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Komm März 

Tief am Grunde säumte bergige Landschaft das Tal.
Durch das Astwerk einer alten Eiche war die Hügelkette im Dunst zu erkennen.
Ich befand mich in der Stadt Fernensberg, sie war im Grunde sehr von Quadratren geprägt.
Man hatte es damals genau ausgemessen - das muss so vor 1000 Jahren gewesen sein - wo der Mittelpunkt zwischen den vier Stadtmauern lag. Die Stadt mit ihren Stadtmauern, die infolge der Anordnung des Tales eher paralell zueinander angelegt waren. Doch um den exakten Mittelpunkt errichtete man einen grossen quadratischen Platz zu Ehren des Kaisers von Agralantharam.

Ich ging weiter von dem Baum weg, in die Mitte des Platzes, der aus unzähligen, grossen und grauen quadratischen Steinplatten bestand. Ich blickte über den Stadtrand hinweg und sah den aufragenden Hügelkamm, der das Tal in Richtung Sonne von einem Nirgendwo dahinter abschnitt.

Graue Wolken oder grauer Himmel, und ein eisiger Wind wehte mir ins Gesicht, und unter die Jacke. Ich schlug die Kapuze des Parkers, der ein französisches Hoheitszeichen am Ärmel hatte, über meinen Kopf.

Ich drehte mich um, und sah vor mir am Rand des Platzes das Steinhaus mit dem Kunstmuseum darin.
Daneben das barocke grosse Haus mit der Botschaft. Alte ehrwürdige Steinplatten, dessen Innenfläche nach aussen gewölbt aus dem Stein hervorlugen. Barocke Verzierungen schmückten die hohe Fassade mit den vergitterten langen Fenstern. Eine Fahne mit gelb-schwarzen Streifen auf blauen Grund war über dem Eingang befestigt.
Weit hinter den beiden Häusern führte eine lange Straße den Hügel hinauf und verschwand an einer Stelle des einen Hügelkamms, der sich mit einem anderen Hügelkamm überkreuzte. An dieser Stelle befand sich ein wundervoller Wanderweg in den Wald, den ich eigentlich bald aufsuchen wollte.

Die Breitspurgasse zu meiner Linken mit der kleinen Kirche aus dem 15. Jahrhundert war sehr breit, und die Häuser des Viertels meist Bungalows, so dass sich  dahinter eine weite Landschaft von Häuserzeilen erstreckte.
Die Dächer des Judenviertel und die quadratischen Hinterhöfe des Chinaviertels wurden dem Blick offen gelegt. Die Häuserzeilen mit den roten Dächern erstreckten sich dort drüben einem leichtem Anstieg der Landschaft entgegen. Man konnte sogar den Kiellamringhinplatz erkennen.

Bevor ich in der Landschaft der Umgebung wandern wollte, musste ich unbedingt etwas essen - bedauerlicherweise machte mir zudem das Wetter wenig Lust am Wandern. Sodann marschierte ich durch die Bahnhofsstraße. Es ist heute deutlich wärmer als gestern. Der Frühling hält auf leise Art Einzug.

Ich ging zum Marrokaner und bestellte mir gedämpfte Teigwaren mit einer leckeren Füllung. Ich aß mitten vor der Theke, aber es kam kein einziger Kunde - es  schmeckte vorzüglich. Eine würzige Sauce rundete das kulinarische Vergnügen ab.
Ich trank einen wohltuenden Saft aus Mangos, Kiwis und Orangen, was alles vom Marokkaner frisch gepresst wurde. Ein wunderbares Leben, alles war so glücklich und strahlte Kraft und Zufriedenheit aus. Als hätte das jemand gehört, denn die Sonne senkte goldene Zuversicht über den Platz, was durch den Kontrast der dunklen Wolken besonders reizend aussah.

Ich überlegte mir nun, wie das alles in eine Welt passt, wo man mal keinen Urlaub macht, sondern sich der Normalität ausgesetzt sieht. Ich holte meinen grossen Laptop X 1000 aus der Tasche und suchte die kleine Kirche auf. Das Laptop war regensicher, ich scheute den Regen wie die Katze. Die Kirche war orthodoxen Ursprungs. Das Laptop war geil. Ich hatte ein Modell erhalten, an das man einen Extra-Akku anschließen konnte, um so eine Kapazität von 10 Stunden zu erreichen. Ich liebe es, umher zu wandern, sowohl mit Füßen als in Gedanken, und zwischendurch an ruhigen Orten etwas zu schreiben. So zu tun, als hätte man für die Leute was zu tun, ist manchmal erforderlich, um nicht als Verrückter zu gelten. Aber wenn man wirklich etwas schreibt, sollte das ein Vergnügen sein.

