Nichts
als die Wahrheit:
Es
gibt für das Erlernen der
Astrologie keine konkrete Anleitung, die einem genau
sagen könnte, wie das Deuten geht.
Lehrbücher vermitteln,
aber leiten nicht an. Man kann da nichts auswendig lernen, nur begreifen und Wissen
vertiefen.
Es
gibt Hilfestellungen,
Erfahrungsgründe anderer, an denen man anknüpfend sein eigenes Wissen
aufbauen muss. Jeder Astrologe muss und wird seinen eigenen Weg finden.
Und das macht die Astrologie auch reichhaltig, da auch
jeder seine
eigenen
Anlagen mit bringt, wie er Astrologie wahrnimmt und ausübt.
Anknüpf-Punkte
lassen sich einsammeln - aber sie lassen sich nicht ablegen,
wenn man keinen (Erfahrungs-)Boden
dafür geschaffen hat.
Grundlagen sind keine Begriffe, sondern Inhalte,
etwas Lebendiges ist das. Ein Bild von Bedeutung, das man sich etwa
über
ein Zeichen macht.
Verschiedene
Handgriffe muss man
beherrschen. Besser gesagt kennen - und diese Handgriffe bestehen und
gründen in der Intuition.
Eine Anschauung, die von der kombinatorischen Intuition,
einer begreifenden,
anschaulich-symbolischen
bis zur eingebungsvollen Intuition reicht.
Alles verschiedene Intuitionen über denselben Sachverhalt.
Das
Leben und alles Seiende ereignet
sich durch Gehalte, die in der
Wirklichkeit des Lebens und des Seins verborgen sind. Diese Gehalte
kann man mit Archetypen oder Energien analog setzen.
Einerseits gibt es Dinge, die allgemein für jeden zutreffend sind:
Das ist die menschliche
Art (Gattung) bzw. Psychologie, die bei jedem in der Grundstruktur
ähnlich ist (jeder kann sprechen, jeder kann denken, jeder kann
Beziehungen erfahren usw.). Diese Grundarchitektur lebendiger Wesen
lässt sich mit der astrologischen Anordnung abbilden (die Planeten, die
12 Zeichen, die 12 Häuser).
Andererseits:
Menschen tun das, was allen Menschen prinzipiell gemeinsam ist,
jeweils anders und mit jeweils anderen Schwerpunkten der
Erfahrung
und des Erlebens: das ist die individuelle Radix (also wie in den
12 Häuser die Planeten stehen und in welchen Zeichen).
Oft
benötigt es ein Verständnis mehrerer Faktoren - zumindest hilft es - um
einen einzigen Faktor zu begreifen.
Zum
Beispiel lässt sich der erste Quadrant besser verstehen, wenn man auch
den dritten Quadranten gegenüber betrachtet. Oder die anderen beiden
Quadranten.
Man kann alle Quadranten auch besser verstehen, wenn man deren einzelne
Häuser betrachtet (Beginn=wichtigster Impuls, Zentrum=eigentliches
Anliegen, Ende=was für einen Sinn es hatte und wo es hinführt).
Wie
macht man das? Man betrachtet sich etwa die einzelnen Häuser als EINE
Ausdrucksart des Quadranten, man wählt eine der drei Perspektiven (der
drei Häuser) und
lässt sie für den Quadranten sprechen. Man darf das nur nicht einseitig
tun: muss auch den Quadranten als Ganzes betrachten, und die drei
Phasen der darin befindlichen drei Häuser aus diesem übergeordneten
Quadranten heraus deuten.
Nach meinen bisherigen Verständnis lässt sich der 3. Quadrant zum
Beispiel anhand des letzten Hauses im 3. Quadrant so erklären:
Für das letzte Haus 9 geht es darum, was der Quadrant insgesamt
gebracht hat.
Beim 3. Quadrant ist das zum Beispiel
7.: Begegnung und Gegenüber,
8.: Bindung bzw. Verpflichtung,
9.: Einsicht und Verstehen.
Ich
selbst halte das Verständnis der Quadranten für sehr wichtig - ich muss
an dieser Stelle zugeben (Stand Juni 2009), das ich bislang auch nur
Ansätze habe, von denen ich hoffe, bald zu einem vollen
Verständnis zu gelangen. Sich bewusst darüber zu sein, dass man oft
erst Ansätze hat, das ist meiner Meinung nach sehr wichtig,
als
wie sich ein falsches oder unzureichendes Verständnis zu suggerieren
und zu verfestigen. Oder sogar nicht mehr hinzulernen wollen, weil man
glaubt, es würde reichen.
Bis heute ist man sich uneins, ob es möglich ist, ein Radix ohne Kenntnis des Horoskopeigners wirklich tiefgründig deuten zu können.
Man kann auch ohne den Horoskopeigner zu kennen, die grobe Anlagenstruktur herausarbeiten! Die kann strukturell gesehen ebenso nützlich und wird auf einer gewissen Ebene genau sein.
Aber wenn man den Horoskopeigner nicht kennt, wird man eine sehr gute Intuition haben müssen, um sich auf den Horoskopeigner einzuschwingen, um eine sehr konkrete und im einzelnen exakte Deutung leisten zu können.
Üblicherweise bewahrheitet sich immer wieder, dass gewisse Konstellationen eine Spannbreite der Möglichkeiten aufweisen und es nicht immer möglich ist, dies ohne Kenntnis oder kurzem Bericht des Horoskopeigners einzugrenzen, so dass man zu exakten Aussagen über gewisse Lebensbereiche kommt. Zum Beispiel kann es denkbar sein, dass man einen Pluto in 7 kompensativ lebt, etwa von aussen an einen herangetragen erfährt, oder von innen her erfährt und selbst Wille und Einfluss geltend macht. Das kann mächtige Gewichtungen für diesen Lebensbereich erzeugen.
GRUNDLAGEN
Um das
Deuten zu lernen gibt es Leitideen.
Eine
solche Leitidee ist zum Beispiel, dass es wichtigere Faktoren und
nebensächlichere Faktoren gibt.
Oder dass der Aszendent eine gewisse
Bedeutung hat, die zum Wesen des Menschen gehört, aber dennoch
unterschieden werden muss von der Sonne.
Oder die Dreierregel: dass für
ein zwingendes Thema oft drei Faktoren dieselbe Sprache sprechen: zB
kann ein Thema in verschiedener Weise durch Konstellationen gebildet
werden. Bilden mehrere Konstellationen, zB durch
Aspekt- und Häuserbezüge oder
auch Halbsummen ein
Thema, so ist das viel zwingender, als wenn es nur eine Konstellation
gäbe, die dieses Thema anspricht!
Meist sind zwei Faktoren, die
in dieselbe Richtung weisen, noch nicht eindeutig genug, aber
drei
Faktoren zeigen nicht nur die Wichtigkeit, sondern auch deutlicher die
Richtung an (wie sich dieses Thema also konkret deuten lässt).
Und es gibt
ganz wichtige Grundlagen,
in die man sich vertiefen muss.
Ohne die Grundlagen des astrologischen Wissens wird
die Intuition einfach nicht sehr weit kommen.
Das
ist auch ein Manko, wenn jemand zwar über eine gute Intuition
verfügt, aber die astrologischen Sachverhalte, Zeichen nicht gut
genug beherrscht. Auch anders herum ist es ein Manko, wenn man die
astrologische Anordnung, etwa die Zeichen sehr gut versteht, aber eine
nur wenig
ausgebildete Intuition hat.
Die Grundlagen
sind zunächst die zehn Planeten, die Hauptaspekte, Zeichen und Häuser.
Aber dazu gehört auch, die einzelnen Zeichen in ihrer einzigartigen
Besonderheit zu verstehen lernen.
Die
Planetenverteilung in den Elementen sind darüberhinaus noch weitere
Grundlagen, die oft die grobe Struktur einer Persönlichkeit aufzeigen
können. Aus solchen Grundlagen ergeben sich erste Schritte und Ansätze
zum Deuten eines Radix, die sich mit der Zeit vertiefen lassen.
Schlagworte
für die Planeten könnte man viele angeben. Es zeigt sich eine
Besonderheit gerade in solchen, die das Essentielle auf einen sehr
fundamentalen Nenner beschreiben.
So sind vom Systemtheoretiker R.H. Francé im Umlauf:
Mond - Funktionalität
Merkur - Ökonomie
Venus - Harmonie
Mars - Selektion
Saturn - Integration
Uranus - Mutation
Neptun - Partizipation
Pluto - Metamorphose
Auf
den ersten Blick befremden die Schlagworte. Aber
beschäftigt man sich näher mit der Astrologie entdeckt man mehr und
mehr die Stimmigkeit obiger Prinzipien. Aber auch andere Prinzipien
könnten sicher ebenso eine tiefere Ebene zeigen. Sie sind nur scher
zugänglich und daher kommen die meisten Astrologen meiner Meinung nach
auch nicht oft auf diese Prinzipien.Umso tiefer man auf die
Symbole eingeht, desto weniger Variabilität und Vielfalt und Streuung
gibt es.
Also
sozusagen steigt man von
der Oberfläche der Gefühle (Mond) tiefer hinab zum Prinzip auf
einer
grundlegenden Ebene - entdeckt man die Funktionalität als ähnlich der
Fluktuation, der Bewegung, der Interaktion, der Erfüllung von Funktion
der Wahrnehmung etwa. Krebs spiegelt sich in Zwillinge. Auch kein
Zufall. Die Neugierde des Zwillinge kann zum Schatten werden, man
entblößt dann seine Neugierde. Schafft Bewegung, aber kein
Verständnis; wenn man mitdenken würde, und nach logischen Erwägungen
eine Vorstellung wachruft (korreliert hier auch mit Mond/Krebs!),
könnte man sich das Neugierde zeigen, das Fragen sparen. Man erwartet
von anderen die Stillung, und meist ist es nur Bedürfnis nach Bedienung
durch Fakten, die man erwartet als Gegenstück zur inneren Frage.
Eindrücke auf Ebene des Mondes. Im Zwillinge findet der Mond denn auch
das Gegenstück seiner Erwartungshaltung: Die Neugierde und Offenheit.
Beweglichkeit. Darin erkennen wir schon ein Stück Funktionalität.
Anders herum ahnen wir auch die Ökonomie des Merkurs. Der Zwillinge
könnte ökonomisch nach Logik vorgehen, um seine Fragen selbst zu
beantworten. Dass die Antworten falsch sein können oder nicht ins Ganze
passen (muss er bessere Ahnung = Schütze entwickeln), ist genauso
möglich. So wie der Krebs/Mond zur Dysfunktionalität kommt (der Weg
wird
beschwerlich, siehe die Kinder mit Püppchen weiter unten im Text). Dann
weint der Krebs. Unerfüllt. Keine Funktion. Mama!
Kreativität erfüllt sich durch Empfindungsfähigkeit. Schwanger wird man
durch Befruchtung. Aber der Prozess ist Funktion: Eine Frucht
austragen. Und Um-Sorgen ist ebenso eine Funktion erfüllen, die sich
nicht instinktmässig beschreiben lässt, sondern eher als kulturelle
Errungenschaft der Evolution, auch im Tierreich. Es ist uns inne
wohnend. man wird geholfen zur Funktion zu gelangen. Kleine Mädchen
fahren mit Püppchen im Plastik-Kinderwagen einen steinigen
steilen
Weg hinab: sie erleben es solange als fröhlich und heiter, wie die
Steine es nicht beschwerlich machen. Sie fahren die Püppchen
vor
sich her, haben keinen Blick für anderes, als Einübung späterer
Funktion erfüllen sie sich darin, im Um-Sorgen sozusagen. Sie wissen
das nicht, aber fühlen es, der Mond bringt es als Bedeutung; weil sie
Gefallen haben, weil sie Phantasie einbringen, kommt es dann (und
später) auch zur Funktion. Freilich, erst mit der Pubertät
und dem
Erwachsensein formt sich die Funktion durch Verantwortung und Einsicht
weiter aus. Am Anfang steht immer die Vorstellung, die gefühlte,
spielerische Bedeutung, die hat einen Zweck: Funktionalität. Bewegung
durch gewährleistete Abläufe.
Wir lernen durch das Aufnehmen der
Welt und Interpretationsvorgaben in der Kindheit und Schule alles, was
wir dann später zur Funktion bringen können, vor allem durch das Spiel
üben wird das, und es ist vorfindbares. Das Spiel, ja Löwe/5, aber es
hat auch eine kindliche Ebene: 4/Krebs. Empfindung trägt Bedeutung für
einen (ich meine nicht jene gedachte Bedeutung), das Gefühlte hat Wert
für einen. So werden wir vertraut und Vertrautheit (nicht Vertrauen)
ist auch eine Funktion, die uns das Leben auferlegt. Von aussen
erfahren wird einen Reiz, einen Auslöser, und in uns wird eine Funktion
angeregt. Und ohne das Empfinden von Wert oder Bedeutung, käme nichts
zur Funktion. Mond als Funktionalität erfüllt sich, muss. Sonst wird
der Mensch sich sehr schlecht fühlen, uneins. Bedeutungslos. Launisch =
Langeweile.
So betrachte ich bislang jene Funktionalität in Bezug
zum Mond. Vorläufig. Es sind nicht die super Formulierungen. Mir fällt
bislang selbst ja auch noch etwas zum Begreifen...
Man sieht jedenfalls, hinter den offensichtlichen Symbolen, stecken
Prinzipien, stecken tiefe "Geheimnisse".
Es
kann manchmal sehr helfen die astronomische Seite der
Astrologie
verstehen zu lernen, da die Verhältnisse des
Erd/Himmels-Zusammenhangs oft ein Abbild der astrologischen Wirkungen
sind.
Es gibt Energien,
Kräfte, oder Einflüsse
die wirksam sind, und nicht erklärt werden können. Die
Schöpfungsgesetze kehren auf verschiedenen Ebenen wieder in ähnlicher
Gestalt. Die Astrologie zeigt einen sehr tauglichen Ausschnitt aus den
wirkenden Gesetzen. So ist es kein Geheimnis, dass das Leben sich in
Gegensätzen und Widersprüchen, in Dualitäten ereignet und fügt. Daher
ist die Gegenüberstellung zweier Zeichen, Häuser oder Planeten ind er
Astrologie auch fundamental.
Wie
wir von einer gegenwärtigen Position (Erde und
Horizont) von weiteren Bezugspunkten umgeben sind
(Himmelskonstellationen anderer
Körper).
Das Wichtigste
ist dabei ein Zentrum, das wir als Sonne markieren können.
Und es wird auch immer wieder um den Anfang gehen, etwa
Anfang der Geburt, aber auch den Anfang des Tages als Sonnenaufgang am
Aszendenten. Sogar der applikative Aspekt als den Anfang der
Wirkung kommt grob in Frage, von dort kommen wir bald auch zu
Anfängen der Zyklen, nämlich ihren verschiedenen Phasen und Impulsen,
und es lassen
sich sehr viele Anfänge rudimentär erkennen und auf diesen Ebenen
entdecken wir auch das Wechselspiel zwischen Alt und Neu, Anfängen und
Enden. Es gibt aber real kein Ende, sondern alles baut auf zuvorigem
auf, führt es weiter oder verändert die Grundlagen des Gegebenen,
Gewachsenen.
Dass
die Astrologie nicht mit von vorneherein festgelegten
Bedeutungen der
Symbole arbeitet, lässt sich etwa damit belegen, wie es auch an anderen
Stellen der Schöpfung bzw. Natur zum Beispiel zu einer Mehrfachnutzung
kommt:
Das
Blut dient nicht nur der Sauerstoffversorgung, sondern auch dem
Transport und Abstransport von Stoffen, der Immunabwehr und vieles
andere. Der Planet Venus steht nicht nur symbolisch für Geld und Wert,
oder Kunst und Ästhetik, sondern auch für Beziehungen und
Gestaltungen von sozialen Beziehungen.
Die meisten Techniken erklären sich in Bezug aus der Sonne. Dazu gehören auch viele Progressions- und Direktionssysteme, auch Solare und die wichtigen Septare (ein Solar entspricht sieben Lebensjahren). Dennoch bleibt der Bezugspunkt unserer Sicht normalerweise von der Erde ebenso massgeblich bestimmt. Die Ekliptik und Unterteilung der Zeichen ergibt sich aus dem Umlauf der Sonne über den Äquator der Erde. Genauer gesagt wird damit ein fixer Punkt der Sonnenwende festgelegt, der dafür steht, dass wir Ende März das Widderzeichen (mit dem Sonneneintritt in den Widder) kennen. Der tropische Tierkreis, der am Widderpunkt aufgehängt wird, das ist die Sonnenwende oder anders gesagt das Überschreiten des Äquators in Richtung Norden.
Somit ergeben sich in grundlegendster Art zwei elementare Bezugpunkt mit Sonne und Erde, wobei der objektiv gesehen identifizierbare Körper der Erdensphäre durch den Mond repräsentiert wird. Obwohl es auch denkbar wäre, im Horoskop gegenüber der Sonne die Erde zu identifizieren (Opposisition zur Sonne), die als solcher Planet am Himmel aber rein fiktiv wäre. Es wären so auch nur Aussagen möglich, die sich aus der Position der Sonne ableiten. Das hiesse, es wird tendenziell immer die Sonne einmal in ihrem normalen Stand im Zeichen gedeutet, und dann die Symbolik der Erde aus der Opposition der Sonne heraus. Es gibt aber Astrologen, die das Gegenzeichen der Sonne sowieso als sehr wichtig einschätzen, und beschreiben das Gegenzeichen der Sonne als inneren Leitstern des Horoskopeigners.
Ich erwähne das nur, um ein paar Einblicke in diese interessanten Fragen zu bieten. Elementare Bezugspunkte, darum geht es. Man findet immer wieder verschiedene Kreuzungen von Bezugspunkten, zB zwischen den Umlaufbahnen der Sonne und des Mondes beim Mondknoten - genauer beschrieben entsteht der Mondknoten aus den Bezugspunkten der Ekliptik und der Mondbahn (Überschreiten der Ekliptik durch den Mond in nörderlicher Richtung: aufsteigender Mondknoten). Wobei zu beachten ist, dass diese Kreuzungspunkte von einem Beobachterstandpunkt der Erde gebildet werden (so wie die Ekliptik nur aufgrund des zwar imaginären, aber einzig massgeblichen Erdmittelpunktes gebildet wird) - da wir aber sowieso alles aus der Erdposition deuten, brauchen wir diesen besonderen Umstand, dass wir uns auf der Erde befinden (bei einer normal geozentrischen Astrologie) nicht berücksichtigen.
Bei Lilith handelt es sich um den erdfernsten Punkt auf der elliptischen Bahn des Mondes. Siehe dazu das Apogäum.
