1. Symbole
Die
Symbole und immer gleichen Zeichen und Planeten wollen in ihrer
Bedeutung
vertieft werden. Das immerwährende Vertiefen ist eine Zielvorstellung,
die ich als konkret erfahren habe, als ich mit Astrologie begann. Das
Lernen hört nie auf, weil die Angelegenheit Astrologie komplex ist.
Auch kommt erschwerend hinzu, dass die mannigfachen Lebensvorgänge von
wenigen nur Prinzipien (zB den Planeten) abgedeckt werden.
Diese
grobe Kategorisierung, die uns die Natur liefert, ermöglicht dafür aber
auch eine hervorragende Symbolsprache, innerhalb der unsere Erfahrungen
verständlicher werden.
Um sich in die Sache zu vertiefen zahlt sich aus, dass man regelmässig und kontinuierlich mit Astrologie beschäftigt ist. Skeptiker und andere Laien, die prüfend einen Blick auf die Astrologie werfen, werden verführt durch viele verlockenden aber doch sehr wackligen Prognosen, die nach Meinung vieler Experten aber nicht das Wesen der Astrologie bedeuten. Dahingehend suchen sie auch in den charakterlichen Beschreibungen genau das, was man in der Schule lehrte: Die exakte Übereinstimmung. Wir lernen doch aber schnell , dass es diese in der Natur nicht gibt. Selbst Blonde sehen nicht mehr gleich Blond aus.
Wie
ein Magnet
bildet sich mit der Zeit eine Art "inneres Zentrum für
Astrologie". Man guckt eigentlich nicht anders, wie man das Schachspiel
in seiner Gesetzmäßigkeit
verfolgen könnte, oder die faszinierenden Geheimnisse der
Mathematik usw., weil sich ein Blick für die wesentlichen Sachverhalte
entwickelt . Das heisst, man sieht die verschiedenen
Kategorien, nimmt die Planeten in ihren Häusern und Zeichen wahr,
und erkennt die Übereinstimmung mit den
Lebensvorgängen.
Es ist ein Blick für die Sache, und ein kreativer Umgang mit der Schwierigkeit, einen Dreh- und
Angelpunkt
fassen zu können, mit dem man ein Radix deuten kann . Für den Anfänger
wird der Prozess noch in Ferne liegen, wo man problemlos ein jedes
radix deuten könnte. Man sollte meiner Meinung nach immer drauf
schauen, was man glaubt, erreichen zu können. Aber ich kann berichten,
dass ich anfangs in der Astrologie glaubte, das würde ich nie schaffen,
das sei zu kompliziert und komplex. Ich dachte, man müsste eine
mathematische Formel oder so lösen. Mit den Erfahrungswerten gelingt
jeder weitere Schritt umso leichter. ,am begreift, dass es keine
Gleichung gibt, wonach eine Beschreibung immer zutreffen muss. Sie, die
Beschreibung, findet statt innerhalb der Kategorie der Erfahrung (bei
einem Jupiteraspekt wird es die Kategorie Jupiter sein, bei einer
Einstellung, die auf Saturn zurückgeht, wird die Kategorie Saturn sein,
usw.). Diese Erfahrung wird geprüft, bewertet und man stellt die
Übereinstimmung fest in der Art und Weise, "dass man eine Wahl hätte
und man würde diese Kategorie nehmen, weil man im Essentiellen oder
Wesentlichen die Erfahrung auf die bekannten Eigenschaften jenes
Prinzips zurückführt". Meist schliesst das aber nicht aus, dass es noch
andere Dimension einer Erfahrung gibt, die durch andere Radixstellung
erläutert werden können . Im Ganzen , so wie wir sind, können wir
niemals mit einer Einzelheit erklärt werden und es gibt immer noch
irgendwo eine Verzweigung, Abhängigkeit oder einen Zusammenhang ).
Vor
allem die Beschäftigung mit den lebensnahen Mondrythmen kann die
Intuition und Erfahrung stärken. Hat man gesundheitliche oder
psychische Probleme, können Transite helfen - über Hauptachsen oder
andere Radixfaktoren, in Transithäusern, in Transitaspekten.
Besonders der Mond kann manchmal eine empfindliche Radixstelle
aufweisen, das heisst, der transitierende Mond geht über eine ganz
bestimmte Zone oder Radixstellung, und es stellen sich oft Beschwerden
ein.
Es gibt den zunehmenden Mond,
Vollmond, abnehmenden Mond, Neumond. Diese zwei Phasen und zwei
Zeitpunkte haben besondere Eigenschaften. Vielleicht beobachtet man
allgemein, wie man von der Stimmung in der abnehmenden Mondphase
bedrückter ist als in der zunehmenden Phase. Viele Leute spüren
das und es scheint so zu sein, dass die abnehmende Mondphase etwas
anstrengender für uns ist.
Ähnliches kann man nun mit anderen
Horoskopfaktoren machen - nur muss klar sein, nicht jeder Faktor ist
gleichgewichtig. Ein Sextil ist niemals so deutlich wie eine Opposition
und ein Transit durch ein Haus ist wieder was anderes, von der Qualität
und Ebene her gesehen.
Man könnte sagen, mit der Zeit der Erfahrung und Vertiefung wächst ein Kristall der Intuition heran, der durch aufeinanderfolgende Beschäftigung aufgeladen werden kann. Das soll nur eine bildliche Sprache sein. Man könnte sagen, der Blick wächst für die Sache.
Die Symbole sollen nicht als etwas verstanden werden, was eine sehr konkrete und fassbare Eigenschaft hätte, die in gleicher Form und Art immer dann wiederkehrt, wenn das Symbol beteiligt ist. Die Symbole sind aber auch nicht zu weit gefasst. Das heisst, die Breite der Entsprechungen zum Beispiel zu Jupiter im 3. Haus sind weit, aber nicht so weit, dass das Symbol Jupiter oder das Symbol 3. Haus verloren geht. Es gibt sozusagen wie in der Musik eine Sphäre, innerhalb der ein Symbol deutlich bleibt. Mischformen von Symbolen sind selten, mehr sind komplexe Wechselwirkungen zu beobachten. Ein Planet hackt sozusagen auf den anderen rum. Oder anders formuliert, es gibt dynamische Faktoren im Radix, wo man einen Widerstreit zweier Kräfte, aber keinekonkrete Mischung beobachten kann. Dennoch verbirgt sich hinter jeder Kombination hintergründig eine Zusammenmischung , als ob etwas neues entstünde. Jupiter/Merkur als Kombination ist also an sich wieder ein neues Symbol, aber dessen Entsprechung reicht nicht hinaus über die einzelnen Symbole Jupiter und Merkur für sich genommen.
Die Symbole stehen für Inhalte, die zu beobachten sind, und das eigentliche Prinzip, das verantwortlich ist, liegt jenseits unserer Wahrnehmungsfähigkeit, aber innerhalb unserer Vorstellungskraft (insofern wir nicht von Gott, aber von einer schöpferischen Oktave ausgehen, die man als siebenstrahlig beschreiben kann - diese sieben Strahlen sind der letzte Grund, auf dem die Schöpfung und der Mensch zu stehen kommen, wenn man einmal die letzten Gründe des Kosmos sucht. Ausgehend vom Standpunkt eines menschlichen Bewusstseins, d.h. eines zur Wahrnehmung fähigen Bewusstseins, denn der andere Weg, über das Dingliche, Stoffliche, Materielle, physisch Messbare, vernachlässigt den Standpunkt und den menschlichen Filter des Gehirns und aller Ängste und Bestrebungen, Ursachen des Kosmos letztlich. Die Vorbedingung aller Urteile liegt in diesem Standpunkt des Beobachters begründet und wenn der Beobachter den Kosmos untersucht, findet er in sich dasselbe wie im Aussen und folglich ist es immer naheliegender, die sieben Strahlen sozusagen als Ausdruck eines Schöpfungsstrahls für wahr zu halten). Die Zahl sieben finden sich in den sieben Hauptplaneten am ehesten entsprochen. Mond, Sonne, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Sie sind zugleich in einem Verhältnis zur Erde, dass wir sie aus unserem menschlichen Standpunkt ohne Hilfsmittel am Himmel stehend (mit bloßem Auge in klaren Nächten) erkennen können.
Als
Anfänger verliert man den Blick für das Wesentliche oft noch, was
übrigens nicht anders ist als wie beim Schachspiel, oder anderen
komplexen Anordnungen.
Gerade am Anfang des Studiums ist es
wichtig, sich ein einen gesunden Rythmus anzueignen. Dass man diesen Blick für die Sache aufbauen kann.
Man muss gucken,
wieviel Astrologie man sich zumuten kann, und wieviel Astrologie man
verträgt - weil, manchmal weiss man eben noch nicht genug, und
umso länger man blickt und sucht, und sich durch Unwissen den
Blick vernagelt, desto weniger kommt ja auch von der Sache zurück und es stellt sich dann rasch die Enttäuchung ein.
Astrologie hat einen Reiz, der sich von selbst ergibt, und der ergibt
sich aber nur von selbst. Das heisst, man kann nichts erzwingen. Man
kann nichts hinzutun, mit Ideologien oder Schubladen. Doch letztere
beiden, Ideologie und Vorurteile sind wirkliche Hindernisse in der
Astrologie selbst. Und man entdeckt derer viele.
Der
Zugang zur Astrologie ist immer persönlich, und ich glaube, nicht für alle
verallgemeinerbar.
Die
einen mögen es rational (was ist aber
"rational"?, vielleicht logisch? Und was geht darüberhinaus? Über das
Logische? Also wird
man letzten Endes in der Astrologie immer beim Bild angelangt sein,
weil allein mit Logik käme man ja nicht zu zutreffenden Aussagen.).
Aber die Logik kann der Anfang sein, der erste Schritt, von
dem man ausgeht.
Die
anderen mögen es bildlich, symbolisch und intuitiv, und
vielleicht ist dieser Zugang noch am verallgemeinerbarsten, da das
letzte Prinzip eben nicht logisch erfasst werden kann, sondern nur
bildlich. Ich meine damit, wenn ich den Zugang zur Astrologie und die
Astrologie selbst beschreiben würde, dann eher mit dem Rückgriff auf
die Intuition und das Symbol bzw. Bild.
Dennoch, die Logik ist eben der Garant für das Fundament der
Astrologie und der Grund, warum sie überzeugt. Die Logik der Astrologie, Astro-Logik.
Das Prinzip,
das hinter Merkur, Zwillinge, 3. Haus steht, das ist jeweils mit
denselben Begriffen, also Merkur, Zwillinge, 3. Haus beschreibbar und
es kommt nur drauf an, auf welcher Ebene ich das tue.
Das Prinzip ist
selbst nicht entdeckbar, weil es nur Ableitungen sind. Der Planet
Merkur, das Haus Nummer 3, und das Zeichen Zwillinge sind Ableitungen
eines Prinzips, das sich mit diesen Ebenen ausdrückt. Das Prinzip
selbst ist nicht in der Erscheinung vertreten.
Manchmal kommt ein Punkt, wo es nicht mehr weiter geht, man hat sich verrannt oder man versteht etwas bestimmtes aber wichtiges nicht - dann hilft es mal, eine Pause und Abstinenz einzulegen, um mit der entstehenden Distanz später einen Neuanfang oder anderen Zugangs-Weg zu versuchen.
Manchmal
hat man Glaubenssätze und versucht mit ihnen die Wahrheit zu entdecken
und kommt mit ihnen aber nicht weiter. Die Wahrheit ist eine Sache, die
man bei der Astrologie eher durch Eingebung findet, sie ergibt sich
viel öfter und leichter, als dass ein logischer Schluß dahin führen
könnte -
auch wenn man etwas nachvollziehen will, das jemand geschrieben hat,
ist dies doch mehr intuitiv, weil man das unsichtbare Prinzip in
der eigenen Vorstellung nachvollzieht und es führt kein Wort dahin.
Man prüft eine Symbolik, und kann es bestätigen, als ob man es wiedererkennen würde
(darin liegt der Nachvollzug).
Allerdings
ist die Sache Astrologie etwas abstrahiert durch die Ebene, auf der es
für uns nur durch Ableitungen sichtbar ist (und dadurch immer etwas
unscharf bleiben kann). Konkret werden nur typische Lebensereignisse.
Ausschüttungen von möglichen Erfahrungsräumen.
Viele
Ereignisse im Leben tragen symbolische Signaturen in sich,
Archetypen, Planeten, Zeichen: Erfahrungsräume und Erfahrungsinhalte.
Wir
können die Symbole im Leben suchen, beobachten und brauchen Mut, die
Symbole mit eigenen Worten und Bildern nachzuvollziehen, damit wir uns
nicht leichtsinnnig oder programmatisch an feste Vorgaben klammern.
Denn Symbole sind offen, nicht festgelegt, und nur in ihrer
Kategorisierbarkeit als Symbol festgelegt auf bestimmte Essentialien,
die unbedingt erfüllt sein müssen, damit es Symbol ist.
So ist zum
Beispiel im Leben vieles stellvertretend für das Mars Prinzip. Aber
nicht alles kommt dafür in Frage. Es wohnt dem Mars aber ein bestimmtes
Charakteristikum inne, eine Absicht, eine Atmosphäre, und Wahrheit (des
Lebens, der Lebensvorgänge und Absichten). Verschiedene Ereignisse ,
Lebensvorgänge und Erfahrungen auch leidvolle knüpfen sich an diesen
Erfahrungsgrund und akkumulieren so die Handhabung dieser Energie.
Aufgrund einer bestimmten Struktur oder Energieform, kommt dann ein Bezug zum Mars oder zur Venus usw. zustande.
2. Bücher
Bücher
sind wohl die hauptsächlichen Mittel, um sich tiefer
hineinzubegeben in das Reich der Astrologie, um sich Inspiration
zu verschaffen, Bilder zu erhalten, oder Zugangswege zu
erproben.
Was man am besten nie vernachlässigen sollte: An Uranus denken, das
Wesen der Astrologie, denn das ist die Intuition.
Das
bedeutet uns auch, einen eigenen Weg zu suchen, wie wir die
Informationen, die wir lernen und vertiefen, konkret anwenden können.
Das kann mitunter eine persönliche Perspektive mit sich bringen, die nicht mit Willkür zu verwechseln ist.
Etwas wird niemals in einem Buch stehen: Wie man die Symbole konkret für ein Radix anwendet.
Man
liest zB oft
etwas über die Bedeutung
eines Faktors, aber nicht, wie der Astrologe eigentlich auf diese
Bedeutung kommt und sie bei der Deutung in einen Zusammenhang seiner
Aussage bringt.
Das
ist ein Vorgang der Intuition, worüber man
in der Tat schlecht schreiben kann. Der Leser ist gezwungen, das Wort
nicht als genaue Beschreibung zu nehmen, denn das ist es selten. Die
Symbole geben sich einem zu
verstehen, kein Wort aber führt direkt zu ihnen, so wie 2 mal 2 gleich 4 ist.
Es gibt den Schlüßel nur im wahren Verständnis des Symbols, und wie
bereits erwähnt, ergibt sich dieses Symbol. Durch viele Vergleiche,
Analogien, Beobachtungen und immer wieder neue Perspektiven und
Zusammenhänge. Das Symbol verändert sein Gesicht, bleibt in sich
gleich. Die innere Essenz eines Symbols scheint mit Worten nicht
einzufangen sein, nur nahe zu bringen.
Die
Autorität des Wortes, sogar des Schreibers spielt dafür keine Rolle.
Warum ich das erwähne, das ist, weil ich selbst mit meinem
Chiron-Merkur Trigon ein Auge dafür entwickelt habe, was den
Unterschied angeht zwischen Wort (Merkur) und dem eigentlichen Zugang
zum Symbol (Chiron).
Symbole sind eher als
Bild beschaffen, denn als Wort - und der
Versuch zu viel Gewicht auf das Wort zu legen, ist daran gebunden, was
die Worte überhaupt ergeben werden, wie der Leser sie
auffasst.
Was mich angeht: Meine eigene grosse Herausforderung war es, aus einem
diffusen unklaren Sprachgebrauch herauszukommen, um möglichst den
entscheidenden Sachverhalt zu treffen. Zuweilen stellt mich das
freilich immer noch vor Probleme, denn es bleibt dabei. Das Symbol ist
eine Sache, was es meint eine andere.
Astrologie
braucht man nicht statisch auffassen, weil sie
eigentlich mehr für das Wachsen und Werden steht. Für die Vielfalt des
Lebens. Natürlich ordnet sich alles mittels den Symbolen an.
Wir wollen sehen, was wir sind,
aber wir werden auch sehen, was wir werden können. Zu oft wird dieser
Aspekt vernachlässigt, und wir neigen - quasi weil das Kollektiv diesen
Weg vorprägte - zu einem rein logischen Verständnis, worin auch
eingeschlossen ist, von Zeit zu Zeit unbemerkt auf deterministische
Astrologie zu verfallen, die eben statisch ist: Was einmal geschrieben
steht, das bin ich. Natürlich entdecke ich mich als Leser in den
Deutungen - das ist manchmal ein Verhängnis, weil man entweder sich
rechtfertigt oder dem Glauben verfällt, man könne sich nicht ändern -
weil man davon ausgeht, dass diese Deutung , die da steht,
unveränderlich auf mich zutreffen wird. Vielleicht ist es ja nur eine
Facette, eine Möglichkeit? Ganz sicher nur eine Möglichkeit und es
ist gut, zu wissen, dass ich eine Neigung habe, aber noch mehr nützt es
mir als Leser von astrologischen Deutungsbüchern zu wissen, dass ich
nicht verdammt bin zu dieser Bedeutung für die ganze Zeit meines
Lebens. Manche Deutungsbücher vermitteln diesen Eindruck, unbewusst,
unbeabsichtigt, vielleicht auch ungeschickt.
Natürlich kann sich ein Moment
kontinuierlich bekräftigen in seiner Existenz, aber bei ungeliebten
Eigenschaften auch abschwächen.
Es ist unser Umgang, der wichtig wird.
Für was ist die Astrologie aber ein
Instrument? Für das Werden, für das Wachstum. Es steckt ein Potential
im Radix, besser gesagt in uns. Weil das ist, was schlussendlich heraus
kommt. Das Werden. Wenn wir uns auch nur wandeln, tun wir das ja aus
dem Grund, damit etwas verändert wird, ein neues Leben geboren wird.
Wir wollen das Leben in seiner Vielfalt begreifen, dabei aber auch einem unsichtbaren, ungeschriebenen Gesetz treu bleiben: nämlich die Grenzen unserer Persönlichkeit und Schicksals gerade so ausleben, wie wir damit am besten klar kommen.
Wir können die Freiheit genießen, uns jene Deutungen oder Bedeutungen als Ziel zu nehmen, die auch angegeben sind, aber momentan nicht auf uns zutreffen.
Es hilft
uns beim Verständnis aber mehr, wenn wir begreifen, wie eine Deutung
entsteht? Ein Deutungsbuch schreibt über Mars in 6 und wir lesen
entweder nur die Worte als mögliche Entsprechungen, als Beispiele. Oder
wir versuchen auf das Prinzip zu kommen. Im letzten Fall müssen wir das
Prinzip herauskristallisieren, das Wort führt uns nur zu der Oberfläche
eines verborgenen Kerns.
Manchmal will man mit den Worten zu dem Prinzip kommen und es führen
die
Worte entweder zu einem Punkt, der sich nicht weiter klären will, und
man bleibt vor den Fragen und Ungereimtheiten ahnungslos stehen.
Oder
manchmal führen die
Worte in die Täuschung, und es schließt sich Wahrheit nicht auf, weil
der Autor eine falsche Schlußfolgerung zieht oder, was auch schon mal
vorkommt, undeutlich wird. Ja, ich denke sogar, dass es wichtig ist
darum zu wissen, wo die Fallstricke beim Lernen liegen könnten.
Möglicherweise aber wird man sie alle niemals beachten können und vor
ihnen warnen können. Ich glaube, jeder hat auch so seinen eigenen
Hürdenlauf zu bestehen, und meist hat der Weg persönlich für einen
immer irgendwo einen Schwerpunkt, den man lösen oder aufbauen
will.
Ich kann mir jedenfalls eher vorstellen, dass man auf Probleme stößt,
wenn man die Astrologie vertieft, als dass alles glatt ginge, weil man
das Talent schon einsetzen könnte. Wir werden in Mathematik und
Grammatik in der Schule geschult, aber nicht in
ganzheitlichen-symbolischen Denken, das völlig oberflächlich allenfalls
im Kunstunterricht, auftauchen könnte - aber immerhin taucht es
manchmal im Kunstunterricht noch auf. Zum Beispiel, dass ein Kunstwerk
ebenso wie das Radix vier Quadranten/ Ecken aufweist, die
eine
ihr eigene Symbolik besitzen. Man unterteilt zunächst des einfachen
Zugangs wegen in oben und unten, oder links und rechts. Im linken Teil
sehen wir ganz andere Bezugspunkte für die Dinge, die darin geschehen,
als im rechten Teil und die Weise, wie wir diese Bedeutung enthüllen
ist eben bei jedem Bild gleich, kann jeder Mensch abrufen - weswegen es
diese Symbolordnung objektiv als nützliches Instrument gibt, um etwas
mehr von der Symbolik zu erfahren, nämlich wie sie angeordnet ist. Es
steckt ein anderer Klang darin, wenn ein Bild links den Karren hat,
oder rechts. Rechts ist die Zukunft und links die Vergangenheit.
Auf
einer zutreffenden Ebene lässt sich Kunstwerksymbolik und Radix
vereinen, bzw. beides spricht dieselbe Symbolordnung an. Irgendwo
kommen dann die Details, die Unterschiede, wo der vergleich aufhört.
Nun,
es ist also viel nützlicher, statt sich mit einzelnen
Bedeutungsbeispielen zu beschäftigen, das wahre Symbol zu erfassen, WIE
ES AN DIESER STELLE IM RADIX WIRKT UND ZUSTANDE KOMMT. Wenn ich
verstehe, dass Mars eine bestimte Qualität hat, das 6. Haus ebenso, und
das Zeichen und dann die Aspekte auch noch, dann kann ich dieses Wissen
praktisch immer abrufen. Wenn der Laie auch noch nicht so viel weiss,
wie ein Profi oder Experte, so kann er grob doch immerhin die Ordnung
und das Wirken verfolgen und hat auch so eine Menge davon, nämlich das
Wissen um Potentiale. Man geht mit der Astrologie, und weiss, dieser
Transit steht jetzt dafür, dass dies geschieht. Wenn wir genau schauen,
womit wir glücklich werden, kommen wir meiner Erfahrung nach
tendenziell eher zu dieser Astrologie des Alltags, und nicht zu den
Ereignissen, die passieren könnten.
Denn die Rückwirkung ist verschieden und man muss manchmal lange auf
Ereignisse warten und stellt fest, hoppla, es kam doch ganz anders.
Manchmal sogar konträr und ein Jupiter Pluto Quadrat sorgt nicht für
Übertreibungen, sondern Lösung von den Übertreibungen. All diese
Möglichkeiten sind frei - naja, bis zu einem Grad fügt sich uns alles .
Und wir könnten genauso gut sagen, wir sind in allem unfrei.
Mars
kommt als Transit und wir werden von jemanden angebrüllt oder so. Uns
passiert das. Oder wir werden überfallen. Vielleicht haben wir
für
eine Resonanz gesorgt, haben eine Energie gesucht, wo wir andere Male
auf andere Ideen, auf andere Energien gekommen wären und nicht diesen
Weg gegangen wären und nicht überfallen worden
wären. Vielleicht
klagen wir Gott oder sonstwen an, warum das uns passieren
musste,
weil wir doch so vieles so gut versucht haben... -
Tendenziell
aber bringt der Gedanke an den Ereigniszwang, dass uns etwas passiert,
weil wir so sind, immer auch zu einer gehörigen Portion Selbstzweifel,
die dadurch genährt wird. Kurzum, ein paar mal hin gedacht
und
her, ein bisschen was erlebt und verglichen, und wir finden, dass wir
eigentlich immer nach Lösungen suchen, weil es gegenwärtige Erfahrungen
sind, auf die es ankommt.
Man kann rückläufige Phasen der
Langsamläufer übrigens gut benutzen, um intensive Themen zu erkennen.
Mit der Zeit , in der man ist und erlebt, findet man
Konkretisierungen, wie sich ein Prinzip zu erkennen gibt, als welches
Thema. Mit etwas Geschick und Erfahrung, können wir jene unterscheiden,
die für uns massgeblicher sind, und die uns mehr ein Thema sein werden
als andere...
Dabei ist es so, dass die zweite oder dritte Phase,
viel nachhaltiger und zwingender sein kann. Also wenn der Planet seine
Rückläufigkeit beendet und direktläufig das letzte Mal über den
Radixfaktor transitiert (das kann auch eine Hausspitze sein). Der
Zeitpunkt, wo sich ein Langsamläufer vor der Rückläufigkeit einer
Radixstelle nahe kommt, ist oft das Anbahnen des Problems, und die
Phase der Direktläufigkeit bringt die Konsequenzen, meist eine neue
Haltung, eine Lösung usw.. Oder wenn er eine Stelle im Tierkreis
wiederholt und auch wiederholt dabei Aspekte bildet, dann ist
das
auch oft schon ein Thema. Separative Transit-Aspekte sollten nicht
vernachlässigt werden, weil sie die eigentliche Bedeutung beschreiben,
die etwas für uns angenommen hat. Wir können es zu dem Zeitpunkt meist
schon anwenden, was immer uns der Planet in seiner Kombination mit
Radixplaneten beschert, aber es ist noch nicht zuende, nur weil es
jetzt separativ wäre. Kommen andere Transite hinzu und sützen eine
Erfahrung, kann auch eine ganze Lebensphase durch vermeintlich kleine
Aspekte ausgelöst werden, und ein Transit hat dann insgesamt unser
Radix "angefeuert" und mit Energie versorgt und wir konnten an anderer
Stelle des Radix dadurch ein anderes Talent oder Eigenschaft festigen
usw..
Wenn ich ein Buch lese, habe ich es früher immer im Ganzen tun wollen. Es gibt in der Astrologie einige Bücher, die das mit sich bringen, dass man es bon vorne bis ende liest. Also ein typisches Lesebuch, das nicht aus Deutungstexten besteht.
Dann
gibt es Deutungstexte, also Bücher die alle zwölf Prinzipien
nacheinander abhandeln... - ich finde, die alle komplett durchzulesen
macht vielleicht einmal oder zweimal Sinn, aber bald hat man von ihnen
mehr Nutzen wenn man es Nachschlagewerk gebraucht. Man blickt immer
wieder mal rein.
Was ich auch gut finde, ist, dass man sich ein
Thema sucht und verschiedene Bücher zu diesem Thema durchforstet oder
auch das Internet. So will man sich für eine Woche oder ein
paar
Tagen mal mehr mit Widder oder Skorpion, oder überhaupt den
Zeichen befassen...
Ich habe bislang immer wieder mal astrologische Bücher gelesen, in denen an manchen Stellen viel Wahrheit geschrieben wurde. Oder dass man auf solche geführt wird. Es gibt Bücher, die ich wirklich gut finde, andere dagegen, die hoch gelobt sind, haben mir nicht gerade denselben Eindruck verschaffen können.
Da
sind andere Stellen entweder völlig unklar, oder
geradezu falsch. Oder langweilig, weil man es schon kennt oder weil es
nicht tiefergehend behandelt wird.
Diese Stellen kann man überlesen. Dafür sind andere Stellen
aufschlußreich und hilfreich. Oder bestimmte Sachen... - ich suche
mir immer das, was ich gerade brauche und lasse den Überfluss
weg.
Es ist ein Gefühl, nach dem ich gehe, ob etwas gerade nüzlich ist.
Alle
Bücher werden irgendwo einen Nutzen haben. Es gibt jedoch eine
besondere Qualität, wo
sowohl die Sprache, als auch das Wissen ausgeschöpft ist, und Bernd
Mertz zählt zB weniger dazu. Ab Arroyo, also den 80zigern begannen die
guten Bücher zu kommen. Und ich denke, wir werden in Zukunft wieder die
Zeit der vor 80ziger Jahre haben, wo man näher zu den Prinzipien und
der Bedeutung der Astrologie auf das Leben bezogen kam. Aber dafür war
das Wissen noch sehr flach. Und die Zukunft wird eine grossartige Zeit
der Astrologie beinhalten, nicht unbedingt, weil sie angenommen wäre,
sondern weil sie selbst eine höhere Qualität besitzen wird. Mit der
Zeit durchdringen wir die Astrologie, wie es bei jeder Wissenschaft und
Parxis ist, aber wir gehen auch mit dem Leben und
werden kollektiv
seit Jahrhunderten und Jahrzehnten immer reifer und stehen
immer
tiefgründigerer mit den Wurzeln des Lebens in Verbindung.
Es
steht in Grundzügen im Radix, wie man im Detail zu einer
eigenen
Effektivität des Schauens und Lernens kommt. Man kann es
durch
Vergleichen der Art und Weise finden, wie man astrologisch eine
Information findet, oder von der Astrologie etwas lernt, wie man es
aufnimmt, oder sieht . Wenn man dann ins radix schaut, sieht man den
Zugang, was man verfeinern, oder von Belastungen (zB Aspekte auf
uranus, Merkur, Mond , Venus ) befreien muss. Es kann
manchmal
die Eigenschaft im Radix sein, die am meisten mit Intuition zu tun hat
, das kann Uranus, 11. Haus sein, das kann Merkur in einem Wasserhaus
sein, der Mond, überhaupt ein Wasserhaus, Neptun und sogar Venus. Kaum,
dass Mars oder Saturn für die Intuition steht, obwohl ich selbst das
nicht ganz ausschliesse, dass auch solche Planeten eine Rolle spielen
können - etwa wenn sie es sind, die von der nötigen Intuition ablenken.
Man
versteht die Symbole besser, wenn man sie von vorneherein
als Bilder aufzufassen versucht, die von einem unsichtbaren
Prinzip künden. Das Prinzip wird man also direkt nie sehen, nur seine
Spuren und Wirkungen - aber es geht um das Symbol,
das vom
Prinzip kündet und das wir fassen können.
Zeichen, Aspekt, Haus und andere Dinge
beschreiben stets den Planeten in seinem dahinter stehenden Prinzip,
das in diesen Weisen eines Zeichens, Aspektes oder Hauses Form und
Wirkung annimmt. Kein Prinzip kann erkennbar werden, wenn die Planeten
nicht als Mittler aufträten und in einem Zeichen, Aspekt oder Haus
stünden. Die Planeten, als Funktionsorgane des Psychologischen ,
verbinden die Prinzip auf verschiedenen Ebenen. Zeichen, Häuser und
sogar Aspekte weisen in sich ebenfalls ein Prinzip auf, d.h.
eine
Energie, die die Wirkung und Eigenschaft eines Zeichens, Aspektes usw.
steht.
Die
Schwierigkeit aber auch Besonderheit, worauf es ankommt, das ist, dass
ein Prinzip immer mit anderen Prinzipien verbunden sind.
Und
dieses Prinzip tritt
uns praktisch immer verhüllt durch die Faktoren entgegen. Ist selbst
niemals konkret sichtbar, sondern die Faktoren künden von einem hinter
oder in ihnen liegendes Prinzip. Nachdem ich eine Zeit mit
Astrologie beschäftigt war, konnte ich es nur noch so sehen, dass ein
Prinzip hinter allen astrologischen Faktoren steht - und wir nur eine
Ebene sehen, die nicht ausserordentlich nahe am letzten Urgrund der
Ordnungskräfte angelegt ist.
Wir vertiefen
das Symbol, indem wir es von mehreren Seiten umkreisen. Damit neue
Perspektiven gewinnen, und die Konturen des Symbols für uns fassbarer
machen. Wir füllen es beständig mit Inhalt und verdichten den
Bedeutungsgehalt - ohne zuviel auf Worte zu setzen,
sondern
die Worte sollen nur Brücke sein. Aber ohne Worte gäbe es die Brücke
nicht. Worte vermitteln so gesehen.
Wir müssen herausfinden, an welchen Stellen des Radix das Symbol in welcher Weise wirkt, und in Bezug zu unserer Persönlichkeit steht, und wie es zum Wesen beiträgt, das wir sind.
Man wird auch kaum ein Buch finden, das allein schon zufrieden stellen würde. Entweder gibt es ein umfassendes Lehrbuch, und es ist schlecht geschrieben und lässt Fragen offen. Oder es ist etwas gut geschrieben aber nur oberflächlich behandelt.
Es ist normal, wenn man mit den Jahren sich eine ansehnliche Bibliothek astrologischer Bücher aller Richtungen aneignet.
Vielleicht liest man sie nicht alle komplett durch, und findet hin und wieder ein Kapitel, das aktuell besonders interessant ist.
Natürlich kommt es bei der Auswahl der Bücher auch darauf an, welche Zielvorstellungen man hat. Will man nur sein eigenes Horoskop und vielleicht das von Freunden besser verstehen, wird man mehr Gefallen an Deutungsbüchern finden. Umso mehr man in die Tiefe finden möchte, kommen alle möglichen Monografien über Planeten, Häuser, oder Bücher über Stundenastrologie usw. in Frage , und solche Bücher, die es darauf anlegen, die Grundlagen näher zu bringen, wofür exemplarisch zB Stephen Arroyo steht.
3. Das Mehrdeutige und Ambivalente
Viele Dinge werden einen
Widerspruch aufweisen, wenn wir uns mehr mit der Astrologie zu befassen
beginnen. Und es scheint, als gäbe es für jeden auch
verschiedene
Schwerpunkte von Dingen, die er für sich gründlich klären will, weil
ein Widerspruch oder Zweifel existiert.
Ich kann mich erinnern,
wie ich mich an den kritischen Graden rieb. Und auch an Placidus. Ich
beschäftigte mich dann eingehender mit diesen Fragen, weil sie mir
keine Ruhe liessen. Andere reiben sich an dem Umstand, dass auf der
südlichen Erdhalbkugel dieselben Zeichen und Ekliptik verwendet wird,
wie auf der nördlichen und nehmen an, dass man aus bestimmten Gründen die
Zeichen spiegeln müsste.
Wenn also hierzulange im Norden die Sonne im Widder steht,
soll
sie im Süden im Fischezeichen stehen. Wenn solche Dinge
hartnäckig vor Augen kommen, muss man sie für sich klären. Oft stellt
sich heraus, dass man die Mehrdeutigkeit oder den erkannten Widerspruch
nicht mehr als solchen empfindet. Oft hilft die Fähigkeit der
Ambivalenz, dass man zwar ungefähr etwas weiss über die Dinge, aber
niemals ganz. Das Denken in zu einfachen Kategorien wird mehr
Widersprüche entdecken, als die komplexe ganzheitliche
Sichtweise, obwohl sie eigentlich weniger überzeugend ist, aber nur
wenn man irgendeine Einsicht vereinzelt betrachtet. Das Wissen der
Astrologie scheint sich vor allem synergistisch vor einem auszubreiten,
wenn man also ein paar Dinge betrachtet, fallen einem auch andere Dinge
auf und mancher Widerspruch offenbart seine geheime Logik oder, und das
kommt auch vor, offenbart die falsche Logik dahinter und der
Widerspruch kann integriert werden als Erkenntnis, dass eine bestimmte
Methode nicht funktioniert.
Ich habe übrigens die Erfahrung
gemacht, dass diese Herangehensweisen sehr viel persönlicher sein
können, als sie scheinen. Auch falsche oder schiefe Methoden mögen
synergistisch von anderen gleichzeitig richtig verwendeten Methoden
aufgefangen werden; in der astrologischen Literatur habe ich
dergleichen einiges angetroffen. Man hat dann Methoden erklärt, die
nicht wirklich mit der Bedeutung eines Faktors übereinstimmen. In
anderen Fällen wird allerdings auch oft eine Einzelheit ziemlich dicht
in allen ihren Möglichkeiten nahe gebracht, und es ist dennoch nicht
immer alles entsprochen, weil auf die Breite zu viel geachtet wurde,
und nicht auf die eigentliche Essenz oder Hauptwirkung eines
Faktors, wie er empirisch zu erleben ist.
Wenn eine Deutung stimmig
wird, auch wenn irgendwo etwas falsch sein mag, so ist es auch bei
fremden Methoden schwer objektiv zu belegen, ausser vor sich selbst,
dass diese Methode falsch ist. In manchen Fällen kommt man zu einer
Methode, weil man einen Widerspruch überwinden will. So hat Roscher
vermutlich sich daran gerieben, wie es sich um die Zeichenübergänge
verhält. Sind sie abrupt oder weich? Er kam zu dem Bild, dass sie weich
sein mussten und diese Ansicht lässt sich ebenso wenn nicht sogar
einfacher gut argumentieren, wie dass die Übergänge abrupt sind. Darauf
aufbauend hat er bei seinen kritischen Graden meines Erachtens vieles
durcheinandergebracht, und es erscheint nach aussen logisch und die
Ebenen und wirklichen Bezugspunkte, die er verwendet, ist
innen durcheinandergewürfelt und unklar in der Kohärenz. Nur
eigene Erfahrung hat mir darüber ein Urteil verschaffen können, und ich
habe gemerkt, dass es nur so funktioniert. In manchen Dingen kann aber
so ein Irrtum geschehen und man sollte vielleicht hin und wieder daran
denken, dass ein Widerspruch sowohl richtig als auch falsch aufgelöst
werden kann.
