn in den Häusern beschreibt - was beides wichtig, aber nämlich nicht oft berücksichtigt wird. Die Deutungen in Hamanns Buch empfinde ich zu einem guten Teil essentieller als wie von Roscher.

Auch Frank Felbers Lehrbuch ist dafür sehr geeignet, die Zeichen besser kennen zu lernen, weil Felber in seinem Buch so ziemlich umfassend über das  mögliche Spektrum der Zeichen und Planeten schreibt.
Sasportas beschreibt in seinem Buch die einzelnen Stellungen in den Häusern mit Beispielen, ohne auf die Bedeutung eines Faktors besonders viele Worte zu verlieren.
Felber in seinem Lehrbuch behandelt vor allem die grundlegende Natur von Zeichen und Planeten. Felber hat aber auch gute Bücher über Transite, Geburtsradix-Aspekte  und Transitaspekte geschrieben. Durch solche Bücher kann man sich über die Wirkung der Faktoren im Klaren werden.  

Für  mich stellt die Astrologie eine Sprache der Energien dar, so hat es auch schon Stephen Arroyo formuliert.
Lebensenergien, psychische Energien, und schicksalshafte Energien suchen sich ihre Wege, bilden Wege. Es ist bereits ein alter Hut, dass eine moderne Erklärung über unsere Wirklichkeit zu der Anschauung kommt, dass es sich wohl mehr so verhält, dass Energie die Materie hervorbringt, und weniger die Materie über die Energie bestimmen würde. Wenn man sich die Astrologie vergegenwärtigt, erhält man auch immer wieder einen Grund, das so zu sehen.

Effizientes Lesen

Wir sind gewöhnt und dressiert worden, ein Buch oder einen Text im Ganzen von vorne bis hinten durchzuackern. Es ist aber stumpfsinnig, etwas zu lesen, was man nicht versteht. 
Daher kann es natürlich lohnender sein, aus einem Text erst mal nur das herauszufischen, woran man anknüpfen kann, und sich den Rest für später aufzuheben.
Sowieso sollten Astrologie-Bücher als Nachschlagewerke definiert werden. Nicht als Lesebücher. Es gibt ein paar Ausnahmen.

Intuition und Ratio

Es gibt vielleicht zwei Wege, wie man anfangs an die Astrologie herangeht und es ist nützlich sich irgendwann klar zu machen, ob man mehr der empirisch-merkurische Typ ist, oder der intuitiv-uranische Typ, oder sogar eine Mischung beider Typen. Darauf weisen manche Astrologen hin und gelegentlich erkenne ich auch zwei verschiedene Arten, wie Astrologen an das Radix und die Deutung herangehen. Allerdings bin ich der Meinung, dass man ohne Intuition nicht sehr weit kommt. Deshalb gehe ich nur kurz auf diese beiden Zugangswege ein.

Der intuitive Typ muss die einzelnen Konstellationen mehr begreifen lernen, worin der empirisch-merkurische Typ zunächst einen gewissen Vorsprung hat. Der intuitive Typ kann aber gelegentlich mit einen Blick ins Radix schon sagen, was in einer einzelnen Konstellation beim Horoskopeigner zur Ausprägung kommt, oder welche beobachtbare Eigenschaften an welcher Konstellation festzumachen ist. Oder den umgekehrten Weg vom berichteten oder beobachteten Lebensvorgängen ins Radix zu gehen. Doch oftmals stockt es beim Anfänger des intuitiven Typus, dann fällt ihm absolut nichts ein. Ihm fehlt das konkrete kombinatorische Wissen, den Zugang zum Verständnis des Symbols, ebenso wie er manchmal Probleme hat, sich vorzustellen, wie das Radix eigentlich Vorgänge des Lebens beschreiben kann. Gelegentlich kann sich der intuitive Typ auf einen Faktor spezialisieren und lernt schnell die tiefere, essentielle Bedeutung aller Faktoren kennen.

Dem vorwiegend verstandesmässig orientierten Astrologen mag dagegen nichts besseres einzufallen, als zu beschreiben, was er da vor sich liegen hat,  was manchmal unterschwellig stigmatisierend wirken kann, weil man nur Fakten beschreibt, aber keine Lösungen bietet. Oft klingen seine Deutungen pauschal, und berücksichtigen nicht die mögliche Spannbreite, wie sich die Konstellationen ausdrücken können. Gelegentlich kommt der intuitive Typ aber zu einer idealisierenden Beschreibung, während der kombinatorische Typ zu sehr davon ausgeht, dass eine bestimmte Bedeutung mit einer gegebenen Konstellation einher gehen muss, die dann aber nicht zutrifft.

Intuition als Werkzeug. 

Heute zeigt sich immer mehr das Komplexe, und der Sinn für die holistische Ebene überwiegt immer mehr der Verzweiflung einer unbekannten Ordnung gegenüber zu stehen. Wir kommen zur Ebene, die sich von der verstandesgemäßen Ordnung unterscheiden kann und die Auflösung der Widersprüche nicht mit einem Irrtum verwechselt. Dass Venus und Merkur über zwei Zeichen herrscht ist für viele kein Widerspruch sondern ergibt Sinn. Andere versuchen die Zeichenzuordnung zu modernisieren, ein recht hatloses Unterfangen. Ebenso wie der Versuch, für  die südliche Erdhalbkugel einen angepassten Zodiak zu verwenden.

... dass Intuition eine ganz simple Angelegenheit ist. Etwas, das für das vorgenomme Ziel der Deutung nötig ist. 

Man weiss nicht was Intuition ist? Möglicherweise versteht man es erst durch eigene Erfahrung. Es ist im Grunde ein Werkzeug. Ein Werkzeug der Anschauung, oder des Umgangs mit Symbolen, ein Werkzeug, welches mit den Konstellationen etwas anfangen kann, weil richtige Zuordnungen getroffen werden zwischen Symbol als äussere Form und Bedeutung des inneren Gehaltes.
Der innere Gehalt ist mehr als ein Bild zu beschreiben, denn als Wort oder festgelegter Begriff.
Eben, statt Begriffen und Definitionen benutzen wir  Symbole und die Anschauung derselben.

Gleiches fügt sich Gleichem. Das Symbol ist nichts anderes, als ein Hinweis auf Gleichlautendes. Es sind Konstellationen, die einen symbolischen, energetischen oder strukturellen (je nach Wortwahl) Zusammenhang  aufweisen, und damit eine Bedeutung in sich tragen. 

Es gibt viele Spielarten der Intuition. Eine sehr grundlegende dieser Arten von Intuition ist nichts anderes als eine energetische Sichtweise, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist.
Energetisch
ist im Grunde alles, was wir wahrnehmen, und alles kennt Gestaltqualitäten, oder in anderen Worten: Energetische Äquivalente.

Farbe ist Energie - und in nur einem weiteren Denkschritt ist es nicht schwer, auch Formen als Energien anzuerkennen. Eine Linie verändert ihren energetischen Gehalt und symbolische bedeutung, wenn sie sich krümmt. Und ein Kreis ist der totale Gegensatz der Linie. Zwei gekreuzte Linien ergeben an sich bloß einen Zusammenhang, denn beides sind noch Linien.
Und schliesslich können die astrologischen Symbole in dem, was sie zeigen wollen, als Energieformen betrachtet werden.

In der Astrologie ist das mit der Energie sogar sehr offensichtlich: es geht um die Konstellationen (Symbole, Planeten, Elemente, Zeichen usw.), die gewisse Eigenschaften haben können.
Man kann auch von Strahlung, Ausstrahlung, Beschaffenheit, Magnetismus, Beeinflussung oder eben von Energien und Kräften reden. Diese Energien und Kräfte bringen Eigenschaften hervor, auch wenn wir letztlich als Mensch zu diesen Kräften in Resonanz treten, so stehen andere Kräfte hinter uns Menschen und lassen uns diese Resonanz entwickeln.

Eigenschaften, die mit den Konstellationen zustande kommen (oder je nach Wortwahl symbolisiert werden, angezeigt werden). Die Kunst ist es, dabei nicht Irrungen und Wirrungen zu unterliegen. 

Es gibt verschiedene Ebenen, auf denen Elemente, Planeten, Aspekte oder Häuserspitzen wirken. Aber zugrunde liegt immer eine wirkende Energie oder ein energetisches Feld, oder ein magnetisches Feld usw. (wie man es auch benennen mag). 

Mit Intuition erkenne ich diese Eigenschaften. Zusammen mit der Wahrnehmungsfähigkeit (Intuition) und dem Verstand (Merkur) kann ich diese Eigenschaften und Ebenen von anderen Eigenschaften und Ebenen trennen und unterscheiden. Und kann sie entweder vom Leben auf die verschiedene Radixkonstellationen beziehen, oder vom Radix ausgehend auf die jeweilige Erscheinungsform im Leben beziehen.

Intuition in der Praxis heisst: Etwas fügt sich zu etwas passendem. Gleiches zu gleichem. Daher auch der Bezug zum Symbol. Das Symbol ist eigentlich kein Verweis auf etwas Gleichlautendes, sonst könnte man es auch direkt nennen, es ist aber ein Verweis auf eine Sache oder Bedeutung, die mit dem Symbol angerissen wird. Etymologisch geht  das Symbol auf ein Ganzes zurück, zB eine Tonscherbe, das in zwei Teile gebrochen wurde. Es gab dadurch nur ein passendes Gegenstück.

Man trifft mittels Intuition die passenden Zuordnungen. 

Die Zeichen

Für jemanden, der die Astrologie wirklich verstehen will, wird es immer wieder darum gehen, die grundsätzliche Bedeutung der Tierkreiszeichen mehr und mehr zu verstehen. Dafür sollte man sich Zeit lassen, und immer wieder darauf zurück kommen.

Die Prinzipien selbst sind nicht zu erkennen, sondern treten nur vermittelt von Zeichen, aber auch Häusern und Planeten auf. 

Die Zeichen können nicht an sich erlebt werden, weil sie immer erst über Häuser und Planeten zu uns in die Erfahrbarkeit kommen.

Man sollte sich nie scheuen, irgendwelchen Leuten, die man regelmässig im Leben trifft, also Freunde, Verwandte, Anverwandte nach ihren Geburtsdaten zu fragen, damit man sich anhand dieser lebensnahen Beispiele in die Art und Weise vertiefen kann, wie sich nämlich die Zeichen am AS und MC ausdrücken oder beobachten lassen, und natürlich: wie vor allem die Planeten in den Zeichen gelebt werden und welche Orientierungen oder Haltungen damit verbunden sein können. Aber gleichwohl gilt: AS und MC sind gewöhnlich für den Anfänger am schwersten zu durchschauen.

Die Zeichen sind wichtig - das zeigt sich am einleuchtendsten bei jeder Synastrie von Partnerschaften oder überhaupt Partnerschaftsastrologie! Allerdings erweist es sich, dass für konkrete Deutungen in einfachster Weise über die Aspekte und Häuser sehr viel und sehr viel rascher etwas herauszuholen ist.

Aber es ist für den einzelnen und sein Radix wichtig, ob man nun einen Löwemars oder eben Zwillingemars hat, denn diese Zeichen drücken unterschwellige Orientierungen und Bedürfnisse aus und stehen damit für grundlegende Eigenschaften, über die man verfügt und die irgendwie immer ins Spiel kommen!
Es ist eine Mär, wenn man irgendwo liest, dass man die Zeichen getrost vernachlässigen könnte, weil doch  Häuser und Aspekte schon genügend Deutlichkeit aufzeigen würden. Man reduziert  bei Vernachlässigung der Zeichen seine Entwicklungsmöglichkeit im Deutungsvermögen in elementarer Weise.

Um sich über die Zeichen im Klaren zu werden, lohnt es sich unbedingt, mehr als nur ein Buch für diesen Zweck zu lesen. Eine gute Möglichkeit ist zB Frank Felbers "Lehrbuch der esoterischen und exoterischen Astrologie", in denen die Zeichen ausführlich dargestellt werden, auch in ihrer Bedeutung eines Zyklus. Dieses Buch liefert auch wertvolle Anregungen über das Lernen der Astrologie allgemein.
Ein anderes gutes Buch ist das von Nicolaus Klein: "Glück und Selbstverwirklichung im Horoskop".
Ebenso für die Zeichen lesenswert ist Rudhyars "Die astrologischen Zeichen". Rudhyar ist natürlich ein Schriftsteller, der etwas Arbeit braucht, ihn zu lesen und zu verstehen. Aber es lohnt sich, mindestens ein Buch von ihm zu haben, um auch immer wieder mal darin zu lesen, zB das über den "Sonne/Mondzyklus". Ausserdem gilt Rudhyar als inspirierend, doch sollte man Rudhyars Texte vielleicht mit ein bisschen Distanz lesen, und seine Standpunkte nicht absolut nehmen. Man muss erkennen, worauf er hinaus will, weil er manchmal nicht unbedingt alles immer klar und einleuchtend erklärt, vor allem nicht immer sehr eindeutige Begriffe verwendet und manchmal meiner Meinung nach nicht immer ganz exakt ist (sich in einzelnen Dingen täuscht oder falsche Gewichtungen setzt). Möglicherweise sollte man zunächst als allererste Bücher andere bevorzugen und bei Gelegenheit ein Schnäppchen im gebrauchten Buchmarkt wahr nehmen, was Rudhyar angeht (gebrauchte Bücher: http://www.zvab.com). Rudhayrs Buch über die 12 Zeichen ist allerdings ganz nützlich, und bedarf keiner besonders prüfenden Lesart (wie bei seinem  Sonne/Mond-Zyklus Buch), was freilich auch nur ein Fortgeschrittener aufbringen kann. Deshalb Sonne/Mond Zyklus: etwas zweischneidig für den Anfang.

Was Rudhyar zum Klassiker macht, ist dennoch, dass er wichtige Grundlagen der Astrologie aus einer Sichtweise des Kosmischen beschreibt und aus diesem Gesichtspunkt ergibt sich immer wieder ein Ansatz, sich der astrologischen Anordnung zu vergewissern. Aber ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass er manche Dinge auch nicht ganz stimmig dargestellt hat; andererseits ist das für viele Autoren seiner Zeit hin und wieder so beschaffen.

Ring kann man sich übrigens bei Astrodienst kostenlos zum Lesen runterladen: http://www.astro.com/h/ring_g.htm

Weitere Bücher über die Zeichen bieten sich immer wieder an, um das Wissen zu verdichten und es aus verschiedenen Standpunkten zu sichten. 

Als grundlegende Lehrbücher kann ich neben Frank Felber auch Stephen Arroyo empfehlen - siehe dazu auch noch ganz unten auf dieser Seite die Bücherempfehlung. 

Arroyo hat allerdings weniger die Tierkreiszeichen beschrieben, veranschaulicht die Astrologie aber sehr gut als 'Sprache der Energie' und gibt auch Einblicke in die intuitive Deutungspraxis. Felber hat eine besondere Gabe, auf die Essenz der Deutungsfaktoren zu kommen und was man als Horoskopeigner im Umgang mit den astrologischen Energien beachten sollte (die jeweilige Entwicklungsrichtung, Licht und Schatten der Archetypen usw.), und zeigt auch den Wert von Asteroiden und Fixsternen in der Deutungspraxis auf. 

Man kann nicht genug Bücher haben, um sein Wissen zu verdichten, und es kann hilfreich sein, zu einem Thema auch mehrere Bücher zu lesen. So entdeckt man zum Beispiel die verschiedenen Möglichkeiten, wie sich die Kombinationen der Häuserherrscher auswirken können, da jeder Autor den Blick für andere Details schärft.
Aber aus Büchern allein wird man kaum lernen, wie man konkret deutet, das muss Hand in Hand gehen, man liest und integriert das Gelesene. 

Wolfgang Döbereiner

Es kann sich sehr lohnen, Bücher auch von Döbereiner zu lesen. Es kann sein, dass er einem nicht völlig zusagt, doch viele haben immer wieder gesagt, dass sie erst  von Döbereiner wichtige Details oder Grundlegendes verstehen konnten.

Man sollte aber ein bisschen Anknüpfpunkte bereits gesammelt haben: über die Bedeutung der einzelnen Quadranten oder Faktoren, über die astrologische Anordnung. So dass man um die Inhalte des Gemeinten besser ahnen kann. Er spricht eigentlich von einem ureigenen astrologischen Gesichtspunkt. 
So muss man oft hinter die Ebene des Wirklichen dringen, um zu verstehen, was er meint. Nimmt man manches  sprichwörtlich, dann wird daraus so eine Art Missverständnis, wenn man nicht versteht, in welchem umfassend "esoterischen" Gesichtspunkt man es eigentlich vorliegen hat.
Auch darf man nicht vergessen, dass er ein eigenes Deutungssystem beschreibt: Anlage (AS) > Verhalten (Sonne) > Finalität (MC). Das heisst, was er beschreibt, sollte auch an diesem seinem System gemessen werden. Obgleich vieles grundsätzlich elementar und adäquat von ihm beschrieben wurde. Sonst kommt man vermutlich aber durcheinander, wenn man etwa meint, es müsse alles so sein, wie er es beschreibt. Es ist aber nur eine Möglichkeit, eine Richtung, eine Schule. Eine Perspektive, aber eine sehr gute.

Für Döbereiner liegen Wirklichkeitsgehalte zur Erfahrung bereit, oder drängen zur Erfahrung, und sie werden im Laufe der Zeit (Rythmen) ins Leben gebracht. Wenn eine Anlage (Radix) dies ermöglicht, wird dies irgendwann auch erfahren bzw. bewusst werden müssen.

Er beschreibt eine Grundansicht, die sehr kompatibel für weitere Ausformung ist, je nach Bedarf des Lernenden.

Natürlich, wenn man schon wüsste, was alles bedeutet, und in seinem Ganzen, braucht man W. Döbereiner nicht und kein anderes Buch mehr - aber in der Regel fehlt einem eben noch ein Schritt.
Die Seminare von Döbereiner (die Bücher sind gemeint, denn dies sind eigentlich Seminarskripte) bieten neben anderen Astrologen wichtige Puzzleteile, die sicher Wissenslücken schliessen werden.

Mit diesen Büchern von Döbereiner kann sich oft das astrologische Wissen auf eine neue, entscheidende Stufe stellen lassen. Ich bin zwar der Meinung, wenn man sich als Anfänger für rythmische Auslösungen interessiert (denn das ist bei Döbereiner immer wieder anzutreffen), sind seine Bücher auch für den Anfänger geeignet (vor allem die ersten Bände der Seminare "astrologische Lehr- und Übungsbucher").Ansonsten würde ich schon sagen, man muss schon ein bisschen mitbringen. Sonst wird man vom Deutungskonzept Döbereiners eventuell etwas vereinnahmt. Was auch die mögliche Lösungsmöglichkeiten der Konstellationen betrifft, fehlt da manchmal die Verdeutlichung des geeigneten Weges für eine Konstellation. Es wird nämlich oft betont, wie es ist, wenn man eine Konstellation oder Anlage einseitig lebt. Dennoch ist dies allerdings nicht grundsätzlich so bei Döbereiner, es gibt auch Hinweise auf diesen Sachverhalt, nämlich der Kompensation und Reife.
Bei Wolfgang Döbereiner ist die Systematik eng mit der astrologischen Anordnung verbunden, aber eben mit einer besonderen Sicht auf diese. Man erkennt die Systematik deswegen nicht unbedingt auf den ersten Blick. Es hängt viel mit den Quadranten zusammen und mit seiner Art, das Leben als zeitlichen Prozess zu sehen, bei dem mit der und in der Zeit verschiedene Gehalte zur Erscheinung drängen (rythmische Auslösungen).