Aus der Betrachtung, wie diese Bezugspunkte oder Schnittpunkte verschiedene Faktoren verbinden, und welche Bezüge sich aufstellen lassen, ergeben sich auch Ansätze für die Bedeutungen oder detaillierte Forschung. So ist es interessant, dass der aufsteigende Monknoten das Überschreiten der Ekliptik in nördlicher Richtung beschreibt, ähnlich wie der erste Kardinalpunkt des Tierkreises (Widder) aus dem Überschreiten der Sonne über den Äquator in nörderlicher Richtung gebildet wird.
Nun kann man die Bedeutungen des aus astronomischen Sachverhalten gebildeten Faktors nicht automatisch gleichsetzen durch seine Analogien zu anderen Ähnlichkeiten. Was sich auch immer daraus ergibt - der Anfänger wird gewöhnlich eher zu den Überlieferungen greifen müssen, als selbständige Überlegungen diesbezüglich zu intensivieren. Aber es kann nicht schaden, mehr nutzen, schon früh mit diesen Bedingungen und Sachverhalten vertraut zu sein.
Ganz grundlegend kommen wir immer zur Sonne als wichtigen Faktor, nicht nur im Radix, sondern in Bezug zur ganzen astrologischen Anordnung. Wann immer wir es mit Ekliptik (den zwölf Zeichen!), den 360 Graden oder Progressionen und Direktionen zu tun haben, berühren diese Sachverhalte auch die Grundordnug des Bezuges zwischen Sonne und Erde.
Dies sei nur gesagt als Ansatz, um sich die astrologische Wirkung auf Ebene des Lebens erklären zu können: Die Ekliptik kann als magnetisches Feld der Erde betrachtet werden, und die Beeinflussung durch Planeten erzeugt weitere Wirkungen entweder durch dieses Feld oder ein allumfassendes Feld, das sich mit dem Erdmagnetfeld überkreuzt und verbindet... - es ist nützlich, sich die Wirklichkeit nicht nur als in Symbolen beschreibbar vorzustellen, sondern auch als Ort voller Schwingungen und energetischer Felder, womit sich Resonanzen, Anziehung und Komplementarität ergibt. Jedes Ding, jedes Ereignis, jeder Mensch ist von solchen Feldern geprägt, und unterliegt dem Einflussbereich solcher Felder...
Viele raten dazu, sich ausschliesslich auf die Grundlagen zu beziehen. Und sich am Anfang nicht auf Details wie Nebenaspekte, Asteroiden, Fixsterne, Halbsummen, Tierkreisgrade, Dekane usw. einzulassen.
Meiner Meinung nach muss es genauer heissen: die Grundlagen sollten niemals vernachlässigt werden.
Von Anfang an achtete ich - wenn auch nicht durchgehend sondern sporadisch - auf bestimmte Stellungen von Asteroiden. Von Anfang an wuchs ich so in die etwas schwierige Materie der Asteroiden hinein.
Von Anfang an beschäftigte ich mich mit den Häusern, und lehnte den Rat ab: "Placidus zu nehmen und fertig" - ich wollte es genau wissen und probierte viele Häusersysteme aus. Ich wollte kein Häusersystem benutzen, nur weil es alle benutzen, oder ohne dass ich verstand, was das überhaupt mit sich bringt, diese Placidus Häuserspitzen zu nehmen oder zu anderen Haussystemen zu kommen. Heute bin ich zwar wieder hauptsächlich zu Placidus gekommen, aber ich weiss durch das Studium, meine Intuition, und nicht zuletzt durch die Aufgeschlossenheit, dass auch das Koch-System richtig und zutreffend ist. Es erfordert nur eine andere Deutungsperspektive (über Unterschiede zwischen Koch und Placidus siehe Anhang).
Und womöglich - so mein Urteil bislang - sind viele andere Häusersysteme ebenso stimmig, und bedeuten nur eine andere Persepktive oder Ebene (wenngleich ich zugestehen muss, dies bislang nur zwischen Koch und Placidus herausgefunden zu haben!).
Also einfach tun, wonach einem steht, aber nie vergessen, dass man die Astrologie in ihren Details nicht verstehen werden wird, wenn man die allgemeine Anordnung nicht versteht, die Inhalte der Zeichen, das Wirken der Planeten. Verschränkungen und Kombinationen.
Wichtig ist, sich nichts einzubilden, und sorgsam ein kritisches Auge auf vermeintliche "Wischiwaschi"-Deutungen zu werfen, die man von sich gibt, und die das Wohlwollen der Fragenden erheischen könnten. Die Rückmeldungen auf Zufallstreffer, oder eine nur ungefähre Stimmigkeit suggerieren, mitsamt der eigenen Verletztheit auf kritische Rückmeldung und Ausschaltung der Selbstkritik, man sei als Astrologe auf dem richtigen Weg. Man soll einfach schauen, wie der Fragende es wohl meint, was er zu einer Deutung gesagt hat. Dazu gehört nur ein Minimum an Menschenkenntnis. Aber sehr viel Ehrlichkeit mit sich selbst.
Man darf nur nicht dazu neigen, das Theoretische als Selbstläufer zu betreiben.
Im Praxisbezug muss sich zeigen, ob eine Annahme Stimmigkeit erzeugt. Da muss man einfach ganz genau hinschauen, ob etwas wirklich stimmig genug ist.
Verschiedene Schulen legen nur einen anderen Schwerpunkt. "Die Astrologie gibt es nicht", sagt man. Aber das ist falsch. Die Astrologie ist einfach das, was allen Schulen und Richtungen gemeinsam ist. Und Zeichen, Planeten, die Ebene der Häuser ist allen gemeinsam.
Aber jede Schule legt einfach einen verschiedenen Schwerpunkt und manche betonen mehr die Häuserherrscher und andere sehen in Trigonen und Sextilen nicht das Gewicht wie bei Quadraten oder Oppositionen (wohl aus pragmatischen Gründen der Deutlichkeit), und klammern die Sextile und Trigone sogar komplett aus. Andere Schulen wählen Koch-Häuser und haben in dieser Hinsicht spezielle Methoden ausgebildet (API) und andere wählen Placidus um mit diesen Häusern spezielle Methoden auszubilden (MRL, 7er Rythmus usw.).
Da das eigene Urteil so wichtig ist in der Astrologie, gibt es nur einen Weg, Deinen. Du musst nur überzeugt sein, dass das, was Du tust, richtig und zielgerichtet ist. Und was soll das Ziel sein? Deuten können! Und das Stochern im Nebel zu vermeiden.
Natürlich kann es helfen, sich umzuschauen und das ist sogar wichtig. Aber alles blind glauben, was andere, auch vermeintlich gescheite Astrologen sagen, bitte nicht! Denn es bleiben auch bei annähernd richtig beschriebenen Sachverhalten sowieso nur Worte, die Bedeutung findet in Dir statt. Das Wort führt niemals an das Symbol heran: das Wort zeigt nur, was sich an der Oberfläche ergibt. Was symptomatisch, typologisch und systematisch aufstellen lässt. Aber der wahre Weg zum Symbol muss in der Anschauung stattfinden, muss am Ende das Prinzipielle, Essentielle erfassen können.
Der absolute Urgrund: Die 12 Zeichen
Hauptplaneten
und ihre
eindeutigen Herrscher:
Sonne (Löwe), Mond (Krebs), Merkur (Zwillinge, Jungfrau), Venus (Stier,
Waage), Mars (Widder), Jupiter Schütze), Saturn (Steinbock), Uranus
(Wassermann), Neptun (Fische), Pluto (Skorpion).
Es gibt auch Nebenherrscher, nämlich die alten klassischen Herrscher wie Saturn für Wasssermann, Mars für Skorpion und Jupiter für Fische.
Aber zum Teil auch Erhöhungszeichen, was man aber selten von einem Astrologen beachtet finden wird; meiner Erfahrung ist es aber so, dass auch der Mond als Nebenherrscher des Stiers Relevanz aufweist, da Mond in Stier erhöht ist).
Ob man
auch Chiron als eindeutigen Herrscherbezug für Jungfrau heranziehen
kann liegt in der Erprobung.
Hauptaspekte:
Konjunktion, Opposition, Quadrate, Trigone, Sextile, (Quinkunx,
Halbsextil)
Nach Meinung vieler Astrologen (auch mir):
der Quinkunx-Aspekt ist ein Hauptaspekt, da überaus deutlich, nur etwas
schwieriger zu deuten. Das Halbsextil wird gewöhnlich bei der
API-Schule nach Huber mit einbezogen; meiner Meinung nach muss man
persönlich entscheiden, ob man ihn berücksichtigt (ich tue es
gelegentlich).
Die 12 Häuser
Man kann die 12 Häuser zunächst
und grob als Analogien zu den Zeichen deuten.
Also:
1.
Haus=Widder-Charakteristik.
2.
Haus=Stier-Charakteristik.
12.
Haus=Fische-Charakteristik.
Ebenso kann man auch die Planeten mit den Zeichenprinzipien analog setzen.
Doch darf man nicht glauben, die Häuser würden denselben Ausdruck bringen wie die Zeichen oder Planeten. Man muss viel eher begreifen, dass Häuser, Planeten und Zeichen drei verschiedene Ebenen bedeuten, auf denen sich ursprüngliche Prinzipien ausdrücken. Wieviele ursprüngliche Prinzipien es sind, ist weniger wichtig, als überhaupt zu verstehen, dass sich die ursprünglichen Prinzipien niemals direkt zeigen, sondern nur durch Mittler. Wenn auch die Zeichen wohl am deutlichsten diese ursprünglichen Prinzipien offenbaren, sind sie vermutlich ebenso nur Vermittler der ursprünglichen Prinzipien.
Das Prinzip ist also unsichtbar, und drückt sich vermittelt über die Ebenen Zeichen, Haus und Planet verschieden aus!
Um die Häuser nicht technisch als Prinzipien sondern hinsichtlich der Bedeutung für das Radix eines Menschen zu beschreiben: Kann man die Häuser am besten als Lebensbereiche beschreiben.
Zu den
Grundlagen gehört
auch, wie sich die
Persönlichkeit
zusammenbaut. Es sollte sich ab und zu mit Hilfe der Astrologie der
Aufbau der Persönlichkeit vor einem abzeichnen, wenn auch
nur ungefähr.
Man sollte als Anfänger nicht immer nur mit Hilfe der Astrologie die
Persönlichkeit konkret zu deuten versuchen, also herausfinden,
wie jemand gestrickt ist. Sondern lernen,
wie überhaupt die Persönlichkeit aufgebaut ist und durch die Astrologie
veranschaulicht werden kann. Warum jemand so
gestrickt ist.
Eine Persönlichkeit in ihren Komplexen, ihren Schatten, in dem Verdrängten, in Projektionen und Talenten deuten zu können, hängt erheblich davon ab, auf welchem eigenen Stand der Reife man als Astrologe ist. Das ist auch in der herkömmlichen Psychologie nicht anders! Aus einer mangelnden Selbsterkenntnis ergibt sich nicht selten eine verschrobene Deutung, in der ein Menschenbild vorliegt, das nicht besser ist als jener Leitsatz: "So wie ich lebe, denke und urteile, sollen auch alle anderen sein." Darin beinhaltet ist oft ein Mangel an Freiheit des Selbst und ein Verhaftetsein am Status Quo (wie man ist und wie man glaubt, sein zu sollen).
Daher ist es auch wichtig, mit Hilfe der Astrologie sich selbst besser kennen zu lernen, und sich in seiner Persönlichkeit, seinem Denken und Gefühlen zu entwickeln!!! Man studiert am besten immer wieder auch andere Menschen, um sie zu verstehen. So lange man aber über sie urteilt, kann man sie nicht verstehen lernen. Verstehen ist sehr oft, dass man erkennt, was für Gründe jemand hat, so zu sein, wie er ist. Mit der Astrologie kann sich oft ergeben, dass man viel toleranter mit anderen umgeht, weil man ihre Gründe kennt und versteht, dass sie ihre eigenen Ausgangspunkte aber auch Schwierigkeiten aufweisen.
Zu dem Wesen eines Menschen gehört auch der Aszendent, das ist das Aszendentenzeichen und sein Herrscher, der in irgendeinem anderen Zeichen stehen kann, und auch in einem anderen Haus als wie im ersten Haus. Dieser Aszendent und die zu ihm gehörenden Anteile oder Faktoren gelten wohl als am schwierigsten zu deuten!
Abgekürzt wird der Aszendent im deutschen Wortschatz besser nicht als AC! Sondern AS. Dasselbe gilt über den Desezendent: nicht DC, sondern DS. Die anderen Hauptachsen: (das) Medium Coeli: MC, (das) Imum Coeli: IC.
Zum Beispiel ist der Herrscher von Krebs der Mond. Auch die Stellung des Mondes bei einem Krebs-Aszendenten ist also wichtig zu beachten: das Haus und das Zeichen des Mondes kann als Erweiterung des Aszendenten (und des 1. Hauses) begriffen werden. Ebenso natürlich ganz wichtig: Planeten am Aszendenten etwa 4° Orbis für solche die im 12. Haus am AS stehen, und 5° Orbis im 1. Haus. Das sind die deutlichsten Wirkungen. Manche nehmen grössere Orben. Manche nehmen sogar alle Planeten im ersten Haus als Einflussgröße für den Aszendenten, doch dürfte das nur ein schwacher, vielleicht aber nicht ganz unmerklicher Beitrag für den AS anhand dieser Planeten darstellen.
Diese
Struktur der
Persönlichkeit, wie sie durch Sonne, Mond und Aszendent gebildet wird,
ist wohl
das Schwierigste, was die Astrologie einem Anfänger zu bieten
hat. Generell ist der Aszendent schwerer zugänglich in der
Deutung - ein genauer Aspekt, zB von Mars auf einen Fische-AS, kann
diesen
Fische AS einen Spur "Widder-Charakteristik" verleihen, dass man meinen
mag, es handele sich um einen Widder AS.
Es
hängt aber auch vieles davon ab, wie der Herrscher des AS steht, und
wie die Elementeverteilung des übrigen Radix ist, wie der Aszendenten
zu seiner Eigenart kommt. Auch der letzte Neumond vor der Geburt kann
Aufschluß über ein gewisses zusätzliches "Energiefeld" liefern, in dem
der Mensch zu erkennen ist, was er ausstrahlt. Dieser Neumond vor der
Geburt kann einen anderen Aszendenten haben, und die Sonne kann auch im
vorangehenden Zeichen den Neumond gebildet haben. Beides kann die
Ausstrahlung des eigentlichen Radix etwas modifizieren. Daher kommt es
meiner Meinung, dass bei manchen knappen Aszendenten manch einer
versucht ist die Uhrzeit so zu korrigieren, dass der Aszendent zum
Beispiel im Element jener Qualität entspricht, die man doch viel eher
für sich empfindet. Wobei es oft auch einfach die Sonne oder der
Aszendent des vorgeburtlichen Neumondes sein kann, der in einem anderen
Zeichen, dass dieser Qualität nahe kommt steht.
Es
hilft, wenn man immer wieder den Aszendenten von
Bekannten versucht wiederzufinden, wie sie sich geben, wie sie
sich
entscheiden,
und Empfindungen oder Werte ausdrücken. Welchen Grundschatz an
Substanz bei dieser Person zur Geltung kommt, und der sich so
verkörpert ist, dass er
nicht einem anderen Planeten entsprechen kann.
Entscheidungen, die
durch
das Aszendentenzeichen bewegt werden, kommen als
Selbst-verständlichkeiten zustande und oft ist Identifikation,
reflexhaftes Verhalten, oder aber
bei entwickelterem Ausdruck vor allem Selbst-verständnis
anzutreffen.
Als wichtig
gilt, dass die Stellung des AS-Herrschers Auskunft
über ein zentrales
Anliegen gibt, wo der Horoskopeigner einen Teil seiner Persönlichkeit
ausleben möchte (und gewöhnlich auch wird).
Auf der Webseite "Horoskopdeutung"
habe ich einige Hinweise gegeben, wie man sich den Aszendenten
als
Teil der Persönlichkeit vorstellen kann.
Es sei bei der Gelegenheit erwähnt, dass auch die Häuserherrscherbezüge (jetzt unabhängig von einem Bezug zum Aszendenten) und die Stellung der Herrscherplaneten des ganzen Radix wichtige Persönlichkeitsmerkmale oder -strukuren beschreiben können.
Sowieso sollte man sich von Anfang an daran gewöhnen, dass es viele Perspektiven und Ebenen gibt, die sich voneinander unterscheiden, aber alle am Aufbau der Persönlichkeit beteiligt sind. Schlussendlich wird aus allen Faktoren und Ebenen, auf denen man die Faktoren betrachtet, die Persönlichkeit und Psychologie, Interesse, Orientierung und Anlage des Menschen gebildet.
Manche Formulierungen der verschiedensten Autoren sind nur Worte, und können das Gemeinte verzerren, dessen Wahrheit auf einer ganz anderen, symbolisch-logischen Ebene liegt, auf einer prinzipiellen, essentiellen Ebene, zu der keine Worte direkt hinführen können.
Manchmal sind die Worte eines Autors äusserst kompatibel zu seiner eigenen Sicht- und Denkweise, aber vielleicht versteht man es selbst eher anders.
Manchmal hat man das Glück, annähernd universelle Beschreibungen zu finden. Die Kunst des Autoren sollte die Astrologie sein, und nicht das Wort. Das heisst, man kann manche ungenaue Beschreibungen eines Autoren verzeihen.
Jedenfalls
erwies sich mir oft, dass ich die Äußerungen
mancher Autoren erst dann nachvollziehen konnte, wenn ich eigenständig
mich bemühte, den gemeinten Sachverhalt zu ergründen, zB mit meiner
Intuition.
Ansonsten schien mir beinahe jeder Autor an der Sache vorbei
zu
reden, mit der ich begreifen konnte, wie das Symbol, Zeichen oder
Prinzip denn nun wirklich wirkt. Das Buch lieferte mir nur dann den Weg
in exemplarischen
Beschreibungen und Annäherungen, wenn ich die Aussagen vom Wort auf die
Ebene des Symbols brachte, was nur durch einen eigenständigen mentalen
Akt geschehen kann, aber nicht durch das verstandesmässige Denken
wohlgemerkt!
Man sollte ein Buch nur noch in dieser Weise lesen, dass man die Aussagen eines Autors auf eine intuitive Ebene des Nachvollzuges stellt. So dass man diese Aussagen wirklich nachvollziehen kann.
