Der Neumond vom 1.8.2008

Neumond August 2008

Nun sind wir im August. Meist ist dies für unsere Breiten die wärmste Zeit, und die Sonne ist in ihrem eigenen Zeichen.
Das sabische Symbol für den zehnten Grad ist "Tau am frühen Morgen". M.E. Jones spricht von einem Symbol der Kräftigung, die dem einzelnen in den sich wiederholenden Zyklen seiner Erfahrung zuteil wird, sowie der Tatsache, dass die Natur seine Ziele fördern und seine Bemühungen belohnen wird. Das Schlüßelwort ist "Verjüngung". Dieses Symbol passt doch allgemein sehr gut zum August, bzw. zum Löwezeichen. Wir blühen auf und fühlen eine Zeit, in der die Kräfte des Selbst emporsteigen. 

Welche Verstärkungen, Schwierigkeiten und Chancen finden wir in diesem Neumond? Mit der Mars-Uranus Opposition wird der Impuls genährt, sich selbst im Fluß des Tätigseins (Mars) halten zu wollen. Nun könnte auch es Gründe geben, die wir vielleicht hier und dort als Widerstände interpretieren, oder solche treten uns tatsächlich entgegen, und diese könnten unseren eigenen Freiraum aufreizen, den wir für uns bewahren wollen.
Wir könnten uns plötzlich Umständen, Einflüßen oder Personen gegenübersehen, und in unserem Tatendrang beschränkt glauben.
Wir können unseren Weg konsequent durchziehen, oder aber werden erfahren, was dieser enorme Einsatz für Probleme mit sich bringt. Wir wollen handeln, es treten Aufreizungen auf. Oder wir werden eine Zeit erleben, wo unsere eigene Aufreizung anderer nun für uns auffällig wird, und wir damit mehr als sonst konfrontiert werden.
Die Folgen können wie auch immer einen hohen Energieeinsatz in jeglicher Hinsicht bedeuten. Am besten wird es sein, genau zu beurteilen (Jungfrau-Mars), was wir erreichen wollen, und ob wir eine Situation günstig beeinflussen können, und ob oder in welcher Weise wir unsere eigenen Bedürfnisse auch wirklich unabhängig von anderen Einflüssen definieren - denn Uranus verstört diese Klarheit grundsätzlich durch einen zusätzlichen Impuls der Selbstbehauptung. Wir könnten in die Falle der Projektionen gehen, wenn es unser eigener Wille ist, der sich Geltung verschaffen möchte, aber wir in unseren Handlungen keine Kompetenz finden oder eine Sache sich nicht umsetzen lässt (dann kann ein falscher Eindruck aufkommen, dass es die anderen sind, die unsere Bedürfnisse verhindern).

Das Quinkunx zwischen Mars und der Chiron/Mondknoten-Konstellation könnte im Bunde mit dem Quinkunx zwischen Merkur und Jupiter manches von dem, was wir wirklich erreichen wollen, einerseits uns erneut bewusst machen, sofern wir dafür schon ein Gespür haben, aber andererseits gleichermaßen diese Sache als langwierig erscheinen lassen. Meist werden wir aber bei einem Quinkunx uns nur darüber bewusst, was wir vorher schon in irgendeinerweise kennen, und zB als erstrebenswertes Ziel erkannten. Dann aber kann ein Quinkunx uns auffordern, die nötigen Schritte für dieses Ziel, das aus dem Hintergrund existiert, einmal wirklich anzugehen, um gewisse Probleme zu lösen.
Mit dem Mars/Chiron Aspekt könnte uns ein Mangel bewusst werden. Obwohl es nicht leicht zu erreichen ist, was wir wirklich wollen, und gewisse Einflüsse dazwischenfunken könnten (Uranus), sollten wir dennoch nicht von unserem Kurs abkommen - genau dies kann durch die Mars-Uranus Opposition nun leicht geschehen, wenn uns Impulsivität von Außen oder auch von Innen so sehr im Schach hält, dass unsere Lebensidee, also unser schöpferischer Ausdruck zu kurz kommt. Wir können schöpferisch sein, und Mars könnte wie im letzten Monat eine entscheidende Rolle dabei einnehmen. Ein Hinweis dass dies so entscheidend mit unserem persönlichen Einsatz zusammenhängt, ist auch, dass der Neumond zur Planetenstunde des Mars stattfindet. Tun wir also, was wir für richtig halten und streifen alte Muster ab. Warum so viel über Mars/Uranus? Weil es der exakteste und gleichzeitig spannungsvollste Aspekt der momentanen Neumondkonstellation ist.

