20. Mai 2008 - 21. Juni 2008

Rückläufiger Merkur

Merkur wird am 26. Mai für knapp 3 Wochen rückläufig werden.

Rückläufige Phasen des Merkurs sind immer eine Zeit der möglichen Revidierung und Zurückschau.

Wir können neue Einstellungen gewinnen, vor allem in Bezug zu allen geistigen Aktivitäten (da Merkur in einem Luftzeichen rückläufig wird).

Wir haben jetzt für die erste Hälfte der rückläufigen Phase (erste Hälfte der rückläufigen Phase: bis etwa 8. Juni) eine gute Gelegenheit um uns selbst näher zu kommen, und Erlebnisse der letzten Wochen und Monate zu rekapitulieren.

Wir könnten den Eindruck haben, dass die Vergangenheit uns einholt, das kann verschieden gut oder schlecht für uns ausfallen - in jedem Fall können wir versuchen aus dem Rückbezug in die Vergangenheit zusätzliche Einsichten über uns oder das Leben zu gewinnen. Der abnehmende Mond unterstützt diese Bestrebungen zusätzlich (bis zum nächsten Neumond, am 3. Juni).

Der rückläufige Merkur bringt uns auch die Möglichkeit nach innen zu schauen - und so können wir prüfen, ob gewisse Ereignisse oder Informationen für uns noch weiterhin so zu bewerten sind, wie wir es bislang gewohnt waren oder wie die Umstände es uns nahelegten.

Mit Merkurs rückläufigen Phasen wird das Augenmerk auf das Wesentliche gelenkt, auf tragende Konzepte - und nicht nur auf den Schein der Dinge, nicht nur auf die geregelten Abläufe oder die Selbstverständlichkeiten. Wenn etwas nicht glatt läuft, dann meist, weil wir etwas übersehen haben - oder uns im falschen Zeitrythmus befinden (wir neigen dazu, sämtliche Probleme auf andere zu projizieren).

Der Gang der Dinge nimmt weiter seinen Verlauf, aber es ist so, als steige regelmässig mit den rückläufigen Phasen des Merkurs ein Mechaniker des Bewusstseins in den Hintergrund der Kulissen, und überprüft, ob für das Individuum alles in Ordnung ist. Dabei ist entscheidend, dass während der Rückläufigkeit einige Dinge nun Thema werden könnten, die zuvor als Nebenresultat beim Handeln mit bewirkt wurden, oder bislang nicht genügend Aufmerksamkeit durch uns gewannen. Diese Dinge werden gewiss mit uns zu tun haben, und nicht so sehr mit den Umständen, die wir jetzt nicht so sehr gestalten sollten.

Meist werden wir mit der rückläufigen Phase des Merkurs mit Fragen konfrontiert, die aus den Umständen unseres Lebens resultieren.

Weiterhin und ganz besonders können wir nun vielleicht alte Haltungen überdenken und einfach mal etwas neues oder etwas bestimmtes auf eine andere Weise tun, aber wir sollten dabei kein Ergebnis erwarten sondern annehmen, was daraus resultiert. Folglich sollte man wichtige Entscheidungen vielleicht lieber auf Mitte bis Ende Juni verschieben, weil die Dinge jetzt oft anders kommen, als wie man erwartet bzw. man sie nicht so genau und leicht umsetzen kann, wie man es plant.

Für die nächsten knapp 3 Wochen werden wir dazu gedrängt sein, gewisse geistige Einstellungen oder Bezugnahmen zu revidieren bzw. anzupassen. Wir könnten das eine oder andere Male an Konflikte geraten, zum Beispiel mit der Technik, oder wie wir etwas kommunizieren, oder betreffend der Zuverlässigkeit von Beziehungen im Allgemeinen. Wir sollten uns dann gemäß dem Luftelement flexibel zeigen. Wir können neue Impulse für unsere Absichtsbildung aufnehmen, doch sollten wir während der rückläufigen Zeit des Merkurs (also bis zum 19. Juni) absichtslos handeln und nicht so viel erwarten von dem, was wir tun.

Es sollte in jedem Fall auch eine Zeit der (geistigen) Innenschau sein, an deren Ende ein leichter Wandel der Bezugnahmen, Einstellungen oder Haltungen in allen möglichen Beziehungsfragen stehen kann. Auch der Bezug auf Wissen und Lernen, ja sogar die Kreativität stellt so eine Bezugnahme dar, und nicht alle diese Bereiche müssen in dieser Zeit gleichermaßen angesprochen sein, weil dies natürlich von unserer Lebensweise und den Inhalten unseres Lebens abhängt.