Man kann dann in einer Weise lesen, indem man sich vor dem eigenen Auge den beschriebenen Faktor vorstellt, und der Autor will ihn mir nicht erklären (auch wenn es den Anschein hat, dass er das tut), sondern er sagt etwas dazu, berichtet, versucht es - und ich selbst versuche den Faktor in meiner Vorstellung zum Leben zu erwecken, ihm durch eigene Intuition in der Essenz näher zu kommen.
Man muss
versuchen, die Aussagen auf
den Sachverhalt zu beziehen;
zum Beispiel ist das Buch von Howard Sasportas: "Aszendenten
und Häuser" dann wirklich sinnvoll, wenn man diese Aussagen als
beispielhafte Umschreibungen versteht. Man bekommt den Eindruck, dass
Sasportas
die Essenz einfach nicht getroffen hat oder an der Sache vorbei redet.
Die Essenz muss oder sollte man
in sich selbst nachvollziehen, wozu solche Beschreibungen zu jedem Haus
und Planeten im Haus eben eine wertvolle Hilfe sind und Sasportas
schreibt aus einem Erfahrungsschatz von Fallbeispielen. Ebenso kann
Roschers Mondbuch so aufgefasst werden. Roscher redet an der Essenz
zwar nicht absolut vorbei, aber trifft mit den vielen Fallbeispielen
aus der Praxis oft auch nur bestimmte ausserordentliche Facetten
beispielhafter Fälle (und seine Schlussfolgerungen überzeugen
mich
nicht immer). Diese Bücher können aber sehr nützlich sein, wenn man
genügend eigenes Urteilsvermögen mit bringt.
Ans Herz legen kann ich übrigens Brigitte Hamanns Buch über "das innere
Kind im Horoskop", das einen wertvollen Beitrag zum Verständnis des
Mondzeichens liefert, und auch den Saturn in den Häusern beschreibt -
was beides wichtig, aber nämlich nicht oft berücksichtigt
wird.
Die Deutungen in Hamanns Buch empfinde ich zu einem guten Teil
essentieller als wie von Roscher.
Auch
Frank Felbers
Lehrbuch ist dafür sehr geeignet, die Zeichen besser kennen zu lernen,
weil Felber in seinem Buch so
ziemlich umfassend über das mögliche Spektrum der Zeichen und
Planeten schreibt.
Sasportas beschreibt in seinem Buch die einzelnen
Stellungen in den Häusern mit Beispielen, ohne auf die Bedeutung eines
Faktors besonders viele Worte zu verlieren.
Felber in seinem Lehrbuch
behandelt vor allem die grundlegende Natur von Zeichen und Planeten.
Felber hat aber auch gute Bücher über Transite, Geburtsradix-Aspekte
und Transitaspekte geschrieben. Durch solche Bücher kann man
sich über die Wirkung der Faktoren im Klaren werden.
Für
mich stellt die Astrologie eine Sprache der Energien dar, so
hat
es auch schon Stephen Arroyo formuliert.
Lebensenergien,
psychische
Energien, und schicksalshafte Energien suchen sich ihre Wege, bilden
Wege. Es ist bereits ein alter Hut, dass eine moderne Erklärung
über unsere Wirklichkeit zu der Anschauung kommt, dass es sich wohl
mehr so verhält, dass Energie die Materie hervorbringt, und weniger die
Materie
über die Energie bestimmen würde. Wenn man sich die Astrologie
vergegenwärtigt, erhält man auch immer wieder einen Grund, das
so
zu sehen.
Es gibt vielleicht zwei Wege, wie man
anfangs an die Astrologie herangeht und es ist nützlich sich irgendwann
klar zu machen, ob man mehr der empirisch-merkurische Typ ist, oder der
intuitiv-uranische Typ, oder sogar eine Mischung beider Typen. Darauf
weisen manche Astrologen hin und gelegentlich erkenne ich auch zwei
verschiedene Arten, wie Astrologen an das Radix und die Deutung
herangehen. Allerdings bin ich der Meinung, dass man ohne Intuition
nicht sehr weit kommt. Deshalb gehe ich nur kurz auf diese beiden
Zugangswege ein.
Der intuitive Typ muss die einzelnen Konstellationen mehr begreifen lernen, worin der empirisch-merkurische Typ zunächst einen gewissen Vorsprung hat. Der intuitive Typ kann aber gelegentlich mit einen Blick ins Radix schon sagen, was in einer einzelnen Konstellation beim Horoskopeigner zur Ausprägung kommt, oder welche beobachtbare Eigenschaften an welcher Konstellation festzumachen ist. Oder den umgekehrten Weg vom berichteten oder beobachteten Lebensvorgängen ins Radix zu gehen. Doch oftmals stockt es beim Anfänger des intuitiven Typus, dann fällt ihm absolut nichts ein. Ihm fehlt das konkrete kombinatorische Wissen, den Zugang zum Verständnis des Symbols, ebenso wie er manchmal Probleme hat, sich vorzustellen, wie das Radix eigentlich Vorgänge des Lebens beschreiben kann. Gelegentlich kann sich der intuitive Typ auf einen Faktor spezialisieren und lernt schnell die tiefere, essentielle Bedeutung aller Faktoren kennen.
Dem
vorwiegend verstandesmässig orientierten
Astrologen mag dagegen
nichts besseres einzufallen, als zu beschreiben, was er da vor
sich liegen hat, was manchmal
unterschwellig stigmatisierend wirken kann, weil man nur Fakten
beschreibt,
aber keine Lösungen bietet. Oft klingen seine Deutungen pauschal, und
berücksichtigen nicht die mögliche Spannbreite, wie sich die
Konstellationen ausdrücken können. Gelegentlich kommt der intuitive Typ
aber zu einer idealisierenden Beschreibung, während der
kombinatorische Typ zu sehr davon ausgeht, dass eine
bestimmte Bedeutung mit einer gegebenen Konstellation einher
gehen muss, die dann aber nicht zutrifft.
Zunächst geht es überhaupt darum, dass man das Radix annimmt und lebt.
Und wie man so schön sagt: Nicht vom Radix gelebt wird - also wie man nicht vom Wind des äusseren und inneren Geschehens umher geworfen wird.
Wenn man mit seinem eigenen Radix arbeitet, um Astrologie so besser zu begreifen und zu erlernen, muss man natürlich auch ungefähr wissen, wie man nun die Lektionen oder Lernaufgaben, die das Leben an einen stellt, angehen kann.
In der Astrologie und dem einzelnen Radix sollte eine Absicht des Lebendigen erkannt werden.
Der Horoskopeigner möchte in bester Weise das Horoskop verwirklichen - das ist das Ziel einer Deutung.
Sollte man sich von dem Gedanken verabschieden, dass man die Astrologie bald für Prognose verwenden könnte? Das geht erst nach langer Zeit, in der man zunächst auch die Grundlagen verstehen muss. Man muss immer wieder in die Horoskope schauen und prüfen, prüfen, prüfen! Ob Prognose wirklich möglich ist? Es gibt Astrologen, die das bekunden. Ich selbst unterscheide zwischen Trends, Themen, Lebensbereichen, zwingenden Auseinandersetzungen, daraus ergeben sich dann evtl. Umstände, die man exakt benennen kann. Aber regelrechte exakte Prognose, sie werden in diesem Jahr heiraten, stellen Ausnahmen dar. Es ist gaz einfach: Man schaue sich um, wo es diese exakten Prognosen gibt. Man stellt fest, sie sind spärliche Ausnahme!
Man prüfe bei seinen eigenen Experimenten: Ob die Tendenz, die man glaubte zu erkennen, auch eingetroffen ist! Man wird staunen, wie schlecht man abschneidet, wenn man aus der Tendenz zu konkrete Aussagen macht - dagegen stimmt die Tendenz, Thema, zwingende Auseinandersetung viel öfter als die gedeuteten Folgen. Was nicht einfach an der Breite der Möglichkeiten liegt, die man dabei zulässt, sondern so ist das Leben: es ist bis zu einer gewissen Schwelle nicht deterministisch vorgegeben. Wohl sind Erfahrungsräume vorgegeben.
Daraus ergeben sich auch interessante karmische Perspektiven. Ich kann zum Beispiel eine Prüfung durch Krankheit bestehen, die mich lähmt, oder durch eine anstrengende Bergtour, die mich im Laufe der Tour sehr erschöpft und beansprucht. Im Grunde werde ich in beiden Fällen in gewisser Weise mich beschränkt sehen (zum Beispiel nicht tanzen können). Die Planeten verursachen ähnliches, und wir haben bis zu einem gewissen Rahmen die Wahl, wie wir welche Erfahrung machen sollen.
Wir
sind gewöhnt und dressiert worden, ein Buch oder einen Text im Ganzen
von vorne bis hinten durchzuackern. Es ist aber stumpfsinnig, etwas zu
lesen, was man nicht versteht.
Daher kann es natürlich lohnender sein,
aus einem Text erst mal nur das herauszufischen, woran man anknüpfen
kann, und sich den Rest für später aufzuheben.
Sowieso sollten Astrologie-Bücher als Nachschlagewerke definiert
werden. Nicht als Lesebücher. Es gibt ein paar Ausnahmen.
Meine Meinung ist, dass Intuition eine ganz simple Angelegenheit ist, die aber für das vorgenomme Ziel der Deutung nötig ist.
Man weiss nicht was Intuition ist? Dann weiss man es erst durch eigene Erfahrung. Es ist im Grunde ein Werkzeug. Ein Werkzeug der Anschauung oder des Umgangs mit Symbolen, ein Werkzeug, welches mit den Konstellationen etwas anfangen kann.
Gleiches fügt sich Gleichem. Das Symbol ist nichts anderes, als ein Hinweis auf Gleichlautendes. Es sind Konstellationen, die einen symbolischen, energetischen oder strukturellen (je nach Wortwahl) Zusammenhang aufweisen, und damit eine Bedeutung in sich tragen.
Es gibt viele Spielarten der Intuition. Eine sehr grundlegende
dieser Arten von Intuition ist
nichts anderes
als eine energetische
Sichtweise, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist. Energetisch
ist im Grunde alles, was wir wahrnehmen, und alles kennt
Gestaltqualitäten, oder in anderen Worten: Energetische Äquivalente.
Farbe ist
Energie - und in nur einem weiteren Denkschritt ist es nicht schwer,
auch
Formen als Energien anzuerkennen. Und schliesslich die astrologischen
Symbole in dem, was sie zeigen wollen, als Energieformen zu
betrachten.
In der Astrologie ist das mit der
Energie sogar sehr offensichtlich: es geht um die Konstellationen
(Symbole,
Planeten, Elemente, Zeichen usw.), die gewisse Eigenschaften
haben (können).
Und man
kann auch
von Strahlung, Ausstrahlung, Beschaffenheit, Magnetismus, Beeinflussung
oder eben von Energien und Kräften reden. Diese
bringenEigenschaften hervor.
Eigenschaften, die mit den Konstellationen zustande kommen (oder je nach Wortwahl symbolisiert werden, angezeigt werden).
Es gibt verschiedene Ebenen, auf denen Elemente, Planeten, Aspekte oder Häuserspitzen wirken. Aber zugrunde liegt immer eine wirkende Energie oder ein energetisches Feld, oder ein magnetisches Feld usw. (wie man es auch benennen mag).
Mit Intuition erkenne ich diese Eigenschaften. Zusammen mit der Wahrnehmungsfähigkeit (Intuition) und dem Verstand (Merkur) kann ich diese Eigenschaften und Ebenen von anderen Eigenschaften und Ebenen trennen. Und kann sie entweder vom Leben auf die verschiedene Radixkonstellationen beziehen, oder vom Radix ausgehend auf die jeweilige Erscheinungsform im Leben beziehen.
Intuition in der Praxis heisst: Etwas fügt sich zu etwas passendem. Gleiches zu gleichem. Daher auch der Bezug zum Symbol. Das Symbol ist eigentlich kein Verweis auf etwas Gleichlautendes, sonst könnte man es auch direkt nennen, es ist aber ein Verweis auf eine Sache oder Bedeutung, die mit dem Symbol angerissen wird. Etymologisch geht das Symbol auf ein Ganzes zurück, zB eine Tonscherbe, das in zwei Teile gebrochen wurde. Es gab dadurch nur ein passendes Gegenstück.
Man trifft mittels Intuition die passenden Zuordnungen.
Es
gibt keine
Zugangsrichtlinien zu einer geschützten Bezeichnung "Astrologe".
Daher
kann man
sich theoretisch sowohl als Anfänger, Laie, auch
als
Fortgeschrittener, Profi oder Experte als Astrologe
bezeichnen - insofern darunter eine jegliche Beschäftigung mit der
Astrologie fällt, was zum Ziele hätte, Deutungen
anzufertigen.
Das umgangssprachliche Verständnis jenes Begriffes, welches die Tätigkeit eines "Astrologen" zu beschreiben versucht, dürfte wohl dahin zielen, dass man mit Hilfe eines Radix eine überwiegend zutreffende Deutung zu leisten imstande ist.
Für jemanden, der die Astrologie wirklich verstehen will, wird es immer wieder darum gehen, die grundsätzliche Bedeutung der Tierkreiszeichen mehr und mehr zu verstehen. Dafür sollte man sich Zeit lassen, und immer wieder darauf zurück kommen.
Die Prinzipien selbst sind nicht zu erkennen, sondern treten nur vermittelt von Zeichen, aber auch Häusern und Planeten auf.
Die Zeichen können nicht an sich erlebt werden, weil sie immer erst über Häuser und Planeten zu uns in die Erfahrbarkeit kommen.
Man sollte sich nie scheuen, irgendwelchen Leuten, die man regelmässig im Leben trifft, also Freunde, Verwandte, Anverwandte nach ihren Geburtsdaten zu fragen, damit man sich anhand dieser lebensnahen Beispiele in die Art und Weise vertiefen kann, wie sich nämlich die Zeichen am AS und MC ausdrücken oder beobachten lassen, und natürlich: wie vor allem die Planeten in den Zeichen gelebt werden und welche Orientierungen oder Haltungen damit verbunden sein können. Aber gleichwohl gilt: AS und MC sind gewöhnlich für den Anfänger am schwersten zu durchschauen.
Die Zeichen sind wichtig - das zeigt sich am einleuchtendsten bei jeder Synastrie von Partnerschaften oder überhaupt Partnerschaftsastrologie! Allerdings erweist es sich, dass für konkrete Deutungen in einfachster Weise über die Aspekte und Häuser sehr viel und sehr viel rascher etwas herauszuholen ist.
Aber
es ist für den
einzelnen und sein Radix wichtig,
ob man nun einen Löwemars oder eben Zwillingemars hat, denn diese
Zeichen drücken unterschwellige Orientierungen und Bedürfnisse aus und
stehen damit für grundlegende Eigenschaften, über die man verfügt und
die irgendwie immer ins Spiel kommen!
Es ist eine Mär, wenn man
irgendwo liest, dass man die Zeichen getrost
vernachlässigen könnte, weil doch Häuser und
Aspekte schon genügend Deutlichkeit aufzeigen würden. Man
reduziert bei Vernachlässigung der
Zeichen seine Entwicklungsmöglichkeit im
Deutungsvermögen in elementarer Weise.
Um
sich über die
Zeichen im
Klaren
zu werden, lohnt
es sich
unbedingt, mehr als nur ein Buch für diesen Zweck zu lesen. Eine gute
Möglichkeit ist zB Frank Felbers "Lehrbuch der esoterischen und
exoterischen
Astrologie", in denen die Zeichen ausführlich dargestellt werden, auch
in ihrer Bedeutung eines Zyklus. Dieses Buch
liefert auch wertvolle Anregungen über das Lernen der Astrologie
allgemein.
Ein anderes gutes Buch ist das von Nicolaus
Klein: "Glück und Selbstverwirklichung im Horoskop".
Ebenso
für die Zeichen
lesenswert ist
Rudhyars "Die astrologischen Zeichen". Rudhyar ist natürlich ein
Schriftsteller, der etwas Arbeit braucht, ihn zu lesen und zu
verstehen. Aber es lohnt sich, mindestens ein Buch von ihm zu haben, um
auch immer wieder mal darin zu lesen, zB das über den
"Sonne/Mondzyklus". Ausserdem gilt Rudhyar als
inspirierend, doch sollte man Rudhyars Texte vielleicht mit ein
bisschen
Distanz lesen, und seine Standpunkte nicht absolut nehmen. Man muss
erkennen, worauf er hinaus will, weil er manchmal nicht unbedingt alles
immer klar und einleuchtend erklärt, vor allem nicht immer sehr
eindeutige Begriffe verwendet und manchmal meiner Meinung
nach nicht immer ganz exakt ist (sich in einzelnen Dingen
täuscht
oder falsche Gewichtungen setzt). Möglicherweise sollte man zunächst
als allererste Bücher andere bevorzugen und bei Gelegenheit ein
Schnäppchen im gebrauchten Buchmarkt wahr nehmen, was Rudhyar angeht
(gebrauchte Bücher: http://www.zvab.com).
Rudhayrs Buch über die 12 Zeichen ist allerdings ganz nützlich, und
bedarf keiner besonders prüfenden Lesart (wie bei seinem
Sonne/Mond-Zyklus Buch), was freilich auch nur ein
Fortgeschrittener
aufbringen kann. Deshalb Sonne/Mond Zyklus: etwas zweischneidig für den
Anfang.
Was Rudhyar zum Klassiker macht, ist dennoch, dass er wichtige Grundlagen der Astrologie aus einer Sichtweise des Kosmischen beschreibt und aus diesem Gesichtspunkt ergibt sich immer wieder ein Ansatz, sich der astrologischen Anordnung zu vergewissern. Aber ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass er manche Dinge auch nicht ganz stimmig dargestellt hat; andererseits ist das für viele Autoren seiner Zeit hin und wieder so beschaffen.
Ring kann man sich übrigens bei Astrodienst kostenlos zum Lesen runterladen: http://www.astro.com/h/ring_g.htm
Weitere Bücher über die Zeichen bieten sich immer wieder an, um das Wissen zu verdichten und es aus verschiedenen Standpunkten zu sichten.
Als grundlegende Lehrbücher kann ich neben Frank Felber auch Stephen Arroyo empfehlen - siehe dazu auch noch ganz unten auf dieser Seite die Bücherempfehlung.
Arroyo hat allerdings weniger die Tierkreiszeichen beschrieben, veranschaulicht die Astrologie aber sehr gut als 'Sprache der Energie' und gibt auch Einblicke in die intuitive Deutungspraxis. Felber hat eine besondere Gabe, auf die Essenz der Deutungsfaktoren zu kommen und was man als Horoskopeigner im Umgang mit den astrologischen Energien beachten sollte (die jeweilige Entwicklungsrichtung, Licht und Schatten der Archetypen usw.), und zeigt auch den Wert von Asteroiden und Fixsternen in der Deutungspraxis auf.