Diese Aspekte haben den Neumond und damit einen Monat geprägt.
Nun noch einmal zu dem sabischen Symbol, auf dem der Neumond stattfindet. Es scheint ein Monat zu sein, in dem wir uns also einer gewissen Richtung vergewissern sollten, wie wir unser Leben in wichtigen Teilbereichen voran bringen können.
Wenn Vollmond ist in diesem Monat, dann wird der Mond in Wassermann mit Neptun in Konjunktion sein. Das heisst, die Richtung des momentanen Impulses wird am besten bestimmt, indem wir eine Haltung gegenüber Illusionen, Unklarheiten, Lügen, undurchsichtigen Vorgängen aufzubauen versuchen - solche Umstände wird es auch zu anderen Zeiten geben, nur wird das momentan auf einen akuten Punkt gebracht; - diese Umstände könnten den bestehenden Impuls gegenübertreten, und als Aufforderung verstanden werden, in dem Sinne eine angemessene Haltung diesen Umständen gegenüber einzunehmen. Solche astrologischen Bedingungen, wie sie genannt wurden, sorgen immer für eine gewisse Akutheit. Andererseits kann es ein sehr guter Monat sein, um alte Gewohnheitssüchte aufzugeben. Sie werden durch den Brennpunkt des Vollmondes in den Vordergrund gestellt, und gewisse Dinge, die dem Neptunprinzip entsprechen, können von uns erkannt  werden als Hindernis für unsere wahre Selbstentfaltung. Gleichzeitig kann Neptun uns neues in den Vordergrund rücken. Zum Beispiel verschwindet eine Sucht und dadurch kann man sich dem Unendlichen öffnen, also dem Seinsgefühl der Zeitlosigkeit. Und es kann auch einfach ein Monat sein, in der wir Inspiration oder Heilung finden (ebenso durch die Neptun Konj. des Mondes bei Vollmond bedingt).
Und zwar wird mit dem Wassermannmond beim Vollmond, und der Mars-Uranus Opposition des Neumondes ein bisschen die Losgelöstheit und Befreiung von Zwängen in den Vordergrund gerückt, "man will sein", was natürlich im Klartext bedeuten kann, dass man sich jetzt einfach und spontan auf eine Ebene der Gedanken oder Gefühle begeben will, wo man weniger erdennah und in Bindungen eingebunden ist, sondern den Freiraum hat, um Intuitionen bzw. einfache "Seinsfreiheit" zu erfahren. Dies alles kann deshalb so bedeutsam sein, weil der Mond gleichzeitig in einer leichten FInsternis zu Vollmond kommt, das heisst es eine Mondfinsternis gibt mit der Konjunktion des Mondes zu Neptun (bei Vollmond). Löwe will "sein", indem etwas als Erfahrung zurückwirkt, der Wassermann braucht diese Rückwirkung gerade nicht, er ist sich selbst genug, und Rückwirkungen stören viel eher. Es ist das kosmische Sein im Gegensatz zum seelischen Sein, das sich durch Löwe ausdrückt.

Es wird sicher nützlich sein, auch die Energien des Trigons zwischen Jupiter/Venus während des Vollmondes mehr im geistigen Sinne zum Einsatz zu bringen, und nicht um sich auf Lorbeeren auszuruhen, oder zu irgendeinem Verhalten oder Einstellungen zu flüchten (Mond/Neptun Konjunktion bei Vollmond), so dass also der gegebene Impuls der Loslösung Sinn schaffen kann. 