Die Symbole verändern ihr Gesicht von Horoskop zu Horoskop. Obwohl sie essentiell immer dieselben Symbole bleiben. Das Doppeldeutige und Mehrdeutige eines Symbols, bzw. die Aussagen, die dazu gestellt werden, stellt nicht nur Anfängern vor Probleme, ich habe das Problem im Umgang mit Mehrdeutigkeit sogar bei gestandenen Astrologen erleben können.
Unser Blick ist nicht verstandesorientiert, noch
bildhaft - er
findet nur leicht den Fokus, die Unterscheidung, die Isolierung und
Trennung. Das ist die hauptsächlichste Funktion des Merkur. Er passt
sich an, dieser Merkur. Ist leicht beeinflussbar und kommt aber dennoch
leichter in den Sog des Einen, das wir finden wollen. Wir fokussieren
eben leicht und gängig. Merkur kreist um die Sonne, und vermutlich
brauchen wir den Fokus auf Einzelnes, damit wir überleben
können.
Aber die Welt ist eine andauernde Dualität und man wird der
Wirklichkeit nicht gerecht, wenn man das Einzelne gegen das Ganze
ausspielt. In der Hinsicht wird Merkur auch der Trickser genannt, weil
man mit Worten oder Einzelheiten sehr viel tricksen kann,
sich
also über die wirklichen Verhältnisse klammheimlich hinweg setzt.
Man
könnte an dieser Stelle weiterdenken und folgerichtig meinen,
dass sich die Merkurkraft auch als Schatten ausdrücken kann. Oder
genauer gesagt, von Zeit zu Zeit zeigt er uns dieses Gesicht eines
Tricksers, und wir wollen es aber als anderes sehen, zB als Vernunft -
wir meinen dann leicht, nur das sei gültig, wahr, tauglich
und eben vernünftig, was Merkur da sagt.
Der Verstand ist wie
eine Insel, und er kann sich ein selbstbestätigendes System
schaffen mit Kategorien und Erklärungsmustern, die alle gültigen
Kategorien und Erklärungsmuster enthalten, bzw. diese bilden (sich
ableiten lassen).
Zur Astrologie kommen wir ja
nur, weil wir über diese Grenzen schon hinaus gegangen sind.
Jetzt sind
wir hier. Im Reich der Symbolik. Jetzt können wir einen Rückschritt oder weiteren Fortschritt
machen. Mehr ins Leben kommen oder uns zu sehr auf ein abstraktes Reich der Symbolik und Gesetzmässigkeiten einlassen.
Jetzt wollen wir mehr wissen, und begreifen, wie das denn ist,
mit den Planetren.
Aber
der Rückschritt wäre, wenn wir nun an
den
Begrenzungen ansetzen würden, die uns der Verstand oder die Erfahrung
bildet. Wenn wir nur das zu schauen bereit sind, was wir kennen. Nur
darauf kann sich ein klarer Fokus richten, klar, und deshalb
wollen wir nach dem ersten Schritt, den zweiten tun, und entdecken aber
den Nebel, der sich mit dem ersten Schritt in die unbekannte Größe der
Ganzheit auftat.
Nun stehen wir vor der Sache und wollen mehr Klarheit.
Der erste Schritt war, dass wir ein Symbol in unbekümmerter
Weise
auf unser Leben anwenden und erstaunlicherweise eine Übereinstimmung
"empfinden", die Faszination begreifen und mehr wissen wollen.
Wir
merken jetzt, das unbekümmerte Drauflosdeuten und Finden in
Deutungsbüchern lässt Fragen offen, und Antworten sind nicht genau.
Und was wir
jetzt haben, ist die Versuchung, dass wir die
Übereinstimmungen
offenbar genauer herauszuloten können. Als dass wir bei der Sonne im Stier oder
der Sonne in Skorpion stecken blieben, sehen wir die Sonne in Stier in einem Zusammenhang vieler anderen Faktoren.
Ja, deshalb suchen wir Bücher,
Hilfen, Webseiten, weil wir mehr wissen wollen. Die Frage ist doch: Was genau ist das ,
was mich im Radix kennzeichnet? Wo bin ich im Radix?
Die
einen wollen es wissen, um es
anzuwenden, die anderen, um es zu verstehen. Die Anwender, das ist die
Mehrzahl, das sind die Laien. Sie wollen verstehen, genau wie ich, wo
die Chancen liegen. Im Leben, im Sein, in der Wahrheit. Irgendwo
vermuten wir alle, als Menschen, dass es
etwas gibt in uns oder der Welt, was mehr bedeutet, als nur ein Ding,
mehr als
etwas zählbares. Feststellbares. Dass es weitaus mehr als Zählbares
nämlich Bedeutung gibt. Zehn Goldstücke oder zehn Äpfel? Was
bedeuten sie, jeweils und für sich? Gibt es überhaupt ein "für sich der
Dinge"? Können Dinge jemals isoliert betrachtet werden? Das
Zählbare bedeutet noch nichts. Vergleichen
wir die Bedeutung zwischen 1000 Euro und einem Ding, kommt der Wert
dabei heraus. Von wahren Werten kennen wir nicht viel. Weil wir davon -
durch eine kollektive Wut des
Schattenkehrens - nicht gerade viel bekamen. Wir sind hungrig.
Transzendens des Daseins bedeutet uns mehr, als nur irgendwie zu leben
- wenn wir einmal den Vergleich kennen, wie es ist, wenn wir mehr über
uns erfahren, oder über das Leben..., dann wollen wir zwangsläufig mehr wissen. Mehr sein.
Jedenfalls,
Merkur verleitet sehr, dass wir uns in der Dualistik verlieren.
Jungfrau findet ihre Sorgen und handelt (!) dementsprechend, das macht
ihre Beweglichkeit aus, dass sie fügsam bereit ist, sich den Dingen zu
fügen und Wege findet, die eine konkrete Situation meistern helfen -
aber ob es wirklich gescheit, oder aber beschränkt, borniert und
unbeholfen ist, wird noch nicht ausgesagt . Merkur herrscht in
Jungfrau, das heisst, dort findet er hin,
weil diese Energie einem Teil seines Wesens entspricht. Ein anderer
Teil seines doppeldeutigen Wesens besteht in Zwillinge. Da finden wir
den Seiltanz zwischen den Polen der Dualität. Und Merkur entscheidet
sich wie ein
Schmetterling, nämlich berührt von einem gewissen Optimismus etwas in
den Dingen zu finden, kann er zwingende Gedanken anordnen, um alles
mögliche zu behaupten. Das ist der typische Esprit des Zwillinge. Der
Schütze zum Beispiel hat das im Auge, was dem Zwillinge prinzipiell
fehlt, die Übersicht. Aber dem Schütze fehlt, was der Zwillinge im Auge
hat: Das Detail und seine Bedeutung. Sowohl Zwillinge findet im
Schützen seinen Schatten als auch der Schütze im Zwillinge. Es kommt
auf den Standpunkt an. Damit ergeben sich auch verschiedene Bewertungen.
Und dass jeder Planet zu einem solchen
Schatten werden kann, wird bald klar, wenn wir bei Venus die negativen
Entsprechungen der Genusshaftigkeit oder bei Jupiter seine engstirnige
Übertriebenheit erkennen. Ein weiterer Schattenpunkt besteht im
Deszendenten. Ausgangspunkt ist der Schwerpunkt des Aszendenten.
Schatten sind im Grunde unbewusste Anteile, sie drängen sich empor als
natürlicher Trieb. Andere Schatten sind komplexer und bilden einen Zusammenhang verschiedener auslösender Planeten.
Vielleicht mag man sogar beide "Wohltäter" (Venus und Jupiter) zu manchen Zeiten als Faktoren sehen, die alles haben wollen und doch nichts zu sein scheinen.
Zu der Mehrdeutigkeit gehört
auch, dass all diese Planeten nicht ein auf eine einzelne Bedeutung festlegbares einzelnes Wesen wären,
sondern verschieden wirken können.
Venus
ist ein Faktor der Selbstliebe, denn zu uns treten wir ebenso in Bezug
wie zu allen Personen oder Dinge des Aussen. Und Venus ist auch
ein Weg, den Schatten anzunehmen und schliesslich "gehen zu
lassen", zu befreien und dann den ursächlichen Trieb oder Komplex
abzuhaken.
Wenn
es um komplexbeladene Schatten oder einfache Komplexe geht, die
hartnäckig bestehen bleiben und zu denen wir einerseits hinfinden und
sie andererseits missen wollen (wenn wir denn könnten), kann eine
vorübergehende Auslebungstaktik helfen. Wir leben den Komplex aus,
möglichst kontrolliert, aber als würden wir einfach uns dem Treiben,
das uns innerlich zwingt, überlassen und winden uns dann
mit kleinen Schritten
hinaus, indem wir Stück für Stück Einsicht gewinnen und weitere
Einsicht hinzugewinnen, was nämlich getan werden kann, um
den Komplex ganz los zu werden. Dafür müssen wir die einzelnen
Komponenten und Aspekte erkennen und das geht wohl kaum im Labor, oder
das Leben ist das Labor.
Meist sind es verschiedene
Einstellungen und Gefühlsmuster, die entscheidend werden. Weil sie
Gedanken und Stimmungen nähren, die entscheiden werden, wie wir handeln
und denken. Wenn wir etwas ins Licht heben und beobachten, bedeutet das
auch immer eine Selbstbejahung. Es könnte sein, dass wir im Leben eine
ziemlich starke Selbstverneinung angenommen haben, die wir nur nicht
bemerken. Sie findet immer dann statt, wenn wir nicht wirklich zu uns
selbst stehen und uns frei geben und äussern, frei "sein " können,
was wir sind.
Venus kann uns Beziehungen
gestalten lassen, das Auge öffnen, einen Bezug nicht nur aufnehmen und
irgendwie weiterführen, sondern gestalten, so dass die Ästhetik eine
grosse Rolle spielt - oder wir nennen es Liebe und meinen nicht Sex oder
Kuss. Wir finden weitere Beispiele auf Anhieb, wo wir dann auch meinen,
die positiven Eigenschaften der Venus sind leichter zu erwecken, als
die positiven Eigenschaften des Plutos. Im Vergleich ergeben sich die
vielschichtigen Bedeutungen der Planeten und Stellungen.
Unser Umgang mit nur einem Planet ist bei jedem verschieden,
weil die Wirkungen der Planeten verschieden sind.
Aber
dennoch kann jeder Planet in das Unbewusste gebracht werden, wo er dann
alles was ihm zueghörig ist machen kann, vom Guten bis zum Schlechten
und vor allem im Unbewussten unkontrolliert. Unkontrollierbares gibt es
aber nicht. Ein Mensch, der sehr schwer leidet, mag noch den letzten
Akt auf sich nehmen, sich einen zwingenden Gedanken zu machen, oder
sich von Emotionen zu befreien um klarer zu sehen, was ist und was
bleibt und vielleicht kommt. Die Kontrolle verlieren wir aber oft über
die Planeten und vieles müssen wir von Kindheit an lernen. Und wir
könnten falsche Wege gehen. Wir könnten entweder etwas tun, was uns
selbst nicht gefällt und unserem Lebenskonzept nicht
zugute kommt,
oder was wir in den Schatten drängen, weil wir uns davor schämen oder
weil wir es aus anderen Gründen verbergen wollen.
Beides sind die
grossen Schicksale unseres Daseins. Disharmonie und Schatten (nicht nur
einfach Unbewusstes, sondern etwas, was eigentlich ins Bewusste gehört,
weil es als solches geboren wird, als solches bereits empor drängte um
zu sein; wir drängen es in den Schatten, weil wir dessen
Regungen
nicht wirklich ausleben wollen, obwohl uns der Anfangstrieb, der
Anfangsimpuls, der Anfangsgedanke kam).
Hässlich
ist all das, woran wir keinen
Geschmack finden und das sind sehr viele Dinge zuweilen. Wie weit wir
sie ablehnen, verursachen andere Faktoren. Aber Venus ist das Aufheben
darum.
Venus als
Faktor, der für diese Empfindung steht, ist in ihrem Wesen aber nicht
nach dem Hässlichen ausgerichtet. Es wird oft heraufbeschwören durch
"harte Aspekte", und hart ist alles, was von Pluto, Saturn, Mars oder
einem Quadrat kommen kann.
Wenn etwas gut verläuft, nennen wir es eigentlich nicht Schicksal. Das
Gute benötigt nicht so sehr unsere Kontrolle.
Dann
merken wir bald irgendwie, dass wir eher von Schatten sprechen, als von
Leben. Wenn wir von einem Umgang mit den Kräften reden, die aus uns
heraus drängen, beobachten wir nicht nur die guten Regungen, sondern
wir werden mit unserem Blick zwangsläufig auf unsere eigene Wahrheit
aller Regungen treffen und deren intimste und verborgenste
wahrhaftige Ursache.
Der Schatten lebt, gedeiht und tut, und
es ist kurz gesagt nicht immer das goldene vom Ei, was man von den
Planeten bekommt und umsetzt.Die Planeten wirken, sie tun es einfach
und wir müssen ihre Wirkungen, Kräfte integrieren, weiterführen und das
Wunderbare ist: Astrologie zeigt uns, dass es keinen richtenden Gott
gibt, was unsere Einstellungen angeht. Weil wir die Planeten frei
verwenden können, im Rahmen ihrer Möglichkeiten und unserer Idee, was
davon wohl am besten zu verwirklichen ist.
Unweigerlich
kommen wir bei solchen Gedanken zu Ideen über das, was für alle
Gültigkeit hat, weil es eine universelle Wahrheit ist, die nicht davon
abhängt, wie sie andere beschreiben oder auslegen. Wir suchen nach der
Essenz, wie wir leben können aber wollen auch nicht ein schlechtes
Gefühl haben, dass wir ein Gesetz übertreten. Ach, was gehen uns
Gesetze an, so weit sie uns nicht berühren. Aber dieses Gesetz
beinhaltet einen Reiz, den wir im Selbst lokalisieren können und das
auch die universellen Wahrheiten erkennen lässt. Wir können
alle
Gesetze weg werfen, um zu bestimmen, wie wie innerlich eine Haltung
gegenüber dem Leben gewinnen. Wir erkennen die Funktion, und damit das
Gesetz, das wirklich bestimmt, wie ein Mensch zu sein hat. Das
Kollektiv sagt es uns nicht mit vollem Herzen , weil das Kollektiv
selbst anderes gewöhnt ist. Die Esoterik und die neuen Zugangswege zu
unserem Leben, haben uns nicht befreit, sondern erst mal nur
hellhörig werden lassen. Jetzt beginnen wir aber kollektiv auf mehreren
Ebenen eine Veränderung zu beschreiten, seit etwa 100 Jahren
vereinzelt, aber doch zunehmend passiert es, dass wir den
Kollektivgeist als unzulänglich enthüllen und in das Kollektiv hinein
auch Druck entwickeln , als würde Saturn nun prüfen, ob Kollektiv und
Lebensabsicht ein gutes Bündnis eingehen. Was uns angeht, finden wir
mit Esoterik usw. endlich eine Idee davon, was das Leben im Innersten
wirklich zusammenhält. Wenn wir weiter vorgedrungen sind, werden wir
als Esoteriker die Geheimnisse weiter ergründen, ansonsten (als Laie)
dieses Wissen auf unser eigenes Leben anwenden wollen. Wir wollen also
wissen, was bestimmte Dinge bedeuten. Das beste, so könnten wir finden,
ist es, wenn wir die Dinge in einem Grundgerüst lernen, um die Planeten
und Zeichen jeden Tag bei sich verfolgen zu können und man nicht mehr
so viel an die Worte gebunden ist, mit denen andere Astrologen sich in
Bezug zu Laien verständlich machen können. Sie können sich meist nur
dann verständlich machen , wenn sie konkret werden. So nimmt
die
Astrologie ein bisschen was von Ereignisdeutung an, aber wir
interessieren uns vielleicht doch mehr für das Wesentliche. Um
irgendetwas in der Astrologie anwenden zu können, wird man einfach
elementar immer wieder auf die Planeten kommen und es liegt daher nahe,
mit ihnen anzufangen. Aber, wir finden so viele Deutungen zu
irgendwelchen konkreten Stellungen, und nicht so viel zum
Lesen, wie ein
Planet wirklich ist und wirkt und wie wir selbstständig diese
Bedeutungen entschlüsseln können.
Anfangs kann man nicht anders, als
zu einzelnen Bedeutngen zu greifen. Später und nebenher kann man
versuchen, das Essentielle herauszuloten und zu verdichten. Ich meine,
es wird sich dabei immer irgendwo um ein abstraktes Bild handeln, und
davon abgeleitete Worte werden dieses Abstraktum nur schwer fassen...
Wenn wir uns frei machen und die Energien fliessen können, erfüllen wir
auf mehreren Ebenen grundlegende Funktionen. Damit ergibt sich eine
Vernunft des Daseins. Und damit finden wir das rechte Maß, und auch
eine gute Ausgangsbasis, um die Planeten zu verstehen, weil
wir
sie auf ein Gleichgewicht beziehen können, und nicht auf ein Positiv
oder Negativ allein. Energien wollen fliessen und sie können das
praktisch in vielen Möglichkeiten. Leben ist Leiden. Das
Geheimnis des Lebens ist , dass alles, was wir tun, auch verborgene
Wirkungen haben kann - diese machen das Leben unberechenbar. Planeten
können wir ausleben und wir könnten eine Lawine ins Rollen bringen,
weil wir Energieverhältnisse und Resonanzen verändern. Das Abenteuer
des Lebens ist, dass es dieses Risiko gibt, aber auch Chancen. Es ist
eine grosse Chance, mit der Astrologie Glück zu finden, weil man so
etwas wie das Ziel oder Selbst erahnen kann, wo wir vormals wenig
Inspiration fanden.
Was man zur Astrologie braucht ist also die
Fähigkeit Ambivalenz ertragen zu können. Weil es irgendwo immer
Dualitäten und Mehrdeutigkeiten gibt.
Mal liest man zum Mars, er
steht für unsere Durchsetzung, mal dass er Angst vor Widerständen
verspürt. Schauen wir auf den Schwerpunkt, würden wir natürlich den
Antrieb und die Durchsetzung über alle Widerstände hinweg dem Mars eindeutig
zuschreiben. Aber es wäre nicht die ganze Wahrheit, wenn wir nicht auch
die Angst entdecken, die mit Mars einher geht und ihn beeinflussen kann
wie unser ganzes Tun und Einwirken auf die Wirklichkeit.
Auch
ist jeder Zugangsweg zu einem Radix meist sehr verschieden von anderen
Radices. Die Einzelheit können wir immer wieder als
etwas störendes entdecken, zB der Gedanke, was bei einem Radix
so
geht, muss ich auch bei einem anderen so machen. Die Einzelheit suchen
wir, den Masterplan. Wir finden ihn vielleicht später... und
kommen zuvor dann aber nur zu einzelnen Bruchstücken des Ganzen und
sehen nicht andere Teile.
Es ist
die höchste Kunst, die Strukturen der Radix nach einer strikten Methode
auszuloten, wie zum Beispiel, das man Aszendent, Sonne und MC in ihrem
Zusammenhang beachtet. Dass man diesen Deutungsweg geht, weil man die
einzelnen Faktoren einzeln und im Zusammenhang begreift.
Man
sollte nicht zu früh nach den Sternen greifen und sich vielleicht
hin und wieder begnügen mit dem Zugang, der sich in einem jeweils
ergibt. Auf Dauer müssen wir natürlich diese Bedeutungen
einzelner Faktoren ergründen und auch die Zuammenhänge. Aber
für einen Anfänger gilt, klein anfangen. Man kann den ersten
Schritt nicht vor dem zweiten machen und den dritten nicht vor dem
zweiten.
Manchmal sind das Planetenballungen, manchmal gewichtige Aspekte.
Es kann ein wichtiger genauer Aspekt sein, etwa weil es sonst
keine gibt oder nur mit grösseren Orben, oder weil der
aspektierte Planet
die
Sonne ist.
Manchmal
Aspektfiguren, Quadrantenbesetzungen. Manchmal ist es eine
Hauptsachse, manchmal ein stark stehender Planet, der alles andere
technisch und sprichwörtlich in den Schatten stellt. Manchmal ist
es
ein Uranus, ein Pluto oder Neptun, weil er einen starken Einfluss auf
wichtige Teile der Persönlichkeit hat. Tracy Marks führt in
ihrem Buch "Die Kunst der Horoskopsynthese" zu dieser Art des
Zugangsweges, dass man Schwerpunkte ins Auge fasst. Dennoch finde ich,
geht Marks mit der schwerpunktbezogenen Deutung an der Kunst vorbei,
erklärt sie nicht. Die Kunst ist es, mittels dieser
Schwerpunkte sich ein Bild des Horoskopeigners zu machen, das passt und
nicht willkürlich bleibt . Es ist wichtig die Zeichen zu
verstehen, ihr Wirken und ihre Präsenz, ebenso wie die Planeten.
Dafür wird man mit Marks allein nicht zurande kommen. Man sieht
einfach wieder bestätigt, dass es um etwas geht, das in keimem
Buch stehen kann: Wie sich die Faktoren konkret gebrauchen und anwenden
lassen, um einem Radix die Aussagen zu entlocken.
Mittels
solchen Schwerpunkten kann
man aber sehr gut den ersten Schritt finden, man lotet deren
jeweilige Bedeutung
aus und versucht Dinge zu finden, die im Horoskop dagegen sprechen und
damit Spannung erzeugen oder diese Schwerpunkte bzw. Energien
unterstützen.
Stark weil
prägnant und wirksam stehen tut ein
Planet immer in einem Eckhaus, und ganz besonders exakt auf einer
Hausspitze. Auf einer Hauptachse kann sogar ein Asteroid die
Stärke der Einflußkraft eines ansonsten normal stehenden Planeten
bekommen. Jeder
Faktor an einer Eckhausspitze (Hauptachse) wird eine bedeutende Rolle
für die Persönlichkeitsbildung bedeuten.
Neben
der Ergründung der einzelnen Faktoren kommt noch das Radix in
seinen Zusammenhängen, wo man begreifen
muss, wie alles miteinander zusammenhängt. Einzelne Faktoren wie zB ein
Neptun Quadrat auf die Sonne können viel leichter gedeutet werden, wenn
man den wichtigsten Planeten dieser Kombination (hier die Sonne)
zunächst im Haus deutet und dann den Einfluss des Aspektes auf das
bereits Gedeutete betrachtet.
Obwohl ein Aspekt wie in diesem Fall als Quadrat auf die
Lebensmitte Sonne oft sehr stark in Erscheinung drängt, wird die
Bedeutung die es hat, üblicherweise erst aufgehen, wenn man
ein paar übrige Faktoren
beachtet hat.
Wie
geht man vor, wenn zB zwei Planeten sehr nahe beinander stehen? Man
wird finden, das ist eine zwangsläufig komplizierte Sache. Es ist aber
möglich und führt ans Ziel, einen der Planeten so zu deuten, als stünde
er einfach allein. Je nachdem, wonach man also schaut, beachtet man
einfach zunächst nur diesen Planeten. Hat man einen Ansatz, zieht man
den Einfluss des anderen Planeten in Betracht.
Schaut man nach
Angelegenheiten des anderen Planeten, begutachtet man diesen anderen,
aus dessen Sicht. Dabei gilt, dass ein langsamerer Planet von dem
schnelleren keine starke bis gar keine Beeinflussung erfährt (und man
stets einen von zwei Planeten zB in einer exakten Konjunktion nicht so
deutet, dass man die Konjunktion deutet; denn von Einfluss ist die
Konjunktion meist nur auf einen der beiden Planeten).
Wenn
statt zwei mehrere Planeten verbunden sind, kann man jeden für sich
deuten, alle Planeten der Reihe nach durch - unter Beachtung seiner
jeweiligen Einflüsse.
Insgesamt muss man einen Blick für die Sache entwickeln, also Besonderheiten und allgemeine Bedeutungen auseinanderhalten.
Es hilft, immer
wieder ins eigene Radix nach den Rahmenbedingungen gegenwärtiger
Erfahrungen zu suchen. Auch nützt es, nur den Mond zu betrachten, wie
er mundan in einem Zeichen steht.
4. Hauptachsen
Ein
Planet am AS kann das Zeichen des AS (und dessen typische
Schattenqualität) sehr in den Hintergrund rücken und anstelle des
Aszendenten kann der Planet die Rolle des AS übernehmen. Das gilt
gewöhnlich bei einem sehr engen Orbis (Regel 5-6°) und im 12. Haus
stehend ist der Orbis viel geringer (3.5°). Der Planet
wird auch einen Teil der Bedeutung des jeweiligen Hauses
annehmen,
umso mehr er vom AS entfernt steht.
Steht er im 12. Haus, gilt er
übrigens mehr im 12. stehend und die Bedeutung des 1. Hauses für den
Planeten ist minimal, selbst wenn er 2 ° davor steht - allerdings wird
er einen Teil des Aszendenten berühren und beeinflussen. Aszendent und
Hauptachsenpunkte
sind also etwas verschiedenes als die Häuserzonen.
Am AS geht der Planet ins Wesen ein,
am DS prägt es die Anschauung, das Denken und Werten. Am MC das Sollen
und geistige Ausrichtung,
und am IC die Herkunft, das ist die angestammte Haltung, mit der man
sich im tiefsten Inneren identifiziert und was einem den Rückhalt
bedeutet.
Der IC ist ein wichtiger Punkt, an dem sich der Schwerpunkt der
Biografie kristallisiert (Lektüre mit guten Deutungen zum IC: Das
innere Kind von B. Hamann).
Am MC wird ausgedrückt, wo man sich hin entwickeln will und das kann
man als Denke auch sprichwörtlich so meinen: Da will ich hin, das will
ich sein, das will ich werden, weil es die von mir begreifbare
Bestimmung
ist, gedeckt durch Akzpetanz und einer Bedeutungsgebung des Aussen
(weil
objektiv
erkennbar). Der Ort in der Welt, an den ich hingehöre. Das MC zeigt
die Lösung, Finalität, was sich ergibt, um in der Welt äusserlich zu
bestehen, als Berufung eine Stellung einzunehmen.
Die
Gesellschaft
oder alle Menschen wirken sich am MC aus als objektivierender
Maßstab. Wenn etwas lebbar ist, weil eine Norm oder Vorlage
existiert, kann es voim einzelnen
gemacht bzw. gelebt werden. "Was geht, das geht". Es ist nicht
ausschlaggebend, dass die Gesellschaft direkt etwas erlaubt und ihren
Segen gibt, sondern für das Individuum muss erkannt werden, dass sein
Tun und Sein in diese Gesellschaft, in der er lebt, hinein passt. Ihren
Segen gibt die Gesellschaft nur indirekt. Dennoch bestimmt sie, was ein
Individuum davon hält, einen Platz in der Welt zu haben, sich dort zu
sehen.
Das MC ist damit das
Überbewusstsein.
Es sind Formen für Inhalte, die eine Gesellschaft bereit hält. Man
tendiert letztlich in diese Richtung und muss zuweilen zwischen Schein
und die
nicht greifbare Realität unterscheiden. Zwischen Authentizität und
Sinnlosigkeit. Der Anspruch zu schminken und
zu betören gehört nicht wesentlich ins zehnte Haus, findet sich aber
gelegentlich, weil man dem Druck der Öffentlichkeit verspürt oder in
Richtung Norm ziehen will.
Am IC wirkt sich die Gesellschaft als kollektives Unbewusstes
aus, als prägender Einfluss auf das Individuum und dem, was es geworden
ist, was es für Bedürftigkeiten entwickelt, und wie es dazu steht, was
es für selbstverständlich hält, und auch was gesichert sein
muss weil es Teil der Identität ist. Stimmt die Identität und
das
Selbstverständnis nicht, wird man depressiv und wurzellos
zergeht
man in Zerrüttung. Die Grundanlage des Menschen verhindert dies
und lässt einen automatisch etwas annehmen, von dem man als
Fundament ausgeht. Dazu gehört auch das Erbe, in dem man sich sieht,
oder die Herkunft (Klasse und Zugehörigkeit; Familie im grossen und
kleinen).
4. Mundan
Was
heisst überhaupt "mundan"? Man stößt manchmal auf den Begriff. Es
bedeutet Welt, und es steht für den Bezug nicht auf ein Individuum,
sondern meint die aktuelle Zeitqualität, aber auch
grundsätzliche
Ordnungsgefüge der Astrologie. Man bezieht sich auf mundane, weltliche
Stellungen, auch da der Bezugspunkt einer genauen "Geburt" fehlt. Das
irdische Geschehen kennt keinen Anfang der Geburt; viele Prozesse, die
stattfinden, werden daher in Bezug zu gewissen Zyklen oder bestimmten
Zeitpunkten wie Sonnenfinsternissen usw. gesetzt.
Manchmal spricht man vom mundanen Herrscher des 3. Haus und meint damit Merkur, oder beim 10. Haus ist es Saturn. Man meint in diesen Fällen den natürlichen Herrscher des jeweiligen Hauses, also das Prinzip, das dieses Haus kennzeichnet.
5. Erfahrungswissenschaft
Das
Radix ist noch
abstrakt. Man steht vor einem fremden Radix, und hat als Anfänger kaum
einen
Anhaltspunkt für das, was das gelebte Leben angeht, welches das Radix
beschreibt. Ein so grosses Geheimnis ist es jedoch nicht, wenn
man
einmal
einen Bericht oder eine Erfahrung geschildert bekommt, um diese im
Radix wiederzufinden. Oder wenn man jemanden Zeit des Lebens besser
kennen lernen konnte und so manche Information im Radix wiederfindet.
Unser Blick auf andere verändert sich oft zum Positiven, da wir mit dem
Hintergrund des Radix ein Verständnis für manche Eigenarten oder
Schwerpunktbildungen entwickeln.
Wir
lernen die Astrologie anzuwenden, und die Wirkungen der Symbole zu
unterscheiden, indem wir Erfahrungen sammeln, was eine Konstellation,
ein Planet, ein Haus oder ein Aspekt bedeuten kann. Wir sammeln die
einzelnen Beispiele in unserer Erfahrung, verdichten und konkretisieren
für uns ein Bild des Allgemeinen.
Ein Deutungsbuch versucht viele der
Archetypen und Entsprechungen zu beschreiben. Aber es ist und
bleibt
immer noch ein Prinzip, das man im Radix hat. Wenn es sich mit der
Beschreibung eines Deutungsbuch deckt, dann nur deshalb, weil dieses
Prinzip eben ähnliches im Leben anziehen wird.
Das eigene Radix dürfte in jedem Fall den wichtigsten Bezugspunkt für die Anfänge in der Astrologie bedeuten. Aber oft vermitteln uns erst andere Real-Beispiele durch Vergleichbarkeit oder die zwangsläufige Distanz zum fremden Radix so manche wertvolle Einsicht in Bedeutungen der Konstellationen und Zeichen. Man findet sein eigenes Radix oftmals sogar als völlig merkwürdiges Geschehen und kann sich keinen Reim daraus machen. Es hilft, Transite auf Häuser zu verfolgen, besonders wenn ein Planet gerade exakt auf eine Hausspitze kommt. Denn dann ist ein Zeitpunkt, wo der Planet am deutlichsten wirkt und akute Wirkungen entfalten kann.
Die einfachste Art sich über die Wirkung der Häuser klar zu werden, besteht darin, Schritt für Schritt jeweils nur einen Planeten zu nehmen, auch wenn mehrere Planeten das Haus besetzen und nach Anhaltspunkten zu suchen, wie sich dieser im eigenen Leben auswirkt. Man entnimmt dafür Deutungsbüchern die Ansätze.
Man beachte: Diese Ansätze sind niemals komplett. Man sollte nicht glauben, dass eine Bedeutung, die zB für Mars im 11. Haus beschrieben wird, hundertprozentig übereinstimmt mit dem eigenem Radix und Leben, und 100%ig übertragbar wäre. Das ist so gut wie nie der Fall! Schon die Perspektive, mit der eine Deutung beschrieben wird, ist ein Ausschnitt. Und es gibt viele Perspektiven ebenso wie Entsprechungen. Das Leben ist vielfältig. Man sollte stattdessen von der Beschrebung abstrahieren, verallgemeinern, die Essenz heraus filtern und das Prinzipielle auf das eigene Radix bzw. die eigene Wirklichkeit des gelebten Lebens übertragen. Die Symbolik des Lebens mittels esoterischer Systeme einzufangen verführt natürlich, sich wiederzufinden. Aber man sollte sich selbst treu bleiben und nicht versuchen genau der zu sein, der beschrieben wird.
6. Beobachtungsgabe schulen
Das Deuten in der Praxis mit den damit
verbundenen Feedback ist sehr wertvoll, und führt in die Tiefe der
Astrologie.
Wir brauchen eine gute Beobachtungsgabe und vorurteilsfreie Wertung davon, was in einem anderen Menschen oder in Bezug zu Sachverhalten vor sich geht, an denen Menschen beteiligt sind. Welche Themen in welcher Weise eine Rolle spielen.
Kaum etwas ist wertvoller, als die Radices unserer Freunde und Verwandte zu durchstöbern nach den beherrschenden Lebensthemen und Interessen. Unser eigenes zu verstehen, bereitet das grösste Vergnügen. Versuchen wir es, finden wir manchmal einige Zeichen der Planeten sehr entfernt, obwohl die persönlichen Planeten darin stehen, oder wir kommen nicht so gut klar, was ein Planet in einem Haus steht. Manchmal scheinen einige Planeten einfacher präsenter als andere, und es liegt nicht immer an unserem fehlenden Verständnis allein, dass uns die Bedeutung bestimmter Faktoren schwerer aufgeht.
Der Schatten ist etwas, was wir zwar ausleben, aber nicht wahrhaben oder bejahen wollen. Wir machen quasi einen Schritt zurück, und es übrigens auch etwas mit Sozialisierung zu tun.
Es ist der
Trieb, der lebt, oder angefangen hat zu leben, aber den wir eigentlich
nicht akzeptieren oder mit dem wir nicht klar kommen, und deshalb ins
Unbewusste drängen. Aber das Verdrängen ist nicht
unser erster Gedanke, sondern wir schämen und oder haben Angst, deshalb
verdrängen wir es.
Üblicherweise ist der Schatten ein Schauplatz unseres Zwiespaltes
zwischen animalischer Natur und geistigen Werten.
Wir
fliehen nicht direkt vor
dem Schatten, sondern was wir für eine Einstellung gegenüber dem haben,
was in uns ist, das bewirkt die Flucht oder Verdrängung. Wenn man seine
Schatten klärt, wird man authentischer.
Üblicherweise sind viele Launen mit Schattenthemen verbunden (Jährzorn, Eifersucht, Neid usw.). Denn da fehlt die Integration dessen, was uns so fühlen oder so denken lässt. Es sind Dinge des Lebens, also Lebensvorgänge - sie sind nicht zuende gedacht, zuende gelebt, und beschwören die Auseinandersetzung herauf. Wir können lange Zeit diese Vervollständigung (Ganzheit) vermeiden und stärken damit den Schatten. Er wird uns dann weiterhin bestimmen, obwohl wir seine Regungen am liebsten in die Wüste schicken wollten. Doch wie wir alle wissen, sind Emotionen stark und Vorstellungsbilder mächtig. Ich denke, es hat auch etwas damit zu tun, in welcher Gesellschaft wir aufgewachsen sind. Weil das Kollektiv Einstellungen prägt gegenüber wirklichen Lebensvorgängen, die die Natur bei jedem Individuum zeitigen wird.
Gerade als Anfänger ist es sinnvoll, sich in dem Erkennen von Schattenanteilen insgesamt zu üben, die Ergebnisse aber nicht immer auf den Tisch zu legen. Man mag finden, dass die Schattenthemen eines anderen Menschen nicht eindeutig sind, weil es immer die Frage ist, was der Betreffende davon wirklich hinnimmt, und was er wirklich ablehnt und eigentlich ablegen will. Wir wissen es meist nur, wenn darüber berichtet wird, oder wir selbst den Schatten haben und auf uns schauen.
Zum Schatten kann aber vieles mehr gehören. Zum Beispiel, dass wir zu einem Handeln, Denken usw. angemutet werden, und es mechanisch ausführen - einfach gesagt, dass uns der Moment entgleitet, und wir woanders sind, mit einem Teil von uns.
Astrologie wird benutzt, damit man irgendeinen Nutzen davon erhält. Versucht man den Planeten zu folgen, oder den Lebensvorgängen, kann man eine Instanz in sich finden, die bestimmte Dinge nach einem Gewissen oder Gespür für Wahrheit bewertet. Damit erhält man in der Auslotung der richtigen Handlungsweise gegenüber Wesensanteilen oder Trieben einen Maßstab.