Man kann nicht genug Bücher haben, um sein
Wissen zu verdichten, und es kann hilfreich sein, zu einem Thema auch
mehrere Bücher zu lesen. So entdeckt man zum Beispiel die verschiedenen
Möglichkeiten, wie sich die Kombinationen der Häuserherrscher auswirken
können, da jeder Autor den Blick für andere Details schärft.
Aber
aus Büchern allein wird man kaum lernen, wie man konkret deutet, das
muss Hand in Hand gehen, man liest und integriert das
Gelesene.
Es kann sich sehr lohnen, Bücher auch von Döbereiner zu lesen. Es kann sein, dass er einem nicht völlig zusagt, doch viele haben immer wieder gesagt, dass sie erst von Döbereiner wichtige Details oder Grundlegendes verstehen konnten.
Man sollte aber ein bisschen Anknüpfpunkte
bereits gesammelt haben: über die Bedeutung der einzelnen Quadranten
oder
Faktoren, über die astrologische Anordnung. So dass man um die Inhalte
des Gemeinten besser ahnen kann. Er spricht eigentlich von einem
ureigenen astrologischen Gesichtspunkt.
So muss man oft hinter die
Ebene des Wirklichen dringen, um zu verstehen, was er meint.
Nimmt
man manches sprichwörtlich, dann wird daraus so eine Art
Missverständnis, wenn man nicht versteht, in welchem umfassend
"esoterischen" Gesichtspunkt man es eigentlich vorliegen hat.
Auch
darf
man nicht vergessen, dass er ein eigenes Deutungssystem beschreibt:
Anlage (AS) > Verhalten (Sonne) > Finalität (MC). Das
heisst, was
er beschreibt, sollte auch an diesem seinem System gemessen werden.
Obgleich vieles grundsätzlich elementar und adäquat von ihm beschrieben
wurde. Sonst kommt
man vermutlich aber durcheinander, wenn man etwa meint, es müsse alles
so sein, wie er es beschreibt. Es ist aber nur eine Möglichkeit, eine
Richtung, eine Schule. Eine Perspektive, aber eine sehr gute.
Für Döbereiner liegen Wirklichkeitsgehalte zur Erfahrung bereit, oder drängen zur Erfahrung, und sie werden im Laufe der Zeit (Rythmen) ins Leben gebracht. Wenn eine Anlage (Radix) dies ermöglicht, wird dies irgendwann auch erfahren bzw. bewusst werden müssen.
Er beschreibt eine Grundansicht, die sehr kompatibel für weitere Ausformung ist, je nach Bedarf des Lernenden.
Natürlich, wenn man schon wüsste, was alles bedeutet, und in
seinem Ganzen, braucht
man W. Döbereiner nicht und kein anderes Buch mehr - aber in
der Regel
fehlt einem eben noch ein Schritt.
Die Seminare von Döbereiner (die Bücher sind gemeint, denn dies sind
eigentlich Seminarskripte) bieten
neben anderen Astrologen wichtige Puzzleteile, die sicher Wissenslücken
schliessen werden.
Mit
diesen Büchern von Döbereiner kann sich oft
das astrologische Wissen
auf eine neue, entscheidende Stufe stellen lassen. Ich bin zwar der
Meinung, wenn man sich als Anfänger für rythmische Auslösungen
interessiert (denn das ist bei Döbereiner immer wieder anzutreffen),
sind seine Bücher auch für den Anfänger geeignet (vor allem die ersten
Bände der Seminare "astrologische Lehr- und Übungsbucher").Ansonsten
würde ich schon sagen, man muss schon ein bisschen mitbringen. Sonst
wird man vom Deutungskonzept Döbereiners eventuell etwas vereinnahmt.
Was auch die mögliche Lösungsmöglichkeiten der Konstellationen
betrifft, fehlt da manchmal die Verdeutlichung des geeigneten Weges für
eine Konstellation. Es wird nämlich oft betont, wie es ist, wenn man
eine Konstellation oder Anlage einseitig lebt. Dennoch ist dies
allerdings nicht grundsätzlich so bei Döbereiner, es gibt auch Hinweise
auf diesen Sachverhalt, nämlich der Kompensation und Reife.
Bei
Wolfgang Döbereiner ist die Systematik eng mit der astrologischen
Anordnung verbunden, aber eben mit einer besonderen Sicht auf diese.
Man
erkennt die Systematik deswegen nicht unbedingt auf den ersten Blick.
Es hängt viel mit den Quadranten zusammen und mit seiner Art, das Leben
als zeitlichen Prozess zu sehen, bei dem mit der und in der Zeit
verschiedene Gehalte zur Erscheinung drängen (rythmische Auslösungen).
Die Sprache
ist nur gelegentlich kryptisch - wie man gelegentlich schon mal
von hören konnte. Es hilft im Fall der Fälle, den Kontext zu
beachten,
und vor allem versuchen herauszufinden, worauf es hinauslaufen
soll, was er besagen will (was besser geht, wenn man schon einige
Erfahrungen gesammelt hat
in der Astrologie).
Wolfgang
Döbereiner
bietet einfach gesagt sehr viel Fachwissen in seinen Aussagen und zeigt
worauf es ankommt, das sind bei ihm vor allem die Quadranten. Sein
Blick auf die Sache ist ein typischer, seine Sprache ist eng an die
Astro-Logik geknüpft und irgendwie sehr kompatibel
für viele Lernende - deshalb sind Begriffe und Aussagen von Döbereiner
auch so verbreitet. Ich wage zu behaupten, dass er Astrologisches
regelrecht verkörpert.
Die ganze astrologische Anordnung in ihrer Systematik sollte man sich zumindest als Fragestellung vor Augen führen.
Es geht in der astrologischen Anordnung auch um die 4 Elemente (Feuer, Erde, Luft, Wasser), und die 3 Qualitäten (kardinal, fix, veränderlich). Es gibt den (zodiakalen) Häuserkreis (also die Häuser 1-12 in ihren Wechselwrikungen) und es gibt Zyklen, zB zwischen Sonne und Mond, aber auch zwischen vielen anderen Planetenpaaren - einige Zyklen sind weniger interessant und nützlich, andere können sich je nach Gesichtspunkt als sehr hilfreich erweisen, wenn man sie in der Wirkung und Bedeutung auf das Leben untersucht.
Es gibt Planeten in den Zeichen, in den
Häusern, und Planeten innerhalb von Aspektbeziehungen. Es gibt
die
grundsätzliche Ausprägung zwischen Innen, Außen, oder Tag und Nacht
usw..
Es fällt mit der astrologischen Anordnung, die eine eigene Sprachregelung verursacht, leichter, das Leben zu verstehen. Intellekt (3), Vernunft (6) und Verstand (9) sind nicht dasselbe. Döbereiner wies darauf hin, dass heute die Vernunft angebeten wird. Vernunft ist total egoistisch, und bezieht Gesellschaftliches nur ein, wenn man damit einen Zweck verbinden kann, der in Wahrheit nur die Anpassung an Überlebensbedingungen bedeutet (6).
Verstand und Einsicht ist eine freiwillige Geschichte (9), daraus erwächst dann auch die Lebenshaltung, die Philosophie. Die Philosophie ist unecht, wenn sie nicht auf anderes bezogen wird, auf die "Notwendigkeit der Anderen". Das unterscheidet den Verstand (9) von Vernunft (6), die viel egoistischer ist, da sie den Anpassungbedingungen dient. Man ist vernünftig, wenn alle sagen, dass man nicht zurecht kommt. Man ist vernünftig, wenn man merkt, dass man keinen Platz für eine Existenz findet: Also seine Weltanschauung anpassen, ja etwas Verkaufen, an den Mann bringen, Karriere machen - das ist laut Döbereiner ja eine Art, diese Vernunft auszudrücken. Und sie ist und bleibt eine Anpassungsleistung.
Deshalb auch Jupiter,
weil er erweitert hin zur Ganzheit. Wir sind alle eins, das ist
vielleicht sogar eher im 9. Haus zu finden. Aber das habe ich nicht bei
Döbereiner jetzt gelesen. Ich will auch nicht zu eifrig auf diesen
Sprachgebrauch von Döbereiner eingehen, aber er macht es sehr klar.
Die einfache Logik (3), das ist
einfaches Unterscheiden, ein Sondieren der Umgebung, man führt die
festen Grenzen des zweiten Hauses weiter, tastet sich durch die
Umgebung, stellt sich dabei aber selbst dar - denn die Logik beruft
sich nur auf vertraute Regelsätze.
Ist das 12. Haus etwa auch Vernunft? Auf eine gewisse Weise schon. Aber man versteht es am besten, wenn man versteht, dass es die Unvernunft ist, die Aufhebung der Vernunft; es ist das Haus der Verweigerung kollektiver oder sozialer Maßstäbe (die zählen hier nicht sondern stören) und von Anpassungsgründen. Wer hier einen Planeten hat, für den ist es nicht mal wichtig bei sich zu sein, aber frei von Anpassung und aufgehoben sozusagen im Hier und Jetzt einer Bezugslosigkeit, zwanglos. Diese grenzenlose Unvernunft sucht man und es ist richtig. Man will eben keinen Grund haben, den Kopf zu heben, und dabei auf Notwendigkeiten gerichtet zu sein. Ziellos. Transzendenz, das Wirkliche erfahren. Es geht nicht um Aufhebung der Polaritäten (11), denn das ist hier (12) schon vorhanden. Das ist vielleicht eine wahre Freiheit. Sorgenfrei. Im Grunde hält das sehr gesund und ausgeglichen - daher kann man von einer sinnvollen Unvernunft reden, oder eine Art Metavernunft.
Der Dichter findet sich deshalb im 12. Haus, weil er dem Wort seine eigentliche Qualität, eine Urerfahrung von Sinn ohne Bezug auf angestammten Gebrauch verschafft. Der Schriftsteller oder Journalist dagegen, will seinen Bericht so an die Bedürfnisse der Anderen anpassen, dass sein Wirken auch von Nutzen ist.
All das hat sich mir ergeben aufgrund der Lektüre von W. Döbereiner (Band II). Ich kann nur dieselben Worte verwenden, weil diese eben zutreffen und Sachverhalte manchmal gar nicht anders beschreibbar sind - freilich, man könnte andere Beispiele suchen und den Koch vielleicht mit dem 6. Haus erklären...; - tja, ich stelle mich: dass ich so viel nun auch noch nicht weiss, um wirklich eigenständige Formulierungen in diesem Fall aufzubringen. Mit Döbereiner erhoffe ich mir sozusagen den Durchbruch ins selbstständige Erklären der astrologischen Anordnung. Dennoch könnte ich mit ihm bzw. seinen Büchern allein nicht genügend anfangen.
Das von Döbereiner alles zu lesen ist dann sinnlos, wenn man nicht selbst das Wissen um die astrologische Anordnung in sich wach rufen kann. An sich kann man Döbereiner relativ gut verstehen, da er sehr nahe an der Astro-Logik ist und andauernd davon und darüber spricht.
Es hängt noch viel mehr damit zusammen. Die Dualität zwischen 6 und 12 erklärt sehr vieles, auch über das Hineingestelltsein in die Wirklichkeit des Seins - Energie und Materie. Aber allein auf 6 und 12 sich zu beziehen reicht nicht, es dreht sich schliesslich um sehr viele Elemente, das Ganze, also den ganzen Häuserkreis und die Quadranten. Um dann auch Einzelnes wie Haus 6 und 12 besser zu verstehen. Jedenfalls, das 6. Haus wird oft als Haus des Dienens beschrieben, aber das ist doch nur die Oberfläche eines tieferen Prinzips. Es geht um die Anpassung an Lebensbedingungen. Man hat einen Trieb (5) und der muss sich arrangieren mit der Anpassung an Bedingungen (6). Das Dienen entsteht, weil es die konsequenteste Art ist, seinen Platz durch Anpassungsleistung zu erhalten oder Funktionen des Existentiellen aufrecht zu erhalten. In einem weiteren Sinne geht es eben um diese Funktionen. Etwas wird instand gehalten, gepflegt. Daher haben auch Haustiere im 6. Haus ihren Platz, bei denen man sogar eine weitere, nämlich emotionale Funktion für den Halter erkennen kann. Das 6. Haus ist ja im Prinzipiellen eine Weiterführung des 4. Hauses. Daher die Verquickung des 6. Hauses mit der emotionalen Aufarbeitung. Im Grunde wird mit solchen Anpassungsleistungen auch der lebendige Fluß des Geschehens gewährleistet, womit das 6. Haus auch durchaus mit Bewusstseinserweiterung zu tun haben kann. Das 12. Haus bringt diese von selbst, aber Bedingungen der Umwelt oder des Innenlebens ausgesetzt, muss man hinsichtlich dieses Ziels der Bewusstseinserweiterung oder Meditation usw. Anpassungen vornehmen. Auf das Ziel hinarbeiten.
Hat
man ein volles 5. Haus, gibt es oft Probleme, wenn im 6. Haus nichts
stattfindet, weil man mit dem Kopf einfach voran will ohne auf die
Umstände zu achten, die es erfordern, das Gewollte an diese
Umweltbedingungen anzupassen. Vernunft entsteht daraus. Wenn man aber
ein vollbesetztes 6. Haus hat, dann passt man sich generell zu viel an
und verliert seine Selbstheit des 5. Hauses aus den Augen.
Weil
es um den Platz in der Welt geht, um das Hinein. und Einfügen und um
das Abwägen, was das eigene Überleben gewährleistet, welche Lücken es
zu füllen gibt mit eigener Anstrengung kraft der eigenen Möglichkeiten,
ist das
6. Haus ein Jungfrau-Haus. Man versteht das 12. Haus jetzt, da es hier
im 12. Haus gar nicht um Anpassung geht. Es ist kein "Schlamperhaus",
wie man aus manchen Deutungen vielleicht meinen könnte, auch
kein
Irrenhaus (da könnte man genausogut vom 6. Haus sagen, dass es das
Sklavenhaus ist; weil das sind nur einzelne Entsprechungen, die nicht
generalisiert werden können, weil sie die ESSENZ nicht
erfassen)-
sondern hier
findet die Wirklichkeit statt und man wird mit einem 12. Haus oft
Spiritualität suchen wollen, die eben eine andere Art Anpassung an das
wesentlich
Eigene darstellt, und mit den Bedingungen der Umwelt nichts am Hut
haben will. Darum geht es: Die freiheit von der Anpassung.
Aber es geht im 12. Haus noch nicht mal um Eigenes, sondern
um WIRKLICHES. Wenn man meditiert, verliert man ja sein Eigenes und
taucht in die Bedeutung der Wirklichkeit ein. Da man aber selbst
Wirklichkeit ist, passt es durchaus beim 12. Haus vom Eigentlichen zu
reden, das auch mit einem selbst zu tun hat. Ich
bin der Teil eines Ganzen. Man sagt aber nicht, das Ganze ist
ein Teil von mir.
Man kann also an Döbereiner gut anknüpfen.
Döbereiners persönlicher Standpunkt in einigen Dingen scheint klar
durch, wenn man darum weiss - und man
sollte auch ab und zu überdenken, ob man diesen vorbehaltlos teilen
möchte.
Ich
selbst denke da etwa an ein wenig Determinismus, der bei ihm
teilweise oder vom Kern her durchscheint. Von ihm freilich nicht so
beabsichtigt. Es wird so sein, dass er
innerlich gar nicht deterministisch ist, es aber dann im Denken wird,
weil man in der Art der Verdeutlichung ja die Freiheit hat, gewisse
Dinge ungeschönt darzulegen -
dennoch legt er viel Wert auf Wertfreiheit, wenn er jemals über diese
Dinge spricht.
Wie dem auch sei. Dass er vielleicht in Deutschland einer
der besten
lebenden
Astrologe ist, das ist für mich sehr naheliegend.
Seine
Methode verdient eine eigene Schulrichtung (MRL) genannt zu
werden. Denn
sie unterscheidet sich deutlich von anderen Herangehensweisen und
betont eben eine gewisse Perspektive. Eine klassisch zu nennende. Und
es ist schon richtig, bei Döbereiner die (revidierte oder
modernisierte) Klassik zu vermuten. Klassik ist
unabhängig von Schulen. Die Klassik wird aber von der MRL sehr prägnant
geschildert - aber nicht eine alte Klasssik. Döbereiner versteht seine
Richtung als neue Klassik. In meinen Augen besteht das
Klassische einfach in einem Grundwortschatz. Die eigentliche
Methode, Aszendent-Sonne-MC, das ist nur nebensächlich aber das
eigentlich typische der Schule, die (systematische) Anwendung. Insofern
man das
Konzept von Wolfgang Döbereiner übernimmt und nicht durch weitere
Konzepte "verschleiert", da gehört man der Schule MRL sicher an.
Es
gibt auch andere
Möglichkeiten einer Hervorhebung von bestimmten Ebenen, so ist meines
Wissens zB die Elementekunde bei Döbereiner nicht so sehr zu finden
(vrgl. Arroyo), und auch die Beachtung unterschiedlicher Positionen am
Anfang oder Ende eines Hauses findet sich bei Döbereiner anscheinend
überhaupt nicht. Aber das ist eben bei Döbereiner klassisch, eine
Grundebene wird gezeigt und gewisse Details mögen eben später
hinzukommen, kann man selbst anfügen.
Dabei denke ich persönlich in einigen Dingen schon anders. Zum Beispiel erklärt er, dass es besser sei, wnn die Naturwissenschaft die Astrologie nicht begründen kann. Denn sonst würde diese das Wirkliche noch mehr dem Erleben entziehen. Döbereiner unterscheidet zwischen Realität und Wirklichkeit. Realität ist nur von außen bewegbar, Wirklichkeit an innere Erfahrung gebunden. Ein Inhalt, der sich ver-wirklicht. Sehr nützlich dagegen finde ich dagegen seine Reduktion auf das Erleben des Wirklichen - alles was wir vorfinden oder selbst ins Wirkliche bringen, das lebt aus sich, für sich und durch sich selbst. Jedenfalls, wenn die Naturwissenschaft das verhindern würde, das ist genauso, als würde ich nicht darauf vertrauen, dass jemand mit einem herausfordernden Horoskop nicht in der Lage ist die Dualität zu überwinden zwischen Realität und Wirklichkeit. Döbereiner trifft aber den Nagel auf den Kopf, indem er das Problem beschreibt.
Gewöhnlich erweist sich dieser 4. Quadrant als schwer zugänglich in seiner essentiellen Bedeutung. Man hört von öffentlichem Wirken, man hört von Beruf, man hört von dies oder das.