Die Sprache ist nur gelegentlich kryptisch - wie man gelegentlich schon mal von hören konnte. Es hilft im Fall der Fälle, den Kontext zu beachten, und vor allem versuchen herauszufinden, worauf es hinauslaufen soll, was er besagen will (was besser geht, wenn man schon einige Erfahrungen gesammelt hat in der Astrologie). 
Wolfgang Döbereiner bietet einfach gesagt sehr viel Fachwissen in seinen Aussagen und zeigt worauf es ankommt, das sind bei ihm vor allem die Quadranten. Sein Blick auf die Sache ist ein typischer, seine Sprache ist eng an die Astro-Logik geknüpft und irgendwie sehr kompatibel für viele Lernende - deshalb sind Begriffe und Aussagen von Döbereiner auch so verbreitet. Ich wage zu behaupten, dass er Astrologisches regelrecht verkörpert.

Der 4. Quadrant (Haus 10-12)

Gewöhnlich erweist sich dieser 4. Quadrant als schwer zugänglich in seiner essentiellen Bedeutung. Man hört von öffentlichem Wirken, man hört von Beruf, man hört von dies oder das. 

Ich habe nun vor kurzem ein unastrologisches Buch gelesen, in dem davon gesprochen wurde, wie allen Dingen eine energetische Qualität anhaftet. Zum Beispiel Ritualgegenstände, und Kultobjekte, da lassen die Menschen, die sich dem Gegenstand zuwenden und eine ganz bestimmte "Schwingungsenergie" beisteuern, eine Energie in die Sache, oder an die Sache einfliessen. Es ist dann diese Bedeutung, die die Sache hat und die Energie geht nicht verloren. Sie verkörpert sich an der Sache, ob die physische Wirklichkeit dieser Energie durch  Messinstrumente  der Physiker eines Tages sichtbar wird oder nicht. Und diese Energie kann auch Jahrhunderte später existieren und wird nicht vergänglich sein, es sei denn sie wird von jenen bereinigt, die dieselbe Schwingungsenergie aufweisen. Das aber wird kaum der Fall sein. Zum Beispiel existieren in den Kunstmuseen zwar diese ursprünglichen Energien weiter, aber die Besucher streuen und verteilen natürlich ihrerseits auf einer bestimmten Ebene solche Energien. Doch ist die Schwingungshöhe eben anders.

Was hat das mit dem 4. Quadranten zu tun? Es hat mit der Bedeutung zu tun, die sich aus dieser Energie, die den Objekten zufliesst, ergibt. Ein einzelner Mensch lässt jederzeit seine Art von Energie dem Objekt zukommen, das er gebraucht oder anschaut. Damit spiegelt sich die Bedeutung, die das Objekt für ihn hat. Im 10. Haus wird diese Energie erhalten oder wird öffentlich. Im 12. Haus wird diese Energie erfahrbar ohne subjektive Brille, als Wirklichkeit an sich. Ohne dass hier der materielle Aspekt der Wirklichkeit von Bedeutung ist. Daher erkennen wir auch, dass es nicht ganz richtig ist, das 10. Haus einseitig nur "festen materiellen Dingen" oder "Strukturen" zuzuschreiben. Das sind nämlich nur die Ausformungen einer dahinterstehenden Energie. Materie ist also Energie  die Energie, die sich in seiner Bedeutung oder ihren Gehalten bewahren kann. Das saturnische Prinzip dabei bedingt die Form, und steht für die Verdichtung dieser Form -  was Form hat, das hat eine feste Bedeutung, weil sie unvergänglich ist. Die Wirklichkeit kann als Materie gesehen werden, und doch ist damit nicht gewährleistet, was für eine Bedeutung dieses Stück Stein von allen Menschen dieser Materie oder Struktur verliehen wird. Das Energetische an einem Stein besteht aus den Zuschreibungen aller Menschen, dem Gelernten, das, was eben NORM verleiht. Das führt oder kann zu einer eindeutigen Bezugnahme führen (deshalb passt es, dass Saturn in Waage erhöht ist, da diese gewährleistete Eindeutigkeit der Bezugnahme jeder Beziehung und Begegnung zuträglich ist!).

Und im Grunde ist das alles mit dem "Wahrnehmen von Bedeutung" auf psychischen Prozessen gegründet. Geht man nun darüberhinaus, was alle Menschen dieser physischen Wirklichkeit an Bedeutung verliehen haben und ihr zuschreiben, wird klar, dass diese Zuschreibungen an sich völlig irrelevant sind, bzw. nur eine beliebige Auswahl darstellen, denn wenn alle Menschen sich Illusionen aufbauen, muss dies nicht der Wirklichkeit zB eines Steins entsprechen. Deswegen ist das 10. Haus auch nur der Anfang des Prozesses des gesamten 4. Quadranten.
So können wir auch angedeutet finden, dass die Wirklichkeit des Steins in seiner Materie gar nicht ausschlaggebend ist. Weiterhin finden wir, dass diese Normierung im Grunde subjektiv bleibt, und nicht objektiv, womit der Wassermann als Reformer analog dem 11. Haus nun daher kommt und das Subjektive zugunsten eines Allgemeinen aufhebt. Dieser Prozess  beruht auf der Idee oder Einsicht, dass die Norm kein Garant für korrekte Wirklichkeit ist. Trotzdem hat das 10. Haus ja einen Sinn, es muss da sein, weil alle Subjekte in irgendeiner Weise "Wirklichkeit erfinden", und diese jeweils individuell sein muss, weil sonst wären wir keine voneinander getrennte Wesen. Und so kommen wir mit Uranus zu einer Idee des allen Gemeinsamen, mit der Zugrundelegung eines allen nicht Gemeinsamen: Einerseits individuell völlig verschieden, und doch ähneln wir  uns in der Hinsicht, dass wir alle dieselbe Grundsituation vorfinden. Als Ergebnis bleibt dann das subjektive Erleben der Wirklichkeit, die Befreiung sozusagen, das Ziel aller Bemühungen: das 12. Haus. Als Wegbereiter eines neuen Zyklus führt es wiederum zu der Manifestation neuer Willensabsichten im 1. Haus.

Wer das Leben in dem Einbezug der kosmischen Dimension oder des Verborgenen verstehen will, wird es vielleicht am ehesten verstehen, wenn er auch den vierten Quadranten versteht.

Sicher ist das Obige noch keine ergiebige Beschreibung des 4. Quadranten, aber es beschreibt anschaulich die Ebene der Unvergänglichkeit, die bei diesem Quadranten wichtig ist. Eine Unvergänglichkeit, die im zehnten Haus als  vorhandene "Normierung" gewährleistet. Das ist das, was Bestand hat, worauf sich quasi alle einigen können. Etwas, das nicht verbindlich durch Zwang, aber durch das Sichtbare ist und das ist unabhängig von der Art wie wir es betrachten (interpretieren). Allerdings kann damit natürlich auch eine Auswahl verbunden sein. Die feste Form, worauf kein Zweifel übrig bleibt. Doch dahinter steht ebenso eine energetische Form. Es muss nicht gesehen oder erlebt werden, und doch existiert sie. 

Im 11. Haus kommen wir leicht zu Idealen über das, was allgemein Bedeutung haben soll, um den kreativen und schöpferischen Fluß der Zeit und des Lebens aufrecht zu erhalten, verrennen uns aber vielleicht in einer Art geistigem Konzept - und zwar gehen wir dabei einen Weg unter Ausschluß des Subjektiven. Wir erhöhen dann unsere Bedeutung in einen Bereich, der mit dem Lebendigen nichts mehr zu tun hat (daher die Kälte des Uranus). 

Also was ein persönliches Bedürfnis angeht, das soll in diesem Haus überwunden werden, damit man gleichfalls einer Idee für alle oder zumindest viele folgen kann. Dass man nicht mehr daran gebunden ist, wie die Haltung zu einer Sache abhängig ist von der persönlichen Ausrichtung, die nämlich nicht zeitwährend ist (4. Haus ist ja auch als Gegensatz zum vierten Quadranten wichtig=aufgrund dieser unfassbaren Beweglichkeit des Krebs, der seelischen Gefühle und Launen, bedürfen wir eines Haltepunktes für die Bedeutungen, die wir der Wirklichkeit allgemein zuschreiben können, oder ablesen können). Im vierten Haus sind wir subjektiv einer Vergänglichkeit ausgeliefert: Stimmungen und Launen sind Ausdruck der ewig wandelbaren seelischen Schöpferkraft, uns mit einem Lebensgefühl zu versehen. Jeder Augenblick wird so als einzigartig erlebt, aber auch persönlich gebunden. In den beiden oberen Quadranten wird nun das Reich des Unvergänglichen betreten, besonders im 4. Quadranten. Hier  erhalten wir Einblicke und Begegnung mit den ewigen Werten, den Ideen und den Wirklichkeiten, die über unser eigenen stehen.

Im 10. Haus erfassen wir möglicherweise nur eine unter vielen Schichten der physischen Wirklichkeit, und sehen eine Bedeutung, die zwar richtig ist, aber keineswegs die wichtigste sein muss, oder die naheliegendste, erschöpfendste  -  um davon ausgehend normativ zu handeln oder zu wirken. 
Im 12. Haus schliesslich erfassen wir einfach die Wirklichkeit, wie sie ist, und gehen über jede Idee (11) und Norm (10) hinaus, um das zuzulassen, was uns oder mit uns oder durch uns geschieht , um von diesem Prozess aus zu einer wahren Bestimmung unserer Standortes zu gelangen - was im Grunde alle drei  verschiedene Wege sind, um sich in der Wirklichkeit "nach Maßstäben zu verhalten" und diese gleichsam damit zu fundieren (also indem wir Wirklichkeit erfahren, denken, erkennen oder gemäß einer solchen handeln, wird sie auch unweigerlich in ihrer Bedeutung gestärkt) .

Stundenastrologie

Die Stundenastrologie erscheint durch das unmittelbare Sehen von Energien in einem klareren Licht. Zumindest ergeht es mir so. 

Insofern man die Planeten in ihren energetischem Gehalt folgerichtig zu einer Themenstellung oder einem Aspekt einer Frage zuordnen kann, erübrigen sich die Zuordnungsregeln für Planeten in den Häuser, ohne die Suche des entsprechenden signifikanten Hauses für die Fragestellung.

Das heisst, man benötigt nicht unbedingt diese starren Regeln und stellt auch fest, dass diese Regeln tatsächlich viel öfter in die Irre leiten, wenn man sie dogmatisch fasst. Dass gewisse Methoden und Regeln zwangsläufig in der Stundenastrologie massgeblich bleiben, ist allerdings Tatsache, sollte aber nicht überbewertet werden. Was zählt ist das Ergebnis.

Zuordnungen

Auf welche Weise man in Bezug zu der Fragestellung zum relevanten und zutreffenden Faktor in welchem Haus kommt, ist mitunter auf vielerlei Wegen möglich. 

Das heisst nicht, dass die Türen zur Willkür geöffnet werden, sondern dass die beispielhaften Regelsätze dies nicht immer offenbaren können, was in welchem Horoskop nun einmal jeweils einzigartig und faktisch vorliegt. Viele Wege führen nach Rom, nur wenige sind aber für einen bestimmten Moment verlässlich. Die verlässlichen Wege entscheiden sich mehr durch die Einzigartigkeit eines Horoskops. 

Gerade die Zuordnung der Häuser hängt entscheidend von der Fragestellung ab bzw. vom Gehalt des Horoskops, und das ist fast niemals gleich (verändert sich von Stunden-Horoskop zu Stunden-Horoskop).

Die Regeln, wonach man zB bei Behördenfragen auf das 10. Haus achten soll, oder bei Beziehungsfragen auf das 7. Haus, sind in meinen Augen nur Ansätze, die sich nicht immer in der exakten Weise bestätigen lassen. Es kann auch das 6. Haus für eine Angelegenheit mit Behörden sehr wichtig sein und ist es oftmals, wenn man auf eine Entscheidung wartet. Beziehungsfragen könnten auch mit dem 8. oder gar 9. Haus zusammenhängen - es kommt auf die Frage an, und wie treffsicher man diese Frage in ihren Hintergründen ausloten kann.
Man muss genau sein, in der Betrachtung der Frage und des Sachverhaltes, und von dort evtl. auf die möglichen Häuser schliessen. Ein Planet in einem Haus ist zunächst immer verdächtig und verfolgt man seine Herrscherbezüge, sollte man darauf achten, was sich daraus für die Frage ergibt, ob diese Bezüge geeignet sind und passen. Es gibt sicher viele Wege, wie man dabei vorgehen will - eine starre Schematik führt meiner Meinung nach ganz sicher und am ehesten an der Realität vorbei.

Es geht darum, die Signifikatoren zu bestimmen, relevante Häuser und Planeten zu suchen. Genau zu diesen Signifikatoren aber gibt es keine pauschale Regel. Dass man versucht, solche Häuser zu nehmen, die von anderen Astrologen in vergleichbaren Horoskopen gewählt wurden, ist genauso riskant, als wie selbstständig die Häuser ausfindig zu machen, indem man sich einfach unvoreingenommen anschaut, was da so zusammen kommt. 

Intuition ist richtig verwendet keine Angelegenheit der Einbildung oder Konstruktion, sondern wahre Einsichtsnahme.

Schon van Slooten weist auf die Ähnlichkeit der Planeten mit Häusern hin. Hinsichtlich eines Themas kann mancher Planet zum Nebensignifikator werden, der durch die klassische Zuordnungsmethode nicht denkbar wäre - also ungeachtet ob die klassische Lehre einen Herrscherbezug diesbezüglich hergibt.

Es zeigt sich also wieder einmal, dass es um Kräfte, um Wirksamkeit geht, die sich auch in der Stundenfrage aufbieten - und es geht nicht in erster Linie um die Regeln. Deutungs-Regeln sollten als Ansatz aufgefasst werden, aber man darf das eigene Mitdenken oder die eigene Intuition nicht vergessen. 

Slooten meint mit obiger Feststellung wohl nichts anderes als eine Ähnlichkeit der energetischen Fliessrichtung und so ist es nicht ganz abwegig, diese Betrachtungsart auch auf die Zeichen zu erweitern, so dass man bei bestimmten Fragen auch auf die Venus schauen kann, wenn es um besondere Themen geht, die mit dem Mond (Krebs) korrespondieren, obwohl die Venus klassisch gesehen nicht in Krebs erhöht ist sondern in Fische. Aber natürlich darf man auch das nicht zur Regel machen.

Es kommt meiner Meinung nach auch auf das jeweilige (Frage-)Thema an, auf das Radix, und wie die Planeten insgesamt stehen. Natürlich sollte man hier vorsichtig sein und bei Zweifeln lieber die hauptsächlichen Fliessrichtungen der Energien wählen, die durch die klassischen Domizile (Dispositoren) angezeigt sind. Der Anfänger sollte immer das Einfachste wählen und das, worin sich ein gewisser Konsens gebildet hat.

Man wird mit den Regeln, zB applikative Aspekte oder der Mond im Leerlauf, feststellen, dass sie richtig sind und die Deutung nicht nur vereinfachen, sondern oft erst möglich machen.
Dennoch gibt es bei diesem Mond im Leerlauf Ausnahmen, und so ist es also notwendig, hier nichts zu verallgemeinern; nicht immer heisst es also bei einem Mond im Leerlauf: da passiert nichts mehr. Was ist es, das nicht mehr passieren wird? Welches Thema ist mit dem Mond oder dem Horoskop gemeint? Das sollte die Frage sein. Formulierte Frage und Horoskop sind auch nicht immer deckungsgleich.

Der Mond ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige. Und dann gibt es auch Fälle, wo der Mond zum Signifikator des Themas wird, zu einem Teil der Frage, und nicht mehr Nebensignifikator des Fragenden ist - was dann auch wieder eine neue Bedeutung eines Mondes im Leerlauf aufstellen mag.

Wichtig ist allgemein, was gefragt wird, und was das Radix als Facette dieser Frage zeigt. Man sollte Astrologie nicht mit Tarot gleichsetzen, d.h. in quasi "magischer Weise" alles auf die gestellte und formulierte Frage beziehen, und stattdessen prinzipiell davon ausgehen, dass die Frage im Radix anders auftauchen kann. Auch diese Seite, wie die Frage im Radix auftaucht, kann einen Mond im Leerlauf mit einer speziellen Bedeutung versehen. Wenn also nichts mehr passiert, mag dies je nach Frage von Vorteil oder Nachteil sein.

Zeitpunkt des Stundenhoroskops

Manchmal wird behauptet, man müsste den Zeitpunkt der Frage nehmen, wenn der Astrologe auf die Frage aufmerksam wird. So taten es die Alten oft.

Warum das die alten Astrologen taten? Vielleicht weil es für sie nicht verlässlich genug war, wenn der Klient mit einer Frage zu ihnen kam und sie nicht mehr sagen konnten, wann diese Frage bei ihnen (den Klienten) akut wurde. Nun aber zu verallgemeinern, man könne nur noch so deuten, ist völlig unverständlich. Relevant ist für mich, ob es überhaupt eine Uhrzeit gibt, die verlässlich ist, aber irrelevant ist es, ob ich dazu immer nur eine einzige Methode heranziehe - es sei denn ich vertraue dieser Methode.

Dann aber ist es unsinnig zu behaupten, alle anderen Methoden seien Unfug.
Denn dass es in der Astrologie die Methodenvielfalt geradezu fundamental ist, zeigt sich schon an den verschiedenen Richtungen wie MRL, API oder TPA. Man sollte sich also einfach entscheiden und es für sich begründen, warum man jenen Zeitpunkt oder einen anderen nimmt.

Die vermeintlichen Widersprüche lösen sich durch Einsicht in den rythmischen Ablauf von allen Ereignissen auf. Die Wiedervereinigung ist zum Beispiel als Staatshoroskop ein taugliches Horoskop, aber gleichwohl bleibt das alte BRD-Horoskop noch gültig (Grundgesetz). Bei Stundenfragen kann man sich nun verschiedene Zeitpunkte denken, an denen die Frage "auftauchen" kann, dann nämlich, wenn uns als Astrologe diese Uhrzeit verlässlich scheint. 