Als ich in Japan auf der privaten Wirtschaftsmesse des Großindustriellen Pekingawaidsalamta war, gab es dort einen Stand von Kayotowakaimanabum. 

Diese Firma  hatte sich darauf spezialisiert, Laptops herzustellen, die auf 3,50 Meter wasserdicht sind und allgemein sehr robust waren. Man konnte sie gewissenhaft aus Brusthöhe fallen lassen. Ich bekam einen Prototyp, eben mit dem besonderen Akku. Es war ein vorläufiges Modell, da der Akku noch verhältnismässig schwer war. 500 Gramm immerhin. Das Laptop wog einen ganzen Kilogramm.
Ich bekam es als Geschenk für meine inoffizielle Mitarbeit  bei der Ausspähung zukünftiger Firmeninteressen bei Hunkcihnfallabumbam GmbH und Co-Argehmanabumbum AG und unter Nichtbeteiligung der einflussreichen Allgemeinen Instanzfürfragen Ltd..

Also. Nein. Ich gehe jetzt nicht wandern, sondern schreibe noch ein wenig an dem Roman. Was ist ein Roman nichts anderes, als die Geschichte, die wir dem Leben geben?
Nun in der Kirche machte ich mir Gedanken. Ein ruhiger Ort. Ich sah mir mal ein Bild über den Kapitalismus an und verknüpfte dies mit dem Traumvorgang, der keineswegs surrealistisch sein muss. Mein Blick schweifte durch den dunklen Saal der kalten Kirche. An der östlichen Wand der Kirche hingen dunkle Bilder von orthodoxen Würdeträgern oder Imanen. Ein weiteres Bild handelte von einem Hirtenleben mit zu gross geratenen Figuren, die einen Beutel mit Goldmünzen trugen und sehr traurig aussahen. Es gab einem hohen Turm hinter der Hirtenszene, aus dem es rauchte und Flammen loderten.

Ich machte mir nun Gedanken, dass es ein allgemeines Prinzip bei jeglichen Erfolg gibt. Es gibt immer wieder den Hinweis, dass der Erfolg sich dadurch einstellt, dass man immer wieder einen neuen Weg geht, um etwas zu tun, um es besser zu tun. Einen zeitgemässen und angebrachten, aber dass man durchaus eine gewisse Absicht beibehält. Diese Absicht ist es, um die alles geht. Diese Absicht ergibt sich von selbst. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wer glaubt noch, dass das Denken oder Schlussfolgern mit dem Verstand das einzige Mittel wäre, um zu richtigen Verhaltensweisen zu kommen? Doch muss man erst mal darauf kommen. Und das ist das Geheimnis des Erfolgs. Denn manch einer verwechselt es mit Instinkt. Es ist freilich eine Spürnase für den Erfolg, und man hat es in sich oder nicht. Aber ganz allgemein ist das, was wir Erfolg im Leben nennen, gewiss etwas, was mit uns selbst zu tun haben muss.