Ich habe nun vor kurzem ein unastrologisches Buch gelesen, in dem davon gesprochen wurde, wie allen Dingen eine energetische Qualität anhaftet. Zum Beispiel Ritualgegenstände, und Kultobjekte, da lassen die Menschen, die sich dem Gegenstand zuwenden und eine ganz bestimmte "Schwingungsenergie" beisteuern, eine Energie in die Sache, oder an die Sache einfliessen. Es ist dann diese Bedeutung, die die Sache hat und die Energie geht nicht verloren. Sie verkörpert sich an der Sache, ob die physische Wirklichkeit dieser Energie durch Messinstrumente der Physiker eines Tages sichtbar wird oder nicht. Und diese Energie kann auch Jahrhunderte später existieren und wird nicht vergänglich sein, es sei denn sie wird von jenen bereinigt, die dieselbe Schwingungsenergie aufweisen. Das aber wird kaum der Fall sein. Zum Beispiel existieren in den Kunstmuseen zwar diese ursprünglichen Energien weiter, aber die Besucher streuen und verteilen natürlich ihrerseits auf einer bestimmten Ebene solche Energien. Doch ist die Schwingungshöhe eben anders.
Was hat das mit dem 4. Quadranten zu tun? Es hat mit der Bedeutung
zu tun, die sich aus dieser Energie, die den Objekten zufliesst,
ergibt. Ein einzelner Mensch lässt jederzeit seine Art von Energie
dem Objekt zukommen, das er gebraucht oder anschaut. Damit
spiegelt sich die Bedeutung, die das Objekt für ihn hat. Im 10. Haus
wird diese Energie erhalten oder wird öffentlich. Im 12. Haus wird
diese Energie erfahrbar ohne subjektive Brille, als Wirklichkeit an
sich. Ohne dass hier der materielle Aspekt der Wirklichkeit von
Bedeutung ist. Daher erkennen wir auch, dass es nicht ganz richtig ist,
das 10. Haus einseitig nur "festen materiellen Dingen" oder
"Strukturen" zuzuschreiben. Das sind nämlich nur die Ausformungen einer
dahinterstehenden Energie. Materie ist also Energie die
Energie,
die sich in seiner Bedeutung oder ihren Gehalten bewahren kann. Das
saturnische Prinzip dabei bedingt die Form,
und steht für die Verdichtung dieser Form - was Form hat, das
hat
eine feste Bedeutung, weil sie unvergänglich ist. Die Wirklichkeit kann
als Materie gesehen werden, und doch ist damit nicht gewährleistet, was
für eine Bedeutung dieses Stück Stein von allen Menschen dieser Materie
oder Struktur verliehen wird. Das Energetische an einem Stein besteht
aus den Zuschreibungen aller Menschen, dem Gelernten, das, was eben
NORM verleiht. Das führt oder kann zu einer eindeutigen Bezugnahme
führen (deshalb passt es, dass Saturn in Waage erhöht ist, da diese
gewährleistete Eindeutigkeit der Bezugnahme jeder Beziehung und
Begegnung zuträglich ist!).
Und
im Grunde ist das alles mit dem "Wahrnehmen von Bedeutung" auf
psychischen Prozessen
gegründet. Geht man nun darüberhinaus, was alle Menschen dieser
physischen Wirklichkeit an Bedeutung verliehen haben und ihr
zuschreiben, wird klar, dass diese Zuschreibungen an sich völlig
irrelevant sind, bzw. nur eine beliebige Auswahl darstellen, denn wenn
alle Menschen sich Illusionen aufbauen, muss
dies nicht der Wirklichkeit zB eines Steins entsprechen. Deswegen ist
das 10. Haus auch nur der Anfang des Prozesses des gesamten 4.
Quadranten.
So können wir
auch angedeutet finden, dass die Wirklichkeit des Steins in seiner
Materie gar nicht ausschlaggebend ist. Weiterhin finden wir, dass diese
Normierung im Grunde subjektiv bleibt, und nicht objektiv, womit der
Wassermann als Reformer analog dem 11. Haus nun daher kommt und das
Subjektive zugunsten eines Allgemeinen aufhebt. Dieser
Prozess
beruht auf der Idee oder Einsicht, dass die Norm kein Garant
für
korrekte Wirklichkeit ist. Trotzdem hat das 10. Haus ja einen Sinn, es
muss da sein, weil alle Subjekte in irgendeiner Weise "Wirklichkeit
erfinden", und diese jeweils individuell sein muss, weil sonst wären
wir keine voneinander getrennte Wesen. Und so kommen wir mit Uranus zu
einer Idee des allen Gemeinsamen, mit der Zugrundelegung eines allen
nicht Gemeinsamen: Einerseits individuell völlig verschieden, und doch
ähneln wir uns in der Hinsicht, dass wir alle dieselbe
Grundsituation vorfinden. Als Ergebnis bleibt dann das subjektive
Erleben der Wirklichkeit, die Befreiung sozusagen, das Ziel aller
Bemühungen: das 12. Haus. Als Wegbereiter eines neuen Zyklus führt es
wiederum zu der Manifestation neuer Willensabsichten im 1. Haus.
Wer das Leben in dem Einbezug der kosmischen Dimension oder des Verborgenen verstehen will, wird es vielleicht am ehesten verstehen, wenn er auch den vierten Quadranten versteht.
Sicher ist das Obige noch keine ergiebige Beschreibung des 4. Quadranten, aber es beschreibt anschaulich die Ebene der Unvergänglichkeit, die bei diesem Quadranten wichtig ist. Eine Unvergänglichkeit, die im zehnten Haus als vorhandene "Normierung" gewährleistet. Das ist das, was Bestand hat, worauf sich quasi alle einigen können. Etwas, das nicht verbindlich durch Zwang, aber durch das Sichtbare ist und das ist unabhängig von der Art wie wir es betrachten (interpretieren). Allerdings kann damit natürlich auch eine Auswahl verbunden sein. Die feste Form, worauf kein Zweifel übrig bleibt. Doch dahinter steht ebenso eine energetische Form. Es muss nicht gesehen oder erlebt werden, und doch existiert sie.
Im 11. Haus kommen wir leicht zu Idealen über das, was allgemein Bedeutung haben soll, um den kreativen und schöpferischen Fluß der Zeit und des Lebens aufrecht zu erhalten, verrennen uns aber vielleicht in einer Art geistigem Konzept - und zwar gehen wir dabei einen Weg unter Ausschluß des Subjektiven. Wir erhöhen dann unsere Bedeutung in einen Bereich, der mit dem Lebendigen nichts mehr zu tun hat (daher die Kälte des Uranus).
Also was ein persönliches Bedürfnis angeht, das soll in diesem Haus überwunden werden, damit man gleichfalls einer Idee für alle oder zumindest viele folgen kann. Dass man nicht mehr daran gebunden ist, wie die Haltung zu einer Sache abhängig ist von der persönlichen Ausrichtung, die nämlich nicht zeitwährend ist (4. Haus ist ja auch als Gegensatz zum vierten Quadranten wichtig=aufgrund dieser unfassbaren Beweglichkeit des Krebs, der seelischen Gefühle und Launen, bedürfen wir eines Haltepunktes für die Bedeutungen, die wir der Wirklichkeit allgemein zuschreiben können, oder ablesen können). Im vierten Haus sind wir subjektiv einer Vergänglichkeit ausgeliefert: Stimmungen und Launen sind Ausdruck der ewig wandelbaren seelischen Schöpferkraft, uns mit einem Lebensgefühl zu versehen. Jeder Augenblick wird so als einzigartig erlebt, aber auch persönlich gebunden. In den beiden oberen Quadranten wird nun das Reich des Unvergänglichen betreten, besonders im 4. Quadranten. Hier erhalten wir Einblicke und Begegnung mit den ewigen Werten, den Ideen und den Wirklichkeiten, die über unser eigenen stehen.
Im 10. Haus erfassen wir
möglicherweise nur eine unter vielen Schichten der physischen
Wirklichkeit, und sehen
eine Bedeutung, die zwar richtig ist, aber keineswegs die wichtigste
sein muss, oder die naheliegendste, erschöpfendste
- um davon ausgehend normativ zu handeln oder zu
wirken.
Im
12. Haus schliesslich erfassen wir einfach die
Wirklichkeit, wie sie ist, und gehen über jede Idee (11) und Norm (10)
hinaus, um das zuzulassen, was uns oder mit uns oder durch uns
geschieht um von diesem Prozess aus zu einer wahren Bestimmung unserer
Standortes zu gelangen - was im Grunde alle drei verschiedene
Wege sind, um
sich in der Wirklichkeit "nach Maßstäben
zu verhalten" und
diese gleichsam damit zu fundieren
(also indem wir Wirklichkeit
erfahren, denken, erkennen oder gemäß einer solchen handeln, wird sie
auch unweigerlich in ihrer Bedeutung gestärkt) .
Irgendwann
kommt dann vielleicht der Zeitpunkt, wenn man wirklich die durch
Planeten aufgeladenen Energien der Häuser sehen kann, sie wirklich vor
dem Auge hat. Wenn man die Astrologie im Wesentlichen verstehen
lernen kann, weil man wirliche Einsichten
durch Sehen gewinnt.
Dann kann sich alles zusammenfügen, was bis dahin nur
geahnt oder durch Erfahrung gewonnen wurde.
Eine mögliche Blockade, die das verhindert, besteht in Glaubenssätzen: "Etwas kann nicht sein", "Etwas kann nur so sein", "Aber beim Astrologen XYZ wird das anders beschrieben"...
Das Sehen, von dem ich hier betont spreche, bedeutet für mich wirklich Energie zu sehen. Es gibt vielleicht eine verschiedene Anzahl von Zugangswegen.
Döbereiner spricht nicht vom Sehen. Sondern für ihn ist es ein
Begreifen.
Für
ihn drückt sich das Astrologische nicht so sehr in Analogie zu den
Planetenkräften aus, sondern er sagt: Eine Funktion ist an einen Inhalt
gebunden. Er sieht das Leben als Wirklichkeit, das von Inhalt erfüllt
ist, sieht das Leben nicht als Realität (denn Realität ist nur etwas
von außen bewegbares). Wenn das überlieferte Radix von Wolfgang
Döbereiner richtig ist, dann drückt sich in seiner Auffassung sehr
exemplarisch sein Zwilling Mond in 12 aus. Der steht zudem nämlich noch
in Konjunktion mit dem Mondknoten. Das Begreifen tut er vielleicht
empfindungsmässig logisch, es ist eine andere Intuition. Egal welche
Intuition, eine jede kann ihren Zugang finden. Und überaus klare
Verhältnisse und Bedeutungen zutage fördern.
Noch etwas:
Die
Astrologie kennt
einen
gewissen Spielraum, in
dem falsche Deutungen eines einzelnen Faktors noch abgefangen werden.
Deshalb fällt ein falsch gedeuteter Faktor bei manchen Deutungen auch
nicht
sonderlich auf. Manche Planeten und Energien können richtig zugeordnet
und gedeutet sein, und dann für eine zutreffende Aussage auch
zureichend hinführen.
Die Stundenastrologie erscheint durch das unmittelbare Sehen von Energien in einem klareren Licht. Zumindest ergeht es mir so.
Insofern man die Planeten in ihren energetischem Gehalt folgerichtig zu einer Themenstellung oder einem Aspekt einer Frage zuordnen kann, erübrigen sich die Zuordnungsregeln für Planeten in den Häuser, ohne die Suche des entsprechenden signifikanten Hauses für die Fragestellung.
Das heisst, man benötigt nicht mehr diese starren Regeln und stellt auch fest, dass diese Regeln tatsächlich viel öfter in die Irre leiten! Dass gewisse Methoden und Regeln zwangsläufig in der Stundenastrologie massgeblich bleiben, ist davon unberührt.
Auf welche Weise man in Bezug zu der Fragestellung zum relevanten und zutreffenden Faktor in welchem Haus kommt, ist mitunter auf vielerlei Wegen möglich.
Das heisst nicht, dass die Türen zur Willkür geöffnet werden, sondern dass die beispielhaften Regelsätze dies nicht immer offenbaren können, was in welchem Horoskop nun einmal jeweils einzigartig und faktisch vorliegt. Viele Wege führen nach Rom, nur wenige sind aber für einen bestimmten Moment verlässlich. Die verlässlichen Wege entscheiden sich mehr durch die Einzigartigkeit eines Horoskops.
Gerade die Zuordnung der Häuser hängt entscheidend von der Fragestellung ab bzw. vom Gehalt des Horoskops, und das ist fast niemals gleich (verändert sich von Stunden-Horoskop zu Stunden-Horoskop).
Die Regeln, wonach man zB bei Behördenfragen auf das 10. Haus achten soll, oder bei Beziehungsfragen auf das 7. Haus, sind in meinen Augen nur Ansätze, die sich nicht immer in der exakten Weise bestätigen lassen. Man muss genau sein, in der Betrachtung der Frage und des Sachverhaltes, und von dort evtl. auf die möglichen Häuser schliessen. Ein Planet in einem Haus ist zunächst immer verdächtig und verfolgt man seine Herrscherbezüge, sollte man darauf achten, was sich daraus für die Frage ergibt, ob diese Bezüge geeignet sind und passen. Es gibt sicher viele Wege, wie man dabei vorgehen will - eine starre Schematik führt meiner Meinung nach ganz sicher und am ehesten an der Realität vorbei.
Es geht darum, die Signifikatoren zu bestimmen, relevante Häuser und Planeten zu suchen. Genau zu diesen Signifikatoren aber gibt es keine pauschale Regel. Dass man versucht, solche Häuser zu nehmen, die von anderen Astrologen in vergleichbaren Horoskopen gewählt wurden, ist genauso riskant, als wie selbstständig die Häuser ausfindig zu machen, indem man sich einfach unvoreingenommen anschaut, was da so zusammen kommt.
Intuition ist
richtig verwendet
keine Angelegenheit der Einbildung oder Konstruktion, sondern wahre
Einsichtsnahme.
Schon van Slooten weist auf die Ähnlichkeit der Planeten mit Häusern hin. Hinsichtlich eines Themas kann mancher Planet zum Nebensignifikator werden, der durch die klassische Zuordnungsmethode nicht denkbar wäre - also ungeachtet ob die klassische Lehre einen Herrscherbezug diesbezüglich hergibt.
Es zeigt sich also wieder einmal, dass es um Kräfte, um Wirksamkeit geht, die sich auch in der Stundenfrage aufbieten - und es geht nicht in erster Linie um die Regeln. Deutungs-Regeln sollten als Ansatz aufgefasst werden, aber man darf das eigene Mitdenken oder die eigene Intuition nicht vergessen.
Slooten meint mit obiger Feststellung wohl nichts anderes als eine Ähnlichkeit der energetischen Fliessrichtung und so ist es nicht ganz abwegig, diese Betrachtungsart auch auf die Zeichen zu erweitern, so dass man bei bestimmten Fragen auch auf die Venus schauen kann, wenn es um besondere Themen geht, die mit dem Mond (Krebs) korrespondieren, obwohl die Venus klassisch gesehen nicht in Krebs erhöht ist sondern in Fische. Aber natürlich darf man auch das nicht zur Regel machen.
Es kommt meiner Meinung nach auch auf das jeweilige
(Frage-)Thema an, auf das Radix,
und wie die Planeten insgesamt stehen. Natürlich sollte man hier
vorsichtig sein und bei Zweifeln lieber die hauptsächlichen
Fliessrichtungen der Energien wählen, die durch die klassischen
Domizile (Dispositoren) angezeigt sind. Der Anfänger sollte
immer
das Einfachste wählen und das, worin sich ein gewisser Konsens gebildet
hat.
Man wird
mit
den
Regeln, zB applikative Aspekte oder der Mond
im Leerlauf,
feststellen, dass sie
richtig sind und die Deutung nicht nur vereinfachen, sondern oft erst
möglich machen.
Dennoch gibt es bei diesem Mond im Leerlauf Ausnahmen,
und so ist es also notwendig, hier nichts zu verallgemeinern; nicht
immer
heisst es also bei einem Mond im Leerlauf: da passiert nichts mehr.
Was ist es, das nicht mehr passieren wird? Welches Thema
ist mit dem Mond oder dem Horoskop
gemeint? Das sollte die Frage sein. Formulierte Frage und Horoskop sind
auch nicht immer deckungsgleich.
Der Mond ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige. Und dann gibt es auch Fälle, wo der Mond zum Signifikator des Themas wird, zu einem Teil der Frage, und nicht mehr Nebensignifikator des Fragenden ist - was dann auch wieder eine neue Bedeutung eines Mondes im Leerlauf aufstellen mag.
Manchmal wird behauptet, man müsste den Zeitpunkt der Frage nehmen, wenn der Astrologe auf die Frage aufmerksam wird. So taten es die Alten oft.
Warum das die alten Astrologen taten? Vielleicht weil
es für
sie
nicht verlässlich genug war, wenn der Klient mit einer Frage zu ihnen
kam und sie nicht mehr sagen konnten, wann diese Frage bei ihnen (den
Klienten) akut
wurde. Nun aber zu verallgemeinern, man könne nur noch so
deuten,
ist völlig unverständlich. Relevant ist für mich, ob es überhaupt eine
Uhrzeit gibt, die verlässlich ist, aber irrelevant ist es, ob ich dazu
immer nur eine einzige Methode heranziehe - es sei denn ich vertraue
dieser Methode.
Dann aber ist es unsinnig zu behaupten, alle
anderen
Methoden seien Unfug.
Denn dass es in der Astrologie die
Methodenvielfalt geradezu fundamental ist, zeigt sich schon an den
verschiedenen Richtungen wie MRL, API oder TPA. Man sollte sich also
einfach entscheiden und es für sich begründen, warum man jenen
Zeitpunkt oder einen anderen nimmt.
Die vermeintlichen Widersprüche lösen sich durch Einsicht in den rythmischen Ablauf von allen Ereignissen auf. Die Wiedervereinigung ist zum Beispiel als Staatshoroskop ein taugliches Horoskop, aber gleichwohl bleibt das alte BRD-Horoskop noch gültig (Grundgesetz). Bei Stundenfragen kann man sich nun verschiedene Zeitpunkte denken, an denen die Frage "auftauchen" kann, dann nämlich, wenn uns als Astrologe diese Uhrzeit verlässlich scheint.
Ob es nun der Moment ist, an dem der Klient die Frage
gestellt hat, oder der Moment, an dem wir selbst als Astrologe die
Frage erblicken. Ich versuche persönlich immer den grösstmöglichen
Bezug zum Fragesteller aufzubringen. Wenn er mir etwa eine Email
schicken würde, dann würde ich folgende Reihenfolge aufstellen (je
nachVerfügbarkeit):
1. den Zeitpunkt des
Abschickens, 2. den Zeitpunkt, wann die Email mich erreichte 3. wenn
ich die Email das erste Mal erblickte.