Ob es nun der Moment ist, an dem der Klient die Frage gestellt hat, oder der Moment, an dem wir selbst als Astrologe die Frage erblicken. Ich versuche persönlich immer den grösstmöglichen Bezug zum Fragesteller aufzubringen. Wenn er mir etwa eine Email schicken würde, dann würde ich folgende Reihenfolge aufstellen (je nachVerfügbarkeit):
1. den Zeitpunkt des Abschickens, 2. den Zeitpunkt, wann die Email mich erreichte 3. wenn ich die Email das erste Mal erblickte.
Der Ort ist übrigens wichtig zu beachten, da der Sender ja oft an einem anderen Ort ist. Wenn ich aber den Zeitpunkt nehme, an dem ich die Email erhalte (3.), sollte ich wohl auch den Ort meines eigenen Aufenthaltes wählen!

Es gibt heutzutage weitaus verlässlichere Uhrzeiten, die man heranziehen kann, als die, wenn der Astrologe mit der Frage konfrontiert wird. Bedingung ist jedoch, dass man solche Uhrzeiten kennt. Es hat also nichts mit Methode zu tun, sondern mit Verfügbarkeit, eine Uhrzeit zu wählen.

So begründe ich nur meine Wahl und die Sichtweise anderer mag auch zu anderen Begründungen kommen - entscheidend ist, dass eine Deutung stimmig wird, weil der Astrologe zu (s)einer richtigen Methode kommt und seine Deutung danach mehr oder weniger ausrichtet - oder für die Fügung sorgt, damit die Deutung adäquat wird. 

Ausserdem geht es auch um die mehr oder weniger geheimnisvolle Fügung zwischen der Frage und dem Astrologen - wie der Astrologe zu dieser Uhrzeit kommt. Früher las man aus Eingeweiden die Zukunft, und der Schamane galt als Seher. Erklärt werden kann dies dadurch, dass das geschlachtete Tier, welches ausgewählt wurde, sich zu diesem Zeitpunkt der Frage fügte. 

Es handelt sich einerseits um Synchronizität, und andererseits um den menschlichen Einfluss, wie man ein Tier zur Opferung auswählt - vergleichbar wie man heute eine Tarotkarte zu einer bestimmten Frage aus-wählt. Die Auswahlkriterien mögen sogar eingeengt sein, zum Beispiel wenn es nur ein einziges Schaf zur Opferuzng gibt. Gerade dies erhöht aber die Relevanz.

Damit begründet sich auch prinzipiell, dass man auch den Zeitpunkt wählen kann, zu der man als Astrologe die Frage vor Augen bekommt. Egal wann man zu dieser Frage kommt. In meinen Augen ist es  dann allerdings vielleicht nötig, dass man sowieso eine gute Verbindung zu den natürlichen und eigenem individuellen Rythmen hat. Und zum Beispiel nicht mechanisch und nach festgelegter Regel den Tagesablauf gestaltet. 

Aus obigen Gründen empfiehlt es sich meiner Meinung nach, aus Gründen dieser Synchronizität, eine eigene Methode irgendwann zu finden (Methode welche Uhrzeit man nimmt), und sie dann auch konsequent beizubehalten, sofern die Ergebnisse und Arbeitsgrundlage als zuverlässig genug erscheinen. Letzteres muss einfach Priorität haben, und immer geht es darum, sich ein eigenes Urteil bilden. Vielleicht kommt es auf die eigene Machart, Herangehensweise, Rythmus, Schwingung an und eine allgemeine Regel wäre verkehrt, wenn man gegen seine eigene Ordnung verstieße. Sie muss nur besser funktionieren als andere Methoden.

Der Aszendent im Stundenhoroskop

Meiner Meinung nach, kann sich aus der falschen Zuordnung des Aszendenten manchmal eine lechte Unschärfe ergeben -  insofern man den Aszendenten mit etwas in Verbindung bringt, was dort nicht angezeigt ist, so dass vor allem sein ausgewanderter Herrscherplanet (des AC-Zusammenhangs) jeweils für etwas ganz anderes stehen könnte. 

Viele Stundenastrologen deuten den Aszendenten immer als Signifikator des Fragestellers, neben dem Mond. Meiner Meinung nach ist zwar der Mond in den meisten Stundenhoroskopen Nebensignifikator, und der Aszendent kann zwar je nach Frage für den Fragesteller stehen (als Hauptsignifikaor). Aber manchmal steht der Aszendent auch eindeutig für das Thema der Frage. Das kann eine wichtige zentrale Person sein, die in der Frage angelegt ist, oder eine wichtige Sache der Frage darstellen. 

Dann wird der Mond entweder zum Hauptsignifikator des Fragestellers. Manchmal muss man Aszendent, aber auch zuweilen den Mond allein aus der Sicht des Themas behandeln, also ohne (!) Bezug auf den Fragesteller - üblicherweise zeigt der Aszendent an, was hier - mit der Frage - ans Licht kam und sich ereignen will.  Das kann die Person zum Thema haben, aber sich auch auf eine Sache verlagern und dann steht der Aszendent ohne Bezug zur Person!

Bei etwa jedem vierten Horoskop, was allerdings auch von der Fragestellung abhängen kann, mag der Aszendent nicht konkret den Fragesteller kennzeichnen, sondern ein Thema, das sich am Aszendenten verkörpert. Es ist so, als ob der Fragesteller das Thema mit sich trägt wie eine "Handtasche". 

Deutung

Als erster Schritt einer Deutung von Stundenfragen (prognostisch) und auch Ereignishoroskopen (metagnostisch) hilft es immer sehr, nach einer deutlichen Konstellation zu suchen, selbst wenn sie nicht für die spätere Quintessenz wichtig wird. Das kann zum Beispiel ein Planet an einer Hauptachse oder auf einer Hausspitze sein. Oder ein stark besetztes Haus! 

Möglich ist auch eine exakte Konjunktion (1°! Orbis), oder ein Planet auf dem 29°.

Ein Planet auf dem 29° Grad ist oft Hinweis, wie wichtig das Thema des Zeichens für die Fragestellung oder den Horoskopeigner ist - im Sinne des Planeten der darin steht. Es hat nicht nur die Bedeutung, dass etwas lange Zeit schwelte, und damit bereits für den Fragesteller oder Thema bedeutsam war, sondern auf dem 29° Grad ist die Energie gleichzeitig auch oft so etwas wie ein Joker, Türöffner und zeigt etwas allgemein sehr Bedeutsames - auf diesem Grad wird die Energie sehr stark eingesetzt und nach aussen gebracht und übersteigert die Qualität des Zeichens (zB veränderlich, kardinal, fix) . Schaut man darüberhinaus noch ins Geburtsradix kann oft sogar ein gleichlautendes Thema anzutreffen sein. Evtl. erkennt man auch einen Grund für die Schwierigkeit, zB Beteiligung von Saturn, Uranus, eingeschlossene Zeichen, ungünstige Aspekte (auch zum Herrscher eines Zeichens), usw. -  was sich dann in der Stundenfrage oder einem Ereignishoroskop wiederfindet.

Das Wissen um den Hintergrund, dazu gehört auch der Aszendent, ist hilfreich, um die Frage überhaupt einzuschätzen. Und dann die Antwort , die Tendenzen und zwingenden Verläufe zu deuten. Ein bloßes stupides Anwenden von Regelbüchern, ohne sich eigene Gedanken zu machen, und eigene Intuition zu verwenden, halte ich für prinzipielles Glücksspiel. Man braucht  Mut, um das Radix anzusehen, aber dann wird man erkennen, dass sich die besten Ergebnisse auch deshalb zeigen, weil man das Radix zu einem sprechen liess und es mit der Vorstellung und Erwartung, wie etwas zu sein hat, nicht zu etwas machte, was es nicht ist.

Natürlich wird ein bestimmtes Haus für manche Fragen wichtig, auch wenn kein Planet darin steht (man schaut sich dann den Herrscher an). Wenn es zB um die Frage geht, ob ein Antrag, den man bei einer Behörde gestellt hat, stecken geblieben ist oder in Bearbeitung ist, mag das 6. Haus wichtig werden. 

Geht es aber um die Einschätzung, ob uns etwas zusteht, kann das 10. Haus oder ein anderes entscheidend werden. Es könnte aber ebenso mit dem 6. Haus ausgedrückt sein. Ich halte es für einen Fehler, die Häuserzuordnungen mit einer Ausschließlichkeit zu belegen. Das Gesicht der Frage, die Blickwinkel, die Stimmung der Situation und so weiter kann vielerlei Facetten bekommen. Hier hilft am besten eine ausgeprägte Intuition und am schlechtesten das Buch mit festgelegten Regeln. 
Ja - Astrologie ist an sich eine Sache der Intuition und entweder man will Astrologie vertiefen oder oberflächlich bleiben und man kann eine Sache wie Astrologie nicht durch auswendig gelernte Regelwerke vertiefen. Die Intuition mag ihre Tücken haben, dann geht es darum, sie mehr zu üben, (berechtigtes) Vertrauen lernen, es kann auch Energiearbeit dafür ausserordentlich nützlich werden (durch Chakren atmen, die Chakren reinigen, Erdung durchs Wurzelchakra; Yoga Übungen, Tai Chi, Meditation usw.).
Die "grandioseste" Blockade der Intuition besteht darin, zu glauben, es gäbe nur einen richtigen Weg, nämlich den, der von einer Autorität überliefert wurde. Eigentlich ist dieser Weg dann immer auf diejenige Persönlichkeit zugeschnitten und die Frage ist, ob man wirklich genau dieselben Voraussetzungen mit sich bringt, um dieselben Regeln anzuwenden.

Ja natürlich gibt es Regeln, die sich nicht ändern, Anhaltspunkte, die sich wiederholen. Aber es geht auch darum, dass diese Regeln nicht so fixiert sind, so dass man mehr auf die Regeln, als ins Radix schauen bräuchte. 
Der Knackpunkt besteht oft darin, dass man ein Maß finden muss, so auch in der Stundenastrologie. Schwarz/weiss denken ist der Feind der Intuition. Man denkt dann, das eine kann und darf sein, das andere nicht. Und wer sagt das? Das Regelbuch, der Glaube, aber nichts, was man selbst geprüft hätte.

Die Häuser

"Das Stundenhoroskop darf nicht ganzheitlich gedeutet werden, so wie man das Geburtshoroskop deutet". Aus dieser Aussage - die natürlich irgendwo richtig ist - kommt der Anfänger oft auf Abwege, und denkt unbewusst: alles, was man hier an Deutungsarbeit leisten muss, kann aufgrund einer Regel bestimmt werden, oder man bräuchte nur noch eins und eins zusammenzählen. 

Dabei kann jedes falsch zugeordnete Haus die Deutung - auch im Zusammenhang aller gedeuteten Faktoren -  nach Art des Roulettes entweder die ganze Aussage falsch oder richtig machen. 

Vielleicht lohnt es sich hin und wieder, einfach das Radix sich offenbaren zu lassen, ohne eigenes Dazutun, ohne etwas erzwingen zu wollen.

Der Mond

Der Mond mit seinen Aspekten wird nicht immer den Ausgang der Situation mit seinen Aspekten sprichwörtlich beschreiben! Das wäre ein Trugschluß, es so zu halten, der auch oft zustandekommt durch eine Überbetonung des Regelsatzes. 

Der Mond beschreibt nähere Umstände, wie der Horoskopeigner die Sache erfährt und weitere Impulse von der Sache erhält. Aber was beschreibt er genau? Das muss jeweils beurteilt werden, da - zumindest meiner Sichtweise und Erfahrung nach - der Mond manchmal auch Teil der Frage sein kann und nicht immer allein Signifikator des Fragenden ist. Man kann sich das so vorstellen, dass der Fragesteller eine Sache transportiert, verkörpert, "damit schwanger geht", und der Mond in dieser Sache quasi eingegangen ist.

Man muss jedenfalls die massgeblichen Faktoren ausfindig   machen und vor allem die Häuser richtig zuzuordnen. Der Mond ist in der Regel immer der Faktor, der am meisten beeinflusst wird - es kommt nun nur noch darauf an, wofür er steht: Verkörpert sich in ihm eher der Fragesteller und seine Erwartung oder Empfindlichkeit? Oder  verkörpert sich ein Teil der Frage oder sogar wichtiger Teil der Frage in ihm?

Bei manchen Fragen ergibt sich mit dem 8. Haus zum Beispiel das Thema "fixe Vorstellungen", "Verantwortung und Verpflichtung", "sich in der Pflicht sehen"-  dann fungiert das 8. Haus mit der Bedeutung "Zwang". Mit einem Blick kann Saturn im 8. Haus dann anzeigen, dass sich jemand in der Pflicht sieht. In einem bekannten Regelwerk steht aber nichts davon, sondern zum 8. Haus werden genannt: Sexualität, Aktivitäten im Untergrund, Geld der anderen, Kredite, Aktien, Verluste. Es ist also vorteilhaft, eigenständig mitzudenken, was ein wenig Muzt verlangt. Denn natürlich bleibt es so: Eine falsche Zuordnung kann die ganze Aussage verfälschen.

Planeten und Aspekte

Manchmal steht ein Quadrat oder eine Opposition nur für eine  Schwierigkeit, die aber nicht fatal wird, und die Summe aller Konstellationen kann erst eine stimmige JA/NEIN Wahrscheinlichkeit liefern. Es kommt in jedem Fall darauf an, welche Planeten in einem Quadrat stehen und manche Planeten sind bedenklicher hinsichtlich eine Fragestellung, aber generell ist ein Quadrat vielmehr eine Hürde, die man nehmen muss, oder noch eher ein Impuls, der die Dinge bewegt. Und in welche Richtung dieser Impuls geht, das ist entscheidend.

Ein Mars ist auch nicht immer ein Übeltäter, sondern kann - wie jeder Planet - eine in der Fragestellung bedeutsame Person verkörpern, die zB bestimmenden Einfluss in der gegebenen Fragestellung und Situation ausübt. Ein Quadrat kann sogar anzeigen, dass etwas geklärt wird, anstatt sich zuzuspitzen. Es wird etwas getrennt und das ist die Klärung.
Das hängt oft auch allein von der Stellung des Planeten ab, etwa wie stark dieser im Zeichen steht.

Saturn kann man immer als zwingende Konsequenz betrachten, aber das Fatale darin ist nicht immer gegeben. Es kommt darauf an, welche zwingende Konsequenz das ist (das kann auch die Konsequenz der Vereitelung sein). Ausserdem ist nicht in jedem Stunden-Radix Saturn so bedeutsam wie in anderen.

Planetenherrscher - Die Fliessrichtung der Energien

Übrigens: Saturn korrespondiert deshalb mit Wassermann/Uranus, weil beide Prinzipien letztendlich für die Festigung der Einheit der Persönlichkeit stehen. Uranus durch Freiraum, Saturn durch Stabilisierung und Kontraktion - beide münden in der Gemeinsamkeit der letztendlichen Festigung der Einheit eines Dinges oder Wesens. Bei Uranus entsteht ein inneres Zentrum durch Abstand nach aussen, bei Saturn wird das innere Zentrum durch Kontraktion nach innen auf ein Zentrum hin gefestigt. In beiden Fällen geht es auf unterschiedliche Art um Abgrenzung und Bewahrung eines Raumes.

Die klassischen Herrscher werden folgerichtig und ebenso angemessen in der Stundenastrologie bervorzugt, weil sie die stärksten bewegenden Kräfte darstellen.
Was man heutzutage allgemein vernachlässigt ist, dass die Zeichenherrscherbezüge zustande kommen, nur auf Grund von Ähnlichkeiten der Energie zwischen Planet und Zeichen, und aufgrund der Flussrichtung dieser Energien, die sich immer das "gleichartige" suchen. 

Man tut aber gelegentlich so, als gäbe es eine direkte Linie zwischen Planet und Zeichen.
Mars und Widder entsprechen sich überhaupt nicht, da das eine ein Zeichen und das andere ein Planet ist; aber für die Marskraft gibt es keine andere und besser geeignete Energie als Boden. Das ist der Fliessgrund. Und für das Widderzeichen gibt es keinen anderen besser geeigneten Faktor um die Energien auf einen Planeten zu übertragen. Die Energien suchen sich hauptsächlich den Weg dieser tauglichsten Ähnlichkeiten.

Datenbanken

In Bezug zu Horoskopdaten aus Datenbanken, ist es gefährlich den Quellen zu trauen. Es gibt Datenbankressourcen, die ihre Quelle angeben. Das ist bei www.astrosuche.net meist der Fall, aber bei www.astrotheme.com nicht.

Falsche Horoskope gibt es überall. Oft kursieren etliche Uhrzeiten, und man muss selbst sehen, welche Uhrzeit wohl richtig ist. 

Ganz falsch ist es, aus Bequemlichkeit tendenziell eine Datenbank zu bevorzugen, die nur einfach zu handhaben ist, oder die schnellen Zugriff erlaubt, aber keine Quellen angibt.
Aber andererseits: man darf auch nicht blind allen Quellen glauben. Am besten hält man sich eine Hintertüre des Zweifelns offen, und sucht nach bestätigenden Merkmalen oder Hinweisen aller Art... - gleichwohl wäre es auch wieder übertrieben, gar nichts mehr zu glauben. 

Intuition!

Nochmal: Intuition in der Astrologie ist viel wichtiger, als wie es manchmal behauptet wird.

Manche verstehen unter der Intuition unwillkürlich das sehnsuchtsvolle Bemühen, sich etwas zusammenzubasteln (die neptunische Intuition).

Ein Neptun auf hohem Niveau (seherische Qualität) kommt allenfalls in Frage, wenn es um die Ahnung geht, was für eine Entsprechung im Leben bei einer bestimmten Konstellation anzutreffen ist. Ich denke, die Intuition, die bei der Astrologie eine grössere Rolle spielt, ist die uranische Intuition.

Die Intuition ist in erster Linie ein "Werkzeug der Augen", und kennt weniger Ahnung, als wie es vielmehr (und mehr oder weniger) ein "Sehen" oder Aufspüren der Energien, Wirkungen und Ursachen bedeutet. Uranus ordnet dabei das Gesehene den Prinzipien zu. Daher ergibt es auch Sinn, dass man Uranus als "höhere Oktave des Merkurs" betrachtet.

Auf einer anderen Ebene wird es in jedem Fall darum gehen, die richtigen Zuordnungen zu bilden. 

Wenn man sich als intuitiven Astrologen betrachtet, kann es nützlich sein, die Gabe der Intuition als eine energetische Angelegenheit zu betrachten; und den Menschen, auch sich selbst als Astrologen, ebenso als ein System energetischer Zusammenhänge zu betrachten. 

Das heisst, wenn man Bewusstseinsübungen wie Tai Chi, Yoga, Qi Gong oder Tensegrity und ähnliche Möglichkeiten zur stimulierenden Beeinflussung des Systems Mensch praktiziert, wird die Intuition vielleicht auch leichter fliessen!

Geburtszeitkorrektur

Die Geburtszeit zu korrigieren bedeutet genau dies: Ein Horoskop des Tages der Geburt zu suchen, mit dem es am besten hinhaut. 

Erfahrungsgemäß verspricht man sich mit Geburtszeitkorrektur sehr viel - doch ist es einlösbar?

Keine Methode kann sicher stellen, dass die Zeit richtig ist, wenn die Ausgangsuhrzeit nicht schon annähernd richtig ist.
Das heisst, Korrekturen sind nur sinnvoll, wenn die Zeit ungefähr bekannt ist, zum Beispiel mittags, spätnachts usw.. - aber selbst dann sind noch Zweifel angebracht. 