Womit man den März kommen sehen will, das ist etwas einfaches für den Künstler. Ich will den Helden Stanislaff Waliperpenetrumbramsk eine Geschichte erleben lassen, wie er vom Tellerwäscher zum Millionär kommt. Eigentlich eine klassische Geschichte, doch soll es etwas anderes sein, als die Geschichte aus den Banikantersnland mit den Postulaten auf dem Rücken und den Handys am Gürtel, und ihren munteren Vorfahren, die die Welt gestalteten, in der Annahme, es wäre in Ordnung, das zu tun und es wäre gut für sie, so etwas zu tun. Und es sei für alle annehmbar. Vielleicht dachten sie, man könne das eines Tages einfach aufhören, oder sie dachten, jeder macht es doch schon so. Tatsächlich ist ein gewaltiges Karrussel in Gang gesetzt worden, das die Welt aufrecht erhält.
Was das Besondere an der Geschichte ist, Stanislaff  begreift den Zustand des Reichtums als einen inneren Zustand. Ein Gewahrsein. So wie ein Künstler ein Bild vor Augen hat, das sich zwangsläufig für ihn ergibt, weil man gewisse Dinge nur so erleben kann, wie sie sich ergeben. Und was ist das Besondere daran? Ach, da hat man eine Absicht, die das ganze Sein bedingt. Es ist genau das, was wir vom Leben erwarten. Und es gibt richtig gute Erzählungen, die davon berichten, was eben nicht alles möglich ist und die sagen meist, es wäre das andere nicht möglich. Aber es soll auch Geschichten für diese Anderen geben, damit sie es für möglich halten, was die anderen Leute nicht für möglich halten. Und worauf es ja ankommt ist, dass es im Grunde alles einerlei ist, wer was glaubt, tut, erinnert, sieht oder begreift, weil es alles derselbe Vorgang ist. Eine Absicht, ein Tun, das wir vornehmen. Wir wollen diese oder andere Facetten der Wirklichkeit verdichten. So schaffen wir uns eine Haut gegenüber der Aussenwelt, grenzen uns ab. Jetzt, nachdem wir begriffen haben, wieviel davon abhängt, was wir uns denken, und wie wir auf jeden Reiz reagieren - können wir uns entscheiden, welche Gestalt für unsere Lebensinhalte für uns wohl möglich und tauglich sind. Wir tun es mit Lust für uns selbst. 

Oder kommen in die Hölle der U-Bahn-Schächte und versklaven uns an dunkle Dämonen, die in den Schatten der Gedanken in dunklen Gemäuern lauern und heimlich an dem Energieuniversum knabbern. Der Gewinn ist es, der uns antreibt, mit dem wir alle Sorgen gelöst sehen wollen. Kann es denn sein, dass alle Menschen träumen, den Traum des Kapitalismus, auf Eroberungsfeldzügen,  oder tun die nur so? In der Tatm es sind nur wenige, die so felesenfest diesen fiesen Traum des bösen bösen Geldes träumen.

Was wollen wir denn denken? Ist es für manche nicht ein Verbrechen geworden, an Geld zu denken? Es ist ein Tauschmittel und man braucht keine Angst davor haben, auf eine Weise der Kunst Geld zu machen. 

Ich ging aus der Kirche.
Endlich, so sagte ich mir, hatte ich meine Beichte gegenüber meinen inneren Dämonen abgelegt. Jene dunklen Schatten, die dich hinab ziehen ins Vergessen.
Ich nahm das Tigerkraftseinplusgetränk von Gropenhansbergen GmbH und leerte es in einem Zug.
Sodann sprang ich in die Luft, verwandelte mich, und flog wie ein Vogel davon.
Dies soll sein das grosse Ziel, dass alle Menschen fortan den Traum der Kirchen austauschen, und ihre Frömmigkeit gegen den Traum ihrer Natura Plura Hemisphäre einwechseln. 

Ich ging in die Bank in der Fürstengasse, um von meinem Konto Geld abzuheben.
Dabei bewunderte ich die Eigenart, dass es hier eine Bank gab. Und wie sie funktionierte. Und ich war nicht mehr in Versuchung mir zu sagen, das darf es nicht geben. So eine Bank. Mit dem, was dahinter steht.
Es ist wie mit den Raubtieren im Zoo, die sind auch dafür da, geliebt zu werden.

Nun wollte ich noch einmal darüber nachdenken, wie das ist, mit den Banken, und beschloss wirklich endgültig auf die Wanderung nach Hintershofenbach zu verzichten.
Ich landete auf einem Dach, pullerte hinab in die Untershausengasse, und verwandelte mich in einen einheimmischen Dorfmenschen - natürlich bekam das niemand mit - so setzte mich noch einmal in die Kirche und dachte nach. Es ist interessant, dass die Verschwendung und Vergeudung von Lebenszeit gegenüber dem Selbst, dass man dem Selbst so sehr den Rücken kehrt,  und dass der Raubzug gegenüber dem Selbst, der Verlust an Hoffnung, Inhalt und Sein, dass das für die Leute nicht dramatischer ist, als wie sie beobachten, dass die Banken in Agralantharam generell von den Leuten Geld abzocken.

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