Der Ort ist übrigens wichtig zu beachten, da der Sender ja oft an einem
anderen Ort ist. Wenn ich aber den Zeitpunkt nehme, an dem ich die Email
erhalte (3.), sollte ich wohl auch den Ort meines eigenen Aufenthaltes
wählen!
Es gibt heutzutage weitaus verlässlichere Uhrzeiten, die man heranziehen kann, als die, wenn der Astrologe mit der Frage konfrontiert wird. Bedingung ist jedoch, dass man solche Uhrzeiten kennt. Es hat also nichts mit Methode zu tun, sondern mit Verfügbarkeit, eine Uhrzeit zu wählen.
So begründe ich nur meine Wahl und die Sichtweise anderer mag auch zu anderen Begründungen kommen - entscheidend ist, dass eine Deutung stimmig wird, weil der Astrologe zu (s)einer richtigen Methode kommt und seine Deutung danach mehr oder weniger ausrichtet - oder für die Fügung sorgt, damit die Deutung adäquat wird.
Ausserdem geht es auch um die mehr oder weniger geheimnisvolle Fügung zwischen der Frage und dem Astrologen - wie der Astrologe zu dieser Uhrzeit kommt. Früher las man aus Eingeweiden die Zukunft, und der Schamane galt als Seher. Erklärt werden kann dies dadurch, dass das geschlachtete Tier, welches ausgewählt wurde, sich zu diesem Zeitpunkt der Frage fügte.
Es handelt sich einerseits um Synchronizität, und andererseits um den menschlichen Einfluss, wie man ein Tier zur Opferung auswählt - vergleichbar wie man heute eine Tarotkarte zu einer bestimmten Frage aus-wählt. Die Auswahlkriterien mögen sogar eingeengt sein, zum Beispiel wenn es nur ein einziges Schaf zur Opferuzng gibt. Gerade dies erhöht aber die Relevanz.
Damit begründet sich auch prinzipiell, dass man auch den Zeitpunkt wählen kann, zu der man als Astrologe die Frage vor Augen bekommt. Egal wann man zu dieser Frage kommt. In meinen Augen ist es dann allerdings vielleicht nötig, dass man sowieso eine gute Verbindung zu den natürlichen und eigenem individuellen Rythmen hat. Und zum Beispiel nicht mechanisch und nach festgelegter Regel den Tagesablauf gestaltet.
Aus obigen Gründen empfiehlt es sich meiner Meinung nach, aus Gründen dieser Synchronizität, eine eigene Methode irgendwann zu finden (Methode welche Uhrzeit man nimmt), und sie dann auch konsequent beizubehalten, sofern die Ergebnisse und Arbeitsgrundlage als zuverlässig genug erscheinen. Letzteres muss einfach Priorität haben, und immer geht es darum, sich ein eigenes Urteil bilden.
Meiner Meinung nach, kann sich aus der falschen Zuordnung des Aszendenten manchmal eine lechte Unschärfe ergeben - insofern man den Aszendenten mit etwas in Verbindung bringt, was dort nicht angezeigt ist, so dass vor allem sein ausgewanderter Herrscherplanet (des AC-Zusammenhangs) jeweils für etwas ganz anderes stehen könnte.
Viele Stundenastrologen deuten den Aszendenten immer als Signifikator des Fragestellers, neben dem Mond. Meiner Meinung nach ist zwar der Mond in den meisten Stundenhoroskopen Nebensignifikator, und der Aszendent kann zwar je nach Frage für den Fragesteller stehen (als Hauptsignifikaor). Aber manchmal steht der Aszendent auch eindeutig für das Thema der Frage. Das kann eine wichtige zentrale Person sein, die in der Frage angelegt ist, oder eine wichtige Sache der Frage darstellen.
Dann wird der Mond entweder zum Hauptsignifikator des Fragestellers. Manchmal muss man Aszendent, aber auch zuweilen den Mond allein aus der Sicht des Themas behandeln, also ohne (!) Bezug auf den Fragesteller - üblicherweise zeigt der Aszendent an, was hier - mit der Frage - ans Licht kam und sich ereignen will. Das kann die Person zum Thema haben, aber sich auch auf eine Sache verlagern und dann steht der Aszendent ohne Bezug zur Person!
Bei etwa jedem vierten Horoskop, was allerdings auch von der Fragestellung abhängen kann, mag der Aszendent nicht konkret den Fragesteller kennzeichnen, sondern ein Thema, das sich am Aszendenten verkörpert. Es ist so, als ob der Fragesteller das Thema mit sich trägt wie eine "Handtasche".
"Das Stundenhoroskop darf nicht ganzheitlich gedeutet werden, so wie man das Geburtshoroskop deutet". Aus dieser Aussage - die natürlich irgendwo richtig ist - kommt der Anfänger oft auf Abwege, und denkt unbewusst: alles, was man hier an Deutungsarbeit leisten muss, kann aufgrund einer Regel bestimmt werden, oder man bräuchte nur noch eins und eins zusammenzählen.
Dabei kann jedes falsch zugeordnete Haus die Deutung - auch im Zusammenhang aller gedeuteten Faktoren - nach Art des Roulettes entweder die ganze Aussage falsch oder richtig machen.
Vielleicht lohnt es sich hin und wieder, einfach das Radix sich offenbaren zu lassen, ohne eigenes Dazutun, ohne etwas erzwingen zu wollen.
Der Mond mit seinen Aspekten wird nicht immer den Ausgang der Situation mit seinen Aspekten sprichwörtlich beschreiben! Das wäre ein Trugschluß, es so zu halten, der auch oft zustandekommt durch eine Überbetonung des Regelsatzes.
Der Mond beschreibt nähere Umstände, wie der Horoskopeigner die Sache erfährt und weitere Impulse von der Sache erhält. Aber was beschreibt er genau? Das muss jeweils beurteilt werden, da - zumindest meiner Sichtweise und Erfahrung nach - der Mond manchmal auch Teil der Frage sein kann und nicht Signifikator des Fragenden ist.
Man möchte es gerne leicht, aber die Stundenastrologie IST NICHT LEICHT! Es ist meiner Ansicht nach Unfug, das zu behaupten. Die Deutung fällt ab einem gewissen Punkt leicht, aber bis dahin ist es eine Heidenarbeit: NÄMLICH STUNDENASTROLOGIE ZU LERNEN!
Man muss fähig werden, die massgeblichen Faktoren ausfindig zu machen und vor allem die Häuser richtig zuzuordnen. Der Mond ist in der Regel immer der Faktor, der am meisten beeinflusst wird - es kommt nun nur noch darauf an, wofür er steht: Verkörpert sich in ihm eher der Fragesteller und seine Erwartung oder Empfindlichkeit? Oder verkörpert sich ein Teil der Frage oder sogar wichtiger Teil der Frage in ihm?
Bei manchen Fragen ergibt sich mit dem 8. Haus zum Beispiel das Thema "fixe Vorstellungen", "Verantwortung und Verpflichtung", "sich in der Pflicht sehen", dann fungiert das 8. Haus mit der Bedeutung "Zwang". Mit einem Blick kann Saturn im 8. Haus dann anzeigen, dass sich jemand in der Pflicht sieht. In einem bekannten Regelwerk steht aber nichts davon, sondern zum 8. Haus werden genannt: Sexualität, Aktivitäten im Untergrund, Geld der anderen, Kredite, Aktien, Verluste. Wenn man also nicht eigenständig mitdenkt, kann das mit der richtigen Zuordnung nichts werden.
Manchmal steht ein Quadrat oder eine Opposition auch für eine Schwierigkeit, die nicht fatal wird, und die Summe aller Konstellationen kann erst eine stimmige JA/NEIN Wahrscheinlichkeit liefern.
Ein Mars ist auch nicht immer ein Übeltäter, sondern kann - wie jeder Planet - eine in der Fragestellung bedeutsame Person verkörpern, die zB bestimmenden Einfluss in der gegebenen Fragestellung und Situation ausübt. Ein Quadrat kann sogar anzeigen, dass etwas geklärt wird, anstatt sich zuzuspitzen. Das hängt oft auch allein vom Planeten ab, etwa wie stark dieser im Zeichen steht. Saturn kann man immer als zwingende Konsequenz betrachten, aber das ist auch nicht immer so und es kommt wieder darauf an, welche zwingende Konsequenz das ist (das kann auch die Konsequenz der Vereitelung sein).
Übrigens: Saturn korrespondiert deshalb mit Wassermann/Uranus, weil beide Prinzipien letztendlich für die Festigung der Einheit der Persönlichkeit stehen. Uranus durch Freiraum, Saturn durch Stabilisierung und Kontraktion - beide münden in der Gemeinsamkeit der letztendlichen Festigung der Einheit eines Dinges oder Wesens. Bei Uranus entsteht ein inneres Zentrum durch Abstand nach aussen, bei Saturn wird das innere Zentrum durch Kontraktion nach innen auf ein Zentrum hin gefestigt. In beiden Fällen geht es auf unterschiedliche Art um Abgrenzung und Bewahrung eines Raumes.
Die
klassischen Herrscher werden folgerichtig und ebenso
angemessen
in
der
Stundenastrologie bervorzugt, weil sie die stärksten bewegenden Kräfte
darstellen.
Aber was man heutzutage allgemein vernachlässigt ist, dass
die Zeichenherrscherbezüge zustande kommen, nur auf Grund von
Ähnlichkeiten der
Energie
zwischen Planet und Zeichen, und
aufgrund der Flussrichtung dieser Energien, die sich immer das
"gleichartige" suchen.
Man tut aber gelegentlich so, als
gäbe es
eine
direkte Linie
zwischen Planet und Zeichen. Mars und Widder entsprechen sich überhaupt
nicht, da das eine ein Zeichen und das andere ein Planet
ist; aber für die Marskraft gibt es keine andere und besser
geeignete
Energie als Boden. Und für das Widderzeichen gibt es keinen anderen
besser
geeigneten Faktor um die Energien auf einen Planeten zu übertragen. Die
Energien suchen
sich hauptsächlich den Weg dieser tauglichsten Ähnlichkeiten.
In Bezug zu Horoskopdaten aus Datenbanken, ist es gefährlich den Quellen zu trauen. Es gibt Datenbankressourcen, die ihre Quelle angeben. Das ist bei www.astrosuche.net meist der Fall, aber bei www.astrotheme.com nicht.
Falsche Horoskope gibt es überall. Oft kursieren etliche Uhrzeiten, und man muss selbst sehen, welche Uhrzeit wohl richtig ist.
Ganz falsch ist es, aus Bequemlichkeit
tendenziell eine Datenbank zu bevorzugen, die nur einfach zu handhaben
ist, oder die schnellen Zugriff erlaubt, aber keine Quellen angibt.
Aber
andererseits: man darf auch nicht blind allen Quellen glauben. Am
besten hält man sich eine Hintertüre des Zweifelns offen, und sucht
nach bestätigenden Merkmalen oder Hinweisen aller Art... - gleichwohl
wäre es auch wieder übertrieben, gar nichts mehr zu glauben.
Wenn Saturn in Löwe mit einer allgemeinen Erklärung und Bedeutung versehen wird, dann ist das nur eine mehr oder weniger wahrscheinliche Möglichkeit.
Zum Beispiel kann Saturn als Planet (ungeachtet des Zeichens) Hemmung mit sich bringen: Angst, Blockade, Verzicht oder aber auch Konzentration, Leistungswillen, Reife und Stabilität, verantwortungsvolle Achtsamkeit.
Eine grobe Anlage. Dazu verwendet man oft Satzeinleitungen wie "es kann sein...", "es ist möglich...", "zum Teil wird es so sein...", "oft ist es so...", "manchmal kann man feststellen.." oder "wenn... dann..." und so weiter - all das weist darauf hin, dass es verschiedene Ebenen (verschiedene Entsprechungen) und Niveaus (Reife) gibt, wie eine Konstellation in Erscheinung treten kann.
Umso erfahrener man wird, kann man dann mehr wagen und das Unentschiedene in der Deutung heraushalten.
Nochmal: Intuition in der Astrologie ist viel wichtiger, als wie es manchmal behauptet wird.
Manche verstehen unter der Intuition unwillkürlich das sehnsuchtsvolle Bemühen, sich etwas zusammenzubasteln (die neptunische Intuition).
Ein Neptun auf hohem Niveau (seherische Qualität) kommt allenfalls in Frage, wenn es um die Ahnung geht, was für eine Entsprechung im Leben bei einer bestimmten Konstellation anzutreffen ist.
Doch die Intuition ist in erster Linie ein "Werkzeug der Augen", und kennt weniger Ahnung, als wie es vielmehr (und mehr oder weniger) ein "Sehen" oder Aufspüren der Energien, Wirkungen und Ursachen bedeutet.
Auf einer anderen Ebene wird es in jedem Fall darum gehen, die richtigen Zuordnungen zu bilden.
Wenn man sich als intuitiven Astrologen betrachtet, kann es nützlich sein, die Sache der Gabe der Intuition als eine energetische Angelegenheit zu betrachten; und den Menschen, auch sich selbst als Astrologen, ebenso als ein System energetischer Zusammenhänge zu betrachten.
Das heisst, wenn man Bewusstseinsübungen wie Tai Chi, Yoga, Qi Gong oder Tensegrity und ähnliche Möglichkeiten zur stimulierenden Beeinflussung des Systems Mensch praktiziert, wird die Intuition vielleicht auch leichter fliessen!
Die Geburtszeit zu korrigieren bedeutet genau dies: Ein Horoskop des Tages der Geburt zu suchen, mit dem es am besten hinhaut.
Erfahrungsgemäß verspricht man sich mit Geburtszeitkorrektur ein Himmelreich, das nicht einzulösen ist. Allein der Glaube versetzt Berge.
Keine Methode kann sicher stellen, dass die Zeit richtig ist, wenn sie nicht schon annähernd richtig ist. Das heisst, Korrekturen sind nur sinnvoll, wenn die Zeit ungefähr bekannt ist, zum Beispiel mittags, spätnachts usw..
Aus ernsthaften Spaß soll man seine eigene Uhrzeit (falls sie natürlich bekannt ist) um sechs Stunden vor und auch mal um sechs Stunden nach stellen. Oder auch zehn Stunden. Und versuchen massgebliche biografische Ereignisse, um die es ja bei der Korrektur geht, mit den Transiten oder Direktionen in Zusammenhang zu bringen. Man wird entdecken, dass es allein die Häuser sind, die bei solcher Korrektur herangezogen werden können, da die Aspekte an einem Tag ja gleich bleiben. Und man wird erkennen, dass man diese Häuser in der Breite vertauschen kann, und dennoch die biografischen Ereignisse "stimmig" scheinen.Es ist kaum eine Relevanz damit verbunden, technische Methoden zur Geburtszeitkorrektur heranzuziehen. Ansonsten wären die Ergebnisse, die ich in der Astrologie-Szene beurteilen konnte, gewiss näher an der standesamtlichen Zeit, die dann später nach der Korrektur mal bekannt wurde, und ein ernüchterndes Urteil über die Korrekturmethoden nötig machte.
Es lohnt sich viel mehr, die gegenwärtige Erscheinung des Horoskopeigners zu betrachten, seine Lebensweise im Ganzen (nicht einzelne biografische Elemente!) und den Aszendenten und wichtige Planeten in den Häusern aufgrund ihrer Plausibilität zu untersuchen.
Der Anfänger wird sich wohl nur verrennen in diesen Korrekturmethoden, ob technische Methoden oder intuitive - denn ihm fehlt die Erfahrung mit den Grundfaktoren. Dann doch lieber nur die Aspekte betrachten und Zeichen von einem Freund, dessen Horoskop man nur ohne Zeit hat usw..
Ich habe oft den Eindruck gewinnen können, dass man versucht klassische Regeln mitsamt dem damit überlieferten Wissen zu kopieren - also auswendig zu lernen. Aber gewisse Dinge könnten so übersehen werden. Die klassischen Regeln sollte man als Ansatz begreifen, die Deutung können sie einem nicht abnehmen.
Michael Roscher gebührt das Verdienst, auf die Zeichengrenzen als besondere Zonen hingewiesen zu haben. Ein Planet an diesen Zonen steht sprichwörtlich kritisch und akut. Roscher irrt meiner Meinung nach aber vollständig darin, dass sich die Zeichen an den Grenzen ineinander verwischen. Die Praxis hat mir eindeutig gezeigt, dass Sonne und Mond und alle anderen Faktoren noch eindeutig im Zeichen stehen, mindestens wenn sie 20 Bogensekunden vor der Zeichengrenze stehen!
Die Würden (vor allem Exil und Fall) hängen sehr von dem Stand des jeweiligen Dispositors ab, also des Planeten, der über das Zeichen herrscht, in dem ein Planet steht. Es hängt also ein Planet im Exil davon ab, wie sein Dispositor steht.
In Bezug zur Prognose kann es übrigens auch hilfreich sein, stets nach geballten Transiten Ausschau zu halten, wenn also mehrere Transite in einem einzigen Jahr zusammen kommen (gewöhnlich dauern und wirken die Transite der Langsamläufer so lange und gewöhnlich sind sie es, die die stärksten Veränderungen, Ereignisse oder Stimmungen ins Leben des Horoskopeigners bringen).
Zum Beispiel Uranus in Opposition zum
Radix-Pluto, Saturn
läuft
über den IC,
Neptun macht ein Quadrat zum Radix-Mond und Mars wird rückläufig über
der Venus, oder
pendelt über der Radix Sonne hin und her, usw..
Vielleicht
macht Chiron dann noch
etwas, etwa an einer Hauptachse. Mit
solchen Konstellationen wird sicher irgendeine besondere Erfahrung
einher gehen, vielleicht wird sich irgendetwas ereignen
-
manchmal muss das
nichts schlechtes sein, es kann sich etwa im Umfeld abspielen, von dem
man aber beeinflusst wird, oder ein Jobwechsel wird möglich oder nötig;
- oder es
passiert auch schon mal gar nichts, oder man merkt es nicht (ist sich
nicht darüber bewusst). Wie dem auch sei: Positive wie
negative Erfahrungen
(Druck) bringen
die Möglichkeit, zu wachsen. Was ungefähr passiert ist schwer zu sagen,
besonders wenn man den Horoskopeigner nicht kennt. Welche
Bedeutung hat das 7. Haus für ihn, und was kann ein Pluto Transit auf
der 7. Hausspitze deshalb bedeuten?
Um
ein Gespür dafür zu kriegen, muss man jede Menge solcher Horoskope vor
Augen bekommen, und es lohnt, in der Vergangenheit nach solchen
Konstellationen zu suchen. Zum Beispiel bei seinem eigenen
Radix.