Schatten
entsteht auch dort, wo wegen einer besonders stark ausgeprägten
Funktion
eine andere leidet. Wenn zB eine Opposition besteht oder ein Quadrat,
dann fällt einer der beiden Planeten, die bei diesem Aspekt beteiligt
sind, meist stärker ins Gewicht, und
drückt den anderen Planeten in den Schatten - das heisst verleitet den
anderen in
eine mangelhafte Übung, sich authentisch und im Wesen der reinen
Funktion nach zu betätigen. Im Alltag passiert so etwas andauernd, dass
eine Funktion leicht gestört wird, und irgendeine Kraft seine Linie
verliert. Unsere Aufmerksamkeit und Übung ist es, die den Kräften
Richtung verleiht.
Verstand, Kommunikation, Sprache sind an
sich gewaltlos, wir können aber in besonderen Momenten mit der
energischen Durchschlagskraft von
Mars verbale Gewalt ausüben, wenn wir einen solchen Aspekt
haben.
Die Sprache wird
unweigerlich grob und zweckentfremdet, weil es mehr ums
Ausagieren
geht, was so gar nicht der feinen Analytik und Klarheit der
Merkurfunktion entspricht. Wenn uns das nicht geschähe, wären wir ein
anderer Mensch. Wir müssen manchmal Dinge hinnehmen, und brauchen uns
nicht über alles zu schämen, was man dem Wirken der Planeten
zuschreiben kann.
Anders
gesagt, die Energie des Mars drängt
sich in die Merkurfunktion. Ein Aspekt aber ist da, um gelebt zu
werden, es geht nicht anders , als diese beiden Planeten irgendwo
auszuagieren in ihrer Kombination . Aber es gitb viele Möglichkeiten
dazu und meist irgendwo immer einen Schwerpunkt, ein grundlegendes
Thema, das nicht mehr nur von verbaler Gewalt kündet. Mars/Merkur kann
dann einfach
auch den Schachspieler bedeuten, oder in anderen Fällen ist man in
einem Raum immer der erste, der etwas zu sagen hat muss dabei ja nicht
laut werden und brüllen usw.. Es kommt bei einem Merkur/Mars Quadrat
auch darauf an, welche Zeichen und Elemente weiterhin damit verbunden
sind, und schon ein Mars oder eine Sonne in Zwillinge vermag statt
Brüllen das andauernde Quatschen in Szene setzen. Es fällt als solches
Quatschen und Tratschen auf, weil es etwa luftigen Charakter hat, und
der Schütze würde ebenso quatschen können in der Menge, aber es fiel
bei ihm eher als "grosse Reden halten" auf.
Astrologie sollte wohl dahin führen, das
Gute im Menschen sehen zu können und es zu entwickeln helfen.
Genau das ist es,
eine erkannte Chance oder Notwendigkeit, was Menschen auf
ihren
Weg suchen. Wenn man andere Menschen vor den Schatten stößt, haben
diese es nicht gerne, an ihn erinnert zu werden.
Die
Astrologie zeigt das Leben, aber das Leben ist nicht nur gut oder was
auch immer wir unterscheiden ins besseres und schlechteres.
Wer nur
gute Entsprechungen sucht, sucht vielleicht nach persönlichen Wegen,
aber nicht dem Leben, wie es insgesamt ist oder sein kann.
Anders
gesagt, man hat von
der Astrologie ja nichts, wenn man nicht im Leben guckt, was da
passiert - und wenn wir es beschreiben, entsteht nur leicht der
Eindruck, wir würden es dabei schon werten, aber möglicherweise
beschreiben wir nur genauer, was passiert. Wenn wir es genauer
beschreiben, müssen wir schon bei der Wahrheit bleiben, dass die Dinge
einen bestimmten Charakter annehmen, und es so etwas wie eine
objektive Bedeutung gibt. Damit ergeben sich nicht schon Schatten.
Schatten sind Dinge, mit denen wir einfach gesagt
unbewusst
und unzulänglich umgehen.
Die allzumenschliche Neigung,
Ängste oder Scham zu haben, können Verdrängungen verursachen
-
Schatten stellen eine wichtige Komponente der Astrologie dar.
Man könnte diese psychologische Astrologie nennen.
Viele
unbewusste Wünsche und Wunschkomplexe gehen auf Schattenanteile zurück.
Manche Sucht zB erklärt sich einzig und allein aus fehlender
Integrationsleistung und Verarbeitung alter Wunden und Traumen, und
darauf anknüpfende Erfahrungen, die die ursprünglichen nur leichten
Schatten und Komplexe verstärken. Schatten wirken im
Untergrund
und Unbewussten als Antreiber - und sie bestimmen unser
alltäglichen Leben weiterhin, obwohl wir sie nicht konkret
ausdrücken. Schatten beherrschen und verwüsten das übrige Leben mit
ihren
Regungen.
Wir erwarten möglicherweise Konsequenzen oder finden uns in einem ungeübten Betätigungsfeld, was dann nämlich bedeutet, dass wir Fehler machen könnten und so auch Konsequenzen erfahren werden.
Dabei ist die Erfahrung von Konsequenzen nicht zu verhindern.
Das Leben , man
merkt es bei Beschäftigung mit Astrologie immer wieder, ist
dualistisch angelegt. Und dualistisch, das heisst, dass etwas entsteht
und schon
das Gegenteil oder der Gegensatz nicht nur potentiell, sondern
tatsächlich entgegen treten kann.
Mit
der Geburt kommt unser Potential in die
Auseinanderstzung anderer Potentiale, auf dieser Ebene der (irdischen)
Wirklichkeit. Wir spüren Seele und Körper. Wir spüren was wir werden
wollen und was die Welt aus uns zu machen pflegt. Es entsteht
eine
Reibung zwischen Geist und der Materie. Wir spüren eine Bedeutung,
die in etwas Heilem oder in etwas Ganzen besteht, aber wir
spüren
auch all
das, was diese Bedeutung der persönlichen Ganzheit stört oder sie
zerstören kann. Wir spüren mit
dem Hinaustreten unseres Selbst in die Welt , dass etwas entgegen
tritt, was uns herausfordert, weil es anders ist. Damit ist schon im
jeden Akt des Hinaustretens die mögliche Gegenüberstellung gegeben. Das
Hinaustreten einer Empfindung, einer Tat, eines Wollens, eines
Gedanken, eines Wortes usw. stößt auf anderes, was dieses Hinaustreten
zunächst nicht frei macht und - mehr oder weniger - wie eine
Wand auf das Hinaustreten wirkt.
Manchmal
ist es hilfreich, sich von mancher Regungen schnell abzuwenden, umd
sofort eine neue Richtung zu gewinnen. Aber es kommt drauf an, wie wir
das tun, in welchem Bewusstsein von dem, was in uns geschieht. Oft
geschieht es automatisch, wird zum Muster und bald unbewusst,
aber vor allem: will man es verdrängen, und hat es nicht wirklich
abgeschlossen. Abdrängen, nicht auskosten, den
Trieb nicht weitergehen, weil man bei näherer Prüfung etwas feststellen
könnte, vielleicht dass etwas stimmt, und wir gleichwohl auch beschämt
wären.
Ob die Dinge so kommen, oder nicht,
diese Unwägbarkeit nehmen wir nicht in Kauf.
Ein Schatten ist
eigentlich immer etwas, was man verbergen will. Wesentlich
vor
Anderen. Gäbe es nicht Welt, müssten wir nichts verbergen.
Wir
haben es uns vielleicht angewöhnt, und empfinden vor uns selbst nicht
anders als vor der äusseren Welt oder ihrer Taktgeber. Was dann einen
teifgreifenden Komplex bedeutet, wenn die Welt als gigantischer
Schatten sogar bestimmt, wie wir uns selbst definieren und dabei das
Lebendige von uns abtrennen wollen, es selbst völlig unter den Teppich
kehren. Manche Regungen müssen wir auch ausleben, weil wir sonst in ein
Ungleichgewicht kommen können. Die Planeten , ihre Energien und die
damit entworfenen psychischen Inhalte verlangen ihren
Ausdruck.
Das
heisst, wir müssen eben selbst prüfen, ob wir mit etwas leben wollen
oder es in andere Kanäle bringen. Wir sollten nicht zu oft daran
denken, etwas zu sublimieren oder zu unterdrücken, um es im Lebenssaft
abzuschneiden, weil es auf andere Weise wieder empor drängen könnte.
Obwohl diese Schatten einen Komplex bedeuten können, müssen wir es nicht fürchten oder beschämt darüber sein.
Und diese Schattenthemen sind eben die Hindernisse auf dem Weg ins Licht oder zum Glück. Denn sie stehen andererseits dafür, dass das Leben mit uns machen kann, was "es" will.
Pluto
Über
Pluto wird man sicher in den nächsten Jahren mehr
über seine
eigentliche Bedeutung und Funktion erfahren. Bislang tendiert eine
neutrale bis positive Sichtweise einzig zu Begriffen der Wandlung,
Veränderung und zuweilen auch Wahrheitssuche. Auch Wille und Macht sind
treffende Schlagworte. Eher negative Begriffe kennen wir genügend für
ihn, und man denke nur an Eifersucht, Besitzergreifen, Manipulieren,
Suggestion, Verbrechen, Untergrund, Perversion, Neid oder
Inbrunst.
Wir
erfahren seine Wirkungen meistens als Angst vor Verlust. Besonders
Planeten in Skorpion lassen uns leicht ein Leben planen, in dem wir uns
solche Gelegenheiten suchen, die den Verlust ausklammern - nicht durch
übertriebene Vorkehrungen, sondern wir lassen uns auf viele Dinge gar
nicht erst ein oder suchen uns Partner, die nicht gerade den Eindruck
erwecken, frei wie ein Schmetterling durch die Welt zu ziehen (und die
uns nicht daran erinnern, dass sie leicht Konsequenzen ziehen,
oder uns leicht verlassen könnten, wenn ein anderer Wind weht; sprich:
dass die Welt bis zu einem Grad berechenbar bleibt).
Eine andere
Möglichkeit ist, dass wir auf irgendeine subtile oder direkte Art
Macht ausüben, um uns der Gegenwart des Partners zu
vergewissern.
Nicht ausgeräumte Zweifel sind für Skorpione
wie ein still wirksames Gift für ihr Sicherheitsbedürfnis, was sie
nicht mehr so leicht los lässt, bis dass ein klärendes Gespräch
stattgefunden hat. Ansonsten kann es geschehen, dass zu irgendeiner
Zeit der Frust Bilder entstehen lässt, und man den Plutoniker oder
Skorpion als jemanden erlebt, der sich sprichwörtlich verrannt hat in
einer Idee. Dann nährt sich mit jedem neuen Moment ein Bild, das
man von der Welt hat, und diese Idee wird zur fixen
beherrschenden
Vorstellung. Denn man ist versucht, nach Hinweisen zu suchen und wenn
Ungewissheit weiter besteht (und genährt wird), ist es der menschlichen
Natur geschuldet, dass wir uns dann die emotional erschreckendsten
Bilder machen.
Man kann dahingehend solchen Partnern helfen, wenn
man ihnen gegebenfalls zur rechten Zeit deutliche Signale gibt (etwa
dass man sie liebt), und sie sich unserer vergewissern können.
Neuerdings
wird Pluto auch mit Wachstum und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht,
einen Anhaltspunkt dafür finden wir im Mythos (er ist mit
Demeter
verbunden), und in der körperlichen Zuordnung zu den Geschlechtsteilen.
Wenn wir überlegen, was er in der Erfahrung bewirkt wird das logisch:
Durch Wandlung finden wir zum Leben, Kern dessen, was anstelle des
Vorherigen tritt, oder was nach dieser Wandlung wachsen darf. Im
letzteren Fall erklärt sich die Bedeutung der Eigenschaft Tod,
wofür Pluo und Skorpion ebenso das 8. Haus ebenfalls bekannt
ist.
Der
Skorpion ist das Herrscherzeichen des Pluto. Die Erhöhung des Plutos
ist noch nicht sicher, man vermutet entweder Löwe, Wassermann oder
Widder. Wassermann (nach A. Oken) erscheint mir unlogisch, da der
Wassermann/Uranus bekannt ist für die Aushebelung der Polarität, aber
Pluto nichts anderes als Einseitigkeit entwirft und auf diese Weise die
Dualität erzeugt bzw. provoziert. In Wassermann klänge eher das Fall
als Würde an, und folglich vielleicht wirklich Löwe als
Erhöhungszeichen.
Pluto
ist ein stark mächtiger
Wasserplanet, da er direkt mit den Emotionen verbunden ist. Sogar eine
wissenschaftliche Erkenntnis klingt als Heureka wieder, und die dabei
eine Rolle spielende Freude ist beim Skorpion die Enthüllung von
Wahrhaftigkeit und Bedeutung.
Es ist Lebensernst, was der Skorpion vermittelt, aber
tief in seinem Inneren ist er sich um die Bedeutung der Lebensfreude
gewiss. Es hat Ähnlichkeit mit der Enthüllung einer Bedeutung,
wenn Pluto agieren will. Ihm geht es nicht in erster Linie um das, was
manche den Stachel nennen und was für die unangenehmen Seiten des
Lebens steht. Ihm geht es um eine Art Befruchtung, weswegen er
ein emotionaler Faktor ist, da er zur Geburt verhilft. Im dunklen Reich
unter der Erde , unter dem Offensichtlichen, da regen sich die Triebe
und wachsen empor zum Leben. Pluto ist selbst nicht das Prinzip des
Wachstums, aber er geht mit es ein Bündnis ein, so wie mit Demeter (die
alles wachsen lässt) im
Mythos.
Er entscheidet indirekt mit seiner Entschiedenheit,
was lebensfähig sein soll. Damit befruchtet er jeweils die Gegenwart,
die deckungsgleich mit seinem Vorstellungsbild ist. Sein
besitzergeifendes Verhalten ist ein Notgriff, um sich der Sicherheit zu
vergegenwärtigen und nicht dem Tod und Loslassen zu überlassen, denn um
diese Dinge hat Pluto/Skorpion eine Heidenangst; - bzw. es ist der
Stachel der schmerzhaften Erfahrung deshalb so immens, weil er sich
tief bindet und das tut er, generell der Wirklichkeit wegen. Daraus
ergibt sich Kompromisslosigkeit, ein "Alles oder Nichts", weil
er die Sicherheit darüber braucht, was für ihn Gültigkeit hat.
Wenn er findet,
dass etwas verändert gehört, übt er entsprechenden Druck aus, und aus
dem
Sterben oder Tod geht dann das hervor, was
wesentlich ist.
Es
ist die Freude an der Erfahrung des
Gegenwärtigen, und nur das ist gegenwärtig, was als solches
erkannt oder gelebt wird. Der Skorpion schmiegt sich an das
Gegenwärtige, um dessen
Reiz zu erfahren. Mit diesem Reiz orientiert er sich und findet die
Sicherheit, die ihn erfüllt. Wenn es an der Wirklichkeit nichts
auszusetzen gibt, oder wenn einer Verpflichtung oder einem
Versprechen (etwas was ihn binden wird) nichts schädliches inne wohnt,
dann ist das der Moment wo Pluto die Sicherheit findet.
Daraus ergibt sich auch die Macht, die von
ihm ausgehen kann, weil diese Macht eigentlich nach Sicherheit strebt
und deshalb autark und konsequent angelegt ist.
Pluto
ist ein Faktor, der nur ein Werkzeug bietet, um zur
Wirklichkeit
vorzudringen, oder zu drängen - ein Werkzeug, das man auch falsch
benutzen
kann. Man benutzt es meist dann falsch, wenn man sich zu stark
identifiziert und die eigentliche Gegenwart und Wirklichkeit ausser
Acht kommt.
Pluto
rührt an sehr intime Dinge und zeigt das Leben, wie es ist. Und das
Leben ist untergründig, beherrscht von Trieben und Verlangen. Diese
Dinge - das weiß Pluto - werden anderes bedingen, weshalb er ganz nach
seiner Lust lebt und nicht in erster Linie nach der Lust anderer.
Der
Schatten des Plutos ist vielleicht wahrlich der unangenehmste der
Planetenfamilie, so wie der Tod uns erinnert, dass das Totenhemd keine
Taschen kennt. Der Tod ist für uns auch das Unangenehmste am Leben. Was
ist uns etwas wert, wenn es vergänglich ist? Das zeigt vielleicht
Pluto, weil er mit seinem ihm eigenen Reiz auskostet, was das
wahre Leben zu bieten hat. Alles kann das sein, sogar der
Bankraub.
Und stellen wir nicht fest, dass wir eine
Kraft erfahren, wenn wir einen Augenblick standhalten können, in der
vollen Tragweite, die es für uns hat? Die Beute ist es, um die es bei
Pluto geht.
Pluto kennt keinen Kompromiss. Er verleitet uns in die
Unterwelt, wo er uns bindet, oder Pluto
lässt es ganz bleiben und wird gleichgültig im Sinne von "das geht mich
nichts ans", eine strikte Ablehnung kann damit verbunden sein, aber sie
ist deswegen direkt, und strikt, weil man so nahe an den
Verpflichtungen lebt und meint, man muss es (als Pluto) wirklich
deutlich machen -
wenn auch nur für sich selbst.
Es ist eine besondere Entschiedenheit in diesem Zeichen und Planeten.
Pluto offenbart das Thema Vertrauen. Skorpione und Plutobetonte
ringen
um Vertrauen, in sich, in die Welt, in andere. Sie ergründen, um
vertrauen zu können. Wenn sie Misstrauen finden, ist die Enttäuschung
gross. Aber sie spüren mittels diesem Pol von
Vertrauen und
Misstrauen auch auf, worauf
man sich einlassen kann oder will. Denn es geht bei ihm um das, was am
Ende bei heraus kommt , was ist. Was gefällt, darf sein, aber es
verlockt dann auch , verheisst etwas gutes. Und natürlich geht es dabei
auch um Sicherheit, weil diese verspricht.
Wenn sie Vertrauen gefunden haben, dann oft durch Erfahrungen, die sie
reifen lassen. Sie wandeln sich, weil sie tiefgreifende Erfahrungen
machen und die Bedeutung oder Notwendigkeit erkennen, die ein Wandel
mit sich bringt. Bis dahin, wo gewandelt ist, werden sie sich oft
reiben an dem, was noch nicht gewandelt ist. Als ob eine Flut der
Inbrunst ihre Seele erfüllt, um diese Notwendigkeit der Wandlung zu
erzeugen.
Pluto
kann auch dazu führen, dass uns der Schatten anderer anmutet, anreizt,
weil wir unseren eigenen Schatten gespiegelt sehen. Es ist dann das
Verlangen, eine Wahrheit durchzusetzen, die uns als einzige Möglichkeit
besteht. Wäre etwas anderes möglich, als unsere eigene
Position
zu "bewahrheiten", dann könnten wir ja die Wahrhaftigkeit dieser
Möglichkeit und Realität mit demselben plutonischen Reiz (der
unter die Oberfläche geht) erkennen und uns durch Plutos Macht und
Bändigung nicht länger verführen lassen, eine Grube auszuheben, in die
der Tod oder das endgültige Ergebnis fallen soll. Worin wir uns bei
Pluto oft auflehnen ist die Erinnerung, Emotion, Schuld, etwas was uns
bindet und nicht anders lässt.
Es
sind all die energetischen
Bindungen an Unbedingtheiten, die wir in unseren spontan-impulsiven
Instinkt gelegt haben, oder die darin gewachsen sind wie ein
Dornenstrauch. Aufgrund der Dornen bauen wir mächtige Komplexe auf, und
reiben uns mitunter nicht an andere, sondern an uns selbst. Wir in
unserer Subjektivität meinen dann, die anderen seien auschlaggebender
für unser Leiden an der Gegenwart.
Schließlich entsteht der Versuch, über diese Abgründe hinweg zu gehen -
weil wenn wir
darin sind, geht es uns nur noch schlechter und der Schahtten wird
nicht komplexer, sondern die Wirklichkeit unangenehmer. Komplex sind
die
Versuche, über den Abgrund hinweg zu gehen. Es ist kein Irrtum,
anzunehmen, dass überall dort, wo jemand sich aufregt, auch ein grosser
Schatten liegen kann. Aber bei der Gelegenheit sei gesagt, man muss
auch ins Kalkül ziehen, dass wir einen Schatten für einen
solchen
halten, während derjenige sich völlig bewusst darüber ist,
was er
tut! Dann ist es kein Schatten.
Doch wichtiger ist jedenfalls, dass wir
erkennen, wann das Leben nicht wirklich hingenommen wird, als würden
wir nicht zu dem stehen, was wir sind. Da liegt meist der
Schatten. Und dennoch könnten wir nicht leben, wenn uns immer alles
bewusst wäre. Es ist also in gewisser Weise normal, den Schatten zu
haben. Weil natürliches Produkt unseres Lebens. Es ist nur die
Frage, in wie weit wir uns von ihm beherrschen lassen, anstatt mehr und
mehr das Leben anzunehmen, wie es ist. Unangenehm ist der Schatten
meist aufgrund kollektiver Prägung. Wir verachten das Leben nicht seit
der Geburt... - deshalb kann es nur gesund sein, wenn wir nach den
wahren Lebensgesetzen suchen. Erst nach der Saturnwiederkehr werden wir
zunehmend sicherer, was die wahren Werte im Leben angeht und werden bis
dahin oft auch noch auf der Suche sein, weil die Macht des Kollektivs
unheimlich stark ist, dass es uns manchmal so weit von den wahren
Werten des Lebens abbringt (weil das Kollektiv scheint aus einem Brei
der Zufälligkeit zu bestehen, was ich zurückführe auf kollektive
Lernerfahrungen, die noch zu machen sind; auch Menschen als Einzelwesen
erweisen sich als hartnäckig in der Verweigerung von Einsichten dem
Leben gegenüber... - oder anders gesagt und kürzer: Um das kollektive
Leben und die Gesundheit der Gesellschaft ist es nicht gerade zum
Besten bestellt, wenn die Menschen zu Arbeitern deklariert werden und
Leistungsbewertung anstelle Würdigung tritt. Man kann sagen, dass wir
kollektiv keine Werte ausdrücken, die das Leben in den Mittelpunkt
stellen und die Folge ist natürlich eine ganz andere Lebensweise, weil
man zB erfährt, dass es wichtiger ist Geld und gute Noten zu haben, als
Charakter auszubilden). Voll Scham stehen wir dann dem Schatten
gegenüber und verstricken uns in etliche Triebe, die ihr Fortleben
haben, auch wenn wir sie ins Unbewusste verdrängen. Hin und wieder, oft
sogar, kommen diese Triebe dann dazu, das Oberwasser
anzurühren,
und die Wasser des Ganzen geraten in Aufruhr, der Blick auf die reine
Wirklichkeit wird entstellt.
Pluto/Skorpion
haben einen starken Selbstbezug, weil das Leben gesucht wird,
und
weil sie dabei ihr eigenes Leben vor Augen haben, das entscheidend ist.
Für sie wäre die Frage bei aller (fremden) Ordnungsgewalt über
das
Gesellschaftliche, also zB bei Politikfragen, in wie weit das
Gestaltete in ihr eigenes Leben eingreift oder in das eines
Einzelwesens generell. Tyrannen veranstalten es dann so, dass sie in
das Leben aller eingreifen, es zwingen und bezwingen, um sich damit das
zu geben, was für sie wertvoll und wahrhaftig bzw. gültig ist.
Astrologie live
Um sich in der Astrologie zu vertiefen kann man die stetigen Wandel bei
sich oder anderen "live"
miterleben versuchen. Jener Wandel von Haltungen, Einstellungen und
Denkweisen, Erfahrungsräumen -
was auch immer sich auf verschiedenen Ebenen der Einflussgrößen ergibt.
Dabei stellt man fest, dass die Wirkung zB eines Transits zeitlich
gedehnt
auftritt und wir mit einem Blick nicht sofort diese Bedeutung erfassen.
Man sollte sich also vor allem Zeit geben und die Astrologie zum
ständigen Begleiter durch die Wochen und Monate machen.
Um
sich einen Eindruck von der Wirkung zB des Solars zu
machen, nutzt es viel, über die Jahre die Vergleichbarkeit zu bekommen,
indem man einen besonderen Blick für die Wirkung der
wichtigsten
Solarfaktoren entwickelt. Man wird feststellen, dass nicht
alle Planeten eines Solars oder Lunars den gleichen Rang
haben.
Diese Möglichkeit, einen
Vergleich zu haben, entwickelt sich nicht so sehr durch Analyse der
Vergangenheit, weil zu diesen Zeiten das Wissen der Astrologie fehlte
und wir die Vergangenheit ohne Astrologie ganz anders in Erinnerung
haben.
Autoren
verschiedener Art können hier helfen, diesen Blick zu schärfen - meiner
Meinung nach sollte man da ruhig in die Breite der Autoren
gehen.
Astrologie im Internet
Man findet auch im Internet so einige reichhaltige Schätze. Zum
Beispiel ist Arnold Buchenrieder engagiert im Tarot-Forum
tätig und schafft dort einen reichen Fundus an Informationen,
die
helfen, sich über astrologische Energien zu vertiefen. Es handelt sich
dabei um die Astrologische Richtung API,
die eine energetisch Sichtweise auf die Symbole auszeichnet,
mit dem zentralen Scwerpunkt esoterischer Psychologie.
Webseiten mit Artikeln:
http://www.astro.com
http://www.astrologie.de
http://www.sternwelten.at
Astrologie
kann möglicherweise als Prognoseinstrument gebraucht werden, doch
würde ich den Anfänger abraten, ausser der Stundenastrologie, zuviel
mit der Prognose zu versuchen, wenn er ein Radix deuten
will, ob für sich oder für jemand anderen.
Meist
besteht in Bezug zur Astrologie eine gewisse
Erwartungshaltung,
die über Jahrhunderte entstanden ist. Die meisten Fragen, die jemand an
die Astrologie richtet, sind zukunftsorientiert. Es ist auch
für
mich so gewesen, dass ich anfangs glaubte, mit der Astrologie könne ich
die Zukunft kennen und einen Vorteil gewinnen, den ich ohne Astrologie
nicht hätte.
Heute weiss ich, dass der wahre Vorteil darin
besteht, Erfahrungen und Lebensphasen einordnen zu können und mit einem
Hintergrund zu verbinden (des Radix und der Transite usw.).
Das
erleichtert mir in Bezug zu meinem eigenen Radix, eine entsprechende
und angemessene Reaktion und Haltung zu gegenwärtigen Erfahrungen
einzunehmen.
Viel schwieriger aber ist es, eine nahe oder ferne Zukunft
zu fassen. Man sollte es selbst natürlich ausprobieren, und vielleicht
verändert sich dabei mit der Zeit der Ernüchterung die Zielsetzung, die
man der Astrologie gibt.
Schließlich kann man von Talenten, oder von Chancen reden, zB
ob jemand in seinem Beruf am richtigen Platz zu sein scheint.
Es geht hierbei nicht um die Frage, wo der Determinismus liegt, sondern
ob die Astrologie wirklich die Prognose aus dem Radix möglich macht.
Ich denke, diese Frage sollte man sich am besten selbst beantworten,
wofür möglicherweise viele Jahre des Übens notwendig sind, um erst
einmal die Basis zu erhalten, mit der man das angemessen beurteilen
kann. Aber wenn man versucht von Anfang an auf die Prognose zu kommen,
könnte sich der Blick für das Wesentliche im Nebel verlieren.
Meine
eigenen Lehrjahre
waren jedenfalls davon beherrscht, dass ich der Prognose immer
abgeneigter wurde, weil sie selbst bei den Experten und gestandenen
Autoren nicht
verlässlich genug funktioniert.
Zu
Ende gelernt hat man jedoch nie, und ich schliesse nicht aus, dass
Prognose durchaus möglich ist.
Prognose ist für mich jedenfalls ein
zweischneidiges Schwert. Der Anfänger und Laie wird jedenfalls nicht
genügend Erfahrung haben und selbst Tendenzen der Zukunft zu deuten
stellt sich als schwierig heraus, da es sehr viele Möglichkeiten gibt,
wie sich ein Transit oder eine Auslösung auswirkt.
Die
Stundenastrologie ist dagegen
überhaupt etwas ganz wunderbares. Sie ist allerdings auf einen
kleineren Ausschnitt astrologschen Wirkens bezogen, bringt uns aber
durch ihre Möglichkeiten zum Erstaunen.
Wenn man sich in
Stundenastrologie
übt, nur zu! Es bringt einem schnell Erfolgserlebnisse, und es ist
mitunter sehr viel leichter etwas über
die Zukunft einer gefragten Sache zu erfahren, als wie das Geburtsradix
zu nehmen - und hier findet man
auch rasch Regeln, die man gut und wiederholt anwenden kann, falls man
sie
richtig anwendet. Das Geburtsradix indessen kann uns viel eher über den
Sinn einer Erfahrung Aufschluß geben.
Auch
ist es eine gute Übung, sich stets bei aktuellen Ereignissen, die einen
beschäftigen im guten oder schlechten, zu vergewissern, was in einem
Stundenhoroskop dazu weitere Aussage liefern könnte. Man könnte auch
bei einer Handlung, die normalerweise reibungslos abläuft , eine
merkwürdige Fügung und Störung erleben - gerade diese Momente können
übertragen auf das Stundenhoroskop viel über die Bedeutung der
Planeten sagen. Denn man begreift, für welche Ereignisse ein Planet
in Frage kommt.
Ein Planet an einer Hauptachse, oder
auch Transite über wichtige Radixstellungen, von allen Planeten
und nicht nur die Langsamläufer. Dasselbe gilt natürlich für
Transite. Wobei die Transite oft Ereignisse markieren, die natürlich
über den Augenblick hinaus gehen und eine ganze Atmosphäre und Umstände
beschreiben können.
Wer Astrologie wirklich lernen will, und sich im
Wissen vertiefen will, der sollte sich immer wieder dem
Geburtsradix widmen.
Kombinatorik
Die Beschäftigung mit Kombinationen ist eine interessante
Möglichkeit, einem Radix die wichtigsten Informationen zu entlocken.
Freilich, zunächst muss an die einzelnen Faktoren in ihrer Bedeutung
kennen (Saturn, Mars, Venus usw.). Schließlich kommen noch
die
Zeichen, die jeden Planeten in seinem Ausdruck färben. Mit den
Zeichen sollte man sich stetig vertraut machen und im Laufe der Jahre
immer
wieder nach Verdichtung des Wissens sorgen, ebenso was die Häuser
angeht.
Mit
den Planeten überhaupt das Studieren anzufangen halte ich
für am wichtigsten und effektivsten; zB via Aspektkombinationen in
Aspektbüchern, oder Lehrbüchern über einzelne Planeten.
Ich halte die
Informationen aus Aspektbüchern für sehr nützlich, um
sich über die Wirkung von Planeten schlau zu machen. Obwohl es in
Aspektbüchern ja
Kombinationen sind und nicht einzelne Besprechungen des bestimmten
Planeten.
Man kann aber auch in einem solchem
"Aspektkombinationsbuch" eine Planetenenergie jeweils in ihrem
Wirken und Einfluß verfolgen, und so auch wieder Wissen verdichten.
Man
erkennt vielleicht mit
der Zeit, dass alles Geschehen auf
Grundfaktoren reduziert werden kann, der Anzahl nach typischerweise 7
oder
12. Oder 3 oder 4.
Die
Häuser spiegeln diese Prinzipien wieder, ebenso die Planeten
und
die Zeichen natürlich.
So
kann ein Mars in 10 mit Mars/Saturn
gleichgesetzt werden. Denn Saturn ist der mundane Herrscher des zehnten
Hauses und ein Mars verbindet sich in diesem Haus mit diesem Einfluß
des Saturns.
Ein Saturn im 12. Haus ist gleichermaßen
eine Saturn/Neptun Verbindung. Die Erfahrung in der Astrologie führt
immer wieder zu Kristallisationen von Faktenwissen. Wer über einen
Saturn im 12. Haus verfügt, hat oft Rückenschmerzen. Eine sehr gute
Möglichkeit übrigens, ist bei einem Saturn im 12. Haus langes Wandern
und stets das evtl. Bürositzen auszugleichen, etwa durch gelegentliche
Streck und Dehnübungen.
Was bedeutet übrigens Neptun? Hier darf man
nicht zu einseitig werden und dem Neptun zB nur die Täuschung, den
Nebel oder die Flucht anheimstellen. Deshalb ist es wichtig, sich immer
mehr in die Bedeutung eines Planeten zu vertiefen, ihn von verschiedenen Seiten zu fassen, und nicht zu früh
allein auf das Kombinieren zu setzen aufgrund zu wenigen Wissens. Die Bedeutung der
Transsaturnier (Neptun, Uranus, Pluto) ist allgemein am schwierigsten zu
enthüllen.
Jeder
Faktor, egal wie er steht, befindet sich in einer Konstellation, anders
gesagt in einer Kombination. Nämlich mindestens ist ein Faktor mit dem
Haus und dem Zeichen verbunden.
Eine Konstellation wird umso wichtiger,
A): je
stärker die Faktoren darin zur Erscheinung kommen (weil sie zB harte
Aspekte empfangen, oder weil es der Geburtsherrscher ist usw.)
und/oder B): je verdichteter die Energie Saturn/Mars durch die weiteren
Radixfaktoren insgesamt ist; also es kann
ja zB noch ein Trigon zwischen Mars und Saturn geben, was
dieselbe
Qualität Mars/Saturn anspricht wie ein Saturn im 1. Haus oder ein Mars
im 10. Haus. Usw.
Mit Kombinationen erhält man also Themen. Grob. Aber durchaus wieder zu
entdecken.
In
erster Linie geht es um ein
grobes Thema, das sich mit den Konstellation zB Saturn/Mars
kristallisiert. In welcher Weise es konkret wird, zeigt das übrige
Radix oder der Standort dieser Kombination.
Konstellationen können vielfältig gebildet werden. Auch in der Weise,
dass
der Herrscher von Haus 10 im ersten Haus steht oder umgekehrt, denn
beides ergibt in
der Kombination Saturn/Mars (auf zodiakaler Häuserebene entspricht das
erste Haus dem Widder/Mars Prinzip und das zehnte Haus dem
Steinbock/Saturn Prinzip).
Wie stark sind denn verschiedene Kombinationen? Akron
stellt zB folgende Rangliste auf:
Die stärkste Kombination ist
a) die Aspektverbindung (mittels
Konjunktion, Quadrat , Opposition).
dann
folgt b) Mars in Haus 10 (oder umgekehrt Saturn im
1.
Haus); Aszendent in Steinbock; Aszendentenherrscher in Haus 10; ein
Quinkunx zwischen beiden Planeten.
In der Rangfolge folgt c) Hausspitze 1 in Steinbock; Hausspitze zehn in
Widder; Herrscher von Haus 10 im ersten Haus; ein Trigon zwischen
beiden Planeten (Mars/Saturn);
und schliesslich d) Saturn in Widder; Herrscher
von Haus zehn in Widder; ein Sextil zwischen beiden Planeten
(Mars/Saturn).
Diese Rangliste sollte meines Ermessens nach grob
aufgefasst werden, nach Art der fuzzy logic ("weiche Logik"). Die
Methode der Herauslotung der allgemeinen Stärke einer
Mars/Saturn Kombination lässt sich übertragen
auf jeweils andere Kombinationen (also zB
Saturn/Venus ergibt sich mit
Saturn in 7 und anderen Kombinationsarten usw.).
Ein
Quadrat-Aspekt gelte nach Akron sehr stark, und ein Sextil
eher
schwach.
Man sieht in seinem eigenen Radix oft eine Verdichtung einer
Kombination, die sich auf verschiedene Weise ergeben kann. Diese
Verdichtung gilt es herauszuloten, habhaft zu machen (anhand einer
solchen Kombination) und zu untersuchen, ob das eigene Leben: a) die
Auswirkung dieser archetypischen Energie schon zeigt, oder b) auf
anderer Ebene ein Bedarf entstanden ist oder ansteht,
diese Energie ins Leben zu bringen oder zu integrieren.
Entsprechende Handbücher hierzu sind zahlreich, zB Akron "Jenseits der
Schwelle" aber auch
andere wie Döbereiners "Astrologisch-Homöopathische Erfahrungsbilder
Band 1". Döbereiner ist jedoch nicht jedermanns Sache aufgrund der
Schreibart.
Döbereiner hält die
stärkste Kombination für eine solche, die sich durch zwei
Planeten in dem jeweiligen Haus des anderen Planeten ergibt. Zum
Beispiel: wenn gleichzeitig Saturn in 1 steht und Mars in 10.
Verschiedene
Handgriffe muss man
beherrschen. Besser gesagt kennen. Diese Handgriffe bestehen und
gründen in der Intuition.
Eine Anschauung, die von der kombinatorischen Intuition, einer
begreifenden Intuition, einer anschaulich-symbolischen
bis zur eingebungsvollen Intuition reicht.
Alles verschiedene
Intuitionen über denselben Sachverhalt.
Ganzheitlichkeit oder der holistische Blick auf die
Sache ist
meiner Meinung nach ein Schlüsselkonzept für die Astrologie.
Quadranten
Oft
benötigt es ein Verständnis mehrerer Faktoren - zumindest hilft es - um
einen einzigen Faktor zu begreifen.