Aus ernsthaften Spaß kann man seine eigene Uhrzeit (falls sie natürlich bekannt ist) um sechs Stunden vor und auch mal um sechs Stunden nach stellen. Oder auch zehn Stunden. Und versuchen massgebliche biografische Ereignisse, um die es ja bei der Korrektur geht, mit den Transiten oder Direktionen in Zusammenhang zu bringen. Man wird entdecken, dass es allein die Häuser sind, die bei solcher Korrektur herangezogen werden können, da die Aspekte an einem Tag ja gleich bleiben. Und man wird erkennen, dass man diese Häuser in der Breite vertauschen kann, und dennoch die biografischen Ereignisse "stimmig" scheinen.Es ist kaum eine  Relevanz damit verbunden, technische Methoden zur Geburtszeitkorrektur heranzuziehen. Ansonsten wären die Ergebnisse, die ich in der Astrologie-Szene beurteilen konnte, gewiss näher an der standesamtlichen Zeit, die dann später nach der Korrektur mal bekannt wurde, und ein ernüchterndes Urteil über die Korrekturmethoden nötig machte.

Es lohnt sich viel mehr, die gegenwärtige Erscheinung des Horoskopeigners zu betrachten, seine Lebensweise im Ganzen (nicht einzelne biografische Elemente!) und den Aszendenten und wichtige Planeten in den Häusern aufgrund ihrer Plausibilität zu untersuchen.

Man kann sich leicht verrennen in diesen Korrekturmethoden, ob technische Methoden oder intuitive - gerade wenn  die Erfahrung mit den Grundfaktoren fehlt. Dann doch lieber nur die Aspekte betrachten und Zeichen, wenn man ein  Horoskop nur ohne Zeit hat usw.. Man kann auch ein Sonnenaufgangshoroskop stellen und die Häuser aus Sicht der Sonne deuten, was eine grobe Anlagestruktur des inneren Zentrums (Willens) eines Menschen beschreiben wird.

Ein Tip: Gute Deutungsbücher, zB von B. Hamann "das innere Kind" (darin auch Saturnstellungen in Häusern) sind vielversprechend, um anhand des Hauses des Saturns die Zeit einzugrenzen. Ähnliches kann man mit anderen Planeten machen. Hierbei ist meiner Erfahrung nach ein Planet noch nicht im nächsten Haus, wenn er 3 Grad vor einer Hausspitze steht - das heisst, die akute Wirkung des Planeten findet in dem Haus statt, in dem der Planet faktisch steht. Umso näher der Planet an die nächste Hausspitze kommt, desto mehr nimmt der Einfluss des nächsten Hauses zu, evtl. gibt es dabei also zwei Häuser, die für einen Planeten gelten. Eine dieser Wirkungssphäre  ist dann dämmerig und nicht so direkt.

Transite 

In Bezug zur Prognose kann es übrigens auch hilfreich sein, stets nach geballten Transiten Ausschau zu halten, wenn also mehrere Transite in einem einzigen Jahr  zusammen kommen (gewöhnlich dauern und wirken die Transite der Langsamläufer so lange und gewöhnlich sind sie es, die die stärksten Veränderungen, Ereignisse oder Stimmungen ins Leben des Horoskopeigners bringen).

Zum Beispiel Uranus in Opposition zum Radix-Pluto, Saturn läuft über den IC, Neptun macht ein Quadrat zum Radix-Mond und Mars wird rückläufig über der Venus, oder pendelt über der Radix Sonne hin und her, usw..
Vielleicht macht Chiron dann noch etwas, etwa an einer Hauptachse. Mit solchen Konstellationen wird sicher irgendeine besondere Erfahrung einher gehen, vielleicht wird sich irgendetwas ereignen -  manchmal muss das nichts schlechtes sein, es kann sich etwa im Umfeld abspielen, von dem man aber beeinflusst wird, oder ein Jobwechsel wird möglich oder nötig; - oder es passiert auch schon mal gar nichts, oder man merkt es nicht (ist sich nicht darüber bewusst). Wie dem auch sei:  Positive wie negative Erfahrungen (Druck) bringen die Möglichkeit, zu wachsen. Was ungefähr passiert ist schwer zu sagen, besonders wenn man den Horoskopeigner nicht kennt.  Welche Bedeutung hat das 7. Haus für ihn, und was kann ein Pluto Transit auf der 7. Hausspitze deshalb bedeuten? 
Um ein Gespür dafür zu kriegen, muss man jede Menge solcher Horoskope vor Augen bekommen, und es lohnt, in der Vergangenheit nach solchen Konstellationen zu suchen. Zum Beispiel bei seinem eigenen Radix. 

Oft stellt man fest, dass die Erwartung, was mit einer Konstellation gegeben sein müsste, durch die Realität der Erfahrung nicht gedeckt wird. Das gilt auch umgekehrt: Nicht immer wird man als Hintergrund einer Realität solche Konstellationen vorfinden, die man dafür vermutet hätte. Aus den Beispielen kann man lernen, dazu immer mehr ein Auge oder Gespür zu erhalten.

Eine solche "geballte Ladung" an Transit- Konstellationen kann man in der Vergangenheit bei sich und Freunden suchen - und vielleicht sind Freunde sogar dabei hilfreich, ihre Vergangenheit in biographischer Hinsicht zu berichten (hinsichtlich der wichtigsten Themen in einem Jahr). Dabei sollte man bedenken, dass sich die Freunde eventuell über die Bedeutung dieser Zeit täuschen, oder nicht ehrlich sind, oder sie die Bedeutung jener Zeit anders wahrnehmen, als es gut für  sie wäre - man tut das auch selbst als Astrologe, eigentllich jeder Mensch ! Die Transite können zeigen, was wirklich für ein Thema angesprochen war. 

Warum 3 Grad Orbis? Meine Erfahrung ist es, dass es fast immer auf einen 3° Orbis hinaus läuft, dass etwas deutliches geschieht. Aber es gibt manchmal noch aufflackernde Momente, die bei 4° Orbis separativ erscheinen.
Ein Thema kann aber schon aufbranden (spürbar werden), wenn der Planet (ein Langsamläufer) 10 Grad applikativ vor einem anderen wichtigen Planeten steht.

Energie sehen

"Sehen" tue ich zB etwas energetisches, die Häuser sind von den Energien der Planeten aufgeladen. Aspekte zwischen Planeten verursachen eine Art Kombination, bei der die Energien sich in die Quere kommen, und zwar oft in grundsätzlicher Art, egal ob die Planeten ähnlicher Natur sind. Ich sehe zum Beipiel helles, oder dunkles, was in den Planeten liegt, manche Planeten sind versteckt, verwurzelt, ins Dunkle verwoben, mit Gefühlen verstrickt, kommen nicht aus sich heraus, und andere drängen sich empor, wieder andere vermitteln den Eindruck von Energiegeladenheit, die sie ins Haus bringen oder zu einem Planeten bringen. 
Einige Planeten sind dann beschreibbar als eigenwillig, verdichtet und gefangen, egozentrisch, andere sogar herausgerückt aus dem Ganzen (Einzelgänger)...

Es haut eher hin, von einem Bild zu reden, als von einer Überlegung oder einer Schlußfolgerung, denn es ist tatsächlich ein "Bild", eine Anschauung von Energien. Daraus ergibt sich das Weitere, indem man zB andere Planeten und Faktoren in dem Zusammenhang mit diesem Faktor untersucht, wie also alles miteinander zusammenhängt und sich beeinflusst.

Talent für Astrologie im Radix erkennen

Wege zur Astrologie sind für jeden offen. Der Laie ist auf die Hilfe der Astrologen und ihrer Aussagen oder Deutungsbücher angewiesen, oder kann zumindest einige grundsätzliche Dinge verstehen. Umso weiter man in die Astrologie selbstständig vordringen will, kommt es auf das Talent an.

Astrologie als Astrologe anzuwenden ist eigentlich immer gebunden an ein besonderes Talent der Intuition, mit der sich die Symbole nicht nur aus zweiter Hand anwenden lassen. Wege zum Verständnis der Astrologie in ihren Wurzeln sind daher mit solchen Faktoren möglich, die für die Intuition ausschlaggebend sind. 

Neptun, Uranus, Chiron, und ganz besonders der Asteroid Urania: einer oder mehrere diese Faktoren in möglichst engen Aspekten  mit persönlichen Planeten oder Konj. mit  Hauptachsen (Orben 3° Sextil, Trigon; Konjunktionen: 5-10° je nach Planet; und Quadrate und Oppositionen sind selten ein Anzeiger für das Talent, es kommt aber vor; ein Quinkunx scheint allgemein die Möglichkeit zum Talent anzuzeigen, egal ob das mundane Quinkunx im Fortschreiten zur Opposition kommt oder zum Trigon).

Die Zeichen Fische, Krebs, Wassermann, Schütze stehen besonders mit der Intuition im Bunde. Ebenso wie Betonung von Wasserzeichen und/oder Feuerzeichen. 

Zuweilen können auch Skorpion und Stier das Interesse an den verborgenen Gesetzen des Lebens mit sich bringen. Beim Stier ist es die Verwurzelung in die Symbolik, die quasi anstelle des Stofflichen tritt, wie sonst das Stier-Prinzip hauptsächlich ja an festen Dingen gebunden ist (man denkt an materielles oder körperliches). Aber es kann nicht nur die Materie sein, die man in ihrer Fülle oder Verdichtung erfährt, sondern auch das Symbol, das mit Bedeutung gefüllt ist. Mehr als die Waage steht der Stier daher für die Esoterik. Beim Skorpion liegen die Dinge ähnlich, nur ist sein Zugang anders. Man kennt gemalte Bilder von Skorpionen, die eine Form und Kontur im Inneren komplett ausfüllen, so dass die Form kompakt und greifbar, also wahrhaftig ist und nicht in der Konturlosigkeit verloren geht. In Bezug zur Esoterik gehen sie der geheimen Symbolik des Lebens auf den Grund und versuchen die Grenzen des Symbols zu erkennen, um es vom Trugbild zu befreien, und dringen damit zur Wahrheit der Dinge und Ordnungen vor.

Die Inuition mittels des Stierzeichen ist relativ leichter anzuzapfen, als die der Jungfrau oder Steinbock. Das soll nicht nahelegen (!), dass eine Betonung von "ungünstigen" Zeichen das Talent verhindert. Es geht ums ganze Bild. Und ein Steinbock wird dann andere Faktoren prominent haben - durch die Betonung auf das Saturnprinzip in fast egal wecher Weise kann man eine sehr solide Form der Intuition finden, die anderen gegenüber im Vorteil sein kann, weil die Neptunenergien offenbar feiner filtriert werden können, und wo man also einen klaren Kanal zur Intuition für sich klären kann. Mir ist ein sehr talentiertes Medium bekannt, das ein starke Saturnbetonung auf verschiedenen Ebenen aufweist. Das Talent zum Medialen wird in diesem Fall durch einen Uranus in 12 angezeigt und einem Neptun am aufsteigenden Mondknoten.

Venus hat in jedem Fall ein starkes Interesse an den Ordnungen des Lebens und man möchte das Leben in diesen Gesetzen zur Erfüllung helfen. Jupiter in Aspekten auf persönliche Planeten kann einerseits jene Talente schärfen, und andererseits allgemein die Beobachtung schärfen, und sprichwörtlich erweitern   um auf übergeordnete Gesetze oder Symbole zu schliessen . Jupiter ist ebenso daran interessiert, das Potential des Menschen zu erfüllen (helfen). Jupiter gilt dann als allgemeiner Verstärker, wenn er in entsprechenden Zeichen oder mit entsprechenden Planeten (mt Aspekten) verbunden ist. Das können  auch   Quadrate sein, aber weniger die Oppositionen.

Merkur, Venus, Mond, aber auch die Sonne sind die herausragendsten persönlichen Faktoren, die mit den intuitiven Planeten verbunden starke Intuition anzeigen können. 
Es kann aber auch schon ein Merkur/Venus Aspekt genügen, ohne dass Uranus oder Neptun usw. in irgendeiner flüssigen Weise (förderliche Aspekte) mit ihnen verbunden wären. Gleiches gilt für Verbindungen zwischen Merkur und Mond. Und der Mond allein genommen kann schon gut genug stehen, um die astrologische Intuition zu befördern. Zum Beispiel Mond-Uranus Aspekte oder ein Mond in einem Wasserhaus. Manchmal ist das siebte Haus besetzt, was nicht nur die Beraterkonstellation ist, sondern das 7. Haus zeigt , in wie weit oder in welcher Weise wir uns auch Wissensgebieten gegenüber aufgeschlossen zeigen.

Sogar ein Quinkunx kann genügen. Ein Quinkunx zwischen Uranus und Sonne ist bei manchen bekannten Astrologen der einzige zwingende Aspekt. Das Quinkunx nimmt manchmal den Charakter des Sextils an. 

Manchmal gibt es auch einen Spiegelpunkt, der diese Planeten verbindet.

Als Asteroiden wurde bereits Chiron und Urania als die wichtigsten genannt. Es kann aber auch Manto (prinzpiell das Thema Hellsicht) das Talent zur Astrologie stärken. Pythia ist  dagegen der Asteroid , der eher die Kartenleger begleitet , vermutlich weil Pythia ein Faktor ist, der etwas Übereinstimmendes den Dingen entlockt oder eine Brücke zwischen den verschiedenen Ebenen der konkreten und der energetischen Wirklichkeit schlagen kann (vor allem in Verbindung  mit Venus oder Mond entlockt man so offenbar den Symbolen das entsprechende Bild der Realität; aber es scheinen die Symbole dafür nur Transportkanal und die eigentliche Tätigkeit Pythias ist sehr medial, oder fast hellsichtig). Pythia kann aber auch für einen Astrologen hilfreich sein, vermutlich als Faktor der die Einschwingung auf den Horoskopeigner erleichtert.
Psyche verleiht die Ahnung was in anderen vor sich geht, ist aber nicht unbedingt ausschlaggebend für das eigentliche Talentan Astrologie. Dahingehend kann Manto viel stärker sein.
Aspekte für Asteroiden zu den persönlichen Planeten sollte man unter 2° bemessen, und Konjunktionen sind noch bei etwa 5° deutlich, für die Sonne gelegentlich etwas mehr). 

Man hat schliesslich, wenn man gar nichts von diesen "Talentanzeigern" prominent stehen hat, immer noch den Mond, oder Wasserhäuser oder das 11. Haus, die dieses Talent mit sich bringen können. Dafür könnte der Mond zB allein schon in Fische stehend genügen. 

Nochmal: Aus Büchern lernen

Mein Tip: Wenn man ein Astrologie-Buch liest oder Texte zur Astrologie, sollte man stets die Aussagen zu einer Konstellation nicht einfach so durch lesen, in der Erwartung, es dadurch verstehen zu können, als ob man Weisheit mit Löffeln essen könnte, sondern stets die Konstellation bildlich vor Augen haben, um so die Worte auf diese Konstellation, das Prinzip (Planet, Haus, Aspekt usw.) und ihr Wirken in gewisser Weise zurück zu übersetzen, um das Gemeinte zu erfassen. Man darf den Worten nicht trauen. Natürlich bedienen sie Informationen, aber wie weit kommen die Worte?

Wie mache ich es zum Beispiel? Ich lese die Konstellation, und im Grunde ist es so, als würde ich mich als jemand begreifen, der nicht wissend werden will, sondern etwas verstehen will. Und das geht nur, indem ich selbst mitdenke, und das wiederum geht nur, indem ich aus meinen Grundlagen heraus die Konstellationen vor meinem inneren Auge halte und das Gelesene genau daran aufbaue. Ich vertraue daher nicht den Worten allein, sondern ziele auf das, was sie beschreiben wollen. Damit vermeide ich auch, dass man über manche Unschärfe stolpert, die einem Autor immer wieder mal unterlaufen kann.
Was ich meine, ist also nicht jenes Vorgehen, dass man auf dem Gelesenen aufbaut, sondern dass man in sich etwas hat, worauf man aufbaut. 

In dieser Weise muss man sich oft am Anfang Unwissenheit eingestehen, aber es hat den Vorteil, dass man keine starren Denkmuster bildet, sondern richtiggehend mit den eigenen Kapazitäten geht. Später erweitert sich, was man in sich als wirkliches Wissen hat, und kann immer mehr Informationen destillieren aus dem, was man von anderen Autoren liest. 

Es ist auch sinnvoll, ein gelesenes Buch nach einiger Zeit nochmals zu durchblättern, weil man zwischenzeitlich Erfahrungen gesammelt hat und mehr verstehen und einordnen wird.

Anhang:

Koch und Placidus Unterschiede

Koch und Placidus Unterschiede sind in der Transitwirkung zu erkennen, oder wenn manche Planeten bei Koch im Vergleich zu Placidus in anderen Häusern stehen .
Koch scheint die innere Ausgangslage eines Individuums verstärkt in den Fokus zu rücken, seine Lebensmitte zu suchen.

Die Kochhäuser beinhalten meist die Lebensweise und den Lebensbereich, der
später im Leben ausschlaggebender werden kann. Vielleicht haben wir dann die Stürme des Lebens (die Stürme der Placidus-Häuser und Placidus-Planeten) weit genug erlebt, dass wir mehr zu dem kommen, was aus uns selbst heraus geboren werden möchte.
Placidus   zeigt oft, wo wir noch "an einem Planetenprinzip arbeiten" müssen, also uns auseinandersetzen müssen, um diese Probleme, die das Leben stellt, algemein zu meistern.

Die Positionen in Kochhäusern können sich von denen im Placidus unterscheiden. Ein Planet kann bei Placidus im 8.  Haus stehen und bei Koch im 7. Haus.
Das kann auch derart sein, dass ein Planet bei Koch knapp vor der nächsten Hausspitze steht und bei Koch damit mehr ins nächste Haus gerät. Die Endbereiche der Kochhäuser haben einen grösseren Orbis, um ins nächste Haus zu tendieren und es diese Zone, die ins nächste Haus tendiert, nimmt ungefähr 1/3 der Hausgröße ein. Bei Placidus ist diese Zone, die ins nächste Haus tendiert bei Zwischenhäuserspitzen ca. 3° gross, vor Hauptachsen nicht wesentlich größer als 3°. 

Selbst 1 ° vor einer Eckhausspitze erst recht bei normalen Häusern, wird der Planet das meiste und vordergründigste in dem "alten" Haus ausdrücken. Der Bereich, ab dem die Hausspitze klar und deutlich wird, ist vom Orbis her sehr klein, etwa 0.4°.

Placidus zeigt mehr die Ebene unserer Auseinandersetzung mit dem Schicksal und dessen herrschenden Brandungszonen (besonders deutlich durch Placidushausspitzen). Hier konkretisieren sich die Erfahrungen, der Dualität ausgesetzt zu sein. Wir finden mit den Placidus-Hausspitzen unsere beste, weil leicht flüssige Weise, den Anforderungen zu begegnen, die die Kräfte auf unser Leben ausüben. Es ist, als würde diese Ebene der Auseinandersetzung gewährleisten, dass wir im Leben stehen, um dadurch evtl. anders in den Häusern stehende Kochplaneten ausdrücken zu können. 