Oft stellt man fest, dass die Erwartung, was mit einer Konstellation gegeben sein müsste, durch die Realität der Erfahrung nicht gedeckt wird. Das gilt auch umgekehrt: Nicht immer wird man als Hintergrund einer Realität solche Konstellationen vorfinden, die man dafür vermutet hätte. Aus den Beispielen kann man lernen, dazu immer mehr ein Auge oder Gespür zu erhalten.
Eine solche "geballte Ladung" an Transit- Konstellationen kann man in der Vergangenheit bei sich und Freunden suchen - und vielleicht sind Freunde sogar dabei hilfreich, ihre Vergangenheit in biographischer Hinsicht zu berichten (hinsichtlich der wichtigsten Themen in einem Jahr). Dabei sollte man bedenken, dass sich die Freunde eventuell über die Bedeutung dieser Zeit täuschen, oder nicht ehrlich sind, oder sie die Bedeutung jener Zeit anders wahrnehmen, als es gut für sie wäre - man tut das auch selbst als Astrologe, eigentllich jeder Mensch ! Die Transite können zeigen, was wirklich für ein Thema angesprochen war.
Als
Anfänger sollte man sich aber hüten, allzu leichtfertig jemanden
berichten zu wollen, was für eine Bedeutung etwas für ihn hat,
womöglich noch den Psychologen spielen und erklären, dass sich jemand
selbst belügt oder an der Wahrheit vorbeigeht.
Im günstigen Fall kann man einfach die Konstellation mit ihnen durchgehen, und schauen, wann ein Transit in einem Orbis von 3° kam (auch rückläufig sich der Exaktheit in einem 3° Orbis annähert), und ob da etwas passierte. Man sollte immer kritisch sein über seine anfänglichen Vermutungen. Und braucht nicht direkt zu äußern, was man vermutet.
Warum 3 Grad Orbis? Meine Erfahrung ist es, dass es fast immer auf einen 3° Orbis hinaus läuft, dass etwas deutliches geschieht. Aber es gibt manchmal noch aufflackernde Momente, die bei 4° Orbis separativ erscheinen.
Und zwar vor allem in Bezug zu den Transsaturniern, die es auch in der Regel immer sind, die etwas grösseres, bedeutenderes auslösen (auch Chiron kann ein wichtiges Transit Thema sein. Er ist jedoch nicht immer ein offensichtliches Thema).
Ein Transsaturnier kann aber Entwicklungsprozesse schon bei einem Orbis von über 10 Grad (applikativ) einleiten.
"Sehen" tue ich zB etwas energetisches, die Häuser sind von den Energien der Planeten aufgeladen. Aspekte zwischen Planeten verursachen eine Art Kombination, bei der die Energien sich in die Quere kommen, und zwar oft in grundsätzlicher Art, egal ob die Planeten ähnlicher Natur sind. Ich sehe zum Beipiel helles, oder dunkles, was in den Planeten liegt, manche Planeten sind versteckt, verwurzelt, ins Dunkle verwoben, mit Gefühlen verstrickt, kommen nicht aus sich heraus, und andere drängen sich empor, wieder andere vermitteln den Eindruck von Energiegeladenheit, die sie ins Haus bringen oder zu einem Planeten bringen. Einige sind eigenwillig, verdichtet und gefangen, egozentrisch, andere sogar herausgerückt aus dem Ganzen und Einzelgänger - und das alles sehe ich, oder spüre ich intuitiv auf, muss ich aber beim Formulieren noch in Konkretheit bringen.
Es haut eher hin, von einem Bild zu reden, als von einer Überlegung oder einer Schlußfolgerung, denn es ist tatsächlich ein "Bild", eine Anschauung von Energien.
Mein Tip: Wenn man ein Astrologie-Buch liest oder Texte zur Astrologie, sollte man stets die Aussagen zu einer Konstellation nicht einfach so durch lesen, in der Erwartung, es dadurch verstehen zu können, als ob man Weisheit mit Löffeln essen könnte, sondern stets die Konstellation bildlich vor Augen haben, um so die Worte auf diese Konstellation, das Prinzip (Planet, Haus, Aspekt usw.) und ihr Wirken in gewisser Weise zurück zu übersetzen, um das Gemeinte zu erfassen. Man darf den Worten nicht trauen. Natürlich bedienen sie Informationen, aber wie weit kommen die Worte?
Wie mache ich es zum Beispiel? Ich lese die Konstellation, und im Grunde ist es so, als würde ich mich als jemand begreifen, der nicht wissend werden will, sondern etwas verstehen will. Und das geht nur, indem ich selbst mitdenke, und das wiederum geht nur, indem ich aus meinen Grundlagen heraus die Konstellationen vor meinem inneren Auge halte und das Gelesene genau daran aufbaue. Was ich meine, ist also nicht jenes Vorgehen, dass man auf dem Gelesenen aufbaut, sondern dass man in sich etwas hat, worauf man aufbaut.
In dieser Weise muss man sich oft am Anfang Unwissenheit eingestehen, aber es hat den Vorteil, dass man keine starren Denkmuster bildet, sondern richtiggehend mit den eigenen Kapazitäten geht. Später erweitert sich das, was man in sich als wirkliches Wissen hat und kann immer mehr Informationen destillieren aus dem, was man von einem Autoren liest.
Es ist auch sinnvoll, ein gelesenes Buch nach einiger Zeit nochmals zu durchblättern, weil man zwischenzeitlich Erfahrungen gesammelt hat und mehr verstehen und einordnen wird.
Um die vielen Unterschiede zwischen Koch und Placidus zu begreifen, muss man sich als Anfänger Zeit lassen. Man kann damit beginnen, die drei Zonen der Häuser zu beachten (Spitze, Mitte, Ende).
Wichtig
ist, dass man Koch und Placidus nicht einfach gleichsetzen
kann - dass also die Draufsicht und Deutungsperspektive
jeweils anders sein muss.
Als
Anfänger
weiss man das nicht. Daher sollte man es sich nicht zu schwer machen,
und sich anfangs mit ausschliesslich einem
Haussystem beschäftigen. Wohl aber im Hinterkopf behalten, was
die
besonderen Eigenschaften dieses Systems sein könnten.
Man kann die technische Berechnung des Placidus Systems mit einem Bezug auf den AS erklären, und die technische Berechnung des Koch Systems auf den MC.
Aber
die Bedeutung des AS mit Placidus so
einfach gleichzusetzen wird unstimmige Analogien hervorbringen.
Eigentlich kehrt sich die tatsächliche und symbolische Bedeutung
komplett um. Bei Placidus wird die
Berechnung vom AS ausgehend vorgenommen, in
Richtung MC!
Das bedeutet paradoxerweise eine eigentliche Betonung des MC
bei Placidus,
und das
MC entspricht auch der Bedeutung der Placidus Häuser. "Das Leben muss
sich zeigen und verwirklichen."
Das ist Placidus: Ein Nach
Außen
Bezug. Das Erleben und die Planeten sind akut. Integration
des Planeten (im Haus). Wille und Mentalität sind hier entscheidend.
Damit wird andererseits verständlich, warum man Placidus auch mit dem
AS in Verbindung bringen kann - es muss nur klar sein, dass der echte,
herangebildete
und nicht der reflexhafte oder durch Selbstverständlichkeiten geprägte
Wille bedeutet, der damit angesprochen wird. Der herangebildete Wille
kann sich im Schicksal (MC) freilich nur in einer vorgebenenen Weise
erfüllen, man kann zB nicht alles haben, was man will
- doch man merkt,
dass das Ganze (Leben, Schicksal, Kosmos und so weiter) mit einem
selbst verknüpft ist oder man darin ist. Kommt die Verbindung zwischen
ICH und Schicksal
zustande, dann wird dies als erfülltes Leben in der Wirklichkeit des
Ganzen erfahren. Es ist ein akutes Leben, und die Placidus Häuser
zeigen diese Klarheit, die sehr viel mit dem konkreten Leben zu tun
haben. Koch ist innerlicher, wesentlicher, zeigt eher das Fundamentale
der eigenen Sicht auf die Wirklichkeit.
Aussen und Konkret: Placidus. Man kann die Placidushäuser mit dem Rythmus im Uhrzeigersinn bei der MRL vergleichen, der wird auch Fügungsrythmus, oder Schicksalsrhythmus genannt. Hier werden geistig-seelische Prozesse vor allem durch Erfahrungen ausgelöst, die man als Schicksal erfährt.
Innen und Diskret: Koch. Man kann die Kochhäuser mit dem Rythmus gegen den Uhrzeigersinn bei der MRL vergleichen: es werden die subjektiven Lebenserfahrungen, das Selbst betreffende Ereignisse und Aufgaben betont. Im Grunde kann das alles auch Schicksal sein, also von aussen kommend, und es bestehen ähnliche Anforderungen der Auseinandersetzung, aber es berührt mehr die Innere Ebene.
Auf dieser Ebene des mehr nach Innen Gewendeten sind die Kochhäuser freilich auch sehr konkret, es ist eine andere Ebene. Es ist nicht einfach diesen Unterschied zu beschreiben. Man muss sich am besten Transite über Kochhäuserspitzen und Placidushäuserspitzen eine Zeit lang beobachten - irgendwann kommen Transite, und eine Zeit, die das sehr gut veranschaulichen können. Dabei können auch manche Kentauren äusserst hilfreich sein: etwa Pholus und Chiron.
Bei Koch wird die Berechnung vom MC ausgehend in Richtung AS vorgenommen, und die Betonung einer Symbolik liegt damit auf dem AS, und das entpricht auch der Bedeutung der Kochhäuser! "Das Leben hat sich gezeigt und schon verwirklicht". Koch zeigt, was ist, zeigt das Sein. Noch mehr taugt aber der Begriff "Innenbezug" auf Koch. Der Hintergrund des Wesentlichen wird aufgezeigt. Die folgenden Extreme sollen den Unterschied verdeutlichen: Man steht bei Koch im Leben und wird aufgrund dessen, was man ist, woraus man also ausgehen muss. Bei Placidus steht man im Leben, und wird aufgrund dessen, was man von aussen erfährt. Dies ist nicht ganz schlüssig, aber als Ansatz überaus stimmig. Transite auf Placidus Hausspitzen bringen oft eine gewisse Not des Fehlenden, das man noch in sich noch nicht ausgebildet hat, eine Antwort, eine Reaktion. Bedeutenderweise wird das oft von äusseren Erfahrungen eingeleitet.
Während Koch diese Gründe bei einem
Transit über eine Hausspitze oft von innen her
betont aufzeigt.
Man spürt in sich einen triftigen Grund, zB etwas zu
ergänzen, zu verwirklichen, zu erfahren, zu ändern usw..
Bei Placidus passt meiner Ansicht nach die
Analogie zum entwickelten AS (begriffen
als Handlungsqualität), mehr noch die Analogie mit dem
MC:
Eine der Außenbegegnung analoge
Ereignishaftigkeit der Welt (4.
Quadrant), und als eine Anreizung
von Außen (3. Quadrant) beschreibbar.
Bei Placidus begegnet man sehr viel mehr Schicksalsfragen (3. und 4. Quadrant) und Fragen nach der eigenen Zielhaftigkeit, wo es für einen selbst lang gehen soll und muss (MC). Denn dies ist der Weg, um im Einklang mit seiner Bestimmung zwischen Wirken und Gewinnen von Bildhaftigkeit zu gelangen, oder in dieser Bestimmung zu bleiben trotz Herausforderungen oder Anforderungen (vor allem 3. Quadant).
Bei Koch ist es annähernd die Analagie zum AS (begriffen als
Seinsqualität) und dem IC.
Koch ist auch beschreibbar als eine Struktur des Erlebens
(2. Quadrant) und der der Empänglichkeit für Bilder
(3. Quadrant), aber diese Bilder werden hier als Teil der Wesenstruktur
begriffen, nicht als schicksalhaft (4. Quadrant).
Koch zeigt daher auch mehr die der Wesensstruktur inne
wohnende Plausibilität.
Während Placidus mehr die Konsequenz aufzeigt,
nicht nur mit Streben verbunden, sondern nur bedeutungsvolle
Ereignishaftigkeit.
Es kommt darauf an, in welcher Weise man die Verhältnisse setzt. Dies gilt sehr fein zu differenzieren - es ist klar, dass jede Sache aus zwei Perspektiven betrachtet werden kann, was dann kein Fehler ist, wenn sich auch die Vorzeichen oder Aussagen entsprechend dem fügen. Daher kann man den MC auch in Bezug zum Kochhaussystem bringen. Womit sich nur die Vorgaben oder Bedeutungen entsprechend ändern muss (ähnlich wie jeder Faktor im Radix eine postive oder negative Bedeutung aufweist). Diese Bestimmung muss erfüllt werden. Auf einer Hausspitze hat man mehr Freiheiten, aber auch einen Drang etwas zu tun - was bei einer Blockade dann durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Endbereich eines Hauses hat: Man fühlt sich nicht richtig angekommen im Leben. Im Endbereich wird es als Schicksal erfahren, dem man nicht genüge tut, und auf der Spitze eines Hauses ist es eine unerfüllte Verwirklichungsabsicht.
Frank Felber begründet den Bezug zwischen Kochhaussystem und MC als Bezug zwischen Individuum und Kollektiv: das einzelne Leben bekommt am MC Bedeutung für das Kollektiv. Analog zum Kollektiv kann man auch eine grössere und das einzelne Leben umfassende Macht setzen: Das einzelne Leben hat dann Bedeutung für eine gewisse Schicksalsmacht, auf die der einzelne so gut wie keinen Einfluss hat. Man wird im Gegenteil diesen Einflüßen ausgesetzt. Wenn man das Leben als Investition des Kosmos betrachtet, so ist unser (seelisches und geistiges) Leben nur ein weiterer Schritt des Kosmos, nämlich Erfahrungen auszubilden, damit der Kosmos sich selbst erkennen kann. In diesem Sinne sind wir, was wir geworden sind. Wir erfahren gleichwohl eine Art Erfüllung, wenn wir diesem gerecht werden und unser Sein leben.
Nach Felber zeigt das Kochsystem die Rahmenbedingungen auf, die dem Menschen aufgrund seines Karmas aus vergangenen Leben gegeben sind. Es wird schon dadurch eine stimmige Begründung, weil die Kochhäuserspitzen technisch vor der Geburt gebildet werden (und vor der Geburt liegt das Karma). Koch zeigt betont daher die BESTIMMUNG eines Menschen, und diese Eigenschaft von Bestimmung drückt sich auch in der deutlichen Hervorhebung der Endzonen eines jeden Hauses aus (sowohl bei Placidus als auch bei Koch).
Mehr über die Berechnung der Häuserssysteme in einem Artikel auf Sternwelten dazu: http://www.sternwelten.at/ar_haeusersysteme.shtml
Mit dieser "Bestimmung" bei Koch ist keine Willensentscheidung gegeben, sondern so etwas wie Fügung oder Umstände, in denen der Menschen geboren wird und leben muss. Dadurch ergibt sich bei Koch eine gewisse Vertiefung in die Häuser-Strukturen: die prägende Erfahrung wird herausgestellt, nämlich den Häusern als "Arbeitsfeld" für die Planeten ausgeliefert zu sein. Ein Planet in der Endzone eines Hauses wirkt bei Koch deutlich ins nächste Haus hinein (statt von einer Endzone kann man auch von einer Übergangszone zum nächsten Haus reden).
Man muss aber darauf achten, diese Übergangszone bei der Deutung als solche Zone zu berücksichtigen, und nicht einfach den Planeten so deuten, als stünde er faktisch im nächsten Haus! Denn der Planet in einer Endzone hat ein ganz anderes Profil, er muss da innerlich verarbeiten und vorbereiten, und ein Planet auf einer Hausspitze kann sehr viel mehr nach aussen manifestieren, ist direkter und sucht den Weg ins Außen. Der Planet in einer Endzone erfährt eher Wirkungen des Außen und Wirkungen seiner Involviertheit ins Außen und muss im gewissen Sinne verdauen und vorbereiten.
Eingeschlossene Planeten sehe ich immer etwas stärker bei Placidus ausgeprägt, bzw. sie fallen dort sehr viel mehr auf, als wie bei Koch - denn das Koch System hat die Verwurzelung - sowie eine gewisse Tendenz des Bezugs auf das Selbst - bereits als Deutungsperspektive vorgegeben und Placidus bildet so gesehen einen grösseren Kontrast zu eingeschlossenen Planeten.
Dennoch spielen die eingeschlossenen Planeten natürlich auch im Kochsystem eine grosse Rolle. Die Bedeutung der eingeschlossenen Planeten ist in beiden Haussystemen dieselbe. Es ist ja die Deutungsperspektive jeweils anders, damit auch die wahrgenommene Deutlichkeit auf mögliche eingeschlossene Planeten, je nach Haus.
Eingeschlossene Planeten weisen immer
einen
stärkeren
Selbstbezug auf, und die Bezugnahme auf die Welt und äußeren Umständen
fällt mit diesen Planeten nicht immer leicht. Man verliert leicht aus
den Augen, wie man in der Welt wirkend tätig ist, und wie gewisse
Probleme des Handelns damit zusammenhängen können. Typischerweise kann
man es beschreiben als: "man will etwas sagen, und kriegt es nicht
ausgedrückt".
Bei nicht
eingeschlossenen Planeten, fällt die Beobachtung und Zielsetzung des
eigenen Handelns, also wie das Handeln nach aussen
wirkt, leichter.
Eingeschlossene Planeten verstärken im Grunde jene Eigenschaft, sich
selbst treu zu bleiben.
Der Sog ins nächste Haus gilt vor allem bei Koch, aber sehr viel geringer und ganz anders zu betrachten bei Placidus, wo man im End-Bereich auch nicht vom Dämmerung sprechen kann, sondern von einer hintergründigen Verzweigung beider Häuser.
Placidus:
Wohlgemerkt:
Der Planet dämmert (mit seiner
Strahlkraft) bei Placidus nur kurz vor
der Hausspitze ins
nächste Haus. Es sind meist 3°, die der Planet von der
Hausspitze
entfernt stehen kann, um dann ins nächste Haus etwas
hinein
zu dämmern. Umso mehr "leuchtet"er ins nächste Haus, je weiter er an
die Hausspitze kommt: Erst ab 1°-2° kann man davon sprechen, dass er
wirklich ins nächste Haus hinein schimmert.