Zum
Beispiel lässt sich der erste Quadrant besser verstehen, wenn man auch
den dritten Quadranten gegenüber betrachtet. Oder die anderen beiden
Quadranten. Das gilt sowohl in der Deutung. Aber noch mehr natürlich
interessiert den Anfänger, wie er einen Quadranten überhaupt
verstehen soll, egal in welchem Radix.
Meine
Empfehlung lautet, immer wieder von verschiedenen Seiten sich daran
anzunähern.
Döbereiner mag hierzu eine wichtige Lektüre bedeuten, wenn einem denn
Döbereiner liegt (Probekauf? Dann am besten das erste Band der
Seminarschriften; Lehrbuch 1).
Man kann alle Quadranten auch besser verstehen, wenn man deren einzelne
drei Häuser betrachtet (Beginn=wichtigster Impuls, Zentrum=eigentliches
Anliegen, Ende=was für einen Sinn es hatte und wo es hinführt).
Wie
macht man das? Man betrachtet sich zB die einzelnen Häuser als EINE
Ausdrucksart des Quadranten, man wählt eine der drei Perspektiven (der
drei Häuser) und
lässt sie für den Quadranten sprechen.
Man darf das nur nicht einseitig
tun: muss auch den Quadranten als Ganzes betrachten, und die drei
Phasen der darin befindlichen drei Häuser aus diesem übergeordneten
Quadranten heraus deuten.
Nach meinen bisherigen Verständnis lässt sich der 3. Quadrant zum
Beispiel anhand des letzten Hauses im 3. Quadrant so erklären:
Für das letzte Haus 9 geht es darum, was der Quadrant insgesamt
gebracht hat.
Beim 3. Quadrant ist das zum Beispiel
7.: Begegnung und Gegenüber,
8.: Bindung bzw. Verpflichtung,
9.: Einsicht und Verstehen.
Die Dreierregel: dass für
ein zwingendes Thema oft drei Faktoren dieselbe Sprache sprechen: zB
kann ein Thema in verschiedener Weise durch Konstellationen gebildet
bzw. verstärkt werden.
Bilden mehrere Konstellationen, zB durch
Aspekt- und Häuserbezüge oder
auch Halbsummen ein
Thema, so ist das viel zwingender, als wenn es nur eine Konstellation
gäbe, die dieses Thema anspricht!
Meist sind zwei Faktoren, die
in dieselbe Richtung weisen, noch nicht eindeutig genug, aber
drei
Faktoren zeigen nicht nur die Wichtigkeit, sondern deutlicher
die
Richtung an (wie sich dieses Thema also konkret deuten lässt).
Am
besten ist es hierzu, eigene Beispiele zu finden (des eigenen Radix).
Mars/Saturn könnte
zum Beispiel, wenn es gehäuft auftritt, allgemein Probleme anzeigen im
Leben zu stehen (die eigene Initiative stößt auf die Normen der
Gesellschaft oder ähnliches). Es könnte auch so sein, daß man sich zu
sehr auf die Normen der Gesellschaft einlässt und dabei die eigenen
Ziele korrumpieren läßt, weil zB die Existenznot in irgendeiner Weise
eine Rolle spielt. Natürlich werden wir immer mit der Existenz
zu
kämpfen haben und es ist eine irdische Grundlage, dass wir darum bemüht
sein müssen. Aber für jemanden mit speziell diesem Thema, wird er sich
mehr Gedanken darum machen als andere und oftmals sich dadurch selber
ein Bein stellen. Oder aber er wird diesen Existenzkampf gründlich
führen, kein Detail ausser Acht lassen, und genau darin eine
Einseitigkeit entwerfen. Die Wahrnehmung läuft eben in diese Richtung
eines Themas, das von Kombinationen gebildet wird, die in einem Radix
gehäuft auftreten.
Prinzipien -
essentielle Bedeutung der Planeten
Schlagworte
für die Planeten könnte man viele angeben. Es zeigt sich eine
Besonderheit gerade in solchen, die das Essentielle auf einen sehr
fundamentalen Nenner beschreiben, aber auf den ersten Blick
vielleicht abwegig scheinen.
So sind vom Systemtheoretiker R.H. Francé im Umlauf:
Mond - Funktionalität
Merkur - Ökonomie
Venus - Harmonie
Mars - Selektion
Saturn - Integration
Uranus - Mutation
Neptun - Partizipation
Pluto - Metamorphose
Beschäftigt man sich näher mit der Astrologie entdeckt
man mehr und
mehr die Stimmigkeit obiger Prinzipien. Selektion beim Mars
äussert sich zB in der Weise, dass man sich seine "Schlachtfelder"
(der Aktion) aussucht. Da ist gewissermaßen eine eindeutige
Vorliebe am wirken, wofür man sich einzusetzen
bereit ist.
Den Mond in seiner Funktionalität verstehe ich als einen Umstand der Empfindlichkeit
auf Störungen,
die anders beschrieben die Funktionalität einschränken; der Mond warnt
nicht primär, sondern sorgt durch seine Ausrichtung zur Einhaltun der
lebendigen Funktion - was für mich
auch eine Betonung der seelischen Gesundheit bedeutet und nicht nur des
Körperlichen. Der unberührte Mond spiegelt die Funktionalität dieser
beiden Ebenen von Körper und Seele. Der Mond ist dafür da, dass wir das
Leben erfahren, aber es ist ein inneres Leben, und Forderungen von
Aussen kränken prinzipiell diese Innerlichkeit. Das innere Leben ist
allerdings das, worauf es uns immer ankommt, und das auch für alle
Entwicklungsarbeit - ob spirituell oder psychologisch - wichtig
bleibt. Am Mond führt kein Weg vorbei.
Weitere
Gedanken zu dem Thema Herrschaft und Wesen der Planeten habe ich
am Ende des Artikels gestellt, sie sollten nur als Anregung verstanden
werden.
Solar
Wenn
der Mars des Solars im 6. Haus des Radix steht (in der
Synastrie
zwischen Radix und Solar), fliesst viel Energie in diesen Lebensbereich
wie in jeden anderen, in dem Mars vorübergehend einen Einfluß ausübt.
Der
Geburtrsmars wirkt auf einer anderen Ebene, und wird aber
ebenso
dafür stehen, dass mit ihm der Umstand verbunden ist, dass viel Energie
in diesen Lebensbereich fliesst. In einem Solar oder als
Transit
mag Mars allerdings oft auch für solche Energien stehen, die von
äusseren Umständen oder anderen Personen herrührt.
Mars in
einem Haus ist also damit verbunden, dass Energie in diesen
Lebensbereich investiert wird - sei es in Form von eigener Aktivität
oder
eigenen Willensabsichten, die in irgendeiner Weise den Betreffenden
bewegen werden oder in seinen Lebensumstände und Lebensweise einen
Drang verleiht.
In
welcher Weise und was dabei heraus kommt, das liegt vor allem an der
konkreten Haltung, Umständen und den Zielen desjenigen, und natürlich,
welche Vorgaben bestehen:
Einerseits kommt es darauf an, wie derjenige mit seinem Geburtsmars
schon aktiv im Leben umgeht, und in welchem Haus dieser steht, und wie
er
sich dort auf die Lebensweise und Persönlichkeit
auswirkt.
Wenn derjenige zB eine geschwächte Gesundheit hat (eine
Entsprechung des 6. Haus), mögen seine Anstrengungen (Mars) dieser
Gesundheit (6. Haus) gelten, indem er sich völlig diesem Ziel (Mars)
hingibt.
Oder
es mag so sein, dass der Betreffende eine Aktivität (Mars) verfolgt,
dessen Energie die bestehenden Verhältnisse seiner Gesundheit arg ins
Ungleichgewicht bringen (negative Bedeutung des 6. Hauses als
Krise). Es könnten äussere Eingriffe geschehen oder Aufforderungen, zur
Tat zu
schreiten, oder man muss sich sonstwie für einen Bereich des
Alltäglichen
einsetzen. Es kann also sein, dass man mit seinem Energieeinsatz für
bestimmte Dinge gefordert wird, die nur ganz grob etwas mit einem
selbst zu tun
haben, zB wenn es um eine ungeliebete Arbeit geht, und um die Not, mit
dieser seine Existenz zu bewältigen. Es ist dann ein Vernunftgrund
(alles mögliche Bedeutungen eines Mars im 6. Hauses).
Mit einem Mars in diesem Haus wird
unter Umständen auch der wahre Kern der Ichbehauptung berührt
und
man macht sich Gedanken, ob es sich lohnt, wofür man sich einsetzen
will oder muss. Denn Mars ist prinzipiell etwas, was uns ganz eigen
ist, was niemand anderen gehört und ein totaler Ausdruck unseres Ichs
ist. Da kann dann durchaus auch die Frage berührt werden, ob man sich
noch hingeben will - Hingabe ist eine mögliche Bedeutung des
6.
Hauses, wenn auch nur subtil .
Wenn
man Übersetzungsarbeit mit Hilfe solcher Grundbausteine
leistet (Energie/Mars fliesst in einen Lebensbereich) , hilft
es sehr, zu wissen, dass es nicht so sehr auf die
Begriffe ankommt.
Sie sind austauschbar. Statt Energie kann man Selektivität,
Durchsetzungskraft, Einsatzkraft oder anderes verwenden.
Worauf es
ankommt, das ist mehr die Funktion. Wie funktioniert es, dass ein Haus
und Planet zusammenkommt. Wie wirkt es sich aus?
Ein Bild ist etwa das Leben, wie es
gelebt wird. Dahinter stehen die Planeten, und die Häuser und die ganze
astrologische Anordnung, die technisch gesehen dieses Leben mit einer
dahinterstehenden Lebensweise erzeugt oder zumindest auf einer
grundlegenden Ebene bestimmt.
Wir wollen das Leben im Radix
wiederfinden in seinen Strukturen oder bestimmenden Faktoren. Gehen wir
von einem Beispiel aus, entwerfen wir aus der Vielzahl möglicher Leben
eine einzige, die jetzt gilt. In anderen Beispielen mögen die
verwendeten Worte zB folgendermaßen lauten: Wenn jemand in seinem
Alltag, ob Büro oder Haushalt (6. Haus), eine bestehende
Unordnung
findet, könnte seine Anstrengung in der Auseinandersetzuntg (Mars) mit
dieser Unordnung bestehen.
Es
ist ganz gleich, welche Worte wir benutzen. Natürlich müssen
sie zB mit Mars oder dem 6. Haus genügend deckungsgleich sein.
Es
sind aber verschiedene Ebenen, Ereignisse, Situationen, Umstände und
Ausdrucksarten möglich, wie sich die Belange eines Hauses oder Planeten
zeigen. Deshalb brauchen wir die Beispiele nicht versuchen in der
jeweiligen vermuteten formelhaften
Grammatik zu ergründen, sondern versuchen sie einfach selbst zu
erfinden - wir merken, dass es um ganz grundlegende Dinge geht, wie
sich nämlich Faktoren im Radix auswirken, so dass wir Lebensereignisse
mit dem Radix verbinden können.
Insofern sollten beispielhafte
Sätze wie typischerweise im empfehlenswerten Buch von
Nicolaus
Klein: "Die Systematik des astrologischen Häusersystems" oder wie von
mir oben benutzt, nicht als solche Formeln aufgefasst werden, wo man
glaubt, man müsse ganz strikt werden und eine geheime Logik
verstehen.Allenfalls muss man die Symbole verstehen, wie sie das Leben
zu erkennen gibt. Das auf das Radix anzuwenden, ergibt sich praktisch
dann von selbst. Will man vom Radix aus vorgehen, um auf Lebensvorgänge
zu schließen, erweist es sich als schwieriger für den Anfang.
Zielen tun wir bei unserem Bemühen die Astrologie zu
verstehen,
auf den Faktor, und das, wofür dieser steht und was er sich in welcher
Weise im Leben auswirkt. Es gibt sozusagen eine Grundgrammatik, die wir
mit der Zeit durch reale Beispiele verstehen lernen. Was bedeutet ein
Planet in einem Haus? Nicht das Konkrete, sondern das Allgemeine, die
Funktion ist wichtig zu erkennen.
Diese Grundgrammatik bezogen
auf einen Planeten in einem Haus bedeutet, dass ein Planet jeweils eine
besondere Wirkung hat, die wir einfassen können als typisch. Man kann
es jedoch in der Tat kaum auf jedes Haus in gleicher Weise anwenden, weil jedes Haus auch
anders auf den entsprechenden Planeten wirkt.
Ein Mars hat es gern im
ersten oder zehnten Haus, und es offenbaren sich mehr Probleme, wenn er
im
siebten oder vierten Haus steht. Das 6. Haus ist für Mars wie für viele
anderen Planeten annehmbarer, als wie
das 12. Haus. Aber Probleme bedeuten auch Talente. Ein schlechteres
Haus für einen Planeten ist kein Omen für ein immergleich
niederträchtiges Schicksal - so wenig wie Nessus oder Pholus
grundsätzlich böse ist, wie von einigen Astrologen behauptet wird.
Diese Planeten sind schwer zugänglich und wie im Leben auch, entdeckt
man zunächst auch oft die Dinge in einem Licht des Deutlichen, und
Probleme sind immer deutlicher als die versteckten Chancen.
Schaut man auf die bewussten Haltungen und Reaktionen, die ein
Planet uns abfordert, dann können solche Planeten einen großen
Nutzen bereit halten.
Bei
Mars geht es in jedem Fall um eine Energie,
die jemand irgendwie ausdrücken wird (und wenn er es
nicht vermag sie konkret auszudrücken, wendet sich die Energie gegen
ihn
selbst - das heisst, je nach Kraft, die hinter einem Widder-,
Skorpion-, Steinbock- oder Stier-, Jungfrau-, Waage-Mars steht usw.,
wird sich ein Ausdruck formieren und ein Ausdruck für die
Welt
der Anderen auch erkennbar, oder es wird ein
Kampf um diesen Ausdruck geführt. Aus dem Antrieb, sich rein
auszudrücken, kann verzettelt in den K(r)ampf, ein verzerrter Ausdruck
werden.
Auch die Aspekte spielen irgendwann eine
Rolle, die diesen Ausdruck färben, tun es aber auf einer anderen Ebene
als das Zeichen oder Haus; Zeichen und Haus sind fundamental für die
Wirkung eines Planeten) .
Diese
Energie wirkt je nach individueller Lage und macht damit das Bild der
Wirkung konkreter.
Die
individuelle Lage definiert sich einfach durch
das Gegenwärtige, wo enthalten ist, wie ein jeweiliges Haus momentan
einen Schwerpunkt der Erfahrung bildet und wie jeweils ein Planet
darin ausgedrückt wird. Ein Planet mag uns lange Zeit ein Problem
bereiten, oder nur in bestimmten Phasen. Wir tun gut daran, einen
Planeten nicht zu eng zu fassen in seinen möglichen Bedeutungen.
Der
Aszendent des Solars wird in seiner Bedeutung nicht an den Aszendenten
des Geburtsradix herankommen. Der Solaraszendent steht für einen
vorübergehenden Aspekt des eigenen Seins. Wie man sich
ausrichtet
und die jeweilige Zeichenqualität wird einen leichten
Zusammenhang
mit der Qualität des Zeichen des Geburtsaszendenten bilden.
Oft
ist es ein Blickwinkel, den unser Erleben für ein Jahr bekommt. Genauso
wie der Aszendent im Radix beeinflusst es Momente unserer Wertung und
Wahrnehmung.
Ein Solar macht sich meist übergangsweise
bemerkbar. Das heisst, es kann 3-6 Monate früher und später beginnen
eine Rolle zu spielen , als der genaue Zeitpunkt des Solars
(Geburtstag) angibt.
Das alte Solar kann also mit seinem
Aszendenten noch einen Schwerpunkt bilden, obwohl das neue Solar
bereits "aktiv" sein sollte. Viele Astrologen bestätigen dies (zB http://www.astronova.de/...Shop_leseprobe).
Der umgekehrte Fall, dass ein Solar bereits einige Zeit vor dem
Geburtstag wirkt, kann ebenso eintreffen.
Die
anderen Planeten des Solars sind natürlich deutbar und nicht nur der
Aszendent.
Gewöhnlich ist der Aszendent bestimmend für ein Solar,
und dessen herausragendste Eigenschaft.
Besondere
Bedeutung hat es, wenn
der Aszendent des Solar derselbe ist wie des Geburtsradix. In
diesem Fall kann es sein, dass wir besondere Bemühungen an den Tag
legen, alte Probleme (unseres Schattens, Seins und Grundbefindens) zu
lösen. Es
ist ein wunderbar geeignete Zeit, Reifeschritte abzuschließen. Ein Teil
der Ich-Identität, die mit dem Aszendenten verknüpft ist, kann nun
geglättet werden, und mit dieser Überwindung alter
Schattenthematik das Geburtsradix aufleuchten.
Aber
auch andere Aszendenten werden diese Möglichkeit aufzeigen, nur bieten
sie einen komplexeren Zugangsweg - uns muss nicht sogleich
einleuchten, was wir davon haben, den Geburts-Aszendenten in
seinem Ausdruck zu verfeinern.
Es
kann manchmal sehr helfen die astronomische Seite der
Astrologie
verstehen zu lernen, da die Verhältnisse des
Erd/Himmel-Zusammenhangs oft ein Abbild der astrologischen Wirkungen
sind.
Es gibt Energien,
Kräfte, oder Einflüsse
die wirksam sind, und nicht genauer erklärt werden können.
Die
Schöpfungsgesetze kehren auf verschiedenen Ebenen wieder, nicht in
gleicher aber in ähnlicher
Gestalt. Man muss auch nicht bei der Astronomie landen, sondern kann
sogar bei der Musik Anleihen machen.
Zum Beispiel gibt es 12 Zeichen und 12 Musiktöne. Es gibt
nicht mehr Töne, und nicht weniger in der Musiklehre -
niemand
kann zusäzliche erfinden oder wegdichten. Sie würden aus dem Rahmen
fallen, sprich unharmonisch sein und sich nicht in die Skala der 12
einfinden.
Schaut man genauer, werden aus den 12 Tönen 7 ausgewählt,
die eine geregelte Tonleiter darstellen. Übertragen auf die Astrologie
wird die
Analogie der 7 Töne schwieriger, aber wir können annehmen, dass es
sieben hauptsächliche Dominanten gibt, die als Kräfte wirken. So wird
auch verständlich, dass Jupiter gleichermaßen Einfluss auf Fische und
Schütze hat , weiterhin Mars auf Widder und Skorpion, Venus auf Waage
und Stier, Merkur auf Zwillinge und Jungfrau und Saturn auf Wassermann
und Steinbock. Da werden 5 Planeten aus den 12 Zeichen
wegfallen.
Drei, die in alter klassischer Herrschaft nicht zugeordnet werden
konnten. Übrig bleiben 7, die sich auf die 12 Zeichen
verteilen.
Man kann annehmen, dass die alten Zuordnungen (bis zur
Entdeckung der neuen Planeten) keine
Behelfskonstruktionen waren, sondern immer noch gültig sind. Die neuen
Planeten Uranus, Neptun und Pluto bilden eine Art von
übergeordneten Einfluss aus und ergänzen nicht nur, sondern
sind
heutzutage nicht mehr weg zu denken, ohne aber die alten Zuordnungen
als falsch zu entlarven.
Die
Astrologie zeigt einen sehr tauglichen Ausschnitt aus den
wirkenden Gesetzen. So ist es kein Geheimnis, dass das Leben sich in
Gegensätzen und Widersprüchen, in Dualitäten
ereignet und fügt.
Daher
ist die Gegenüberstellung zweier Zeichen, zweier Häuser oder auch
Planeten in der
Astrologie ebenso fundamental wie die Vereinzelung eines
Faktors.
Es gibt in Wahrheit keine Vereinzelung, weil alles in
Zusammenhängen existiert. Nichts ist für sich. Sogar das Zeichen ändert
seine Farbe, je nachdem wie sein Herrscher im Horoskop steht oder auch
welche Planeten das Zeichen weiter noch bereichern:
Planeten
in Zeichen
werden auch das Zeichen etwas nähren! Das heisst, bei einem Saturn
in
Löwe ist es nicht nur erheblich für den Saturn, das er in
Löwe steht,
sondern auch das Löwezeichen erhält ein paar Spuren eines
Saturneinflusses; alles, was das Löwezeichen einem Radix
beisteuert, wird auch ein wenig durch den Saturn in Löwe bestimmt,
weil der Saturn mit dem Löwezeichen einen Zusammenhang bildet.
Steht dann noch ein weiterer Planet in Löwe, wird
dieser verständlicher, wenn man auch den Saturneinfluss auf das
Löwezeichen allgemein beachtet, auch wenn dies nur ein schwacher
Einfluss ist - dabei spielt es keine Rolle, ob es eine vom Orbis her
mögliche Konjunktion ist: zB Saturn auf 29° Löwe und
Venus auf 1° Löwe).
Hierbei gilt die Regel, dass die langsameren Planeten dominantere
Einflüsse auf das Zeichen aufweisen.
Wir sind
auf einer gegenwärtigen Position (Erde und
Horizont) von weiteren Bezugspunkten umgeben
(Himmelskonstellationen anderer
Körper).
Das Wichtigste
ist dabei ein Zentrum, das wir als Sonne
markieren.
Es wird
in der Astrologie auch immer wieder um den Archetyp und die Symbolik
des Anfang gehen.
Etwa
Anfang der Geburt, aber auch den Anfang des Tages als Sonnenaufgang am
Aszendenten.
Dass
die Astrologie nicht mit von vorneherein festgelegten
und einmaligen Bedeutungen der
Symbole arbeitet, lässt sich etwa damit belegen, wie es auch an anderen
Stellen der Schöpfung und Natur zu einer Mehrfachnutzung
kommt:
Das
Blut dient nicht nur der Sauerstoffversorgung, sondern auch dem
Transport und Abstransport von Stoffen, der Immunabwehr und vieles
andere.
Der Planet Venus steht nicht nur symbolisch für Geld und Wert,
oder Kunst und Ästhetik, sondern teilweise auch für den
menschlichen
Stoffwechsel, für Beziehungen und
Gestaltungen von sozialen Beziehungen.
Es kommen viele
Bedeutungsschichten hinzu und einem Laien oder Anfänger fällt es
schwer, dieses so WICHTIGE ambivalente Denken überhaupt erst mal
anzunehmen.
Das habe ich auch in Forum einige Male erleben können.
Für was Venus in
Frage kommt, aus einer Vielfalt von Möglichkeiten, ergibt sich in der
Praxis, unter aktuellen Lebensphasen und Schwierigkeiten bzw.
Hervorhebungen.
Die
Bedeutungen, die ein
Planet annimmt, wechseln. Natürlich bleibt der Planet mit seinen
Rahmen
von zuschreibbaren Eigenschaften derselbe. Es sind verschiedene
Perspektiven und zu einer gegebenen Zeit offenbart sich mehr das eine
oder andere als vordergründig. Mal steht Venus in einem
Stunden-Horoskop für die Entscheidung eines Amtes, mal für
die Liebe und Begegnung. Es kommt da natürlich auch auf die
übrigen Bezüge und Herrscherbezüge des Radix an.
Es ist wie mit der Hand. Ich kann verschiedene Dinge mit der
Hand
erledigen, die zu ihrem Einsatzgebiet zählen, und manche nicht. Wer
käme da auf die Idee, die Hand solle sich entscheiden, für was sie nun
hauptsächlich verwendet werden soll?
Mars-Angelegenheiten werden
immer Mars unterstehen, Venus-Angelegenheiten immer der Venus
zugehören. Jeweils sollte man aber einen grossen Bereich möglicher
funktionaler Entsprechungen ins Auge fassen.
Die meisten Techniken erklären sich in Bezug aus der Sonne. Dazu gehören auch viele Progressions- und Direktionssysteme, auch Solare und die wichtigen Septare (ein Solar entspricht beim Septar sieben Lebensjahren). Weiterhin bleibt der Bezugspunkt unserer Sicht von der Erde massgeblich bestimmt. Die Ekliptik und Unterteilung der Zeichen ergibt sich aus dem Umlauf der Sonne über den Äquator der Erde. Genauer gesagt wird damit ein fixer Punkt der Sonnenwende festgelegt, der dafür steht, dass wir Ende März das Widderzeichen kennen (mit dem Sonneneintritt in den Widder). Der tropische Tierkreis, der am Widderpunkt aufgehängt wird, das ist die Sonnenwende oder anders gesagt das Überschreiten des Äquators in Richtung Norden. Wir definieren diesen Punkt massgeblich durch die Beobachterposition auf der Erde.
Somit ergeben sich in grundlegendster Art zwei elementare Bezugpunkt mit Sonne und Erde.
Man findet immer wieder verschiedene Kreuzungen von Bezugspunkten, zB zwischen den Umlaufbahnen der Sonne und des Mondes beim Mondknoten - genauer beschrieben entsteht der Mondknoten aus den Bezugspunkten der Ekliptik und der Mondbahn (Überschreiten der Ekliptik durch den Mond in nörderlicher Richtung: aufsteigender Mondknoten).
Bei Lilith handelt es sich um den erdfernsten Punkt auf der elliptischen Bahn des Mondes. Siehe dazu das Apogäum.
Aus der
Betrachtung, wie diese Bezugspunkte oder
Schnittpunkte verschiedene Faktoren verbinden, und welche Bezüge sich
aufstellen lassen, ergeben sich auch Ansätze für die Bedeutungen oder
für tiefergehende Forschung.
So ist es interessant, dass der aufsteigende
Monknoten
das Überschreiten der Ekliptik in nördlicher
Richtung beschreibt, ähnlich wie der erste Kardinalpunkt des
Tierkreises (Widder) aus dem Überschreiten der Sonne
über den
Äquator in nörderlicher Richtung gebildet wird. Die damit
verbundene Symbolik macht Sonne und aufsteigenden Mondknoten
ähnlich, was sich auch in der Üraxis bestätigt.
Natürlich gibt es zwischen beiden Faktoren enorme Unterschiede,
aber der absteigende Mondknoten hat fast nichts gemein mit der
Sonnensymbolik. Saturn und Mond sind sich einander noch ähnlich,
ebenso wie Sonne und Jupiter. Saturn und Jupiter sind sich eher fremd,
genauso wie Mond und Sonne eher verschieden sind, als wie
wenn
man Saturn und Mond nebeneinander stellte. Denn letzteres, Mond und
Saturn, haben zusammenziehende Eigenschaften.
Ganz
grundlegend kommen wir immer zur Sonne
als wichtigen Faktor - nicht nur
im Radix, sondern in Bezug zur ganzen astrologischen Anordnung.
Wann
immer wir es mit Ekliptik (den zwölf Zeichen!), den 360 Graden, oder
Progressionen und
Direktionen zu tun haben, berühren diese Sachverhalte auch die
Grundordnug des Bezuges
zwischen Sonne und Erde.
Die Ekliptik kann als magnetisches Feld der Erde betrachtet werden, und die Beeinflussung durch Planeten erzeugt weitere Wirkungen entweder durch dieses Feld oder ein allumfassendes Feld, das sich mit dem Erdmagnetfeld überkreuzt und verbindet... - es ist nützlich, sich die Wirklichkeit nicht nur als in Symbolen beschreibbar vorzustellen, sondern auch als Ort voller Schwingungen und energetischer Felder, womit sich Resonanzen, Anziehung und Komplementarität ergibt. Jedes Ding, jedes Ereignis, jeder Mensch ist von solchen Feldern geprägt, und unterliegt dem Einflussbereich solcher Felder...
Viele raten dazu, sich ausschliesslich auf die Grundlagen zu beziehen. Und sich am Anfang nicht auf Details wie Nebenaspekte, Asteroiden, Fixsterne, Halbsummen, Tierkreisgrade, Dekane usw. einzulassen.
Meiner Meinung nach muss es genauer heissen: die Grundlagen sollten niemals vernachlässigt werden.
Von Anfang an achtete ich - wenn auch nicht durchgehend sondern sporadisch - auf bestimmte Stellungen von Asteroiden. Von Anfang an wuchs ich so in die etwas schwierige Materie der Asteroiden hinein.
Von Anfang an beschäftigte ich mich mit den Häusern, und lehnte den Rat ab: "Placidus zu nehmen und fertig" - ich wollte es genau wissen und probierte viele Häusersysteme aus. Ich wollte kein Häusersystem benutzen, nur weil es alle benutzen, oder ohne dass ich verstand, was das überhaupt mit sich bringt, diese Placidus Häuserspitzen zu nehmen oder zu anderen Haussystemen zu kommen. Heute bin ich zwar wieder hauptsächlich zu Placidus gekommen, aber ich weiss durch das Studium, meine Intuition, und nicht zuletzt durch die Aufgeschlossenheit, dass auch das Koch-System richtig und zutreffend ist. Es erfordert nur eine andere Deutungsperspektive (über Unterschiede zwischen Koch und Placidus siehe Anhang).
Und womöglich - so mein Urteil bislang - sind viele andere Häusersysteme ebenso stimmig, und bedeuten nur eine andere Persepktive oder Ebene (wenngleich ich zugestehen muss, dies bislang nur zwischen Koch und Placidus herausgefunden zu haben!).
Also einfach tun, wonach einem steht, aber nie vergessen, dass man die Astrologie in ihren Details nicht verstehen werden wird, wenn man die allgemeine Anordnung nicht versteht, die Inhalte der Zeichen, das Wirken der Planeten. Verschränkungen und Kombinationen.
Der absolute Urgrund: Die 12 Zeichen
Hauptplaneten
und ihre
eindeutigen Herrscher:
Sonne (Löwe), Mond (Krebs), Merkur (Zwillinge, Jungfrau), Venus (Stier,
Waage), Mars (Widder), Jupiter Schütze), Saturn (Steinbock), Uranus
(Wassermann), Neptun (Fische), Pluto (Skorpion).
Es gibt auch Nebenherrscher, nämlich die alten klassischen Herrscher wie Saturn für Wasssermann, Mars für Skorpion und Jupiter für Fische. Sie sind gültig.
Man kann auch die Erhöhungszeichen als Herrscherbereich fassen, was man aber selten von einem Astrologen beachtet finden wird; meiner Erfahrung ist es aber so, dass auch der Mond als Nebenherrscher des Stiers Relevanz aufweist, da Mond in Stier erhöht ist. Das heisst, einen Teil dessen, was man zur Venus als Herrscher über Stier anwendet, kann auch mit dem Mond gefasst werden. Im jeweiligen Radix kann sich dies unterschiedlich äussern, nur ist klar, dass diese Erhöhungszeichen sehr viel schwächere Herrscherbezüge mit sich bringen. Es geht um die Fliessrichtung der Energien, und die Energien fliessen in Richtung Ähnlichkeiten (ähnliche Energien).
Ob man
auch Chiron als eindeutigen Herrscherbezug für Jungfrau heranziehen
kann liegt in der Erprobung.
Hauptaspekte:
Konjunktion, Opposition, Quadrate, Trigone, Sextile, (Quinkunx,
Halbsextil)
Nach Meinung vieler Astrologen (auch mir):
der Quinkunx-Aspekt ist ein Hauptaspekt, da überaus deutlich, nur etwas
schwieriger zu deuten. Das Halbsextil wird gewöhnlich bei der
API-Schule nach Huber mit einbezogen; meiner Meinung nach muss man
persönlich entscheiden, ob man ihn berücksichtigt (ich tue es
gelegentlich).
Die 12 Häuser
Man kann die 12 Häuser zunächst
und grob als Analogien zu den Zeichen deuten.
Also:
1.
Haus=Widder-Charakteristik.
2.
Haus=Stier-Charakteristik.
12.
Haus=Fische-Charakteristik.
Ebenso kann man auch die Planeten mit den Zeichenprinzipien analog setzen.
Doch darf man nicht glauben, die Häuser würden denselben Ausdruck bringen wie die Zeichen oder Planeten. Man muss viel eher begreifen, dass Häuser, Planeten und Zeichen drei verschiedene Ebenen bedeuten, auf denen sich ursprüngliche Prinzipien ausdrücken. Wieviele ursprüngliche Prinzipien es sind, ist weniger wichtig, als überhaupt zu verstehen, dass sich die ursprünglichen Prinzipien niemals direkt zeigen, sondern nur durch Mittler. Wenn auch die Zeichen wohl am deutlichsten diese ursprünglichen Prinzipien offenbaren, sind sie vermutlich ebenso nur Vermittler der ursprünglichen Prinzipien.
Das Prinzip ist also unsichtbar, und drückt sich vermittelt über die Ebenen Zeichen, Haus und Planet verschieden aus!
Um die Häuser nicht technisch als Prinzipien sondern hinsichtlich der Bedeutung für das Radix eines Menschen zu beschreiben: Kann man die Häuser am besten als Lebensbereiche beschreiben.
Manche Formulierungen der verschiedensten Autoren sind nur Worte, und können das Gemeinte verzerren, dessen Wahrheit auf einer ganz anderen, symbolisch-logischen Ebene liegt, auf einer prinzipiellen, essentiellen Ebene, zu der keine Worte direkt hinführen können.
Manchmal sind die Worte eines Autors äusserst kompatibel zu seiner eigenen Sicht- und Denkweise, aber vielleicht versteht man es selbst eher anders.
Manchmal hat man das Glück, annähernd universelle Beschreibungen zu finden. Die Kunst des Autoren sollte die Astrologie sein, und nicht das Wort. Das heisst, man kann manche ungenaue Beschreibungen eines Autoren verzeihen.
Jedenfalls
erwies sich mir oft, dass ich die Äußerungen
mancher Autoren erst dann nachvollziehen konnte, wenn ich eigenständig
mich bemühte, den gemeinten Sachverhalt zu ergründen, zB mit meiner
Intuition.
Ansonsten schien mir beinahe jeder Autor an der Sache vorbei
zu
reden, mit der ich begreifen konnte, wie das Symbol, Zeichen oder
Prinzip denn nun wirklich wirkt. Das Buch lieferte mir nur dann den Weg
in exemplarischen
Beschreibungen und Annäherungen, wenn ich die Aussagen vom Wort auf die
Ebene des Symbols brachte, was nur durch einen eigenständigen mentalen
Akt geschehen kann, aber nicht durch das verstandesmässige Denken
wohlgemerkt!
Man sollte ein Buch nur noch in dieser Weise lesen, dass man die Aussagen eines Autors auf eine intuitive Ebene des Nachvollzuges stellt. So dass man diese Aussagen wirklich nachvollziehen kann.
Man kann dann in einer Weise lesen, indem man sich vor dem eigenen Auge den beschriebenen Faktor vorstellt, und der Autor will ihn mir nicht erklären (auch wenn es den Anschein hat, dass er das tut), sondern er sagt etwas dazu, berichtet, versucht es - und ich selbst versuche den Faktor in meiner Vorstellung zum Leben zu erwecken, ihm durch eigene Intuition in der Essenz näher zu kommen.
Man muss
versuchen, die Aussagen auf
den Sachverhalt zu beziehen;
zum Beispiel ist das Buch von Howard Sasportas: "Aszendenten
und Häuser" dann wirklich sinnvoll, wenn man diese Aussagen als
beispielhafte Umschreibungen versteht. Man bekommt den Eindruck, dass
Sasportas
die Essenz einfach nicht getroffen hat oder an der Sache vorbei redet.
Die Essenz muss oder sollte man
in sich selbst nachvollziehen, wozu solche Beschreibungen zu jedem Haus
und Planeten im Haus eben eine wertvolle Hilfe sind und Sasportas
schreibt aus einem Erfahrungsschatz von Fallbeispielen. Ebenso kann
Roschers Mondbuch so aufgefasst werden. Roscher redet an der Essenz
zwar nicht absolut vorbei, aber trifft mit den vielen Fallbeispielen
aus der Praxis oft auch nur bestimmte ausserordentliche Facetten
beispielhafter Fälle (und seine Schlussfolgerungen überzeugen
mich
nicht immer). Diese Bücher können aber sehr nützlich sein, wenn man
genügend eigenes Urteilsvermögen mit bringt.
Ans Herz legen kann ich übrigens Brigitte Hamanns Buch über "das innere
Kind im Horoskop", das einen wertvollen Beitrag zum Verständnis des
Mondzeichens liefert, und auch den Saturn in den Häusern beschreibt -
was beides wichtig, aber nämlich nicht oft berücksichtigt
wird.
Die Deutungen in Hamanns Buch empfinde ich zu einem guten Teil
essentieller als wie von Roscher.
Auch
Frank Felbers
Lehrbuch ist dafür sehr geeignet, die Zeichen besser kennen zu lernen,
weil Felber in seinem Buch so
ziemlich umfassend über das mögliche Spektrum der Zeichen und
Planeten schreibt.
Sasportas beschreibt in seinem Buch die einzelnen
Stellungen in den Häusern mit Beispielen, ohne auf die Bedeutung eines
Faktors besonders viele Worte zu verlieren.
Felber in seinem Lehrbuch
behandelt vor allem die grundlegende Natur von Zeichen und Planeten.
Felber hat aber auch gute Bücher über Transite, Geburtsradix-Aspekte
und Transitaspekte geschrieben. Durch solche Bücher kann man
sich über die Wirkung der Faktoren im Klaren werden.
Für
mich stellt die Astrologie eine Sprache der Energien dar, so
hat
es auch schon Stephen Arroyo formuliert.