Eingeschlossene Planeten sehe ich immer etwas stärker bei Placidus ausgeprägt, bzw. sie fallen dort sehr viel mehr auf, als wie bei Koch - denn das Koch System hat die Verwurzelung - sowie eine gewisse Tendenz des Bezugs auf das Selbst  - bereits als Deutungsperspektive vorgegeben und Placidus bildet so gesehen einen grösseren Kontrast zu eingeschlossenen Planeten. 

Dennoch spielen die eingeschlossenen Planeten natürlich auch im Kochsystem eine grosse Rolle. Die Bedeutung der eingeschlossenen Planeten ist in beiden Haussystemen dieselbe. Es ist ja die Deutungsperspektive jeweils anders, damit auch die wahrgenommene Deutlichkeit auf mögliche eingeschlossene Planeten, je nach Haus.

Eingeschlossene Planeten weisen immer einen stärkeren Selbstbezug auf, und die Bezugnahme auf die Welt und äußeren Umständen fällt mit diesen Planeten nicht immer leicht. Man verliert leicht aus den Augen, wie man in der Welt wirkend tätig ist, und wie gewisse Probleme des Handelns damit zusammenhängen können. Typischerweise kann man es beschreiben als: "man will etwas sagen, und kriegt es nicht ausgedrückt". 
Bei  nicht eingeschlossenen Planeten, fällt die Beobachtung und Zielsetzung des eigenen Handelns, also wie das Handeln nach aussen wirkt, leichter. 
Eingeschlossene Planeten verstärken im Grunde jene Eigenschaft, sich selbst treu zu bleiben.

Weitere Besonderheiten über die Häuser

Der Sog ins nächste Haus

Placidus:
Die Wirkung eines Planeten bis zu ca. 0.4° vor der Hausspitze bei Placidus ist nicht so beschaffen, dass man schon komplett und isoliert das nächste Haus betrachten könnte. Das nächste Haus gilt es in einem solchen Fall eher aus Sicht des vorherigen zu deuten - das heisst ein Planet, der im vierten Haus 2° vor der nächsten 5. Hausspitze steht, wird hauptsächlich vierte Haus Belange  zeigen, aber bereits in einer gewissen Art die Bedeutung des nächsten 5.  Haus darüber gelegt haben. Die Landschaft ändert sich, bleibt aber noch wesentlich für das vierte Haus. Künstlerischer Ausdruck, Umgang mit Kindern oder Hobbies werden dann noch dem unbewussten Aspekt des vierten Haus unterliegen, zB in der Art, dass man stark aus seinen Emotionen heraus Kunst macht, oder dass die Emotionen und das Unbewusste dabei eine Rolle spielen, oder dass der Inbegriff des Familiären bei der Beschäftigung mit Kindern wichtig bleibt. Der Ausgangspunkt ist dabei das vierte Haus, nicht das 5. Haus. Das fünfte Haus ist nur, wo es hinzielt.

Ein nächstes Haus kann bei Placidus jedoch auf anderer Ebene berührt werden . Eben durch die zyklische Hinarbeit jedes Hauses auf das nächste.  Es ist dann aber nur eine zusätzliche Ebene, die sich über die Ebene des vorherigen Hauses legt und nicht das Wesen des Grundes des Planeten berührt.
Das Ziel und die Wesensart des 5. Hauses rückt im obigen Beispiel umso mehr ins Bewusstseins, je mehr der Planet im letzten Drittel des Placidus Hauses steht. Aber die Funktion und das akute Schicksal des Planeten werden im faktischen Hausstand definiert, d.h. bis kanpp 3° vor einer Hausspitze zählt allein das entsprechende Haus, ohne das nächste Haus zur Bestimmung des Ortes des Planeten ausschlaggebend zu machen.

Stünde  der Planet exakt auf der 5. Hausspitze oder dahinter aber eben deutlich im 5. Haus, bekäme der künstlerische Ausdruck oder der Umgang mit Kindern einen "eigeneren", allein dem 5. Haus zugehörigen Stil. Noch mehr stünde  dann das Kind oder das Beschäftigen mit dem Kunstwerk im Vordergrund, und kein Zweck oder Abhängigkeit verbunden mit dem 4. Haus.

Der Sog ins nächste Haus gilt vor allem bei Koch, aber sehr viel geringer und ganz anders zu betrachten ist es bei Placidus, wo man im End-Bereich auch nicht so sehr von Dämmerung sprechen kann, sondern von einer hintergründigen Verzweigung beider Häuser infolge des zyklischen Ablaufs der Häuser.

Wenn man einmal die "Dämmerzone " bei Koch entdeckte, wird man finden, dass Placidus eine im Charakter ganz andere Dämmerzone besitzt. Und dass   jene ca. 3°  vor einer Hausspitze wiederum etwas anderes bedeuten. Dass es sich um verschiedene Ebenen handelt. 
Ab 3° findet der konkrete Übergang der scharfen Placidushausspitzen statt, aber das nächste Haus wird erst wirklich deutlich ab etwa 0.4°. Bei Koch ist der Übergang  weicher, bzw. länger gestreckt.

Koch:
Der Sog ins nächste Haus hat mit der Übergangszone eines Koch Hauses ins nächste Haus zu tun.
In der Entwicklungszyklik der Häuser bereitet der Endbereich (bzw. Übergangszone) eines Hauses ins nächste Haus vor.
Das gilt bei  Placidus sehr viel hintergründiger. Da man bei Koch immer schon etwas mehr in den Hintergrund des Wesens blickt, in seine Mitte, ist daher der Endbereich bei Koch auch deutlicher ausgeprägt in seinem Hinarbeiten auf das nächste Haus: es gibt einen deutlichen Sog bei Koch.

Diese Übergangszone eines Hauses (Endzone) entspricht der Zone nach dem Talpunkt, die auch Stresszone genannt wird (bei der API-/Huberschule). Umso weiter ein Planet vom Talpunkt entfernt und in Richtung der nächsten Hausspitze steht, desto stärker wird die Belastung des Planeten, da er gewissermaßen zwei Häusern dient.

Bei der Huberschule wird ein Haus mittels des goldenen Schnittes in drei massgebliche Zonen unterteilt:
In einen kardinalen Bereich (Bereich der Hausspitze), einen fixen Bereich (die Mitte der Häuser, eingeleitet durch den sogenannten Invertpunkt) und einen veränderlichen Bereich (Ende der Häuser, eingeleitet durch den Talpunkt). 


Weiteres über den goldenen Schnitt:

Man kann diese Berechnungen natürlich ebenso auch auf Placidus Häuser anwenden. Die Grundbedeutung der Zonen und Punkte ist dieselbe (aber die Bedeutung des jeweiligen Haussystems ist freilich anders bei Koch im Vergleich zu Placidus).

Die Berechnung sieht so aus, dass man die Hausgröße durch 0,618 multipliziert, was ein Ergebnis kleiner als die Hausgröße ergibt. Dieser errechnete Punkt stellt schon den Talpunkt (Wasserpunkt) dar, also den zweiten Schnittpunkt des Hauses. Von der Hausgröße zieht man diesen Wert ab (also zB 30°-18°32'=11°28') und erhält den Invertpunkt (Luftpunkt).

Eine andere Methode der Unterteilung eines Hauses ist mit Hilfe einer Vierteilung gegeben, die sich ebenso aus demselben goldenen Schnitt ergibt: dabei wird die Hausspitze mit dem Element Feuer identifiziert, der Invertpunkt der Huberschule entspricht dem Element Luft und der Talpunkt entspricht dem Element Wasser; nur der Bereich hinter dem Talpunkt wird nicht wie in der Huberschule Stressbereich genannt, sondern als Erdzone eines Hauses bezeichnet. Nach Frank Felber handelt es sich bei den goldenen Schnittpunkten Feuer, Luft und Wasser um besondere Punkte, die sogar einen Orbis für ihre deutlichste Wirkung aufweisen (siehe Grafik unten am Beispiel des 2. Hauses):
2° für den Feuerpunkt (rot) und je 1.5° für den Luftpunkt (gelb) und den Wasserpunkt (blau). 

Umso näher ein Planet einer dieser Punkte kommt, desto mehr verändert sich die Ausprägung hinsichtlich dieser besonderen Punkte, und es ist natürlich auch wichtig, ob der Planet innerhalb der ersten Zone, der zweiten oder der dritten Zone steht, während er einem dieser Punkte nahe steht.

Die Planeten in den Häusern drücken sich durch ihren jeweiligen Stand in einer Hauszone unterschiedlich beim Geborenen aus.

Meinem Empfinden nach sind die Zwischenbereiche - also der Bereich zwischen Feuer und Luft, zwischen Luft und Wasser - nicht sehr symmetrische Übergänge. Der Bezug auf den nächsten Punkt ist (vermutlich bedingt durch die Fliessrichtung der Energien) immer stärker. So dass also ein Planet, der genau in der Mitte des Luft- und Wasserpunktes stünde, dadurch eben nicht das Gemeinsame aus den analogischen Qualitäten von Luft und Wasser herauszieht, sondern schon weitaus mehr dem Wasserpunkt verpflichtet ist. 

Ein solcher Planet, der genau in der Mitte eines Hauses steht, also zwischen Luftpunkt und Wasserpunkt, ist aufgrund der Häuserstuktur (das befindet sich auf einer anderen Ebene als jene Punkte) stark nach innen gewendet, und die Auseinandersetzung gleicht dem Verarbeiten von Informationen hinsichtlich der eigenen Selbstverwirklichung, man zieht Bilanz.

Um diese Planeten kurz nach der Mitte eines Hauses nach aussen in der Welt zu verwirklichen, benötigt man oft eine Art Brücke zu den Lebensumständen oder äußeren Situationen hin, man muss sich den Lebensbereich des betreffenden Hauses in gewisser Weise nahe heran holen, um durch die Nähe zur Auseinandersetzung zu kommen, und die übertriebene Sicht auf das eigene Ich zu überwinden, was geschehen kann, wenn man die äußeren Reize als Möglichkeit nimmt, sich selbst besser kennen zu lernen. Manche Planeten bedingen dieser Auseinandersetzung mit der Welt sehr stark, gerade dann, wenn sie in der Mitte eines Eckhauses stehen und sie im Grunde aktive Planeten sind. Man hat mit diesen Planeten eine Treue zu sich selbst und gibt gewöhnlich etwas mehr auf  den Selbstwert, man bewertet die Erfahrungen, die man macht, oft mit der Frage: Was haben diese Erfahrungen mit mir selbst zu tun? Und gerade um eine gute Antwort zu bekommen, muss man die  Verhaftung, vieles nämlich für selbstverständlich zu halten, überwinden, durch erweiterte Bezugnahmen zu einem Außen, ds einem oft allerdings idealistisch erscheint, durch die Brille der eigenen Wahrnehmung.

Ein Planet an der Hausspitze, also knapp vor, auf oder knapp hinter der Spitze, hat eine stark extrovertierte Orientierung, es drängt den Planeten ins Leben hinein.

Ein Planet vor einer Hausspitze wirkt ähnlich, nur wird gerade dieser Planet noch mehr Aufgaben erledigen müssen, je mehr, desto weiter er von der Hausspitze entfernt steht, aber noch im letzten Drittel des vorherigen Hauses. Ein Teil der Energie des Planeten geht nicht mehr in die Persönlichkeit als Überzeugung und als expansiver Impuls (wie es bei einem Planeten an der Hausspitze der Fall ist), sondern diese Energie wird nun anders eingesetzt: Erzwungenermaßen wird durch den knappen Endbereich eines Hauses der Planet und seine Stellung als besondere Aufgabe erlebt, was solche Planeten gewöhnlich immer etwas schwieriger für den Geborenen machen; - dafür aber kann umso mehr Leistung möglich werden: Der Horoskopeigner empfindet gewisse Dinge, die der Planet an ihn heran trägt, als erweiterungs- oder wandlungsbedürftig.
Man könnte fast sagen, die zu erledigenden Aufgaben resultieren aus den gegebenen Möglichkeiten des alten Hauses, und müssen aber für das nächste Haus überarbeitet und neue Wege der Entfaltung und Manifestierung gefunden werden.
Das wird nicht immer vom Horoskopeigner geleistet, und die Folge kann ein Beharren auf gewisse veraltete nicht mehr nützliche Einstellungen sein, da ein Mangel an Erkenntnisarbeit vorliegt. Man kommt dann nicht von der Stelle.

Der Bereich, wo dieser Sog ins nächste Koch Haus wirklich überaus deutlich wird, ist meines Ermessens nach nicht direkt nach dem Talpunkt (bzw. Wasserpunkt), sondern zur Hälfte des Weges vom Talpunkt bis zur nächsten Hausspitze. 

Im Grunde wird jeder Planet, egal in welcher Zone er steht, immer dieselbe Energie für den Horoskopeigner zur Verfügung stellen, sie wirkt sich nur anders aus, und findet verschiedene Wege in oder aus der Persönlichkeit heraus. Wirkt sie in die Welt, bedeutet das vor allem eine Herausforderung sich den Taten zu stellen und anzuschauen, die man selbst bewirkt und beeinflusst. Wirkt ein Planet in die Persönlichkeit hinein, bedeutet das vor allem, sich zu vergegenwärtigen, wie dieser Planet Strukturen der eigenen Psychologie bedingt.

Die Stellung, die der Geborene als sehr fliessend und leicht erlebt, ist die Stellung kurz vor dem Invertpunkt bzw. am Luftpunkt eines Hauses. Man könnte aber meinen, dass diese Stellung ähnlich einem Trigon oder Sextil den Menschen auch zum Teil eine gewisse Selbstverständlichkeit eingeben können, und er sich folglich nicht der Notwendigkeit ausgesetzt sieht, irgendwelche besonderen Ziele zu verwirklichen oder die eigenen Kräfte auszurichten, sondern gerade das tut, was ihm am leichtesten ist.

 

Empfehlungen für das Bücherregal:

Weiteres über Astrologiebücher:

Ich möchte empfehlen, hin und wieder einfach mal ein Buch zu kaufen, für das es kein zwingendes Interesse zu geben scheint. Natürlich sollte das Thema oder der Autor allgemein einen selbst interessieren.

Ich habe in vielen Büchern, die ich mir nur kaufte, weil es eine Gelegenheit war - zB weil sie relativ günstig  zu haben waren -, vieles gefunden, was  sehr bereichernd ist. Wenn es nicht das ganze Buch war, das überzeugte, so stehen da oft erhellende Kommentare oder Sätze drin, die einem zuweilen ganz neue Sichtweisen ermöglichen , oder solche bestärken bzw. bestätigen können.
Die amerikanischen Autoren sind hier nicht zu vernachlässigen (zB Noel Tyls "Saturn Uranus Pluto" Buch mit verschiedenen Autoren zum Thema; auch Sullivan oder die Holländerin Zondag sind interessant zu lesen).
Liz Greene  steht sehr mit der Mythologie und Jung im Bunde, spricht also mehr in der Richtung der bildhaften Astrologie. Es ist meines Empfindens nach nützlich, auch mal Greene zu lesen (zB "Schicksal und Astrologie"; über Familienthemen, die vor allem mit mythologischen Bezügen  veranschaulicht werden).

Es gibt immer wieder Beschreibungen zur Astrologie, die zu viel Gewicht auf das rein empirisch Beobachtbare legen, während das Essentielle, Prinzipielle fehlt oder falsch dargelegt ist. Es ist das allein empirische, wenn es denn wirklich gut beobachtet ist, auch lohnend. Empirische Bücher können  wertvoll sein und sollten nicht im Regal fehlen - doch wo findet man solche? Was mir als empirisch fundiert vor Augen steht ist das Mondbuch von Roscher. 

Fixsterne und Asteroiden
Es gibt nicht viele andere Bücher über die Asteroiden und Fixsterne als wie das von Felber.
Und dieses Buch von Felber ist das Beste.
Das Buch von D. George über die vier Asteoriden ist m. E. nach eher schlecht und nicht sehr essentiell. Es wird viel gemutmasst. Es gibt weiterhin noch die alten Bücher von Ebertin oder dessen Zeitgenossen. Wobei man bei Ebertin nicht sicher sein kann, ob die Beschreibung immer eindeutig mit der Fixsternbedeutung korreliert. Da ich Ebertins Fixsternbuch nicht als Buch vorliegen habe, kann ich Ebertins Fixsternbeschreibung nicht abschliessend beurteilen. Ich habe ansonsten viel negative Meinung darüber vernommen.
Insgesamt scheint mir persönlich Ebertins Beschreibung in anderen Dingen nicht sehr nahe an der Essenz, sondern er versucht sich meiner Meinung nach in solchen Beschreibungen, die systematisch sein wollen, oder "kosmobiologisch", in einer versuchten "kosmischen" Lebensauffasung, womit sich so etwas wie die natürliche Lebensausrichtung ergibt. Doch scheint es essentiell nicht immer hinzuhauen bei Ebertin. Und zu viel Gewicht wird gelegt auf das bloß im Alltäglichen beobachtbare der Erscheinungsweisen der Planeten. 
Bei den Gestirnskombinationen von Ebertin wird  ausserdem in der Weise, wie man dem Buch etwas abgewinnen kann (nämlich an Erkenntnis über eine Lösung: eine angemessene Lebensführung oder Lebens-Weisheit) viel zu wenig dargelegt.

Sonne, Mond 

Sonne und Mond sind die wichtigsten Faktoren eines Radix.  

Wann immer von Sternen im esoterischen Sinne gesprochen wird, kann man annehmen, dass einfach von einem kosmischen Bereich gesprochen wird, in dem die Sternenkraft als Macht bezeichnet ist. Die Sonne ist für uns naheliegendster Repräsantant dieser Schöpfermacht. Einer Macht, aus der wir  hervorgehen und aus denen letztendlich - symbolisch betrachtet -  alles hervorzugehen scheint und von der alles Leben abhängt. 

In dieser Macht enthalten ist eine evolutive Schöpfungskraft oder bezogen auf den Menschen: eine natürliche Lebensabsicht , und erst die Schöpferkraft  zeigt die Befriedigung des Anliegens der Sonne.
Das meint nichts anderes, als die Umsetzung unserer Energien in die Lebenswirklichkeit, in unser gelebtes und gestaltetes Leben hinein. 

Hervorzuheben unter den spärlichen Angebot an Mondbüchern ist: Der Mond - das innere Kind . Hamanns Buch empfinde ich als ein Muss!