Merkurs rückläufige Phasen sind zyklisch, das bedeutet: sie wiederholen sich in einem Jahr etwa drei bis vier Mal. Es ist also nichts neues und gehört zum normalen Ablauf.

Es ist unsere eigene Sicht der Dinge, welche dabei das Thema ist und möglicherweise in dieser Hinsicht eine Anpassung, einen Erfahrungsgewinn, oder eine Veränderung nötig macht.

Aktuelle Konstellationen

Mars in Löwe und Sonne in Zwillinge

Mars zeigt an, in Weise wir uns für konkrete Ziele oder Bedürfnisse einsetzen und wie wir unsere vitale Lebenskraft zum Ausdruck verhelfen.

Der Bedeutung des laufenden Mars im Löwen kommt man viel näher, wenn man zugleich betrachtet, in welchem Zeichen die Sonne steht (weil: die Sonne ist der Herrscher des Löwezeichens, in dem der Mars steht).

Der Herrscher bildet einen Rückraum des betreffenden Zeichens, sozusagen einen erweiterten Bezug.

Massgeblich ist dabei nicht die Art des Planeten, sondern in welchem Zeichen der jeweilige Herrscher steht und wie dieses Zeichen mit Mars korrespondiert, also verträglich ist. 

Als die Sonne sich noch im Stier befand, war vieles sicher genügsamer. So manche Aktivität oder Sorge (ab dem 11. Mai) war vielleicht auf Sicherheiten in egal welcher Hinsicht bezogen. Vermutlich befanden wir uns in einem mehr oder weniger bewegungslosen Status Quo.

Die Sonne ist am 20. Mai ins Zeichen Zwillinge gewechselt.

Nun wird mit der Sonne in Zwillinge der Impuls des Mars in Löwe einen anderen Charakter bekommen und mehr Flexibilität möglich. Zur Flexibilität trägt auch der Mond bei, der jetzt zwei Wochen abnehmender Qualität ist (bis etwa 3. Juni). 

Möglicherweise setzen wir uns nun aktiver dafür ein, was wir wollen und jammern nicht mehr so viel wie in den ersten Tagen des Mars im Löwen.

Mit der Sonne in Zwilling erhält der Mars in Löwe einen ihm gemäßeren Rückhalt und man erkennt viel eher Chancen des Handelns. Man kann sich leichter dazu motivieren, etwas Bestimmtes zu erledigen.

Während die Sonne im Zeichen Zwillinge steht, und Mars in Löwe, wird bei unseren Aktivitäten der kurze Weg gegangen, man entscheidet sich spontan um gewisse Dinge zu beeinflussen oder zu erledigen, und man ist in der Regel offen und flexibel für die gegebenen Möglichkeiten oder gewisse Rückwirkungen des Handelns. Die Dinge fügen sich nun auch leichter. Gegebene Probleme, die vielleicht mit unserer schöpferischen Schaffenskraft zusammenhängen, können jetzt relativ leicht behoben werden.

Natürlich gibt es jederzeit die Möglichkeit, dass unsere Mittel von aussen oder dem Schicksal begrenzt  werden, oder Schwierigkeiten auftreten. Wenn das der Fall ist, sollten wir die Chance erkennen, die darin liegen kann - diese Möglichkeit wird natürlich dadurch wahrscheinlicher, weil Merkur am 26. Mai für knapp 3 Wochen rückläufig wurde.

Es mag zum Beispiel erforderlich werden, genau unterscheiden zu können, was einem noch wirklich angehen sollte, und was nicht; oder was man wirklich allein lösen kann, und wo man Verantwortung eher von sich weisen sollte. Wir könnten uns oder andere sonst überfordern oder uns überrumpeln lassen.

Ein solcher kritischer Moment könnte zwischen den 4. und 7. Juni herum akut werden, wenn die Sonne sich im Stellium mit Merkur und Venus befindet und diese Planeten ein Sextil zu Mars bilden, und der Mond gerade zunehmend geworden ist. Das kann auch einen positiven Durchbruch nach sich ziehen, in welcher Angelegenheit auch immer -  und vielleicht liegt diese günstige Spannung bis Mitte Juni noch in der Luft, da die Sonne dann ins Quadrat zu Uranus kommt (13.6.) und dann damit auch der Mars noch einmal etwas Anregung erfährt

Kurzfristig und spontan ziehen wir ab heute jedenfalls unser Ding durch, so wie es die Umstände erlauben, und die Launen können sich so rasch wandeln, wie sie gekommen sind.

Das Haus, in dem der transitierende Mars steht, kann darüber Auskunft geben, in welchem Lebensbereich unsere Bedürfnisse und Anliegen besonders leicht realisiert werden können, oder wo wir zumindest bis zum nächsten Zeichenwechsel der Sonne (20. Juni) eine gute Chance haben, unsere Lebendigkeit zu entfalten.