Lebensenergien,
psychische
Energien, und schicksalshafte Energien suchen sich ihre Wege, bilden
Wege. Es ist bereits ein alter Hut, dass eine moderne Erklärung
über unsere Wirklichkeit zu der Anschauung kommt, dass es sich wohl
mehr so verhält, dass Energie die Materie hervorbringt, und weniger die
Materie
über die Energie bestimmen würde. Wenn man sich die Astrologie
vergegenwärtigt, erhält man auch immer wieder einen Grund, das
so
zu sehen.
Wir
sind gewöhnt und dressiert worden, ein Buch oder einen Text im Ganzen
von vorne bis hinten durchzuackern. Es ist aber stumpfsinnig, etwas zu
lesen, was man nicht versteht.
Daher kann es natürlich lohnender sein,
aus einem Text erst mal nur das herauszufischen, woran man anknüpfen
kann, und sich den Rest für später aufzuheben.
Sowieso sollten Astrologie-Bücher als Nachschlagewerke definiert
werden. Nicht als Lesebücher. Es gibt ein paar Ausnahmen.
Es gibt vielleicht zwei Wege, wie man
anfangs an die Astrologie herangeht und es ist nützlich sich irgendwann
klar zu machen, ob man mehr der empirisch-merkurische Typ ist, oder der
intuitiv-uranische Typ, oder sogar eine Mischung beider Typen. Darauf
weisen manche Astrologen hin und gelegentlich erkenne ich auch zwei
verschiedene Arten, wie Astrologen an das Radix und die Deutung
herangehen. Allerdings bin ich der Meinung, dass man ohne Intuition
nicht sehr weit kommt. Deshalb gehe ich nur kurz auf diese beiden
Zugangswege ein.
Der intuitive Typ muss die einzelnen Konstellationen mehr begreifen lernen, worin der empirisch-merkurische Typ zunächst einen gewissen Vorsprung hat. Der intuitive Typ kann aber gelegentlich mit einen Blick ins Radix schon sagen, was in einer einzelnen Konstellation beim Horoskopeigner zur Ausprägung kommt, oder welche beobachtbare Eigenschaften an welcher Konstellation festzumachen ist. Oder den umgekehrten Weg vom berichteten oder beobachteten Lebensvorgängen ins Radix zu gehen. Doch oftmals stockt es beim Anfänger des intuitiven Typus, dann fällt ihm absolut nichts ein. Ihm fehlt das konkrete kombinatorische Wissen, den Zugang zum Verständnis des Symbols, ebenso wie er manchmal Probleme hat, sich vorzustellen, wie das Radix eigentlich Vorgänge des Lebens beschreiben kann. Gelegentlich kann sich der intuitive Typ auf einen Faktor spezialisieren und lernt schnell die tiefere, essentielle Bedeutung aller Faktoren kennen.
Dem
vorwiegend verstandesmässig orientierten
Astrologen mag dagegen
nichts besseres einzufallen, als zu beschreiben, was er da vor
sich liegen hat, was manchmal
unterschwellig stigmatisierend wirken kann, weil man nur Fakten
beschreibt,
aber keine Lösungen bietet. Oft klingen seine Deutungen pauschal, und
berücksichtigen nicht die mögliche Spannbreite, wie sich die
Konstellationen ausdrücken können. Gelegentlich kommt der intuitive Typ
aber zu einer idealisierenden Beschreibung, während der
kombinatorische Typ zu sehr davon ausgeht, dass eine
bestimmte Bedeutung mit einer gegebenen Konstellation einher
gehen muss, die dann aber nicht zutrifft.
... dass Intuition eine ganz simple Angelegenheit ist. Etwas, das für das vorgenomme Ziel der Deutung nötig ist.
Man
weiss nicht was Intuition
ist? Möglicherweise versteht man es erst durch eigene Erfahrung.
Es ist im
Grunde
ein Werkzeug.
Ein Werkzeug der Anschauung, oder des Umgangs mit Symbolen, ein
Werkzeug, welches
mit den Konstellationen etwas anfangen kann, weil richtige Zuordnungen
getroffen werden zwischen Symbol als äussere Form und Bedeutung des
inneren Gehaltes.
Der innere Gehalt ist mehr als ein Bild zu beschreiben, denn als Wort
oder festgelegter Begriff.
Eben, statt Begriffen und Definitionen benutzen wir Symbole und die Anschauung derselben.
Gleiches fügt sich Gleichem. Das Symbol ist nichts anderes, als ein Hinweis auf Gleichlautendes. Es sind Konstellationen, die einen symbolischen, energetischen oder strukturellen (je nach Wortwahl) Zusammenhang aufweisen, und damit eine Bedeutung in sich tragen.
Es gibt viele Spielarten der Intuition. Eine sehr grundlegende
dieser Arten von Intuition ist
nichts anderes
als eine energetische
Sichtweise, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist.
Energetisch
ist im Grunde alles, was wir wahrnehmen, und alles kennt
Gestaltqualitäten, oder in anderen Worten: Energetische Äquivalente.
Farbe ist
Energie - und in nur einem weiteren Denkschritt ist es nicht schwer,
auch
Formen als Energien anzuerkennen. Eine Linie verändert ihren
energetischen Gehalt und symbolische bedeutung, wenn sie sich krümmt.
Und ein Kreis ist der totale Gegensatz der Linie. Zwei
gekreuzte
Linien ergeben an sich bloß einen Zusammenhang, denn beides sind noch
Linien.
Und schliesslich können die astrologischen
Symbole in dem, was sie zeigen wollen, als
Energieformen betrachtet werden.
In der Astrologie ist das mit der
Energie sogar sehr offensichtlich: es geht um die Konstellationen
(Symbole,
Planeten, Elemente, Zeichen usw.), die gewisse Eigenschaften
haben können.
Man
kann auch
von Strahlung, Ausstrahlung, Beschaffenheit, Magnetismus, Beeinflussung
oder eben von Energien und Kräften reden. Diese
Energien und Kräfte bringen Eigenschaften hervor, auch wenn wir
letztlich als Mensch zu diesen Kräften in Resonanz treten, so stehen
andere Kräfte hinter uns Menschen und lassen uns diese Resonanz
entwickeln.
Eigenschaften, die mit den Konstellationen zustande kommen (oder je nach Wortwahl symbolisiert werden, angezeigt werden). Die Kunst ist es, dabei nicht Irrungen und Wirrungen zu unterliegen.
Es gibt verschiedene Ebenen, auf denen Elemente, Planeten, Aspekte oder Häuserspitzen wirken. Aber zugrunde liegt immer eine wirkende Energie oder ein energetisches Feld, oder ein magnetisches Feld usw. (wie man es auch benennen mag).
Mit Intuition erkenne ich diese Eigenschaften. Zusammen mit der Wahrnehmungsfähigkeit (Intuition) und dem Verstand (Merkur) kann ich diese Eigenschaften und Ebenen von anderen Eigenschaften und Ebenen trennen und unterscheiden. Und kann sie entweder vom Leben auf die verschiedene Radixkonstellationen beziehen, oder vom Radix ausgehend auf die jeweilige Erscheinungsform im Leben beziehen.
Intuition in der Praxis heisst: Etwas fügt sich zu etwas passendem. Gleiches zu gleichem. Daher auch der Bezug zum Symbol. Das Symbol ist eigentlich kein Verweis auf etwas Gleichlautendes, sonst könnte man es auch direkt nennen, es ist aber ein Verweis auf eine Sache oder Bedeutung, die mit dem Symbol angerissen wird. Etymologisch geht das Symbol auf ein Ganzes zurück, zB eine Tonscherbe, das in zwei Teile gebrochen wurde. Es gab dadurch nur ein passendes Gegenstück.
Man trifft mittels Intuition die passenden Zuordnungen.
Für jemanden, der die Astrologie wirklich verstehen will, wird es immer wieder darum gehen, die grundsätzliche Bedeutung der Tierkreiszeichen mehr und mehr zu verstehen. Dafür sollte man sich Zeit lassen, und immer wieder darauf zurück kommen.
Die Prinzipien selbst sind nicht zu erkennen, sondern treten nur vermittelt von Zeichen, aber auch Häusern und Planeten auf.
Die Zeichen können nicht an sich erlebt werden, weil sie immer erst über Häuser und Planeten zu uns in die Erfahrbarkeit kommen.
Man sollte sich nie scheuen, irgendwelchen Leuten, die man regelmässig im Leben trifft, also Freunde, Verwandte, Anverwandte nach ihren Geburtsdaten zu fragen, damit man sich anhand dieser lebensnahen Beispiele in die Art und Weise vertiefen kann, wie sich nämlich die Zeichen am AS und MC ausdrücken oder beobachten lassen, und natürlich: wie vor allem die Planeten in den Zeichen gelebt werden und welche Orientierungen oder Haltungen damit verbunden sein können. Aber gleichwohl gilt: AS und MC sind gewöhnlich für den Anfänger am schwersten zu durchschauen.
Die Zeichen sind wichtig - das zeigt sich am einleuchtendsten bei jeder Synastrie von Partnerschaften oder überhaupt Partnerschaftsastrologie! Allerdings erweist es sich, dass für konkrete Deutungen in einfachster Weise über die Aspekte und Häuser sehr viel und sehr viel rascher etwas herauszuholen ist.
Aber
es ist für den
einzelnen und sein Radix wichtig,
ob man nun einen Löwemars oder eben Zwillingemars hat, denn diese
Zeichen drücken unterschwellige Orientierungen und Bedürfnisse aus und
stehen damit für grundlegende Eigenschaften, über die man verfügt und
die irgendwie immer ins Spiel kommen!
Es ist eine Mär, wenn man
irgendwo liest, dass man die Zeichen getrost
vernachlässigen könnte, weil doch Häuser und
Aspekte schon genügend Deutlichkeit aufzeigen würden. Man
reduziert bei Vernachlässigung der
Zeichen seine Entwicklungsmöglichkeit im
Deutungsvermögen in elementarer Weise.
Um
sich über die
Zeichen im
Klaren
zu werden, lohnt
es sich
unbedingt, mehr als nur ein Buch für diesen Zweck zu lesen. Eine gute
Möglichkeit ist zB Frank Felbers "Lehrbuch der esoterischen und
exoterischen
Astrologie", in denen die Zeichen ausführlich dargestellt werden, auch
in ihrer Bedeutung eines Zyklus. Dieses Buch
liefert auch wertvolle Anregungen über das Lernen der Astrologie
allgemein.
Ein anderes gutes Buch ist das von Nicolaus
Klein: "Glück und Selbstverwirklichung im Horoskop".
Ebenso
für die Zeichen
lesenswert ist
Rudhyars "Die astrologischen Zeichen". Rudhyar ist natürlich ein
Schriftsteller, der etwas Arbeit braucht, ihn zu lesen und zu
verstehen. Aber es lohnt sich, mindestens ein Buch von ihm zu haben, um
auch immer wieder mal darin zu lesen, zB das über den
"Sonne/Mondzyklus". Ausserdem gilt Rudhyar als
inspirierend, doch sollte man Rudhyars Texte vielleicht mit ein
bisschen
Distanz lesen, und seine Standpunkte nicht absolut nehmen. Man muss
erkennen, worauf er hinaus will, weil er manchmal nicht unbedingt alles
immer klar und einleuchtend erklärt, vor allem nicht immer sehr
eindeutige Begriffe verwendet und manchmal meiner Meinung
nach nicht immer ganz exakt ist (sich in einzelnen Dingen
täuscht
oder falsche Gewichtungen setzt). Möglicherweise sollte man zunächst
als allererste Bücher andere bevorzugen und bei Gelegenheit ein
Schnäppchen im gebrauchten Buchmarkt wahr nehmen, was Rudhyar angeht
(gebrauchte Bücher: http://www.zvab.com).
Rudhayrs Buch über die 12 Zeichen ist allerdings ganz nützlich, und
bedarf keiner besonders prüfenden Lesart (wie bei seinem
Sonne/Mond-Zyklus Buch), was freilich auch nur ein
Fortgeschrittener
aufbringen kann. Deshalb Sonne/Mond Zyklus: etwas zweischneidig für den
Anfang.
Was Rudhyar zum Klassiker macht, ist dennoch, dass er wichtige Grundlagen der Astrologie aus einer Sichtweise des Kosmischen beschreibt und aus diesem Gesichtspunkt ergibt sich immer wieder ein Ansatz, sich der astrologischen Anordnung zu vergewissern. Aber ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass er manche Dinge auch nicht ganz stimmig dargestellt hat; andererseits ist das für viele Autoren seiner Zeit hin und wieder so beschaffen.
Ring kann man sich übrigens bei Astrodienst kostenlos zum Lesen runterladen: http://www.astro.com/h/ring_g.htm
Weitere Bücher über die Zeichen bieten sich immer wieder an, um das Wissen zu verdichten und es aus verschiedenen Standpunkten zu sichten.
Als grundlegende Lehrbücher kann ich neben Frank Felber auch Stephen Arroyo empfehlen - siehe dazu auch noch ganz unten auf dieser Seite die Bücherempfehlung.
Arroyo hat allerdings weniger die Tierkreiszeichen beschrieben, veranschaulicht die Astrologie aber sehr gut als 'Sprache der Energie' und gibt auch Einblicke in die intuitive Deutungspraxis. Felber hat eine besondere Gabe, auf die Essenz der Deutungsfaktoren zu kommen und was man als Horoskopeigner im Umgang mit den astrologischen Energien beachten sollte (die jeweilige Entwicklungsrichtung, Licht und Schatten der Archetypen usw.), und zeigt auch den Wert von Asteroiden und Fixsternen in der Deutungspraxis auf.
Man kann nicht genug Bücher haben, um sein
Wissen zu verdichten, und es kann hilfreich sein, zu einem Thema auch
mehrere Bücher zu lesen. So entdeckt man zum Beispiel die verschiedenen
Möglichkeiten, wie sich die Kombinationen der Häuserherrscher auswirken
können, da jeder Autor den Blick für andere Details schärft.
Aber
aus Büchern allein wird man kaum lernen, wie man konkret deutet, das
muss Hand in Hand gehen, man liest und integriert das
Gelesene.
Es kann sich sehr lohnen, Bücher auch von Döbereiner zu lesen. Es kann sein, dass er einem nicht völlig zusagt, doch viele haben immer wieder gesagt, dass sie erst von Döbereiner wichtige Details oder Grundlegendes verstehen konnten.
Man sollte aber ein bisschen Anknüpfpunkte
bereits gesammelt haben: über die Bedeutung der einzelnen Quadranten
oder
Faktoren, über die astrologische Anordnung. So dass man um die Inhalte
des Gemeinten besser ahnen kann. Er spricht eigentlich von einem
ureigenen astrologischen Gesichtspunkt.
So muss man oft hinter die
Ebene des Wirklichen dringen, um zu verstehen, was er meint.
Nimmt
man manches sprichwörtlich, dann wird daraus so eine Art
Missverständnis, wenn man nicht versteht, in welchem umfassend
"esoterischen" Gesichtspunkt man es eigentlich vorliegen hat.
Auch
darf
man nicht vergessen, dass er ein eigenes Deutungssystem beschreibt:
Anlage (AS) > Verhalten (Sonne) > Finalität (MC). Das
heisst, was
er beschreibt, sollte auch an diesem seinem System gemessen werden.
Obgleich vieles grundsätzlich elementar und adäquat von ihm beschrieben
wurde. Sonst kommt
man vermutlich aber durcheinander, wenn man etwa meint, es müsse alles
so sein, wie er es beschreibt. Es ist aber nur eine Möglichkeit, eine
Richtung, eine Schule. Eine Perspektive, aber eine sehr gute.
Für Döbereiner liegen Wirklichkeitsgehalte zur Erfahrung bereit, oder drängen zur Erfahrung, und sie werden im Laufe der Zeit (Rythmen) ins Leben gebracht. Wenn eine Anlage (Radix) dies ermöglicht, wird dies irgendwann auch erfahren bzw. bewusst werden müssen.
Er beschreibt eine Grundansicht, die sehr kompatibel für weitere Ausformung ist, je nach Bedarf des Lernenden.
Natürlich, wenn man schon wüsste, was alles bedeutet, und in
seinem Ganzen, braucht
man W. Döbereiner nicht und kein anderes Buch mehr - aber in
der Regel
fehlt einem eben noch ein Schritt.
Die Seminare von Döbereiner (die Bücher sind gemeint, denn dies sind
eigentlich Seminarskripte) bieten
neben anderen Astrologen wichtige Puzzleteile, die sicher Wissenslücken
schliessen werden.
Mit
diesen Büchern von Döbereiner kann sich oft
das astrologische Wissen
auf eine neue, entscheidende Stufe stellen lassen. Ich bin zwar der
Meinung, wenn man sich als Anfänger für rythmische Auslösungen
interessiert (denn das ist bei Döbereiner immer wieder anzutreffen),
sind seine Bücher auch für den Anfänger geeignet (vor allem die ersten
Bände der Seminare "astrologische Lehr- und Übungsbucher").Ansonsten
würde ich schon sagen, man muss schon ein bisschen mitbringen. Sonst
wird man vom Deutungskonzept Döbereiners eventuell etwas vereinnahmt.
Was auch die mögliche Lösungsmöglichkeiten der Konstellationen
betrifft, fehlt da manchmal die Verdeutlichung des geeigneten Weges für
eine Konstellation. Es wird nämlich oft betont, wie es ist, wenn man
eine Konstellation oder Anlage einseitig lebt. Dennoch ist dies
allerdings nicht grundsätzlich so bei Döbereiner, es gibt auch Hinweise
auf diesen Sachverhalt, nämlich der Kompensation und Reife.
Bei
Wolfgang Döbereiner ist die Systematik eng mit der astrologischen
Anordnung verbunden, aber eben mit einer besonderen Sicht auf diese.
Man
erkennt die Systematik deswegen nicht unbedingt auf den ersten Blick.
Es hängt viel mit den Quadranten zusammen und mit seiner Art, das Leben
als zeitlichen Prozess zu sehen, bei dem mit der und in der Zeit
verschiedene Gehalte zur Erscheinung drängen (rythmische Auslösungen).
Die Sprache
ist nur gelegentlich kryptisch - wie man gelegentlich schon mal
von hören konnte. Es hilft im Fall der Fälle, den Kontext zu
beachten,
und vor allem versuchen herauszufinden, worauf es hinauslaufen
soll, was er besagen will (was besser geht, wenn man schon einige
Erfahrungen gesammelt hat
in der Astrologie).
Wolfgang
Döbereiner
bietet einfach gesagt sehr viel Fachwissen in seinen Aussagen und zeigt
worauf es ankommt, das sind bei ihm vor allem die Quadranten. Sein
Blick auf die Sache ist ein typischer, seine Sprache ist eng an die
Astro-Logik geknüpft und irgendwie sehr kompatibel
für viele Lernende - deshalb sind Begriffe und Aussagen von Döbereiner
auch so verbreitet. Ich wage zu behaupten, dass er Astrologisches
regelrecht verkörpert.
Gewöhnlich erweist sich dieser 4. Quadrant als schwer zugänglich in seiner essentiellen Bedeutung. Man hört von öffentlichem Wirken, man hört von Beruf, man hört von dies oder das.
Ich habe nun vor kurzem ein unastrologisches Buch gelesen, in dem davon gesprochen wurde, wie allen Dingen eine energetische Qualität anhaftet. Zum Beispiel Ritualgegenstände, und Kultobjekte, da lassen die Menschen, die sich dem Gegenstand zuwenden und eine ganz bestimmte "Schwingungsenergie" beisteuern, eine Energie in die Sache, oder an die Sache einfliessen. Es ist dann diese Bedeutung, die die Sache hat und die Energie geht nicht verloren. Sie verkörpert sich an der Sache, ob die physische Wirklichkeit dieser Energie durch Messinstrumente der Physiker eines Tages sichtbar wird oder nicht. Und diese Energie kann auch Jahrhunderte später existieren und wird nicht vergänglich sein, es sei denn sie wird von jenen bereinigt, die dieselbe Schwingungsenergie aufweisen. Das aber wird kaum der Fall sein. Zum Beispiel existieren in den Kunstmuseen zwar diese ursprünglichen Energien weiter, aber die Besucher streuen und verteilen natürlich ihrerseits auf einer bestimmten Ebene solche Energien. Doch ist die Schwingungshöhe eben anders.
Was hat das mit dem 4. Quadranten zu tun? Es hat mit der Bedeutung
zu tun, die sich aus dieser Energie, die den Objekten zufliesst,
ergibt. Ein einzelner Mensch lässt jederzeit seine Art von Energie
dem Objekt zukommen, das er gebraucht oder anschaut. Damit
spiegelt sich die Bedeutung, die das Objekt für ihn hat. Im 10. Haus
wird diese Energie erhalten oder wird öffentlich. Im 12. Haus wird
diese Energie erfahrbar ohne subjektive Brille, als Wirklichkeit an
sich. Ohne dass hier der materielle Aspekt der Wirklichkeit von
Bedeutung ist. Daher erkennen wir auch, dass es nicht ganz richtig ist,
das 10. Haus einseitig nur "festen materiellen Dingen" oder
"Strukturen" zuzuschreiben. Das sind nämlich nur die Ausformungen einer
dahinterstehenden Energie. Materie ist also Energie die
Energie,
die sich in seiner Bedeutung oder ihren Gehalten bewahren kann. Das
saturnische Prinzip dabei bedingt die Form,
und steht für die Verdichtung dieser Form - was Form hat, das
hat
eine feste Bedeutung, weil sie unvergänglich ist. Die Wirklichkeit kann
als Materie gesehen werden, und doch ist damit nicht gewährleistet, was
für eine Bedeutung dieses Stück Stein von allen Menschen dieser Materie
oder Struktur verliehen wird. Das Energetische an einem Stein besteht
aus den Zuschreibungen aller Menschen, dem Gelernten, das, was eben
NORM verleiht. Das führt oder kann zu einer eindeutigen Bezugnahme
führen (deshalb passt es, dass Saturn in Waage erhöht ist, da diese
gewährleistete Eindeutigkeit der Bezugnahme jeder Beziehung und
Begegnung zuträglich ist!).
Und
im Grunde ist das alles mit dem "Wahrnehmen von Bedeutung" auf
psychischen Prozessen
gegründet. Geht man nun darüberhinaus, was alle Menschen dieser
physischen Wirklichkeit an Bedeutung verliehen haben und ihr
zuschreiben, wird klar, dass diese Zuschreibungen an sich völlig
irrelevant sind, bzw. nur eine beliebige Auswahl darstellen, denn wenn
alle Menschen sich Illusionen aufbauen, muss
dies nicht der Wirklichkeit zB eines Steins entsprechen. Deswegen ist
das 10. Haus auch nur der Anfang des Prozesses des gesamten 4.
Quadranten.
So können wir
auch angedeutet finden, dass die Wirklichkeit des Steins in seiner
Materie gar nicht ausschlaggebend ist. Weiterhin finden wir, dass diese
Normierung im Grunde subjektiv bleibt, und nicht objektiv, womit der
Wassermann als Reformer analog dem 11. Haus nun daher kommt und das
Subjektive zugunsten eines Allgemeinen aufhebt. Dieser
Prozess
beruht auf der Idee oder Einsicht, dass die Norm kein Garant
für
korrekte Wirklichkeit ist. Trotzdem hat das 10. Haus ja einen Sinn, es
muss da sein, weil alle Subjekte in irgendeiner Weise "Wirklichkeit
erfinden", und diese jeweils individuell sein muss, weil sonst wären
wir keine voneinander getrennte Wesen. Und so kommen wir mit Uranus zu
einer Idee des allen Gemeinsamen, mit der Zugrundelegung eines allen
nicht Gemeinsamen: Einerseits individuell völlig verschieden, und doch
ähneln wir uns in der Hinsicht, dass wir alle dieselbe
Grundsituation vorfinden. Als Ergebnis bleibt dann das subjektive
Erleben der Wirklichkeit, die Befreiung sozusagen, das Ziel aller
Bemühungen: das 12. Haus. Als Wegbereiter eines neuen Zyklus führt es
wiederum zu der Manifestation neuer Willensabsichten im 1. Haus.
Wer das Leben in dem Einbezug der kosmischen Dimension oder des Verborgenen verstehen will, wird es vielleicht am ehesten verstehen, wenn er auch den vierten Quadranten versteht.
Sicher ist das Obige noch keine ergiebige Beschreibung des 4. Quadranten, aber es beschreibt anschaulich die Ebene der Unvergänglichkeit, die bei diesem Quadranten wichtig ist. Eine Unvergänglichkeit, die im zehnten Haus als vorhandene "Normierung" gewährleistet. Das ist das, was Bestand hat, worauf sich quasi alle einigen können. Etwas, das nicht verbindlich durch Zwang, aber durch das Sichtbare ist und das ist unabhängig von der Art wie wir es betrachten (interpretieren). Allerdings kann damit natürlich auch eine Auswahl verbunden sein. Die feste Form, worauf kein Zweifel übrig bleibt. Doch dahinter steht ebenso eine energetische Form. Es muss nicht gesehen oder erlebt werden, und doch existiert sie.
Im 11. Haus kommen wir leicht zu Idealen über das, was allgemein Bedeutung haben soll, um den kreativen und schöpferischen Fluß der Zeit und des Lebens aufrecht zu erhalten, verrennen uns aber vielleicht in einer Art geistigem Konzept - und zwar gehen wir dabei einen Weg unter Ausschluß des Subjektiven. Wir erhöhen dann unsere Bedeutung in einen Bereich, der mit dem Lebendigen nichts mehr zu tun hat (daher die Kälte des Uranus).
Also was ein persönliches Bedürfnis angeht, das soll in diesem Haus überwunden werden, damit man gleichfalls einer Idee für alle oder zumindest viele folgen kann. Dass man nicht mehr daran gebunden ist, wie die Haltung zu einer Sache abhängig ist von der persönlichen Ausrichtung, die nämlich nicht zeitwährend ist (4. Haus ist ja auch als Gegensatz zum vierten Quadranten wichtig=aufgrund dieser unfassbaren Beweglichkeit des Krebs, der seelischen Gefühle und Launen, bedürfen wir eines Haltepunktes für die Bedeutungen, die wir der Wirklichkeit allgemein zuschreiben können, oder ablesen können). Im vierten Haus sind wir subjektiv einer Vergänglichkeit ausgeliefert: Stimmungen und Launen sind Ausdruck der ewig wandelbaren seelischen Schöpferkraft, uns mit einem Lebensgefühl zu versehen. Jeder Augenblick wird so als einzigartig erlebt, aber auch persönlich gebunden. In den beiden oberen Quadranten wird nun das Reich des Unvergänglichen betreten, besonders im 4. Quadranten. Hier erhalten wir Einblicke und Begegnung mit den ewigen Werten, den Ideen und den Wirklichkeiten, die über unser eigenen stehen.
Im 10. Haus erfassen wir
möglicherweise nur eine unter vielen Schichten der physischen
Wirklichkeit, und sehen
eine Bedeutung, die zwar richtig ist, aber keineswegs die wichtigste
sein muss, oder die naheliegendste, erschöpfendste
- um davon ausgehend normativ zu handeln oder zu
wirken.
Im
12. Haus schliesslich erfassen wir einfach die
Wirklichkeit, wie sie ist, und gehen über jede Idee (11) und Norm (10)
hinaus, um das zuzulassen, was uns oder mit uns oder durch uns
geschieht , um von diesem Prozess aus zu einer wahren Bestimmung
unserer
Standortes zu gelangen - was im Grunde alle drei verschiedene
Wege sind, um
sich in der Wirklichkeit "nach Maßstäben
zu verhalten" und
diese gleichsam damit zu fundieren
(also indem wir Wirklichkeit
erfahren, denken, erkennen oder gemäß einer solchen handeln, wird sie
auch unweigerlich in ihrer Bedeutung gestärkt) .
Die Stundenastrologie erscheint durch das unmittelbare Sehen von Energien in einem klareren Licht. Zumindest ergeht es mir so.
Insofern man die Planeten in ihren energetischem Gehalt folgerichtig zu einer Themenstellung oder einem Aspekt einer Frage zuordnen kann, erübrigen sich die Zuordnungsregeln für Planeten in den Häuser, ohne die Suche des entsprechenden signifikanten Hauses für die Fragestellung.
Das heisst, man benötigt nicht unbedingt diese starren Regeln und stellt auch fest, dass diese Regeln tatsächlich viel öfter in die Irre leiten, wenn man sie dogmatisch fasst. Dass gewisse Methoden und Regeln zwangsläufig in der Stundenastrologie massgeblich bleiben, ist allerdings Tatsache, sollte aber nicht überbewertet werden. Was zählt ist das Ergebnis.
Auf welche Weise man in Bezug zu der Fragestellung zum relevanten und zutreffenden Faktor in welchem Haus kommt, ist mitunter auf vielerlei Wegen möglich.
Das heisst nicht, dass die Türen zur Willkür geöffnet werden, sondern dass die beispielhaften Regelsätze dies nicht immer offenbaren können, was in welchem Horoskop nun einmal jeweils einzigartig und faktisch vorliegt. Viele Wege führen nach Rom, nur wenige sind aber für einen bestimmten Moment verlässlich. Die verlässlichen Wege entscheiden sich mehr durch die Einzigartigkeit eines Horoskops.
Gerade die Zuordnung der Häuser hängt entscheidend von der Fragestellung ab bzw. vom Gehalt des Horoskops, und das ist fast niemals gleich (verändert sich von Stunden-Horoskop zu Stunden-Horoskop).
Die Regeln, wonach man zB bei
Behördenfragen auf das 10. Haus achten soll, oder bei
Beziehungsfragen auf das 7. Haus, sind in meinen Augen nur Ansätze, die
sich nicht immer in der exakten Weise bestätigen lassen. Es kann auch
das 6. Haus für eine Angelegenheit mit Behörden sehr wichtig sein und
ist es oftmals, wenn man auf eine Entscheidung wartet. Beziehungsfragen
könnten auch mit dem 8. oder gar 9. Haus zusammenhängen - es kommt auf
die Frage an, und wie treffsicher man diese Frage in ihren
Hintergründen ausloten kann.
Man muss genau
sein, in der Betrachtung der Frage und des Sachverhaltes, und von dort
evtl. auf die möglichen Häuser schliessen. Ein Planet in einem Haus ist
zunächst immer verdächtig und verfolgt man seine Herrscherbezüge,
sollte man darauf achten, was sich daraus für die Frage ergibt, ob
diese Bezüge geeignet sind und passen. Es gibt sicher viele Wege, wie
man dabei vorgehen will - eine starre Schematik führt meiner Meinung
nach ganz sicher und am ehesten an der Realität vorbei.
Es geht darum, die Signifikatoren zu bestimmen, relevante Häuser und Planeten zu suchen. Genau zu diesen Signifikatoren aber gibt es keine pauschale Regel. Dass man versucht, solche Häuser zu nehmen, die von anderen Astrologen in vergleichbaren Horoskopen gewählt wurden, ist genauso riskant, als wie selbstständig die Häuser ausfindig zu machen, indem man sich einfach unvoreingenommen anschaut, was da so zusammen kommt.
Intuition ist
richtig verwendet
keine Angelegenheit der Einbildung oder Konstruktion, sondern wahre
Einsichtsnahme.
Schon van Slooten weist auf die Ähnlichkeit der Planeten mit Häusern hin. Hinsichtlich eines Themas kann mancher Planet zum Nebensignifikator werden, der durch die klassische Zuordnungsmethode nicht denkbar wäre - also ungeachtet ob die klassische Lehre einen Herrscherbezug diesbezüglich hergibt.
Es zeigt sich also wieder einmal, dass es um Kräfte, um Wirksamkeit geht, die sich auch in der Stundenfrage aufbieten - und es geht nicht in erster Linie um die Regeln. Deutungs-Regeln sollten als Ansatz aufgefasst werden, aber man darf das eigene Mitdenken oder die eigene Intuition nicht vergessen.
Slooten meint mit obiger Feststellung wohl nichts anderes als eine Ähnlichkeit der energetischen Fliessrichtung und so ist es nicht ganz abwegig, diese Betrachtungsart auch auf die Zeichen zu erweitern, so dass man bei bestimmten Fragen auch auf die Venus schauen kann, wenn es um besondere Themen geht, die mit dem Mond (Krebs) korrespondieren, obwohl die Venus klassisch gesehen nicht in Krebs erhöht ist sondern in Fische. Aber natürlich darf man auch das nicht zur Regel machen.
Es kommt meiner Meinung nach auch auf das jeweilige
(Frage-)Thema an, auf das Radix,
und wie die Planeten insgesamt stehen. Natürlich sollte man hier
vorsichtig sein und bei Zweifeln lieber die hauptsächlichen
Fliessrichtungen der Energien wählen, die durch die klassischen
Domizile (Dispositoren) angezeigt sind. Der Anfänger sollte
immer
das Einfachste wählen und das, worin sich ein gewisser Konsens gebildet
hat.
Man wird
mit
den
Regeln, zB applikative Aspekte oder der Mond
im Leerlauf,
feststellen, dass sie
richtig sind und die Deutung nicht nur vereinfachen, sondern oft erst
möglich machen.
Dennoch gibt es bei diesem Mond im Leerlauf Ausnahmen,
und so ist es also notwendig, hier nichts zu verallgemeinern; nicht
immer
heisst es also bei einem Mond im Leerlauf: da passiert nichts mehr.
Was ist es, das nicht mehr passieren wird? Welches Thema
ist mit dem Mond oder dem Horoskop
gemeint? Das sollte die Frage sein. Formulierte Frage und Horoskop sind
auch nicht immer deckungsgleich.
Der Mond ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige. Und dann gibt es auch Fälle, wo der Mond zum Signifikator des Themas wird, zu einem Teil der Frage, und nicht mehr Nebensignifikator des Fragenden ist - was dann auch wieder eine neue Bedeutung eines Mondes im Leerlauf aufstellen mag.
Wichtig ist allgemein, was gefragt wird, und was das Radix als Facette dieser Frage zeigt. Man sollte Astrologie nicht mit Tarot gleichsetzen, d.h. in quasi "magischer Weise" alles auf die gestellte und formulierte Frage beziehen, und stattdessen prinzipiell davon ausgehen, dass die Frage im Radix anders auftauchen kann. Auch diese Seite, wie die Frage im Radix auftaucht, kann einen Mond im Leerlauf mit einer speziellen Bedeutung versehen. Wenn also nichts mehr passiert, mag dies je nach Frage von Vorteil oder Nachteil sein.
Manchmal wird behauptet, man müsste den Zeitpunkt der Frage nehmen, wenn der Astrologe auf die Frage aufmerksam wird. So taten es die Alten oft.
Warum das die alten Astrologen taten? Vielleicht weil
es für
sie
nicht verlässlich genug war, wenn der Klient mit einer Frage zu ihnen
kam und sie nicht mehr sagen konnten, wann diese Frage bei ihnen (den
Klienten) akut
wurde. Nun aber zu verallgemeinern, man könne nur noch so
deuten,
ist völlig unverständlich. Relevant ist für mich, ob es überhaupt eine
Uhrzeit gibt, die verlässlich ist, aber irrelevant ist es, ob ich dazu
immer nur eine einzige Methode heranziehe - es sei denn ich vertraue
dieser Methode.
Dann aber ist es unsinnig zu behaupten, alle
anderen
Methoden seien Unfug.
Denn dass es in der Astrologie die
Methodenvielfalt geradezu fundamental ist, zeigt sich schon an den
verschiedenen Richtungen wie MRL, API oder TPA. Man sollte sich also
einfach entscheiden und es für sich begründen, warum man jenen
Zeitpunkt oder einen anderen nimmt.
Die vermeintlichen Widersprüche lösen sich durch Einsicht in den rythmischen Ablauf von allen Ereignissen auf. Die Wiedervereinigung ist zum Beispiel als Staatshoroskop ein taugliches Horoskop, aber gleichwohl bleibt das alte BRD-Horoskop noch gültig (Grundgesetz). Bei Stundenfragen kann man sich nun verschiedene Zeitpunkte denken, an denen die Frage "auftauchen" kann, dann nämlich, wenn uns als Astrologe diese Uhrzeit verlässlich scheint.
Ob es nun der Moment ist, an dem der Klient die Frage
gestellt hat, oder der Moment, an dem wir selbst als Astrologe die
Frage erblicken. Ich versuche persönlich immer den grösstmöglichen
Bezug zum Fragesteller aufzubringen. Wenn er mir etwa eine Email
schicken würde, dann würde ich folgende Reihenfolge aufstellen (je
nachVerfügbarkeit):
1. den Zeitpunkt des
Abschickens, 2. den Zeitpunkt, wann die Email mich erreichte 3. wenn
ich die Email das erste Mal erblickte.
Der Ort ist übrigens wichtig zu beachten, da der Sender ja oft an einem
anderen Ort ist. Wenn ich aber den Zeitpunkt nehme, an dem ich die Email
erhalte (3.), sollte ich wohl auch den Ort meines eigenen Aufenthaltes
wählen!