Neben Hamanns Mondbuch ist durchaus auch Roschers Mondbuch hervorzuheben, das eine gute Ergänzung zu dem insgesamt noch besseren Mondbuch von Brigitte Hamann ist.
Bei Roscher fehlt einem jedoch das Angebot an Verwirklichungsarten und bietet fast durchweg keine wirklichen Lösungswege , die man in einer wirklich bewusst zu nennenden Lebensführung entdeckt oder bei Ergründung  der essentiellen Seite der Energien entdecken will. Die Betonung bei Roscher liegt auf dem Bereich der oberflächlichen Möglichkeiten, die das Leben bereits empirisch zeigt. Immerhin bietet das Mondbuch eine vertiefende Lektüre, quasi anhand von Fallbeispielen. Man entdeckt immer wieder Ähnlichkeiten, mit den Mondständen eines Menschen, dessen Horoskop man untersucht. Doch sollten die Aussagen nicht immer auf eine entsprechende Mondstellung bezogen werden, die man bei jemanden untersucht, als wäre es Schicksal, dass sich die Energien so zeigen müssen. Man kann aber wunderbar sein Wissen in die Astrologie vertiefen, indem man die Mondbeschreibungen von Roscher in der Praxis wiederfindet, zumindest wenn man den Versuch unternimmt, auf das Prinzipielle zu kommen. Wofür Hamanns Buch sehr viel besser geeignet ist.

Zur die "Heilkraft der Sterne". 

Einige Anmerkungen: Chiron als Herrscher über den Schützen entspricht nicht meiner Einschätzung, aber was Lawson dazu geschrieben hat, offenbart durchaus einen Aspekt Chirons, der im Schützen aufgeht. Meiner Meinung nach offenbaren die Asteroiden sowieso keine kohärente und eindeutige Zeichenherrschaft.
Man stärkt seine Mitte, Indem man das Sonnenzeichen im Bereich der Kreativität und Leidenschaft einbringt (Feuer), sich in der Welt von Beruf und materiellen Erfolg, auf der Ebene von Intellekt und höheren Zielen (Luft) oder in der Welt von Liebe, Emotion und Intuition (Wasser) bewegt.

Neue Planeten erforschen
Um neue Planeten zu erforschen geht man am besten konkret zur Untersuchung dieses Planeten im Radix über. Man untersucht, wie er in Aspekten wirkt oder an einer Hauptachse, im Transit usw.. Bei Aspekten muss  man die  beteiligte Planeten unterscheiden und die Aspektartz berücksichtigen.

Meiner Meinung nach ist das der beste Weg. Man kann Annahmen bilden, sollte sie aber dann im Radix prüfen und nicht sollte man die Bedeutung "vergewaltigen", erzwingen. So dass man im Radix nur die Suche nach der Idee Chiron fortsetzt. Man braucht keine Idee, wenn man der Essenz nahe genug  gekommen ist.
Es gibt viele Bücher zB zu Chiron, aber viele kommen nicht an die Essenz heran, halten sich schwerpunktmässig in nicht den bedeutendsten Facetten auf. Sogar ich selbst habe in meinem Chiron Artikel  den Eindruck (Stand: 2011), dass ich noch nicht das Essentielle getroffen habe. Ich meine dabei die wesentliche Funktion des Planeten, Entsprechungen und Verwirklichunsbeispiele finden sich leicht.
Dass das Essentielle gerade von Chiron oder Pholus schwer zu fassen ist, das ist natürlich, weil uns kollektiv die gereifte und verdichtete Erfahrung über die Bedeutung dieser Faktoren fehlt. Wir kennen erst einige Facetten, so ähnlich wie bei Pluto. Die volle Spannbreite von Entsprechungen mögen wir gefunden haben, aber die wesentliche Essenz, die das alles erklärt, ist der spannende Punkt.

Wie kann ich aber behaupten, ohne die Essenz von Chiron wirklich zu kennen, dass sie generell noch nicht getroffen ist? Es ist ein Gefühl, ein Gespür, das mir bei den überlieferten Deutungen überfällt. Van Slooten äusserte sich beizeiten mal ähnlich.

Zu den unbekannten Planeten gehört zB Chiron, Pholus , alle Asteroiden, oder noch Pluto, der auch vielen nicht geheuer ist (und dass man nur vorzugsweise zu den negativen Eigenschaften kommt ist ein Zeichen, dass der Planet in der vollen Spannbreite noch nicht bekannt ist!). Neue Planeten können schlecht in ihrer Essenz gefangen werden, wenn man zB Vergleiche mit der Umlaufbahn anstellt und Chiron mittels Saturn und Uranus greifen will, oder Pholus mit einem Gewusel von Saturn, Uranus und Neptun. Das sind nur Facetten und werden es immer nur bleiben. Zur Probe: Wie sollte man das wahre Wesen der Venus erfassen, wenn man sie in Bezug zur Umlaufnähe der Sonne und in Bezug  zu den benachbarten Planeten Merkur und Mond stellt? Erst wenn das Wesen eines Planeten bekannt ist, erklärt sich deren Einbettung in eine Umlaufbahn! Wenig Erfolg hat es anscheinend auch, wenn man zu sehr in die Mythologie kommt. Es zeigt sich immer wieder wichtiges in der Mythologie, aber sie ist reichhaltig, interpretationslastig und der Planet bleibt immer noch ein Ding für sich.

Weitere Gedanken, die nicht als Weisheit letzter Schluß gelten wollen, sondern als Stadium meiner gegenwärtigen Verständnisse...:

Was bei Pluto immer wieder zu beobachten ist, dass er von uns Wandlung verlangt. Er ist wie ein Magnet oder magisches Füllhorn, in das alles zu geraten scheint, was nicht die Zeit überdauern kann. Andererseits ermöglicht er durch seine geheime oder magische Kraft einen enormen Antrieb, den man zur Wandlung nutzen kann. 
Pluto kündet von Bedeutung, aber anders als der Mond hat er sie noch nicht griffbereit und führt nicht direkt zu der Bedeutung, die etwas haben soll - weswegen Mond und Pluto ungleiche Planeten sind, obwohl sie jeweils sehr viel mit der Bedeutung einer Sache, mit dem Bedürfnis, und mit Emotionen zu tun haben.

Auch andere Beschreibungen der Prinzipien als die obigen können eine tiefere Ebene anzeigen.

Eine andere Beschreibung grundlegender Eigenschaften der Planeten:
Mars - in einen bestimmten Bereich viel persönliche Energie einsetzen. Man schaut zu dem Punkt, wo jemand besonders hervorgeht als Initiator, Einflussnehmer, Geber, Täter oder Bewirkender. Oder wo er in Bezug zu diesen Dingen und Tätigkeiten Probleme für sich oder andere aufstellt.

Wie Mars wirkt, kann man auf ein Radix angewendet auch bei einem Transit oder noch besser einem Solar nachvollziehen. Bei einem Geburtshoroskop steht der Mars seit Anfang der Geburt und hat eine besondere Wirkung auf unsere Lebensart. Daher ist diese Geburtsposition des Mars immer am dichtesten verwirklicht, kennt Bezüge auf viele Ebenen des Lebens, und steht vor allen anderen Techniken. Eine Planetenenergie zu isolieren könnte allerdings schwer fallen, weil die Persönlichkeiten aus mehreren Schichten aufgebaut ist. Daher bietet sich immer wieder ein Blick auf die aktuelle, meist sehr begrenzte Wirkung des Mars zu werfen, diese aber zu unterscheiden von der vielschichtigeren Wirkung des Mars im Geburtsradix. Solare, Lunare, Transite sind nur Ausschnitte und zeigen mehr aktuelle Themen. 

Das Radix ist grundsätzlich, und enthält unsere ganze Wesensart, Mentalität, und das, was für uns wichtig ist, wo unser Blick, unsere Energie oder das Interesse hingeht.
Je nach  Planet kann man verschiedene psychologische Funktionen differenzieren. Der Blick auf die Dinge mag verschieden sein, und damit das Werten, je nachdem ob Jupiter, Venus oder die Sonne dahinter stehen, oder Merkur mag unser Interesse und Vernunft oder Logik oder Kalkül leiten, ein Geschmack kann von der Ästhetik der Venus oder dem ethischen Empfinden Jupiters abhängen.
Beim ethischen Empfinden von Jupiter geht es um den Blick auf Werte, die man zum Allgemeinen projiziert. Es ist die typisch schützenhafte Mentalität, dabei nicht von einer verbindlichen allgemeinen Norm auszugehen, sondern die Verbindlichkeit in der umfassenderen Größenordnung des Lebens zu finden und sich davon leiten zu lassen . Jupiter zeigt uns, dass wir Menschen  mit Potentialien sind. Sowas wie einer Ahnung, einem Griff zu etwas, was man als übergeordnet empfindet. Der Mensch ist eine Idee, die werden kann. Krebs, Mond, Jupiter, Schütze, Sonne, Löwe zeigen auf ihre Art am deutlichsten das Leben wie es ist und sein soll,  in eigenen Gestzen -  denn es ist individuell und darin zeigt sich die Erfüllung. Eine  wässrige  Empfindungsqualität der Jovialität, die bei Jupiter entsteht, wird durch die wässrige Komponente des Jupiters verdeutlicht.
Jupiter herrscht in Schütze, und ist bemerkenswerter Weise im Wasserzeichen Krebs erhöht. Krebs, Mond und Wasser befinden sich dabei  in ein und demselben Zusammenhang und das Zeichen Krebs steht wie nichts anderes von den 12 Zeichen für das Wasser.
Jupiter, der in einem Feuerzeichen herrscht, steht also in dem Zeichen erhöht, das von allen Wasserzeichen die vollständigste Ausprägung des Wasserelementes bedeutet. Weiterhin herrscht Jupiter als Zweitherrscher auch in Fische (dem labilen Wasserzeichen; wenn wir Fische mit Skorpion vergleichen würden, käme heraus, dass Skorpion nicht die nächsthöhere Rangfolge wässriger Qualitäten nach Krebs bedeutet, weil es merkwürdig anmutet, dass der Mond als Inbegriff des Wassers hier im Fall steht . Im  Stier - dem Zeichen der Erhöhung des Mondes und gegenüber Skorpion - erinnert uns das Zeichen Stier allerdings  an die Erde, und damit an etwas festes, starres. Stoffliches ist greifbares, hat man, und es wirkt sich im Wesen für den Stier als Inhalt aus, der ihn erfüllt  (daher auch das 2. Haus als Haus der Talente, weil sie einen Inhalt bedeuten, auf den man quasi stofflich zurückgreifen kann, weil es verdichtet genug ist um Form anzunehmen; und auch die Ergründung von Symbolik ist ein typisches Talent des Stiers).
Wir kämen zunächst nicht auf den Gedanken, dass der bewegliche Mond in einem Erdzeichen noch am stärksten steht von allen anderen Zeichen (ausgenommen Krebs). 
Für einen wässrigen Planeten - so vielleicht der Gedanke -, müsste er da nicht in einem Wasserzeichen stärker stehen als in einem Erdzeichen?  Er müsste also im Fische/Neptun, nicht in Stier erhöht sein. Tatsächlich erklärt sich mit dem Fassbaren des Stiers der Erfüllungscharakter des Mondes, und es geht dem Mond um die Erfahrung von etwas, das ist. Im Fische würde sich dieses Etwas zu schnell auflösen, weil das Fische Zeichen nach Transzendenz strebt, und vor allem Auflösung des Subjektiven, weil man sich dem Ungewissen überlässt. Immerhin findet der Mond im Fische auch kein schädliches Zeichen, da ihm das Zeitlose in anderer Hinsicht auch gut bekommt (man denke nur an den Schrecken des Mondes im Skorpion oder Steinbock, an die Vergänglichkeit und an das Andauern von Zeit erinnert zu werden). 
Das Krebszeichen wird verständlich als Grund und Boden des Mondes, weil er hier gebiert, was (seine) Seele verlangt. Und im Stier findet er gewissermaßen die Erfüllung des Seelischen, in einem Ruhepunkt der sinnhaften Ewigkeit, die aber anders als im Skorpion oder Steinbock nicht von irdischen Dingen, sondern eher körperlichen Dingen kündet, die der Seele und dem Wesen angehören. Jedenfalls so ungefähr könnte man diese Zusammenhänge erklären, wobei diese Erklärungen allerdings abgeleitet sind vom Umstand, dass wir wissen, dass der Mond im Krebs am stärksten mit seiner Wirkung übereinstimmt, und immer noch stark übereinstimmt mit Stier. Dann sucht man nach möglichen und naheliegenden  Schlussfolgerungen...
Ich wusste vor Jahren noch nicht richtig zu verstehen, dass die klassischen Erhöhungen und Elementebezüge nicht unbedingt eine Rolle spielen, um die Herrscherbezüglichkeit zu regeln - obwohl es viele Hinweise dafür gibt .
Ich stellte mir aber ein Bild vor, wo die Energien fließen, und ihr Wirken durch die Art und Weise beeinflusst wird, wie diese Energien fließen können (nämlich durch zwangsläufige Kombination mit einem der zwölf Zeichen). Wenn ein Planet in einem guten, d.h. begünstigten Fluß seiner Energien  kommen will, weil er seine Kraft am reinsten ausdrücken kann, findet er dazu einen Boden, der ihm gerade am besten dazu ist.

Es ist kurz gesagt nicht unbedingt der Kern, dass man die Stärke eines Planeten allein anhand der Elemente, oder Qualitäten beurteilt. Statt Stärke spricht man von Würde, und es trifft den Sachverhalt sogar besser. Es geht um das, was das Zeichen für den Planeten möglich macht, eher um ein Symbol oder eine Funktion, als um eine Qualität oder Eigenschaft. Der Begriff "Stärke" deutet an, dass der Planet "stärker" sein kann, und wir denken vielleicht an die Quantität oder Masse oder Macht des Wirkens. Bei Mars ist klar, dass er auch stärker wirkt, wenn er günstigen Boden hat, aber was ist die Stärke beim Mond? Eigentlich wird der Mond dort passiver. Und damit findet er eine große Wesensnatur. Er ruht bestenfalls im Wohlbefinden. Wohlbefinden ist eine Funktion des Organismus, die aufrecht erhalten werden will und lässt sich als Instanz der Funktion auf viele Dinge übertragen. Wenn eine Funktion gestört ist, entsteht mit dem Mond Unbehagen. Funktion ist im vierten Haus oder 2. seelischen Quadranten eine Funktion des Lebens oder Gehaltes des Lebens. Der Mond ist nicht primär ein Warner oder Signal für gestörte Funktionen. Sondern er richtet aus, dass Funktion erhalten bleibt. Die Funktion erklärt sich mit dem Lebenskern Sonne, es soll kurz gesagt gelebt werden, wie das Leben es verlangt. Nicht das äussere Leben, sondern das innere Leben. Krebs und mit ihm der 2. Quadrant ist ja keine dingliche Sache, sondern eine des Seins. Das Gefühl wird geboren, nichts greifbares. Wenn wir nach Geburt oder kardinalen Inszenierungen suchen, denken wir zunächst an ein Ding, etwas greifbares. Der Krebs und der Mond stehen auch für die rezeptive Seite des Lebens, das heisst diese Prinzipien ermöglichen es, das Leben in sich aufzunehmen. Aber die stellen dabei eigene d.h. von innen kommende Forderungen. Forderungen von aussen wie zB von Saturn decken sich meist schlecht mit diesem Innenleben.
Das Gegenteil einer "starken Position", also einer Position in Würde für den Planeten, ist die Exil oder Fallstellung. Diese macht sich bemerkbar in der Weise, dass der Planet in seiner eigentlichen Bedeutung und Funktion eine Infragestellung erfährt und demgemäß im Aussen und Innen nicht den vollen Rückhalt hat, denn er sonst im Zeichen bekommen könnte, wenn er in Würde stünde. Das bedeutet in der Praxis, dass die Lernerfahrungen gewichtiger werden, bis dass der Planet seine Blüte zeigen kann, oder dass man eine gewisse Last verspürt, nämlich stets in eine bestimmte Richtung zu kommen, die einen die Schwierigkeiten  vor Augen führen. Sprichwörtlich wird man im Exil oder Fall leichter abgelenkt, um eine Funktion oder Energie angemessen zu handhaben.

Ein Planet steht dort gut, wo er das vollbringen kann, was in seiner Natur liegt. Der Begriff Würde bringt uns direkter zum Umstand, dass ein Planet in einem Zeichen Bedingungen vorfindet, die zu seiner Würde sind. Sie werden sich nicht völlig deckungsgleich zeigen, weil die Elemente, die ein Planet als Boden vorfindet, vielleicht sogar gar nicht mal für den Planeten das Entscheidende sind. Denn nur so kann ich mir Stier als Erhöhungszeichen des Mondes erklären.  Im Krebs steht der Mond so, dass er direkt anleiten kann, und zum Werden bringen kann, was Funktion des Lebens ist. Im eigentlichen ist auch Wahrnehmungsfähigkeit eine Eigenschaft des Mondes. Etwas erhält Bedeutung. Anders gesagt zeigt uns der Bezug zum IC die Wurzeln, in denen wir gründen und uns nähren. Wir wollen zB zuhause ein Klima, in dem wir uns wohl fühlen und es ist am besten jede soziale Welt, die um uns herum ist, familiären Charakters. Denn das entspricht sozusagen unserer Seele. Aber Familie ist nicht allein das Wesen des vierten Hauses, auch nicht Heim und nicht die Herkunft und Sippe. Solche beispielhaften Entsprechungen sind nur Teilaspekte einer grösseren umfassenderen Bedeutung.

Im Skorpion steht der Mond schlecht, weil er hier sein Trauma erlebt. Skorpion lässt nach den Stacheln suchen und damit wird der Mond ja prinzipiell in  einer  der in sich weilenden Ruhe und Erfüllung des Stiers oder Krebs entgegengesetzte Eigenart versetzt.

Aber der Mond findet im Skorpion noch seine Triplizität. Das heisst, wenn die Umstände  gut sind, geht es auch dem Mond doch noch sehr gut . Keine fassbaren Stacheln des Skorpions, oder die Aspekte zum Mond machen gerade mal keinen Ärger...

Letztlich muss man immer wieder berücksichtigen, dass die Zeichen nicht deckungsgleich mit den Planeten sind.  Das gilt auch für die Häuser. Es ist ein nützlicher und meist auch stimmiger Anhaltspunkt, die Stärke eines Planeten in einem Haus daran zu messen, wie er analog im Zeichen stünde.
Wenn Jupiter im SCHÜTZEN sein Domizil hat und im Neptunzeichen FISCHE Zweitherrscher ist, dann könnte man annehmen, dass Jupiter im 12. Haus gut steht, weil er auf Zeichenebene bereits eine Entsprechung zum Neptunprinzip hat und die Häuserebene am ehesten den Zeichen entspricht, so dass man Neptun mit Fische und dem 12. Haus grob gleichsetzen kann und Jupiter müsste also zu allen Ebenen passen, wenn er zu einer Ebene schon gut passt (Jupiter ist in Fische der  klassische Herrscher  bzw. moderner Zweitherrscher).
Wie die Erfahrung aber besagt, wird Jupiter hier leicht zum Tyrann und  kann uns das soziale Gewissen und der nach Aussenbezug (zu anderen Positionen) mit egozentrischer Aufblähung von persönlichen Werturteilen und persönlichen Lebensauffassungen vermischen, so dass man leicht intolerant hinsichtlich dessen werden kann, was einer  denkt oder tut. Jedenfalls scheinen andere oft den Eindruck davon zu erhalten.