Wie in jedem Monat geht es natürlich um Verwirklichung, das ganze Jahr hindurch.
Jeder Neumond kann einen hintergründigen und zeitweiligen Einfluss aufzeigen. Eigene Lunare (nicht so sehr deren Konstellationen, aber deren zyklischen Wechsel von einem Lunar zu einem anderen!) und natürlich das eigene Radix bilden einen Boden für diese Neumonde. Wer im Radix mit den wichtigsten Aspekten eines Neumondes verbunden ist, wird diese Einflüsse stärker erleben. Dasselbe gilt noch stärker, wenn man jene Aspekte des Neumondes zB als eine Mars/Saturn Kombination selbst im Radix aufweist, und noch stärker, wenn es sogar dieselbe Aspektart ist.

Anmerkung zu der Gradeinteilung der sabischen Symbole:

Der Grad für das sabische Symbol wird gelesen zB als 6°01`-7°00`, und wenn ein Planet in diesem Bereich steht, ist das Symbol des siebten Grades angesprochen. Es gelten immer die kompletten Grade und zwar in geometrischer Unterteilung, nicht hinsichtlich der Bewertung des tatsächlichen astrologischen EInflussbereiches: Ein Zeichen beginnt technisch bei 0°00`00``, zB 0°00 Stier, und jeder Planet steht auf 0°00`00 Stier schon in dem genannten Zeichen. Aber dies wäre geometrisch gesehen der dreissigste Grad des letzten Zeichens. Es gibt nur 30 Grade, und keinen 31. Gradabschnitt. Ab 0°01 ist dann der erste geometrische Grad eines Zeichens, bis zur kompletten Gradzahl 1°00`00``.
In der Praxis ist es nicht möglich, dass ein Planet auf dem absoluten 0° Grad steht, weil Bogen-Millisekunden schon genügen, um den Grad "anzuschneiden". Kurzum: Es geht allein um die LESART und Zuordnung.

Nachbetrachtung (29.8.2008):

Gerade der Impuls zu Vollmond, indem ein Neptunbezug geklärt wird, entspricht sich in einer persönlichen Entscheidung von mir. Lange schon wollte ich meinen Alltag neu "erleben", mich von alten Gewohnheiten frei machen und neue Inspiration, vor allem auch durch Meditation erfahren. Durch eine gewisse Pause, in der ich mir über wichtige Dinge im Klaren werden kann, kann ich sicherlich mehr in der Astrologie erfahren, als die Besserwisserei in den Foren zu erfahren. 

Es gab einige Konflikte mit klassischen Astrologen, die mir weise machen wollten, es gäbe nur die eine klassische Astrologie, die richtig sei. Ich musste eine Distanz gewinnen, und nahm für einige Wochen Abstand vom Forengeschehen, weil mir die Dogmatik, die in dieser Zeit von einigen ausging,   fehl am Platz schien, was ja erst für mich zum Problem wurde, da ich selbst mich zu sehr damit identifizierte, die Dinge richtig  stellen zu wollen. 

Es war zu viel Identifikation im Spiel - aber ich begriff die Dogmatik, die dort ausgestreut    wurde, auch als Zeichen, als Herausforderung, als Frage an die Position, die ich selbst aufgrund meiner Überzeugung vertrat. Ich fand,  dass ich noch einen kleinen Schritt tun musste, um meine eigene Wahrheit vertreten zu können, egal was andere dazu sagen mögen. 

Gleichzeitig habe ich mir vorgenommen, für einen Halbmarathon zu trainieren, also sehr viel zu laufen. Dieses Laufen entspricht auch sehr gut dem Wassermannprinzip. Weil der Wassermann einerseits ein Luftzeichen ist, aber vor allem steht er für Bindungslosigkeit - und wenn man läuft, ist man derweil heimatlos, und erfährt das Sein auf eine sehr ungezwungene Weise. Man ist frei, fühlt sich frei und erfährt den Bezug zur Welt auf eine losgelöste Weise. Man verlässt die Routinen und kommt zu einer neuen Routine des steten Unterwegsseins. Die körperliche Physis erhält einen vitalen Impuls - und man sieht den Wassermann manchmal als Zeichen der Balance. Und das Laufen kann bei jeder Tageszeit und Witterung stattfinden, das ist die Seele des Läufers. So weit die Füße tragen.

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Stefan Arens
August 2008