Es gibt heutzutage weitaus verlässlichere Uhrzeiten, die man heranziehen kann, als die, wenn der Astrologe mit der Frage konfrontiert wird. Bedingung ist jedoch, dass man solche Uhrzeiten kennt. Es hat also nichts mit Methode zu tun, sondern mit Verfügbarkeit, eine Uhrzeit zu wählen.
So begründe ich nur meine Wahl und die Sichtweise anderer mag auch zu anderen Begründungen kommen - entscheidend ist, dass eine Deutung stimmig wird, weil der Astrologe zu (s)einer richtigen Methode kommt und seine Deutung danach mehr oder weniger ausrichtet - oder für die Fügung sorgt, damit die Deutung adäquat wird.
Ausserdem geht es auch um die mehr oder weniger geheimnisvolle Fügung zwischen der Frage und dem Astrologen - wie der Astrologe zu dieser Uhrzeit kommt. Früher las man aus Eingeweiden die Zukunft, und der Schamane galt als Seher. Erklärt werden kann dies dadurch, dass das geschlachtete Tier, welches ausgewählt wurde, sich zu diesem Zeitpunkt der Frage fügte.
Es handelt sich einerseits um Synchronizität, und andererseits um den menschlichen Einfluss, wie man ein Tier zur Opferung auswählt - vergleichbar wie man heute eine Tarotkarte zu einer bestimmten Frage aus-wählt. Die Auswahlkriterien mögen sogar eingeengt sein, zum Beispiel wenn es nur ein einziges Schaf zur Opferuzng gibt. Gerade dies erhöht aber die Relevanz.
Damit begründet sich auch prinzipiell, dass man auch den Zeitpunkt wählen kann, zu der man als Astrologe die Frage vor Augen bekommt. Egal wann man zu dieser Frage kommt. In meinen Augen ist es dann allerdings vielleicht nötig, dass man sowieso eine gute Verbindung zu den natürlichen und eigenem individuellen Rythmen hat. Und zum Beispiel nicht mechanisch und nach festgelegter Regel den Tagesablauf gestaltet.
Aus obigen Gründen empfiehlt es sich meiner Meinung nach, aus Gründen dieser Synchronizität, eine eigene Methode irgendwann zu finden (Methode welche Uhrzeit man nimmt), und sie dann auch konsequent beizubehalten, sofern die Ergebnisse und Arbeitsgrundlage als zuverlässig genug erscheinen. Letzteres muss einfach Priorität haben, und immer geht es darum, sich ein eigenes Urteil bilden. Vielleicht kommt es auf die eigene Machart, Herangehensweise, Rythmus, Schwingung an und eine allgemeine Regel wäre verkehrt, wenn man gegen seine eigene Ordnung verstieße. Sie muss nur besser funktionieren als andere Methoden.
Meiner Meinung nach, kann sich aus der falschen Zuordnung des Aszendenten manchmal eine lechte Unschärfe ergeben - insofern man den Aszendenten mit etwas in Verbindung bringt, was dort nicht angezeigt ist, so dass vor allem sein ausgewanderter Herrscherplanet (des AC-Zusammenhangs) jeweils für etwas ganz anderes stehen könnte.
Viele Stundenastrologen deuten den Aszendenten immer als Signifikator des Fragestellers, neben dem Mond. Meiner Meinung nach ist zwar der Mond in den meisten Stundenhoroskopen Nebensignifikator, und der Aszendent kann zwar je nach Frage für den Fragesteller stehen (als Hauptsignifikaor). Aber manchmal steht der Aszendent auch eindeutig für das Thema der Frage. Das kann eine wichtige zentrale Person sein, die in der Frage angelegt ist, oder eine wichtige Sache der Frage darstellen.
Dann wird der Mond entweder zum Hauptsignifikator des Fragestellers. Manchmal muss man Aszendent, aber auch zuweilen den Mond allein aus der Sicht des Themas behandeln, also ohne (!) Bezug auf den Fragesteller - üblicherweise zeigt der Aszendent an, was hier - mit der Frage - ans Licht kam und sich ereignen will. Das kann die Person zum Thema haben, aber sich auch auf eine Sache verlagern und dann steht der Aszendent ohne Bezug zur Person!
Bei etwa jedem vierten Horoskop, was allerdings auch von der Fragestellung abhängen kann, mag der Aszendent nicht konkret den Fragesteller kennzeichnen, sondern ein Thema, das sich am Aszendenten verkörpert. Es ist so, als ob der Fragesteller das Thema mit sich trägt wie eine "Handtasche".
Als erster Schritt einer Deutung von Stundenfragen (prognostisch) und auch Ereignishoroskopen (metagnostisch) hilft es immer sehr, nach einer deutlichen Konstellation zu suchen, selbst wenn sie nicht für die spätere Quintessenz wichtig wird. Das kann zum Beispiel ein Planet an einer Hauptachse oder auf einer Hausspitze sein. Oder ein stark besetztes Haus!
Möglich ist auch eine exakte Konjunktion (1°! Orbis), oder ein Planet auf dem 29°.
Ein Planet auf dem 29° Grad ist oft Hinweis, wie wichtig das Thema des Zeichens für die Fragestellung oder den Horoskopeigner ist - im Sinne des Planeten der darin steht. Es hat nicht nur die Bedeutung, dass etwas lange Zeit schwelte, und damit bereits für den Fragesteller oder Thema bedeutsam war, sondern auf dem 29° Grad ist die Energie gleichzeitig auch oft so etwas wie ein Joker, Türöffner und zeigt etwas allgemein sehr Bedeutsames - auf diesem Grad wird die Energie sehr stark eingesetzt und nach aussen gebracht und übersteigert die Qualität des Zeichens (zB veränderlich, kardinal, fix) . Schaut man darüberhinaus noch ins Geburtsradix kann oft sogar ein gleichlautendes Thema anzutreffen sein. Evtl. erkennt man auch einen Grund für die Schwierigkeit, zB Beteiligung von Saturn, Uranus, eingeschlossene Zeichen, ungünstige Aspekte (auch zum Herrscher eines Zeichens), usw. - was sich dann in der Stundenfrage oder einem Ereignishoroskop wiederfindet.
Das Wissen um den Hintergrund, dazu gehört auch der Aszendent, ist hilfreich, um die Frage überhaupt einzuschätzen. Und dann die Antwort , die Tendenzen und zwingenden Verläufe zu deuten. Ein bloßes stupides Anwenden von Regelbüchern, ohne sich eigene Gedanken zu machen, und eigene Intuition zu verwenden, halte ich für prinzipielles Glücksspiel. Man braucht Mut, um das Radix anzusehen, aber dann wird man erkennen, dass sich die besten Ergebnisse auch deshalb zeigen, weil man das Radix zu einem sprechen liess und es mit der Vorstellung und Erwartung, wie etwas zu sein hat, nicht zu etwas machte, was es nicht ist.
Natürlich wird ein bestimmtes Haus für manche Fragen wichtig, auch wenn kein Planet darin steht (man schaut sich dann den Herrscher an). Wenn es zB um die Frage geht, ob ein Antrag, den man bei einer Behörde gestellt hat, stecken geblieben ist oder in Bearbeitung ist, mag das 6. Haus wichtig werden.
Geht es aber um die Einschätzung, ob uns etwas zusteht, kann das 10.
Haus oder ein anderes entscheidend werden. Es könnte aber ebenso mit
dem 6. Haus ausgedrückt sein. Ich halte es für einen Fehler, die
Häuserzuordnungen mit einer Ausschließlichkeit zu belegen. Das Gesicht
der Frage, die Blickwinkel, die Stimmung der Situation und so weiter
kann vielerlei Facetten bekommen. Hier hilft am besten eine ausgeprägte
Intuition und am schlechtesten das Buch mit festgelegten Regeln.
Ja
- Astrologie ist an sich eine Sache der Intuition und entweder man will
Astrologie vertiefen oder oberflächlich bleiben und man kann eine Sache
wie Astrologie nicht durch auswendig gelernte Regelwerke vertiefen. Die
Intuition mag ihre Tücken haben, dann geht es darum, sie mehr zu üben,
(berechtigtes) Vertrauen lernen, es kann auch Energiearbeit dafür
ausserordentlich nützlich werden (durch Chakren atmen, die Chakren
reinigen, Erdung durchs Wurzelchakra; Yoga Übungen, Tai Chi, Meditation
usw.).
Die "grandioseste" Blockade der Intuition besteht darin, zu
glauben, es gäbe nur einen richtigen Weg, nämlich den, der von einer
Autorität überliefert wurde. Eigentlich ist dieser Weg dann immer auf
diejenige Persönlichkeit zugeschnitten und die Frage ist, ob man
wirklich genau dieselben Voraussetzungen mit sich bringt, um dieselben
Regeln anzuwenden.
Ja natürlich gibt es Regeln, die sich nicht
ändern, Anhaltspunkte, die sich wiederholen. Aber es geht auch darum,
dass diese Regeln nicht so fixiert sind, so dass man mehr auf die Regeln,
als ins Radix schauen bräuchte.
Der
Knackpunkt besteht oft darin, dass man ein Maß finden muss, so auch in
der Stundenastrologie. Schwarz/weiss denken ist der Feind der
Intuition. Man denkt dann, das eine kann und darf sein, das andere
nicht. Und wer sagt das? Das Regelbuch, der Glaube, aber nichts, was
man selbst geprüft hätte.
"Das Stundenhoroskop darf nicht ganzheitlich gedeutet werden, so wie man das Geburtshoroskop deutet". Aus dieser Aussage - die natürlich irgendwo richtig ist - kommt der Anfänger oft auf Abwege, und denkt unbewusst: alles, was man hier an Deutungsarbeit leisten muss, kann aufgrund einer Regel bestimmt werden, oder man bräuchte nur noch eins und eins zusammenzählen.
Dabei kann jedes falsch zugeordnete Haus die Deutung - auch im Zusammenhang aller gedeuteten Faktoren - nach Art des Roulettes entweder die ganze Aussage falsch oder richtig machen.
Vielleicht lohnt es sich hin und wieder, einfach das Radix sich offenbaren zu lassen, ohne eigenes Dazutun, ohne etwas erzwingen zu wollen.
Der Mond mit seinen Aspekten wird nicht immer den Ausgang der Situation mit seinen Aspekten sprichwörtlich beschreiben! Das wäre ein Trugschluß, es so zu halten, der auch oft zustandekommt durch eine Überbetonung des Regelsatzes.
Der Mond beschreibt nähere Umstände, wie der Horoskopeigner die Sache erfährt und weitere Impulse von der Sache erhält. Aber was beschreibt er genau? Das muss jeweils beurteilt werden, da - zumindest meiner Sichtweise und Erfahrung nach - der Mond manchmal auch Teil der Frage sein kann und nicht immer allein Signifikator des Fragenden ist. Man kann sich das so vorstellen, dass der Fragesteller eine Sache transportiert, verkörpert, "damit schwanger geht", und der Mond in dieser Sache quasi eingegangen ist.
Man muss jedenfalls die massgeblichen Faktoren ausfindig machen und vor allem die Häuser richtig zuzuordnen. Der Mond ist in der Regel immer der Faktor, der am meisten beeinflusst wird - es kommt nun nur noch darauf an, wofür er steht: Verkörpert sich in ihm eher der Fragesteller und seine Erwartung oder Empfindlichkeit? Oder verkörpert sich ein Teil der Frage oder sogar wichtiger Teil der Frage in ihm?
Bei manchen Fragen ergibt sich mit dem 8. Haus zum Beispiel das Thema "fixe Vorstellungen", "Verantwortung und Verpflichtung", "sich in der Pflicht sehen"- dann fungiert das 8. Haus mit der Bedeutung "Zwang". Mit einem Blick kann Saturn im 8. Haus dann anzeigen, dass sich jemand in der Pflicht sieht. In einem bekannten Regelwerk steht aber nichts davon, sondern zum 8. Haus werden genannt: Sexualität, Aktivitäten im Untergrund, Geld der anderen, Kredite, Aktien, Verluste. Es ist also vorteilhaft, eigenständig mitzudenken, was ein wenig Muzt verlangt. Denn natürlich bleibt es so: Eine falsche Zuordnung kann die ganze Aussage verfälschen.
Manchmal steht ein Quadrat oder eine Opposition nur für eine Schwierigkeit, die aber nicht fatal wird, und die Summe aller Konstellationen kann erst eine stimmige JA/NEIN Wahrscheinlichkeit liefern. Es kommt in jedem Fall darauf an, welche Planeten in einem Quadrat stehen und manche Planeten sind bedenklicher hinsichtlich eine Fragestellung, aber generell ist ein Quadrat vielmehr eine Hürde, die man nehmen muss, oder noch eher ein Impuls, der die Dinge bewegt. Und in welche Richtung dieser Impuls geht, das ist entscheidend.
Ein
Mars ist
auch
nicht immer
ein Übeltäter, sondern kann - wie jeder Planet - eine in der
Fragestellung bedeutsame Person verkörpern, die zB bestimmenden
Einfluss in der gegebenen Fragestellung und Situation ausübt. Ein
Quadrat kann sogar anzeigen, dass etwas geklärt wird, anstatt
sich
zuzuspitzen. Es wird etwas getrennt und das ist die Klärung.
Das hängt oft auch allein von der Stellung des Planeten ab, etwa wie stark
dieser im Zeichen steht.
Saturn kann man immer als zwingende Konsequenz betrachten, aber das Fatale darin ist nicht immer gegeben. Es kommt darauf an, welche zwingende Konsequenz das ist (das kann auch die Konsequenz der Vereitelung sein). Ausserdem ist nicht in jedem Stunden-Radix Saturn so bedeutsam wie in anderen.
Übrigens: Saturn korrespondiert deshalb mit Wassermann/Uranus, weil beide Prinzipien letztendlich für die Festigung der Einheit der Persönlichkeit stehen. Uranus durch Freiraum, Saturn durch Stabilisierung und Kontraktion - beide münden in der Gemeinsamkeit der letztendlichen Festigung der Einheit eines Dinges oder Wesens. Bei Uranus entsteht ein inneres Zentrum durch Abstand nach aussen, bei Saturn wird das innere Zentrum durch Kontraktion nach innen auf ein Zentrum hin gefestigt. In beiden Fällen geht es auf unterschiedliche Art um Abgrenzung und Bewahrung eines Raumes.
Die
klassischen Herrscher werden folgerichtig und ebenso
angemessen
in
der
Stundenastrologie bervorzugt, weil sie die stärksten bewegenden Kräfte
darstellen.
Was man heutzutage allgemein vernachlässigt ist, dass
die Zeichenherrscherbezüge zustande kommen, nur auf Grund von
Ähnlichkeiten der
Energie
zwischen Planet und Zeichen, und
aufgrund der Flussrichtung dieser Energien, die sich immer das
"gleichartige" suchen.
Man tut aber gelegentlich so, als
gäbe es
eine
direkte Linie
zwischen Planet und Zeichen.
Mars und Widder entsprechen sich überhaupt
nicht, da das eine ein Zeichen und das andere ein Planet
ist; aber für die Marskraft gibt es keine andere und besser
geeignete
Energie als Boden. Das ist der Fliessgrund. Und für das Widderzeichen gibt es keinen anderen
besser
geeigneten Faktor um die Energien auf einen Planeten zu übertragen. Die
Energien suchen
sich hauptsächlich den Weg dieser tauglichsten Ähnlichkeiten.
In Bezug zu Horoskopdaten aus Datenbanken, ist es gefährlich den Quellen zu trauen. Es gibt Datenbankressourcen, die ihre Quelle angeben. Das ist bei www.astrosuche.net meist der Fall, aber bei www.astrotheme.com nicht.
Falsche Horoskope gibt es überall. Oft kursieren etliche Uhrzeiten, und man muss selbst sehen, welche Uhrzeit wohl richtig ist.
Ganz falsch ist es, aus Bequemlichkeit
tendenziell eine Datenbank zu bevorzugen, die nur einfach zu handhaben
ist, oder die schnellen Zugriff erlaubt, aber keine Quellen angibt.
Aber
andererseits: man darf auch nicht blind allen Quellen glauben. Am
besten hält man sich eine Hintertüre des Zweifelns offen, und sucht
nach bestätigenden Merkmalen oder Hinweisen aller Art... - gleichwohl
wäre es auch wieder übertrieben, gar nichts mehr zu glauben.
Nochmal: Intuition in der Astrologie ist viel wichtiger, als wie es manchmal behauptet wird.
Manche verstehen unter der Intuition unwillkürlich das sehnsuchtsvolle Bemühen, sich etwas zusammenzubasteln (die neptunische Intuition).
Ein Neptun auf hohem Niveau (seherische Qualität) kommt allenfalls in Frage, wenn es um die Ahnung geht, was für eine Entsprechung im Leben bei einer bestimmten Konstellation anzutreffen ist. Ich denke, die Intuition, die bei der Astrologie eine grössere Rolle spielt, ist die uranische Intuition.
Die Intuition ist in erster Linie ein "Werkzeug der Augen", und kennt weniger Ahnung, als wie es vielmehr (und mehr oder weniger) ein "Sehen" oder Aufspüren der Energien, Wirkungen und Ursachen bedeutet. Uranus ordnet dabei das Gesehene den Prinzipien zu. Daher ergibt es auch Sinn, dass man Uranus als "höhere Oktave des Merkurs" betrachtet.
Auf einer anderen Ebene wird es in jedem Fall darum gehen, die richtigen Zuordnungen zu bilden.
Wenn man sich als intuitiven Astrologen betrachtet, kann es nützlich sein, die Gabe der Intuition als eine energetische Angelegenheit zu betrachten; und den Menschen, auch sich selbst als Astrologen, ebenso als ein System energetischer Zusammenhänge zu betrachten.
Das heisst, wenn man Bewusstseinsübungen wie Tai Chi, Yoga, Qi Gong oder Tensegrity und ähnliche Möglichkeiten zur stimulierenden Beeinflussung des Systems Mensch praktiziert, wird die Intuition vielleicht auch leichter fliessen!
Die Geburtszeit zu korrigieren bedeutet genau dies: Ein Horoskop des Tages der Geburt zu suchen, mit dem es am besten hinhaut.
Erfahrungsgemäß verspricht man sich mit Geburtszeitkorrektur sehr viel - doch ist es einlösbar?
Keine Methode kann sicher stellen, dass die Zeit richtig ist,
wenn
die Ausgangsuhrzeit nicht schon annähernd richtig ist.
Das heisst, Korrekturen sind nur
sinnvoll, wenn die Zeit ungefähr bekannt ist, zum Beispiel mittags,
spätnachts usw.. - aber selbst dann sind noch Zweifel
angebracht.
Aus ernsthaften Spaß kann man seine eigene Uhrzeit (falls sie natürlich bekannt ist) um sechs Stunden vor und auch mal um sechs Stunden nach stellen. Oder auch zehn Stunden. Und versuchen massgebliche biografische Ereignisse, um die es ja bei der Korrektur geht, mit den Transiten oder Direktionen in Zusammenhang zu bringen. Man wird entdecken, dass es allein die Häuser sind, die bei solcher Korrektur herangezogen werden können, da die Aspekte an einem Tag ja gleich bleiben. Und man wird erkennen, dass man diese Häuser in der Breite vertauschen kann, und dennoch die biografischen Ereignisse "stimmig" scheinen.Es ist kaum eine Relevanz damit verbunden, technische Methoden zur Geburtszeitkorrektur heranzuziehen. Ansonsten wären die Ergebnisse, die ich in der Astrologie-Szene beurteilen konnte, gewiss näher an der standesamtlichen Zeit, die dann später nach der Korrektur mal bekannt wurde, und ein ernüchterndes Urteil über die Korrekturmethoden nötig machte.
Es lohnt sich viel mehr, die gegenwärtige Erscheinung des Horoskopeigners zu betrachten, seine Lebensweise im Ganzen (nicht einzelne biografische Elemente!) und den Aszendenten und wichtige Planeten in den Häusern aufgrund ihrer Plausibilität zu untersuchen.
Man kann sich leicht verrennen in diesen Korrekturmethoden, ob technische Methoden oder intuitive - gerade wenn die Erfahrung mit den Grundfaktoren fehlt. Dann doch lieber nur die Aspekte betrachten und Zeichen, wenn man ein Horoskop nur ohne Zeit hat usw.. Man kann auch ein Sonnenaufgangshoroskop stellen und die Häuser aus Sicht der Sonne deuten, was eine grobe Anlagestruktur des inneren Zentrums (Willens) eines Menschen beschreiben wird.
Ein Tip: Gute Deutungsbücher, zB von B. Hamann "das innere Kind" (darin auch Saturnstellungen in Häusern) sind vielversprechend, um anhand des Hauses des Saturns die Zeit einzugrenzen. Ähnliches kann man mit anderen Planeten machen. Hierbei ist meiner Erfahrung nach ein Planet noch nicht im nächsten Haus, wenn er 3 Grad vor einer Hausspitze steht - das heisst, die akute Wirkung des Planeten findet in dem Haus statt, in dem der Planet faktisch steht. Umso näher der Planet an die nächste Hausspitze kommt, desto mehr nimmt der Einfluss des nächsten Hauses zu, evtl. gibt es dabei also zwei Häuser, die für einen Planeten gelten. Eine dieser Wirkungssphäre ist dann dämmerig und nicht so direkt.
In Bezug zur Prognose kann es übrigens auch hilfreich sein, stets nach geballten Transiten Ausschau zu halten, wenn also mehrere Transite in einem einzigen Jahr zusammen kommen (gewöhnlich dauern und wirken die Transite der Langsamläufer so lange und gewöhnlich sind sie es, die die stärksten Veränderungen, Ereignisse oder Stimmungen ins Leben des Horoskopeigners bringen).
Zum Beispiel Uranus in Opposition zum
Radix-Pluto, Saturn
läuft
über den IC,
Neptun macht ein Quadrat zum Radix-Mond und Mars wird rückläufig über
der Venus, oder
pendelt über der Radix Sonne hin und her, usw..
Vielleicht
macht Chiron dann noch
etwas, etwa an einer Hauptachse. Mit
solchen Konstellationen wird sicher irgendeine besondere Erfahrung
einher gehen, vielleicht wird sich irgendetwas ereignen
-
manchmal muss das
nichts schlechtes sein, es kann sich etwa im Umfeld abspielen, von dem
man aber beeinflusst wird, oder ein Jobwechsel wird möglich oder nötig;
- oder es
passiert auch schon mal gar nichts, oder man merkt es nicht (ist sich
nicht darüber bewusst). Wie dem auch sei: Positive wie
negative Erfahrungen
(Druck) bringen
die Möglichkeit, zu wachsen. Was ungefähr passiert ist schwer zu sagen,
besonders wenn man den Horoskopeigner nicht kennt. Welche
Bedeutung hat das 7. Haus für ihn, und was kann ein Pluto Transit auf
der 7. Hausspitze deshalb bedeuten?
Um
ein Gespür dafür zu kriegen, muss man jede Menge solcher Horoskope vor
Augen bekommen, und es lohnt, in der Vergangenheit nach solchen
Konstellationen zu suchen. Zum Beispiel bei seinem eigenen
Radix.
Oft stellt man fest, dass die Erwartung, was mit einer Konstellation gegeben sein müsste, durch die Realität der Erfahrung nicht gedeckt wird. Das gilt auch umgekehrt: Nicht immer wird man als Hintergrund einer Realität solche Konstellationen vorfinden, die man dafür vermutet hätte. Aus den Beispielen kann man lernen, dazu immer mehr ein Auge oder Gespür zu erhalten.
Eine solche "geballte Ladung" an Transit- Konstellationen kann man in der Vergangenheit bei sich und Freunden suchen - und vielleicht sind Freunde sogar dabei hilfreich, ihre Vergangenheit in biographischer Hinsicht zu berichten (hinsichtlich der wichtigsten Themen in einem Jahr). Dabei sollte man bedenken, dass sich die Freunde eventuell über die Bedeutung dieser Zeit täuschen, oder nicht ehrlich sind, oder sie die Bedeutung jener Zeit anders wahrnehmen, als es gut für sie wäre - man tut das auch selbst als Astrologe, eigentllich jeder Mensch ! Die Transite können zeigen, was wirklich für ein Thema angesprochen war.
Warum 3 Grad Orbis? Meine Erfahrung ist es, dass es fast immer
auf
einen 3° Orbis hinaus läuft, dass etwas deutliches geschieht. Aber es
gibt manchmal noch aufflackernde
Momente, die bei 4° Orbis separativ
erscheinen.
Ein Thema kann aber schon aufbranden (spürbar werden), wenn der Planet
(ein Langsamläufer) 10 Grad applikativ vor einem anderen wichtigen
Planeten steht.
"Sehen"
tue ich zB etwas energetisches, die Häuser sind von den Energien der
Planeten aufgeladen. Aspekte zwischen Planeten verursachen
eine
Art Kombination, bei der die Energien sich in die Quere kommen, und
zwar oft in grundsätzlicher Art, egal ob die Planeten ähnlicher Natur
sind. Ich sehe
zum Beipiel helles, oder dunkles, was in den
Planeten
liegt, manche Planeten sind versteckt, verwurzelt, ins Dunkle verwoben,
mit Gefühlen verstrickt, kommen nicht aus sich heraus,
und andere drängen sich empor, wieder andere vermitteln den Eindruck
von Energiegeladenheit, die sie ins Haus bringen oder zu einem
Planeten bringen.
Einige Planeten sind dann beschreibbar als eigenwillig,
verdichtet und gefangen,
egozentrisch, andere sogar
herausgerückt aus dem Ganzen (Einzelgänger)...
Es haut eher hin, von einem Bild zu reden, als von einer Überlegung oder einer Schlußfolgerung, denn es ist tatsächlich ein "Bild", eine Anschauung von Energien. Daraus ergibt sich das Weitere, indem man zB andere Planeten und Faktoren in dem Zusammenhang mit diesem Faktor untersucht, wie also alles miteinander zusammenhängt und sich beeinflusst.
Wege zur Astrologie sind für jeden offen. Der Laie ist auf die Hilfe der Astrologen und ihrer Aussagen oder Deutungsbücher angewiesen, oder kann zumindest einige grundsätzliche Dinge verstehen. Umso weiter man in die Astrologie selbstständig vordringen will, kommt es auf das Talent an.
Astrologie als Astrologe anzuwenden ist eigentlich immer gebunden an ein besonderes Talent der Intuition, mit der sich die Symbole nicht nur aus zweiter Hand anwenden lassen. Wege zum Verständnis der Astrologie in ihren Wurzeln sind daher mit solchen Faktoren möglich, die für die Intuition ausschlaggebend sind.
Neptun, Uranus, Chiron, und ganz besonders der Asteroid Urania: einer oder mehrere diese Faktoren in möglichst engen Aspekten mit persönlichen Planeten oder Konj. mit Hauptachsen (Orben 3° Sextil, Trigon; Konjunktionen: 5-10° je nach Planet; und Quadrate und Oppositionen sind selten ein Anzeiger für das Talent, es kommt aber vor; ein Quinkunx scheint allgemein die Möglichkeit zum Talent anzuzeigen, egal ob das mundane Quinkunx im Fortschreiten zur Opposition kommt oder zum Trigon).
Die Zeichen
Fische, Krebs, Wassermann, Schütze stehen besonders mit der Intuition
im Bunde. Ebenso wie Betonung von Wasserzeichen und/oder Feuerzeichen.
Zuweilen können auch Skorpion und Stier das Interesse an den verborgenen Gesetzen des Lebens mit sich bringen. Beim Stier ist es die Verwurzelung in die Symbolik, die quasi anstelle des Stofflichen tritt, wie sonst das Stier-Prinzip hauptsächlich ja an festen Dingen gebunden ist (man denkt an materielles oder körperliches). Aber es kann nicht nur die Materie sein, die man in ihrer Fülle oder Verdichtung erfährt, sondern auch das Symbol, das mit Bedeutung gefüllt ist. Mehr als die Waage steht der Stier daher für die Esoterik. Beim Skorpion liegen die Dinge ähnlich, nur ist sein Zugang anders. Man kennt gemalte Bilder von Skorpionen, die eine Form und Kontur im Inneren komplett ausfüllen, so dass die Form kompakt und greifbar, also wahrhaftig ist und nicht in der Konturlosigkeit verloren geht. In Bezug zur Esoterik gehen sie der geheimen Symbolik des Lebens auf den Grund und versuchen die Grenzen des Symbols zu erkennen, um es vom Trugbild zu befreien, und dringen damit zur Wahrheit der Dinge und Ordnungen vor.
Die Inuition mittels des Stierzeichen ist relativ leichter anzuzapfen, als die der Jungfrau oder Steinbock. Das soll nicht nahelegen (!), dass eine Betonung von "ungünstigen" Zeichen das Talent verhindert. Es geht ums ganze Bild. Und ein Steinbock wird dann andere Faktoren prominent haben - durch die Betonung auf das Saturnprinzip in fast egal wecher Weise kann man eine sehr solide Form der Intuition finden, die anderen gegenüber im Vorteil sein kann, weil die Neptunenergien offenbar feiner filtriert werden können, und wo man also einen klaren Kanal zur Intuition für sich klären kann. Mir ist ein sehr talentiertes Medium bekannt, das ein starke Saturnbetonung auf verschiedenen Ebenen aufweist. Das Talent zum Medialen wird in diesem Fall durch einen Uranus in 12 angezeigt und einem Neptun am aufsteigenden Mondknoten.
Venus hat in jedem Fall ein starkes Interesse an den Ordnungen des Lebens und man möchte das Leben in diesen Gesetzen zur Erfüllung helfen. Jupiter in Aspekten auf persönliche Planeten kann einerseits jene Talente schärfen, und andererseits allgemein die Beobachtung schärfen, und sprichwörtlich erweitern um auf übergeordnete Gesetze oder Symbole zu schliessen . Jupiter ist ebenso daran interessiert, das Potential des Menschen zu erfüllen (helfen). Jupiter gilt dann als allgemeiner Verstärker, wenn er in entsprechenden Zeichen oder mit entsprechenden Planeten (mt Aspekten) verbunden ist. Das können auch Quadrate sein, aber weniger die Oppositionen.
Merkur,
Venus, Mond, aber auch die Sonne sind die herausragendsten persönlichen
Faktoren, die mit den intuitiven Planeten verbunden starke Intuition anzeigen können.
Es
kann aber auch schon ein Merkur/Venus Aspekt
genügen, ohne dass Uranus oder Neptun usw. in irgendeiner flüssigen
Weise (förderliche Aspekte) mit ihnen verbunden wären. Gleiches gilt
für Verbindungen zwischen Merkur und Mond. Und der Mond allein genommen
kann schon gut genug stehen, um die astrologische Intuition zu
befördern. Zum Beispiel Mond-Uranus Aspekte oder ein Mond in einem
Wasserhaus. Manchmal ist das siebte Haus besetzt, was nicht nur die
Beraterkonstellation ist, sondern das 7. Haus zeigt , in wie weit oder
in welcher Weise wir uns auch Wissensgebieten gegenüber aufgeschlossen
zeigen.
Sogar ein
Quinkunx kann genügen. Ein Quinkunx zwischen Uranus und Sonne ist bei manchen bekannten Astrologen
der einzige zwingende Aspekt. Das Quinkunx nimmt manchmal den Charakter des Sextils an.
Manchmal gibt es auch einen Spiegelpunkt, der diese Planeten verbindet.
Als
Asteroiden wurde bereits Chiron und Urania als die wichtigsten genannt.
Es kann aber auch Manto (prinzpiell das Thema Hellsicht) das
Talent zur Astrologie stärken. Pythia ist dagegen der
Asteroid , der eher die Kartenleger begleitet , vermutlich weil Pythia
ein Faktor ist, der etwas Übereinstimmendes den Dingen entlockt oder
eine Brücke zwischen den verschiedenen Ebenen der konkreten und der
energetischen Wirklichkeit schlagen kann (vor allem in
Verbindung mit Venus oder Mond entlockt man so offenbar den
Symbolen das entsprechende Bild der Realität; aber es scheinen die
Symbole dafür nur Transportkanal und die eigentliche Tätigkeit Pythias
ist sehr medial, oder fast hellsichtig). Pythia kann aber auch für
einen Astrologen
hilfreich sein, vermutlich als Faktor der die Einschwingung auf den
Horoskopeigner erleichtert.
Psyche verleiht die Ahnung was in anderen vor sich
geht, ist aber nicht unbedingt ausschlaggebend für das eigentliche
Talentan Astrologie. Dahingehend kann Manto viel stärker sein.
Aspekte
für Asteroiden zu den persönlichen Planeten sollte man unter 2°
bemessen, und Konjunktionen sind noch bei etwa 5° deutlich, für die
Sonne gelegentlich etwas mehr).
Man hat schliesslich, wenn man gar nichts von diesen "Talentanzeigern" prominent stehen hat, immer noch den Mond, oder Wasserhäuser oder das 11. Haus, die dieses Talent mit sich bringen können. Dafür könnte der Mond zB allein schon in Fische stehend genügen.
Mein Tip: Wenn man ein Astrologie-Buch liest oder Texte zur Astrologie, sollte man stets die Aussagen zu einer Konstellation nicht einfach so durch lesen, in der Erwartung, es dadurch verstehen zu können, als ob man Weisheit mit Löffeln essen könnte, sondern stets die Konstellation bildlich vor Augen haben, um so die Worte auf diese Konstellation, das Prinzip (Planet, Haus, Aspekt usw.) und ihr Wirken in gewisser Weise zurück zu übersetzen, um das Gemeinte zu erfassen. Man darf den Worten nicht trauen. Natürlich bedienen sie Informationen, aber wie weit kommen die Worte?
Wie mache ich es zum Beispiel? Ich lese die Konstellation, und
im Grunde ist es so,
als würde ich mich als jemand begreifen, der nicht wissend werden
will,
sondern etwas verstehen will.
Und das geht nur,
indem ich selbst
mitdenke, und das wiederum geht nur, indem ich aus meinen Grundlagen
heraus die Konstellationen vor meinem inneren Auge halte und das
Gelesene genau daran aufbaue. Ich vertraue daher nicht den Worten
allein, sondern ziele auf das, was sie beschreiben wollen. Damit
vermeide ich auch, dass man über manche Unschärfe stolpert, die einem
Autor immer wieder mal unterlaufen kann.
Was ich meine, ist also nicht jenes
Vorgehen, dass man auf dem Gelesenen aufbaut, sondern dass man in sich
etwas hat, worauf man aufbaut.
In dieser Weise muss man sich oft am Anfang Unwissenheit eingestehen, aber es hat den Vorteil, dass man keine starren Denkmuster bildet, sondern richtiggehend mit den eigenen Kapazitäten geht. Später erweitert sich, was man in sich als wirkliches Wissen hat, und kann immer mehr Informationen destillieren aus dem, was man von anderen Autoren liest.
Es ist auch sinnvoll, ein gelesenes Buch nach einiger Zeit nochmals zu durchblättern, weil man zwischenzeitlich Erfahrungen gesammelt hat und mehr verstehen und einordnen wird.
Koch und Placidus Unterschiede sind in der
Transitwirkung zu erkennen, oder wenn manche Planeten bei Koch im
Vergleich zu Placidus in anderen Häusern stehen .
Koch scheint die innere Ausgangslage eines Individuums verstärkt in den
Fokus zu rücken, seine Lebensmitte zu suchen.
Die Kochhäuser beinhalten meist die
Lebensweise und den Lebensbereich, der
später im
Leben ausschlaggebender
werden kann. Vielleicht haben wir dann die Stürme des Lebens (die
Stürme der Placidus-Häuser und Placidus-Planeten) weit genug erlebt,
dass wir mehr zu dem kommen, was aus uns selbst heraus geboren werden
möchte.
Placidus zeigt oft, wo wir noch "an einem Planetenprinzip
arbeiten"
müssen, also uns auseinandersetzen müssen, um diese Probleme,
die das Leben stellt, algemein zu meistern.
Die
Positionen in Kochhäusern können sich von denen im Placidus
unterscheiden. Ein Planet kann bei Placidus im 8. Haus stehen
und
bei Koch im 7. Haus.
Das
kann auch derart sein, dass ein Planet bei Koch knapp vor der
nächsten Hausspitze steht und bei Koch damit mehr ins nächste
Haus gerät. Die Endbereiche der Kochhäuser haben einen
grösseren Orbis, um ins nächste Haus zu tendieren und es
diese Zone, die ins nächste Haus tendiert, nimmt ungefähr 1/3
der Hausgröße ein. Bei Placidus ist diese Zone, die ins
nächste Haus tendiert bei Zwischenhäuserspitzen ca. 3°
gross, vor Hauptachsen nicht wesentlich größer als 3°.
Selbst
1 ° vor einer Eckhausspitze erst recht bei normalen Häusern, wird der
Planet das meiste und vordergründigste in dem "alten" Haus ausdrücken.
Der Bereich, ab dem die Hausspitze klar und deutlich wird, ist vom
Orbis her sehr klein, etwa 0.4°.