Die gute oder schlechte Stellung eines Planeten in den Häusern ist also nicht immer übertragbar auf die Ebene mit den Zeichenherrscher.
Man kann sagen, dass Jupiter im 4. Haus (Jupiter ist in Krebs erhöht) in manchen Fällen ganz gut steht, und er allgemein die Person von innen her mit Jovialität und Güte erfüllen kann, und in anderen Fällen aber einem Blumenteppich gleich kommt, der einen die Realität immerzu in einer Weise erleben lässt, wo es kaum Platz für bodenständige Auffassungen oder Realismus gibt. So dass man leicht weltfremd wird und gegen die allgemeine Erwartung selbstsicher in Situationen ist, die normalerweise dieser Haltung nicht entsprechen würden. Auch kann ein Jupiter in 4 überaus selbstbezogen machen. Jedoch gibt es auch Positiva.
Insgesamt scheint Jupiter in jedem Eckhaus sehr gut zu stehen. Weil man sehr viele Möglichkeiten dort zur Entfaltung bringen kann und man meist mit der Selbstsicherheit nicht so große Probleme haben wird, wenn andere Planeten diese Entwicklung nicht verzögern.

Das Trockene des Stiers bringt uns nicht unbedingt zum Wesen des Mondes. Mehr zum Wesen des Mondes führen allgemeine Betrachtungen. Das Krebszeichen gebiert, und der Mond tut es ebenso, er will das Bedürfnis nach Sicherheit und Wohlergehen befriedigt sehen.
Bis dahin geht man mit einer leichten Unruhe schwanger. So wie es die Bewegung entspricht. Dann aber gibt es einen Moment der Fülle, wenn das Bedürfnis befriedigt ist, sozusagen der Vollmond. Die Bedeutunt des Mondes kommt nur auf, wenn es eine Sonne gibt, und so wird klar, dass ein wesentlicher Aspekt des Mondes auch die Begegnung oder Beziehung ist. Weil daraus ergeben sich Eindrücke und die Erfahrung und Bestätigung und Begründung emotionaler Sicherheit und Wurzelung.
 
Der Mond. Der Bruder oder die Schwester der Sonne. Wenn die Sonne symbolisch Reflektion und Bewusstheit darstellt, und der Mond Seele und (seelischer) Inhalt des Bewusstseins, erklärt sich die Bedeutung des Paars als auf einander angewiesen. Die Sonne bringt das Unbewusste, das Seelische ans Licht.  Das wäre die esoterische Bedeutung des Lichterpaares.
Leben ohne Inhalt ist kein Leben. Und Inhalt ohne Leben bedeutet ebenso nichts. 

Den Impuls, den das (seelische) Leben zeugt, will der Mond in sich tragen und verwirklicht sehen, auch wenn es nur in seinem Gefäß existiert. Seine Geburt, sein Impuls, seine Wirklichkeit, seine Kardinalität. Mit dem bewegten Leben und der Fülle an fühlbarer und erlebbarer Bedeutung ist er kein dunkles leeres Gefäß mehr. 

Aber auch der Wechsel zwischen Tag und Nacht, Fülle und Leere gehört zu seiner Eigenart, aber ist nicht wichtig genug, sonst würde er nicht in einem Erdzeichen als erhöht gelten. Es scheint bei ihm mehr um die Ebene der Erfüllung zu gehen. Dabei wird die Erfüllung aber nicht auf eine Idee zurückgehen, oder etwas neues entstehen lassen, sondern es geht ihm um die Erfüllung eines BEDÜRFNISSES, das er in sich trägt.
An sich zu wirken ist nicht das Wichtigste, aber ein Teil seiner Bedeutung. Mehr wäre das Wirken und die Freude am Wirken , wobei man sich selbst erlebt und in seinem Ausdruck vergegenwärtigen kann, mit dem Löwe  und der Sonne oder dem Lebensbereich des 5. Haus   entsprochen. Das wäre auch etwas mehr äusserliches. Im vierten Haus und beim Mond geht es um Inneres.
Dem Mond geht es um Erfüllung eines Bedürfnisses. Er will Gefäß sein, das Innen ertasten und damit eins sein, und nicht nur irgendeine Form oder Idee bedeuten. Gleichwohl fühlt sich Jupiter hier wohl im Krebs, da er noch mehr die Idee vorfindet, dass etwas sein kann, und wo er über die Form des Bestehenden oder die bekannten Ebenen hinaus kommt. Denn der Krebs kann alles wollen, was nur in ihm liegt. Dies deckt sich auch mit der Neigung des Krebses kreativ sein zu können, weil dieses Prinzip einem inneren Impuls Ausdruck verschafft und das seelische Leben als allerersten Schritt des Prinzips zur Wirklichkeit erhebt bzw. erheben will.
Damit erhält Jupiter im Krebs auch die greifbare Idee des Menschen, der werden soll - wo er das Augenmerk, seinen Pfeil, das übergeordnete Ziel hin richten kann. Denn Jupiter ist ja nicht Mars, Jupiter strebt nicht nur nach eigenem, sondern versucht es so zu machen, dass die Bedeutung einem grösseren Maßstab gerecht wird.

Als kardinales Zeichen stellt er  (eigene oder dem Leben zugehörige) Wahrheiten als Quell zur Verfügung . Er ermöglicht der Seele ein Haus. Daher auch der Bezug des Krebses oder des vierten Hauses zur Häuslichkeit, weil für die Seele wie für das normale Leben ein Raum geschaffen sein muss, in dem man es aushalten kann und aushalten will. Ein Raum, in dem man sicher ist, und in dem das Leben möglich wird. Der Raum ist nicht mehr nur ein Ort, sondern wird mit Leben gefüllt, und der Wohnraum oder das Heim ist damit  wesentlich ein Gefäß. 

Wenn es aus dem dem Unbewussten sprudelt, so ist das die Funktion, mit der das Seelische geboren wird. Der Mond verweist auf sich selbst (ist völlig passiv), und wir erhalten mit ihm die Möglichkeit, dass wir uns  dem Seelischen vergegenwärtigen können. Dies scheint das zu sein, was der Mond erhalten will: die Vergegenwärtigung des Seelischen.

Es wird im Mond auch alle Erfahrung gespeichert und jede Erfahrung steht damit für ein Grundkarma. Der Mond ist Karma schlechthin, und zwar in solcher Form, dass wir an unsere Erfahrungen gebunden werden, und die Konsequenzen auf unser seelisches Gemüt erfahren. Er leitet uns damit indirekt an, auf uns Acht zu geben und nach einem Leben der Befriedigung von elementaren Bedürfnissen zu suchen - was je nach Zeichen, Haus und sonstiger Radixstellung dann oft ein typisches Muster an Dingen ergibt, die einem sehr wichtig sind weil man auf die achten lernt. Wer zB einen Mond im 2. Haus  hat, wird sich dieses Lebensbereiches immer vergewissern wollen, dass dort alles in Ordnung ist. Deshalb kann so jemand kaum obdachlos werden, besonders wenn noch irgendwelche Erdqualitäten hinzukommen (und Uranus nicht dazwischen funkt). Er mag nur andauernd die Angst mit sich tragen, wird aber aufgrund dessen normalerweise so sehr sich um diesen Lebensbereich kümmern, dass er nicht obdachlos wird. Im 2. Haus geht es um das, was man hat und dazu zählt auch der Grund und Boden (auch die Wohnung als Miete). Das 2. Haus bezieht sich eindeutiger auf die Existenz als materielle Eigenschaft, als wie es das 4. Haus tut, das eher die Existenzweise beschreibt und wie man sich in seinen Wurzeln fühlt. Mit dem vierten Haus richtet man sozusagen das 2. Haus ein. Die Aura oder Ausstrahlung, und die Dinge, die in einer Wohnung stehen oder zentralen Platz einnehmen, sind oft mit Planeten im vierten Haus beschreibbar. Das vierte Haus beschreibt Rudhyar als Zentrum des Seins. 
Die Wohnung im Sinne des 2. Haues ist die Substanz, auf die man alles was man sein persönliches Leben nennt, errichtet, und was damit dieses Leben nährt. Hier zeigt sich in meinen Augen auch die Analogie zwischen Stier-Prinzip und Mond-Prinzip. Eine mit Möbeln und benötigten Sachen ausgefüllte Wohnung bietet die feste Substanz, die man sein eigen nennt und die weiterhin auch speichert, was sich im Laufe des Lebens ansammelt. Aber sie ist vor allem, was uns Sicherheit oder besser gesagt einen bleibenden Wert unseres Daseins vermittelt, weil wir drauf zurückgreifen, ähnlich wie die Wurzeln ins Erdreich greifen und Nährstoffe auszehren. Bereits Rudhyar weist auf den Zusammenhang zwischen Sein und Haben im 2. Haus hin. Die Küche könnte übrigens gut mit dem 6. Haus beschreibbar werden und wer die Sonne im 6. Haus hat, könnte einen besonderen Bezug zur Küche einnehmen oder dem Platz wo Nahrung zubereitet wird. 

Dass es um die Wahrheiten des  eigenen Lebens geht, ist fundamental für den Mond sowohl für den Krebs. 
Daher auch die stille Erwartung des Krebses an die Umgebung, aus seinem Quell  der Wirklichkeit zu trinken. Etwa auf sein Mitleid einzugehen oder auch seine  Fürsorge anzunehmen, ebenso wie die Gelegenheit familiär zu werden einzugehen. Dem Mond liegt daran, dass die Erfüllung seiner Erwartung  sich ergibt. Im Steinbock erfährt er diese Erfüllung (was sein soll) im Außen, als formgebende Instanz, als  von aussen kommen, der Mond aber hat den Maßstab im Innen. Er muss nach aussen gehend einen Umweg tun und findet sich oft statt der Akzeptanz auch noch dem Druck der Welt (des Aussen) ausgesetzt. Alles, was ins Leben eingreift und nicht von oder zu  ihm gehört, das ist im Prinzip für ihn schlecht.

Neptun erzeugt einen zu grossen Dunstschleier, ist nicht praktisch und geerdet genug, weil er von zu hohen Dingen kündet, ohne Gegenwart schon als solche zu erfüllen und Ruhepunkt im greifbaren Jetzt zu sein. Die Flucht des Neptun ist nicht des Mondes Sache, denn im Krebs oder Stier ist er voll in der Wirklichkeit und darum geht es, dass diese ausgehalten wird, weil sie Erfüllung mit sich bringt. Wäre Fische nicht so etwas jenseitig, würde es dem Mond möglicherweise in das Phantasie und Erfüllungsreich Neptuns verschlagen. 

Aber immerhin findet der Mond in allen Wasserzeichen seine Triplizität, also eine  Würde .
Jupiter findet seine Triplizität in Zeichen der Luft. Es gibt eine genauere Triplizitäteneinteilung, wo man auch zwischen Stellungen als Tagplanet und Nachtplanet unterscheidet; die Definition des Nachtplaneten: Sonne steht unter dem Horizont. Wenn der Mond  in einem Nachthoroskop untersucht wird (wenn die Sonne untergegangen ist am Horizont bzw. an der AS/DS-Achse), steht er im Zeichen Erde in seiner Triplizität, und ist in seiner Würde besser gestellt. Jupiter steht bei einer Nacht im Feuer in seiner Triplizität . Und Jupiter steht sowohl am Tag als auch in der Nacht in Zeichen der Luft in seiner Triplizität. Dasselbe gilt für den Mond, er steht am Tag und in der Nacht in Zeichen des Wassers besser als in allen anderen Zeichen und kann sogar Stärkung erfahren.

Die Erwartung ist für alle Wasserzeichen irgendwo immer vorhanden, in welcher Form auch immer. Das Feuerzeichen erahnt auf mehr geistiger Ebene. Und versprüht Ideen durch konkret sichtbare Einladungen, sich zu beteiligen. Wirkungen und Taten, Esprit und Bgeisterung als Zündgeber, das ist der Schütze, und Jupiter. Da reicht etwas aus dem Bisherigen hinaus, und will zu neuen Ebenen kommen, um etwas bisher nicht greifbares zu konkretisieren. Das ist der Feueranteil am Jupiter. 

Noch mal zum Mond zurück. Weil wir den Mond doch insgesamt mit dem beweglichen Wasser als Qualität identifizieren (immerhin ist er im Krebs Herrscher!), einem Wasser, das überall hinein geht, würden wir nicht meinen, dass er im fixen Stier erhöht ist. Oder doch? Er ist dort in seinem Wesen erfüllt. Die Ruhe des Stiers, und die Hinleitung zum sinnlichen Aspekt, bedeutet den Inhalt, um den es geht. Der Mond ist zwar beweglicher Natur, wie kein anderer Planet, bis auf Merkur vielleicht. Aber der Mond will vor allem etwas, und er bekommt die Sicherheit, um die es ihm nämlich auch geht, im Stier auf dem Tablett geliefert. Hier kann er horchen und zugleich Erfüllung finden, durch Auskosten des Momentes, nämlich schwanger zu sein (Krebs) oder sogleich die Bedeutung dieses Eindrucks zu erfahren (Stier), als lebendige Gegenwart, so in etwa, wie man sich nicht nur vorstellt, sondern mit den Händen um den Bauch führt und die Schwangerschaft genießt, was eine heimliche Lust, Sinnlichkeit mit sich bringen wird.

Wenn man die einzelnen Planeten, und nicht so sehr die Zeichen oder Elementeebene betrachten will, lohnt es grundlegende Prinzipien herauszuarbeiten und am besten auch eigene Worte zu finden, wie man die essentielle Funktion am besten beschreibt. Der Kern der Planeten, der Kern der Dinge ist dabei entscheidend. Venus würde mit dem Schlagwort Beziehungen nicht wirklich im essentiellen Gehalt getroffen.
Doch nicht immer kommt man schon auf alle Prinzipien der Planeten mit einem treffenden oder inhaltsvollen essentiellen Satz, und muss sich zunächst mit Umwegen begnügen.
Venus hat auch etwas mit einem allgemeinen Prinzip der Bezugnahme zu tun. Wir treten mit Mars in die Welt, und fast folgerichtig folgt darauf die Bezugnahme. So wie wir einem Gegenüber Konsequenzen einleiten - dabei folgen wir einer Art Geschmack oder Werteempfinden. Etwas ist uns geheuer oder nicht. Venus entscheidet, in welcher Weise wir den Ausgleich vornhemen. Diese Wahrnehmung liegt im Schatten des Aszendenten, der wird uns zunächst mehr beeindrucken. Man kann auch sagen, erst wen wir unseren Schatten des Aszendenten gemeistert haben, können wir wirklich auf jemand anderen eingehen, Bezug nehmen. Der Aszendent ist unweigerlich eine Grundenergie der persönlichen Empfindung, wird - infolge allgemein verbreiteter Zustände des Sozialen - verstört ausgedrückt. Er hat negative Form angenommen. Der  Deszendent in seiner Venusqualität steht in Waage , der Venus. Es ist Venus praktisch ein sehr wichtiger Planet, weil er schon nach der ersten Geige (Mars) an die Reihe kommt . Immer folgt nach dem ersten Schritt Mars der zweitie Venus: 1. Aszendent (Mars) 2. Deszendent (Venus),  1. erstes Haus (Mars), und 2. auch das zweite Haus hat Venus als Bezugspunkt (Stierqualität des zweiten Hauses). 
Weiterhin kann man noch finden: 1.  gezeugtes Leben (Mars),  2. Bezugnahme auf anderes Leben (Venus). Es ist der Gestaltungsschritt, ohne denn ein Agieren (Mars) nicht angemessen, schnell und effektiv umgesetzt werden kann. Was wäre ein kardinaler Schritt im Tierkreis ohne Zusammenhang? Es bedeutet anders gesagt, indem Venus dem Mars im Tierkreis auf verschiedenen Ebenen direkt folgt, als bewahrendes fixes Prinzip oder als bewirkender Absicht (kardinale Waagequalität der Venus), wird sowohl im zweiten Haus (Venus), im siebten Haus (Venus) oder als Bezugnahme im realen Leben das Marsprinzip im Wirken eher vervollständigt, denn im Sinn des Ganzen überflüssig gemacht. Was wäre das Leben, das Ausagieren, ohne Bezugnahme? Indem wir Bezug nehmen, übrigens, werden wir auch Gott näher kommen (die Gottlosigkeit ist es nicht, keine Werte zu haben, sondern keinen Bezug aufzustellen, zu dem, was man bewertet). Bewertet man das Leben aus Sicht des Eigenen bedeutet etwas ganz verschiedenes, als wenn man das Leben durch eine Bezugnahme bewertet. Diese Bezugnahme enthält praktisch einen Sinn und wir erfüllen ihn automatisch, als sei es das Richtige. Wir können nicht in der Öffentlichkeit die Hosen runter lassen, weil wir gerade Lust haben. Wir nehmen Bezug auf die Anderen. Schon eine normale Lebensäußerung (als Sinnbild für das in die Welt treten des Marsprinzips) weckt in seinem Schatten die Überlegung, was es anrichtet (siehe auch Angst des Mars). Es stellt sich der Bezug ein, etwas, was einen groben Widerspruch, Dualität, Reibung, Gottlosigkeit zum ursprünglichem Anfang erzeugt, und Zweifel dass es einen Gott  gibt.
Wir können feststellen, dass etwas uns und unserem Lebensgeist, den wir am Aszendenten der Welt entgegen zeigen, ohne dass es uns allzu sehr bewusst sein muss - weil wir so handeln müssen. Der Aszendent ist wie ein inneres kraftfeld, das  immer wirken wird. Positive oder negative Entsprechungen sind nicht das Wichtigste.  Es entsteht ein Widerspruch, zu dem wir in Bezug stehen, unweigerlich ruft unser Dasein die Frage auf, in welchem Bezug wir stehen. Analysieren, Raum ertasten usw. zur Orientierung, das tun wir erst nach diesem zweiten Schritt (Merkur; 3. Haus).
Wir überwinden die widersprüchliche Bezugnahme, indem wir einen eigenen Geschmack einbringen, wie die Dinge für uns gelöst werden können. Zwangsläufig entsteht also mit dem ersten Schritt ein zweiter, weil jeder Planet in einem Zusammenhang steht, und eben nicht machen kann, was er will. Woher kommt das Wollen oder Sein? Es ist Resultat vielerlei Antriebe (Planeten), und auch Prägungen, und eigene Anteile, die die verschiedenen Energien kanalisieren lassen.