Man kann also bei Placidus
kaum von einem
Sog reden. Aber auf einer bestimmten grundsätzlichen Ebene des
Endbereiches arbeitet der
Planet kurz vor der nächsten Hausspitze in das nächste Haus hinein! Es
ist aber eine andere Ebene, als wenn er 1° (Licht) oder 3° (Dämmerung)
davor stünde. Wichtige
Unterschiede, die oft vernachlässigt werden. Ich selbst vergleiche
diese
Endzone eines Placidus Hauses mit der Ebene der Häuserherrscher, auf
der ein Planet in der Endzone jenes nachfolgende Haus und seine Themen
vorbereitet, sich strukturell in das nächste Haus hineinarbeitet,
vorbereitet, vorarbeitet. Aber nicht direkt hineinwirkt, was
er nämlich nur ab ca. 1-2° vor einer Hausspitze tut.
Die Hausgröße kann man fast vernachlässigen, wenn es darum geht, ob der
Planet ins nächste Haus dämmert also hineinzustrahlen beginnt
- mir ist nicht besonders deutlich geworden, dass ein Planet
3°
vor der nächsten Hausspitze vergleichsmässig stärker ins
nächste
Haus rein strahlt, wenn gleichzeitig das Haus, in dem er sich befindet
sehr gross ist. Es scheinen vielmehr die Hausspitzen mehr feste Größen,
wo es darum geht, ob der Planet wirklich klar ins nächste Haus
reinstrahlt.
Die Endzone dagegen, die ist natürlich grösser und kann man pauschal
auf etwa 1/3 der Hausgröße ansetzen.
Koch:
Der Sog hat nur mit
der Übergangszone eines
Koch Hauses
ins nächste Haus zu tun! In der Entwicklungszyklik der Häuser bereitet
der Endbereich (bzw. Übergangszone) eines Hauses ins
nächste
Haus vor. Das gilt bei Placidus sehr viel
hintergründiger. Da man bei Koch immer schon etwas mehr in den
Hintergrund des Wesens blickt, ist daher der Endbereich bei kochh auch
deutlicher ausgeprägt in seinem Hinarbeiten auf das nächste Haus: es
ist ein Sog bei Koch.
Diese
Übergangszone
eines Hauses (Endzone) entspricht der Zone nach
dem Talpunkt, die auch Stresszone genannt wird (bei der
API-/Huberschule). Umso weiter ein Planet vom Talpunkt entfernt und in
Richtung der nächsten Hausspitze steht, desto stärker wird die Belastung
des Planeten, da er gewissermaßen zwei Häusern dient.
Bei
der Huberschule wird ein Haus mittels des goldenen
Schnittes in
drei massgebliche Zonen unterteilt:
In einen
kardinalen Bereich
(Bereich der Hausspitze), einen fixen Bereich
(die Mitte der Häuser, eingeleitet durch den sogenannten Invertpunkt)
und einen veränderlichen Bereich (Ende der Häuser, eingeleitet durch
den Talpunkt).
Man kann diese Berechnungen natürlich ebenso auch auf Placidus Häuser anwenden. Die Grundbedeutung der Zonen und Punkte ist dieselbe (aber die Bedeutung des jeweiligen Haussystems ist freilich anders bei Koch im Vergleich zu Placidus).
Die Berechnung sieht so aus, dass man die Hausgröße durch 0,618 multipliziert, was ein Ergebnis kleiner als die Hausgröße ergibt. Dieser errechnete Punkt stellt schon den Talpunkt (Wasserpunkt) dar, also den zweiten Schnittpunkt des Hauses. Von der Hausgröße zieht man diesen Wert ab (also zB 30°-18°32'=11°28') und erhält den Invertpunkt (Luftpunkt).
Eine andere Methode der Unterteilung
eines
Hauses ist mit Hilfe einer Vierteilung
gegeben, die sich ebenso aus demselben goldenen Schnitt ergibt: dabei
wird die Hausspitze mit dem Element Feuer identifiziert, der
Invertpunkt der Huberschule entspricht dem Element Luft und der
Talpunkt entspricht dem Element Wasser; nur der Bereich hinter dem
Talpunkt wird nicht wie in der Huberschule Stressbereich genannt,
sondern als Erdzone eines Hauses bezeichnet. Nach Frank Felber
handelt
es sich bei den goldenen Schnittpunkten Feuer, Luft und Wasser um
besondere Punkte, die sogar einen Orbis für ihre
deutlichste
Wirkung aufweisen (siehe Grafik unten am Beispiel des 2. Hauses):
2° für den Feuerpunkt
(rot)
und je 1.5° für den Luftpunkt (gelb) und den Wasserpunkt
(blau).

Umso näher ein Planet einer dieser Punkte kommt, desto mehr verändert sich die Ausprägung hinsichtlich dieser besonderen Punkte, und es ist natürlich auch wichtig, ob der Planet innerhalb der ersten Zone, der zweiten oder der dritten Zone steht, während er einem dieser Punkte nahe steht.
Die Planeten in den Häusern drücken sich durch ihren jeweiligen Stand in einer Hauszone unterschiedlich beim Geborenen aus.
Meinem Empfinden nach sind die Zwischenbereiche - also der Bereich zwischen Feuer und Luft, zwischen Luft und Wasser - nicht sehr symmetrische Übergänge. Der Bezug auf den nächsten Punkt ist (vermutlich bedingt durch die Fliessrichtung der Energien) immer stärker. So dass also ein Planet, der genau in der Mitte des Luft- und Wasserpunktes stünde, dadurch eben nicht das Gemeinsame aus den analogischen Qualitäten von Luft und Wasser herauszieht, sondern schon weitaus mehr dem Wasserpunkt verpflichtet ist.
Ein solcher Planet, der genau in der Mitte eines Hauses steht, also zwischen Luftpunkt und Wasserpunkt, ist aufgrund der Häuserstuktur (das befindet sich auf einer anderen Ebene als jene Punkte) stark nach innen gewendet, und die Auseinandersetzung gleicht dem Verarbeiten von Informationen hinsichtlich der eigenen Selbstverwirklichung, man zieht Bilanz.
Um diese Planeten kurz nach der Mitte eines Hauses nach aussen in der Welt zu verwirklichen, benötigt man oft eine Art Brücke zu den Lebensumständen oder äußeren Situationen hin, man muss sich den Lebensbereich des betreffenden Hauses in gewisser Weise nahe heran holen, um durch die Nähe zur Auseinandersetzung zu kommen, und die übertriebene Sicht auf das eigene Ich zu überwinden, was geschehen kann, wenn man die äußeren Reize als Möglichkeit nimmt, sich selbst besser kennen zu lernen. Manche Planeten bedingen dieser Auseinandersetzung mit der Welt sehr stark, gerade dann, wenn sie in der Mitte eines Eckhauses stehen und sie im Grunde aktive Planeten sind. Man hat mit diesen Planeten eine Treue zu sich selbst und gibt gewöhnlich etwas mehr auf den Selbstwert, man bewertet die Erfahrungen, die man macht, oft mit der Frage: Was haben diese Erfahrungen mit mir selbst zu tun? Und gerade um eine gute Antwort zu bekommen, muss man die Verhaftung, vieles nämlich für selbstverständlich zu halten, überwinden, durch erweiterte Bezugnahmen zu einem Außen, ds einem oft allerdings idealistisch erscheint, durch die Brille der eigenen Wahrnehmung.
Ein Planet an der Hausspitze, also knapp vor, auf oder knapp hinter der Spitze, hat eine stark extrovertierte Orientierung, es drängt den Planeten ins Leben hinein.
Ein Planet vor
einer Hausspitze wirkt
ähnlich, nur wird gerade dieser Planet noch mehr Aufgaben
erledigen
müssen, je mehr, desto weiter er von der Hausspitze entfernt steht,
aber noch im letzten Drittel des vorherigen Hauses. Ein Teil der
Energie des Planeten geht nicht mehr in die Persönlichkeit
als Überzeugung und als expansiver Impuls (wie es bei einem
Planeten an
der Hausspitze der Fall ist), sondern diese Energie wird nun anders
eingesetzt: Erzwungenermaßen wird durch den knappen Endbereich eines
Hauses der
Planet und seine Stellung als besondere Aufgabe erlebt, was solche
Planeten gewöhnlich immer etwas schwieriger für den Geborenen
machen; -
dafür aber kann umso mehr Leistung möglich werden: Der Horoskopeigner
empfindet gewisse Dinge, die der Planet an ihn heran trägt, als
erweiterungs- oder wandlungsbedürftig.
Man könnte fast
sagen, die
zu
erledigenden Aufgaben resultieren aus den gegebenen Möglichkeiten des
alten Hauses, und müssen aber für das nächste Haus überarbeitet und
neue Wege der Entfaltung und Manifestierung gefunden werden.
Das
wird nicht immer vom Horoskopeigner geleistet, und die Folge kann ein
Beharren auf gewisse veraltete nicht mehr nützliche Einstellungen sein,
da ein Mangel an Erkenntnisarbeit vorliegt. Man kommt dann nicht von
der Stelle.
Der Bereich, wo dieser Sog ins nächste Koch Haus wirklich überaus deutlich wird, ist meines Ermessens nach nicht direkt nach dem Talpunkt (bzw. Wasserpunkt), sondern zur Hälfte des Weges vom Talpunkt bis zur nächsten Hausspitze.
Im Grunde wird jeder Planet, egal in welcher Zone er steht, immer dieselbe Energie für den Horoskopeigner zur Verfügung stellen, sie wirkt sich nur anders aus, und findet verschiedene Wege in oder aus der Persönlichkeit heraus. Wirkt sie in die Welt, bedeutet das vor allem eine Herausforderung sich den Taten zu stellen und anzuschauen, die man selbst bewirkt und beeinflusst. Wirkt ein Planet in die Persönlichkeit hinein, bedeutet das vor allem, sich zu vergegenwärtigen, wie dieser Planet Strukturen der eigenen Psychologie bedingt.
Die Stellung, die der Geborene als sehr fliessend und leicht erlebt, ist die Stellung kurz vor dem Invertpunkt bzw. am Luftpunkt eines Hauses. Man könnte aber meinen, dass diese Stellung ähnlich einem Trigon oder Sextil den Menschen auch zum Teil eine gewisse Selbstverständlichkeit eingeben können, und er sich folglich nicht der Notwendigkeit ausgesetzt sieht, irgendwelche besonderen Ziele zu verwirklichen oder die eigenen Kräfte auszurichten, sondern gerade das tut, was ihm am leichtesten ist.
Empfehlungen für das Bücherregal:
Weiteres über Astrologiebücher:
Es gibt nicht viele andere Bücher über die Asteroiden und Fixsterne als wie das von Felber.Sonne und Mond sind die wichtigsten Faktoren eines Radix.
Wann immer von Sternen im esoterischen Sinne gesprochen wird, kann man annehmen, dass einfach von einem kosmischen Bereich gesprochen wird, in dem die Sternenkraft als Macht bezeichnet ist. Die Sonne ist für uns naheliegendster Repräsantant dieser Schöpfermacht. Einer Macht, aus der wir hervorgehen und aus denen letztendlich - symbolisch betrachtet - alles hervorzugehen scheint und von der alles Leben abhängt.
In dieser Macht enthalten ist eine evolutive Schöpfungskraft oder bezogen auf den Menschen: eine
natürliche Lebensabsicht , und erst die Schöpferkraft zeigt die
Befriedigung des Anliegens der Sonne.
Das meint nichts anderes, als die
Umsetzung unserer Energien in die Lebenswirklichkeit, in unser gelebtes
und gestaltetes Leben hinein.
Hervorzuheben unter den spärlichen Angebot an Mondbüchern ist: Der Mond - das innere Kind . Hamanns Buch empfinde ich als EIN MUSS!
Neben Hamanns Mondbuch ist durchaus auch Roschers Mondbuch
hervorzuheben, das eine gute Ergänzung
zu dem insgesamt noch besseren Mondbuch von Brigitte Hamann ist.
Bei
Roscher fehlt einem jedoch das Angebot an Verwirklichungsarten und bietet fast
durchweg keine wirklichen Lösungswege , die man in einer wirklich
bewusst zu nennenden Lebensführung entdeckt oder bei Ergründung
der essentiellen Seite der Energien entdecken will. Die
Betonung bei Roscher liegt auf dem Bereich der oberflächlichen Möglichkeiten,
die das Leben bereits empirisch zeigt. Immerhin bietet das Mondbuch eine
vertiefende Lektüre, quasi anhand von Fallbeispielen. Man entdeckt
immer wieder Ähnlichkeiten, mit den Mondständen eines Menschen, dessen
Horoskop man untersucht. Doch sollten die Aussagen nicht immer auf eine
entsprechende Mondstellung bezogen werden, die man bei jemanden
untersucht, als wäre es Schicksal, dass sich die Energien so zeigen
müssen. Man kann aber wunderbar sein Wissen in die Astrologie
vertiefen, indem man die Mondbeschreibungen von Roscher in der Praxis
wiederfindet, zumindest wenn man den Versuch unternimmt, auf das
Prinzipielle zu kommen. Wofür Hamanns Buch sehr viel besser geeignet
ist.
Zur die "Heilkraft der Sterne".
Einige Anmerkungen: Chiron als Herrscher über den Schützen entspricht nicht meiner Einschätzung, aber was Lawson dazu geschrieben hat, offenbart durchaus einen Aspekt Chirons, der im Schützen aufgeht. Meiner Meinung nach offenbaren die Asteroiden sowieso keine kohärente und eindeutige Zeichenherrschaft.
Die Beschreibung ist bei Lawson wunderbar helfend und anengenehm fliessend zu lesen, und man begreift, was einem im Leben so oft fehlt. Weil es um die Sonne geht, hebt Lawson damit auch den Entwicklungsauftrag des Menschen hervor. Es geht um Heilung seiner Selbst - das bedeutet zunächst mit der Sonne ganz einfach Lebensfreude und Gesundung zu erlangen oder beizubehalten. Deswegen ist das Buch in erster Linie natürlich praktisch für die Lebenshilfe geschrieben, aber ein lernender Astrologe begreift im Lesen auch die Grundessenz des jeweiligen Zeichens, es wird verinnerlicht.
Dieses Buch über die Sonne schliesst erstaunlicherweise eine Lücke. Es wird gar nicht so viel und essentiell die Sonne in ihrer astrologischen Wirkung beschrieben, wie es den Anschein hat. Die meisten Texte über die Sonne schwärmen von einem Ideal oder sind oberflächlich oder bieten nur fragmentarische Anleitung zur bewussten Lebensführung. Der Heiler D. Lawson schafft es zusammen mit der Astrologin Jennifer Griffiths, ein Buch über sehr zutreffende Komponenten des Selbst, der Sonne zu schreiben. Weiterhin wird auch das Sonnenzeichen mit den Elementen in Verbindung gebracht.
Ich will freilich das Buch nicht über alle Maßen loben. Gewisse Dinge (Visualisierung und Affirmationen) kann man sicher ausprobieren, ob sie einem zusagen und wie man sie nach persönlichen Bedürfnissen abwandeln möchte. Inspirierend ist Lawson in der Hinsicht auf jeden Fall. Was für mich das Buch so lohnend macht, ist eine sehr tiefgründige und dabei zutreffende Sicht auf die Bedürfnisse des jeweiligen Zeichens. Das hilft auch dem Verständnis der Zeichen allgemein auf die Sprünge. Es gibt sicher einige Stellen, wo sich ein kleiner Fehler eingeschlichen hat (das Stiersymbol wurde mit dem Merkursymbol verwechselt; aber der Text ist natürlich zutreffend auf das Stiersymbol bezogen).
Ich als Verleger hätte das Buch ehrlich gesagt anders benannt, aber es zeigt sich in manchen Verlagen vielleicht noch eine alte Auffassung der astrologischen Begrifflichkeit oder ein Bezug auf die öffentliche Rezeption der Astrologie . In der Astrologieszene wird das Wort Sternenkunde jedenfalls gewöhnlich mit einer veralteten und unzutreffenden Aufassung von Astrologie assoziiert. Vielleicht nur deshalb, weil immer dort, wo Astrologie von Skeptikern kritisiert wird, der Bezug auf Sterne, Sternzeichen usw. gerichtet ist (ich schätze deshalb, weil die Astronomen sich mehr mit den Sternen befassen als wie mit den Zeichen, die der Astrologie bekannt sind).
Naheliegender wäre allgemein schon, von Planetenkunde zu reden, wenn man es überhaup in dieser Weise beschreiben will. Für mich ist Astrologie eine Lebenskunde. Die Sternenkunde würde beginnen, wo es um Fixsterne geht. Insofern ist der Titel jedoch zutreffend, da die Sonne ein Fixstern ist und sich die Zeichen aus dem Fixpunkt bzw. Bezugspunkt Sonne ergibt. An diesen Überlegungen zeigt sich aber auch, wie schwierig es ist, dieses Buch zu benennen, denn womöglich klingt für die Leute, die vor einem Astrologieregal stehen, ein Buch namens "Heilkraft der Sonne" zu sehr nach anderem als nach Astrologie. Obwohl es faktisch genau der zutreffende Titel wäre.
Das Buch Heilkraft der Sterne richtig zu verwenden, was sehr einfach
ist, kann folgendermaßen aussehen:
Man betrachtet die Energien (und nicht nur die Sonne im
Zeichen) und bezieht diese Energien neben der Sonne auch auf den
Aszendenten oder andere starke Betonungen von Zeichen. Lawson bietet
durch den Einbezug der Elemente selbst folgende Lesart an: Indem
man das Sonnenzeichen im Bereich der Kreativität und Leidenschaft
einbringt (Feuer), sich in der Welt von Beruf und materiellen Erfolg,
auf der Ebene von Intellekt und höheren Zielen (Luft) oder in der Welt
von Liebe, Emotion und Intuition (Wasser) bewegt .
Auch auf die Beziehung von sich selbst zu einem vetrauten Menschen, der
ein bestimmtes Element vertritt, kann damit nachvollzogen werden.
Zum
Beispiel liest man dann Schütze und das Element Wasser. In dieser Weise
wird auch das kombinatorische Denken des Astrologen geschult.
So leitet das Buch einem Anfänger oder Student der Astrologie auch hervorragend an, die Astrologie selbstständig durch intuitive Ableitungen, Unterscheidungen und Bezugsnahmen zu begreifen. An sich bietet Lawson jedoch ein wunderbares Werk für das Begreifen der Lebensabsicht unseres zentralen und wichtigsten Pols: Der Sonne.
Diese beiden Bücher - "Heilkraft der Sterne " von Lawson und "Der Mond - das innere Kind" von Hamann - stehen auf meiner Liste ganz oben.
Somit sind bereits zwei wichtige Bücher über die beiden grundlegendsten Kräfte in unserem Horoskop zu empfehlen: Hamanns "Innere Kind" und Lawsons "Heilkraft der Sterne".