Placidus zeigt mehr die Ebene unserer Auseinandersetzung mit dem
Schicksal und dessen herrschenden Brandungszonen (besonders deutlich
durch Placidushausspitzen). Hier konkretisieren sich die Erfahrungen,
der Dualität ausgesetzt zu sein. Wir finden mit den
Placidus-Hausspitzen unsere beste, weil leicht flüssige Weise, den
Anforderungen zu begegnen, die die Kräfte auf unser Leben
ausüben. Es ist, als würde diese Ebene der Auseinandersetzung
gewährleisten, dass wir im Leben stehen, um dadurch evtl.
anders in den Häusern stehende Kochplaneten ausdrücken zu
können.
Eingeschlossene Planeten sehe ich immer etwas stärker bei Placidus ausgeprägt, bzw. sie fallen dort sehr viel mehr auf, als wie bei Koch - denn das Koch System hat die Verwurzelung - sowie eine gewisse Tendenz des Bezugs auf das Selbst - bereits als Deutungsperspektive vorgegeben und Placidus bildet so gesehen einen grösseren Kontrast zu eingeschlossenen Planeten.
Dennoch spielen die eingeschlossenen Planeten natürlich auch im Kochsystem eine grosse Rolle. Die Bedeutung der eingeschlossenen Planeten ist in beiden Haussystemen dieselbe. Es ist ja die Deutungsperspektive jeweils anders, damit auch die wahrgenommene Deutlichkeit auf mögliche eingeschlossene Planeten, je nach Haus.
Eingeschlossene Planeten weisen immer
einen
stärkeren
Selbstbezug auf, und die Bezugnahme auf die Welt und äußeren Umständen
fällt mit diesen Planeten nicht immer leicht. Man verliert leicht aus
den Augen, wie man in der Welt wirkend tätig ist, und wie gewisse
Probleme des Handelns damit zusammenhängen können. Typischerweise kann
man es beschreiben als: "man will etwas sagen, und kriegt es nicht
ausgedrückt".
Bei nicht
eingeschlossenen Planeten, fällt die Beobachtung und Zielsetzung des
eigenen Handelns, also wie das Handeln nach aussen
wirkt, leichter.
Eingeschlossene Planeten verstärken im Grunde jene Eigenschaft, sich
selbst treu zu bleiben.
Placidus:
Die Wirkung eines Planeten bis zu ca. 0.4° vor
der Hausspitze bei Placidus ist nicht so beschaffen, dass man schon
komplett und isoliert das nächste Haus betrachten könnte. Das
nächste Haus gilt es in einem solchen Fall eher aus Sicht des
vorherigen zu deuten - das heisst ein Planet, der im vierten Haus
2° vor der nächsten 5. Hausspitze steht, wird hauptsächlich
vierte Haus Belange zeigen, aber bereits in einer gewissen
Art
die Bedeutung des nächsten 5. Haus darüber gelegt haben. Die
Landschaft ändert sich, bleibt aber noch wesentlich für das
vierte Haus. Künstlerischer Ausdruck, Umgang mit Kindern oder
Hobbies werden dann noch dem unbewussten Aspekt des vierten Haus
unterliegen, zB in der Art, dass man stark aus seinen Emotionen heraus
Kunst
macht, oder dass die Emotionen und das Unbewusste dabei eine Rolle
spielen, oder dass der Inbegriff des Familiären bei der
Beschäftigung mit Kindern wichtig bleibt. Der Ausgangspunkt ist
dabei das vierte Haus, nicht das 5. Haus. Das fünfte Haus ist nur, wo
es hinzielt.
Ein nächstes Haus
kann
bei Placidus jedoch auf anderer Ebene berührt werden . Eben durch die
zyklische Hinarbeit jedes Hauses auf das nächste. Es ist dann
aber
nur eine zusätzliche Ebene, die sich über die Ebene des vorherigen
Hauses legt und nicht das Wesen des Grundes des Planeten berührt.
Das Ziel und die Wesensart des 5. Hauses rückt im obigen Beispiel umso
mehr ins
Bewusstseins, je mehr der Planet im letzten Drittel des Placidus Hauses
steht. Aber die Funktion und das akute Schicksal des Planeten werden im
faktischen Hausstand definiert, d.h. bis kanpp 3° vor einer Hausspitze
zählt allein das entsprechende Haus, ohne das nächste Haus zur
Bestimmung
des Ortes des Planeten ausschlaggebend zu machen.
Stünde
der Planet exakt auf der 5. Hausspitze oder dahinter aber
eben deutlich im 5.
Haus,
bekäme der künstlerische Ausdruck oder der Umgang mit Kindern
einen "eigeneren", allein dem 5. Haus zugehörigen Stil. Noch mehr
stünde dann das Kind oder das Beschäftigen mit dem
Kunstwerk im Vordergrund, und kein Zweck oder Abhängigkeit
verbunden mit dem 4. Haus.
Der
Sog ins nächste Haus gilt
vor allem bei Koch, aber sehr viel geringer und ganz
anders
zu
betrachten ist es bei
Placidus, wo man im End-Bereich auch nicht so sehr von Dämmerung
sprechen kann,
sondern von einer hintergründigen Verzweigung beider Häuser infolge des
zyklischen Ablaufs der Häuser.
Wenn man einmal die "Dämmerzone " bei Koch entdeckte, wird
man
finden, dass Placidus eine im Charakter ganz andere Dämmerzone besitzt.
Und dass jene ca. 3° vor einer Hausspitze wiederum
etwas
anderes bedeuten. Dass es sich um verschiedene Ebenen handelt.
Ab 3° findet der konkrete Übergang der
scharfen Placidushausspitzen statt, aber das nächste Haus wird erst
wirklich deutlich ab etwa 0.4°. Bei Koch ist der Übergang
weicher, bzw. länger gestreckt.
Koch:
Der Sog ins nächste Haus hat mit
der Übergangszone eines
Koch Hauses
ins nächste Haus zu tun.
In der Entwicklungszyklik der Häuser bereitet
der Endbereich (bzw. Übergangszone) eines Hauses ins
nächste
Haus vor.
Das gilt bei Placidus sehr viel
hintergründiger. Da man bei Koch immer schon etwas mehr in den
Hintergrund des Wesens blickt, in seine Mitte, ist daher der Endbereich
bei Koch auch
deutlicher ausgeprägt in seinem Hinarbeiten auf das nächste Haus: es
gibt einen deutlichen Sog bei Koch.
Diese
Übergangszone
eines Hauses (Endzone) entspricht der Zone nach
dem Talpunkt, die auch Stresszone genannt wird (bei der
API-/Huberschule). Umso weiter ein Planet vom Talpunkt entfernt und in
Richtung der nächsten Hausspitze steht, desto stärker wird die Belastung
des Planeten, da er gewissermaßen zwei Häusern dient.
Bei
der Huberschule wird ein Haus mittels des goldenen
Schnittes in
drei massgebliche Zonen unterteilt:
In einen
kardinalen Bereich
(Bereich der Hausspitze), einen fixen Bereich
(die Mitte der Häuser, eingeleitet durch den sogenannten Invertpunkt)
und einen veränderlichen Bereich (Ende der Häuser, eingeleitet durch
den Talpunkt).
Man kann diese Berechnungen natürlich ebenso auch auf Placidus Häuser anwenden. Die Grundbedeutung der Zonen und Punkte ist dieselbe (aber die Bedeutung des jeweiligen Haussystems ist freilich anders bei Koch im Vergleich zu Placidus).
Die Berechnung sieht so aus, dass man die Hausgröße durch 0,618 multipliziert, was ein Ergebnis kleiner als die Hausgröße ergibt. Dieser errechnete Punkt stellt schon den Talpunkt (Wasserpunkt) dar, also den zweiten Schnittpunkt des Hauses. Von der Hausgröße zieht man diesen Wert ab (also zB 30°-18°32'=11°28') und erhält den Invertpunkt (Luftpunkt).
Eine andere Methode der Unterteilung
eines
Hauses ist mit Hilfe einer Vierteilung
gegeben, die sich ebenso aus demselben goldenen Schnitt ergibt: dabei
wird die Hausspitze mit dem Element Feuer identifiziert, der
Invertpunkt der Huberschule entspricht dem Element Luft und der
Talpunkt entspricht dem Element Wasser; nur der Bereich hinter dem
Talpunkt wird nicht wie in der Huberschule Stressbereich genannt,
sondern als Erdzone eines Hauses bezeichnet. Nach Frank Felber
handelt
es sich bei den goldenen Schnittpunkten Feuer, Luft und Wasser um
besondere Punkte, die sogar einen Orbis für ihre
deutlichste
Wirkung aufweisen (siehe Grafik unten am Beispiel des 2. Hauses):
2° für den Feuerpunkt
(rot)
und je 1.5° für den Luftpunkt (gelb) und den Wasserpunkt
(blau).

Umso näher ein Planet einer dieser Punkte kommt, desto mehr verändert sich die Ausprägung hinsichtlich dieser besonderen Punkte, und es ist natürlich auch wichtig, ob der Planet innerhalb der ersten Zone, der zweiten oder der dritten Zone steht, während er einem dieser Punkte nahe steht.
Die Planeten in den Häusern drücken sich durch ihren jeweiligen Stand in einer Hauszone unterschiedlich beim Geborenen aus.
Meinem Empfinden nach sind die Zwischenbereiche - also der Bereich zwischen Feuer und Luft, zwischen Luft und Wasser - nicht sehr symmetrische Übergänge. Der Bezug auf den nächsten Punkt ist (vermutlich bedingt durch die Fliessrichtung der Energien) immer stärker. So dass also ein Planet, der genau in der Mitte des Luft- und Wasserpunktes stünde, dadurch eben nicht das Gemeinsame aus den analogischen Qualitäten von Luft und Wasser herauszieht, sondern schon weitaus mehr dem Wasserpunkt verpflichtet ist.
Ein solcher Planet, der genau in der Mitte eines Hauses steht, also zwischen Luftpunkt und Wasserpunkt, ist aufgrund der Häuserstuktur (das befindet sich auf einer anderen Ebene als jene Punkte) stark nach innen gewendet, und die Auseinandersetzung gleicht dem Verarbeiten von Informationen hinsichtlich der eigenen Selbstverwirklichung, man zieht Bilanz.
Um diese Planeten kurz nach der Mitte eines Hauses nach aussen in der Welt zu verwirklichen, benötigt man oft eine Art Brücke zu den Lebensumständen oder äußeren Situationen hin, man muss sich den Lebensbereich des betreffenden Hauses in gewisser Weise nahe heran holen, um durch die Nähe zur Auseinandersetzung zu kommen, und die übertriebene Sicht auf das eigene Ich zu überwinden, was geschehen kann, wenn man die äußeren Reize als Möglichkeit nimmt, sich selbst besser kennen zu lernen. Manche Planeten bedingen dieser Auseinandersetzung mit der Welt sehr stark, gerade dann, wenn sie in der Mitte eines Eckhauses stehen und sie im Grunde aktive Planeten sind. Man hat mit diesen Planeten eine Treue zu sich selbst und gibt gewöhnlich etwas mehr auf den Selbstwert, man bewertet die Erfahrungen, die man macht, oft mit der Frage: Was haben diese Erfahrungen mit mir selbst zu tun? Und gerade um eine gute Antwort zu bekommen, muss man die Verhaftung, vieles nämlich für selbstverständlich zu halten, überwinden, durch erweiterte Bezugnahmen zu einem Außen, ds einem oft allerdings idealistisch erscheint, durch die Brille der eigenen Wahrnehmung.
Ein Planet an der Hausspitze, also knapp vor, auf oder knapp hinter der Spitze, hat eine stark extrovertierte Orientierung, es drängt den Planeten ins Leben hinein.
Ein Planet vor
einer Hausspitze wirkt
ähnlich, nur wird gerade dieser Planet noch mehr Aufgaben
erledigen
müssen, je mehr, desto weiter er von der Hausspitze entfernt steht,
aber noch im letzten Drittel des vorherigen Hauses. Ein Teil der
Energie des Planeten geht nicht mehr in die Persönlichkeit
als Überzeugung und als expansiver Impuls (wie es bei einem
Planeten an
der Hausspitze der Fall ist), sondern diese Energie wird nun anders
eingesetzt: Erzwungenermaßen wird durch den knappen Endbereich eines
Hauses der
Planet und seine Stellung als besondere Aufgabe erlebt, was solche
Planeten gewöhnlich immer etwas schwieriger für den Geborenen
machen; -
dafür aber kann umso mehr Leistung möglich werden: Der Horoskopeigner
empfindet gewisse Dinge, die der Planet an ihn heran trägt, als
erweiterungs- oder wandlungsbedürftig.
Man könnte fast
sagen, die
zu
erledigenden Aufgaben resultieren aus den gegebenen Möglichkeiten des
alten Hauses, und müssen aber für das nächste Haus überarbeitet und
neue Wege der Entfaltung und Manifestierung gefunden werden.
Das
wird nicht immer vom Horoskopeigner geleistet, und die Folge kann ein
Beharren auf gewisse veraltete nicht mehr nützliche Einstellungen sein,
da ein Mangel an Erkenntnisarbeit vorliegt. Man kommt dann nicht von
der Stelle.
Der Bereich, wo dieser Sog ins nächste Koch Haus wirklich überaus deutlich wird, ist meines Ermessens nach nicht direkt nach dem Talpunkt (bzw. Wasserpunkt), sondern zur Hälfte des Weges vom Talpunkt bis zur nächsten Hausspitze.
Im Grunde wird jeder Planet, egal in welcher Zone er steht, immer dieselbe Energie für den Horoskopeigner zur Verfügung stellen, sie wirkt sich nur anders aus, und findet verschiedene Wege in oder aus der Persönlichkeit heraus. Wirkt sie in die Welt, bedeutet das vor allem eine Herausforderung sich den Taten zu stellen und anzuschauen, die man selbst bewirkt und beeinflusst. Wirkt ein Planet in die Persönlichkeit hinein, bedeutet das vor allem, sich zu vergegenwärtigen, wie dieser Planet Strukturen der eigenen Psychologie bedingt.
Die Stellung, die der Geborene als sehr fliessend und leicht erlebt, ist die Stellung kurz vor dem Invertpunkt bzw. am Luftpunkt eines Hauses. Man könnte aber meinen, dass diese Stellung ähnlich einem Trigon oder Sextil den Menschen auch zum Teil eine gewisse Selbstverständlichkeit eingeben können, und er sich folglich nicht der Notwendigkeit ausgesetzt sieht, irgendwelche besonderen Ziele zu verwirklichen oder die eigenen Kräfte auszurichten, sondern gerade das tut, was ihm am leichtesten ist.
Empfehlungen für das Bücherregal:
Weiteres über Astrologiebücher:
Ich möchte empfehlen, hin und wieder einfach mal ein Buch zu kaufen, für das es kein zwingendes Interesse zu geben scheint. Natürlich sollte das Thema oder der Autor allgemein einen selbst interessieren.Sonne und Mond sind die wichtigsten Faktoren eines Radix.
Wann immer von Sternen im esoterischen Sinne gesprochen wird, kann man annehmen, dass einfach von einem kosmischen Bereich gesprochen wird, in dem die Sternenkraft als Macht bezeichnet ist. Die Sonne ist für uns naheliegendster Repräsantant dieser Schöpfermacht. Einer Macht, aus der wir hervorgehen und aus denen letztendlich - symbolisch betrachtet - alles hervorzugehen scheint und von der alles Leben abhängt.
In dieser Macht enthalten ist eine evolutive Schöpfungskraft
oder bezogen auf den Menschen: eine
natürliche Lebensabsicht , und erst die Schöpferkraft zeigt
die
Befriedigung des Anliegens der Sonne.
Das meint nichts anderes, als die
Umsetzung unserer Energien in die Lebenswirklichkeit, in unser gelebtes
und gestaltetes Leben hinein.
Hervorzuheben unter den spärlichen Angebot an Mondbüchern ist: Der Mond - das innere Kind . Hamanns Buch empfinde ich als ein Muss!
Neben Hamanns Mondbuch ist durchaus auch Roschers Mondbuch
hervorzuheben, das eine gute Ergänzung
zu dem insgesamt noch besseren Mondbuch von Brigitte Hamann ist.
Bei
Roscher fehlt einem jedoch das Angebot an Verwirklichungsarten und
bietet fast
durchweg keine wirklichen Lösungswege , die man in einer wirklich
bewusst zu nennenden Lebensführung entdeckt oder bei
Ergründung
der essentiellen Seite der Energien entdecken will. Die
Betonung bei Roscher liegt auf dem Bereich der oberflächlichen
Möglichkeiten,
die das Leben bereits empirisch zeigt. Immerhin bietet das Mondbuch
eine
vertiefende Lektüre, quasi anhand von Fallbeispielen. Man entdeckt
immer wieder Ähnlichkeiten, mit den Mondständen eines Menschen, dessen
Horoskop man untersucht. Doch sollten die Aussagen nicht immer auf eine
entsprechende Mondstellung bezogen werden, die man bei jemanden
untersucht, als wäre es Schicksal, dass sich die Energien so zeigen
müssen. Man kann aber wunderbar sein Wissen in die Astrologie
vertiefen, indem man die Mondbeschreibungen von Roscher in der Praxis
wiederfindet, zumindest wenn man den Versuch unternimmt, auf das
Prinzipielle zu kommen. Wofür Hamanns Buch sehr viel besser geeignet
ist.
Zur die "Heilkraft der Sterne".
Einige
Anmerkungen: Chiron als Herrscher über den Schützen entspricht
nicht meiner Einschätzung, aber was Lawson dazu geschrieben hat,
offenbart durchaus einen Aspekt Chirons, der im Schützen aufgeht.
Meiner Meinung nach offenbaren die Asteroiden sowieso keine kohärente
und eindeutige Zeichenherrschaft.
Man stärkt seine Mitte, Indem
man das Sonnenzeichen im Bereich der Kreativität und Leidenschaft
einbringt (Feuer), sich in der Welt von Beruf und materiellen Erfolg,
auf der Ebene von Intellekt und höheren Zielen (Luft) oder in der Welt
von Liebe, Emotion und Intuition (Wasser) bewegt.
Neue Planeten erforschen
Um
neue Planeten zu
erforschen geht man am besten konkret zur Untersuchung
dieses Planeten im Radix über. Man untersucht, wie er in Aspekten wirkt
oder an einer Hauptachse, im Transit usw.. Bei Aspekten muss
man
die beteiligte Planeten unterscheiden und die Aspektartz
berücksichtigen.
Meiner Meinung nach ist das der beste Weg. Man
kann Annahmen bilden, sollte sie aber dann im Radix prüfen und nicht
sollte man die Bedeutung "vergewaltigen", erzwingen. So dass man im
Radix nur die Suche nach der Idee Chiron fortsetzt. Man braucht keine
Idee, wenn man der Essenz nahe genug gekommen ist.
Es
gibt viele Bücher zB zu Chiron, aber viele kommen nicht an die Essenz
heran, halten sich schwerpunktmässig in nicht den bedeutendsten
Facetten auf. Sogar ich selbst habe in meinem Chiron Artikel
den Eindruck (Stand: 2011), dass ich noch nicht das
Essentielle
getroffen habe. Ich meine dabei die wesentliche Funktion des Planeten,
Entsprechungen und Verwirklichunsbeispiele finden sich leicht.
Dass
das Essentielle gerade von Chiron oder Pholus schwer zu fassen ist, das
ist natürlich, weil uns kollektiv die gereifte und
verdichtete Erfahrung über die Bedeutung dieser Faktoren fehlt. Wir
kennen
erst einige Facetten, so ähnlich wie bei Pluto. Die volle Spannbreite
von Entsprechungen mögen wir gefunden haben, aber die wesentliche
Essenz, die das alles erklärt, ist der spannende Punkt.
Wie kann ich aber
behaupten, ohne die Essenz von Chiron wirklich zu kennen, dass
sie generell
noch nicht getroffen ist? Es ist ein Gefühl, ein Gespür, das mir bei
den überlieferten Deutungen überfällt. Van Slooten äusserte sich
beizeiten mal ähnlich.
Zu den unbekannten
Planeten gehört zB Chiron, Pholus , alle Asteroiden, oder noch Pluto,
der auch vielen nicht geheuer ist (und dass man nur vorzugsweise zu den
negativen Eigenschaften kommt ist ein Zeichen, dass der Planet
in
der vollen Spannbreite noch nicht bekannt ist!). Neue Planeten können
schlecht in ihrer Essenz gefangen werden, wenn man zB Vergleiche mit
der Umlaufbahn anstellt und Chiron mittels Saturn und Uranus greifen
will, oder Pholus mit einem Gewusel von Saturn, Uranus und Neptun. Das
sind nur Facetten und werden es immer nur bleiben. Zur Probe: Wie
sollte man das wahre Wesen der Venus erfassen, wenn man sie in Bezug
zur Umlaufnähe der Sonne und in Bezug zu den benachbarten
Planeten Merkur und Mond stellt? Erst wenn das Wesen eines Planeten
bekannt ist, erklärt sich deren Einbettung in eine Umlaufbahn! Wenig
Erfolg hat es anscheinend auch, wenn man zu sehr in die Mythologie
kommt. Es zeigt sich immer wieder wichtiges in der Mythologie, aber sie
ist reichhaltig, interpretationslastig und der Planet bleibt immer noch
ein Ding für sich.
Weitere
Gedanken, die nicht als Weisheit letzter Schluß gelten wollen, sondern
als Stadium meiner gegenwärtigen Verständnisse...:
Was bei Pluto immer wieder
zu beobachten ist, dass er von uns Wandlung verlangt. Er ist wie ein
Magnet oder magisches Füllhorn, in das alles zu geraten scheint, was
nicht die Zeit überdauern kann. Andererseits ermöglicht er durch seine
geheime oder magische Kraft einen enormen Antrieb, den man zur
Wandlung nutzen kann.
Pluto
kündet von Bedeutung, aber anders als der Mond hat er sie noch nicht
griffbereit und führt nicht direkt zu der Bedeutung, die etwas haben
soll - weswegen Mond und Pluto ungleiche Planeten sind, obwohl
sie
jeweils sehr viel mit der Bedeutung einer Sache, mit dem Bedürfnis, und
mit Emotionen zu tun haben.
Auch andere Beschreibungen der Prinzipien als die obigen
können eine tiefere Ebene anzeigen.
Eine andere Beschreibung grundlegender Eigenschaften der Planeten:
Mars - in einen bestimmten Bereich viel persönliche Energie
einsetzen. Man schaut zu dem Punkt, wo jemand besonders hervorgeht als
Initiator, Einflussnehmer, Geber, Täter oder Bewirkender. Oder wo er in
Bezug zu diesen Dingen und Tätigkeiten Probleme für sich oder andere
aufstellt.
Wie
Mars wirkt, kann man auf ein Radix angewendet auch bei einem Transit
oder noch besser einem Solar nachvollziehen. Bei einem Geburtshoroskop
steht der Mars seit Anfang der Geburt und hat eine besondere Wirkung
auf unsere Lebensart. Daher ist diese Geburtsposition des Mars immer am
dichtesten verwirklicht, kennt Bezüge auf viele Ebenen des Lebens, und
steht vor allen anderen Techniken. Eine Planetenenergie zu isolieren
könnte allerdings schwer fallen, weil die Persönlichkeiten aus mehreren
Schichten aufgebaut ist. Daher bietet sich immer wieder ein Blick auf
die aktuelle, meist sehr begrenzte Wirkung des Mars zu werfen, diese
aber zu unterscheiden von der vielschichtigeren Wirkung des Mars im
Geburtsradix. Solare, Lunare, Transite sind nur Ausschnitte und zeigen
mehr aktuelle Themen.
Das Radix ist grundsätzlich, und enthält unsere ganze Wesensart,
Mentalität, und das, was für uns wichtig ist, wo unser Blick, unsere
Energie oder das Interesse hingeht.
Je nach Planet kann man verschiedene psychologische
Funktionen differenzieren. Der Blick auf die Dinge mag verschieden
sein, und damit das Werten, je nachdem ob Jupiter, Venus oder
die Sonne dahinter stehen, oder Merkur mag unser Interesse und Vernunft
oder Logik oder Kalkül leiten, ein
Geschmack kann von der Ästhetik der Venus oder dem ethischen Empfinden
Jupiters abhängen.
Beim ethischen Empfinden von Jupiter geht es um den Blick auf Werte,
die man zum Allgemeinen projiziert. Es ist die typisch schützenhafte
Mentalität, dabei nicht von einer verbindlichen allgemeinen Norm
auszugehen, sondern die Verbindlichkeit in der umfassenderen
Größenordnung des Lebens zu finden und sich davon leiten zu
lassen
. Jupiter zeigt uns, dass wir Menschen mit Potentialien sind.
Sowas wie einer Ahnung, einem Griff zu etwas, was man als übergeordnet
empfindet. Der Mensch ist eine Idee, die werden kann. Krebs, Mond,
Jupiter, Schütze, Sonne, Löwe zeigen auf ihre Art am
deutlichsten das Leben wie es ist und sein soll, in
eigenen
Gestzen - denn es ist individuell und darin zeigt sich die
Erfüllung. Eine wässrige Empfindungsqualität der
Jovialität, die bei Jupiter
entsteht, wird durch die wässrige Komponente des Jupiters
verdeutlicht.
Jupiter herrscht in Schütze, und ist bemerkenswerter Weise im
Wasserzeichen Krebs
erhöht. Krebs, Mond und Wasser befinden sich dabei in ein und
demselben Zusammenhang und das Zeichen Krebs steht wie nichts anderes
von den 12 Zeichen für das Wasser.
Jupiter, der in einem Feuerzeichen herrscht, steht also in dem Zeichen
erhöht, das von allen
Wasserzeichen die vollständigste Ausprägung des
Wasserelementes bedeutet. Weiterhin herrscht Jupiter als Zweitherrscher
auch in Fische (dem labilen Wasserzeichen; wenn wir Fische mit Skorpion
vergleichen würden, käme heraus, dass Skorpion nicht die nächsthöhere
Rangfolge wässriger Qualitäten nach Krebs bedeutet, weil es merkwürdig
anmutet, dass der Mond als Inbegriff des Wassers hier im Fall steht .
Im Stier - dem Zeichen der Erhöhung des Mondes und gegenüber
Skorpion
- erinnert uns das Zeichen Stier allerdings an die Erde, und
damit an etwas festes, starres.
Stoffliches ist greifbares, hat man, und es wirkt sich im Wesen
für den Stier als Inhalt aus, der ihn erfüllt (daher auch das 2.
Haus als Haus der Talente, weil sie einen Inhalt bedeuten, auf den man
quasi stofflich zurückgreifen kann, weil es verdichtet genug ist um
Form anzunehmen; und auch die Ergründung von Symbolik ist ein typisches
Talent des Stiers).
Wir kämen zunächst nicht auf den Gedanken, dass der bewegliche Mond in einem Erdzeichen noch am
stärksten steht von allen anderen Zeichen (ausgenommen Krebs).
Für
einen wässrigen Planeten - so vielleicht der
Gedanke -, müsste er da nicht in einem Wasserzeichen stärker
stehen als
in einem Erdzeichen? Er müsste also im Fische/Neptun, nicht in
Stier
erhöht sein. Tatsächlich erklärt sich mit dem Fassbaren des Stiers der
Erfüllungscharakter des Mondes, und es geht dem Mond um die Erfahrung
von etwas, das ist. Im Fische würde sich dieses Etwas zu schnell
auflösen, weil das Fische Zeichen nach Transzendenz strebt, und vor
allem Auflösung des Subjektiven, weil man sich dem Ungewissen
überlässt. Immerhin findet der Mond im Fische auch kein schädliches
Zeichen, da ihm das Zeitlose in anderer Hinsicht auch gut bekommt (man
denke nur an den Schrecken des Mondes im Skorpion oder Steinbock, an
die Vergänglichkeit und an das Andauern von Zeit erinnert zu
werden).
Das
Krebszeichen wird verständlich als Grund und Boden des Mondes, weil er
hier gebiert, was (seine) Seele verlangt. Und im Stier findet er
gewissermaßen die Erfüllung des Seelischen, in einem Ruhepunkt der
sinnhaften Ewigkeit, die aber anders als im Skorpion oder Steinbock
nicht von irdischen Dingen, sondern eher körperlichen Dingen kündet,
die der Seele und dem Wesen angehören. Jedenfalls so ungefähr könnte
man diese Zusammenhänge erklären, wobei diese Erklärungen allerdings
abgeleitet sind vom Umstand, dass wir wissen, dass der Mond im Krebs am
stärksten mit seiner Wirkung übereinstimmt, und immer noch stark
übereinstimmt mit Stier. Dann sucht man nach möglichen und
naheliegenden Schlussfolgerungen...
Ich wusste vor Jahren noch nicht richtig zu
verstehen, dass die klassischen Erhöhungen und Elementebezüge
nicht
unbedingt eine Rolle spielen, um die Herrscherbezüglichkeit zu
regeln - obwohl es viele Hinweise dafür gibt .
Ich stellte mir aber ein Bild vor, wo die Energien fließen, und
ihr Wirken
durch die Art und Weise beeinflusst wird, wie diese Energien
fließen
können (nämlich durch zwangsläufige Kombination mit
einem der zwölf Zeichen). Wenn
ein Planet in einem guten, d.h. begünstigten Fluß seiner
Energien kommen will, weil er
seine Kraft am reinsten ausdrücken kann, findet er dazu einen
Boden,
der ihm gerade am besten dazu ist.
Es ist kurz gesagt nicht unbedingt der Kern, dass man die Stärke
eines
Planeten allein anhand der Elemente, oder Qualitäten beurteilt. Statt
Stärke
spricht man von Würde, und es trifft den Sachverhalt sogar besser. Es
geht um das, was das Zeichen für den Planeten möglich macht, eher um
ein Symbol oder eine Funktion, als um eine Qualität oder Eigenschaft.
Der Begriff "Stärke" deutet an, dass der Planet "stärker" sein
kann, und wir
denken vielleicht an die Quantität oder Masse oder Macht des Wirkens.
Bei Mars ist klar, dass er auch stärker wirkt, wenn er günstigen Boden
hat, aber was ist die Stärke beim Mond? Eigentlich wird der Mond dort
passiver. Und damit findet er eine große Wesensnatur. Er ruht
bestenfalls im Wohlbefinden. Wohlbefinden ist eine Funktion des
Organismus, die aufrecht erhalten werden will und lässt sich als
Instanz der Funktion auf viele Dinge übertragen. Wenn eine Funktion
gestört ist, entsteht mit dem Mond Unbehagen. Funktion ist im vierten
Haus oder 2. seelischen Quadranten eine Funktion des Lebens oder
Gehaltes des Lebens. Der Mond ist nicht primär ein Warner oder Signal
für gestörte Funktionen. Sondern er richtet aus, dass Funktion erhalten
bleibt. Die Funktion erklärt sich mit dem Lebenskern Sonne, es soll
kurz gesagt gelebt werden, wie das Leben es verlangt. Nicht das äussere
Leben, sondern das innere Leben. Krebs und mit ihm der 2. Quadrant ist
ja keine dingliche Sache, sondern eine des Seins. Das Gefühl wird
geboren, nichts greifbares. Wenn wir nach Geburt oder kardinalen
Inszenierungen suchen, denken wir zunächst an ein Ding, etwas
greifbares. Der Krebs und der Mond stehen auch für die rezeptive Seite
des Lebens, das heisst diese Prinzipien ermöglichen es, das Leben in
sich aufzunehmen. Aber die stellen dabei eigene d.h. von innen kommende
Forderungen. Forderungen von aussen wie zB von Saturn decken sich meist
schlecht mit diesem Innenleben.
Das
Gegenteil einer "starken Position", also einer Position in Würde für
den Planeten, ist die Exil oder Fallstellung. Diese macht sich
bemerkbar in der Weise, dass der Planet in seiner eigentlichen
Bedeutung und Funktion eine Infragestellung erfährt und demgemäß im
Aussen und Innen nicht den vollen Rückhalt hat, denn er sonst im
Zeichen bekommen könnte, wenn er in Würde stünde. Das bedeutet in der
Praxis, dass die Lernerfahrungen gewichtiger werden, bis dass der
Planet seine Blüte zeigen kann, oder dass man eine gewisse Last
verspürt, nämlich stets in eine bestimmte Richtung zu kommen,
die
einen die Schwierigkeiten vor Augen führen. Sprichwörtlich
wird
man im Exil oder Fall leichter abgelenkt, um eine Funktion oder Energie
angemessen zu handhaben.
Ein
Planet steht dort gut, wo er das vollbringen kann, was in
seiner Natur liegt. Der Begriff Würde bringt uns direkter zum Umstand,
dass ein Planet in einem Zeichen Bedingungen vorfindet, die zu seiner
Würde sind. Sie werden sich nicht völlig deckungsgleich zeigen, weil
die Elemente, die ein Planet als Boden vorfindet, vielleicht sogar gar
nicht mal für den Planeten das Entscheidende sind. Denn nur so
kann ich mir Stier als Erhöhungszeichen des Mondes erklären.
Im
Krebs steht der Mond so, dass er direkt anleiten kann, und zum Werden
bringen kann, was Funktion des Lebens ist. Im eigentlichen ist auch
Wahrnehmungsfähigkeit eine Eigenschaft des Mondes. Etwas erhält
Bedeutung. Anders gesagt zeigt uns der Bezug zum IC die Wurzeln, in
denen wir gründen und uns nähren. Wir wollen zB zuhause ein Klima, in
dem wir uns wohl fühlen und es ist am besten jede soziale Welt, die um
uns herum ist, familiären Charakters. Denn das entspricht sozusagen
unserer Seele. Aber Familie ist nicht allein das Wesen des vierten
Hauses, auch nicht Heim und nicht die Herkunft und Sippe. Solche
beispielhaften Entsprechungen sind nur Teilaspekte einer grösseren
umfassenderen Bedeutung.
Im Skorpion steht
der Mond schlecht, weil er hier sein Trauma erlebt. Skorpion lässt nach
den Stacheln suchen und damit wird der Mond ja prinzipiell in einer der
in sich weilenden Ruhe und Erfüllung des Stiers oder Krebs entgegengesetzte Eigenart versetzt.
Aber
der
Mond findet im Skorpion noch seine Triplizität. Das heisst, wenn die
Umstände gut
sind, geht es auch dem Mond doch noch sehr gut . Keine fassbaren
Stacheln des Skorpions, oder die Aspekte zum Mond machen gerade mal
keinen Ärger...
Letztlich muss man immer wieder berücksichtigen, dass die
Zeichen nicht deckungsgleich mit den Planeten sind. Das gilt auch
für die Häuser. Es ist ein nützlicher und meist auch stimmiger
Anhaltspunkt, die Stärke eines Planeten in einem Haus daran zu messen,
wie er analog im Zeichen stünde.
Wenn
Jupiter im SCHÜTZEN
sein Domizil hat und im Neptunzeichen FISCHE Zweitherrscher ist, dann
könnte man
annehmen, dass Jupiter im 12. Haus gut steht, weil er auf Zeichenebene
bereits eine Entsprechung zum Neptunprinzip hat und die
Häuserebene am ehesten den Zeichen entspricht, so dass man Neptun mit
Fische und dem 12. Haus grob gleichsetzen kann und Jupiter müsste also
zu allen Ebenen passen, wenn er zu einer Ebene schon gut passt (Jupiter
ist in Fische der klassische Herrscher bzw. moderner
Zweitherrscher).
Wie
die Erfahrung aber besagt, wird Jupiter hier leicht zum Tyrann und
kann uns das soziale Gewissen
und der nach Aussenbezug (zu anderen Positionen) mit egozentrischer
Aufblähung von persönlichen Werturteilen und persönlichen
Lebensauffassungen vermischen, so dass man leicht intolerant
hinsichtlich dessen werden kann, was einer denkt oder tut.
Jedenfalls scheinen andere oft den Eindruck davon zu erhalten.
Die
gute oder schlechte Stellung eines Planeten in den Häusern ist also
nicht immer übertragbar auf die Ebene mit den Zeichenherrscher.
Man
kann sagen, dass Jupiter im 4. Haus (Jupiter ist in Krebs erhöht) in
manchen Fällen ganz
gut steht, und er allgemein die Person von innen her mit Jovialität und
Güte erfüllen kann, und in anderen Fällen aber einem Blumenteppich
gleich kommt, der einen die
Realität immerzu in einer Weise erleben lässt, wo es kaum Platz für
bodenständige Auffassungen oder Realismus gibt. So dass man leicht
weltfremd wird und gegen die allgemeine Erwartung selbstsicher in
Situationen ist, die normalerweise dieser Haltung nicht entsprechen
würden. Auch kann ein
Jupiter in 4 überaus selbstbezogen machen. Jedoch gibt es auch
Positiva.
Insgesamt
scheint
Jupiter in jedem Eckhaus sehr gut zu stehen. Weil man sehr viele
Möglichkeiten dort zur Entfaltung bringen kann und man meist mit der
Selbstsicherheit nicht so große Probleme haben wird, wenn andere
Planeten diese Entwicklung nicht verzögern.
Das
Trockene des
Stiers bringt uns nicht unbedingt zum Wesen des Mondes. Mehr zum Wesen
des Mondes führen allgemeine Betrachtungen. Das Krebszeichen gebiert,
und der Mond tut es ebenso, er will das Bedürfnis nach Sicherheit und
Wohlergehen befriedigt sehen.