Weitere  Beschreibungen der Planeten in ihren Funktionen:
Sonne = Das Zentrum, um das sich alles dreht (Lebensabsichten, die eigenes und unverrückbares Leitbild sind weil sie wie Herzensangelegenheiten wirken; das Feuer, das in einem brennt und Esprit und Begeisterung versprüht)
Mond = Instanz und Funktion des Psychisch-seelischen Befindens und Spiegel der Gesundheit; Mechanismus des "Erleidens" von Erfahrung und Wahrnehmung; durch die Funktion des Gefühls Wirklichkeit mit echter Bedeutung versehen, die die Zeit überdauert weil sie als nährende Qualität erfahrbar bleibt;
Die beiden Lichter Sonne und Mond bilden die subjektivsten Punkte im Horoskop und bedingen beide die Wahrnehmungsart

Venus = Wie man Beziehungen gestaltet, sich der Welt oder Dingen öffnet; wie man Geschmack erfährt; ästhetisches Empfinden und sozialer Sinn
Merkur = Wissen und Orientierung aneignen, anwendeen, vermitteln; Kommunikation und Instandsetzung
Mars = persönliche Einsatzgebiete für die Tatkraft eines Menschen; welche Ziele man verfolgt und für was man eintritt (was man sich zu eigen macht, weil man so handelt); die Lust und der Wille, der ausgedrückt wird
Jupiter = die Vorstellung, die über die Realität des Gegebenen hinaus geht und zur Fülle und Jovialität strebt, wobei die Jovialität mit dem Esprit des Feuers oft selbstbezogene Standpunkte vertritt, was auch für andere gut sein soll
Saturn = die Einschränkung und Bewahrung, was dafür sorgen kann, dass Dinge an ihrer Form scheitern da sie die Verbindung mit der Bewegtheit des Lebens verloren oder einbüßen an Tauglichkeit
Uranus = etwas verbindet sich mit der Idee des Menschen,  Geistes oder einer universalen Prinzips das mehr Gültigkeit hat als das Subjektive, Vereinzelte und Polarisierende
Neptun = etwas verbindet sich mit Sehnsucht, oder dem Bestreben das Leben zu verschönern; auch die Macht und das Verhängnis der Einbildungskraft
Pluto = etwas will überwunden und gewandelt werden; Anziehung gegenüber Verborgenen

Die Planeten haben eine spezielle  Bedeutung in spezillen Sachgebieten. 

Neptun untersteht allen heilenden und helfenden Berufen, ob diese Berufe es wollen oder nicht. Weil es immer darum gehen wird, wie sehr eine Behandlung oder Hilfe die Heilwerdung und Ganzwerdung (beides dasselbe) unterstützt, und in psychischen bis seelischen Bereichen widerhallt. Es ist unweigerlich miteinander verbunden, mit Neptun zur Ganzheit und Heil zu streben. In der Verkehrung und Schatten des Prinzips geht es um die Täuschung einer ganzen Vorstellung oder Ganzheit, die Werbereklamen und beschönigende Aussagen versprechen das Himmelsreich oder wollen davon Eindruck machen. Der Sinn, diesem Eindruck eines Heils zu folgen, kann eine jeweilige Tätigkeit des Augenblicks lähmen, da sie zweckentfremdet erstarrt in ihrer eigenen Funktion und Wirkung auf das Leben.

Jupiter untersteht neben Chiron  dem Schamanismus und allen bewusstseinserweiternden echten Methoden und ebenso echten spirituellen Bestrebungen oder Lehren (die sogenannte wahre Esoterik, die nicht nur die Evolution des Seelischen  verfolgt, sondern die höheren Stufen dabei anstrebt; in diesem Sinne wird für den ganzen Kosmos etwas erfüllt und auf eine gewisse Art jupiterische Jovialität erzeugt).

Saturn untersteht u.a. der Öffentlichkeit. Das was in Mode ist und als normal und bodenständig gilt und insofern eine Norm bedeutet. Es steht für konservative Wissenschaften und Definition der Wissenschaft gemäß dem Messbaren, das sich als Ergebnis und Fakt konservieren lässt.

Uranus untersteht den universalen Gesetzen des Lebens, so auch der Astrologie, da Uranus allgemeingültige dem Leben innewohnende Prinzipien verfolgt und einer natürlichen Gesetzmässigkeit Bahn brechen will, wofür einige Beschränkungen, Haltungen und Schattenthemen des Lebens, das ins Stocken geraten ist, überwunden werden müssen.
Uranus untersteht allem Technischen, das die Möglichkeiten des Lebens nicht nur erweitert, sondern auch mit neuem Inhalt füllt. Das Leben wird auf eine andere Stufe gestellt durch zahlreiche Erfindungen und neue Wege eines Zeitalters, die immer gleich zu denselben Zielen der Humanität oder der kosmischen Geburt des Geistes führen und was diesen Zeichen und Gesetzen folgen will. 

Pluto untersteht allen verborgenen Tätigkeiten, und typisch für Pluto wie Skorpion ist nicht nur das Verborgene sondern auch die Scham, weil diese Tätigkeiten bei zu viel Öffentlichkeit drohen in ihrer Legitimität hinterfragt zu werden. Investigationen und Betrug wollen unerkannt bleiben. Pluto steht weiterhin auch für die Bemühungen, verborgene Muster oder Zwänge zu wandeln, um auf diese Art Reinheit des lebendigen Zweiges zu erzeugen, der immer weiter wachsen will ohne sich mit der Vergänglichkeit des Lebens aufzuhalten. Irrtümer und Unvollkommenes wird mit Pluto schnell erkannt und entweder überwunden oder abgelehnt, abgeschieden.
Stirb und Werde ist sozusagen der Abschluß, den Pluto unserem Sonnensystem gibt. Übrig bleibt der geistig-seelische Gehalt all dieser Erfahrung, die wir jeden Augenblick machen. Übrig bleibt das Wahre. Pluto oder Skorpion ist wie der Pickel, der mit Substanz und Inhalt gefüllt wird, anschwillt, zur Abscheidung bereit wird und schließlich sein Gift entlässt. Der Zweck ist die Bereinigung. Der äusserlich erkennbare Vorgang mag  wie bei allen Wasserzeichen oder dem Wasser nahe stehenden Planeten naiv, infantil oder rauh und wild scheinen, weil unbekümmert.
Innerlich steht manchmal eine gewisse Unschuld vor, da der Schatten angenommen wurde und man sich zumindest nicht viel mehr vor macht. Andere Zeichen vermögen ebenso den Schatten annehmen, gehen dabei aber Umwege und kompliziertere Wege, mit denen sie sich etwas vom wahren Kern einer Ausdrucksart des Lebendigen entfernen.

Wenn man die groben Einflüsse von Saturn, Uranus, Neptun, Pluto aber auch Mars mit der Zeit angemessen integrieren und verändern konnte, in ihrem Wirken auf uns und unserem Handeln mit ihnen, ergeben sich neue Möglichkeiten. So kann Neptun zB helfen, die zerbrechenden und aus der Lebensmitte  reissenden Impulse des Uranus zu heilen.

Astrologie und Seele

Mit Spaß und Freude,
Astrologie im Leben entdecken,
Gesetze erkennen.

Über die Quintessenz der Lebensberatung

Wahres Leben zu leben heisst, gelebt im Gesetz und Symbol des Kosmos. Darin geht es um Liebe, Glück, Frieden und Harmonie. Denn das ist das Gesetz des Kosmos.
Für manche geht es dabei um den Grad der Bewußtheit, was man spirituelle Astrologie nennen kann - insofern man die Astrologie und das astrologische Wissen wunderbar verwenden kann, um die Energien des Lebens angemessen zu kanalisieren. Und mit dieser Richtschnur der erkannten Schöpfungsordnung eine optimale Ausrichtung des Bewußtseins zu ermöglichen.
Bei nur geringfügiger weiterer Anstrengung führt letztlich die Arbeit am Glück, der inneren Zufriedenheit und vor allem an der Bewältigung des Schicksals zur Bewußtseinserweiterung. 

Es kann wohl ausgemachte Sache sein, dass ein Astrologe, genauso wie jeder andere Mensch, in erster Linie sich Fragen um sich selbst stellt, um seine Persönlichkeit, sein Schicksal - und zwar von der Beziehung bis zur Scheidung, von der Arbeit bis zur Selbstverwirklichung - apropos: welche Arbeit wäre heute schon in erster Linie tauglich, um gleichzeitig oder darin die Verwirklichung dessen voranzubringen, was man in sich als Lebensgesetz vorfindet?; und wie oft müssen wir aber eine Arbeit tun, um zu existieren, wo wir liebend gern etwas anderes tun würden. Ich will damit sagen, wir leben in einer schwierigen Existenzbedingung und diese sind nur dann leicht, wenn wir aufgeben nach einer Arbeit zu suchen, die uns ausfüllt oder überhaupt etwas mit uns selbst zu tun hat. Wir sollten - so meine Erfahrung - den Lohn im inneren Glück suchen und es ist leichter, mit weniger Geld auszukommen, als mit weniger innerer Zufriedenheit.

Die Astrologie zeigt, was oder wer wir wirklich sind, und was wir zur Hauptaufgabe machen sollten, und koste es dafür sehr viel. 
Lebensberatung bedeutet für mich einerseits, dass man dem Menschen einen Dienst erweist, andererseits, dass man den Menschen ermuntert, Mensch zu sein. Aber in jedem Fall kann man nur Wissen vermitteln, Einsicht ermöglichen, aber niemanden beeinflussen. Wir existieren schon in einer Welt quasi schwarzmagischer Einflüsse, die uns von uns selbst abbringen wollen und die besagen, dass wir unsere Identität vor den sogenannten Sachzwängen der Existenz hintenanstellen müssten.  Aber wir sollten nicht glauben, nur weil es diese Einflüsse schon gibt, könnten wir die Position einnehmen, andere zu belehren, oder einen Druck zu entwerfen, nun in richtiger Weise leben zu müssen.
Zu sagen, wo jemand nicht "richtig tickt" stößt sowieso auf Widerstand des Unbewussten.
Es ist aus seelischer Sicht die eigene Entscheidung so oder anders zu sein. Die Astrologie kann leicht dazu führen, diesen Respekt vor der eigenen Entscheidung und Lebensabsicht zu missachten - denn weil wir von Kindheit an gesagt bekamen, wir sollten dies nicht tun (viel weniger was wir tun dürfen), tragen wir individuell noch Relikte dieser Manipulation in uns.
Wir haben dann den Helferkomplex, dass wir jemanden etwas gutes tun wollen, weil wir in der Erfahrung verstanden zu haben meinen, wie wichtig es sei, einen richtigen und nicht einen falschen Weg aufzuzeigen und diesen geradezu den anderem VERMITTELN zu müssen statt Wissen zu vermitteln, damit der Ratsuchende selbst seine Einsichten und Entscheidungen gewinnt.

Wenn man nicht genügend an sich selbst - als Astrologe - gearbeitet hat, versteht man nicht nur viele Dinge viel weniger gut, als dass man auch versäumt in der Essenz zu begreifen, wie wichtig es ist, dass jemand seinen Weg wirklich selbst versteht und Erfahrungen für sich verbuchen kann, die ihm diese Entscheidung oder Erfahrung verständlich machen . Diese eigene Lebenserfahrung, die man sich mit der Astrologie verschaffen kann, kann kaum mit einem Diplom geprüft werden. Ein Diplom bei bestimmten Verbänden zeigt wohl erst mal nur, dass man die formalen Vorraussetzungen mit sich bringt, ein Horoskop zu zeichnen und einen bestimmten, allgemeinen, sachlichen und psychologischen Stil  anzuwenden weiss.

Das Leitmotiv für jede Lebensberatung sollte sein, zu einem selbstverantwortlichen Leben zu führen. Das ist was der Mensch braucht und will.

Das wahre Lebensgesetz

Die Energien, die uns das Radix filtert, sind das Werkzeug unserer Seele. Sehr verschieden macht uns ein Radix von anderen Menschen. Jeder hat andere Schwerpunkte, und andere Empfindungen. Und anderes Schicksal, gesuchtes geliebtes gehasstes.

Da wir aus dem Kosmos hervorgehen, finden wir in den Gesetzen des Kosmos jene Idealvorstellung, wie das Leben zu sein hat - sofern wir jemals nach dem Sinn des Lebens fragten. Wir erkennen, wie unser Körper und Bewusstsein eine Funktion ermöglichen und genau in der Entfaltung dieser natürlichen Funktion liegt die Herausforderung, da wir die Funktion bereinigen müssen. Es gibt eine Ästhetik und Harmonie, die uns Richtschnur wird, um zu entscheiden, welcher Weg richtig ist. Hören wir auf unser Herz, unsere wahren Wünsche, kommen wir diesem Weg näher, als wenn wir auf irgendwelche vom Erleben und Leben losgelösten Konzepte achten oder sogar den einschränkenden Bedeutungen aus Deutungsbüchern folgen, ohne zu bedenken, dass eine Liste von Bedeutungen zwar möglich zu erleben ist, aber es auch noch andere Weisen des Erlebens gibt . Wir können sehr viel Freiheit walten lassen, eine Konstellation als Kraft zu begreifen und einen Weg umzusetzen, der uns dabei mehr zusagt, als andere Wege, diese Kraft zum Einsatz zu bringen.
Und was ein anderer tut, mag für uns gerade falsch sein. Denn Leben ist an individuell verschiedene Rahmenbedingungen gebunden.

Energetische Wirklichkeiten

Wir erkennen zB mit Astrologie und jeder anderen echten Lebenskunde, was wir wurden und was wir sein können. Denn die Möglichkeit zu sein, ist es, auf die es ankommt. Wir sind nicht zwangsläufig das, was wir wurden, sondern können vielmehr sein und meist geht es sogar darum, etwas abzulegen, was wir wurden um eine viel reinere Energie "zu verwalten".
Der Mensch hat ein großes Reservoir an Möglichkeiten und seine grundlegendste Funktion ist es, ein Organ der Wahrnehmung zu sein. Leider sind wir kollektiv davon geprägt, dass es nur eine Dingwirklichkeit gäbe. Es gibt viel mehr Wirklichkeit, und die physische Welt der Objekte bedeutet nur eine Zuschreibung von Bedeutung. Die energetische Welt enthüllt ihre Bedeutung aber ohne unser Dazutun (ohne Interpretation, sondern durch Eingebung) und ist - sofern der Blick für die Energien nur weit genug gediegen ist - sehr viel objektiver als die Wiederholung von Glaubenssätzen, was Dinge und physische Objekte bedeuten sollen.

Die Astrologie kann eine sehr große Hilfe sein, sich mit der energetischen Wirklichkeit vertraut zu machen, indem man nach den eigenen Konstellationen sucht, die diesen Zugang bieten. So findet man die Umstände und Rahmenbedingungen, mit und in denen man diesen Zugang entwickeln und ausbauen kann.

Mit dem Inbegriff des Lebens,
sind wir gemeint, so wie wir sind,
aber dabei gehorchen wir den verschiedenen Planeten und der Schöpfungsordnung. Den Planeten in unserem Radix können wir nicht entkommen. 

Die wahre Lebensordnung und Gott

Alle Ideen, wie das Leben zu sein hat, sind nicht mehr gültig, im Angesicht Gottes.
Wir blicken wirklich in die Zeichen und Hinterlassenschaft Gottes, wenn wir das Leben in seinen ureigentlichen Gesetzen erkennen. Was ist denn Gott noch mal?  Ist er vielleicht nichts weiter als der Hervorbringer? Wir aber, so wie wir leben und sind, bringen das Leben hervor, nicht nur Kinder, sondern Taten, Lebenswerke - und sind so schon Abbilder Gottes. Gott ist vielleicht genau der Umstand, warum wir so sind, wie wir sind. 

Gott ist der Begriff, der durch lange Zeit verschleiert wurde, weil man dieses Wort im Kampf der Vorherrschaft des Glaubens auf etwas konkretes beziehen wollte, zum Beispiel den Himmel für die Braven und die Hölle für die Sünder. Es gibt keine Sünde unter dem Himmelszelt. Man wollte damit einladend werden, im Kampf gegen die Undeutlichkeit alter Mythologien. Aber man verlor in Wahrheit den Kontakt zu den Geheimnissen des Lebens - davor waren diese kein Geheimnis, sondern fühlbare und einsehbare Realität gewesen.
Es könnte sein, dass wir vor einer Zeit stehen, in der der Urgrund des Lebens und die damit verbundene Lebensordnung wieder wichtiger wird, als jene Störfelder der modernen Zivilisation, die die Lebensordnung untergraben. Es geht nicht um blinde Ablehnung der (modernen) Zivilisation, sondern es geht um bewusste Annahme wirklichen Lebens. Damit ergibt sich zwangsläufig die Einsicht, dass wir in einer Welt aufwuchsen, die uns von diesem Leben tendenziell abgebracht hat statt dahin zu bringen. 

Uns nützt es wenig, im Seinszustand von Frustration, Wut, Abneigung zu verharren. Wir benötigen andererseits aber eine klare Gewissheit, dass das eine falsch und unwirklich ist, und das andere richtig und wirklich.

Wer Probleme mit dem Gottesbegriff hat, sollte stattdessen Kosmos zu Gott sagen. Der Kosmos befiehlt uns Glücklichsein, das ist ein Lebensgesetz. Wir brauchen Gott vielleicht nicht, aber es hilft, an etwas Absoluten zu denken, weil wir damit Richtung gewinnen, die unwandelbar ist.

Was hat Gott mit Astrologie zu tun? Nun, wir erkennen mit der Astrologie vieles, und wir können auch das Wirken Gottes darin erkennen. Allein wenn wir die Sonne, unseren Fixstern betrachten . Wie dieser Stern in unserem Herzen angelegt ist, und wir sind damit bereits sehr nahe an Gott herangerückt worden. 
Was nun aber, wenn wir die Freiheit verstanden haben, nach dem Bilde Gottes zu leben? Was bedeutet das? Wir können frei wählen, wie wir die Planeten ausdrücken. Das, was wir angenommen haben, ist nicht unser Verhängnis, nur unser Erbe. Die Sonne, als Stellvertreter Gottes verlangt nach einem Ausdruck, und dieser Ausdruck ist voller Lebensbejahung und Lebensfreude und so finden wir die wahre Religion, indem wir diese Sonneneigenschaften suchen und ausleben. Das Geheimnis ist, dass wir im Aussen nicht viel bewirken müssen, sondern das meiste im Innen begründet liegt.

Welche Richtung würde das nehmen? Nochmal, Gott ist unsichtbar mit jenem Aspekt identisch, nach dem wir suchen, wenn wir nach unserer Herkunft fragen. Unweigerlich erkennen wir mit der Astrologie, dass die Planeten und Zeichen nicht alles sagen, wer wir sind. 

Die Radix ist nur eine Momentaufnahme eines viel größeren Aspektes.

Motto

Was werden soll, ist das Leben,
das setze ich ein.
Falls gewollt, zur Erkenntnis, Einsicht, Veränderung.
Die Wandlung, falls gewollt, ist Geburt zum Leben.

Das soll sein, für Astrologen:
das Motto. Konzept und Anfang. 

Auf diesem Weg,
das Leben zu gehen,
werde ich begreifen,
den geheimen Zauber

der Sterne...

Sterne, unser Leuchtfeuer,
wir sind in ihnen getragen ,
sie haben uns in sich,
so wie wir sie auch.

Planeten wandeln unter ihnen,
drehen sich zu ihrem Licht.
Und können wir hier an unserem Ort,
nur den Planeten folgen.

So folgen wir damit doch den Sternen,
wir sind ein solcher, 
den es zu erfüllen gilt,
damit erkennen wir die Sterne.

So singt man mancherorts:
Lasst die Sonne rein...
so ist das Leben fein.

NACH OBEN
Juli 2007 - 2011
Stefan Arens