Seitdem der Mond zunehmend ist und sich der Vollmond ankündigt, geht es längst nicht mehr so locker zu wie Ende Mai. Sich um Lockerheit bemühen scheint mir das Motto. Wenn Merkur um den 20. Juni direktläufig wird, können wir die Ziele, die wir uns vorgenommen haben, besser umsetzen, momentan scheint eher so eine Art Reflektionszone gegeben zu sein. Das Handeln kann uns momentan mehr Reiz bieten, indem wir uns für Reflektionen über uns Selbst oder gewisse Umstände öffnen. Einiges könnten wir beginnen positiv zu sehen, dann wird der kommende Impuls des direktläufigen Merkurs uns noch mehr Schwung ermöglichen. 

Nachbetrachtung

Es zeigte sich eine gewisse mentale Lockerheit und Flexibilität (vor allem der Mars Konstellation geschuldet) bis zu dem Zeitpunkt, als der rückläufige Merkur die Konjunktion mit der Sonne erreicht hatte (am 7. Juni). 

Die Stimmung wandelte sich in eine unterschwellig oder subtil leicht bedrückende Stimmung, die ans Unbewusste rührte - diese Stimmung, die nicht wirklich drastisch war (normal für Rückläufigkeit und einem gleichzeitig zunehmenden Mond) ging dann bis zum 19. Juni mit dem Schwung dieser Konstellationen weiter; - es zeigte sich später, dass alle positive Einstellung, die man während der letzten rückläufigen Phase des Merkurs (von der rückläufigen Konjunktion des Merkurs mit der Sonne bis zur Direktläufigkeit des Merkurs) aufbringt, dann mit der direktläufig werdenden Zeit des Merkurs merklich Früchte tragen kann und das eigene Handeln belebt.
Genauso kann Überheblichkeit, Irrationalität oder fehlender Realismus aus der Zeit der letzten Phase der Rückläufigkeit des Merkurs später auf einen negativ rückwirken. Eine Rückläufigkeit mit gleichzeitig zunehmenden Mond erfordert anscheinend ganz besonders eine positive Einstellung, da man diese Einstellung in die nächste Zeit der Direktläufigkeit des Merkurs mitnehmen wird. Ein rückläufiger Planet durchwandert ja die Tierkreisabschnitte, die später mit der Direktläufigkeit erneut überquert werden.

Mit der Direktläufigkeit und mit der Passage der Tierkreisabschnitte, die vorher rückläufig durchschritten wurden, ist auch verbunden, dass einige Dinge jetzt erneut unsere Aufmerksamkeit erfordern, die bis dahin lange Zeit begraben schienen. Diese Dinge können auch sehr viel älteren Ursprungs sein, als wie der Beginn der Rückläufigkeit des Merkurs. Die Rückläufigkeit kann auch allgemein als Phase der Vorbereitung auf eine neue, längere Zeit der Aktivität und des zielgerichteten Planens definiert werden, und bedeutet nicht nur ein Selbstbezug oder reflexiver Rückbezug auf die Vergangenheit, der für uns damit verbunden wäre.

Die deutsche Fussball-Nationalmannschaft hat am 19. Juni, als Merkur stationär war, ihr bestes Spiel bei der EM 2008 abgeliefert (gegen Portugal) und kämpfte vorher die ganze Zeit der rückläufigen Phase mit ihrer Form. Dagegen haben andere Mannschaften zu Beginn der EM gross aufgetrumpft und dann ab dem Viertelfinale ihre Form verloren, vor allem, da sie kurz vor dem Ende der Rückläufigkeit des Merkurs den Fehler begingen, für das letzte Gruppenspiel eine alternative Mannschaft aufzustellen (die sogenannte B-Elf), um die Leistungsträger für die Endrunde zu schonen. Dadurch geriet aber der ganze Rythmus und die Spiellaune durcheinander, was bei dem Wechsel der letztendlichen Bewegungsrichtung des Merkurs in die Direktläufigkeit  geradezu drastische Wirkungen haben musste (Portugal, Holland, Kroatien). Also liegt die Vermutung nahe, dass man auch den Faden während der rückläufigen Zeit des Merkurs nicht verlieren darf, vor allem, während des Wechsels zur endgültigen Direktläufigkeit.

Ein bedeutendes mundanes Ereignis offenbarte sich am 7. Juni, als Hillary Clinton mit dem Ende der letzten US-Vorwahlen einsah, dass sie nicht mehr genügend Unterstützung für die Kandidatur um die Präsidentschaft bekommen wird. Das kann als ein Durchbruch gewertet werden. 

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