Bis
dahin geht man mit einer leichten Unruhe schwanger. So wie es die
Bewegung entspricht. Dann aber gibt es einen Moment der Fülle, wenn das
Bedürfnis befriedigt ist, sozusagen der Vollmond. Die Bedeutunt des
Mondes kommt nur auf, wenn es eine Sonne gibt, und so wird klar, dass
ein wesentlicher Aspekt des Mondes auch die Begegnung oder Beziehung
ist. Weil daraus ergeben sich Eindrücke und die Erfahrung und
Bestätigung und Begründung emotionaler Sicherheit und Wurzelung.
Der Mond. Der Bruder oder die
Schwester der Sonne. Wenn die Sonne symbolisch Reflektion und
Bewusstheit darstellt, und der Mond Seele und (seelischer) Inhalt des
Bewusstseins, erklärt sich die Bedeutung des Paars als auf einander
angewiesen. Die Sonne bringt das Unbewusste, das Seelische ans Licht.
Das wäre die esoterische Bedeutung des Lichterpaares.
Leben ohne Inhalt ist kein Leben. Und Inhalt ohne Leben bedeutet ebenso
nichts.
Den Impuls, den das (seelische) Leben zeugt, will der Mond in sich
tragen und verwirklicht sehen, auch wenn es nur in seinem Gefäß existiert. Seine Geburt, sein Impuls,
seine Wirklichkeit, seine Kardinalität. Mit dem bewegten Leben und der Fülle an
fühlbarer und erlebbarer Bedeutung ist er kein dunkles leeres Gefäß mehr.
Aber
auch der Wechsel zwischen Tag und Nacht, Fülle
und Leere gehört zu seiner Eigenart, aber ist nicht wichtig genug,
sonst würde er nicht in einem Erdzeichen als erhöht gelten. Es scheint
bei ihm mehr um die Ebene der Erfüllung zu gehen. Dabei wird die
Erfüllung aber nicht auf eine Idee zurückgehen, oder etwas neues
entstehen lassen, sondern es geht ihm um die Erfüllung eines
BEDÜRFNISSES, das er in sich trägt.
An
sich zu
wirken ist nicht das Wichtigste, aber ein Teil seiner Bedeutung. Mehr
wäre das Wirken und die Freude am Wirken , wobei man sich selbst erlebt
und in seinem Ausdruck vergegenwärtigen kann, mit dem Löwe und
der
Sonne
oder dem
Lebensbereich des 5. Haus entsprochen. Das wäre auch etwas mehr
äusserliches. Im vierten Haus und beim Mond geht es um Inneres.
Dem Mond geht es um Erfüllung eines Bedürfnisses. Er will Gefäß sein,
das Innen ertasten
und damit eins sein, und nicht nur irgendeine Form oder Idee bedeuten.
Gleichwohl
fühlt sich Jupiter hier wohl im Krebs, da er noch mehr die Idee
vorfindet, dass etwas sein kann, und wo er über die Form des
Bestehenden
oder die bekannten Ebenen hinaus kommt. Denn der Krebs kann alles
wollen, was nur in ihm liegt. Dies deckt sich auch mit der Neigung des
Krebses kreativ sein zu können, weil dieses Prinzip einem inneren
Impuls Ausdruck verschafft und das seelische Leben als allerersten
Schritt des Prinzips zur Wirklichkeit erhebt bzw. erheben will.
Damit erhält Jupiter im Krebs auch die greifbare
Idee des Menschen, der werden soll - wo er das Augenmerk, seinen Pfeil, das
übergeordnete Ziel hin richten kann. Denn Jupiter ist ja nicht Mars, Jupiter strebt nicht
nur nach eigenem, sondern versucht es so zu machen, dass die Bedeutung
einem grösseren Maßstab gerecht wird.
Als
kardinales Zeichen stellt er (eigene oder dem Leben zugehörige)
Wahrheiten als Quell zur Verfügung . Er ermöglicht der Seele ein
Haus. Daher auch der Bezug des Krebses oder des vierten Hauses zur
Häuslichkeit, weil für die Seele wie für das normale Leben ein Raum
geschaffen sein muss, in dem man es aushalten kann und aushalten will.
Ein Raum, in dem man sicher ist, und in dem das Leben möglich wird. Der
Raum ist nicht mehr nur ein Ort, sondern wird mit Leben gefüllt, und
der Wohnraum oder das Heim ist damit wesentlich ein Gefäß.
Wenn es aus dem dem
Unbewussten sprudelt, so ist das die Funktion, mit der das Seelische
geboren wird. Der Mond verweist auf sich selbst (ist völlig passiv),
und wir erhalten mit ihm die Möglichkeit, dass wir uns dem
Seelischen vergegenwärtigen können. Dies scheint das zu sein, was der
Mond erhalten will: die Vergegenwärtigung des Seelischen.
Es
wird im Mond auch alle Erfahrung gespeichert und jede Erfahrung steht
damit für
ein Grundkarma. Der Mond ist Karma schlechthin, und zwar in solcher
Form, dass wir an unsere Erfahrungen gebunden werden, und die
Konsequenzen auf unser seelisches Gemüt erfahren. Er leitet uns damit
indirekt an, auf uns Acht zu geben und nach einem Leben der
Befriedigung von elementaren Bedürfnissen zu suchen - was je nach
Zeichen, Haus und sonstiger Radixstellung dann oft ein typisches Muster
an Dingen ergibt, die einem sehr wichtig sind weil man auf die achten
lernt. Wer zB einen Mond im 2. Haus hat, wird sich dieses
Lebensbereiches immer vergewissern wollen, dass dort alles in Ordnung
ist. Deshalb kann so jemand kaum obdachlos werden, besonders wenn noch
irgendwelche Erdqualitäten hinzukommen (und Uranus nicht dazwischen
funkt). Er mag nur andauernd die Angst mit sich tragen, wird aber
aufgrund dessen normalerweise so sehr sich um diesen
Lebensbereich kümmern, dass er nicht obdachlos wird. Im 2. Haus
geht es um das, was man hat und dazu zählt auch der Grund und Boden
(auch die Wohnung als Miete). Das 2. Haus bezieht sich eindeutiger
auf die Existenz als materielle Eigenschaft, als wie es das 4. Haus
tut, das eher die Existenzweise beschreibt und wie man sich in seinen
Wurzeln fühlt. Mit dem vierten Haus richtet man sozusagen das 2. Haus
ein. Die Aura oder Ausstrahlung, und die Dinge, die in einer Wohnung
stehen oder zentralen Platz einnehmen, sind oft mit Planeten im
vierten Haus beschreibbar. Das vierte Haus beschreibt Rudhyar als
Zentrum des Seins.
Die
Wohnung im Sinne des 2. Haues ist die Substanz, auf die man
alles was man sein persönliches Leben nennt, errichtet, und was damit
dieses Leben nährt. Hier zeigt sich in meinen Augen auch die Analogie
zwischen Stier-Prinzip und Mond-Prinzip. Eine mit Möbeln und benötigten
Sachen ausgefüllte
Wohnung bietet die feste Substanz, die man sein eigen nennt und die
weiterhin auch speichert, was sich im Laufe des Lebens ansammelt.
Aber sie ist vor allem, was uns Sicherheit oder besser gesagt einen
bleibenden Wert unseres Daseins vermittelt, weil wir drauf
zurückgreifen, ähnlich wie die Wurzeln ins Erdreich greifen und
Nährstoffe auszehren. Bereits Rudhyar weist auf den Zusammenhang
zwischen Sein und Haben im 2. Haus hin. Die Küche könnte übrigens gut
mit dem 6. Haus beschreibbar werden und wer die Sonne im 6. Haus hat,
könnte einen besonderen Bezug zur Küche einnehmen oder dem Platz wo
Nahrung zubereitet wird.
Dass es um die Wahrheiten des eigenen Lebens geht, ist fundamental
für den Mond sowohl für den Krebs.
Daher auch die stille Erwartung des Krebses an die Umgebung, aus seinem
Quell der Wirklichkeit zu trinken. Etwa auf sein
Mitleid einzugehen oder auch seine Fürsorge
anzunehmen, ebenso wie die Gelegenheit familiär zu werden einzugehen.
Dem Mond liegt daran, dass die Erfüllung seiner Erwartung
sich ergibt. Im Steinbock erfährt er diese Erfüllung (was
sein
soll) im Außen, als formgebende Instanz, als von aussen
kommen,
der Mond aber hat den Maßstab im Innen. Er muss nach aussen gehend
einen Umweg tun und findet sich oft statt der Akzeptanz auch noch dem
Druck der Welt (des Aussen) ausgesetzt. Alles, was ins Leben eingreift
und nicht von oder zu ihm gehört, das ist im Prinzip für ihn
schlecht.
Neptun erzeugt einen zu grossen Dunstschleier, ist nicht
praktisch und geerdet genug, weil er von zu hohen Dingen kündet, ohne
Gegenwart schon als solche zu erfüllen und Ruhepunkt im greifbaren
Jetzt zu sein. Die Flucht des Neptun ist nicht des Mondes Sache, denn
im Krebs oder Stier ist er voll in der Wirklichkeit und darum geht es,
dass diese ausgehalten wird, weil sie Erfüllung mit sich bringt. Wäre
Fische nicht so etwas jenseitig, würde es dem Mond
möglicherweise
in das Phantasie und Erfüllungsreich Neptuns
verschlagen.
Aber immerhin findet der Mond in allen Wasserzeichen seine
Triplizität, also eine Würde .
Jupiter findet seine Triplizität in Zeichen der Luft. Es gibt eine
genauere Triplizitäteneinteilung, wo man auch zwischen Stellungen als
Tagplanet und Nachtplanet unterscheidet; die Definition des
Nachtplaneten: Sonne steht unter dem Horizont. Wenn der Mond
in einem Nachthoroskop untersucht wird (wenn die Sonne
untergegangen ist am Horizont bzw. an der AS/DS-Achse), steht er im
Zeichen Erde in seiner Triplizität, und ist in seiner Würde besser
gestellt. Jupiter steht bei einer Nacht im Feuer in seiner
Triplizität . Und Jupiter steht sowohl am Tag als auch in der Nacht in
Zeichen der Luft in seiner Triplizität. Dasselbe gilt für den Mond, er
steht am Tag und in der Nacht in Zeichen des Wassers besser als in
allen anderen Zeichen und kann sogar Stärkung erfahren.
Die Erwartung ist für alle Wasserzeichen irgendwo immer vorhanden, in
welcher Form auch immer. Das Feuerzeichen erahnt auf mehr geistiger
Ebene. Und versprüht Ideen durch konkret sichtbare Einladungen, sich zu
beteiligen. Wirkungen und Taten, Esprit und Bgeisterung als Zündgeber,
das ist der Schütze, und Jupiter. Da reicht etwas aus dem
Bisherigen hinaus, und will zu neuen Ebenen kommen, um etwas bisher
nicht greifbares zu konkretisieren. Das ist der Feueranteil am
Jupiter.
Noch mal zum Mond zurück. Weil wir den Mond doch insgesamt mit dem
beweglichen Wasser als Qualität identifizieren (immerhin ist er im
Krebs Herrscher!), einem Wasser, das überall hinein geht, würden wir
nicht meinen, dass er im fixen Stier erhöht ist. Oder doch? Er ist dort
in seinem Wesen erfüllt. Die Ruhe des Stiers, und die Hinleitung zum
sinnlichen Aspekt, bedeutet den Inhalt, um den es geht. Der Mond ist
zwar beweglicher Natur, wie kein anderer Planet, bis auf Merkur
vielleicht. Aber der Mond will vor allem etwas, und er bekommt die
Sicherheit, um die es ihm nämlich auch geht, im Stier auf dem Tablett
geliefert. Hier kann er horchen und zugleich Erfüllung finden, durch
Auskosten des Momentes, nämlich schwanger zu sein (Krebs) oder sogleich
die Bedeutung dieses Eindrucks zu erfahren (Stier), als lebendige
Gegenwart, so in etwa, wie man sich nicht nur
vorstellt, sondern mit den Händen um den Bauch führt und die
Schwangerschaft genießt, was eine heimliche Lust, Sinnlichkeit mit sich
bringen wird.
Wenn man die einzelnen Planeten, und nicht so sehr die Zeichen oder
Elementeebene betrachten will, lohnt es grundlegende Prinzipien
herauszuarbeiten und am besten auch eigene Worte zu finden, wie man die
essentielle Funktion am besten beschreibt. Der Kern der Planeten, der
Kern der Dinge ist dabei entscheidend. Venus würde mit dem Schlagwort
Beziehungen nicht wirklich im essentiellen Gehalt getroffen.
Doch nicht immer kommt man schon auf alle Prinzipien der Planeten mit
einem treffenden oder inhaltsvollen essentiellen Satz, und muss sich
zunächst mit Umwegen begnügen.
Venus hat auch etwas mit einem allgemeinen Prinzip der Bezugnahme zu
tun. Wir treten mit Mars in die Welt, und fast folgerichtig folgt
darauf die Bezugnahme. So wie wir einem Gegenüber Konsequenzen
einleiten - dabei folgen wir einer Art Geschmack oder Werteempfinden.
Etwas ist uns geheuer oder nicht. Venus entscheidet, in welcher Weise
wir den Ausgleich vornhemen. Diese Wahrnehmung liegt im Schatten des
Aszendenten, der wird uns zunächst mehr beeindrucken. Man kann auch
sagen, erst wen wir unseren Schatten des Aszendenten gemeistert haben,
können wir wirklich auf jemand anderen eingehen, Bezug nehmen. Der
Aszendent ist unweigerlich eine Grundenergie der persönlichen
Empfindung, wird - infolge allgemein verbreiteter Zustände des Sozialen
- verstört ausgedrückt. Er hat negative Form angenommen.
Der Deszendent in seiner Venusqualität steht in Waage , der
Venus. Es ist Venus praktisch ein sehr wichtiger Planet, weil
er schon nach der ersten Geige (Mars) an die Reihe kommt . Immer folgt
nach dem ersten Schritt Mars der zweitie Venus: 1. Aszendent (Mars) 2.
Deszendent (Venus), 1. erstes Haus (Mars), und 2.
auch das zweite Haus hat Venus als Bezugspunkt (Stierqualität
des zweiten Hauses).
Weiterhin kann man noch finden: 1. gezeugtes Leben
(Mars), 2. Bezugnahme auf anderes Leben (Venus). Es ist der
Gestaltungsschritt, ohne denn ein Agieren (Mars) nicht angemessen,
schnell und effektiv umgesetzt werden kann. Was wäre ein kardinaler
Schritt im Tierkreis ohne Zusammenhang? Es bedeutet anders gesagt,
indem Venus dem Mars im Tierkreis auf verschiedenen Ebenen direkt
folgt, als bewahrendes fixes Prinzip oder als bewirkender Absicht
(kardinale Waagequalität der Venus), wird sowohl im zweiten Haus
(Venus), im siebten Haus (Venus) oder als Bezugnahme im realen Leben
das Marsprinzip im Wirken eher vervollständigt, denn im Sinn des Ganzen
überflüssig gemacht. Was wäre das Leben, das Ausagieren, ohne
Bezugnahme? Indem wir Bezug nehmen, übrigens, werden wir auch Gott
näher kommen (die Gottlosigkeit ist es nicht, keine Werte zu
haben, sondern keinen Bezug aufzustellen, zu dem, was
man bewertet). Bewertet man das Leben aus Sicht des Eigenen
bedeutet etwas ganz verschiedenes, als wenn man das Leben durch eine
Bezugnahme bewertet. Diese Bezugnahme enthält praktisch einen Sinn und
wir erfüllen ihn automatisch, als sei es das Richtige. Wir können nicht
in der Öffentlichkeit die Hosen runter lassen, weil wir gerade Lust
haben. Wir nehmen Bezug auf die Anderen. Schon eine normale
Lebensäußerung (als Sinnbild für das in die Welt treten des
Marsprinzips) weckt in seinem Schatten die Überlegung, was es anrichtet
(siehe auch Angst des Mars). Es stellt sich
der Bezug ein, etwas, was einen groben Widerspruch, Dualität, Reibung,
Gottlosigkeit zum ursprünglichem Anfang erzeugt, und Zweifel dass es
einen Gott gibt.
Wir können feststellen, dass etwas uns und unserem Lebensgeist, den wir
am Aszendenten der Welt entgegen zeigen, ohne dass es uns allzu sehr
bewusst sein muss - weil wir so handeln müssen. Der Aszendent ist wie
ein inneres kraftfeld, das immer wirken wird. Positive oder
negative Entsprechungen sind nicht das Wichtigste. Es
entsteht ein Widerspruch, zu dem wir in Bezug stehen, unweigerlich ruft
unser Dasein die Frage auf, in welchem Bezug wir stehen. Analysieren,
Raum ertasten usw. zur Orientierung, das tun wir erst nach diesem
zweiten Schritt (Merkur; 3. Haus).
Wir überwinden die widersprüchliche Bezugnahme, indem wir einen eigenen
Geschmack einbringen, wie die Dinge für uns gelöst werden können.
Zwangsläufig entsteht also mit dem ersten Schritt ein zweiter, weil
jeder Planet in einem Zusammenhang steht, und eben nicht machen kann,
was er will. Woher kommt das Wollen oder Sein? Es ist Resultat
vielerlei Antriebe (Planeten), und auch Prägungen, und eigene Anteile,
die die verschiedenen Energien kanalisieren lassen.
Weitere Beschreibungen der Planeten in ihren Funktionen:
Sonne
= Das Zentrum, um das sich alles dreht (Lebensabsichten, die eigenes
und unverrückbares Leitbild sind weil sie wie Herzensangelegenheiten
wirken; das Feuer, das in einem brennt und Esprit und Begeisterung
versprüht)
Mond
= Instanz und Funktion des Psychisch-seelischen Befindens und Spiegel
der Gesundheit; Mechanismus des
"Erleidens" von Erfahrung und Wahrnehmung; durch die Funktion des
Gefühls Wirklichkeit mit echter Bedeutung versehen, die die Zeit
überdauert weil sie als nährende Qualität erfahrbar bleibt;
Die beiden Lichter Sonne und Mond bilden die subjektivsten Punkte im
Horoskop und bedingen beide die Wahrnehmungsart
Venus = Wie man Beziehungen gestaltet, sich der Welt oder Dingen
öffnet; wie man Geschmack erfährt; ästhetisches Empfinden und
sozialer Sinn
Merkur = Wissen und Orientierung aneignen, anwendeen, vermitteln;
Kommunikation
und Instandsetzung
Mars = persönliche Einsatzgebiete für die Tatkraft eines Menschen;
welche Ziele man verfolgt und für was man eintritt (was man sich zu
eigen macht, weil man so handelt); die Lust und der Wille, der
ausgedrückt wird
Jupiter
= die Vorstellung, die über die Realität des Gegebenen hinaus geht und
zur Fülle und Jovialität strebt, wobei die Jovialität mit dem Esprit
des Feuers oft selbstbezogene Standpunkte vertritt, was auch für andere
gut sein soll
Saturn = die Einschränkung und Bewahrung, was dafür
sorgen kann, dass Dinge an ihrer Form scheitern da sie die Verbindung
mit der Bewegtheit des Lebens verloren oder einbüßen an Tauglichkeit
Uranus = etwas verbindet sich mit der Idee des
Menschen,
Geistes oder einer universalen Prinzips das mehr Gültigkeit hat als das
Subjektive, Vereinzelte und Polarisierende
Neptun = etwas verbindet sich mit Sehnsucht, oder dem Bestreben das
Leben zu verschönern; auch die Macht und das Verhängnis der
Einbildungskraft
Pluto = etwas will überwunden und gewandelt werden; Anziehung
gegenüber Verborgenen
Die
Planeten haben eine spezielle Bedeutung in spezillen
Sachgebieten.
Neptun untersteht allen heilenden und
helfenden Berufen, ob diese Berufe es wollen oder nicht. Weil es immer
darum gehen wird, wie sehr eine Behandlung oder Hilfe die Heilwerdung
und Ganzwerdung (beides dasselbe) unterstützt, und in psychischen bis
seelischen
Bereichen widerhallt. Es ist unweigerlich miteinander verbunden, mit
Neptun zur Ganzheit und
Heil zu streben. In der Verkehrung und Schatten des Prinzips geht es um
die Täuschung einer ganzen Vorstellung oder Ganzheit, die Werbereklamen
und beschönigende Aussagen versprechen das Himmelsreich oder wollen
davon Eindruck machen. Der Sinn, diesem Eindruck eines Heils zu folgen,
kann eine jeweilige Tätigkeit des Augenblicks lähmen, da sie
zweckentfremdet erstarrt in ihrer eigenen Funktion und Wirkung auf das
Leben.
Jupiter untersteht neben Chiron dem
Schamanismus und allen bewusstseinserweiternden echten Methoden und
ebenso echten spirituellen Bestrebungen oder Lehren (die sogenannte
wahre Esoterik, die nicht nur die Evolution des Seelischen
verfolgt, sondern die höheren Stufen dabei anstrebt; in
diesem
Sinne wird für den ganzen Kosmos etwas erfüllt und auf eine
gewisse Art jupiterische Jovialität erzeugt).
Saturn untersteht
u.a. der Öffentlichkeit. Das was in Mode ist und als normal und
bodenständig
gilt und insofern eine Norm bedeutet. Es steht für konservative
Wissenschaften und Definition der Wissenschaft gemäß dem Messbaren, das
sich als Ergebnis und Fakt konservieren lässt.
Uranus untersteht
den universalen Gesetzen des Lebens, so auch der Astrologie, da Uranus
allgemeingültige dem Leben innewohnende
Prinzipien verfolgt und einer natürlichen Gesetzmässigkeit Bahn brechen
will, wofür einige Beschränkungen, Haltungen und Schattenthemen des
Lebens, das ins Stocken geraten ist, überwunden werden müssen.
Uranus untersteht allem Technischen, das die Möglichkeiten des Lebens
nicht nur erweitert, sondern auch mit neuem Inhalt füllt. Das Leben
wird auf eine andere Stufe gestellt durch zahlreiche Erfindungen und
neue Wege eines Zeitalters, die immer gleich zu denselben Zielen der
Humanität oder der kosmischen Geburt des Geistes führen und
was diesen
Zeichen und Gesetzen folgen will.
Pluto
untersteht allen verborgenen Tätigkeiten, und typisch für Pluto wie
Skorpion ist nicht nur das Verborgene sondern auch die Scham, weil
diese Tätigkeiten bei zu viel Öffentlichkeit drohen in ihrer
Legitimität hinterfragt zu werden. Investigationen und Betrug wollen
unerkannt bleiben. Pluto steht weiterhin auch für die Bemühungen,
verborgene Muster oder Zwänge zu wandeln, um auf diese Art Reinheit des
lebendigen Zweiges zu erzeugen, der immer weiter wachsen will ohne sich
mit der Vergänglichkeit des Lebens aufzuhalten. Irrtümer und
Unvollkommenes wird mit Pluto schnell erkannt und entweder überwunden
oder abgelehnt, abgeschieden.
Stirb und Werde ist sozusagen der
Abschluß, den Pluto unserem Sonnensystem gibt. Übrig bleibt der
geistig-seelische Gehalt all dieser Erfahrung, die wir jeden Augenblick
machen. Übrig bleibt das Wahre. Pluto oder Skorpion ist wie der Pickel,
der mit Substanz und Inhalt gefüllt wird, anschwillt, zur Abscheidung
bereit wird und schließlich sein Gift entlässt. Der Zweck ist die
Bereinigung. Der äusserlich erkennbare Vorgang mag wie bei
allen
Wasserzeichen oder dem Wasser nahe stehenden Planeten naiv, infantil
oder rauh und wild scheinen, weil unbekümmert.
Innerlich steht
manchmal eine gewisse Unschuld vor, da der
Schatten angenommen wurde und man sich zumindest nicht viel
mehr
vor macht. Andere Zeichen vermögen ebenso den Schatten annehmen, gehen
dabei aber Umwege und kompliziertere Wege, mit denen sie sich etwas vom
wahren Kern einer Ausdrucksart des Lebendigen entfernen.
Wenn
man die groben Einflüsse von Saturn, Uranus, Neptun, Pluto aber auch
Mars mit der Zeit angemessen integrieren und verändern konnte, in ihrem
Wirken auf uns und unserem Handeln mit ihnen, ergeben sich neue
Möglichkeiten. So kann Neptun zB helfen, die zerbrechenden und aus der
Lebensmitte reissenden Impulse des Uranus zu heilen.
Mit
Spaß und Freude,
Astrologie im Leben entdecken,
Gesetze erkennen.
Wahres
Leben zu leben heisst, gelebt im Gesetz und Symbol des Kosmos. Darin
geht es um Liebe, Glück, Frieden und Harmonie. Denn das ist das Gesetz
des Kosmos.
Für manche geht es dabei um den Grad der Bewußtheit,
was man spirituelle Astrologie nennen kann - insofern man die
Astrologie und das astrologische Wissen wunderbar verwenden kann, um
die Energien des Lebens angemessen zu kanalisieren. Und mit dieser
Richtschnur der erkannten Schöpfungsordnung
eine optimale Ausrichtung des Bewußtseins zu ermöglichen.
Bei nur
geringfügiger weiterer Anstrengung führt letztlich die Arbeit am Glück,
der inneren Zufriedenheit und vor allem an der Bewältigung des
Schicksals zur Bewußtseinserweiterung.
Es kann wohl ausgemachte Sache sein, dass ein Astrologe, genauso wie jeder andere Mensch, in erster Linie sich Fragen um sich selbst stellt, um seine Persönlichkeit, sein Schicksal - und zwar von der Beziehung bis zur Scheidung, von der Arbeit bis zur Selbstverwirklichung - apropos: welche Arbeit wäre heute schon in erster Linie tauglich, um gleichzeitig oder darin die Verwirklichung dessen voranzubringen, was man in sich als Lebensgesetz vorfindet?; und wie oft müssen wir aber eine Arbeit tun, um zu existieren, wo wir liebend gern etwas anderes tun würden. Ich will damit sagen, wir leben in einer schwierigen Existenzbedingung und diese sind nur dann leicht, wenn wir aufgeben nach einer Arbeit zu suchen, die uns ausfüllt oder überhaupt etwas mit uns selbst zu tun hat. Wir sollten - so meine Erfahrung - den Lohn im inneren Glück suchen und es ist leichter, mit weniger Geld auszukommen, als mit weniger innerer Zufriedenheit.
Die Astrologie zeigt, was oder wer wir wirklich sind, und was wir zur
Hauptaufgabe machen sollten, und koste es dafür sehr viel.
Lebensberatung
bedeutet für mich einerseits, dass man dem Menschen einen Dienst
erweist, andererseits, dass man den Menschen ermuntert, Mensch zu sein.
Aber in jedem Fall kann man nur Wissen vermitteln, Einsicht
ermöglichen, aber niemanden beeinflussen. Wir existieren schon in einer
Welt quasi schwarzmagischer Einflüsse, die uns von uns selbst abbringen
wollen und die besagen, dass wir unsere Identität vor den sogenannten
Sachzwängen der Existenz hintenanstellen müssten. Aber wir
sollten nicht glauben, nur weil es diese Einflüsse schon gibt, könnten
wir die Position einnehmen, andere zu belehren, oder einen Druck zu
entwerfen, nun in richtiger Weise leben zu müssen.
Zu sagen, wo jemand nicht "richtig tickt" stößt sowieso auf Widerstand des Unbewussten.
Es
ist aus seelischer Sicht die eigene Entscheidung so oder anders zu
sein. Die Astrologie kann leicht dazu führen, diesen Respekt vor der
eigenen Entscheidung und Lebensabsicht zu missachten - denn weil wir
von Kindheit an gesagt bekamen, wir sollten dies nicht tun (viel
weniger was wir tun dürfen), tragen wir individuell noch Relikte dieser
Manipulation in uns.
Wir
haben dann den Helferkomplex, dass wir
jemanden etwas gutes tun wollen, weil wir in der Erfahrung verstanden
zu haben meinen, wie wichtig es sei, einen richtigen und nicht einen
falschen Weg aufzuzeigen und diesen geradezu den anderem VERMITTELN zu
müssen statt Wissen zu vermitteln, damit der Ratsuchende selbst seine
Einsichten und Entscheidungen gewinnt.
Wenn man nicht genügend an sich selbst - als Astrologe - gearbeitet hat, versteht man nicht nur viele Dinge viel weniger gut, als dass man auch versäumt in der Essenz zu begreifen, wie wichtig es ist, dass jemand seinen Weg wirklich selbst versteht und Erfahrungen für sich verbuchen kann, die ihm diese Entscheidung oder Erfahrung verständlich machen . Diese eigene Lebenserfahrung, die man sich mit der Astrologie verschaffen kann, kann kaum mit einem Diplom geprüft werden. Ein Diplom bei bestimmten Verbänden zeigt wohl erst mal nur, dass man die formalen Vorraussetzungen mit sich bringt, ein Horoskop zu zeichnen und einen bestimmten, allgemeinen, sachlichen und psychologischen Stil anzuwenden weiss.
Das Leitmotiv für jede Lebensberatung sollte sein, zu einem selbstverantwortlichen Leben zu führen. Das ist was der Mensch braucht und will.
Die Energien, die uns das Radix filtert, sind das Werkzeug unserer Seele. Sehr verschieden macht uns ein Radix von anderen Menschen. Jeder hat andere Schwerpunkte, und andere Empfindungen. Und anderes Schicksal, gesuchtes geliebtes gehasstes.
Da wir aus dem Kosmos hervorgehen, finden wir in den Gesetzen des
Kosmos jene Idealvorstellung, wie das Leben zu sein hat - sofern
wir
jemals nach dem Sinn des Lebens fragten. Wir erkennen, wie unser Körper
und Bewusstsein eine Funktion ermöglichen und genau in der Entfaltung
dieser natürlichen Funktion liegt die Herausforderung, da wir die
Funktion bereinigen müssen. Es gibt eine Ästhetik und Harmonie, die uns
Richtschnur wird, um zu entscheiden, welcher Weg richtig ist. Hören wir
auf unser Herz, unsere wahren Wünsche, kommen wir diesem Weg
näher, als wenn wir auf irgendwelche vom Erleben und Leben losgelösten
Konzepte achten oder sogar den einschränkenden Bedeutungen aus
Deutungsbüchern folgen, ohne zu bedenken, dass eine Liste von
Bedeutungen zwar möglich zu erleben ist, aber es auch noch andere
Weisen des Erlebens gibt . Wir können sehr viel Freiheit walten lassen,
eine Konstellation als Kraft zu begreifen und einen Weg umzusetzen, der
uns dabei mehr zusagt, als andere Wege, diese Kraft zum Einsatz zu
bringen.
Und was ein anderer tut, mag für uns gerade falsch sein. Denn Leben ist an individuell verschiedene Rahmenbedingungen gebunden.
Wir
erkennen zB mit Astrologie und jeder anderen echten Lebenskunde, was wir wurden und was wir sein können. Denn die Möglichkeit
zu sein, ist es, auf die es ankommt. Wir sind nicht zwangsläufig das,
was wir wurden, sondern können vielmehr sein und meist geht es sogar
darum, etwas abzulegen, was wir wurden um eine viel reinere Energie "zu
verwalten".
Der
Mensch hat ein großes Reservoir an Möglichkeiten und seine
grundlegendste Funktion ist es, ein Organ der Wahrnehmung zu sein.
Leider sind wir kollektiv davon geprägt, dass es nur eine
Dingwirklichkeit gäbe. Es gibt viel mehr Wirklichkeit, und die
physische Welt der Objekte bedeutet nur eine Zuschreibung von
Bedeutung. Die energetische Welt enthüllt ihre Bedeutung aber ohne
unser Dazutun (ohne Interpretation, sondern durch Eingebung) und ist -
sofern der Blick für die Energien nur weit genug gediegen ist - sehr
viel objektiver als die Wiederholung von Glaubenssätzen, was Dinge und
physische Objekte bedeuten sollen.
Die Astrologie kann eine sehr große Hilfe sein, sich mit der energetischen Wirklichkeit vertraut zu machen, indem man nach den eigenen Konstellationen sucht, die diesen Zugang bieten. So findet man die Umstände und Rahmenbedingungen, mit und in denen man diesen Zugang entwickeln und ausbauen kann.
Mit dem Inbegriff des Lebens,
sind wir gemeint, so wie wir sind,
aber
dabei gehorchen wir den verschiedenen Planeten und der Schöpfungsordnung.
Den Planeten in unserem Radix können wir nicht entkommen.
Alle Ideen, wie das Leben zu sein hat, sind nicht mehr gültig, im
Angesicht Gottes.
Wir
blicken wirklich in die Zeichen und
Hinterlassenschaft Gottes, wenn wir das Leben in seinen ureigentlichen
Gesetzen erkennen. Was ist denn Gott noch mal? Ist er vielleicht
nichts weiter als der Hervorbringer? Wir aber, so wie wir leben und
sind, bringen das Leben hervor, nicht nur Kinder, sondern Taten, Lebenswerke - und sind so schon Abbilder Gottes. Gott
ist vielleicht genau der Umstand, warum wir so sind, wie wir
sind.
Gott
ist der Begriff, der durch lange Zeit verschleiert wurde, weil man
dieses Wort im Kampf der Vorherrschaft des Glaubens auf etwas konkretes
beziehen wollte, zum Beispiel den Himmel für die Braven und die Hölle
für die Sünder. Es gibt keine Sünde unter dem Himmelszelt. Man wollte
damit einladend werden, im Kampf gegen die Undeutlichkeit
alter Mythologien. Aber man verlor in Wahrheit den Kontakt zu den
Geheimnissen des Lebens - davor waren diese kein Geheimnis, sondern
fühlbare und einsehbare Realität gewesen.
Es könnte sein, dass
wir vor
einer Zeit stehen, in der der Urgrund des Lebens und die damit
verbundene Lebensordnung wieder wichtiger wird, als jene Störfelder der
modernen Zivilisation,
die die Lebensordnung untergraben. Es geht nicht um blinde Ablehnung
der (modernen) Zivilisation, sondern es geht um bewusste Annahme
wirklichen Lebens. Damit ergibt sich zwangsläufig die Einsicht, dass
wir in einer Welt aufwuchsen, die uns von diesem Leben tendenziell
abgebracht hat statt dahin zu bringen.
Uns nützt es wenig, im Seinszustand von Frustration, Wut, Abneigung zu verharren. Wir benötigen andererseits aber eine klare Gewissheit, dass das eine falsch und unwirklich ist, und das andere richtig und wirklich.
Wer Probleme mit dem Gottesbegriff hat, sollte stattdessen Kosmos zu Gott sagen. Der Kosmos befiehlt uns Glücklichsein, das ist ein Lebensgesetz. Wir brauchen Gott vielleicht nicht, aber es hilft, an etwas Absoluten zu denken, weil wir damit Richtung gewinnen, die unwandelbar ist.
Was hat Gott mit Astrologie zu tun? Nun, wir erkennen mit der
Astrologie vieles, und wir können auch das Wirken Gottes darin
erkennen. Allein wenn wir die Sonne, unseren Fixstern betrachten . Wie
dieser Stern in unserem Herzen angelegt ist, und wir sind damit bereits
sehr nahe an Gott herangerückt worden.
Was
nun aber, wenn wir die Freiheit verstanden haben, nach dem Bilde Gottes
zu leben? Was bedeutet das? Wir können frei wählen, wie wir die
Planeten ausdrücken. Das, was wir angenommen haben, ist nicht unser
Verhängnis, nur unser Erbe. Die Sonne, als Stellvertreter Gottes
verlangt nach einem Ausdruck, und dieser Ausdruck ist voller
Lebensbejahung und Lebensfreude und so finden wir die wahre Religion,
indem wir diese Sonneneigenschaften suchen und ausleben. Das Geheimnis
ist, dass wir im Aussen nicht viel bewirken müssen, sondern das meiste
im Innen begründet liegt.
Welche Richtung würde das nehmen? Nochmal, Gott ist unsichtbar mit jenem Aspekt identisch, nach dem wir suchen, wenn wir nach unserer Herkunft fragen. Unweigerlich erkennen wir mit der Astrologie, dass die Planeten und Zeichen nicht alles sagen, wer wir sind.
Die Radix ist nur eine Momentaufnahme eines viel größeren Aspektes.
Was
werden soll, ist das Leben,
das setze ich ein.
Falls gewollt, zur Erkenntnis, Einsicht, Veränderung.
Die Wandlung, falls gewollt, ist Geburt zum Leben.
Das soll sein, für Astrologen:
das Motto.
Konzept und Anfang.
Auf diesem Weg,
das Leben zu gehen,
werde ich begreifen,
den geheimen Zauber
der Sterne...
Sterne, unser Leuchtfeuer,
wir sind in ihnen getragen ,
sie haben uns in sich,
so wie wir sie auch.
Planeten wandeln unter ihnen,
drehen sich zu ihrem Licht.
Und können wir hier an unserem Ort,
nur den Planeten folgen.
So folgen wir damit doch den Sternen,
wir sind ein solcher,
den es zu erfüllen gilt,
damit erkennen wir die Sterne.
So
singt man mancherorts:
Lasst die Sonne rein...
so ist das Leben fein.